
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 47
Wird das neue HSV-Stadion so teuer wie die Elbphilharmonie?
Freitag, 13. März 2026 · 36 min
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Shownotes
Sportsenator Andy Grote verspricht den HSV-Fans das beste Stadion Deutschlands – doch wer trägt die Rechnung? Matthias Iken und Lars Haider vergleichen die Pläne mit internationalen Vorbildern wie Tottenham und Madrid und stellen die Preisfrage. Außerdem im Check: Das Finanzierungskonzept für Olympia, der Spagat der Uni Hamburg zwischen Exzellenz und Sparzwang sowie die wachsende Ratlosigkeit innerhalb der Hamburger SPD.
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Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und ich freue mich sehr, dass mein lieber Kollege Matthias Icken wohlbehalten aus dem Urlaub, der nicht in Dubai war, lieber Matthias, zurückgekommen ist. Jetzt kannst du wieder was sagen. Das ist jetzt ein Podcast. Moin, moin. Also, nicht ganz im Modus der Wiederankunft. Hattest du einen schönen Urlaub? Ja.
Das Wetter war zwar kaum besser als hier, aber so ist das halt, wenn man in den Süden fliegt. Ja, das heißt aber, nee, aber es war schon über 20 Grad? Nein. Nein. Wo warst du denn? Wir waren in Chene Riffa und da waren es so wie hier 17, 18 Grad. Oha, ja, das tut mir leid. Hier war es eher kalt und dafür war es hier eher warm. So kann das gehen.
Deshalb nächstes Mal genau gucken, ob man wirklich verreisen muss. Sehr gut. Also es ist immer schön, wenn du da bist, dann können wir diesen wunderbaren Podcast machen. Wobei nochmal Dank an Christoph Rebatschek mit seiner Blogbilanz in der vergangenen Woche, das war auch hochinteressant. Und diese Woche, ja, wir werden auch gleich noch über das Thema Blog sprechen, aber eher so in der Mitte dieses Podcasts.
Ich erzähle mal, was wir heute vorhaben. Es geht um die großen Themen, die Hamburg im Moment tatsächlich bewegen. Zum einen geht es um die Olympischen Spiele. Da ist in der vergangenen Woche die Finanzierung vorgestellt worden. Und man könnte denken, wenn man sich die Finanzierung anguckt, alles in Ordnung.
Da muss ja jetzt jeder Hamburger und jede Hamburgerin zustimmen dazu, dass Hamburg sich um Olympische Spiele bewirbt. Aber ich kann sagen, aus eigener Erfahrung, das ist leider nicht der Fall. Darüber sprechen wir in Thema Nummer 1. Und Thema Nummer 2 hat direkt damit zu tun, da geht es nämlich um die Ankündigung des Hamburger Sportsenators an die Grote, die uns alle so ein bisschen überrascht hat.
Nicht, weil er gesagt hat, dass der Hamburger Sportverein ein neues Volksparkstadion bekommt. Das war relativ klar. Sondern er hat gesagt, dieses Stadion wird das beste Stadion Deutschlands. Und wenn man das beste Stadion Deutschlands bauen will, dann guckt man mal, was hat denn bisher Stadion in Deutschland oder vergleichbare gekostet.
Und stellt fest, kann es sein, dass Hamburg ein Stadion plant, das am Ende mehr kostet als die Elbphilharmonie? Darüber sprechen wir im Themenblock Nummer zwei. Thema Nummer drei. Die Hamburger Universität hat diese Woche Grund zur Freude gehabt. Sie bleibt Exzellenz-Uni, verteidigt ihren Titel, den sie vor sieben Jahren erreicht hat, für weitere sieben Jahre.
Das Problem ist nur, was nützt dieser Titel, wenn man gleichzeitig richtig viel Geld sparen muss? Und na klar, Thema Nummer drei. Vier, wir sprechen über den Block-Prozess, wo diese Woche zwei Polizistinnen ausgesagt haben, was insofern ganz interessant war, weil ursprünglich diese Polizistinnen offensichtlich den Eindruck hatten, dass nach der Entführung der Block-Kinder auch Christina Block in Gefahr sein könnte.
Und wenn dann am Ende noch Zeit bleibt und die bleibt, Thema Nummer 5, sprechen wir in einem SPD-geführten Bundesland, in einem Bundesland, in dem die SPD seit Jahrzehnten die mächtige, die beherrschende Kraft ist über die Zukunft der SPD und ob sie überhaupt eine hat. Matthias, bist du soweit einverstanden? Ich bin einverstanden.
Leg los. Legen wir los. Olympia. Also, das muss man wissen, am 24. April werden die Briefwahlunterlagen verschickt, in denen es darum geht, dass die Hamburger und Hamburger sagen sollen, sind sie für oder gegen Olympia und am 31. Mai ist dann sozusagen die Abstimmung, letzter Tag der Abstimmung und dann müsste Hamburg mindestens 50 Prozent Zustimmung haben, damit diese ganze Kampagne überhaupt weitergeht.
Das ist wichtig zu wissen, ist es unter 50 Prozent, hat sich das Thema Olympia, ich glaube, dann ein für alle Mal für Hamburg erledigt. Und Hamburg, der Senat, hat diese Woche das Finanzkonzept vorgestellt und hat Folgendes versprochen. Die Durchführung Olympischer Spiele wird in Hamburg in den Jahren 2036 oder 2040 oder 2044 4,8 Milliarden Euro kosten.
Und man erhofft sich Einnahmen von 4,9 Milliarden Euro. Das wäre ein Überschuss von 100 Millionen Euro. Und das heißt, dieser Überschuss käme dann im Nachhinein dem Breiten- und Freizeitsport zugute. Könnte man also viel Geld für Hamburgs Vereine erwirtschaften. Wenn man das vergleicht, habe ich es mir nochmal angeguckt, in Paris sind tatsächlich 76 Millionen Euro übrig geblieben.
Das ist anscheinend gar nicht so unwahrscheinlich. Das klingt eben erstmal ganz gut. Dann hat die Stadt noch was gesagt über die Investitionen, das sollen 1,3 Milliarden Euro sein. Rechnet man das Ganze zusammen, kommt man, Matthias, du bist besser als ich, auf 6,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich, 2015 hat Hamburg für alles 7,4 Milliarden Euro veranschlagt.
Das klingt ganz vernünftig und trotzdem haben wir in dieser Woche alle Leserbriefe, die ich dazu gesehen habe und Hörerbriefe, die ich dazu gesehen habe, waren alles schön und gut, so kommt das sowieso nicht. Am Ende wird das ein Desaster, es wird finanziell ein Riesenproblem, deshalb stimme ich mit Nein.
Ich habe keine einzige Zuschrift, keine einzige Reaktion bisher gefunden, wo jemand sagt, das hat mich überzeugt, wunderbar, so machen wir das. Also ist dieses Finanzkonzept. Hilft dann der Bewerbung am Ende doch nicht? Naja, es ist natürlich, muss man sagen, es ist jetzt eine Dauerberieselung mit Argumenten für Olympia.
Und man hat aus der Bewerbung, die ja knapp gescheitert ist, von 2015 gelernt und versucht, die größten Kritikpunkte so nach und nach abzuräumen. Und die Finanzen waren natürlich der größte Kritikpunkt. Und da muss man sagen, das ist auch anders als damals. Damals erinnern wir uns daran, kurz vor der Abstimmung hat Herr Schäuble in der Talkshow gesessen und das mal eben quasi nonchalant abgeräumt, was Hamburg und Olaf Scholz sich da überlegt hatten und deutlich gemacht, nein, das Geld kommt nicht aus Berlin.
Und das hat natürlich, muss man sagen, viele Wählerinnen und Wähler verunsichert. Jetzt will man deutlich machen, dieses Mal ist alles anders, die Kosten sich nur deutlich niedriger, sondern da soll am Ende sogar ein Gewinn rauskommen. Aber das weiß jeder, der ein bisschen mit Zahlen und Statistiken arbeitet.
Man kann die Zahlen natürlich auch so drehen, dass am Ende immer ein Überschuss überbleibt. Und das ist hier, glaube ich, auch Erfolg. Denn zum Beispiel das Stadion, über das wir noch reden werden, ja gar nicht Teil dieser Investitionssummen sind, die da irgendwie auftauchen. Trotzdem hat mich überrascht, mit welcher Vehemenz diese Reaktion ist, dass sich da gar nichts tut.
Wir erinnern uns an... Aber ich glaube, wer schreibt, jemand, der olympische Spiele gut findet und für die Bewerbung ist. Der hat weniger Bedürfnis, sich zu melden, seine Kritik loszuwerden, als jemand, der dagegen ist. Also wir sollten uns davon auch nicht zu sehr beeinflussen und beeindrucken lassen.
Ich glaube schon, die Zahl der Neinsager ist groß, aber ihre Lautstärke ist noch größer und da sollten wir uns nicht ins Boxhorn jagen lassen. Ich staune ja auch darüber, wie ruhig die Olympiamacher bleiben. Wir haben gehört, dass man die Kampagne zu dieser Bürgerbefragung, die wie gesagt am 31. Mai endet, sechs Wochen vor diesem 31.
Mai machen möchte. Das heißt also irgendwann Mitte April. Ich frage mich aber, ob man tatsächlich in dieser Zeit eine Stimmung, die ich gerade nicht einordnen kann, so beeinflussen kann, dass man deutlich über 50 Prozent kommt. Das geht bei einer Landtagswahl, wie wir jetzt gesehen haben, da geht das vielleicht, weil so ein Grundrauschen da ist.
Und es gibt ganz viele Leute, die eine spezielle Einstellung haben. Ich frage mich nur, erstens, kommt das nicht am Ende doch zu spät? Und zweitens, man hat ja doch den Eindruck, dass bei den Sachen, die jetzt schon gemacht werden, zum Beispiel diese unglaublich schönen Bilder, die am Hamburger Himmel projiziert wurden über der Elbphilharmonie mit sporttreibenden Menschen, irgendwie, dass das zwei Wochen vorher irgendwie geplant wurde und dass dann niemand so richtig davon wusste, ich habe mit Leuten aus dem Hafen gesprochen, die drei Stunden vorher davon erfahren haben, Achtung bitte, jetzt die Autos da nicht abstellen, da passiert was.
Dass mir so ein bisschen Angst und Bange wird, kannst du mir diese Angst nehmen, also ist in Wahrheit, kommt da ein Feuerwerk in diesen sechs Wochen und hinterher, hast du in Hamburg eine Zustimmung von 60 Prozent? Nein, das glaube ich nicht. Also erstmal, wir haben einen großen Vorteil bei dieser Wahl, Ist halt Briefwahl noch leichter und da werden wahrscheinlich viele, die so ein bisschen dafür sind, sagen, okay, ich werde jetzt mal mit Ja stimmen.
Das ist, glaube ich, anders als 2015. Aber du hast schon viele Punkte völlig zu Recht genannt. Ja, diese tolle Drohnenshow mit wirklich beeindruckenden Bildern hatte ein ganz großes Manko. Es haben halt viele nicht gesehen. Viele haben nur die Fotos gesehen. Und der Eindruck hat sich verfestigt, das ist so eine Art Elitenprojekt.
Die treffen sich jetzt die Großkopferten in der Elbphilharmonie und gucken sich die Drohnen an und wir haben davon nichts mitbekommen. Das ist auf der einen Seite nachvollziehbar, weil es gab die Sorgen, dass da irgendwelche Störer diese tolle Show quasi zerlegen und beschädigen. Aber trotzdem, das Signal ist schwierig. Und noch ein Punkt, den du gerade gesagt hast, eine Kampagne für Olympia.
Olympia ist ja kein Schokoriegel. Und von daher finde ich also rein auf Werbung zu setzen, schwierig. Man muss die Menschen wirklich emotional packen. Man muss die Leute in den Sportvereinen mitnehmen. Man muss die Menschen, die Hamburg lieben, mitnehmen. Und ich glaube, da ist eine Kampagne, was sich Werber überlegen können, Nicht so allein zielführend, da müssen wir die Menschen anders begeistern.
Eigentlich so, wie es 2015 ja witzigerweise war, auch wenn dann am Ende die Abstimmung daneben ging. Da hatten wir ja viele begeisterte Hamburger. Ich denke da an diese Fackelaktion an der Binnenalster. Ich denke an die Olympischen Ringe im Stadtpark. Das wurde ja getragen von vielen. Und das müssen wir halt wieder schaffen.
Und das sehe ich derzeit nicht. Und da sind wir schon bei Thema Nummer zwei. Das eigentlich ganz gut darauf einzahlen könnte. Ich bin mal nicht sicher, ob es das wirklich tut. Das ist nämlich die Frage, was wird aus dem Volksparkstadion? Es hat zu Olympia letztendlich eine Informationsveranstaltung gegeben beim HSV, da war auch Andi Grote.
Da ging es aber natürlich vor allen Dingen um die Frage, was wird aus dem Volksparkstadion? Nochmal kurz umrissen, das Volksparkstadion, der noch gar nicht so alt, hat so eine Halbwertszeit von 25 Jahren. Dann müsste es entweder saniert werden oder neu gebaut werden. Das war für uns alle auch überraschend, weil die Sanierungskosten so hoch sind, sagt der HSV-Vorstand Erik Huber, wäre ein Neubau am Ende wirtschaftlich gesehen vernünftiger.
Und tatsächlich ist... Also auch da bin ich ja erstmal skeptisch. Das ist ja quasi auch eine Berufskrankheit. Aber diese Aussage, ein Stadion hält 25 Jahre. Was mich ein bisschen wundert ist, wir haben für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ein Dutzend Stadien WM fertig gemacht, darunter auch das Hamburger Stadion.
Und witzigerweise habe ich, vielleicht habe ich auch nicht richtig zugehört, aber weder aus Hannover noch aus München noch aus Dortmund noch aus Frankfurt noch aus Köln irgendwelche Ambitionen gehört, dass man das Stadion neu bauen muss. Warum ist denn das Hamburger Stadion dann offenbar irgendwie nach 25 Jahren schon Rott?
Ja, es gibt angeblich wohl Betonkrebs, wie das heißt, also schlecht verarbeiteten Beton. Das kann ich jetzt, ich bin kein Bausachverständiger, nicht prüfen. Aber ich glaube, in Wahrheit ist der Punkt, das Stadion, was wir haben, ist für die HSV-Begeistung, die wir sehen, zu klein. Und deshalb hat natürlich der Sportverein ein gerütteltes Maß Interesse daran, dass dieses Stadion größer und schöner gebaut wird.
Nur ob das der Steuerzahler machen muss, das ist dann die nächste Frage. Das ist übrigens ein sehr guter Punkt, wenn man nochmal guckt, dass die Allianz Arena in München, die ist ja tatsächlich 2005 fertig gebaut worden. Nach dieser Theorie, 25 Jahre hält so ein Stadion, müsste die 2030 neu gebaut werden.
Das wird, glaube ich, nicht passieren. Die wird auch nicht 2040 und auch nicht 2050 neu gebaut werden. Trotzdem gibt es jetzt die Zusage, und das ist interessant, die Zusage des Sportsenators, Andi Grote, Der nicht nur sagt, es kommt ein neues Stadion und zwar unabhängig davon, ob Hamburg sich Olympische Spiele bewerbt und den Zuschlag erhält.
Es kommt ein neues Stadion im Volkspark. Das wird nicht nur größer, sondern Andi Groth hat gesagt, das wird das beste Stadion Deutschlands und der Hamburger SV spielt da drin. Interessant, nebenbei hat er auch noch gesagt, was dann mit dem alten Volksparkstadion passiert, also es wird nicht da gebaut, wo das alte Volksparkstadion ist, sondern irgendwie daneben. Auf dem Parkplatz, genau.
Dann könnte es gar keinen Parkplatz mehr, wenn du zu Herbert Grünemeyer fährst. Was dann mit dem alten Volksparkstadion passiert, müsste der HSV sich überlegen, auch das ist ja interessant. Aber wenn ich das höre, und habe ich jetzt nochmal natürlich mal geguckt, was heißt das denn, wenn man das beste Stadion Deutschlands bauen möchte?
Dann ist man ja vielleicht auch dabei, dass man sagt, das beste Stadion Deutschlands. Deutschland ist ja im europäischen Vergleich eine hochentwickelte Nation, müsste dann ja auch eines der besten Stadien Europas sein. Das ist ja der Anspruch. Aktuell ist das beste Stadion Deutschlands, würde ich sagen, das modernste, die Allianz Arena.
Hat gekostet 340 Millionen Euro. Allerdings vor 20 Jahren. Also nehmen wir nur mal die normale Inflation drauf, sind wir da vielleicht eher schon bei 500 Millionen. Dann habe ich mal geguckt, aktuelle Neubauten, also Neubauten, die so in den vergangenen fünf, sechs Jahren so gemacht wurden oder geplant wurden.
Da haben wir zum Beispiel das von Tottenham, Tottenham Hotspots. Das passt ja ganz gut, weil ich glaube, da kommt doch, ist doch Herr Wester ausgeliehen, ist der Wuskowitsch nicht von denen ausgeliehen oder ist das Arsenal? Kriege ich durcheinander, egal. Das sollte mal 500 Millionen Euro kosten. Es kostete am Ende aber mehr als eine Milliarde. Das ist natürlich auch die Hausnummer, glaube ich. Ich glaube, das neue Stadion von Real Madrid.
1,17 Milliarden. Guck mal, kostete über eine Milliarde. Und da stelle ich mir auch schon ein bisschen die Frage, ob das Geld aus der Wand kommt, vom Himmelfeld, oder ob da vielleicht doch wieder irgendwie auch ein reicher Sponsor sich verewigen will. Also du hörst bei mir raus, es gibt eine gewisse Grundskeptis, denn eins darfst du ja auch nicht übersehen. Die fetten Jahre sind vorbei.
Wir haben in den letzten Jahren wunderbare, hohe Steuereinnahmen gehabt. Wir haben durch eine fatale Politik jetzt dieses Land wirklich, muss man sagen, in eine tiefe Krise reinregiert. Und deshalb werden wir in den nächsten Jahren immer weniger Steuereinnahmen, zumindest weniger Zuwachs sehen. Aber auf der anderen Seite erhöhte Ausgaben für Schuldendienst, für Verteidigung, wahrscheinlich auch für Soziales.
Und da wird sich die Frage stellen, wo soll denn das Geld herkommen? Also wer hat jetzt gerade eine Milliarde, wenn wir jetzt mal diese Zahlen nehmen, übrig für ein neues Stadion? Also ich will jetzt nicht die ganzen Olympia träumen, ich finde das ja selber eine gute, wegweisende und ermutige Idee für die Stadt, aber im Augenblick ist da viel Wunschdenken bei.
Und man muss sich das mal vorstellen, also wenn man diesen Anspruch hat, das beste Stadion Deutschlands zu bauen, dann ist man tatsächlich auf dem Niveau der Elbphilharmonie. Von den Kosten, wir erinnern uns, Kosten, Elbphilharmonie, geplant waren dann irgendwann, geplant sagen wir lieber nicht mehr, was da war, aber am Ende waren es 860 Millionen Euro.
Aber ja, irgendwo in der Größe zwischen 500 Millionen und einer Milliarde bewegt sich das dann. Wenn man auch ein Stadion bauen will, das hat ja Anik Rote auch gesagt, es soll größer werden, nicht nur also die Zuschauerkapazität. Aber das ist ja auch richtig, also wenn man wirklich baut, dann muss man einfach den Gegebenheiten sich anpassen und wir haben im Augenblick, also wie oft haben wir die Geschichte gemacht, wir werden 100.000 Karten für den HSV verkaufen können.
Da, finde ich, sollte man dann schon darauf reagieren. Hamburg ist die zweitgrößte Stadt, dann kann sie auch verdammt nochmal das zweitgrößte Stadion haben. Trotzdem fragt man sich natürlich, während für Olympia ein Finanzierungskonzept vorgestellt wurde, gab es das ja für das neue Stadion nicht. Die Frage ist ja, zahlt das jetzt die Stadt? Zahlt das der Verein?
Das Stadion soll dem HSV gehören, die Fans sollen beteiligt werden. Ich finde, da sind viele Fragen offen. Auch wenn da jemand kommt und dann sagt, wir bauen das beste Stadion Deutschlands. Und nochmal, egal ob Hamburg Olympia bekommt oder nicht, ist das halt eine Aussage, mit der er dann 500 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro verspricht.
Ja, wie gesagt, ich bin gespannt, wo das Geld herkommt, weil ich sehe in den nächsten Jahren wirklich eher schwere Zeiten auf uns zukommen. Und damit sind wir bei Thema Nummer drei, wo das Geld herkommt. Hamburg möchte ja nicht nur eine Kultur, eine Musikstadt sein, sondern auch eine Wissenschaftsmetropole.
Und da haben wir uns, glaube ich, alle gefreut, dass die Uni Hamburg jahrzehntelang ja sowas wie so ein Stiefkind in der deutschen Wissenschaftslandschaft ihren Exzellenztitel verteidigt hat. Das bedeutet, sie darf sich Exzellenz-Uni nennen und bekommt für die kommenden in den kommenden sieben Jahren aus Bundesmitteln 70 Millionen Euro extra.
Das ist total schön. Aber diese Nachricht kommt in einer Phase, wo diese Uni Einsparungen von 10% oder mehr vornehmen muss, wo es unter anderem darum geht, Studiengänge zu streichen oder Pflichtseminare nur begrenzt anzubieten. Und da ist natürlich die Frage, wie passt das eine mit dem anderen zusammen?
Also geht die Schere da wie in der Bevölkerung weiter auseinander? Es gibt einerseits die Exzellenzcluster, die Fachbereiche, die richtig viel Geld haben und richtig erfolgreich sind und auf der anderen Seite gibt es die, die sozusagen runtergewirtschaftet werden und Geld sparen müssen. Ich glaube, das eine geht halt in die Zukunft, das ist die Finanzplanung und da muss ich ganz ehrlich sagen, wundere ich mich schon.
Also ich bin jetzt auch nicht der Meinung, dass man für alles und jedes irgendwie Geld zur Verfügung stellen muss. Man muss sicher das knappe Gut vernünftig einsetzen, aber die Kürzungen haben mich schon überrascht, zumal sie auch Signale ins Land senden, die genau wie du sagst nicht zu der Botschaft passen, hier ist eine Exzellenzuniversität.
Und ich glaube, dass wir gerade an so einem Kipppunkt stehen. Wir haben noch profitiert von den quasi Anträgen der vergangenen Monate, der vergangenen Jahre, auch von der Arbeit. Da muss ich auch mal jetzt eine Politikerin ausdrücklich loben. Ich finde, dass Katharina Fegebank einen exzellenten Job auf dem Weg zur Exzellenzuniversität gemacht hat.
Also wir ernten jetzt, was wir gesät haben vor Jahren, aber wir säen jetzt nicht mehr. Und ich habe wirklich große Sorgen. Und da muss ich auch sagen, auch das ist am Ende eine Frage, die von den Köpfen her kommt, ob die neue Wissenschaftssenatorin wirklich... So erfolgreich in Zukunft bleiben kann und bleiben wird, wie das ihre Vorgängerin war.
Wenn ich mich an der Universität und in den Forschungseinrichtungen umhöre, höre ich da viel Zweifel. Nun sind die Schuhe auch groß, in die sie da reinschlüpfen muss, aber es ist natürlich kein guter Start, wenn plötzlich nach dieser riesenlangen Erfolgsgeschichte, wir haben ja wirklich in den vergangenen Jahren sehr, sehr viele positive Nachrichten von der Uni gehabt, Jetzt wieder über Kürzungen, über, ja, wir hatten ja diese dramatische Warnung auch des ASTAS, studiert nicht in Hamburg.
Das sind Botschaften, die sollte man nicht so oft in den Wissenschaftsstandort senden, dann kracht es. Vor allen Dingen, das ist ja das Verrückte, es passt ja gar nicht zusammen. Der ASTAR, also der allgemeine Studierendenausschuss, warnt überspitzt natürlich, studiert nicht in Hamburg. Wir sind natürlich immer ein bisschen radikal, aber trotz alledem, das hat man halt vor drei Jahren nicht gehört. Und das ist etwas, was ich schon irgendwie kritisch finde, wenn man plötzlich so ganz andere Botschaften hört.
Erst hat man das Gefühl, es läuft und plötzlich hat man das Gefühl, es läuft gar nicht mehr. Und das ist wirklich auch, ob Zufall oder nicht, wirklich auch mit der Übergabe dieses Ressorts von Senatoren zu Senatoren so ein bisschen erfolgt. Und dann kommt die Nachricht, Mensch, aber Exzellenz-Uni für weitere sieben Jahre und man hat natürlich jetzt die Sorge, dass wenn sozusagen Hamburg sich kaputt spart, auch dieser Titel dann in sieben Jahren nicht wieder verliehen wird.
Wir werden das beobachten. Beobachten tun wir auch natürlich Thema Nummer drei, den Blockprozess. Diese Woche interessant. Dieses Detail war mir nicht so bewusst. Zwei Polizisten haben ausgesagt und klar, als damals aus Dänemark die Nachricht von der Entführung der Blockkinder kam, musste ja die Hamburger Polizei zunächst einmal davon ausgehen, dass vielleicht auch eine Gefahr für Leib und Leben von Christina Block schrägstrich Eugenblock droht.
Das heißt, man hat versucht, mit Christina Block Kontakt aufzunehmen. Das hat eine 33-jährige Polizistin jetzt ausgesagt und die hat dann versucht, Christina Block zu finden. Sie hat sie zu Hause nicht angetroffen, sie hat sie im Hotel nicht angetroffen, im Hotel Élysée, Grand Élysée, wo sie ja die Silvester gefeiert hat.
Sie hat dann mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Delling Kontakt aufgenommen. Der wusste auch nicht genau, wo sie ist und so weiter und so weiter. Wir wissen heute, sie war ja dann nicht da, sondern sie war auf dem Weg nach Baden-Württemberg, wo ihre Kinder dann übergeben, wo ihre Kinder hingebracht wurden.
Und interessant war, wie die Polizistin dann erzählt, wie sie zunächst dachten, Christina Block könnte ein Opfer gewesen sein und dann dieser Tatverdacht gegen Christina Block sich weiter erhärtete und wie dann Ingo Bott, der Anwalt von Christina Block, sagt, naja, das sei doch der Beweis letztendlich, dass diese Tat nicht geplant worden sei.
Und außerdem hätte die Polizei mal früher vorbeigeschaut im Elysee oder zu Hause bei Christina Block, hätte es diesen ganzen Prozess gar nicht geben müssen. Ich verstehe nicht genau, wie er das meint. Ich auch nicht. Da habe ich mich auch schon die Woche drüber gewundert. Also das ist, finde ich, eine sehr verquere Logik.
Aber ist natürlich irgendwie ein Detail und wieder eine Aussage, wo man denkt, was bringt uns die jetzt auf dem Weg zur... Wahrheitsfindung. So gut wie gar nichts, oder? Nein, aber die Frage stellen wir uns hier im Podcast auch schon seit Monaten. Welchen Weg zur Wahrheitsfindung dieser Prozess noch dient? Jetzt kommt noch der in der Ostkonflikt hinzu, dass die Zeugen nicht mehr einreisen können.
Also man muss ein bisschen aufpassen, dass dieser Prozess jetzt nicht langsam zur Justizfahrers wird, weil er einfach in der Länge und in der Dimension einfach das vernünftige Maß in meinen Augen sprecht. Was ich interessant finde, wir verfolgen ja immer Reaktionen von Hörern und Hörern, Reaktionen von Lesern und Lesern.
Das Interesse am Blog-Prozess ist immer noch groß. Man hat das gesehen in der vergangenen Woche. Das war, glaube ich, der Podcast in diesem Jahr, der die meisten Hörerinnen und Hörer hatte. Also da reden wir über viele, viele Tausende, die sich diesem Podcast angehört haben. Und das hat sicherlich, da ging es ja nur um Blog mit Blog zu tun, einerseits.
Andererseits erreichen mich immer mehr Zuschriften, Bemerkungen, die sagen, ich kann es nicht mehr hören und ich muss dann immer zurückschreiben, mir geht es genauso. Also man kann, also man, die kleinsten Verästelungen, sich dafür noch zu interessieren, fällt sehr, sehr schwer. Und ich musste schmunzeln, als es dann in dieser Woche auch wieder Geschichten darüber gab, über die Belastung der Hamburger Gerichte.
Man stelle sich vor, über jeden Familienrechtsstreit würde man auch nur ansatzweise sich so kümmern wie um den Block. Dann könnte man wahrscheinlich normale Straftäter gar nicht mehr jagen. Nee, das ist wohl wahr. Und da stellt sich halt inzwischen eine Frage, die finde ich auch für den Rechtsstaat nicht ganz unknifflig ist.
Was das für einen Eindruck eigentlich bei den Leuten erweckt. Und da kriege ich mehr und mehr so Magenrollen. Wir haben ja auch darüber berichtet, also die weitere Verlängerung dieses Prozesses. Also. Wem ist damit am Ende gedient? Niemandem. Und deshalb reden wir auch nicht zu lange darüber, weil wir noch ein bisschen Zeit brauchen, und zwar gar nicht so wenig, um über die SPD zu sprechen.
Da war ja die Wahl in Baden-Württemberg am Wochenende, aus der man, glaube ich, viele Sachen ableiten kann. Erstens, wie du das siehst, man muss sagen, dass Landtagswahlen ja früher wirklich sowas waren wie so Überprüfungen der Zufriedenheit mit der Bundesregierung. Ich finde, das kann man heute nicht mehr sagen.
Landtagswahlen sind so sehr Landtagswahlen. Das sieht man ja daran, dass die Grünen mit einem Kandidaten wie Cem Özdemir doppelt so viele Stimmen bekommen wie im Bundesschnitt. Man sieht übrigens auch, wie wichtig die Bekanntheit einer Person ist. Also Manuel Hagel, den selbst ja in Baden-Württemberg viel weniger Leute hatten als Cem Özdemir.
Man sieht, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden können. Also was sie immer sagen, das geht nicht mehr, sogar ganz dick. Und dann kommen wir zu der SPD und darüber müssen wir sprechen, in einer Stadt, die ja so SPD-dominiert ist und wo auch der Finanzsenator Andreas Dressel gesagt hat, spätestens jetzt, spätestens nach dem schlechtesten Ergebnis bei einer Wahl in Deutschland, in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der SPD, 5,5 Prozent.
Müsste doch wirklich in seiner Partei alle Alarmglocken läuten und den Menschen merken, dass es jetzt darum geht, dass man sich um Leute kümmert, die hart arbeiten und wenig Geld verdienen und nicht um Leute, die gar kein Geld verdienen und sich über Sozialleistungen freuen. Und ich denke immer, ich staune immer darüber, dass nach jeder Wahl, die die SPD verliert, genau das Gegenteil passiert.
Und ich würde jetzt von dir wissen wollen, der Kollege Christoph Schwennige aus der Chefredaktion von T-Online, mit dem ich ja jede Woche so in einem E-Mail-Austausch bin, der sagt, Lars, sagen wir es, wie es ist, das ist ein strukturelles Problem in der SPD. Diese Partei, es ist wie mit einem Virus, diese Partei ist von einem Virus verseucht und Achtung, sie ist nicht mehr zu retten.
Sie wird den gleichen Weg gehen wie die FDP. Jetzt bin ich gespannt, wie du das siehst. Ja, das ist mir etwas zu apodiktisch und zu endgültig. Also ich will es auch hoffen, dass er Unrecht hat, denn die SPD wird gebraucht. Die SPD ist, glaube ich, eine der wirklich zentralen Parteien, die für die Stabilität dieses Landes stets verantwortlich waren, die sehr umsichtig mehr oder weniger dieses Land auch regiert haben.
Und wir brauchen die SPD. Und wir sollten sie nicht so schnell aufgeben. Das Problem ist aber, dass in der SPD eine Funktionärsschicht inzwischen das Sagen hat, die, glaube ich, mit den SPD-Wählern und denen, die sie erreichen wollen, nicht mehr viel zu tun haben. Das sind Leute, die irgendwie verhinderte Grüne sind. Das sind Leute, die verhinderte Linke sind.
Und damit all das mitbringen, um die SPD quasi um ihre Mehrheitsfähigkeit zu bringen. Dass Andreas Dressel diese Punkte anspricht, zeigt ja, dass das Problem da ist. Denn die Resonanz ist ja, einerseits sehen wir die Debatte jetzt nicht, was auch nachvollziehbar ist, weil die müssen jetzt in Rheinland-Pfalz zumindest den Ministerpräsidentenposten verteidigen.
Aber Andreas Dressel hat ja auch keine große Mehrheit in der SPD. Und wenn wir dann noch sehen, dass selbst so ein allseits anerkannter Kulturpolitiker wie Carsten Broster auf dem SPD-Parteitag nicht mal gewählt wird, dann stellt man sich wirklich die Frage, ob es ja eine gewisse Todessehnsucht der Funktionäre gibt.
Auf der anderen Seite gibt es, glaube ich, genug Menschen. Die man mit dem alten Versprechen der neuen Mitte wieder locken kann. Den man also erzählen kann, genauso wie das ja auch Andreas Ressl jetzt gesagt hat. Wir müssen uns mehr um die Leute kümmern, die arbeiten, die hart arbeiten, als um die, die nicht arbeiten.
Das ist halt bei der SPD völlig aus dem Blick verloren worden. Und wenn ich mir anschaue, guck dir an, wer vor 20 Jahren für diese SPD stand, als die SPD über 40 Prozent hatte. Otto Schilly, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Sigmar Gabriel. Alles Leute, wo man sagt, ja, das ist die Mitte gewesen. Heute wird das hinter Lars Klingbeil und vielleicht auch Boris Pistorius schon sehr, sehr eng.
Da hat man das Gefühl, das sind schon so ein paar, also muss man sagen, irrlichternde Linke. Und um es ganz klar zu sagen, mit einem Linkskurs wird man in Deutschland in den nächsten 20 Jahren keine Mehrheit mehr erreichen. Der Trend geht wirklich nach rechts und zwar auch in einer Schnelligkeit, in einer Dimension, die wirklich gefährlich ist.
Und wenn die SPD noch irgendwas gewinnen will, dann findet sie zurück in die Mitte. So wie wir eine Linksverschiebung unter Merkel hatten, alle Parteien sind nach links gewandert, geht es jetzt nach rechts. Und die SPD muss sich entscheiden, ob sie wieder zurück in die Mitte will, sage ich mal, von links in die Mitte.
Oder ob sie als zweite Linkspartei wirklich dann in den kommenden Wahlen in einigen Ländern unter 5% rutschen wird. Und das kann ja sogar schon in diesem Jahr passieren, in Ostdeutschland. Und das Interessante ist ja dann auch, in dieser Situation könnte man ja die Expertise von Menschen, du hast ja schon einen genannt, wie Carsten Broster, aber vielleicht auch von Melanie Leonard, vor allen Dingen von Peter Tschentscher, der ja einer der erfolgreichsten deutschen.
Ministerpräsidenten überhaupt ist, aber auch... Das hast du jetzt aber nett gesagt. Nein, der ist ja so von seinen Wahlergebnissen, insbesondere von den Wahlergebnissen. Von den Verkommens. Nee, auch sonst steht ja Hamburg jetzt nicht so schlecht da. Das Problem ist aber nur, dass mir die Hamburger SPD-Leute sagen, weißt du was, wenn wir jetzt auf die Bundesebene kommen, dann sagen die uns, ihr habt eure Chance gehabt in der Ära Olaf Scholz, Wolfgang Schmidt.
Jetzt stellt ihr euch mal hinten an. Das heißt sozusagen, der Hamburger Einfluss dieser Stadt, die extrem sozialdemokratisch geprägt ist über all die Jahre, letztendlich so ähnlich wie die SPD in Hamburg, so ähnlich wie die CSU in München von der Durchschlagskraft, der Hamburger Einfluss auf die SPD ist null.
Ich will sagen, selbst wenn Peter Schenscher jetzt Gedanken hätte, die er noch nicht geäußert hat nach der Wahl in Baden-Württemberg, wahrscheinlich weil Rheinland-Pfalz bevorsteht, er würde gar nicht gehört werden. Das ist gut möglich, wobei man natürlich sagen muss, auch das ist das Problem der SPD, dass man stets auf die Leute hört, die noch nie eine Wahl gewonnen haben.
Wenn du auf dem SPD-Parteitag mal die Ohren spitzt, dann hast du da wirklich Sektierer aus Bayern, aus Baden-Württemberg, alle weit davon entfernt, überhaupt 10 Prozent zu bekommen und die schwingen dann das große Wort, wohin die SPD steuern soll. Da muss man ganz ehrlich sagen, wenn man keine Wahl gewinnt, sollte man jetzt mal zugespitzt auch einfach mal die Klappe halten.
Und vielleicht auch die Leute hören, die noch eine Wahl gewinnen, weil die offenbar die besseren Rezepte haben. Aber da gibt es in der SPD inzwischen wirklich einen Todeskreislauf, dass wenn man immer mehr Macht verliert, man immer mehr Sektierer hat und sich immer weiter von der Macht verabschiedet.
Und das ist im Augenblick wirklich, glaube ich, die größte Gefahr, dass die SPD so ein bisschen am Ende von Leuten gesteuert wird, die noch nie eine Machtposition oder ein Regierungsamt inne hatten. Und dann kann am Ende wirklich dein geschätzter E-Mail-Freund recht behalten. Wo wir gerade dabei sind, ein kurzer Hinweis in eigener Sache.
Ich habe mir vorgenommen, in unserem Live-Podcast alle wichtigen deutschen politischen Journalisten mal nach Hamburg zu locken. Im vergangenen Jahr ist es schon mit Robin Alexander gelungen. Jetzt kommt am kommenden Mittwoch, das ist der 18. März, Melanie Ammann, ehemals stellvertretende Chefredaktion beim Spiegel.
Jetzt unsere Kollegin in der Chefredaktion, Chefredaktion digital der Funke Zentralredaktion und eine der großen Kennerinnen der politischen Szene in Deutschland kommt nach Hamburg. Ich treffe Sie im Bahnhof Pauli um 18.45 Uhr. Wer Lust hat, kann gern dabei sein. Karten gibt es unter www.abendblatt.de.
Und am Ende, lieber Matthias, kommt noch etwas, womit ich überraschen möchte. Es geht noch mal um Fußball, um unser Bayern-Lieblingsthema. Das Thema, von dem du nichts verstehst. Genau, man muss wissen, du bist ja St. Pauli-Fan, ich bin der Fan des HSV. Wir befinden uns jetzt in der letzten Phase der Saison.
Und ich habe mal ausgerechnet, Wie sind denn die Chancen, dass beide Hamburger Vereine in der ersten Liga bleiben? Was ist, oder bevor ich da sage, was ich da ausgerendet habe, was ist dein Tipp? Also der HSV bleibt sicher drin, der wird 13. Und der FC St. Pauli muss in die Relegation, ist mein Tipp.
Und ich habe jetzt mal geguckt, wie ist denn das Restprogramm? Wir reden von 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 Spiele. Es sind noch 9 Spiele. Und da muss man sagen, für alle St. Pauli-Fans eine gute Nachricht. Er ist eine schlechte. Der FC St. Pauli hat derzeit 24 Punkte. Der HSV hat 29. Also fünf Punkte Abstand. Aber der FC St. Pauli hat zumindest auf dem Papier das deutlich leichtere Restprogramm.
Eigentlich trifft Pauli nur auf zwei Mannschaften, wo man sagen könnte, das wird schwer, die zu schlagen. Bayern München zu Hause und Leipzig auswärts. Aber es ist auch dabei, Heidenheim, die abgeschlagen Letzter sind, das sind sicher drei Punkte. Es ist Wolfsburg dabei, da kann man drei Punkte schaffen.
Es ist Wolfsburg dabei, wo man sagt, das geht auch. Es ist Köln zu Hause, Aufsteiger auch in der Abstiegszone, da geht auch was. Es ist Gladbach an diesem Wochenende und es ist Mainz. Also alles Mannschaften auf Augenhöhe, deshalb Mainz. Ich habe es mal ausgeendet, mein Tipp, die kriegen noch 15 Punkte aus den letzten neun Spielen.
Das ist aber üppig, wobei ich jetzt nicht, wenn ich deinen Platz im redaktionsinternen Tipp sehe, ist das keine Prognose, die mich jetzt glücklich macht, weil da bist du ja eher hinten dran, oder? Ja, aber vielleicht ändert sich das auch nicht. Genau, mit den 15 Punkten für St. Pauli, das wäre mein innerer Wunsch, dass du nach vorne kommst, weil du fünfmal auf den FC St.
Pauli setzt und wir dann die 15 Punkte holen. Und beim HSV übrigens ist es ja ein bisschen umgekehrt, bei diesen neuen Spielen sind dabei unter anderem noch Borussia Dortmund auswärts, Stuttgart auswärts, Leverkusen auswärts, Frankfurt auswärts, Werder, da ist zwar was möglich auswärts und ich würde beim HSV sagen, also es gibt aus meiner Sicht, eigentlich müssen sie diese drei Heimspiele, die sie haben, also sie haben insgesamt vier Heimspiele, eins gegen Hoffenheim, weiß ich nicht, sie müssen dieses Wochenende gegen Köln, in zwei Wochen gegen Augsburg und am Ende gegen Freiburg gewinnen, dann hätten sie noch mal 9 Punkte dazu und dann hätte der HSV 38 Punkte. Das ist mein Tipp.
Am Ende hat der FC St. Pauli einen Punkt mehr als der HSV und beide bleiben, weil 38 und 39 Punkte reichen, um in der 1. Liga zu bleiben und daran kannst du mich am Ende der Saison dann messen. Das mache ich. Ich hoffe, du behältst recht. Ich danke. Wir danken allen fürs Zuhören und wir hören uns nächste Woche wieder.
Bis dahin. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.