
Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 130
Crowley in Kairo: Die Stele 666 und die Geburt von Thelema
Freitag, 10. Oktober 2025 · 55 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
1904 in Ägypten: Eine Stimme aus dem Nichts diktiert Aleister Crowley ein Buch, das sein Leben und den westlichen Okkultismus für immer verändern wird. Diese Folge erzählt, wie aus einer bizarren Reiseerfahrung eine neue Religion "Thelema" entsteht und wie Crowleys Ehe mit Rose und sein Glaube daran zerbrechen.
Mit dabei: Abramelinische Rituale und praktische Magie - wir erzählen euch, wie ihr die Fürsten der Hölle mit Wortquadraten bannt und vieles mehr.
#AleisterCrowley #Thelema #Magie #Okkultismus #PodcastGeschichte #1904
---
Youtube-Kanalmitglied werden und exklusive Vorteile erhalten: youtube.com/channel/UC8d09rKkWS5MkIdAuzUpkmA/j…
Dir gefällt der Podcast? Dann kannst du uns gerne auf Patreon unterstützen: patreon.com/allezeitderwelt
Wir würden uns ebenfalls riesig darüber freuen, wenn du uns eine Bewertung hinterlässt und uns auf YouTube (youtube.com/@allezeitderwelt) folgst!
Danke für deine Unterstützung!
---
Quellen & Literatur:
• Perdurabo: The Life of Aleister Crowley by Richard Kaczynski
• Aleister Crowley: The Confessions of Aleister Crowley (Autobiographie)
• Aleister Crowley: Liber AL vel Legis (The Book of the Law) sacred-texts.com/oto/engccxx.htm
• Samuel L. MacGregor Mathers (1897): The Book of the Sacred Magic of Abramelin the Mage archive.org/details/bookofsacredmagi00abra
• Georg Dehn & Steven Guth (1995, Hrsg.): Das Buch Abramelin. Die heilige Magie des Abramelin von Abraham von Worms archive.org/details/abramelin-book-georg-dehn
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Im Jahr 1899 kaufte Alistair Crowley ein Anwesen am Südufer des Loch Ness. Ein langgestrecktes, niedriges Gebäude, halb verborgen in der Landschaft der Highlands. Das Manor of Bowleskin and Abertoff, benannt nach der örtlichen Pfarrei. Für die meisten war es einfach ein abgelegenes Landhaus. Für Crowley jedoch war es der perfekte Ort, um sich von der Welt zurückzuziehen. und um eines der gefährlichsten Rituale der westlichen Magietradition zu beginnen, die heilige Magie des Abramilin.
Crowley selbst beschreibt in seinen Confessions, Draußen errichtet man eine Terrasse mit feinem Flusssand bedeckt, die in eine Hütte führt, wo sich die Geister versammeln können. Und genauso Lisa Bowleskin Umbauen. Der größte Raum mit einem Bogenfenster wurde zu einem Oratorium. Hier richtete er eine hölzerne Struktur ein, ausgekleidet mit großen Spiegeln, die er eigens aus London hatte bringen lassen. Von hier führte die geheimnisvolle Nordtür hinaus zu einer sandbedeckten Fläche, wo, so glaubte er, die beschworenen Geister erscheinen sollen. der hier gerade seinen ersten großen Immobilienkauf seines Lebens vollführt hat, wie wir im Eingang gehört haben, und dieses Manor of Bullskin kauft, das direkt nieder dem Loch
Ness ist in den schottischen Highlands, also auch für Kryptozoologen ein Pilgerort und seit diesem Kauf von Crowley eben auch für Crowley Fans eine der großen Pilgerorte mit Sizilien, zu dem wir in der nächsten Folge kommen werden. Und ja, in den letzten beiden Folgen haben wir unsere ersten Folge Crowley's Jugend angeschaut und dann uns genauer im zweiten Teil mit seiner Zeit im Order of the Golden Dawn beschäftigt.
Ja, wir erinnern uns Magierduelle, die dann in Faustkämpfen endeten. die am Ende von der Polizei beendet wurden und dann in Gerichtsprozessen geendet haben, wie man das erwartet. Die heutige Folge soll uns in unserer Handlung ein bisschen weiterführen. Nach dem Rauswurf und den Streitereien im Order of the Golden Dawn sind wir letztes Mal mit Crowley schon sehr schnell nach Mexiko und dann von Mexiko weiter nach Indien gereist, wo er dann seine K2 Besteigung hatte, den Versuch, den zweithöchsten Berg der Welt zu besteigen.
Eine Erstbesteigung, die scheiterte und Crowley dann nach Europa hat zurückkehren lassen. So weit sind wir letztes Mal, glaube ich, ungefähr gekommen bzw. haben nach der gescheiterten K2 Expedition geendet. Und heute habe ich diesen kleinen Rückgriff noch mal geplant, dass wir ein, zwei Schritte weiter zurückgehen und dann die Sachen, die wir schon wissen, überspringen.
und in Paris weitermachen inhaltlich. Aber bevor wir dorthin kommen, ist es glaube ich essentiell, uns mit dem Book of Abramelin und dieser Abramelinischen Magie etwas genauer zu beschäftigen, weil das für Crowley und auch die anderen Leute im Order of the Golden Dawn ein ganz zentrales Werkzeug war. unseres Hauptanliegens des inneren Zirkels des Golden Browns war. Das war so das Wissen, nachdem man eingeweiht war, genug Aufsätze geschrieben hatte und sich durch verschiedenste esoterische, okkulte und Kabalerschriften gearbeitet hatte, ist man dann in den eher engeren Orden aufgenommen worden. Und da ging es eben viel um das Book of Abramaline, weil das von unserem in der letzten Folge schon mehrmals erwähnten MacGregor Mathers
übersetzt wurde. Der war ja eins der drei Gründungsmitglieder des Order of the Golden Dawn und hatte da ein französisches Manuskript in Paris gefunden und übersetzt auf Englisch. Das erste Mal. Das Manuskript war unvollständig, aber das hat dazu geführt, dass diese abremilinische Magie zu einer Art zentralen Erzählung innerhalb des Ordens wurde.
Und auch für Crowley ist es eines der zentralen Bücher, mit denen er sich in dieser Zeit beschäftigt. Wie ernst er es damit meint, zeigt eben auch, dass er bereit ist, viel Geld auszugeben, um das perfekte Haus, die perfekte Kapelle für sein Ritual zu finden und zu kaufen. Das Book of Abramalin ist an sich kein gewöhnliches Zauberbuch, sondern so ein Mischtext aus Reisebericht, scheinbarer Autobiografie und Grimoire. Also Zauberbuch.
Im Zentrum steht die Gestalt von Abraham von Worms, einem jüdischen Gelehrten aus Deutschland, der im 15. Jahrhundert gelebt haben soll. In Form eines Briefes an seinen Sohn erzählt er, wie er nach Ägypten reiste in die Nähe des Niels und dort einem alten Magier begegnete, Abramelin oder Abramelin. Und dieser Magier vermittelt ihm dann ein System der kapalistischen Magie, aber er verbindet damit eine Bedingung Abraham, muss sich dem Gesetz Gottes unterwerfen, hier wird es sehr biblisch, seine falschen Dogmen ablegen und fortan im Gehorsam gegenüber der Thora leben. Erst nachdem Abraham dies geschworen hatte, erhielt er die beiden Manuskripte, die das magische Wissen enthielten. Interessanterweise
verlangte Abraham Elin als Preis 10 Goldflurinen, nicht für sich selbst, sondern um sie für 72 Arme in der Stadt zu verteilen. Also das ist so die Legende, die innerhalb des Buches auch erzählt wird. Das Werk, wie gesagt, enthält eben die autobiografische Einleitung über Abrahams reichender Ägypten, dann im zweiten Teil magische Instruktionen, die dann später zur heiligen Magie führen sollen in der Erzählung des Buches, und drittens die berühmten Buchstabenquartate. mit denen man dann angeblich Schätze finden, über Wasser laufen oder sogar Dämonen bannen kann.
Das erklärt Jesus Fähigkeit, nehme ich an. Tatsächlich hat der, der war ja auch in Ägypten, von da als Kind. Da läuft alles zusammen. Aber was ich sehr spannend finde ist eben, dass hier diese typische Mischung aus so ein bisschen kabbalistischer Magie, aber auch mit anderen magischen Vorstellungen aus dem Mittelalter zusammenlaufen, diese Idee, dass das alte Wissen eben irgendwie in Ägypten zu verorten ist, genauso wie bei der Alchemie, und man das nur dekodieren muss, um an das wahre alte geheime Wissen zu kommen, hier natürlich mit einem sehr starken jüdischen Anstrich. nicht nur, dass der Hauptcharakter eine Gestalt von Namensabrahm von Worms ist, sondern eben weil auch bei den Buchstabenquadraten es sehr viel
um hebräische Worte geht, zum Beispiel das Quadrat, das einem Magier die Fähigkeit verleihen soll, unter Wasser zu gehen und dort so lange zu bleiben, wie er möchte, also unter Wasser zu atmen, benutzt das hebräische Wort für Wasser, Maiam, und Dann steht da zum Beispiel in der ersten Zeile Mayam, in der zweiten Allora, der dritten Ioanni, der dritten Arola und in der vierten wieder Mayam.
Weil Mayam sich natürlich auch von hinten und vorne gleich lesen lässt, hat man dann so ein schönes Quadrat, wo von links nach rechts und von oben nach unten in alle Richtungen man Mayam lesen kann. Vorwärts und rückwärts. Magische Buchstaben -Geometrie. Hier das Wort enthält fünf Buchstaben. Genau. Und das sind fünf Wörter.
Absolut richtig. Ich glaube, ich darf dich das nächste erklären. Ich bin ein bisschen lost, das in so einem Audio -Format hier richtig rüberzubringen. Auf YouTube in den Videos werde ich das einblenden. Aber im Podcast muss man sowas natürlich gut beschreiben. Mal es euch am besten auf, wenn ihr es euch nicht vorstellen könnt. Oder lest mal rein ins Buch, das ist nicht schön aufgemalt.
In den Instruktionen heißt es sinngemäß, wer dieses Quadrat trägt oder während des Rituals auf sich anwendet, kann ohne Gefahr in Flüssen sehen oder Meeren verweilen und wird nicht vom Wasser ertränkt. Die zentrale Praxis des Buches ist aber die sogenannte Abramelin -Operation. Ein langes, strenges Ritual, das 6 bis 18 Monate dauern soll. Der Adept muss in Abgeschiedenheit leben, wie Crowley das auch vorhin erwähnt hat.
Tatsächlich wird aber auch beschrieben, dass man das auch in so einen Alltag einbinden kann. Also die Idee ist schon relativ alltagsnahe Magie dafür, dass es so lange angelegt ist, dass man quasi morgens und abends das vollführen könnte und zwischendrin auch arbeiten gehen kann zum Beispiel. Also Abgeschiedenheit optional, aber besser. Er muss auf jeden Fall in Reinheit leben, ohne Alkohol, ohne Sex, in täglichem Gebet. Am Ende erscheint so die Verheißung der Heilige Schutzengel. Eine Art persönliches, göttliches Gegenüber. Und um diesen Engel zu erreichen, muss der Magier aber vorher, so eine Art Prüfung, die zwölf Könige und Herzzüge der Hölle beschwören und binden. Dies. Dazu noch ein Zitat von McGregor
Mathers aus der Einleitung zum Buch der Heiligen Magie des Magiers Abra Melin von 1948. Dies... Also das ist eine spätere Ausgabe, aber ja. Dieser Mensch ist also das mittlere Wesen und der natürliche Herrscher über das mittlere Wesen zwischen den Engeln und den Dämonen. Und daher ist jedem Menschen von Natur aus sowohl ein Schutzengel als auch ein bösartiger Dämon verbunden. sowie bestimmte Geister, die zu Vertrauten werden können, sodass es ihm überlassen bleibt, demjenigen den Sieg zu geben, den er will. Ja, das ist ein bisschen wie man das auch so filmen kennt, wo auf der einen oder Cartoon, so auf der einen Schulter des Charakters dann ein kleines Engelchen erscheint und auf der anderen Seite ein kleines Teufelchen.
Die Idee hier ist aber ein bisschen, ja, ausgefeilter. Man muss erst durch zwölf Teufel durch, um Kontakt mit seinem Schussengel aufzunehmen. Jetzt habe ich mich natürlich gefragt in der Vorbereitung. Ich habe das in der Biografie Per Durabu von Richard Kaczynski gelesen. Zu Kaczynski ein kleiner Hinweis, der auch auf Patreon aufkam, dass der selber Mitglied von Telemar war und auch in anderen vergleichbaren Organisationen und damit... natürlich auch eine einseitige Sicht auf die Dinge habe und das stimmt. Das ist so, das Buch ist trotzdem eigentlich die Autorität für die, also ist eine der zwei Biografien, auf die sich eigentlich alle beziehen und die alles sehr grundlegend und eben sehr ausführlich recherchiert gilt.
Und deswegen verwenden wir sie. Wir lesen aber nicht nur Per Dorabo. Ich lese auch andere Sachen über Crowley, dass sie euch keine Sorgen macht, dass ich nur das erzähle. Auf jeden Fall habe ich das in der Per Dorabo -Biografie gelesen und habe mich dann gefragt, naja, wie bandt man denn jetzt die Zwölfkönige der Hölle? Das sollte man vielleicht erklären. Das könnte ja mal hilfreich sein, falls ihr in eine Situation kommt, in der ihr... als er zwölf Königen und Herzogen der Hölle begegnet, dann könnt ihr euch dran erinnern, dass ihr alle Zeit der Welt gehört habt in Podcasts für angewandte Magie und Dämonologie und wisst direkt, was ihr zu tun habt. Praktisch, oder?
Wunderbar. Wir liefern. Ich will nicht der Oberflächlichkeit irgendwie angeklagt werden. Nachdem ihr jetzt wisst, wie ihr unter Wasser atmen könnt und in Seen und Schlüssen verweilen und das Wasser euch erdrängt, Das zweite Beispiel, das Wortquadrat zur Bannung von Geistern und Dämonen. Das lasse ich dich jetzt einfach mal beschreiben, Jonas.
Okay. Es ist eigentlich genauso aufgebaut wie das erste. Es besteht aus fünf Wörtern, die untereinander geschrieben sind. Diese Wörter bestehen aus jeweils fünf Buchstaben. Und da steht... Sieht ein bisschen aus wie ein Kreuzworträtsel tatsächlich. Ja, und in dem Fall sind die Worte auch... Also es lässt sich von hinten... Also es lässt sich auch rückwärts lesen. So viel... Also ich... Na, vielleicht kläs ich einfach mal jedes Wort einzeln vor, damit ihr das auch gehört habt. Babal, Abrak, Raka, Akarp, Labab. Das war das Wortquartrat zur Bannung von Dämonen oder Geistern. Ähm...
Genau, also man kann es vorwärts oder rückwärts lesen. Es bilden sich dieselben Silben. Und in Abrak steckt auch schon das bekannte magische Wort Abrakadabra drin, wie euch vielleicht aufgefallen ist. Das ist eine Abwandlung davon. Und stammt aus der Spätantike, in der es als Schutzformel gegen Krankheit und böse Geister überliefert wurde. Ja, dazu mal demnächst vielleicht eine Premium -Folge oder einfach so eine Folge, ich bin mir noch ganz sicher, ob es Premium wird oder nicht. Aber ich habe einen längeren Ausflug noch in dieses Thema der magischen Worte und vor allem in die spannende Geschichte des Wortes Abrakadabra, das bestmagischen Wortes in unserem Wortschatz schlechthin gemacht. Also das vorbereitete
Skript ist noch nicht eingesprochen, aber das wird in nächster Zeit mal kommen und ich freue mich sehr drauf. Deiner Teaser hier. Aber ja, mit diesem Abracadabra Wortquartrat könnt ihr die 12 Könige und Herzogge der Hölle unter Kontrolle bringen und ihre Einflüsse binden, nur falls euch das mal passieren soll. Und das hat eben auch Crowley in seiner Mansion versucht. Nee, bei dem Loch Ness. Das Buch selber war in der sprühen Neuzeit. aus dem Mittelalter scheinbar kaum bekannt. Die frühesten Manuskripte, die wir haben, sind zwei Versionen aus dem Jahr 1608, also relativ spät, die in der deutschen Sprache verfasst sind und sich heute in Wolfenbüttel befinden. Erst die Edition und Übersetzung der
Neuzeit brachten es dann in den esoterischen Kanon. Die erste deutsche Erste Die deutsche Erstausgabe, also Wiederauflage, war dann von 1725, die englische Übersetzung von MacGregor Mathers von 1897, basierend aber nur auf einer unvollständigen französischen Kopie. Und die moderne vollständige Übersetzung durch Georg Dehn in den 1990er -Jahren, wenn ihr das mal im Detail selber lesen wollt, dann kauft euch den Dehn. Die Wirkung auf den westlichen Okultismus war enorm, also der Hermetic Order of the Golden Dawn war, ja, also diese Mischung aus Storytellung und praktischer Anleitung hat die absolut gepackt.
Und, ja, Crowley macht sich eben auch mit fanatischem Eifer daran, das umzusetzen, nennt sich dann selbst auch bei Lord Bullskin. Ja, läuft da in so schottischer Tracht rum, während er nicht versucht zu militieren oder die Dämonen zu beschwören. Doch so oft wird er in seinem Leben eben abgelenkt. Die Kämpfe, über die wir in der letzten Folge geredet haben, innerhalb des Order of the Golden Dawns riefen ihn dann nach Paris. Crowley verließ Bullskin mitten im Prozess, also mitten dabei, diese abrahamelische Operation durchzuführen.
Und der Legende nach hat das dazu geführt, dass er nicht mehr die Zeit hatte, die von ihm gerufenen Geister richtig zu bannen und das Haus voller unruhiger Kräfte aus dem Jenseits blieb seitdem. Crowley's eigene Hausvorwalt, Hugh Gillies. Erlitten jener Zeit auch mehrere Tragödien, darunter der Verlust zweier Kinder. Dazu habe ich tatsächlich verschiedene Geschichten erfunden, auch einen Bericht, der sich ein bisschen gelesen hat, als wäre das ein Mord gewesen von dem Haushälter an seiner gesamten Familie. In anderen Berichten wurde es als Verlust der Kinder beschrieben.
Der ist der Film mit Jack Nicholson, wo er sich durch so eine Tür mit der Axt schreien hängt. Also tatsächlich hat sich das in einem Bericht angehört, als wäre, nachdem Crowley abgereist wäre, mit quasi seinen unfertigern Operationen, dann so eine Art Shining auf Bullskin passiert. Dort vor Ort. Es wurde von Axe geredet und eben ein Mord an der Familie. Vielleicht, keine Ahnung, ich lasse euch mit beiden Versionen hier, könnt ihr euch überlegen, welche euch besser gefällt.
Auf jeden Fall war das der Anfang der Legendenbildung. Crowley selbst deutete später an, dass seine Experimente mit schwarzer Magie aus dem Guder gelaufen seien. Dazu noch ein Zitat aus dem Buch der Heiligen Magie des Magiers Adra Malin von McGregor Mathers. muss vor allem frei sein von den Begirten und Eitelkeiten der Welt. Denn die Engel Gottes wohnen nicht bei dem, der gierig ist nach Gold, noch bei dem, der sein Herz an die Lüste des Fleisches hängt. Darum sollst du dich absondern, dein Leben ordnen und im Gebet verharren, bis dein heiliger Schutzengel dir erscheint. Er wird dir alle Geheimnisse offenbaren und dich lehren, die du die bösen Geister in die Schranken weißt, damit sie dir nicht mehr
schaden. Aber schüte dich, mein Sohn, die Macht, die dir verliehen wird, für eiten Ruhm oder für irdische Güter zu gebrauchen. Denn der Herr, der sie gibt, kann sie auch wieder nehmen. Und größer ist das Verderben dessen, der mit heiligen Dingen frevelt, als das eines Ungläubigen, der nie davon gekostet hat. Diese Vorstellung, dass Crowley hier eben den Versuch abbrechen muss, mit seinem Schutzengel in Verbindung zu treten, das dann später in Mexiko wieder versucht hat, von Eckenstein, seinem Kletterkompatere dann darauf hingewiesen wurde, dass er selbst umkonzentriert sei und angefangen hat, Konzentrationsübungen zu machen und so weiter. All das ist quasi noch in Crowleys Hinterkopf, als er von der gescheiterten
K2 -Expedition zurückkommt nach Europa. und dann im November 1902 in Paris eintrifft. Die Stadt ist nach den Strapazen des Bergsteigens eine willkommene, moderne Erholung. In der Stadt der Lichter und der Liebe stürzt er sich ins Künstertreiben. Sein alter Freund, der Maler Gerald Kelly, führt ihn in die Pariser Bohem der Zeit ein. 1902 natürlich eine großartige Zeit in Paris zu sein. Crowley genießt das intellektuelle Flair des Salons verkehrt mit Bildhauern wie Auguste Rodin, dem er sogar dann eine Gedichtreihe verfasst, weil er von dem so begeistert ist, also großer Rodin -Fan zu der Zeit. Und in dieser freigeistigen Atmosphäre zwischen der Bohem der Stadt lernt Crowley dann auch Kellys Schwester Rose Addith Kelley kennen.
Eine Begegnung, die sein Leben verändern soll. Zunächst ist es bloß nur eine Randbekanntschaft, doch im August 1903 steht sie plötzlich in einer verzweifelten Lage. Ihre Familie will sie in eine von ihr unerwünschte Ehe dringen. Tatsächlich war das, glaube ich, so eine Art Liebesdreieck, von dem sie Crowley berichtet, dass es quasi zwei Männer gab. Mit dem einen kam es raus, jetzt will die Familie sie mit dem anderen verheiraten, aber eigentlich will sie keinen von den beiden mehr haben. Hat Crowley, der ihr Leid geklagt, er als Poet, müssen Sie das doch verstehen. So ein bisschen. Alles so, Crowley, der Rebell, hat da seine Gelegenheit gesehen, wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte, und ihr direkt
die Lösung angeboten. Wir können doch heiraten. Du und ich. Dann hat keiner der anderen mehr irgendwie, müssen alle ihre Ansprüche abmelden. Deine Familie hatte nichts vorzuschreiben. Und dann schauen wir weiter. Und ja. Man kann sich die Empörung der Verwandtschaft vorstellen, als Rose dann am 12. August 1903 in aller Heimlichkeit Elisabeth Crowley's Ehefrau wird. Für Crowley ist zunächst tatsächlich ein Freundschaftsdienst ihr Gegenüber und vielleicht ein kleiner Skandal aus Spaß und Freude. Gerald Kelly, sein Malerfreude ist komplett außer sich, der wusste davon nichts und war nicht eingeweiht und die Ehe aus Bequemlichkeit seiner Schwester zerstört dann erst mal die Freundschaft zwischen den beiden. Bald auf der Hochzeitsreise
entwickeln sich zwischen Alistair und Rose dann aber überraschend oder nicht überraschend echte Gefühle. Sie machen großen Urlaub, fahren von Paris nach Ägypten und dann weiter nach Südostasien. Und die beiden, ja. beginnen zu merken, dass sie gar nicht so schlecht zueinander passen. Crowley bemüht sich aufrichtig um Roses Zuneigung, schreibt ihr Liebesgedichte, die dann später in einer Sammlung namens Rosa Mundi veröffentlicht werden. Und Rose, selber eine gebildete Frau mit Humor, beginnt gefallen, an Crowley sehr exzentrischer Art zu finden und dass sie ihre Abenteuerlust jetzt ausleben kann. Gemeinsam als Mr. und Mrs. Crowley oder oft auch als selbsternannte Prinz Xiaokan und Prinzessin Urda machen sie
sich dann Anfang 1904 nach Ägypten auf. Die Folge heute ist auch so ein bisschen die Geschichte der ersten Ehe von Crowley. Es ist ein bisschen die Geschichte, wie er zufällig in diese Scheinheirat hineingestolpert ist, sie zur echten Heirat wurde und wie es den weiteren Weg von Crowley's Leben und Leben verändert hat. Also wahrscheinlich wäre Crowley ein ganz anderer, vielleicht auch in der Versenkung verschwundener Okultist geworden, wäre er nicht auf diese Reise mit Rose nach Ergücken gegangen. Im Kaiho des Jahres 1904 mieten Crowley und Rose eine luxuriöse Wohnung im europäischen Viertel. Um Eindruck zu schinden, geben sie sich als adliges Paar aus. Daher die orientalischen Alias -Namen, die übersetzt Meister oder Prinz,
der Bestie und schlicht Rose -Namen bedeuten. Crowley richtet in der Wohnung sofort einen persönlichen Tempelraum ein voll mit mitgebrachten Ritualgegenständen. Er studiert islamische Mystik und arabische Texte, aber noch viel lieber will er Rose seine magischen Künste demonstrieren. Eines Abends im März 1904 führt er sie in den improvisierten Tempel. Er plant, ihre Mentalgeister der Luft, sogenannte Sülfen, für Rose sichtbar zu beschwören. Mit dramatischen Gesten und Beschwörungsworten bemüht er sich, etwas Übernatürliches hervorzurufen.
Doch Rose scheint seltsam abwesend. Ihr Blick wird leer, sie starrt ins Nichts. Plötzlich flüstert sie wie in Trance. Sie warten auf dich. Trolley hält inne. Wer wartet auf ihn? Rose äußert sich kryptisch, spricht von einem Kind und Osiris. Crowley ist zunächst genervt. Er vermutet, dass Rose vielleicht schwanger und nur etwas entkräftet ist oder vielleicht ein bisschen zu viel getrunken hat. Am nächsten Tag versucht er es wieder. Und wieder verfällt Rose in diesen geisterhaften Zustand, murmelt sie warten auf dich. Crowley, der rationale Skeptiker hinter all seinem Okultismus, wird misstrauisch. Was redet Rose da? Am dritten Tag wagt er ein Experiment. Er befragt die in Tross befindliche Rose gezielt. Wer wartet? Rose
antwortet klar. Es ist Horus, der auf dich wartet. Crowley ist verblüfft. Horus. Der ägyptische Gotch mit dem Falschenkopf, Sohn des Osiris. Rose hatte vorher keinerlei tieferes Wissen über ägyptische Mythologie. Wie kommt sie gerade auf Horus? Ja, und Crowley fängt jetzt eben an, Rose im Detail zu prüfen, was ich sehr spannend finde, dass er tatsächlich da so kritisch ist und dass er erstmal davon ausgeht, dass sie ihn trügt oder sie schwanger oder betrunken ist. Die drei.
Also, sehr kritisch darüber, dass er wollte gerade für sie Geister beschwören. Und jetzt ist Sin Thorsen sagt ihm was und er ist direkt auf Miss Buster Kurs. Was ich ein bisschen lustig spannend als ich es gelesen habe. Der junge Crowley ist tatsächlich auf... Ja, es gab im Order of the Hermetic Dawn auch Leute, die diese Abramelien...
Operation durchgeführt haben, weil sie gesagt haben, da kommt man näher an sein Unterbewusstsein. Dieser Schutzengel, den jeder privat hat, ist so eine Art biologisches Phänomen. Und damit kann ich mit mir selbst in Kontakt treten und tiefere Wahrheiten über mich selber finden. Und es gibt auch Ausschnitte von Crowley, wo er das auch so ein bisschen psychologisiert. Ich meine, in der Zeit kam ja auch Freud und die Psychoanalyse erst auf, quasi. Und es gibt spannende Zitate von Crowley über Freud, wo er sagt, naja, eigentlich ist er wie ich auf der Suche, aber hat nur so einen kleinen Teil der Wahrheit gefunden und ich bin an der großen Wahrheit dran. Und der Meinung ist, dass die Vorstellung von, also auch
Freuds Verbindung zu dem Unbewussten oder dem Unterbewussten eben eigentlich auch besser mit magischen Ritualen als mit Therapie zulöst sein sozusagen. Crowley prüft Rose, also jetzt im Detail, stellt ihr Fragen zum Gott Horus über seine Ikonografie, seine Eigenschaften, seine heilige Farbe, seine traditionellen Feinde. Und Rose, die zuvor nie Okultistin war, beantwortet jede einzelne Frage richtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie all das rät, geht gegen Müll. Charlie muss schlucken. Offensichtlich spricht da etwas durch Rose. Und es spricht über Horus. Bist du tatsächlich der Quatsch selbst, der ihn ruft?
Rose verkündet schließlich, die Zeit sei gekommen Horus zu empfangen. Die Tag - und Nachtgleiche der Götter ist gekommen. Eine Equinox der Götter, einen Zeitenwandel, bei dem Horus die Führung übernimmt. Crowley nun absolut heuerhörig will seinen letzten eindeutigen Beweis. Er führt Rose am 18. März 1904 ins Ägyptische Museum von Cairo.
Dort fordert er sie auf, unter den hunderten Exponaten Horus zu identifizieren. Rose durchschreitet die Säle vorbei an zahlreichen Statuen und Reliefs von Horus -Figuren, ohne stehen zu bleiben. Crowley, der hinterherläuft, glaubt schon an einen Fehlschlag, doch Rose geht zielsicher in den zweiten Stock, steuert auf eine bestimmte Vitrine zu und zeigt auf eine Stele, da ist er. Crowley schaut sich das Ganze genauer an und tatsächlich sieht er auf der bemalten Holzstele das Bild des falkenköpfigen Gottes Rahuacuit, einer Form von Horus. Das eigentlich Beachtliche für ihn aber ist es etwas anderes.
Die Elementarnummer des Ausstellungsstücks lautet 666. Die Kiezahl, die in der Johannes -Auffenbarung als Zahl des Tieres berüchtigt ist und die Crowley mit seiner Kindheit und seinem damals spöttischen Beinamen das Tier 666 trägt. Er hat sich ja auch hier schon wieder der Meister des Tieres genannt und so weiter in seinem sich ausgesuchten Namen.
Also dass er das Tier ist und sein persönliches Datentier, das Tier 666, war zu der Zeit schon klar. Aber dass Rose genau diese Stele mit dem Horusgott ihm zeigt, hat ihn überzeugt. Und Crowley nennt dieses Artefakt fort an die Stele der Offenbarung. Für ihn ist absolut klar, hier verdichtet sich jetzt eine Botschaft, die persönlich an ihn gerichtet sein muss. Rob Rose ist Dadurch gewissermaßen Crowley's Medium geworden. Durch sie, so sieht er es, sprechen unsichtbare Intelligenzen zu ihm. Und Rose drängt ihn ein spezifisches Ritual durchzuführen, um Horus korrekt anzurufen. Crowley, der eigentlich ein großer Ritualmagier sein will und ja im Order of the Golden Dawn schon das klassische Ritualmagie studiert hat, hadert.
Rose gibt ihm Anweisungen, die ihm albern erscheinen, aber am Ende machte es, weil es darauf gesteht. Am 20. März 1904 um 22 Uhr befolgt Crowley schließlich Roses Instruktionen und vollzieht die vorgeschriebene Zeremonie. Mitten im Ritual bricht es aus Rose heraus. Die Tag - und Nachtgleiche Ergötter ist gekommen, verkündet sie in Trance. Die folgenden Tage verbringt Crowley vor allem damit, die Stil in Nummer 666 übersetzen zu lassen und ihr Geheimnis zu ergründen. Der Kurator des Museums Emil Bruksch hilft ihm, einen genauen Abdruck und eine französische Übersetzung der Hierographen zu bekommen. Da ich mich gefragt, was steht denn jetzt tatsächlich auf dieser Stele, und hast gefunden, bitte, für
euch, Jonas, Original Stehlenaufschrift der Stele, die eigentlich Anc F M Consu I heißt. Worte gesprochen von Osiris, das heißt dem Verstorbenen, Diener Gottes von Montu, Herr von Varset, Ankef N. Konzou, Verhaftiger der Stimme. O mein Herz meiner Mutter, o mein Herz meiner Mutter! O mein Herz, während ich auf Erden existierte, stehe nicht als Zeuge gegen mich. Widersetze dich mir nicht vor dem Gericht. sei mir nicht feindlich gesinnt in der Gegenwart des großen Gottes, des Herrn des Westens.
Obwohl ich mich mit dem Land, das heißt gestorben, im großen Westen des Himmels vereint habe, möge ich auf Erden gedeihen. Worte gesprochen von Osiris, dem Stullisten von Varset, Angeven Konzu, wahrhaftiger der Stimme. Oh, du, der du einzigartiger bist! der wie der Mond leuchtend, Osiris, Anc Fn Consu, tritt hervor aus deiner Menge. Oh befreier derer, die im Sonnenlicht sind, öffne für ihn die Unterwelt in der Tat, der Osiris, Anc Fn Consu, der am Tag hervorgeht, um alles zu tun, was ihm auf Erden unter den Lebenden gefiel.
Crowley dichtet den Text sogar in englische Verse um, aber bleibt unsicher, was er mit alledem anfangen soll. Das ist keine... Eindeutige Nachricht. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Nicht so richtig, nee. Zum Glück hat Rose weitere Eingebungen, die dann den entscheidenden Schritt bringen. Am 7. April fällt Rose erneut in Draus und teilt Crowley mit. Er solle in den nächsten drei Tagen jeweils Punkt 12 Uhr Mittag in seinem Tempelzimmer bereit sitzen. Schreibbereit betun sie. Er solle dann empfangen und niederschreiben, was auch immer komme. Crowley inzwischen überzeugt, dass durch Rose tatsächlich ein höherer Wille sprich gehorcht. Und so kommt es, dass Alistair Crowley am 8. April 1904 um 12 Uhr in seinem schattigen
Apartmentszimmer in Cairo an einem Schreibtisch sitzt. Vorsicht Papier und Stift und wartet. Vielleicht ist er nervös, vielleicht skeptisch, was um Himmels Willen sollte nun passieren. Wenn absolut nichts geschieht, stünde er ziemlich dumm da. Doch Crowley muss nicht lange krübeln. Genau zur Mittagsstunde vernimmt er eine Stimme.
Eine fremde Stimme, die aus dem Raum hinter seiner linken Schulter zu kommen scheint. Sie stellt sich vor als Iwas, der Bote des Horus. Crowley gerät in einen Zustand, den man als Diktat oder mediale Durchgabe bezeichnen kann. Die Stimme spricht mit feierlichem Zimpre und Crowley schreibt eilig alles mit. Später beschreibt er die Stimme des Aiwa so. Die Stimme war von tiefer Klangfarbe, musikalisch und ausdrucksvoll, mit feierlichen, wollüstigen, zärtlichen, grimmigen Tönen, je nach Stimmung der Botschaft. Das Englisch war frei von Akzent, vollkommen rein, ohne lokale Eigentümlichkeiten, was mich zunächst verblüffte.
Ich hatte den starken Eindruck, dass der Sprecher tatsächlich dort in der Ecke stand, in einem feinstofflichen Körper, durchsichtig wie Schleier oder Rauch. Er schien ein großer dunkler Mann in den 30ern, kräftig gebaut, mit dem Gesicht eines wilden Königs und verhüllten Augen, als ob sein Blick zerstören würde, was er anblickt.
Diese Erscheinung Ob nun real, imaginiert oder etwas dazwischen, diktiert Crowley nun Stunde um Stunde einem Text, drei Tage hintereinander, vom 8. bis zum 10. April, jeweils von 12. bis 13. Uhr. Und als Crowley dann am 10. April 1904 seine Fehler außerhand legt, hat er in einer erstaunlichen Fülle und relativem Kohärenz, ein Buch von knapp 220 Persen verfasst. Es trägt den natalischen Titel Lieber al -Velleges, später bekannt als das Buch des Gesetzes. Und dieses Buch verkündet nichts Geringeres als den Beginn eines neuen Zeitalters, wie das Rose ja schon ein bisschen eingeteasert hatte, des sogenannten Äons des Horus. Und es erklärt Alistair Crowley zum Propheten und herollt dieser neuen Ära. Die
Kernaussage ist lieber alles in knappen, prägnanten Slogans gefasst, die aber fortan sein Leben und Wirken definieren. Einer der ersten Sätze, die Ivers ihm diktiert, lautet... Bei meiner Enthüllung vor den Kindern der Menschen. Kurz darauf folgt das höchste Gebot seiner neuen Offenbarung. Tu, was du willst, soll das ganze Gesetz sein. Im Original. Do what thou wilt shall be the whole of the law. Und in einem Atemzug damit Liebe ist das Gesetz Liebe unter dem Willen. Love is the law, love under the will. Love under will.
Sehr rätselharten, poetischen. Seilen definieren dann die Philosophie von Telemarchisch Wille, die Crowley nun enthüllt wird. Also diese Religion, die er später gründen wird, wird ihm hier in seiner Grundlagenschrift diktiert und enthüllt quasi. Teil dieser Ideologie ist eben, dass jeder Mensch einen wahren eigenen Willen hat, eine artgöttliche Bestimmung oder Lebensaufgabe moralisch richtig ist. Es ist allein diesem wahren Willen zu folgen ungehindert von fremden Vorschriften.
Alle alten Moralvorstellungen werden damit relativiert. So ein quasi radikaler Subjektzivismus oder Individualismus. Sünde gibt es nicht in diesem neuen Wortschatz außerdem ein. gegen den eigenen Willen zu handeln und den eines anderen zu unterdrücken. Du hast kein Recht, außer deinem Willen, verkündet Iwas in liberal. Tu dies und kein anderer soll Nein sagen dürfen. Crowley selber beschreibt in seinen Confessions, wie er die Stellen danach staunend durchgelesen habe und ja, dass er eben ein Buch geschrieben hat, was die Ära der individuellen Selbstverwirklichung jetzt startet. Crowley selbst wird als der Auserwählte Priester des unendlichen Raumes angesprochen. Was jetzt kein kleiner Titel ist, oder? Also... Das hätte sich auch Master
of the Universe nennen können. Genau. Ganz interessant ist seine erste Reaktion auf all das. Er ist nämlich nicht so richtig begeistert. Also dafür, dass er jetzt drei Tage Buch geschrieben hat, in dem er selber der probare Prophet über das gesamte Universum für eine neue Religion ist, dafür ist er zunächst ziemlich ablehnend, muss man sagen. Und er fühlt sich ein bisschen eingeschüchtert, glaube ich, von der Radikalität dieses neuen Gesetzes, was er da bekommen hat, und es beschleißt ihn. zweifelnd in folgenden Wochen. Er fragt Rose, die sich an die Durchgabe des Textes kaum erinnern kann, um Rat. Er wendet sich an befreundete Ukolzisten und schickt einiges sogar Typoskripte dieses seltsamen Buches. Also Crowley, der zweifelnde
Prophet. Doch letztlich ignoriert Crowley viele der Anweisungen aus dem Liberal. Auch spannend. Das Buch selbst fordert ihn etwa auf, die Stele 666 aus dem Museum zu stehlen, seine eigene Insel zu befestigen und den Text in alle Sprachen zu übersetzen. Crowley tut nichts davon, er legt das Manuskript schließlich in eine Schublade, das so als wolle er es vergessen. Seils Bros habe später das Päckchen Papiere aus Versehen auf den Kamin gelegt, wo es jahrelang verborgen blieb, bis Crowley es Jahre später wiederfand.
Und dann ist publizierte, wie dem auch sei, Telemat, die neue Gesetzgebung, die neue Religion von Crowley, war damit in ihrer Grundlagenschrift geboren, auch wenn der Prophet noch haderte. Und in den folgenden Jahren würde er dann, ja, getragweite dessen, was in diesen drei April Tagen 1904 in Cairo geschehen ist, nachträglich eigentlich ganz begreifen. Es wird dann später für ihn sein Calling. Nach der Kairoa Offenbarung reißt das Ehepaar Crowley dann zunächst nach Europa zurück. Rose erwartet bald ein Kind. Im Juli 1905 bringt sie eine Tochter zur Welt, die auf den mystischen Namen Lilith getauft wird.
Alistair Crowley ist nun Vater. Doch Familiens Sinn war nie seine Stärke. Kaum vier Monate nach Liliths Geburt bricht er zu einer neuen, hoch riskanten Himalaya -Expedition auf. Diesmal am Kang Cheng Chung Gah, während Rose mit dem Baby in Calcutta zurückbleibt. Diese Unternehmung endet in einer Katastrophe. Mehrere Expeditionsteilnehmer sterben in einer Lawine, und Crowley wird später in der Presse dafür mitverantwortlich gemacht.
Inmitten dieses Dramas stirbt auch die kleine Lilith im Sommer 1906 an Typhus. Trowley ist weit weg, als seine erste Tochter in Roses Armen den letzten Atemzug macht. Dieser Verlust zerreißt Rose das Herz. Ihr Mann aber schreibt in seinem Tagebuch, er kühl, dass die Secret Chiefs, die geheimen Meister, ihm das Kind genommen hätten, als Teil seiner Prüfungen. Keine tröstenden Worte für Rose, keine väterliche Trauer sind überliefert.
Und ja, fand ich eine komische Mischung aus Egozentrik und gleichzeitig Verweigerung seiner Verantwortung, weil es war ja nicht seine Magie, sondern seine Reise, die das Kind, das hatte, glaube ich, Typhus. Ja. Ja, dann hat er das Tod verfeilt, rose dann zunehmend mit dem Alkohol. Und ja. Schon vorher hatte sie gerne getrunken, aber nun ertränkt sie ihren Schmerz in Brandy und Wein. Rowley reagiert darauf, eigentlich nur mit ungeduld und Verachtung. Er, der Apostel von Telemann, sieht in Roses Schwäche, wo er ein Verrat an ihrem wahren Willen sieht, ein großes Medium lässt sich hier zu gehen. Schnell hier beizustehen, flüchtet er sich in neue Affären und neue magische Projekte. 1907 wird Rose dann aber erneut schwanger
und bringt eine zweite Tochter zur Welt. Anne Lea, Spitzname Lula. Doch auch das hält Crowley nicht bewirklich über kaum zu Hause. Während Rosie ihm das Bibi kümmert, kündet Crowley zusammen mit dem Magier George Cecil Jones seinen eigenen okkulten Orden, den AA, nicht die Anonymen Alkoholiker, sondern den Agentum Astrum, und beginnt mit Feuereifer Schriften zu verfassen, die Telema verbreiten sollen. Also jetzt, 1907, Dort teile man dann jetzt doch zu seinem aktiven Inhalt. In dieser Zeit publiziert er auch die Zeitschrifte Equinox, also passend zur Zeitenwende, und schreibt Gedichte, Rituale und ein ganzes Konvolut heiliger Schriften im Rausch kreativer Inspiration und nicht nur im Rausch kreativer Inspiration, sondern auch
einfach nur im Rausch. Rose hingegen zerbricht allmählich. Ihr Mann schleppt sie 1908 in die Wüste Algeriens, wo sie bei seinen Visionsexperimenten mit Drogen assistieren soll. Ein dies als größer Trip, der in Rose völliger Erschöpfung endet. Zurück in London erholt sie sich nicht mehr richtig, hängt von Tag zu Tag mehr an der Flasche. 1909 beschließt Crowley, sich dann von ihr zu trennen.
Da eine Scheidung in damaligen England aber skandalös und schwierig ist, inszeniert sich Crowley Also insiniert Crowley in den Seitensprung, damit Rose ihn wegen Ehebruchs verklagen kann. Ja, da musste man wahrscheinlich auch nicht viel fälschen, wie er selber leicht zynisch festgestellt. Außerähnliche Affären hatte er ohnehin genug.
Rose willigt ein, ihn zu verlassen. Die Ehe wird rechtskräftig geschieden vor Gerichten und Crowley alle Schuld auf sich. Rose behält das Säugerecht für Töchterchen Lola Sasa. und erhält eine kleine Elemente. Viel kann ihr Crowley aber zu dem Teil nicht mehr bieten, denn er hat inzwischen weite Teile des großen Erbes, was er von seinem Vater bekommen hat, voraus gehabt. Also Crowley war bis jetzt reich und ist es jetzt nicht mehr.
Er hat zu viel Geld mit Poesie, mit teuren Büchern, mit Expeditionen in die Alpen und in den Himalaya. mit teuren Reisen und einem Lebensstil verausgabt, das jetzt am Ende eigentlich nicht mehr viel übrig ist. Die Tragödie endet damit aber noch nicht. Ohne Crowley geht Rose dann völlig in die Knie. Die Familie lässt sie 1911 in eine psychiatrische Heilanstalt einweisen, wo die Diagnose dann chronischer Alkoholismus mit Delirium Tremens ist. Später wird man sagen, sie habe dort in dieser Anstalt Umnachtung gerufen, ich war des Teufels Braut, und das waren Sachen, die dann später von der Presse ausgeschlachtet wurden. Wie glaubwürdig das ist, also sehr fragwürdig, aber rückwirkend waren das Sachen, die dann in
der Presse, als dann später viel über Crowley geschrieben wurde, solche Sachen, da wurde eben auch nicht Vorhalt gemacht. 1932 stirbt Rose, Addis Kelly, einsam und vergessen, Crowley, der auf seine Weise stets Zuneigung für Rose, also naja. ist dann nach dem Tod des Kindes, verfasst noch ein markabresselterrarisches Denkmal, das Gedicht Rosa, die Zidua, die abgefallene Rose, in dem er den Abschluss, das Ende ihrer Beziehung verarbeitet. Er hat ihr nie verziehen, dass Lilith gestorben ist. Er hat gesagt, sie hat ein Baby, also den den Kopf, den Nuckel von einer Bibiflasche oder eine Bibiflasche nicht richtig desinfiziert mit kochendem Wasser und deswegen wäre die Tochter gestorben und sie hätte das nur vergessen, weil
sie betrunken war. Und dadurch war für ihn diese Verbindung zwischen quasi ihrem Alkoholismus und ihrem Suchtproblem mit dem Tod der Tochter verbunden. Und es war nie seine Schuld dafür, dass die beiden die Einjährige auf dem Dampfschiff nach Calcutta auf Wochen lang irgendwie geschafft hatte. Das war nicht das Problem, sondern das Problem bei ihr Alkoholismus. Damit hat er seine eigene Verantwortung abgelehnt und alles auf sie geschoben und hatte dann am Ende eben sehr wenig Mitgefühl mit ihr, obwohl sie dann noch ein zweites Kind hat. Der richtige Arschloch.
Ja, also jetzt endet der Trinitimes so eine Geschichte damit, dass Crowley sein neues Lebensinhalt gefunden hat, nämlich Telemann. wieder am Gründen von okkulten Orten ist und weiterhin ganz viel schreibt und publiziert. Inzwischen ist er 30 Jahre alt und hat aber kein Geld mehr. Sein bürgerliches Leben zerbricht zunehmend. Familie, Freundschaft, die Ehe. Alles opfert er oder zerstörte er auch rücksichtslohnsten Dienste seiner Vision. macht sich jetzt auf in der Zeit des ersten Weltkrieges, in ein sehr bewegtes 20. Jahrhundert, bei dem Crowley nicht nur Stress mit Mussolini und den Faschisten in Italien haben wird, sondern auch in Berlin der 30er Jahre unterwegs ist. Vielleicht Spion ist in Amerika, wer weiß, wir werden es
besprechen nächstes Mal. Während dem zweiten Weltkrieg wahrscheinlich Ian Fleming getroffen hat, den Mann der James Bond geschrieben hat. und viele andere Leute absinnt in den Südstaaten versucht, testet und ja, sein Leben auf eine sehr interessante Weise weiterführt. Also Crowley wird jetzt eigentlich so richtig spannend. Und wir haben schon drei spannende Folgen zu ihm aufgenommen. Und jetzt geht's eigentlich erst so richtig los. Zur Namensaussprache haben wir ein sehr gutes Feedback bekommen, eine E -Mail, in der wir darauf hingewiesen wurden, dass es nicht ganz geklärt ist und wir auch keine Audioaufnahmen von ihm selber haben, wo er es ausspricht. Aber es ist entweder Crowley oder... Crowley? Oder
wie kann man noch sagen? Weit Crowley. Wir sagen immer Crowley? Nein. Aber Crowley würde ich wahrscheinlich auch sagen. Crowley. Ich glaube Crowley ist richtiger. Alistair Crowley. Von daher... Wir werden wahrscheinlich weiter Crowley sagen. Für den Rest der Folgen. Potenziell. Könnte es aber auch sein, dass wir den Namen jetzt tausendmal falsch ausgesprochen haben und noch tausendmal falsch aussprechen werden. Nur, dass ihr das bedenkt. Wir haben da keine Autorität auf die richtige Aussprache.
Bei Wikipedia in Lautschrift steht, glaube ich, Crowley. Aber, ja. Crowley, Crowley. Er weiß schon, wer gemeint ist. Und ihr bist es auch alle. Ja, und ihr seid jetzt so ausgerüstet mit den Buchstabenquadraten, dass ihr ihn vielleicht sogar auch bannen könnt. Ihr könnt ihn beschwören und bannen jetzt, Natalia. Ja, genau. Ansonsten, Jonas, was hältst du vom Leben von Crowley oder Crowley diesher? Ja, es passiert so unheimlich viel. Er ist gerade 30 und er hat... Er hat eigentlich schon zwei Leben durchgelebt, gefühlt. Ja, ist halt ... Natürlich muss er jetzt nicht Menschen runterziehen oder, keine Ahnung, zerstören jetzt so langsam, die ihm nahestehen. Mit Tochter, Exfrau, was weiß ich. Das ist ja so ein bekanntes
Muster bei den Leuten, die wir hier so behandeln. Ja. Und ich bin jetzt gespannt, wie es weitergeht mit Mermaggie. Heute ging es ja auch sehr viel um seine Beziehung. Genau. Wenn ihr das cool findet, was wir machen und das gerne unterstützen wollt, dass wir nach unserem Feierabend abends noch Podcast -Folgen vorbereiten, aufnehmen oder schneiden, dann unterstützt uns gerne auf YouTube mit einer Mitgliedschaft oder bei patreon .com slash alle Zeit der Welt. Ich mach den Link auch wie immer in die Folgenbeschreibung. Da kriegt ihr alle Folgen ein paar Tage früher, werbefrei, ab und zu bei Premium Folgen, ab und zu auch ein paar Premium Posts, wo ich irgendwie Lesematerialien hochlade oder lustige Bilder, die ich noch gefunden
habe oder so. Ihr könnt auch kostenlos Mitglieder werden. Dort erst mal euch das anschauen. Da kriegt ihr nicht alles mit, aber das kann man auch machen. und sich dann überlegen, ob man da noch irgendwie hochstufen will. Ihr könnt auch genannt werden als Produzenten oder Produzentinnen der Folge. Wir bedanken uns jedes Mal ganz herzlich beim cooleren Herr Fischer vom Ardennes Gymnasium.
Vielen lieben Dank. Und... Ja. Ich denke, wir hören uns nächste Woche wahrscheinlich mit dem nächsten Teil zu Alistair Crowley. Crowley. Scheiße. Jetzt hab ich dir für den Namen einmal aufgemacht. Das werd ich nie wieder einheitlich aussprechen können. Naja, eher fest, wen wir meinen und... Ihr wisst mich. Das ist das Wichtige. Ja. Lasst es in der Bewertung da. Wenn ihr uns auf Spotify oder Apple Podcasts hört, gerne teilt das mit Leuten, die sich für weißen Wortquadrate, die Dämonen bannen oder Magier oder Geschichte interessieren.
Teilt das gerne an alle. Wir freuen uns darüber. Jonas, bis nächstes Mal zum nächsten Mal.