
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 71
Neues Volksparkstadion? "Das kann sich der HSV abschminken"
Freitag, 5. Juni 2026 · 33 min
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Shownotes
In einer neuen, brisanten Episode des Podcasts „Streng vertraulich – Die Lage in Hamburg“ analysieren Lars Haider und Matthias Iken die tiefgreifenden Konsequenzen des jüngsten Olympia-Referendums. Nachdem sich die Hamburger Bevölkerung mehrheitlich gegen die Bewerbung für die Olympischen Spiele ausgesprochen hat, steht die Sportstadt vor einem Scherbenhaufen voller ungeklärter Fragen. Besonders die Fußballfans und Anhänger des HSV trifft das Ergebnis hart, denn das Großprojekt war untrennbar mit einer visionären Infrastruktur verknüpft: dem Bau eines neuen, modernen Volksparkstadions.
Da die aktuelle Spielstätte ab den 2040er und 2050er Jahren marode zu werden droht und an ihre kapazitären sowie baulichen Grenzen stößt, stellt sich nun die existenzielle Frage: Ist das neue Volksparkstadion durch das gescheiterte Referendum komplett vom Tisch oder rückt es in weite, unerreichbare Ferne? Neben einer fundierten Analyse der sportpolitischen Weichenstellung beleuchtet die Diskussion auch die emotionalen Reaktionen der Bürger und Medien. Vom Vorwurf, Hamburg habe sich gegen den Status einer Weltstadt und für das Dasein als „liebenswertes Dorf“ entschieden, bis hin zur scharfen Kritik des Abendblatts an den „Neinsagern“ – diese Episode bietet einen ungeschönten Blick auf eine tief gespaltene Stadt und die ungewisse Zukunft des Hamburger Spitzenfußballs.
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Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Haider und mir gegenüber sitzt Matthias Eken. Moin. Lieber Matthias, moin. Und wir haben diese Woche ja schon einmal eine Folge gemacht, direkt am Sonntag nach dem Ende des Referendums zum Thema Olympia in Hamburg. Und tatsächlich soll es heute auch nochmal Daumen gehen.
Darum muss es nochmal gehen, weil das wirklich eine Weichenstellung ist, über die wir sprechen müssen. Und es hat viele Reaktionen gegeben, dazu kommt es gleich. Und wir wollen heute im Mittelpunkt aber einmal eine Frage stellen, die nach dieser Olympia-Entscheidung aufgeploppt ist und die viele Fußball-Fans und HSV-Fans insbesondere betreffen wird.
Denn mit der Bewerbung um Olympische Spiele war ja auch die Idee verknüpft, ein neues Volksparkstadion zu bauen, das offensichtlich ja so ab den 40er Jahren an seine Grenzen kommt und ab den 50ern nicht mehr bespielbar sein dürfte. Und die große Frage, und das werden wir heute analysieren, ist, kann es sein, dass aufgrund dieses Referendums dieses neue Volksparkstadion vielleicht gar nicht kommt oder in sehr, sehr weiter Ferne?
Darum wird es gehen. Also nochmal die Konsequenzen aus dieser Olympienscheidung. Für uns alle und insbesondere für den HSV. Darum geht es in dieser Sendung. Und am Anfang habe ich mal, es gab unglaublich viele Reaktionen auf all das, was wir gesagt und geschrieben haben. Ich habe mal, ich lese es mal vor, drei verschiedene Leserreaktionen, Hörerreaktionen mitgebracht.
Die erste stammt von Gotthard Kalkbrenner. Der schreibt, nachdem ich nun ihre und die Großen von Herrn Icken und kleinen Meinungsfeststellungen von ihrem Journalisten David Walter zu dem verlorenen Olympiereferendum und über die Entscheidungsbegründung der Linken gelesen habe, muss ich feststellen, Hamburg ist keine Weltstadt, sondern ein liebenswertes Dorf mit Kleinbürgern, das sich mit seinen scheinbar großen Sportveranstaltungen, Laufen, Radfahren, etwas Tennis und Elbphilharmonie, die große, weite Welt in seine Mauern geholt hat.
Die wirklich wichtigen und meistens nur in einem Menschenleben passierenden Veranstaltungen wie Olympia aus kleinbürgerlicher Sorge einfach per Volksabstimmung auswählen. Laufen lässt. Also, dass Hamburg das laufen lässt. Das ist das Erste. Gut, dass ich das nicht geschrieben habe. Da ist ja auch wieder Prüfe gegeben.
Der ist so auf unserer Linie vielleicht gewesen. Jetzt kommt der zweite Kommentar. Das klare Nein beim Volksentscheid zur Olympiabewerbung ruft die Chefkommentatoren des Abendblatts Heider und Iken auf den Plan. Sie geißeln die 55% Neinsager als verdrossene, verzagte, visionslose Stubenhocker, die letztendlich Hamburgs Zukunft Weltstadt blockieren.
Das ist unisono eine nicht akzeptable Beschimpfung einer Mehrheit in dieser Stadt. Das ist der zweite. Du kannst gleich was dazu sagen. Ich mache doch den dritten. Das ist so das Spektrum. Ja, ich habe die alle gelesen. Ich habe auch einige beantwortet. Da ist auf jeden Fall noch was zu tun. Und hier steht, nein, lieber Lars Haider, Hamburg will schon mehr sein, als es ist von Martin Wucherpfennig.
Nur nicht mit diesem Senat an der Spitze. Es mag sein, dass auch die Kostenfrage bei der Entscheidung gegen olympische Spiele in der Hansestadt eine Rolle gespielt hat. Genauso entscheidend dürfte aber auch das Versagen des rot-grünen Senats bei wichtigen Bauvorhaben der Stadt sein. Das vielleicht so drei Leserbriefe. Ich bin beim zweiten Leserbrief den Namen schuldig geblieben. Den hole ich noch nach.
Das war von Jörn Mewe. Ja, ich muss auch sagen, wenn ich mir jetzt angucke, wie meine erste Analyse direkt nach dem Referendum ausfiel, würde ich es heute einen Tick anders sehen, wie siehst du es? Inhaltlich würde ich es nicht anders sehen. Inhaltlich bleibe ich dabei. Was mich überrascht hat, ist, wie es verstanden worden ist.
Natürlich ist es immer ein bisschen so, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Offenbar haben sehr viele Leserinnen und Leser, weniger Zuhörerinnen und Zuhörer, weil da war das Echo ein bisschen anders. Ich habe ja auch bei Instagram da eine Debatte quasi mit ausgelöst. Also es haben viele so verstanden, als ob wir die Abstimmenden persönlich beleidigt haben oder beleidigen wollten.
Das ist natürlich Unsinn. Das ist ja genauso, wenn man einen Wahlausgang kommentiert, dann hat man ja meist auch eine Meinung, ob das gut oder schlecht ist für eine Stadt, ohne dabei die Wähler zu beleidigen. Also es ist interessant, dass man das so hoch emotional sieht. Übrigens interessant, wir haben vor acht Monaten ja einen ähnlichen Volksentscheid gesehen, auch den haben wir kommentiert.
Da waren die Reaktionen viel zurückhaltender. Also da haben offenbar sich manche auf den Schlips getreten gefühlt. Ich will aber auch nicht verhehlen, dass genau was du sagst beim zweiten Lesen vielleicht die ein oder andere scharfe Vokabel ein bisschen drüber war. Na mir ist aufgefallen, wir haben ja versucht in dem Podcast vor einer Woche am Sonntag die Gründe für dieses Nein zu vermitteln.
Und die große Frage, die darüber stand und die ist für mich immer noch nicht geklärt, ist, 20 Städte in Deutschland stimmen oberolympische Spiele ab, 19 sagen deutlich mit immer über 60 Prozent ja und eine Stadt sagt mit deutlich mit knapp 45 Prozent nein. Und da fragt man sich, was ist in Hamburg anders als anderswo?
Und dann haben wir uns nochmal die Ursachen angeguckt. Wer hat vor allen Dingen eher mit Nein gestimmt? Das sind die Älteren, die Jüngeren haben eher mit Ja gestimmt für Olympia, die haben allerdings weniger abgestimmt. Eher mit Nein gestimmt haben die, deren Wohnsituation schwierig ist. Eher mit Ja gestimmt haben die, deren Wohnsituation entspannt ist.
Und eher mit Nein haben die gestimmt, die in einer schwierigeren sozialen Lage sind. Das sind die drei Ursachen. Und dann fragt man sich aber, Moment, das gibt es ja in München und in Köln und in Gelsenkirchen genauso. Also können das ja nicht die spezifischen Ursachen sein. Und dann, das fand ich interessant, hat in der vergangenen Woche Ole von Beuys, der ehemalige Hamburger Bürgermeister, einen Gastbeitrag für das Hamburger Abend geschrieben und hat auch gesagt, das mögen zwar Gründe sein, es sind aber andere Ursachen.
Unter zwei Ursachen genannt, die für dieses spezifische Hamburger Ergebnis sprechen und darüber müssen wir beide jetzt mal sprechen. Der erste ist, dass die Art und Weise der öffentlichen Meinungsbildung sich geändert habe. Der Einfluss der Eliten hätte auf die Stadtgesellschaft deutlich zurück, sei deutlich zurückgegangen, das hätten diese Eliten aber gar nicht gemerkt. Und jetzt kommt es, ähm.
Deshalb hätte auch die Kampagne nicht funktioniert, sondern die Kampagne hätte dadurch, wäre bei den Leuten der Eindruck entstanden, wenn die so viel Werbung dafür machen müssen, dann kann es ja nicht sein, dann versuchen die uns ja zu überreden und deshalb haben sie extra mit Nein gestimmt. Was sagst du zu dieser These von Ole von Beuys? Also zum letzten Punkt, glaube ich, da hat er einen Punkt.
Es ist ja interessant, in den anderen Städten wurde ja viel weniger offensiv geworben. In München lief das mehr oder weniger nebenher. Es gab zwar so Anfassveranstaltungen auf dem Rathausplatz, aber es gab nicht in dem Sinne eine große Kampagne, dass überall Plakate klebten. Die Münchner waren für sich schon überzeugt und auch in NRW war es nicht so eine Materialschlacht.
Ich glaube, das hat am Ende kontraproduktiv gewirkt. Ich glaube aber auch, das erklärt nicht, warum wir nur 45% Zustimmung haben. Hätten wir am Ende vielleicht nur 52% gehabt, hätte ich gesagt, okay, es gibt einen Effekt von 3, 4, 5% Punkten. Das andere, was Ole von Beuys sagt, ja, ich glaube auch, dass wir uns da in einer Blase bewegt haben.
In einer Blase, ja, Elite ist immer so ein schwieriges Wort, aber vielleicht von Meinungsmachern, von Vereins- und Verbandsvertretern, von Industrieunternehmern, die also alle, wenn man sich trifft, abends gesagt haben, wir brauchen die Spiele. Und da hat man vielleicht schon einen falschen Ausschnitt der Hamburger Widerschaft.
Und da hast du jetzt den entscheidenden Satz, glaube ich, gesagt. Man traf auch Menschen aus der Wirtschaft, aus der Kultur, aus dem Sport, aus der Politik und der Satz war, wir brauchen die Spiele. Den Satz, den ich aber nie gehört habe, ist, es gibt in dieser Stadt eine Olympia-Begeisterung. Weil egal mit wem du gesprochen hast, die haben alle gesagt, nee, wir müssen diese Begeisterung, die gibt es nicht, die müssen wir erzeugen, weil wir die Spiele brauchen.
Aber eigentlich war allen Beteiligten in der Politik, in der Wirtschaft und ja auch uns klar, dass es diese, eine Olympia-Begeisterung in dieser Stadt, also irgendwas Emotionales, gab es zu keinem Zeitpunkt. Und wenn man das ernst genommen hätte, wenn man jetzt nicht gesagt hätte, es ist so wichtig aus verschiedenen Gründen, dass wir Olympia bewerben, dann hätte man diese Bewerbung eigentlich gar nicht angehen dürfen.
Ich glaube, wir haben uns alle blenden lassen von dem Ergebnis 2015. Damals haben wir gedacht, nach den Umfragen, die ja eine große Begeisterung gezeigt hatten, das Referendum ist schief gelaufen. Einfach durch den Abstimmungszeitpunkt im November, durch die Anschläge von Batatlan und von Stade de France.
Da haben wir einfach gesagt, das ist einfach so doof gelaufen, das kann man reparieren. Was wir nicht erkannt haben, ist, dass dieses Ergebnis wahrscheinlich viel realistischer dargestellt hat, wie die Leute denken. Und damals, und das ist ja das Bittere, gab es ja diese Begeisterung. Ich erinnere mich an die Aktion im Stadtpark mit den Olympischen Ringen.
Ich erinnere mich an diese Lichtshow an der Binnenalste. Und dieses Jahr gab es ja wieder den Versuch einer Veranstaltung. Das war ja relativ dramatisch, weil so wenig Menschen da waren. Die konnte man ja alle per Handschlag begrüßen. Die Aktion, die da auf dem Jungen von Stieg lief. Und hätte man wahrscheinlich schon vermuten können, es gibt viele Dinge, die die Hamburger umtreiben, Aber die Sehnsucht nach Olympia ist es nicht.
Und wenn man ehrlich ist und wenn ich jetzt ehrlich zu mir selber bin, dann hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, es wirbt nichts, aber man wollte dann glauben, dass es vielleicht doch was wird. Es sprach aber so, wenn man reinspürte in Hamburg, da war wirklich nichts und hinterher ist man immer schlauer, das ist vorweg gesagt, ja, hinterher ist man immer schlauer, das ist fast schon wohlfeil, aber wahrscheinlich hätte man sich gar nicht bewerben dürfen.
Eine weitere These von Ole von Beuys und die finde ich interessant und ich frage mich, er sagt es selber, die trifft ja nicht nur auf Hamburg zu und damit würde sie wieder nicht erklären, warum gerade Hamburg so abgestimmt hat, ist aber, die Mehrheit der Menschen glaubt Versprechen nicht mehr, insbesondere großen Versprechen und tatsächlich haben wir auch jetzt gehört in der Nachbetrachtung, dass viele Menschen, die dagegen gestimmt haben, gesagt, die kriegen doch nicht mal die kleinen Sachen ein, die kriegen nicht mal das Projekt A, das Projekt B, das Projekt Z.
Sehen, wie soll denn dieser Senat olympische Spiele organisieren? Also mit anderen Worten, die haben dem Hamburger Senat das nicht zugetraut. Ja, offensichtlich trauen sie es Markus Söder in Bayern zu, sie trauen es Hendrik Wüst in NRW zu. Kann das ein Grund sein? Was da alles nicht funktioniert hat, quasi die Bibliothek eingestürzt.
Da ist keines von den Projekten, die also, sag ich mal, überregional irgendwie von Bedeutung ist, im Zeitplan und im Kostenplan. Also man kann jetzt nicht sagen, dass in Köln alles super läuft und Hamburg irgendwie die Metropole des Versagens ist. Das ist, glaube ich, auch eine Wahrnehmungsfrage. Und am Ende, und jetzt weiß ich, mache ich mich wieder unbeliebt.
Ich glaube, dass viele rational, verstanden haben, dass ulimmische Spiele die Stadt voranbringen, dass sie aber emotional und vielleicht auch aus ganz persönlichen Gründen gesagt haben, ich will die Spiele nicht. Und dann sucht man sich ein Argument, mit dem man leben kann, dass man sagen kann, will ich nicht.
Weil nämlich diese These von Ole von Beuys, dass die Mehrheit Politiker nicht mehr vertraut. Die trifft natürlich auf die Erhebung der jüngeren Vergangenheit, in denen es hieß, dass Peter Schentscher nach Daniel Günther in Schleswig-Holstein der beliebteste Ministerpräsident ist. Ja und die aktuelle Umfrage, die aktuellste, die zeigt ja immer noch eine breite Mehrheit der Hamburger für den rot-grünen Senat.
Also das verstehe ich da nicht. Wenn man es wirklich glaubt, dass rot-grün nichts auf die Kette bekommt, dann kann man nicht sagen, wir wählen die trotzdem wieder. Oder noch so ein Punkt, wenn man sich an diesen Baustellen, was man ja überall gehört hat, so stört, dann möchte ich schon die Wählerinnen und Wähler fragen, warum sie dann für eine beschleunigte Energiewärme- und Verkehrswende vor acht Monaten gestimmt haben.
Denn das geht natürlich einher. Dann müssen wir die Straßen umbauen. Dann müssen wir die Stromnetze beschleunigt ausbauen. Dann müssen wir die Fernwärmeleitung legen. Das alles wird mit ganz vielen Baustellen verbunden sein. Und da ist nicht ein einziges Mal über diese Frage der Baustellen und des Klimaentscheides diskutiert worden. Da sind wir bei einem anderen interessanten Thema, das unser Kollege Jens Mayer-Wellmann diese Woche recherchiert hat.
Er hat sich nämlich mal alle Bürgerbefragungen, Volksbegehren der vergangenen Jahre angeguckt und dabei eins festgestellt, dass tatsächlich bei diesen Bürgerbefragungen, Volksbegehren die Menschen immer so abgestimmt haben, wie sich der Senat das nicht gewünscht hat. Ja, das ist was Wahres dran. Also vielleicht wäre es klüger gewesen, der Senat hätte sich hingestellt, wir sind gegen Olympia, das können wir uns alles nicht leisten.
Und eine Initiative von engagierten Hamburgern hätte gesagt, wir wollen die Spiele aber. Dann wäre es wahrscheinlich anders ausgegangen. Aber das ist natürlich, muss man sagen, ja, ich mache mich jetzt wieder nicht beliebt. Das ist jetzt kein Ruhmesblatt für die Wählerinnen und Wähler, wenn sie nur aus so einem, ja, etwas, äh.
Atavistischen Reflex, sage ich jetzt mal, sagen, nee, wir sind anderer Meinung. Also ja, es macht vielleicht Spaß, irgendwie einen Stock in die Speichen zu stecken von dem rollenden Fahrrad der Politik, aber am Ende des Tages so richtig effizient ist es nicht. Und genau wie Jens Mayer-Wellmann geschrieben hat, es gab eigentlich keine Abstimmung, wo der Senat klar gewonnen hat. Und das lässt schon tief blicken.
Und trotzdem, doch, es gab natürlich Abstimmung und zwar jeweils bei der Bürgerschaftswahl. Weil wir reden ja davon, dass diese rot-grüne Mehrheit jetzt über ein gutes Jahrzehnt relativ stabil ist. Und man kann ja jetzt gegen die Bürgermeister und seine Senatoren und Senatoren sagen, was man will. Aber es sind ja an sich sehr sauber arbeitend, bodenständige Leute, die jetzt irgendwie keine großen Wolfenkuckucksheime, das ist dein Lieblingswort, im Kopf mit sich herum tragen.
Aber jetzt erst recht nicht mehr. Aber heißt das jetzt in der Planung, und dann kommen wir gleich zum Thema Volksparkstadion, heißt das jetzt künftig für Hamburg, dass man, wie Uwe von Beuys das sagt, Kleine Ziele, Ziele, die man erreichen kann, ordentlich regieren, das alte Motto von Olaf Scholz, wobei der große Themen angepackt hat.
Darum geht es jetzt, bloß jetzt keine großen Ziele mehr, sondern kleine Ziele, damit man diese kleinen Ziele möglichst schnell erreichen kann und damit die Leute wieder Vertrauen fassen und dann vielleicht kann man in 20, 30 Jahren dann sich wieder an größere Dinge wagen, wenn das Vertrauen wieder da ist.
Aber mit Verlaub, was ist dann das Ziel, den neuen Jungfernstieg mit Blumen zu bepflanzen? Also da muss man auch mal ein bisschen die Kirche im Dorf lassen. Der Punkt ist doch, und da habe ich mich wirklich auch ein bisschen über Ole von Beust gewundert, er ist ja angetreten mit einem ganz neuen Leitbild.
Das Leitbild der wachsenden Stadt und alle hatten das Gefühl, endlich dreht sich was. Und in diesem Leitbild standen ja sehr, sehr viele ambitionierte Ziele drin. Das Augenfälligste ist die Elbphänomonie geworden. Und jetzt zu sagen, nee, wir wollen das alle nicht mehr, wir wollen uns irgendwie kleine Ziele setzen.
Hey, wir sind eine Millionenstadt, wir sind noch Nummer zwei in Deutschland. Nur mit kleinen Zielen kommen wir nicht ans Ziel. Ich bin auch dagegen, jetzt ständig lautsprecherisch irgendwie gleich Dinge auszurufen, die am Ende nicht umsetzbar sind. Aber ich glaube, eine Stadt, die halt aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein. Den Satz habe ich ja schon mal gesagt.
Und das ist etwas, was mich wirklich mit tiefer Sorge füllt, was aus dieser Stadt wird, wenn sie sich keine Ziele mehr setzt. Ich musste schmunzeln, als am Tag nach dem Referendum die Ergebnisse nochmal analysiert wurden im Rathaus und Bürgermeister Peter Tschentscher dann mit so einem leichten, auch Lachen, Lächeln sagte, naja, Hamburg bleibt mit oder ohne Olympia die schönste Stadt der Welt.
Und in dem Moment, weißt du, woran ich denken musste? Ich musste an die Aufstiegsuhr kommen. Denken, die ja jahrzehntelang im Hamburger Volksparkstadion hing und den HSV immer daran erinnerte, wir sind zwar nicht mehr besonders erfolgreich, aber wir sind die einzige Mannschaft, die seit der Gründung der Bundesliga 1963 dabei war.
Und das war ja letztendlich, war das dann schon, diese Uhr an sich war glaube ich einer der Gründe, einer was damit schwingt, dass es irgendwann mal in die zweite Liga ging. Und ich habe gedacht, Leute, hört auf mit diesem Satz, dies ist die schönste Stadt der Welt, weil all die Bedenken, die jetzt im Rahmen dieses Olympia-Referendums zutage getreten sind, zeigt ja offensichtlich, dass für die Menschen diese Stadt nicht die schönste Stadt der Welt ist, sondern eine Stadt ist.
Wo die Mieten viel zu hoch sind, wo die sozialen Unterschiede viel zu groß sind, wo die Spaltung, offensichtlich viel, viel heftiger ist, als wir das alle gedacht haben. Wo man sich Sorgen macht, dass das alles zu voll ist. Wo nichts funktioniert. Also vielleicht muss man sich mal von diesem. Slogan, der in den Köpfen ist und weil er in den Köpfen ist, man sich denkt, ich lebe ja schon in der schönsten Stadt der Welt, das wird immer so bleiben, das war immer so, das wird immer so bleiben und muss sich dann im Zweifel gar nicht mehr anstrengen.
Und dann ist es nämlich so, dass andere tatsächlich an uns vorbeiziehen. Ich finde das Bild mit der Stadion-Uhr sehr, sehr Ich habe es ja auch nie verstanden, wie man auf der einen Seite so selbstzufrieden sein kann, zu glauben, in der schönsten Stadt der Welt zu wohnen und auf der anderen Seite so unzufrieden zu sein, dass man alles scheiße findet.
Nämlich die Politik, die Baustellen, die Mietpreise. Also so recht zusammen passt das nicht. Und von daher glaube ich, wir sind jetzt keine Tiefenpsychologen, aber so ganz nehme ich manchen nicht ab, welche Gründe sie für ihr Nein gefunden haben. Ich glaube, das sprechen einfach auch. Ja, wenn ich jetzt 70 wäre, kann ich nachvollziehen.
Was habe ich von Olympischen Spielen? Dann bin ich, wenn es 2040 der Fall ist, irgendwie 84. Dann habe ich auf dem Weg dahin ganz viele Baustellen gehabt. Und wenn es dann stattfindet, bin ich vielleicht schon tot. Ist nachvollziehbar. Ist aber, muss man sagen, jetzt keine Haltung, keine bürgerliche Haltung, auf die man quasi eine Stadt bauen kann.
Da muss man auch bereit sein, für das Schicksal der nachkommenden zukünftigen Generationen auch mal was zu wagen und auch mal Einschränkungen hinzunehmen. Das scheint nicht so recht verbreitet zu sein. Wir bleiben aber, wir reden viel darüber und bleiben aber tatsächlich, ich bleibe ratlos, weil so richtig erkenne ich von all diesen Ursachen und Gründen, über die wir gesprochen haben, mit Ausnahme dieses klassischen Hamburger Grund, verstehe ich es trotzdem nicht, weil wie gesagt, die Sorge für Hochmieten, Baustellen, die nicht funktionieren, Projekte, die nicht funktionieren, das gibt es ja in den anderen Städten noch und nöcher, aber offensichtlich... Sogar extremer.
Wie gesagt, die Mietenentwicklung ist in München und Köln, da haben wir auch drüber gesprochen, viel extremer gewesen als in Hamburg. Und jetzt der Politik, ich finde, da muss man sie auch mal in den Schutz nehmen, zu bescheinigen, kriegt das alles nicht hin, das ist auch wirklich ein bisschen schwierig.
Also meine, ja, zugegebenermaßen scharfe Replik oder scharfe Analyse zu dieser Entscheidung, die wird ja auch von vielen geteilt, das darf man ja auch nicht übersehen. Dass die Politik sich jetzt nicht hinstellt und die Wähler beschimpft, ist nachvollziehbar. Ein Journalist, glaube ich, darf schon kritische Fragen stellen.
Der Punkt ist, diese Fragen stellen dann viele Unternehmer, Künstler und Investoren auch. Und wenn sie zu der Erkenntnis kommen, nee, Hamburg, also setzt sich Ziele, da gehe ich nicht mit, dann kann das dazu führen, dass Hamburg einfach in den nächsten Monaten und Jahren deutlich verlieren wird. Und diese Sorge treibt mich um.
Und dazu kommt ja noch, und da darf man glaube ich nicht naiv sein, wenn der Innensenator, Sportsenator sagt, natürlich, wir bleiben die Sportstadt und wir bleiben die Active City. Hamburg wird es als Sportstadt total schwer haben in den nächsten Jahren und anderthalb Jahrzehnten, weil natürlich jeder Sportverband das im Kopf hat.
Das war die einzige Stadt, die sich um Olympische Spiele nicht bewerben wollte und zwar nicht einmal, also es war kein Ausrutscher, sondern zweimal. Und warum soll ich jetzt mit meiner großen Veranstaltung, mit meinem Länderspiel, mit was auch immer, in diese Stadt gehen? Gehe ich doch vielleicht lieber dahin, und das wird ja ein großer Vorteil sein, wo dann die Olympischen Spiele tatsächlich ausgetragen werden oder wo man das Gefühl hat, da gibt es für Sport ein anderes Verständnis.
Denn vielleicht hat das doch etwas mit der Einstellung zur Verbindung von Sport und Gesellschaft zu tun. Ja, und wo investiere ich Geld? In welcher Stadt? In der Stadt, von der ich annehme, hey, die ist offen für was Neues, die ist offen für die Spiele, die ist offen für Wachstum oder in eine Stadt, die eigentlich das alles nicht will?
Das sind schon Fragen, die werden wir in den nächsten Jahren beantworten müssen. Und deshalb ist diese Entscheidung halt auch viel schwerwiegender, als glaube ich viele begreifen. Und da sind wir ganz konkret, nämlich bei einem der großen Projekte. Vor dem Referendum hieß es immer, egal was mit dem Referendum wird.
Wir als Freie und Hansestadt Hamburg sagen, wir bauen ein neues Volksparkstadion. Geplant wäre es gewesen, hätte es Olympia gegeben. Man baut neben dem bisherigen Volksparkstadion ein neues Olympiastadion. Das wird danach mit Leiter tätig machen. Das wird danach zurückgebaut und wird ein Stadion vor allen Dingen für den HSV mit 70.000 Plätzen.
Das ist das, was der HSV dringend benötigt. Mehr Platz, weil vergangene Saison war die erste Saison, glaube ich, in der alle Spiele ausverkauft waren. Und das wäre natürlich, wenn es Olympia gegeben hätte, wahrscheinlich relativ einfach gegangen. Nun gibt es Olympia nicht. Und da gibt es das Stadion noch nicht. Bist du davon überzeugt? Ja.
Also ich meine, da muss man auch ehrlich sagen, und da finde ich die Kritik auch in der Politik berechtigt, irgendwie den Leuten zu erzählen, das Stadion kommt auf jeden Fall, egal wie die Entscheidung ausgeht, aber den Hauptbahnhof, jetzt etwas in die Tüte gesprochen, den können wir nur so schnell sanieren, wenn Olympische Spiele kommen.
Da stelle ich mir schon die Frage, was haben die da genommen im Senat? Also das ist natürlich, das eine ist ein Muss. Man muss den Bahnhof jetzt möglichst schnell so reif machen, dass er die Verkehre auch bewältigen kann. Und was wir nicht unbedingt brauchen, ist ein neues Fußballstadion. Ja, ich weiß, das ist jetzt auf die Zukunft betrachtet, das angeblich im Jahr 2050 schon abgängig ist.
Aber auch da muss man ganz ehrlich die Frage stellen, das Stadion kommt ja nicht aus dem 17. Jahrhundert. Da möchte ich schon wissen, warum ein Stadion wirklich nicht mal 50 Jahre halten kann. Ich meine, der Pantheon in Rom ist über 2000 Jahre alt und das Kolosseum, übrigens auch eine Art Arena, steht da auch noch.
Das Olympiastadion, der Name sagt es, ist auch schon über 100 Jahre alt. Das ist auch umgebaut worden 2006, aber ganz im Ernst. Und da möchte ich auch wirklich auf die öffentlichen Kassen verweisen. Die Zeit der großen Ausgabenprogramme neigt sich dem Ende entgegen. Das war jetzt nochmal über unser sogenanntes Sondervermögen vielleicht möglich.
Aber wenn eines eine Stadt nicht braucht, zumindest nicht in absehbarer Zeit, ist das ein neues Fußball- oder Multifunktionsstadion? Und das Signal ist ja eigentlich auch eindeutig. Ich stelle mir jetzt vor. Die Stadt würde sagen, und das hat sie eigentlich schon signalisiert, dass sie es nicht tun wird, sondern dass es einen privaten Investor braucht.
Viel Spaß bei der Suche, auch da gilt einem wieder eine Stadt, die keine Olympischen Spiele will, da investiere ich doch nicht. Also wenn ich gleichzeitig in München investieren kann, als internationaler Investor, wie bescheuert müsste ich denn sein, um nach Hamburg zu gehen? Das Signal ist aber auch, man stelle sich vor, die Stadt würde das jetzt tun und sagen, wir investieren.
Man sagt, das neue Stadion würde zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro kosten. Wir reden ja davon, dass es irgendwann in den nächsten 10, 14, 10, 12 Jahren gebaut würde. Und man stelle sich vor, die Stadt sagt, wir geben das Geld aus. Da sieht man die Plakate, schon wieder Vorsicht, können wir dieses Geld nicht für Besseres ausgeben.
Und ich bin mir, ja, ich weiß nicht, wenn es da eine Bürgerbefragung geben würde, glaube ich, würde es so ähnlich ausgehen wie diese hier, wobei der HSV vielleicht stärker mobilisieren kann. Aber wir haben da tatsächlich... Ja, aber offenbar hat er ja auch, das ist ja interessant, ich habe das am Anfang für einen Clou gehalten, weil irgendwie jeder ist Fußballfan oder fast jeder.
Und ich habe gedacht, mit diesem Stadionversprechen kriegen sie eine Mehrheit. Das sind dann quasi gekaufte Stimmen, aber hätte, wie ich dachte, funktionieren können, aber hat nicht funktioniert. Und die einzige Chance auf so eine neue Multifunktionsarena, ja angelehnt an Real Madrid, ist wirklich ein HSV, der mehrere Jahre in Folge richtig erfolgreich Champions League spielt.
Wenn das kommt, das wünschen wir uns als Fußballfans alle, dann mag so ein Konzept aufgehen, dann mag es auch einen Investor geben. Aber wenn man weiterhin, sage ich mal, zwischen Liga 1 und Liga 2 unterwegs ist, dann wird es kein Investor. Und da will ich meine Hand ins Feuer geben, der so viel Geld in die Hand nimmt.
Und wir kommen dann noch zu ganz anderen Problemen. Andi Grote hat jetzt, um das Ganze wahrscheinlich auf eine andere Ebene zu bringen. Anfang der Woche gesagt, also wir haben die Elbphilharmonie, wir bauen eine neue Oper, in Klammern, Baut vor allen Dingen, oder bezahlt, Klaus-Michael Kühne. Hoffentlich baut er sie, ja.
Ja, wir planen für einen dreistelligen Millionenbetrag ein Naturkundemuseum. Und was uns jetzt noch fehlt, ist eine Sportarena für alle mit einem niedrigschwelligen Angebot. Und dann habe ich gedacht, okay, was meint er damit? Wir brauchen eine Arena, in dem der Hamburger Sportverein spielt. Du hast es gerade gesagt, erste, vielleicht auch mal wieder zweite Liga.
Das weiß man nicht, das kann hin und her pendeln. Das ist im Moment alles andere als stabil. Aber wenn man sich dann anguckt, was soll denn da noch an niedrigschwelligen Angeboten sein? Ich habe mich jetzt ja in den vergangenen Wochen und Monaten sehr stark mit den Hamburger Goldkirchen beschäftigt, die im Volksparkstadion ja ein Konzert spielen.
Aber für die alleine kann man auch kein Stadion machen. Jetzt kommst du nämlich. Und dann wird einem erst klar, dass die Idee, dass mehr Künstlerinnen und Künstler im Volksparkschein auftreten, total absurd ist, weil es kostet ungefähr die Goldkirchen 2,5 bis 2,7 Millionen Euro. Das heißt, du musst, wenn du nur 100 Euro, wenn du 100 Euro pro Karte nimmst, musst du schon mal 27.000 Karten verkaufen.
Welcher Künstler tut das? Und warum sollte ein Künstler das tun, wenn er vielleicht in die Barclays Arena oder woanders hingehen kann, wo die ganze Technik, die ganzen Bühnen schon da sind, wo er viel mehr Geld verdienen kann? Ich will damit sagen, Konzerte im Volksparkstand in der Größe mit 50.000 Leuten gibt es in diesem Jahr in Deutschland fünf.
Gut, wir hatten jetzt Linkin Park zweimal, muss man sagen, diese Woche, die auch die Hütte voll gemacht haben. Aber nochmal, das ist ja kein niedrigschwelliges Angebot. Das ist ja nicht was, Mensch Leute, geht da mal hin für 30 Euro. Und das meine ich, das ist... Und dann finde ich übrigens witzig, die Karten waren extrem teuer und die T-Shirts, haben wir ja noch die Geschichte gemacht, kosteten 45 Euro.
Und weil wir jetzt Olympia abgelehnt haben aus sozialen Gründen, da waren immer 120.000 Leute, die sich das mal eben so locker geleistet haben. Also da frage ich mich auch, ob das nicht wieder vorgeschoben ist. Also natürlich gibt es Armut in Hamburg, das will ich jetzt gar nicht kleinreden. Aber der Punkt ist, dass man sich das manchmal auch ein bisschen so macht, wie man es gerne hätte.
Also ist es eine schwierige Situation für den HSV? Die haben ja in ihrem eigenen Geschäftsbericht haben die ja vermerkt, Achtung, ab dem Jahr 2040 wird es wirtschaftlich gesehen. Es ist schwierig, das Stadion weiter zu betreiben. Da wäre ein Abriss besser als eine Sanierung. Und Sie sagen, die letzte Saison, die wir da spielen können, die ist auch schon festgelegt. Das ist die Saison 2050, 2051, ist noch ein bisschen hin.
Wollte ich gerade sagen, also solche Prognosen, die 25 Jahre in die Zukunft gehen, da wäre ich extrem vorsichtig. Aber ich habe nochmal nachgeguckt übrigens, das fand ich interessant, was hat denn das Volksbergstadion bei seinem Bau eigentlich gekostet? Und da habe ich ein bisschen gezuckt und denke mir, okay, vielleicht ist das das Problem gewesen.
Umgerechnet in Euro hat es nämlich nur 81 Millionen Euro gekostet. Und das könnte vielleicht... Gut, es sieht ja auch teilweise immer noch so aus, als ob es doch nicht fertig ist mit diesen roh verputzten Wänden oder die nicht verputzten Wänden. Also ganz ehrlich, das Stadion ist keine Kühlbrandbrücke.
Und ich möchte wirklich einfach mal nachgewiesen haben, also ich meine die... Die Traversen werden ja nicht wegkippen und die Ränge werden nicht runterfallen, zumindest glaube ich das nicht. Und dieses Problem mit dem Betonkrebs ist eigentlich eher ein Problem der 60er und 70er Jahre gewesen. Also da würde ich gerne nochmal einen Sachverständigen haben, der sagt, wir müssen das Stadion zumachen, weil es ist nicht mehr sicher genug.
Doch der Punkt ist, glaube ich, es ist nicht mehr modern genug. Die Leute haben halt ein Gefühl dafür, was ein tolles Stadion ist. Aber es ist ein tolles Stadion. Die Stimmung ist toll. Die Stimmung ist toll, genau. Aber es ist halt nicht mehr, sage ich mal, topmodern. Da gibt es modernere Stadien. Man möchte einfach was Neues haben.
Nur das, was man möchte und das, was man kann, sind oft verschiedene Welten. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann den Ansatz von Andi Grote gut verstehen. In Hochkultur gibt man viel Geld. Warum nicht auch in niedrigschwellige Angebote, wie zum Beispiel ein Fußballstadion. Nur der Punkt ist, am Ende muss es irgendein bezahlen. Und das Geld fällt leider nicht vom Himmel.
Und da muss man, ich finde den Begriff niedrigschwellig im Vergleich schwierig. Weil ich meine... Niedrigschwelliger als eine Wagner-Oper ist der HSV schon. Ja, aber in der Wahrnehmung. Aber was das Finanzielle anbelangt, ja nicht. Nein, das stimmt. Wie gesagt, 45 Euro für ein T-Shirt von einer Band, die jetzt schon reich bis dort hinaus ist. Also da wünsche ich mir auch manchmal einfach das alte sozialdemokratische Gen zurück.
Wer ist so bescheuert, die Reichen noch reicher zu machen? Offenbar sehr, sehr viele Fans. Komisch. Wie kommt denn der Senat aus seinem Versprechen da raus? Weil der Senat hat ja nicht nur vor dem Referendum das versprochen, dass der HSV ein neues Stadion bekommt, sondern auch nach dem Referendum mit der Einschränkung, dass man natürlich eine private Unterstützung braucht und das ist nicht zu knapp.
Na gut, das ist ein einfaches Spiel, nimmt mir erstmal ein bisschen Dynamik runter, vertagt es, weil noch morgen braucht man es ja nicht. Und in fünf Jahren haben wir schon ganz andere Debatten zu führen. Da wird vielleicht keiner mehr rufen, ihr habt es uns doch damals versprochen. Da kann man auch sagen, ja, haben wir euch versprochen. Wenn Olympia kommt, kommt aber nicht. Habt ihr so gewollt.
Also du bist fest davon überzeugt, der HSV kriegt kein neues Stadion. Also ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich mir die Wirtschaftsdaten angucke, wenn ich mir die Haushalte angucke, wenn ich mir die Steuereinnahmen angucke, wenn ich mir die Prioritäten angucke, und da bin ich jetzt bei den Kritikern, die Nein gesagt haben, Dann ist ein Stadion, ein neues Stadion, so ziemlich das Vorletzte auf der Liste, was mir einfiele. Was wäre das Letzte?
Ja, gemein. Das war gemein. Wir danken sehr fürs Zuhören nochmal. Alle die, die sich irgendwie angegriffen gefühlt haben, bitte, das ist natürlich nicht so gemeint. Wir sind Journalisten. Wir müssen manchmal auch raus mit unserer Meinung. Aber natürlich mögen wir unsere Leser und wir mögen noch mehr die Debatte.
Deshalb sollte jemand verletzt worden sein, dann sage ich hier auch sorry. Das wollte ich nicht. Und das wollten wir beide nicht und wir freuen uns weiterhin auf viele, viele Zuschriften und werden die auch gern, wie vorhin, hier verlesen. Bis nächste Woche, bis nächsten Freitag. Tschüss. Tschüss.