
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 43
HSV: Entscheidung über Kuntz-Nachfolge scheint gefallen
Freitag, 20. Februar 2026 · 37 min
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Shownotes
Der HSV kommt einfach nicht zur Ruhe: Nachdem Sport-Vorstand Stefan Kuntz überraschend gehen musste, stellt sich nun die alles entscheidende Frage nach der Nachfolge. „040“-Gastgeber Lars Haider hat in diesem Zusammenhang eine Beobachtung gemacht, die er in dieser Folge exklusiv mit Matthias Iken analysiert. Doch das ist längst nicht das einzige Thema, das die Hansestadt diese Woche bewegt.
Wir blicken auf das juristische Nachspiel für die Hamburger AfD und den Immobilienskandal um prominente Köpfe der Stadt, der nun in die nächste brisante Runde geht. Außerdem im Fokus: Der radikale Umbruch beim Versandriesen Otto – zwischen Generationswechsel und harten Sparmaßnahmen. Zudem diskutieren wir eine Personalie mit nationaler Tragweite: Wird eine Hamburgerin bald das höchste Amt im Staat bekleiden und Bundespräsidentin werden? Und während man im Volkspark rätselt, gibt es am Millerntor Ärger: Beim FC St. Pauli sorgt Zoff auf der Gegengeraden für Unruhe.
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Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und mir gegenüber, zumindest virtuell, sitzt mein lieber Kollege Matthias Icken. Matthias, wie war die Woche für dich? Oh, unterhaltsam. Interessant. Und das ist ja schön in unserem Job, es wird nie langweilig, weil jeden Tag was Neues kommt, mit dem man am Tag vorher noch nicht gerechnet hat.
So ähnlich ging es mir auch. Viele interessante Termine, viele interessante Hintergrundgespräche, an denen wir euch sie jetzt gleich teilhaben werden lassen. Mehrere Themen. Eins muss man vorweg sagen, kein Blog-Prozess diese Woche. Wir müssen uns ohne den Blog-Prozess durch die nächsten knapp 30 Minuten wühlen.
Aber das schaffen wir. Denn wir haben Thema Nummer eins, die AfD. Das ist etwas, wo der Kollege Ike ein bisschen dichter dran ist, weil du warst bei einem Termin mit Hans-Georg Maaßen, haben wir schon angekündigt in dieser Woche. Am Montag und davor war ja dieser doch sehr für Aufsehen sorgende Prozess, in Anführungsstrichen, im Thalia-Theater, wo es darum um die Frage ging, ob man denn die AfD verbieten sollte oder nicht.
Ergebnis, nein, sollte man nicht, sprechen wir Thema Nummer eins drüber. Thema Nummer zwei, die Ottos. Die kennt in Hamburg jeder, die Familie Otto, Otto-Versand, die Otto-Gruppe. Da ist nicht nur ein Generationswechsel, bei dem ich dabei sein durfte, zum Teil zumindest, sondern es ist auch, das haben wir exklusiv berichtet, ein neues Sparprogramm angekündigt worden.
Darüber werden wir reden. Thema Nummer drei. Da geht es um den Immobilienskandal, den das Hamburger Abendblatt vor ein paar Wochen aufgedeckt hat, wo uns dann auch einige Zuschriften erreichten, so nach dem Motto, habt ihr euch da vielleicht ein bisschen zu sehr aus dem Fenster gelehnt? Nun hat es einen ersten Prozess.
Dazu gegeben, genau zu diesem Immobilien-Skandal. Und ja, ich glaube, all die, die glauben, wir haben uns zu sehr aus dem Fenster gelehnt, die werden gleich feststellen, das stimmt nicht. Denn dieser Prozess war relativ schnell beendet mit einer guten Nachricht für alle Kleinanleger, die schon dachten, die hätten Geld verloren.
Das wäre Thema Nummer drei. Thema Nummer 4. Hochinteressant. Es ist ja diese Woche bekannt gegeben worden, dass Anfang Januar, am 30. Januar nächsten Jahres, eine neue Bundespräsidentin, und da können wir uns glaube ich festlegen, es wird erstmals zum Glück eine Frau werden, gewählt wird. Und die Chance, dass das ausgerechnet eine Hamburgerin ist, die die Hamburger CDU nicht so richtig wollte in dieser Stadt, ist gar nicht so gering und darüber sprechen wir auch.
Und dann bin ich gespannt und dann haben wir natürlich noch zwei sportliche Tieren. Das eine ist Thema Nummero. Fünf dann schon ist der HSV. Da war ich diese Woche eingeladen zum Neujahrsempfang des HSV in der Hamburger Kunsthalle. Und ich glaube, ich kann da eine interessante Beobachtung mitbringen, was die Frage angeht, wer der Nachfolger des überraschend gegangenen Sportvorstands Stefan Kunz fährt. Und dann Thema Nummer 6, Matthias.
Wir sprechen über die Gegengrade im Millern-Tor-Stadion, bei der es so geht wie in einem Drei-Sterne-Hotel auf Mallorca morgens um 6, wenn alle ihre Ligen markieren. Handel rauslegen. Leider gibt es keine Ligen am Millern-Tor. Insofern ist das ein schiefes Bild, würde ich sagen. Es ist kein Vergleich, ist ein Vergleich, wenn er nicht hinkt.
So, wir legen los, Matthias. AfD, erstmal noch kurz, ist schon ein bisschen her. Wie fandst du denn diesen sogenannten Deutschland-Prozess im Thalia-Theater? Nochmal, es war Kunst, aber es war mit einer echten Richterin, es war mit echten Geschworenen, es war mit echten Gerichtsreportern, es war mit Menschen, die Plädoyers gehalten haben.
Über drei Tage, es hat für viel Aufsehen gesorgt, insbesondere der Auftritt von Harald Marzenstein. Punkt eins. Das Aufsehen erregt, ist erstmal interessantes Theater, denn es gibt viele Aufführungen, die finden außerhalb des Fötungs sonst überhaupt keine Rückmeldung und das war bei diesem Prozess anders.
Also an sich fandst du es gut? Also es ist natürlich ein schwieriges Format. Ich finde das Thema wichtig. Ich finde auch, dass es ein Gewinn ist, so etwas so zu inszenieren, dass auch Menschen sich dafür interessieren, die sonst gar nicht so politisch gestrickt sind. Das sind erstmal alles Punkte auf der Haben-Seite.
Es gab auch, wie ich finde, gute Reden. Wir haben ja die von Michelle Abdullahi abgedruckt. Ich finde auch die Rede, die Verteidigungsrede von Herbert Martenstein ist auf jeden Fall wert, nochmal gelesen zu werden. Da gab es schon interessante Beiträge. Am Ende war es natürlich kein Dialog. Da muss man sich drüber im Klaren sein.
Wenn man es als Gerichtsprozess inszeniert, dann geht es eigentlich nur um hundertprozentige Wahrheiten und weniger um die Grautöne dazwischen. Aber alles in allem, muss ich sagen, war das ein Experiment, was gelungen ist und was, glaube ich, nur deshalb auch oftmals kritisch gesehen wird, Das Urteil anders ausfiel, als glaube ich, viele Kolleginnen und Kollegen erwartet und erhofft hatten.
Denn es kam ja kein Verbotsverfahren raus, sondern nur quasi die Prüfung eines möglichen Verbotes. Du hast gerade gesagt, Harald Martenstein, der ist ja ein Neukolumnist jetzt bei BILD, war früher unter anderem am Tagesspiegel, aber war doch bei der Süddeutschen ganz früher, ich weiß es gar nicht. Ja, der war nur lange bei der Zeit.
Bei der Zeit, okay. Er hat vor kurzem auch noch in der Zeit seine Kolumne gehabt. Ist natürlich, muss man schon sagen, ich sage es jetzt mal freundlich, arg nachgedunkelt in seiner politischen Zeit. Der ist ja doch auch, wie viele andere, sehr weit links angefangen und inzwischen sehr, sehr konservativ geworden.
Aber das ist ja erst mal unerheblich. Er hat, wie ich finde, ganz stringent argumentiert, als er gesagt hat, es geht im Verbot zu fahren eben auch darum, die Rechte derer zu verteidigen, deren Meinung man nicht teilt. Und es kann nicht Sinn und Zweck einer Demokratie sein, die stärkste Oppositionspartei zu verbieten.
Dann, so sei eine These, schafft sich Demokratie selber ab. Natürlich gibt es da auch eine starke Gegenmeinung, die natürlich zu Recht sagt, man muss nicht den Fehler von 1933 wiederholen, dass man ausgerechnet demokratisch die größten Feinde der Demokratie an die Macht kommen lässt. Das ist jetzt am Ende immer eine Frage der Bewertung.
Ist die AfD eine NSDAP? Und da sagt halt Maden Stein nein. Und dann warst du gleich, nachdem dieser Prozess am Sonntagabend zu Ende gegangen ist, am Montag, glaube ich, war das im Rathaus? Erzähl mal. Im Rathaus. Hans-Georg Maaßen war eingeladen oder eine Einladung gefolgt, der AfD, richtig? Genau. Die AfD macht ja so sechs, sieben Mal im Jahr eine Veranstaltung, die heißt Fraktion im Dialog.
Da war jetzt wirklich, muss man sagen, der Teufel los. Das waren mindestens 500 Besucher, würde ich so überschlägig sagen. Und da sagte ja auch der Nockemann, der AfD-Fraktionschef, so viele Leute hätte es sonst nur bei Alice Weidel gegeben. Ich fand es journalistisch doppelt interessant. Erstmal finde ich, müssen wir mit allen Seiten quasi im Gespräch bleiben und vor allen Dingen auch vor Ort sein.
Es hilft ja nichts, wenn wir nur Journalismus machen, dass wir dahin gehen, wo es uns gefällt. Und Punkt zwei ist natürlich die Figur des Hans-Georg Maaßen ganz interessant, weil er war ja lange Verfassungsschutzchef und wird inzwischen selber vom Verfassungsschutz beobachtet. Und wenn man weiß, dass das ein früher sehr zurückhaltender Beamter war, der von Otto Schilly, dem SPD-Innenminister, auch befördert wurde.
Dass der inzwischen so weit nach rechts abgedriftet ist, das ist natürlich auch eine persönliche Geschichte. Was ist da passiert bei der Radikalisierung? Und auch das konnte man an dem Abend deutlich sehen. Das ist auch eine Art Gruppenprozess. Wenn man natürlich Menschen immer weiter quasi ausgrenzt und sie nur noch in ihren rechten Blasen reden und denken lässt, dann führt das automatisch dazu, dass die radikalsten Parolen den größten Beifall bekommen.
Und am Ende dieses Abends hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass eigentlich Hans-Georg Maaßen die AfD schon rechts überholt hat. Was war da für ein Publikum? Was sind da für Menschen? Du, das hättest du die Leute da gesehen, hättest du sie nicht unterscheiden können von einem SPD-Abend oder von einem CDU-Abend.
Das ist schon, muss man sagen, ein durchschnittliches Bürgertum. Es gab so ein ganz paar mit etwas auffälligeren Frisuren junge Menschen. Aber das war wirklich so wenig, dass man daraus jetzt nicht ableiten kann. Man sieht her, das sind irgendwie Nazis oder Neonazis. Das war sehr gemischt, tendenziell ein bisschen älter. Aber seien wir ehrlich, das ist in der Parteipolitik meistens so.
Und mehr Männer, auch das ist in der Parteipolitik über alle Fraktionsgrenzen hinweg, vielleicht abgesehen von den Grünen und den Linken so. Das wäre jetzt meine Frage gewesen, denn so Bilder, die ich so von AfD-Veranstaltungen gesehen habe, waren zumindest in den Anfangsphasen oft immer extrem männlich.
Also da waren kaum Frauen. Sagst du jetzt aber, was war das, 60-40 vielleicht? Ja, zwei Drittel, ein Drittel. Zwei Drittel, ein Drittel. Okay, also interessant, auch dieses Experiment insbesondere interessant. Ich finde ja immer, also wenn eine Partei gegen die Prinzipien der Demokratie verstößt oder eine Organisation, dann müsste man sie tatsächlich, so wie man alles verbietet, was sich nicht an Recht und Gesetz hält, eigentlich verbieten und müsste in dem Moment ausklammern, dass man damit auch eine Partei verbietet, die 25 Prozent der Menschen wählt.
Denn stellen wir mal vor, es gäbe eine Partei, die würde von 25 Prozent der Menschen gewählt und die würden absurdeste Dinge fordern, Todesstrafe und so was alles. Dann müsste man sie trotzdem verbieten, auch wenn da so viele Menschen dahinter stehen. Ich verstehe aber, dass das extrem kompliziert ist und zu kompliziert, um das in fünf Minuten zu besprechen.
Aber interessant, diesen Eindruck von dir mal zu hören. Thema Nummer zwei, da sind wir bei Otto. Da muss man immer verstehen, Otto ist ja nicht nur der Otto-Versand, das ist sozusagen eine Tochtergesellschaft. Und der Konzern heißt die Otto Group und da tut sich einiges, kann man sagen. Da gibt es nämlich einen Generationswechsel.
Hamburgs Ehrenbürger Michael Otto, der bisher an der Spitze des Aufsichtsrates stand und sozusagen der Oberaufseher war, der scheidet jetzt aus. Dafür übernimmt sein Sohn Benjamin Otto. Hast du den mal kennengelernt, Benjamin Otto? Nur einmal ganz flüchtig. Das reicht jetzt nicht, um hier irgendwie Insights zu verkünden.
Ich finde es interessant. Ich hatte auch die Gegend, mal länger mit seiner Frau zu sprechen. Ich habe ihn jetzt ein, zwei, drei Mal so erlebt und finde interessant, weil er erinnert mich und den kenne ich wirklich gut an Michael Otto vor 20, 30 Jahren. Auch ein sehr, also überhaupt jemand, ein sehr schüchterner.
Und Michael Otto war ja auch lange Zeit jemand, der ungern öffentlich aufgetreten ist. Das hat sich jetzt in den Jahren geändert, musste es auch, spätestens seit er Ehrenbürger geworden ist. Aber da erinnert er mich sehr an seinen Vater, der das Rampenlicht nicht gesucht hat. Und dem ist auch, glaube ich, nicht in die, sozusagen in die Wiege gelegt worden ist, nach außen zu wirken, sondern mehr so der Stratege nach innen zu sein.
Was ja auch nie verkehrt ist, weil die Geschäfte, die die Ottos führen, liegen ja sowieso jetzt seit längerer Zeit in den Händen von Familienfremden. Also das ist der erste Wechsel. Da bin ich auch sehr gespannt, welche Rolle Frau Otto, also die Janina Lynn Otto spielen wird. Die eröffnen ja gleichzeitig noch diesen Live Campus in diesem Jahr.
Also da passiert einiges. Dann ging aber auch, und das ist auch ein Schnitt, das Ende einer Ära, Thomas Vogt. den werden jetzt viele unserer Hörer und Hörer erstmal nicht kennen. Das ist der Kommunikationschef von Otto. Der richtige Name ist Wild Pressinger. 22 Jahre lang, 22 Jahre lang und, ähm, Bei der Verabschiedung, bei der ich dabei war, kam noch sein Vorgänger, der legendäre Detlef von Livonius, der jetzt ja auch schon etwas über 80 sein muss.
Also 22 Jahre lang war der das Gesicht von Otto und man muss sagen, ein Abend voller Emotionen, also mit großen Worten von Michael Otto, aber auch von Petra Scharner-Wolf, der neuen Chefin der Otto-Group. So, also der ist auch weg. Mark Opelt, der Vorstand von Otto, geht auch weg in den Ruhestand, also der Vorstand des Otto-Fassandes.
Also da tut sich extrem viel. Trotzdem muss ich sagen, das Punkt... Und dazu kommt, dass wir am selben Tag, an dem diese Verabschiedung war, dann wir auch noch exklusiv geschrieben haben, dass Otto, die ja schon im vergangenen Jahr 500 Stellen abgebaut haben, jetzt noch einmal 458 Vollzeitstellen in Hamburg abbauen wollen.
In Hamburg arbeiten 4.300 Beschäftigte. Also das sind schon ziemliche Einschnitte und man hörte das da auch in den Gesprächen, dass natürlich auch der Online-Handel war verwöhnt durch die Zeiten der Pandemie. Das ist natürlich jetzt nicht mehr so. Da wird es auch hart und die haben natürlich nach wie vor relativ geringe Margen und sind da am Kämpfen. einerseits.
Andererseits, und das fand ich interessant, und das strahlen eigentlich auch jetzt die neuen Akteure, insbesondere Benjamin und Janine Lin Otto aus. Die Stimmung bei Otto, die Atmosphäre da, war wirklich so, dass ich dachte, okay, hier hätte ich auch Bock zu arbeiten. Also unglaublich freundlich, sehr nicht mehr so wie, also alle duzen sich, der Einzige, der nicht geduzt wird, ist natürlich der Seniorchef.
Michael Otto, da traute sich Alexander Berken, der frühere CEO-Chef, der war der Einzige, der in seiner Rede sagte, Michael und sie, also das Hamburger Du, was ist das Hamburger Du, Michael und sie, für alle anderen ist das der Otto, aber sonst dutzten die sich sehr, angenehme Atmosphäre und trotz dieser Stellenstreichung, die jetzt kommen und die ja auch möglichst.
Sagen wir mal, sozial verträglich sein sollen, also ohne betriebsbedingte Kündigung. Aber das fand ich schon eindrucksvoll und hatte da das Gefühl, ja, die haben jetzt was vor sich, aber die wissen, was sie tun. Und wenn dann Mitte des Jahres die Geschäftszahlen bekannt gegeben werden, werden die so schlecht nicht sein.
Aber was ich echt interessant finde, wie sich auch durch Thomas Vogt so ein bisschen die Kultur in diesem Haus gewandelt hat. Also es ist schon, das ist, glaube ich, ein cooler Arbeitgeber. Ich glaube, die Wahrnehmung ist ein bisschen unterschiedlich, ob man jetzt als Gast bei dieser quasi Staffelübergabe ist oder ob man außen als Zeitunglesermann, oh, bei Otto werden schon wieder gut 500 quasi Stellen wegfallen, wenn man jetzt quasi nicht die Vollzeitstellen sieht.
Dann gibt es einige, die sagen, wie kann das denn sein bei Otto, dem Vorzeigeunternehmer. Und ich finde, das ist von daher interessant, weil wir hier sehen, wohin unsere globalisierte Wirtschaft führt. Wir haben hier gerade einen massiven Auftritt der chinesischen Internetanbieter. Ob sie Temu, ob sie Shein oder wie sie alle heißen.
Und wir haben, und das sage ich als Liberaler, viel zu wenig geschaut, dass wir diese Märkte kontrollieren. Denn es kann nicht sein, dass man auf der einen Seite europäische Unternehmen, und dazu zählt ja Otto, als einer der ganz wenigen Anbieter, die müssen konkurrieren mit den Amazons und den Chinesen, dass man die europäischen Unternehmen mit immer mehr bürokratischen Lasten belegt, während die anderen quasi zum Nulltarif in diese Märkte drängen und ja Otto und Co. Konkurrenz machen.
Und ich finde, diese neuerliche Sparrunde bei Otto zeigt zweierlei. Wir müssen stärker regulieren, wir müssen eine faire Stabilität. Also wir müssen mehr Fairness auf den Märkten erreichen und wir als Kunden müssen auch überlegen, wo wollen wir nicht kaufen? Bei denen, die also quasi nur das Geld in China schaffen und teilweise unter erbärmlichen Bedingungen produzieren oder wollen wir auch ein Unternehmen stützen, was halt für Hamburg viel macht.
Und da können die Hamburger sich mal in die eigene Nase fassen, wo sie bestellen. Das war jetzt eine Lanze, die ich für Otto gebrochen habe, aber ich finde, das müssen wir als Ökonomen und Hamburger auch mal betrachten. Sehr guter Punkt. Haken hinter. Thema Nummer drei. Wir haben vor zwei, drei Wochen über einen Immobilienskandal in Hamburg an dieser Stelle gesprochen.
Kurz gesagt, da gab es, da wurden Wohnungen gebaut. Es wurde versprochen, Wohnungen zu bauen. Dafür wurde Geld eingesammelt. Einerseits bei bekannten Hamburgern über ein Family Office. Und diesen Hamburgern wurde versprochen, dass sie für ihren Einsatz 10% Rendite bekommen. Das haben sie wohl auch bekommen. Und andererseits wurde Geld eingesammelt bei denen, die diese Wohnungen kaufen wollten oder Häuser, die dann aber teilweise in die Röhre geguckt haben und viel Geld verloren haben. Das war die Geschichte.
Und diese Geschichte hat für Aufsehen gesorgt, auch vor Gericht. Als jetzt ein Prozess war in dieser Angelegenheit, zumindest in Teilen dieser Angelegenheit, wurden unsere Reporter extra nochmal angerufen und es wurde gebeten, dass sie doch bitte da hinkommen. Und interessant war, hier ging es um einen Prozess, in dem Geld eingesammelt wurde von der Plattform Exporo, das kann man so sagen, weil die da offen genannt wurde, von Kleinanlegern, die dann mindestens 500 Euro bis dann eben höher fünfstellige Summen gegeben haben.
Aber dieses Projekt hat es nie gegeben. Und siehe da, der Richter hat relativ eindeutig gesagt, was passieren würde, wenn man sich nicht einigen würde im Vorherein. Und dann hat es einen Vergleich gegeben mit einer Geschwindigkeit, wie ich ihn selten erlebt habe. Und mit einem Zugeständnis auch. Denn 80 Prozent des Geldes, das die kleinen Liga verloren haben, bekommen sie von Exporo zurück.
Ohne dass es überhaupt zu einem Prozess gekommen ist. wäre. Und das werten jetzt viele Experten, wäre es jetzt eine Muster Feststellungsklage, viele Experten werten das als sehr, sehr gutes Zeichen für all die anderen Fälle, die wir da aufgedeckt haben. Und jetzt ist natürlich die Frage, wo ist denn dieses Geld denn, die Frage bleibt im Raum, wo ist das Geld denn hin?
Also, weil die Menschen haben ja Geld bezahlt und offensichtlich hat Exporo dieses Geld nicht bekommen oder doch bekommen, das weiß ich nicht. Eine Expo ist ja nur die Plattform, auf der das Geld eingeworben wurde. Und die hat es natürlich dann weitergeleitet an quasi das Unternehmen, das Family Office, was diese quasi Luftbaustellen betrieben hat.
Und damit stellst du dich genau die richtige Frage. Also da gibt es ja den alten bösen Satz. Ich glaube, ich habe Ihnen auch schon gesagt, das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders. Und das gilt natürlich bei solchen Immobilienprojekten erst recht. Also man kann, glaube ich, Kleininvestoren, die jetzt in ein neues Produkt investieren, Den kann man erklärlich machen, okay, wir haben das Geld genommen, haben es produziert, das neue Produkt.
Leider liegt es jetzt hier in der Halle XY und keiner will es kaufen. Bei einem Immobiliengeschäft fällt das etwas schwerer, die Frage zu stellen, wo ist eigentlich das Geld geblieben, denn das Geld ist ja gesammelt worden, etwas zu bauen und wenn man dann auf die Baustelle guckt, das ist ja hier auch Timmermansweg da am Stadtpark, dann ist da halt gar nichts.
Und da gibt es schon einige Fragen, die natürlich gerade dann auch dieses Family Office beantworten muss. Was denn da irgendwie mit dem Geld passiert ist? Wurden damit vielleicht wie beim Pyramidenspiel nur die ersten Investoren ausgezahlt, damit man denen die üppigen Zinsen auch zahlen konnte? Oder was ist da passiert? Und das ist natürlich eine Frage, die jetzt in den kommenden Wochen zu analysieren sein wird.
Fakt ist aber genau, wie du gesagt hast, dass natürlich die, die da, ich sag jetzt mal zugespitzt, übers Ohr gehauen wurden. Nach diesem Urteil jetzt gegen Exporo sicher etwas mehr Hoffnung haben, dass sie noch was von ihrem Geld wiedersehen. Und das Interessante ist ja auch, dass nachdem am Anfang ja so ein bisschen Ruhe war und auch einige gesagt haben, na, da hat das Abendblatt sich ja vielleicht ein bisschen, ist es übers Ziel hinaus geschossen.
Jetzt melden sich bei uns auch übrigens auch bekannte Hamburgerinnen und Hamburger, denen Ähnliches passiert ist, in einer ähnlichen Konstellation. Und es wollen auf einmal auch viel mehr Leute über diesen Fall sprechen, als bisher auch offen darüber sprechen. Insofern glaube ich, werden wir auch darüber noch viel reden müssen.
Da ist sozusagen, du hast es gerade gesagt, wie bei einer Pyramide, ist wie so ein Dominostein. Und ich glaube, der erste Dominostein, der umgefallen ist, war sicherlich die Berichterstattung vom Abendblatt. Aber der zweite, und der hat jetzt die Kette in Gang gesetzt, ist, glaube ich, dieses Gerichtsurteil, diese Einigung, die so eindeutig war.
Dass da, glaube ich, in den nächsten Wochen sehr viel passieren wird. Und wir bleiben natürlich dran. Soweit erst mal Haken hinter. Thema Nummer vier. Der Bundespräsident ist im Moment Frank-Walter Steinmeier, aber nur noch bis zum März nächsten Jahres. Und Ende Januar soll dann eine Frau zur Bundespräsidentin gewählt werden. Da sind sich alle einig.
Und dann sprach ich diese Woche mit dem lieben Kollegen Christoph Schwennecke aus der Chefredaktion von T-Online, früher Süddeutsche, früher Spiegel, sehr gut vernetzt und fragte ihn, wer denn die besten Chancen hätte. Und er sagte folgenden Satz, lieber Lars, diese Sache ist entschieden, es wird Karin Prien.
Und ich bin gleich auf deine Meinung gespannt, nur für die, die Karin Prien nicht kennen. Karin Prien begann eigentlich ihre politische Karriere in Hamburg. Sie ist Hamburgerin in der CDU und sie hätte, glaube ich, damals durchaus Interesse gehabt zu kandidieren als Bürgermeisterkandidatin. Aber so richtig, verbessere mich da mal, wenn ich quatsche, so richtig wollte sie hier keiner.
Ja, das ist nicht ganz verkehrt. Sie drangen, ich sage es mal so, sie drangen aber auch nicht so richtig durch. Das war natürlich auch die Zeit, sage ich mal, erst mal war ja Ole von Beust der gesetzte Bürgermeister. Und als klar war er, tritt zurück, da hat dann so ein altes Old-Boys-Netzwerk gegriffen, die sich dann quasi die Jobs gegenseitig zugeschustert haben.
Und dann kam ja eigentlich ihre zweite Karriere, die eigentlich, muss man sagen, ihre erste war, als sie dann von Daniel Günther entdeckt worden ist und plötzlich nach Schleswig-Holstein weggelubt wurde und da ja einen so offenbar überzeugenden Job machte, dass sie inzwischen auch Bundesministerin ist.
Aber für alle Bundesbildungsministerinnen, jetzt kommt das Aber gleich. Ich sage dir, ich ahne dein Aber, ich sage mal kurz, warum Christoph Schwennecke? Ich sagte dann zu Christoph Schwennecke, naja, aber Frau Prien war ja nie die allerbeste Freundin von Friedrich Merz. Da sagt er, das hat sich geändert, sie sei eine Merzianerin geworden und sie hätte deshalb gute Chancen, weil sie eben halt nicht CDU-CDU sei, sondern in der CDU eher zu den Mitte-Links-Leuten gehöre und deshalb gegenüber Grünen und SPD besser vermittelbar sei als beispielsweise Ilse Aigner oder Julia Glöckner.
Und deshalb sagt er, alles was er hört, läuft es auf Karin Prien hinaus. Was mich für sie sehr freuen würde und ich finde eine sehr, also ich kann sie mir als Bundespräsidentin gerade noch nicht vorstellen, aber ich finde eine sehr sympathische, sehr engagierte, sehr aktive, sehr, also jemand, den man gut um sich haben kann und dem man gern zuhört.
Aber jetzt kommt dein Aber. Also erstmal fließt noch eine Menge Wasser die Elbe runter. Also da hat man schon viele Kandidaten quasi als quasi Favoriten in die Wahl reingehen sehen und nachher kamen sie dann wieder als Kandidaten raus. Ich denke mir, dass da noch längst nicht die letzte Messe gelesen ist.
Der Punkt ist ja, Karin Prien steht schon für eine Union, die sehr liberal ist, die, sage ich mal, Günther-Union. Und das ist auch etwas, was, auch wenn er, wenn sie sich mit Friedrich Merz inzwischen besser versteht, etwas, was sich Friedrich Merz gut überlegen will, ob eine Kritikerin im Bundespräsidialamt sitzen haben möchte. Das wird er sich ganz genau überlegen.
Das beste Argument derzeit ist, dass ich auch keine andere oder nicht ich, sondern auch die anderen, keine klare Kandidatin sonst sehen. Ilse Aigner wird es sicher nicht. Das wird Markus Söder verhindern, weil dem ist auch klar, wenn eine CSU-Kandidatin Bundespräsidentin wird, dann kann es nie mehr einen CSU-Bundeskanzler geben. Das wäre natürlich der Södersche Albtraum.
Und Frau Klöckner sehe ich auch nicht, weil die nun wirklich das nicht mitbringt, was natürlich Karin Prien hat, dass sie auch mit Roten und Grünen zusammen agieren kann. Aber du darfst eins ja auch nicht übersehen. So eine Person wie Gauck hatten auch lange viele nicht auf der Uhr und er wurde dann ein sehr, sehr guter Bundespräsident.
Und insofern gibt es immer noch die Chance, dass sich SPD, Grüne und CDU, gerade wenn sie sich nicht einigen können, auf eine Parteikandidatin, auf eine überparteiliche Kandidatin einigen, von der wir heute noch gar nicht wissen, dass sie... Ich weiß nicht, ob der Kollege Schwennecke wetten möchte. Ich würde auf jeden Fall dagegen halten. Gerade auch, weil er sich heute schon so sicher ist.
Ich biete Ihnen diese Wette gern an. Haken hinter. Wir kommen zum Sport, zum HSV. Der HSV, interessant, diese Woche konnte man die Führungsspitze des HSV gleich dreimal erleben. Am Montag beim Neujahrsempfang des HSV in der Kunsthalle mit einer brillanten Rede von Erik Hubert, dem verbliebenen Vorstand.
Am Dienstag bei der Ehrung der Hamburger Sportlerinnen und Sportler des Jahres, wo der HSV mit zwei Mannschaften gewonnen hat und am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung. Und mir ist schon am Montag etwas aufgefallen, was sich am Mittwoch wiederholte. Normalerweise bei diesem Neuersempfang, da redet dann natürlich der Vorstand und dann vielleicht auch der Trainer.
Oder nur der Vorstand. Und Erik Huber holte sowohl am Montag als auch am Mittwoch Klaus Koster auf die Bühne. Das ist der Direktor Profifußball. Das ist letztendlich derjenige, der dafür gesorgt hat, dass all die schönen Spieler, mit denen der HSV aktuell heute Abend gegen Mainz, wissen wir noch nicht das Ergebnis, ganz gut dasteht, geholt hat.
Und auch der hatte zwei sehr souveräne Auftritte. Und dann sah ich rüber zu den Aufsichtsratenmitgliedern, die auch da saßen. Und habe so gedacht, guck mal, guck mal, guck mal. Und würde mich heute auch wettenmäßig festlegen, dass der HSV zwar sich vielleicht noch Leute anguckt, die von außen in den Klub kommen könnten als Nachfolger von Stefan Kunz, am Ende aber eine interne Lösung finden wird, weil er einfach so viele gute Leute da hat.
Der Hoover ist wirklich genau das, was der HSV braucht, mit seiner sehr sympathischen, sehr hanseatischen Art, mit diesem Fokus gar nicht so sehr auf den Sport, sondern mehr, wir als Hamburger SV wollen werden, wie die Hamburger Kunsthalle, wie die Hamburger Sparkasse, wie das Hamburger Abendblatt. Also so ein verlässliches Stück Hamburg, ohne Skandale, ohne irgendwelche Aufgeregtheiten, wirtschaftlich solide und so.
Und der Costa bringt alles mit, um notfalls, wenn man das möchte, auch Sportvorstand zu werden. Aber was ich damit sagen will, der HSV würde sich keinen Gefallen tun, jemanden von außen reinzuholen, weil das Team, so wie es ist, wunderbar funktioniert und der von außen. Würde so eine Unruhe und Unordnung reinbringen, das braucht man gar nicht.
Man kann sich jetzt sozusagen aus sich heraus erneuern. Und deshalb lege ich mich hier und heute fest, der Nachfolger des HSV ist schon gefunden. Er ist auch schon da beim HSV für Stefan Kunz. Ob er jetzt in die gleiche Funktion kommt und wenn er nachrückt, ist die zweite Frage. Aber der HSV wäre gut beraten, es alles so zu lassen. Und das war ja auch ein Wink, glaube ich.
Von Erik Huwer. Ein Wink, dass man sagt, Leute, es ist alles da. Man kann vielleicht sogar Geld sparen. Man braucht das Geld für den Vorstand Sport vielleicht gar nicht auszugeben. Ja, ich weiß ja nicht. Also ich glaube, einen Fehler darf man nicht machen. Das ist im Augenblick aus der derzeit ja wirklich glücklichen Situation.
Tabellenplatz 9. Der Abstieg scheint schon fast unmöglich. Die Stimmung ist gut. Die Fans sind zufrieden. Daraus abzuleiten, dass alles super ist. Diese Selbstzufriedenheit ist ja auf der erste Schritt in die Krise. Und da muss man, glaube ich, gucken, dass man nicht aus dieser rosaroten Brille derzeit alle Dinge betrachtet.
Ich bin kein HSV-Experte und wenn ich einer wäre, würde ich sicher nicht auf den Iken hören, was der mir zu empfehlen hat. Derzeit ist alles super, aber man muss halt gucken, ob man genau so auf die ganze Aufstellung schauen würde, wenn der HSV acht Punkte weniger hätte. Und ich glaube, dann wäre der Ruf ganz anders. Da würde man sagen, wir brauchen jetzt dringend wieder einen Nachfolger für Kunst.
Wir brauchen eine neue Aufstellung im Vorstand. Und am Ende des Tages sind die Unterschiede im Fußball manchmal einfach auch Glück und Pech. Also ich warne davor, so ein Goldilocks-Szenario, wie es gerade ist. Vorzuschreiben in den nächsten Jahren. Das kann auch schief gehen. Also man weiß ja nie, was in den nächsten Jahren passiert. Mir geht es aber darum, dass man jetzt eine Aufstellung gefunden hat, die jetzt auch jenseits vom Fußball, also die Rolle des HSV, die Haltung des HSV, Die wirtschaftliche Solidität des HSV.
Das ist halt alles wirklich so, wie es lange nicht war. Und dazu kommt, dass wer diesen Erik Huwer erlebt, der ja so ein bisschen immer im Schatten erst von Jonas Bolt und dann von Stefan Kunst stand, aus meiner Sicht zu Unrecht, jemanden erlebt, der genau auch das, also auch menschlich genau das hat, was der HSV braucht.
Das ist wirklich einer, ich glaube, der hat fast jeden, der da kam, umarmt. Und jeden sehr freundlich, so eine unglaubliche Leidenschaft und Herzlichkeit und das ist ja das, was dem HSV irgendwie abgegangen ist. Also, ich sage nur, was ich glaube und ich glaube auch, dass das alles diese Woche bewusst so inszeniert war und du hast natürlich trotzdem recht, verlierst du drei Spiele in Folge, hast du eine ganz andere Diskussion wieder ab. Das ist ja in jedem Fußballverein so.
Womit wir dann zum Ende kommen und du uns einmal erklären musst, Matthias, weil das war diese Woche eine Geschichte, die auch für viel Aufsehen gesorgt hat und sie kam erstmal so ganz komisch daher. Die Gegengrade beim FC St. Pauli. Da gibt es offensichtlich Ärger und du weißt es am besten, weil du stehst da drauf, oder?
Ich gehe da drauf, ja. Alle zwei Wochen. Naja, das ist natürlich etwas, was es auch in jedem Stadion gibt. Auch da würde ich wieder gucken, würden wir diese Debatte führen, wenn wir jetzt acht Punkte mehr hätten? Wahrscheinlich auch nicht. Im Augenblick muss man ein bisschen schauen, dass man nicht statt der rosaroten da die tiefschwarze Brille und alles negativ sieht.
Aber natürlich haben die Kollegen recht, die haben so ein bisschen wahrgenommen, dass es auf der Gegengerade, wir haben ja auch schon mal hier drüber gesprochen, ein bisschen rumort. Da kommt das eine zum anderen. Und das hat natürlich auch mit den bescheidenen Fußballergebnissen zu tun. Aber was die Leute derzeit umtreibt, ist, lange wurde gemeckert, wir kommen nicht rein ins Stadion, ihr macht viel zu spät auf, Riesenschlangen, bis wir dann drin sind. ist es schon fast irgendwie kurz vor Anpfiff.
Jetzt wird früher aufgemacht mit dem Ergebnis, dass die Leute halt sehr, sehr früh da sind und ihre Plätze belegen. Denn die meisten oder eigentlich alle die, die ich kenne, haben feste Plätze. Die wollen da stehen, wo sie immer stehen, was natürlich ein bisschen widersinnig ist, weil es gibt keine festen Plätze.
Aber das kann man natürlich den Leuten auch uns nicht sagen, weil wir sagen auch, wir stehen hier immer. Und zwar seit Eröffnung der Gegengrade, also seit mindestens einem Jahrzehnt. Da kommt dann so ein bisschen Thermik manchmal rein, wobei ich auch sagen muss, ich habe da noch nie erlebt, dass es irgendwie da zum Streit kam.
Dann trollt man sich halt, weil die meisten akzeptieren das auch oder man rückt ein bisschen zusammen. Das ist nicht das Hauptproblem, aber es kommt halt eins zum anderen derzeit. Das ist immer noch die Entscheidung über die Hymne, die nicht mehr gespielt wird. Das ist das fußballerische Auftreten. Das ist auch ein nicht geklärter Grundkonflikt zwischen den Ultras, die halt permanent singen und der Gegengrade, die nur singt, wenn sie meint, das ist auch berechtigt.
Jetzt braucht der Verein oder braucht die Mannschaft den Rückhalt. Da gibt es viele, viele Fragen und die kumulieren derzeit durch die sportliche Lage. und ich prognostiziere auch, dass das eher noch mehr wird. Wenn der Zahnpauli absteigt. Dieses Endspiel, ich nenne es mal Endspiel am Sonntag, wird wahrscheinlich schon die Richtung vorgeben.
Wenn du gewinnst, bist du nicht gerettet. Aber wenn du das verlierst, dann wird es verdammt schwer. Aber sag mal, das heißt mit anderen Worten, da ist so ein Spiel, nehmen wir mal an, um 15.30 Uhr und dann stehst du da ab 13 Uhr, um deinen Platz zu verteidigen. Und bei 30.30 kommst du rein, du stehst ab 13.45 Uhr, ja. Ernsthaft? Ja.
Aber wenn alle, das ist doch immer, es ist nicht immer ausverkauft, wenn alle ihre gleichen Plätze haben wollen, dann dürfte es doch eigentlich gar keine Probleme geben. Naja, ein bisschen Mischung ist ja dann doch mal drin und dann kommt irgendjemand mal mit jemand anders und sagt, komm, heute stellen wir uns mal da hin oder dann regnet es.
Dann wollen die Leute tendenziell ein bisschen geschützter stehen. Also es gibt immer schon ein paar Gründe, warum es anders läuft und du musst natürlich auch sehen, das hat ja auch der FC St. Pauli kommuniziert, du hast halt deutlich mehr Fans, die ins Stadion gehen. Es war zwar immer ausverkauft, aber es war nicht immer jeder Fan da.
Und jetzt ist es so, zumindest auch wahrscheinlich wieder gegen Bremen, dass natürlich jeder, der eine Karte hat, ins Stadion gehen wird. Und deshalb hast du automatisch mehr Gedränge und mehr Gedränge. Und ja, damit muss man dann leben. Aber wie gesagt, das ist jetzt auch das Hauptproblem des FC St. Pauli.
Wunderbar. Ich wünsche dir dann viel Glück. Es soll ja an diesem Sonntag wärmer werden. Blicken wir noch einmal, weil das ja gewünscht ist, auf die nächste Woche voraus. Da ist wieder einiges los. Ich freue mich sehr. Weißt du, wen ich nächste Woche treffe zu einem Podcast in meiner schönen Reihe Entscheider treffen Heide?
Ja, ich weiß. Soll ich es verraten? Christian Lindner. Genau. Christian Lindner, da bin ich sehr gespannt und ich habe mit ihm so ein bisschen Kontakt gehabt und staune schon bei dem, was er mir geschrieben hat. Ich habe das Gefühl, der sieht auch anders aus. Ich habe das Gefühl, vielleicht ist es ein ganz anderer Mensch.
Bisher war es ja immer so bei den Gesprächen, dass er reinkam, dann sehr umgänglich war, also sowieso ein umgänglicher Typ, ein freundlicher Mensch. Und dann aber kurz bevor das Mikrofon anging, grinste und sagte, jetzt schalte ich den Politiker an, dann schaltet er ihn an und wenn es vorbei war, schaltet er ihn ab und dann ich bin gespannt, ob das immer noch so ist und das ist so eine Sache, auf die ich mich in der nächsten Woche auf jeden Fall schon mal sehr freue. Was hast du?
Gibt es schon was? Dienstag den Bürgermeister, mein Freundschafts was wird aus Hamburg, jetzt kommt er und ich bin gespannt, was er so an Strategien für seine Stadt aufzeigen wird. Dann haben wir jetzt auf jeden Fall auch schon mal zwei Themen, über die wir in der nächsten Woche sprechen werden. Wünschen allen HSV und St. Pauli-Fans und allen Hamburg-Fans ein wunderschönes Wochenende. Der Winter, das kann man glaube ich sagen, ist vorbei.
Der Winter soll vorbei sein. Mal sehen, ob er nochmal zurückkehrt. Ich bin erst im März mir einigermaßen sicher, dass er vorbei ist. Man weiß es nicht. Vielen Dank fürs Zuhören. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.