040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 12

Warum Eugen Block seinen wichtigsten Mann verliert

Freitag, 18. Juli 2025 · 38 min

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Shownotes

Der Prozess gegen seine Tochter Christina Block wurde in dieser Woche unterbrochen - da sorgt Steakhaus-Unternehmer Eugen Block für Schlagzeile. Er trennte sich von dem Mann, der vor nicht einmal einem halben Jahr angetreten war, um die Block-Gruppe in die Zukunft zu führen. Was dahinter steckt, besprechen Matthias Iken und Lars Haider in dieser Folge von "040 - Hamburg streng vertraulich". Weitere Themen: Die (miesen) Spekulationsgeschäfte um ein Premium-Grundstück in der Stadt, die erstaunlich guten Abi-Noten der Hamburger - und das nächste Fußball-Stadion, das nicht groß genug ist.
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Music. Herzlich Willkommen, ich bin Lars Heider. Und ich bin Matthias Siegen. Moin Moin an alle da draußen. Freuen uns, dass so viele Tausende, Matthias, Tausende Menschen diesen Podcast, der ja noch relativ jung ist, hören. Zehntausende sollen es werden. Das ist das Ziel. Ich bin schon zufrieden mit dem, wie es jetzt ist und ich freue mich sehr darüber.

Und wir legen gleich los, denn es ist viel passiert. Diese Woche, worum soll es gehen? Thema Nummer 1, das habe ich mal Block 1 genannt. Und dann denkt man, es geht um Christina Block. Nein, geht es nicht. Es geht um Eugen Block und es geht um die Blockgruppe, die nach knapp fünfeinhalb Monaten schon wieder einen neuen Chef suchen muss.

Und wir werden euch gleich mal erzählen, was das Problem eigentlich ist mit Eugen Blocks und seinen Chefs. Und Thema Nummer zwei ist Block zwei, da gucken wir kurz auf den Prozess um Christina Block und Gerhard Delling, da ist auch einiges passiert und wir sprechen vielleicht mal kurz über diesen Anwalt, der dich um mich beeindruckt hat, nämlich über Ingo Bott.

Thema Nummer drei, da geht es um das Holstenareal, da bist du ein Experte, diese riesige Fläche in Altona und es sieht aus, als würde es da jetzt tatsächlich endlich weitergehen. Thema Nummer vier, Abitur, die Abiturnoten in Hamburg sind raus und wir beide haben mit Interesse registriert, dass jeder Dritte ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma hatte. Die Gnade der späten Geburt.

Oh, was war deine Abiturnote Matthias? Da muss ich den Datenschutz... Ich glaube besser, nee, ich glaube sogar etwas schlechter als deine. Ich hatte auch eine 1,5, aber eben die letzte Station, ich hatte 1,9. Ach dann, dann deutlich besser. Und das in den 80er Jahren. Also du kokettierst hier mit dem 1er Abi und tust so, als ob das nicht so toll war?

Ich dachte, das ist 1,3. Ich habe dich ausnahmsweise überschätzt. Also das ist Thema Nummer 4. Thema Nummer 5, da würde ich mit dir sprechen über Hamburgs Fußballstadien. Ob sie zu alt, zu klein und vielleicht zu viele sind. Vielleicht bleiben wir erstmal so weit an diesen Themen dran und starten mit Carsten Horn. Das ist ein Name.

Der jetzt vielleicht vielen gar nicht so viel sagt, der aber tatsächlich vor genau 5,5 Monaten anfing, um neuer Chef der Blockgruppe zu werden. Also dazu gehören die Restaurants von Eugen Block, dazu gehört das Hotel, das Grand Elysee, dazu gehört aber auch die, wie nennt man das denn, die Fertigungsanlage.

Wo für andere Unternehmen Lebensmittel hergestellt werden, ein großer Bereich. Also, ein riesiges Unternehmen, große Gruppe und er wurde, Carsten Horn, war der Nachfolger, das kann man glaube ich sagen, des legendären Stefan von Bülow, der, wenn ich das so richtig mitgekriegt habe, Matthias, eigentlich sogar gern noch ein, zwei Jahre gemacht hätte, aber dann in den Ruhestand geschickt wurde.

Der hat ja doch besser gewesen. Es hat ja keiner so lange in der Blockgruppe als Geschäftsführer ausgehalten wie Stefan von Bülow. Das vergisst man ja schnell, dass das davor eigentlich so eine Art Schleudersitz war, wo sich viele daran versucht haben. Und mit Stefan von Bülow war offenbar jemand im Haus, mit dem Eugen Block auf einer Linie war.

Du wirst ja sicher auch dich mal mit den beiden getroffen haben. Die hatten ein Draht. Stefan von Bülow konnte Eugen Block so nehmen, wie er ist. Und Eugen Block hat bei Stefan von Bülow auch Widerworte vertragen. Das ist schon eine sehr seltene Konstellation gewesen. Und auch da war es ja schon so damals, dass Stefan von Bülow eine Zeit lang weg war von Block und wieder zurückgeholt wurde.

Vielleicht kommt das jetzt auch wieder auszuschließen, auch wenn das jetzt nicht angekündigt wurde. Und wir müssen mal erklären, was ist das Problem eigentlich? Also was ist das Problem, vermeintliche Problem offensichtlich in der Zusammenarbeit mit Eugen Block? Wir haben es ja auch erlebt bei den Direktoren des Grand-Elysée.

Da war damals, es gab eine Zeit, wo man wusste, alle halbe Jahr kommt eine große neue Geschichte, weil Eugen Block den Direktor wieder gefeuert hat. Das hat sich so ein bisschen beruhigt und jetzt scheint sich das fortzusetzen ganz an der Spitze der Block-Gruppe. Und wir können da, glaube ich, so ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Wir kennen ja beide Eugen Block sehr gut und sehr lange. Und tue ich ihm unrecht, wenn ich sage, und das meine ich gar nicht böse, aber er gehört nicht zu den Unternehmern, zu den Patriarchen, die loslassen können? Das kannst du sagen. Das ist sicher richtig. Ich meine Eugen Block ist, glaube ich, jetzt 84.

Und er ist eigentlich immer noch am liebsten der Herr im eigenen Haus und er ist damit so ein typischer Vertreter einer Generation der Unternehmensgründer, die sich damit schwer tun loszulassen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, mich erinnert er manchmal so ein bisschen an meinen alten Herrn, der hört ja wahrscheinlich den Podcast nicht, der halt auch ein Unternehmen gegründet hat und der auch aus dem oldenburgischen Münsterland kommt.

Also insofern erkenne ich da vieles, die wirklich von Null auf angefangen haben. Und wenn man das gemacht hat, ist es glaube ich extrem schwer, den richtigen Moment zu finden, wo dann auch gut ist. Wo man sagen kann, so, ich setze mich jetzt zur Ruhe, ich schneide meine Rosen und Hecken und lasse andere machen.

Das kann er, wie es sich jetzt wieder gezeigt hat, einfach nicht. Wir haben ja vor gar nicht allzu langer Zeit mit Christina Block, Gerhard Delling und Eugen Block zusammengesessen und ohne jetzt da viel zu verraten, weil wir haben ja ein sogenanntes Hintergrundgespräch und man ahnt ja, worum es wirklich gegangen ist in diesem Hintergrundgespräch.

Aber es ging auch am Anfang, und da hat Eugen Block sehr viel gesagt, um die Frage der Preissenkung, die damals vorgenommen wurden. Also die Preise bei Block wurden gesenkt und er war ganz stolz drauf und beschwertet sich ein bisschen über die Berichterstattung, weil wir natürlich uns nicht nur die gesenkten Preise angeguckt haben, sondern auch mal geguckt haben, hat sich sonst was verändert?

Genau, das Bier wurde teurer. Und ist das Stück Fleisch vielleicht auch ein bisschen kleiner geworden, all so Dinge. Und man merkte dann in diesem Gespräch, Matthias, verbessere mich da, dass Christina Block, die dabei war, eigentlich diese Idee mit diesen Preissenkungen gar nicht so gut fand und dass auch innerhalb des Unternehmens es eigentlich nur einen gab, der diese Preise senken wollte und das war Eugen Block.

Aber das ist typisch für so ein Familienunternehmen, wo der quasi Gründer noch mit dabei ist. Der möchte einfach weiter den Hut aufhaben und solche Dinge entscheiden und ist da auch, und das ist kein Einzelfall. Ich meine, alleine hier in Hamburg haben wir wirklich einige Familien gehabt, wo wir gesehen haben, dass die Übergabe nicht so optimal geklappt hat.

Und ob das bei Dabuven war, ob das bei Mörle war, da haben wir gesehen, das ist ein extrem schwieriger Prozess. Und dieses Gespräch, aus dem wir nicht zu viel zitieren dürfen, hat aber auch gezeigt, dass es wie in jedem Familienunternehmen da auch diese Probleme gibt. Was für mich überraschend war, weil ich hatte mit Eugen Block fünf, sechs Jahre vorher gesprochen und da sagte er, und das haben wir glaube ich auch so berichtet, ja jetzt ist natürlich die Übergabe und jetzt sind die Kinder dran und gerade Christina.

Und es zeigte sich in diesem Gespräch, dass die kein Schritt weiter waren. Also es gibt immer so, auch bei ihm so die Erkenntnis, ich müsste vielleicht mal, aber dann auch wieder, aber Moment, wenn ich nicht mehr da bin, wer trifft denn dann die richtigen Entscheidungen? Und kann man sagen, wahrscheinlich ist es so, dass er den Zeitpunkt für diese Übergabe auf jeden Fall, für eine vernünftige, für eine schöne Übergabe auf jeden Fall verpasst hat an die Kinder? Wahrscheinlich ist es so, aber wie gesagt, das ist ein bisschen dein Baby als Unternehmer.

Wenn du so etwas gründest, 1968 hat er ja das erste Blockhaus damals im Winterhude gegründet und hat das zu allem, muss man sagen, Konzern aufgebaut. Und dann denkst du natürlich, wenn du so eine lange Erfolgsstrecke hinter dir hast, dass es ohne dich nicht so gut funktioniert. Und von daher glaubst du, dass du weiterhin der richtige Mann, zumindest als Berater, bist.

Und wenn du dann in der Rolle noch als Vater unterwegs bist, und deshalb meine ich ja eben auch, war das in vielen anderen Familienunternehmen immer schwierig, dann hast du natürlich auch noch diesen Generationeneffekt. Also das ist einfach schwierig und da ist es glaube ich besonders schwierig, weil natürlich auch Eugen Block der Typ ist, der er ist. Und natürlich, dann kommt hinzu, dass er ja nicht nur Vater ist und Gründer, sondern eben auch noch Mehrheitseigentümer.

Wäre er das nicht mehr, könnten ja die Kinder als neue Eigentümer dann andere Entscheidungen treffen. Interessant finde ich jetzt hier, wenn die, also die versuchen gar nicht, als wir sie gefragt haben, stimmt es, dass das da zu Ende geht mit Carsten Horn nach fünfeinhalb Monaten. Beide Seiten versuchen gar nicht das irgendwie schön zu reden, sondern sagen, es hat halt, wir bleiben freundschaftlich verbunden, aber es hat halt nicht gepasst und wir hatten halt unterschiedliche Vorstellungen und daraus ist klar, es gibt die Vorstellung des Gründers und der hat den anderen einfach nicht machen lassen.

Es ist halt zumindest ehrlich, finde ich, wie sich beide geäußert haben, aber muss man auch ganz ehrlich sagen, mit der Vorgeschichte, du hast ja die ganzen Geschäftsführerwechsel im Grand Elysee angesprochen, wäre alles andere auch ein bisschen unglaubwürdig gewesen. Da ist da am Ende auch dann, finde ich, ein klarer Patriarch.

Das ist ja ganz lustig, das muss man ja bei Block auch sehen, während Führungskräfte ganz schnell ausgetauscht werden, hat ja da irgendwann mal diesen schönen Satz gesagt, ich erwarte 110% Leistung zu 90% der Kosten. Es sind ja viele, ich rede jetzt fast aus dem Fußwort, also viele Angestellte sehr, sehr lange dabei, weil er sehr, sehr strenge Maßstäbe, manchmal auch, vielleicht würden einige sagen, pedantische Maßstäbe an seine Führungskräfte anlegt, die normalen Mitarbeiter, sehr, sehr gut behandelt.

Das ist zum Beispiel eines der ersten Unternehmen in Hamburg gewesen, was einen Betriebskindergarten hatte und zwar noch zu einer Zeit, als das alle für Gedöns hielten. Insofern ist das schon wirklich ganz spannend, das mitzuverfolgen. Thema 1 abgehakt. Thema 1a, muss man ja sagen. Der Blog-Prozess diese Woche kurz auf den Zwischenstand bringen.

Vergangene Woche Auftakt diese Woche, zweiter Tag. Es wurde mit großem Interesse erwartet, die Einlassung, wie es so heißt, also die Erklärung von Christina Block. Sie hatte gesagt, dass sie das ausführlich sich dazu äußern wollte. Sie hatte wohl auch ein Bild mitgebracht, ein Foto von sich und ihren Kindern, also alle Kinder und sie auf einem Bild eines der letzten Fotos.

Und dann kam es ganz anders. Der Verteidiger eines anderen Angeklagten, eines Anwalts, der die Familie Block beraten hat, brachte etwas ein in den Prozess. Nämlich die Aufforderung, den Prozess zunächst einmal zu unterbrechen, weil es ja noch eine andere Anklage gibt. Das war mir auch gar nicht so bewusst, nämlich die Anklage, Stichwort Entführung, gegen Stefan Hänsel, den Ex-Mann von Christina Block, der ja die Kinder eines Tages von einem ganz normalen Wochenende mit nach Dänemark gebracht hat.

Also da ist sozusagen Entführer gegen Entführer. Es ist noch nicht entschieden, ob diese Anklage zugelassen wird, aber die Richterin hat dann entschieden, wir vertagen den Vorgang des Prozesses zunächst erstmal bis zum 25. Juli. Die erste Überraschung, also keine Einlassung von Christina Block. Zweite, es sollten ja die Kinder, die bei Stefan Hänsel leben, ein Sohn, eine Tochter als Nebenkläger auftreten.

Es hieß sogar, dass die ältere Tochter dann auch wirklich in aller Öffentlichkeit aussagen möchte vor Gericht. Und auch das ist beides abschlägig beschieden worden. Erst die Nebenklage des Sohnes, dann die Nebenklage der Tochter. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber man hat den Eindruck, da sind halt sehr, sehr viele, sehr, sehr viele raffinierte Anwälte am Werk.

Und deren Strategie, über die wir schon gesprochen haben, zumindest auf der Blogseite, scheint aufzugehen. Und mein Eindruck ist, die Hänsel-Seite gerät ein wenig in die Defensive. Ja, sie war ja, muss man sagen, auch, das haben wir ja letzte Woche noch besprochen, bei 0-4-0, waren ja Monate davor eigentlich immer eine Offensive.

Wir haben ja, muss man sagen, die Öffentlichkeit sehr, sehr gut bespielt. Das hat sich jetzt ein bisschen gedreht, genau durch die beiden Dinge, die du da gerade aufgezählt hast. Und erstmal ist natürlich die, es gibt ja ein Rieseninteresse an diesem Prozess, was also weit über Hamburg hinausgeht. Und da hat man jetzt erstmal ein bisschen den Stock in die Speichen geschoben und gesagt, Nee, nee, das wird jetzt hier nicht irgendwie ein Dorn- oder Rosenkrieg, sondern jetzt wird es auch wirklich ein juristischer Prozess mit vielen Finessen.

Und genau das sind ja die Beschwerden gewesen, einmal gegen die Nebenkläger, aber auch mit diesem neuen Hinweis. Und das ist natürlich, muss man sagen, für den Versuch der Verteidigung, diese ganze Geschichte neu einzuschätzen, schon nicht schlecht zu sagen, ja... Wir müssen hier über die Entführung reden, deshalb bin ich angeklagt, aber wir müssen auch über die andere Entführung reden, die quasi dieser Entführung zuvor kam.

Nun muss man dazu sagen, ist der Vergleich ein bisschen schwierig, denn ja, Stefan Hänsel hat die Kinder von dem gemeinsamen Urlaub auf Sylt aus dem Ferienhaus mitgenommen und ist mit ihnen nach Dänemark gefahren und hat sich damit über das Sorgerecht, was ja das Habenburger Gericht ihr zugesprochen hat, hinweggesetzt.

Aber im anderen Fall geht es halt um einen tätlichen Angriff und wirklich eine Entführung der Kinder, die, wie ja jetzt auch im Prozess rauskam. Die Kinder ziemliche Ängste ausgestanden haben. Und da, finde ich, muss man schon noch ein bisschen gucken. Aber die Vorgeschichte stärker zu betonen, also ich habe diese Tage, da musste ich noch ein bisschen schmunzeln, der Neuanfang in Dänemark wurde ihnen durch die Entführung genommen.

Das ist natürlich eine Deutung, da habe ich gedacht, sind die eigentlich so nah bei Stefan Hensel, Dass sie also die Geschichte erzählen, das war ein Neuanfang. Nein, das war kein Neuanfang, das war ein Entzug der Kinder von der Mutter, die das Sorgerecht hat. Also da wird inzwischen auch, muss man sagen, medial mitunter echt schräg argumentiert und von daher, war jetzt eine lange Antwort auf deine Frage, hat glaube ich diese Prozesswoche dazu beigetragen, so ein bisschen die doch sehr, sehr einseitige Berichterstattung aufzubrechen.

Und dazu beigetragen hat natürlich auch Ingo Bott. Wir haben schon mal über ihn gesprochen. Vergangene Woche auf einmal ein neuer Anwalt. Lange dunkle Haare, dunkler Vollbart. Sieht so aus, wie man dachte, wo wird denn jetzt hier ein Film gedreht? Und dann habe ich mich mal so ein bisschen über den informiert.

Und siehe da, der ist ja nicht nur ein erfolgreicher Anwalt, also auf jeden Fall erfolgreich bekannt, er ist auch ein Krimi-Schriftsteller. Ja, das hast du ja rausgefunden. Das fand ich ja sehr lustig. Dass du in die Konferenz kamst, ich wusste es nicht und ich war nicht so pfiffig. Im Internet zu recherchieren. Du kamst ja mit der Geschichte um die Ecke, Mensch, der ist ja Autor.

Und das ist natürlich, muss man sagen, für ihn dann leicht dreifach interessant. Das ist ein wahrscheinlich gut dotierter Job. Es ist für ihn natürlich auch, mach mal Werbung, weil der spannendste Prozess des Jahres und er steht auch wegen seines Äußeren mittendrin. Ja, und er hat auch eine tolle Art. Also er sucht das Scheinwerferlicht.

Und drittens, habe ich das Gefühl, das wolltest du gerade sagen? Drittens ist das wahrscheinlich auch, wird er wohl nicht draus saugen für seinen nächsten Roman. Also das kann ich mir gar nicht anders vorstellen. Er wird es natürlich ein bisschen verfremden, verfremden müssen, aber da nimmt er sicher was mit.

Also insofern ist das für ihn eine klare Win-Win-Situation. Und da muss man ja auch dazu wissen, da plaudern wir mal aus dem Nähkästchen. Sagen wir es mal so, es gab ja aus dem Umfeld von Christina Block durchaus auch Angebote, ein Buch über die Sache zu schreiben. Also es gab Menschen, die sich an Verlage gewandt haben und sagen, wir würden gerne ein Buch darüber schreiben.

Verlage haben das erstmal, weil das so eine Mischung aus, ich glaube, das sollte so eine Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit werden. Da hat sich natürlich im Moment kein Verlag herangetraut, aber die Wahrscheinlichkeit, glaube ich, ist durch die Teilnahme von Ingo Bott, dass sein Strafverteidigerfigur André Pirlo, heißt der, glaube ich, dass der eines Tages, Andreas Pirlo, dass der ein, oder andere, in Italienisch.

Ich gebe dir den Fußballer. Ja, der heißt genauso. André Pirlo, das war richtig. Und das eines Tages, der in diesem Umfeld ermitteln wird. Ja, und das ist natürlich spannend, in der Fiktion kannst du halt so viel verfremden, dass dann, also wenn jetzt die eine Seite eine Art quasi Buch über diesen Fall rausbringen würde, würde die andere Seite also alles in Bewegung setzen, um dieses Buch zu stoppen. Genau.

Und das wird natürlich bei einem Roman, der wahrscheinlich in zwei Jahren erscheint, ein bisschen Gras muss ja über die Sache wachsen, dann anders, aber. Ahne, dass da ein Beste da drin ist. Und das ahnte der Herr Bott vielleicht auch. Und es ist schon eine interessante Figur. Mal gucken, was der in den nächsten, Prozestagen noch bringt.

Ich glaube, was man sagen kann, wer glaubt, dass dieser Prozess wirklich vor Weihnachten zu Ende ist, der glaubt auch, dass Weihnachten, der Weihnachtsmann kommt. Haken hinter Block, ganz schön viel, wird wahrscheinlich immer so weitergehen, die nächsten Tage und Wochen, aber wir haben auch gemerkt an den Reaktionen, dass das viele Menschen interessiert.

Dritter Punkt, drittes Thema, über das wir sprechen müssen, ist das Holzenareal. Da bist du der große Experte. Also letztendlich ist es das Gelände, auf dem früher die Holzenbrauerei stand. Und was seit sehr, sehr langer Zeit, stimmt das, seit zehn Jahren schon nicht mehr genutzt wird? Ja, 2016. So, und da sollte eigentlich eine Top-Lage mitten in Altona wunderbar für Wohnen, für Leben, für Kitas, für Geschäfte und sonst was alles.

Es gibt auch tolle Animationen, die man sich auf abendlatt.de angucken kann. Aber es ist lange nichts passiert. Warum eigentlich nicht? Ja, weil man da mal schön sehen kann, wie Monopoly in Wahrheit funktioniert. Das ist ja nun wirklich eine der ganz großen Spekulationsgeschichten. Ich kann mich erinnern, das darf man jetzt glaube ich sagen.

Dass kurz nachdem die damals völlig unbekannte Gercht Group als Investor zu einem quasi Fantasiepreis dieses Grundstück aufgekauft hatte, tauchte der Chef dieser Gerch-Gruppe auf und ich sagte unserem Fotografen, fotografier den mal, ich habe das Gefühl, da wird es noch bunte Schlagzeilen geben. Weil der Ball, weil? Also unter uns, ich fand ihn so semiseriös.

Und man muss jetzt im Nachgang auch sagen, dass dieses Bauchgefühl nicht ganz falsch war. Damals haben sich alle gefragt, Ja, warum gab es eigentlich keinen Verkauf an die Stadt? Denn es gab ja das Vorkaufsrecht. Das ist eines der wirklich Filetgrundstücke auch für die Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung.

Das kennt ja jeder an der Harcourtstraße neben der neuen Mitte Altona. Und ja, Olaf Scholz hat es deshalb nicht verkauft, weil man der Holzenbrauerei bzw. Der Mutter Carlsberg ermöglichen wollte, da einen guten Schnitt zu machen, denn die Stadt hätte weniger gezahlt. Und mit diesem Gewinn hat man halt quasi Hand drauf gegeben, dass dann die Brauerei nach Heimfeld geht oder Hausbruch, um dann dort eine neue Brauerei aufzubauen, um Holzen weiter in Hamburg zu bauen.

Das war eigentlich am Anfang ein Akt der Wirtschaftsförderung. Kann man insofern auch ein bisschen nachvollziehen. Hinterher ist man immer schlauer, denn das Problem war dann für die roundabout 150 Millionen. Ich hatte mehrfach gehört, eigentlich wäre es nur die Hälfte wert gewesen. Für diese 150 Millionen hat die Gerchgrub sich das dann verkauft und dann begannen diese quasi In-sich-Geschäfte, die am Immobilienmarkt so beliebt sind.

Man hat also quasi die ganzen Unternehmen weitergereicht. Und das Schöne war, die wundersame Geldvermehrung, der Wert dieses Grundstücks stieg in den Bilanzen immer weiter an. Zuletzt war die Adler, nachdem sie Konsens übernommen hatte, die zwischendurch den anderen Eigner übernommen hatte, der die Gerchgrub übernommen hatte. Komme gar nicht mehr mit jetzt. Nee, das ist auch kompliziert.

Muss man fast ein bisschen nachlesen. Also dieser Wert dieses Grundstücks auf 345 Millionen Euro angestiegen. Aber natürlich nur auf dem Papier. Wobei das für die Bilanz immer ganz schön ist, weil wenn man das in der Bilanz stehen hat, kann man natürlich auch leveragen. Also quasi das eingesetzte Kapital vergrößern. Und das hat natürlich dieser Investor so lange gemacht, bis halt am Markt sich alles drehte.

Und deshalb war klar, also man wollte nicht bauen, man wollte aber irgendwann wahrscheinlich das Grundstück weiterhin zu Geld machen. Hatte gedacht, ja, wird ja immer mehr wert. Das war richtig bis zum Jahr 2020, 2021, als dann der Markt erstmal an seine Grenzen kam und als dann die Zinsen stiegen, ist es endgültig gekippt.

Was haben die Investoren da bislang gemacht? sie haben die meisten Gebäude abgerissen, haben aber nichts gebaut. Und als wir den netten Herrn der Gerch Group damals hier hatten, sagte er, ja, 2020 könnten die Ersten einziehen. Jetzt sind wir im Jahr 2025 und es ist nicht ein einziger Stein gelegt. Und es wird natürlich auch noch dauern. Und was mich wirklich daran ärgert, ist, dass da wirklich durch reine, pure Spekulation auf einem total quasi umkämpften Markt, Wir brauchen Wohnungen in dieser Stadt.

Auf einem der wichtigsten Grundstücke nichts passiert. Und natürlich wird das jetzt auch noch Jahre dauern. Jetzt sind ja Saga und Quantum dabei mit der Adler Group, die das Grundstück gehört, zu verhandeln. Fraglich ist, wann sind die so weit? Und dann kommt die nächste Dimension, dann wird erstmal mit dem Bezirk und der Stadt nachverhandelt, weil so wie es ursprünglich geplant war, da gehört nicht viel Weisheit dazu, wird es nicht werden. Weil zu teuer?

Ja, zu teuer. Der bisherige Investor, um gut Wetter zu machen, weil er ja gesagt hat, das ist ja eh so viel wert, irgendwie noch jeden Sonderwunsch und jede Sonderlocke abgenickt und gesagt, machen wir. Das sind tolle Bilder, du hast sie selber angesprochen, aber das ist ein bisschen wie beim Paloma-Quartier.

Ganz, ganz viele tolle Ideen, die man dann auch in einen städtebaulichen Vertrag hineinschreibt, die sich aber am Ende nicht rechnen. Erst recht nicht vor dem Hintergrund der gestiegenen Immobilienkosten. Du musst ja heute viel mehr Geld ausgeben, um überhaupt eine Wohnung zu errichten. Und da natürlich die Saga als Hamburger Unternehmen daran interessiert ist, viele Wohnungen zu bauen, erwarte ich, dass die Dichte viel größer wird.

Auf der anderen Seite will Quantum Wohnungen verkaufen. Auch da gilt dann wieder, das muss sich lohnen. Und deshalb haben auch nicht zu Unrecht Denkmalschützer große Sorgen, dass diese drei stehen gebliebenen Gebäude, das sind ja alte Türme aus schwerem Backstein. Dass die am Ende, weil sie nicht unter Denkmalschutz stehen, diesen quasi neuen Gegebenheiten zum Opfer fallen.

Und Prognose kann man gar nicht mehr wagen, wann ziehen da Menschen ein? Weil das ist wirklich, also das ist ja wirklich schlimm, zehn Jahre. Best Case 2030, würde ich sagen. Paloma Viertel, wie sieht es da aus? Ja, da ist ja jetzt quasi, nachdem die Bayerische Hausbau es ja abgegeben hat, sind Saga und Quantum am Zuge.

Die werden jetzt wahrscheinlich bald anfangen, aber halt... Eigentlich Unterkündigung dessen, was man auch mit den Anwohnern, mit den Initiativen auf dem Kiez vereinbart hat. Das waren ganz tolle Ideen, muss man sagen. Mit extra Küche für die Nachbarn, mit Basketballfeld auf dem Dach, mit wunderbaren Ideen, die aber am Ende natürlich dieses Projekt immer teurer und teurer und teurer gemacht haben.

Alleine dieses Basketballfeld, hatte mir mal einer erzählt, führte dazu, dass man einen extra weiteren Notausgang bauen muss. Und so summiert sich ein Wunsch zum nächsten, zum übernächsten und macht so ein Projekt richtig teuer. Und da ist natürlich Politik dann auch in so einer quasi schwierigen Situation, weil erstmal muss es darum gehen, die Versprechen, nämlich 10.000 Wohnungen zu ermöglichen und am Ende muss es sich halt auch rechnen.

Weil es kann ja nicht sein, auch wenn das viele wünschen, dass die Stadt es übernimmt, dann selber baut, alle Wünsche erfüllt. Das ist superschön für die, die da wohnen, aber am Ende für den Steuerzahler ist es Unverschämtheit. Punkt. Punkt. Punkt. Unverschämtheit. Jetzt sitzen hier zwei, wie wir gelernt haben, Einzelabiturienten und regen sich, so klang das bei dir, darüber auf.

Also, Abinoten in dieser Woche bekannt gegeben. Durchschnittsabinote in Hamburg 2,35. Da denkt man, das ist wahrscheinlich so mittendrin. Also das ist wahrscheinlich, darum dreht es sich immer so ein bisschen. Die meisten haben es natürlich auch locker geschafft. Ich glaube etwa 500 junge Leute sind durchs Abitur gefallen.

Das habe ich auch gesehen, das fand ich relativ viel. Fand ich auch, dachte ich so. Weil ich habe nur damals, so, sind durchs Abitur gefallen. Und jeder Dritte, fast jeder Dritte hat da 1,5 Komma. Wahnsinn. Aber ich habe ja damals auch, wie gesagt, 1,9. Und du hast ja ein Hamburg-Abitur gemacht. Da gab es ja damals schon, glaube ich, eins im Angebot, oder?

Nee, es waren gar nicht so viele bei uns an der Schule. Wie viele waren es denn? Weißt du es noch? Also ich glaube, ich war der einzige Junge und es gab drei oder vier Mädchen, die das noch geschafft haben, die in der 1,0 waren. Witzig, ich auch. Wir hatten drei Mädels und einen Jungen. Ich war ein bisschen böse, weil ich war nicht böse, aber es gab aus Tradition immer ein großes oder ein nettes Bücherpräsent für die besten Schüler und das waren dann die drei Mädels, die vor mir lagen.

Und da habe ich gehört, in der DDR wurden immer der beste Junge das beste Mädchen, weil die Gleichberechtigung wichtig war ausgezeichnet. Aber wir sind ja nicht in der DDR gewesen damals. Kurz in die DDR gewünscht. Wobei 1989, als ich Abi machte, konnte man schon ahnen, dass der Wunsch ein bisschen neben der Kappe war.

Aber was man ja sagen muss und was ich auch heute immer meinen Kindern sage, also 1,9, da denkst du ja von den 900 Punkten, die es damals, ich weiß nicht, ob es heute auch noch so ist, gab. Glaube ich ja. Ja, aber ich hatte glaube ich irgendwie 650. Also das war gar nicht so doll. Und deshalb ist jetzt die Frage, bevor wir uns jetzt darüber aufregen, dass ganz viele zwischen 1,0 und 1,9 sind.

Nämlich jeder Dritte, wo wir uns erst mal freuen für die Kinder und sagen, ist doch toll, dass Hamburgs Abiturienten so eine tollen Noten kriegen. Da haben sie viel gelernt und viel geübt und so weiter. Ja, ich weiß nicht, ob dieser Kurzschluss richtig ist. Es ist erst mal schön für alle Beteiligten, dass sie 1,0 bis 1,9 haben.

Ob man aber sagen kann, dass sie deshalb auch viel gelernt haben, das würde ich schon ein bisschen in Zweifel ziehen. Weil natürlich, ich habe jetzt ja gerade meinen Ältesten durchs Abi bekommen. Ich habe es bekommen, das ist jetzt echt eine fällige Formulierung. Er hat sein Abi gebaut, aber ich habe natürlich mitbekommen, was die so gelernt haben.

Und das ist natürlich eine Klage, die hätten unsere Eltern, meine Eltern nicht, die waren auf der Volksschule. Aber die hatten damals schon die Abiturienten wahrscheinlich geführt und gesagt, das ist ja heute total niveaulos geworden. Aber das 12 Jahre Abi ist im Vergleich zu den 13 Jahren, die wir damals hatten.

Schon eine echte Verkürzung, Verknappung und auch ja Verschlechterung dessen, was man lernt. Aber das heißt doch, das macht es ja nicht anspruchsloser für die Kinder. Also sie müssen doch versuchen, in dieser Zeit, also in den zwölf Jahren, das reinzukriegen, was zum Beispiel an den Stadtteilschulen in 13 Jahren vermittelt wird. Das stimmt.

Also es ist anstrengend. Aber nicht das, was wir in 13 Jahren gemacht haben. Also gehörst du jetzt auch schon zu denen, die sagen, das ist ja alles viel, viel leichter. Ja, dazu gehöre ich. Also ich habe es ein bisschen verglichen mit den Dingen, wo ich mich auskenne. Zum Beispiel mit Literatur. Ich weiß nicht, wie viele Reklamhefte du zu Hause hast.

Ich habe die damals aufgehoben und gesagt, ich habe danach ja auch Germanistik studiert und habe mich immer interessiert. Und ich dachte immer, die kann ich mal vererben. Ich habe von diesen sicher 20 Reklamheften ein einziges an meinen Sohn weitergearbeitet. Die Leiden des Jungwärters? Nein. Kleider machen Leute. War das einzige, einzige Reklamheft, was er von mir benutzen wollte.

Und insgesamt haben die, glaube ich, an einem Gymnasium. Drei wirklich Klassiker gelesen. Und das finde ich, ja, es war ein Jahr weniger. Also für einen Deutschkurs im Abitur viel zu wenig. Das war nicht mein Leistungskurs. Ich hatte nur einen Grundkurs. Und damals, muss man sagen, haben wir wirklich total viel gelesen.

Wir haben ja nicht nur Reglamhefte gelesen, sondern auch richtige Bücher. Und das war inzwischen viel, viel weniger geworden. Und da kann man schon sagen, da haben sie einfach weniger gelernt. Mein Sohn hat nicht den Überblick über Literaturepochen bekommen, so wie wir das damals, oder wie ich das damals, ich weiß nicht, was du in Harburg gelernt hast, so wie ich das damals hatte.

Ja, das heißt, mit anderen Worten soll ich meine, ich habe auch ganz viele Klassiker noch aufbewahrt, weil ich denke, eines Tages werden die Kinder, die lesen, du sagst, kann ich auch jetzt weiterverkaufen? Nein, behalte ich trotzdem. Ich weiß es ja nicht, vielleicht will ja doch noch einer Germanistik studieren, Aber das hat mich schon überrascht, weil ich habe ja die Hefte auch von meinem Bruder übernommen. Gut, da waren nur sieben Jahre zwischen.

Jetzt liegen halt doch 35 Jahre dazwischen. Das ist ja das Fünffache. Sehr gut, also sehr gut. Das ist sehr gut ausgerechnet übrigens. Das sieht man mal. Mathe, Abitur 1989. Bevor wir uns jetzt um Kopf umkreisen, bevor die Teile sich um Kopf umkreisen, machen wir einen kurzen Break und herzlichen Glückwunsch an alle, die Abitur in Hamburg geschafft haben.

Ja, auch von mir, sehr gut. Also man freut sich doch, dass Hamburg in Sachen Bildung so gut dasteht. Und eine kleine, kleine Apassü dazu. Der ehemalige Bildungssenator, Schulsenator Thies Rabe, der hat zu dem Ganzen auch ein Buch geschrieben übrigens. Das wissen, glaube ich, noch wenige. Kein Klassiker. Hat dann Verlag gesucht, hat dann Rowold gefunden.

Er scheint nächstes Jahr. Und es sollte, glaube ich, erst so ein ganz scharfes Buch werden. Auch so Vorwürfe in Richtung Bildungselite. Aber da hat irgendjemand geraten, das so ein bisschen abzusoften. Jemand, der ihn mir geraten hat, war früher mal Bundeskanzler, gar nicht so lange her. Und bin gespannt, wie der Titel jetzt heißt. Letztes Thema bei uns heute ist eine These.

Auf die ich kam, weil wir ja einmal schon darüber berichtet haben oder gesprochen haben, dass der HSV ja in 15 Jahren ein neues Stadion braucht, weil das Volksparkstadion anscheinend ja nur 40 Jahre hält. Was ich auch seltsam finde. Natürlich. Und in Klammern, weil es zu klein ist. Das glaube ich allerdings auch. Und nun lese ich diese Woche, das Stadion des FC St. Pauli, das Millern-Tor-Stadion, ist eigentlich auch zu klein.

Und müsste eigentlich, und weißt du, und dann jetzt eine ganz ketzerische Frage. Hamburg ist eine tolle Stadt, aber so eine Riesenstadt ist es auch nicht. Und wir freuen uns, dass wir zwei Bundesliga-Clubs in dieser Stadt haben. Aber ganz ehrlich, wäre es nicht sinnvoller, und gleich sehe ich dich an die Decke springen, wenn sich diese beiden Clubs, ein gemeinsames Stadion teilen würden, weil sie spielen ja auch immer abwechselnd das andere Wochenende der eine und der andere und dann spielen sie mal gegeneinander und am Ende ist es ja immer wieder die Stadt, die dafür auch viel Geld in die Hand nehmen muss und wäre es nicht viel besser, es gäbe ein großes Stadion für beide bevor die jetzt immer weiter ihre Stadion

ausbauen und dann Millionen von Steuergeldern reingehen. Also aus zwei Gründen hast du recht. Nämlich aus ökologischen Gründen muss man sagen, muss man jeden Bau eigentlich kritisch hinterfragen. Und aus ökonomischen oder fiskalischen Gründen gilt das auf jeden Fall. Jetzt kommt aber das ganz große Aber. Das ist aber ein rein emotionales.

Nee, ist nicht rein emotional. Das ist auch etwas, was ganz tief in der DNA der Fußballfans und der Vereine liegt. Stadien sind nicht einfach irgendwelche Bauten. Das sind Orte, an denen die Fans hängen, weil sie Geschichten erzählen. Weil jeder Fan hat mit seinem Stadion viele, viele Geschichten, an die er sich erinnert.

Grandiose Spiele, Aufstiege, bittere Niederlagen. Das sind Herzensorte. Und Herzensorte kann man nicht einfach irgendwie zu toten Plätzen machen, die jede Woche ihre Identität ändern. Das ist ja übrigens ganz interessant, in München versucht worden. Diese Allianz Arena, die da gebaut worden ist am Rande der Stadt, an der Autobahn, sieht ja erstmal toll aus.

Herzog de Morand, unsere Architekten der Elbphilharmonie, haben da ein tolles Stadion hingesetzt. Was aber nicht aufgegangen ist, war die ursprüngliche Idee, dass da 1860 München, der kleine Bruder des FC Bayern, und Bayern zusammen ihre Spiele austragen. Das hat bei 1860 auch damit zu tun, dass die immer schlechter geworden sind.

Aber auch, weil die sich da emotional überhaupt nicht zu Hause gefühlt haben. Und die sind ja wieder zurückgegangen zu ihrem Stadion an der Grünewalder Straße. Also da kann man schon sehen, das ist eine Sache, die so tief in die Verwurzelung der Fans und der Verortung der Vereine reingeht, dass da jeder sein eigenes Wohnzimmer braucht.

Man sagt ja auch nicht, viele Leute sind ja auch gar nicht in ihren Wohnungen. Da könnte man ja andere Leute, die gerade eine Wohnung suchen, reinstecken. Das ist schon so, ein Wohnzimmer tauscht man ungern erst recht. Gilt das für den Lokalrivalen? Aber müsste man dann nicht konsequent sein und sagen, weil das so ist und wenn das so ist, bitteschön, dann bezahlt das alles auch selber?

Ja, ja. Weil da geht es ja um viel Geld und da geht es aber auch immer um viel Geld, was dann die Stadt da reinsteckt. Ja, wobei beim Millontor-Stadion, ja, da gab es Zuschüsse, wenn ich das recht erinnere, aber das hat erstmal der Verein ja selber gestemmt. Und der HSV kriegt es ja mehr oder weniger geschenkt. Ja, aber da hat ja die Stadt schon gesagt, naja klar, wenn wir das jetzt dem HSV so ein bisschen bauen, dann müssen wir natürlich auch dem FC St. Paulien entgegenkommen.

Das heißt, da werden sich zig 10 Millionen Euro aus Steuergeldern rüberfließen. Alles fein, aber ehrlich gesagt, du hast es ja gesagt, ökologisch und ökonomisch ist das nicht. Und Achtung, das Volksparkstadion wird ja anscheinend so oder so abgerissen. Also es wird dann in unmittelbarer Umgebung wieder gebaut, aber als Olympiastadion mit einer neuen Geschichte.

Ja, ich glaube ja noch nicht an die Olympischen Spiele in Hamburg, gebe ich ganz ehrlich zu. Und ich glaube auch noch nicht, dass bis 2040 dieses Stadion abgerissen wird. Also ich würde sogar jetzt hier eine Wette anbieten. Gut, wir sind in ein paar Jahren in Rente, dass aber bis zu meiner Rente da nichts passieren wird, was irgendwie Neubau eines Stadions im Volkspark betrifft.

Und auch bei St. Pauli glaube ich jetzt nicht, vielleicht machen sie ihre drei Ecken dazu, aber damals hieß es, es darf eigentlich nicht größer werden, weil es mitten in der Stadt ist und ab 30.000 andere Emissionsschutzregeln gelten. Was ich aber schon finde und deshalb finde ich auch, darf der Steuerzahler da ein bisschen was rein investieren, weil es gibt ganz viele Menschen, die gehen nicht in die Oper, die gehen nicht ins Theater und gehen nicht in die Elbphilharmonie.

Trotzdem haben wir allein in die Betriebshaushalte einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr als Steuerzahler investiert. Dann finde ich, kann man auch für Leute, die einfach sagen, meine Oper ist die Fußballoper, sagen, okay, da gibt die Stadt auch ein bisschen was dazu, weil das sind Kulturorte.

Das kann man hochnäsig irgendwie ablehnen und sagen, das sind doch nur irgendwie Rumpelfüßler in kurzen Hosen. Aber ganz im Ernst, das ist vielen Menschen extrem wichtig. Und da finde ich, dafür ist ein Staat da, wenn es anders nicht geht, eine Gemeinschaft auch sowas zu ermöglichen. Und deshalb finde ich schon, kann der Staat oder die Stadt ein bisschen was dazu geben. Ein schönes Schlusswort.

Vielen Dank, lieber Matthias, hochinteressant. Nächste Woche geht es weiter mit 040 Hamburg, streng vertraulich. Bis dahin wünschen wir euch allen, bedanken wir uns bei all den vielen Menschen, die diesen Podcast hören, da freuen wir uns sehr. Ihr könnt ihn natürlich abonnieren, ihr könnt uns schreiben, ihr könnt die Glocke aktivieren, damit ihr immer wieder daran erinnert werdet, wann dieser Podcast neu kommt.

Ihr könnt es euch auch merken, nächsten Freitag, der nächste Podcast mit Lars Haider und Matthias Icken. Und wir sagen Tschüss. Tschüss.

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