
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 14
Söders Reise nach Helgoland: Eine Frechheit – oder einfach clever?
Freitag, 29. August 2025 · 36 min
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Shownotes
Wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach Hamburg kommt, um von hier aus für zwei Tage nach Helgoland zu reisen (und seinem Schleswig-Holsteiner Kollegen Daniel Günther davon vorab nichts zu erzählen), ist das natürlich ein Thema für Lars Haider und Matthias Iken. Während Haider den Söderschen Helgolandtrip überflüssig findet und aus Sicht der Steuerzahler sogar eine Frechheit, lobt Iken den CSU-Politiker für dessen Art, Politik ohne Politik zu machen. Die weiteren Themen: Die Pläne für ein Schwimmbecken in der Alster sind weit mehr als eine Sommerloch-Geschichte, Hamburg will mit vielen Millionen seine Insel (nicht Sylt!) retten, die entscheidende Frage im Block-Prozess wird nicht beantwortet. Und selbstverständlich gibt es zwei Tipps für das Erstliga-Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli.
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Music. Willkommen, ich bin Lars Haider. Und ich bin Matthias Eken. Und wir freuen uns, oder freuen wir uns eigentlich Matthias, Ja sehr, nach so vielen Wochen Pause, du warst ja ewig in England. Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht hier mit dem Podcast. Dass die Sommerpause vorbei ist. So viel waren es glaube ich gar nicht.
Es waren es drei oder vier Wochen. Vier glaube ich. Die Sommerpause ist definitiv vorbei. Jetzt geht es wieder los mit 0 für 0 streng vertraulich. Und vier, ne fünf Themen haben wir heute. Ich versuche sie ganz kurz anzureißen. Thema Nummer eins, da geht es um etwas, was die Menschen, die in Hamburg waren in den vergangenen Wochen, vielleicht so als Sommerloch wahrgenommen haben, was es aber gar nicht ist.
Nämlich, es geht um die Frage, ob man künftig in der Alster wird schwimmen können, in einer Art eigenen Schwimmbad. Soweit, da hast du einiges recherchiert und sagst, nee Leute, das ist gar kein Sommerloch. Thema, kommen wir gleich zu. Dann kommen wir bei den Themen zwei und drei zu zwei eher touristischen Zielen.
Man denkt, sie gehören zu Hamburg. Eins gehört auch zu Hamburg, eins nicht. Wir reden über Neuwerk und wie die Stadt diese Enklave, würde ich mal sagen, in die Lage versetzen will, auch weiterhin ein anreißenswertes Ziel zu werden. Und wir reden über Helgoland. Und da befürchte ich, muss ich mich nochmal aufregen über den Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.
Das ist kaum zu glauben. Und na klar, sprechen wir Thema Nummer 4 über den Blockprozess. In dieser Woche mit drei Prozesstagen. Und ein bisschen sprechen wir, weil es ist ja Freitag und in wenigen Stunden geht es los, über das Derby. Über das Derby zwischen dem Hamburger Sportverein und dem FC St. Pauli.
Und warum das eigentlich sowas Besonderes ist. Bist du bereit, lieber Matthias? Ich bin bereit. Erzähl mal Alster. Also Alster muss man in Hamburg niemandem erklären. Das ist auch gut. Nicht mal dir. Ist auch klar. Ist ein sehr geschützter Bereich, auf dem eigentlich nicht viel möglich ist. Werbung ist verboten, man kann da mit Schiffen drauf fahren, motorisiert nur, wenn man eine Ausnahmegenehmigung hat.
Was man eigentlich nicht kann, ist Schwimmen. Und das, behauptest du, hast du recherchiert, soll sich ändern. Das ist ja eine ganz lustige Geschichte. Also ich gebe zu, sie hatte am Anfang etwas Sommerlochartiges, weil wenn man so ein bisschen durch die Geschichte streift, sieht man, dass immer dann, wenn es heiß war, wieder diese Idee aufkam.
Aber der Unterschied ist, dass es diesmal, glaube ich, anders ist. Die Idee hatte ja ein Architekt von Sturman Murphy & Partner, der hat ein Bild bei LinkedIn reingestellt und gesagt, so könnte es aussehen. Und das war vielleicht so ein bisschen für einige Leute so ein Elbphilharmonie-Moment, wo man einen Entwurf sieht, der begeistert und einfach das Denken verändert.
Hätte man vorher gesagt, vor dem Elbphilharmonie-Entwurf, wir brauchen ein neues Konzerthaus, hätten sich alle anguckt und gesagt, was, was brauchen wir? Und ich glaube, das ist bei der Alster ein bisschen ähnlich, denn da hat inzwischen eine Diskussion an Dynamik gewonnen und es sind einfach auch entscheidende Leute dafür, dass ich mir vorstellen kann, dass das in den kommenden Monaten angegangen wird.
Wie, für die, die es nicht verfolgt haben, weil sie jetzt aus dem Urlaub zurückkommen, weil es zum ersten Mal wieder eine Folge dieses Podcasts gibt, wie soll das denn genau aussehen? Also wird man so, ich war, wie du hast gesagt, in England, da war ich dann in vielen Meerbädern, wo dann bestimmte Teile abgesperrt waren, indem man schwimmen durfte unter Aufsicht und so, sowas soll es in der Alster auch geben?
Also wie das am Ende aussieht, das ist natürlich noch irgendwie quasi ein Punkt für die politische Debatte und für die Entscheidungsfindung. Ich glaube, was schon ein berechtigter Einwand ist, ist, dass man jetzt nicht sagt, die Alster wird überall zum Baden freigegeben, weil dann wird es echt chaotisch.
Und da haben wir einfach auch noch ein paar andere Nutzungen vom Subfahrer bis zum Segler, dass wir also irgendwie schon abgesperrte Bereiche brauchen. Es gibt eine Idee, das ist ja die, die in der Debatte ist, zu sagen, wir machen eine richtige Badeanstalt. Wo also vielleicht auch noch mit einer kleinen Absperrung auch versucht wird, diese Badenden und Schwimmer zu schützen und auch das Wasser noch zu reinigen.
Das ist im Augenblick ein sehr, sehr realistischer Entwurf und auch einer, von dem ich weiß, dass er in der Politik viel Zustimmung erntet, aber auch, wo man bei Bäderland sich wohl vorstellen kann, dass das funktioniert. Eine andere Idee ist natürlich einfach so Badeplattformen zu schaffen, so ein bisschen das Kopenhagener Modell.
Die haben ja am Hafen verschiedene Badeplattformen installiert. Das sind eigentlich, muss man sagen, relativ einfache Holzbauten, so eine Art Pontons, die auch zum offenen Wasser abgegrenzt sind, die aber ohne Aufsicht auskommen und ohne Eintrittsgelder. Auch das ist eine Option. Oder man macht halt einen herrschaftlichen Bau, das ist das Helsinki-Modell.
Da kostet dann aber auch der Eintritt 18 Euro. Oder aber, das ist auch noch eine ganz witzige Idee, die jetzt aufkommt, man macht es gar nicht da, wo die Debatte begann, an der Außenalster, Höhe Schwanenweg. Übrigens dort, wo es ja bis zum Zweiten Weltkrieg große Freibäder gab. Sondern man macht es vielleicht sogar im Binnenalster oder auch im Billebecken.
Aber da ist jetzt Dynamik drauf und das ist ganz interessant, dass sich sowohl die Umweltsenatoren, wenn man weiß, dass die Umweltverbände das sehr, sehr kritisch sehen, sich gleich sehr positiv geäußert hat, als auch der Finanzsenator. Der gesagt hat, ich habe das schon als junger Mann bei den Jusos gefordert und bin mit dem Wahlkampf sogar mal in die Alze gesprungen, bin ich total für.
Das sind eigentlich die beiden, sage ich mal, größten Senatoren, die am Ende das verhindern können, gesagt haben, ich bin dafür. Wer pusht das denn jetzt? Das eine ist ja, dass Politiker dafür sind und das andere, du brauchst ja für solche Dinge immer jemanden, der das Ganze an sich reißt. Wir erinnern uns damals bei dem grünen Bunker, da gab es irgendwie einen, der die Idee hatte und die Behörden so lange gequält hat und den Investor so lange überzeugt hat, bis er es gemacht hat.
Wer pusht diese Idee jetzt? Weil sonst, man kann als Politiker immer schön sagen, schöne Idee und dann kommt der Herbst, dann kommt der Winter, dann denkt keiner übers Baden als danach. Das ist natürlich genau der Punkt, den du jetzt ansprichst, woran es ein bisschen kranken kann. Mit jedem Tag, der jetzt kälter wird, kommt so ein bisschen Dynamik aus der Sache raus.
Ich denke, das kann nur gepusht werden von denen, die Hamburg stadtpolitisch entwickeln wollen. Und zwar ist das keine Badeanstalt, es geht ja nicht nur um Schwimmer, nicht Schwimmer und Planscher, sondern es geht darum, welche Bilder will diese Stadt in die Welt senden. Und das war ja auch so ein bisschen der Tenor meiner Kolumne.
Und da fand ich es sehr, sehr interessant zu sehen, auf welches Echo das stieß. Das war mit Abstand mein erfolgreichster Text des Jahres. Und wenn man sieht, dass also von denen, die das deutlich begrüßt haben, quasi ehemalige Regierungssprecher, Paul Ronsheimer, Chefredakteure von überregionalen Zeitungen.
Paul Ronsheimer möchte in der Alster baden. Der will auch in der Alster baden. Das zeigt, dass diese Idee, Hamburg muss sich neu positionieren und Hamburg muss andere Bilder in die Welt senden, ein Gedanke ist, den viele spannend finden. Und gerade in einer Zeit, wo am Rhein, haben wir es ja erlebt, da wird der Zugang zum Rhein sogar verboten, Düsseldorf.
War gestern noch die Nachricht in den Nachrichten. Also da muss man ganz klar sagen, würde Hamburg ein ganz positives Gegenbeispiel senden. Und wenn man mal guckt, womit Helsinki, Oslo, Kopenhagen derzeit sich weltweit präsentieren, dann sind das immer Bilder, du hast die Schwimmer vor der Opernalster.
Du hast in Helsinki dieses großartige Schwimmbad direkt in der Innenstadt, vor der Skyline der Stadt und in Kopenhagen, die schon angesprochenen Hafenbäder. Und da muss sich Hamburg halt entscheiden, wie es also international auftreten will und es geht im Wettstreit der Metropolen schon um die klügsten Köpfe und wer kluge Köpfe haben will, muss eine ja auch freizeitorientierte hippe Stadt sein.
Das wäre eine relativ leicht zu ermöglichende Geschichte. Wir werden das verfolgen und wir bleiben sozusagen beim Wasser. Du hast dich nicht nur um dieses Schwimmen in der Altsale gekümmert, sondern du warst in dieser Woche auch in Neuwerk. Allen Menschen, die sich nicht so gut auskennen, muss man sagen, Neuwerk ist ein Teil von Hamburg, auch wenn dazwischen jede Menge Niedersachsen liegt. Ja, 120 Kilometer sind es. Und man muss sagen, das ist auch eines der Probleme.
Die Anreise ist halt mühsam, weil man muss ja erst über Harburg dann nach Cuxhaven fahren, um dann entweder je nach Tide das Schiff zu nehmen oder die Kutsche. Bis man da ist, dauert es ein bisschen, aber es lohnt sich. Denn das ist schon ein ganz besonderer Fleck Hamburg. Und es ist ja auch ein bisschen in der Krise, das ist ganz interessant.
Der Finanzsenator war jetzt mit der Umweltsenatorin, die beiden hatten wir gerade schon, das ist aber Zufall, gemeinsam auf der Insel. Und was halt rausgekommen ist, ist, dass jetzt richtig Geld fließen soll, um Neuwerk konkurrenzfähig zu machen. Also das, was wir eben für Hamburg besprochen haben, gilt jetzt auch für die Insel Neuwerk. Der Tourismus ist da so ein bisschen in der Krise.
Warum ist der in der Krise? Weil zu weit weg, irgendwie zu schlechtes Wetter, zu teuer? Ja, das alles spielt da auch mit rein. Also die Zahlen sind tendenziell ein bisschen rückläufig, aber es liegt nicht an der Nachfrage, sondern am Angebot. Es gibt da irgendwie vier Hotels und zwei von denen, die das betreiben, und das sind die beiden entscheidenden, die beiden großen Anbieter vor Ort, wollen eigentlich aufhören.
Und sie haben jetzt im letzten Jahr einen Verkaufsprozess gestartet und gesagt, also wir möchten uns zurückziehen, was auch einfach altersbedingt ist, die haben das 30 Jahre gemacht, völlig legitim. Jeder Unternehmer muss irgendwann mal gucken, wie geht es mit meinem Laden weiter. Das Problem ist, dass da kaum einer hin will.
Und zwar hat das auch ein bisschen vielleicht mit Wertewandel in der Gesellschaft zu tun. Das ist natürlich für den, der da jetzt investiert, erstmal viel Arbeit. Wer da einen Ruhetag macht in der ja relativ kurzen Saison, die geht von Ostern bis Oktober, danach ist die Insel im Winterschlaf. Der hat keinen Ruhetag. Der muss richtig arbeiten.
Und er muss, was noch schwieriger ist, auch Leute finden, die mit ihm arbeiten. Es gibt ja kaum Wohnungen auf der Insel. Und da muss er teilweise selber die wenigen Hotelzimmer, die er hat, dann wieder an seine Saisonkräfte vermieten. Was natürlich die Rendite noch weiter drückt. Und das ist so eine Art Teufelskreis.
Und da will die Stadt jetzt ran. Sie hat jetzt gesagt, okay, wenn ihr die Häuser nicht verkaufen könnt, dann kaufen wir sie. Und wir verpachten dann wahrscheinlich zu einem sehr, sehr günstigen Preis. Diese Hotels und Gaststätten an Leute, die das machen wollen, die haben dann zumindest nicht dieses ganz große finanzielle Risiko.
Aber die Stadt macht damit natürlich dann irgendwie? Die Stadt macht damit keinen Gewinn. Keinen Gewinn? Eher Verluste, oder? Ja, sicher. Es ist die Summe von 40 Millionen Euro im Raum, die jetzt auf Neuwerk investiert werden sollen. Einmalig? Ja, erstmal einmalig für die kommenden Jahre. Da gibt es auch Kofinanzierung, da wird der Bund was dazugeben. Da ist als ganz großer Batzen der Leuchtturm drin.
Das ist ja das älteste Gebäude der Stadt. Das ist nicht etwa hier in Hamburg, das ist auf Neuwerk. Der Wehrturm, der dann später Leuchtturm wurde, von 1310, da fließen schon mal 21 Millionen rein. Soll auch ein Hotel rein, wird wahrscheinlich ein total hippes Hotel, aber auch da wieder die Frage, wer kann es betreiben?
Und da sucht man halt und wenn man das schafft, dann ist man halt touristisch wieder auf einer Ebene, wo es dann funktioniert und dann kann am Ende des Tages Hamburg auch daran verdienen. Aber man muss sich die Frage ganz ehrlich stellen, die Insel lebt vom Tourismus und wenn der Tourismus nicht mehr funktioniert, lebt die Insel nicht mehr.
Und das ist eine Entscheidung, finde ich, die ist auch schwer zu treffen. Aber geht es nicht in den Bereich von Angebot und Nachfrage? Wenn etwas nicht mehr funktioniert, dann kann der Staat kommen und das unterstützen, aber dann nähern wir uns ja dem Bereich der Planwirtschaft. Das macht er ja laufend.
Wenn ich sehe, wenn die Stahlindustrie nicht so läuft, dann kommt der Staat und gibt dann irgendwie seine Förderbescheide. Also vieles von dem, wo Politik versucht, die Weichen zu stellen, geht halt mit Kofinanzierung, mit Fördergeldern. Das geht natürlich schon sehr, sehr weit. Aber am Ende des Tages ist es halt ein Stück Hamburg, wo man sich entscheiden muss, ist uns das wert?
Das ist ja auch strategisch immer, weshalb gehört der Neuberg zu Hamburg? Weil Hamburg damals, als man 1961 den Vertrag mit Niedersachsen schloss, wollte man da eine riesen Industrielandschaft rauffflanzen auf die Insel. Da hat keiner über Ökologie geredet. Da ging es einfach darum, neuen Hafen zu bauen, neue Industriefelder, vielleicht sogar neues Atomkraftwerk.
Das sollte quasi Hamburgs Industriegebiet werden. Heute ist das unser Weltnaturerbe Wattenmeer und auch da gilt... Dieses Naturschutzgebiet wird man kaum halten können realistischerweise, wenn man die Insel aufgibt. Auch das will mit bedacht sein. Insofern ist das schon ein bisschen die Verteidigung eines Lebensraums. Wir bauen ja auch Deiche.
Und insofern kann ich nachvollziehen und ich glaube, das würde ich auch unterstützen, dass man sagt, wir müssen erstmal investieren, um diese Insel wieder voranzubringen, weil sie einfach zu Hamburg gehört. Und dann wäre es eigentlich schön gewesen, wenn der Mann, der diese Woche zu Besuch in Hamburg war, nicht nach Helgoland gefahren wäre, sondern nach Neuwerk.
Aber Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist nach Helgoland gefahren, ist am Dienstag los, war dann Mittwoch auf der Insel, ist Mittwoch wieder zurückgefahren. Und man fragt sich natürlich, und ich hoffe, das fragst du dich auch. Was bitteschön soll das? Warum fährt der bayerische Ministerpräsident nach Helgoland, das ja einerseits zu Schleswig-Holstein gehört und andererseits, was viele Leute hier wissen, eigentlich zum Kreis Pinneberg.
Also über Pinneberg, über das man sich immer lustig macht, das hat im Besitz sozusagen die einzige deutsche Hochseeinsel. Und also ich fand, das war sozusagen, das hat sozusagen der Infantilität des Markus Söder wirklich die Krone aufgesetzt, weil am Ende hat er natürlich als bayerischer Ministerpräsident mit Helgoland gar nichts zu tun und dieser ganze Besuch war doch nur, um einmal mehr den Daniel Günther zu ärgern, den schiefsich-reunschlandischen Ministerpräsidenten.
Wir erinnern uns irgendwie in dem ganzen Hin und Her zwischen Günther und Söder, Aber hat dann irgendwann mal Söder im Scherz natürlich gesagt, wenn man sich die Länderfinanzausgleich anguckt, Bayern als Zahler, Schleswig-Holstein als jemand, der nimmt, dann müssten eigentlich Sylt und Helgoland längst bayerisch sein.
Und jetzt kommt der hierher und ich habe das ja auch diese Woche geschrieben in einem Kommentar, auf den ich unglaublich viel Resonanz bekommen habe und zwar immer nur in zwei Richtungen nämlich das eine ich fasse mal zusammen mit einem Zitat ich zitiere du linksversiffter Pisser halt dein Maul. Und dann andere auf der anderen Seite sie haben so recht warum sagt es niemand Also offensichtlich polarisiert das sehr.
Ich fand irgendwie, dass es jetzt Schluss sein muss, dass Markus Söder sich so... Lächerlich macht über Politik. Politik ist eine ernste Angelegenheit, man muss sie nicht so ernst nehmen wie Olaf Scholz, aber das was der macht, ob das jetzt Würste essen ist oder Döner entwickeln oder nach Helgoland reisen, das hat mit Politik nicht zu tun und das hilft uns in der Phase in der Welt sind gerade überhaupt nicht.
Und ehrlich gesagt, das finde ich, aus Sicht des Steuerzahlers ist es eine Frechheit, weil diese zwei Arbeitstage von Markus Söder mit allem drum und dran hat sicherlich nicht irgendwie Helgoland-Marketing bezahlt oder Söder selber, sondern das waren zwei Tage, die er auf Kosten der Steuerzahler für etwas verbracht hat, was keinerlei Wert hat.
Ja, das ist jetzt eine sehr päpstliche Betrachtung, finde ich. Also ich bin jetzt auch kein Freund von den ganzen Postings, die Markus Söder in die Welt schickt. Aber man muss natürlich auch ehrlich sagen, er hat sich, und dafür wird er ja von einigen auch gelobt, eine Fangemeinde abseits der Politik geschaffen, die genau diese Nebensächlichkeiten, diese kleinen Sortisen, diese Spielchen schätzt.
Es gibt Leute, die offenbar wissen wollen, dass er Bratwürste ist oder dass er nach Helgoland fährt. Und ich finde, es ist auch sein gutes Recht nach Helgoland zu fahren. Ob das sein Urlaub oder ob das seine Diensttage waren, weiß ich gar nicht. Aber nichtsdestotrotz, er ist ja eingeladen gewesen, hat er das für sich genutzt, um Aufmerksamkeit zu erzielen.
Deine Aufmerksamkeit hat er bekommen und offenbar hat er polarisiert. Seine Rechnung wird so sein, wenn am Ende es mehr gut als doof finden, hat es ein Plus ergeben. Für Helgoland war es jetzt auch nicht schlecht. Also ich meine, das Image des Fuselfelsen ist jetzt auch nicht so grandios. Und Politik darf auch mal unterhalten.
Ja, sie passen auf, aber die Frage ist sozusagen, man hat bei ihm den Eindruck, dass er sozusagen dieses Spiel nur noch um des Spielwillens spielt und dass da gar nichts mehr hinter ist. Er hat sich ja diese Woche auch mit Robert Habeck dann nochmal angelegt. Naja, da würde ich eher sagen, hat Robert Habeck sich mit ihm angelegt.
Hat sich angelegt, aber da muss man euch... Nee, nee, nee. Also Robert Habecks Abgang war so unterirdisch, dass ich wirklich entsetzt bin. Und ich muss ganz ehrlich sagen, wäre nicht in unserer Branche Robert Habeck ein Säulenheiliger, hätte er auch mehr einstecken müssen. Ich finde, das war so unter seinem Niveau. Und ich kenne auch viele Grüne, die das genauso sehen, dass jemand, der so eine Fähigkeit hat, sich auszudrücken, der...
Leute also auch mit seiner Sprache gewinnen kann, die eigentlich ihm gar nicht quasi folgen. Dass einer sich so, ja wirklich ehrverletzend am Ende über andere Politiker äußert, finde ich tausendmal skandalöser als die Reise von Herrn Söder nach Reguland. Na aber, also Robert Habeck hat glaube ich jetzt diesen neuen Konflikt ausgelöst, aber immer hat man den Eindruck bei Markus Söder, es geht ihm nicht um den Inhalt, Es geht ihm nicht um die Sache, es geht ihm immer um den Effekt.
Und ehrlich gesagt, sehe ich da, auch Markus Söder in der Art und Weise, wie er das macht, sehe ich da viel Donald Trump. Das ist ja das gleiche Prinzip. Und wenn du jetzt überlegst, du versuchst als... Also Donald Trump schafft gerade die Demokratie in den USA oft und macht daraus eine Autokratie. Das würde ich, also ich finde, man kann Markus Söder viel vorwerfen.
Das würde ich ihm nicht vorwerfen. Nein, aber der Mechanismus, die Aufmerksamkeit auf ihn zu... Du hast es vorhin ja selbst schon gesagt, Er schafft es offensichtlich Leute für sich zu begeistern, die sich nicht so sehr für Politik, sondern mehr so für kleine Scharmütze, kleine Spielchen, kleine Gesänge, Würste interessieren.
Aber kann das der Weg sein, den wir gehen müssen in einer Zeit, wo es doch große, ernsthafte Probleme gibt und wo dann jemand wie Daniel Günther irgendwie so ein bisschen aussieht aus Sicht von Markus Söder, wie der kleine Depp, der es nicht auf die Reihe kriegt? Naja, die Frage ist ja, wenn jetzt, ich bin auch der Meinung, dass wir in einer wirklich ernsten Lage sind und eigentlich die Zeit eher nach Blutschweiß und Tränen reden ist, als nach Bratwurstscharmützeln.
Am Ende des Tages ist nur die Frage, ob nicht mehr Leute zuhören, wenn Markus Söder eine Blutschweiß- und Tränenrede hält, weil er halt diesen ganzen Unsinn in die Netzwerke sendet, als wenn er es nicht tut. Das ist ja die spannende Frage und auch das darf man nicht unterschätzen, zu einem Scharmützel gehören ja immer zwei und Daniel Günther hat ja auch Spaß daran.
Er wird natürlich immer was anderes sagen, aber letztlich ist das auch für seine Popularität nicht schlecht und es wertet ihn auf, weil er ein Gegenspieler von Söder ist. Wäre er irgendein Mann in der Mitte, würde keiner südlich der Elbe danach fragen, welche Meinung hat eigentlich Daniel Günther zu dem und dem Problem?
Ich werde mich auf jeden Fall beim Neujahrsempfang im nächsten Jahr bei Peter Tschentscher entschuldigen müssen, weil ich habe ja Peter Tschentscher beim vergangenen Neujahrsempfang als Markus Söder des Nordens bezeichnet, hatte das aber natürlich anders gemeint, als sich das jetzt vielleicht darstellt.
Aber lad doch Söder ein, das ist doch super. Das ist eine super Idee. Weil der kommt auf jeden Fall und dann sehe ich ihn schon im Hotel für Jahreszeiten mit der Currywurst. Und das wird dann über alle sozialen Netzwerke geteilt. Wir denken drüber nach. Kurzer Strich drunter, keine Folge dieses Podcasts.
Das ist übrigens auch die Frage, ohne den Prozess gegen die Blogs. Man verfolgt ihn. Aber ich habe jetzt auch diese Woche mehrere Mails gekriegt, die sagen, es kriegt so ein bisschen das Niveau, es ist kein Kindergarten, aber es verästet sich natürlich sehr und es ist unglaublich schwer da durchzublicken.
Wir wollen das vielleicht, und drückt uns da mal die Daumen, nächste Woche mit einer besonderen Folge und vielleicht auch mal mit einem Gast in diesem Podcast schaffen, darüber mehr zu erfahren. Der deutlich besser aussieht als ich. Das weiß ich nicht. Ich wollte einen kleinen Hinweis geben, wer vielleicht kommt.
Weil zumindest etwas eitler ist. Aber ich glaube, wenn du als Anwalt nicht eitlet bist, dann ist es schwierig. Aber du hast mitbekommen, was er im Innenfutter seines Jacketts trägt. Wir reden über Ingo Bott jetzt, genau. Pin-Up Girls. Ja, stand im Hamburger Armband, habe ich gelesen. Aber auch das, ich glaube, als Anwalt musst du vielleicht auch besonders reizen.
Was mich die ganze Zeit frage ist, ob wir bei diesem Prozess überhaupt weiterkommen können, weil aus meiner Sicht die entscheidende Frage eigentlich gar nicht geklärt ist. Und was ist die entscheidende Frage, was glaubst du? Ich sag's dir, aber du kannst ja nicht wissen. Ich finde die entscheidende Frage, die vorab geklärt sein muss vor diesem Prozess ist, tatsächlich, wie kann es sein, dass eine Mutter ihre Kinder zweieinhalb Jahre nicht sieht, wenn sie sich nichts hat zu Schulden kommen lassen und wenn es kein Urteil gibt.
Dass genau das nämlich aussagt, dass sie sie nicht sehen kann. Und dieses Momentum, das kann man nicht abgetrennt von all dem, was danach passiert ist, betrachten. Und ich glaube, deshalb wird es unglaublich schwer sein, ein gerechtes Urteil zu treffen. Ja, aber das ist interessant, dass du diese Frage stellst. Da stimme ich dir ausnahmsweise mal 110%ig zu.
Das ist ja wirklich auch für mich eigentlich eine Frage, die zumindest in jedem Text über diesen Prozess gehört. Und ich habe jetzt diese Woche auch wirklich mal die lieben Kolleginnen und Kollegen genau gelesen und ich bin wirklich fassungslos, dass selbst im Nachrichtenmagazin ein großer Artikel auftaucht, der also ellenlang ist und genau diese Frage, die du stellst, die Vorgeschichte, diese zweieinhalb Jahre, du hast quasi von dem Familiengericht das Sorgerecht zugesprochen bekommen und es ist einfach egal.
Es ist einfach am Ende des Tages scheißegal. Zumindest dem Vater ist es scheißegal. Das hat natürlich schon eine Dimension. Ich will damit überhaupt nicht schönreden, das willst du ja auch nicht. Was danach passiert ist, aber diese Frage gehört zumindest in jedem Text zur Vorgeschichte mit dazu. Man muss wirklich sagen, das hat offenbar die Gegenseite von den Blogs geschafft, alle so auch einzusingen, dass es überhaupt keine Rolle mehr spielt.
Genau, da kommen wir ja dazu, dass ja eigentlich eine Anklage gegen den Ex-Mann von Christina Block anhängig ist, aber eben noch nicht entschieden ist. Das heißt, man verhandelt jetzt einen Prozess, ohne das Ergebnis dieser Anklage zu wissen. Und ich glaube, deshalb wird es unglaublich schwer. und ansonsten wird es jetzt ja sehr ungemütlich.
Interessant war ja dann sozusagen auch diese Befragung von Christina Block, die dann ja gesagt hat, ich antworte auf die Fragen jetzt nicht mehr im Saal, sondern ich beantworte die Fragen schriftlich. Sie muss auch auf Fragen, die sie belasten, gar nicht antworten. Wo man dann natürlich als Anwälte, als wer auch immer, natürlich Dinge in den Raum schmeißen kann.
Zum Beispiel, stimmt es, dass sie sieben Millionen Euro bezahlt haben für die Entführung? Damit ist diese Zahl von sieben Millionen, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte im Raum, Bisher ging es immer um die 120.000 Euro, die die Mutter ausgegeben hat. Und ich bin mir nicht sicher, ob man überhaupt so weiterkommt.
Ich glaube aber, dass die... Es bleibt halt was hängen. Das ist ja genau das Ziel an der Sache. Und also ich muss ganz ehrlich sagen, dieser ganze Prozess erinnert mich immer mehr an einen schweren Unfall. Man will gar nicht hingucken, aber man kann sich nicht davon losreißen. Es ist für alle Seiten einfach ein Vollfiasko und vor allen Dingen für die Kinder.
Und deshalb gibt es ja auch so viele Menschen oder immer mehr Menschen, die sagen, eigentlich wollen wir darüber gar nichts mehr hören. Interessant ist, das müssen wir nochmal besprechen, weil das ist in unserer Sommerpause passiert. Christina Block hat sich von Ottmar Curi getrennt. Ottmar Curi war jahrelang der Strafverteidiger, der Verteidiger ihres Vertrauens.
Dann hat sie besagten Ingo Bott kurz vor Beginn des Prozesses geholt. Ich würde gleich auch erklären wollen, warum ich glaube, dass es der richtige Schachzug war und hat sich dann aber von Ottmar Khoury getrennt. Warum hat die sich von Ottmar Khoury getrennt? Weil er ein Anwalt da in Schule war oder, das ist glaube ich so, weil er offensichtlich….
Das, worüber wir gesprochen haben, die Situation einer Mutter, die zweieinhalb Jahre ihre Kinder nicht gesehen hat, weil er das nicht ernst genug genommen hat, weil es in Wahrheit das ist, worum es Christina Block geht? Na ja, zumindest, was ihre Beweggründe waren, weiß ich auch nicht. Aber man muss ja sagen, als der Prozess startete, in dieser ganzen Vorlaufphase, war eigentlich alles besser für ihren Ex-Ehemann Stefan Hensel gelaufen.
Also da muss man ganz ehrlich sagen, die Berichterstattung neigte ihm entgegen, genau die Frage, die wir eben diskutiert haben, spielte keine Rolle. Also quasi dieses ganze Strippenziehen, das hat er offenbar nicht in der Art beherrscht, wie das die andere Seite gemacht hat. Und so ist, glaube ich, der Prozess losgegangen, schon mit einem 0 zu 3 Rückstand, um gleich das nächste Thema schon anzusprechen, für die Blogseite.
Und das, glaube ich, sollte durch dieses Emotionalisierendere, genau das, was macht eine Mutter, die zweieinhalb Jahre ihre Kinder nicht sehen darf, beziehungsweise noch deutlich, die zweieinhalb Jahre die Kinder vorenthalten werden, die von mir die Blogseite sogar, die entführt wurden. Was macht das mit dieser Mutter? Dieses emotionale Element ist jetzt, glaube ich, stärker in die Debatte reingekommen.
Aber ob sich am Ende damit ein Gefallen getan hat vor Gericht, das wissen wir erst, wenn das Urteil gesprochen wird. Und wir bleiben dran und wie gesagt, wir versuchen nächste Woche etwas ganz Besonderes in diesem Podcast zu bieten. Hoffentlich gelingt es uns. Drückt uns die Daumen. Die Daumen drücken werden natürlich auch alle Fans des Hamburger Sportvereins und des FC St.
Pauli. Einen sehr großen Fan des FC St. Pauli haben wir in diesem Studio. Und einen großen Fan des HSV? Ja, aber nicht so groß. Also das ist nicht zu schaffen. Bist du im Stadion heute, also am Freitagabend? Wir nehmen den Podcast ja etwas vorher auf. Die Wahrheit ist, ich bin nicht mal in Hamburg. Du bist nicht mal in Hamburg. Was echt die Sache schwierig macht, weil ich nie mal in Deutschland bin.
Und da muss man sagen, der Termin steht seit einem Jahr fest. Ich treffe mich immer mit alten Schulfreunden, kein Journalist dabei, sehr angenehm. ein Wochenende und da sind wir in Holland und das haben wir vor allem ja abgemacht und da werde ich jetzt nicht, weil der ruhmreiche FC St. Pauli im Volkspark 1 zu 0 gewinnen wird, eine Absage erteilen. Das wäre nicht fair.
Und ärgerlich ist es schon, aber ja, es ist ja schön, dass wir wieder ein Bundesliga-Derby haben, weil das ist nun wirklich verdammt lange her. Und man muss ja das... Wann es das letzte Mal war? Ne, weiß ich nicht. Wann war das letzte Mal? 2010, 2011 in der Saison. Aber muss man... Und weißt du, wie es ausgegangen ist im Volkspartei? 1 zu 0 für den FC St. Pauli, schätze ich. Das hast du dir gemerkt.
Auf jeden Fall muss man einmal sagen, weil das immer so, man freut sich darüber, aber es ist auch insgesamt etwas sehr Besonderes. Also man muss, glaube ich, wenn man die Geschichte der Bundesliga anguckt, dann gab es Duelle zwischen 1860 München und Bayern und natürlich gab es Union Berlin und Herder BSC, die zeitgleich in der ersten Liga waren und der FC St.
Pauli und der HSV. Und es gab Bochum gegen Wattenscheid und Stuttgarter Kickers gegen den VfB Stuttgart und jetzt muss ich mal überlegen, Nürnberg gegen Fürth. Ja, aber Nürnberg und Fürth, das ist ja, also wirklich die zwei, die in einer Stadt so eng beieinander sind. Nürnberg ist ja der Adler irgendwie 20 Kilometer hin und her gefahren, 1835.
Das sind ja zwei, also ich glaube, das ist ein Vorort von Nürnberg. Ja gut, aber es gehört nicht zu Nürnberg. Nee. Ist ja egal. Auf jeden Fall, was ich sagen wollte, ist was Besonderes, was man sich auch immer angucken muss, dass Hamburg wieder da ist, wo es sozusagen vor der gescheiterten Olympia-Bewerbung war.
Wir erinnern uns, damals hatte Hamburg eigentlich in allen wichtigen Sportarten Erstliga-Clubs, Außer im Basketball, das haben wir heute. Im Basketball, im Handball, zwei in der Fußball-Bundesliga. Nur im Eishockey. Damals war Hamburg im Eishockey gut, im Eishockey nicht. Also Hamburg ist da wieder zurück.
Was ich mich gefragt habe, und hast du da eine Erklärung, warum setzt die deutsche Fußball-Liga dieses Spiel gleich am zweiten Spieltag an? Und, das kommt ja noch hinzu, als das erste Heimspiel des HSV nach sieben Jahren 2. Liga. Wahrscheinlich wussten die, dass ein großer Hooliger nicht in Deutschland ist.
Nein, ernsthaft hat mich auch gewundert. Also ich weiß auch aus der Historie, dass man diese Spiele gerne mal zum Beispiel in den Ferien angesetzt hat, wo man wusste, da sind ein paar weniger da und eigentlich ja auch so ein Abendspiel. Immer so einige Unwägbarkeiten hast. Und in den Ferien ist es noch, das muss man sagen, in den Ferien ist es. Ah ja, stimmt.
Ich bin schon so im Arbeitsrhythmus, du hast recht, das wäre vielleicht sogar ein Grund dafür. Ich habe gedacht, vielleicht machen wir das so, und nimmt dann so ein bisschen, die Dramatik raus, weil zweiter Spieltag, es geht um weniger, es geht nicht darum, irgendwie vorletzter Spieltag, und dann hat man das am Ende raus.
Und natürlich muss man auch sagen, ist es natürlich vielleicht für den HSV auch ein schöner Start. Ich meine, mehr geht nicht. Erstes Heimspiel in der ersten Liga, dann gleich gegen den FC St. Pauli. Aber dann verlieren ist doof. Das wäre doof, ja. Die Frage ist auch, ob diese Dramatik, die da rein. Interpretiert wird, gibt es die eigentlich noch so? Ich glaube schon.
Oder ist es nur bei so Hardcore-Fans wie bei dir? Weil ehrlich gesagt, zum Beispiel bei mir als jemand, der dem HSV zuneigt, der das auch gern sieht, es ist mir eigentlich relativ egal, ob wir jetzt gegen den FC St. Pauli gewinnen oder nicht, solange der HSV am Ende der 1. Liga bleibt? Also ich muss sagen, ich bin auch ein Anhänger einer gesunden Rivalität, aber ich muss echt sagen, ich sehe diesen Hass, den es ja inzwischen bei den Fangruppen gibt, gerade bei den Ultras, die sich gegenseitig, wenn sie nicht nur aus dem Weg gehen, sondern sich auch gerne mal eins auf die Mütze hauen, da habe ich überhaupt kein Verständnis für.
Aber die Rivalität ist bei mir schon so da, dass ein Sieg gegen den HSV, gerade im Stadion an der Müllverbrennungsanlage, auch wenn die da jetzt nicht mehr ist, was ganz Besonderes ist. Und da würde ich mir schon wünschen, dass wir gewinnen. Aber da stimme ich dir auch zu, natürlich soll der HSV in Liga 1 bleiben, so wie der FC St. Pauli.
Also Rivalität heißt ja nicht, dass man dem anderen irgendwie nur das Schlechte wünscht, sondern das heißt, dass man einfach sich so ein bisschen necken will. Und zum Necken gehört halt, dass man auf Augenhöhe ist. Hast du die Doku über den Haas-Fort schon gesehen? Nein. Musst du auch nicht, aber ich habe sie natürlich gesehen. Wenn du die guckst, kannst du mir sagen, was passiert ist.
Was mich gewundert hat, und da würde ich deine Einschätzung als jemand, der stärker am Fußball ist als ich, ich hätte gedacht, dass wir im Jahr 2025 raus sind aus dieser Phase, wo die Trainer in den Halbzeitpausen und vor den Spielen die Spieler eigentlich anschreien wie blöd. Und wo es dann eigentlich nur so in dem Doktus geht, Man kann hinfallen, aber muss auch wieder aufstehen.
Und jetzt geht raus und jetzt geht ihr in die Fresse. So. Und tatsächlich, die letzten drei Trainer des HSV schreien die ganze Doku durch. Also bei Tim Walter fängt das an, geht über Steffen Baumgart, bei dem ich nichts anderes erwartet hatte. Und jetzt kommt es bis hin zu Merlin Polzin. Und ich habe mir daraufhin nochmal die Doku über die EM angeguckt.
Und Julian Nagelsmann, der ganz ruhig mit den Spielern spricht. Und ich habe mir nochmal die Doku angeguckt über die Basketballer, die Weltmeister geworden sind mit Gordon Herbert. Der ganz ruhig mit den Spielern spricht. Und habe mir gedacht. Ist das jetzt sozusagen noch zeitgemäß, was da beim HSV, also diese Schreierei oder ist es typisch HSV, weil am Ende dann eben doch kein Superklub, sondern einer, der an die niederen Instinkte appellieren muss und eben nicht, wo der Trainer eben nicht einfach nur sagen kann, was die Spieler besser und schlauer machen können, sondern wo es immer darum geht, sozusagen die Emotionen rauszuholen, weil es spielerisch nicht reicht?
Naja, natürlich ist so eine Kabine auch keine Redaktionskonferenz. Da hast du teilweise 18-Jährige. Die musst du, glaube ich, schon ein bisschen anders ansprechen. Und also, dass ich das letzte Mal in einer Kabine bin, das war, glaube ich, in der E-Jugend. Da ging es noch ohne große Schreierei. Und das letzte Mal, dass ich was gesehen habe aus der Kabine war, in diesem Film über das Sommermärchen.
Und da erinnern wir uns, hat auch der distinguierte Herr Klinsmann die Jungs vor dem Polenspiel ganz schön heiß gemacht. Das dürfte er heute auch nicht mehr sagen. Also ich glaube, da gehört eine andere Ansprache dazu und da heiligt der Erfolg am Ende also auch die Mittel. Der HSV ist aufgestiegen und wie gesagt, also jetzt eine distinguierte Ansprache, jetzt sollten wir aber irgendwie mit der hängenden Neuen und keine Ahnung.
Ich glaube, die Jungs sind heiß und die mussten noch ein bisschen anspitzen, bevor die auf den Platz gehen und wie gesagt, der Erfolg gibt ihnen recht. Wir gucken mal, wir gucken mal, ich fand nur so ein bisschen, ich dachte nur so ein bisschen, man sei schon einen Schritt weiter, weil, vergleicht das mal, guckt euch mal die HSV-Doku an, guckt euch die Doku über die Nationalmannschaft an.
Riesenunterschiede, was die Tränen... Der HSV ist aufgestiegen, die Nationalelf ist im Viertelfinale bei der Heim-EM rausgeflogen, also insofern würde ich sagen, darf Nagelsmann auch schreien, wenn es am Ende Erfolg hat. Ja, und man guckt, ich finde immer auch, wenn man sich die Doku nochmal anguckt, dann stellt man auch das HSV-Film fest, der HSV ist aufgestiegen, aber es war unfassbares Glück dabei.
Es ist wirklich unfassbares Glück. Wir beenden das Ganze hier. Du sagst 1 zu 0 gewinnt der FC St. Pauli. Muss ich ja sagen. Ich glaube, der HSV wird 2 zu 1 gewinnen. So haben wir alle auf unserer Seite. Und Markus Söders Bayern werden Deutscher Meister. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.