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040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 68

Skandal im Block-Prozess - geht jetzt alles ganz schnell?

Freitag, 22. Mai 2026 · 37 min

MP3

Shownotes

Der 50. Tag im Prozess gegen Christina Block hatte es absolut in sich – und hinterlässt fassungslosigkeit. Während Richterin das baldige Ende des Verfahrens für spätestens August ankündigt, sorgt der Umgang mit Blocks Cousine nach einem Schwächeanfall im Gerichtssaal für ein Beben. „Was da passiert ist, war ein Skandal“, findet Matthias Iken deutliche Worte. Zusammen mit Lars Haider analysiert er die dramatischen Entwicklungen der Causa Block.
Außerdem in dieser Folge: Warum die gelassene Reaktion des FC St. Pauli auf den erneuten Bundesliga-Abstieg für heftige Diskussionen sorgt. Und es gibt auch Positives für Hamburg: Wir blicken auf das spektakuläre neue Schwimmbad in der Außenalster, das unterschätzte Tennisturnier am Rothenbaum und die neuesten, spannenden Entwicklungen in Sachen Hamburger Olympia-Zukunft.
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Willkommen, mein Name ist Lars Haider und mir gegenüber sitzt einmal mehr der frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte, aber kurzer Urlaub. Ein paar Tage an der Ostsee bei 13 Grad über Null. Wobei, mein lieben Matthias Sieken ist wieder da und wir haben viel zu besprechen. Wir hatten ja zwei Folgen, in denen wir nicht über das Thema Block sprechen mussten. In der Tat.

Heute ist es aber komplett anders und das nicht nur, weil es der 50. Prozesttag war in diesem Prozess. Sondern weil da Dinge passiert sind, die einen wahlweise aufgewühlt haben und verwundert haben. Ich fasse nochmal kurz zusammen, gleich ausführlich. Ein Zitat der Richterin von Yvonne Hildebrandt, die gesagt hat.

Spätestens im Ende August könnte der Prozess zu Ende sein. Da habe ich aufgemerkt. Dann gab es den Auftritt vielleicht der wichtigsten Zeugen. Für die einen ist es Olga, für die anderen ist es Keren T. Das ist die Frau, die offensichtlich jetzt so sehen, dass die meisten Christina Block in eine schwierige Lage gebracht hat mit ihren Aussagen.

Und dann gab es, und das war ganz schlimm, fand ich, den Auftritt der Cousine und ihres Mannes, die ja die ganze Zeit dabei sind, die dann im Gericht nahezu zusammengebrochen ist. Über all das müssen wir gleich ausführlich sprechen. Thema Nummer eins. Thema Nummer zwei, da geht es um dein Lieblingsthema.

Ich tease es nur kurz an. Hamburg bekommt tatsächlich ein Freibad in der Außenalster. Aber Bürgermeister Peter Tschentscher, der das vorgestellt hat, warnt vor übertriebenen Erwartungen. So ist er. Das wollen wir gleich mal klären. Thema Nummer drei, eine Bilanz des HSV, der plötzlich ohne Stürmer dasteht und des FC St. Pauli.

Man hört schon das Seufzen auf der anderen Seite, das wird eine schwierige Passage diesmal. Thema Nummer vier würde ich gerne über das Tennis am Roten Baum sprechen, wo ich gestern am Mittwoch bis fast 22.30 Uhr war. Und was eine aus meiner Sicht der unterschätztesten Sportveranstaltung in Hamburg ist, wir sprechen gleich mal darüber, woran das liegt. dass das offensichtlich nicht mehr denselben Stellenwert hat wie gestern, wie früher.

Und Thema Nummer 5, wie sieht es aus bei Olympia? Los geht es aber, lieber Matthias. Der Blockprozess, 50. Prozestag. Machen wir erstmal das, was offensichtlich war. Karen T., Olga, sie hat verschiedene Namen, Doris White wurde sie auch genannt, ist so etwas gewesen, wie die engste Vertraute, so liest sich das von Christina Block, in diesem Team, das zunächst für die Cybersicherheit des Grands Elysées, des Hotels von der Blocks verantwortlich war.

Und dann irgendwann in diese Rückholaktion der Kinder einbezogen war. Und die hat jetzt vor Gericht ausgesagt, ihr wurde freies Geleit garantiert, sie kam extra aus Israel. Eigentlich ist sie auch angeklagt. Sie muss nur nichts befürchten. Tatsächlich war sie bei der Rückholaktion der Kinder tatsächlich vor Ort in Dänemark.

Und sie hat viele Dinge gesagt, dass Christina Block ihr zum Beispiel Glück gewünscht hat und viele ihrer Aussagen deuten darauf hin, dass Christina Block von der Aktion gewusst hat. Ich habe mich nur gefragt, ändert das irgendetwas? Es ist ja so, also es ist ja eh ein Indizienprozess, weil man ja keine wirklich am Ende schlagkräftigen Beweise hat, aber es ist halt mal wieder ein Tag gewesen, der am Ende eine Belastungszeugin in diesem Sinne, also auch wenn sie ja selber quasi involviert war, gezeigt hat.

Also wann kommt mal der Prozestag? Es gab ein ganz paar, wo man das Gefühl hatte, okay, das war ein guter Prozestag für die Angeklagte Christina Block. Das war in dieser Woche sicher nicht der Fall. Wenn wir nochmal gucken, was sie gesagt hat. Christina Block hat gesagt, ich habe die Entführung nie in Auftrag gegeben.

Wenn man jetzt fein hinhört, dann sagt ja auch die Karen T., Olga, je nachdem wie man sie nennt, spricht nie von einer Entführung, sondern sie spricht von einer Rückholung. Und dass sie gedacht hätten, dass diese Rückholung, weil auch der Familienanwalt gesagt hat, das könnt ihr machen, weil alle um sie herum gesagt haben, das ist nach deutschem Recht, das kann man so tun, dass es eben keine Entführung war, sondern dass es eine legale Aktion war.

Hat Christina Block dann recht, wenn sie sagt, ich habe eine Entführung nicht in Auftrag gegeben? Denn selbst wenn sie diese Aktion in Auftrag gegeben hat, war es halt keine Entführung aus ihrer Sicht, sondern eine Rückholung. Das sind feine kleine Unterschiede. Weil die Entführung ja für Christina Block schon viel früher stattgefunden hat.

Nämlich in dem Moment, als ihre beiden Kinder, für die sie das alleinige Sorgerecht ja hatte, nicht wieder nach Hamburg zurückgebracht worden sind. Aber ist das jetzt nur ein semantischer Unterschied oder ist das auch ein strafrechtlicher Unterschied? Naja, strafrechtlich ist es ja so, dass man das Gesetz nicht in die eigene Hand nehmen darf und das hat ja auch nochmal die Richterin jetzt gesagt, auch bei diesem anderen Fall, was du eben gesagt hast, bei der Cousine, dass es halt um mittlere bis schwere Kriminalität und um Kindesentziehung geht.

Also da ist nicht die doch etwas vielleicht gestrickte Variante, die haben die Kinder entführt und wir holen sie zurück. So wird das, glaube ich, die Richterin nicht sehen. Und was natürlich, wo es ein Widerspruch ist, ist, dass ja Christina Block immer gesagt hat, sie hätte davon nichts gewusst, das hätten die sozusagen freiwillig gemacht.

Nun sagt Karen T., sie hat uns viel Glück gewünscht und sie wusste auch, wo das Handy liegt, mit dem ich sie anrufe und so. Also diese These, dass sie von der ganzen Aktion nichts gewusst hätte, lässt sich jetzt nur noch schwierig aufrechterhalten. Relativ schwere, ja, finde ich auch. Dafür gab es einfach so viele Aussagen dieser israelischen Kombo, die immer wieder in die eine Richtung gingen.

Also wirklich zu glauben, man habe davon nichts gewusst, man habe sie sehr, sehr gut bezahlt für Sicherheitsberatung im Hause Elysee und dann habe man so aus quasi eigenem Gerechtigkeitsempfinden diese ganze Mission begonnen. Ja, ich muss ganz ehrlich sagen, so richtig plausibel, wenn ich jetzt Drehbuchschreiber wäre, ist das nicht.

Aber, wenn man ihr genau zuhört, der Zeugin, hat sie gesagt. Irgendwann hat dann der Patriarch, also damit ist Eugen Block gemeint, gesagt, die Kinder müssen zurückkommen. Und letztendlich klingt es bei ihr so, als hätte der Familienanwalt mehr oder weniger diesen Auftrag gegeben. Das kann ja auch noch einen Unterschied machen, ob es am Ende wirklich Christina Block war oder ob die Gesamtaktion von Eugen Block ausging, der ja gar nicht vor Gericht steht und gegen den auch nicht mehr ermittelt wird.

Das ist auf jeden Fall so. Das ist glaube ich auch der Fehler von Anfang an gewesen, dass man da nicht vielleicht eine andere Strategie, sage ich mal, gewählt hat, die der Familie Block am Ende viele Prozestage und auch viel Öffentlichkeit erspart hätte. Vor allen Dingen, wenn es so wäre, dass am Ende die Entscheidung und innerhalb der Familie, glaube ich, weiß man ja, es gibt innerhalb dieser Familie keine Entscheidung, die nicht am Ende, ganz am Ende von Eugen Block getroffen wird, weil er auch am Ende derjenige ist, der das Geld geben muss.

Und was wäre gewesen, ich meine, was wäre, wenn, ist immer eine beliebte Spielerei, aber wenn gleich am Anfang der Patriarch dann gesagt hätte, ich habe das gemacht, ich weiß, das war juristisch schwierig, aber es war richtig, weil die Kinder vorher entführt worden sind, dann hätte er sicher auch sich kritischen Fragen stellen müssen, es hätte aber nie die Dimension angenommen, die jetzt natürlich für Christina Block, muss man sagen, auch wirklich jetzt nicht so richtig gut aussieht.

Warum hat er es denn nicht gemacht? Das können wir nur spekulieren. Also die wissen ja, wie es gelaufen ist. Die Blogs wissen, wie es gelaufen ist. Es gibt ja nur zwei Varianten. Die eine Variante ist, sie haben es wirklich nicht gemacht. Sie haben es wirklich nicht in Auftrag gegeben, diese andere Geschichte, dass die das sozusagen freiwillig gemacht haben, dieses israelische Team Stimmen.

Die zweite Variante ist, er hat es deshalb nicht zugegeben, weil er es tatsächlich am Ende nicht selber entschieden hat. Das ist aber etwas, was man sich, wenn man die Struktur dieser Familie kennt, eigentlich nicht vorstellen kann, oder? Schwierig. Ja, es ist schwierig. Also man weiß jetzt nicht, ob die Israelis vielleicht am Ende gedacht haben, da gibt es nochmal eine Riesenprämie abzuholen, dass man so ein bisschen im Graubereich war, dass es keinen klaren Auftrag gab, aber zumindest ein klares Signal, dass die Rückführung der Kinder nochmal extra entlohnt werden würde.

Das kann natürlich sein, dass es so ein bisschen im Graubereich war, ohne dass man einen schriftlichen Vertrag abgeschlossen hat oder gesagt hat, dann gibt es die Summe X oder Y. Aber am Ende will sich jetzt natürlich jeder in Sicherheit bringen und da ist es das Einfachste mit dem Finger auf Christina Block zu zeigen.

Kommen wir zu dem zweiten interessanten Punkt an diesem 50. Prozestag. Wir beide sind davon ausgegangen und wir haben das oft genug kritisiert, dass dieser Prozess bis Ende Dezember geht. Und plötzlich sagt die Richterin, ich könnte mir vorstellen, dass der Prozess, und jetzt kommt das entscheidende Wort, spätestens Ende August zu Ende ist und wir ein Urteil treffen können, weil die Beweisführung abgeschlossen ist.

Hat das mit dem Auftritt von Keren T. zu tun? Warum betont sie das so, nachdem man wirklich ganz, ganz lange davon ausging, dass es mindestens noch bis Jahresende geht? Also semantisch ist es ja ein bisschen komisch. Auf der einen Seite der Konjunktiv und auf der anderen Seite das Wort spätestens. Also spätestens verbindet man normalerweise mit einer klaren Ansage.

Spätestens am Freitag ist dieser Podcast online. Und dann ist er online. Spätestens am Freitag könnte er online sein. Ist eigentlich eine widersinnige Ausgabe. Deshalb bin ich da so ein bisschen drüber gestolpert. Ich glaube, auf der einen Seite hat man das Ziel, das Ding jetzt zu Ende zu bringen, weil es wirklich ja auch in den juristischen Kreisen.

Inzwischen zumindest von einigen äußerst kritisch gesehen wird, beargwohnt wird, wie intensiv Hamburg sich dieses Falls annimmt. Ich habe einfach mal das Gedankenexperiment gemacht, was wäre eigentlich gewesen, wenn derselbe Fall in einer völlig unbekannten Familie passiert wäre. Und es wäre vielleicht auch nicht nach Dänemark gegangen, sondern was weiß ich, in die Türkei.

Und der Schwage hätte die Kinder zurückgeholt, Die Kinder, die quasi widerrechtlich entzogen worden sind. Hätte es dann auch einen Prozess gegeben in dieser Dimension, mit, du sagst es, 50 Tagen, mit dieser medialen Aufmerksamkeit? Sicherlich nicht. Wenn wir aber wissen, dass Justiz ja ja eigentlich blind sein soll, stellt sich schon die Frage, ob da nicht auch an einer Familie, die in Hamburg bekannt ist, ich will jetzt nicht sagen, ein Exempel statuiert wird, aber zumindest deutlich gemacht wird, da sind wir ganz besonders hinterher.

Und das wäre ein Eindruck, finde ich, der nicht gut wäre für Hamburgs Justiz. Und da muss man sich wirklich inzwischen die Frage der Verhältnismäßigkeit stellen. Du hast ja gerade die Frage aufgebracht nach der Cousine von den Blogs. Das ist natürlich nicht mehr verhältnismäßig. Das, was da passiert, und ich bin immer vorsichtig mit dem Wortskandal, das geht aber in diese Richtung.

Denn was haben die gemacht? Sie haben die Kinder ein paar Kilometer quasi gefahren. Die letzten Kilometer bis zum Haus quasi. Das ist am Ende wahrscheinlich, also die werden nicht in die Verhandlungen oder in die Gespräche, so glaube ich das zumindest, mit den Israelis verwickelt gewesen sein. Das ist ein Gefallen, den man unter Verwandten tut.

Und diese Menschen jetzt, 50 Prozesstage quasi an diesem Tribunal teilhaben zu lassen, nein, sich zu verpflichten dabei zu sein. Und dann auch nochmal so die Aussage zu machen, ja, es gäbe eine Belastung, aber das sei ja rein... Oder im Wesentlichen finanziell. Da spricht auch jemand raus, der, glaube ich, sein Geld einfach regelmäßig auf dem Konto hat, aber es nicht als Unternehmerin frei verdienen muss.

Ich halte das eigentlich inzwischen wirklich für eine ganz prekäre Entwicklung, die da eingesetzt hat und da wird sich auch, glaube ich, die Richterin noch kritische Fragen gefallen lassen. Das halte ich übrigens auch für einen echten Skandal, wenn man mal guckt, was wird den beiden vorgeworfen, der Cousine und ihrem Mann.

Der Cousine wird vorgeworfen, das Auto die letzten Kilometer zum Haus der Blocks gefahren zu haben und dem Mann wird vorgeworfen, sozusagen am Handy oder wo auch immer die Koordinaten rausgesucht zu haben. Und dafür 50 Tage. Stell dir vor, du bist Unternehmer. Das ist ein Verdienstausfall. 50 Tage sitzt du in diesem Prozess und das haben zumindest die Anwälte der beiden gesagt.

Die Polizei hat die beiden nie vernommen. Und die müssen aber 50 Tage in diesem absurden Prozess sitzen. Also da stelle ich mir wirklich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Und dazu kommt ja noch, dass jetzt am 50. Prozestag, da gab es nochmal den Antrag, dass sie das nicht mehr machen müssen, dass das abgespalten wird von dem Prozess, dass dann tatsächlich die Cousine einen Schwächeanfall bekommen hat.

Ihr es so schlecht ging, dass sie hyperventiliert hat, dass ein Anwalt gesagt hat, wir müssen jetzt mal einen Arzt holen und dann die Richterin hat gesagt, was du eben zitiert hast, hier geht es jetzt nicht um psychische Sachen, hier geht es, wenn überhaupt, um finanzielle Geschichten. Und das ist natürlich ein großer Moment.

Man stelle sich vor, wenn diese Frau wirklich etwas gehabt hätte oder wenn sie wirklich durch diesen Prozess, das kann ja passieren, 50 Tage da zu sitzen hätte. Ich saß einmal vor einem Gericht und muss sagen, das war eine schon, obwohl ich wusste, es endet mit einem Freispruch, es war eine schon ziemlich große Belastung.

Woher nimmt sich die Richterin das Recht raus zu sagen, diese Frau hat nichts, vielleicht ist die in der Zwischenzeit durch diesen Prozess schwer krank und sie riskiert da, dass sie noch kränker wird, dass sie riskiert diese Gesundheit. Da habe ich auch gedacht, boah, was passiert da, weil es ist eine Petitesse im Verhältnis zu allem anderen. Absolut, also es geht glaube ich darum, man möchte das Signal senden, wir gehen da mit der gebotenen Sorgfalt und Schärfe diesen Vorwürfen nach.

Sie sagt ja nochmal, es geht da um eine mittlere Beschwerekriminalität. Aber alles in allem, auch da gilt die Verhältnismäßigkeit. Denn dieser Prozess, der strahlt ja aus. Der steht ja in Wechselwirkung mit dem Rechtsempfinden der Leute. Und wenn wir gleichzeitig immer hören, wie überlastet die Justiz ist und was alles nicht verfolgt wird, dann gibt es schon bei manchen den Eindruck, hey, es gibt doch eine Justiz, die nicht blind ist, sondern sich kann auch angucken, wen sie da gerade vor sich hat. Und das finde ich wirklich schwierig.

Und also ich hoffe, dass dieser Prozess bald zu Ende geht. Insbesondere für die Cousine, die ja nichts dafür kann, dass sie die Cousine einer bekannten Hamburger Unternehmerin ist. Genau wie du es gesagt hast, stell dir vor, sie wäre die Cousine von Hertha Müller gewesen. Ja, dann würde sie da nicht 50 Tage sitzen. Dann wäre nämlich der Prozess wie in drei Tagen zu Ende und sie wäre sicherlich nicht dabei gewesen.

Wir werden das verfolgen und wir werden mal gucken, was die Richterin damit gemeint hat, dass der Prozess spätestens Ende August zu Ende sein könnte. Vielleicht ein Kollege, mit dem ich dann vorhin sprach, einer unserer Gerichtsreporter, sagte, sie hätte ja nicht gesagt, welches Jahr. Aber Ende August, Ende August. Also, großes Blockthema, aber wichtig an dieser Stelle.

Thema Nummer zwei, haben wir schon ein paar Mal besprochen, ist so ein Thema, was du damals ausgegraben hast. Du hast mal irgendwann vermeldet, und da konnte ich es gar nicht glauben, dass Hamburg ein Freibad in der Außenalzer bekommen könnte. nach dem Vorbild von anderen Städten, die entsprechende Wasserflächen haben. Und nun haben diese Woche...

Der Bürgermeister, Peter Tschentscher, die Umweltsenatorin, Katharina Fegeband und der Sportsenator, Andreas Grode. Und die Bäderlandchefin. Mit der Bäderlandchefin zusammen vorgestellt, das heißt es kommt tatsächlich am Schwanenwieg, gibt es ein Freibad in der Alster. Zumindest gibt es jetzt einen Entwurf, der durchdacht ist und es gibt den politischen Willen, das zu machen. Das heißt noch nicht zu 100 Prozent, dass es kommt, aber es bedeutet zumindest, dass es wahrscheinlicher, dass es kommt, als dass es nicht kommt.

Natürlich muss man sehen, das ist auch ein bisschen im Rahmen der Olympia-Bewerbung nochmal wieder schöne Bilder, etwas, was Lust macht, aber das ist ja wirklich, wie du auch zu Recht gesagt hast, eigentlich war das letztes Jahr so ein bisschen auch Sommerlochstopfen. Ach, jetzt gibst du es zu. Jetzt gibst du es zu. Manchmal muss man sich die Geschichten ja auch suchen.

Das war ja ein Entwurf eines Architekten von Störmer Murphy & Partners, die also diese Idee mal in den Raum reingeworfen haben. Und ich fand dieses Modell, die hatten ja ein etwas großzügigeres, ja fast ein bisschen Bali-artiges Holzschwimmbad, sich am selben Standort, am Schwanenweg gedacht. Und jetzt sind die Planungen, übrigens nicht von dem Büro, sondern von einem anderen Büro, was.

Nicht alle so nett finden, das hat jetzt GMP gemacht. Und die haben eine sehr zurückgenommene, sehr, ja, ich würde fast sagen spartanisch, aber durchaus anseadische Lösung präsentiert, die sich ja auch an den Bildern misst, die wir so lieben, aus Kopenhagen, aus Oslo, auch aus Helsinki, jetzt aus Paris.

Menschen, die in den eigenen Flüssen baden können. Das ist so ein Bild, das man von früher kannte. Hamburg hatte ja auch ein Riesenschwimmbad am Schwanenweg und das jetzt wieder möglich ist. Und dann wird das vorgestellt, ich habe es gesagt, mit drei der wichtigsten Politiker und Politikerinnen Hamburgs, kurz vor der Entscheidung zu Olympia.

Und dann sagt der Bürgermeister aber sowas wie, jetzt nicht zu euphorisch werden und das wird irgendwie alles so ein bisschen einfacher und es wird eine Badeanlage für alle. Ist das typisch Schenschau oder ist das typisch Hamburgs? Beides würde ich sagen. Also erstmal ist es typisch Schentscher. Er greift natürlich auch so ein bisschen eine Stimmung auf.

Jetzt wollen sie noch was bauen und sie kriegen ja das andere schon alles nicht hin. Deshalb nimmt er das ein bisschen zurück. Also nicht wieder ein Wolkenkuckucksheim, sondern eher ein etwas größerer, hipper Badesteg. Es ist aber auch, wenn man wirklich diesen Gedanken fortsetzt, zu sagen, wir wollen da keine richtige Badeanstalt, sondern eigentlich eine barrierefreie Bademöglichkeit schaffen, ohne Eintritt, das zumindest ist das, was sie favorisieren, wo jeder hingehen kann, wo jeder reinspringen kann.

Das ist wirklich exakt das Kopenhagener Modell und die haben auch ganz einfache quasi Badestege da gebaut. Das ist schon, muss man sagen, sexy und was man halt auch nicht übersehen darf, der Ort ist natürlich großartig. Und wenn wir wirklich mal, das soll ja wohl mindestens drei, vielleicht sogar vier, fünf Jahre dauern, wenn das wirklich mal Wirklichkeit wird, dann wird man die Sonne untergehen, sehen können, über der Alster und im Alsterwasser schwimmen können.

Das wird ikonografisch für diese Stadt stehen. Und das ist natürlich am Ende des Tages, muss man begreifen, da geht es nicht nur um eine Badeanstalt. Da geht es um ein Signal, das ist eine verdammt coole Stadt, liebe Leute. Und wir werden gerade in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch viel mehr um die Talente, die es in Europa und weltweit gibt, kämpfen und uns darum bemühen müssen.

Und solche Bilder machen eine Stadt attraktiv. Und deshalb geht es um viel mehr als um eine Badeanstalt. Und es geht gleichzeitig auch und deshalb ist mir das auch so ein Herzensanliegen. Ja, ich bin auch begeisterter Schwimmer, aber der Punkt ist halt, es ist auch ein Versprechen, dass Dinge besser werden können.

Früher schwammen die Menschen in Flüssen, dann kam die Umweltverschmutzung und wer vor 30 Jahren in die Alster gesprungen ist, musste danach wahrscheinlich erstmal mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Jetzt haben wir es geschafft, dass das Wasser wieder fast so sauber ist, warum wir jetzt noch ein bisschen klären müssen, dass man da baden kann.

Was ist das für eine tolle Symbolik? Dinge werden auch besser und deshalb kann ich nur sagen, Leute macht es und hört auf, irgendwie auf diese ganzen Bedenkenträger zu hören. Ich, für meinen Fall, habe einfach keine Lust mehr immer zu hören, was nicht geht. Ich möchte mal die unterstützen, die sagen, da geht was.

Der Übergang zu unserem Thema ist jetzt schwierig, aber einerseits muss ich mich bei dir entschuldigen, andererseits muss ich sagen, ich hatte recht. Es geht um den HSV und den FC St. Pauli. Du hattest gesagt, an diesem Ort, dass der FC St. Pauli vor dem HSV landet. Ich habe Folgendes gesagt, ich habe es mir nochmal angehört, ich habe gesagt, ich habe das ausgerechnet, habe gesagt, lieber Matthias, am Ende der Saison wird der FC St.

Pauli 39 Punkte haben und der HSV 38 Punkte. Und da muss man sagen. Jetzt kann man über meine mathematischen Fähigkeiten oder Vorhersagefähigkeiten einiges sagen. Dazu sage ich wie üblich nichts. Aber beim HSV hatte ich recht, der HSV hatte 38 Punkte und beim FC St. Pauli habe ich mich geirrt. Da fehlten 13 Punkte. Habe ich mich verrechnet und trotzdem muss ich sagen, also erstmal ist es sehr traurig, dass der FC St.

Pauli abgestiegen ist. Und trotzdem muss ich sagen, die Art und Weise wieder erinnert mich an die Niederlage von Olaf Scholz bei der Bundestagswahl vor gut einem Jahr. Ein sehr guter Verlierer und ich fand der FC St. Pauli ist ein sehr guter Absteiger und am tollsten fand ich, dass nicht dieser Reflex sofort kam, wir schmeißen den Trainer raus, sondern Oke Göttlich, der Präsident gesagt hat, da haben wir alle unsere Schuld drin, wir sind alle zusammen Achtzehnter geworden und jetzt bleiben wir ganz ruhig und sehen weiter, was der Herr Plessin denn möchte.

Siehst du das, ist man als St. Pauli-Fan, sieht man das genauso? Nein. Nein. Also ich fand das so, diese Ruhe, mit der St. Pauli sich aus der ersten Liga verabschiedet hat, total wohltuend in diesem Fußballwahnsinn. Also, ja, du hast recht, das wirkte erst mal sympathisch. Aber auch Fußball ist am Ende eine Sportart, die im Wettbewerb steht.

Und man muss, glaube ich, auch als Fußballverein eine gewisse Leistung einfordern dürfen. Und diese Mannschaft hat diese Leistung, das muss man, glaube ich, konstatieren, auch noch mal im letzten Spiel viel zu selten gebracht. Und diese Leistung hat leider auch, ich schätze ihn sehr, der Trainer nicht gebracht und die hat auch der Sportchef nicht gebracht.

Wir haben den falschen Kader zusammengekauft. Wir haben zwei katastrophale Serien von sieglosen Spielen beziehungsweise Niederlagen gezeigt. Also man muss ja auch noch mal sehen, wir hatten nach drei Spieltagen sieben Punkte und nach 34 Spieltagen 26 Punkte. Das heißt, dass wir so lange überhaupt noch mit dabei waren, hat nur damit zu tun, dass wir gut gestartet sind.

Ansonsten haben wir 19 Punkte in 31 Spielen gesammelt. Das ist wirklich mit Verlaub Tennis Borussia Berlin Niveau. Und ich finde schon, dass man als Fan, als Fan zahlt man ja auch für seinen Verein, ein bisschen mehr erwarten kann. Was mir am Ende gefehlt hat, ich habe ja schon einige Abstiege erlebt, aber keiner von diesen Abstiegen hat mich so wütend gemacht.

Weil wir hatten oft Mannschaften, die wollten, aber die konnten nicht. Und jetzt hatten wir eine Mannschaft, die in meinen Augen viel mehr gekonnt hätte, aber gar nicht mehr so recht wollte. Und das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es in dieser Mannschaft ja eigentlich von vornherein nie richtig gestimmt hat.

Und da ist, also das ist wie eine Redaktion, eine Redaktion, die permanent Auflage und Reichweite verliert und die nicht harmoniert. Da würde man sich auch die Frage stellen, wer ist denn da eigentlich in der Chefredaktion? Die Frage stellen wir später. Aber das heißt mit anderen Worten, ist es zu viel Gelassenheit?

Ja, eindeutig zu viel Gelassenheit. Also ich finde schon, dass man nach so einer Horrorsaison, man muss ja auch sehen, die zweite Mannschaft ist ja auch abgestiegen. Wir haben ja nicht eine einzige Minute eines Nachwuchsspielers gesehen. Da ist quasi gar nichts. Und da kann man schon die Frage stellen, Leute, was habt ihr denn gemacht in den letzten Jahren?

Und das ist einfach zu wenig. Wir hatten wirklich viele Jahre... Auch noch unter Ewald Lien, der hat dann neue Leute hochgezogen und plötzlich hat sich das Stadion auch in so einen jungen Spieler verliebt, weil er gesagt hat, Mensch, okay, der Ball ist ihm versprungen, aber egal. Wenn ich jetzt, sage ich jetzt mal zugespitzt, irgendwie aus der drittischen englischen Liga einen Spieler verpflichte, der im Kopf schon wieder nächstes Jahr in einer anderen Liga, nämlich in England spielt, dem ist das völlig egal.

Und da gibt es dann auch nicht die Beziehung zu den Fans. Und das ist eine Entwicklung, die ich wirklich mit Sorge und Argwund übrigens auch schon am Anfang der Saison gesehen habe. Da war man am Anfang vielleicht nach diesen drei guten Spielen auch zu optimistisch und danach war es wirklich eine Höllensaison.

Ich habe, du hast in einer Konferenz neu schon wieder geungt, was die nächste Spielzeit anbelangt und da fiel schon wieder im Spaß natürlich, als es um die Frage geht, ob das Millern-Tor-Stadion ausgebaut werden soll. Praktisch sozusagen als Ausgleich dafür, wenn das Volksparkstadion neu und größer wird, dann wird das Mellantor-Stadion vielleicht auch neu und größer.

Da sind interessante Pläne im Umlauf. Ob es Gerüchte sind oder Pläne, muss man nochmal gucken. Da hörtest du schon, was brauchen wir denn in der dritten Liga? Sagtest du, was brauchen wir in der dritten Liga, so ein großes Stadion? Das ist dann sozusagen noch aus der momentanen Verfasstheit so ein Wort?

Oder ist es die Angst vor Thuner-Düsseldorfs-Geschichte? Ja, da halte ich es ja wie so Kultursenator. Das ist strategischer Defetismus. Da wir ja nun wirklich überhaupt nichts daran ändern können oder so gut wie gar nichts daran ändern können, muss man sich vielleicht aufs Schlimmste gefasst machen. Fakt ist aber, dass wir auch diese Saison wieder gesehen haben.

Dass sich die Bundesliga-Absteige, dieses Mal waren es Bochum und Kiel, beide sehr, sehr schwer getan haben. Absolut. Kiel war lange Zeit in akuter Abstiegsnot, bis Herr Walter kam. HSV-Fans werden ihn noch kennen. Und nach dem vorletzten Abstieg, wir erinnern uns, ungerne 2002, sind wir leicht 2003 in die dritte Liga abgestiegen.

Wir kennen das also. Und auch daran erinnere ich, Dann war das Stadion nämlich nicht mehr voll. Und dann haben viele Leute, ein Fehler, den sie bis heute bedauern, gesagt, was soll ich jetzt eine Dauerkarte holen? Ich hole mir von Spiel zu Spiel die Karten. Unter anderem König Borussia das erzählt, dass er dann richtig kämpfen musste von fettes Brot.

Großer St. Pauli-Fan, ein tolles Buch über den FC St. Pauli geschrieben. Das war jetzt sehr, sehr kritisch, aber ich finde, wir müssen uns dieser Kritik auch mal stellen. Also wenn wir uns immer in den Armen liegen, ja, das tun wir auch, tun wir auch gerne. Aber wir müssen auch jetzt nach so einer Saison einfach mal ehrlich miteinander sein und sagen, das ist scheiße gelaufen.

Kommen wir vom zweitklassigen Sport, das ist jetzt böse von mir, zu Weltklasse. Da muss ich sagen, habe ich diese Woche einmal mehr gestaunt. Die Bitpanda Open am Hamburger Roten Baum, das Tennis-Turnier. Ich war fast jeden Abend da, weil ich. Wirklich mal Weltklasse-Sport sehen wollte. Und da waren ja, und das unterschätzt man immer, ja, es war Janik Sinner nicht da und es war Carlos Alcatraz, der Verletzt ist nicht da.

Es hat Alexander Zverev abgesagt, aber es waren aus den Top 10, wenn mich nichts täuscht, drei oder vier Leute da, unter anderem Ben Sheldon, die Nummer 5. Und ich kann nur sagen, man kann in Hamburg so nah an wirklichem Weltklassessport, nirgendwo sein, wie bei diesem Tennisturnier. Und ich habe mich aber dann gefragt, warum sind gerade in den ersten Tagen nicht mehr Menschen, die, Die bestverkauften Tage sind ja immer die letzten.

Also wenn wir den heutigen Freitag, also wenn wir den Podcast aussteigen, den Freitag, wo die Halbfinale sind und das Samstag, wo das Finale ist. Aber da denke ich, Leute, ihr müsst an den ersten Tagen kommen, weil da kriegst du, du zahlst nicht wenig, die Karten gehen so los bei 39 Euro, da kriegst du unglaublich viel Tennis für wenig Geld und am Ende zahlst du viel mehr, kriegst aber nur drei oder vier Spiele.

Und ich habe mich gefragt, Warum ist dieses Stadion nicht, es war gut besucht, aber nicht permanent? Hast du eine Antwort? Weil die würde mich wirklich interessieren. Ich habe keine Antwort. Oder ist die Stadt am Ende gar nicht so sportbegeistert, wie wir glauben? Ja, das weiß ich. Wir haben ja irgendwie schon in Hamburg und Umgebung so allein 30.000 Tennisspieler und Spielerinnen.

Also da müsste es eigentlich reichen. Es passt ja auf den Center Court, glaube ich, knapp 10.000 rein. Es gibt viele Aktionen. Ich glaube, so ein bisschen ist diesem Turnier die Bindung an die Stadt abhanden gekommen. Also man merkt das auch so in der Redaktion, dass das dann so... Also vor 20 Jahren, und da war ja eigentlich auch, das ist ein guter Gedanke, war ja auch schon die Zeit von Boris Becker und Steffi Graf vorbei, war das immer noch ein quasi fester Termin, also auch so ein Business-Termin.

Auch gesellschaftlich, genau. Genau, man musste sich irgendwann mal, ich war ja damals bei der Welt und da gehörte es dazu, ich musste mich da... Am roten Baum sehen lassen. Und das hatte schon irgendwie ein, ja wirklich, wie du sagst, Hochleistungssport gepräge, was man sonst in der Stadt halt nicht so oft hat.

Und ich glaube, da ist da diese Verbindung abgebrochen. Man sieht dann natürlich noch den Hamburgs größten Tennis-Fan und Förderer, Alexander Otto. Saß dann unter anderem mit seiner Mutter in der Loge und dann hat er am nächsten Tag mit Freunden. Aber so wie früher, dass du über die Anlage gehst und sagst, ach guck mal da und da, dass du im VIP-Bereich ganz viele bekannte Hamburger aus der Hamburger Gesellschaft siehst, das hast du nicht mehr.

Du triffst dann so Leute wie Johannes Strate, den Sänger von Revolverheld, oder eben Alexander Otto, waren auch mal ein paar HSV-Spieler da oder so. Aber ich glaube, diese Verbindung ist abgebrochen. Und dann gibt es, glaube ich, ein großes Missverständnis, was die Preise anbelangt. Also wenn man sagt, sicher ist so etwas teuer, aber ich würde es immer ja so machen, ich würde mir vielleicht mit jemandem ein Ticket teilen.

Und der eine geht morgens oder vormittags, vielleicht hat er vormittags mal Zeit und der andere geht nachmittags. Weil du kannst das Ticket nämlich nehmen, du gehst dann raus, dann wird das Ticket sozusagen entwertet und dann kannst du damit wieder reingehen. Das heißt, du kannst dieses Ticket auch mit drei oder vier Leuten nutzen.

Könnten wir zusammen, nicht ganz zusammen, aber zumindest an einem Tag zum Tennis gehen. Und ich muss sagen, das ist schon eine, also wenn man das mal live gesehen hat, was das für eine Art von... Geschwindigkeit, Druck, auch dieses ganze Mentale, es ist schon total interessant. Ja, und da habe ich gedacht, okay, sind wir jetzt doch am Ende nur eine Fußballstadt, weil wir haben das erlebt auch beim Basketball, bei den Towers, wo auch nicht immer alles ausverkauft ist, beim Handball.

Handball hat sich schwer getan, obwohl sie ja lange Zeit wirklich Spitzenhandball hier... Genau, also richtig ausverkauft ist eigentlich nur HSV und St. Pauli. Und Eishockey war auch ausverkauft lange Zeit. Lange Zeit. Ja, aber du hast schon recht, alle anderen tun sich schwer. Ja, ich glaube, es hat ja auch ein bisschen damit zu tun, wir haben ja in dieses Hightech-Stadion damals viel, viel Geld investiert.

Und eigentlich war ja der Gedanke, das sollte ja auch eine Arena werden für Konzerte, für viele Veranstaltungen. Dann wäre natürlich dieses Stadion auch ganz anders in den Köpfen drin. Allein, wir wissen heute, da wir es nur noch für Tennis und ich weiß gar nicht, wie viele Abende noch für andere Veranstaltungen. Und dann mit Wuster Tennis ist es auch ganz schwierig.

Also wenn dann noch, das gab es am Mittwoch, gingen die Spiele bis tief in die Nacht. Und da musste man aufpassen, dass das letzte Spiel auf jeden Fall vor 22 Uhr beginnt, weil nach 22 Uhr darf kein, und ehrlich gesagt, also wenn du vor dem Stall stehst, du hörst es kaum. Da merkst du halt auch wieder, eine wirkliche Sportstadt dürfte sich eigentlich diese Frage nicht stellen, wenn man weiß, das ist eine einmalige Veranstaltung im Jahr, alles andere hat man ja offenbar schon weggeklagt.

Dann muss es doch auch möglich sein. Ich meine, stell dir mal umgekehrt vor, irgendwie am Millern-Tor gibt es Verlängerung und Elfmeterschießen. Dann wird es nämlich auch 12 Uhr. Und dann sagt der Schiedsrichter, sorry, Elfmeterschießen müssen wir leider abbrechen. Beim Stande von 6 zu 6. Wir machen morgen weiter, weil die Anwohner haben sich beschwert.

Und es ist doch ein Traum, auch wenn du da lebst. Du kannst da einmal rübergehen, du kannst wieder hochgehen, ein bisschen zu Hause Mittagessen, gehst wieder rüber. Also schwierig. Aber da sind wir schon bei dem letzten Thema, das uns natürlich heute noch einmal verfolgt und dann in die nächste Woche und die übernächste Woche auch noch mal, weil dann die Entscheidung getroffen ist.

Dann machen wir die Nachlese. Was sagt dein aktueller Stimmungs... Also ich finde ja, ich habe ja so viel rumgemeckert an der Kampagne und muss sagen, was man jetzt schon sagen muss, die Kampagne ist so unübersehbar. Sie ist überall. Ich stand heute Morgen als Fußgänger an der Ampel und da war so ein Ding, was ich immer, wie heißt das, so eine Plakatwand, die sich immer verändert.

Nur Olympia, es ging nur Olympia. Und jetzt ist auch wirklich genau das, was ich immer gefordert habe. Ja zu Olympia, ja zu Hamburg. Also so ganz klare Botschaften. Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn ich mir so in meinem Umfeld umhöre, am interessantesten war mein Vater, ein großer Olympia-Gegner, stimmt auf jeden Fall mit Nein, der mir jetzt aber, glaube ich, signalisiert hat, dass er doch mit Ja gestimmt hat.

Und so erlebe ich so ein Paar, die sich umstellen, Ansonsten, ja, jeder Vierte hat schon abgestimmt. Das ist aber offensichtlich, während es am Anfang so aussah, als ob es große Welle ist, das ist jetzt wieder zu diesem Zeitpunkt relativ normal. Daraus kann man nichts ablesen. Ich würde aber heute vom Gefühl her sagen ...

Das geht in die Richtung, dass man so irgendwo 55, 56, 57 Prozent landet. Ja, 57 wäre schon gut. Ich hoffe, das ist ein HSV-Tipp und kein St. Pauli-Tipp, weil dann wäre es ja passgenau. Aber interessant war übrigens... Ich schätze 53 und das wäre zu wenig, um gegen München zu bestehen. Weil man muss ja auch wissen, was der liebe Kollege Markus Söder schon wieder hinter den Kulissen irgendwie an Strippen zieht, damit die Spiele nach München kommen. Und wenn du da mit 53 gegen 66 antreten musst, dann wird es auch schwer.

Aber trotzdem, auch 50,1 wäre erstmal ein Erfolg, weil das Signal zumindest gesetzt wäre, wir haben seit 2015 ein bisschen was gelernt und trauen uns mehr zu. Und interessant finde ich auch in dem Zusammenhang, das werden wir dann analysieren, wie sehr sich der Bürgermeister jetzt in den Mittelpunkt der Kampagne stellt.

Es gibt ja so Plakate, wo er komplett lebensgroß ist und dann sagt ja zu Olympia. Man muss sagen, wenn das nicht klappt, ist das natürlich dann auch, hat er ganz schön was riskiert. Ich will noch sagen, ich habe mit einem der deutschen Mitglieder im IOC gesprochen, Michael Brons, den viele kennen, war dann den CHIO in Aachen organisiert.

Und dann habe ich den natürlich auch gefragt, ist es denn tatsächlich so, dass Deutschland zu 100% an Olympia bekommt? Das fand ich interessant. Er sagt, ja, wir haben eine gute Bewerbung. Die Bewerbung von allen vier Städten kam beim IOC gut an. Deutschland hat eine gute Chance, aber dass es automatisch passiert, das sagte er nicht, weil, und das war mir auch nicht bewusst, es eine zweistellige Zahl von Bewerberstädten gibt für Für die Jahre 2036, 2040, 2044.

Und allein das sollte ja allen Gegnern, sollte sich dann die Frage stellen, wenn es so viel gibt, die Olympia haben wollen. Also, was spricht dann eigentlich dagegen? Aber gut. Und auch nochmal die Frage, was haben wir 2015 verkehrt gemacht? Denn damals blieben am Ende zwei Bewerberstädte, Paris und Los Angeles.

L.A. hat jetzt die Spiele in drei Jahren oder in zwei Jahren und Paris hatte sie vor zwei Jahren. Also diese Chance haben wir uns selbst aus der Hand geschlagen. So ist es. Liebe Matthias, liebe Zuhörer, vielen Dank. Wir sprechen und hören uns nächste Woche wieder. Bis dahin. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke.

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