
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 16
Holt der Block-Anwalt einen Kanzler-Vertrauten in sein Team?
Donnerstag, 4. September 2025 · 35 min
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Shownotes
Alle reden über den Prozess gegen Christina Block und Gerhard Delling - und damit über den Anwalt, der nicht von ihrer (also Blocks) Seite weicht. In dieser Folge geht es um Ingo Bott, den charismatischen Anwalt, der die Beobachter des Prozesses in zwei Lager spaltet: Die einen, die ihn für seinen Umgang mit den Medien und die Art und Weise loben, wie er Aufmerksamkeit von Christina Block wegnimmt. Die anderen, und darunter sind auch Kollegen, die Bott in der Rolle, die er von dem erfahrenen Strafverteidiger Ottmar Kury übernommen hat, für überschätzt halten. Wie ist es wirklich? Darüber hätte Lars Haider gern mit Ingo Bott selbst gesprochen, der wegen des Prozesses ein geplantes Interview aber noch einmal verschieben musste. Deshalb muss eine der Frage, die im Raum stehen, jetzt anders geklärt werden: Stimmt es, dass sich die Block-Seite als Unterstützung einen ehemaligen Regierungssprecher ins Boot holt, der lange und sehr eng mit einem früheren Bundeskanzler zusammengearbeitet hat?
#IngoBott #ChristinaBlock #GerhardDelling #Strafverteidiger #Medienarbeit #Gerichtsverfahren
#LarsHaider #Anwaltskarriere #PromiProzess
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Music. Willkommen, ich bin Lars Heider. Vor einer Woche haben der Kollege Matthias Igen, der heute urlaubsbedingt nicht dabei sein kann und ich ja angekündigt, dass wir etwas ganz Besonderes vorhaben. Was hatten wir vor? Und da hört man schon an der Vergangenheitsform, dass es nicht funktioniert, aber es führt uns, glaube ich, doch zu einem sehr interessanten Podcast heute.
Wir hatten ein Gespräch mit Ingo Bott geplant. Ingo Bott, das ist der Anwalt von Christina Block im Prozess um die Entführung der Blockkinder. Und Ingo Bort hatte zugesagt, wir zeichnen diesen Podcast am Donnerstag um 13.05 Uhr auf und um 13.00 Uhr wollte er eigentlich kommen und um 13.03 Uhr hat er dann angerufen und hat gesagt, es geht doch nicht, es ist zu viel los in Sachen Blog-Blog-Prozess.
Man sitzt noch zusammen, man spricht über die Strategie, hat sich entschuldigt. Die Entschuldigung ist natürlich angenommen, denn er hat auch gesagt, natürlich kommt er zu einem späteren Zeitpunkt. Und wir peilen jetzt mal den 24. September in drei Wochen an. Das ist einerseits schade, andererseits gibt es mir die Gelegenheit, mit dem Kollegen aus unserer Redaktion zu sprechen, der nahezu jede Minute dieses Blog-Prozesses verfolgt hat, der mich auch vorbereitet hatte auf dieses Gespräch mit Ingo Bott.
Ich freue mich sehr, dass Christoph Rebatschik heute hier ist. Lieber Christoph, wir wollen so eine Zwischenbilanz ziehen, weil das kann man jetzt machen. Die ersten, du weißt es besser als ich, zehn Prozestage sind vorbei und jetzt sind erstmal zwei Wochen Pause. Ja, genau so ist es. Es sind ja insgesamt 37 Verhandlungstage angesetzt worden, aber diese 37 Tage reichen bei weitem nicht aus.
Der Prozess wird sicherlich bis Ende März 2026 geben. Das heißt, dann reden wir über, ich habe irgendwo gelesen, bis zu 70 Prozestage, die es geben könnte? Die könnte es geben. Es sind ja auch zwei zwischendurch mal gestrichen worden. Sondern es sind wieder zwei gestrichen worden, kurz vor Weihnachten.
Es zeigt einfach ganz klar, dass dieser Prozess auch das Gericht an seine Grenzen bringt. Gerhard Delling hat das jetzt in dieser Woche gesagt, es bringt ihn auch an seine Grenzen. Was macht diesen Prozess denn eigentlich so kompliziert und so komplex, dass man also jetzt schon bis Ende März rechnet?
Ich denke, das würde die Zeit dieses Podcastes sprengen, weil es einfach so komplex ist. Es geht ja um einen Sorgerechtsstreit eigentlich. Das ist ja der Kern, dass es um den Streit geht, um die Blockkinder, die bei Stefan Hänsel, dem Ex-Mann von Christina Block, in Dänemark leben. Und dieser Streit geht ja schon über Jahre.
Aber in dem Prozess selber geht es um ein schwieriges Verbrechen. Angeklagt ist ja eine Kindesentführung. Das ist ja der juristische Kern. Und alles, was sich darum entwickelt, insgesamt sieben Angeklagte, 141 Zeugen. Und das ist einfach ein Prozess, der eine Dimension eingenommen hat für alle Beteiligten, für die Staatsanwälte, für die Verteidiger, für die Richterinnen und Richter, die schaffen, für die Berichterstatter und ganz ehrlich sogar für die 50 Zuschauer, die jeweils im Raum sind.
Die stehen da teilweise Schlange, Minuten, Stunden lang und versuchen noch in den Raum reinzukommen und mitzuhören, stundenlang dort zu sitzen, bei Hitze, ohne was zu essen, ohne was zu trinken, mit kurzen Pausen, nur zwischendurch, das belastet alle. Und du hast viele Hintergrundinformationen für uns mitgebracht und über die wollen wir mal sprechen und da würde ich gerne beginnen bei der Frage des Wechsels des Anwalts, der uns ja vor Beginn des Prozesses alle überrascht hat.
Also, bisher war der Strafverteidiger von Christina Block, war immer Ottmar Curi, über Jahre hat er sie begleitet. Ottmar Curi, das kannst du besser sagen als ich zur Einordnung, einer der renommiertesten Strafverteidiger Deutschlands? Richtig, so kann man das sagen. Und Strafverteidiger heißt nicht nur, er verteidigt Mörder oder Totschläger, wen auch immer, sondern er verteidigt Menschen, die vor ganz bestimmten komplizierten Prozessen stehen.
Er verteidigt Menschen in Cum-Ex-Sachen. Er verteidigt große CEOs von Unternehmen, die in komplizierten Wirtschaftsstrafsachen stecken. Er hat eine Erfahrung, die größer kaum sein kann. Er ist 69 Jahre alt, war viele, viele, viele Jahre Präsident der ansiatischen Rechtsanwaltskammer. Das heißt, er ist auch von seinen Kolleginnen und Kollegen hier in Hamburg unglaublich geschätzt.
Und von den Mandanten, auch von denen, die gar nicht möchten, dass sie in der Öffentlichkeit stehen, ganz genauso. Und das ist natürlich auch für so einen Richter, wenn da so eine, ich habe das mal erlebt, wenn Gerhard Strater, auch ein bekannter Strafverteidiger, vor Gericht kommt, das ist was anderes, als wenn da jemand kommt, der neu dabei ist.
Ottmar Curi hat die Dame Block, wie er sie immer genannt hat, vor Gericht, erst vertreten. Dann verbessere mich jetzt bei der Strategie. Zielte die Strategie eigentlich auf einen Freispruch ab oder zielte die Strategie, die Ottmar Khuri verfolgt hat, vielleicht darauf ab, sowas in Richtung, sie wusste nicht, was sie tut, bis hin zu...
Kann dieses Verbrechen im Zweifel nicht begangen haben, weil das vielleicht sogar Unzurechnungsfähigkeit, also war das die Strategie von Ottmar Curi? Das kann ich natürlich nicht sagen, weil er das mir nie preisgeben würde. Da kann ich nur spekulieren. Aber versuchen wir es doch mal mit den Indizien, die wir haben, über die Dame Block, wie sie heißt, über Christina Block.
Wir wollen uns nicht lächerlich machen über sieben Gegner. Wobei das ja so interessant ist, das war die Formulierung von Ottmar Curi, der immer gesagt hat, die Dame Block. und man hat sich gefragt, ist das, weil der schon aus einer anderen Zeit kommt oder warum hat er die Dame Block gesagt? Ja, genau, das ist der Punkt. Es ist eine Wortwahl, die etwas altertümlich klingt.
Aber die auch vielleicht zeigt, dass er das Ganze sehr ernst nimmt. Und es ist ein ernstes, schweres Verbrechen, was da angeklagt ist. Und Ottmar Curi hat ja kurz vor Prozessbeginn auch über uns im Abendblatt verlauten lassen, dass seine und die Ermittlungen von Christina Block selbst ergeben haben, dass möglicherweise die verstorbene Mutter Christa Block Geld abgehoben hat, um eine Aktion, nenne ich sie mal, Zurückholung der Kinder zu bezahlen.
Und in diese Richtung sollte die Strategie gehen. Und jetzt erleben wir vor Gericht, wie der jetzt verbliebene Verteidiger Ingo Bott vor allem darauf geht zu sagen, es ist diese israelische Sicherheitsfirma, die aus eigenen Stücken losgelaufen ist, um die Kinder, gewaltsam, aus Dänemark vom Vater Stefan Hensel zurückzuholen.
Und da sieht man schon den Unterschied. Die Geschichte mit der Mutter und der vermeintlichen Beauftragung dieser Kidnapper spielt keine Rolle mehr vor Gericht, sondern jetzt steht im Vordergrund, Ingo Bottz stellt in den Vordergrund das alleinige Losrennen dieser israelischen Sicherheitsfirma. Und man kann darin schon eine Änderung in der Strategie sehen.
Und du wirst mich jetzt sicherlich nochmal fragen, was Frau Block denn eigentlich besser gefallen würde, wenn sie diese beiden Anwälte gegeneinander abwägt. Der eine, der sagt, die Mutter war es und wir wollen mal gucken, wie wir hier aus dem Prozess rauskommen. Oder der andere, der sagt, wir schaukeln das Kind schon und es gibt womöglich einen Freispruch.
Dann kann man sich fragen, auf wen sich so eine Mandantin am liebsten einlässt. Okay, war das der Hauptgrund? Ich hatte jetzt auch den Eindruck, dass, also Christina Block hat ja offensichtlich Ingo Bott relativ kurzfristig kennengelernt, ist ja sehr kurzfristig eingestiegen, musste sich dann in die, glaube ich, über 8000 Seiten der Akte einlesen, auch in relativ kurzer Zeit.
Mein Eindruck war, dass sie auf ihn gekommen ist, weil sie das Gefühl hat, der versteht mich in meinen Nöten als Mutter besser. Als Ottmar Khuri und der hat mit seiner Kanzlei Plan A Erfahrung in dem Bereich Kindesentziehung, Kindesentfremdung, also all diese Dinge, um die es ja sozusagen im ganzen Großen geht.
Dass das der Grund war und dann vielleicht auch, dass er einfach, spielt er das Alter auch eine Rolle, spielt er auch das Auftreten von ihm eine Rolle. Das ist ja ein Anwalt, der sofort die Blicke aller auf sich zieht, weil er eben im nächsten Moment nicht wie ein Anwalt aussieht. Das ist richtig. Genau das spielte alles eine Rolle an. Man darf dabei nicht vergessen, dass dieser Prozess wie kein anderer die Öffentlichkeit anzieht und wie in keinem anderen Prozess natürlich auch alle Verteidiger der sieben Angeklagten ihre Version in die Öffentlichkeit bringen möchten.
Sie hatten eigentlich alle inzwischen Gelegenheit dazu, auch im Gericht, aber man sieht, dass drumherum, und das ist das Wichtigste in diesem Verfahren, dass drumherum viel mehr passiert als eigentlich im Gerichtssaal, auch wenn das Verfahren nach wie vor extrem spannend ist. Und bei Ingo Bott ist es eben so, dass er ein Öffentlichkeitsbewusstsein natürlich hat und mitbringt und genau da mitspielen möchte in der Liga, wo wir große amerikanische Prozesse sehen, wo wir die, es ist jetzt kein Vergleich zum Blockprozess, aber nur von den Namen her, wo wir die Prozesse sehen um Epstein.
Um Weinstein, um Donald Trump, um früher O.J. Simpson, war sicherlich einer der bekanntesten Prozesse überhaupt, wo um die Anwälte herum ganze Teams von Anwälten. Öffentlichkeitsbewussten Experten sozusagen hantierten an der Öffentlichkeit und an der, ich sage es jetzt mal, Beeinflussung auch der öffentlichen Meinung mit der Absicht, natürlich auch das Gericht zu beeinflussen.
Und wenn schon nicht das Gericht und ein mögliches Urteil zu beeinflussen, dann doch im Bild der Öffentlichkeit besser dazustehen, sodass sich hier ganz klar etwas verschiebt. Nämlich es verschiebt sich von... Von Gerechtigkeit zu Recht, von Recht zu Gerechtigkeit und unserer Forschung davon, was ist eigentlich Recht und was ist Gerechtigkeit?
Ja, es geht auch und das ist natürlich meine Begründung, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Ottmar Khoury war jetzt keiner, der das Spiel mit der Öffentlichkeit, mit den Medien besonders glamourös verstand. Das war jemand, der sich auf seinen Auftritt im Gerichtssaal und auf so alte Schule konzentrierte.
Ja, der suchte es nicht, der suchte nicht die Öffentlichkeit. Und das ist natürlich klar, du hast gesagt, in so einem öffentlichen Prozess, da kann so ein Gericht, da können die Schöffen noch so sagen, dass sie sich frei machen von dem, was öffentlich passiert. Es passiert öffentlich, man sieht die Bilder und die Bilder spielen dann auch eine Rolle.
Und ich höre aus dem Gerichtssaal von Kollegen, ich habe mich stark vorbereitet auf dieses Gespräch mit Ingo Bott, die alle sagten zwei Dinge und bin ich auf deine Meinung gespannt. Und erst, welches Erste? Das Erste, Ingo Bott und die Medien, wie der mit denen spricht, wie der formuliert, ohne ein Äh, geschliffen, klar, souverän, immer mit diesem Ausstrahlung, das Ding gewinnen wir schon.
Das ist tatsächlich eine besondere Liga, wurde mir gesagt. Das ist sozusagen das eine, was die Kolleginnen und Kollegen sagen und das andere, was ich höre, dass viele Kollegen, Rechtsanwälte etc. Sagen, irgendwie ist uns der, der kommt so aus dem Nichts. Wir wissen gar nicht, ist das eigentlich substanziell, was der macht oder bringt der da sozusagen nur, bringt der diesen Show-Effekt rein. Stimmt beides erstmals.
Wie ist der im Umgang mit Medien? ist tatsächlich so, dass man sagt, okay, da hat er einen Plus gegenüber zum Beispiel Ottmar Kuri? Ich möchte in dieser Hinsicht eigentlich kaum beide miteinander vergleichen, aber es ist ganz genauso, wie du es charakterisiert hast. Es ist so, dass Ingo Bott ein nicht nur eloquenter, ein sehr kluger Mann ist, ein sehr höflicher Mann ist.
Und wenn man sich vorstellt, dass es in der Verhandlung Wortgefechte gibt, die so hitzig sind mit anderen Anwälten, mit der Richterin. Es geht hin und her, man fällt sich gegenseitig ins Wort. Es wird laut. Es wird laut im Gerichtssaal. Und dann kommt er raus. Dann steht er ganz ruhig da. Er hat einen Ruhepuls von, weiß ich nicht, vielleicht 60, 70 und spricht in geschliffenen Worten druckreif das, was nach seiner Meinung gerade im Gericht passiert ist.
Und wie kann jemand, ich vergleiche es mal mit einem Fußballer, der vom Feld kommt und sofort das Mikro unter die Nase gehalten kriegt, selbst wenn er Profi ist, muss er erstmal durchatmen. Und das kann Ingo Bott sofort, er kann wie einen Schalter umlegen und kann geschliffen darüber sprechen, was nach seiner Ansicht gerade passiert ist und wie es nach seiner Ansicht.
Blogseite-Sicht zu werten ist. Und um auf das andere zurückzukommen, was du ansprachst, die. Einschätzung, die Charakterisierung, die Ingo Bott genießt unter den Kolleginnen und Kollegen, ich sag mal in der Justiz im weiteren Sinne. Da haben wir natürlich mit sehr vielen Menschen gesprochen. Niemand möchte sich da zitieren lassen. Man betreibt einfach keine Kollegen-Schelte.
So ist es. Man drängt sich auch nicht in Verfahren rein. Um Gottes Willen, das ist unhanseertisch. Nichtsdestotrotz sagen, einige hinter vorgehaltener Hand, er mag ein guter Verteidiger sein. Er hat auch schon große Verfahren geführt, Love Parade, Kindesentzugsverfahren über Grenzen hinweg, also international.
Das ist ihm alles gelungen, das ist wohl wahr. Aber im Gericht würden viele doch auf diese Show-Effekte gerne verzichten. Versteht man glaube ich, man versteht auch, dass dann viele Anwälte natürlich sagen, vielleicht hätte ich diesen Prozess gern selber, vielleicht wäre ich gern selber da, weil er diese Aufmerksamkeit mit sich bringt, die im Zweifel dann natürlich ganz gleich wie es ausgeht für denjenigen jetzt wahrscheinlich nicht von Nachteil sein wird.
Interessant ist ja, wenn man sich die Medienstrategie anguckt, da muss man sagen, dass die Blog-Seite vor Beginn des Prozesses, ich glaube bis heute, im Hintertreffen war. Also medial hat die Seite des Ex-Manns von Christina Blog, Stefan Hänsel, mit dem Anwalt von Meden, richtig? Ja. Von Meden, genau.
Einen großen Fortsprung gehabt. Offensichtlich auch, das ist ja auch in dieser Woche nochmal thematisiert worden von Ingo Bott. Die Inhalte aus diesen Akten, die ja nicht öffentlich zugänglich sind, müssen aber zugänglich gemacht worden sein für bestimmte Medien, nicht für alle Medien. Und da sagt Ingo Bott, von uns kam das nicht, dann ist relativ eindeutig, woher das kam.
Ist auch deswegen diese Wahl auf Ingo Bott getroffen, weil man gesehen hat, wir müssen jetzt medial in dem Urteil der Öffentlichkeit, was bei so einem Prozess nicht das Entscheidende ist, aber offensichtlich nicht unentscheidend, da müssen wir aufholen? Ja, ich denke, dass es so gewesen ist. Christina Bock hat meiner Meinung nach zu Recht zu Beginn des Prozesses von einer öffentlichen Hinrichtung, von einer Vorverurteilung gesprochen.
Und das sind große Worte, die man sich einmal ganz kurz durch den Kopf gehen lassen muss. Und ich bin schon geneigt zu sagen, da hat sie nicht Unrecht. Es hat eine Vorverurteilung gegeben, die sich tatsächlich mit der Ankunft von Botte und mit der leichten Wende im Prozess dadurch, dass sie sich so lange äußern konnte, geändert hat.
Diese Art der Öffentlichkeitsstrategie ist neu. Es war aber auch neu, dass so viele Details aus den Ermittlungsakten, ich sag mal vorsichtig, strategisch gestreut wurden. Und es war nach meiner Einschätzung auch so, dass es einen, ich sag mal, im Öffentlichkeitsbild einen Vorteil der Hänsel-Seite gegeben hat, wenn man das so sagen darf und der soll jetzt ausgeglichen werden.
Ob das die richtige Strategie ist und ob es tatsächlich einen Mastermind gibt hinter dieser Strategie der Familie Block, das kann ich nicht beurteilen, aber es hat den Eindruck, als sei es so. Was ja auf jeden Fall gelungen ist, vor dem Prozess wurde vor allen Dingen über Christina Block und über ihren Lebensgefährten Gerhard Delling, auf den wir auch gleich kommen, gesprochen.
Nun nimmt Ingo Bott ein bisschen des Scheinwerferlichts, ein bisschen der Aufmerksamkeit von den beiden weg, was ja erstmal wahrscheinlich ein gutes Zeichen für Christina Block und Gerhard Tenning ist. Also je mehr sich zu sagen, dass alles auch diese Person Ingo Bott konzentriert, umso besser für die beiden.
Genau so ist es. Es ist eine klassische Ablenkungsstrategie, die wir kennen aus dem Fußball, beispielsweise von Bayern München. Wenn die Mannschaft schlecht spielte, hat sich immer Uli Hoeneß hingestellt und hat alles auf sich gezogen. Hat alles auf sich gezogen. Vielleicht hat er sogar den Trainer damit geschützt und wenn es ein Trainer war, der nicht stark genug war, dann hat er alles auf sich gezogen.
Dann hat er das Dreieckspiel gespielt mit Uli Hoeneß. Kalle Rummenigge und Ottmar Hitzfeld hin und her, dass bloß der Druck von der Mannschaft weg ist und dass intern alles anders geregelt werden konnte, um eben die Öffentlichkeit da auszublenden und den Fokus zu verschieben. Das gelingt häufig. Ob es hier mittelfristig gelingt, das muss man nochmal sehen.
Die Richterin, und das ist ganz interessant in dem Verfahren, über die relativ wenig bekannt ist und auch gar nicht bekannt werden soll, weil sie natürlich am liebsten vollkommen aus der Öffentlichkeit rausbleiben möchte und ihren Job machen möchte, ist sehr harsch. Es ist sehr harsch, aber sie hat eben auch den Zwang innerhalb, ich sage jetzt mal kurzer Zeit in juristischen Dimensionen gedacht, ein Mammutverfahren durchzuziehen und zu einem Urteil zu kommen, dass möglicherweise sicherlich, dass das eventuell in die zweite Runde gehen wird.
Es wird eine Berufung geben, das hat Ottmar Khuri schon zu Beginn des Prozesses gesagt, dass wir uns ja hier in der ersten Instanz befinden. Also diese Anspielung spricht natürlich Bände. Aber die Richterin will auch dafür sorgen, dass es in einer möglichen Revision vor dem Bundesgerichtshof, tut mir leid, dass wir schon so weit nach vorne denken, aber in einer möglichen Revision, dass keine Rechtsfehler nachgewiesen werden können.
Wie es in anderen Hamburger Urteilen, bedeutenden Prozessen, Rolling Stones Affäre, Rösler und so weiter, der Fall gewesen ist. Das ist peinlich für die Justiz, wenn der Bundesgerichtshof feststellt, hier hat es Fehler gegeben in der Justiz, bei den Urteilen, in der Prozessführung. Und das möchte so eine Richterin natürlich überhaupt nicht haben.
Aber sie muss ganz klar gucken, keine Show-Elemente hier bei mir im Saal, alles andere könnt ihr irgendwo machen. Für mich zählt nur das, was hier an Beweisen da ist. Ich sag mal ja, das ist wieder dieser Widerspruch, da bekommt man Recht, da bekommt man Urteil. Das Gefühl von Gerechtigkeit, das Gefühl von, wer hat Recht in diesem Sorgerecht schreit, wer hat was getan, wer hat etwas mit Gewalt getan, wie haben die Kinder dazu beigetragen, nämlich gar nicht, du hast es selber in deinem Kommentar geschrieben, sie sind eher die Opfer und das ist sehr bedrückend eigentlich in diesem Verfahren.
Und bringt uns an ganz grundsätzliche Fragen. Wir kommen gerne nochmal zu deiner Einschätzung. Ob man überhaupt schon absehen kann, in welche Richtung sich das entwickelt? Wahrscheinlich nicht. Mich würde noch etwas anderes interessieren. Da hast du mich nämlich gestern drauf gebracht. Und wir müssen jetzt ein bisschen vorsichtig sein.
Weil das im Moment noch eine Information ist, die wir haben. Und mit der ich heute eigentlich Herrn Bott konfrontieren wollte. Das ist jetzt nicht möglich. Also besprechen wir das mal. Wir haben gerade gesprochen, die Medienstrategie ist nicht unwichtig. Und offensichtlich hat Ingo Bott sich überlegt, da suche ich mir jemanden, der mir dabei helfen kann und ist gelandet, ohne dass wir jetzt den Namen sagen, da kann sich jeder seinen Teil denken, bei einem ehemaligen Regierungssprecher.
Also einem Sprecher der Bundesregierung, des Bundeskanzlers, der ihn in diesem Fall eines Bundeskanzlers, jetzt kann man schon, aber immer noch kann man sich rauskriegen. Was hast du da gehört? Woher kommt diese Nachricht? Was könnte dahinter stecken? Ja, diese Nachricht ist nicht bestätigt, auch auf unsere Anfrage hin noch nicht bestätigt.
Du hast Ingo Bott aber schon gefragt und dann, was hat er gesagt? Er hat nicht Ja und nicht Nein gesagt. So ist es. Wähler bestätigen noch dementieren. Wir kennen diese Formulierung ganz besonders und er hat aber eine Erklärung angekündigt und es war klar, dass diese Antwort, es gibt eine Erklärung, sich genau auf diese meine Frage bezog.
Gibt es da einen Wechsel, ich sag mal vorsichtig im Kommunikationsteam Seite Block? Und das wäre dann natürlich nochmal ein Indiz dafür, wie wichtig diese Kommunikation ist und auch, dass man offensichtlich sieht, dass man da nachholen muss, denn wenn man jemanden holt, der einmal für den Bundeskanzler kommuniziert hat, also viel höher geht es nicht. So ist es.
Es ist ja auch eine Form der Krisenkommunikation und womit kennen sich Bundeskanzler und die um sie herum laufenden Experten und Berater aus? Mit Krise. Wir kommen zu zwei Auftritten zweier Männer in dieser Woche, also Ingo Bauter ist natürlich auch ein Mann, aber zwei, die mittendrin sind in diesem Prozess. Das eine war Gerhard Delling.
Du kennst wie ich Gerhard Delling lange, ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von Gerhard Delling gewesen an der Seite von Günther Netzer. Aber erstens, er hat es ja selber gesagt, es nimmt ihn sehr mit. Man sieht es ihm auch an tatsächlich. Also man sieht es ihm an, dass es nicht spurlos in ihm vorbeigeht.
Alle, die seine Aussage, die glaube ich gar nicht so lang war, zwölf Minuten diese Woche gehört haben, sagen, das war allerdings, das nicht nur allerdings, das war brillant. Und das hat sicherlich auch seiner Lebensgefährtin geholfen. Würdest du das genauso sagen? Das würde ich auch sagen. Wir haben Gerhard Denning erlebt in drei verschiedenen Rollen, die er da eingenommen hat. Er hat einmal die Rolle eingenommen des emotional Beteiligten, weil er nun mal der Lebensgefährte ist von Christina Block.
Sehr intim, möchte ich sagen, geschildert, wie das Familienleben bei dem Block sich abspielt in der Zeit, in der er dazugekommen ist. Da war eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern. Es war die Corona-Zeit und sie sind zueinander gekommen und er sagte, eigentlich hat die Bekanntschaft zu den vier Kindern Christina Block und mich erst richtig zusammengebracht.
Und ich glaube, das ist eine sehr intime Aussage. Ich gehe davon aus, dass es wahrhaftig ist und spricht auch nichts dagegen. Und dann hat er sich gezeigt in der Rolle des Journalisten, indem er sagte, mir ist bewusst, dass der Hintergrund dieses Sorgerechtsstreits ein Thema ist, das tausende Menschen in Deutschland betrifft, die getrennt sind, die sich um die Kinder streiten und so.
Und das ist etwas, was wir in die Öffentlichkeit bringen müssen. Da hat er natürlich recht, hat aber gleichzeitig abgelenkt vom dritten Punkt in seiner dritten Rolle, hat abgelenkt davon, dass er ja angeklagt ist der Kindesentführung. Und das Gericht hat, nachdem die Staatsanwaltschaft ihn angeklagt hat wegen Beihilfe, sogar gesagt, er kommt als Mittäter infrage.
Das heißt also, er musste also in seiner dritten Rolle darauf achten, dass er sich auch nicht selber belastet. Und das ist ihm in der Gesamtschau, in dieser kurzen Einlassung, wie man das so nennt, vor Gericht, ist ihm das sehr gut gelungen. Und dann haben wir jemanden erlebt, zum ersten Mal in diesem Prozess, der ja nicht nur ein Nebenkläger ist, sondern auch ein Opfer, das muss man sagen, nämlich Stefan Hänsel.
Das ist derjenige, der in dieser Silvesternacht, um die es geht, von den Tätern, von denen bisher nur einer offensichtlich gefunden ist. Niedergerungen wurde, verletzt wurde, der sich auch sehr intim gezeigt hat, bewusst. Er hat zugelassen, dass vor Gericht Bilder von ihm in Unterhose gezeigt werden, aus der Tat nach, weil man dann sehen kann, wie er sich verletzt hat.
Wie war dessen Auftritt? Ja, bei ihm würde ich jetzt nicht unbedingt von Auftritt sprechen, weil er so sachlich war. Er wirkte extrem sachlich und das fand ich eigentlich auch bemerkenswert bis beeindruckend. Weil er ja geschildert hat, wie er über Jahre mit seiner neuen Familie in Dänemark ausgespielt wurde, wie Kameras gefunden wurden, wie immer wieder fremde Menschen vor seinem Haus standen, vor dem Haus der Familie standen, ihn, ich sage es jetzt mal in seinen Worten, gestalkt haben, die Nachbarn bedrängt haben, Briefe bei den Nachbarn abgegeben haben.
Es wurden Kameras gefunden, angeblich eine Drohne über das Haus geflogen. Dann kamen die Blocks vorbei, dann kamen Verwandte der Blocks vorbei, Freunde der Blocks vorbei und so weiter. Das ist auch alles im Prinzip auszuhalten, wenn man ihm vorwirft, zu Recht vorwerfen könnte, dass er die Kinder bei sich behalten hat.
Die ganze Motivlage will ich jetzt mal ausklammern, die kann ich nicht beurteilen und das möchte ich auch gar nicht. Aber in dieser Situation, wenn man mindestens zwei, drei Jahre unter dieser Anspannung lebt mit der neuen Familie, den vielen Kindern im Haus. Mit mehreren Polizeieinsätzen, organisierten Demonstrationen vor der eigenen Haustür.
Dafür war er doch relativ ruhig, wie er das geschildert hat. Da machte er eigentlich, auch wenn es mich persönlich erschütterte, da machte er eigentlich kaum noch Eindruck, dass er dann sofort zustimmte, als es darum ging, ihn in seiner verletzlichsten Position überhaupt zu zeigen, als er überwältigt wurde mit seinen Macken in Unterhose, die Schrammen am Körper und das alles.
Und er noch von der psychologischen Betreuung sprach, die er genossen hat und der Aufarbeitung dieses Traumas. Interessant, dass du das sagst, dass er praktisch wie ein Unbeteiligter wirkte. Wir haben es bei Christina Block erlebt, dass ihr die Stimme wegbrach, dass sie auch mal Tränen in den Augen hatte.
Man sieht es ihr auch an, dass es ihr schwerfällt. Zumindest die Bilder, die ich von Stefan Hänsel gesehen habe, ist das ein sehr, obwohl der auch für ihn ja stresser muss, ein sehr kontrollierter, sehr siegesgewisser Mann, der eher so mit sich gerade im Reinen wirkt, obwohl er ja vor Gericht gesagt hat, naja, ich muss jetzt hier auch aussagen, weil das sozusagen für die Behandlung dieses Traumas, was ich da in Litten habe, total wichtig ist.
Ja, er hat sich im Prinzip zwei Jahre lang darauf vorbereitet, drei Jahre lang vielleicht sogar darauf vorbereitet, dass er mal das Ganze vor Gericht, vor Publikum in Anführungsstrichen sagen kann. Also Publikum, das möchte ich jetzt nicht despektieren, ich wissen gegenüber den Rechtern. Aber es ist so, dass er jedes Detail aus diesem Sorgerechtsstreit kennt, jedes Urteil, das gefallen ist, jeden Schriftsatz.
Und er hat gesagt, das weiß ich auch deshalb, weil es in Dänemark ja auch alles digital zur Verfügung steht für uns als Betroffene. Das kannte er alles, das wollte er natürlich alles auch gerne erzählen. Das schoss weit über das hinaus, wonach die Rechterin ihn eigentlich gefragt hat. Und dann natürlich wird immer wieder dieses Narrativ bedient.
Dass in der Zwischenzeit, da staunt dich in dieser Woche, wenn man in Hamburg unterwegs ist und mit Menschen aus der Hamburger Gesellschaft spricht, dann ist das eines der Themen, die wir in Hamburg, Und da staune ich immer, dass Menschen das einfach so erzählen, als wäre es ein Fakt, wie ist Christina Block mit ihren Kindern umgegangen.
Also er tat dann ja so, als sei es allgemein bekannt und müsste eigentlich jeder wissen, dass die die Kinder nicht gut behandelt hat, dass sie sie vielleicht auch mal härter angefasst hat, dass sie eigentlich keine gute Mutter ist. Und da zeigt sich übrigens auch, wie das verfängt, ich sage, diese Woche mit mehreren Menschen darüber gesprochen und dann gucken die dich an und sagen, naja Heider, das wissen doch alle in Hamburg, wie Christina Block mit ihren Kindern umgegangen ist.
Und dann sage ich gern zurück, woher wissen Sie das denn? Na ja, Herr Haider, dann wird das so. Und dann, es erinnert mich immer an die, vielleicht erinnerst du dich daran, als Angela Merkel nicht mehr Bundeskanzlerin war, wussten alle in der Hamburger Gesellschaft, dass sie nach Blankenese ziehen würde.
Und die Leute haben uns Fotos geschickt von dem Haus, in das sie zieht und das umgebaut wird. Und es stimmte einfach gar nicht. Es hat sich dann aber so in dieser Wahrnehmung so festgesetzt. Und offensichtlich ist das auch der Hänsel-Seite, unabhängig davon, was jetzt am Ende dabei rauskommt, gelungen.
Und er hat natürlich auch bewusst wahrscheinlich nochmal betont, Und um zu sagen, diese Mutter hat die Kinder schlecht behandelt, die Kinder wollen gar nicht zur Mutter. Was ja dann die ganze Situation nochmal schwieriger für Christina Block machen würde, wenn das so wäre. Ja, ganz genau. Das ist die Form der öffentlichen Hinrichtung und der Vorverurteilung, von der Christina Block gesprochen hat.
Ohne dass ich jetzt sagen kann, wer nun Recht hat in der Auseinandersetzung, sind die Kinder härter angefasst worden. Das klingt unglaublich schlimm, wenn ich das in dieser Sekunde sage. Wir lehnen beide, glaube ich, absolut ab, dass Kinder gewalttätig gegenüber gehandelt wird. Das ist ja die Frage, ob er damit gemeint, gewalttätig oder streng oder hart oder was auch immer.
Es war schon das Wort Gewalt, häusliche Gewalt, das steht im Raum. Das darf man einfach vor Gericht erstmal so in den Raum schmeißen, genauso wie sein Anwalt gesagt hat, in einer Frage. Nur zu Christina Block gefragt hat, was war mit den sieben Millionen? Wo dann ja hängen bleibt, wie 7 Millionen? Offensichtlich sind 7 Millionen geflossen.
Soweit ich weiß, gibt es dafür keinen Indiz, keinen Beweis. Es ist eine verfahrene Situation nach 10 Tagen. Und man guckt da drauf. Und ich sage mal, was mein Eindruck als Beobachter nach zehn Tagen ist und dann sagst du mir vielleicht, wie es wirklich ist. Ich bin eigentlich noch verwirrter als vorher, weil die ganze Zeit habe ich gedacht, naja, an sich diese Geschichte, dass das die Entführer aus sich heraus gemacht haben, ist relativ unglaubwürdig.
Nun hat aber die, wie er immer genannt wird, der Israeli, also der einzige Täter, den sie gefunden haben, genau diese Geschichte und sehr, sehr ausführlich erzählt, wo man denkt, der wird ja jetzt nicht irgendwas, die können den ja nicht steuern, der ist in Untersuchungshaft und sonst was alles. Wo man denkt, kann das vielleicht doch sein?
Nach zehn Tagen, deine Einschätzung als Prozessbeobachter, ist irgendetwas absehbar, in welche Richtung das gehen wird, urteilstechnisch? Nein, das ist überhaupt noch nicht absehbar. Auch da gibt es viele verschiedene Meinungen. Wir haben ja auch mit Menschen aus der Justiz gesprochen, die das aus der Nähe und aus der Ferne beobachten.
Und es ist überhaupt nicht absehbar, in welche Richtung das läuft. Die Beweisaufnahme hat ja jetzt sozusagen gerade erst begonnen. Die Einlassung, also die ganzen Erklärungen, die sind ja gerade erst abgeschlossen von den Angeklagten. Und wenn man sich den Israeli anschaut, wie er genannt wird, und er muss ja auch geschützt werden hier in der Urhaft, Er hat eigentlich den schwarzen Peter gezogen, absichtlich natürlich auch.
Er hat an der Entführung teilgenommen, das ist klar. Aber er leidet darunter, er leidet extrem darunter, wir wissen es aus erster Hand, dass er in Untersuchungshaft sitzt, weil er gar keine Straftat begehen wollte. Und er wird am Ende, das ist ganz schlimm, möglicherweise eine Strafe bekommen, vielleicht sogar eine Bewährungsstrafe, die geringer ist als seine Untersuchungshaft.
Und dann nützt ihm auch die Entschädigung, die er bekommt, nichts. Das Interessante ist ja, der hat ja wirklich nicht nur ein Geständnis abgegeben, sondern der hat ja sogar, was ja verrückt ist, als Angeklagter, als der einzige Täter, wie gesagt, der gefasst ist. An die Eltern, insbesondere an Stefan Hänsel appelliert, hört auf damit.
Denkt an die Kinder. Ich wollte eigentlich nur was, also es klingt extrem unglaubwürdig und dann doch wieder irgendwie so, wenn man ihn dann im Prozess sieht, dass man ihm das vielleicht abnehmen würde, oder? Es ist tatsächlich so, wenn man in seiner Biografie wühlt und da ein bisschen nachrecherchiert, weiß man, dass er als Kampfsportlehrer vor allem für junge Leute, für Kinder da ist, um sie zu stärken. Um sie zwar körperlich zu stärken, aber auch um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
Es ist ihm tatsächlich daran gelegen, vor kurzer Zeit ist seine Mutter gestorben, was ihn natürlich ziemlich runtergezogen hat. Er hat die israelische und die portugiesische Staatsbürgerschaft. Er war beim Militär, ist dann schnell als Polizist sozusagen abgeordnet worden, hat dann als Polizist gearbeitet, hat für eine Stromfirma gearbeitet in Israel und ist auf, ich sag mal, vorsichtig unglückliche Weise an diesen David Bakay, man darf den Namen sagen, nach ihm wird gefahndet, an diesen David Bakay geraten, der diese Firma betreibt, diese Sicherheitsfirma betreibt.
Und ihm, dem angeklagten Israeli, ist offensichtlich gesagt worden, da ist eine Aktion, du könntest daran teilnehmen, wir können Kinder befreien, denn sie sind in der Hand der pädophilen Mafia. Und diese Menschen in Dänemark, ich gebe das jetzt wieder, diese Menschen in Dänemark, die sind so eng mit der dänischen Polizei verstrickt, dass wir die Kinder zurückholen müssen nach Deutschland.
Man kann ihn für wahnsinnig naiv halten, aber er hat das geglaubt, für 10.000 Euro da mitzumachen. Er ist ja erst drei Tage vorher aus Israel eingeflogen, um hier in Hamburg eine zwei, drei kurze Besprechung mitzumachen. Er sagt selber, Gerd Dilling kenne ich nicht, habe ich nicht gesehen. Christina Block, ja, habe ich vielleicht mal im Hotel gesehen, aber aus der Ferne und so, ja gut.
Aber er weiß auch nicht, ob die beteiligt gewesen sein können oder nicht, ganz ehrlich. So, dann ist er mit, macht diese Aktion da und diese Aktion läuft überhaupt nicht so wie vorbereitet. Es sind ganz andere Leute vor Ort, es sind ganz andere Widerstand da, die Gruppe ist dann wieder ganz anders. Dann kommt dieser Alarmknopf dazu, den der kleine Junge trägt, das jüngste Kind von Block und Hänsel.
Also so viele Dinge passieren gar nicht und erst im Laufe der Nacht dämmert ihm, Mensch, das ist überhaupt gar nicht die Aktion, an der ich eigentlich teilnehmen wollte. Und er sitzt jetzt bis zum Ende des Prozesses in U-Haft. Und jetzt muss man, es ist ein Punkt, extrem wichtig. Sollten, sollten Christina Block und Gerhard Delling verurteilt werden, beispielsweise, sie sind ja, es gilt die Unschuldsvermutung, und bis zum Ende des Prozesses gilt sie bis zu einem Urteil.
Und übrigens bis zu einem Urteil, das rechtskräftig ist. Und sollten die verurteilt werden, oder sollte jemand von den sieben Angeklagten verurteilt werden, dann muss man bei der Strafzubemessung desjenigen, der selber dabei war, nämlich der Israeli, bei der Strafzubemessung kann man den dann nicht einfach irgendwie davon kommen lassen, sondern muss relativ die Strafen zueinander sehen.
Das heißt, er ist in jedem Fall gekniffen. Letzter Punkt und ich weiß gar nicht, ob es die entscheidende Frage ist, aber viel diskutiert, ist die Frage, diese Kinder werden nach Süddeutschland gebracht. Christina Block sagt, ich wusste nichts davon, kriege ich den Anruf und fahre dann nach Süddeutschland und hole die Kinder ab. Jetzt die entscheidende Frage.
Wenn Christina Block das Ganze in Auftrag gegeben hätte. Hätte sie sich dann nicht auch Gedanken machen müssen, was ist denn, wenn die Kinder in Deutschland sind? Und ist nicht diese völlige, wie sagen wir es mal, hilflosig Planlosigkeit, dass sie offensichtlich nicht wusste, was sie mit den Kindern tun soll.
Also sie hat sie dann abgeholt und nach Hause gebracht und zwei Tage später und drei Tage später waren sie schon wieder weg. Ist das nicht in Wahrheit eines der Argumente menschlicher, logischer Sachverstand, die sie entlasten? Also weil, wenn du sowas planst, dann planst du es ja zu Ende und planst nicht nur, jetzt sind sie in Deutschland und dann gucken wir mal, wie es weitergeht.
Die Hilflosigkeit, die Christina Block vor Gericht selber eingeräumt hat, ihre Depression, die anhaltende Traurigkeit darüber, dass die Kinder nicht da sind, legen genau das nahe. Auf der anderen Seite kann auch das Teil eines großen Plans sein. Christoph, ich danke dir sehr, dass du hier warst. Wir grüßen an dieser Stelle natürlich auch Ingo Bott.
Wir haben sowohl Ingo Bott eingeladen, in diesen Podcast zu kommen. Wie gesagt, er hat zugesagt, dass das Ende September dann klappt. Dann wissen wir vielleicht auch mehr über diesen ominöse Regionsprecher, nicht sondern über diesen sehr bekannten Regionsprecher, der dann vielleicht in den Diensten von Ingo Bott und Christina Block ist.
Und natürlich haben wir auch den Anwalt von Stefan Hensel eingeladen in diesem Podcast. Ich bin sehr gespannt, ob die beiden kommen. Und wenn nicht, hat sich heute gezeigt, lieber Christoph, dass du ein wunderbarer Gast bist, der uns hinter diesen Kulissen dieses Prozesses führen kann. Der jetzt erstmal zwei Wochen Pause hat. Wann geht es weiter? Nächster Prozestag?
Elfter Prozestag? Ist wann? Weißt du das auswendig überhaupt? 22. September. 22. September. Vielen Dank und nächste Woche eine neue Folge von 040 Hamburg streng. Vertraue ich dann wieder mit dem aus dem Urlaub zurückgekehrten Matthias Icken. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.
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