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040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 69

Block-Prozess: "Sie wollte die Kinder sehen, aber nicht um jeden Preis"

Freitag, 29. Mai 2026 · 35 min

MP3

Shownotes

In dieser Episode von "040" werfen Lars Haider und Matthias Iken einen intensiven Blick auf die brennendsten Themen der Hansestadt Hamburg. Kurz vor dem entscheidenden Sonntag blickt ganz Hamburg gespannt auf das Olympia-Referendum: Schafft die Kampagne die 50-Prozent-Hürde und wie viel Rückenwind braucht die Stadt im Vergleich zu München? Zudem gibt es neue, brisante Aussagen im spektakulären Block-Prozess rund um das Team „Bring Kids Home“ und die Rolle des Familienanwalts von Eugen Block.

Abgerundet wird die Folge durch eine schonungslose Abrechnung mit Hamburgs städtischen Großprojekten: Warum explodieren die Kosten bei der Müllverbrennungsanlage und anderen Bauvorhaben um mittlerweile 2,6 Milliarden Euro? Und was läuft bei der Sanierung des historischen Leuchtturms auf Neuwerk schief? Jetzt reinhören und alles über die politische und gesellschaftliche Lage in Hamburg erfahren!

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich willkommen, mein Name ist Lars Haider. Und mein Name ist Matthias Igen. Und du kommst frisch vom Schützenfest? Ja. Wo gibt es denn noch ein Schützenfest? Ach, überall. Überall in der Provinz, da wo Journalisten so ungerne sind. Weil das ja heißt, dass man raus aus seiner Blase muss. Nein, ich komme ja aus Wildeshausen und da gibt es ein ganz altes Gildefest von 1403.

Und dieses Jahr hat mein Vater seine 70-jährige Mitgliedschaft zu feiern. Und da war ich natürlich. Und es war sehr schön und ich schreibe auch drüber, weil ein Journalist, der sich aus seiner Stadt traut, muss immer gleich was aufschreiben. Da können wir auch nochmal drüber sprechen. Du bist ja immer auf so einer, ist das eigentlich eine Kneipentour, die du durch Hamburg machst?

Sind das für eine Kneipen, ja, ne? Genau, 105 Stadtteile, 105 Kneipen. Da war ich auch, da war ich ja Ende letzter Woche mit Andreas Dressel auf Neuwerk. Und das war natürlich auch ganz unterhaltsam, mal dort eine Kneipe, ja, besser kennenzulernen. Und darüber sprechen wir heute. Das ist eines unserer fünf Themen heute. Ich stelle sie mal kurz vor, so schnell es geht und so übersichtlich, wie es geht.

Thema Nummer eins, Olympia, da geht es um die letzten Stunden vor der Entscheidung und die Szenarien, was eigentlich passiert. Und so ein bisschen sprechen wir auch über Olaf Scholz, der in Hamburg war und tatsächlich große Werbung vor Olympia gemacht hat. Thema Nummer 1. Thema Nummer 2 der Blogprozess, da gab es nach der vergangenen Folge viele Reaktionen und Kommentare und es gibt eine neue Aussage von Karen T..

Dazu gleich mehr, die aus meiner Sicht vor allen Dingen den Familienanwalt belastet und immer stärker auch Eugen Block. Thema Nummer drei, wir erinnern uns an den Bau der Elbphänomonie, nachdem das alles erledigt war und nachdem ja die Kosten sich mehr als verzehnfacht haben, hat die Stadt damals versprochen, das passiert uns künftig bei städtischen Projekten nie wieder.

Und habe mal nachgezählt bei den großen städtischen Projekten, wie eigentlich die Mehrkosten sich entwickelt haben. Und es sind knapp 2,6 Milliarden Euro Mehrkosten. Erzählen wir an einem Beispiel. Thema Nummer 4. Ich hatte vergangene Woche, also genau gesagt am Mittwoch, Paul Ronsheimer zu Gast zu einem Podcast.

Ganz interessant, will darüber ein bisschen berichten. Und auf Thema Nummer 5, auf Platz 5 hätte ich beinahe gesagt, du hast es schon gesagt, deine Reise nach Neuwerk. Olympia. Tief durchatmen. Sonntag. Spannung steigt. Sonntag, also das muss man sagen, bis 18 Uhr kann abgestimmt werden. In den Wahllokalen. Oder per Briefwahl, wenn man halt seine Stimme dann bis zu den Bezirksämtern bringen kann.

Genau, also jetzt wichtig ist, für alle die, die den Podcast jetzt hören, am Freitagabend, jetzt Briefwahl hat keinen Sinn mehr. Man kann die Stimme ja in den Wahllokalen abgeben, das ginge schon. Beziehungsweise auch in den Bezirksämtern, soweit ich da informiert bin, so war es zumindest früher. Ich meinte nur auf jeden Fall jetzt nicht noch einstecken mit der Post.

Das ist ja keine gute Idee. Dann kommen die Stimmen wahrscheinlich erst nächsten Dienstag an. Das kommt zu spät. Und da muss man sagen, es wird nicht so sein wie bei einer Bundestags- oder Bürgerschaftswahl, dass man um 18.05 Uhr schon die ersten Prognosen hat, sondern es wird sich ziehen. Je nachdem, wie eng das ist, kann das auch mal 8, halb 9 werden.

Auf abendblatt.de gibt es den ganzen Tag einen Live-Ticker, den kann man dazu erfolgen und natürlich kann am Ende dann auch das Ergebnis bei uns erleben. Interessant ist, dass der Bürgermeister schon hat mitteilen lassen, dass er dann irgendwann eine schriftliche Stellungnahme abgeben wird. Das heißt, es gibt die große Feier des Senats, ist irgendwie nicht geplant oder eine große Veranstaltung. Darf man gelernt.

Es gibt eine Veranstaltung in der Handelskammer und es gibt eine Veranstaltung im Rathaus, aber das sind eher so die Linken und die Olympiergegner. Man hat gelernt, weil 2015, wie war das da? 2015 gab es eine große Veranstaltung in der damaligen, hieß sie glaube ich Volksbank Arena, also in der kleinen Arena am Volkspark.

Und da war eigentlich alles vorbereitet für ein rauschendes Olympia-Fest, denn man muss ja sehen, damals war man ja eigentlich einen Schritt weiter. Hätte Hamburg ja gesagt, wäre Hamburg automatisch der deutsche Bewerber gewesen. Stimmt, weil damals war es umgekehrt. Damit rechnen alle. Man hat damals erst gesagt, es gab zwei Kandidaten, Berlin und Hamburg.

Dann hat sich der DOSB für Hamburg entschieden. Weil hier die Zustimmung größer war als in Berlin. Dachte man. Laut Umfragen bis zu 70% der Hamburger wollten damals die Spiele hier in der Stadt haben. Nur bei der Abstimmung waren es dann leider nur noch 48,4%. Und jetzt muss man die Szenarien durchgehen.

Kann man sagen, es ist eigentlich relativ simpel. Alles, was unter 50 Prozent ist, in dem Moment endet die Hamburger Kampagne. Also das wird dann noch abgewickelt in den nächsten Tagen, aber eigentlich ist dann Schluss. Genau, dann schickt München uns eine Flasche Shampoos oder ein Weißbier und damit wird es noch leichter für München durchzumarschieren.

Und jetzt ist das andere Szenario, es geht über 50 Prozent, dann geht die Kampagne Hamburgs auf jeden Fall weiter. Im September entscheidet sich ja erst, mit welchem Land Deutschland sich 2036, 2040, 2044 bewerben wird. Und dann ist wichtig, wie viel es über 50 Prozent ist. Also am besten über 60 Prozent. Das haben wir hier auch schon besprochen.

Also natürlich schaut man ganz genau drauf. Nun haben wir ja gesehen, dass die Zahlen in Rhein-Ruhr-Köln und auch in München weit über 60 Prozent, in München sogar bei 66 Prozent lagen. Und da darf man nicht zu weit hinter zurückfallen. Wenn man 51 oder 52 Prozent hat, ist das schon ein verdammt starkes Argument zu sagen, vielleicht gibt es doch eine bessere Stadt in Deutschland.

Das Konzept heißt es ja, allenthalben ist in Hamburg das Beste, aber wir brauchen jetzt auch den Rückenwind von den Bürgerinnen und Bürgern. Wobei man auch nochmal sagen muss, also die Zustimmung der Bevölkerung macht in einem Punktesystem, was sich der DOSB ausgesucht hat, etwa 9% aus. Denn man muss ja sagen, es gibt einen Bewerber, Berlin, die machen gar kein Referendum. Und die werden die Spiele auch sicher nicht bekommen.

Da ist nur die Zustimmung der Stadt und die ist ja dann da. Aber das heißt nicht, dass die chancenlos sind. Und wenn Hamburg jetzt, sagen wir mal, 55, 56, 57, 58 Prozent hat, dann kriegt man in diesem Bereich nicht so viele Punkte wie München, aber vielleicht in einem anderen Bereich. Und dann, was ich noch gelernt habe, ist, ja, es gibt diese Punktebewertung und es gibt am Ende eine Empfehlung einer Kommission.

Aber da müssen sich die Sportverbände nicht dran halten. Am Ende gibt es noch mal eine Abstimmung im September. Und dann ist die Frage irgendwie... Und da kommen dann diese weichen Faktoren vielleicht doch nochmal anders zum Tragen, als in dieser ersten quasi Bewertung nach Punkten. Und da spielen dann plötzlich auch politische Dinge eine Rolle oder landsmannschaftliche Verbindungen.

Also das ist ja manchmal schwer vorhersehbar im Sport, wie die Entscheidungen fallen. Das wissen wir als Stadt. Bei Olympia-Bewerbungen war das so. Das haben wir aber auch gesehen bei anderen Bewerbungen, zum Beispiel in der Fußball-WM, wo es ja auch hieß, Südafrika würde 2006 die Spiele bekommen. Und dann war The Winner ist Deutschland.

Olaf Scholz war in der Stadt der ehemalige Bürgermeister, der ehemalige Bundeskanzler und sollte eigentlich über die Weltpolitik sprechen, hat er auch, relativ nüchtern, wie er so ist und er wurde dann auch zu Olympia gefragt und da wurde er für seine Verhältnisse richtig euphorisch und hat gesagt, das ist eine große Chance für Hamburg und schon 2015 hätte er es die Stadt richtig vorangebracht.

Hilft das in der Schlussphase, wenn sich Olaf Scholz nochmal zu Olympia äußert? Ich glaube schon, dass die Hamburger wissen, was sie an ihm hatten. Und es wäre komisch gewesen, wenn sich Olaf Scholz, der sich so stark für die Olympia-Bewerbung 2015 stark gemacht hat, heute sagen würde, na ja, das muss jeder Hamburger selbst entscheiden. Das hätten dann wieder alle bewertet.

Oh, Olaf Scholz sieht aktuelle Bewerbung kritischer. Also er musste eigentlich begeistert sein. Und ich glaube auch bis heute, auch darüber haben wir ja an dieser Stelle gesprochen, Du darfst nicht unterschätzen, was das für eine Motivationsbremse für viele Menschen in der Stadt war, als bei dieser Entscheidung 2015 plötzlich die Mehrheit wieder erwarten Nein gesagt hat.

Da sind einige von der Fahne gegangen, andere haben sich in so eine innere Immigration zurückgezogen und Hamburg als Stadt zum Gestalten war plötzlich nicht mehr so sexy wie vorher. Wir müssen jetzt, wo es zum Ende hingeht und wir nächste Woche dann schon oder vielleicht, je nachdem wie es ausgeht, auch am Sonntag in einer Sonderfolge, müssen wir einmal noch über die Kampagne sprechen.

Ich selber habe in dieser Kampagne immer viel rumzumeckern gehabt. Wenn ich jetzt aber sie über den gesamten Verlauf sehe, muss ich sagen, ist das schon eine coole Kampagne gewesen, weil sie begann erst damit, so ein bisschen zu erklären, was jeder davon hat, in dem Versuch wirklich jedem mitzunehmen, dass es eben nicht nur um Leistungssportler geht, sondern um alle.

War dann ein bisschen ausführlicher am Anfang und wurde jetzt aber zum Schluss ja extrem kurz, also dein Jahr für Hamburg, klare Botschaften. Und vor allen Dingen, ich kann mich gar nicht erinnern, wann die Stadt mal so an jeder Ecke plakatiert war. Also du konntest diesem Thema, wenn du wolltest, du konntest diesem Thema nicht entgehen.

Also da muss ich sagen, Raphael Brinkert, der diese Kampagne gemacht hat, der auch 2021 die Kampagne für eben jeden Olaf Scholz gemacht hat, hat da schon eine gute Leistung verbracht. Ich würde jetzt sagen, wenn es scheitert, scheitert es nicht an der Kampagne. Ja, ich glaube, die Kampagne soll ja auch eher wirklich die, die noch ein bisschen träge sind, motivieren, ihre Stimme abzugeben.

Ich glaube nicht, dass du mit einer Kampagne das drehen kannst. Und ich finde auch insgesamt haben wir, eine hast du ja quasi angeschleppt, also auch überraschende Pro-Stimmen für Olympia bekommen von Luisa Neubauer zum Beispiel. Jetzt nochmal von Udo Lindenberg. Ich glaube schon, dass es so ein bisschen Rückenwind geben kann. Aber am Ende des Tages hast du viele Menschen, die sind entschieden, die finden das entweder doof, weil es ihre Ruhe stört oder weil sie sagt, wir haben das Geld nicht.

Und andere finden es ganz toll. Und die in der Mitte, die musst du halt noch rüberziehen. Und die, die noch zögern, musst du motivieren, geht hin und stimmt mit Ja. Wenn das jetzt scheitert, ist es dann auch so ein bisschen ein Misstrauensvotum gegen den Hamburger Senat? Weil dieser Senat sich ja, du sagst schon Ja.

Also Misstrauensvotum ist jetzt ein sehr starkes Wort. Aber man muss sehen, dass dann der Senat, der erst im letzten Jahr gewählt worden ist, seine zweite empfindliche Niederlage einstecken musste durch eine Volksabstimmung. Und zwar muss man sagen, im letzten Jahr im Oktober mit dem Klimaentscheid wurden der Stadt wirklich sehr, sehr harte Vorgaben gemacht, die uns in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch ziemlich viele Debatten und Diskussionen einbringen werden.

Und jetzt ist, und das ist fast noch anders als beim Zukunftsentscheid, auch der Bürgermeister in die Bütt gegangen. Der ist in allen Bezirken gewesen, er hat ja auch diesen Brief an die Hamburger geschrieben. Er hat sich also wirklich, muss man sagen, aus dem Fenster gelehnt, was er hier auch durfte und hat klar gemacht, warum die Menschen seiner Ansicht nach für Olympia stimmen sollen.

Wenn sie ihm nicht folgen, ist das zumindest kein Vertrauensvorschuss, sondern eher, wie du sagst, ein Misstrauensvotor. Ich fand auch interessant, was ein Hörer, der mir schrieb, sagte zu diesem Referendum. Er sagte, ich finde das mit Olympia eigentlich gut und ich finde, ich habe auch verstanden, jetzt nachdem ich das Abendblatt gelesen habe und Ihren Podcast gehört habe, dass das Geld, was man ausgeben kann, nur kommt, wenn Olympia auch kommt.

Was sich aber als Geldverschwendung bezeichnet, sagt er, ist dieses Referendum. Weil sagt er, wenn wir Olympia haben wollen, ich habe doch diese Politiker dafür gewählt, dass sie solche Entscheidungen treffen. Und dann nicht nochmal, das muss man sich ja vorstellen, sieben Millionen Euro ausgeben nur für das Referendum.

Aber das sollte uns doch die Demokratie wert sein, finde ich. Und auch da haben die Wähler gesprochen. Die Hamburger Wähler haben, anders als in vielen anderen Bundesländern, sich ja für sehr viele Mitbestimmungen entschieden. Sie wollen ja Referenten machen, sie wollen die Volksabstimmung. Und da, finde ich, darf man bei Demokratie jetzt nicht zu sehr auf die Kosten gucken.

Die sieben Millionen, das Thema kommt nachher ja noch, könnte man vielleicht auch bei den Baumaßnahmen einschätzen. Aber, aber ja, einerseits hast du recht, andererseits muss man sagen, es war keine Pflicht, das zu machen. Siehe Berlin, die machen es nicht. Ja, aber wer es nicht macht, hat, glaube ich, schlechte Karten.

Also ich würde mich hier auf die Wette festlegen, dass Berlin es nicht wird. Aber aus verschiedenen Gründen. Aber da spielt das schon mit rein. Am Ende des Tages ist es halt viel, viel sicherer. Auch nachher, es werden ja auf diesem langen Weg hin zu Olympia auch Phasen kommen. Das kennen wir aus allen anderen Austragungsstätten, wo die Leute echt genervt sind, weil da Baustellen sind, weil es laut wird, weil es anstrengend wird, gerade auf den letzten Metern.

Und dann kann man einerseits in München sagen, Freunde, zwei Drittel wollten, dass diese Spiele kommen, da müssen wir jetzt tapfer sein. Wenn man das nicht gemacht hat, ist der Unmut ungleich größer. Aber du hast gesagt, es gibt eine Sehnsucht, einen Drang, sich zu beteiligen. Das würde ich sagen, das stimmt so nicht, weil am Ende werden vielleicht 40 Prozent der Leute abstimmen oder 45 Prozent.

Ich glaube schon, dass wir die 50 Prozent knapp treffen mit dem Wahlsonntag. Ja, aber dann nicht mal die Hälfte der Leute stimmt ab. Das war beim Klimaentscheid ja auch nicht anders. Also insofern ist die Frage, ob das Interesse, ich fand nur, der Hörer sagte, ich habe die doch gewählt, damit sie die entscheidenden Punkte für mich regeln und nicht noch zusätzlich dafür viel Geld ausgeben.

Also ich bin da ganz deiner Meinung, ich bin kein großer Freund von direkter Demokratie. Und zwar deshalb, weil ich schon glaube, wir leisten uns genau, wie das der Hörer ja auch sagt, zu Recht Profis in der Politik. Die sich mit einem großen Stab an Verwaltung und Experten versuchen, für Hamburg die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die befassen sich rund um die Uhr mit zentralen Fragen. Und dann kommt quasi aus dem Nichts zum Beispiel dieser Klimaentscheid, hat bunte Bilder, die gut aussehen, hat einen tollen Slogan. Und dann wird aber all das, was die Experten gesagt haben und die Gutachter, mal eben ausgehebelt für ein Gefühl.

Also da kann man sich schon die Frage stellen, was soll eigentlich Politik noch, wenn bei wirklich zentralen Fragen am Ende mit Ja, Nein abgestimmt wird. Oft ohne diese Kompetenz, ohne diesen Hintergrund, ohne sämtliche Informationen, die halt die Politiker haben. Letzte Frage zu diesem Themenkomplex. Was tippst du? Du bist ja immer gern beim Tippen. Ich bin immer gern beim Tippen.

54 Prozent. Ich bin noch ein bisschen raufgegangen von meinen 52, weil ich so, ich spreche ja mit jedem und frage jeden. Es gibt ganz viele, die genauso drauf sind wie 2015. Den Unterschied machen dieses Mal vor allem die, die letztes Mal nicht abgestimmt haben und dieses Mal es leichter hatten abzustimmen. Wirklich viele Menschen habe ich nicht getroffen, die heute anders wählen als 2015.

Ich habe also ein ganz paar getroffen, die damals dafür waren und heute dagegen sind. Wahrscheinlich einfach, weil sie älter geworden sind. Und auf der anderen Seite auch ein paar getroffen, die damals dagegen waren und jetzt dafür waren. Aber das hat sich eher die Waage gehalten. Deshalb glaube ich, entscheidend sind am Ende die, die diesmal hingehen.

Und ich traue mich nicht mehr. Ich wollte dich jetzt fragen. Ich hatte ja neulich mit Alexander Otto, der sagte, es wären über 60. Da hatte ich gesagt 58, da war ich aber unter dem Eindruck, der Briefwahl, die relativ schnell hochschoss, dann aber sich wieder normalisierte. Und wenn ich so, ich frage auch jeden und ich staune immer, es ist immer, also gerade gestern noch Freunde gefragt, Ehepaar aus den Elbvororten und sie hat mit Ja gestimmt, er mit Nein.

Und völlig und so, und dann war ich neulich bei so einer Veranstaltung und dann frage ich auch mal, ja und, wer hat mit Ja gestimmt? Da geht die Hälfte der Arme hoch. Ich habe dann nicht gefragt, wer hat mit Nein gestimmt, Vielleicht haben die anderen gar nicht gestimmt. Aber selbst die Schulen, die diese Umfrage in Bergedorf, die eine Mehrheit gegen Olympia gebracht hat, da war ich schon überrascht und gedacht, Mensch, wenn jetzt selbst Gymnasiasten, die ja nun wirklich zu den Profiteuren dieser Spiele gehören sollen, Nein sagen, dann wird es kein 66% Ergebnis.

Auf jeden Fall haben wir entweder gar nicht zu bereden oder sehr viel. Auch wenn wir scheitern, haben wir einiges zu bereden. Nee, ich meine, daran haben wir viel zu bereden, aber wenn wir weiterkommen, weil dann... Haben wir auch einiges zu bereden. Aber nicht ganz so viel. Aber nicht ganz so viel, das stimmt. Haken hinter dieses Thema. Thema Nummer zwei.

Der Blog-Prozess nimmt nochmal Fahrt auf. Du hast in der vergangenen Woche von einem Skandal gesprochen. Da ging es um die Art und Weise, wie die Cousine von Christina Block im Prozess behandelt wurde. Da gab es unglaublich viele 50, 60 Kommentare und Zuschriften. Sehr gemischt. Also die einen werfen uns dann vor, parteiisch zu sein in dem Fall.

Kann man manchmal auch sein. Wir sind Beobachter. Also wir haben ja hier ein Format, in der man auch subjektive Einschätzungen abgeben kann. Und sonst wäre es ja auch langweilig, uns zuzuhören. Wollte gerade sagen, aber das finde ich auch nicht schlimm. Andere, die sagen, sie können das auch gar nicht verstehen, was da mit dieser armen Frau passiert.

Andere, die sich bedankt haben, dass man das überhaupt thematisiert hat. Und es geht weiter und das fand ich interessant. Wieder diese Woche mit der Befragung von Karen T. Wir erinnern uns, das ist eine derjenigen, die zu diesem Team, was unter dem Motto Bring Kids Home fungierte, eine der entscheidenden Figuren war.

Insbesondere deshalb, weil sie sich wohl sehr gut mit Christina Block verstanden hat. Also Christina Block hat gesagt, irgendwie sie hat bei ihr immer die, hat sich ihr Herz ausgeschüttet und das war so eine Vertraute für sie, fast eine Freundin. Mal wird sie Karen T. genannt, mal wird sie Olga genannt. Im Élysée logierte sie unter dem Namen Doris White, also hat viele verschiedene Namen.

Ihr wurde jetzt nochmal befragt und was ich da interessant finde, ist, dass sie. Eigentlich relativ deutlich gesagt hat, dass ursprünglich nur geplant war, unter diesem Motto Bring Kids Home, Informationen zu sammeln. Informationen über die Kinder in Dänemark bei dem Ex-Mann von Christina Block bei Stefan Hensel.

Und dass ab einem bestimmten Zeitpunkt, interessanterweise wird ja immer der Tod der Großmutter, also der Frau von Eugen Block genannt, das war 2023, 23, ab diesem Zeitpunkt der Druck auf dieses Team, Bring Kids Home, immer größer wurde, aber das sagt sie, nicht von Christina Block, sondern von dem Familienanwalt.

Und wir haben das letzte Woche schon gesagt und ich glaube, man kann dabei bleiben, der Familienanwalt ist halt der Familienanwalt, weil er ausgesucht wurde von Eugen Block und wenn dann Karen T. Sagt, der Druck des Familienanwalts, etwas zu machen, wurde größer und größer und größer, dann ist ja klar, dass dieser Familienanwalt seine Anweisung nicht von Christina Block, sondern von dem entgegengenommen hat im Zweifel, der ihn bezahlt und das wird Eugen Block sein.

Das ist interessant und ich frage mich dann, was macht das Gericht dann mit dieser Aussage? Weil nach wie vor steht Eugen Block nicht vor Gericht. Und wenn man dann hört, dass dieser Anwalt den Druck gemacht hat, ist die Frage, entlastet das Christina Block oder ist er halt auch ihr Anwalt und belastet sie?

Ja, das wird am Ende das Gericht entscheiden müssen, Aber so insgesamt ist natürlich die Gemengelage. So, dass klar ist, also die werden jetzt nicht irgendwie aus Jux und Dollerei nach Dänemark gefahren sein und die Kinder mitgenommen haben. So viel scheint ja klar. Also ich fand ja an diesem Prozestag noch einen anderen Aspekt eigentlich ganz, ganz interessant, wobei ich auch da irgendwie mich vielleicht ein bisschen auf dünnes Eis begebe. Dann kommen jetzt wieder böse Zuschriften.

Aber ich fand ja interessant, die Olga hat ja gesagt, sie hätte gedacht, die Kinder freuen sich zumindest dann, wenn wir ihnen sagen, dass wir sie zur Mama bringen. Und da hat ja die Älteste, so wurde jetzt im Gerichtssaal ausgesagt. Mehr oder weniger gesagt, ich hasse irgendwie, ich spreche kein Deutsch, ich hasse meine Mutter, ich hasse Deutschland.

Und das sind Aussagen, wo ich kurz aufgemerkt bin und gedacht habe, ups, das ist also klassisch so, wie man es aus Entfremdungsfällen kennt. Was ja auch immer im Raum steht halt, dass die Kinder bewusst von der Mutter, von der Familie Block auch entfremdet wurden. Und am Ende des Tages, wenn man sich diese ganze Geschichte nochmal anguckt, sieht man daraus eine Verzweiflung einer Mutter, glaube ich, der die Kinder entzogen worden sind, widerrechtlich, weil sie hatte das Sorgerecht und die, glaube ich, immer, ich habe es hier mehrfach gesagt, sich, ja, also auch in eine Haltung oder ob sie das ist, ob sie Familie ist, die das Recht in die eigene Hand nimmt.

Und das muss am Ende, nach den Beweisen, die das Gericht hat, halt bewertet werden. Ich bin gespannt, kann nur hoffen, dass man jetzt irgendwann zu einem Ende kommt. Interessant, was mir noch aufgefallen ist, eine Aussage, in einem Nebensatz, sagte Olga oder Karen T., je nachdem, wie man sie nennt, sagte Christina Block habe die Kinder sehen wollen und jetzt kommt es, aber nicht um jeden Preis.

Und das heißt ja eigentlich nicht um jeden Preis. Heißt eigentlich hätte sie solche Entführungen nicht gebilligt. Also es klingt so, als würde sie Christina Block da in Schutz nehmen wollen. Und das klingt so, ja, nicht um jeden Preis. Man muss ja sehen, dass dieser ganze Streit der Eltern um die Kinder, diese quasi Entführung aus Dänemark, die Entziehung im Vorfeld die Kinder natürlich auch belastet hat.

Und ich denke da immer an den König Salomon, der im richtigen Moment fragt als zwei, um ein Kind streiten, sagt er ja, dann teilen wir es in der Mitte durch. Und die, die sagt nein, auf keinen Fall, sagt Salomon dann, das ist die Mutter. So wird es vor Gericht nicht passieren. Da fehlt ein König Salomo.

Ja, wir sind gespannt. Ende August ist gar nicht mehr so lange entfernt. Und da war ja so eine Aussage der Richterin von der Frau Hildebrandt, spätestens Ende August könnte es ein Urteil geben. Aber unser Kollege Christoph Robatschik, auch schon in diesem Podcast zu Gast gewesen, hat gesagt, dann ist dieser Prozess vielleicht zu Ende der Fall Block.

Aber noch lange nicht und das wird so sein. Aber für heute ist Block erledigt. Wir kommen zum Thema Nummer drei, die Mehrkosten bei städtischen Projekten. Wie gesagt, Elbphänomenie. Auch fast ein Dauerbrenner wie die. Aber da muss man erklären, wie kann das sein? Das jüngste Beispiel, also Sie haben gesagt, Elbphänomenie damals zehnmal so teuer wie geplant.

Die städtischen großen Projekte, ich will sie nicht alle aufzählen, im Moment 2,6 Milliarden Euro über dem Zielwert. Aktuelles Beispiel, die Müllverbrennungsanlage. Das ist das Ding, wenn man über die A7 fährt und dann im Hintergrund das Volksparkstadion sieht, wo man denkt, wird das nochmal fertig. Ich habe mal nachgeschaut.

Diese Müllverbrennungsanlage sollte 2017, hieß es, sie kostet 234 Millionen Euro und sie sollte eigentlich 2023 fertig werden. Das hat sich gesteigert bis im Jahr 2024 auf 534 Millionen Euro. Also schon mal mehr als das Doppelteile als ursprünglich geplant. Und jetzt ist es so, dass die Stadt sagt, also die 534 Millionen Euro, die werden nicht reichen.

Wir sagen aber gar nicht mehr, was noch dazukommt. Und Achtung, wir sagen auch nicht mehr, wann das Ding fertig ist. Also und das ist doch so ein bisschen eine Komplettaufgabe und auf die Frage dann, warum denn das so ist, warum denn die Kosten so stark gestiegen sind und warum man nicht mehr sagen kann.

Wann diese Müllverbrennungsanlage, die ja nicht unwichtig ist für Hamburg, insbesondere für das ganze Fernwärmekonzept, weil mit der Fernwärme auch Teile der Stadt beheizt werden sollen. Wenn man fragt, warum man das nicht mehr sagen kann, dann heißt es erstens allgemeine Preissteigerung Und zweitens, das ganze Thema ist schon sehr komplex.

Wo ich mich frage, war das 2017 nicht komplex oder hat jemand da 2017 diese Komplexität unterschätzt? Und da sagen unsere Kollegen, das ist auch ein bisschen ein Vorwurf an den inzwischen ausgeschiedenen Chef der Stadtreinigung. Wobei ich sagen würde, den müsste man eigentlich jetzt auch in Schutz nehmen, weil es ist ja nicht nur dieses Projekt, was weit über den Kosten liegt.

Ich habe jetzt noch nicht so rasend viele Müllverbrennungsanlagen gebaut, aber letztlich ist das ja ein Phänomen, das wir nicht nur in diesem Fall sehen, sondern selbst bei privaten Bauherren. Ich habe jetzt gerade am Wochenende mit Freunden gesprochen, die das Elternhaus umbauen, die wollten eigentlich auch schon zu Pfingsten einziehen, sind jetzt September, Oktober dabei, Kostensteigerungen haben die auch.

Das ist im Augenblick ein Phänomen, was man fast bei jeder Baustelle sieht. Aber ich finde in diesem städtischen Bereich, und da stimme ich dir wirklich zu, kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Punkt eins, ich finde, man kann nicht seriös einen Haushalt aufstellen und planen, wenn man sich nicht mehr traut, Kosten und Fertigstellung anzugeben.

Vielleicht ist es ein Fehler, dass man erst immer, um tatkräftig zu erscheinen. So ein Best-Case-Szenario kommuniziert, wenn man irgendwie einen Plan präsentiert. Das haben wir bei der Elfie ja auch oft gesehen, da wollte man ja auch schon 2007, glaube ich, fertig sein, es wurde dann 2017, wenn wir uns erinnern.

Das ist der erste Punkt. Man muss belastbar erwarten dürfen, dass die Planer Zahlen und Fertigstellung kommunizieren. Man muss aber wirklich dazu sagen, dass Genehmigungsverfahren so kompliziert geworden sind, auch weil die Politik selbst ja diese Wege immer schwieriger macht, dass einfach daraus vielleicht auch ein Lerneffekt eintreten müsste, um zu sagen, was können wir tun, um das zu entschlacken.

Das soll jetzt ja auf Berliner Ebene kommen, ich bin gespannt. Und der wirklich zentrale Aspekt ist, gerade weil du ja sagst, es sind immer die öffentlichen Bauvorhaben. Zeigt das auch zum Beispiel beim Haus der Erde, dass wir die Planungskapazitäten in den Behörden einfach zu dramatisch abgebaut haben.

Wir haben also nicht die Leute, die auf der einen Seite firm genug sind und auf der anderen Seite vielleicht auch die Durchsetzungskraft haben, um die Pläne, die man einstmals kommuniziert hat, auch zu einem Ende zu bringen. Ich sage ja immer gerne, das letzte Haus, was im Plan war, war das UKE. Und das ist inzwischen auch schon bald 20 Jahre her. Und da ist ja in dieser Woche das Herzzentrum öffnet worden, UKE, immerhin, aber auch.

Mit einer Verspätung von einem Jahr. Aber ein Jahr geht ja noch. Aber das ist schon trotzdem Wahnsinn, weil am Ende, das darf man nicht vergessen, ist es ja unser aller Geld. Und da sind diese sieben Millionen für die Olympia-Kampagne wenig im Vergleich zu 2,6 Milliarden Euro mehr Kosten. Und das ist auch übrigens auf Neuwerk der Fall, wenn du da gleich überleiten magst. Ja, aber dann leiten wir über. Es war eigentlich erst Thema 5, aber wir machen es erst Nummer 4.

Weil der Turm, den alle kennen, zumindest die, die früher Tatort gesehen haben, mit Charles Brauer und Manfred Kug, Die haben wir gleich zweimal aus dem Turm heraus auf Neuwerk ermittelt. Jeder, der mal da war, kennt natürlich dieses markante Gebäude, diese Turmburg, das älteste profane Gebäude in Hamburg. Und das wird jetzt auch saniert.

Und Überraschung, hätte eigentlich auch schon fertig sein sollen und hätte auch günstiger fertig sein sollen. Auch da wieder das alte Problem, Behörden, die nicht schnell genug sind, dieses Mal auch Bundesbehörden. Du hast Denkmalschützer dabei. Du hast also inzwischen ein Konstrukt, was eigentlich jede Baumaßnahme automatisch teurer macht.

Und wenn du weißt, dass du gerade im Baubereich durch die Energiekostensteigerung. Exorbitant hohe Inflationszuwächse hast, ist halt klar, mit jedem Monat, den das länger dauert, wird das teurer. Da kam noch hinzu auch sehr schön der Bruch der Koalition. Deshalb gab es keinen Haushalt. Und deshalb wusste man nicht, ob am Ende auch die Fördersumme kommt, um diesen Turm fertig zu bauen.

Aber weißt du, ich muss gerade daran denken, die letzten beiden Dinge, die ich gebaut habe oder gekauft habe. Waren die pünktlich? Nee, pass auf. Es war einmal ein kleines Haus und eine Wärmepumpe. Und für beides hatte ich einen Festpreis. Das heißt, natürlich hat das länger gedauert. Also bei der Wärmepumpe nicht, aber bei dem Haus hat das länger gedauert.

Aber es gab einen Festpreis. Und dann frage ich mich natürlich, könnte die Stadt nicht auch versuchen, Festpreise zu verhandeln? Ja, da muss man natürlich irgendwie tapfere Bauunternehmer haben, solange die noch andere Anbieter haben. Ich höre immer zum Beispiel, dass die Bahn auch ein bisschen Probleme hat, weil man für städtische oder öffentliche Unternehmen auch gar nicht immer so gerne baut. Mit Privaten ist es oft einfacher.

Vielleicht und wahrscheinlich ist das so. Wir kommen zum letzten Thema schon krass, eine halbe Stunde schon vorbei. Paul Ronsheimer. Achso, Neuwerk war damit durch. Oder möchtest du noch was sagen? Schöne Insel. Kannst du mal hinfahren. Warst du mal da? Nein. Ja, guck mal. Das ist einer der Hamburger Stadtteile.

Da könntest du eigentlich schön so mal eine Woche aus dem Homeoffice arbeiten. Weg aufs Watt und richtig Hamburg vor der Haustür. Und das ist jetzt der ideale Übergang zu Paul Ronsheimer. Um erklären, stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung. Bekannt ist er jetzt aber geworden durch seinen Podcast.

Sieben, also wir machen hier einen die Woche. Der macht sieben jeden Tag ein. Er hat auch gesagt, er will dieses Jahr durchziehen, jeden Tag, 365 Tage im Jahr, einen Podcast machen, ob Urlaub hin oder her, aber Homeoffice, das ist ja dein Lieblingsthema, habe ich ihn auch gefragt. Und die Antwort war, er habe gesagt, wann warst du eigentlich zuletzt in der Redaktion?

Musste er nachdenken. Zwei, drei Monate ist das wohl her, sagt er. Und dann fragt ich, hast du denn ein Büro in der Redaktion? Und dann sagt er, der wird schon irgendwo ein Platz für mich sein. Also mit anderen Worten, der macht wirklich Journalismus, der macht ja Journalismus, wie man sich ihn nur träumen kann.

Aber der hat gar kein Büro mehr. Der ist auch gar nicht mehr in der Welt. Der ist natürlich auch in allen Krisengebieten dieser Welt unterwegs. Von daher finde ich, ist bei ihm der Begriff Homeoffice ein bisschen schräg. Der ist ja quasi, wo ich den überall schon gesehen habe, das ist, muss man wirklich sagen, genau wie du es auch gerade formuliert hast, so ein Reporter aus Leidenschaft.

Der ist zu Hause, wo die Geschichte ist. Deshalb ist es eine andere Art von Homeoffice. Aber ich fand das total interessant, dass er also tatsächlich. Überhaupt nicht mehr, also seit zwei, drei Monaten gar nicht mehr in der Redaktion war. Und dann fragt man sich, wie macht er das? Wir hatten da einen Podcast in der BMW Niederlassung Hamburg vor so 200 Zuschauern.

Da haben wir einen Podcast gemacht, um 18.45 Uhr ging es los und wir mussten aber so gegen 20.15 Uhr, 20.20 Uhr fertig sein. Warum? Er hat den Podcast für den nächsten Tag dann gleich in so einem Raum da aufgenommen. Hatte einfach nur ein Laptop mit, ein kleines Mikro und hat das Ganze dann mit dem lieben Kollegen Daniel Friedrich Sturm vom Tagesspiel gemacht, über ein Thema, vielleicht Einschätzung nochmal von dir, was ich total steil fand diese Woche, was dann aber am Ende doch hochgejatzt wurde von ganz vielen, nämlich dieser vermeintliche Kanzlerwechsel, dass es in der CDU, Pläne gibt, den Kanzler Friedrich Merz auszuwechseln und da habe ich gedacht, mal sehen, fällt der rein, Friedrich Merz und natürlich, also es kamen diese Gerüchte hoch,

weil Hendrik Wüst, der Ministerpräsident aus NRW, auf einer Reise auf die Frage gesagt hat, ob ein NRW-Ministerpräsident auch kanzlerfähig wäre, sagte er, was alle NRW-Ministerpräsidenten außer Annaloge Kraft gesagt haben, selbstverständlich. Daraus wurde gemacht, er könne sich das vorstellen und so weiter und so weiter und das Ganze wäre glaube ich im Sand verlaufen, wenn nicht Friedrich Merz dann sich dazu über Dritte geäußert hätte.

Ich glaube nicht mehr, dass es im Sand verläuft. Also es hat, sage ich jetzt mal ein bisschen zugespitzt, in Berlin auch wieder so ein gewisses Jagdfieber eingesetzt. Natürlich gibt es viele in der Union, die unzufrieden sind mit Friedrich Merz, nachvollziehbarerweise. Auch in der SPD, auch nachvollziehbarerweise. Aber auf die Idee zu kommen...

Deshalb den Kanzler zu stürzen bei einer Mehrheit, die nun wirklich knapp genug ist, das ist doch schon sehr, sehr steil. Und ich finde diese Polengeschichte, aus der das ja alles entstanden ist, am Rande eines Besuchs von Hendrik Wüst in Polen, das war schon wieder ein bisschen journalistisch hochgegeigt.

Und das sind ja so kommunizierende Röhren unserer Branche. Und durch die Podcast ist das jetzt nochmal mehr geworden. Weil irgendwie ein Journalist fragt den anderen Journalisten und Journalismus lebt natürlich auch von Thesenstärke. Und dann ist natürlich eine starke These, so Palastrevolution bei der Union, ein beliebtes Thema.

Und so machen sich ja Dinge auch selbstständig. Ja, inzwischen hat ja auch der Kanzler reagiert, mit den wüsten Spekulationen natürlich auch quasi adressiert. Es gibt ja auch Leute, die sagen, am Ende nützt es eigentlich nur Friedrich Merz, weil sich damit gerade ein potenzieller Konkurrent ins Aus schießt.

Es gibt ja den alten Satz, alle Menschen mögen den Verrat, aber nicht den Verräter. Und da muss man am Ende gucken, also es zeigt halt, dass die Republik insgesamt derzeit wirklich hart an der Hysterie vorbeischrammt. Wir haben diese Gemengelage von vielen Problemen und ich glaube, besser wäre, wenn wir etwas souveräner, etwas ruhiger agieren.

Eben ist uns ja ein Sommer der Reform versprochen worden, vielleicht kommt er ja diesmal. Und es gibt immerhin eine demokratische Mehrheit für Union und SPD. Und wir sollten vielleicht nicht immer das Geschäft der quasi Ränder bedienen, indem wir die Mitte, und jetzt argumentiere ich ein bisschen wie Friedrich Merz, aber da stimme ich ihm zu, indem man diese Mitte durch schrille Zeilen aushöhlt.

Das ist ein schönes Schlusswort. Wenn es ganz dramatisch werden sollte, melden wir uns Sonntag mit Sicherheit nochmal. Sonst ganz in Ruhe, ohne durchzudrehen. Nächste Woche wieder mit 040 Hamburg streng vertraulich. Euch allen da draußen eine schöne Woche. Schreibt uns gern und dann hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin. Tschüss. Tschüss.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast.

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