
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 66
Hamburg und Olympia - die Stimmung dreht sich
Freitag, 8. Mai 2026 · 34 min
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Shownotes
Lange Zeit war es ein vorsichtiges Abwägen, doch plötzlich weht ein neuer Wind durch die Hamburger Olympia-Pläne. Matthias Iken und Lars Haider analysieren in der neuen Folge von „040 – Hamburg streng vertraulich“, warum die Bewerbung für die Sommerspiele plötzlich an Dynamik gewinnt und was hinter dem Stimmungsumschwung steckt.
Außerdem im Check:
• Politischer Besuch: Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast im Hamburger Rathaus.
• Event-Check: Eine kritische Bilanz der diesjährigen OMR.
• Tradition trifft Zukunft: Wie geht es weiter mit dem Alsterpavillon?
• Digital-Dilemma: Warum Hamburgs digitale Behördenleistungen bisher an den Bürgern vorbeigehen.
Jetzt reinhören und erfahren, was die Stadt aktuell bewegt!
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Willkommen, mein Name ist Lars Heider und mir gegenüber sitzt natürlich Matthias Sieken. Wir sind gerade, wir kommen. Moin. Matthias, wir kommen gerade gemeinsam beseelt aus dem Hamburger Rathaus. Da war heute der 76. Überseetag. Wir zeichnen diesen Podcast schon am Donnerstag auf, ausnahmsweise. Mit Friedrich Merz als Gast, darüber sprechen wir auch gleich.
Aber es gibt natürlich eine andere Reihenfolge. Das Top-Thema dieser Woche aus meiner Sicht, aus deiner Sicht, ist Olympia. Die Bewerbung um Olympische Spiele. Da kommt Dynamik rein und unsere Einschätzung ist, da dreht sich gerade was, da dreht sich die Stimmung in eine Richtung, die ich so gar nicht für möglich gehalten hätte, Thema Nummer 1.
Thema Nummer 2, natürlich sprechen wir über die OMR, die in dieser Woche in der Stadt war und auch darüber, wie dankbar wir sein können, diese Messe zu haben, die auch gern andere Städte gehabt hätten, auch da gibt es ein paar interner. Thema Nummer drei, Friedrich Merz in Hamburg, Überseetag, interessante grundsätzliche Rede voller Entschlossenheit.
Wie gesagt, Thema Nummer drei, Thema Nummer vier, ein interessantes finde ich, es gibt offensichtlich eine Lust der Hamburger, die sich ja immer wünschen, möglichst alles digital machen zu können, dann doch noch, wenn es zum Beispiel um An- und Ummeldung geht, aufs Amt zu gehen, obwohl man das eigentlich gar nicht mehr müsste, da gibt es erstaunliche Zahlen und Thema Nummer fünf und da beneide ich dich, Du hattest die Chance auf das Dach des Alster-Paris.
Da hättest du auch mitkommen können, da hättest du aber früh aufstehen müssen. So klären wir an Thema Nummer 5. Olympia. Wir erinnern uns, Hamburg ist mittendrin in dem Referendum. Es geht um die Bewerbung um olympische Spiele um die Jahre 2040, 2044, so wie das im Moment, glaube ich, der Stand ist. Und da waren wir beide, Matthias, in den vergangenen Wochen immer so ein bisschen skeptisch, pessimistisch, was dieses Referendum anbelangt.
In München gab es eine Zustimmung, das ist eine der Bewerberstädte von 66 Prozent. Im Rhein-Ruhr-Gebiet so ähnlich, ich habe jetzt gelernt, ich habe es glaube ich einmal falsch gesagt, in Gelsenkirchen dachte ich, gäbe es eine Zustimmung von 66 Prozent. Nein, es gibt eine von 75 Prozent. Und in Hamburg hatte man lange das Gefühl, ob es überhaupt für mehr als 50 Prozent reicht.
Nun sind die Briefwahlunterlagen verschickt worden und bis zum 31. Mai dürfen alle Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren abstimmen. Und mein Gefühl, aber dein Gefühl ist dann noch ausgepackt. Ja, leider ist mein Gefühl wie deins. Das macht natürlich in der Debatte vielleicht ein bisschen weniger reizvoll für die Zuhörerinnen und Zuhörer.
Aber ich sehe das auch wie du. Es dreht sich gerade was. Erzähl mal, wir können jetzt ja mal gegenseitig erzählen, wie wir darauf kommen. Du hast Anfang der Woche eine Podiumsdiskussion moderiert. Musst du besser erzählen. Ja, mache ich gerne. Das war vom Hamburger Abendblatt als quasi Veranstaltung im Vorfeld des Tag des Lokaljournalismus. muss.
Und da haben wir drei Vertreter eingeladen. Julia Offen war da von der Handelskammer für das Thema Wirtschaft. Dann war Malte Siegert vom NABU da für das Thema Nachhaltigkeit Umwelt und Steffen Rölke für das Thema Olympia. Denn es ging um die Frage, was wird aus Hamburg? Stichwort 2040. Und da habe ich so als quasi Aufwärmübung einfach alle 80 Gäste, die da waren, gefragt, wie sieht es denn aus. Wissen sie schon, wie sie stimmen?
Ja, ja, nickten alle. Dann sagte ich ja dann Butter bei die Fische. Wer ist denn für Olympische Spiele? Und ich dachte, vielleicht so ein 50-50-Ergebnis kommt heraus. Nein, weit gefehlt. Es waren am Ende 90 Prozent, die für die Spiele waren und nur ganz vereinzelt gingen die Hände hoch, als es um die Nein-Stimmen ging.
Und das deckt sich ja nicht unbedingt mit den Umfragen, die wir gesehen haben, deckt sich auch nicht mit den Leserbriefen, die wir bekommen. Aber, Und interessanterweise, und das lässt mich da ein bisschen positiver für die Bewerbung sein, hört man inzwischen von Leuten, die am Anfang so gezögert oder auch eher tendenziell gesagt haben, nee, ohne mich, die jetzt sagen, ist vielleicht doch ganz gut.
Und das finde ich spannend. Ich finde es interessant, ich habe ja viel gemeckert in den vergangenen Wochen an der Kampagne und fand diese Kampagne ja so wenig klar. Man wusste nicht, man wusste eigentlich nicht auf den ersten Blick, worum es geht. Ich habe jetzt erfahren, dass diese Kampagne, das hat mich überrascht, von Raphael Brinkert kommt.
Raphael Brinkert, zur Erinnerung, war derjenige, der 2021 mit seiner Kampagne Schuld an Olaf Scholz im Kanzleramt. Vorsichtig, maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Olaf Scholz Bundeskanzler geworden ist. Aber ich finde, je näher dieser 31. Mai der Tag der endgültigen Abstimmung rückt, desto klarer wird.
Werden die Kampagne, desto mehr ist die Kampagne auch zu sehen. Wenn du jetzt durch Hamburg gehst, kannst du eigentlich dem Thema Olympia fast nicht entgehen. Ja, wobei, also die Kampagne finde ich immer noch schwach. Muss ich ganz ehrlich sagen. Ich finde dieses quasi visuelle Logo okay. Mit den Streifen in den verschiedenen Farben. Aber solche Slogan wie Butter bei die Fische, Himmel hergert nochmal.
Also das ist so 80er Jahre, auch wenn es Arle-Dieter ist. Da muss ich ganz ehrlich sagen, weiß ich nicht, ob man die Menschen wirklich dafür begeistern kann. Die anderen Slogan habe ich jetzt gar nicht so parat. Das eine fand ich ganz gut, wenn die Kinder lieber auf dem Platz als am Handy sind. Im Netz, genau.
Oder im Netz, das war zumindest noch ganz nett. Aber ich finde auch, dass Olympia und vor allem die Linksparteien natürlich extrem viele Plakate aufgebaut haben. Vielleicht nur in den Stadtteilen, in denen ich lebe. Aber das fällt schon auf, dass zumindest bei den aufgestellten Plakaten, würde ich sagen, gilt im Armengnochen-Gleichgewicht.
Aber was ich sagen wollte, es ist auf jeden Fall im Moment zu sehen und man beschäftigt sich mit Olympia, was mein Eindruck ist. Warum ich glaube, dass sich das gerade dreht, weil wir etwas erleben, aus meiner Sicht, das Gegenteil von 2015. Wir erinnern uns, 2015 war die Stimmung zum jetzigen Zeitpunkt, also kurz vor dem Ende des Referendums, war die Stimmung so, 70, 80, 60 Prozent, gibt eine riesen Zustimmung.
Und ich glaube, weil viele Menschen dachten, und das Ding ist sowieso, der Drops ist sowieso gelutscht, sind viele, die für Olympia gewesen sind, gar nicht mehr hingegangen. Das Brexit-Phänomen. Und haben gar nicht mehr abgestimmt. Und aus meiner Sicht ist es jetzt genau umgekehrt. Es gibt so diese Tendenz, diese Stimmung in der Stadt, es klappt sowieso nicht, es gibt keine Mehrheit für Olympia.
Und ich glaube, dass deswegen die, die gegen Olympia sind, sagen, muss ich gar nicht abstimmen, das Ding ist sowieso erledigt. Aber die, die für, lass mich noch kurz den Gedanken zu ändern, ich glaube, dass die, die für jetzt extra hingehen, Weil sie das Gefühl haben, jetzt muss ich hingehen. Weil es eben so aussieht, als ob das Ganze schon erledigt ist und jetzt könnte meine Stimme wichtig sein.
Ich glaube, das ist ein Punkt im Moment, der ein Zeichen dafür ist, dass sich das dreht und dann geht es mir wie dir, egal wo ich jetzt bei Veranstaltungen bin, ich war jetzt bei vielen Veranstaltungen auch auf der OMR, habe mit vielen Leuten über Olympia gesprochen und immer mehr sagen, eigentlich wollte ich nicht, aber jetzt, wo ich, und das ist ein interessanter Punkt, jetzt, wo ich weiß, dass ja, wenn Hamburg sich bewirbt.
Dass dann nicht nur die deutsche Bewerbung wird, sondern zu 99,9 Prozent wird das dann die Olympischen Spiele, habe ich meine Einschätzung dazu verändert. Ja, ich glaube auch, das ist, muss man sagen, ein ganz cleverer Schachzug gewesen, dass wir als Letzter abstimmen. Weil am Ende des Tages ist der Mensch ja auch immer jemand, der sich vergleicht.
Und man vergleicht jetzt München, NRW, du hast Gelsenkirchen schon genannt, nun ist Gelsenkirchen vielleicht nicht der Maßstab, aber lass es auch Köln sein. Auch da ist man ja in den hohen 50ern bei 57,4 glaube ich gelandet. Also da kann man auch sagen, da möchte glaube ich Hamburg auch jetzt nicht zurückstehen.
Und möchte nicht irgendwie die Einwohnen, die Spiele und wir die Spielverderber. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie die Hamburger Haltung ist. Und spannend ist ja auch, dass jetzt so nach und nach, du hast ja selber in der vergangenen Woche Luisa Neubauer, zu einem Jahr Olympia quasi ja, ich weiß nicht, bewegen oder zumindest befragen können, kam überraschend. Es kam überraschend.
Es war wirklich nur eine Frage. Ich habe sie die Frage dann gestellt, wie stehst du denn zu einer Bewerbung und hat sie gesagt, also hat sie dann ja noch gesagt, dass sie sowohl die Olympia-Gegner als auch die Olympia-Befürworter haben sie vorab angefragt, ob sie nicht ein Gesicht der jeweiligen Kampagne sein kann und sie hat sich da erst in diesem Podcast entschlossen.
Hat dabei jetzt auch viel von den Gegner natürlich viel böse Stimmung gekriegt, aber ja gut, eindeutig hat gesagt, wenn, dann Hamburg. Ja, aber interessant ist ja auch, es gibt ja eigentlich, wer sagt im Augenblick klar nein. Das ist der Bund der Steuerzahler, das sind die Naturschutzverbände. Wobei der Herr Siegert, wie war das denn, der NABU?
Ja, er hat schon die Position natürlich der Kritik vertreten, aber wenn man sich so ein bisschen umhört, merkt man, dass das keine Phalanx ist. Da sind nicht alle irgendwie überzeugt davon, dass es eine schwachsinnige Idee ist, sondern das ist sehr, sehr, also muss man sagen, differenziert. Und ich kenne auch aus den Umweltverbänden Leute, die sagen, eigentlich bin ich für die Spiele und ich ärgere mich sehr über die Abstimmung.
Und das zeigt halt, dass es nicht so eindeutig ist. Und dann wird es halt am Ende wirklich dünne. Ja, die Umweltverbände, die haben natürlich auch ein paar Punkte. Das muss man auch alles diskutieren. Aber wenn nur noch quasi Steuerzahler, Umweltverbände und irgendwie AfD und Linkspartei dagegen sind.
Inzwischen hat ja selbst Volt eine sehr, würde ich mal sagen, linksliberale Partei und die FDP haben sich auch noch jetzt hinter Olympia gestellt. Also da merkt man schon, in der Mitte ist man relativ klar. Und das könnte auch noch den einen oder anderen bewegen, vielleicht am Ende zu sagen, ja, ich habe zwar so ein paar Vorbehalte, aber ich will dem Spaß nicht im Wege stehen.
Und da kommen wir vielleicht, haben wir eine Überleitung zu unserem zweiten Thema, zur OMR, dem großen Festival in Hamburg, der größten Messe zum Thema digitales Marketing und digitale Wirtschaft in Europa. Aber da war nämlich am Mittwoch, war ja Lars Klingbeil da zu Gast und ich saß zusammen mit Lars Klingbeil und einigen anderen, Boris Hermer, dem Extremsegler, auf der Bühne, auf der sogenannten Conference Stage und mit mir zusammen saß Steffen Rühlke auf der Bühne, der Chef der Olympia-Kampagne in Hamburg.
Und der hat die Gelegenheit genutzt und das fand ich sehr geschickt und hat dann Lars Klingbeil gefragt, wie das denn mit der Finanzierung aussieht, wir erinnern uns, Finanzminister, und ob da alles in Ordnung sei. Das ist ja so ein Punkt, der vielen in Hamburg unter die Nägeln brennt. Und da gab es von Lars Klingbeil natürlich eine klare Aussage, an der Finanzierung will das nicht scheitern, die Bundesregierung will das, er wollte natürlich jetzt nur keine Empfehlung geben für eine Stadt, das kann man verstehen.
Das kann man nachvollziehen, aber trotzdem fand ich die Aussage schon, war auf jeden Fall deutlich und erschüttert so ein bisschen die Theorie. Also da muss man auch mal sagen, wie gesagt, ich kann jeden verstehen, der das kritisch sieht, aber mich ärgert schon, dass gerade die Gegner den Eindruck erwecken, gerade die Linkspartei.
Dass wir sechs Milliarden im Tresor haben und wir jetzt überlegen, geben wir es für Olympia aus oder bauen wir davon neue Kindertagesstätten, neue Wohnungen. Das ist natürlich Bullshit. Das Geld ist nicht da, sondern das Geld wird von verschiedenen Seiten, ja, ein Teil auch von Hamburg, ein Teil vom Bund, ein Teil vom IOC zur Verfügung gestellt für den Zweck olympische Spiele.
Und wenn diese Spiele nicht kommen, dann sind diese 6 Milliarden, die manche schon so gerne verteilen, einfach nicht da. Aber wichtig jetzt genau, wie du sagst, und das finde ich hat Steffen Röcke echt clever gemacht, Ist jetzt das Bekenntnis ganz anders als Schäuble kurz vor dem Referendum 2015, wir erinnern uns, der Olaf Scholz ja wirklich auflaufen ließ.
Jetzt das klare Statement, wir werden das von der Bundesregierung unterstützen und dann auch finanzieren, weil am Ende des Tages ist genau wie du sagst, wenn wir die Spiele bekommen, dann dürfen wir uns nicht blamieren, damit all das, was nötig ist, in Hamburg quasi bewegt und da werden natürlich viele ihr Geld in die Hand nehmen.
Und es wird dann noch ganz anders. Ich glaube, das kommt auch so ein bisschen in dieses Gefühl, Moment, wenn wir jetzt, glaube ich, du es gesagt hast, wenn wir jetzt als Hamburger uns schlechter machen als Gelsenkirchen, als Köln, als München, das passt nicht zu Hamburg. Und wenn du dann erst mal durch bist und hast eine Mehrheit.
Dann ist das ja wirklich nur noch einen ganz kleinen Schritt entfernt. Weil Hamburg dann, das sagen alle, das hat auch der Bürgermeister diese Woche noch mal betont, Hamburg hat halt ein sehr objektiv gesehen, ein sehr gutes Konzept, unabhängig von der Bewertung der Bevölkerung. Der Bürgermeister war ja, muss man sagen, jetzt hier in der Regierungserklärung sehr, sehr kämpferisch, für seine Verhältnisse auch sehr emotional und also man hat diesmal auch wirklich den Eindruck, den hatte ich damals auch, die Politik will, auch Katharina Fegebank, die ich diese Woche gesprochen habe, das Interview hat noch gar nicht gedruckt, kommt noch, hat auch sehr, sehr emotional nochmal begründet, warum sie für die Spiele ist.
Der Kultursenator Carsten Broster, mit dem du gesprochen hast, der ja nochmal irgendwie auf die Frage, was könnte denn ein Argument sein gegen Olympia, der gesagt hat, es gibt nur ein Argument, das fand ich total interessant, dass die Leute ihre Ruhe haben wollen, dass die Leute nicht wollen, dass andere Menschen hier hinkommen, dass die Leute nicht wollen, dass andere Menschen diese Stadt besuchen und auch schön finden.
Das ist auch, finde ich, auf intellektueller Ebene ein interessantes Argument. Ja, das fand ich auch, deshalb bin ich ja drüber gestolpert, habe es ja auch dann in die Zeile genommen, weil natürlich der Punkt ist, da sagt er, da kann ich nichts gegen sagen, wer das so will. Kann ich auch nicht helfen, war die etwas einfachere Botschaft.
Aber es ist klar, das ist eine Haltung, die kann man kaum verändern. Aber diese anderen Themen von was kostet das, was bringt das der Stadt, da kann man ja mit Argumenten gegenhalten. Nur dieses Gefühl kannst du argumentativ nicht bedienen. Aber natürlich packt es am Ende wahrscheinlich jeden an der Ehre, weil man will auch nicht der Miese-Prime sein, der irgendwie alles verhindert.
Und ich glaube, das ist ein ganz cooler Move gewesen. Wir haben schon die Hälfte unserer Zeit jetzt für Olympia, aber es ist das beherrschende Thema. Wir haben kurz über die OMR gesprochen. Warst du auch da auf der OMR? Nee, ich war dieses Jahr nicht da, aber wir hatten viel OMR-Besuch im Haus. Das ist ja immer lustig, dass einfach einige, die auf der Messe sind, dann nochmal kurz vorbeischauen oder da schlafen.
Angesichts der Hotelpreise, die ja selbst irgendwie in relativ günstigen Absteigen bei 400 Euro liegen, auch gut nachvollziehbar. Also ich war da und ich muss sagen, man neigt ja immer dazu, die aktuelle Veranstaltung bei Olympischen Spielen heißt es immer, das waren die besten Olympischen Spiele aller Zeiten.
Ich fand aber wirklich, das war von dem Gesamtkonzept, von der Anmutung, von der Organisation, auch von der Mischung der Gäste, fand ich, war das wirklich die beste OMR, zumindest seit langer Zeit. Und sie war ja auch wieder brechenvoll. Brechenvoll, 75.000 Leute. Am ersten Tag, wo man dachte, Porsche hatte so ein.
Ich hatte in einer Halle einen Autoscooter aufgebaut, also da gibt es Porsches und Autoscooter und dann habe ich da so reingeguckt und dann wollte ich da wieder raus und dann dachte ich, okay, hier komme ich nie wieder raus, weil das auf den Wegen dahin so voll war. Also wirklich, finde ich sensationell, wirklich sensationell gemacht.
Und was mir nochmal klar wurde, wie wichtig das für Hamburg ist, weil das eine Veranstaltung ist, die ja Milliarden, eigentlich unzählige Kontakte erzeugt, die du nie bezahlen könntest. Und da musste ich nochmal dran denken, das habe ich jetzt auch wieder in vielen Gesprächen, ging es ja nochmal darum, dass es ja zwischenzeitlich mal durchaus nicht ausgeschlossen war, dass die OMR in Richtung Düsseldorf war der Kandidat.
Du hast es ja geschrieben insofern. Es gab offensichtlich Gespräche mit Düsseldorf, also auch mehr als wir lernen uns mal kennen. Ich meine, überlege einfach nochmal, wenn ich da ganz kurz einhaken darf, weil die Überlegung, wenn ich irgendwo eine Messestadt wäre, welche Messe in Deutschland würde ich haben wollen? OMR. OMR.
Wundert das nicht. Und das war offensichtlich damals, das habe ich nur so rausgehört, war das wohl so, dass der Hamburger Senat eine Zeit lang dachte, naja, so wie der Hamburger Senat halt so ist, die sind ja sowieso hier. Und dann so ein bisschen in seinem Interesse nachgelassen hat. Und als es dann so ein bisschen konkreter wurde, es gab wohl auch mehr als ein Gespräch zum Beispiel mit Düsseldorf, als es ein bisschen konkreter wurde.
Da wurde es dann auch wieder das Interesse an Hamburg größer. Und dann hat man ja damals einen Zehnjahresvertrag gemacht, das heißt, da sind noch acht Jahre übrig. Ich habe aber auch so gehört, dass man als Hamburg immer aufpassen muss, dass man nie, und das ist eine große Schwäche der Hamburger, etwas, was es hier gibt, als selbstverständlich hinnimmt, weil dann kann es weg sein.
Und dieses Ding ist halt so stark und anders als Philipp Westermeyer, der Gründer das mal vor ein paar Jahren gesagt hat, hat ja gesagt, naja irgendwann und wahrscheinlich irgendwann wird das Interesse abgehen aber das ist glaube ich in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil. Angesichts der Digitalisierung unserer Welt sind die Themen, über die die Menschen sprechen wollen und dann wollen die sich treffen.
Und das fand ich auch interessant. In den vergangenen Jahren habe ich mich immer als alter Mann da gefühlt. Das war diesmal gar nicht so schlimm. Es war eine sehr gute Durchmischung. Neue Frisur. Nein, es sind sehr viele junge Leute da, aber es war eine gute Durchmischung. Und man kann nur sagen, also Chapeau, dass wir das in Hamburg haben.
Und das auch in der Krise. Ich meine, wir leben jetzt in dem fünften Jahr der Rezession. Natürlich ist das Online-Marketing nicht ganz so davon betroffen, aber durchaus auch. Und dann die Messe immer wieder voll zu kriegen, natürlich auch mit einem pfiffigen quasi Business-Modell dahinter, das verlangt schon Respekt. Und das Ganze drumherum.
Also wie viele Veranstaltungen gibt es, wirklich unzählige Veranstaltungen, die sich an die OMR dranhängen? Und wenn du dann überlegst, dass ja die Haupttickets für fast 600 Euro ausverkauft waren, also dicken, fetten Haken hinter und da wächst mit Philipp Westermeyer, wenn das so weitergeht, vielleicht ein neuer Kandidat als Ehrenbürger heran, aber noch ist er zu jung, wobei Sojung ist 47, Sojung ist 46, 47.
Thema 2 Haken hinter. Thema Nummer 3. Friedrich Merz beim Überseetag. Wie fandst du ihn? Ja, wie fand ich? Es war... Also es war eine, er hat am Anfang gesagt, er hätte schon mal eine Rede gehalten mit Überseetag vor 26 Jahren und da hätte er den Punktualismus kritisiert, fand ich interessant und deshalb würde er jetzt eine eher grundsätzliche Rede halten, hätte ich an seiner Stelle auch gemacht.
Hat dann wie immer, finde ich, also seine Reden sind ja, eigentlich, man hört gern zu. Geschliffen, ja, ja. Man hört gern zu. Ich finde auch, so wie er auftritt, immer sehr verbindlich, sehr freundlich. Er lacht viel ganz anders als Olaf Scholz und so. Die Rede aber an sich hätte auch Olaf Scholz halten können. Dieses, wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen sich selbst verwirklichen können.
Er hat einen Hamburger, ein Gieshachter, Philosophen zitiert, den ich nicht kannte. So sinngemäß, die Politik kann nicht für das Glück der Menschen sorgen. Die Menschen müssen schon für ihr eigenes Glück sorgen. Da dachte ich schon wieder, jetzt geht es gleich ab und deshalb müssen wir alle fleißiger sein.
Aber das ging es dann nicht. Hat er ja auch gesagt. Und er wirkte, er sagt, mein Satz, der mir in Erinnerung geblieben ist, ist, unterschätzen Sie meine Entschlossenheit nicht. Einerseits, andererseits hat er dann aufgezählt, was alles in Deutschland nicht läuft. Und da denkt man so, ja, die Steuern müssen runter, die Bürokratie muss weg.
Und dann denkst du, Moment, du bist doch seit einem Jahr Bundeskanzler, leg los. Wie fandst du ihn? Ich fand ihn also, wie erwartet, rhetorisch stark. Das kann er. Er kann reden. Er kann die Leute auch wirklich mitnehmen, dass man also zuhört, dass man nicht irgendwie abdriftet. Aber genau, was du ansprichst, er hat natürlich jetzt eine andere Rolle.
Er hätte als Oppositionspolitiker wahrscheinlich eine großartige Rede erhalten können. Leute hätten am Ende auf ihren Stühlen gestanden. Und jetzt ist er halt in der Verantwortung. Ich finde, ein Bild war gut gewählt. Er hat ja von dem Maschinenraum der Politik gesprochen und gesagt, da brüllt man sich auch mal an.
Das fand ich ganz schön, weil er damit halt so ein bisschen die Kritik ja auch vieler Beobachter aufgegriffen hat. Also er hat schon versucht, auf der einen Seite um Verständnis zu bitten und zu werben und auf der anderen Seite Mut zu machen. Das ist ihm beides geglückt. Aber am Ende der Tage wird die Rede auch in den Köpfen der Leute schnell wieder verheilen, wenn nicht aus Berlin jetzt quasi wirklich Reformen kommen.
Er hat ja einige in Aussicht gestellt, die Gesundheitsreform als Schritt eins. Hat ja auch gesagt, die Rentenreform wird in den Grundzügen noch vor dem Sommer stehen. Da habe ich aufgemerkt. Also schauen wir mal, was dabei rauskommt. Also ich habe heute, ich weiß gar nicht warum, so ein bisschen daran gedacht, wie war das eigentlich damals, als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde.
Und das Lustige ist ja, dass Helmut Kohl auch eine wirklich total verkrachte, erste quasi Zeit im Kanzleramt verbracht hat. Es gibt diese schöne Karikatur. Wo ein jubelnder Helmut Kohl als Birne immer karikiert, irgendwie den 16. Ball ins Tor schießt und Geißler steht quasi an der Seite und sagt, vielleicht erklären wir ihm das in der zweiten Halbzeit, wo das Tor steht.
Weil er hat nur Eigentore geschossen. Das fand ich sowieso ein bisschen, und auch bei Gerhard Schröder haben wir alles vergessen. Lieg es am Anfang auch überhaupt nicht rund. Also vielleicht braucht es auch eine gewisse Zeit. Wir haben die Geduld nicht mehr, Weil wir alles auf der einen Seite in einer tieferen Krise sind, auf der anderen Seite alles schneller geworden ist.
Aber also insgesamt finde ich eine zwei Minus. Übrigens interessanten Satz fand ich auch, dass er sagte, und da steckt ja auch viel Selbstkritik drin, vielleicht aber auch Kritik an der SPD, dass er das Gefühl hat, dass die Bevölkerung das Gespür für die Realität stärker hat als manche Teile der Politik. Ja, das hat ja schön ausgedrückt.
Manche Teile der Politik ist natürlich maximal vage und trotzdem total klar. Das hat ja am Ende auch nochmal Harald Vogelsang aufgegriffen und gesagt, dass er den kleineren Partner jetzt auch mal quasi auf Reformkurs zwingen sollte. Und da war ja witzigerweise ganz viel Applaus im Rathaus, habe ich gesagt, armer Peter Tschentscher.
Gut, dass der Überseeklub jetzt auch tendenziell nicht irgendwie eine Vorfeldorganisation der SPD ist, wissen wir auch, aber das war schon deutlich, die Leute erwarten, glaube ich, vor allen Dingen von der SPD-Bewegung und, Da ist der Überseeklub auch, glaube ich, nicht alleine im Land. Das erwarten im Augenblick ziemlich viele und ich hoffe, dass die SPD sich da wirklich ihrer reformatorischen Kraft besinnt.
Und natürlich, was heißt natürlich, und es war auch wieder Sigmund Freud zu Gast, da mussten wir dann alle schmunzeln, als Harald Vogelsang in seiner Abmoderation sich dann bedankte und sagte, vielen Dank, dass Sie in der ersten Minute der zweiten Halbzeit Ihrer Amtszeit da sind. Was er meinte war, das erste Jahr ist vorbei, Friedrich Merz war am ersten Tag des zweiten Jahres da.
Aber das zweite Jahr ist natürlich nicht die zweite Halbzeit. Aber da sieht man natürlich, das ist natürlich das, was im Kopf vieler Leute vorgeht. Und man denkt, die halten nicht durch über vier Jahre. Und der Friedrich Merz hält vielleicht auch nicht durch. Er hat gesagt, unterschätzen Sie meine Entschlossenheit nicht.
Und wir werden da abwarten. Also da habe ich auch gedacht, das ist ja der einzige, glaube ich, realistischerweise, der dieses Bündnis am Ende kaputt machen kann, ist der Kanzler selbst. Ich glaube einfach, dass sowohl Union als auch SPD in Umfragen so schwach sind, dass kein Abgeordneter Interesse daran hat, jetzt irgendwie dieses Bündnis in die Luft zu sprengen.
Und der wirkte jetzt auf mich nicht, dass er irgendwie nach einem Jahr schon, ich meine, das ist sein Lebenstraum. Ich glaube, der will noch was beweisen und vielleicht kokettiert er auch damit, wenn die Erwartungen ganz unten sind, kann er halt nur noch gewinnen. Er ist jetzt irgendwie auf Platz 20 gewesen, im Politiker-Ranking von 20.
Von nun an geht es bergauf? Vielleicht geht es bergauf. Wir sind bei Thema Nummer vier schon. Das ist etwas, was Peter Tschentscher da auch gesagt hat, nicht zum ersten Mal. Aber es ist ein hochinteressantes Thema und wir werden das am Abendblatt auch noch jetzt stärker herausstellen. Aber wir sprechen schon mal drüber.
Wir beschweren uns ja immer darüber, dass man aufs Amt gehen muss, dass nicht genug digitalisiert wird und so weiter und so weiter. Da hat Peter Tschentscher, das hat er uns beiden auch schon mal erzählt. Nochmal gesagt, 100 Behördendienstleistungen, die sehr, sehr nah an den Menschen dran sind, wie Am- und Ummeldung, die sind schon digitalisiert.
Und dann haben wir das Beispiel der Am- und Ummeldung genommen. Er hat gesagt, pro Jahr sind es 250.000, kann das in den letzten zwei Jahren. Kann man sagen, ja. Ich ziehe ja nicht mehr so oft um. Es ging um eine Zahl von 250.000 Ummeldungen, seit diese Ummeldungen und Anmeldungen digital erfolgen können.
Und dann hat er in den Raum gefragt, die kann man einfach von zu Hause vom Computer aus machen, vom Laptop. Und dann hat er gefragt, was glauben Sie, wie viel Prozent dieser, ähm. An- und Ummeldungen denn digital gemacht wurden und wie viele Menschen nach wie vor zum Amt gegangen sind. Und da denkst du ja erstmal, okay, meine Eltern vielleicht, die Älteren so über 80, die gehen dann zum Amt und dann sind es so, ich habe so gedacht, naja, also ich hätte mindestens, also ich hätte auf jeden Fall gesagt, 60, 70, 80 Prozent sind digital und es sind unvorstellbare 10 Prozent.
Was ich damit sagen will, es nützt ja nichts, wenn wir uns alle immer dem Start vorwürfen, er muss digitaler werden und wenn er dann digital wird, wir es nicht nutzen, wenn man sich vorstellt, dass also von diesen 250.000 An- und Ummeldungen, um die es ging, 10 Prozent, also ungefähr, nee, ziemlich genau.
Brauchst du nicht dafür so einen digitalen Personalausweis? Das wird sonst nicht funktionieren, sonst könnte ich dich ja auch ummelden. Ja, das stimmt, aber ich weiß nicht, wie viele den haben. Also das mag man einschränken, aber natürlich ist die Zahl trotzdem krass, 10 Prozent. 225.000 Menschen, also 225.000 Menschen haben sich da einen Termin gehen lassen.
Rechne mal aus, wie viele hunderte von Tagen mit einer Dienstleistung vor Ort verbracht wurden, für die niemand sich da hätte aufmachen müssen, wie viele Leute man hätte einsparen können, das fand ich absurd. Ja, wobei ich ja immer noch finde, also auch wie es jetzt geregelt ist, das war ja damals übrigens auch eine der ersten Sachen, die Olaf Scholz angestoßen hat, weil er sagte, wo spürt der Bürger den Staat?
Genau bei diesen Verwaltungsakten und deshalb gab es dann ja die digitale Terminvorgabe, was ja dazu geführt hat, ich meine, erinnern wir uns, früher ging man aufs Amt, zog eine Nummer und dann wartete. In Hamburg ging das immer, da war man irgendwie, also als ich noch häufiger umzog, eine halbe Stunde, eine Stunde dabei.
Ich weiß noch, als ich in Berlin meinen neuen Job angetreten hatte, damals bei der Welt, und da sagte ich der Assistentin, ich komme morgen ein bisschen später, ich muss mich noch anmelden. Da sagte sie, wie? Ein bisschen später? Da musst du frei nehmen. Und ich sagte, wie frei nehmen? Als ich dann auf dem Amt war, wusste ich, was sie meinte, da habe ich vier Stunden gesessen.
Ja, aber nochmal, das ist doch alles, wo man denkt, heute musst du es nicht mehr. Es geht digital. Aber da muss man es halt auch nutzen. Aber das ist ja Wahnsinn. Und das geht ja schon seit zwei Jahren. Seit zwei Jahren kann man sich an- und ummelden digital. Und das nutzen nur 10% der Leute. Das ist für mich, das ist Wahnsinn. Und das ist auch wirklich von beiden Seiten komplette Ressourcenverschwendung.
Das kann man so sagen. Es ist ja auch nicht, muss man sagen, auch nicht so kommuniziert worden, dass wir alle wussten, also ich gebe jetzt ehrlich zu, hoffentlich hört es keiner ich wusste nicht dass man sich online an und um melden kann ich dachte das sei noch ein akt dem man nur quasi in. Beim persönlichen Auftritt machen kann, habe ich wieder was gelernt.
Aber ich glaube, das geht auch vielen so. Das ist ja auch jetzt nicht kommuniziert. Es ist nicht so, dass, wenn ich auf die Website bei Hamburg gehe, da ich lese, so melden sie sich online um und an. Also da ist auch noch ein bisschen wahrscheinlich so eine Bringschuld, das zu kommunizieren. Ich erinnere mich, dass wir das natürlich ein paar Mal thematisiert haben.
Vielleicht muss man es nochmal thematisieren. Machen wir auch gleich. Auf jeden Fall nochmal. Thema Nummer 5, letztes Thema. Du musst uns erzählen, der Alster-Pavillon. Alle, die Hamburg lieben und kennen, direkt am Jungfernstieg, eine der schönsten Locations, verkauft worden. Wert umgebaut ist, im Moment nicht geöffnet, was schade war jetzt bei diesem wunderbaren Wetter zum Teil.
Du warst da und kannst einen Baustellenbericht geben. Du warst auf dem Dach des Alsterpavillons. Ja, das ist ganz witzig. Also der Alsterpavillon hat ja jetzt einen neuen quasi Pächter. Die Stadt verpachtet ihn ja immer für eine lange Zeit. Vorher war das Alex drin, das war, muss man sagen, austauschbare Systemgastronomie.
Aber nicht unbeliebt, ne? Also war immer voll. War immer voll von Touristen. Aber welcher Hamburger hat gesagt, wir gehen heute in den Alster-Pavillon? Es gab zum Beispiel einmal im Jahr, es sind da immer die Alster-Ehrenschleuswerter. Ja, das ist auch wahrscheinlich die einzige Veranstaltung. Die sind aber auch seit 1953, wahrscheinlich seit der Fertigstellung schon dabei gewesen.
Also ich finde immer, das war so ein Problem, dass dieser Alster-Pavillon, obwohl er diese tolle Location direkt am Jungfernstieg, direkt an der Binnenallstelle, in Hamburg kaum vorkam. Die letzte Veranstaltung, auf der ich war, also Hamburg intern, die dürfte 15 Jahre her sein. Und jetzt gibt es halt ein Konzept, was wieder irgendwie den Jungen von Stieg und vor allen Dingen den Alster-Pavillon stärker im Hamburger Bewusstsein verankern will.
Und da ich die Beteiligten so ein bisschen kenne und da so ein bisschen gebaggert habe, konnte ich heute mit aufs Dach gehen. Denn das ist der Clou, auf diesem Dach wird ja eine Gastronomie-Fläche entstehen, auf der man dann wirklich einen wahnsinnig tollen Blick hat. Auf die Alsterfontäne, auf die Binnenalster, auch ein ganz anderer Blick auf den Jungfernstieg, weil du ja über den Bäumen stehst und als besonderer Clou ein Blick auf den Michel, der durch die großen Bleichen scheint.
Wo man wirklich sagen kann, wow, das ist ein so hamburgischer Platz, der da entsteht. Erstens, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, das vorher zu machen. Und zweitens, dass es genehmigt wurde. Es sind nicht tausend Sicherheitsbedenken, dass die Leute da runterfallen. Na gut, da gibt es natürlich eine Brüstung bzw. ein Geländer.
Am Ende war es der Ausgangspunkt, warum Hamburg, Hamburg hat ja gesagt, als es darum ging, wer führt diesen Pavillon weiter, dass sie gesagt haben, es geht nicht nur ums Geld, es geht auch ums Konzept. Und das war der Clou in diesem Konzept, den halt Razian und einige von Hannes Schröder zusammen gewonnen haben.
Der am Ende die Stadt überzeugt hat. Und die haben jetzt, muss man sagen, wirklich eine große Baustelle, weil der Alster Pavillon ist doch schon extrem in die Jahre gekommen. Aber sie haben, und das ist halt auch wieder so eine charmante Hamburgensee, machen das zusammen mit der Enkeltochter des Architekten.
Das heißt, Ferdinand Streb hat ihn damals gebaut. Heute war der Sohn von Ferdinand Streb dabei und die Enkeltochter, die jetzt als Architektin das neu macht. Und haben so ein bisschen erzählt. Also das ist natürlich, muss man sagen, auch ein sehr familiärer Ort. Und es ist schön, dass jetzt eigentlich das so entsteht, wie es der Architekt ursprünglich mal haben wollte, weil der wollte auch eine Dachterrasse da bauen.
Damals hat der Denkmalschutz gesagt, das geht ja gar nicht. Oder die Politik gesagt, damals war der Denkmalschutz noch nicht so stark. Das wollen wir nicht, dass da irgendwelche Aufbauten sind. Jetzt ist es ein bisschen anders. Jetzt haben die Denkmalschützer natürlich auch Bauchschmerzen. Aber da die Stadt gesagt hat, wir vergeben den Alster-Pavillon an diese Gruppe, weil die wollen daraus eine Dachterrasse machen, dann kann man schlecht sagen, dürft ihr aber nicht.
Also ich glaube, das wird einer der Orte, auf denen in Zukunft quasi die Bilder gemacht werden, die also Hamburg betreffen. Da ist eine neue, also... Eine neue Ikone könnte da entstehen. Ich bin also wirklich begeistert. Wann ist die Eröffnung? Im September geplant. Wenn man über die Baustelle läuft, weiß man, da ist noch eine Menge zu tun.
Aber alle Beteiligten waren zuversichtlich. Es wird verschiedene Räume geben. Von einer Art kleinen Bar, wo man direkt vom Schiff kommt, ein Bierchen nehmen kann im Stehen. Bis hin zu Veranstaltungsräumen, drei Terrassen. Das wird schon schick. Und ich danke dir, lieber Matthias, dass du uns hast teilhaben lassen und mitgenommen hast sozusagen auf diese Alster-Pavillon.
Nächste Woche sind ja in Hamburg schon wieder Ferien, man glaubt es nicht, waren nicht gerade erst Ferien, es sind schon wieder Ferien. Es sind immer Ferien. Weil wir glauben, weil wir so die Befürchtung haben, vielleicht passiert in dieser vier Woche nicht so viel, haben wir etwas uns vorgenommen. Eine Premiere.
Eine Premiere. Wir haben einen Gast. Wir werden in der nächsten Woche Wolfgang Kubicki hier zu Gast haben und das ist immer hoch unterhaltsam. Wir beide kennen ihn lange und wir werden natürlich fragen, was er sich eigentlich einbildet, dass er in seinem hohen Alter, so ist er gar nicht. Noch FDP-Vorsitzender werden kann.
Und ob er sich wirklich zutraut, die FDP noch einmal, ihm ist es ja schon einmal gelungen, zusammen mit Christian Lindner in den Bundestag zu bringen. Das nächste Woche. Und dann bitte weise ich gerne noch mal darauf hin, auf diesem Account ist auch unsere Bürgermeister-Demo. Ich habe ja zwölf Stunden lang mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern rund um Hamburg gesprochen, über ihr Leben, ihren Alltag.
Und hört da mal rein, auch für die, die sich mal überlegt haben, vielleicht mal eines Tages Bürgermeister zu werden. Das lohnt sich. Und wir wünschen euch eine schöne Woche. All denen, die Ferien haben, schöne Ferien, hört trotzdem nächste Woche rein. Drückt die Daumen, dass das mit Wolfgang Kubicki und uns beiden klappt.
Bis dahin. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-FM.