
Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte· Staffel 1· Folge 2169
#2187 Klemens und das seltsame Ende eines viel zu lauten Tages
Samstag, 22. August 2026 · 18 min
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Shownotes
Lärm kann müde machen, besonders, wenn er überall ist.
Klemens sehnt sich nach einem Moment der Ruhe, doch ausgerechnet am Abend wird es wieder richtig laut.
Was dann in seinem Zimmer geschieht, ist leiser als Worte und trotzdem voller Wunder.
Ab ins Bett mit Marco König.
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Folge 2187: Clemens und das seltsame Ende eines viel zu lauten Tages – Transkript
Ab ins Bett mit Marco König – Folge 2187: Clemens und das seltsame Ende eines viel zu lauten Tages
Ist es draußen bei dir noch hell oder schon dunkel? Warum gibt es eigentlich hell und dunkel? Warum gibt es Tag und Nacht? Diese Frage klären wir in meinem neuen Podcast „Warum eigentlich – die Welt einfach erklärt". Diese und viele weitere Folgen mit Kinderfragen aus aller Welt, jetzt überall, wo es Podcasts gibt.
Hier ist euer Lieblingspodcast, das ist Ab ins Bett. Ich bin Marco und ich begrüße euch heute Abend zur 2187. Gute-Nacht-Geschichte. Vorher wie gewohnt das Recken und das Strecken. Nehmt die Arme und die Beine, die Hände und die Füße und reckt und streckt alles so weit weg vom Körper, wie es nur geht. Macht euch ganz, ganz lang. Spannt jeden Muskel im Körper an.
Wenn ihr das gemacht habt, dann lasst euch ins Bett hineinplumpsen und sucht euch eine ganz bequeme Position. Und heute Abend, da bin ich mir sicher, findet ihr die bequemste Position, die es überhaupt bei euch im Bett gibt.
Hier ist die 2187. Gute-Nacht-Geschichte für Samstagabend, den 22. August. Clemens und das seltsame Ende eines viel zu lauten Tages.
Clemens und das seltsame Ende eines viel zu lauten Tages
Clemens ist ein ganz normaler Junge. Es ist ein ganz normaler Tag. Es kann sogar heute sein. Der Tag geht langsam zu Ende, und Clemens ist froh, dass der Tag zu Ende geht. Dabei fühlt sich heute Abend irgendwie überhaupt nichts nach Abendruhe an. Clemens sitzt unter dem Küchentisch. Er hat seine Knie angezogen. Er lehnt sich mit dem Rücken an ein Tischbein.
Warum ist er unter dem Tisch? Unter dem Tisch ist es ein kleines bisschen dunkler und ein kleines bisschen leiser. Genau das ist es, was Clemens jetzt gerade braucht, denn es ist unfassbar laut. Draußen hört man die Bohrmaschine vom Nachbarn, von Herrn Wiedinski, der brummt und bohrt, obwohl es schon Abend ist. Aus dem Wohnzimmer kommt Musik.
Sein großer Bruder Valentin schaut nämlich ein Video an und hat dabei den Ton so laut aufgedreht, dass man jedes einzelne Wort bei ihm unter diesem Küchentisch noch hört. Und dann ist da noch der Hund, der draußen auf der Straße bellt. Es ist so laut. Dabei wünscht sich Clemens einfach nur eins: Ruhe. Er wünscht sich einen ganz normalen Abend.
Für andere ist das, was Clemens erlebt, ein ganz normaler Abend. Aber für Clemens fühlt es sich so an, als würden die Geräusche in seinem Kopf wohnen. In seinem Kopf wird es nämlich unruhig, wenn es draußen laut ist. Wenn die Welt Geräusche macht, dann wissen seine Gedanken nicht, wohin sie sollen. Er versucht sich manchmal auch, die Ohren zuzuhalten. Aber das hilft leider nicht wirklich.
Er seufzt und denkt sich: Ich brauch jetzt endlich Ruhe. Warum kann es nicht einfach mal ruhig sein? Clemens merkt, dass er an einen Ort gehen muss, an dem es endlich ruhig ist. Da fällt ihm nur sein Kinderzimmer ein. Also geht er an all dem Lärm vorbei, krabbelt zunächst unter dem Tisch hervor, am Wohnzimmer, am bellenden Hund, an den bohrenden Nachbarn vorbei in Richtung seines Zimmers.
In seinem Zimmer fühlt er sich wohl. Auch hier sind die Geräusche noch zu hören, aber nicht mehr ganz so laut. Also setzt er sich auf sein Bett und deckt sich mit seiner Bettdecke zu. Die Decke zieht er bis über seinen Kopf. Auf einmal hört er ein Geräusch, diesmal kein lautes Geräusch, ein ganz, ganz leises Rascheln. Es klingt so, als würde jemand über Watte laufen.
Und dann sieht er es. Auf seinem Teppich, unter seiner Decke hervorgespitzt, sitzt tatsächlich ein kleines, flauschiges Wesen. Es hat große Ohren, und es sagt etwas, ganz leise. Dabei winkt das Wesen mit einer winzigen Pfote. „Hallo", flüstert es, „ich bin das Flüstertier." Clemens erschrickt. Er hat noch nie ein Flüstertier gesehen. Er wusste nicht einmal, dass es Flüstertiere gibt.
„Was bist du denn?", fragt er. „Ich bin das Flüstertier." Das Flüstertier erklärt, dass es eine ganz besondere Aufgabe hat: Es frisst den Lärm. So wie andere gern Kekse mögen, mag das Flüstertier Lärm. Je lauter es ist, desto besser schmeckt es ihm. Und heute ist es richtig laut.
Da macht sich das Flüstertier auf den Weg nach draußen. Es schlägt sich den Bauch voll mit all den Geräuschen, dem Bohren von Herrn Wiedinski, dem lauten Video von Clemens' Bruder, dem Bellen des Hundes. Nach kurzer Zeit kommt das Flüstertier zurück. Es streicht sich zufrieden über den runden Bauch und sagt, dass es so satt ist, dass kein Geräusch mehr Platz in seinem Bauch findet.
Clemens merkt, wie endlich Ruhe einkehrt. Ja, es ist wirklich ruhig draußen, aber nur für einen kleinen Moment, denn dann wird es wieder laut. Sein Bruder dreht die Musik im Wohnzimmer auf, der Hund fängt wieder an zu bellen. Clemens verzieht das Gesicht, weil die Geräusche in seinem Kopf wieder hin und her springen.
Das Flüstertier schüttelt den Kopf. „Mehr kann ich nicht essen. Ich bin so satt, mein Bauch ist voll." Das Flüstertier versucht zwar noch einmal, aufzuspringen und Geräusche zu schnappen, aber es will nicht klappen. Die Geräusche prallen ab und bleiben im Raum. Es bleibt also laut. Clemens merkt, dass es viel zu laut ist, um einzuschlafen. Er fühlt sich müde, aber Schlafen geht so auf keinen Fall.
„Entschuldigung, es tut mir leid", flüstert das Flüstertier. „Ich kann nicht mehr essen. Wir brauchen eine Idee." Das Flüstertier denkt nach und stellt die flauschigen Ohren plötzlich ganz auf. Dann sagt es: „Wenn ich satt bin, dann brauch ich Hilfe." Clemens schaut es an. Clemens weiß aber nicht, wie er dem Flüstertier helfen kann.
Das Flüstertier erklärt aber, dass es nicht das einzige Flüstertier ist. Es gibt noch ganz viele. Und wenn viel Lärm da ist, dann können all die anderen Flüstertiere auch davon satt werden. Das Flüstertier lächelt, dann hat es eine ganz besondere Idee. Flüstertiere sprechen nämlich auf eine ganz besondere Art miteinander.
Es macht einen Ton, einen Ton, der so leise ist, dass Clemens ihn nicht mal hören kann. Es klingt fast so wie ein Kitzeln an der Nasenspitze, das man eigentlich gar nicht hören kann. Clemens hat das Gefühl, dass es für einen Moment ganz still wird. Aber es passiert nichts. Da ist der Junge enttäuscht. Er denkt schon, dass es nicht klappt, obwohl es gerade still ist.
Die Geräusche draußen werden wieder laut. Jemand ruft im Treppenhaus, der Hund bellt, die Musik wird lauter und der Nachbar bohrt. Clemens spürt, wie er sich anspannt. Der ganze Körper, seine Schultern, alles ist angespannt. Es scheint nicht geklappt zu haben. Doch dann macht es plopp, plopp, plopp, plopp, plopp. Und noch einmal plopp!
Es kommen mehr und mehr flauschige Flüstertiere, die überall im Kinderzimmer auftauchen. Auf dem Regal, auf dem Fensterbrett, neben ihm, auf dem Kissen, sogar unter der Bettdecke. Und die Flüstertiere beginnen, den Lärm aufzufuttern, so als hätten sie seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen.
Es ist alles ein bisschen chaotisch. Ein kleines Flüstertier stolpert fast über ein Spielzeugauto von Clemens. Clemens will doch nur, dass es endlich ruhig wird. Doch dann passiert es: Die Flüstertiere kümmern sich um den ganzen Lärm. Erst der Hund, dann die Musik, dann das Bohren und dann der ganze Rest. Sie teilen sich auf, schwirren aus und essen alles auf, ratzeputz, wie einen leer gegessenen Teller.
Clemens merkt, dass er mit jedem Augenblick ruhiger wird. Der Lärm wird leiser, und Clemens wird müde und müder. Mit einem Mal fühlt er sich so richtig wohl, denn in seinem Zimmer ist es angenehm still. Es gibt zwar noch ein paar Geräusche, aber die stören ihn nicht mehr. Das ist ganz normal, denkt Clemens, aber es ist nicht mehr laut.
Das schönste Geräusch, das er jetzt hört, ist sein eigener Atem. Die Flüstertiere stehen alle um Clemens' Bett herum. Sie bedanken sich bei Clemens, weil er ihnen geholfen hat, so viel leckeres Essen zu finden. „So viel Lärm gab es schon lange nicht mehr", sagt das erste Flüstertier. Jetzt ziehen die Flüstertiere weiter, denn einige haben tatsächlich noch Hunger.
Clemens nickt müde und sagt: „Gute Nacht." Und dann verschwinden die Flüstertiere so leise, wie sie gekommen sind. Und Clemens, der weiß genau wie du: Jeder Traum kann in Erfüllung gehen. Du musst nur ganz fest dran glauben.
Und jetzt heißt es: Ab ins Bett und träumt was Schönes. Bis morgen, ab 18 Uhr, auf abinsbett.net
Gute Nacht, und bitte vergesst nicht, den Podcast zu folgen und zu bewerten.