040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 17

Das ist der neue Krisenmanager von Christina Block

Freitag, 12. September 2025 · 34 min

MP3

Shownotes

Christina Block holt sich prominente Unterstützung: Der frühere Regierungssprecher Béla Anda, ein enger Vertrauter von Altkanzler Gerhard Schröder, steigt in das Team um ihren Anwalt Ingo Bott ein. Was bedeutet die Verpflichtung des erfahrenen Krisenmanagers für den Prozess um Blocks Kinder? Und welche Rolle spielt Hamburg in der Bundespolitik? Das besprechen wir in der neuen Folge unseres Podcasts.

#ChristinaBlock #BélaAnda #IngoBott #Krisenmanagement #Prozess #Hamburg #Podcast #GerhardSchröder #Kinderentführung #Medienarbeit #LitigationPR #Bundespolitik #NATO #Alster #Nachrichten #040podcast #hamburgerabendblatt

–Weitere Podcast unter: abendblatt.de/podcast
- Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes
- Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos
- Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Music. Herzlich Willkommen, ich bin Lars Heider. Und ich bin Matthias Igen. Und der Matthias ist wieder da aus seinem Kurzerlaub, was mich sehr freut. Noch mehr freut mich natürlich, dass wir mit der Folge aus der vergangenen Woche, lieber Matthias, richtig gelegen haben. Da war ich nicht dabei. Das ist nicht schlimm, aber du hast sie hoffentlich...

An dessen war sie so erfolgreich, das wollte ich damit sagen. Und richtig gelegen. Richtig gelegen, also wir haben ja vor einer Woche exklusiv vermeldet in diesem Podcast, dass im Prozess von Christina Block, wo es um die Führung ihrer Kinder geht, dass da jetzt noch ein neuer Mann eine Rolle spielen wird und dass das ein ehemaliger Regierungssprecher sein wird.

Den wir beide kennen. Den wir beide kennen, wir sprechen sofort drüber, ist eines der Themen, was verspricht man sich davon, wer ist dieser Mann eigentlich, ist es schlau in Zeiten wie diesen, einen engen Vertrauten, zumindest ehemals engen Vertrauten, ich gehe mal davon aus, immer noch engen Vertrauten von Gerhard Schröder an seine Seite zu holen.

Und das ist eines, das erste große Thema. Dann war Matthias nicht nur im Urlaub, sondern in dieser Woche auch in Berlin. Da war das große Fest der Hamburger in der Hamburger Landesvertretung. Da werden wir gleich mal darüber sprechen und das kann man an diesem Fest vielleicht auch schon absehen. Oder sehen, wie sich die Bedeutung Hamburgs auf Bundesebene dann schon verändert hat.

In den vergangenen Jahren war immer der Bundeskanzler zu Gast. Ich glaube, diesmal ging es dann um den Digitalminister, wenn überhaupt. Kann Matthias gleich erzählen. Zweites Thema, drittes Thema, ein kurzer Blick, alle sprechen über die große NATO-Übung, die es in der übernächsten Woche, Ende September in Hamburg geben soll.

Und wir sagen mal übrigens, dass das gar keine große NATO-Übung ist und dass da viel vielleicht auch mit den Ängsten der Leute gespielt wird, wenn einer aus einer Übung, die bei weitem nicht so groß ist, wie sie aussieht, eine große NATO-Übung gemacht wird. Und dann gibt es Neuigkeiten natürlich noch, wahrscheinlich jetzt in der nächsten Zeit öfter mal, zu unserem Lieblingsthema, dem Schwimmbad auf der Alster.

Und vielleicht, wenn noch Zeit ist, lieber Matthias, sprechen wir noch über ein besonderes Jubiläum. Nämlich, das dich nicht interessieren wird, aber wir können trotzdem besprechen, 100 Jahre Volksparkstadion. Ich habe es geahnt, ja. Irgendwas mit dem Verein. Wir fangen mit Block an. Also, der neue Krisenmanager an der Seite von Christina Block und damit auch an der Seite von ihrem Anwalt Ingo Bott ist kein geringerer als Bela Ander.

Man muss wissen, Bela Ander, früher Journalist bei der BILD-Zeitung, dort wiederum ein enger Vertrauter von Kai Diekmann, politischer Journalist, wechselte dann ins Bundeskanzleramt an die Seite von Gerhard Schröder. BILD-BAM-S-Klotze. Als dessen Regierungssprecher. Hat sich dann jetzt selbstständig gemacht und macht auch sowas wie Krisenmanagement, Krisen-PR und hat sich jetzt, glaube ich es ist ganz kurz, am Mittwoch offiziell gesagt, jawohl ich mach das.

Hat unter anderem gesagt, ich mache das, weil es nicht sein kann, dass eine Mutter zweieinhalb Jahre ihre Kinder nicht sieht. Du kennst Bela Ander auch gut. Für unsere Hörer und Hörer erstmal beschreiben, was ist das für ein Mann, der da jetzt ins Teamblock kommt? Naja, er ist zumindest, muss man sagen, natürlich mit allen Wassern gewaschen, wenn es um Medien geht.

Er hat ja beide Seiten, du hast es gerade dargestellt, kennengelernt. Er war sowohl der wichtigste Mann von Gerhard Schröder in der Vermittlung seiner Politik, als auch vorher und nachher ein hochrangiges Mitglied, auch in der Bild-Chefredaktion. Der kennt das Geschäft aus dem FF, wenngleich, ich finde, er kommt arg spät.

Denn die mediale Kampagne, so nennt er das ja, die ist ja schon lange gelaufen. Die läuft ja schon seit Monaten, ja fast seitdem es diesen Vorfall gab bald. Und da kann man natürlich noch eine bekommen, das ist jetzt wirklich so ein Rettungsring, der aber schon ganz weit rausgeworfen werden muss, damit man ihn noch erreicht.

Bleiben wir erstmal, bevor wir uns fragen, was der noch bewirken kann, bleiben wir erstmal bei der Entscheidung, die Christina Block offentlich getroffen hat, den dazu zu holen. Passt der in dieses Team? Da würde ich sagen, ja. Der passt, ich bin mir gar nicht sicher, ob der zu jemandem wie Ottmar Curi, dem vorigen Anwalt, gepasst hätte, zu Ingo Bott, passt er und ich glaube zu Christina Block wird er auch passen, weil das muss man sagen, ist ein zutiefst, also ein sehr höflicher, ein sehr sympathischer, ein sehr empathischer Mensch.

Den man auch, siehe Gerhard Schröder, er musste damals die Agenda 2010 verteidigen, den kann nichts schocken. Den kann nichts schocken und er hat ja diesen Job, muss man sagen, auch recht überzeugend gemacht in der Bundespressekonferenz. Das war damals vielleicht auch noch ein bisschen einfachere Zeit, muss man fairerweise sagen, denn um die Jahrtausendwende hatten wir noch nicht diese brutale Taktung der sozialen Netzwerke.

Es gab damals immer noch die Möglichkeit, auch Dinge wieder einzufangen. Das ist ja alles weg, aber er hat den Job sehr, sehr gut gemacht und den Job, den er sich jetzt vorgenommen hat, der wird sicher auch anspruchsvoll. Ich fand es ja ganz interessant, weil wir sind auch bei LinkedIn befreundet. Von daher habe ich immer schon gesehen, was in seiner Teilnahme steht.

Und er hatte sich schon mehrfach zu dem Blog-Prozess geäußert. Auch, muss ich sagen, sehr ruhig, sehr dezidiert. Ich war überrascht, dass er das tut. Fand es aber ganz plausibel, was er geschrieben hat und musste ein bisschen schmunzeln, als ich dann im Podcast hörte, dass er möglicherweise der Mann ist, der dann ja auch die mediale Seite neu abdeckt.

Du hast es gesagt, ich glaube, man fing an, ganz klassisch zu agieren mit Ottmar Khuri, der wirklich einen sehr, sehr guten Ruf genießt. Aber wenn man sieht, was das für ein Medienprozess ist. Ist man, glaube ich, gut beraten, auch sich ein bisschen anders zu positionieren. Denn ich kann mich an keinen Prozess der letzten Jahre erinnern, der so ein mediales Interesse gefunden hat.

Mit Live-Tickern, mit Übertragungen, mit ständig neuen Quotes vor dem Gerichtsgebäude. Also halb Deutschland scheint jeden Tag mitverfolgen zu wollen, was passiert. Und egal, wen man trifft, ob alt, ob jung, ob reich, ob arm, alle tun das und gieren, das ist ja das Schlimme nach, was heißt Schlimme, es ist einfach so, gieren nach Informationen aus diesem Prozess, weil da ein Prozess ist, der einem halt so nahe geht, weil man eben denkt, okay, das hätte mir jetzt auf einer anderen Ebene auch passieren können.

Ich erinnere mich daran, in Hamburg, als die Feier der Landespressekonferenz war, es muss ja, wann war das im April, ist es ein bisschen her, April oder war das ein bisschen später Mai, würde ich sagen, oder? Auf jeden Fall war sie im Elysee, also in dem Hotel der Familie Block. Und da war das ja schon so, dass das Block ein Riesenthema war.

Aus zwei Gründen. Einerseits, weil man so guckte und sagte, wo sind eigentlich die Senatoren und Senatoren, die normalerweise immer hier so sind. Und wenn man sich dann umhörte, hieß es ja, einige haben sich jetzt so die Frage gestellt, ist es opportun jetzt ins Elysée zu kommen, weil das ja Eugen Block gehört.

Und dann, das muss ich jetzt gerade dann denken, war damals schon die Frage, warum hat die eigentlich keinen Krisenmanager für die PR? Ja, die Frage tauchte auf in dem Moment, als Matthias Onken, der frühere Chef von Bild Hamburg, den Raum betrat, weil das ja auch jemand gewesen wäre, den man sich hätte bedienen können anstelle vom Blog.

Bei Bela Ander, er hat es ja gesagt, er verurteilt die mediale Vorverurteilung von bestimmten Titeln. Und da schwingt ja mit, Achtung, Achtung, da hat offensichtlich jemand diese bestimmten Titel. Versorgt mit Informationen aus der Ermittlungsakte und muss man jetzt damit rechnen, dass Bela Ander jetzt versucht andere Titel, also da einen Ausgleich zu erreichen und sagen, jetzt versuchen wir mal andere mit entsprechenden Informationen zu versorgen, sodass es dann irgendwie medial ein Rennen auf Augenhöhe wird, weil das war es zuletzt nicht.

Naja, das Rennen ist ja schon relativ im Ziel. Also ich glaube, das, was die Gegenseite der Blocks, nämlich Stefan Hensel, sehr erfolgreich geschafft hat, ist vor dem Prozess eine gewisse Positionierung der medialen Öffentlichkeit zu erreichen. Und da, da haben wir auch schon drüber gesprochen, gab es sicher von dieser Seite, sage ich mal, ein sehr professionelles Geschäft.

Wenn ich mir so anschaue, wir haben auch drüber gesprochen, doch wie minutiös dargestellt wurde, das gibt es ja keine zwei Meinungen, ein unerträglicher Übergriff auf den Vater. Aber wie also diese Untat immer in den Mittelpunkt gestellt wird, während ja der Auslöser dieses ganzen Konfliktes in den Texten gar nicht mehr auftauchte.

Denn bevor das alles in der dänischen Silvesternacht passierte, wurden die Kinder gegen das Sorgerecht, gegen die geltende Gesetzgebung nach Dänemark verschleppt. So ist es. Und nochmal die Frage, glaubst du, dass er trotzdem versucht, da nochmal aufzuholen? Es geht ja jetzt darum, das hat ja auch unser Gerichtssupporter Christoph Rebatschik vergangene Woche erzählt und alle Gerichtssupporter, mit denen ich darüber spreche, sagen, also natürlich versucht das Gericht, versuchen sich die Schöffen freizumachen von Verwaltungen.

Der öffentlichen Wirkung. Aber das ist natürlich Quatsch. Das schaffst du natürlich nicht. Du liest das, du hörst das, du weißt auch, was immer ich jetzt auch mache, es wird überall, werden alle drüber sprechen. Die arme Richterin tut mir fast so ein bisschen leid, die da steht und sagt, alles was ich jetzt mache, wird berichtet.

Also man wird sich nicht frei machen können davon. Und wenn da jetzt so ein Profi wie Bela Ander am Werk ist, kann das tatsächlich den Prozess beeinflussen. Auch wenn alle... Ja, das ist möglich. Also wir haben ja vor dem Prozess eine relativ klare Aufteilung gehabt. Da ist das Opfer, Stefan Hensel, da ist die Täterin oder da sind die Täter, die Familie Block.

Und das ist natürlich, muss man sagen, die Welt ist etwas komplizierter als ein Comic. Nur eine sehr, sehr verkürzte Version. Aber eine Version, die auch Qualitätstitel in diesem Land miterzählt haben. Und ich glaube, da wird er auch versuchen, einfach so eine ja zumindest etwas. Differenziertere Justierung reinzubekommen, aber du hast es gesagt, die Leute sind vorgeprägt und inwieweit man das rückgängig machen kann, das wage ich zu bezweifeln.

Ich weiß nicht, ob ich das vergangene Woche schon erzählt habe, man geht ja wahrscheinlich auch so, egal wo man in Hamburg hinkommt, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft, in der Politik, das ist ein Riesenthema, die Blogs. Überall, auch in der Politik, Also du hast es angesprochen, der Empfang im Elysee.

Da guckt jeder schon genau, wie und wo er sich da positioniert und sich am besten noch nicht positioniert. Und aber da fand ich interessant, mit was für einer Werft teilweise Leute gesagt haben, naja, wir wussten ja immer, dass mit der Christina Block was nicht stimmt. Und dass sie das wussten, hat wahrscheinlich auch mit der medialen Berichterstattung zu tun.

Wie war das in Berlin? Wie gesagt, du warst beim Hamburger Fest in Berlin. Da war es witzigerweise gar kein Thema. War das ein Thema? Gesprächen. Interessant. Das fällt mir jetzt auf, weil das ist ja sonst eigentlich fast immer Thema und da war fast die Abwesenheit dieses Themas dann das Thema. Nein, es gab ganz viele Themen. Witzigerweise viel wurde über den Zukunftsentscheid so im Hintergrund gesprochen, weil jeder erstmal sich gefragt hat, habe ich schon eine Meinung?

Es gab natürlich auch Vertreter der einen oder der anderen Seite. Muss man nochmal kurz erklären, Zukunftsentscheid, was das ist? 12. Oktober dürfen die Hamburger darüber entscheiden, über die Volksinitiative, die dann ja zum Begehren wurde, ob Hamburg statt 2045 schon 2040 klimaneutral wird. Eigentlich klingt das erstmal ganz super und jeder sagt, ja tolles Thema.

Je länger man sich einarbeitet, umso komplizierter wird es. Ich glaube, ein schönes Thema für nächste Woche, weil das sprengt jetzt echt den Rahmen. Aber interessant war, dass ich da sehr unterschiedliche Sichtweisen bekommen habe. Ich habe Konservative getroffen, die das gut fanden. Und Wissenschaftler, die gesagt haben, so ein Unsinn. Also sehr interessant.

Also wir sprechen dann vielleicht tatsächlich nächste Woche nochmal drüber, weil ich heute Abend Luisa Neubauer treffe, die ja eines der Gesichter, die die Initiative ist und sich da auch... Die habe ich gar nicht gesehen. Ich weiß gar nicht, ob sie da war. ...sich als Hamburgerin aber voll reinhängt.

Thema nächste Woche. Du hast es, wir haben vorhin angesprochen, das war natürlich in den vergangenen Jahren immer ein besonderer Moment. Es ist immer eine besondere Veranstaltung, aber ein besonderer Moment war natürlich, war der Bundeskanzler dann immer da und entsprechend auch mal der Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Es war hochkarätig besetzt.

Warum? Weil der Hamburger Olaf Scholz natürlich alles sausen lässt, aber nicht die Versammlung, die Feier seiner Stadt in der Landesvertretung. Er war auch relativ lange da. Er war auch da, aber er war nicht mehr Bundeskanzler. Nein. Und insgesamt kann man, also konnte man jetzt an dieser Feier auch ablesen, das, was ja in Hamburg einige Senatoren oder alle Senatoren beschäftigt, dieses Gefühl, dass die Berliner den Hamburgern geben und sagen, so, ihr hattet eure Chance und jetzt, bitte schön, stellt ihr euch wieder, also ihr SPD-Politiker, stellt euch wieder hinten an.

Das härteste Beispiel war, dass Carsten Broster, der sehr renommierte, beliebte Kultursenator, eben nicht ins SPD-Präsident gelegt wurde. Gut, das sichtete ich auch ein bisschen an den SPD-Funktionären. Aber du beschreibst da schon eine Stimmung, die es, glaube ich, ganz gut trifft. Das war ja das 25.

Fest und man muss sagen, Hamburg kam ja erstmal spät an. Da hatten ja die anderen Länder, ich kann mich da wirklich noch an die 90er-Jahre, an rauschende Feste erinnern, hatten schon diese Jahrestreffen. Die Bayern natürlich immer allen voran, wo wirklich sich auch ein ganz buntes Publikum traf. Hamburg fing erst vor 25 Jahren an.

Und tat sich am Anfang wirklich schwer. Also ich kann mich noch an ein Jahr erinnern, da wurde irgendwie noch so ein Heidi Kabel Lied an alle verschenkt, wo man wirklich das Gefühl hatte, das ist jetzt nicht euer Ernst. Und das ist natürlich in den Jahren immer größer, immer besser und immer prominenter geworden.

Was auch viel damit zu tun hat, wer war damals zuständig für die Hamburger Landesvertretung? Wolfgang Schmidt, der ja auch schon Thema war. Der natürlich wirklich brachial gut vernetzt ist im politischen Berlin. Sein Sprecher war übrigens damals, auch das ist ganz lustig, Steffen Hebestreit. Auch der kam ja über die Landesvertretung ursprünglich mit ins Geschäft.

Später dann Kanzler, Amtsminister und Regierungssprecher. Genau, also das war, muss man sagen, so ein richtiger, ja, heiß, heiß, duf, Kochtopf, wo also Leute zusammenkamen, die danach noch was wurden. Und das macht natürlich so ein Fest auch interessant, weil spätestens 2017, 2018, Aber eigentlich schon früher.

Eigentlich schon nach 2011, als Olaf Scholz ja gelang, eine absolute Mehrheit für die SPD zu holen, war klar, oh, Hamburg wird wieder interessant. Und das hat man in den 10er Jahren wunderbar ausgespielt, hat damit auch wirklich viele Leute reingeholt. Und tja, jetzt ist es halt nicht mehr so, dass Olaf Scholz, Wolfgang Schmidt und Steffen Hebestreit in der allerersten Reihe stehen.

Sie waren trotzdem alle da und sie wurden trotzdem unlagert von alten oder auch teilweise neuen Freunden. Aber es war nicht mehr so politisch aufgeladen und du hast völlig recht, also die politische Prominenz aus Berlin, Den Kanzler hat man natürlich nicht gesehen, aber auch nicht viele Minister zeigt, ja, Hamburg hat wieder sich ein bisschen hinten anzustellen.

Das ist ja, eigentlich müsste jemand wie Lars Klingbeil, der ja noch SPD-Vorsitzender ist, oder Bärbel Baas, war nicht da. Also ich habe sie, man muss dazu sagen, vielleicht waren auch ein paar da, die man gar nicht erkannt hat, denn die sperren ja ganze Straßen. Man kann sich da wirklich verlaufen, das ist ein Fest, was eigentlich eher wie ein Dorf ist, wo also ja, ich weiß gar nicht wie viel, 2.500 Leute sich ungefähr tummeln und das Lustige ist, ich habe ein paar Leute gestern getroffen, Mensch, du warst ja gar nicht da. Ich sage, du warst doch auch nicht da.

Doch, wir waren beide da, haben uns aber nicht gesehen. Aber ja, es ist schon so, es ist eigentlich so ein bisschen ein Hamburger Treffen, was man einfach mal 300 Kilometer weiter südöstlich feiert. Also man weiß, dass dann so der letzte Zug aus Berlin, da ist das sind komplett, da ist große Teile. Da wird es auch immer leer, aber wegen der Baustelle sind diesmal, glaube ich, mehr in Berlin gewesen. So kann man sagen, das ist Hamburgs Solidaritätsbeitrag für die doch immer etwas knapsende Hauptstadt. Aber das muss man wirklich sagen, um das nochmal auf den Punkt zu bringen.

Das ist jetzt nicht nur geschwafelt von uns, sondern es wird Senatorinnen und Senatoren auch gesagt, auch auf Bundesebene, SPD, ihr habt eure Chance gehabt. Ja, weil die Hamburger Sozialdemokraten natürlich vor Kraft in den vergangenen Jahren zu Recht, nicht nur wegen Olaf Scholz, sondern auch wegen der Hamburger Gipmisse, vor Kraft nicht gehen konnten.

Jetzt heißt es, jetzt stellt euch wieder ganz hinten an. Das ist ja auch Opportunismus. Also wenn man denkt, oh der Scholz könnte nochmal was werden, dann umgibt man sich mit ihm und seinen Vertrauten und denkt sich, da halte ich mich gerne auf und höre mich ein bisschen um. Das ist natürlich heute deutlich weniger interessant, weil da hört man viele Geschichten, die man aber schon kennt, weil sie einfach abgeschlossen sind.

Das sind Geschichten von früher, nicht von morgen. Olympia, das ist ja natürlich einer der wichtigen Punkte. Auch das ist natürlich interessant. Es war ja auch so ein bisschen, um dem auch inhaltlich, das ist ja kein Steuergeldverschwendungsfest, sondern wird von vielen Sponsoren getragen. Das war ja eigentlich so die inhaltliche Idee. Es geht immer darum, Werbung in der Hauptstadt für Hamburg zu machen.

Und ja, ist auch gemacht worden. Es gab ja auch dieses Tischtennis-Match, auch ganz nett. Aber das ist natürlich nichts. Mit Timo Boll, ne? Ja genau, mit Timo Boll immerhin mehrfacher Teilnehmer an olympischen Spielen. Ist aber keine Geschichte, die irgendwie über den Hamburger, sage ich mal, Beritt hinausgekommen ist.

Also ich habe jetzt nicht alle Berliner Zeitungen und auch nicht alle überregionalen Zeitungen gelesen, aber dass jetzt die Welt stillstand, weil die Hamburger sich in Berlin getroffen haben, das kann man auch nicht behaupten. Und von daher zeigt auch das, also ich würde nicht auf olympische Sommerspiele in Hamburg wetten.

Weil man sich schon damals nicht geriet hat, als Olaf Scholz Bürgermeister war, der natürlich, das muss man sagen, eine andere Strahlkraft hatte als Peter Schentscher. Auch stimmt, aber ich meine. Nein, das ist jetzt vielleicht eine politische Verschwörungstheorie, aber das spielte mit rein, dass man Olaf Scholz diesen Triumph nicht gönnen wollte.

Weil zehn Jahre zurück Olaf Scholz, einer der gefährlichsten Angreifer damals noch als Bürgermeister in Hamburg, will die Spiele. Wolfgang Schäuble will doch nicht den vielleicht stärksten Sozialdemokraten dadurch aufwerten. Und deshalb gab es ja auch diesen, wie ich finde, immer noch bizarren Auftritt, wo er ja auch die Finanzierung quasi in Frage stellte durch den Bund, was nun wirklich schon nicht besonders patriotisch war und was vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass die Hamburger selbst vermasselt haben in der Volksabstimmung.

Wobei man da jetzt sagen muss, wenn man jetzt die Situation Hamburgs auf Bundesebene sich anguckt mit all dem, was wir eben beschrieben haben, dann ist sozusagen die politische Unterstützung für Hamburg wird nicht besonders groß sein für die Hamburger Olympia-Bewerbung. Da geht es eher dann, du hast es ja gesagt, in dann Länder und da sind ja welche dabei, Bundesländer, die vielleicht CDU-regiert sind.

Aber auf jeden Fall wird man nicht nach all dem, Hamburg stelle ich hinten an und ich befürchte. Ich bin ja eigentlich ein Befürworter der Olympia-Bewerbung. Ich befürchte, dass das auch für Olympia gilt. Red Storm Bravo, was sagt dir das? Das ist die große NATO-Übung. Eine NATO-Übung, wir sind das ja gar nicht mehr gewöhnt, die jetzt im September in Hamburg stattfindet.

Vor allen Dingen zwischen Hafen und Isarbrook. Sehr gut. Eine Sache stimmte, alles andere war falsch. Also es stimmt, es ist eine Übung. Es ist Ende September in Hamburg. September, Hamburg, alles richtig bislang. Aber das fand ich interessant, ich habe nämlich mal einfach nachgefragt bei Kapitän zur See Kurt Leonards, das ist der Kommandeur, sozusagen der wichtigste Mann der Bundeswehr in Hamburg, der Kommandeur der Streitkräfte hier des Standortes und der sagte, Leute, Leute, Leute.

Also eine NATO-Übung ist es schon mal nicht, weil es sind einfach nur deutsche Soldaten dabei, es sind keine anderen dabei. Groß ist es auch nicht, weil es sind ungefähr 400 bis 500 Leute, die daran beteiligt sind. Erzählt ihr dann von Übungen anderswo an der Ostsee gerade laufen mit 9000 Leuten in Polen, nächstes Jahr mit 30.000 Leuten.

Und letztendlich hast du aber recht, es wird geübt so ein bisschen Logistik im Hafen. Logistik als Durchgangsort, Hamburg als Durchgangsort. Was wäre denn, das ist die Überlegung, was wäre denn, wenn es eine Bedrohungslage gäbe in den baltischen Staaten? Dieses Artikel 4, von dem wir alle nichts wussten, also ich wusste es nicht, Artikel 5 kennt man, das ist die Beistandspflicht.

Artikel 4 ist so ein bisschen. Man lernt jeden Tag im Augenblick dazu und ein Wissen, auf das ich gerne verzichtet hätte. Artikel 4 heißt eben so, Achtung, es könnte sein, dass wir Unterstützung brauchen und man will jetzt sagen, diese Wege mal ein bisschen üben und gucken, wie könnte man jetzt Kolonnen fahren, sagen die, das haben wir halt seit gefühlt 25 Jahren nicht geübt, das üben wir mal wieder und das Interessante ist, das ist nicht nur keine Großübung, es ist keine NATO-Übung, die Hamburger werden es auch kaum mitkriegen, weil dieses Kolonnenfahren wird nachts gemacht und es werden ein paar Hubschrauber mehr oder weniger über der Stadt fliegen.

Und im Hafen fliegen und viel mehr wird das gar nicht sein. Also das ist nur deshalb interessant, wenn man sich die Berichterstattung anguckt, denkt man, es ist sozusagen, Hamburg steht für drei Tage still. Das können wir jetzt an dieser Stelle einmal sagen, nein, das wird nicht so, nicht so sein. Und die Linke trommelt ja auch schon ganz, ganz eifrig. Genau.

Und da sagt er auch, die Proteste dagegen werden wahrscheinlich im Zweifel viel größer sein, als das, was da passiert. Interessanterweise, lieber Matthias, habe ich mit ihm natürlich auch über die Frage der Wehrpflicht und wie geht das weiter Und wie findet er das eigentlich, dass jetzt sehr überwiegend, also Frauen dürfen auch mitmachen, aber angeboten wird es Männern.

Findet er nicht, sagt er, ist halt so, lässt das Grundgesetz nicht zu, findet er aber auch nicht schön. Was ich interessant fand, dass ich dann das erzähle, was du mal erzählt hast. Was passiert denn, wenn ein junger Mann irgendwann mal eine Einladung kriegt zur Bundeswehr? Dann am nächsten Tag zur Behörde geht und sagt, ich bin gar kein Mann, ich bin eine Frau.

Und da sah man in so Gesichter, wo die gesagt haben, da haben wir noch gar nicht drüber nachgedacht, aber stimmt. Das ist anscheinend, das könnte tatsächlich dann ein interessantes Phänomen sein. Wobei dann ja offenbar am Ende dann die biologischen Gesetze wieder gelten, was natürlich endgültig zeigt, dass dieses Selbstbestimmungsrecht wirklich etwas sehr, sehr kurz gehüpft war, als die Ampel das verfügt hat. Aber stopp, wäre das so?

Weil entweder gilt das Selbstbestimmungsrecht oder es gelten die biologischen Gesetze. Man kann sich ja als Staat nicht sagen, okay, normalerweise gilt das Selbstbestimmungsrecht, aber wenn es um die Bundeswehr geht, dann darfst du dir nicht aussuchen, ob du Mann oder Frau bist. Ich glaube, da kann man gar nicht so schnell gegen gucken, wie dieses Unsinsgesetz dann auch den irdischen Weg geht und beerdigt wird.

Da werden wir sehr gespannt. Wir müssen das weiter verfolgen. Wir müssen natürlich auch verfolgen, das hast du ja vor drei Wochen in diesem Podcast eingebracht, diese interessante Idee, eine Schwimmanstalt, ein Schwimmbad auf der Alster zu bauen. Erzähl nochmal kurz, wo wir uns da befinden. Also es gibt viele, die das gut finden und jetzt ist noch jemand dazugekommen, der das gut findet.

Da ist noch jemand dazugekommen und das ist eigentlich ganz interessant, weil das ist jemand, der eigentlich bislang diesen Überlegungen eher etwas kritisch gegenüberstand. Und zwar ist das der städtische Badeanstaltenbetreiber Bäderland. Und ich durfte da mit Frau Zetzmann, das ist ja die seit Juli amtierende Geschäftsführerin, sprechen und dachte eigentlich, es würde das kommen, was eigentlich immer die erste Reaktion war, als das Thema aufkam.

Hatten wir schon mal diskutiert, ist zu aufwendig, ist zu unsicher, ist zu teuer, lassen wir lieber. Das war so der Fünfklang, den wir alle sofort abgespielt haben, als im August da meine Recherchen begannen. Inzwischen hat sich da so ein Umdenken, möchte ich sagen, breit gemacht. Natürlich sagen die jetzt auch nicht, müssen wir sofort haben.

Aber sie sagen zwei Sachen, die ich ganz spannend finde. Erstmal, das ist eine coole Idee, also sie stehen dahinter. Und zweitens, das kann man durchaus sinnvoll bewirtschaften. Mit dem starken gastronomischen Partner, der an so einer, sage ich mal, 1A-Stelle dann auch weit über die Bar der Saison Geschäfte machen kann, kann das etwas sein, was sich die Stadt leisten kann und zwar auch leisten sollte.

Denn das ist, wie ich finde, auch ein wichtiger Gedanke von der Frau Zetzmann, die halt sagt, das darf jetzt nicht so ein Edelklub werden. Also nicht irgendwie 17 Euro Eintritt oder 20, wie übrigens in Helsinki, sondern wirklich auch für den schmalen Geldbeutel. Und spannend ist halt auch das, war natürlich Thema, vielleicht auch, weil ich das einfach eine spannende Idee für Hamburg finde, war Thema in Berlin, wo auch Leute auf mich zukamen aus dem Senat und gesagt haben, wir bleiben da dran.

Also das ist jetzt nicht nur irgendwie eine spinnerte Sommerloch-Idee vom Hamburger Abendblatt und von dem Architekten von Sturman Murphy & Partners, der ja, wie ich finde, ein sehr, sehr schönes Modell entwickelt hatte, sondern das hat jetzt Fahrt aufgenommen und ich glaube, auch gerade im Zusammenhang mit der Olympia-Bewerbung kann das weiter Fahrt aufnehmen.

Und man muss immer vorsichtig sein, wenn man von spinnerten Ideen spricht. Wir erinnern uns, wie ist die Elbphänomonie entstanden, aber auch wie ist die Idee für die Bebauung des grünen Bunkers entstanden. Das waren immer spinnerte Ideen. Einzelne Leute, die gesagt haben, man könnte sich das vorstellen und dann ist immer die Frage, wie lange wird darüber berichtet, wie intensiv wird darüber berichtet und wie sehr dringt das dann sozusagen in die Öffentlichkeit ein.

Und wenn es dann irgendwo verfängt, und das ist ja in diesem Fall schon so und ist ja bei weitem nicht so groß wie die Elbphänomenie und auch bei weitem nicht so groß wie der grüne Bunker. Und auch nicht so teuer. Also insofern könnte das etwas werden. Olympia? Vielleicht dazu noch einen Satz, weil ich war ja in Oslo jetzt in der vergangenen Woche und da gibt es ja auch offizielle Badestellen.

Ich bin da auch nicht mehr rein, weil der Oslo, muss man fairerweise sagen, auch im Wetter war jetzt auch nicht so, dass man da reingehen wollte, aber trotzdem sind das... Hingucker für Touristen. Das sind Orte, wo man sagt, ey cool, sowas mitten in der Stadt. Und das ist natürlich auch die Idee dahinter. Da geht es nicht darum, ich möchte gerne in der Alster planschen, sondern es geht um die Bilder, die Hamburg in die Köpfe pflanzen muss.

Das ist eine coole, moderne Stadt. Da kann man sogar in dem See, in Anführungsstrichen, im Herzen der Stadt schwimmen gehen. Das ist Marketing, Stadtmarketing at the best und sendet Bilder in die Welt, die uns nützen können. Bilder in die Welt, die uns nützen können, könnte auch das Volksparkstadion senden, wenn es eines Tages Bestandteil der Hamburger Olympischen Spiele in Hamburg ist.

Ich will das gar nicht, ich weiß ja, dass du, obwohl du bist doch wahrscheinlich jetzt im Moment gerade ganz entspannt, als St. Pauli-Fan nach dem 2 zu 0, nach dem sehr überzeugenden... Ich war ja dummerweise nicht da in dem schönen Volksparkstadion, was ich inzwischen ja fast lieb gewinne, Weil der HSV ist ein sehr, sehr freundlicher und höflicher Gastgeber und lässt dann die Punkte auch gerne, überlässt sie dem Gast. Finde ich super.

Ich war nicht da, aber ich bin ja immer noch, ich kenne das Stadion ja noch von früher und kenne es, als es neu war, was noch gar nicht so lange her ist. Deshalb fremde ich immer noch ein bisschen mit der Idee, dass das saniert werden muss. Da fallen mir viele andere Dinge ein, die eher saniert werden müssen.

Und darauf wollte ich kommen, weil wir feiern jetzt in diesen Tagen, wir feiern glaube ich nicht, aber wir denken darüber nach, dass das Hamburger Volksverstandion 100 Jahre alt ist. Und da habe ich jetzt mal mit meinen begrenzten mathematischen Fähigkeiten Folgendes berechnet. Es heißt ja immer, so ein Stadion hält 40 Jahre, heißt es jetzt.

Und deshalb sagen ja die HSV-Verantwortlichen, in spätestens 15 Jahren müssen wir das entweder stark sanieren. Und weil wir es so stark sanieren müssten, wäre es eigentlich am besten, wir bauen es neu. Und letztendlich... Das ist ja auch oft so, muss man fairerweise sagen. Und letztendlich, stimmt's auch so, und letztendlich sagt der Senat, ja, dann bauen wir es halt neu. Und jetzt kommt es aber.

Rechnung. Wenn das Volksbestand aktuell 100 Jahre alt ist und es ist vor 25 Jahren gebaut... Das neue Volksparkstadion. Das heißt ja, dass das erste Volksparkstadion 75 Jahre offensichtlich gehalten hat. Na gut, das ist ja auch, muss man sagen, in den 60er Jahren nochmal neu gemacht worden oder zumindest saniert worden.

Ja, aber trotzdem, das fand ich nur so erstaunlich, dass man sagt. Es ist einmal neu gebaut worden, nämlich tatsächlich Eröffnung 2000 dann wieder, an ungefähr derselben Stelle ein bisschen gedreht. Aber dass man es jetzt immer, und da bin ich bei dir, und wenn man durchs Volksparkstadion geht, so denkt man so, boah Mann, ist es wirklich vorstellbar, dass das in 15 Jahren abgerissen wird.

Das ist ja schon, also bei allem gibt es da keine andere Idee, als sowas immer wieder. Weil das würde jetzt ja heißen, wir kriegen alle 40 Jahre, vielleicht werden die Zyklen sogar noch kleiner, aber alle 40 Jahre ein neues Stadion? Ich glaube, es liegt auch weniger am Stadion, als vielmehr an den Erwartungen an ein Stadion.

Also früher reicht es ja, ich meine, ich kenne auch das alte Millern-Tor-Stadion oder das, wenn du wirklich mal ein richtig altes Stadion sehen willst. Wir haben ja eines der ältesten Stadien, die noch in Betrieb sind in Hamburg, nämlich in Altona. Die Art of Jäger-Kampfbahn heißt die eigentlich noch so, ja?

Genau. Die heißt noch immer so und das ist halt ein Stadion, der hat sich mal abgesehen von der Haupttribüne, glaube ich, seit den 20ern gar nichts verändert. Nur die obersten Traversen sind inzwischen überwachsen. Aber ansonsten ist das echt noch ein Stadion wie früher. Und man kann trotzdem Fußball gucken. Nein, das Problem ist, dass die Erwartungen an den Fußball, guck dir jetzt die aktuellen modernen Stadien an, die in England entstanden sind, in Spanien, das sind ja inzwischen Entertainment-Areenen.

Und wenn du natürlich den Anspruch hast, du bist nicht nur zum Fußballspiel da, sondern bist den ganzen Tag da und hast also noch irgendwie Zerstreuung, Museum, Action, ähm. Bespaßungsräume, ja dann brauchst du ein anderes Stadion. Da ist aber auch eigentlich das HSV-Stadion, es hat ja sogar schon einiges davon.

Relativ modern, aber es ist halt die permanente Anpassung und auch wahrscheinlich die Hoffnung, dass die Zuschauerzahlen, das Interesse weiter steigt. Da allerdings bin ich skeptisch. Okay, kommen wir gleich zu, ist das nicht eigentlich das Hauptthema, weil der HSV ja in den vergangenen Jahren eigentlich so viele Leute abweisen musste, weil es immer ausverkauft und man sagt, Lass uns doch mal eher so in Richtung 70.000 gehen, also erweitern.

Und da bist du skeptisch? Na kurzfristig bin ich nicht skeptisch. Aber wenn ich sage, ich plane 2040 ein Stadion für die Jahre 2040 bis 2080, dann weiß ich nicht, Stichwort demografischer Wandel. Also dann muss man, glaube ich, viele Plätze für See- und Hör-Eingeschränkte mitdenken. Also es ist halt, ich sehe das ja in das Stadion, dass ich halt alle zwei Wochen gehe, da sind wir auch schon in den letzten 25 Jahren auch gemeinsam gealtert. Da kommt nichts nach?

Doch, da kommt was nach, die sind natürlich woanders, aber es ist schon so und wenn ich das 25 Jahre weiterrechne, dann fehlen da aber ziemlich viele Leute. Und dann stellt sich halt die spannende Frage, wächst von unten so viel nach, dass die das, was von oben quasi aussteigt, ersetzen können. Und wer sagt uns denn, dass Fußball in 25 Jahren immer noch so populär ist?

Wir glauben, das ist immer so und das sei so natürlich, aber das hat auch viel damit zu tun, dass wir 2006 diese tolle WM hatten, die nochmal so einen richtigen Impuls gegeben hat, die Stadien neu aufgestellt hat. Da waren nämlich plötzlich, früher waren ja nur Fans im Stadion, jetzt ein Männeranteil von 85, 90 Prozent.

Plötzlich waren Familien im Stadion. Plötzlich gingen auch Leute ins Stadion, wie meine Schwiegereltern, die sagten, ich würde mal gerne ins Stadion gehen. Die wären vorher nie auf die Idee gekommen. Und dieses Entertainment-Publikum, das ist Tolles zu haben, das ist schnell da, das ist aber unter Umständen auch bald wieder weg.

Nicht morgen, aber 2050, ich weiß nicht, da bin ich 80, ob ich da noch ins Stadion gehe. Das wollen wir sehr hoffen und wir gucken mal, wie sich das entwickelt. Heute in der Woche können wir dann über den Auftritt des HSV unter anderem bei Bayern München sprechen, vielleicht eher nicht. Sehr gerne. Aber wir nehmen uns vor, über den Zukunftsentscheid zu sprechen.

Und es wird viele interessante Themen geben in der kommenden Woche. Und wahrscheinlich wird es auch wieder irgendwas Interessantes mit den Blogs geben. Lieber Matthias, liebe Hörerinnen und Hörer, bis nächste Woche Freitag. Da gibt es eine neue Folge von 040 Hamburg. Streng vertraulich. Tschüss. Tschüss.

Music.

0:00 / 0:00