
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 46
Eskalation im Block-Prozess - und ein verdeckter Ermittler
Freitag, 6. März 2026 · 37 min
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Shownotes
„37 Tage im Gerichtssaal – und es fühlt sich an wie ein Agentenkrimi.“ Heute im 040 Podcast: Reporter Christoph Rybarczyk blickt hinter die Kulissen des Block-Prozesses. Wir sprechen über verdeckte Ermittler, echte Spione im Saal und die Rollen von Eugen und Christina Block sowie Gerhard Delling. Wer zieht im Hintergrund die Strippen? Und wer zahlt am Ende die millionenschwere Rechnung für diesen Mammut-Prozess? Christoph zieht die Zwischenbilanz, die ihr nicht verpassen dürft.
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040 streng vertraulich die lage in hamburg, herzlich willkommen mein name ist las heider und für alle diejenigen die so gern matthias icken hören in diesem podcast muss ich sagen das ist jetzt eine enttäuschung weil er ist tatsächlich mal eine woche in den urlaub gefahren das sei ihm gegönnt und er ist auch nicht nach Dubai gefahren. Insofern ist da alles richtig.
Und ich habe gedacht, wir nutzen diese Pause einmal, einen lieben Kollegen in diesem Podcast zu holen, der sich wie kein anderer mit dem Thema auskennt, was die Menschen, die diesen Podcast hören, am meisten beschäftigt. Wir haben unfassbare Zugriffszahlen, wenn wir über den Blog-Prozess sprechen. Und wir werden heute in dieser Sonderfolge nur über den Blog-Prozess sprechen.
Das hat einen Grund, dass Christoph Rebatschik da ist, Der, lieber Christoph, wie viele der bisherigen Prozestage hast du tatsächlich im Gericht verfolgt? Ja, vielen Dank für die Einladung von den bislang 37 Prozestagen, die es gegeben hat bis zu diesem Zeitpunkt. Denke ich, habe ich 30 verfolgt. Und das wollen wir jetzt alles, wir wollen von dir aus allererster Hand wissen, wo sind wir da eigentlich?
Bevor wir aber sozusagen zu einer Gesamteinschätzung kommen, wollen wir erstmal die aktuellen Dinge aufarbeiten, denn da gibt es einige. Das Erste ist ganz interessant, auch der Blog-Prozess könnte leiden oder leidet schon unter der Lage im Nahen Osten? Ja, das ist ganz genauso, weil in den kommenden Wochen jetzt eigentlich erwartet worden war, dass Kern, die rechte Hand unseres Masterminds, Entführer Masterminds David B., dass die jetzt aussagt und zwar in Person aussagt in Hamburg.
Man möchte sie nicht einfach nur zuschalten. Man muss ja von einer Zeugin, von der wir wissen, sie hat an der Entführungsnacht teilgenommen als maßgebliche, ich sag mal als maßgebliche Kidnapperin, hat sie teilgenommen. Die will man ja auch sehen. Das Gericht will sie sehen. Die Anwälte wollen sie sehen.
Sie wollen beurteilen können, wie glaubhaft ist diese Frau. Das kann man nicht einfach nur per Video irgendwie mal zuschalten und dann ist die Verbindung vielleicht schlecht bei einer unbequemen Frage. Nein, die Frau muss man einfliegen aus Israel und im Moment haben wir ja keine Flutbewegung. Kann man da jetzt schon wieder sagen, dass das wieder dazu führen könnte, dass der Prozess noch länger dauert als geplant?
Das kann man noch nicht sagen, weil es relativ flexibel ist beim Laden von Zeugen. Dann ziehen sie eben andere vor. Wir dürfen nicht vergessen, ursprünglich waren 141 Zeugen geplant und da hat man also reichliche Auswahl. Wo sind wir denn? Wie viele Zeugen sind denn schon, hast du da so einen Blick, wie viele Zeugen tatsächlich schon geladen wurden?
Also es ist deshalb schwierig zu sagen, weil einige abgeladen wurden, einige neu geladen wurden. Also neu sind ja David B. Und Kern aus Israel. Man hat ja nicht damit gerechnet am Anfang des Prozesses, dass die beiden kämen. Eigentlich wären sie ja Angeklagte. Sie kommen ja mit freiem Geleit. Das ist ihnen ja zugesichert worden, wenn sie denn aussagen. Sie werden in Anführungsstrichen gesondert verfolgt.
Sehr technischer Begriff. Das heißt, die kriegen noch ihre eigenen Verfahren wegen Kindesentführung in Deutschland. Die werden nach meiner Einschätzung so sicher kommen, wie das einem in der Kirche. Nur, weil sie sich zur Verfügung gestellt haben, auszusagen im Verfahren, sind sie jetzt sozusagen mit freiem Geleit gekommen, beziehungsweise wird auch Kern T.
Noch mit freiem Geleit kommen. Wir haben eine Reihe von Zeugen schon gehört. Ich weiß die Zahl jetzt nicht aus dem Kopf, wie viele es sind. Ich schätze mal sicherlich 20. Aber es kann auch sein, dass noch einige dazukommen, die wir noch gar nicht auf der Liste haben. und es werden noch sehr spannende Zeuginnen und Zeugen kommen.
Und ich frage gleich nochmal dich, wie das denn, wenn man jetzt so 20, vielleicht auch 25 oder 30 hat, also dann wäre das ja ungefähr ein Drittel, wenn man sich anguckt, wie viele Prozesttage es schon sind, was das bedeutet. Aktuell noch eine andere Frage. Es gibt offensichtlich einen verdeckten Ermittler, der jetzt auch noch eine Rolle spielt, von dem man bisher nicht wusste oder nicht so offiziell wusste.
Erzähl du es uns. Ja, das ist einer dieser Nebenstränge, der sich zum Hauptstrang entwickeln wird in diesem wirklich sehr spektakulären Verfahren. Verdeckte Ermittler, was bedeutet das? Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Hamburg haben einen verdeckten Ermittler im letzten Jahr, im letzten Jahr 2025, in das Unternehmen von August Hanning gebracht.
August Sanding ist der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes, also der Mann, der mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer am Kabinettstisch gesessen hat. August Hanning hat eine private Firma gegründet, eine Sicherheitsfirma und die soll im Auftrag der Familie Block, die Familie Hänsel in Dänemark ausgespäht haben und es soll sogar einen Entführungsversuch gegeben haben.
All das ist schon im Blockprozess besprochen worden und Thema gewesen. August Hanning sollte als Zeuge aussagen, jetzt wird aber gegen ihn ermittelt. Und weil eben die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt und ihn durchsuchen wollte, also seine Firma durchsuchen wollte, haben sie das super schlau und super geschickt gemacht. Das ist der absolute Krimi.
Würde man es im Fernsehen sehen, würde man denken, ah, verdeckte Ermittler, das ist doch ein bisschen übertrieben hier. Nein, im Gegenteil. Das ist das, was Staatsanwaltschaft und Polizei, LKA in Hamburg gemacht haben. Die haben im vergangenen Jahr zwischen Mai und Oktober diesen verdeckten Ermittler in die Firma von August Hanning gesetzt, um auszustehen.
Welche Beziehungen er zu Block hatte, also zu Familie Block, zu dem Entführungsfall Block hatte und so weiter, von wem er beauftragt worden ist, was er eigentlich getan hat. Und das haben sie also nach meiner Einschätzung sehr schlau gemacht, weil sie nämlich damit vorbereitet haben, dass sie eine riesen Durchsuchung, eine riesen Razzia bei August Hanning an vier oder fünf verschiedenen Standorten in Deutschland oder der Schweiz machen.
Sie haben sich also Passwörter besorgt und so weiter. Wir hatten da, ich sage mal, Einblicke in Unterlagen bislang und müssen das noch verifizieren und wollen noch hören, was August Hanning dazu sagt. Und das werden wir in den nächsten Tagen hören, was er sagt. Denn es ist auch wichtig, seine Perspektive zu hören, ob das alles so stimmt.
Aber der Bericht legt nahe, dass es da enge Verbindungen gegeben wird. Das heißt, die Staatsanwaltschaft, die Ermittlungsbehörden haben es geschafft, jemanden in dieses Unternehmen als ganz normalen Mitarbeiter einzuschleusen? Richtig, der ist sogar bezahlt worden. Und ist das denn, wie standhaft oder wie standfest ist das dann vor Gericht?
Weil eine Staatsanwaltschaft könnte ja auch so ermitteln, die muss ja keinen verdeckten Ermittler einsetzen. Das ist ja nochmal ein obendrauf und kann ja wahrscheinlich auch von der Gegenseite, von der Verteidigung, insbesondere von Herrn Hanning, dann irgendwie angegriffen werden. Was du hättest, Anwalt werden soll.
Das ist genau der Punkt, worum es dann auch wieder gehen wird. Man wird sehen müssen, ist das verwertbar? Das ist wie bei den Laptops, Handys und Tablets von Christina Block, was man da ausgewertet hat. Ist das verwertbar vor Gericht? Ist das korrekt in das Verfahren eingeführt werden? Ist das korrekt in die Hauptakte reingekommen? Da sagen wir, ja klar, logisch, ist doch klar.
Nein, das ist nicht per se klar. Das kann natürlich auch alles irgendwo angefochten werden und dann darf man das nicht verwerten. Und das Gericht ist da ja in Hamburg, also die Kammer um Isabel Hildebrandt, die vorsitzende Richterin, ist natürlich da hundertprozentig an das Recht gebunden und an den Buchstaben des Gesetzes und wird das dann so bewerten.
Darf man es verwerten, darf man es nicht verwerten. Also das ist extrem spannend, aber extrem spannend ist eben auch dieser Krimi. Man hat einen Spion bei einem Spion eingesetzt. Wahnsinn. Hat der eigentlich schon ausgesagt oder sagt der erst noch aus? Also August Hanning sollte ja aussagen, aber ich sage es mal so, er hat von seinem Auskunftsverweigerungsgebrauch gemacht.
Und der verdeckte Ermittler, ist der schon befragt worden? Nein, den würde man wahrscheinlich auch nicht befragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen verdeckten Ermittler dann jetzt vor Gericht hätte. Das wäre dann wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Aber er hat ja seinen Bericht schon abgegeben. Okay, also und jetzt dortieren wir das Ganze nochmal.
Du hast gesagt 37 Prozestage und wenn man jetzt hört, was die Staatsanwaltschaft, was die Ermittlungsbehörden alles unternommen haben, um Beweismaterial zu sichern, bis hin zu einem verdeckten Ermittler, da weiß man, wie lange der da war, mehrere Monate? Ja, etwa von Mai 2025 bis September, Oktober 2025, ich glaube im September 2025, hat diese große Durchsuchungsaktion hier in Hamburg an verschiedenen Standorten in der Schweiz und im Münsterland stattgefunden.
Also, viel intensiver, viel besser aus Sicht der Ermittlungsbehörden kann man es gar nicht machen. Ob es dann gerichtsverwertbar ist, ist die zweite Frage. Und das ist ja dann die Frage, die sich Matthias Igen und ich uns immer stellen. Wir fragen uns, es ist doch so viel Material da. Aber wieso kommt man da nicht zu einer schnelleren Entscheidung, zu einem schnelleren Urteil?
Ja, es ist natürlich so, dass ja nicht nur die Unschuldsvermutung gilt, sondern auch Frau Block und die anderen Angeklagten sich für unschuldig im Sinne der Anklage halten. Deshalb muss ihnen eine Schuld nachgewiesen werden. Und das kann man nur mit dieser unglaublichen Präzision, mit dieser Detailtiefe machen und mit der, dass die Staatsanwaltschaft versucht, mit der das natürlich auch in der Befragung die Richterin versucht.
Aber die Richterin muss ja auch offen sein, wenn sie Zeugen befragt. Wir nennen ihn in Führerchef, er war es ja auch. Er hat es ja zugegeben, David B. aus Israel. Wenn sie ihn befragt, will sie ihn natürlich festnageln auf das eine oder andere Detail und sie will ihn festnageln auf das, was im Gesetz steht.
Nämlich zum Beispiel, Sintiq ist Gewalt angewendet worden, ist er bezahlt worden für seinen Auftrag? Sind die Kinder traumatisiert worden? Wie sind die Kinder behandelt worden? Wie ist das Opfer Stefan Hensel behandelt worden und so weiter? Das spielt eine so große Rolle später auch für die Einschätzung und für das Strafmaß bei einem möglichen Urteilsspruch.
Wir können immer noch davon ausgehen, dass noch nicht klar ist, ob die Angeklagten verurteilt oder ob sie freigesprochen werden müssen. Und auch das ist nach wie vor. Hältst du das tatsächlich nach all dem, was wir schon wissen, für möglich? Denn du hast es eben gerade gesagt. Also es ist doch unstrittig, dass Gewalt angewendet worden ist gegen die Kinder.
Es ist unstrittig, dass Gewalt angewendet worden ist gegen Stefan Hänsel, den ehemaligen Mann von Christina Block und den Vater. Es ist unstrittig, dass es eine Entführung gegeben hat. Es ist unstrittig, dass der David B. diese Entführung... Also das sind doch alles so Themen, wo man denkt, da gibt es doch gar nichts mehr zu ermitteln und zu sagen. Das ist doch alles klar.
Die Frage ist halt nur, also die Kernfrage, verbessere mich da, ist doch nur, hat er das mehr oder weniger, so wie das die Blog-Seite sagt, aus eigenem Antrieb gemacht, um Christina Block einen Gefallen zu tun? Oder... Ist es ein Auftrag gewesen? Und auch für diesen Auftrag gibt es viele Indizien und es gibt aber die Aussage von Christina Block, die dagegen spricht.
Also da verstehe ich jetzt Außenstehender nicht, wo das Problem ist, weil die Sachen, das sind doch jetzt Fakten, auf die sich alle Beteiligten einigen können, eigentlich. Ja, eigentlich nicht so ganz einigen können, weil die Verteidigung das anders sieht. Die Verteidigung sagt also auch, Christina Block ist nicht dabei gewesen bei dieser Vorbereitungssitzung, bei dieser Besprechung drei Tage vor der Entführung, war sie nicht dabei.
Als Zeuge sagt natürlich der Entführerchef, nein, sie war dabei. Auch andere sagen, sie war dabei. Sie bleibt dabei. Ich kann nicht gestehen, was ich nicht getan habe. Und deshalb muss das Gericht ihr das nachweisen. Und das ist nicht ganz so leicht. Unser Empfinden mag so sein, aber es muss die Unschuldsvermutung gelten.
Und wir müssen auch das ernst nehmen, was Christina Block sagt, was Gerhard Delling sagt, der ja auch mit angeklagt ist, der im Moment ja eigentlich nur der Beihilfe angeklagt ist, aber theoretisch ja sogar als Mittäter in Frage käme nach all dem, was ermittelt wurde. Das hat das Gericht ja auch schon mal anheimgestellt sozusagen.
Also es ist schwierig, den einzelnen Beteiligten genau das nachzuweisen, wofür sie angeklagt sind, denn darum geht es. Oder noch mehr, wir dürfen ja nicht vergessen, dass auch der Familienanwalt der Blocks, der ja auch angeklagt ist, dass da sogar nahegelegt wurde, er könnte sogar noch zusätzlich Untreue begangen haben, weil er die Hotelzimmer zur Verfügung gestellt haben soll, etc.
Das ist also ein so komplexes Gebilde, das alles nachzuweisen und wirklich im Detail zu gucken, ob das richtig ist, dass die Verteidigung schon gesagt hat, das wird gar nicht möglich sein. Ingo Bosz hat gesagt, es wird gar nicht möglich sein. Es wird nicht möglich sein, das alles nachzuweisen und wir können so lange verhandeln hier, wie wir wollen.
Am Ende wird ein Freispruch dabei rauskommen. Das müssen wir dann abwarten. Und die Länge des Verfahrens scheint ihm ja zunächst erst mal recht zu geben, denn ursprünglich hatte das Gericht geplant, den ganzen Prozess innerhalb eines Jahres abzuschließen. Jetzt sind wir schon bei zwei Jahren, wir wissen nicht, ob es noch länger dauert.
Und ist das die Strategie von Ingo Bott, dem Anwalt von Christina Block, darauf zu setzen, dass am Ende alles so verwirrend ist und dass so viele Widersprüche oder am Ende nicht ganz hundertprozentig beweisbare Dinge davor liegen, dass dem Gericht entweder nichts anderes übrig bleibt, als das Verfahren einzustellen, einen Freispruch zu machen oder ein Urteil zu fällen, von dem man ja dann weiß, dass er dann sofort in Revision gehen würde?
Ja, ganz genau, das ist es. Das ist auch seine Aufgabe, das so zu machen. Er muss den Zweifel säen. Er muss am Ende entweder einen in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten oder für die Angeklagten, für die Sieben, muss er hervorbringen können. Oder aber so etwas wie eine Patz-Situation, wo gar nichts mehr möglich ist, was wir auch schon in Prozessen hatten.
Und er, Ingo Bott, ist ja eigentlich ein kluger Mann. Das eigentlich streichen wir. Und er war ja in dem Verfahren Love Parade beispielsweise, wo es darum ging, den Veranstaltern nachzuweisen, dass sie mitverantwortlich dafür gewesen sein könnten, dass es bei dieser Panik so viele Tote gegeben hat, in Duisburg damals bei der Loughborough.
Da kam man dann auch irgendwann an diesen Punkt im Prozess, in dem klar war, ihr geht es nicht weiter, wir bewegen uns im Kreis und nichts. Und es verlief dann im Sande. Und ich glaube, das ist so etwas wie die Blaupause für ihn, auch für dieses Verfahren, dass es sich in die Länge zieht. Darf ich noch einen Satz sagen? Unbedingt. Ja.
Und die Länge des Verfahrens macht den Beteiligten große Angst und Sorge, die sozusagen der Beihilfe nur in Anführungsstrichen angeklagt sind. Das sind einmal die Cousine von Christina Block und ihr Mann und ein Sicherheitsunternehmer. Dieser Sicherheitsunternehmer verdient natürlich kein Geld, wenn er im Gericht rumsitzt.
37 waren das Tage bis jetzt, 100 insgesamt bis Ende dieses Jahres und vielleicht sogar noch mehr ins Jahr 2027 hinein. Bei den beiden anderen, die ich nannte, die Cousine von Christina Block und ihr Mann, ist das genauso. Die möchten nicht im Gericht da umsitzen. Nicht nur, weil es unangenehm ist, sondern weil sie einfach genau dann kein Geld verdienen können.
Sie sind arg psychisch belastet. So ist mein Eindruck aus dem Gerichtssaal und auch der Eindruck unserer Kollegin Bettina Mittelacher und Marleen Schubert. Wir sehen die da und die sind nicht nur nicht glücklich, die sind mitgenommen. Die sind seelisch mitgenommen von diesem ganzen Verfahren Und sie fragen sich, ist unsere Beteiligung an dieser mutmaßlichen Kindesentführung wirklich so groß, dass wir hier sitzen müssen?
Mehrfach haben sie ihre Anwälte beantragen lassen, dass ihre Verfahren abgetrennt werden können und das Gericht hat abgelehnt. Was lehrt uns das? Ja, was lehrt uns das? Es lehrt uns, dass das Gericht knallhart, knallhart diese Sache aufklären will. Und jeder bleibt bis zum Schluss auf seinem Platz sitzen und es wird bis zum Schluss durchverhandelt, ob es hier eine schwere Kindesentführung gegeben haben soll mit Gewaltanwendungen, unter Bezahlung etc. etc. mit einer ausländischen Soldatruppe.
Das wird bis zum Schluss, bis zum letzten Tag durchverhandelt. Und wenn der Druck so hoch ist, dann halten wir den Druck aufrecht. Aber ist es nicht tatsächlich unverhältnismäßig? Nehmen wir mal die Cousine von Christina Block. Da ist ja der einzige Vorwurf eigentlich, dass sie das Auto gefahren hat, in dem die Kinder in Christina Block sitzen.
Muss die die ganze Zeit dabei sitzen und eben all das über sich gehen lassen, was du gerade geschildert hast? Ja, das Gericht sagt, sie muss. Ich habe, wenn du mich als Mensch fragst, auch tatsächlich Empathie. Ich habe wirklich Empathie. Die habe ich übrigens auch für den Angeklagten Israeli, der seit September 2024 in Untersuchungshaft sitzt.
Untersuchungshaft ist das Schlimmste überhaupt, sagt sein Anwalt Sascha Bettmann. Das ist schlimmer als so im Knossensitzen. Und dann ist er auch noch isoliert, weil er ja auch besonders geschützt werden muss. Er hat vielleicht so ein bisschen seine Untersuchungshaft nutzen können. Er hat Deutsch gelernt.
Er braucht keinen Übersetzer mehr für die schriftlichen Protokolle im Gericht. Möchte er sich noch nicht auf Deutsch äußern, weil er sich da noch unsicher fühlt im Sprechen. Aber er hat Deutsch gelernt und hat einfach irgendwie die Zeit nutzen müssen. Alle zwei Monate oder so kommt sein Vater aus Israel eingeflogen.
Aber das, was wir gerade hatten, die Cousine von Christina Block, hätte man das Verfahren nicht abtrennen können. Man hätte wohl, aber das Gericht hält den Druck aufrecht auf alle Beteiligten. Um damit auch den Druck auf Christina Block aufrecht zu erhalten, es gab ja zwischendurch das Eugen Block, der Vater von Christina Block, ja auch über seinen Anwalt Gerhard Strate, zu beiden kommen wir gleich noch.
Es ist kompliziert, aber wir versuchen es so langsam wie möglich zu erklären, wie er versucht hat, trennt dieses Verfahren ab, helft dieser armen Frau, die der Lage offensichtlich nicht mehr gewachsen ist. Ja, da hat Eugen Block möglicherweise einen ganz wichtigen Punkt gemacht und da hat er möglicherweise auch recht.
Ja, und ich muss dir zustimmen, es ist so. Das Gericht will damit natürlich auch den Druck auf Christina Block erhöhen. Das ist doch vollkommen klar. Aber keiner, keiner der Angeklagten ist glücklich mit dem, was Eugen Block sagt. Also man mag es kompliziert nennen, aber wir können es ja glücklicherweise an den Personen festmachen, die hier eine Rolle spielen.
Das sind nun mal die prominentsten Hamburger Wirtschaftsmenschen, die wir haben, Eugen Block. Es ist eine Legende als Unternehmer und als Gründer. Aber das ist interessant, dass du sagst, die sind damit nicht einverstanden, was Eugen Block macht? Da fragt man sich, warum nicht? Weil sie sagen, das hilft uns nicht. A, hilft uns seine Empathie nicht.
B, ist das Gericht dann eher noch geneigt, den Druck aufrechtzuerhalten. Nicht diese, Philipp von der Meden hat es ja geschrieben, der Anwalt von Stephan Hinsel, weil es diese Pöbeleien von der Seitenlinie nicht haben will. Als solche empfindet es das Gericht und die Angeklagten wissen das und sie spüren das.
Also es herrscht wirklich eine beklommene Atmosphäre zum Teil, weil, Und sie möchten nicht, dass das von der Außenlinie reingerufen wird. Und wenn man sich jetzt mal ein bisschen mit der Psychologie beschäftigt, und da möchte ich wirklich nicht zu weit gehen, weil ich dafür kein Experte bin, aber wenn man sich mal mit der Psychologie und dem Verhältnis von Christina Block und Eugen Block beschäftigt, dann glaube ich auch, vorsichtig gesagt, es hat aus Christina Block Sicht eine gewisse Emanzipation gegenüber den Patriarchen stattgefunden, vorsichtig gesagt.
Da reden wir noch gar nicht über Unternehmensnachfolge, Erbregelungen und so weiter, sondern ich kann mir vorstellen, dass auch sie nicht immer glücklich gewesen ist mit dem, was ihr Vater auch in diesen Tagen von sich gibt. Warum tut er es trotzdem? Das muss ich nochmal erzählen. Christina Block hat ja als Anwalt Ingo Bott und Eugen Block hat sich als Anwalt einen sehr, sehr bekannten Strafverteidiger genommen, Gerhard Strate, der aber ansonsten in diesem Prozess keine Rolle spielt und macht über diesen Gerhard Strate und über eine Agentur, die seine Öffentlichkeitsarbeit macht.
Permanent irgendwelche Einlassungen. Das geht ja so weit, da haben wir uns natürlich drüber gefreut, im Hamburger Abendland, dass Gerhard Strate bei uns einen Meinungsbeitrag geschrieben hat, auf den wiederum der Anwalt von Stefan Hänsel geantwortet hat. Was ist die Strategie von Block-Strate? Als welche, die tatsächlich an der Außenlinie stehen. Und ja, Eugen Block, obwohl das immer wieder im Prozess thematisiert wurde, ja, er ist nicht Teil dieses Prozesses, er ist nicht angeklagt bis hierhin.
Richtig, er ist nicht angeklagt. Eine Anklage wurde erwogen, wurde aber nicht auf die Bande gestellt, weil die Staatsanwaltschaft gesagt hat, das, was wir gegen Eugen Block in der Hand haben, das reicht nicht für eine Anklage. Deshalb wird er nicht angeklagt. Allerdings muss man dazu sagen, nach den Ausführungen dessen Führerchefs David Bepunkt aus Israel, wird die Staatsanwaltschaft möglicherweise wieder loslaufen und gegen Eugen Block neu ermitteln.
Da muss man kein Prophet sein, um das vorhersagen zu können. Aber du hast gefragt, warum macht Eugen Block das? Ja. Ich glaube, er sieht ein bisschen die Fälle seiner wahnsinnigen Arbeit, seines Aufbaugeistes, seines Unternehmertums ein bisschen davon schwimmen in diesen Tagen. Man muss in die Familie reinschauen, um die Situation zu verstehen.
Seine Frau ist verstorben, was sehr schlimm für die gesamte Familie war. Und dann noch die Umstände dazu, dass die Enkelkinder, Clara und Theo, die nicht in Hamburg waren, die Situation um den Sorgerechtsstreit sich so eskalierend entwickelt hatte, das ist einfach auch etwas, was den Mann belastet. Und das ist jetzt wieder eine psychologische Deutung, von der ich nicht bitte, dass man sie allzu wörtlich nimmt, aber deshalb schießt er aus Anhoren.
Und weil er es kann, glaube ich, weil er es natürlich auch bezahlen kann. Viele andere hätten an dieser Stelle schon aufgegeben. Wir kommen jetzt allmählich zu den beiden Figuren, die natürlich im Mittelpunkt, oder zu den drei Figuren, die im Mittelpunkt stehen, da hätte ich gerne deine Einschätzung.
Und du hast ja sich mit allen beschäftigt, du hast wahrscheinlich auch mit allen schon mal so gesprochen. Gehen wir an Stefan Hensel. Da denke ich manchmal bei aller Wut, bei allem Ärger, den man dann hat in so einer Situation, wenn sich das so aufbauscht und ich wäre der Vater, wäre ich irgendwann an so einem Punkt, wo ich sagen würde, Leute, lasst uns das irgendwie anders, lasst uns das klären, lasst uns einigen.
Das ist jetzt als ein Niveau erreicht, dass es niemandem gut tut. Warum macht er das nicht? Es ist jenseits des Point of No Return. Also der Punkt ohne Wiederkehr ist überschritten. Der ist überschritten schon gewesen vor über einem Jahr, vielleicht vor anderthalb, vor zwei Jahren, vor drei Jahren vielleicht, wo man sich hätte einigen können.
Es gab diverse Annäherungsversuche. Die Anwälte haben das doch auch gesagt. Die Anwälte wollten das doch auch nicht alles eskalieren. Das sind doch auch alles vernunftbesetzte Menschen. Aber. Die Verbitterung, die Verbitterung über den Sorgerechtsstreit, die Entführung hier, die Entführung da, die Worte, die übereinander sozusagen gewählt wurden, all das hat dazu geführt, dass es immer weiter eskaliert.
Ich möchte beinahe sagen, dass eine Art Hass entstanden ist. Dass sich das manchmal sogar im Prozess zeigt, auf Arten und Weisen, die ich gar nicht beschreiben kann. Aber man sieht förmlich die Giftpfeile hin und her fliegen und dann eine Eskalation, von der ich gleich noch berichten möchte, die sieht man dann auch.
Und da ist einfach der Point of No Return längst überschritten. Die könnten sich nicht mehr annehmen, die wir uns vielleicht noch möglicherweise verständigen könnten. Wenn wir uns nicht mehr verständigen könnten, dann würden wir es vielleicht über die Anwälte schaffen. In irgendeiner Form, dass wir das Gesicht wahren würden.
Dieser Punkt ist hier leider längst überschritten. Wir sehen im Gegenteil eine Art von Auseinandersetzung, auch bis in den Gerichtssaal hinein, das ist das, was ich sagen wollte, dass selbst beispielsweise die Anwältin eines der anderen Angeklagten, Gülpinar, man kennt sie, sie war auch Nebenklägerin im NSU-Prozess und so weiter, eine sehr bekannte Hamburger Anwältin, sich darüber beklagt, dass Stefan Hensel im Gericht gegrimmt hat.
Und all diese Dinge, da sollen Worte gefallen sein, die ich hier leider nicht wiederholen kann aufgrund des Informantenschutzes. Und das ist natürlich etwas, was das noch zusätzlich aufheizt, dass es im Gericht eine Atmosphäre gibt, die das Eskalierte dieses Sorgerechtsstreits, jetzt nehmen wir mal selbst die Entführung beiseite, die das Eskalierte dieses Sorgerechtsstreits nochmal auf die Spitze treibt.
Wir wissen, dass es Spione gibt im Zuschauerraum. Da hat die eine oder die andere Seite oder auch nicht beteiligte Seiten, haben Spione da reingesetzt. Da ist mal der Sohn von dem oder dem dabei, da ist mal der Bekannte von dem oder dem dabei, da ist mal der, wir haben es jetzt leider auch noch mal bestätigt gesehen in Protokollen, da sind Menschen dabei, die das für interessierte Kreise ausspionieren.
So, und da wir das wissen. Macht es auch uns immer so ein bisschen skeptischer gegenüber dem einen oder anderen. Also auch im Gerichtssaal ist einfach eine Atmosphäre eingezogen, die sich am 37. Prozestag, der gerade gewesen ist, so entladen hat in einer Art von Schreierei, wie ich sie vor Gericht noch nicht erlebt habe, zwischen den Anwälten, zwischen Anwälten und Richterin Isabel Hildebrandt, die wirklich dafür sorgen muss, dass diese total testosterongeladene Atmosphäre trotzdem noch als Prozess eine Richtung bekommt.
Und sie geht natürlich auch mit harten Bandagen vor, immer auf dem Boden der Paragraphen. Aber sie muss dieses Verfahren leiten. Und das hat sich wirklich auch da teilweise eskalierend entwickelt. Es beruhigt sich dann immer wieder. Darüber bin ich persönlich auch immer sehr froh, dass es dann auch so einen Gang geht und eben nicht dann auch noch verzögert wird. Aber es ist hart.
Da muss man mal sagen, letzter Prozestag diese Woche, die haben sich tatsächlich angeschrien, also sowohl die Anwälte und die Richterin schreit dann zurück? Sie muss. Sie muss ja irgendwie durchdringen mit dem, was sie meint und wen sie jetzt, wessen Fragen sie jetzt beanstandet und so weiter. Und auch die unterschwelligen, die suggestiven Geschichten, die dann von dem einen Anwalt oder der anderen Anwältin kommen, das ist einfach alles auch schwer zu ertragen für das Gericht.
Und da möchte ich jetzt wirklich nicht übergriffig wirken gegenüber der Richterin, aber das ist extrem hart zu schlocken, was da kommt. Also man hört ja auch so aus dem Umfeld der Richterin, dass sie, also man denkt ja immer so, wenn du so einen Prozess hast, ist ja toll, weil du stehst so sehr in der Öffentlichkeit.
Diese Phase ist, glaube ich, vorbei. Also auch die Richterin, der Richterin wäre es am liebsten, wenn das Ding möglichst schnell zu Ende ist. Kann man das sagen? Ich glaube, es wäre allen Beteiligten sehr wohl. Ist das tatsächlich so? Also bei Stefan Hensel hat man den Eindruck. Der genießt, also ich kann jetzt nur sagen, was man sieht, der genießt das erstmal, weil er ja natürlich in einer komfortablen Lage ist, weil die Themen, die ihn betreffen, da geht es ja zum Beispiel um die Frage, wie sind die Ermittlungsakten in die Öffentlichkeit gekommen, es geht aber auch um andere Dinge, die noch ausstehen, das wird ja alles im Moment nicht verhandelt, das kommt dann ja nachrangig oder vielleicht gar nicht mehr.
Ja, ganz genau. Nein, genießen kann er es nicht, weil er, wir dürfen es nicht vergessen, er will ja auch immer da sein und das ist ja auch zu Recht, er ist ja auch das Opfer, er ist der Nebenkläger. Er kann ja dann auch in der Zeit nicht arbeiten. Das heißt, er muss auch seine Unternehmensberatertätigkeit, die er hat für die dänische Fischindustrie unter anderem, die muss er auch organisieren.
Er hat eine Familie zu Hause in Dänemark, in der mindestens vier Kinder sind. Und das muss ja auch alles irgendwie gemanagt werden. Vier oder fünf habe ich ihn jetzt vertan. Ich muss mal ganz kurz durchrechnen. Da ist der älteste Sohn von Astrid Havel. Da ist das jüngste Kind, was er gemeinsam mit Astrid Havel hat.
Und da sind die drei Kinder auf dem Block Hänsel. Ganz genau. Es sind fünf. Und auch wenn der Älteste jetzt 20 ist und Johanna 19 ist und die natürlich jetzt ihr Leben selbst gestalten und in die Hand nehmen wollen, das ist ja sehr positiv auch, ist es trotzdem ja eine Belastung, so eine Familie auch zusammenzuhalten, Patchwork hin oder her.
Wir kommen jetzt zu den beiden vielleicht wichtigsten Figuren, die Figuren, warum das Ganze auch so interessant ist, offensichtlich für so viele Menschen. Man staunt ja, wie viele Menschen diesen Podcast hören. Es gibt einen eigenen Blog-Podcast, der auch unfassbare Quoten hat. Es gibt jetzt an diesem Wochenende im Ernst-Deutsch-Theater eine eigene, sozusagen eine Art Aufführung zu diesem Blog-Prozess.
Ich finde ja, ich kenne Christina Block schon sehr, sehr lange und ich sehe ja immer nur die Fotos und ich staune, wie stark diese Frau, trotz aller dieser Dinge, ist so. Wirkt es auch im Gerichtssaal so? Sie scheint... Innerlich muss ja ganz viel mit ihr passieren, aber sie wirkt jetzt nicht zerbrechlich.
Sie wirkt wie eine, die weiter kämpfen will und am Anfang fand ich sie fast ein bisschen, wie soll ich das sagen, da merkte man nie an, was das für eine Belastung ist. In der Zwischenzeit sieht es fast aus, als wäre es so ein Gewöhnungsprozess, aber es ist nur ein Blick von außen, du hast den Blick von innen.
Wie würdest du den Zustand von Christina Block jetzt nach 37 Prozestagen beurteilen? Ich glaube, sie ist in Wahrheit, was wir alle sind, ein ambivalenter Charakter. Sie kann sehr schwer natürlich mit der Situation umgehen, die Kinder nicht zu sehen und das zu akzeptieren, auch und gerade nach einer so langen Zeit, das ist sehr schwierig für eine Mutter von vier Kindern.
Auf der anderen Seite muss sie natürlich auch diesen Alltag, auch den Prozessalltag, muss sie bewältigen. Dazu hat sie Hilfe. Sie hat Ingo Bott und auch Paula Rodarek, die andere Anwältin aus der Kanzlei von Ingo Bott, an ihrer Seite natürlich. Sie hat Gerhard Delling an ihrer Seite, mit dem sie es natürlich auch kompensieren kann. Das ist ihr Lebensgefährte.
Auch der hat einen sehr kompetenten Anwalt, David Rieks. Das heißt, da sind schon mal Menschen, die sie auffangen können. Ganz sicherlich auch ihre Tochter Greta zu Hause in Hamburg. Die müsste jetzt 17 sein, wenn ich nicht falsch gerechnet habe. Und das sind natürlich Dinge, die ihr helfen können. Auf der anderen Seite ist das Zerbrechliche, von dem du gesprochen hast, auch Teil ihrer Persönlichkeit.
Das kommt dann natürlich raus, wenn sie in längeren, auch geschriebenen Erklärungen dann manchmal sich wirklich fangen muss. Sie hat ja mehrfach geweint im Prozess. Sie hat Dinge gesagt, auch direkt an ihren Mann, an ihren Ex-Mann gerichtet, der vielleicht zehn Meter von ihr entfernt sitzt und hat gesagt, Stefan, du hast gewonnen.
Wir sind erniedrigt worden. Wir als Familie Block sind erniedrigt worden. Ich glaube, das spielt auch eine Rolle mehr. Beachtung als Frau, als Unternehmerin, als öffentliche Figur, als in einem solchen Verfahren, in dem ihr die Entführung der eigenen Kinder vorgeworfen wird, kann man in Deutschland gar nicht haben. Was will man sozusagen noch tun?
Und damit umzugehen und das zu akzeptieren, das ist die schwerste Aufgabe sicherlich für sie. Und abzuwägen und zu hoffen, dass das Verfahren nach ihrem Gusto verlaufen könnte, das sich noch so lange ziehen wird, gibt ihr vielleicht auch insofern ein bisschen Halt, dass sie weiß, ja, das kommt noch, das dauert noch, aber vielleicht schaffe ich es doch noch, einen Alltag parallel zu haben.
So schwer das auch ist, ohne meine Kinder. Ich weiß nicht, ob sie professionelle Hilfe hat. Man würde es ihr selbstverständlich wünschen. Und dann sind wir bei Gerhard Delling, der ja kurz davor war, in die Geschichte einzugehen als einer der großen deutschen Sportmoderatoren und nun auf einmal sich in einer ganz anderen Rolle findet.
Und zwar nur, weil die Frau vor Gericht steht, die er sehr liebt, offensichtlich, und der er sehr zur Seite steht. Ich finde Gerhard Delling fast schon bewundernswert, weil natürlich das Bild von Gerhard Delling sich durch etwas verschiebt, für das er gar nichts kann. Wie siehst du seine Rolle? Ja, das ist sozusagen auch hier die Aufgabe des Gerichts und der Staatsanwaltschaft, zu beweisen, dass er möglicherweise einen Anteil an den Entführungsplänen hat.
Das wird schwierig sein. Er hat das immer bestritten. Er hat in allen seinen Ausführungen und das natürlich auch in der sehr eindringlichen Ausführung, die er zu Beginn des Prozesses gemacht hat, wo er darauf hingewiesen hat, dass er nicht nur sein Leben dann gegen Gewalt eingestellt war, sondern es komplett ablehnt und so weiter und auch gar nicht beteiligt gewesen sein könnte.
Und dass er findet, im Gegenteil, dass solche Dinge wie Kindesentziehung und auch über Grenzen hinweg, dass sie aufgeklärt gehören. Dass vor allem ja auch Gewaltvorwürfe gegen Kinder aufgeklärt gehören. Was er findet, das hat er unglaublich authentisch rübergebracht. Nichtsdestotrotz ist der Vorwurf da, der auch erhoben wurde von einigen Zeugen, dass in die, ich sage mal vorsichtig, in die Vorbereitung einer möglichen Rückholaktion auch Gerhard Delling eingebunden gewesen sein könnte.
Er hat zum Beispiel aber immer auch bestritten, dass es Gewalt im Hause Block gegen die Kinder gegeben hat. Das hat er ganz klar gesagt. Und man wird ihm das Gegenteil beweisen müssen, wenn man das möchte. Und das wird sehr schwierig. Er ist ja ein sehr konzilianter Mensch. Ich sage, glaube ich, nicht zu viel, wenn ich sage, wir haben ja auch schon mal mit einer Abendblattmannschaft Fußball gegen NDR, wo er mitgespielt hat.
Und unter Kollegen ist man da ja auch ganz anders, ganz umgänglich und so. Aber wir dürfen es nicht vergessen, auch er steht wahnsinnig unter Druck. Nicht nur, weil seine Lebenspartnerin angeklagt ist, sondern weil er selber angeklagt ist und sehen muss, dass die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, sich in Luft auflösen.
Zwei Fragen zum Schluss. Und das sind wahrscheinlich die schwersten. Die eine ist. Nicht ganz unerheblich ist ja, wie das Urteil ausfällt oder verbessere mich da, weil dann ja auch sich die Frage stellt, wer trägt die Kosten, richtig? Ja, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Man kann davon ausgehen, dass Christina Block in den vergangenen Jahren sicherlich Hunderttausende Euro, und sie und Eugen Block zusammen sicherlich Hunderttausende Euro für Anwälte und Berater ausgegeben haben, die sich um den Sorgerechtsstreit kümmern in Dänemark.
Das wird sehr viel Geld gekostet haben und jetzt sind natürlich auch noch die Anwaltskosten da, die dann eine Rolle spielen, sollte sie verurteilt werden. Wenn sie freigesprochen wird, ist klar, dann trägt das sozusagen die Staatskasse. Es sind ja Pflichtverteidiger. Alle Verteidiger, alle Angeklagten sind Pflichtverteidiger.
Das heißt also nominell kriegen sie dieses Pflichtverteidiger-Honorar. Wahrscheinlich bei Ingo Bottritt ist es ein bisschen mehr sein, da gehe ich jetzt mal von aus. Aber die Kosten sind wirklich enorm und das spielt eine Rolle, ob sie freigesprochen oder verurteilt wird am Ende. Und jetzt, du bist ja lange Zeit ein Sportreporter gewesen, deshalb kennst du diese Frage, ist aber auch schon ein bisschen her, deshalb kennst du die Frage, wie geht das aus?
Ehrlich gesagt, keine Prognose. Ich könnte mir vorstellen, dass es tatsächlich wie so eine Art Paz-Situation kommen könnte, dass man im Grunde genommen nicht mehr weiter weiß und dass etwas im Umfeld passieren könnte, das den Prozess noch platzen lässt, also den Prozess in dieser Form platzen lässt. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich.
Wir haben schon so viele Wendungen gesehen in diesem Verfahren, dass auch das möglich ist. Solltest du mich festnageln wollen auf die Frage Verurteilung oder Freispruch, dann bin ich, glaube ich, bei der Mehrheit derjenigen Prozessbeobachter, die sagen, es scheint momentan eine Verurteilung näher zu liegen als ein Freispruch.
Doch nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung und der sind wir alle verpflichtet. Christoph, vielen Dank. Es hat sich gelohnt, dich heute hier zu haben. Und ich werde die nächste Gelegenheit, wenn wir mit dem Matthias oder ich im Urlaub sind, das passiert ja ab und an mal, bist du herzlich eingeladen und halte durch.
Vielen Dank für diese vielen, vielen Informationen zu dem Prozess, über den in Hamburg alle reden. Vielen Dank und an alle Hörerinnen und Hörer, wir hören uns nächste Woche wieder. Dann ist Matthias Iken aus dem Urlaub zurück. Bis dahin. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.