
Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 134
Nephilim, Zyklopen, Zeitungsriesen: Die Geschichte der Riesen
Freitag, 21. November 2025 · 2 h 19
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Shownotes
Diese Episode taucht tief ein in die lange Geschichte der Riesen. Von den Nephilim des Alten Testaments über antike und mittelalterliche Überlieferungen bis hin zu spektakulären Funden der frühen Neuzeit reicht der historische Stoff. Dazu kommen die Zeitungsriesen des 19. Jahrhunderts, die später die pseudoarchäologische Literatur des 20. Jahrhunderts beeinflussten und in modernen Verschwörungstheorien wieder auftauchen.
Berichtigung: Nicht der Fälscher George Hull "entdeckte" den Riesen, sondern die Arbeiter von dessen Cousin und Komplizen William "Stub" Newell, dem die Farm gehörte.
#riesen #nephilim #zyklopen #geschichte #amerika #allezeitderwelt
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Mehr von Leif Inselmann findet ihr u.a. hier: wunderkammer.inselmann.net
Kapitel
• Intro
• Was sind Riesen und warum faszinieren sie uns
• Riesen in Mythologie Sagen und Märchen
• Einstieg in moderne Riesenmythen Internet und KI Bilder
• Nephilim im Alten Testament Ursprung und Bedeutung
• Göttersöhne Ugarit Texte und frühe Bibelauslegung
• Die Septuaginta und die Übersetzung zu Giganten
• Riesen im frühen Judentum und Christentum
• Riesen in Antike und Mittelalter Literatur und Edda
• Die verschwimmenden Grenzen zwischen Helden und Riesen
• Naturkundliche Erklärungen der frühen Neuzeit
• Athanasius Kircher und klassische Riesenfunde
• Beispiele berühmter Funde Riese von Reiden und Co
• Der Übergang ins 19. Jahrhundert
• Die Ära der Zeitungsriesen in den USA
• Pseudoarchäologie und Sensationsfunde
• Warum die Zeitungsberichte später ignoriert wurden
• Die Mysteries Bewegung und die Präastronautik
Quellen & Literatur:
• Inselmann, L. 2024: Gebeine von Giganten. Funde von Riesenskeletten zwischen Geschichte und Verschwörungsmythos. Skeptiker 37/4, 164‒175. wunderkammer.inselmann.net/2232
• White, A.: “Ancient Giants”. andywhiteanthropology.com/ancient-giants.html (diverse kritische Artikel zu Zeitungsriesen)
• Colavito, J.: Giants in the Earth. jasoncolavito.com/giants-in-the-earth.html (diverse kritische Artikel und Quellen zu Zeitungsriesen u.a.)
• Inselmann, L. 2021: A Race of Giants? – Riesenskelette aus Georgia. wunderkammer.inselmann.net/256
• Ganze Literaturliste: docs.google.com/document/d/19ziyRVeajj_g4mB1de…
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Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt. Heute wieder mit Leif Inselmann. Hallo Life. Hallo, hallo. Wir reden über ein Thema, das dir sehr am Herzen liegt und ich extrem spannend finde. Wir reden über Riesen. Ja, diesmal haben wir uns was Großes vorgenommen. So eine Riesenfolge über große Menschen oder was? Um was geht's? Geht's um Basketballspieler?
Was der Plan? Nicht direkt. Ja, Riesen genau wie Zwerge ... sind natürlich als Worte missverständlich in unserer Sprache, weil wir damit zweierlei bezeichnen. Einerseits sehr große oder kleine Menschen oder eben spezifische Arten von Fabelwesen, die eben keine Menschen im engeren Sinne sind. Und ja, um letztere soll es diesmal gehen, um nicht -menschliche oder mehr - oder weniger -menschliche Riesen. Das heißt ja, nicht große Menschen, es geht um die Vorstellung... dass es andere Menschenarten gab auf der Welt, die eben sehr viel größer waren und die auch unter den Teppich gekehrt werden.
Also Teil unserer heutigen Geschichte ist nicht nur der Glaube an Riesen, sondern auch der Glaube daran, dass die Regierung irgendjemand uns vor diesem geheimen Riesenwissen bewahren will oder das vor uns vor uns vorenthält. Und wir sind deswegen heute in die verschiedensten Abgründe von Riesentheorien werden wir hinabsteigen, Menschen nachvermessen. Also Riesen kommen ja von in den Überlieferungen diverser Kulturen vor, in Mythen, Sagen, Märchen, Literatur. Helden sagen und so weiter. Aber um all diese soll es diesmal nicht primär gehen, sondern eben tatsächlich um die Naturkunde der Riesen. Also die Frage, ob es Riesen wirklich gegeben hat und ob es materielle Überreste, Briche, Riesenknochen, Riesen -Sklette
gibt, die tatsächlich gefunden wurden, wie manche behaupten. Ich muss bei dem Thema immer automatisch an so KI -Bilder auf Facebook denken. Ich habe, glaube ich, mehr Riesen Footage gesehen in den sozialen Medien, auch in den YouTube Shorts und so weiter, seit es KI gibt, weil natürlich jetzt auch die Leute, die keinen Photoshop benutzen können, Riesenskeletten finden können im Internet sozusagen. Und da werden ganz alte Traditionen fortgeführt, die bis in die frühesten Zeiten der Nachrichten in Amerika oder des Zeitungswesens überhaupt zurückgehen in Amerika. Dazu später mehr. Was ich extrem spannend fand, war, dass nicht nur Leute im Internet darüber reden oder in Zeitungen aus 19. Jahrhundert oder unsere
gute Freundin Helena Blavatsky, sondern dass es auch Mitglieder der amerikanischen Regierung gibt, für die es ein Herzensanliegen ist, endlich Aufklärung um die Riesen voranzutreiben. Menschen, die wissen, was wirklich aktuell wichtig ist und die Gesellschaft braucht, nämlich Aufklärung zu Themen Riesen. So ist es. Ja, die Rede ist von dem republikanischen Abgeordneten Eric Burles, der letztens etwas in die Medien damit geriet, was jetzt auch unser aktueller Aufhänger für das Thema ist. Ja, der war nämlich zu Gast bei Alex Dein. Das ist ein eher rechtsgerichteter Talk -Show -Moderator, der auch eine durchaus sehr unterhaltsame, humorvolle Show machte, auch wenn sie auf normale Europäer wie uns doch etwas
verstörend wirkt, wenn man sich das so anschaut. Da war er eben zu Gast und dann kam die Frage auch auf das Thema Riesen. Und um es einzuordnen, das war jetzt im Juni? Juli? Juli 25? Genau, also sie beginnen das Interview mit einem so banalen Thema wie UFOs und Aliens und ob es sich bei UFOs eigentlich um interdimensionale Wesen handeln könnte. Das klingt sehr frag nach Science Fiction. Ich habe eher den Eindruck, interdimensionale Wesen ist in der evangelikalen Rechten in den USA einfach nur ein pseudo -intellektueller Ausdruck für Engel und Dämonen. Aber davon kommen sie dann eben auch auf ein anderes Thema, das dem Talkmaster sie am Herzen liegt. Ja. Die Euphorie ist ihm da geradezu anzuhören, dass endlich mal
jemand Offizielle sich dazu bekennt, tatsächlich an Riesen zu glauben. Ja, und es geht sogar noch weiter. I'm on oversight, so we have oversight over the Smithsonian. Well, let's go in there and look, I'll help you guys. I'll bring the flashlights. I'll probably actually hurry. Let somebody actually don't let me touch it, because I'll mess something up. Ja, das Smithsonian, was ist denn das? Muss ich glaube ich kurz einordnen für alle. Ja, die Smithsonian Institution ist die wichtigste Museums - und Vorfunksinstitution in den Vereinigten Staaten. Also ein gewaltiger Museumskomplex, vor allem auch in Waffington DC, mit riesigen Sammlungen, diversen Museen, also insgesamt glaube ich sogar einer der größten,
wenn nicht der größte Museumskomplex der Welt, bereits im 19. Jahrhundert gegründet worden und vor allem auch sehr viel zur Archäologie, Ethnologie, Anthropologie und so immer gesammelt und geforscht haben. Ja und diese Institution ist mittlerweile einer der, ja... Feinde der politischen Rechten, auch gerade der neuen Trump -Regierung. Die einen oder andere werden es wahrscheinlich auch in letzter Zeit aus den Medien mitgekriegt haben, dass die Smithsonian Institution unter Befuß geraten ist von der Regierung und jetzt auf Linie gebracht werden soll. Aber dabei geht es eben mitnichten nur darum, dass deren Umtriebe vogue und unamerikanisch sein, wie es dort dann immer heißt. Sondern diese Aversion gegen die Smithsonian
Institution hat durchaus eine tiefere Vorgeschichte. Unter anderem eben mit dieser Behauptung, was hier auch angeschnitten wird, dass die Tatsächliche die Knochen und Skelette von Riesen vor der Bevölkerung verheimlichen würden. Wir haben nicht nur eine Riesensammlung, wir haben auch eine Riesensammlung.
So ist es, eine Riesen -Riesensammlung. Und die ist geheim. Und jetzt endlich mit Trump werden die Riesenskeletten alle wollen die ganze Zeit nur die Epstein -Files haben und das bekommen sie Diskussionen über Riesenknochen. Ja. sind bestimmt alle in derselben Lagerhalle da bei der Bundeslade und den ganzen UFO -Akten irgendwie unter der Area 51. Gerade wenn man sich das Interview da an sieht, hört sich das dort ja sehr komödiante von wenig Ernst gemeinte an. Allerdings, im Kontext erkennt man dann, die meint es durchaus ernst.
Besagter Eric Burleson zum Beispiel war auch kurz darauf, wie er da auch schon ankündigte, Gast bei der Nefcon, also einer Konferenz zum Thema UFOs, Aliens, Bigfoot und eben Riesen, wie von einem Titel Nefcon, also von Nephilim, abgeleitet ist. Convention. Also für Fans, die nicht nur Fans von den, keine Ahnung, irgendwelchen Filmen sind oder irgendwie Subkulturen. Es ist auch eine Subkultur, die sich da versammelt.
Das ist eben die Ancient Aliens Fraktion. Genau. Oder andere, nicht nur. Und andere. Dazu kommen wir dann am Ende, wie auch diese diversen Subkulturen von Pseudoarchäologie, Pre -Astronautik, Riesenkunde, äh, christlichen Fundamentalismus und so weiter sich überfneiden und da eine ganz unheilige Melonfaire eingegangen sind. Eine unheilige Allianz. Genau.
Um all das einmal näher aufzudrösen, wollen wir euch dann mitnehmen, down ins Wabbithole, ins Kaninchenloch. Ja, und einmal nachzeichnen, was es denn mit den Riesenskletten auf sich hatte. Denn das ist tatsächlich zwar jetzt wieder ein aktuelles, aber keinesfalls ein neues Thema, sondern geht bis in die Antike zurück. Also wir wollen nicht bei Pontius und Pilatus anfangen, sondern sogar noch früher. Wie so üblich bei den Folgen mit dir. Und die große Frage ist natürlich, werden da wirklich geheime Knochen versteckt und hat der Senator recht? Ich mein, der wurde demokratisch gewählt, da muss ja was dran sein.
Ja natürlich, der erzählt ja keinen Quatsch. Er ist natürlich auch nicht der einzige, der da im Moment was von Riesen erzählte, sondern er kann sich stützen auf einen Riesenhaufen von Publikationen, die in den letzten Jahren erschienen sind, diverse populärwissenschaftliche Bücher, die eben ernsthaft behaupten, es habe so eine Rasse von Riesen gegeben. 2014 kam da auch eine relativ erfolgreiche Doku -Serie raus unter dem Titel Search for the Lost Giants, beim Qualitätssender History, wo ja auch der Dauerbrenner Ancient Aliens läuft. Und wir können uns ja mal den klappen Text von einem dieser Bücher von den beiden Serienschöpfern Jim Viewa und Jude Newman ansehen. Das Buch Giants on Record. Über einen Zeitraum von 200 Jahren
haben Tausende von Zeitungsberichten, Stadt - und Regionalkroniken, Briefen, Fotos, Tagebüchern und wissenschaftlichen Zeitschriften die Existenz einer antiken Rasse von Riesen in Nordamerika dokumentiert. In prähistorischen Grabhügeln, Grabkammern, Höhlen, geometrischen Erdwerken und alten Schlachtfeldern wurden Berichten zufolge extrem große Skelette gefunden, die von 7 Fuß bis zu einer Größe von 18 Fuß reichen. also über zwei Meter oder sogar das Mehrfache. Auch über seltsame anatomische Anomalien wie doppelte Zahnreihen gehörnte Schädel, massive Kiefer, die über ein modernes Gesicht passen und längliche Schädel wird berichtet. Viele dieser Erdeckungen wurden an die Smithsonian Institution in Washington
DC geschickt, woraufhin nie wieder von ihnen gehört wurde. Dieses Buch enthüllt auch Wie früher Entdecker Amerikas diese Giganten aus erster Hand erlebten, darunter Sir Francis Drake, John Smith und sogar einige der ersten Präsidenten. Legenden und Mythen, in denen von kannibalischen rothaarigen Riesen die Rede ist. Wie die Heimgesellschaften wie die Rosenkreuzer, Freimauer und Theosophen in ihrer Literatur die Existenz von Riesenmenschen in der Vergangenheit als historische Tatsache behaupten. Wie die Riesen mit denen die Sofa Menschen aus Sibirien, den Nephilim der biblischen Überlieferung und anderen Kulturen in Verbindung stehen können. Wow, was für ein Cocktail! Also...
Ja, man hört schon, da steckt einiges drin, was da irgendwie vermischt wird. von der Bibel bis zur modernen Paleoanthropologie mit den Denisovamenfen, alte Zeitungsberichte, Präsidenten, Entdecker, Kannibalen, Theosophen, also alles, wofür man alle Zeit der Welt hört. Und bütig, dass die Freimaurer die Rosenkreuze auch nirgendwo nicht auftragen können. Und auch mal wieder in einem ... Atemzug genannt werden, als wären die nicht natürliche Feinde gewesen, damals auf dem gleichen Markt. Ja, aber einnehmen konnten sie sich darauf, dass es Riesen gab. Ja, stimmt, guter Punkt.
Wenn sie sich da einig waren, dann muss was dran sein. Die konnten sich sonst nicht leiden. So ist es. Wobei es viele Leute geben, die mir böse sind. Natürlich gab es viele Leute, die quasi, es gab die Rosenkreuzerischen, Freimauerologen und es gab, ich weiß schon, hört euch die Luminatenfolge an, da drösel ich es ernsthaft auf. Ja, wir können ja mal am Anfang ja anfangen. Wo haben wir denn die ersten Berichte über Riesen? Natürlich in der Antike. Normalerweise würde ich ja immer mit dem antiken Mesopotamien anfangen, aber tatsächlich ist das erstaunlicherweise eine der wenigen alten Kulturen, wo wir eigentlich keine Quellen über Riesen haben. Also da haben wir zwar den Gilgamesh, der ist zu zwei Dritteln Gott und einem Drittel
der Mensch, also so was wie ein Halbgott, der ist angeblich 11 Ellen groß, 5 ,50 Meter, umgerechnet, aber das ist eben ein einzelnes Individuum. Wir haben da aber keine Überlieferung von ganzen Riesenvölkern oder so. Dafür müssen wir davon in die Nachbarkulturen gucken, wie eben die alten Griechen und Römer oder eben vor allem auch das alte Israel, sprich das alte Testament. Mehrfach angesprochen wurden jetzt ja von die Nephilim, die bereits ganz am Anfang der Bibel erwähnt werden. Dort heißt es nämlich kurz nach der Schöpfung und Adem und Eva, direkt vor der Sintflut, als die Menschen immer zahlreicher wurden und sich auf der Erde ausbreiteten, sahen die Gottesöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und
nahmen sich die zu Frauen, die ihnen gefielen. Damals lebten die Riesen, Nephilim, auf der Erde und auch dann noch, als die Gottesöhne Kinder mit den Menschentöchtern hatten. Das wurden die Helden der Vorzeit, berühmte Männer, Rephaim. Im 1 .Mose 6, Vers 1 -4. Die Stelle haben wir ja auch schon ein bisschen angesprochen in unserer ersten Anunnaki -Folge, da wird das natürlich auch immer gerne zitiert in der Szene. Ja, wir haben also ja einen Ausschnitt aus einer uralten Mythologie, die dort in der uns heute vorliegenden Bibel offensichtlich nur angeschnitten wird und gar nicht so wirklich selbsterklärend ist. Also da gibt es um diese Gottes -Söhne, die mit Menschen, Frauen, Kindern zeugen. Wer diese Gottes -Söhne
sind, dazu gibt es und gab es auch schon seit langem verschiedene Auffassungen. Also tatsächlich hier wissen wir aus den Keilfrüfftexten aus Ugarit, das war ein Stadtstaat an der syrischen Küste in der Bronzezeit, also dann bis etwa 1200 v. Chr., dass damit ursprünglich die ganzen anderen Götter gemeint waren, eben die Söhne des höchsten Gottes Eel. Daher kommt dieser Begriff Ja, die Bibel, die uns vorliegt, ist in großen Teilen natürlich von der Monotheiste. Also da sind die anderen Götter eigentlich rausgedacht. Also da feiern das irgendwelche Söhne des einen Gottes zu sein. In späteren Schriften, wie zum Beispiel dem Buch Hennog, das ja auch bezüglich Riesen sehr viel zitiert wird, da wird dann klar gemacht,
dass das Engel sind, die eben vom Himmel herabsteigen, die Menschen Kultur und allerlei Fantaten lehren und eben die Riesen zeugen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch schon in der Antike die Interpretation, dass wir es hier eigentlich nur mit den zwei Stämmen der Menschen zu tun haben. Einerseits den Guten, den Abkömmlingen von Seed, also dem dritten Sohn von Adam und Eva, den Söhnen Gottes.
Und auf der anderen Seite den Abkommen von keinem, also praktisch dem bösen Geschlecht, das sind dann die Töchter der Menschen. Und es ist ja noch dieses generelle Problem, was wir in vielen religiösen Texten haben, dass es da vorher schon Glaubensvorstellungen gab, die irgendwie mit reinkorporiert werden müssen in neue theologische Dogmen. Und im Alten Testament sehen wir ja, wenn wir uns die Zeiten anschauen der Propheten, zum Beispiel, die ja dann sich mit anderen Priesterschaften quasi gebettelt haben, wessen Gott jetzt das Feuer schneller löscht oder so Kämpfe mit den Elementen gemacht haben. Und da ist die Vorstellung, dass es nur einen Gott gibt, ja noch irgendwie offensichtlich nicht verbreitet, weil die ganze
Zeit sich mit den anderen Göttern gestritten wird. Also da gibt es ja offensichtlich die anderen noch. Und es gibt auch noch dann die Geschichten, wo eben die Söhne Gottes mit am Hof sind. Zum Beispiel in der Geschichte von Job, wo wir so ältere oder solche Überbleibchen auch wieder... Der Hofstadt Gottes kommt ja immer wieder vor.
Auch der Höchste Gott braucht ja irgendwie einen Hofstadt. Später stellt man sich dann halt die Engel darunter vor. Ja, und aus dieser reichen Mythologie scheint auch dann diese Stelle dort irgendwie abzustammen. Dann hat man eben diese Nephilimme. Das wird seit der ersten griechischen Übersetzung, der Septuaginta, mit Gigantis übersetzt.
Also da wird dann klar gemacht, das sind Riesen. Oder was eben dann auch die alten Griechen sich unter Riesen vorstellen. Ursprünglich ist das gar nicht mal so klar, was dieses Wort Nephilim eigentlich bedeutet. Es gibt verschiedene Ableitungen, vor allem auch von der Brüchenwurzel Nafal, was für wir herabfallen bedeutet. Das hat man teilweise als sowas wie die Gefallenen interpretiert, also gefallene Engel und so weiter. Oder auch als diejenigen, die andere, nämlich die Menschen zum Abfallen von Gott bewegen. Ein anderer Ansatz, den ich auch recht überzeugend finde, ist tatsächlich, dass Das Wort Nafal im Sinne von herabfallen oder so in der Bibel eigentlich nur in einem anderen Sinne verwendet wird, nämlich im Bezug
auf Fehlgeburten. Also dass der Fötus abfällt gewissermaßen. Also vielleicht könnte man Nephilim auch mit so was wie Missgeburten oder so überdenken. Genau. Und die werden hier dann auch gleich identifiziert mit den Helden der Vorzeit im Original Geborim. Also auch das so ein Begriff eben für Heldenfiguren und Krieger. damals in der alten Levante und mit den Rephaim, was dann in der deutschen Übersetzung gerne als berühmter Männer oder so wiedergegeben wird. Und da haben wir wieder eben so eine alte Vorstellung. Wir wissen nämlich wiederum aus Ugarit. Da waren die Rapioumach, was diese gleiche Wurzel ist wie Rephaim, die Ahnengeister der früheren Könige und so. Also so eine Art Ahnen und Heroenkult. Dagegen polemisiert die Bibel
aber schon. Die will diesen Kult, den es offensichtlich in irgendeiner Form gibt, madig machen und abschaffen. Da wird an anderen Stellen auch immer gesagt, das sind nur irgendwelche machtlosen Schatten in der Unterwelt, die Gott natürlich völlig unterlegen sind. Aber hier werden die dann gleichzeitig auch wieder mit diesen Riesen der Vorzeit identifiziert, die dann natürlich zur Zeit, wo das aufgeschrieben wird, bereits längste Tote in der Unterwelt sind.
Und ja, Riesen kommen dann auch noch an spätere Stelle in der Bibel vor, nämlich wenn Mose ja das Volk Israel aus Ägypten herausführt, beim Exodus, und die dann ins gelobte Land einfallen, nach Kanaan, da begegnen sie eben auch verfiedenen Riesenvölkern. Wie zum Beispiel den Anakithern, also den Nachkommen von Anak, die eben dort in dem Land bereits leben, und die werden dann bei der Eroberung durch Joshua alle ausgerottet.
Da wird auch zum Beispiel der König Ogg von Bafaren erwähnt. Bafar war so ein Land etwa im Gebiet der heutigen Golan -Höhen und der habe angeblich ein riesiges eisernes Bett besessen, heißt es dort. Das Maße auch in der Bibel angegeben werden. Es könnte durchaus sein, dass sich das tatsächlich auf einen realen Platz, auf ein reales Monument bezieht. Denn interessant ist, dass wir genau in der Gegend auch sehr viele alte Megalitgräber aus der frühen Bronzezeit haben. Also ganz ähnlich wie unsere Hühngräber oder Dolmen hier in Nordeuropa gab es eben auch dort diese alten Grabmonumente, die dann vielleicht so mystifiziert wurden und eben mit diesen vorzeitlichen Riesen identifiziert.
Ich erinnere mich an die Geschichte von Jericho, die ja in dieser Eroberungsgeschichte auch mit dem Erdboden gleichgemacht wird, dadurch das Außenrum in den Posaunen gelaufen wird und so weiter. Und tatsächlich ist glaube ich, korrigiere mich bitte wenn ich da falsch bin, aber der archäologische Standards zu dem Zeitpunkt... als die angekommen sein hätten sollten, das gar nicht besiedelt war und es quasi viel höhere Besiedelungen gab, wo es Ascheschichten gibt. Aber zu dem Zeitpunkt, als sie ankamen, haben sie wahrscheinlich eine zerstörte Stadt gefunden. Und dann erzählt das Frau und wir übrigens. Habt ihr eine kaputte Stadt gesehen? Ich bin da rumgelaufen, bis die so kaputt war. Blickt euch nicht mit mir an.
Es ist schön, den Enkel zu erzählen. Wir haben die erlegt, die da hinten das große Bett gebaut haben. Kennt ihr das Riesensteinbett in den Bergen? Die, die da drauf geschlagen haben. Opa, die haben uns damals hier das Land vor den Riesen befreit. Das ist ein gutes Erklärungsmuster. Die Geschichten sind da eben ... Wahrscheinlich Erklärungsmuster für die Umgebung, die sie vorfinden und weniger eine Erzählung, eine Eroberung in dem Sinne. Eben, der ganze Exodus und die Landname sind ja letztlich spätere Konstruktionen. Also archäologisch und aus zeitgenössischen Quellen und so lässt sich ja gar nichts davon irgendwie belegen. Und noch deutlicher als bei Jericho ist das zum Beispiel bei der Fradei. Die wird
nach biblischem Bericht dann als zweites eroberte und zerstörte. Und der Name Ai bedeutet nichts anderes als Ruinenhügel. Also... Der originale Name war von gar nicht mehr bekannt. Die sehen so einen alten, ja, verwaisten Ruinenhügel in der Landschaft und konstruieren eben die Geschichte dazu, wie ihre großartigen Ahnen das erobert haben damals. Aber ja, so haben wir also auch diese Riesen dort im Bibliffenbericht. Und die kennt zum Beispiel auch ein anderer Autor, nämlich Flavius Josephus. Den hatten wir auch in unserer Folge zur Ritual -Mod -Legende. Das ist ja ein Jüde -Fahrer -Autor im ersten Jahrhundert nach Christus. Der Jude, der quasi in Alexandria angeheuert wurde, um den Römern des Judentums zu erklären,
weil die Römer gefragt haben, what the fuck, was ist eigentlich los bei euch? Wir verstehen das nicht. Das macht alles keinen Sinn für uns. Kannst du uns das bitte einmal erklären? Und Josefus, der sich da hinsetzt und die Geschichte ... Seines Volkes schreibt für die Römer auf Lateinisch. Genau. Und dabei gibt er natürlich im Wesentlichen auch den Bericht der Hebräischen Bibel wieder, aber schmückt das natürlich auch mit weiteren Informationen aus, die anderen Quellen, mündlichen Überlieferungen und so weiter entnimmt.
Kontext für Römer. Genau. Und ja, da erwähnt er tatsächlich auch diese alten Riesen von Cana an. Hier hat es sich noch ein Riesengeschlecht erhalten, das durch Körpergröße und Gestalt von anderen Menschen sich unterschied von erstaunlichem Aussehen war und eine erschreckliche Stimme besaß. Ihre Gebeine werden noch heute gezeigt und sind so groß, dass es schwer fällt sie für menschliche Gebeine zu halten. Ja, also hier sind wir jetzt auf einmal nicht mehr in der Mythologie und in irgendwelchen Überlieferungen über Dinge in grauer Vorzeit, sondern bei wirklich materiellen Belegen, nämlich den Gebeinen dieser vorzeitlichen Riesen, die noch zu Josefus Zeiten wirklich gezeigt worden sein sollen. Das ist tatsächlich, wenn man den
kulturellen Kontext sich vor Augen führt, gar nicht mal so verwunderlich, denn solche Berichte haben wir aus der Grieche -Frömchen -Antike sogar eine ganze Reihe. Und Josefus ist ja bereits detailliert. dieser hellenistisch -römischen Welt. Der kennt auch die ganze Überlieferung und eben deren kultische Gewohnheiten. Dort ist sowas also durchaus bekannt. Schlagen wir nur nach bei Herodot, also dem berühmten Vater der Geschichtsschreibung, der im 5. Jahrhundert v.
Chr. ein gewaltiges Werk die Historien eben über die ganz bisherige Geschichte und vor allem auch über die Perserkriege schreibt. Dort berichtet er zum Beispiel, dass nach der großen Entscheidungsschlacht bei Plataya, wo die Perser dann von den Vereinigten Griechen vernichten geschlagen wurden, das Schlachtfeld untersucht wird und man da rätselhafte Relikte findet. Bei den Leichen, von deren Gebeinen schon rings alles Fleisch abgefallen war, die Plataya hatten die Gebeine auf eine Stelle zusammengetragen, wurde ein Schädel gefunden, der keine Naht aufwies.
sowie aus einem einzigen Knochenbestand, ebenso eine Kinnlade samt Oberkiefer, die Zähne aus einem einzigen Stück hatte. Alle wuchsen aus einem einzigen Knochen, die Vorderzähne und die Backenzähne. Ferner kamen die Gebeine eines fünf Ellengroßenmannes zum Vorschein. Ja, also auch hier ein Sklett von deutlich über zwei Meter Größe. Und das ist noch nicht mal bei Herodot die einzige solche Erwähnung. Ganz am Anfang seines Werkes berichtete er zum Beispiel auch, dass bei Tegea in Akkadien, das auf der Peloponnes, das angebliche Grab des mythischen Helden Orestes gefunden wurde und noch dort habe man ein ungefähr vier Meter großes Skelett gefunden, was dann eben auch nach Sparta gebracht und wiederbestattete
und der eben kultiv verehrt wurde, als eben dieser Mythe für Heros. Ja, und solche Berichte gibt es tatsächlich eine ganze Reihe. Wem wir da unbedingt noch zitieren müssen, das ist natürlich Flegon von Traleys, unseren Zuhörern vielleicht aus der ersten Untoten -Folge bekannt, da hatten wir den ja auch schon, denn der hat allerlei seltsame Anekdoten zusammengetragen über mysteriöse Ereignisse, sei es eben Berichte über Auferstehung von Toten oder auch eine ganze Reihe von Berichten über Funde von Riesenskeletten. Und dort heißt es beispielsweise In den Erdspalten erschienen riesige Gerippe, die zu bewegen die Bewohner vor Ort in ihrem Schrecken zögerten, wenngleich sie als Beleg den Zahn von einem der Gerippe
nach Rom schickten. Dieser war nicht nur ein Fuß, 30 cm lang, sondern noch größer als dieses Maß. Ja, auch hier wäre wieder ein eindeutiger Riesenzahn. Und es ist kein Zufall, dass ich gerade diese zwei Zitate ja ausgesucht habe, denn an denen kann man schon ganz gut erkennen, worauf diese ganzen Fundberichte tatsächlich hinauslaufen. Denn ja, was haben wir uns unter einer Kindle, also einem Kiefer mit Zähnen aus einem einzigen Stück vorzustellen oder einem Zahn von 30 cm Länge? Ja, Kauleiste, irgendwie.
Ganz genau, das ist ziemlich genau das, was wir von Elefanten beispielsweise kennen. oder eben auch Mammuts und Mastodonten, also deren ausgestorbene Verwandten. Und deren Fossilien findet man ja nach wie vor auch im ganzen Mittelmeerraum, auch in Griechenland. Und tatsächlich, wenn man diese antiken Berichte über Funde von Riesenknochen mal kartiert, dann ist auffällig, dass die sich ziemlich deutlich decken mit bekannten Fossillagerstätten, also wo bekanntermaßen eben solche Fossilien von Pleistozemengroßtieren entdeckt wurden. Das macht Sinn. Und wenn man keine Erklärungsmuster dafür hat, dann baut man das wahrscheinlich, wenn man einzelne Teile findet, zu einem menschlichen Riesenskeller zusammen. Wenn die Knochen, die
ich finde, halbwegs passen und zu keinem anderen Nutztier oder Wildtier passen, wie ich kenne, dann wird da eben schnell eine mythische Sagengestalt daraus. Ganz genau. Und tatsächlich waren die Griechen und Römer auch ganz eifrig dabei. Eben solche Fossilien und großen Knochen und so. zu sammeln, sie haben sie ja auch dann in ihren Tempeln ausgestellt. Es gibt ja auch mehrere Funde tatsächlich von Fossilien in antiken Tempeln, die dort offenbar als ja so eine Art Reliquiene oder eben Kuriositäten verwahrt wurden. Und es ist sogar berichtet, dass wohl für Kaiser wie eben der erste Kaiser Augustus sogar eine Fossiliensammlung hatten, wo sie eben solche Relikte ausgestellt haben. Ja, vielleicht auch das bekannteste Beispiel,
was allerdings ja auch etwas spekulativ ist, hat zu tun mit dem wutmaßlichen Ursprung der mythischen Zyklopen. Wir kennen ja die Kyklopen oder Zyklopen aus der antiken Mythologie, vor allem aus Homer's Odyssee, wo Held Odysseus und seine Männer eben von diesem einäugigen Riesen Polyphem gefangen gehalten werden, bis sie ihm dann das eine Auge ausstechen und fliehen können.
Und in der Mythologie gibt es dann auch noch die 3 -Uhr -Zyklopen, die die Waffen für die großen Götter schmieden, also den Dreizack für Poseidon und die Blitze für Zeus und den Tarnhemd für Hades. Und nicht zuletzt galten die Zyklopen eben auch als diejenigen, die die großen megalitischen Mauern der bronxezeitlichen Paläste von Mykena und Tiryns errichtet haben sollen. Und nun hat Anfang des 20. Jahrhunderts der Paläontologe Otenio Abel eine doch gar nicht so unplausible Theorie aufgestellt. Nämlich findet man gerade auf der Mittelmeerinsel, wo ja auch die Zyklopen etwa in der Odyssee lokalisiert wurden, immer mal wieder Schädel von Zwergelefanten. Wir haben ja dort im Pleistocenen auch alte Elefantenarten,
den Paläologso, dann der alte Elefant, also Europäer Verwaltelefant. Das waren auf dem Festland eigentlich riesen Viecher, also die asiatische Variante der Palluloxodon namadicus war möglicherweise sogar das größte Landzeugetier aller Zeiten. Aber gerade die Populationen, die auf den Inseln zurückgeblieben sind und auch tatsächlich noch bis weit nach der Eiszeit überlebt haben, die wurden immer kleiner, die sogenannte Inselverzwergung, sind allerdings dann auch in der Bronzezeit ausgestorben, die allerletzten, andere schon früher. Und möglicherweise hat man deren Schädel dann gefunden. Ja, und wie sieht so ein Schädel von einem Elefanten aus? Der hat ein großes Loch in der Mitte, also ein großes Auge. Es ist natürlich das Loch für
den Rüssel, aber es könnte sein, dass die eben diese Elefanten -Schädel als Schädel von Zyklopen missverstanden haben. Auch wenn wir dafür tatsächlich keine antike Quelle besitzen, dass das tatsächlich darauf zurückginge. Aber würde Sinn machen, ist eine solche Theorie. Wenn euch das Thema mit Fossilienfunden in der Antike noch weiter interessierte, empfehle ich auf jeden Fall das Buch The First Fossile Hunters von Edwin Major. Die hat da das ganze Thema in Hand unzähliger Quellen einmal näher aufgearbeitet. In einzelnen Punkten muss man das auch kritisch sehen, zum Beispiel ihre Theorie, dass die Geschichte vom Greifen womöglich auf Fossilfunde von Protoceratops, also diesem kleinen Dinosaurier in der Mongolei zurückgehen
könnte, der tatsächlich so etwas wie einen Vogelschnabel hatte und so. Das wird mittlerweile auch von anderen Wissenschaftlern kritisiert und ist so womöglich eher nicht haltbar. Aber es ist auf jeden Fall ein ganz großartiger Überblick über diese zahlreichen Funde. bekommen und dann halt gesagt, da sieht vorne aus wie eine Ziege vielleicht, hat Hörner hinten, vielleicht wie ein Fisch.
Wenn man nicht an die quasi die Idee von prähistorischen ausgestorbenen Tieren fehlt, dann muss man sagen, das wäre vielleicht ein mythologisches. Das hat schon was mit den Göttern zu tun. Eben. Solche Überlieferungen gibt's auch in diversen Kulturen immer wieder. Anderes bekanntes Beispiel ist zum Beispiel der Klagenfurter Lindwurm. Bei Klagenfurt, da wurde mal ein Fädel gefunden, den man dann einem Drachen zugeordnet hat. Und nach dem Vorbild wurde auch eine der Skulptur gefaffen. Von einem Lindwurm, einem Drachen, die ist auch bis heute dort zu sehen. Tatsächlich gehörte der Fädel wohl einem fleiß zu zehn Wollnashorn. Close enough, würde ich sagen. Genau. Ja, aber gerade eben diese antige Riesenbegeisterung zieht sich dann
auch weiter bis ins frühe Christentum. Da können wir natürlich auch mal wieder einen Autor zitieren, der zu jedem Thema seinen Senf abgegeben hat, nämlich den guten alten Kirchenvater Augustinos. In das, was die gewaltige Körpergröße der frühzeitigen Menschen betrifft, so werden die, die daran nicht glauben wollen, oft überführt durch alte Kräber.
die durch den Zahn der Zeit oder durch Wassergehalt oder durch Zufälle mancherlei Art freigelegt worden sind und in denen zum Vorschein kamen oder aus den herausfielen Totengebeine von unglaublicher Größe. Ich habe selbst und nicht ich allein, sondern mehrere mit mir an der Küste von Utica einen menschlichen Backenzahn gesehen, so ungeheuer groß, dass er nach unserer Schätzung wohl 100 heutige hätte ausmachen mögen. wenn man ihn in kleine Stücke wie unsere Zähne zerschlagen hätte.
Der mag indes einem Riesen angehört haben. Diese überragten an Körpergröße die übrigen noch weit, obwohl schon die Durchschnittsgröße der damaligen Menschen viel bedeutender war als die unsrige. Wie es ja auch in den folgenden Zeiten bis herab zu den unsrigen fast immer, wenn auch nur vereinzelt, Leute gab, die an Körpergröße das Durchschnittsmaß weit überschritten. Ja, bemerkenswert was Augustinus hier freibt. Er hat auch selber einen Riesenzahn gesehen und ja, er küsst von Utica, das ist im heutigen Tunesien und auch dort. Die Gegend ist eben für solche Fossilfunde bekannt. Bemerkenswert ist nun, dass er hier eine Unterfallung zwischen praktisch drei Gruppen trifft und das ist etwas, was man auch für viele andere Solit -Traditionen
im Hinterkopf behalten muss, auch wenn das selten so explizit ausgesprochen wird. Zum einen gibt es ja auch bis heute immer mal wieder Leute, die eben größer sind als andere, also nochmal menschliche Riesen. Dann eben seien in der Vorzeit auch die Menschen insgesamt viel größer gewesen als heute. Also das ist genau das, was wir eben auch von diesen mythischen Heronen kennen. Also oftmals wurden eben diese Knochenfunde in der Antike mit solchen Heronen aus der Mythen - und Sagenwelt identifiziert. Also auch die Helden des Trojanischen Krieges und so, die hat man sich eben als riesig große vorgestellt. Das ist letztlich so eine Theorie der Degeneration. Also früher war die ganze Natur, die Schöpfung noch
viel vitaler und vollkommener und es degeneriert alles immer mehr. Alles wird immer kleiner und verhutzelter und so. Das kennen wir auch aus der Bibel, wo eben vor der Sintflut und so die alten Patriarchen alle noch viele hundert Jahre alt werden. Das ist ähnlich wie in der Sumerischen Königsliste oder so und dann später werden die Lebenszeiten immer geringer. Und auch eben das mit der Körpergröße wird dann eben auf die biblische Überlieferung übertragen, haben doch andere Quellen für, auch dass man sich vorgestellt hat, dass der Adam oder der Noah noch riesig groß waren.
Genau. Aber eben neben diesen Menschen der Vorzeit die allgemein größer gewesen sein, habe es eben außerdem auch noch die Riesen gegeben, die wiederum noch größer waren. Also da dann tatsächlich auch eine andere Spezies, wenn man so will. Ja, genau diese Vorstellung zieht sich dann eben auch von der Antike, vom frühen Christentum durch das ganze Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit.
Im Mittelalter sind Riesen natürlich gut bekannt und allgegenwärtig. Man kennt natürlich die Bibel mit ihren Riesen. Man kennt auch viele der antiken Autoren und rezipiert die sehr stark, wie eben auch insbesondere Augustinus. Auch in der nordgermanschen Mythologie und Sagenwälde kommen Riesen vor. Man denke an die Edda und einige der isländischen Sagas. Auch die ganze Heldendichtung. Also wir haben zum Beispiel die Ritterromane, die Arthusepik.
solche Literaturwerke vorriesen immer mal wieder, eben vor allem dann als Gegner der jeweiligen Helden vorkommen. Zu dem Thema gibt es auch eine interessante Dissertation über Riesen in der Literatur des Mittelalters, findet sich auch als PDF im Internet, wo eben die Funktionen und das Wesen dieser Riesen in den Literaturwerken einmal näher herausgearbeitet wird. Und es ist tatsächlich ganz bemerkenswert, dass im Mittelalter auch die Grenzen zwischen der Kategorie Riese und der Kategorie Held gar nicht so klar geschnitten sind, sondern auch durchaus miteinander verschwimmen.
können als Riesen und Riesen mitunter als Helden bezeichnet werden. Also da gibt's immer so eine gewisse Unfärfe dazwischen. Also selbst der Siegfried kann mitunter dann mal als Riese bezeichnet werden. Wobei wir natürlich immer nicht ganz genau wissen, wann das Riese jetzt wirklich als Spezies gemeint oder eben, wie wir auch heute noch sagen, einfach ein besonders großer Mensch. Also das muss man eben auch quellenkritisch immer im Hinterkopf behalten. Gleichzeitig kommen Riesen eben auch in historischen Schriften vor, also in alten Chroniken oder insbesondere in den Ursprungsgeschichten von Völkern oder Dynastien. Also das behauptete im Mittelalter, als wir, unser Volk, in dieses Land kamen, da mussten wir auch, wie damals Joshua
im Alten Testament, erstmal einen Riesenvolk dort beseitigen, bevor wir uns da ansiedeln konnten. Oder dass eben manche Dynastien sogar ihre Abstammung selbst auf Riesen zurückführen. Auch das gibt es. Zum Beispiel bei den Ungarn gibt's den Ursprungsmythos eben, dass sie von den beiden Brüdern Hunor und Magor – also da klingen ja die Hunnen und Magyaren an – abstammen, die wiederum Söhne des Riesen Nimrod gewesen sein sollen. Nimrod wird ja im Alten Testament erwähnt als der erste König auf Erden, kurz nach der Sintflut. Der wird in der späteren Überlieferung auch immer mit dem Turmbau zu Babel in Verbindung gebracht. In der Bibel heißt es nur, er war irgendwie ein großer Jäger, aber dann spätestens in der mittelalterlichen
Sagenwelt wird auch der gerne als Riese verstanden. Und so haben wir dann auch in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen immer wieder auch so eine Vermüffung von Bibliffen und Antiken und eben mittel europäisch volkstümlichen Überlieferungen von Riesen. Auch in Eichquell hat man so einen Riesenkatalog, wo wirklich aus diesen verschiedenen Traditionen auch Riesen zusammengestellt werden.
Also die sind da durchaus immer gut bekannt. Und nach wie vor werden eben auch noch Riesenknochen gefunden und einige von denen sind sogar bis heute erhalten. Die meisten dieser Berichte haben wir dann eher erst ab dem späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Ab der Zeit werden die damit unter auch etwa in Kirchen aufgehängt und ausgestellt. Nicht als Reliquien, sondern eben als Mirabilia, also Kuriositäten. Da gibt's diverse solche Beispiele. Zum Beispiel haben wir den berühmten italienischen Autor Boccaccio, der das Decamerone schreibt, diese Geschichtensammlung.
Und der berichtet etwa, dass man 1342, also in Drepana, auf Sizilien, in einer unterirdischen Höhle das Sitzenesklett eines Riesens auf einem Thron dort gefunden habe. In dem Fall ist das tatsächlich nur eine literarische Erwähnung, aber in anderen Fällen sind diese Knochen dann sogar bis später überliefert und auch untersucht worden. Einer der wichtigsten Autoren dann in der frühen Neuzeit ist zweifellos Athanasios Kircher, der freibt seinen Mundus Subterraneus, also die unterirdische Welt, ein lateinisches Grundlagenwerk, wo er sich befäftigt mit Geologie, Vulkanismus, Ja, eine Vorform der Paleontologie, archäologischen Funden und all dem, was da irgendwie relevant erfahnt. Und all das natürlich aus einer
katholischen Perspektive. Und da zählt er eben auch diverse von solchen Riesenfunden auf, wie eben zum Beispiel diesen Riesen von Drepana oder auch den biblischen Goliath oder auch einen weiteren mauritanischen Riesen, der sei abermals in Utica gefunden worden, also in Tunesien, wo bereits Augustinus einen Riesenzahn gesehen haben will, nämlich 1630. Und genau dieser Zahn Der dort dann gefunden wurde, wurde später dann auch tatsächlich als Elefantenzahn identifiziert, auch bereits zu dieser Zeit. Und schließlich ein weiterer bekannter Riese ist etwa der Helvetische Riese oder Riese von Reiden. Der wurde 1577 bei Reiden in der Nähe von Luzern in der Schweiz entdeckt.
Da ist eine alte Eiche umgestürzt und da unterfand man eben Knochen so eines Riesens. Dieser Luzerner Riese wurde auch wirklich so eine lokale, ja, Sa... und so ein Helllogo der Stadt. Später, Ende des 18. Jahrhunderts, aber fegte man eben die verbliebene Knochen oder eine großen Knochen an den Naturforfer Johann Friedrich Höhe Blumenbach im Göttingen, einen der Begründer der Paläontologie, und der konnte diesen Riesenknochen eben tatsächlich als Fulterblatt eines Mammuts identifizieren.
Lange Zeit galt dieser Knochen als verfallen, Dann wurde er allerdings 2014 eben in der geologischen Sammlung von Göttingen wiederentdeckt und dann tatsächlich auch wieder nach Luzern gefegt. Vergessen zurückzuschicken, ein paar hundert Jahre passiert mal. Da gibt es eine Leihgabe und ein paar hundert Jahre später taucht es auf einmal auf und die Leute müssen es zurückschicken. Ein anderer bekannter Fall ist der Riese Teutobochus Rex. 1613 wurde angeblich in einem Grabhügel in Frankreich bei Dauphiné. ein riesiges Sklett gefunden und das schrieb man dann dem sagenhaften König Teutobochos zu, der bereits mehr oder weniger in antiken Quellen erwähnt wird. Allerdings wurde von kurz darauf von Jean Riolan, einem Anatomen, diese
Knochen einem Elefanten zugewiesen. Damit lag er etwas richtiger als die Kollegen mit ihren Riesen, aber auch noch nicht ganz richtig. Später, da war inzwischen nur noch ein Abguss von dem Kiefer erhalten, konnte man den da als zugehörig zu einem Deinotherium identifizieren. Also so einem Presthof Elefantenverwandten, das sind diese Viecher, die die Stoßzähne eben so nach unten gebogen haben. So ein bisschen wie Tapire, oder haben die einen kürzeren Rüssel und nach unten gebogene Die Russell sind natürlich nicht erhalten, aber die haben halt zwei Hauer im Unterkiefer, die so krumm nach unten gebogen sind. Es gab auch noch mehrere weitere Funde, etwa in Österreich, gerade in Wien. zum Beispiel den Riesenknochen
von St. Stefan war feindlich 1443, also da sind wir noch im Spätmittelalter, wurde dieser Knochen beim Bau des Nordtums des Stephansdomes gefunden und der ist tatsächlich bis heute im Erdwissenschaftlichen Zentrum der Uni Wien erhalten. Und auch der wurde dann später eben als so ein Mammutgehörig identifiziert.
Tatsächlich haben wir diverse solcher Riesenknochen, bis heute erhalten, oft eben als Kuriositäten an alten Kirchen oder anderen historischen Gebäuden. Hier bei uns in Wien haben wir zum Beispiel das Haus zur Rippe. Das ist da am Molkenmarkt in der Nähe vom Roten Rathaus. Da hängen eine riesige Rippe und ein Fulterblatt bis heute an der Wand dieses alten Gebäudes. Noch die sollen der Sage zufolge seinem Riesen gehören. Sind seitdem, hä? 17. Jahrhundert dort belegt. Allerdings dürfte es sich wahrscheinlich eher um die Knochen eines Walts handeln. Tatsächlich haben wir in recht vielen Kirchen auch Wahlknochen, vor allem Rippen, ausgestellte. Mitunter gelten die also Riesenknochen.
In anderen Fällen ist aber durchaus bekannt, dass das Wahlknochen sind. Also solche Wahlüberreste sind da auch durchaus üblich. Das bringt man dann zum Beispiel mit der Geschichte von Jona und dem Wal aus dem Alten Testament zusammen oder auch etwa in In Greifswalde gibt es ja eine Kirche mit einem mehrere Meter langen Wandbild von einem Schwertwahl, der dort auch vor mehreren Jahrhunderten gestrandet ist. Also da sind alte Kirchen durchaus mal interessant zu besuchen.
Aber nicht nur Kirchen, sondern es gibt auch in der Natur, wenn ihr lieber durch die Gegend wandert, Orte, die ihr besuchen könnt, die mit Riesen indirekt in Verbindung gebracht werden. Ich habe tatsächlich diese Theorie, dass das dass es Betten für Riesen gibt, die so gebaut wurden, vorher nicht gekannt. Aber es macht natürlich Sinn. Also es gibt natürlich umgeklärte Hügel, sagen wir so, in unserer Natur. Und warum sollte man sonst schwere Steine auseinander schieben?
Ja, ihr habt es vielleicht schon erahnt. Die Rede ist natürlich von den sogenannten Hüdengräbern oder Riesenbetten, Langbetten. Also von Großsteingräbern aus der Vorgeschichte. Die gibt es vor allem auch in der Norddeutschlande und Südskandinavien. Dort sind sie vor allem mit der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur verbunden. Heute wissen wir Archäologen natürlich, das waren Grabstätten eben aus dem Neolithicum der Jungsteinzeit, etwa dem 4. Jahrtausend v. Chr. Jetzt nicht so Fürstengreber für einzelne herausragende Personen, sondern eher Kollektivgräber, wo man halt immer wieder die Knochen von weiteren Verstorbenen drin deponiert hatte, also Beinhäuser könnte man auch sagen.
Ursprünglich waren viele von denen zweifellos auch überhügelt mit Erdhügeln. Also nur die eigentlichen Grabkammern. Aber viele von denen stehen heute auch so ganz nackt auf dem Feld, sodass man nur eben die Dolmen, die aufeinander getürmten Steine sieht. Und die werden eben im Volksmund seit jeher mit den Riesen in Verbindung gebracht.
So eine Erwähnung haben wir bereits bei Saxo Grammaticus. Der schreibt ja im Hochmittelalter seine Geschichte der Dänen, wo er halt für den dänischen König einmal aufschreiben soll, wie krass die Dänen sind und schon immer waren. Und da eben sagt er auch, dass halt die Riesen doch diese Steingräber errichtet haben müssten. Ähnliche Vorstellungen gibt es ja auch in diversen anderen Erdregionen. Also zum Beispiel auf Sardinien gibt es die Gigantengräber. Oder auf Malta ja auch die Megalit -Tempel. Einer der bekanntesten auf der Nachbarinsel Gozo heißt Giantia. Da steckt schon der Gigant, also der Riese mit drin. Wir haben schon die Zyklopenmauern im alten Griechenland erwähnt. Also, dass man halt solche, ja, megalitischen
Monumenten auf Riesen zurückführte, ist sehr weit verbreitet. Eigentlich gar nicht mal so unehnliche, wie die Leute, die heute eben sagen bei diesem Moment, das können doch frühzeitliche Menschen nicht errichtet haben, das müssen Aliens gewesen sein. Ja, der gleiche Mechanismus, da muss ich auch dran denken, dass dieses Mers müssen Riesen gewesen sein oder andere über, also beim Tempel in Jerusalem waren es dann die Dämonen, die Salomonen eben dazu gebracht haben, die harte Arbeit zu machen. Alles, was zu groß und zu schwer scheint, wird in den Raum des Übernatürlichen befördert. Das erinnert mich an die Donnerkeile.
Kennst du die Donnerkeile? Also quasi diese Vorstellung, dass da die Blitze zu Steinen werden, wenn sie von Tor oder wie auch immer von Donau auf die Erde geworfen werden. Genau, womit man ja auch im Volksglauben zwei verschiedene Gruppen von Objekten bezeichnet. Zum einen eben die Fossilien von Belemniten, also urzeitlichen Tintenfüffen, und mitunter eben auch Steinexte aus dem Neolithicum, die da beide als Donnerkeile auch bezeichnet werden. Ja, also diese Vorstellung mit den Riesen hinter den Hüdengräbern ist weit verbreitet.
Eine andere bekannte Strophequelle ist zum Beispiel Johann Picard, nicht verwandt mit dem berühmten Star Trek Kapitän. Der schreibt 1660 in den Niederlanden ein heimatkundliches Geschichtswerk, wo er eben auch auf diese Hühnengreber zu sprechen kommt und eben auch sagt, dass nur Reusen, also Riesen, die errichtet haben könnten, was er dann auch mit einem schönen Stich illustriert. Aber genau zu der Zeit geht dann auch die wissenschaftliche Diskussion los, ob das denn tatsächlich so der Fall ist. Der gelehrte Christian Schlegel zum Beispiel schreibt da an seinen Kollegen Ludolf Smith auch ein Antiquar an, Herr Altertumsvorver, was damals natürlich noch keine professionalisierte Archäologie war, der auch solche Ausgrabungen
an Hühnengrebern veranlasst hat, ob denn darin jemals Riesenknochen gefunden wurden. Darauf eräußert er sich dann nicht so explizit, fickt aber Knochen und das sind letztlich alles nur menschliche Knochen. Also auch da haben wir dann diesen Zusammenhang leider nicht. Lustigerweise, wer genau auf die Frage auch zu sprechen kommt, ist unsere gute alte Freundin Helena Blavatsky im 19. Jahrhundert. Die thematisiert in ihrer Geheimlehre nämlich auch Riesen und eben die Riesengräber. Und ja, wie erklärt sie, dass da drin Riesenknochen gefunden wurden? Das sind alles nur die Knochen von denen, die gegessen wurden? Das könnte natürlich auch sein. Nein, die Riesen in der Vorzeit haben ja alle Brandbestattung
gemacht. Und die Menschen kamen dann erst viel später und haben ihre Knochen da reingepackt. Also da wird dann ganz selbstverständlich vorausgesetzt, auch dass diese Gräber natürlich viel älter sind als bekannt. Auch wenn wir natürlich im 19. Jahrhundert eh noch keine zuverlässigen Datierungen haben.
Vielfach das beginnt ja da auch gerade erst. Aber sehr spannend, dass Klawasky es eingebaut hat in ihre eigene Geschichtserzählung, in ihre eigene Evolutionstheorie. Genau. Also gerade im 18. Jahrhundert werden Riesen wirklich auch wissenschaftlich diskutiert. Wie man da zum Beispiel auch als Beispiel heranziehen kann, ist Wörfelui Leclerc Comte de Beaufort. Das war einer der, ja, anschlussreichsten Naturforfer im 18. Jahrhundert.
Der freibt eine vielbändige Enzyklopädie zur Naturkunde, die auch in diverse Sprachen übersetzt wird. Also wirklich das Bremstierleben des 18. Jahrhunderts, so der Klassiker. Ja, und da bezieht er sich eben auch auf Riesen und zitiert einerseits diverse Historische und Mythe für Überlieferungen aus der Bibel, aus der Antike und so weiter.
Und eben auch solche Skelettfunde. Und kommt dann am Ende zum Schluss, was man denn davon halten soll. Nach allen Tatsachen, die ich soeben dargestellt und denjenigen, die ich vorhin im Betreff der Paragonen erörtert habe, Lasse ich meine Leser in derselben Verlegenheit, worin ich mich befinde, um über das wirkliche Dasein dieser 24 Fuß hohen Riesen einen Ausspruch zu tun. Ich kann mich nicht überreden, dass zu irgendeiner Zeit und durch irgendein Mittel oder einen Umstand der menschlichen Körper so übermäßige Ausdehnungen habe erreichen können. Zu gleicher Zeit aber glaube ich, dass man wohl nicht bezweifeln kann, dass es 10 bis 12 und vielleicht 15 Fuß hohe Riesen gegeben und es fast sicher ist, dass es
in den ersten Zeitaltern der lebenden Natur nicht allein einzelne riesenhafte Menschen in großer Menge, sondern auch einige beständige und fortdauernde Riesenstämme gelebt haben, wovon der der Patagonen der einzige ist, der sich erhalten hat. Ja, also... Kurzum, er ist bereits kreativ. Er gesteht auch zu, dass man oft Elefantenknochen für Menschenknochen gehalten habe, wie er explizit schreibt. Und 24 Fuß hohe Riesen hält er dann doch für unglaubwürdig.
Aber so 10 bis 12 und vielleicht 15 Fuß, das geht schon. Also die wird's wohl gegeben haben. Bis 3 Meter geht er mit und hast du bisschen unrealistisch. Genau, ab da wird's absurd. Ja, er bezieht sich auch von auf die Patagonien, also die Ureinwohner von Patagonien in Südamerika. Da berichten auch die frühen europäischen Entdecker, dass dort Riesen gelebt haben sollen. Das wäre nur noch ein ganz eigenes Fass, das wir an dieser Stelle nicht unbedingt aufmachen müssen. Wir haben in der Zeit durchaus schon die wissenschaftliche Diskussion. Und andere Vorfälle sind da durchaus auch schon kritisch. 1728 zum Beispiel schreibt Sir Hans Sloane einen Traktat unter dem Titel An account of elephant teeth and bones found
underground. Hans Sloane war ein wichtiger Britofall Naturforscher, auch einer der Mitbegründer des British Museum. Und ja, da geht er eben auf diverse solche bekannte Riesefunde ein und erklärt die eben allesamt als Elefantenknochen. Muss man natürlich sagen, Er lebte über 100 Jahre vor Darwin und der Evolutionstheorie, also man hatte damals noch überhaupt keine Vorstellung, dass es in grauer Vorzeit eben tatsächlich eine völlig andere Fauna gegeben hat. Und die Vorstellung, dass selbst in England und andere Gegenden Europa Elefanten gelebt hätten, war alles sehr andere als selbstverständlich. Da wird dann in der Zeit auch gerne rumspekuliert, wie die da hingekommen sein könnten, ob das tatsächlich ja ausgebüxte
Elefanten von Hannibal waren. Der hat ja bekanntlich Elefanten nach Europa geführt und vielleicht hatte hier und dort der eine oder anderen verloren. Oder der römische Kaiser Claudius soll ja Kriegselefanten nach England gebracht haben, ob dem da vielleicht der eine oder andere verlustig gegangen sein könnte, den wir dann dort finden. Und ja, dementsprechend, man hat schon relativ früh diese Identifikation von angeblichen Riesenknochen als Elefanten, aber ja, wissenschaftlich kann sich das zunächst noch nicht so richtig durchsetzen. Das hat man dann eher so um 1800 mit einem anderen berühmten Naturforfer, nämlich Voscovier. Der gilt ja auch als einer der Begründer der Paläontologie schlechthin.
Denn Cuvier ist vielleicht nicht unbedingt ganz der erste, aber doch der, der das explizit und breitenwirksam darlegt, der eben wirklich behauptet, dass es in früheren Zeiten auch eine komplett andere Fauna gegeben habe. Also, dass da ganz andere Tierarten gelebt haben, die es heute nicht mehr gibt. Also, dass Arten wirklich aussterben können. Auf davon hatte man lange Zeit ja gar keine Vorstellung. Dass es in der Vorgefechte immer wieder auch regionale oder globale Katastrophen gegeben habe, die eben viele Arten ausgelöscht hätten und danach seien womöglich auch neue wieder geschaffen worden oder entstanden. Der letzte dieser Katastrophen wäre dann die mythische Sintflut gewesen. Die denkt man dann natürlich in der
Zeit auch noch immer selbstverständlich mit. Und Cuvier. Er befäftigt sich eben auch immer wieder mit solchen legendarischen Überlieferungen und eben auch mit angeblichen Riesenknochen, die er dann eben auch wieder als Elefanten oder andere prehistorische Großtiere erklärt. Und so kann man sagen, bis in dem 19. Jahrhundert ist die Diskussion in der europäischen gelehrten Pfaff eigentlich weitgehend durch. Es gibt natürlich nach wie vor vereinzelt Identifikation von solchen Riesenfunden. Selbst 1890 haben wir noch den Riesen von Castelnau erneut in Frankreich. Bei den Knochen dürfte es sich wohl um Überresteins Höhlenbeeren gehandelt haben, wie jetzt tatsächlich erst vor wenigen Jahren noch anhand von Fotos
identifiziert wurde. Auch in der frühen Archäologie und Naturkunde im 19. Jahrhundert spielen Riesen dann in Europa eigentlich soweit keine Rolle mehr. Anders ist das dagegen in der neuen Welt. Jetzt kommen wir zu den Riesen in Amerika und nähern uns vielleicht nicht ganz mit Riesen, sondern eher Menschen - oder Zwergenschritten dann auch dem an, womit wir eingestiegen sind.
Erwähnt wurden ja von die Patagonen. Also gerade von den ersten europäischen Entdeckern, die dann im 16. Jahrhundert und so Amerika besuchen, berichten immer wieder von erstaunlichen Völkern und eben auch Riesen. Und auch da muss man wieder ein bisschen weiter ausholen, nämlich zum ganzen Thema der sogenannten Wundervölker. Denn es gibt bereits seit der Antike die Vorstellung, dass in den Randbereichen der bekannten Welt irgendwelche obskuren Völkerfaften leben sollen. Also da haben wir die Kühne -Kifalen, also die Menschen mit Hundeköpfen und die Leute, die nur ein Bein mit einem riesigen Fuß haben, mit dem sie sich dann Pfatten spenden und die Leute, die ihr Gesicht auf der Brust tragen und so. Und allerlei solche
erstaunliche Gestalten. Die werden bereits in der Antike erwähnt und zum Beispiel auch von Plinius in seiner Naturkunde zusammengestellt und wirklich als so ein Katalog dann auch durchs ganze Mittelalter tradiert. Und natürlich je weiter man auch seine Umwelt erkundet, umso weiter schiebt man die immer an den Rand der Welt, weil man sie natürlich nicht findet dort, wo man hinkommt, bis sie dann irgendwann wirklich an den letzten Enden von Afrika und Asien lokalisiert werden.
Ja und dann entdeckt man auf einmal einen neuen Kontinent. Und ja, erwartet natürlich dann auch dort eben solche Wundervölker zu finden. Und so haben wir dann eben auch bei den frühen Seefahrern und Entdeckern immer wieder Berichte über solche seltsamen Völker in der neuen Welt. Vor allem eben auch Amazonen und Kanibalen. Also daher kommt ja auch der Name des Amazoners bis heute.
Also die Kriegerinnen, die bereits seit der Antike berichtet werden und irgendwo am Rand der Welt gelebt haben sollen. Und daneben eben auch Riesen. Interessant ist nun, dass ein Feind auch die amerikanischen Uranwohner von, ähnliche Überlieferung und ähnliche Deutungsmuster für Fossilfunde kannten. Denn bereits Pedro de Cieza de Leon, ebenso wie Gassilazo de la Vega, also zwei der wichtigen so frühkolonialen Schriftsteller im heutigen Peru, die berichten eben tatsächlich, dass auch die Inka solche Riesenknochen als Staatsschätze verwahrt haben sollen und dann eben auch den spanischen Eroberern brachten. Also auch dort gab es dann offensichtlich solche Vorstellungen, kennen wir auch von vielen anderen amerikanischen
Völkern. Wobei man natürlich immer sagen muss, dass diese Überlieferungen erst dann eben nach der europäischen Eroberung niedergeschrieben wurden und man da oft gar nicht ausschließen kann, dass das auch mit christlichen Gedankengute bereits kontaminiert ist. Ab dem 18. Jahrhundert haben wir dann solche Funde auch in den späteren Vereinigten Staaten. 1705 zum Beispiel werden bei Cleverwack New York auch Riesenknochen oder Zähne gefunden und wer sich dazu beispielsweise äußert, ist Cotton Mather. Also der radikale dortige christliche Prediger, der vor allem durch seine Rolle bei den Hexenprozessen von Salem eine gewisse bis in die Gegenwart andauernde Berühmtheit erlangte, der erklärte diese Überreste
tatsächlich auch als diejenigen eines in der Sinnflut verstorbenen Riesen. Sehr schöne Anekdote ist auch die Riesenfunde von Stono, 1725. Da wurden nämlich solche Riesenknochen auf einer Plantage bei Stono in South Carolina gefunden. Und die Plantagenbesitzer waren sich natürlich auch gleich einig, dass man es hier mit einem in der Sintflut verstorbene Riesen zu tun hatte.
Wer das allerdings gleich etwas anders interpretiert hat, das waren die afrikanischen Sklaven auf der Plantave, die erkannten die sofort als zu Elefanten gehörig, die sie aus ihrer Heimat kannten, im Gegensatz zu den Plantavenbesitzern. Ja, das Wissen wie ein toter Elefantenschädel aussehen hilft natürlich, um das zu identifizieren. Definitiv.
Was sie natürlich nicht wussten, dass es wahrscheinlich eher keine afrikanischen Elefanten gewesen sind, sondern Mammuts oder Mastodons. Aber close enough. Genau. Ja, auch die Entdeckung des Mastodons ist eine ganz interessante Geschichte. Also das amerikanische Mastodon, das paradoxerweise den wissenschaftlichen Gartungsnamen Mammut trägt, aber nicht mit dem Mammut, Mammutus zu verwechseln ist. Ah, wirklich? Genau. Das ist eben auch ein Verwandter der Elefanten. der einst in Nordamerika gelebt hatte. Und auch davon werden dann bereits im 18. Jahrhundert fossile Überreste gefunden.
Da wird dann auch unter den Naturfossern vom Ohio -Tier gesprochen, weil man die ersten Funde in Ohio hat. Und da waren die Europäer ja auch noch gar nicht bis zur Westküste gelangt und haben durchaus spekuliert, ob es diese Wesen vielleicht dort im Fernwesten immer noch geben könnte. Das wurde damals auch ein riesiges Politikum, denn besagter Comte de Beaufort hatte vorher behauptet, dass ja die ganze amerikanische Natur irgendwie verkümmert und klein sei und es dort keine großen Tiere gäbe und das sei letztlich alles zu nichts zu gebrauchen. Also da schwingt ein gewisser politischer Impetus mit und dementsprechend wurde dann das neu gefundene Mastodon dann auch zu so einem patriotischen Politikum im Die amerikanischen
Tiere. Genau, vor allem eben auch dann nach der amerikanischen Revolution, als wir dann den jungen US -amerikanischen Staat haben, wo man dann eben sich auch auf das Mastodon berufte eben als Beweis, dass Amerika eben auch große, tolle Tiere zu bieten hat. Schade, dass es das nicht auf die Flagge geschafft hat. Die Flagge auf jeden Fall cooler mit so einem weißen Mastodon statt den ganzen Sternen oder so. Eben, und ja, wer braucht eigentlich Adler? Mastodons sind doch cooler.
Und damit kommen wir dann auch ins 19. Jahrhundert. Und da explodiert dann wirklich das Riesenphänomen. Willkommen in der Öffentlichkeit und Massenmedien. Genau, wir haben nämlich wirklich eine Medienrevolution in dieser Zeit mit der Entstehung der Zeitungen. Überall auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten ziehe fiesen Lokalzeitungen aus dem Boden und berichten über alles, was sie für berichtenswert halten oder was ihnen irgendwie unter die Finger kommt. Da sind natürlich auch viele aus unserer heutigen Sicht recht amüsante Berichte zwischen oder Kuriositäten oder mehr oder weniger zuverlässige Dinge. Und vor allem haben wir dann eben tatsächlich aus dem ganzen 19. Jahrhundert zig und hunderte,
wenn nicht tausende von Berichten über Funde von Riesenskletten in Nordamerika. Auf einmal. Auf einmal wurden überall Riesenknochen gefunden. Ganz genau. Und das sind halt dann tatsächlich genau die Quellen, auf die sich auch diese aktuellen Riesenvorfahren in den USA beziehen. Also wie unser Freund Herr Burleson und die ganzen Autoren.
Ja, die sind verteilt wirklich über die gesamten Vereinigten Staaten. Besonders viele hat man natürlich da belegt, wo es auch viele Zeitungen gab, aber vor allem auch im Gebiet von Ohio eben, zufälligerweise dort, wo man eben auch die Ohio Tiere findet, also die Mastodonten. Das Ganze setzt mehr oder weniger Anfang des 19. Jahrhunderts ein und erreicht seinen Höhepunkt dann vor allem im mittleren bis späten 19. Jahrhundert. um dann im 20. Jahrhundert wieder abzuflauen. Wir haben tatsächlich noch eine ganze Reihe von solchen Berichten Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber spätestens dann ab dem Zweiten Weltkrieg spricht eigentlich niemand mehr von Riesenfunden. Ja, und diese amerikanischen Zeitungsriesen sind nun ein bisschen
anders als die ganzen Funde, die wir zuvor besprochen haben. Denn bisher hatten wir es meistens mit einzelnen Knochen zu tun, Oder wenn mit Skletten, dann doch in einem nicht wirklich archäologischen Kontext. Kurzum, es waren natürlich fast alles fehlinterpretierte Tierfossilien, die natürlich keine Gräber oder wirklich archäologischen Kontext.
Das ist nun in Nordamerika anders, denn dort finden wir die insbesondere oft in alten Grabstätten, eben vor allem auch den Christophischen Grabhügel, den Mounts. und um diese Mounds gibt es ja generell eine Diskussion, wenn ich mich auch richtig erinnere, nämlich wer hat sie gebaut und so ein bisschen das Problem, diese Vorstellung, dass alles keine Schriftquellen ... über die Mountbuilder oder von den Mountbuildern selber, sondern eben nur die Settler, die danach dort ankommen und entvölkerte Gebiete sehen und diese Mounts und denken, das können die Leute, die hier andere wenig gebaut haben, auch wieder das typische Ancient Aliens Phänomen und dann müssen Riesen oder Aliens oder irgendwas her, um zu erklären, wer das jetzt
war. Genau, damit sind wir beim sogenannten Mount Builder -Mythos. Man kann wirklich sagen, eine der einflussreichsten Traditionen der Pseudoarchäologie im 19. Jahrhundert. Also wir haben auf dem Bild der Vereinigten Staaten in diversen Gegenden eben große Erdwerke, also einerseits Grabhügel, teilweise auch wirklich Hügel in ganz erstaunlicher figurlicher Form, wie zum Beispiel den Great Serpent Mount in Ohio. Den hat man sich vorzustellen wie eine wirklich zig Meter lange Schlange, also ein Hügel in Form einer Schlange. Oder teilweise gibt's wie etwa in Cahokia, in Illinois sogar richtige Erdpyramiden. Also ganz ähnlich wie die Tempelpyramiden etwa der Maya und Arzteken, aber eben nicht aus Steinen, sondern aus Erde
aufgetürmte. Wie du schon sagtest, da diskutiert man dann darüber, wer denn diese Bauwerke errichtet haben könnte. Und da ist man sich auch ziemlich schnell einig, zumindest wer es nicht gewesen sein kann, nämlich diese ach so primitiven Indianer, die man da kennt. Also wir haben es hier definitiv mit einem rassistischen Diskurs zu tun, wo man eben auch den URN -Wohnern abspricht, eben diese Bauwerke errichtet zu haben. Und das hat da durchaus auch einen realpolitischen Hintergrund. Denn genau in der Zeit haben wir eben auch die Badre West -Expansion der Siedler, wo man dann auch, und zwar wirklich rechtlich sanktioniert mit Gesetzen und so weiter, die Ureinwohner eben immer weiter vertreibt oder eben zwangsakkulturiert.
Und da trifft es sich dann auch ganz gut, wenn man eben sagen kann, ja, das sind ja auch nicht die wahren Ureinwohner, sondern die sind auch nur später hinzugekommen und haben die echten Ureinwohner vielleicht sogar ausgerottet, die hier früher gelebt haben. Diese Wahrnehmung in dieser Zeit kann man vielleicht zu einem gewissen Grad verstehen. Insofern Die Maunse stammen aus ganz verschiedenen Kulturen, wie wir heute wissen.
Manche sind auch über 2000 Jahre alt oder sogar noch viele tausend Jahre älter. Andere dagegen wurden auch bis in die Zeit nach der Kolonialisierung errichtet, also wurden teilweise auch von den ersten europäischen Siedlern noch beobachtet. In manchen Fällen waren diese Mounds auch schon prähistorisch, als die ersten Europäer da ankamen.
Und wenn sie die dortigen Stämme fragten, wer die errichtete, wussten sie das mitunter auch nicht, weil das bereits 2000 Jahre her ist. In anderen Fällen waren es tatsächlich noch die rezenten Völker. Allerdings eben die Indianer, die man dann im 19. Jahrhundert dort kannte, denen hat man das eben natürlich nicht mehr zugetraut, weil Ja, das waren halt auch nicht mehr die Völker, wie sie dort ursprünglich gelebt haben, bevor die Europäer ankamen. Als die ersten Europäer in Amerika ankamen, da haben wir dort auch noch durchaus selbsthaftige Kulturen, die Landwirtschaft betreiben, mit komplexen Gesellschaften. Auch so was wie Karukia war eine riesige Metropole.
Also das müssen wir uns wirklich als sehr komplexe Zivilisationen vorstellen. Die werden dann natürlich vor allem auch eben durch von Europäern eingeschleppte Krankheiten dezimiert, je nach Gebiet auch vertrieben. entwurzelt und eben die Völkerfarfen, die wir in einem 19. Jahrhundert dort sehen, die haben eben solche Dinge auch nicht mehr gemacht. Und ja, wir haben das, was wir letztlich auch heute aus den Westernfilmen und so erkennen. Wie stellen wir uns Indianer vor? irgendwie wie bei Winnetour oder für die Jüngeren von uns vielleicht beim Food is Money Tour. Die sitzen da um ihre Tippies, machen hin und wieder vielleicht eine Regentanze, aber man traut ihnen nicht zu, irgendwie gewaltige Monumente zu errichten. Es begrenzt sich eben
immer auf dieses Steppen -Indianer -Vorstellungsbild, was eben auch die Fantasie 19. Jahrhundert so in der Frontierbewegung, in der Propaganda dazu, dann im Westen. Und es war ja auch ein ganz wichtiger Teil dieser Propaganda -Vorstellung, da ist leeres Land. Schaut hier, geht nach Westen, da ist Platz, da ist niemand. Schaut euch um, wie viel Platz da ist. Und tatsächlich war da halt Platz, weil da ein paar hundert Jahre vorher sehr viele Menschen auch gestorben sind an Krankheiten, die verbreitet wurden. Und da wurde Platz gemacht, sag ich mal, bevor die Leute kamen. Das hat sich praktisch erst Krankheiten verbreitet und danach sagen Menschen sie aber. Mensch ist ja aber blass.
Ja, und ihr seht doch, die können ja eigentlich gar nix und erst recht keine Zivilisation. Und die politische Dimension dieses Mount -Bilder Mythos ist ja jetzt gar keine rückprojizierte Interpretation, sondern das wurde damals wirklich ganz explizit auch zum Beispiel in den Parlamentsdebatten angeführt, eben als Argumente, von wegen ...
Die seien ja zu gar keine Zivilisation fähig und sie hätten auch erst recht diese Mounds nicht errichtet. Wir wissen doch durch die Mounds, dass es da von früher eben eine andere Kultur gegeben habe. Und deshalb haben die natürlich auch nicht mehr Anspruch auf das Land als wir, die wir jetzt kommen. Ja, aber wer denn nun diese Moundbilder waren, darüber war man sich dann weniger einig. Und da konkurriert noch wirklich diverse Hypothesen. Also ob nun Phönizia oder Ägypta oder ganz beliebt auch die verschollenen 10 Stämme Israels, die da irgendwie früher gesiedelt haben sollen. Auch gerade aus der Zeit und bis ins frühe 20. Jahrhundert haben wir auch reinweise Fälschung von archäologischen Funden mit irgendwelchen
Schriftzeichen oder ähnlichem in Schriften aus der alten Welt, die dann eben beweisen sollen, dass irgendwelche anderen Völker aus der alten Welt schon vorher da waren. Die Wikinger. Genau. Die ja sowieso mit dem Kensington -Ruhnstein und ähnlichem, die Newark -Holystones, die Michigan Relikte, da könnte man jetzt diverse solche Dinge aufzählen. Und eben einer dieser Kandidaten waren eben auch Riesen. Wobei man nun sagen muss, die Riesen waren offensichtlich, das sehen wir aus den Zeitungsberichten, wirklich sehr beliebt und präsent im gesamten Land, in den Medien.
Allerdings im wissenschaftlichen Diskurs spielten sie eigentlich kaum eine Rolle. Also man findet nicht wirklich auch archäologische Publikationen oder so, die da ernsthaft über die Riesen geschrieben hätten. Allerdings war diese Fuchtung durchaus ein Teil der Elite verbreitet. Es gibt zum Beispiel sogar vom späteren Präsidenten Abraham Lincoln ein Zitate, als er nämlich die Niagara -Fälle besucht hat. Also kurze Übersetzung. Die Augen der Spezies von ausgestorbenen Riesen, deren Knochen die Mounds, also die Grafabehügel von Amerika füllen, haben auch ihren Blick auf Niagara geworfen, wie es die Unseren tun. Also diese Vorstellung, dass Ja, jetzigen Bürger des neuen amerikanischen Staates, die im Endeffekt in der
Tradition dieser Riesen stehen und wie damals eben auf die Niagara -Fälle als etwas mächtiges blicken. Und dieser Mount -Builder -Mythos ist halt für weite Teile des sehr 19. Jahrhunderts durchaus einflussreich. Allerdings gibt es dann gegen Ende des Jahrhunderts auch zunehmend archäologische Untersuchungen, um das zu überprüfen. Und zwar ausgerechnet durch, jetzt kommen wir endlich dazu, die Smithsonian Institution. Die unternimmt auch in vielen Gegenden Grabungen an solchen Mounds. Oder ermutigt eben auch die ganze Lokalvorfahrt, die Ergebnisse ihrer Ausgrabungen einzufinken.
Und all das mündet darin, dass dann der Direktor Stavros Thomas 1894 auch einen Report publiziert der Smithsonian Institution, wo er dann diese Auswertungen vorlegt und feststellt, nein, die Mount -Builder gab es so nicht, das waren doch tatsächlich die amerikanischen Ureinwohner. Und damit ist der Mount -Builder -Mythos dann eigentlich in der wissenschaftlichen Community auch erledigt.
In der Öffentlichkeit zieht sich das natürlich noch deutlich länger hin und erlebt nun in den letzten Jahren auch ein unseliges Revival in bestimmten Kreisen. Aber da kann man halt wirklich sagen, wird dieser Diskurs durch die professionelle Archäologie dann praktisch beendet. Auch hierzu wieder eine Buchempfehlung. Jason Colavito, ein kritischer Blogger und Autor zu diesen Themen, hat ein schönes Buch und den Titel The Mount Builder mitgeschrieben vor wenigen Jahren, wo er eben auch einmal diese ganze Geschichte etwas näher aufarbeitet. Aber was hat es denn nun mit diesen ganzen Riesensklett -Funden auf sich?
Ist ja schön und gut, wenn wir die Historie kontextualisieren können mit dem Mount -Bilder -Mythos. Aber die Berichte gibt es ja. Was hat es also mit den Funden auf sich? Also Theorie Nummer eins natürlich, was wir schon gesprochen haben, das sind wieder irgendwelche Mastodon, Mammutknochen aus der Vorzeit, die eben falsch eingeordnet werden, obwohl wir jetzt in einer Zeit sind, wo ja, Davins Theorie gerade Fahrt aufnimmt und langsam auch irgendwie so ein Diskurs ankommt. Und es ist auch spannend, dass wir dann gerade in diesem Rahmen so viele Riesen finden, statt auch dann zu sagen, wir finden jetzt auch immer ganz viele vorzeitliche Vorstufen oder Tierarten. Und in manchen Fällen kann man das eben auch tatsächlich
belegen, dass es sich hier auf nach wie vor um solche fossilen Großtiere handelt. Es gibt zum Beispiel den Williamson County Giant. Also da wurde tatsächlich das Skelett eines jungen Mastodons ausgegraben und dann wirklich so in menschlicher Position montiert und auf Jahrmärkten zur V gestellt, mit großem Erfolg. Allerdings dann eben auch Peter von Wissenschaftlein eben korrekt identifiziert.
Oder ein anderer Fall, den habe ich selbst mal recherchiert. Es gibt aus Cartersville in Georgia 1886. mehrere Berichte. Da schreiben zum Beispiel die New York Times und die Empower Weekly News, dass dort eben nach einer großen Überflutung im Tumlin Mount Field, das ist die große Preistorfe Städte von Etowah, eben zahlreiche Preistorfe Relikte gefunden wurden. Unter anderem eben auch zahlreiche Fäden und Knochen. Und einige von diesen seien tatsächlich riesig. Und dann schreibt ihr die New York Times eben auch, ich übersetze sinngemäß, wenn der ganze Körper eben in Proportion zu zwei Oberfenkelknochen gewesen wäre, die gefunden wurden, müsse der Besitzer 14 Fuß hoch gewesen sein. Also halte über 4 Meter. Ganz ähnlich eben
auch bei der Empower Weekly News, auch die fetzt das eben auf 14 Fuß. Ja, ich habe dann einmal nachgeforscht und geguckt, das sind ja nun beides überregionale Zeitungen. Gibt es denn oft was von den lokalen Zeitungen dazu? Gerade diese Überflutung lässt sich durchaus auch in anderen Quellen belegen. Die gab es definitiv. Habe ich in Atlanta Constitution vom 13. April 1886 einen deutlich umfangreicheren Bericht über diese Funde gefunden. Da wird eben auch über diverse Entdeckung von prehistotischen Objekten und so bei dieser Flutkatastrophe berichtet. Riesenknochen werden aber an keiner Stelle erwähnt. Und schließlich habe ich einen Bericht gefunden im Weekly Banner Watchman aus Athens, Georgia. Das ist da so die
zuständige Lokalzeitung. Und auch dort wird dann am 11. Mai eben darüber berichtete und dort heißt es, dass viele übertriebene Berichte sich verbreiteten bezüglich der wunderbaren Funde in den aufgedeckten Gräbern von Mammutskeletten und Fossilien aus uralter Zeit. Also hier feiern die Knochen dann wohl doch vielleicht einige Zeit später, als die ersten Nachrichten schon rausgegangen waren, als Überreste von Mammuts oder ähnlichem identifiziert worden zu sein. Also auch hier die reißerischen Nachrichten einen Monat vorher bei der Entdeckung, einen Monat später dann eigentlich bis ein Monat und fünf Tage später die Lokalzeitschrift, die eigentlich seriösere Journalismus macht als die über Regionalen und sagt, naja, hier wurde viel
geschrieben, aber es geht halt wahrscheinlich um Mammuts. Kennen wir auch heute aus der Wissenschaftskommunikation. Hängen bleibt ja immer das, was zuerst rausgeht. Und die Kritik und Wiederlegung liest dann keiner mehr. Also so weit auch zur Medienkritik. In dem Fall werden tatsächlich die beiden Riesenberichte aus die überregionalen Zeitschriften auch nach wie vor gerne in diesen Riesenbüchern, in den aktuellen Publikationen zitiert. Der andere Bericht mit den Mammutskletten dagegen nicht, bezeichnenderweise.
Also das ist eben auch sehr typisch. Diese aktuellen Publikationen sind eine wesentliche Quellensammlung, wo sie diverse von diesen Zeitungsberichten zusammengestellt haben, aber sich gar nicht die Mühe machen, da die einzelnen Berichte mal näher zu recherchieren und nachzuforschen, ob man dazu irgendwie was Näheres rausfinden kann. Aber nicht alle dieser Riesenberichte lassen sich so erklären als Fossilien.
Zwei Jahre zuvor gab es zum Beispiel ebenfalls in Cartersville von einmal einen solchen Fund. Dort heißt es eben, dass bei der Ausgrabung in einem solchen Mount, dort in Etowah, dem Tumlin Mount Field, eben tatsächlich eine Art Gruft gefunden wurde und da drin das Skelett, ein Riesen, das 7 Fuß 2 Inches gemessen habe. Also knapp über 2 Meter. angeblich sogar mit gut erhaltenem schwarzen Haar und einer Kupferkrone und daneben noch die Körper von mehreren Kindern, die nach der Art von Mumien präpariert gewesen sein sollen und rätselhafte Inschriften auf den Steinplatten.
Und all diese Funde seien letztlich sorgfältig verpackt und an die Smithsonian Institution bzw. Smithsonian Institute steht fehlerhaft in dem Bericht geschickt worden. Ja, das ist nun von einem relativ spezifischen Bericht. Auch dort hat man ja refferviert. Unter anderem wird da auch ein lokaler Korrespondent erwähnt, der angeblich darüber berichtet hat und der ist auch in anderen Zeitungen, also Zeitungsartikeln, erwähnt. Also man muss dazu sagen, dieser Bericht wird auch heute gerne zitiert und der wurde tatsächlich damals in zig Zeitungen aus dem ganzen Land abgedruckt, fast identisch, in manchen ein bisschen abgewandelt, mitunter misst der Riese dann sogar 9 ,2 Fuß, ist also mal eben halben Meter gewachsen. Aber
der Ursprung ist eben tatsächlich wieder der Banner Watchman, also diese Lokalzeitung aus Athens. Und ja, öfterlicherweise findet sich gerade für diesen Fund sogar eine Parallelquelle in einem dieser Grabungsberichte der Smithsonian Institution von 1887. Da werden eben auch diese Ausgrabungen beschrieben und das deckt sich sehr gut mit der Befreiung in dem Zeitungsartikel.
Tatsächlich, es war vielleicht nicht unbedingt eine Krone, aber es wurde ein Kupfernder Kopfschmuck dort gefunden und eben auch die Überreste mehrerer weiterer Skelette, auch wenn es wohl keine Mumien gewesen sind und von den räthaften Inschriften ist auch keine Rede mehr. Und ja, der Kaufungsbericht verwendet auch nicht das Wort Riese, sagt aber, das Skelett sei schwer gewesen und etwa sieben Fuß lang. Also in dem Fall hätten wir dann ja wohl tatsächlich eine seriöse Quelle für einen solchen Riesenfund. Überprüfen lässt sie das leider nicht mehr hergut, denn dem Grabungsbericht zufolge seien die Knochen so schlecht erhalten gewesen, dass sie nicht bewahrt werden konnten.
Aber die spannende Frage ist nun natürlich, wie haben sie denn dieses Skelett eigentlich vermessen, gerade wenn es schlecht erhalten war? Und da liegt, wie man so viel sagt, auch der Hase im Pfeffer, was viele dieser Riesenfunde betrifft. Wie haben sie es vermessen? Ja, man denkt natürlich, das kann doch eigentlich nicht so schwer sein.
So ein Skelett, das man findet, zu vermessen und wenn es das Skelett eines Riesens ist, dann sollte man das doch auf den ersten Blick erkennen. Tatsächlich deuten einige Quellen aber darauf hin, dass genau das wohl doch nicht so einfach war. Tatsächlich äußert sich dann gegen Ende dieser ganzen Riesenwelle 1934 auch Alef Ridlitschka dazu. Das war damals der Chef der anthropologischen Sektion der Smithsonian und heute eines der Feindbilder der aktuellen Riesenenthusiasten. Und der wurde eben auch für eine Zeitung des Science Newsletter interviewt und äußert sich da eben zu diesen Riesenskletten, deren Berichte wirklich jeden Monat den Weg auf ihre Freitöse bei der Smithsonian Institution fänden. in der Sakralregion mehrere
Zentimeter höher liegt, als es bei der oberflächlichen Betrachtung des lebenden Körpers den Anschein hat. Der Finder vergleicht in aller Eile die Länge des Fossil - und Oberschenkelknochen mit seinem eigenen, wobei er das Exemplar in der Regel an der Vorderseite seines Körpers anlegt und errechnet daraus grob die Größe eines hypothetischen antiken Riesen. Die Höhe liegt in der Regel zwischen 7 und 8 Fuß. Ja, es klingt vielleicht auf den ersten Blick einmal kurios, dass Leute sich einfach so verrechnen sollen und einen Riesenknochen dann oder einen normalgroßen Knochen dann für einen Riesenknochen halten. Allerdings lässt sich genau das tatsächlich an mehreren Quellen belegen. Zum Beispiel haben wir aus Ellensburg
in Waffington 1912 einen Zeitungsbericht über so einen Riesenfund. Und dort ist tatsächlich im Zeitungsartikel genannt, wie groß der Oberfenkelknochen gewesen sei. Dort heißt es, der Oberfenkelknochen sei 20 Inches, also etwa 50 Zentimeter lang gewesen. Und das würde dann eben bedeuten, wissenschaftlichen Männern zufolge, dass dieser Mann 80 Inches, also 2 ,3 Meter groß gewesen sei. Also hier hat man einfach die Länge des Oberfenkelknochens mal vier gerechnet. Ja, also bis heute wird die Körperhöhe von Prestrophenindividuen in der Archäologie auch durchaus an den Langknochen berechnet. Normalerweise sollte man alle Langknochen dafür nehmen und dann eben ein Mittelwert berechnen, also halt Ober - und Unterfänkel und eben auch die Armknochen.
Ja, allerdings kommt hier auch schon die Berechnung gar nicht wirklich hin. Wenn wir das einmal vergleichen, nämlich mit modernen Formeln der Körperhöhenberechnung, dann kommen da ganz andere Werte bei raus. Also zum Beispiel eine Formel von 1993, die also immer noch aktuell ist, da würde man dann nicht mehr einfach Femur mal 4 nehmen, sondern eben Femur, also Oberfenkelknochen, mal 2 ,497 und das Ganze plus 42 ,805. Und wenn wir diese Formel verwenden, dann kommt für genau dieses Glättieren nur noch eine Größe von 1 ,69 bei raus. Komische Riese.
Ja, Zwergriese. Verzwergung der Riesen, da sieht man es. Genau. Rekord der kleinste Riese aller Zeiten. Und einen ähnlichen Fund gibt's noch mal aus Española, New Mexico, 1899. Dort heißt es, dass der Oberfenkelknochen einer Frau in 19 Inches, also 48 cm lang gewesen sei und sie deshalb sogar 7 ,5 Fuß, also 2 ,29 m groß gewesen sei. Auch da ergibt dann die moderne Formel nur noch 1 ,63 m. Also sie haben sich mitunter tatsächlich hier verrechnet. Und das nicht nur bei den Langknochen, sondern auch was die Kieferknochen betrifft.
Wir zitieren wieder alle Fritlitschker aus dem Interview. wenn sie nicht schmal sind, über die von lebenden Personen legen, zumindest in einem gewissen Grad. Ja, natürlich. Unterkiefer sind parabelförmig, die lassen sich auch durchaus ineinander fachten. Und genau das ist, was tatsächlich in den Zeitungsberichten immer wieder erwähnt wird, dass man eben so große Unterkiefer findet, dass sie eben über den Kiefer eines lebenden Menschen passen. Und ja, dass Leute tatsächlich diesen Fehler machen können, das beweist niemand anderes als die aktuellen Riesenenthusiasten selbst. Da kursiert zum Beispiel in den Szenen immer gerne ein Foto, wo sie einen Unterkiefer von einem Skelett aus einem archäologischen Fund
vergleichen mit so einem typischen Zahnarztabguss von einem menschlichen Unterkiefer. Und der scheint ja viel viel kleiner zu sein als der Unterkiefer von dem archäologischen Skelett. Allerdings, wenn man das einmal vergleicht, tatsächlich der reine Kiefer mit den Zähnen, ist in meinem Fall sogar identisch groß. Der archäologische Kiefer erfahnt nur viel größer, weil da eben noch die ganzen hinteren Partien mit dran sind, während man bei dem anderen eben wirklich nur den Teil mit den Zähnen hat. Denn natürlich, der Unterkiefer am Leben der Menschen, den sieht man ja gar nicht ganz. Man sieht eben nur die Zahnpartie. Das Kinn ist nicht mit modelliert. Genau, das reicht ja bis zu den Ohren. Also auch dort haben wir
solche Messfehler. Und schließlich haben wir es zumindest in Einzelfällen damals auch schon mit professionellen oder mehr oder minder professionellen Fälschungen zu tun. Und ja, die berühmteste ist zweifellos der sogenannte Cardiff Giant. 1869 entdeckt George Hull bei Cardiff in den Vereinigten Staaten einen versteinerten Riesen. Und mit versteinert meine ich jetzt nicht etwa ein Fossil, sondern wirklich einen mit wurschtig Haut und Haar versteinerten Mann. Man findet immer noch Fotos davon im Internet.
Heute wird der im Landwirtschaftsmuseum in New York aufbewahrt. Heute würden die wenigsten Leute drauf reinfallen. Es sieht aus wie so ein Abguss von den Leuten, die immer bei Pompeii gefunden haben, die Abdrücke in der Asche. Wenn die da quasi dann aufgegossen haben, quasi aus dem Negativ des verbrannten Körpers dann Gipsguss zu machen, so sieht das aus für mich. Nur, dass Simon sehr viel Mühe gegeben hat, das Glied nachzumodellieren in diesem Fall. Wir sehen, der hat gerne die Rippen und das Glied nachmodelliert. Genau. Der hat also einen Riesenschwengel, der Cardiff Giant.
Und beschnitten. Auch ein spannender Fakt, den man von weit weg sieht. Top, der ist beschnitten. Sehr amerikanisch. Oder doch die verfallenen 10 Stämme Israels und das waren eigentlich die Riesen. Dieser Riesenfund war damals auch eine riesige Sensation, buchstäblich. Da haben sie dann sofort auch ein Zelt aufgebaut und ein paar Penisereintritt verlangt, damit Leute den sehen konnten und das hat wirklich Leute von weit und breit angezogen. Und was sich allerdings nach gar nicht so langer Zeit herausstellte, ist, dass niemand anderer als der Entdecker George Hull selbst diesen Riesen hat herstellen lassen.
Denn George Hall war Atheist und er hat sich eigentlich aufgeregt über seine Diskussionen mit Christen, die ernsthaft an Riesen glauben, weil das schließlich so in der Bibel steht. Und deren Leichtglaubigkeit wollte er mal auf die Probe stellen. Er hat also in der Nachbarstadt die Statue dieses Riesens in Auftrag gegeben und dann auch vergraben lassen und dann eben medienwirksam wiederentdeckt. Aber ja, damit war es trotzdem nicht vorbei. Der Riese ist eben wirklich durch die Vereinigten Staaten getuert, wurde von vielen vielen Menschen betrachtet, die auch gerne Eintritt dafür bezahlt haben.
Ja, auch ein paar Wissenschaftler kamen da mal und haben ihn ziemlich schnell als Fälschung erkannt und das nicht ernst genommen. Das hat der Beliebtheit aber keinen Abbruch getan. Das wurde dann sogar so lustig, dass der berühmte V -Steller Petey Barnum den Riesen unbedingt für seine Kuriositäten -Ausstellung haben wollte.
Ja, er hat ihn aber nicht gekriegt. Was machte er also? Er ließ eine Nachbildung herstellen, also eine Fälschung von der Fälschung, und hat dann seinen eigenen Cardiff Giant ausgestellt. Das ging dann so weit, dass zeitweilige, in diesem Zeitraum, in New York, beide Cardiff Giants nebeneinander präsentiert wurden, nur wenige Straßen voneinander entfernt. Definitiv, die Rede ist von der Riesenmumie von San Diego. Von Anfang des 20. Jahrhunderts, ja, da wird ebenfalls auf Jahrmärkten eine Riesenmumie präsentiert. Davon gibt's sogar her ein Foto, was man sehr leicht auch im Internet findet.
Und zumindest auf dem Foto sieht das durchaus sehr, sehr echt und realistisch aus. Allerdings, auch diese Mumie wurde dann wohl von einem Gesandten der Smithsonian Institution untersucht und es stellte sich heraus, dass die Haut wohl aus künstlicher Gelatine bestand. Ja, einfach gute Special Effects hier. Ganz genau. Ja, es gab sogar noch weitere Fälschungen von solchen versteinerten Riesen wie der Cardiff Giant. Also das war wirklich ein gewaltiger Hype. Lustigerweise, wenn man mal Statistisch verauswertet, wie viele auch dieser Zeitungsberichte es gab über Riesen insgesamt, dann sieht man wirklich so einen Peak in der Zeit, wo der Kartoff -Giant gerade so populär war und dann einen gewissen Abfall war feinlich,
nachdem er als Fälschung enttarnt wurde. Die Drittbrettfahrer des Hypes und da sehen wir auch so frühe Medienmechanismen, die sich bei den frühen Zeitungen, die wir heute aus der Social Media -Zeit kennen. Und wo wir mal sagen, das sind Social -Media -Probleme, dass sobald eben ein neuer Trick, ein neues Thema gerade zieht und funktioniert, alle darauf aufspringen. Vor ein paar Jahren war es die Blockchain, jetzt ist es gerade KI und wer weiß, was es in ein paar Jahren sein wird. Aber dass da eben die Themen immer wie die Sau durchs Dorf getrieben werden. Und genau das ist ja hier mit den Riesen auch der Fall. Und ja, kein Wunder. Definitiv der Hype zieht. Absolut. Also, ja, was ist das Fazit zu diesen amerikanischen Zeitungsriesen?
Also, Diastrophenquellen haben wir tatsächlich. Das haben sich die aktuellen Riesenautoren nicht ausgedacht. Es gibt feindlich wirklich Hunderte davon. Und die meisten davon gehen auch in der Tat auf reale Funde zurück. Bei einem Teil handelt es sich zweifellos weiterhin um einfach viel interpretierte Fossilien, wie eben bei Cartersville 86 oder dem Williamson County Giant. Teilweise haben wir es in einigen Fällen sicher nachweisbar, in wesentlich mehr Fällen zu vermuten, eben mit Messfehlern zu tun. In anderen Fällen werden natürlich diese Berichte auch von den Medien beim immer weiteren Abschreiben ausgeschmückt.
Wie eben bei dem Cartasol 84 -Fall zu beobachten, wovon bei den ersten Zeitungsberichten dann noch Mumien und Inschriften dazukommen und spätere Zeitungen den Riesen mal eben einen halben Meter größer machen. Letztlich können wir aber auch nicht verhehlen, dass wir es nach wie vor mit unheimlich vielen ungeklärten Fällen zu tun haben.
Also eine ganze Reihe dieser Fälle kann man eben, wenn man es näher untersucht, durchaus aufklären. Aber wie gesagt, es sind Hunderte von Berichten und die allermeisten davon werden wahrscheinlich gar nicht genug Informationen liefern, um das heute noch aufzuklären. Also man kann definitiv sagen, dass dieses Riesen -Phenomen immer noch zum Rätseln einlädte und durchaus es sich immer mal wieder lohnte, sich einzelne Artikel rauszupicken und näher zu recherchieren. Ja, wir haben es ja schon immer wieder angeschnitten, aber noch einmal zusammengefasst, wieso Wadenriesen damals im 19. Jahrhundert so beliebt. Zum einen haben wir natürlich ein Konzertipipel fürs Weltbild.
und ein biblisches Weltbild, was zu der Zeit gerade in Frage gestellt wird. Du hast quasi die Zeiten und durch verschiedene Gründe, sei das die Entdeckung der Sinnflut, Erzählung auf babilonischen Teilkeitschrifttexten, sei es, dass quasi Darwin und die Evolutionstheorie an Fahrt aufnehmen und der Mensch aus dem Zentrum der Schöpfung verjagt wird. Und all das spielt ja nicht nur ein biblisches Weltbild, sondern ein biblisches Weltbild, in Kombination mit einer Bedrohungslage einer Empfundenen. Unser Machtmonopol auf die Auslegung von Natur und Menschheitsgeschichte wird da gerade angegriffen. Wie passt das alles rein? Und dann quasi mit den Mitteln der Wissenschaft jetzt ja den Beweis zu finden, dass man die ganze
Zeit schon Recht hatte und wir finden die zehn verlorenen Stämme Israels oder wir finden die Riesen, die Nephilim, bei uns im Hinterhof und damit wird doch irgendwas bewiesen. Damit können wir doch irgendwie ja unsere Relevanz behalten in dieser neuen Art der Beweiskammerung. Genau. Ja, eben auch der Rechtfertigungsdruck der Religion in dieser Zeit, der halt erstmalig kann man fast sagen in Gefächte dann besteht und eben erstmalig einerseits mit naturwissenschaftlichen oder protowissenschaftlichen Mitteln und eben in einer ganz neuen Medienwelt auch ausgefochten wird. Es sind nicht mehr nur gelehrten Streitigkeiten wie vorher, sondern eben wirklich erstmalig auch Massenmedien, die eben übers ganze Land hinweg davon berichten.
Zweitens haben wir auch nach wie vor das Erbe dieser europäischen Riesenüberlieferung. Also diese ganz europäischen Riesenfunde, die wir zuvor diskutiert haben, die kannten die Leute in den USA. Denn es gibt dort tatsächlich auch eine bestimmte Gattung von solchen Zeitungsartikeln, nämlich mit Zusammenstellung von diesen europäischen Riesenfunden, die immer wieder abgedruckt werden in zig und hunderten von Fällen über das ganze 19. Jahrhundert hindurch. Also auch damit wird das natürlich noch weiter fundiert und angefeuert.
Dann haben wir eben diesen Amerikaexotismus, was wir ganz am Anfang schon mit den Wundervölkern haben oder dann eben auch mit dem Ohio -Tier und so. Also man ist neu in diesem Land als weiße Siedler und hat keinen Bezug zu dem Land und dessen Vergangenheit. Also da kann eigentlich alles lauern im fernen Westen und in der fernen Vorzeit. Man hat weder die Bibel noch die antiken Aufzeichnungen und so, um irgendwie eine Vorstellung und einen historischen Bezug zur Vorgeschichte in der neuen Welt zu gewinnen. Also können da genauso gut Riesen und Mount -Bilder gelebt haben.
Der Mount -Bilder -Mythos ist eben fürs 19. Jahrhundert ganz zentral. Zumal eben ein großer Teil dieser Riesen eben tatsächlich in diesen Mounds gefunden worden sein sollen. Und schließlich all das wird dann eben kondensiert durch diese Sensationspresse, die da wirklich als völlig neues Medium aufkommt und das im ganzen Land verbreitet. Also man kann da wirklich auch nachvollziehen, wie so eine einzige Riesenmeldung innerhalb weniger Wochen, bisher Monate sich über die Zeitung des ganzen Landes verbreitet und von einer nach der anderen abgeschrieben wird. Soweit die Riesenbegeisterung im 19. Jahrhundert. Nun werden aber genau diese Quellen ja aktuell wieder hervorgekramte und eben vor allem in der Pseudoarchäologie der Vereinigten
Staaten wieder zur Begründung herangezogen, dass sie diese Riesen gegeben haben. Und dabei sind dann sogar noch neue Mythen entstanden über diese historischen Zeitungsriesen. Zum Beispiel heißt es da immer wieder, dass diese Riesen doppelte Zahnreihen besessen haben sollen. Double rows of teeth im Original. Das klingt erstmal relativ kurios. Und es wäre natürlich auch ein super Beweis, dass wir es da eben nicht einfach mit vielvermessenden Menschen oder so, sondern wirklich mit einer eigenen Spezies zu tun hätten. Mit so einer anatomischen Abnormität. Allerdings tatsächlich konnte der Anthropologe und kritische Blogger Andy White herausfinden, dass es sich dabei eigentlich um ein Missverständnis handelt.
Denn double rows of teeth meint gar keine doppelten Zahnreihen, wie etwa bei einem Hai oder so, wie wir uns das heute vorstellen würden. Sondern das war im 19. Jahrhundert einfach eine Redewendung, ein Idiom eben für die zwei Zahnreihen von Ober und Unterkiefer. Das meint einfach ein vollständiges, besonders markantes Gebiss. Und tatsächlich, wenn man einfach mal nur nach dieser Phrase sucht in historischen Zeitungen und Publikationen, und so findet man auch diverse Belege dafür, dass das eben Kontexten verwendet wird, wo das rein gar nichts mit irgendwelchen Riesen zu tun hat. Es gibt zum Beispiel auch Zeitungsartikel über den damaligen Präsidenten Teddy Roosevelt und seine Double Row of Teeth. Also sein markantes
Grinsen mit einem vollständigen Gebiss. Da muss man natürlich wissen, dass in Nordamerika des 19. Jahrhunderts die Zahnhygiene wirklich an einem historischen Tiefpunkt angelangt war. Die Leute hatten bereits industriellen Zucker, aber keine moderne Zahnhygiene. Also war es gar nicht ungewöhnlich, dass viele Leute schon zu ihren Lebzeiten sehr viele Zähne verloren haben bzw.
gezogen bekommen haben. Die absolute Ausnahme, so ein volles Gebiss zu haben. Deswegen war es erwähnenswert, das zu sagen, wenn jemand das so hat. Es gibt ja über die Gründerväter spannende Geschichten. Hier Washington. Washington hatte das Gebiss mit den Pferdezähnen unten und den Holzzähnen oben, glaube ich. Also da wurden dann auch schon in dem Jahrhundert davor gab es ganz spannende Konstruktionen, die sie Leute in den Mund gepackt haben, um noch beißen zu können.
Oder war das Skelett tatsächlich der Mythos, dass es Holz - und Pferdezähne sind und tatsächlich war es Zähne der Sklaven? Ich glaube es war irgendwie so, dass die Wahrheit noch dunkler war als der lustige Mythos. Ich muss es nochmal recherchieren bei der Folge über Washington selber, aber da gibt es auch was zu wohnen. Also nächste Folge Waffington und seine Zähne. Zahnhygiene durch die Zeit. Ja, insofern war es eben durchaus bemerkenswert, wenn man eben in so einem alten Grabhügel ein Skelett fand, mit einem vollständigen Gebiss.
Und natürlich teilweise hatten solche prehistorischen Menschen auch durchaus ein besseres Gebiss, denn die hatten ja meist noch keinen Zucker. Auch wenn man hier in Europa mittelalterliche Skelette ausgräbt, die haben oft ein öfter und nicht gutes Gebiss und wirklich vollständige Zähne. Ja, das mit der schlechten Zahngesundheit ändert sich dann halt im frühen 20. Jahrhundert. Zum einen kommen halt erstmalig effektive Betäubungsmittel auf. Also man kann dann auch zum Beispiel herbohren und muss die Zähne nicht mehr gleich ziehen.
Und vor allem eben essen die Leute immer mehr hochverarbeitete Nahrungsmittel. Also man hat allgemein weniger Abnutzung der Zähne. Und damit wird auch ein vollständiges Gebiss zu etwas immer weniger erwähnenswerten. Und ja, die Redewendung der Double rows of teeth gerät völlig außer Gebrauch, bis sie heute keiner mehr versteht, beziehungsweise sie dann missverstanden wird, als eben tatsächlich doppelte Zahnreihen, also zwei hintereinander.
Und ganz ähnlich ist das mit einer zweiten Formulierung, die man immer wieder antrifft. Nicht immer ist die Rede von double rows of teeth, manchmal heißt es auch double teeth all around, doppelte Zähne rundherum. Und das wird auch von den aktuellen Riesenpublikationen immer gleich gesetzt. Das sind alles Belege dafür, dass diese Riesen doppelte Zahnreihen besessen haben sollen. Allerdings ist auch das so ein missverstandes Idiom, was eigentlich damals was völlig anderes bedeutete.
Als double teeth, also Doppelzähne, bezeichnete man nämlich damals die Backenzähne. weil die ja doppelt so groß sind und auch doppelte Wurzeln haben, verglichen mit den Eck - und Schneidezähnen. Auch dafür findet man diverse Beispiele, auch in zeitgenössischen Publikationen, eben zur Medizin und so weiter. Was sind nun also double teeth all around? Ja, damit ist gemeint, wenn das gesamte Gebiss, also auch die Eck - und Schneidezähne, durch Überbeanspruchung so abgeschliffen sind, dass sie überall flach sind wie Backenzähne.
Also hier haben wir eben ein sehr abgenutztes Gebiss. Und auch das findet man durchaus bei archäologischen Skeletten in manchen Fällen. Bezeichnend ist da zum Beispiel auch dieser eine Riesenartikel, den wir bereits bei den Fehlvermessungen zitiert haben. Dort eben ist auch in der Einleitung von Double Tears All Around die Rede. Weiter im Artikel, der ist von 1899, heißt es dann aber Fierce Grinders All Around. Also sie hat Backenzähne rund herum. Also da wird dann tatsächlich von dem Doktor festgestellt, was er damit eigentlich meint. Und eben auch diese Redewendung gerät dann im 20. Jahrhundert außer Gebrauch und wird weitgehend vergessen. Und missverstanden rückwirkend.
Genau. Also hier haben wir es tatsächlich mit so einem neuen Baustein dieser Riesenmythologie zu tun, der ursprünglich bei diesen Zeitungsrisen im 19. Jahrhundert noch gar nicht intendiert war, sondern erst eben im 21. Jahrhundert, wo die eben wieder ausgegraben werden. Schließlich beziehen sich die aktuellen Riesenpublikationen auch immer wieder darauf, dass diese Riesen angeblich sechs Finger unter sechs Zähnen an jeder Hand, jedem Fuß haben sollen. Und auch da kann man nun spekulieren, weshalb denn das so wichtig ist. Zum einen illustriert es natürlich genau wie die doppelten Zahnreihen eben die Andersartigkeit der Riesen, also dass wir es da tatsächlich mit einer eigenen Art zu tun haben. Andy White hat
auch spekuliert, ob beides vielleicht so implizit auch auf so eine Degenerationstheorie verweisen könnte. Also im Sinne von diese Riesen damals in der Vorzeit, die waren nicht nur viel größer als wir, sondern auch sonst viel krasser, viel höher entwickelt. Sie hatten mehr Zähne, mehr Finger, mehr Zähne. Also die waren allgemein noch vollkommener und alles wird immer schlechter und degeneriert immer weiter. Also das, was wir von bei Augustinus hatten und dann eigentlich auch das gesamte Mittelalter und die Neuzeit hindurch, das wird eben teilweise auch wirklich explizit wieder in diesen Publikationen behauptet.
Nun, wo kommt das denn her mit den sechs Fingern und Zehen? Dafür gibt's tatsächlich nur eine einzige Quelle und das ist mal wieder die Bibel. Dort heißt es nämlich im ersten Buch der Chronik, Kapitel 20, Vers 6 bis 7, Da war ein großer Mann, der hatte je sechs Finger und sechs Zähnen, die machen zusammen vierundzwanzig. Und er war auch von den Riesen geboren und höhnte Israel. Aber Jonathan, der Sohn Simeas, der Bruder Davids, schlug ihm. Genau, und das ist auch von den gesamten Gefichte. Die ändert natürlich auch stark an die Gefichte von David und Goliath. Das ist der bekanntere Riese, der ja auch in diesen Kriegen dort getötet wird. Der kam bezeichnenderweise auch aus der Stadt Gath. Aber dort ist eben von
so einem Riesen mit sechs Fingern und Zehen die Rede. Interessant ist nun, obwohl das heute immer wieder behauptet wird, Das haben wir tatsächlich so gut wie nie in den Zeitungsberichten aus dem 19. Jahrhundert erwähnt, dass die halt überzählige Finger und Zähne gehabt haben sollen. Also da wird heute so etwas zusammengemüfft, was wir in den Quellen eigentlich gar nicht haben. Also es ist nach wie vor noch keinem gelungen, tatsächlich eine Primärquelle ausfindig zu machen, wo von einem Riesen mit doppelten Zahnreihen und eben mit zusätzlichen Fingernähern und Zähnen die Rede ist. Und bezeichnerweise auch die angeblichen doppelten Zahnreihen, die finden wir dann auch wieder nirgendwo in Quellen außerhalb eben des
Amerikas des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Also nicht bei den ganzen europäischen Riesenfunden, nicht in der Antike, im Mittelalter, ähm und so weiter. Gefällt denn in äh Asien, Neue Afrika oder anderen Regionen oder in alten Mythen. Ja, und damit sind wir ja jetzt schon bittendrin eben in der modernen Riesen -Rezeption. Und ja, da müssen wir natürlich auch gleich den Exkurs machen, ja, zu Riesen in der Pseudowissenschaft und Esoterik. Wir hatten nun die, äh, äh, ja, Giesen - und den Mountbildermythos im 19. Jahrhundert.
Da in der Zeit geraten Riesen in der akademischen Wissenschaft gerade in Verruf, In der Sagenwelt sind sie natürlich nach wie vor präsent und die ganzen Sagensammler in Europa schreiben gerne alle Sagen mit Riesen auf und so. Ja, aber es gibt in der Zeit dann auch eine andere Gruppe, die sich eben für so etwas zu interessieren beginnt.
Und da sind wir eben genau bei den Esoterikern wie unserer guten Frau Blavatsky. Denn bezeichnenderweise spielen Riesen in der Zeit auch in der Theosophie eine Rolle. Wenn wir Blavatskis Geheimlehre lesen, bezieht sie sich da immer wieder auf Riesen. In ihrer alternativen Weltgeschichte eben seien die dritte und vierte Wurzelrasse in der Vorzeit, also die Bewohner von Lemuria und Atlantis, ebenfalls sehr Riesen gewesen. Und eben diese vierte Wurzelrasse sei dann durch die biblische Sinflut ausgelöscht worden, wie es eben auch seit jeher in den Überlieferungen so die Rede ist. Da mischt sie natürlich diverse verschiedene Berichte zusammen, also sowohl die Bibel of Nephilim als auch Mythen aus dem alten
Indien, die wir ja eine ganz wichtige Rolle spielen und eben auch aus anderen Kulturen. Allerdings die amerikanische Zeitungsserie, da wird sich vereinzelt mal auf solche Funde bezogen, aber halt nicht in der größeren Masse. Daher glauben wir an Rassen von Wesen in weit entfernten geologischen Zeitaltern, die anders waren als die unsere, an Rassen von ätherischen Menschen, die auf die unkörperlichen Arupar folgten, mit Form, aber ohne feste Substanz. Riesen, welche uns Zwergen voran gingen, an Dynastien von göttlichen Wesen, an jene Könige und Unterweiser der dritten Rasse in Künsten und Wissenschaften. mit der es unsere kleine, moderne Wissenschaft weniger auf einen Vergleich ankommen lassen kann, als die elementare
Arithmetik mit der Geometrie. Genau. Klar soweit. So weit schon mal klar, ja. Ja, sie diskutiert da durchaus auch eben solche Skelettfunde aus verschiedenen Perioden. Das ist teilweise durchaus sehr kritisch, dass manche von denen eben wie der Teutobochus vielleicht doch keine Riesen waren, aber begründet am Ende eben auch, dass diese ganzen historischen Berichte eben doch gar nicht so relevant seien, denn eben diese eigentlichen Riesen haben ja bereits viel viel früher während der dritten und vierten Wurzel...
haben ja bereits viel viel früher während der dritten und vierten Wurzelrasse existiert. All dies bezieht sich nur auf die historische Periode und wenn die Skelette der vorhistorischen Zeiten bis jetzt noch nicht nach der Meinung der Wissenschaft die hier aufgestellte Behauptung ulleugbar zu beweisen vermochten, so ist das nur eine Frage der Zeit. Wir leugnen jedoch durchaus die Wirklichkeit des Misserfolges. Ich habe viel versucht, diesen Satz zu verstehen, aber... Das ist oft so bei Blavatsky. Ich glaube, sie meint die Möglichkeit des Misserfolges. Oder wir leugnen jedoch durchaus.
Blavatsky hat ja selber ganz viele Sachen wild geschrieben, wild gesammelt und hatte dann mehrere Editoren, die das in die druckbaren Formen gebracht haben, die wir heute kennen. Und Blavatsky aus Originaltext muss so unglaublich wirk gewesen sein, weil wenn da zwei Editoren, erfahrene Editoren, lang dran arbeiten, am Ende das bei rauskommt, ist immer noch ziemlich verwirrend zwischenzeitlich.
Ja, immer noch zwischentretend so Sätze, wo du denkst, haben sie da, wie so beim Alten Testament, haben sie da noch eine andere Quelle gehabt, die keiner kannte, die auch immer reingeflossen ist? Ist ja so ein Satz noch zwischenreihen aus einer unbekannten, ja. Also weiterhin heißt es, obendrein hat sich, wie bereits gesagt, die menschliche Statur seit dem letzten Rassenzyklus wenig geändert.
Die Riesen der alten Zeit sind alle unter den Meeren begraben und hunderte Tausende von Jahren beständiger Reibungen durch das Wasser würden ein ehrenes, um wie viel mehr, ein menschliches Skelett in Staub verwandeln. Also da haben wir doch die Erklärung, weshalb wir eben von diesen frühen Wurzelrassen eben keine sterblichen Überreste mehr finden, sondern nur von den paar wenigen historischen Riesen. Und es war nicht das Salz im Salzwasser, es war die Reibung des Wassers.
So ist es. So, war dir das denn von abgedreht genug? Nein, ich befürchte, ich freue mich auf das nächste Level und wie so oft ist das nächste Level, wenn Blavatsky eigentlich abgedreht ist, die deutsche Blavatsky. Rudolf Steiner. Genau, der berühmte Begründer der Anthroposophie. Ja, den der sich natürlich in vielen Punkten von Lavatsky inspirieren lässt, mit Wurzelrassen und so weiter und so fort. Und der übernimmt eben die Vorstellung, dass es eben in der Zeit von Atlantis ebenfalls Riesen und andere Erstaunlichkeiten gegeben habe. Wir zitieren er einmal aus seiner geisteswissenschaftlichen Menschenkunde. In der Atlantischen Zeit war der menschliche Leib noch nicht wie heute in feste Formen gebannt, sondern
es war doch so, dass geistig sehr bedeutende, hochentwickelte Menschen in der damaligen Zeit physisch klein waren, kleine Menschen waren. Dagegen hatte der, der geistig nicht sehr bedeutend war, in der Atlantischen Zeit einen riesig entwickelten physischen Körper. Und man konnte, wenn man damals einem solchen Riesen begegnete, sich sagen, Der steht auf keiner sehr hohen Stufe der Geistigkeit, denn der ist mit seiner ganzen Wesenheit in den Leib hineingerannt. Alles, was in den Sagen von den Riesen enthalten ist, beruht durchaus ab Erkenntnis der Wahrheit. Wenn daher in den germanischen Sagen eine wirkliche Erinnerung an jene Zeiten erhalten ist, so empfinden wir es vom geisteswissenschaftlichen
Standpunkt aus, als etwas durchaus richtiges, dass die Riesen dumm sind und dass die Zwerge eigentlich sehr gescheit sind. So. Haha. Und für alle die, also hört euch die Steinerfolgen gerne an, Geisteswissenschaft heißt bei Steiner was ganz anderes, wie bei allen anderen. Es hat nichts mit Wissenschaftlichkeit oder Geisteswissenschaft, wie wir das denken, zu tun. Geisteswissenschaft heißt für Rudolf Steiner, er hat sich das überlegt.
Er hat in seinem Geist Er hat wissenschaftlich das geschaut und das ist seine Form von Wissenschaft, weil wie kann er was wissen, indem er es im Geiste schaut und deswegen, wenn er das vor seinem inneren Auge gesehen hat, dann ist es Geisteswissenschaft. Nur, dass ihr Bescheid wisst, falls man Anthroposofen euch von Geisteswissenschaft erzählt. Genau, also fragt den Waldorflehrer eures Vertrauens, wie es denn mit den Atlantidischen Riesen bestellt ist. Und auch die wirklich so dumm waren, wie Steiner gesagt hat. Genau, weil sie mit ihrer ganzen Wesenheit in den Leib hineingerannt sind.
Was er damit sagen will und wofür ihm das Vokabular fehlt, ist, die haben am Anfang des Rollenspiels einfach alle Skillpoints auf Körpergröße und Stärke geskillt, während die Zwerge die Punkte halt dann auf Intelligenz und so gesetzt haben. Jeder Rollenspieler kennt das. Und wir wissen waren auch, vor allem alle frühen Esoteriker und späteren rechten Esoteriker, riesige Laper und riesige, also alle hätten Skyrim gespielt.
Wo auch wieder Riesen vorkommen, das passt ja. Ja und damit hast du natürlich die perfekte Überleitung zu den nächstgrößeren Spinnern geliefert, nämlich den Aviosophen. Also die Riesen in der Theosophie bleiben natürlich erhalten und werden auch von deren verfiedenen Nachfolgern, Abspaltungen und sonst wie Inspirierten übernommen. Also wir finden Riesen dann auch in den Werken der relevanten aerosophischen Autoren, wie eben Guido von List.
Für den gab es ja auch Riesen und Zwerge in der Vorzeit. Genauso bei Karl Maria Willigut, also dem Okultenberater von Heinrich Himmler. Ja, Jörg Glanz von Liebenfels, der nimmt Riesen natürlich genau wie alle anderen Fabelwesen irgendwie mit rein, die für ihn alle seine Sodomsefflinge und Schredlinge und so repräsentieren. Also diese komischen Affenwesen, mit denen sich die Arya der Vorzeit angeblich sexuell vergnügt und versündigt haben sollen. Es wird nicht ganz klar, ob er sie jetzt tatsächlich als Riesen versteht. Er nimmt ja selbst Drachen da mit rein. Glanz von Liebenfels halt. Ja, ein etwas weniger bekannter Autor aus dem Spektrum, den ich erst vor kurzem entdeckt habe, ist zum Beispiel Eugen Georg,
der schreiben 1930 verfolgende Kulturen, wo er Versatzstücke von diesen ganzen Theosophen, Ariosophen, Welteislehre, dazu müssen wir auch mal eine Folge machen, zusammenfasst, eben auch einschließlich Riesen, der inspiriert später auch zum Beispiel Erich von Däniken. Überhaupt, in der Präastronautik, also den Spekulationen über außerirdische Besucher in der Vergangenheit, sind Riesen ja auch nicht wegzudenken. Und das läuft sogar über mehrere Traditionslinien. Früher Präastronautik ist ja auch stark inspiriert eben von diesen verschiedenen Traditionen der Theosophie. Also sei es von Blavatsky und Steiner direkt. oder eben Herr Georg, oder eben auch ein französischer Autor Denis Saurat, also Saurat geschrieben. Der schreibt 1954 Atlantis
und die Herrschaft der Riesen, wo er eben auch behauptet, aufbauend auf der Welteislehre von Hans Hörbiger, es habe eben in grauer Vorzeit eine globale Zivilisation von Riesen gegeben, die er mit Atlantis gleichsetzt und die hätten eben auch in Südamerika bei der bekannten Ruinstätte von Tiahuanaco gelebt. Und später sei der vorige Mond auf die Erde gestürzt und habe eben eine globale Katastrophe verurteilt. Das hat er dann aus Hörbigas Welteislehre entlehnt und danach seien die Riesen halt alle entweder zu primitiven Barbaren degeneriert, die dann halt nur noch von den Helden überall gejagt werden mussten oder eben dann tatsächlich auch so als Kulturbringer um die Welt gefahren und überall als Götter verirrt
worden. Und dieses ganze Paket geht dann auch bei den frühen Preastonautikern mit ein, also Louis Povel und Jacques Bergier schreiben mir ja Aufbruch ins dritte Jahrtausend, Morgna le Martin de Magiciens, also der Aufgang der Magier, Robert Faroult mit fantastische Vergangenheit baut darauf auf und Erich von Däniken Erinnerungen an die Zukunft plagiiert die natürlich alle zusammen und ja, so werden auch dort dann die Riesen eingepflegt.
Wir haben also Riesen dann auch in der gesamten pseudoarchäologischen Tradition des 20. Jahrhunderts. Auch die späteren Pre -Astronautiker übernehmen das. Alle Sacra Cichun mit seinen Anunnaki hat ja auch ein Buch, als es auf der Erde Riesen gab, auch wenn er die da nicht im engeren Sinne thematisiert, sondern sich eher mit Halbgöttern beschäftigt. Wir haben gerade auch so ab den 70ern die Mysteries -Bewegung, wo vor allem dann auch britische Autoren da beginnen ihre preistrofe Monumente zu mystifizieren. Auch so halb oder mehr esoterisch, da kommen Riesen gerne mal vor.
Interessant bei all diesen Autoren ist nun aber, dass die im ganzen 20. Jahrhundert diese Zeitungsriesen des 19. Jahrhunderts überhaupt keine Rolle spielen. Die werden nicht zitiert. Und den Grund kann man sich natürlich auch leicht vorstellen. Wie sollten sie an die Quellen rankommen? Keiner von denen hatte die Möglichkeit oder die Motivation, irgendwie diverse uralte Zeitungen aus den USA zu durchwühlen. Und dementsprechend beziehen sie sich immer auf diverse andere, vor allem dann auch Mythe von Legendare für Quellen, aber eben nicht auf diese Zeitungsriesen. Wir haben dann auch kurz nochmal tatsächlich eine gewisse Rückkehr der Riesen auch in die richtige Anthropologie.
Nämlich werden dann Anfang der 40er Jahre auch verschiedene Überreste von prehistorischen Hominiden in China und auf Java entdeckt. Es handelt sich nur um große Zähne und Kieferfragmente, die eben deutlich größer sind, als man es von Menschen kennt. Und die werden dann auch von dem Paleoanthropologen Gustav Heinrich Rall von Königswald und seinem Kollegen Franz Weidenreich wissenschaftlich beschrieben.
Das eine ist der heute dort die bekanntere Gigantopithecus. der damals eben in China und Südostasien gelebt hat und das andere der sogenannte Megantropos, also Riesenmensch, bedeutet schon der wissenschaftliche Name, den sie eben aus solchen Knochen und Kieferfunden auf Java rekonstruieren. Und Franz Weidenreich schreibt dann tatsächlich auch zwei Werke dazu, wo er eben versucht, die Evolutionsgeschichte des Menschen dahingehend zu rekonstruieren, dass wir dort eine Entwicklung von größeren zu immer kleineren Formen sehen. Also eben vom wirklich riesig großen Gigantopithecus über den etwas kleineren, aber immer noch ziemlich großen Megantropus bis dann eben über den Pithecanthropus, der heute
unter Humo erectus geführt wird zum modernen Menschen. Das war damals ein ja noch halbwegs legitimer Ansatz zur Rekonstruktion der Evolution, denn ja viele der Damals sagt man ja noch, missing link, der fehlende Bindeglieder des menschlichen Stammbaums waren noch nicht gefunden worden. Da geht das gerade erst los, dass auch die Australopithezen in Afrika entdeckt werden. Man hatte gerade eben den Homo erectus in China und auf Java entdeckt.
Ja, allerdings auch dieser Ansatz war dann keinem lang Erfolg befieden. Auch diesem Ansatz war dann kein langer Erfolg befieden. Schon kurz darauf wurde zum Beispiel in einem Artikel mal entgegnet, dass doch diese Körperhöhenberechnungen von über zwei oder sogar bis zu drei Meter bei Megantropus und Gigantropetikus gar nicht wirklich zuverlässig seien, weil man allgemein bei Menschen und Primaten insgesamt gar keine wirkliche Korrelation hat zwischen der Größe der Zähne oder Kiefer und der Körpergröße insgesamt. Also weder zwischen verschiedenen menschlichen Populationen oder menschlichen Individuen, also dass diejenigen tatsächlich am größten wären, die die größten Zähne haben, noch zwischen verschiedenen Urmenschengruppen.
Also z .B. der kleine Australopithecus, der gerade mal einen Meter groß war, hatte größere Zähne als wir. Natürlich, denn das war noch ein weitgehender Pflanzenfresser, der musste noch viel härter kauen und brauchte auch kräftigere Kiefer. Später werden dann auch Gigantopithecus und Megantropus beide aus dem menschlichen Stammbaum gestrichen.
Nach heutigem Stand handelt es sich bei beiden um Menschenaffen. Auch beim Megantropus gab es eine längere Diskussion darum, aber 2019 kam... Genau, auch beim Megantropos gab es eine längere Diskussion darum, wo genau man den jetzt evolutionsgeschichtlich einordnen soll, aber nach neuestem Stand einer Studie von 2019 dürfte es sich wohl ebenfalls um einen Menschenaffen und keinen Urmenschen, also keinen direkten menschlichen Vorfang gehandelt haben. Aber genau diese Funde sind es, die eben dann auch von Denis Soura ganz am Anfang seines Werkes zitiert werden, als wissenschaftlicher Beweis für eben die Existenz seiner vorzeitlichen Riesen. Ja, das war nur Mitte des 20. Jahrhunderts.
In der Riesenszene ist das dann ja auch jetzt in jüngster Vergangenheit wiedergekommen. 2010 wurde ja eine weitere neue Urmenschen -Arte beschrieben, nämlich die sogenannten Denisova -Menschen. Man hat einige wenige Funde aus der Denisova -Höhle in Sibirien. Da hat man mehrere Zähne und einzelne Fingerknochen gefunden. die auch sehr robust, sehr massiv waren. Die wurden dann eben auch genetisch untersucht und man konnte die DNA dieses Urmenschen rekonstruieren und daran eben erkennen, dass das tatsächlich eine eigene Art war, die eben unterschiedlich war vom Homo sapiens und dem Neandertaler, mit denen er damals koexistiert und sich auch mit beiden vermischt und gekreuzt hat. Ja, da diese Überreste nun verhältnismäßig
groß waren, ging das dann halt auch in der Riesenszene. Da diese Überreste doch... verhältnismäßig groß waren, wurden die Denisova Menschen dann auch gleich in der Riesenszene vereinnahmt. Und da gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Büchern, die eben auch behaupten, die Denisova Menschen seien Riesen gewesen und womöglich dann auch die Vorfahren dieser amerikanischen Riesen. Also da konstruiert man dann gleich noch eine frühere Einwanderung nach Amerika. Ja, schöne Geschichten haben sie sich ausgedacht. Das hat allerdings auch nicht so lange gehalten. Ebenfalls 2019 wurde dann ja ein halber Unterkiefer aus Xiahe in China identifiziert, ihm als zum Denisova Menschen gehörig. Und damit war eigentlich klar,
dass der Denisova -Mensche einen ganz normal großen Kiefer mit ungewöhnlich großen Backenzähnen hatte. Ja, mittlerweile hat man sogar noch einen zweiten halben Unterkiefer und jetzt gerade dieses Jahr sogar einen fast kompletten menschlichen Schädel identifiziert zum Denisova -Menschen, den Harbin -Schädel. Ebenfalls aus China. Und ja, es stellte sich hier heraus, der ist natürlich ein bisschen anders geformt als bei anderen Menschenarten, aber er ist nicht riesig. Also so viel zu den Demisowa -Menschen und dem Gigantropus und Gigantopithecus als riesen. Ja, aber das hält natürlich auch die Riesenvorfahrt in der Pseudoarchäologie nicht auf. Wie gesagt, wir haben die Riesen schon im ganzen 20. Jahrhundert immer wieder. Aber dann
um die Jahrtausendwende eben geht das los mit dieser neuen Riesenwelle, mit diesen Publikationen, die sich jetzt doch wieder auf die Zeitungsriesen des 19. Jahrhunderts berufen. Einer der wichtigsten und frühsten Autoren da ist zum Beispiel Ross Hamilton, der schreibt A Tradition of Giants im folgenden Divers nach. Und eben 2014, eben auch mit dem Start der Dokuserie Search for the Lost Giants, erreicht das wirklich einen Höhepunkt.
Das kann man auch zum Beispiel bei Google Trends oder so immer sehr gut nachvollziehen. Also auch das öffentliche Interesse ist 2014 -15 so am höchsten an diesem Thema. Allerdings ist es seitdem auch nicht komplett wieder abgeflaut, sondern, wie man jetzt an Eric Burleson und Co. sieht, absolut eingegangen eben auch in diese moderne Mythologie. Dabei sind Riesen nun eben ganz unproblematisch, weil sie eben gerade dort untrennbar verbunden sind mit dem christlichen Nationalismus in den USA. war feindlich eine, der, Herr Ursachenweshalb Riesen, jetzt wieder so beliebte, sind, wir kommen letztlich zurück ins 19. Jahrhundert, ist eben der religiöse Fundamentalismus und dass sie dabei so eine Doppelfunktion erfüllen. Einerseits
feinen Riesen eben die Zuverlässigkeit der Bibel zu beweisen. Wenn wir tatsächlich Sklette von Riesen funden, dann hatte die Bibel ja recht damit, dass es Riesen gab. Und gleichzeitig scheinen sie, die Evolution zu widerlegen. Denn da haben wir dann auch wieder so ein falsches Verständnis der Evolutionstheorie. So die Vorstellung, die Evolution sagt ja, alles wird immer größer und besser. Wenn wir aber zeigen, früher waren die Menschen größer, hatten mehr Finger, hatten mehr Zähne, dann gibt es ja keine Evolution, sondern eine Degeneration. Und wir sind wieder zurück bei Augustinus. Und ja, nicht zuletzt der Mound Bilder -Mythos. hat in den letzten Jahren seine gewisse Renaissance erfahren und wird ganz unverhohlen
wieder geäußert. Eben wieder so eine Mystifizierung dieser prestuschen Erdwerke. Und ja, schlussendlich fehlt da jetzt nur noch ein Baustein und das ist eben die Verschwörung der Smithsonian Institution. Haben Sie die Krochen wirklich versteckt die ganze Zeit, aus Gebiet Berner, böswillig die Beweise quasi vernichtet oder? Ja. Das ist mittlerweile eben tatsächlich zu einem zentralen Pfeiler dieser Riesentheorien geworden. Dabei ist es aber bemerkenswert, dass dieses Element gar nicht mal so alt ist.
In den Quellen aus dem 19. Jahrhundert wird in der Tat immer wieder erwähnt, dass eben Funde an die Smithsonian -Instituten gefickt wurden. Allerdings ist nirgendwo die Rede davon, dass die irgendwas bewusst verheimlichen würden oder so. In ihren eigenen Berichten haben sie auch so ein paar große Skelette von bis zu sieben Fuß oder so erwähnt. Sie verwenden da tatsächlich nie das Wort Riese. Aber zumindest in einem einen Fall kann man das eben tatsächlich mit zwei angeblichen Riesen von zusammenbringen. Ja, die Vorstellung, dass sie wirklich etwas verheimlich zurückhalten, entsteht dann erst 1993. Nämlich mit mehreren Artikeln von David Childress. Das ist eine durchaus bekannte Gestalt in der amerikanischen Pseudoarchäologie
und Verschwörungsszene. Der schreibt eben unter anderem der Artikel Archaeological Cover -ups im Nexus -Magazin. Und da bezieht er sich eben auf diverse solche alten Funde. Also primär eher archäologische Artefakte. Also eben solche rätselhaften Inschriften und Artefakte. und so weiter. Es gibt auch noch einen Zeitungsartikel aus dem frühen 20. Jahrhundert, dass man im Grand Canyon eine unterirdische Krypta mit ganz fantastischen Funden und Statuen und Mumien und so entdeckt habe und da auch die Smithsonian -Instituten irgendwie involviert gewesen sei. Ja, man hat nie wieder etwas davon gehört und es dürfte mit ziemlicher Sicherheit um einen Zeitungshoax handeln.
Allerdings eben aus all diesen Berichten schließt Childress dann eben, dass die Smithsonian Institution offensichtlich all das, was eben der konventionellen Geschichte und Vorgeschichte Amerikas widerspricht, zurückhalten würde. Da bezieht er sich teilweise auch schon auf solche Riesenfunde, aber eben primär auf archäologische Artefakte. Das wird dann aber eben zu einem zentralen Baustein für die späteren Riesenautoren, die das standardmäßig immer mit reinnehmen und damit eben auch erklären, weshalb keines dieser hunderte von Riesens Glätte heute mehr nachweisbar ist. Und spätestens damit ist eben der heutige Riesenglauben eben auch äh äh Spätestens damit ist eben auch der heutige Riesenglauben untrennbar mit Verschwörungstheorien
gegen die amerikanische Regierung und staatliche Institutionen verbunden. Die geben sich also da auch gerne die Klinke in die Hand. Dieser große Zweifel, eigentlich haben wir doch die Beweise alle bei uns zu Hause gehabt und sie haben sie verschwinden lassen. Ganz genau. Also mittlerweile hat sich da eben auch eine ganze, ja... eigene Szene herausgebildet. Und ja, diesen aktuellen Riesentheorien kommen dabei sicherlich auch zugute eben, dass Riesen an ganz verschiedene Weltbilder eben anknüpfungsfähig sind. Also, sowohl eben den christlichen Fundamentalismus als auch Theosophie, Atlantistheorien, Präastronautik, also auch bei anderen Atlantis -Autoren des 20.
Jahrhunderts finden wir das Edgar Cayce zum Beispiel. Der schlafende Prophet, der diverse Schauungen und Vorhersagen macht, der berichtet ihm auch von Riesen in Atlantis und so. Und eben auch der Mystery -Szene. Mitunter werden die Riesen dann auch noch mit den Huminoiden, also Bigfoot und Yeti und so in der Kryptozoologie zusammengebracht.
Und schließlich findet man natürlich einen unendlichen Pool an Mythen und Sagen aus allen möglichen Ländern und Kulturen, die man da irgendwie mit reinnehmen kann. Dieses sehr lange Missverständnis der wahrscheinlich auch gefundenen, was öfter aufkam, eben diese Wiederholung von, da werden große Knochen gefunden, wir wissen nicht wo die hingehören, die müssen menschlich sein, wir konstruieren einen großen Menschen draus oder wahrscheinlich war es entweder ein mythisches Tierwesen oder halt ein Riesenmensch, eins vor beidem. Und dass es eben in diesem Kontext für uns extrem faszinierend ist schon immer. Diese Vorstellung, das könnte doch diese großen Menschen gegeben haben. Was, wenn wir doppelt so groß wären? Und vielleicht
haben wir das aber als Kinder. Wir wachsen ja alle umgeben von Riesen auf. Das darf man jetzt nicht so sehr psychologisieren, aber wir als Dreijährige sind umgeben von einer Welt von Riesen. Und irgendwann wachsen wir da raus und werden dann irgendwann groß und sind Teil der Riesen. und uns suchen aber weiter nach den Wiesen unserer Kindheit. Dieses Gefühl, eigentlich müsste es doch dann noch jemand größeres geben, der eigentlich Sachen baut. Weil ich bin jetzt erwachsen und ich könnte das nicht bauen, also muss es jemand anderes gewesen sein. Das ist glaube ich vielleicht auch irgendwie psychologisch ganz nachvollziehbar, wenn man sich das so denkt. Der Wunsch, dass es einen vier Meter großen Menschen gibt, der
mich auf den Arm tragen kann, den kann ich nachvollziehen. Ganz genau. Und ja, wo wir das heute auch wirklich immer wieder sehen können, ist zum Beispiel bei TikTok und in Social Media, wo mittlerweile alles überflutet wird von KI -generierten Bildern, von einerseits Riesenskletten oder sogar lebenden Riesen auf pseudo -alten Fotos, die aussehen wie aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, wo dann Riesen in historischer Kleidung abgebildet sind, als hätte man dort alle Orte noch irgendwie vier Meter große Leute getroffen. Deswegen heißt es Wild West. Weil die anderen Wild ist die huge one. Ganz genau. Und ja, gerade das Thema, man steht vor alten Bauwerken und kann sich nicht vorstellen, dass normale Menschen das errichtet
haben. Das treibt mittlerweile sogar die seltsamsten Blüten in der Tartarier -Verführungstheorie. Also der Behauptung, dass irgendwie die ganzen großen Gebäude des 19. Jahrhunderts von einer versunkenen globalen Hochzivilisation errichtet worden sein sollen, die dann von einer Schlammflut begraben wurde. Und auch dort sollen Riesen gelebt haben, wie man ja in einschlägigen Threads und so weiter nachlesen kann. Irgendjemand hat das ganze Tartaria auch mal als das QAnon der Architektur Gefichte bezeichnet. Also spätestens da sind wir nun von Pseudowissenschaft beim Rhein -Bulfild angelangt. Weißt du, wie weit war der Weg? Wir haben den kurzen Weg genommen, den ausgetretenen, kurzen Pfad von der Pseudowissenschaft zum kompletten
Bullshit. Genau. Ja, und wem all das noch nicht absurd genug war, dem empfehle ich mal das Thema Mud Fossils, also Schlammfossilien zu googeln. Also da gibt es mittlerweile sogar Leute, die in Bergen und Gesteinsformationen versteinerte Riesen der Vorzeit zu erkennen glauben. Also spätestens da sind wir jetzt auch nicht nur beim Bullfit, sondern wirklich wieder bei Mythos und Sage angelangt. Der Kreis schließt sich am Ende immer. Ja, was kannst du denn zum Weiterlesen noch empfehlen? Du hast auch selber einen Artikel dazu geschrieben. Genau, also das meiste, was wir erzählt haben, kann man zusammengefasst noch nachlesen in meinem Artikel, Gebeine von Giganten.
Der ist letztes Jahr im Skeptica erschienen, also der Zeitschrift der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, kurz GWUB. Der ist mittlerweile auch online verfügbar. Auf meinem Blog, Wunderkammer der Kulturgeschichte und auch bei Academia und Research Gate. Und wer noch tiefer in das Riesenthema einsteigen möchte und vor allem in die Diskussion um die Riesenskelette, kann ich vor allem zwei Blogs empfehlen. Das sind zum einen Andy White, der sich ausführlich damit auseinandergesetzt hat mit diesen Zeitungsriesen. Und zweitens Jason Colavito, der bereits seit etlichen Jahren alle Entwicklungen in der Pseudoarchäologie und Ähnlichem kommentiert und sich da eben auch immer wieder
mit den Riesen befestigt hat. Ja, sehr cool. Ich habe sehr viel gelernt heute. Es war eine spannende Folge und es ist schön, dass wir so ein beliebtes Thema wie die Nephilim und die Riesen trotzdem wieder zu Blavatsky und Steimer zurückgefunden haben und wieder zu all Willigut und all den Alten. Also das sind ja Sachen, die ... all die Esoteriker auch mit umgetrieben haben, aber wie du gesagt hast, eben ganz viel Anknüpfungspunkte bei sowohl den extremen Christen, allen Gegner der Evolutionstheorie, waren quasi von vornherein Fans davon. Alle Fans, die wollten, dass die Mythen wahr sind, waren Fans davon. Und zwar eben auch diese Suche, die große Gegenerzählung, alles was wir brauchen, das sind Riesenmenschen,
dann haben wir recht. Also das Puzzlestück, was fehlt, wir brauchen eigentlich nur große Menschen und dann ist alles geklärt für uns. Ja, es ist der kleinste gemeinsame Nenner. auf denen sich alle möglichen alternativen Weltbilder einigen können. Und meistens dabei halt vor allem auch konnotiert mit so einer pessimistischen Bild der Kulturentwicklung. Also früher gab es noch so eine Welt der Wunder mit Riesen und Zwergen und allem Möglichen, was eben immer weiter degeneriert und zugrunde geht. Und heute finden wir allenfalls noch ihre sterblichen Überreste. Und selbst die werden von der bösen Smithsonian -Institution verheimlicht. Ungerecht. Wirklich. Ich hoffe, ihr habt auch alle was gelernt, die zugehört
haben. Empfehlt den Podcast gerne weiter. Lasst uns eine Bewertung da. Schickt die Folge an Freunde, Freundinnen weiter, die sich für Riesen interessieren, die vielleicht nach zwei Bier immer ein bisschen zu viel über Riesenskeletten und die Neffilin reden. Die sollten das alle geschickt bekommen, bitte. Ich habe die Befürchtung, der YouTube Algorithmus und der Spotify -Algorithmus allein werden die Arbeit nicht tun. Wir brauchen da ein bisschen eure Unterstützung. Apropos Unterstützung, wer uns darüber hinaus finanziell unterstützen will, kann das sehr gerne bei Patreon oder bei YouTube tun. Ich mach die Links in die Beschreibung der Folge. Also ihr könnt Kanalmitglieder auf YouTube werden oder Patreon -Unterstützer. Da
kriegt ihr dann die Folgen immer ein paar Tage früher, werbefrei, ein paar extra Bonusfolgen zwischendrin und kleine Schmankerl und Links aus meinem Leben, die würde ich während der Recherche so stolpern. Vielen Dank an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer auf Patreon, der coolere Herr Fischer vom Ardennes Gymnasium, Fanny Dietrich, Freier Stuart, Onkel Didi, Katharina, Fernando, Brigitte, Petosilius Zwackelmann, Miauzetung, Spinoza369, Sylvie die Schmaus und Tamaror. Vielen lieben Dank euch, wenn ihr uns auch unterstützen wollt und mehr hiervon wollt, dann kommt gerne vorbei. Und wenn nicht, oder auch wenn, hören wir uns in zwei Wochen wahrscheinlich. Ganz liebe Grüße. Tja, von mir auch. Macht's gut. Tschüss!