
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 67
Wolfgang Kubicki: „Merz ist entweder ein Heuchler oder dumm“
Mittwoch, 13. Mai 2026 · 45 min
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Shownotes
Premiere bei „040 Hamburg streng vertraulich“: In der neuesten Folge begrüßen Matthias Iken und Lars Haider mit Wolfgang Kubicki zum ersten Mal überhaupt einen Interviewpartner in ihrem Podcast. Der Anlass könnte brisanter kaum sein: Trotz seines – wie er es selbst nennt – „fortgeschrittenen Alters“ greift der FDP-Haudegen noch einmal an und bewirbt sich um den Parteivorsitz. Sein ambitioniertes Ziel ist es, die Liberalen innerhalb nur eines Jahres in den Umfragen und bei kommenden Landtagswahlen wieder sicher über die Fünf-Prozent-Hürde zu führen. Im Gespräch gibt Kubicki überraschend private Einblicke und verrät, welche Rolle ein bekannter CDU-Politiker und insbesondere das Urteil seiner Frau bei dieser lebensverändernden Entscheidung spielten. Zudem rechnet er mit der politischen Konkurrenz ab und schildert, warum sich sein Bild von Olaf Scholz und Friedrich Merz in jüngster Zeit erstaunlich gewandelt hat. Ein absolut vertraulicher Einblick in die Pläne des Mannes, der es noch einmal wissen will.
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Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Haider und Matthias Sieken und ich haben das vor einer Woche angekündigt und haben gesagt, wir haben eine Hoffnung, zum ersten Mal in diesem Podcast einen Gast haben zu können und nicht irgendeinen Gast, sondern Wolfgang Kubicki. Für viele ist er das FDP-Urgestein, für andere ist er vielleicht der neue Chef der FDP.
So oder so, wir haben es geschafft. Er ist heute hier. Wir sind uns gegenseitig alle zugeschaltet. Lieber Herr Kubicki, die erste Frage stelle ich im Stil von Markus Lanz. Wo erreichen wir Sie denn gerade? Ich sitze gerade in meiner Kanzlei, weil ich ja neben der politischen Aktivitäten auch noch beruflich gebunden bin.
Ich habe noch einige Strafmandate abzuwickeln und heute ist der Freitag, wo ich Fristsatzfrist habe. Ich muss also noch arbeiten und freue mich, dass wir dann nur eine Stunde zusammen sind. Vielleicht schaffen wir es auch. Aber andere, Herr Kubicki, sitzen ja in Ihrem Alter quasi auf Ihrer Finca, auf Mallorca und fragen sich, wozu noch arbeiten?
Ja, ich bin ja Strafverteidiger seit 46 Jahren, bin auch gerade von meiner Kammer gelobt worden für diese Durchhaltefähigkeit. Ich habe meinen Mandanten versprochen, dass ich bei Ihnen bleibe, bis die Verfahren erledigt sind. Es ist alles erledigt, bis auf die letzten beiden, die jetzt im Juni erledigt werden, dankenswerterweise auch erfolgreich.
Was mir natürlich ein gewisses inneres Befriedigungsgefühl verschafft. Aber dann höre ich mit meiner anwaltlichen Tätigkeit definitiv auf. Politisch hören Sie anscheinend nicht auf. Es gab zwei Momente, wo man von Ihnen hörte, ich werde, nachdem die FDP aus dem Bundestag ausgeschieden ist, doch noch mal antreten oder zum ersten Mal antreten als FDP-Präsident.
Das war einmal direkt nach der Bundestagswahl. Da haben Sie dann das wieder zurückgezogen. Und das war jetzt, vor gar nicht langer Zeit. Und tatsächlich hatte das damit zu tun, dass Friedrich Merz so in einem Nebensatz, wie er manchmal so ist, die FDP für beerdigt erklärt hat. Ja, also wir müssen ja der Wahrheit verpflichtet dann auch die Chronologie richtig darstellen.
Ich habe nach der verlorenen Bundestagswahl am Montag danach erklärt, ich könnte mir ebenfalls vorstellen, Bundesvorsitzender FDP zu werden, nachdem ich auf der Fahrt von zu Hause zum Präsidium der Freien Demokraten gehört hatte, dass Marie-Ange Schwarzenamann erklärt hatte, sie könnte sich vorstellen, Bundesvorsitzender zu werden.
Deshalb gab dann einen Patt und herausgekommen ist Christian Dürr, was vernünftig war. Und das zweite Mal war tatsächlich der Adrenalinstoß, den ich hatte, durch Friedrich Merz, der ja öffentlich erklärt hat, übrigens als CDU-Volks, dann nicht als Kanzler, sonst wäre das rechtswidrig gewesen. Die FDP sei tot und alle Liberalen, die noch verblieben seien, hätten jetzt eine Heimat in der CDU gefunden.
Auch die Grünen hatten ja schon sich als Erdnachfolger in Position gebracht. Und dann habe ich mir gedacht, nee, das lässt du jetzt nicht auf dir und den Freien Demokraten sitzen, dass solche Schnarchnasen erklären, sie würden den Liberalismus beerben wollen. Und das hat mich dazu gebracht, über eine Woche nachzudenken und dann Ostersamstag auf Ostersonntag zu verkünden, dass ich jetzt antrete für den Bundesvorwitz.
Wir werden ja nur für ein Jahr nachgewählt. Also nur ein Jahr erstmal. Im Mai nächsten Jahres muss dann neu gewählt werden. Und wir werden sehen, ob es mir bis dahin gelingt, wenn die Partei mich wählt, sie wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Wenn nicht, weiß ich auch nicht weiter. Frau Strack-Zimmermann fühltet ja ein Rechtsruck der FDP, wenn Sie quasi das Rennen machen.
Ja, ich kann für die Einschätzung von Marie-Angers-Himmermann überhaupt nichts. Ich weiß auch gar nicht, in welche Richtung sie sich jeweils wendet, aber ich kann sicher sagen, dass die FDP ihr Gesicht nicht verändert werden wird, wenn Wolfgang Kubicki das Gesicht der Freien Demokraten nach außen ist.
Würden Sie erstmal uns erklären, wie das eigentlich sein kann, dass in einem Land, das ja eine große liberale Tradition hat und in dem die FDP ja schon in vielen Regierungen beteiligt war und immer eine Rolle gespielt hat, wieso es im Moment so aussieht, als ob diese Partei sich aus diesem Tief, teilweise auf Landesebene nicht mal mehr eigenständig genannt, sich im Moment nicht erholt?
Herr Heider, wir haben ja zunächst dreimal in den letzten 15 Jahren dokumentiert, dass es funktionieren kann. Wir haben 2009 mit etwas über 14 Prozent abgeschnitten, 2017 mit 10,7 Prozent und 2021 mit 11,4. Das heißt, das Potenzial von mehr als 10 Prozent ist vorhanden. Was ist passiert? Die Welt ist unübersichtlicher geworden. Die Krisensituationen haben zugenommen.
Und was machen Menschen, wenn Krisen herrschen? Sie scharen sich um die Regierenden. Und dann ist das Thema zunächst Selbstverantwortung, Eigenverantwortung, etwas, was eher Schrecken auslöst als Begeisterung. Es kommt hinzu, dass wir während der Ampelzeit die beiden wesentlichen Politikfelder, in denen die Freien Demokraten Kompetenz zuweisen, nämlich Außenpolitik und Wirtschaftspolitik, komplett den Grünen überlassen hatten mit Annalena Baerbock als Außenministerin und Robert Havik als Wirtschaftsminister, beide sehr erfolgreich, das war jetzt Ironie.
Und der Eindruck entstanden ist, das, was die Ampel macht, wird von der FDP insgesamt mitgetragen. Das, was Rot-Grün macht, wird von der FDP mitgetragen. Das hat dazu geführt, dass wir unmittelbar nach der Wahl monatsweise immer 0,5 Prozent an Zustimmung verloren hatten, bis hin zu 4 Prozent. An dem Tag, an dem wir die Koalition beendet hatten, waren wir bei 3 Prozent.
Und das hat dann bei der Bundestagswahl ein paar Monate später eben nur für 4,3 Prozent gereicht. Ich glaube, dass das wieder umzudrehen ist, dass vor allem eine klare Ansprache, eine klare Positionierung, eine klare Benennung der Problemlösungskompetenzen der Freien Demokraten uns wieder auf die Erfolgsspur bringen kann.
Aber das ist meine Überzeugung, meine Hoffnung. Wir werden sehen, ob es funktioniert. Sie haben eben den Blick zurückgeworfen in die Vergangenheit. 2013 sind Sie rausgeflogen, nachdem Sie zusammen mit Angela Merkel regiert haben. Jetzt bei der letzten Wahl nach der Ampel wäre es besser für die FDP, einfach an der Opposition zu bleiben.
Der Anspruch an der Partei muss immer sein, nicht nur ins Parlament zu kommen, sondern auch zu regieren. Aber zunächst stellt sich für uns die Frage der Regierung nicht. Ich bin ein Anhänger eines altnianischen Sprichworts, das da lautet, mach dir keine Gedanken, was du auf der anderen Seite des Ufers machen willst, solange du nicht weißt, wie du über den Fluss kommst.
Wir stellen definitiv nicht den nächsten Kanzler oder die nächste Kanzlerin. Also andere müssen sich um Mehrheiten bemühen, nicht wir. Ich glaube, dass wir zunächst erstmal nur unsere Position klar markieren müssen, denn ich spüre überall, insbesondere seit meiner Ankündigung, meiner Kandidatur. Dass ein unglaublicher Wunsch da ist, tatsächlich wieder Freiräume zu erobern, die momentan nicht vorhanden sind.
Das gilt sowohl in der Gesellschaft, im privaten Leben, bei der Frage Meinungsfreiheit, bei der Frage Pressefreiheit. Das gilt insbesondere aber auch bei der Frage der wirtschaftlichen Freiheit. Denn momentan fühlen sich nicht nur mittelständische Unternehmen, Solo-Selbstständige, sondern fast alle Unternehmen wirklich drangsaliert in den Möglichkeiten, ihre Kapazitäten voll zu erschließen.
Und wir sehen ja den Niedergang. Jeden Tag verlieren wir zwischen 1000 und 1500 Arbeitsplätze in Deutschland. Wenn das so weitergeht, dann müssen wir uns über Wohlstand in Deutschland, über Wohlstandssicherung nicht mehr unterhalten. Nehmen Sie uns doch nochmal mit auf Ihre Entscheidungsfindung. Man sieht ja jetzt, dass allein dadurch, dass Sie gesagt haben, ich trete nochmal an, auf einmal wieder über die FDP gesprochen wird.
Vielleicht können Sie uns auch sagen, wie viele solcher Interviews Sie schon gemacht haben. Es sind, glaube ich, sehr, sehr viele, sehr, sehr viele Anfragen. Deshalb freuen wir uns, dass Sie bei uns sind. Aber wie war das dann? Haben Sie auch ganz viele Leute wieder angerufen und haben gesagt, Wolfgang, du musst und Wolfgang, einmal noch.
Was hat Ihre Frau dazu gesagt, der Sie ja eigentlich, ich erinnere mich an ein Gespräch, was wir da hatten, eigentlich ja mehr oder weniger zugesagt hatten, jetzt ist ein bisschen weniger und wenn nicht, dann darf sie noch, glaube ich, zu irgendeinem Juwelier gehen und sich da irgendwie... Ein paar Sachen aussuchen. Also wie ist diese... Sie müssen, meine Frau, jetzt nicht auf Ideen bringen, die mich viel Geld kosten können.
Also lassen Sie das mal. Aber entscheidend ist, dass ja nicht nur der Medienbesatz richtig doll geworden ist, in einer Art und Weise, die ich mir so gar nicht vorstellen konnte. Ich wusste gar nicht, dass wir so viele Medien haben. Sondern vor allen Dingen drumherum passiert unglaublich viel. Wir können gemeinsam über die Straßen gehen.
Da werden Sie feststellen, wie viele Leute auf mich reagieren und sagen, machen Sie das. Und das ist toll, dass Sie nochmal antreten. Ich höre aus der Wirtschaft. mittlerweile freudige Signale und aus der Union, dass sie große Sorge haben, dass eine marktwirtschaftliche Kraft, die wieder Relevanz gewinnt, sie dazu zwingen wird, in Berlin auch eine andere Politik zu machen als gegenwärtig.
Aber in der Tat ist das so, die letzten drei Wochen seit Ostersonntag haben wir so viel Medienpräsenz wie die ganzen letzten Jahre nicht gemeinsam, außer als wir die Koalition beendet haben. Und das Entscheidende ist, wie war die Entscheidungsfindung? Ich war ja mit meiner Frau auf Mallorca nach der Rheinland-Pfalz-Wahl unmittelbar an dem Tag sind wir nach Mallorca geflogen. Für mich war die Sache eigentlich erledigt.
Wir sind ja gewählt für zwei Jahre. Ich habe gedacht, gut, jetzt bist du noch ein Jahr später von der Bundespolizei, dann hörst du einfach auf nach der Schleswig-Holstein-Wahl. Und dann kamen die Sortisen gegenüber Christian Dürr und Nicole Büttner, die ja die Partei in schwieriger Zeit übernommen haben, der Drang, gerade aus Nordrhein-Westfalen, die beiden abzulösen und sie zu ersetzen durch wen auch immer.
Zunächst Schrag Zimmermann, dann Schrag Zimmermann gemeinsam mit Wolfgang Kubicki, dann Schrag Zimmermann gemeinsam mit Henning Göhne, dann Henning Höhner alleine. Und in der Phase hat meine Frau schon gemerkt, dass ich ruhiger wurde und nicht mehr so freudig erregt, weil in unserer Aktivität beim Golfspielen nicht mehr ganz bei mir war.
Und ich kriegte tatsächlich viele Mails und viele Anrufe und viele WhatsApp-Nachrichten. Du musst es machen, hin und her. Und das ging die ganze Zeit so, bis dann, ich glaube, es war Mittwoch, Pedaghi Karsten mich anrief, mein ehemaliger Ministerpräsident aus Göttingen-Holstein, und sagte, Wolfgang, du musst unbedingt antreten, du musst es machen, du bist der Einzige, der die FDP retten kann.
Und da habe ich gesagt, du bist ein lustiges Kärchen, du sitzt auf einer grünen Wiese oder beim Glas Wein und glaubst, dass ich jetzt in meinem wunderbaren Alter jetzt auch nochmal die FDP retten muss. Und er hat gesagt, nein, das musst du machen. Wir brauchen als Union auch eine starke FDP an unserer Seite, damit der ganze Murks, der in Berlin passiert, endlich mal wieder weggeräumt werden kann.
Und da habe ich ihn gefragt, bist du bereit, das auch öffentlich zu sagen? Und er hat gesagt, selbstverständlich mache ich das öffentlich von hin und her. Gut, da habe ich gedacht... Meine Frau kriegte das Telefonat mit zwischen uns beiden, hat sie mich schon angeguckt. Dann hat Christian Lindner mich angeschrieben und mit mir auch gesprochen nach der Devise, du bist der Einzige, die die Partei retten kann, du musst es machen.
Auch so lustig habe ich ihm gesagt, du bist ja auch lustig, du bist jetzt in der Wirtschaft, schiebst den Kinderwagen durch den Park und, und, und. Und erwartet von mir, dass ich sozusagen meine Kraft, die ich noch habe, jetzt einsetze, die Partei zu retten. Und dann kam meine Frau, man kann daran sehen, eine kluge Frau, die mir jetzt 29 Jahre verheiratet ist und gesagt hat, ich weiß, wie das bei dir ist, ich weiß, was hier in dir los ist. Ich könnte dir jetzt sagen, du machst es nicht.
Dann wüsste ich, du würdest es nicht machen, dann wirst du aber todtraurig und wirst die ganze Zeit rumlaufen mit einem zerknitterten Gesicht, weil du nicht versucht hättest, das Blatt nochmal zu wenden. Ich kenne dich ja, außerdem ist es auch nur ein Jahr. Ich sage dir ja, mach es. Das ist besser für dich, besser für unsere Beziehung.
Und jetzt sagt sie zu mir, du bist ja wie ein Jungbrunnen, habe ich gesagt. Daran kannst du sehen, das ist eine Win-Win-Situation für uns beide. Ich bin aufgelebt und du freust dich darüber, dass ich aufgelebt bin. Tiffany war es. Jetzt weiß ich wieder, Tiffany war es. Nee, es war nicht Tiffany, es war Bulgari. Aber wir wollen jetzt keine Gleichlage machen.
Wir waren gerade in Hamburg, wenn ich das mal sagen darf. Wir sind bedauerlicherweise, weil wir vom Alsterhaus kamen und als wir langgegangen sind, die Straßen langgegangen sind, wir steuerten schnurstracks, ohne dass es geplant war, auf den Bulgari-Laden zu. Ich habe gesagt, Engel, das ist erst eine Maßgabe, wenn die Wahl hinter uns liegt, das heißt, die Wahl zum Bundesholz.
Dann können wir darüber reden, ob wir in Hamburg noch mal in den Bulgari-Laden gehen. Der neue Wahl hofft jetzt quasi auf ihre Wahl. Aber wenn wir ein bisschen weiterdenken, das ist ja ein richtiger Knochenjob, wenn man also Parteivorsitzender ist. Ich erinnere mich da an einen Vorvorgänger als Christian Lindner in dieser Phase der außerparlamentarischen Opposition, Parteichef war.
Stand jemand auf dem Fußballplatz, guckte meinem Sohn zu und da rief Christian Lindner an und störte sich an einem Kommentar des Hamburger Abendblatt zur Aussicht der FDP. Da habe ich gesagt, Mein Gott, der hat aber was zu tun, wenn er alle Regionalzeitungen, wo gewählt wird, liest. Der hat also, muss man sagen, ja wirklich...
Nicht 9-to-5, sondern eigentlich einen Rund-um-die-Uhr-Job gehabt. Wollen Sie das auch so ausfüllen? Also ich würde nie jemanden anrufen und mich über einen Kommentar beschweren. Er hat sich doch nicht beschwert, er hat eher einen Gedanken angerufen. Ja, es sei denn in dem Kommentar, das hatte ich gerade gemacht bei der Neuen Osnabrücker Zeitung, in dem Kommentar sind Unterstellungen enthalten, die nicht zutreffend sind. Da weise ich nur darauf hin, dass das aus meiner Einsicht nicht zutreffend ist.
Aber der Rest, ich bin ein vehementer Vertreter der Pressefreiheit, der Rest kann geschrieben und gesendet werden, wie immer das will. Ich habe ja mit Martin Hagen mir bewusst einen Generalsekretär ausgesucht, von dem ich weiß, dass er die Partei kennt, dass er extrem vernetzt ist, dass er auch ein Berliner Netzwerk hat, dass er auch zu den Parteitagen fahren kann. Die Feldaufteilung wird sein.
Mein Pfad wird in erster Linie dann bestehen, die Außenkommunikation der FDP unter meine Fittiche zu nehmen und die Binnenkommunikation. Das heißt, die Bespaßung von Kreis- und Ortsverbänden wird Martin Hagen übernehmen müssen, weil ich das auch gar nicht physisch gar nicht mehr leisten kann. Ich weiß jetzt erst, wie groß die Bundesrepublik Deutschland ist.
Ich bin gestern aus der Brücken zurückgekommen nach Kiel und habe neuneinhalb Stunden gebraucht. Also können Sie mal sehen, was es so bedeutet, wenn man mal schnell von A nach B will. Aber wichtig ist ja zunächst, dass wir in den Medien weiter vertreten sind. Wichtig ist zunächst, dass wir einen guten Social-Media-Auftritt haben.
Wichtig ist zunächst, dass wir bei den Verbänden wieder geratet sind, dass wir dort auftreten können. Das hatte ich gerade beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft. Also nach Bärbel Baas als Liberaler aufzutreten, ist ja wirklich auch ein Geschenk Gottes. Und dann haben sie die Leute, die dann Applaus spenden, quasi schon in der Tasche, wenn sie nur damit anfangen, dass sie sagen, ich freue mich, dass ich nach Bärbel Baas reden kann, um ihnen zu sagen, ich bin heute zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, die FDP ist nicht tot und im Übrigen sind Unternehmer nicht unsere Feinde, dann sind sie schon...
Und das wird meine Aufgabe sein, die FDP wieder im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, denn es kommt nicht darauf an, wie gut wir uns als Partei fühlen. Es kommt darauf an, dass wir ausreichend Wählerinnen und Wähler gewinnen, denn das ist unsere Münze, in der wir bezahlt werden. Am Wahltag muss es mehr als 5, 6, 7 Prozent sein.
Und das wird meine Aufgabe das nächste Jahr sein und dazu beizutragen, dass die vielen jungen kreativen Kräfte, die wir haben, endlich mal aus sich rausgehen, sich profilieren und damit auch die FDP profilieren. Aber müssen Sie dann nicht das durchhalten bis zur Bundestagswahl? Weil erstens sind Sie ein erfahrener Wahlkämpfer, zweitens sind Sie jemand, der auch diese ganzen Einladungen kriegt, ja anders als zum Beispiel Christian Dürr, dass Sie so sagen, wenn Sie jetzt sagen, ich mache ein Jahr, ich werde für ein Jahr gewählt und dann gehe ich raus, dann könnte das sowieso nicht gefallen. Das sage ich ja gar nicht.
Ich sage nur, ich glaube, dass die FDP wieder in ihr Volksspruch gebracht werden kann. Ich will alles dafür tun, dass das geschieht. Wir haben dieses Jahr noch drei Wahlen in Deutschlands Osten, also Berlin und Deutschlands Osten. Wir haben im nächsten Jahr vier Wahlen, Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Bremen, alle vor dem nächsten Parteitag.
Wir werden jetzt nur für ein Jahr nachgewählt. Sollte es mir in diesem einen Jahr nicht gelingen, die FDP wirklich über 5% zu stabilisieren, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Sollte das gelingen, werden wir im Mai nächsten Jahres in aller Ruhe und Kreativität entscheiden, wie es weitergeht. Und noch einmal, ich mache mir keine Gedanken darüber, was sein wird in drei Jahren.
Ich mache mir erstmal Gedanken darüber, ob wir es schaffen, die nächsten sieben Wahlen, die vor uns liegen, erfolgreich zu bestehen. Wie sieht das denn aus? Wann erwarten Sie denn, wird das nächste Mal der Bundestag gewählt, angesichts der Performance von Friedrich Merz und Bärbel, Bas und Co.? Das Gute an uns beiden ist, dass im Gegensatz zu Ihnen ich solche Prognosen nicht abgeben muss, weil ich ja weiß, wenn ich sicher wäre, dass das so wäre, wenn ich in die Zukunft gucken könnte, würde ich Lotto spielen und Millionär werden, ohne dass ich was tun muss.
Es passiert so viel, das Leben ist so volontier geworden. Wir hätten uns nicht gedacht, dass wir einen massiven wirtschaftlichen Einbruch kriegen, dadurch, dass Donald Trump den Iran angreift und dass die Straße von Hormuz geschlossen ist. Ich hätte mir vor 2022 nicht denken können, dass die Russen in der Ukraine wirklich einmarschieren und einen Krieg in Mitteleuropa beginnen.
Also ich hätte mir auch nicht vorstellen können, definitiv nicht, dass Friedrich Merz in seiner Regierung nach einem Jahr schon so im Keller ist, wie es vorher noch keine Regierung war seit Bestehen unseres Landes und noch kein Bundeskanzler so unbeliebt war wie Friedrich Merz, obwohl er doch einen smarten Auftritt hat.
Also es gibt schon Leute, die sehen sich nach Olaf Scholz zurück und das ist doch... Sie auch? Also mittlerweile sehe ich Olaf Scholz ein bisschen anders als in der Vergangenheit. Der ist jemand, der schlicht und ergreifend, wie Sie das ja wissen, ein Aktenfresser war. Der war zwar spröde im Auftritt, aber Friedrich Merz eloquent im Auftritt, aber macht eine miserable Politik. Das empfinden die Leute ja mittlerweile auch so.
Ich hätte mir nie träumen lassen, nie, dass in den letzten Umfragen die AfD für kompetenter gehalten wird als die Union. Das war mir eine Tickel. Absolut. Was ist der größte Fehler, den die gemacht haben? Ich erinnere mich an einen Satz, den sie jetzt wieder einholt, Also die neue Regierung, die haben gesagt, egal was passiert, wir werden niemals uns so zerstreiten wie die Ampel.
Und man hat den Eindruck, nach einem Jahr doch. Also ich kann mich nicht, ich kann mich an die Ampel gut erinnern, aber nach einem Jahr Ampel sah das eigentlich nach einer ganz vernünftigen Regierung aus. Und das ist ja jetzt überhaupt nicht mehr der Fall. Also man muss ja die Vergangenheit nicht beschönigen, aber ich kann Ihnen sicher sagen, auch aus eigener Erfahrung, so schlimm wie zwischen den beiden jetzt, so schlimm war es zu keinem Zeitpunkt bis zum Ende.
Zu keinem Zeitpunkt zwischen den dreien. Woran liegt das? Das liegt einfach daran, dass Erwartungen geweckt werden, von denen die Beteiligten bereits wissen, dass sie sich nicht erfüllen können. Und dann werden Erwartungen geweckt auf beiden Seiten. Man einigt sich jetzt beispielsweise auf ein Paket zur Gesundheitsreform.
Unabhängig davon, ob es eine Reform ist oder nicht, man einigt sich. Man macht einen Kompromiss. Ich halte ihn für schlecht, das ist aber egal. Weil die SPD-Fraktion erklärt sofort öffentlich, dass wesentliche Bestandteile dieser Gesundheitsreform mit ihr so nicht umsetzbar sind. Also entweder ich habe eine Parteiführung, die in der Lage ist, im Zweifel auch bis auf rudimentäre Änderungen die Kernbestandteile jedenfalls zu retten, oder ich kann es gleich lassen.
Wir haben jetzt Lars Klingbeil, den ich persönlich sehr schätze. Ich hätte ihn aber in meinem Leben nie als Finanzminister verordnet. Der ist ein weiteres Loch von 17 Milliarden, für dieses Jahr stopfen muss und gar nicht weiß, wie das funktionieren kann. Und ich sage Ihnen, was passieren wird. Sie werden, das hat der Mirscher schon angekündigt, jetzt erklären, wir haben eine Haushaltsnotlage wegen des Iran-Krieges und wegen Steuereinnahmen.
Also verschulden wir uns weiter. Das Problem ist nur, eine weitere Verschuldung wird weitere hohe Zinszahlungen auslösen. Und der Bundeshaushalt 2021 ist bereits jetzt so verstandert, dass sie außer Zinszahlungen, Datengehälter und Sozialleistungen, die sie nicht erzeugen. Abbiegen können, nichts anderes mehr machen können. Also wir sind dabei, dieses Land komplett zu ruinieren, aufgrund einer Politik, von der ich nie gelobt hätte, dass die Union bereit ist, die überhaupt mitzutragen.
Und alles, was Friedrich Merz vor der Wahl gesagt hat und alles, was er in dem ersten Heikler gesagt hat, dementiert er jetzt gerade. Er hat sich als falsch herausgestellt. Er macht die genaue, gegenteilige Politik entweder in dem Wissen, das ihn in den Abgrund führt, dann ist er einfach nur ein Heuchler oder er weiß es nicht, dann ist er einfach nur dumm.
Sie kennen ihn ja ein bisschen. Also es gibt ja viele, die überrascht sind über seine Politik. Ist das einfach das Verliebtsein in das Amt, dem er alles opfert? Also an quasi Grundsätzen und Wertvorstellungen? Also ich bin weder Psychologe noch Psychiater. Und ich weige mich eigentlich immer, Psychografen von anderen abzugeben.
Aber ich weiß, dass er nach wie vor unter der Tatsache leidet, dass Angela Merkel ihn komplett ausgesondert hat. Und er leidet auch darunter, dass Angela Merkel heute als große Kanzlerin gilt, als Weltlenkerin. Und ich bin mir sicher, dass er das kompensieren muss. Deshalb ist er Außenkanzler, deshalb hat er sich gefreut, auf der Weltbühne unterwegs zu sein.
Wie lange kann der Bundeskanzler bleiben? Wenn alles gut geht, vielleicht noch eine Periode. Wenn alles schlecht läuft, 2029 zu Ende. Dann muss er in die Geschichtsbücher eingegangen sein, auch als großer Kanzler. Und deshalb ist er auch als Außenkanzler vom Hamburger Abendblatt mal wieder gefeiert worden. Was für ein toller Auftritt im Ausland. Toll.
Und dann geht er ins Sauerland, in eine Schulklasse und macht den Helden vor 16, 17 jährigen Schülerinnen und Schülern und erklärt, Donald Trump ist ein Idiot. Wohl wissend, dass der von seinem Psychogramm her das nicht mit sich machen lassen wird und darauf reagieren wird. Und nun stellen wir fest, auch der Außenkanzler funktioniert nicht mehr so richtig.
Er redet nicht mit Putin oder mit den Russen, er redet mit den Chinesen nicht, er redet mit den Amerikanern nicht. Frau Meloni ist mittlerweile, Frau Meloni, die von uns ja als Kostfaschistin nicht mehr angeguckt werden soll, ist mittlerweile die tragende Säule in der Europäischen Union. Mit Franzosen haben wir Probleme, mit den Polen haben wir Probleme.
Und der Außenkanzler ist mittlerweile auch entzaubert worden. Und dann frage ich mich, womit will er realisieren? Auch Friedrich Merz muss doch wissen, dass die Stärke Deutschlands nicht davon abhängt, dass wir im Sport gut sind, was wir nicht sind, nicht davon abhängt, dass wir wissenschaftlich gut sind, was wir nicht sind, sondern dass wir wirtschaftlich stark sind.
Und wenn unsere Wirtschaft sich den Bach runtergeht und der Rest der Welt über uns mitladig lächelt, dann ist seine Wirkung weltweit und europaweit auch ziemlich stark relativiert worden. Wir erinnern uns alle an den Auftritt von Friedrich Merz im Bundestag. Ich glaube, es war 2023. Olaf Scholz war noch Bundeskanzler. Da hat er ihm entgegengerufen, Sie können es nicht. Sie sind ein Klempner der Macht.
Kann man heute zurückrufen, Sie können es noch viel weniger, lieber Herr Merz? Also wenn Olaf Scholz das machen würde, würden alle sagen, stimmt wahrscheinlich. Ich will das gar nicht so sagen. Ich sage nur, die Union ist auf dem Weg Richtung 20 Prozent. Mein Gott, der hätte sich jemals vorstellen können, dass ein CDU-Vorsitzender, der weniger als 20 Prozent für die CDU, wir müssen die CSU ja noch rausrechnen, einfällt bei Meinungsumfragen.
Der sich jetzt mit der Frage beschäftigen muss, warum die AfD in allen ostdeutschen Landesverbänden die Union längst abgehängt hat, dass sie mittlerweile auch in Deutschlands Westen bei 20 Prozent gekommen ist. Wir hätten uns doch nie vorstellen können, dass ein solcher Vorsitzender der CDU das überhaupt überlebt.
Und das ist einfach auch ein Phänomen. Aber auch das ist meine Vorhersage. Rutscht die Union weiter ab und danach sieht es momentan aus, verliert sie bei den nächsten Wahlen auch ihre Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt oder in Berlin. Dann wird es dunkel für Friedrich Merz, weil selbstverständlich Daniel Günther und Hendrik Wüst, die im nächsten Jahr Landtagswahlen gewinnen wollen, sich dann auch distanzieren müssen von dem, was Friedrich Merz auf Berliner Bühne zu verantworten hat.
Früher hätte man gedacht, in einem solchen Umfeld muss die FDP ja locker zweistellig sein, weil die ganzen selbstständigen Kleinunternehmer zur FDP überlaufen. Davon sehen wir wenig. Ja, noch. Also ich sehe schon, dass seit Ostern nicht die Meinungsumfragedaten für die FDP anziehen. Ich glaube, ich vermute das mal, dass das nach der Entscheidung der FDP auf dem Bundesparteitag anhalten wird.
Und ich habe ja auch eine Menge Menschen getroffen, die mir gesagt haben, das muss auch ein ganzes Reich von Hamburger Kaufleuten, die mir gesagt haben, Herr Kubicki, wir haben beim letzten Mal nicht FDP gewählt, sondern Union, weil wir glauben, die Stimme ist verloren. Und dann habe ich nur geantwortet, was habt ihr von der Politik gekriegt?
Auch genau das Gegenteil von dem, was ihr wolltet. Also habt ihr eure Stimme an die Union verschenkt und da verloren und haben die alle genickt. Und dieses Phänomen sehe ich gerade. Die Mitteilungen, die mich erreichen aus regionsnahen Lagern, so wie ich das formulieren, sind für die Union desaströs und werden für die FDP sozusagen auch wieder ein Adrenalinstoß werden und sein.
Es hängt davon ab, dass Unternehmerinnen und Selbstständige glauben, dass es Erfolg haben kann. Und wenn der Glaube da ist, dass es Erfolg haben kann, wird man sich auch engagieren. Ich bin da sehr zuversichtlich. Und ich weiß ja, dass Carsten Lindemann Schweißperlen auf der Stirn hat, weil die Union in Konrad-Allenhaus in Berlin genau diesen Prozess befürchtet.
Wie wichtig ist denn, dass Sie dieses Verhältnis zur Union, was ja jetzt so ein bisschen gestört zu sein scheint, dass man das wieder hinkriegt, Dass man da auch einen Verbündeten hat, mit dem man eventuell irgendwann später mal wieder, wenn das dann so ist, Regierung bilden kann. Ich erinnere mich, wir haben uns getroffen in Berlin, da haben sie ein Buch vorgestellt zusammen mit Armin Laschet und dann stellte ich Armin Laschet die Frage, wie denn über die FDP gesprochen wird in der CDU und schon damals, das ist schon wieder ein bisschen, es war kurz nach der Bundestagswahl, da sagte er, ach, eigentlich gar nicht.
Und sie antworten dann, wir sprechen FDP auch nicht über die CDU jetzt hat man das Gefühl, es geht jetzt ganz schön gegeneinander, aber auf Dauer muss es doch wieder einen Weg geben zwischen FDP und CDU oder gibt es den dann nur, wenn Friedrich Merz weg ist? Das ist keine Personenfrage. Ich habe mir persönlich überhaupt nichts.
Wir haben ein ausgeglichenes Verhältnis. Wir treffen uns gelegentlich in verschiedenen anderen Bereichen. Darum geht es gar nicht. Aber eine Partei, die einer anderen Partei den Tod wünscht, die muss den Schritt auf uns zu machen, nicht wir auf die Union. Und noch einmal, nicht wir müssen Mehrheiten bilden, um an Kanzlerin zu stellen, sondern andere müssen das tun.
Und für mich ist es eine Frage des Selbstbehauptungswillens. Wenn Ihnen jemand ins Gesicht sagen würde, ich wünsche dir, dass du aus deinem Job rausfließt, dann würden Sie doch nicht sagen, Mensch, lass uns doch zusammenarbeiten. Dann würden Sie doch sagen, schau mir mal, wo der Hammer hängt. Und so ähnlich ist es jetzt hier auch.
Die Union muss erst mal spüren, dass diese arrogante Art den Freien Demokraten gegenüber sie eher ins Verderben stürzt, Das heißt, dass es dazu beiträgt, dass im bürgerlichen Lager wir gemeinsam Mehrheiten bilden können. Wenn sie das begriffen hat, dann kann es einen Schritt wieder aufeinander zugeben.
Momentan sind wir in herzlicher Abneigung zueinander verbunden. Und die Tatsache, dass die in Konrad-Adenauer jetzt wirklich Schweißpern auf der Stirn haben, weil sie befürchten, es könnte sein, dass die FDP wieder eine politische Größe wird, die man beachten muss, führt dazu, dass die ganzen Überlegungen, die sie haben, Wahlkampfführung, Stimme für die FDP ist verloren, wählt die Union, dass das nicht mehr funktioniert.
Und dass sie auch dann keine Koalition mehr wählen können mit nur noch einem Partner, sondern dass die Freien Demokraten im Zweifel dabei sein müssen, es sei denn, sie wollen eine Volksfrontregierung unter Führung der Union, was die Union noch weiter umbringen würde. Also ich bin da tief entspannt und denke mir, erstmal machen wir die FDP stark und alles andere sehen wir dann.
Entschuldigen Sie sich dann auch für den Eierharsch, wenn die CDU sich für den Tod, den sie sich gewünscht hat, entschuldigt? Also ich muss dazu sagen, ich bin gefragt worden, was haben Sie gedacht? Und da ich ja als Politiker und Anwalt der Wahl verpflichtet bin, habe ich weiß gemäß geantwortet, was ich gedacht habe.
Ich würde das nie so formulieren. Vor allen Dingen galt das ja nicht dem Bundeskanzler, denn der Bundeskanzler hätte nie sagen dürfen, dass die FDP tot ist. Da müssen Sie ja so wieder sagen, dass Sie den Staatsanwalt zahlen. Sondern den CDU-Vorsitzenden, damit werde ich auch zurechtkommen. Machen Sie da keine Gedanken, weil es einen Sachzusammenhang gibt, ist es nicht mal eine tatbestandsmäßige Beleidigung, egal.
Aber selbstverständlich würde ich Friedrich Merz sagen, wenn du das als Beleidigung empfunden hast, für mich ist das eher so eine, auch unter Freunden gewöhnliche Ansprache, wenn du das als Beleidigung gefunden hast, würde ich mich dafür entschuldigen, ich wollte dich nicht beleidigen. Ich wollte dir nur sagen, zieh dich warm an und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt. Und bevor ich vom Feld gehe, gehst du vom Feld.
Gibt es denn jenseits von Peter Harry Carstensen Menschen aus der CDU, die sich jetzt bei Ihnen melden und sagen, Wolfgang, gut so, mach weiter in die richtige Richtung? Reichlich. Wir erwarten, wir finden das toll, wir erwarten, dass die FDP wieder stark wird unter deiner Führung und macht tatsächlich so weiter, das nutzt uns auch.
Sie haben Armin Laschet schon angesprochen, es gibt noch einige andere, die ich jetzt nicht nennen will, weil nötig, die da möglicherweise Ärger nicht am eigenen Beritt, aber das ist schon reich, interessanterweise auch bis in die Führungsspitze der Union hinein, also nicht der ehemaligen, sondern der aktiven, weil die mittlerweile aufsehen, dass sie bei dieser Regierungskonstellation mit der SPD eher mit Trauben gehandelt haben, als mit etwas Vernünftigem.
Könnte Schleswig-Holstein quasi für Sie so einer der Etappen sein, wo man richtig wieder in den zweistelligen Bereich marschiert? Weil da hat man ja gute Voraussetzungen mit einer schwarz-grünen Koalition. Ja, wenn ich das richtig vernommen habe, hat sogar einer der Abgeordneten im Landtag von Schleswig-Holstein gestern bei einer Debatte erklärt, dass er damit rechnet, dass die FDP wieder stark vertreten sein wird, wenn die Konstellation so sein wird.
In der Tat ist es so, dass sehen Sie auch, die Union verliert an Zustimmung in Schleswig-Holstein, nicht wegen der schlechten Politik der Union in Schleswig-Holstein, vielleicht auch, aber vor allen Dingen wegen der wirklich schlechten Performance der Union in Berlin. Es ist in Nordrhein-Westfalen genau das Gleiche. Und auch die Grünen haben jetzt nie bereits überschritten.
Die hatten ja bei der letzten Wahl zusammen eine Zweidrittelmehrheit. Jetzt reicht es gerade noch mal für eine einfache Mehrheit, wenn überhaupt. Insofern gibt es, denke ich, herausragend gute Möglichkeiten, die Freien Demokraten in Schleswig-Holstein unter Führung von Christopher Vogt, der eine gute Oppositionsarbeit macht, tatsächlich wieder stabil zweistellig zu generieren.
Das wird aber nur dann gelingen, wenn wir vorher nicht alle drei Wahlen in Deutschlands Osten verlieren. Und wenn wir, wie gesagt, auf Bundesebene bei den Meinungsumfragen bis dahin die 5 Prozent überschritten haben werden, dann ist es ein Ausgangspunkt, wo die Leute auch in ihrem Kopf sagen, es macht tatsächlich auch wieder Sinn, die FDP zu unterstützen, weil die Stimme eben nicht verloren ist.
Wird es bei den Wahlen in Ostdeutschland nicht nur um die Frage gehen. Wie verhindert man, also aus Sicht von CDU, CSU und anderen Parteien, wie verhindert man eine mögliche absolute Mehrheit der AfD, insbesondere in Sachsen-Anhalt? Wird die FDP, werden die kleineren Parteien da überhaupt im Fokus sein, weil es doch nur um dieses Duell geht, AfD gegen CDU, CSU und eben dann die Frage, ob es vielleicht den ersten AfD-Ministerpräsidenten gibt?
Also wenn die Union auf die Idee kommen sollte, einen solchen Wahlkampf zu führen, wählt alle CDU, damit die AfD verhindert wird, kriegt die AfD die absolute Mehrheit. Weil ich Ihnen sicher sagen kann, dass die Menschen in Deutschlands Osten, sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Folkmann, diese Art der Kommunikation leid sind. Wenn es nur darum geht, die AfD zu verhindern, müssen die gar keinen Wahlkampf mehr machen.
Weil dann wird jedes Mal transportiert, die AfD, die AfD, die AfD muss verhindert werden. Und dann fragen sie sich, warum denn? Welche Politik macht ihr denn eigentlich? Also wenn es nicht mehr darum geht, welche politischen Inhalte werden vermittelt, sondern nur, wir müssen die AfD verhindern, dann gute Nacht.
Ich kann Ihnen wirklich sagen, aus eigener Erfahrung, ich bin ja viel unterwegs gewesen, immer noch auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen, also in Deutschlands Thüringen, Deutschlands Osten, die Leute sind das leid. Die Leute sagen, wenn die Politik uns nicht mehr weiterhilft, dann ist es eigentlich relativ egal. Das kennen Sie doch auch.
Ich mache es mal ein bisschen salopp. Dann ist es scheißegal, dann können wir auch AfD wählen, weil schlimmer kann es nicht kommen. Und Sie müssen schon erklären, warum die Union gewählt werden sollte aufgrund ihrer Inhalte. Wie peinlich und demütigend ist das, wenn man sich nur darauf konzentrieren kann, ihr müsst uns wählen, damit die AfD verhindert wird. Die Brandmauer ist gescheitert.
Ich habe es ja schon mal gesagt, ich kenne keine wir tun so, als dann hätte die Brandmauer Verfassungsrang irgendein Schwachmat bei den Linken oder Grünen hat das mal erfunden, bei den Sozialdemokraten, um zu dokumentieren mit den Schmuddelkindern spielt man nicht das Problem ist nur, dass seitdem die Schmuddelkinder mehr geworden sind und nicht weniger also wir müssen vielleicht mal darüber nachdenken, ob das die richtige Strategie ist, und wenn wir sagen, wir müssen die Brandmauer aufrechterhalten und in Sachsen-Anhalt müsst ihr jetzt alle wegen der Brandmauer Union wählen und nicht AfD oder Linke wählen und nicht AfD wir machen eine Altparteienregierung gegen die AfD.
Gab es ja schon mal. Aber spielen wir das Narrativ. Spielen wir das Narrativ der AfD. Wir gegen die. Wir sind die Einzelhalsnative gegenüber einem Parteienkartell, was nicht mehr unterscheidet, außer an der Macht bleiben zu wollen. Wie blöd wäre eine solche Wahlkampfführung? Ich kann davor nur dringend warnen.
Und wenn die Union sich auf dieses Spiel einlässt, dann hat die überhaupt keine Chance in Sachsen-Anhalt. Denn eine Altparteienregierung unter Führung der Union gegen die AfD will dort niemand. Christoph Schwennigke, lieber Kollege von T-Online, da Politikchef, Mitglied der Chefredaktion früher Süddeutsche Zeitung Spiegel, hat einen interessanten Satz gesagt, finde ich, im Zusammenhang mit der Wahl in Sachsen-Anhalt.
Er sagte, dann müssen wir halt mehr Demokratie wagen. Und er sagte sowas ähnliches, wie Sie es eben gesagt haben. Es macht dann nichts, wenn die AfD es da regieren kann, dann muss sie halt regieren. So ist nun mal Demokratie. Ja, wenn die Wähler und Wähler sich so entscheiden, dann ist das so. Und das ist tatsächlich Demokratie. Und diese ganzen merkwürdigen Überlegungen, wir müssen dann ein Verbotsverfahren gegen die AfD einleiten, sind einfach nur noch, Kindertheater, Sandkastenspiele, weil sie an Verbotsverfahren gegen die AfD rechtlich gar nicht begründen könnten und wir auch dann zwei, drei Jahre hätten, um das umzusetzen.
Abgesehen davon, ich glaube, im Ergebnis hätte es keinen Erfolg, wäre einfach nur kontraproduktiv, würde aber zeigen, wie groß die Angst. Der Parteien, der Parteien SPD, Bündnis 90, die Grünen, Linke, die das ja vorhaben, wie groß die Angst dieser Parteien davor ist, dass sie beim Wähler nicht mehr resistieren können, aus politisch-inhaltlichen Gründen, sondern nur noch mit dieser angeblichen Brandmauer gegen Rechts.
Das ist klein, das ist peinlich, da muss man sich schämen. Und das ist keine Politik, die FDP mittragen könnte. Herr Kubicki, vielleicht zum Abschluss. Ich wette ja so gerne mit Ihnen. Wir sind noch gar nicht beim Abschluss. Ja, aber er wollte wieder eine Kiste Wein von mir haben. Ich verstehe das. Ja, er liefert halt auch so schnell.
Ist das so? Das muss ich mal erklären. Ihr habt ja schon mehrfach gewettet, was war die letzte Wette, worum ging es? Kiste Wein. Wie in 37% landet, war ihre... Ja, ja. Es war knapp weniger. Sehr gut. Aber der Kollege Heider, der hat doch Fragen, bevor wir hier wetten. Ja, dann soll er es machen. Nein, bitte, bitte. Ich würde gerne mal wissen...
In der gleichen Situation wie die FDP war ja die Linke vor der Bundestagswahl. Wir erinnern uns drei Prozent in den Umfragen und niemand hat an die Linke geglaubt. Und dann sind die da rausgekommen, so wie Udo Lindenberg, wie der Phönix aus der Flasche. Gibt es irgendwas, was Sie von den Linken lernen können? Also was von der Strategie der Linken, von der Art und Weise, wie die Wahlkampf gemacht haben?
Also es war ein großer Fehler, dass die Freien Demokraten wegen des chinesischen Einflusses, auf einen Social-Media-Auftritt bei TikTok verzichtet haben. Der TikTok ist bespielt worden von der AfD und von den Linken mit extrem großem Erfolg und wir haben darauf verzichtet, weil die Chinesen gegen die Menschenrechte arbeiten. Völlig egal.
Was kann man lernen? Sie haben sich besonnen zunächst auf ihre Silberlocken und das war ein wahnsinnig witziger Auftritt von Bodo Ramelow, von Gregor Giesi und von Dittmar Bartsch zu erklären, wir müssen jetzt nochmal ran, so ähnlich wie Mario Adolf beim großen Bellheim, wir müssen jetzt nochmal ran, um das wieder auf die Reihe zu bringen und alles weitere wird dann passieren.
Und das wurde getoppt, das muss man neidlos anerkennen von dem Auftritt von Heidi Reichenegg im Deutschen Bundestag, als es um die Diskussion des Zustrom-Begrenzungssetzes geht und sie nach einer zweieinhalb Minuten Rede, TikTok-fähig, wirklich sensationell gut, eine Philippika gehalten hat gegen die Union, weil die Union einen Weg bereiten würde für den Faschismus.
Und in der mir eigenen zurückhaltenden, aber doch arroganten Art, Herr Haider, habe ich gedacht, dieser kleinen Göre, der zeigst du mal, wo der Hammer hängt und habe mich gemeldet und habe sie gefragt. Frau Reichenig, Sie wissen aber, dass man auf die Barrikaden nur gegen die Regierung geht, nicht gegen die Opposition.
Und da hat sie gesagt, und da kann man sich nur hinken und sagen, sensationell, Herr Kubicki, völlig egal, auf die Barrikaden gegen den Faschismus. Das ist dann 15 Millionen Mal viral gegangen, muss man einfach sagen. Und es war auch klar, weil im Kampf gegen den vermeintlichen Faschismus die Linke wesentlich authentischer war als die SPD, die ja auch dazu aufrufen hatte, weil die ja gleichzeitig kommuniziert hatten, wir wollen mit der Union anschließend gemeinsam koalieren.
Das ist ja in sich selbst nicht ganz stimmig, wenn Sie, wie Mützenich das gemacht hat, erklären, Herr Merz, Sie stoßen da die Tür zur Hölle auf, das Tor zur Hölle auf, um anscheinend zu sagen, wir gehen aber gemeinsam durch. Und deshalb konnte man sehen, die SPD hat verloren in diesem Kampf, weil sie in dem Feld nichts beschicken konnte und die Linken haben gewonnen.
Innerhalb von drei Wochen sind die von drei Prozent auf knapp neun Prozent gestiegen und das muss man einfach neidlos anerkennen. Das zeigt aber auch, wie volatil das Wählerverhalten ist. Das zeigt auch, dass man mit einem gut performten Auftritt und mit einer wirklich simplen Botschaft, die die Menschen verstehen, die authentisch ist, auch sehr schnell die FDP, finde ich, von 2% auf 6% bomben könnte, wenn man es denen nur machen würde und will.
Das heißt, Sie wollen aber jetzt auch die Jungen vor allen Dingen adressieren? Auch. Ich habe das mal analysieren lassen. Bei meinen ganzen Social-Media-Auftritten können Sie selbst sehen. Ist das gesamte Altersspektrum von 65 plus bis oben bis runter auf 18 bei mir nahezu in der gleichen Säule vertreten.
Und das zeigt mir, dass ich in gleicher Weise sowohl Junge wie auch Ältere anspreche, weil ja diese ganze Klassifizierung, man muss die Jungen gewinnen, deshalb auch ein bisschen albern ist, weil es viele Ältere gibt, so wie mich, die auch jung geblieben sind im Kopf jedenfalls und viele Jüngere gibt, die im Kopf schon so zeitlos alt sind, dass sie im Seniorenwohnheim sich schon ein Quartieren könnten.
Entscheidend ist, die größte Wählergruppe, nämlich 22 Millionen Menschen, sind älter als 65 Jahre. Wenn wir die nicht erreichen, dann nützen uns auch 100 Prozent bei der Wählergruppe unter 25 nichts, weil die von der Population, von der Größe her nicht so breit ist, dass sie uns dann tragen könnte. Abgesehen davon, dass eine vernünftige Politik für die junge Generation auch immer etwas ist, was die Älteren tragen würde, weil die alle entweder Kinder oder Enkelkinder haben.
Bevor der Kollege Iken jetzt mit seiner Wette kommt, was er nicht weiß, was ich ihm auch nicht gesagt habe, Aber es gibt tatsächlich, wir haben ja vor einer Woche angekündigt, dass wir sie versuchen, sie als Gast zu haben. Und da gab es tatsächlich Fragen, die Hörerinnen und Hörer geschrieben haben. Ich habe mir nur mal ein paar hier raufgeschrieben.
Die erste ist mal eine lustige. Würde man die einer Frau aufstellen? Hätte ich jetzt beinahe gesagt, in dieser Form sicherlich nicht. Aber Sie wissen gleich, was ich meine. Die Frage ist, warum ist der Bart weg? Also der Bart ist nicht weg. Ich rasiere mich nur gelegentlich. Weil ich so viel unterwegs bin und dann auch nur wen ich packe, hätte ich mal gesagt, oder wen ich packen kann, kann ich meinen Drei-Tage-Bart nicht wie ein Drei-Tage-Bart immer wieder stehen lassen, sondern ich muss den gelegentlich aussehen lassen wie eine Woche und dann nehme ich ihn weg.
Also habe ich jetzt gerade auch, um das mal zu sehen, am Morgen ist der wieder da, keine Sorge. Also der kommt dann wieder. Die andere ist, warum haben Sie eigentlich in Ihrer politischen Zeit nie ein Amt angestrebt? Also damit ist wahrscheinlich gemeint, ein Minister, Ministerpräsident, wir hätten ja die Chance dazu gehabt.
Ja, Ministerpräsident eher nicht. Mindestens dreimal, dreimal auf jeden Fall. Das war in Schleswig-Holstein zweimal, war auf einmal in Berlin, weil ich meine Unabhängigkeit mir bewahren wollte. Ich bin Anwalt und diese Unabhängigkeit erlaubt es mir auch so zu denken und zu reden, wie ich das für richtig halte, ohne dass mir jemand damit drohen kann, dass meine politische Karriere zu Ende sei.
Ich bin so häufig gefragt von der Gruppe, was machen Sie eigentlich, wenn die FDP bei der Wahl rausfliegt? Dann habe ich gesagt, gehe ich Montagmorgen wieder in meine Kanzlei. Diese Unabhängigkeit wollte ich mir bewahren und das hat sich bis heute tatsächlich auch bewährt. Und Sie können einen Beruf neben dem Mandat nicht mehr ausüben, wenn Sie gleichzeitig in Regierungsverantwortung gehen. Das wollte ich nie.
Also wollte ich bisher nie. Jetzt höre ich meine anwaltliche Tätigkeit auf, schaue mir mal, was dabei rauskommt. Ah, das könnte auch dann heißen, okay, deshalb... Nein, nein, nein. Ich will ja nichts ankündigen, aber ich bin jetzt mittlerweile reif genug zu erklären, schließe auch nichts mehr aus, weil das ist albern.
Ich habe seit 2012 ausgeschlossen meiner Frau gegenüber, dass ich erneut kandidiere, seit 2012. Und ich habe mir jedes Mal, wenn ich wieder gesagt habe, ich kandidiere, mir immer wieder gezeigt, was ich ihr jeweils geschrieben habe auch. 2012, 2013, 2017, 2021, 2025, immer das letzte Mal. Ich habe gesagt, Engel, jetzt ist tatsächlich wahrscheinlich das letzte Mal, weil wenn wir erfolgreich sind und es mir gelingt, tatsächlich die jungen Kräfte zu motivieren, auch nach draußen zu gehen, es auf mich dann auch nicht mehr ankommt.
Sie sind ja ein bisschen der Howard Carpenter der Politik, oder? Der hat auch schon 20 Abschiedsternähen gemacht und ist dann immer wiedergekommen. Ja, und jedes Mal erfolgreich. Man kann das auch sagen, ich bin ja mit Vicky Lannes befreundet. Die macht ja auch schon diese dritte Abschiedstour. Wir haben noch zwei Fragen. Die eine ist, wie ist das Verhältnis mit Christian Lindner?
Und kann es sein, dass der irgendwie eingebunden wird in die Auferstehung der FDP? Ja, ich würde das gerne haben, weil er wirklich ein durch und durch analytischer Kopf ist mit herausragenden guten Fähigkeiten. Er ist der beste Rhetoriker, die ich in meinem Leben getroffen habe, aber er will nicht. Er hat sich jetzt entschieden, nach langer Zeit aus der Politik rauszugehen.
Er wird als älter Statement noch irgendwo Vorträge halten. Er wird bei der FDP 80 Jahre Schleswig-Holstein auftreten, auch als Redner. Das ist in Ordnung, er wird sich parteipolitisch nicht mehr engagieren. Und eine Frage noch, und dann kommt die Wette von Matthias Sieken. Vielleicht eine Frage, auf die man eine längere Antwort geben muss, bin ich gespannt.
Wenn Sie die Situation jetzt vergleichen mit der Situation, als die FDP schon mal aus dem Bundestag geflogen ist und Sie sich ja damals, erinnern wir uns noch, glaube ich, an einem Berliner Hotel, sich dann mit Christian Lindner geschworen haben, wir bringen das beide jetzt gemeinsam nach vorne. Fühlt sich das ähnlich an wie damals? Fühlt sich das, ich improvisiere jetzt mal so ein bisschen, fühlt sich das ähnlich an wie damals? Fühlt sich das anders an?
Es ist unterschiedlich. Erstens hat sich die Kommunikationsgeschwindigkeit verändert, dramatisch verändert. Das heißt, sie haben nicht mehr so viel Zeit zu regenerieren, wie es 2013 noch möglich gewesen ist. Das können Sie auch in den Social-Media-Aktivitäten sehen und an den regelmäßigen ständigen Medienanfragen.
Also während wir hier reden, habe ich bereits wieder zwei Anfragen bekommen. Alles in Ordnung. Und es war was anderes. Damals kamen Christian Lindner und ich gemeinsam aus bereits erfolgreichen Landtagswahlen ein Jahr zuvor. Wir hatten ja 2012 beide Landtagswahlen gewonnen gegen den Bundestrend. Bundesweit waren die FDP bei drei und vier Prozent und wir haben beide über acht Prozent erreicht, was dokumentiert hat. Es ist machbar.
Das ist heute anders. Wir kommen heute nicht aus einer erfolgreichen Landtagswahl, sondern aus einer Reihe von verlorenen Wahlen, zum Teil mit dramatischen Ergebnissen unter ein Prozent. Und das ist schon eine echte Herausforderung. Ich kenne ja Ihre Tollkühnheit und da wollte ich Sie ein bisschen vorbewahren bei den Wetten. Hallo. Eine aussuchen vielleicht.
Entweder die nächsten drei Wahlen, wir haben darüber gesprochen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Meckpong, wäre Wettangebot Nummer eins, wird nichts über fünf Prozent. Oder, weil ja die fünfte Wahl nach Saarland in dieser Runde wäre, Schleswig-Holstein. Da würde ich jetzt mal tippen, da kommt die FDP rein. Da müssten sie dann aber 8% haben. Das heißt entweder die nächsten drei Wahlen unter 5 oder die nächsten 5 nie über 8.
Schlagen Sie ein? Ich verstehe die Wette gar nicht. Ich verstehe die auch nicht. Woher nehmen Sie den Optimismus, dass wenn die drei Wahlen verloren gehen und wir bei allen drei Wahlen nicht mal mehr erscheinen, wir fliegen dann aus zwei Landtagen und einer Landesregierung raus, dass dann der Turnaround im Januar oder Februar nächsten Jahres gelingen könnte?
Also wenn ich Wahlkämpfer der anderen Parteien wäre, würde ich doch sagen, Leute, ihr seht doch, die FDP ist tot, macht gar keinen Sinn, ihn noch zu wählen. Also, wenn Sie mir erlauben, ich wette mit Ihnen, dass wir eine Chance, ich wette mit Ihnen, also, vorausgesetzt, ich werde Bundeswohlstanz, das ist die Voraussetzung.
Vorausgesetzt, ich werde Bundeswohlstanz, wette ich mit Ihnen, dass wir. In zwei der drei Wahlen über 5% erreichen werden. Okay. Und dann... Für jede Wahl über 5% kriegen Sie eine Flasche? Für jede Wahl unter 5% kriegen Sie aber keine Kiste. Da kriegen Sie auch noch eine Flasche. Wir werden ja immer nur umflaschen.
Wenn ich gewinne, kriege ich eine Flasche. Sie aber kriegen die Quote für jede Wahl über 5% bei den nächsten drei Landtagswahlen gibt es eine Flasche. Ich kann drei Flaschen gegen eine gewinnen. Schlage ich sofort ein. Also würde ich sagen, so war ich es geschäft, ich werde auch FDP-Vorsitzender. Gibt es noch andere Journalisten, die derart viel, ich beinahe, derart viel trinken, nein, die derart viel wetten, wie der Kollege Icken?
Es gibt auch andere Kollegen, die tatsächlich mit mir wetten. Mich hat gerade jemand daran erinnert, dass ich eine Wettschuld nicht beglichen habe, was mich wirklich fast an den Schlaf gebracht hat. Ich lerne aber daran, dass ich mich daran gar nicht mehr erinnern konnte. Ich habe gesagt, bevor ich mich darüber streite, schicke ich Ihnen jetzt eine Kiste in die Redaktion. ist ja egal.
Aber egal. Also es gibt tatsächlich auch Beliebungen. Ich kann nur sagen, meist war am Dienstag, Mittwoch die Flasche da. Insofern sind Sie da ein Ehrenmann. Ja, das liegt aber daran, dass Sie mich am Wahlabend daran erinnern, dass Sie gerade eine Wette verloren haben. Nein, aber Scherz beiseite. Also die Wette gilt jetzt. Die Wette gilt.
Für jede Wahl unter 5% kriegen Sie eine, für jede Wahl über 5% kriege ich eine. Ja. Lieber Herr Kubicki, vielen Dank. Lieber Matthias, das war sehr, wie erwartet, sehr munter. Wir sind sehr gespannt, wie es mit der FDP weitergeht, wie wir insgesamt gespannt sind, wie es mit der Politik in Deutschland weitergeht.
Man hat da durchaus berechtigte Sorgen teilweise, aber die haben Sie gut beschrieben. Vielen Dank. Vielen Dank an Sie und weiterhin viel Erfolg, sowohl für den Podcast als auch für das Hamburger Abendblatt. Vielen Dank. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast. Musik.