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Adoptieren statt Produzieren - Der Tierschutzpodcast

Dalia: Wie geht es den Straßenkatzen in Deutschland?

Freitag, 10. Juli 2026 · 49 min

MP3

Shownotes

Schätzungen zufolge leben in Deutschland 1,5-3 Millionen. Für die Tiere bedeutet das ein Leben voller Gefahren und großem Leid.
Doch wie kommt es, dass die Straßenkatzen in Deutschland so häufig übersehen werden? Welche Probleme verbergen sich dahinter und vor allem: Wie kann man ihre Situation verbessern?

Die Antworten auf diese Fragen gibt uns in dieser Ausgabe eine echte Expertin: Dr. Dalia Zohni ist Tierärztin und Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

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johanna: Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge, unseres Adoptieren statt Produzieren Podcast. Ich freue mich heute total, weil wir haben immer in letzten Wochen irgendwie, ich weiß auch nicht, unser Fokus lag immer viel auf Hunden, dann auch viel auf sogenannten Nutztieren und viel, was vielleicht auch andere Tiergruppen betrifft. Aber ich finde, dass es so viele Hauskatzen in Deutschland gibt und so viele Hauskatzenmenschen müssen wir einmal auch über Katzen aus dem Tierschutz in Deutschland sprechen. Genauer gesagt die Situation der Straßenkatzen in Deutschland. Und ich hatte jetzt vor ein paar Wochen, das ist noch gar nicht so lange her, auch noch mal selbst ein ganz eingängiges Erlebnis, was für mich irgendwie das Thema nochmal ganz präsent gemacht hatte. Denn ich bin ja auch in der Heimat immer in so einem kleinen Tierschutzverein aktiv, die sich ja vornehmlich mit den Straßenkatzen beschäftigen oder ausgesetzten Katzen oder Katzen, die in irgendeiner Weise in eine Notlage gekommen sind. Und da hatte auch jemand drei kleine, ganz, ganz junge Babykatzen in einem Wald ausgesetzt. Die waren erst ein paar Tage alt. Und eins war leider beim Fund schon tot, das andere ist kurze Zeit später gestorben und ein kleiner Kater, der Marcel, Der hat noch ein paar Tage länger geschafft und den durfte ich dann als kleines Flaschenkätzchen zu mir nehmen. Leider hat auch er es nicht geschafft. Er ist dann leider auch verstorben. das war wieder mal so eine Erfahrung, wo ich dachte, meine Güte, ich glaube, das wäre, das war an Leid sicherlich was verhinderbar gewesen wäre. Und ich glaube, dass wir ganz viele Katzenschicksale haben. die man vielleicht auch gar nicht so richtig mitkriegt, aber die eben da sind und die auch viele Tierschutzvereine und Tierheime kennen. Und da gibt es eine ganz tolle Expertin, die sich heute bereit erklärt hat, mit mir über das Thema zu sprechen, und zwar Dr. Dalia Zoni. Sie ist Tierärztin und Fachreferentin für Halbtiere beim Deutschen Tierschutzbund und ausgewiesene Expertin in dem Thema. Und ja, ich freue mich, dass ich dich heute hier begrüßen darf. Hi!

Dalia: Hi und ich freue mich, dass ich dabei sein darf, Johanna. Ich habe jetzt schon wieder ein bisschen Gänsehaut bekommen, weil genau das, was du jetzt gerade erzählt hast, ist tatsächlich der traurige Alltag, den wir hier in Deutschland haben, was vielen wirklich nicht bewusst ist, wenn sie nicht aktiv im praktischen Tierschutz tätig sind.

johanna: Wieso ist dir das so bewusst und wie bist du auf das Thema Straßenkatzen eigentlich gekommen?

Dalia: warum ist mir das so bewusst? Natürlich aus beruflichen Gründen. Also wir sind ja im Tierschutz aktiv und vom Deutschen Tierschutzbund, wir sind ja der Dachverband der deutschen Tierheime und Tierschutzvereine und wir haben das natürlich von unserem Mitgliedsverein ⁓ wir das natürlich ständig mit, dass die wirklich ein massives Problem, ich benutze dieses Wort Problem Zusammenhang der Thematik ungern, weil ja die Katzen oder die Tiere sind nicht das Problem, sondern das Leid ist das Problem. ⁓ Also ich benutze jetzt trotzdem mal, dass die wirklich mit dieser Katzen-Thema ein richtiges Problem haben. Wir haben ein massives die Tierschutzvereine sind einfach komplett am Limit mit den Katzen. Also das, du schon erzählt hast, es werden viele ausgesetzte Kitten gefunden oder es existieren halt einfach draußen schon Straßenkatzen, die eben versorgt werden von den Vereinen. wieso, weshalb haben wir uns näher mit dem Thema beschäftigt. haben also vor ein paar Jahren, also eigentlich schon seit Jahren setzen wir uns ja vom Deutschen Tierschutzgrundweg für eine Kastrationspflicht ein.

johanna: Hmm.

Dalia: wir hatten den Eindruck, es wird immer schlimmer, schlimmer, schlimmer. Aber es gab jetzt nicht so wirklich Daten, Fakten, so wirklich harte Zahlen, Daten, Fakten schwarz auf weiß, wo man wirklich sagen konnte, so ist die Situation in Deutschland. Das ist das Problem müssen wir machen? Und deswegen hatten wir vor, es ist jetzt auch schon jetzt gut drei Jahre her oder es werden jetzt drei Jahre eben die Kampagnen Leben gerufen, je das Katzenleben zählt und haben da im Vorfeld einfach mal wirklich Recherchen angestellt. Also wir haben unsere Vereine befragt. ⁓

johanna: Mhm.

Dalia: Wir haben über die letzten Jahre mehrmals sie befragt zur aktuellen Situation. Wir haben Tierärzte befragt. haben auch Katzenhalterinnen und Katzenhalter gefragt. Und das hat jetzt über die letzten Jahre Katzenleid, dass wir auch in Deutschland Straßenkatzen haben und dass das tatsächlich mittlerweile eines der größten Tierschutzprobleme ist, die wir in Deutschland haben.

johanna: Hmm.

Dalia: Und das ist noch gar nicht bei der breiten Bevölkerung angekommen und leider auch nicht in der Politik.

johanna: Hmm...

Dalia: Und da haben wir eben erkannt, es kann so nicht weitergehen. Also es muss wirklich was passieren für die Tiere und auch für die Tierschutzvereine, Tierheime, die aktiven Tierschützerinnen und Tierschützer, die sich jeden Tag wirklich auf Opferungsvoll ⁓ diese Tiere kümmern und halt wirklich auch nicht mehr können. Es ist nicht nur finanziell und platztechnisch, dass die Tierschutzvereine und Tierheime an ihre Limits kommen. ist vor allem auch dieses Emotionale, diese Belastung. Du hast es ja auch

johanna: Hmm.

Dalia: auch jetzt gerade selbst erlebt. Es geht dir nahe, wenn du so einen Kitten retten möchtest und es stirbt einfach und du weißt, das hätte nicht sein müssen. Wie du schon gesagt hast, das wäre vermeidbar gewesen und dieses Problem, dieses Tierschutzproblem der Straßenkatzen ist, man muss es sagen, es ist ein menschengemachtes Problem. Das ist vermeidbar. Die Lösung liegt auf der Hand eigentlich, ja, aber es wird einfach auf politischer Ebene einfach viel zu wenig

johanna: Mmh. Hmm. Hmm.

Dalia: ⁓ gemacht. da müssten wir jetzt wirklich alle gemeinsam schauen, dass sich das ändert. Das kann so einfach nicht mehr weitergehen.

johanna: Hmm, hmm. Bevor ich noch eine tiefergehende Frage stelle, muss ich noch dir kurz von meinem sogenannten Full Circle Moment erzählen, weil du hast eure Kampagne schon angesprochen. Und genau, ich bin ja in diesem kleinen Tierschutzverein schon seit ich Kind bin. Das ist bei uns im Saarland. Da bin ich aufgewachsen und als ich zur Schule ging, war ich praktisch immer dann da. Und jetzt bin ich ja nur noch zu Besuch quasi da. Aber immer, wenn ich nochmal zu Besuch bin, bin ich natürlich auch bei diesem Verein. Und

Dalia: Mhm, mhm. Mhm.

johanna: Genau, weil du jetzt auch die Kampagne Jedes Katzenleben zählt ansprichst. Fester Bestandteil dieses kleinen Vereins ist, wenn man reinkommt, dieses riesige Poster von euch. Und deswegen ist das für mich gerade so ein Moment, wo alles so zusammenkommt, jetzt mit dir darüber zu sprechen, weil das bei uns ganz fett hängt, dieses Plakat mit diesem kleinen Kätzchen auf dieser Straße, auf dieser Betonstraße, genau. Und ja, das wollte ich einmal loswerden, dass nicht das jetzt total freut.

Dalia: Mhm. Mhm. Mhm. Ja, ja, ja.

johanna: dass wir da jetzt drüber sprechen und dass das bei uns ja auch oder bei dem Team jetzt, bei den Mädels, die sich da jeden Tag auch ⁓ gerade die Katzen kümmern, wirklich Nameprogramm ist und dass die ja einer der vielen Tierschutzvereine sind, die da irgendwie versuchen, Situation herzuwärmen. Könntest du aber vielleicht einmal auch als Tierärztin und Tierschützerin erklären, worin denn das Leid besteht? Weil man hat ja ganz gerade auf dem Land auch ganz romantisch die Vorstellung,

Dalia: Mhm. Mhm.

johanna: Ach, dann rennen da die paar Katzen rum. Das ist doch schön, die sind doch frei, die leben doch da. Aber dass das eben auch zu leid führt, das sieht man vielleicht auch manchmal gar nicht so schnell.

Dalia: Mhm, mhm, mhm. Mhm. Ne, die paar Katzen, ist es ja nicht. Also es gibt keine konkrete Zahl, die ich dir nennen könnte. Ich kann dir nicht sagen, so und so viele Katzen, Punkt genau, gibt es in Deutschland, die auf der Straße leben. Aber wir gehen wirklich davon aus, dass wir uns im siebenstelligen Bereich bewegen. Also dass es wirklich mehrere Millionen sind. Und wir haben erstmal eine riesen Population.

johanna: Wow. Wow. Wow, ja, mehrere Millionen, das ist ja fast so viel wie quasi registriert gehaltene Katzen in Deutschland leben dann, oder?

Dalia: Ja. Also da kann ich dir jetzt leider keine schlaue Antwort darauf geben, wie viele Katzen denn registriert sind. Also gehaltene Katzen gibt es so knapp 16 Millionen. Also wir waren letztes Jahr glaube ich bei 15,9 oder 15,7 Millionen. Also das ist schon eine ganze Menge. Katzen sind seit Jahren, sind Katzen das beliebteste Haustier. Die führen die Rangliste schon seit Jahren an. Und das ist einfach mal ein Thema.

johanna: Hm? Mmh, mhmh. hier. Hm?

Dalia: wir haben sehr viele Katzen, draußen auf sich eingestellt sind. Dann haben wir das Thema also ganz grundsätzlich. Es sind ja keine Wildtiere, es sind keine Wildkatzen. europäische Wildkatze ist nicht auf den Menschen angewiesen. Die sind auf ein Leben in der freien Natur ausgerichtet. Die kommen da eher klar, aber die Katze, die Hauskatze, die Art der Hauskatze ist eine domestizierte Tierart. Das heißt, die Hauskatze ist auf menschliche Unterstützung angewiesen.

johanna: Hmm.

Dalia: Also sie kann kein gesundes Leben alleine draußen in der Natur führen.

johanna: Hmm...

Dalia: Das Thema ist, warum wir so viele Katzen haben. Sie vermehren sich halt auch so wahnsinnig schnell. Also Katzen haben unter den Fleischfressern eine ziemlich hohe Vermehrungsrate. Eine weibliche Katze kann zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. Und das ist dann nicht ein Durf mit ein, zwei Kitten, sondern das können mehrere Kitten sein. im Schnitt vier bis sechs Kitten. Und die sind dann auch relativ früh geschlechtsreif. Die fangen dann auch an sich zu vermehren.

johanna: Hmm.

Dalia: Und eine Katze, die Rolligkeit hört ja erst auf, wenn sie gedeckt wird. Das heißt, eine Katze ist auf Vermehrung angelegt. Es ist völlig natürlich, dass Katzen, wenn sie unkastriert draußen unterwegs sind, dass die sich vermehren. Das liegt in der Natur der Katze. Da geht es darum, ⁓ den Arterhalt. Und das ist eben dieser Kreislauf. Sie vermehren sich ständig, ständig, ständig. Sie haben keine menschliche Fürsorge.

johanna: Hmm. Hmm.

Dalia: Also sowas wie, weißt du, so Prophylaxemaßnahmen, Impfungen, Entwurmungen, Ektoparasitenprophylaxe, das bekommen die alle nicht. Das heißt, diese Tiere, du wirst das kennen aus der Praxis, aus deiner Tierschutzarbeit, die Kitten, haben alle Schnupfen, weil die Muttertiere auch nicht geimpft sind, die Kitten sind nicht geimpft, die haben alle Schnupfen, sie sind alle verwurmt.

johanna: Hmm...

Dalia: So ein Wumbefall ist nicht ohne. So Wumbefall entzieht einem Organismus wichtige Stoffe, die ein Organismus einfach braucht zum Leben. Das heißt, die Tiere sind einfach auf menschliche Fürsorge angewiesen. Wenn sie die nicht erhalten, dann sind sie meist krank. Sie sind natürlich draußen auch Gefahren ausgesetzt, zum Beispiel Straßenverkehr. Und natürlich sind sie Gefahren wie der Unterernährung oder Mangelernährung. ausgesetzt und das ist dann natürlich so ein Kreislauf. Ein schlecht versorgter Organismus wird auch schneller krank und das ist dann das Leid der Tiere. es romantische Bild, die Katzen liegen gemütlich draußen auf der grünen Wiese im Sonnenuntergang, das ist tatsächlich nicht die ⁓

johanna: Ich finde auch, sag mir gerne, du darüber denkst, aber manchmal leiden, in Anführungszeichen, die Katzen dann auch immer so zu diesem zugesprochenen Image von dieser Eigenständigkeit und die kommen schon irgendwie durch und die sind Jäger und die finden schon ihr Fressen und irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass die Menschen damit dann irgendwie so bisschen die Verantwortung dann auch gar nicht bei sich sehen, weil die sagen, ach guck mal, eine Katze.

Dalia: Mhm. Ja.

johanna: Die lässt man ja ⁓ raus, nicht wie der Hund, den man ja eigentlich nicht einfach laufen lässt. Und eine Katze, ist ja ⁓ Freigänger und eigenwillig. Und dann, was ich auch ganz häufig auch erlebe, ist, dass man manchmal bei den Katzen sehr, sehr schwer ansieht, wenn sie leiden. Und das ist manchmal gerade in Notsituationen auch ein Thema, dass die Menschen vielleicht gar nicht einschätzen können, ob vielleicht ein Tier auch Hilfe braucht oder ob es einfach eine

Dalia: Mhm. Ja, natürlich. Natürlich, weil wir... Mhm.

johanna: eigenwillige Freigängerkatze ist, die halt irgendwo auf dem Bauernhof lebt. So.

Dalia: Ja, hast du völlig recht. Katzen sind ja potenziell selber Beutetiere. Das heißt, werden es vermeiden, einfach zu zeigen, dass sie eine Schwäche haben oder dass sie krank sind. Also wenn eine Katze

johanna: Mhm.

Dalia: scheint, dann ist es wirklich schon weit fortgeschritten. ⁓ Und das andere Thema, warum man es halt auch nicht so unbedingt sieht, ist, dass halt Katzen, die nicht auf den Menschen sozialisiert sind, also gerade zu Katzen, die eben draußen geboren wurden und eben den Menschen nicht in der wichtigen Sozialisierungsphase kennengelernt haben, eben halt auch sehr scheu sind und sich dann eher verstecken also nicht den Kontakt zu Menschen jetzt suchen das heißt man sieht so Straßenkatzen nicht unbedingt auch noch hinzukommt ist, dass wenn du jetzt eine Katze draußen siehst, denkst du dir jetzt erstmal nichts. Weil das ist eigentlich nicht die Regel, dass eine Katze mit ihrem Halter oder ihrer Halterin draußen unterwegs ist. Wenn du einen Hund alleine draußen rumlaufen siehst, dann fragst du dich schon eher, muss das so sein? Aber bei einer Katze denkst du dir jetzt nicht unbedingt was. Du denkst halt, die gehört schon irgendwo hin. Ja, das ist ...

johanna: Hmm. Wie weiß ich denn, ob die Katze vielleicht denn dann doch Hilfe braucht?

Dalia: Ja, so einfach, also jetzt so ganz sichere Merkmale, wo du sagen kannst, das ist jetzt eine Straßenkatze oder das ist eine verloren gegangener Halterkatze. Das gibt es jetzt nicht so wirklich. Du hast ja so bisschen Anhaltspunkte, so vom Pflegezustand, es ist hier verletzt oder sonst was. Aber wenn du dir nicht sicher bist, also je nachdem wo du

johanna: Hmm.

Dalia: diese Katze jetzt irgendjemandem gehört oder eben wirklich eine besitzerlose Katze ist, die Hilfe benötigt, sollte man halt einfach mal fragen. Also weggucken ist keine Lösung, aber auch jetzt einfach auf gut Glück einfangen und denken, ich kümmere mich, ist auch nicht die Lösung. Also in der Nachbarschaft mal erstmal rumfragen, ob jemand die Katze kennt, gehört die irgendwo hin und wenn man wirklich Anhaltspunkte dafür hat, das ist eine Katze, die eben keinen Besitzer hat, der in der Nachbarschaft wohnt, dann tatsächlich am besten ⁓ den regionalen ⁓ Tierschutzverein kontaktieren. Die wissen dann vielleicht, vielleicht kennen sie die Katze, vielleicht ist das eine, wenn sie Futterstellen betreiben und unterstützen. Vielleicht ist die Katze schon bekannt, aber vielleicht ist das auch eine Katze, die eben nicht bekannt ist. Auf jeden Fall nicht wegschauen, das wäre aus Tierschutzsicht ganz ganz wichtig.

johanna: Hm. Das ist immer gut. Jetzt hast du es auch schon angesprochen, dass die Situation natürlich für die Tierheime sowieso enorm schwierig ist und dann eben dann noch diese, ja, dass das Thema mit den Straßenkatzen dazu kommt. Wie sieht es denn für die Tierheime da so aktuell aus? Was sind denn da so die Herausforderungen?

Dalia: Die es sind viele Herausforderungen. ⁓ wie bei vielen anderen Themen auch einfach eine finanzielle Herausforderung. Weil die Tierschutzvereine, viele Tierschutzvereine sich ja darum kümmern, dass diese Tiere zum einen sich nicht mehr vermehren, also dass die wirklich diese Fangaktionen dann starten und die Tiere dann kastieren lassen und tierärztlich versorgen lassen. Das kostet alles Geld. Dafür braucht es auch Leute, dafür braucht es auch Zeit. Die Tiere sollten ja dann möglichst aus Tierschutzsicht im Anschluss nach der Kastration ja auch versorgt werden. die, die wirklich so scheu sind, dass man sie nicht in menschliche Obhut halten kann, einfach wieder draußen, also die wieder raus gelassen werden müssen nach der Kastration. die sollten aus Tierschutzsicht dann im Anschluss auch weiter versorgt werden an einer futterstelle einer sachkundig betreuten futterstelle und das sind natürlich immer finanzielle und personelle themen die die tierheime haben und dann auch so dieses diese dass sie einfach nicht ernst genommen werden mit dem Thema. Also es gibt ja die Möglichkeiten, dass man Katzenschutzverordnungen erlässt, also regionale Kastrationspflichten und da setzen sich sehr sehr sehr viele Tierschutzvereine in ihrer Region ein und laufen aber gegen Windmühlen und das ist natürlich dann auch noch mal super frustrierend. wenn sie da nicht unterstützt werden. sie haben dieses finanzielle Thema, das personelle Thema, das emotionale Thema, wir haben es vorhin schon angesprochen, das geht ja natürlich auch an die Nieren, Leid und diese Frustration, wenn du nicht ernst genommen wirst mit dem Thema. ⁓

johanna: Was sind denn Gründe, warum man das nicht so richtig ernst nimmt? Kannst du dir da was vorstellen? Weil eigentlich, also wenn auch gerade die Katzen als Fundkatze abgegeben werden und das Ganze eben auch von den Tierheimen bezahlt werden muss oder in Zweifel auch die Städte da dann einspringen müssen, zumindest anteilig, ist ja auch bei jedem Tierheim oder jedem Landkreis auch ein bisschen unterschiedlich. sollte doch eigentlich auch ein großes Interesse bestehen, den Aufwand für die Tierheime zu reduzieren, das Tierleit natürlich zu reduzieren, ganz klar, und eben auch die Tierschutzsituation vor Ort zu verbessern für die Tiere. Warum wird das so zögerlich nur angepackt, das Thema? Hast du da irgendwie eine Idee?

Dalia: Also grundsätzlich ist es ja so, dass Tierschutz allgemein ja keine einfache Arbeit ist. dass man auf politischer Ebene für Tierschutz immer hartnäckig sein muss und Durchhaltevermögen zeigen muss. Aber das Thema ist auch, dass dieses Leid ja nicht so offensichtlich ist. Wenn das jeder sehen würde, dann wäre es sicherlich einfacher Und es ist auch oftmals wird vorgeschoben. Also wie du schon gesagt hast, es sind Katzen, die kommen draußen super klar. Und wenn mal eine überfahren wird, dann ist das natürliche Selektion. Sowas hört sich sehr, sehr hart an. Aber das sind solche Argumente, die Tierschützer jeden Tag zu hören bekommen. Und die kann ja draußen ganz gut zurecht selbst. Also eben das, was wir ja schon gesagt haben. Also dieses Vorurteil der unabhängigen Katze, die draußen gut zurecht kommt. Also Katzen brauchen keine Hilfe.

johanna: Hmm... Hm.

Dalia: Dann ein ganz großes Thema ist auch dass man mit, also ich greife jetzt ein bisschen vor mit Katzenschutzverordnungen, also die Tierschutzvereine sagen wir brauchen Katzenschutzverordnungen. Katzenschutzverordnungen regeln ja Kastrationspflichten für Freigängerkatzen mit unkontrolliertem Freigang. ⁓

johanna: Mhm. Mhm.

Dalia: Und dass sich da viele, die meisten Gemeinden einfach scheuen, sowas zu erlassen, weil sie meinen, das kann man einem Katzenhalter nicht zumuten. Also zum einen, man kann ihm die Kosten für eine Kastration nicht zumuten und das würde zu sehr in die Grundrechte eines Katzenhalters einer Katzenhalterin eingreifen. Also man könnte das niemandem zumuten. Und wer soll das dann kontrollieren, ob die Katzen kastriert sind oder so.

johanna: Okay, mhm. Okay.

Dalia: Das sind eigentlich immer dieselben Argumente, die dagegen kommen. Und das Problem ist, die Tierschutzvereine, die Tierheime sind immer in der Pringschuld. Also sie müssen immer erst einmal belegen, wir haben hier Katzen und die leiden, wir haben hier ein Problem und dann wird erstmal geprüft und gemacht und diskutiert und im Hintergrund läuft das ganze Katzenelen weiter.

johanna: Okay, verstehe. Manchmal hat man auch so bisschen das Problem, dass es schwer zuzuordnen ist, ist es vielleicht eine Katze, die mal einen Besitzer hatte, aber nicht kastriert wurde und deren Kinder dann vielleicht schon auf der Straße aufgewachsen sind, aber dann im Prinzip irgendwie menschenlos, heimatlos aufgewachsen sind. Sind es wirklich Besitzerkatzen? Ich finde dadurch, dass Katzen halt leider auch nicht immer alle registriert und gechipt sind, also auch nicht zweifelsfrei zuortbar sind zu einem Halter. Ist das manchmal auch ganz schwierig, damit umzugehen? das jetzt eine Katze, wirklich... Es gibt ja auch viele Leute, die sagen, ach, mir gehört die Katze nicht. Ich weiß es auch nicht so richtig, aber ich fütter sie immer. Und wer übernimmt dann die Verantwortung für das Tier? Und das, finde ich, hat man bei Katzen ja viel, viel stärker als bei einem Hund. Also niemand würde sagen...

Dalia: Ja. Mhm. Na... Mhm. Genau.

johanna: Ich kenne den Hund zwar nicht, aber ich füttere den jeden Tag. Das passiert ja eigentlich nicht so. ich finde, das macht immer so diese ganzen Katzen-Thematik auch super schwierig, da klar zu differenzieren. Ist das irgendwie eine verwilderte Hauskatze? Ist das eine Fundkatze? Ist das nur eine Besitzerkatze, die aber einfach nicht kastriert, nicht registriert und nicht gechippt ist? Ist das ...

Dalia: Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Mhm. Ja. Ja. Ja. Da hast du völlig recht. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht ist unerlässlich. gerade wegen dieser klaren Zuordnung. Und dann sind einfach auch so ein paar Themen, du hast das schon angesprochen, wer ist der Halter, wer ist zuständig, das ist einfach nicht eindeutig geklärt. Und das ist auch das, was wir auffordern, die Zuständigkeit. Also die Kennzeichnungs- Kennzeichnungs- Registrierungspflicht, ist das eine, also dass man wirklich Halterkatzen klar zuordnen kann, aber bei denen, die eben keinen Halter haben... Da muss ganz eindeutig geklärt werden, also rechtssicher für die Tierschutzvereine, wer ist denn für diese Tiere zuständig. Und das ist alles irgendwie noch nicht so wirklich, das ist nicht klar. Da wird kontrovers diskutiert und die Zuständigkeiten werden hin und her geschoben. Und bei wem hängt es dann? Bei den Tierschutzvereinen. Die kümmern sich dann.

johanna: Okay, mhm. Hmm...

Dalia: kümmern sich finanziell personell und das kann so einfach nicht sein, dass die Tierschutzvereine, auf die die Verantwortung komplett abgewälzt wird. Das muss sich einfach ändern. Wir brauchen wirklich bundesweit einheitliche Standards. Ich greife jetzt schon mal vor, wir brauchen eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten.

johanna: Mmh, mmh. Keine.

Dalia: die einen unkontrollierten Freilauf haben. Die brauchen wir eine bundesweite Kastrationspflicht. Und wir brauchen klare Zuständigkeiten für Nichthalterkatzen, also für die klassischen Straßenkatzen, die eben draußen unterwegs sind. Da muss einfach ein für alle Mal bundesweit einheitlich geklärt sein, wie sind die Zuständigkeiten und wie geht man mit diesen Tieren ⁓ Also es kann einfach nicht sein, dass es weiterhin an den Tierschutzvereinen hängen bleibt, die ⁓ schon am Limit sind.

johanna: Hmm.

Dalia: Das muss wirklich einheitlich geklärt werden und die Tierschutzvereine, deren Arbeit im Zusammenhang, also grundsätzlich deren Arbeit, aber gerade im Bezug auf die Straßenkatzen, die Arbeit muss einfach endlich anerkannt werden und sie müssen entsprechend finanzielle Unterstützung erhalten. Und auch das, was ich vorhin gesagt habe, mit diesem

johanna: Hmm. Hmm...

Dalia: kann es dem Katzenhalter nicht zumuten, dass er seine Kaste kastriert, einmal wegen der Kosten. Also das ist wirklich ein Argument, dass ich in letzter Zeit sehr häufig gehört habe, dass man die Kosten dem Katzenhalter nicht zumuten kann. Die Kastrationskosten sind einmalige Ausgaben und die sind planbar.

johanna: Ja.

Dalia: Aber wenn du dir eine Katze zulegst zu einer verantwortungsvollen Haltung, musst du dir darüber im Klaren sein, du dieses Tier unter Umständen 20 Jahre hast, du hast die Verantwortung für dieses Tier und dieses Tier wird dich Geld kosten. Das ist deine Verantwortung, es ist deine Pflicht, wenn dieses Tier gesundheitliche Probleme hat, dass dann auch Tierarztkosten zahlst. Also dass du dafür sorgst, dass dieses Tier eine medizinische Versorgung hat, eine adäquate. Und dieses, was auch immer sehr gerne kommt, ist dieses, es kann ja niemand kontrollieren, ⁓ die Kastrationspflicht, die Einhaltung der Kastrationspflicht. ⁓

johanna: Hmm.

Dalia: Wir haben so viele Verordnungen in Deutschland, die auch nicht aktiv kontrolliert werden. Also keiner, wenn du dich morgens ins Auto setzt oder wann auch immer am Tag ist, steht auch keiner daneben und guckt, ob du dich anschnallst. Und so ist es, wäre es bei der Katzen-Berekastrationspflicht auch so. Also die Kontrollen würden anlassbezogen funktionieren. wenn Katzen, so wie es jetzt einfach in der Praxis ist, unkastrierte Katzen im Tierheim aufschlagen als Fundtier,

johanna: Mmh. Genau,

Dalia: dass man da sagt, da ist eine unkastrierte Katze, lieber Halter, lass sie kastrieren. Also anlassbezogen, das heißt, man muss nicht großartig rausgehen und

johanna: Hmm...

Dalia: kontrollieren. willst du das auch machen? kannst bei einer weiblichen Katze nicht von außen sehen, ob die kastriert ist oder nicht. Und ein Kater wird sich auch nicht freuen, wenn du ihn packst, zu gucken, ob er kastriert ist oder nicht. Und ich habe gestern, habe ich online einen Artikel gelesen, das in einer, ich habe ihn nur überflogen, weil es hat mich schon wieder so geärgert, dass in einer schwäbischen Stadt, ich möchte sie nicht nennen, wurde jetzt ein externes Unternehmen beauftragt. ⁓

johanna: Nein.

Dalia: Haushalte zu checken, in denen Hunde sind, ob diese Hunde angemeldet sind bei der Steuer. Aha, also da ist es möglich Geld auszugeben für irgendwelche Kontrollen, weil man ja vermeintlich noch ein bisschen Geld...

johanna: Mhm, mhm.

Dalia: bekommen können von denen die ihre Hunde nicht bei der Hundesteuer angemeldet haben. ja ich fand das schon wieder sehr, ja das hat mich gestern tatsächlich geärgert als ich das gelesen habe. Also wir im Katzenschutz, wir müssen uns mit solchen Gegenargumenten rumschlagen und in anderen Bereichen sind Sachen möglich wo man sich fragt ja warum?

johanna: Mmh, mmh, mmh. Hm. Mmh. Ja, ich glaube, dass manchmal so in der Praxis, was ich so beobachte oder meine Erfahrung nach, es so helfen würde, gerade in Bezug auf Katzen Dinge klar auszusprechen, Dinge klar zu benennen und halt eben auch so was wie eine Kastrationspflicht. Auch wenn, genau wie du sagst, man kann das, muss man ja auch nicht jedes einzelne Tier quasi kontrollieren, aber jetzt ohne unnötig irgendwie hier einen Rage zu starten. Aber so häufig haben wir eben auch die Situation, dass man sozusagen seine Pappenheimer kennt, die Familien oder die Menschen, die immer wieder Katzen halten, die nicht kastrieren, die unkontrolliert freilassen, die sich über Jahre immer wieder vermehren und die nachkommen, und die kümmern sie sich nicht, die wollen sie nicht, die entsorgen sie irgendwo und am Ende landen die Tiere immer bei uns. Und manchmal ist dann aber, wenn die Tiere aber erstmal gesund wirken, versorgt sind, besteht eben auch keine Handhabe da wirklich einzugreifen und zu sagen, hey,

Dalia: Ja.

johanna: Wir können euch nicht nachweisen, dass ihr die Katzen da ausgesetzt habt. Zufälligerweise sehen die alle gleich aus und man weiß ungefähr, von wem die kommen. Aber wir können es eben nicht nachweisen. Aber zu sagen, hey, ihr müsst die Katzen, ihr habt, aber kastrieren, das würde ja schon einfach so einen Verein auch irgendwie viel mehr Handhabe geben oder auch den Behörden viel mehr Handhabe geben. Und ich finde, es macht, also setzt er auch einen ganz anderen Ton in die Gesellschaft, eben zu sagen, guck mal, das sind aber auch Pflichten, die man hat, wenn man eben so ein Tier hält. Und es ist halt nicht egal.

Dalia: Mhm. Mhm. Mhm.

johanna: ob du fünf unkastrierte Katzen hältst oder nicht. Da entstehen eben auch Pflichten, ⁓ die man sich kümmern muss. Ich glaube, dass das manchmal auch ein gutes Zeichen wäre, mal Verantwortung festzusetzen für das Thema.

Dalia: Ja. Ja. Ja. Ja, aber die Verantwortung, das ist eine Verantwortung, mehrere Ebenen haben. jetzt nicht nur Katzenhalter, sondern auch Gemeindenländer bunt. Also es ist eine gesellschaftliche Verantwortung und die Regierungen, die Länder, haben die Verantwortung. Also wir haben ja den Tierschutz im Grundgesetz. Also das Grundgesetz ist unsere höchste Rechtsprechung in Deutschland.

johanna: Ja. Mhm.

Dalia: verankert im Artikel 20a Grundgesetz. Und im §1 des Tierschutzgesetzes steht es so sinngemäß, wir müssen alle Tiere schützen. Das heißt, ist unsere aller Aufgabe, diese Tiere zu schützen und zwar präventiv.

johanna: Hm.

Dalia: und nicht erst wenn was passiert ist. Und so ist es ja leider momentan im Katzenschutz. Ich möchte es sich kompliziert machen, aber wir haben ja momentan Katzenschutzverordnungen, die auf Basis des Tierschutzgesetzes erlassen werden können. Also diese Kastrationspflichten für Freigängerkatzen zum Schutz freilebender Katzen, die basieren auf § 13b Tierschutzgesetz.

johanna: Mhm, mhm.

Dalia: vor 13 Jahren, doch tatsächlich, jetzt sind es 2013, also vor 13 Jahren ins Tierschutzgesetz aufgenommen, eben zum Schutz frei lebender Katzen.

johanna: Hm?

Dalia: Dieser Paragraph 13b besagt aber, diese Kastrationspflichten oder Katzenschutzverordnungen können erst erlassen werden, wenn Populationen da sind an Katzen und wenn Schmerzen, Leidensschäden schon vorhanden sind. Und dann kann ein Gebiet abgesteckt werden, also wo diese Katzen vorkommen. Und dann kann man, wenn, das ist auch der Wortlaut des Paragraph 13b, wenn keine andere Maßnahmen erfolgreich waren, dann kann man

johanna: Hmm... Mhm. Okay, ja, verstehe.

Dalia: Kastrationspflichten erlassen. Also so sinngemäß jetzt mal zusammengefasst. Und das ist einfach, da ist ein grundsätzlicher Denkfehler drin in diesem Paragraf 13b. Also ich möchte nicht schlecht reden, weil das war ja schon mal ein guter Anfang, dass der damals eingeführt wurde ins Tierschutzgesetz. Aber nach 13 Jahren haben wir immer noch dieses Problem und es ist massiv schlimmer geworden und es wird auch nicht besser.

johanna: Mhm, mhm. Stimmt, ja, total. Mmh.

Dalia: Das heißt, jetzt sind wir wieder bei der Verantwortung der Politik. Aus dem Grundgesetz raus, aus dem Tierschutzgesetz raus, es ist die Verantwortung der Politik.

johanna: Hmm, verstehe, ja.

Dalia: darauf zu reagieren und entsprechende rechtliche politische Maßnahmen zu ergreifen, die der Situation angepasst sind. Und warum, ich habe gerade gesagt, der Paragraph 13b hat einen Denkfehler aus meiner Sicht, weil da steht eben drin, es müssen Populationen nachgewiesen werden. Da schon wieder das Thema, wer weist es nach, es müssen immer die Tierschutzvereine belegen, wir haben ein Problem. Also weil sonst niemand

johanna: Genau.

Dalia: die Straßenkatzen zählt. Es sind wieder immer die Tierschutzvereine, die Tierheime in der Brink schulden, sagen müssen, wir haben hier ein Problem mit Straßenkatzen. Und wie schon gesagt haben, Katzen haben eine massiv schnelle Vermehrungsrate. Es liegt in der Natur der Katze, wenn sie draußen unkastriert ist, dass sie sich vermehrt, früher oder später. Das heißt, dass Populationen entstehen, ist eine logische Konsequenz. Auch, was ich ja schon gesagt hatte, Hauskatzen sind eine domestizierte Tierart, sie sind auf menschliche Fürsorge angewiesen. Auch wenn es vergleichbar unabhängige Tiere sind, aber sie sind auf menschliche Unterstützung angewiesen. Das heißt, das Katzenleid ist auch vorprogrammiert. Also das ist eigentlich total logisch, wenn Katzen draußen unterwegs sind, dass sie sich vermehren und dass sie irgendwann mal leiden werden. Also warum dieses Wenn und Aber?

johanna: Hmm... Hmm.

Dalia: Wir haben immer ganz gerne den Vergleich mit dem Entlauf der entlaufenden Kuh. Wenn eine Kuh mal entläuft, ist die Gefahr, dass da innerhalb kürzester Zeit ganze Populationen von freilaufenden Rindern entstehen, natürlich nicht so groß und die fallen natürlich eher auf als Katzen, die sich dann verstecken. Ein weiterer Denkfehler beim Paragraf 13b ist dann eben, dass die Gebiete, denen der Geltungsbereich dieser Katzenschutzverordnungen klar definiert sein muss.

johanna: Ja, ja.

Dalia: sagen in denen der Gemeinde wobei wir haben auch ganz ja es gibt ich weiß nicht ist das in thüringen oder so da gelten katzenschutzverordnungen auf campingplätzen oder so ich meine das bringt natürlich nichts weil eine katze eine unkastrierte katze sagt oder darf ich nicht rein da dürfen nur kastrierte katzen rein also das ist einfach so schon mal sinnfrei zu sagen bis hierhin und dann geht es nicht mehr weil wie gesagt hat unkastrierte katzen halten sich nicht an gemeindegrenzen und

johanna: ⁓ okay. Ja.

Dalia: Wir kennen einfach in der Biologie diesen Vakuum-Effekt. Das heißt, wenn in einem bestimmten Bereich Populationen zurückgehen oder verschwinden, kommen Katzen oder Tiere nach. Wenn das Revier weiterhin attraktiv ist, wenn es da Schutz gibt, Nahrungsangebot, dann wandern da Tiere ein. Das heißt, diese regionalen Maßnahmen, die können gar nicht effektiv. Also wenn du in einer kleinen Gemeinde hast, eine Katzenschutzverordnung, also eine Kastrationsbewegung,

johanna: Hmm, hmm. Ich stehe. Mhm.

Dalia: aber drum herum gar nicht, dann ... Ist das nicht effektiv? Lokale Kastrationspflichten bringen was. Auf jeden Fall. Also wirklich besser als gar nichts. bringen was. Aber sie können nicht nachhaltig wirken. können eben auch, weil wir eine flächendeckende Lösung brauchen, können solche kleinen regionalen Lösungen einfach nicht effektiv und nachhaltig wirken. Du kämpfst gegen Windmühlen. Du bist dann im Hamsterrad gefangen, weil es geht immer weiter, immer weiter, immer weiter.

johanna: Mhm. Mhh. Christian. immer weiter.

Dalia: Und, wie ich vorhin gesagt diesem politischen Unwillen und das dann einfach viele sich sträuben, Länder, Gemeinden zu sagen, wir brauchen keine Kastrationspflichten. Es gibt aber auch wirklich beispielhafte Gemeinden, die das auch wirklich machen. Also wir haben jetzt in Deutschland so mehr als 2000 Gemeinden, die Katzenschutzverordnungen erlassen haben oder Kastrationspflichten. Das heißt, da gehen wirklich auch viele mit gutem Beispiel voran.

johanna: Wahnsinn.

Dalia: Sie kämpfen dann gegen Windmühlen. Also das ist, es kann nicht effektiv wirken. brauchen wirklich ... Wir brauchen zum einen bundesweit eine flächendeckende Kastrationspflicht für unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten und wir brauchen eine nachhaltige Versorgung der Straßenkatzen ohne Halter. Das heißt, die Tierschutzvereine und Tierheime, die sich ⁓ diese Tiere kümmern, die müssen auch entsprechend unterstützt werden.

johanna: Absolut. Und ich glaube noch eine ganz wichtige Säule, die ja auch wirklich sehr gut betreibt, ist eben das Thema Aufklärung für den Privatbereich eben. Weil ich glaube, dass das bei so Präventivmaßnahmen, gerade was das Kastrieren angeht, manchmal so abstrakt ist, quasi künftiges Leid verhindern zu wollen. Ich habe das jetzt gemerkt mit der kleinen Babykatze, mit Marcel, da war natürlich, die ist super süß, ⁓ Flaschenkätzchen, ⁓ süß. Und ich mir auch denke so, ja, aber

Dalia: Mhm. Ja. Mhm.

johanna: Ich mochte ihn auch und war froh, ich die Zeit mit ihm hatte. Aber eigentlich will ich ja nicht, dass es ihm so geht. Und will ich ja eigentlich auch nicht, dass er jetzt so leiden muss. Und ich glaube, manchmal hat man das bei so Tierschutzthemen, wenn irgendwie ein Hund an der Kette ist und ihm geht es schlecht und man kann ihn befreien, ist der Hund vorher da und es ging ihm schlecht. Man macht was, er ist immer noch da und es geht ihm gut, sozusagen ganz platt ausgedrückt.

Dalia: Mhm. Mhm.

johanna: Aber bei Babykatzen, die in der Zukunft nicht leiden sollen, aber jetzt aktuell heute noch nicht da sind sozusagen, ist es manchmal für die Leute vielleicht doch weniger greifbar, irgendwie das so zu fassen. ich habe das Gefühl, dass man da wirklich viel auch reden muss mit den Leuten und denen das erklären muss. Und ja, Babykatzen sind süß, aber guck mal, die Sterberate ist so hoch und das ist, die sterben ja auch keinen.

Dalia: Mhm.

johanna: kein Tod ist schön, aber die sterben ja teilweise wirklich in ganz, ganz leidvollen Tod auch. Und das merke ich, dass das auch gerade für die Tierheime wirklich ja auch richtig hoher Ressourcenverbrauch ist, eben diese ganze Aufklärungsarbeit immer noch zu leisten, die denen ja auch noch übergestülpt wird sozusagen. Und ja, das finde ich auch bei so Präventivmaßnahmen, die ja ganz, ganz wichtig sind, eben auch noch so eine besondere Herausforderung.

Dalia: Mhm. Mhm. Mhm. Mhm.

johanna: So meines Gefühls nach hast du das auch.

Dalia: Da weiß ich jetzt gerade wirklich nicht so ganz, ich darauf antworten soll. das Thema ist ja, Sie reden sicher dem Mund wusslich und du kriegst ja...

johanna: Hm.

Dalia: Also wir haben, Katzenhalter auch befragt. Also wir haben zwei Umfragen unter Katzenhalterinnen und Katzenhaltern gemacht. Und da hat sich ja auch gezeigt, die Mehrheit der Katzenhalterinnen und Katzenhalter ist bereit, seine, ihre Katzen kastrieren zu lassen und die befürworten auch eine bundesweite Kastrationspflicht. ⁓

johanna: Ja.

Dalia: aber auch gezeigt, dass jede zehnte Katze trotzdem nicht kastiert ist und darunter gibt es halt auch die Hardcore-Kastrationsverweigerer und die kriegst du durch Aufklärungsgespräche auch nicht überzeugt. Deswegen braucht es eine Pflicht ganz klar. Neben den klaren Regelungen

johanna: Hmm. Hm.

Dalia: wer zuständig ist und wie es für die Tierschutzvereine in der Praxis läuft bei der Versorgung von Straßenkatzen.

johanna: Was gibt es denn für Möglichkeiten, jetzt als ganz normaler Mensch irgendwie in dem Thema wirksam zu sein? Mich vielleicht, gibt es vielleicht auch selbst Möglichkeiten, wenn ich jetzt nicht in einem Tierschutzverein bin oder selbst einen Tierschutzverein darstelle, irgendwie für so eine Katzenschutzverordnung bei mir im Ort einzutreten?

Dalia: Ja, aber da würde ich mich an den regionalen Tierschutzverein wenden. das am besten gemeinsam machen. Also immer Kräfte bündeln, gemeinsam vorgehen. Ansonsten kannst du selbst auch, also wir haben auf unserer Kampagnen-Webseite jetzt Katzenhelfen.de haben wir auch viel Material, was man selbst auf Social Media zum Beispiel streuen kann, einfach ⁓ auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

johanna: Ahja, super.

Dalia: am besten ist es, wenn du eigene Katzen hast, die natürlich gastrieren lassen. ist schon mal der beste Einsatz. Katzenleid verhindern, indem du deine Freigängerkatze selbst gastrieren lässt und natürlich auch kennzeichnen und registrierst.

johanna: Stimmt?

Dalia: Wie gesagt, die Tierschutzvereine, die Tierheime brauchen so viel Unterstützung. Bitte auf jeden Fall danach fragen, können wir unterstützen? Braucht ihr Hilfe? Braucht ihr vielleicht Hilfe bei der Versorgung von Futterstellen? dass sie vielleicht Futterstellen betreiben, wo Straßenkatzen versorgt werden. Da sind sie auch auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen. Dass man sagt, braucht ihr da vielleicht Hilfe? Und Geldspenden, Sachspenden.

johanna: Ach ja, mhm.

Dalia: werden immer gerne genommen. Also auf jeden Fall den regionalen Tierschutzverein, das Tierheim fragen und wenn es ⁓ die Forderung nach einer Kastrationspflicht geht, am besten die Kräfte bündeln und je mehr Stimmen natürlich umso besser.

johanna: Und auch gerade zum Thema im Tier, im Helfen. Man hat ja als Ehrenamtlicher auch häufig immer direkt die Gassigänger im Kopf. Aber gerade bei Katzen, die vielleicht auf der Straße geboren wurden und nicht direkt im Kontakt mit Menschen waren, die noch so bisschen Zeit brauchen für die Sozialisierung. Es gibt ja auch wirklich tolle Angebote und viele Tierheime, die auch darauf angewiesen sind, dass Ehrenamtliche einfach nur Zeit mit den Katzen verbringen und man einfach die schrittweise doch

Dalia: Mhm. Ja, ja.

johanna: noch mal den Menschen näher bringt und vielleicht, wenn es auch geht, schon streichelt und einfach, ja genau, mit denen Zeit verbringt, weil ich glaube, das ist auch etwas, die Tierheime leider, also auch viel zu wenig haben, weil die so viele Themen auf dem Tisch haben, dass die leider auch nicht so viel Zeit haben, jeden Tag da ganz viele Stunden mit den Katzen zu verbringen, nur ⁓ auch so eine Arbeit zu leisten.

Dalia: Ja, das ist grundsätzlich ein ... Katzen, die nicht ursprünglich von der Straße sind oder auf der Straße geboren wurden, sondern grundsätzlich Katzen im Tierheim. Da ist es oftmals gern gesehen, wenn es Ehrenamtliche gibt, die sich tagsüber mit den Tieren beschäftigen, spielen, streicheln. Viele Tierheime haben ja inzwischen auch Vorleseprojekte, wo Kinder dann Katzen vorlesen können, was dann halt so eine Win-win-Situation ist.

johanna: Ja, ganz süß, ne?

Dalia: Ja, die Katzensozialisierung, ist gut, dass du es erwähnst, dass es auch eine sehr wichtige Aufgabe ist, die die Tierschutzvereine, die Tierheime übernehmen und die halt wirklich sehr, sehr viel Kapazitäten binden. Also wirklich verwaiste Kitten aufzuziehen. Du hast es jetzt mitbekommen mit der Flasche, wenn die dann noch ganz, ganz, ganz, ganz, ganz winzig sind, musst du sie alle zwei Stunden füttern und das ist mit der Fütterung alleine ja nicht getan.

johanna: Hmm... Hmm...

Dalia: Du musst dir auch für die Verdauung sorgen und es genau und sauber machen und alles und dann auch wie gesagt sozialisieren und sozialisieren heißt eben nicht nur streicheln sondern du musst so eine Katze für ein Katzenleben auf dem Katzenleben stressfreies vorbereiten genauso wie ein Hundewelpe der muss verschiedene Menschen kennenlernen männliche weibliche Kinder ältere Menschen Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Radio, Fernseher

johanna: euch klein reiben.

Dalia: alles mögliche müssen die kennenlernen. Verschiedene Untergründe, also Packetboden, Fliesenboden, alles mögliche. Also das ist Wahnsinn, was so ein Tier alles kennenlernen muss in einem kurzen Zeitraum je nach Tierart, damit es wirklich ein entspanntes Leben vor sich hat.

johanna: Mhm. Ja, und da kann man natürlich dann auch sehr gut teil sein. Ein wichtiger Appell, vielleicht jetzt ein bisschen basic klingt, aber der, glaube ich, auch immer Name, unser Name ist auch immer da, Programm. Falls jemand auf der Suche nach einer Katze ist, bitte geht ins Tierheim, denn auch da adoptieren statt produzieren. Wir erleben ja immer noch, dass es irgendwie auch Zuchtstellen gibt, teilweise auch wirklich krude Vermehrer für irgendwelche Rassekatzen. Auch Qualzucht ist ja auch ein Riesenthema. Ich war kürzlich hier im Kölner Tierheim nochmal und die haben ja auch ein massives Problem mit vermehrten Katzen, mit Qualzuchtmerkmalen. vielleicht auch da nochmal der Appell. Gerne, immer rein.

Dalia: Wenn ich da... Wenn ich da auch kurz was sagen darf, weil du es gesagt hast, mit der Qualzucht. Was jetzt auch in letzter Zeit auffällig sich gehäuft hat, dass auch Qualzuchten draußen bei den Straßenkatzen, dass du viele Knickohrkatzen draußen hast, wo man wirklich so den Verdacht hegen kann, dass das Tiere sind, die ausgesetzt wurden. Aus welchen Gründen auch immer. Zu teuer geworden, weil sie vielleicht eben wirklich gesundheitliche Probleme

johanna: Mhm. ⁓ okay. ⁓ krass, Hmm...

Dalia: hatten oder vielleicht nicht für die Zucht geeignet. Also das haben die Tierschutzvereine auch. Ja, doch finde ich schon vermehrt, berichtet, dass auch viele Katzen draußen jetzt mit Qualzuchtmerkmalen gefunden werden. Und wie du sagst, adoptieren statt produzieren auf jeden Fall. Also immer erst ins regionale Tierheim, in den nächsten Tierschutzverein und sich da informieren.

johanna: Super.

Dalia: Es gibt so viele Tiere, einen zu Hause suchen. Aber gibt auch den Älteren eine Chance.

johanna: Ja, auf jeden Fall, da kann ich dir nur zustimmen. Ja, liebe Dalia, vielen Dank, dass du mit mir heute das Thema nochmal so beleuchtet hast und ja, wir jetzt auch nochmal diesen Aspekt vom Tierschutz einbringen konnten in den Podcast. Ich habe auch nochmal viel dazugelernt und ich hoffe, dass wir doch jetzt die einen oder den anderen inspirieren konnten, auch mal zu schauen, was man vielleicht für die heimatlosen Katzen in Deutschland tun kann, weil ja, man muss tierschutzmäßig

Dalia: Ja.

johanna: nicht immer so weit gucken. Ganz viel ist auch so direkt vor der Haustür, findet da schon statt, wo man auch schon, ja, auf jeden Fall helfen kann. deswegen ganz lieben Dank, dass du heute zu Gast warst.

Dalia: Ich danke dir für die Zeit.

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