
Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 135
Superwoman: Feminismus zwischen Esoterik und Eugenik
Freitag, 5. Dezember 2025 · 1 h 28
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Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Jessica Albrecht über die Rolle von Esoterik, Okkultismus und religiösen Strömungen um 1900. Wir tauchen ein in Themen wie Geschlechterrollen in spirituellen Bewegungen, Theosophie, Sexualmagie, die Figur von Ida Craddock, neue Frauenbewegungen und koloniale Kontexte. Außerdem beleuchten wir, wie messianische Erwartungen und religiöse Narrative politische und soziale Bewegungen geprägt haben.
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Mehr von Jessica findet ihr u.a. hier:
• gendergeschichte.wordpress.com
• jessicaalbrecht.com
Kapitel:
• Einführung ins Thema und Vorstellung von Jessica
• Warum Esoterik und Okkultismus politisch relevant sind
• Urchristentum, Messianismus und die Rückbesinnung auf religiöse Ursprünge
• Okkultismus und spiritistische Bewegungen um 1900
• Blavatsky und die Idee androgyner zukünftiger Menschen
• Geschlechterrollen und Sexualität in der Theosophie
• Ida Craddock und Sexualmagie als spirituelle Praxis
• Energie, Orgasmus und magische Vorstellungen bei Crowley und seinen Vorbildern
• Schabbatai Zwi und messianische Bewegungen im Judentum
• New Age Ästhetik, Selbstoptimierung und moderne Wellnesskulturen
• Die Rolle der Göttin Isis in esoterischen Frauenbewegungen
• Die koloniale Perspektive und der Colonial Hangover
• NoFap, Lebensenergie und moderne Reinheitsvorstellungen
• Sexualität, spirituelle Energie und magische Praktiken bei Craddock und anderen
• Wie ägyptische Religion neu interpretiert wurde
• Abschluss, Hinweise auf Jessicas Projekte und Dank an die Unterstützerinnen und Unterstützer
• Outro und Patreon-Support
Literatur:
Albrecht, Jessica A. 2021. „Mrs. Rosa Frances Swiney. Imperial Feminism and Eugenics in Theosophical Evolutionist Thought“. In Essays on Women in Western Esotericism. Beyond Seeresses and Sea Priestesses.
Albrecht, Jessica A. 2025a. „Eugenic Appropriations of the Goddess Isis: Reproduction and Racial Superiority in Theosophical Feminist Writings“. Orbis Litterarum 80 (2): 170–83. doi.org/10.1111/oli.12419.
Albrecht, Jessica A. 2025b. „Sexual Education and Vital Forces to Heal the Race: Ida Craddock’s and Frances Swiney’s Use of Eugenics and Esotericism“. doi.org/10.1163/9789004736221_017.
Craddock, Ida. 2010. „Heavenly Bridegrooms“. In Sexual Outlaw, Erotic Mystic: The Essential Ida Craddock, herausgegeben von Vere Chappell. Weiser. Schmidt, Leigh Eric. 2006.
Heaven’s Bride. The Unprintable Life of Ida C. Craddock, American Mystic, Scholar, Sexologist, Martyr, and Madwoman. Basic Books. Bevir, Mark. 1998. „In Opposition to the Raj: Annie Besant and the Dialectic of Empire“. History of Political Thought 19: 1–50.
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Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt. Heute mit einem besonderen Gast, über den ich mich sehr freue, nämlich mit Jessica Albrecht, die zum Thema Esoterik, Eugenik, Feminismus, Theosophie forscht. Das kann sie uns gleich noch genauer erzählen. Hallo Ismal. Ja, hallo. Danke für die Einladung. Ich freue mich sehr hier zu sein. Worüber wollen wir denn heute reden? Wir haben uns überlegt, dass es ja eigentlich ein ganz spannendes Themenfeld wäre, zu dem du natürlich auch forst, uns anzuschauen, wie denn der Einfluss von Frauen und auch der feministischen Bewegung auf die Esoterik war oder andersrum, was es da für gegenseitige Beeinflussungen gibt. Wir haben ja in unseren Esoterikfolgen
über Helena Blavatsky ein bisschen ausführlicher gesprochen. Ihr habt schon mal öfter Annie Besant angesprochen, über die wir heute gerne auch ein bisschen ausführlicher reden können, weil ich die einen sehr spannenden Charakter finde, die noch keine eigene Folge bekommen hat bisher. Und das Konzept der Superwoman. dass du uns auf jeden Fall noch erklären musst, was ich extrem spannend fand. Die Frage ist ein bisschen, wie verbinden sich denn da frühe Frauenbewegungen mit okkulten Ideen? Wofür lief da auch vielleicht so ein bisschen eine dünne Grenze manchmal zwischen ja, frühen, eugenischen Ideen und emanzipatorischen Ideen? Und warum lohnt es sich auch, sich diese Verbindungen anzuschauen, jetzt rückwirkend vielleicht?
Was können wir daraus irgendwie vielleicht lernen? Stell dich nochmal für unsere Hörerinnen und Hörer einmal vor, was machst du denn eigentlich so, was dein Werdegang, wie bist du denn hier gelandet bei diesem sehr spannenden Thema? Also ich bin Religionswissenschaftlerin mit zwei Schwerpunkten, also mit zwei studierten Schwerpunkten. Also ich habe Geschlechtergeschichte auch noch studiert und Südasien studieren. Und wenn man Geschlecht und Südasien und Religionen zusammentut, dann landet man nicht immer bei Buddhismus oder Hinduismus, sondern manchmal auch bei der philosophischen Gesellschaft. Und so war es dann eben auch bei mir. Da können wir vielleicht noch mal im Detail später drüber sprechen, wenn ich dann so ein
paar Beispiele nenne. Genau. Und ja, es gibt so ein paar Geschichten könnte man eigentlich erzählen, wie man zu einem bestimmten Forschungsgegenstand kommt. Bei mir war es, ehrlich gesagt, schon ab dem ersten, zweiten Semester im Bachelor klar, dass mich die Esoterik interessiert. Es gibt natürlich auch persönliche Hintergründe dazu, Sachen, die man mal mitgenommen hat, die ihn einfach persönlich interessieren. Und dann habe ich eben sehr schnell festgestellt, dass diese ganzen alternativen religiösen Bewegungen seit dem 19. Jahrhundert für mich vor allem deshalb spannend sind, weil sie halt immer auch politisch relevant sind und zwar egal in welche Richtung.
Es gibt ja sowohl die dunkle Esoterik als auch die, naja, performerische oder progressive Esoterik und mich interessiert das halt genau da, wo auch Religion politisch und gesellschaftlich relevant wird und genau deswegen fand ich die Esoterik schon immer spannend. Genau und jetzt gerade, also ich habe ja letztes Jahr meinen Doktor abgeschlossen.
Ich habe in Heidelberg promoviert. Und bin jetzt mittlerweile an der Universität Erlangen. Und da bin ich sogar Fellow an einem großen Forschungskolleg, das sich mit globaler Esoterik beschäftigt. Das ist ja perfekt für unseren Podcast. Deswegen freue ich mich, dass du da heute mit dabei bist. Wo können die Leute denn dich online finden, Jessica? Und du hast auch zwei Podcast -Projekte, die du auf jeden Fall empfehlen solltest. Also man findet mich vor allem auf social media unter dem Namen Geschlecht macht wissen. Und wenn ihr das googelt, findet ihr eigentlich alle Kanäle, wo man nicht so finden kann. Vor allem auf Instagram mache ich da Wissenschaftskommunikation zu verschiedenen aktuellen Themen. Und die beiden Podcasts, die
du gerade angesprochen hast, sind einmal der genau gleichnamige Geschlecht Macht Wissen Podcast. Da geht es um religionswissenschaftliche und Gender Themen, also Religionswissenschaft aus einer intersektionalen Perspektive. Momentan eben auch viel über Religion in die USA, wenn das interessiert. Und der andere Podcast heißt Sprache macht Geschlecht. Und da spreche ich mit meiner Kollegin Verena über alle möglichen Theorien, über von feministischer Theorie zu Sprachtheorie und unsere liebsten Autorinnen aus diesem Bereich. Diese Gemengelage ist von außen ja gar nicht so einfach zu durchblicken.
Das sind ja komplexe Prozesse. Wer sich da von wem abschreibt, wer wem irgendwie beeinflusst auch und in was für einer politischen Diskussion die Leute sich ja auch immer bewegen innerhalb ihrer ihres zeitlichen Rahmens. Wenn du das kurz herunterbrechen müsstest, was haben denn Feminismus, Esoterik und Eugenik miteinander zu tun? Oder auch nur Feminismus und Esoterik vielleicht?
Vielleicht können wir die Eugenik auch später noch mit reinnehmen. Aber so ganz grober Überblick für diejenigen, die sich jetzt damit vielleicht noch nie beschäftigt haben. Also dann fange ich mal ganz grob an, nämlich, dass wir, wenn wir uns heute Feminismus anschauen, eigentlich uns nicht wirklich vorstellen können, dass erstmal Religion überhaupt was mit Feminismus zu tun hat. Und das ist eine sehr spezifische Vorstellung, die wir erst seit der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts haben, seitdem eben diese sogenannte zweite Welle des Feminismus sich auch wirklich radikal von Religion abgewandt hat. Und wenn man sich aber die Geschichte anschaut und vor allem die der sogenannten ersten Welle, also spätestens, frühestens 20. Jahrhundert, kann man eben sehen, dass Religion auf verschiedene Art und Weise unglaublich relevant ist für den Feminismus und das sowohl im Hinblick auf Netzwerke, das hatten wir vorhin schon genannt Netzwerke, als auch Gruppen und kollektive Bewegungen, aber auch die Individuen selbst. Also Religion ist ganz häufig so eine spirituelle Ressource für Feministinnen. Und dann Es ist natürlich spannend, sich so Gruppen anzugucken wie eben in der Esoterik
oder anderen alternativen religiösen Bewegungen, die sich dezidiert gegen bestimmte gesellschaftliche Strukturen richten und zum Beispiel auch das Patriarchat. Also gerade wenn wir dann eine Bewegung haben, die vielleicht das Christentum aus ganz anderen Gründen kritisiert, konnten eben Frauen dann auch sagen, jetzt kritisiert ihr schon das Christentum, jetzt habe ich die Möglichkeit irgendwie selbst spirituell zu sein und muss das nicht im Christentum machen, er gibt mir andere Ressourcen an die Hand, dann kann ich auch diesen Teil, also zum Beispiel den patriarchalen Aspekt von Christentum kritisieren und habe aber trotzdem immer noch eine religiöse Gemeinschaft, die meine spirituellen Bedürfnisse abdeckt. Und man arbeitet
ja auch auf eine Art und Weise auf einer gesellschaftlich breiter akzeptierten Basis, wenn ich sage, also ich kritisiere zum Beispiel die aktuellen Verhältnisse auch auf Basis des Christentums vielleicht. Das waren ja auch dann Aspekte, dass dann irgendwie gesagt wird, das Urchristentum oder da gab es diese Return -to -Tradition -Tradition im christlichen Sinne, wo immer wieder gesagt wird, alle paar Generationen, wir bekehren zurück zum Ursprung und wir haben jetzt eine gleichberechtigte oder wie auch immer gestaltete Gemeinschaft und dann immer wieder Dichismen, die... Also wir haben uns bei den Crowley -Folgen die Exclusive Brethren angeschaut gehabt, kurz oder kurz darüber geredet und da eben auch dann das Schiss mal zwischen
den geschlossenen Brüdern und den offenen Brüdern und dass bei den geschlossenen Brüdern die Frauen einfach eine sehr viel, also enger definierte Rolle haben, nicht in der Gemeinde sprechen dürfen, sich da auf irgendwelche Paulus -Zitate berufen wird, während die offenen Brüder da eben inklusiver waren. Genau, einen Punkt, den du gerade gesagt hast, würde ich gerne noch mal rausstreichen, nämlich diese Rückbesinnung auf eine Uhrzeit oder auf ein frühes Christentum oder auf irgendeine Form von früherer Religion, weil das ist ein Trend, der wirklich dezidiert im 19. Jahrhundert entstanden ist. Also durch die aufkommenden Geisteswissenschaften, also Geschichtenwissenschaften, wie wir sie heute kennen, Philologie, die irgendwelche Texte aus
aller Welt sich anschaut und eben auch der Beginn der Religionswissenschaft zum Beispiel, all das hat dazu geführt, dass die Menschen immer mehr Interesse daran hatten, zum Ursprung von etwas zurückzukommen. Und das ist ja auch genau das, womit sich die theosophische Gesellschaft im Allgemeinen beschäftigt, also zurück zu einer Urreligion zu kommen. Und das ist, was das 19.
Jahrhundert von vorne bis hinten bestimmt hat. Und so ist es dann eben auch wirklich schon gesagt, dass bei bestimmten religiösen Gruppierungen die dann sagen, ja, okay, jetzt ist das Christentum verkommen, aber damals war es ja besser. Und das zeigt sich jetzt auch an, dass so frühe Kommunisten und frühe Kommunismus ja auch ganz viel über früher Sozialismus, viel über die Idee von dieser perfekten Gesellschaft, wir bringen den Himmel auf Erden jetzt schon, wir schaffen das Paradies auf Erden in irgendeiner utopischen Vorstellung einer Gemeinschaft oder die Schriften von Marx und Engels über das frühe Christentum oder so, keine Ahnung, die sich ja da auch mit beschäftigt haben und sich gefragt haben, waren jetzt die
frühen Christen Kommunisten oder nicht, und so Diskussionen. die man gar nicht erwarten würde, vielleicht rückblickend oder die heute so nicht mehr geführt werden würden, aber die eben wichtig waren, weil das in der Zeit, wie du gesagt hast, große gesellschaftliche Sprengkraft hatte. Dass das Christentum eben wissenschaftlich untersucht wurde und dann auch eben, ja, es da neue Methoden gab, aufs Christentum zu blicken und nicht mehr nur, dass die allgemeine Wahrheit war, die eben die Grundlage bildet. Oder? Ja, genau. Und auch eben Na ja, man muss sich vorstellen, es war in einer Zeit, wo, wie ich schon gesagt habe, die Geschichtswissenschaft zum Beispiel gerade erst entstanden ist. Und gleichzeitig kam ein
Moment, wo man noch davon ausgegangen ist, die Geschichte hat verfolgt ein Ziel, also etwas beschied nicht einfach ohne Grund. Und das ist ja geprägt davon, wie sich christliche Heilsgeschichte vorgestellt wird. Und dann ist es ja irgendwie logisch, sagt man mal, dass wenn bestimmte Narrative einfach so omnipräsent sind, wie zum Beispiel eine Vorstellung von dem Messianismus, also dass die Welt sich bewegt zu einem Punkt, der dann dazu führt, dass irgendwann das Heil auf Erden ist, dass man das eben auch in andere Formen der Art und Weise Geschichte zu sehen hineingelesen wurde. Und so eben auch bei frühen Marx zum Beispiel oder eben auch im frühen Sozialismus im frühen 19. Jahrhundert. Oder dann bei den Theosophen
mit Besent, die ja quasi die Erwartungshaltung hatte oder die dann dieses Idee der sechsten Wurzelrasse entwickelt hat, die jetzt bald kommen wird und die kommende Rasse, die dann, oder diese spirituelle kommende Entwicklungsphase, die dazu führt, dass ja, wir jetzt alle erheben in eine höhere Stufe irgendwie. Ich hab, also... Da in dieser Zeit um 1900 fallen quasi ganz viele Sachen zusammen. Wir haben dieses gesellschaftliche Interesse für Okkultismus auch allgemein. Also diese spiritistischen Bewegungen, die eben sehr awoke und stark werden. Gleichzeitig eine erstarkende Frauenbewegung und eben eine schwindende Autorität des Christentums in der Interpretation von Wahrheit im öffentlichen Diskurs. Und wir haben ja über
Helena Blazki schon öfter geredet in diesem Podcast, aber sie wird teilweise als erste weibliche Religionsgründerin seit, was weiß ich wie, 100 Jahren davor bezeichnet. Gleichzeitig haben wir im 19. Jahrhundert ja ganz viele Bewegungen, auch innerhalb des Christentums, die von... den Visionen von Frauen ausgelöst werden, wo wir dann im Katholizismus neue Strömungen haben, oder ich denke jetzt an den Midwestern, mit seinen Westen in den USA, mit den verschiedenen apokalyptischen Bewegungen, die dann da aufkommen, das baldige Ende der Welt erwarten und so. Da spielen ja Frauen auch immer eine wichtige Rolle, je nach Bewegung, aber generell ist ja nicht nur Blavatsky zu der Zeit als Religionsgründerin
da am... am Werkeln und am Schaffen, sondern es gibt ja so generell das Bedürfnis in dieser Zeit, wo wir alle den Eindruck haben, wir sind irgendwie in der Endzeit, neue religiöse Ideen irgendwie zu schaffen. Genau, und es ist eben kein Wunder, dass sich das sozusagen, also ich würde sagen, auf Frauenkörpern zeigt. Denn Frauen im 19. Jahrhundert wurden als Bindeglied, sagen wir mal, zwischen Kultur und Natur und Kultur und Religion gesehen. Also über den Frauenkörper hatte quasi der rationale Mann, wie er sich das im 19. Jahrhundert so vorstellte, die Möglichkeit immer noch auf diese sowohl auf übernatürliches Fähren zuzugreifen, als auch eben auf die Natur.
Mit der Natur kommen wir vielleicht später noch, wenn wir über Eugenik sprechen. Aber mit der religiösen Fähre zeigt sich das eben ganz klar, wie du schon gesagt hast, mit diesen Visionen. oder aber auch ganz allgemein im Spiritismus, wenn es darum geht, wer ist denn das perfekte Medium? Also wer kann denn überhaupt Geister channeln? Das kennen wir ja auch aus der Populärkultur auch. Wer sitzt denn immer an diesen Tischen und öffnet die Arme, bis der Geist durch einen spricht, das sind immer Frauen. Und das ist deswegen, weil gesagt wurde, Frauen sind das schwächere Geschlecht und deswegen kann der Geist besser in sie eindringen, weil sie offen sind, dafür quasi kontrolliert zu werden von einer anderen
Kraft. Der Mann wäre quasi mental zu stark, um den Geist in sich zuzulassen. Also das wird negativ formuliert. Das heißt nicht, oh, Frauen sind besonders befähigt und haben da einen besonderen Zugang, der den Männern fehlt vielleicht. Das wäre ja auch eine Interpretationsmöglichkeit. Aber es wird gesagt, das sei in der Schwäche, dass es keine Befähigung ist, sondern eigentlich ein Manko. Jetzt bist du an dem Punkt, wo es eben drauf ankommt, ob das eine Frau oder ein Mann sagt. Also die Feministinnen haben das natürlich für sich in ihrer eigenen Zecke genutzt und gesagt, das ist unsere Fähigkeit. Und auch deswegen braucht es uns sowohl als entweder gleichmäßiges Mitglied in einer religiösen Gesellschaft oder aber sogar
als Anführerin, weil wir diese religiöse, spirituelle Komponente besser ausgeprägt haben als Männer. Und gleichzeitig konnte aber auf der anderen Seite von Antifeministen auch gesagt werden, ja, das stimmt zwar, aber deswegen bleibt ihr mal in der religiösen Sphäre und wir kümmern uns um die Politik und die Gesellschaft. Also so eine Art Aufteilung der Geschlechter auf die irgendwie gesellschaftliche Befähigung für...
Genau, das ist ganz elementar wichtig für die erste Welle des Feminismus. Das wird auch ganz häufig als Differenzfeminismus bezeichnet. Denn auch die Feministinnen damals haben zum großen Teil, es gibt natürlich Ausnahmen, aber zum großen Teil ihre Rechte damit argumentiert, dass sie anders sind als Männer. Und genau weil sie anders sind, aber Rechte brauchen, weil die Gesellschaft immer beides in ihrer Binarität braucht. Also so eine Verteidigung des Dualismus ist quasi zu sagen. Wir sind beide Seiten einer Medaille, aber unterschiedlich in dem Sinne, dass wir unterschiedliche Grundveranlagungen haben. Was macht die theosophische Gesellschaft so attraktiv auch für gebildete Frauen, also die, die eben Zugang haben zu der
Zeit, sich mit Theosophie zu beschäftigen auch. Natürlich war auch dieser Spiritismus und so und diese okkurtistischen Beschäftigungen, wenn ich mir überlege, was waren die Frauen, die im Golden Dawn waren, das waren natürlich größtenteils wohlhabende Frauen, die sie es leisten konnten, sich mit Magie und anderen spannenden Dingen zu beschäftigen den ganzen Tag. Da triffst du einen Nerv. Also einer meiner Hauptschwerpunkte in der Esoterik -Forschung ist Klassismus. Genau, neben Feminismus und Gender. Genau, weil... Also, Order of the Golden Dawn, hast du schon gesagt, man braucht die Zeit, um sich irgendwie mit Ritualen zu beschäftigen und irgendwie nicht nebenher noch Geld zu verdienen. Und es ist auch nicht
ohne Grund, dass viele Golden Dawn -Mitglieder in der Künstlerinnen -Szene waren, weil das sehr eng damit möglich war, es zu verbinden. Also, ich denke an Florence Fahrt zum Beispiel, die eben auch Schriftstellerin war und... Schauspielerin und natürlich in beide Richtungen es gut nutzen konnte, also so Synergieeffekte schaffen konnte.
Und bei den Theosophen hast du ja schon gesagt, es ist wirklich wichtig, dass sie auch gebildet waren, denn Anders als beim Golden Dawn oder auch durch Spiritismus oder anderen okkulten Praktiken, war die Theosophie ja keine Gemeinschaft, die sich über Praktiken kennzeichnete, sondern über Texte. Leute haben Texte gelesen, Texte geschrieben. Es gab zigtausend Zeitschriften und Journals, die überall auf der Welt erschienen sind. Und der Austausch über irgendwelches Wissen hat über Lesen und Schreiben stattgefunden. Und dafür muss man sowohl die Zeit als auch eben das Geld haben. Und die Kenntnisse. Also noch weniger Frauen als Männer hatten überhaupt die Möglichkeit, auf dem gleichen Level sozusagen
in diesen geschriebenen Diskurs mit einzusteigen. Gleichzeitig stelle ich mir vor, dass für diese gebildeten Frauen, diese okkulten Zirkel, sei das jetzt der Golden Dawn oder die theosophische Gesellschaft, dass man ja oft mehrfach Mitgliedschaften, die Leute waren ja nicht nur entweder oder, sondern oft eben in allen möglichen Vereinen und Bewegungen dann aktiv, war es natürlich auch ein Ort, wo man jenseits von den gesellschaftlichen Konventionen anders denken, anders mit Leuten verkehren konnte, anders netzwerken konnte auch. denke auch anders wahrgenommen wurde. Das ist so jedenfalls mein Eindruck von außen, wenn ich mir die Streitigkeiten dann um die, keine Ahnung, im Golden Dawn anschaue.
Das ist jetzt nicht so, als würden sich dann nur die Männer streiten, sondern da sind Florence Farr und so ja alle ganz vorne mit dabei und involviert in den Führungsfragen und der Ausrichtung des Ordens und solchen Sachen. Wenn ich jetzt an Annie Besson denke, die sich dann später ganz stark für Co -Freemasonry, also Freimaurerei, wo auch Frauen mit aufgenommen wurden, eingesetzt hat, Le Trois Humains und all diese Sachen, dass das ja eigentlich den Also so Freimaurerei als Grundidee. Männer können sich außerhalb der Klassengesellschaft begegnen und haben einen Raum, wo sie da miteinander verkehren können. Das stand den Frauen ja nur sehr begrenzt offen. Und das sehe ich dann eben in diesen okkulten Zirkeln eigentlich ein Öffnen
der Möglichkeiten auch. Auch wenn es natürlich, wie du gesagt hast, nur für eine begrenzte Gruppe galt, die da Zugang hatte. Das sind es mehrere Punkte, die du gesagt hast. Ganz kurz zur Gruppe und der Reichweite. Die Reichweite, gerade bei der theosophischen Gesellschaft, ging nicht. nur über die Mitgliederzahlen, die ja schon sehr, sehr groß waren, sondern wirklich auch darüber, dass diese Menschen, die wirklich aktiv waren, dann auch wirklich sehr viel geschrieben haben und sei es in Frauenzeitschriften oder sei es, dass sie selbst Romane geschrieben haben und das wirklich diese Verbreitung der Ideen noch sehr viel mehr Leute erreicht hat, als die, die in den innersten Zirkeln oder überhaupt einfach
Mitglied der theologischen Gesellschaft waren. Ein anderer Punkt, den ich gerne noch ansprechen würde, ist, dass der jetzt Mehrmals schon Andy Wessent und Helena Petrumla Blavatsky genannt. Und die sind ja unterschiedlicher, kann man sie sich ja nicht vorstellen. Und das ist ja wichtig in Bezug auf Feminismus und auf Geschlecht. Ich würde nämlich schon sagen, dass Blavatsky niemals so erfolgreich hätte sein können, wenn sie wirklich, sagen wir mal Zitat, typisch feminin gewesen wäre. Weil sie wird ja auch jetzt... heute noch in der philosophischen Gesellschaft und auch in den Quellen damals wirklich als androgyne Frau dargestellt, als Frau, die viel isst, die viel trinkt, die viel raucht, am Ende sogar so
statt übergewichtig ist, dass es gesundheitlich schädlich für sie ist, dass sie nicht mehr laufen kann, sondern getragen werden muss in den letzten Jahren. Und das ist ja ganz anders als Annie Besant, die sich ja wirklich sehr auch auf bestimmte weibliche Aspekte beruft und sei es zum Beispiel durch Kleidung. Sie ist ja anders gekleidet als Blavatsky und sie hat auch andere Beziehungen zu Männern als Blavatsky. Blavatsky wurde als junge Frau verheiratet und ist dann quasi vor ihm Ehemann so halb geflohen. Die Ehe wurde dann später aufgelöst. Annie Besant hat ja auch Kinder und es gibt einige Geschichten danach, wie sie erwachsen waren in der theosophischen Gesellschaft, der doch immer mal die da auch Beziehungen mit
Männern eingegangen ist, was bei Blavatskleben nicht der Fall ist. Bei Blavatsky hatte ich mal gelesen, das war so ein Selbstmythos, den sie auch irgendwie aufgebaut hat, dass sie keinen Sex hat zum Beispiel, das war ja auch Teil ihrer Erzählung. Ich glaube es gibt aber Geschichten über ein Kind aus Paris, aus der Zirkuszeit davor, also bevor sie nach New York ist, da gibt es auch so ein bisschen, da gibt es auch irgendwelche Gerüchte, die ich jetzt noch nicht so, ich habe auch keinen Nachfahren gefunden, keinen Direkten von Blavatsky, aber da habe ich auf jeden Fall so Sachen gelesen. wo ich dann eben dachte, das beginnt eigentlich in ihrer Selbstgeschichte, nachdem sie nach New York kommt, dass sie sich
in dieser Darstellung auch da anders darstellt, wie über die Pariser Zeit, wissen wir da, glaube ich, also habe ich wenig gefunden gehabt und dann beginnt sie ja richtig so in Aktion zu treten in New York. Ja, will da wahrscheinlich auch nicht so transparent über die Zeit davor sein, weil das den Mythos wahrscheinlich gefährden würde, wenn man dann in dieser neuen Rolle in einer neuen Stadt auftritt. Genau, und das, was du gerade gesagt hast, auch mit dem, dass sie keinerlei Sexualverkehr hat, ist ja auch... Wichtig, weil es ja mit dem Zusammenpass, was ich gerade gesagt habe, über ihr androgynes Erscheinungsbild, weil ihre Hauptthese, was sie vor allen Dingen im zweiten großen Werk, der Psychodoktrin, die
Geheimlehre, niederschreibt, ist, dass der zukünftige Mensch eben nicht mehr vergeschlechtlich ist. Es gibt dann keine Mann und keine Frau mehr, sondern es gibt dann nur noch androgyne Wesen. Und das wollte sie eben schon verkörpern oder zumindest zu tun, als würde sie das verkörpern. Und das ist ja auch, sie beschreibt ja in der Geheimlehre auch die, quasi die Geschlechtlichkeit, also der Zwischenentwicklung, Anfang war mir nicht geschlechtlich, also die Vorstufen waren nicht geschlechtlich, dann entwickelt sich die Geschlechtlichkeit und wir entwickeln uns da wieder raus. Das ist quasi nur so ein kleiner Umweg in die Geschlechtlichkeit, bevor wir das wieder überkommen. Ja, ja. Dazu habe ich was
einlegen können. Genau, weil das Spannende ist, dass sich das radikal von ihrem ersten Buch Isis an Veil unterscheidet, also die, wie heißt das auf Deutsch? Also Isis, die Göttin Isis, die ägyptische Göttin, deren Schleier enthüllt ist, ich weiß nicht genau den deutschen Titel gerade. Da ist nämlich die Ursprungsform weiblich. und man kommt zurück ins Weibliche. Aber nicht im Sinne von Frau, wie wir sie jetzt kennen, sondern im Sinne von einfach dieser göttlichen Vorstellung der Mutter. Und das ist nochmal relevant bei ganz vielen anderen Theosophinnen, die nicht so bekannt wurden wie Besend oder Blavatsky und deswegen auch jetzt in jetzt 100 Jahre später nicht mehr so bekannt sind, die aber in ihren
eigenen feministischen Zirkeln super relevant waren. Und diese Linie zeigt sich eben bis heute durch Kommen wir ganz am Ende zu, wenn es darum geht, Divine Feminine und so weiter. Das ist diese frühe Blavatsky -Auslegung. Sehr interessant. Wir können auch einen ganz kleinen Exkurs zu Bessend jetzt hier vielleicht einbauen, weil wir jetzt über Blavatsky schon eine Folge haben, auf die wir verweisen können, wo wir die Vorgeschichte von ihr Zeichen, aber zu Annie Bessend jetzt noch nicht so viel gesagt haben. Die wurde 1847 in London geboren. und wurde kalvinistisch erzogen, hatte dann später auch ihre Diskurse mit verschiedenen Geistlichen, hat sie dann darüber abgearbeitet, inwiefern jetzt ihre neuen theosophischen Ideen
auch mit denen der Kirche vielleicht vereinbar wären oder nicht. Ja, sie heiratet dann einen anglikanischen Geistlichen, glaube ich. und hatte eine sehr unglückliche Ehe mit ihm, die dann wieder geschieden wurde und hat sich danach eigentlich, also sie war ursprünglich sehr sozial aktiv, hat sich am, wie ist der Streik, der Streichholzmädchen beteiligt oder war damit eine Stimme und war quasi in der linken Bewegung, also in der Streikbewegung und so was sehr aktiv und ist dann nach einem Treffen mit Blavatsky Ursprünglich hat sich davor noch viel um so auch Themen von sexueller Selbstbestimmung eingesetzt. Sie haben ein Buch publiziert. Sie hatte dann so ein Publishing -Haus und hat dann ein Buch publiziert über Geburtenkontrolle, glaube
ich, was zu einem großen Prozessreihe geführt hat, die sie berühmt gemacht hat so ein bisschen in gewissen Kreisen. Das war ein sehr publiker Prozess, wo es eben um die Frage geht, inwiefern ist das Empire gegen Geburtenkontrolle und inwiefern ist es quasi staatsgefährdend. das zu kontrollieren. Ich habe mal eine Hausarbeit drüber geschrieben über die Sprengkraft von Paulus im Grömischen Reich, weil sich quasi die Römer ja auch die ganze Zeit Sorgen gemacht haben ab einer gewissen Zeit, dass nimmer genug geheiratet wird und nicht mehr genug Kinder produziert werden für die Armee.
Und wenn dann Paulus durch die Gegend läuft und den Leuten erzählt, sie sollen eigentlich gar nicht mehr heiraten und generell Sex ist ja schlecht und das braucht man alles gar nicht mehr, dass das ja schon auch eine politische Sprengkraft hatte in dieser Zeit, wo keine Ahnung. der Staat sich Sorgen macht um den Nachwuchs und Paulus macht sich nur Sorgen um die kommende Apokalypse die ganze Zeit und das Ende der Zeit. Aber genau, dass sich da eben auch, da gab es dann diesen großen Prozess für Bessent und danach hat sie Blavatsky kennengelernt und ich überspringe jetzt vielleicht was, aber wurde dann eben sehr aktiv in der theosophischen Bewegung auch, hat sich für die irische Selbstbestimmung eingesetzt,
die zu der Zeit ja auch schon ein großes Thema war und dann eben in Indien vor allem Für die Demokratie in Indien oder die indische Selbstbestimmung wurde Teil des Indian National Congress und sogar Führerin des Indian National Congress früh und war mit Gandhi und anderen führenden INC -Liedern ein sehr wichtiger Teil von der indischen Geschichte.
In Indien kennt jeder einen gebessend und in Europa ist es so ein bisschen. Also, kennen sie die wenigsten, würde ich sagen, oder ist sie bei weitem nicht Teil des Schulstoffes, den man so lernt, aber... Ja, und dann wurde sie auch Führerin der theosophischen Gesellschaft. Gleichzeitig, nach dem Tod von Blavatsky und Ledbieter, war sie die dritte in der Reihe, glaube ich, oder...
Also Eulkott ist direkt erster Vorsitzender geworden, als Klobazi gestorben ist und als Eulkott dann 1906 gestorben ist, haben sich spannenderweise Annie Wessent und Rudolf Steiner zur Wahl gestellt und Steiner hat verloren, weshalb er dann auch ausgetreten ist, weil er nicht von einer Frau regiert werden wollte. Beleidigte Leberwurst.
Genau. Und dann wurde einmal alles auf Deutsch gedreht und alle Schlagwörter ersetzt und dann, genau, ja, richtiger Vereinskuh. Aber ja. Also 1907 war sie dann erste Präsidentin. Und Bessent hat ja ganz spannende Bücher geschrieben, auch mit Ledbieter zum Beispiel zusammen, wo sie so mit so clairvoyance Experimenten, die Struktur von Chemie, also Occult Chemistry ist das eine Buch von ihnen, wo sie quasi auf ihren Astralreisen in ihren clairvoyance Sichtungen die tiefsten den Aufbau des Universums untersuchen wollten und quasi zu Erkenntnissen über Chemie kommen.
Und dann hatten sie ja auch dieses andere Buch, Man, When, How and Wither, wo sie in frühere Leben von Blavatsky gereist sind und so verschiedene. Also, liest sich super, ist sehr unterhaltsam. Ich musste gut lachen beim Lesen auch, aber sie haben dann eben auch, da geht es auch um die... die Wurzelrassen und sie reisen nach Lemuria und erzählen nochmal, wie es wirklich passiert ist. Es ist quasi so eine... Ich würde sagen, so ein Fanfiction -Add -on zur Geheimlehrde von Blavatsky. Weitere Sichtungen. Wir führen die Reihe weiter. Aber da geht es dann auch ganz viel um Kosmologie und Sachen und Doktrine von Blavatsky, die quasi überprüft werden von ihm.
Das fand ich von den Schriften von Bessent ganz spannend, auch dieser Unterschied von... Geburtenkontrolle zu. Ich schaue mir die Chemie des Universums auf mein Astralreisen an. Das ist ja schon ein bisschen auch eine Bewegung. Und bei Wessens sehen wir auch diese frühe, sehr politische Persönlichkeit, die dann immer noch sehr, sehr politisch ist und in Indien eben eine politische Kraft wird und ganz viele Schulen startet und irgendwie der Nationalheldin ist irgendwie, würde ich sagen.
Und gleichzeitig ja zunehmend theosophisch argumentiert, dann später der Meinung ist, dass nach ihren Clairvoyance -Experimenten eben der zukünftige Messias bei ihnen zufällig eines erspielenden Kinder in Adya auf... Ganz zufällig. Einer der Angestellten hat zufällig bei ihnen im Hauptzentrum den Messias geboren. Sie haben es rausgefunden und dann hat sie den adoptiert. Den Weltenlehrer.
Den Weltenlehrer. Krishnamurti. Und wenn man dann eben den Weltenlehrer bei sich im Hinterhof findet, dann adoptiert man den. Er hat ein jahrelanges Gerichtsverfahren mit dem Vater später am Hals und streitet sich mit dem über... Man nimmt einfach einen siebenjährigen Jungen von seinen Eltern weg. Wer kann man machen? Und erklärt dem, ich erziehe dich jetzt als Weltenlehrer, weil du bist der neue Messias für uns. Und hat sich damit quasi selber zu einer Mutter -Maria -Figur erhoben, dadurch, dass sie die Attraktivmutter des Messias wurde. Und dann ist das passiert, was allen Eltern wahrscheinlich irgendwann passiert, Krishnamurti hat ja dann den Orb of the Star of the East, den es extra gab, um seine Lehre zu unterstützen
usw. aufgelöst, hat öffentlich gesagt, das ist, glaube ich, alles. Quatsch! Ich glaube, das ist vielleicht anders, wie ihr euch erzählt wurde oder wie mir erzählt wurde auch. Und das Spannende ist ja auch dann, dass sie das zu keinem Bruch mit ihr geführt hat. Wir hatten ein gutes Verhältnis auf, also die Krishna Mutti Foundation ist dann direkt neben der Adiyya Theosophical Society Land gekauft und hat da direkt nebenan sein eigenes Ding gegründet. Und trotz dieser, trotz diesem Schisma auf eine Art und Weise hat Bassem Obwohl sie es nicht mehr nachvollziehen konnte, hat er irgendwie schon versucht, weiterhin an ihn zu glauben. Oder hat das vielleicht nicht so ganz aufgegeben, obwohl er dann gesagt hat, du
Mutter, ich glaube, ich glaube, das ist anders, als du mir erzählt hast. Ich bin, glaube ich, doch nicht der Messias, so wie du dachtest vielleicht. Ja, er hat ja auch nicht gesagt, das, was du die ganze Zeit gesagt hast, ist totaler Blödsinn, sondern er hat gesagt, es gibt keine eine Wahrheit. Auch die Theosophie ist nicht richtig, sondern alle Wahrheiten sind gleich wahr. Man muss alle für alles offen sein, um irgendwie auf den richtigen Weg zu gehen. Und damit hat er sie ja nicht komplett diskreditiert, würde ich mal sagen. Und sozusagen für beide den Weg offen gelassen, auch theologisch sozusagen beieinander zu bleiben. Das war schon relativ diplomatisch. Und tatsächlich habe ich bei Krishna Mutti so dieses Gefühl, er wurde
halt dann tatsächlich zu einem Lehrer der Menschheit in dem Moment, als er gesagt hat, ich bin glaube ich nicht der Messias. Also dieser Moment, in dem er tatsächlich ... das abgelegt hat, wurde er, er war ja dann auch den Rest seines Lebens so irgendwie spiritueller Führer, ohne der typische spirituelle Sektenführer zu sein, der... Und jetzt mittlerweile neue Vorfragen, die man noch ein bisschen kritischer sehen würde. Also es gibt eine, eine Person hat eine Biografie geschrieben, die als Kind in seine Gefolgschar quasi gekommen ist und dann über die Beziehungen zu ihm und auch ihre Mutter und ihn so ein bisschen reflektiert.
Genau, kann ich euch schicken, dann könnt ihr das in die Show notes packen. Sehr gerne. Und da könnten wir gerne auch mal eine separate Krishnamurti Folge zu machen. Ja, fantastisch. Das sollten wir auf jeden Fall angehen. Das habe ich halt sehr lange auf meiner Liste. Und ja, du hast das Know -how, das ist perfekt. Ja, ja, nee, da taucht auch immer eine Forschung immer wieder auf. Genau ich dazu. Ich habe bei Krishnamurti dann immer sehr starke Life of Brian -Vibes.
Ich bin nicht der Weltenlehrer und dann fangen alle an, mit daher zu laufen. Weil in 1930 hat er sich von der T -Sophie abgekehrt und bis in den letzten 60 Jahren, als er dann gestorben ist, hat er wirklich noch 30 Jahre super erfolgreich Bücher veröffentlicht, Leute hinter sich versammelt, ist wirklich weltweit berühmt geworden. Wesentlich mehr, als es in den ersten 30 Jahren war. Ja, das war ein guter Publicity -Move von ihm. Da kann man es sehen. Ich würde sagen, das sind die alternative Realitäten, der Jesus das auch gemacht hat, anstatt gekreuzigt zu werden. Wie heißt der andere Messias, der diesen Weg auch genommen hat? Jetzt habe ich gerade 1666, der jüdische Messias, der vom... Ich muss hier jetzt
ganz kurz nachschauen, weil das lässt mich sonst den ganzen Tag nicht mehr los. Aber da ist auch mal eine Folge in Planung schon und jetzt fällt mir der Name nicht mehr an. Schabbatei Zwi, der ein extrem spannender Fall ist, der quasi so aus der Kaballa -Richtung kommt. Da müssen wir leider viel über die Kaballa reden, bevor wir zu Schabbatei Zwi kommen. Aber im Endeffekt war quasi Schabbatei Zwi ist der Grund, warum heute davor gewarnt wird, dass man zu jung Kaballa studiert, weil man sonst wahnsinnig werden könnte wie Schabbatei Zwi. Und der hat kurzzeitig dazu geführt, dass die Hälfte mindestens der weltweit lebenden Juden der Überzeugung waren, er wäre der Messias, um das Ende der Zeit wäre gekommen,
im frühen 17. Jahrhundert. Und dann in Amsterdam die Gemeinde zum Beispiel ihre Koffer gepackt hat, zu großen Teilen, um nach Palästina zurückzugehen, weil er ist jetzt quasi da und dann wurde er vom, ich sage nach Istanbul, gefahren, um quasi das Osmanische Reich zu übernehmen, wurde dann gefangen genommen. Und ihm wurde dann die Wahl gestellt, okay, wir konvertieren alle sofort mit zu deiner neuen Religion, aber dafür beschießt meine Leibwache dich einmal mit Pfeil und Bogen.
Und wenn du das überlebst, konvertieren wir. Oder du hast jetzt die letzte Option, zum Islam zu konvertieren, dann erschießen wir dich nicht. Und dann hat Shabbatai Sui gesagt, ja okay, ich glaube, ich bin doch nicht der Messias. und ist zum Islam konvertiert und das war natürlich ein extremer Schock für all diejenigen, die quasi mit gepackten Koffern bereit standen in ganz Europa und den Messias quasi auch das Ende der Zeit und das war tatsächlich so ein großer Schock, dass das... das Verhältnis des modernen Judentubens zu Kabbala nachträglich geprägt hat und war eine unglaublich peinliche Aktion für alle, die dann wieder zurückgekommen sind und denjenigen, die zu Hause geblieben sind, erklären mussten, naja,
ihr hattet doch vielleicht recht, vielleicht war es doch ein bisschen verfrüht, das Ende der Zeit jetzt hier einen Anruf. Aber das ist eine andere Folge in Nürnberg. Wenn wir gerade bei Messiasen waren, die sich doch nochmals anders überlegt haben mit dem Messiassein. Zurück zu Frauen und Esoterik. Ich glaube, wir können das Thema der Super -Wummen, was du angesprochen hast, mal ein bisschen vertiefen. Wir reden nicht über die Comic -Figur, so viel können wir schon mal vorschieben. Vielleicht aber für das Vorbild der Comic -Figur. Genau, so ist es. Super -Wummen, wie du schon gesagt hast, das kennt man vielleicht wirklich aus dem Comic, aber es ist nicht ohne Grund, dass bestimmte Ideen und vor allem noch
mehr eigentlich die Idee der Wonder Woman dann in den 1930er, 40er Jahren so publik wurde. Wenn man an Wonder Woman denkt, denkt man ja vielleicht an die Amazonen. Und dass die Amazonen eine feministische Bewegung waren von Frauen, die sich auf einer Insel zusammentun, um sich von Männern fernzuhalten und die besten Kriegerinnen sind, das ist witzigerweise eine Idee, die Florence Farr hatte. Genau. So, und so kommen wir den Sprung zu Superwoman. Florence Farr dachte nämlich auch daran, dass die Superfrau bald kommt. Oder Überfrau würde man im Deutschen sagen, denn Superwoman ist quasi die weibliche Version des Superman im Sinne des Übermenschen von Nietzsche. Das heißt, gerade im späten 19.
Jahrhundert fingen die Menschen an, Nietzsche auf eine sehr eugenische, rassistische Art und Weise zu lesen. Allen voran seine War das mal so eine kleine Schwester, glaube ich? Genau, die mit dem Wagner Clan liiert war und die da sehr viel dafür getan hat, dass ihr Bruder nicht missverstanden wird als irgendwie liberaler Europäer, sondern dass man ihn auch dezidiert in die eugenische Ecke. Und natürlich hat Nietzsche seine Schwester auch nicht zu schwer mit manchen Abschnitten gemacht, aber im Großen und Ganzen ist da schon eine Interpretationsleistung notwendig. Auf jeden Fall. Und gerade in diesen späten 19. Jahrhunderten, in diesen Kreisen, die sehr viel sich in intellektuellen Sperren rumtreiben, hat ein Gedanke von Nietzsche,
nämlich des Genies, also the genius of Englisch, sehr weite Wellen geschlagen, gerade so transatlantisch. Und man hat dazu geführt, dass man gesagt hat, okay, wir müssen jetzt irgendwie dafür sorgen, dass es eine Version des Superman, des Übermenschen gibt, der einfach intellektuell unglaublich gute Fähigkeiten hat. Das ging jetzt dezidiert in ... dieser Sphäre nicht darum, dass er besonders körperlich stark ist zum Beispiel oder es ist gegen nicht um biologische körperliche Fähigkeiten, sondern wirklich um intellektuelle Fähigkeiten.
Und das bringt uns nochmal zu einem Kontext, den ich einmal noch kurz angesprochen haben wollte, der auch bei Annie Wesson ja schon wichtig war, das ist nämlich die Fabian Society, also der Fabianismus, was ja eine bestimmte Form des Sozialismus ist, die eben nicht unbedingt auf Gleichheit basiert, sondern sagt, das ist eine Gruppe gibt, die schon weiß, was richtig ist, und das sind meistens die, die mehr akademische Bildung haben und auch ein bisschen mehr Geld, die dann auch entscheiden, wie der Sozialismus auszusehen hat.
Es ist eine Form des Avantgardismus, oder auch? Die Vorstellung, dass man das eine Avantgarde braucht, die die Mehrheit dann dorthin führt, wo die Mehrheit noch nicht bereit ist, hinzukommen. Und auch diese Idee, man muss quasi die... die Umgebung für den neuen Menschen schaffen, damit wir diesen neuen Menschen, der dann eben fähig ist für Sozialismus, vielleicht auch. Die Mehrheit ist noch nicht so weit, aber wir bringen sie dorthin. Eine sehr gefährliche Idee, wenn wir uns die historischen Implikationen davon anschauen.
Jedes Mal, wenn eine kleine Gruppe sich überlegt, dass sie jetzt das Besserwissen und eine radikale Änderung planen für alle. Unsere Folgen zu Utopien drüber geredet, das ist ja leider... leider meistens sensationell immer in Gewalt oder Kontrolle oder autoritären Systemen und Strukturen ausgeartet. Genau, und das hat aber auch eine, naja, progressivere Vorgeschichte, wie ja viele dieser, hab ich ja schon gesagt vorhin, dass diese esoterischen Überzeugungen sich politisch in verschiedene Richtungen erschlagen können. Und wen das interessiert, es gibt ein Buch von Lucy Dillap, das schicke ich euch auch noch für die Show notes, das beschäftigt sich genau mit der mit dem Geniegedanken und der transatlantischen Avantgarde im Ende des
19. Jahrhunderts. Und sie ist eben auch eine Geschlechterhistorikerin und schaut sich genau diese Fragen auch unter so einer geschlechtsspezifischen Perspektive an. Ich mache alle Buchempfehlungen in die verschiedenen Fußnoten. Schaut da gerne nach, falls ihr was lesen wollt, was wir heute hier anschneiden. Genau. Dann zurück zu Superwoman.
So eine Superwoman kann ja verschieden sein. Bei den verschiedenen Theosophinnen sieht man auch verschiedene Möglichkeiten, wie man sich so eine Superbombe vorstellen kann. Und zwei, die ich mir jetzt zum Beispiel hauptsächlich angeschaut habe, sind entweder, dass es eigentlich die Frau ist, die die Superwoman ist und dass es gar keinen Superman gibt. Das würde Florence Waath zum Beispiel sagen. Also die hat geschrieben, Herr Raum, reden denn alle über den Superman?
Wir wissen doch, die Frau ist doch viel besser, denn wir sind wieder bei Differenz -Feminismus. Die Frau hat mehr spirituelle Fähigkeiten. Die Frau weiß besser, wie sie Kinder erzieht. Die Frau weiß besser, wie man irgendwie künstlerisch tätig ist. Die Frau kennt sich in der Psychologie besser aus und so weiter und so fort. Und deswegen kann es gar keinen Superman geben. Es kann nur eine Superwoman geben. Und dann gibt es Menschen wie Francis Sweeney, die es super unbekannt war, aber richtig wichtig im britischen Feminismus spät 1924. Jahrhunderts. Und die hat sich, deswegen habe ich das vorhin nämlich gesagt, diese frühe Kosmologie von Lewatzki hergenommen, da wo alles bei der Mutter anfängt und zurückgeht zum weiblichen
femininen Prinzip. Und hat gesagt... Franzis Wini hat gesagt, dass es zwar irgendwann einen Superman gibt, aber jetzt eher im Sinne von Supermensch, also man im Sinne von human, der muss aber von einer Frau geboren werden, weil alles führt sich am Ende natürlich auf die Frau zurück, ohne die Frau, ohne the feminine principle gäbe es kein Leben, das war ihr Argument. Und deswegen müssen wir die Frauen befreien, um überhaupt diesen Supermenschen irgendwann mal in der nächsten Generation herstellen zu können. Das war ihr feministisches Argument. Und diese Amazonen -Idee, die Florence Farr auf der Insel entwickelt hat, die war, weil ich kenne tatsächlich, ich habe mich immer gefragt, wie die Amazonen, die wir
so in der antiken griechischen Geschichtsschreib über Hero dort auftauchen oder so und die da von ihm irgendwo im Nördlich des Schwarzen Meeres vermutet werden irgendwie bei den Sküten dieser groben Catchall -Bezeichnung für alle, die da oben nicht griechisch stehen. Und wie das dann zu dieser Idee, dass es eben auf einer tropischen Insel diese Frauengesellschaft gibt, das ist ja ein großer Sprung von der Schwarze Meerküste in die Tropen irgendwie. Genau, also da vermischen sich noch mal ein paar Sachen, weil zwischenzeitlich gab es ja dann eben auch noch die Amazonin von Dahomey, also heutigen Benin, das ja eine Geschichte ist, die viel mit der afrikanischen Kolonialismus und der Sklaverei -Geschichte zu tun hat. Das
war eben eine hauptsächlich aus Frauen bestehende Armee, die ganz lange eben auch die kolonialen Herrscher irgendwie zurückgedrängt hatte. Und da haben sich dann, also dieses Narrativ hat sich dann mit dem antikten Narrativ im 19. Jahrhundert so vermischt und es wurde gesagt, dass diese Amazonen halt Feministinnen sind, weil sie so stark sind. Und diese Idee, dass es eben starke feministische Kriegerinnen sind, die in ihrer Gesellschaft zusätzlich auch noch eigentlich das beste Wissen der Welt auch noch speichern.
Das waren Ideen, die immer wieder in theosophischen Kreisen dann aufgepockt sind. So wie eben auch Lemuria etc. Also diese ganzen mythischen Vorstellungen von urzeitlichen Gesellschaften. Davon waren die Amazonen eine davon. Ja, das macht Sinn, weil das ist dieser Zwischenschritt, der mir bis jetzt gefehlt hat, zwischen den ein und dem anderen. Und diese Vorstellung, dass Ja, dass man die Frau braucht, um den Supermenschen zu erschaffen, der Zukunft. Das klingt für mich schon ein bisschen nach Henne und Ei. Natürlich braucht man die Frau, um die nächste Generation zu gebären. Ist das nicht auch so... Das klingt jetzt für mich... nicht so fortschrittlich, weil sie ja die Frau selber auf diese Rolle als irgendwie
bärendes Subjekt reduziert wieder. Oder sagt, das ist eigentlich unsere Kernkompetenz, das Kinderkriegen. Genau, das sind zwei Sachen. Ich würde natürlich aus heutiger Perspektive auch sagen, dass das nicht besonders emanzipativ war. So viel hat es jetzt auch nicht gebracht. Also irgendwie schon, aber jetzt auch nicht so besonders viel. Aus genau den Gründen, die du gerade gesagt hast, ist es allerdings schon so, dass da bestimmte kleine Freiheiten sich erkämpft werden konnten.
Also zum Beispiel für uns zwei und auch für uns zwei. Wir haben beide gesagt, weil die Frau diejenige ist, die am Ende Mutter wird, die sich also sowohl um die Kinder kümmert und sie erzieht, als auch quasi durch ihren Körper ihnen das Leben spendet. Also die haben da sehr früh Wie heißt noch mal? Genetics, was heißt Genetics noch auf Deutsch?
Genetik? Genetik, ja genau. Also frühe genetische Wissenschaft quasi genutzt, um zu sagen, die Eizelle ist eigentlich das, was irgendwie Leben schöpft und das Spermium ist irgendwie nur so der Aktivismus und alles kommt eigentlich aus der Eizelle, wo der dann im 20. Jahrhundert eben die Bank, aber die dachten damals eben noch eigentlich ist die Altselle nur wichtig und deswegen müssen die Frauen, jetzt kommt eben das feministische Argument, auch entscheiden dürfen, sowohl wie viele Kinder sie bekommt, wann sie die Kinder bekommt, wie viele Abstände sie wie Kinder bekommt, wie viel Sexualverkehr sie in der Ehe hat und auch, wen sie überhaupt heiraten soll. Und wenn der Mann nicht zu ihr passt, z .B. weil er Alkoholiker
ist oder weil er gewalttätig ist oder weil er ihr sozial irgendwie nicht gut passt, dann darf sie ihn auch scheiden. Also gerade der Full -Feminismus... war ja dezidiert auch mit Ehe - und Scheidungsrechten beschäftigt, weil er die Frauen zu dem Zeitpunkt in meisten europäischen Ländern keinerlei Möglichkeiten hatten, sich vom Mann zu trennen. Und dieses eugenische Argument war nämlich ein ziemlich flachkräftiges, weil wenn die Frau sagen konnte, wenn ich mit dem weiter verheirate, dann kann ich keine guten Kinder gebären, dann ist es natürlich auch für den Staat aus so einer Perspektive relevant.
Man bedient sich im Endeffekt der aufkommenden eugenischen und genetischen Argumentation, die ja generell in alle Bereiche der Politik in der Zeit Einzug hält. Wir haben so eine Folge zur Eugenik mal gemacht, wo wir darüber geredet hatten, wie eben da, ja, eigentlich auch im Linken. Also das beschränkt sich ja nicht nur auf die völkischen Kreise, da reden ja alle die ganze Zeit über eugenische Grundlagen und den Volkskörper und was weiß ich, die Gesundheit des Volkes. Und der Nationalstaat wird quasi so biologisiert, um scheinbar logische Rechtfertigung aus der Wissenschaft für politische Maßnahmen irgendwie sich aus den Haaren herbeizusehen. eben genau diese Unterscheidung machen zwischen der sogenannten
positiven und der negativen Eugenik. Also die negative Eugenik ist das, was man kennt. Also dass eben in Anführungszeichen ein negatives Erbgut sozusagen vernichtet oder ausgelöscht wird. Und dagegen die positive Eugenik, die sich eher darum quasi sorgt, dass das in Anführungszeichen positive Erbgut am meisten Kinder bekommen soll.
Und das ist eben so, wie sich dann die meisten Tiersofinnen eben gesehen hatten. Unter anderem eben Florence Vardy gesagt hat, eine Frau weiß von Anfang an, ob sie zu Mutter oder zur Ehefrau bestimmt ist. Florence Vardy hat ein richtig witziges Argument gemacht. Sie hat gesagt, man kann entweder als Frau Männer lieben oder Kinder lieben. Und die Frau solle sich entscheiden dürfen, wenn sie Männer lieben soll, dann müsste sie keine Kinder bekommen. Dann dürfte sie so viel und so wenig Männer lieben, wie sie wollte. Wenn sie aber Kinder wollen würde, dann müsste sie nicht auch noch mit einem Mann verheiratet sein, weil das einfach zu viel Arbeit ist. Und dann müsste der Staat sie unterstützen. Ah, also es
ist eine Entweder -oder -Geschichte. Ja, genau. Weil sie ja auch argumentieren musste, dass sie keine Kinder bekommen zu dem Zeitpunkt. Weil sie war ja eine, die Männer liet. Ah ja, genau. Das ist ein spannendes Argument, das jetzt für das selten... geworben wird als Gesellschaftskonzept. Das hat sich jetzt nicht so durchgesetzt, aber wir im Endeffekt kommen ja solche Debatten leider auch wieder auf auf eine Art und Weise. Also diese grundäuginische Debatte und die Biologisierung der Politik, die wir in den 19er und 20er Jahren sehen, ist ja traurigerweise in den 20ern jetzt wieder am Start aufzunehmen oder findet auf jeden Fall Verbreitung. Ich hab's in einer anderen Folge schon mal erwähnt, dass ich sehr schockiert
war, als jetzt auf Twitter quasi Ideen von... Wer ist die gute Frau? Savitri Devi, Maxime, reporters verbreitet wurden durch die AI, durch die Croc AI von Twitter. von Ex. Und ich dann dachte, das ist schon überraschend, wie solche ja sehr extrem miesigen Themen, wo ich mich vor ein paar Jahren beschäftigt hatte, dachte, das interessierte ja wirklich nur ein paar rechte Spinner und mich. Am Ende jetzt so was so gesellschaftsfähiges irgendwie oder nicht gesellschaftsfähig, aber was doch so viel, was Millionen Leute gelesen haben und Millionen Leute erreicht. Und ich habe dieses Zitat gesehen und dachte mir sofort, warum zitiert, da war ja kein Zitat Savitri Lévi dabei, aber ich habe es natürlich direkt erkannt. dachte
mir, das kenne ich doch. Ja, das ist eigentlich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ja der Transhumanismus des Silicon Valley, nachdem natürlich auch bestimmte AIs ein bisschen trainiert sind, eine Mischung aus esoterischen und religiösen Narrativen sind, die hinführen zu einer, in Anführungszeichen, besseren Menschheit, wie auch immer diese bessere Menschheit dann halt ausschauen soll. Es war nie weg und es kam wieder. Ich habe mir nicht genau so, wie du es gerade beschrieben hast.
Als ich angefangen habe, Religionswirtschaft zu studieren, dachte ich mir, das ist ja ein schönes Thema, interessiert mich. Und auf einmal ist es etwas noch gesellschaftlich Relevanteres, finde ich jetzt gerade kaum. Aus Versehen relevant geworden. Das wünschen sich andere Bereiche, aber bei diesen Themen wünscht man sich das eigentlich nicht, weil man beschäftigt sich ja mit ... Ja, also gerade dann auf viel negativer Eugenik.
Die Ideen beschränken sich ja nicht nur auf diese Idee der positiven Verbesserung, sondern werden ja dann auch sehr schnell schlagen auf die andere Seite. Das ist jetzt vielleicht auch der Übergang zu unserem nächsten Punkt, wo wir uns um Rassismus und Emanzipation kümmern wollten. Ich habe dabei ursprünglich tatsächlich gar nicht so sehr an ... Esoterikerin gedacht bei diesem Punkt, sondern mein Referenzpunkt war eigentlich eher die erste.
die erste Welle des Feminismus in den USA mit den Soufragètes und so, die dort ja teilweise auch mit sehr rassistischen Argumenten für das Frauenwahlrecht gekämpft haben, weil sie gesagt haben, naja, es ist besser, die weiße Frau kann wählen als der schwarze Mann und sich darüber beschwert haben, wie kann denn das sein, dass schwarze Männer wählen dürfen, bevor wir weiße Frauen wählen dürfen. Und da eben auch ähnlich wie bei diesen eugenischen Argumentationen, die eben auch ein bisschen en vogue waren und man da diese Argumentationsmethoden für sich, für seine eigene, also die eigene Agenda benutzt hat, wurden da ja auch der Rassismus und die eugenischen Gedanken genutzt, um zu sagen, naja, bevor die ganzen Immigranten wählen dürfen, braucht
ihr uns doch als Stimme, damit wir ein größerer Wählerblock sind und wollt ihr nicht auch mehr weiße Wähler und so weiter. Das ist nicht nur, also genau, das ist in der amerikanischen Geschichte mittlerweile auch gut aufgearbeitet worden, so wie du es ja gerade auch das Narrativ beschrieben hast. Das Gleiche zeigt sich auch in Europa dann natürlich ein bisschen anders, weil da ist natürlich der Rassismus eher auf die eigenen kolonialen Vorstellungen angewandt, genau. Und es gibt was, das wird in der Forschung nämlich als imperialer Feminismus bezeichnet. Und gerade die Theosophinnen waren solche imperialen Feministinnen mit einem Twist, würde ich sagen. Hauptargument von imperialen Feministinnen war es nämlich zu sagen, Vor allem
in Großbritannien zu sagen, wir brauchen Frauenrechte, weil ihr habt jetzt diese ganzen Länder kolonisiert und da werden ja die ganzen Frauen unterdrückt. Also in Indien, die arme Frau in Indien, die wird von dem armen indischen, von dem bösen indischen Mann wird die arme Frau unterdrückt. Und um uns um die zu kümmern, um quasi die soziale Mutter dieser indischen Frau zu sein, braucht ihr ja uns. Und damit wir das adäquat können, brauchen wir halt auch Rechte zu Hause. begründet die eigenen Rechte damit, dass man eben die kolonisierten Frauen weiterhin in eine untergeordnete Rolle reinquert. Das ist so dieser typische Doppelschlag, so ein bisschen, den wir auch bei den männlichen Esoterikern abgewandelter Form sehen. Auf den
männlichen Theosophen haben das ja so ein bisschen, dass sie nach Indien gehen und sagen, eigentlich wollen wir von euch die Weisheit, die alte Weisheit der Welt lernen. Und gleichzeitig kommen sie aber mit ihren europäischen Vorstellungen und sagen, eigentlich müsste das doch so sein. Diese Doppelrolle zwischen kolonialer Bevormundung und gleichzeitig dem Ziel Lernen. zu wollen oder zu einer tieferen Wahrheit gelangen zu wollen, die man zu Hause nicht mehr finden kann, scheinbar.
Also das ist ja so eine Mystifizierung auf der einen Seite des östlichen Wissens im Allgemeinen oder der östlichen Weisheit, diese großen Schlagworte, die ja bis heute auch in der modernen Esoterik sehr, also wie viele Klangschalen gibt es im esoterischen Laden neben den Heiligen Steinen, also viele. Und dass da so dieser diese Vorstellung, man könnte, man könnte sich auch seine Teile raussuchen. Man geht nach Indien und nimmt die Anteile, die man nützlich und verwendbar findet und der Rest wird eigentlich als rück, also nicht fortschrittlich und irgendwie überkommbar und ja, white man's burden. Also entweder fällt es in diese eine Kategorie oder in die andere und da Ja, das ist ein schwieriges Spannungsverhältnis.
Genau, und ein gutes Stichwort mit dem White Man's Burden. Die Theoretikerinnen und Genderhistorikerinnen, die sich diesen imperialen Feminism, den imperialen Feminismus angeschaut haben, haben das auch The White Woman's Burden genannt. Und dann gibt es eben, und deswegen meinte ich vorhin auch, die Theosophen waren imperiale Feministinnen with a twist. Die meisten anderen imperialen Feministinnen waren ja Christinnen zu dem Zeitpunkt. Viele waren auch in christlichen Missionsgesellschaften aktiv. Das war auch deren Möglichkeit überhaupt eben in die Kolonien zu reisen und da eben auch aktiv zu werden und sei es eben auch indem sie Schuhen gegründet haben, weiße Häuser aufgemacht haben oder eben als Frauen von Kolonialbeamten
in den Kolonien waren. Und bei den Theosophinnen war es eben so, die haben natürlich nicht gesagt, das Christentum ist die bessere Religion. Das war ja der entscheidende Unterschied zu diesen anderen Frauen, die in den Kolonien waren. Sondern die haben gesagt, nee, zum Beispiel der Hinduismus oder der Buddhismus ist besser. Aber der Grund, warum jetzt Frauen unterdrückt werden, zum Beispiel in Indien, ist, weil der Hinduismus vom rechten Lebkopf gekommen ist und ein Teil davon ist, weil das Christentum mit dem Kolonialismus dorthin kam. Also die haben quasi auch auf eine gewisse Art und Weise anti -imperial argumentiert. Aber nicht, aber vor hauptsächlich im Sinne von Religion, also da, wo Christentum mit kolonialer Macht
verbunden war, haben sie gesagt, das ist negativ. Und das hat auch dazu geführt, dass zum Beispiel durch das patriarchale Christentum jetzt eben auch Frauen in Indien unterdrückt werden. Und genau deswegen müssen wir als Theosophinnen, die sich auskennen, was denn der eigentliche Hinduismus ist, können wir den Frauen vor Ort am besten helfen. Und deswegen brauchen wir Rechte.
Und das ist dann diese Krux auch bei Annie Besson, weil du ja vorhin auch gesagt hast, sie war dann Vorsitzendin des Indian National Congress. Dass man sich vorstellt, dass eine weiße Frau die Präsidentin des Indian National Congress, das ist ja dieses Sinnbild für imperialen Feminismus. Oder auch weißer Feminismus, wie es heutzutage genannt wurde. Also dass eine weiße Frau für andere Frauen und vor allem beziehungsweise in dem Fall für alle kolonisierten Menschen, kann durch ihre Rolle als Frau, durch ihre, ja, durch ihre Fähigkeiten und ihr Wissen über das, was sie denkt, wie es ihr eigentlich ausschauen sollte.
Ich kannte es tatsächlich rückwirkend. Meine Indienzeit habe ich da immer als sehr skurril empfunden. Inwiefern, ja, die diese Stereotypen und kolonialen Selbstbilder auch irgendwie noch bis heute unglaublich stark fortwirken in der Gesellschaft. Ich bin ganz viele Menschen dort begegnet, die entweder da ganz reingefallen sind und eigentlich sehr kolonial gedacht haben und irgendwie sehr viel von dieser britischen Erzählung von, naja, es kann nicht besser laufen, wenn wir euch nicht helfen hier in Indien. diese eine Schiene und dann eben diese andere Schiene, die ganz radikal gesagt hat, naja, alles westliche Wissen kommt eigentlich aus Indien. So ein bisschen so eine Auto -Indien -Theorie of mind. Und dass
das sehr stark von der Abgrenzung von diesem imperialen Gedanken geträgt war und ihm tatsächlich immer in meinem Alltag schockiert hat, inwiefern diese Stereotypen, diese Kolonialen eigentlich auch ihren Weg in den Alltag gefunden haben immer noch. Und wie auch die indische Verfassung sehr viel mit so krassen Begriffen arbeitet, die eigentlich die Briten geschaffen haben und die quasi fortgeführt werden und damit auch zementiert wurden. Also der Start der indischen Demokratie war jetzt auch nicht durch eine komplette Loslösung von imperialen Erbe geprägt, sondern da wurden ja auch ganz viele Strukturen übernommen, die bis heute noch fort existieren, nicht nur im Militär, sondern eben auch in Fragen der Organisation
und Bevölkerungskontrolle oder Klassifizierung. Und allein, dass es noch so Sachen wie criminal cast gibt, also diese Es gibt Klassifizierungen für Stämme, oder Gruppen von Menschen, die als Stämme von den Engländern irgendwie zusammenklassifiziert wurden und dann gesagt wurden, die sind Kriminelle, denen kann man nicht vertrauen. Scheduled, ich befall die Begriffe gerade, das muss ich eigentlich wissen, aber ja genau, wie groß einfach da dieses Erbe noch ist. Und Besant ist natürlich auch eine Figur, die ganz viel für Selfhood gekämpft hat, aber auch auch so ein bisschen dafür steht, dass sie natürlich auch besser wusste, wie alle anderen. Also das sind ja auch Leute, die von außen kommen und dann einem Frotz dem erzählen,
wie es eigentlich sein sollte. Ja, genau. Also das eine, das was du meintest, dass man irgendwie das übernommen hat, diese imperialen Ideen, das wird in der Forschung mittlerweile als Kolonien Hangover bezeichnet. Also quasi kolonialer Katha ist jetzt keine... Gute deutsche Übersetzung, aber halt im Sinne von, ist der Morgen danach und es schwebt immer noch mit und du kommst da nicht raus, ne? Genau, Kolonier -Hangover. Und das andere bringt mich zurück zum Satz, den du vorhin bei Andy Bessent gesagt hast, nämlich, dass man sie ja in Indien überall kennt und in Deutschland oder Europa ist sie ziemlich unbekannt.
Und es liegt ja aber genau daran, was wir gerade gesprochen haben. Also Andy Bessent war eine Person, die hat Schulen gegründet. die war durch die philosophische Gesellschaft in Netzwerke involviert, die auch in der Hierarchie innerhalb des indischen Unabhängigkeitskampfes relativ weit oben standen. Und das waren die Vorläufer vom heutigen Hindu -Nationalismus. Das heißt, es macht total viel Sinn in der Geschichtsschreibung, die jetzt politisch geprägt ist und auch in bestimmte Narrative vermovisiert, dass Menschen wie Annie Besin da ganz halt vorne genannt werden. Ich kenne das von Sri Lankas, das ist sehr ähnlich, da war ja Henry C. Eucodale eine Person, die super bekannt war und dazu habe ich ja meine
Doktorarbeit geschrieben. So Erinnerungskultur in Sri Lanka und auf schrilankischen Schulen, die durch Philosophen gegründet wurden und es macht total viel Sinn, wenn man als postkolonialer Staat sagen kann. Ja, wir haben hier so eine Erfolgsgeschichte, wir sind unabhängig geworden. Und wir hatten aber auch damals schon westliche Unterstützer, die gesagt haben, dass das richtig ist, dann hatten wir ja die doppelte Legitimation.
Man hat eine Legitimation aus dem Westen und aus der eigenen Perspektive. Und dazu helfen diese Theosophen und Theosophinnen eben auch in den postkolonären Geschichtsverhandlungen. Dazu passt ja auch gut, dass unter Olcott die theosophische Gesellschaft sich mehr mit Buddhismus beschäftigt hatte und dann unter Besant das Ganze mehr zu Hinduismus geschwenkt ist. Die hatten ja jeweils ihre Fables auch und ihre Lieblingstippen.
Zu großer Exkurs, aber dieses koloniale Bild des Hinduismus, da wurden ja so einzelne Punkte dann auch rausgepickt, wo gesagt wurde, das sind barbarische Praktiken, die wir unterbinden müssen. Und ich glaube, eins davon war die Witwenverbrennung. Das wurde zu einem ganz großen Thema gemacht. Der Eindruck wurde, dass Flächendecken in Indien eine Praxis wäre. Das war gar nicht der Fall.
Das war auf gewisse Kasten, in gewissen Regionen oder Gruppen begrenzt. Das wurde zu einem großen Aufhänger, um zu sagen, man muss die indische Frau retten. Also wir Europäer müssen jetzt den Kolonialismus durchsetzen, weil ansonsten passiert das. Da geht es ja immer, dass so eine Form von Othering geschieht und Horrorgeschichten erzählt werden, um dann die eigene Brutalität zu rechtfertigen und die eigenen Gewaltexzesse. Jetzt haben wir über dieses Spannungsfeld zwischen Frauenrechten und kolonialer Denkweise, dass es gar nicht so ein Spannungsverhältnis ist, weil es eben diesen kolonialen Feminismus gab, gesprochen. In Deutschland musste ich in der Vorbereitung noch an Mathilde Ludendorff denken, im deutschen Kontext, jetzt
weniger kolonial, aber die jetzt keine Theosophin war, aber eben auch eine sehr braune Esoterikerin in ihrer, also über die Ludendorfer haben wir ganz am Anfang mal, hatten wir mal eine Folge gemacht. wo immer wieder Kommentare auf YouTube runterbekommen von Ludendorfern, die sagen, dass wir die ganz missverstehen, diese großartige Bewegung. Aber ja, also dieses deutsche Gotterkenntnissystem und diese Idee, quasi die Naturerfahrung durch, also die germanische Naturerfahrung und die arische Veranlagung zur Spiritualität und Dinge, die Ludendorff da geschrieben hat, das Würdest du das esoterisch nennen? Oder ist das braune Esoterik oder ist das schon einfach reine Eugenik und hat gar nichts mehr damit zu tun? Ich habe an
sie da eben denken müssen, weil sie ja eigentlich auch so eine so eine Art spirituelle Bewegung gegründet hat. Jetzt aber halt im Vergleich zu Blavatsky und Steiner noch deutlich, ja, völkischer, also noch völkischer als Steiner und das muss schon was heißen. Naja, ich meine, sie wurde ja, glaube ich, also ihre Denkweisen wurden ja wahrscheinlich auch nicht verboten, so wie Stein ist. Also Sein war ja nicht völkisch genug. Doch Ludendorff wurde dann auch verboten, weil die waren zu rechts. Weil die haben quasi dann den Führer angefangen zu kritisieren. Und sie hatte ja auch selber am Anfang, oder Hitler quasi, Hoffnung, dass sie dann wichtige Rollen bekommt und so. Und das war dann aber den Nazis zu esoterisch
tatsächlich, glaube ich schon. Das war schon zu viel über arische God -Erfahrung im Wald geredet. Und ich glaube, da gab es auch dann denen ihre Drucker, die durften dann keine Druckerzeugnisse mehr erstellen. Und die wurden auf jeden Fall auch dann kontrolliert. Weil die so ein bisschen Ja, auch einer dieser Fälle, wo die Nazis den Leuten nicht rechts genug waren. Also einer der junge Jünger, der sich über die Nazis ärgert, dass sie nicht elitär genug wären. Und Mathilde Ludendorff, die sich darüber ärgert, dass sie nicht esoterisch und spirituell sind, würde man heute sagen. Genau, was war deine Frage noch mal? Das war gar keine Frage. Mir ist nur Ludendorff, also die Mathilde Ludendorff ist mir noch eingefallen
als eine Frau, die sie eben als Ärztin auch angesetzt hatte für Frauenbildung und geistige Unabhängigkeit der Frau. Und deswegen bin ich drauf gekommen und dann aber in so eine sehr völkisch -braune esoterische Richtung im Endeffekt mit ihrer Bewegung gegangen ist. Ja, da sie vielleicht noch mal kurz zu sind. Also ich werde jetzt nicht einen Allgemeinenumschlag machen, aber gerade die Frauen, die im medizinischen Bereich tätig waren. Allgemein seit den 1880er Jahren und vor allem in der Gynäkologie und Sexologie tätig waren, die, die bekannt wurden, waren zum größten Teil Eugenikerinnen und zum größten Teil auch irgendwie religiös -spirituell interessiert an der Sache. Dazu gehören eben auch die Leute, ohne die wir uns heute auch geboten
Kontrolle, würde ich schon fast sagen, Verhütung, weil ich eigentlich nicht vorstellen könnte. eben weil sie ja ansonsten gar nicht diese gesellschaftliche Macht hätten haben können, um das zu machen, was sie machen, wenn sie nicht irgendwie, ja, mit den politisch -wächtigen irgendwie konform gewesen sind, dann dazu gehört einfach, auch einfach Eugenik zu vertreten. Also es war zu dem Zeitpunkt kaum möglich, über Sexologie und über Genetik zu sprechen und dabei nicht die Grundannahmen der Eugenik zu teilen. Du hast darüber hinaus auch dich mit spiritueller Mutterschaft und so Körperpolitik beschäftigt. Das geht ja auch ein bisschen in diesen Bereich rein. Also Körperpolitik im Sinne von Geburtenkontrolle
und wie regelt der Staat den männlichen und weiblichen Körper irgendwie. Ich hab gelesen, du hast Kreativision von Mutterschaft als einen Vortrag gehalten. Vortrag, ich hab den, ich kenne den Vortrag nicht, aber ich fand's ganz spannend, weil diese Vorstellung, dass die Mutterschaft irgendwie eben zentraler Baustein für das Selbstbild der Frau ist, irgendwie dann auch in den esoterischen Kreisen, wie du angesprochen hattest, oder teilweise dann in der ersten Welle als Legitimierung für Frauenrechte benutzt wurde. Geht es da auch darum oder geht es da um was anderes, was du vortragst? Nein, es geht hauptsächlich darum, also noch mal detaillierter, habe ich in einem Vortrag eben auch über Florence
Farr und Francis Weiny gesprochen, aber auch um Ida Courtois, die noch eine Amerikanerin ist, die ist auch ganz spannend. Also Florence Farr habe ich hier vorhin schon gesagt, ich fand bei Francis Weiny, das war die mit der Kosmologie, die an Lewacky angelehnt ist, über die habe ich ja meine Masterarbeit geschrieben. Und so fände ich eigentlich meine ganze Arbeit mit Chilafeminismus, Orogenik und Esoterik an über Franzis Weini.
Und die hat spannenderweise nämlich auch ... mehrere konkrete Dinge nämlich gefordert, also zum Beispiel, dass man, also zum Beispiel, wie viele Kinder ein Paar haben soll, beziehungsweise wie viel Pausen zwischen den Kindern sein soll, also man solle doch die Kinder für drei Jahre stillen und während der Stillzeit darf man gar nicht, darf man nicht mal, also man darf nicht nur nicht Kinder bekommen, sondern man darf auch keinen Sexualkontakt haben, weil Jetzt kommt eben auch so dieser spirituelle Aspekt rein, weil die spirituelle Kraft der Mutter ja in die Muttermilch fließt. Und wenn sie denn jetzt Sexualverkehr hat, dann würde ihre spirituelle Kraft dadurch geraubt werden, weil das ihr abgehen würde durch
jeden Sexualverkehr. Und dann hätte sie nicht mehr genug Energie, die Kinder zu stillen. Und bei Francis Weiny war das eben sehr stark auch damit verknüpft, dass diese Kinder so wirklich gut gestillt werden müssen, um gesund und um stark zu sein. Man darf ja wirklich nicht vergessen, dass diese eugenische Panik zu der Zeit ja auch Grund hatte. Also es gab ja immer mehr arme Menschen, immer mehr Menschen, die nicht gut genug ernährt waren, die im Kindesalter wieder gestorben sind, gerade in den ärmeren gesellschaftlichen Bereichen.
Und deswegen haben so Leute wie Fönteswein eben auch gesagt, okay, das sind so Sachen, die man einfach durchführen muss, damit die Kinder stark genug sind, um irgendwie die ersten fünf Jahre zu überleben. Dazu gehört eben auch, dass Frauen kein Sex haben. Und ich glaube, die WHO hat jetzt auch die Stilldauer hochgestellt. Das ist auch so ein Trend, dass es länger gemacht wird, aber eben auch vor allem für Länder, wo die Nahrungssicherheit für Kinder nicht so... Also unter diesem Aspekt ist es eigentlich ein moderner Gedanke zu sagen, man stillt länger, weil man kann eben keine sterilen Flaschen, man kann vielleicht andere Sachen nicht sicherstellen. Und dann ist die Überlebenschancen der Kinder quasi höher, wenn sie länger gestillt
werden. Aber diese... Ja genau, diese Idee mit der Lebensenergie, die dann verloren geht durch den Sex, erinnert mich jetzt spontan an so moderne Internetbewegungen wie NoFap, die quasi Männern erzählen, sie dürfen nicht masturbieren, weil sonst verlieren sie ihre Lebensenergie. Das erinnert mich sehr an, was mir in den Jugendgruppen der Baptisten erzählt wurde als Jugendlicher. Sehr ähnliche Richtung. Ganz spannend, dass sie alle dann am Ende wieder erzählen. Alles kommt so ein bisschen auf Paulus zurück. Ihr braucht gar kein Sex haben, das Ende der Zeit ist quasi.
Genau, aber diese Idee, dass eben durch den Orgasmus und vor allem durch den männlichen Orgasmus Energie verloren wird, ist auch was, was sehr stark auch in der Esoterik -Geschichte vertreten ist. Also der sogenannte Ornanismus aus Frankreich hat sich genau damit beschäftigt, dass das dem verboten werden soll und wieder aufgekommen und dann eben auch auf den Orgasmus der Frau ausgebreitet wurde.
Das ist dann eben von Alice Banke -Stockheim, die in dem Buch Carezza Genau das beschrieben hat. Das war so eine Mischung aus westlicher Sexologie und ihrer Interpretation von hinduistischem Tantra Ende des 19. Jahrhunderts. Und die hat dann wiederum ganz viele esoterische Bewegungen, unter anderem auch Curly und so weiter, beeinflusst in dieser Art zu sagen, wir brauchen den Orgasmus beider Geschlechter im Sexualverkehr, um irgendwie einen spirituellen Spot zu entwickeln und individuell sozusagen in die höheren Grade einzusteigen.
Das war ja auch Crawleys Idee. Der hatte ja spannenderweise dann auch noch eine Kategorisierung später eingeführt, dass homosexueller Sex höher magisch klassifiziert ist als heterosexueller Sex. Das fand ich unterhaltsam. Auf jeden Fall. das klassifizieren musste. Aber generell diese Idee, dass eben im magischen Ritual bei Crowley, dass eben da besondere Kräfte durch den Orgasmus frei werden und damit man diese Kräfte dann im Ritual irgendwie nutzen könnte oder sich zu eigen machen könnte oder sich, ja, das ist ja auch eine Weiterentwicklung dieser Ideen eigentlich oder so. Genau. Und das war auch ein Grund an das, was ich vorhin meinte mit dieser sexuellen Energie. Es wurde sich ja vorgestellt, dass durch den Orgasmus wird Energie
freigesetzt. Und die Frage, wo kommt die hin? Und deswegen haben auch viele gesagt, man dürfe, also zum Beispiel Fancy Sparney, aber auch andere, oder Aida Kretok, die ein Vorbild auch für Crowley war, man dürfe einen Orgasmus nicht haben, ohne das Ziel, Kinder zu zeugen. Weil dann würde die Energie verschwendet werden. Das basiert auf diesem Gedanken, der halt eben auch zum Beispiel Masturbation verbietet, weil gesagt wird, okay, da wird die Energie halt... quasi in den Müll geworfen. Einfach freigesetzt und nicht genutzt.
Und dann gibt es aber auch die andere Seite, die sagt, ja, aber wenn da ein Kind entsteht, dann ist die Energie aus deinem Körper ja auch raus und deswegen sollst du quasi Orgasmus haben und sie aber für deinen spirituellen Zweck nutzen und das war auch ein Grund, dass Verhütung auch von manchen ätherischen Gemeinschaften unterstützt wurde. Es geht in beide Richtungen. Crowley hat dann versucht, so magische Homunculi zu erschaffen durch den Sexualakt in der Magie, quasi so eine Art spirituelle Kinder zu zeugen statt echten Kindern durch diese Energie, die da frei wird.
Das basiert auf Ida Cradock, die war eine amerikanische Sexualreformerin, super christlich eigentlich und hat auch gesagt, man darf nur innerhalb von Ehen mit jeweils nur Mann und Frau miteinander schlafen. Und zwar deswegen, weil der verheiratete Orgasmus sich näher zu Gott bringt. Und ja, nun, wenn beide quasi den Orgasmus haben, dann kann man echte Gotteskinder zeugen, die eben auch jetzt wieder der organische Gedanke die nächste Generation weiter voranbringen. Spannend bei Ida Craddock ist nicht das, sondern, dass sie niemals mit einem echten Mann verherrertet war, sondern nur mit einem Geist. und davon ihr ganzes Wissen hat. Oh, also sie hat auch all ihr Wissen, wie Crowley Barthelema von einem Geist diktiert
bekommen. Das war sie auch so eine Art... Exakt. Also sie war wirklich das Vorbild. Es wird auch oder Templi Orientis wird einer Cradock auch bis heute als so eine Vordenkerin für Crowley verehrt. Und da wird sie viel radikaler und progressiver dargestellt, als sie eigentlich war. Weil natürlich, weil man nicht erklären kann, warum Crowley quasi dann nicht ihre ganzen konservativen Aspekte übernommen hat. Aber sie hat wirklich sehr Tagebuch geführt, wo sie darüber schreibt, dass ihre sexuelle Erfahrungen mit den Geistern und den spirituellen Führern sind. immer wieder aufgeschrieben, wie diese sexuelle Instruktion eben auch ihr neue Psychik -Fähigkeiten verleiht. Sie wollte jetzt von einem Medium zu einem Psychik, weil, das
habe ich ja vorhin gesagt, Frauen waren ja Medien und passiv und die, die aktiv waren, das waren die Männer, die beim Psychiks und ihre Reise in diesen zwölf Jahren, wo sie das hauptsächlich gemacht hat, war eben von einem Medium hin zu einem Psychik und das war durch diese sexuelle Arbeit mit den Geistern. Wow, das ist spannend.
Ich hab das schon annotiert. Vielleicht sollten wir die nächste Folge zu AIDA QuerDoc machen, weil das klingt, das klingt ja wie gemacht für unseren Podcast. Und ich will von ihr aber ein bisschen, also dann anderen Leuten vorzuschreiben, dass sie nur innerhalb der Ehe Sex haben dürfen, wenn sie mit einem Geist verheiratet ist, ist ein bisschen... Aber sie wird verheiratet. Aber da sollte man sich jetzt eine Folge nehmen, weil ich will jetzt nicht zu viel verraten. Ich will mich nicht allein interessieren, wie man den Geist heiratet, aber das hat sich sicherlich auch beschrieben und erklärt. Also da mach ich mir keine Sorgen, dass das ausgelassen wird.
Ich habe über Tage Bücher gelesen und bearbeitet. Ja, extrem spannend. Also die Vordenkerin von Crowley müssen wir glaube ich mal, weil das erklärt, glaube ich auch einige Aspekte von dieser sexualmagischen Praxis, die sonst einfach nur abstrus wirken. Wenn man da quasi nochmal ein bisschen die die Texte oder die Vordenkerin. sich anschaut, um das noch ein bisschen weiter zu dekonstruieren.
Ich dachte jetzt auf den fünf Folgen mit Curly sind wir durch, aber das ist ja meistens so, je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr so überschwandene Anknüpfungspunkte. Und ja, so ist das mit Blavatsky und so ist das auch mit allen anderen sehr verbundenen Denkern da. Ja, es ist eben so, wenn du halt Netzwerke hast, die in andere Netzwerke einreichen, man kann, an einer Stelle fängt man an und das ist wie so ein Pilzgeflecht, man kommt nicht mehr raus.
Das ist eine sehr schöne Beschreibung. Was ich noch fragen wollte zum Abschluss, gibt es Parallelen zur heutigen Wellness, Esoterik, New Age, Feminismus, Bewegung auch im Vergleich zu diesen Vordenkerinnen, die wir heute besprochen haben, also das Gottes Movement oder so Sachen, die jetzt auf TikTok in dem Bereich unterwegs sind, wo man, ja, also...
spannende Takes über alle möglichen Sachen, die ich anhören kann, neben spirituellen Tricks zur eigenen Weiterentwicklung, sage ich mal. Ja, ganz, ganz viele. Ich nehme mal zwei raus, die ich besonders richtig finde, die beide unter diesem Stichwort Divine Feminine laufen. Das eine ist ja so diese Frage nach dem eigenen, also quasi aus einer weiblichen spirituell -feministischen Perspektive. Die Fragen nach dem eigenen Zyklus, Frage nach dem Zyklus auch als spirituelle Ressource.
Und das sind alles Sachen, die sich ganz klar in diese späte 19. Jahrhundert und zu den Theosophen zurückverfolgen lassen. Und das andere, das heute noch nicht so ganz aufgekommen ist, was aber auch total wichtig ist, ist die Interpretation von ägyptischen Gottheiten. Also gerade die Göttin Isis als die große Mutter, als die Göttin schlechthin, eben weil sie Mutter und Frau ist, ist zentral bei, angefangen bei Blavatsky, die ihr erstes Buch danach bereichert hat, aber auch über Florence war, die ja auch Hohe Priesterin dieses war, hin zu Florence, äh, dass ich die beiden immer verwechsel. Florence war die Erste von Francis Weine über diese Fs. Francis Weine, die auch gesagt hat, dass Naja, dass diese Regel, mit
der alle drei Jahre nur Kinder bekommen, das ist die Regel der Isis. Also, dass überhaupt über diese Göttin Isis diese mythologischen Erklärungen hergenommen wurden, das zeigt sich wirklich bis heute. Francis Weiner hat sogar, als ich vorhin nicht gesagt habe, selbst so kleine Vereine gegründet, die an verschiedenen Orten der Welt auch aktiv waren, wo sie Sexualunterricht gegeben hat, und die hießen The League of Isis. Aber da wird ja eben auch so eine extrem alte Religion benutzt, um die eigenen Sachen, eigentlich die eigenen Ideen... zu rechtfertigen. Es ist eine sehr alte Tradition, Wissen zu vermitteln, da was zu schreiben und zu sagen, eigentlich ist das ja schon uraltes Wissen. Das wussten ja schon die alten Ägypter
und das haben wir vergessen und verloren. Und diese große Suche nach dem vergessenen Wissen braucht eben diesen Anknüpfungspunkt. So wie die Freimaucher in ihrer Selbstmythologisierung dann irgendwie beschreiben, dass sie die Weisheiten von Noah persönlich erhalten haben direkt nach der Sinnflut. Ja, wird da ja eben mit einer alternativen Religion zu vielleicht den christlichen Erzählungen einen Ankündigungspunkt gesucht, wo wir sagen, damals haben wir Weiblichkeit noch richtig verstanden und das haben wir verloren in der Zwischenzeit.
Und wir zeigen jetzt eigentlich die wahren Gesetze, die seit der alten Zeit für Frauen gegolten haben und auch für uns noch gelten. Genau. Ja, ne, also diese Rückbesinnung ist auf jeden Fall ein wiederkehrender Moment der Geschichte. Genau, nur bei diesem Bei Isis ist es halt wirklich diese spezifische Vermischung aus der Faszination für ägyptische Gottheiten mit dieser spezifischen Vorstellung der Mutter als Reproduktionskörper einer neuen Zukunft. Also wirklich, dass über den Frauenkörper eine neue Zeit angebrochen wird und dass deswegen dieser Frauenkörper heilig ist. Das ist ja was, was erst durch dieses neue Aufkommen von Eugenik, von Naturwissenschaft, zusammen mit frühen Feminismus und diesen esoterischen
Bewegungen dann erst entstehen konnte. Und dass ich eben, wie gesagt, bis heute im Hashtag der Weinen Femininen auf TikTok immer wieder zeige. Das hast du jetzt sehr schön zusammengebracht und auf Punkt gebracht am Ende. Das finde ich sehr cool. Da könnte man wahrscheinlich auch allein zu diesem Divine Feminine Begriff eine eigene Folge machen und da wahrscheinlich eine Stunde, du könntest da wahrscheinlich eine Stunde drüber reden. Und diese Idee, diese Superwoman Gedanke hat mich so ein bisschen an so moderne Selbstoptimierung auch erinnert, obwohl das ja eigentlich in dieser Grundidee nicht so, also man ist schon... Das Superwoman ist ja schon Superwoman oder das wird quasi die Werbung des
Superwomans. Das klingt natürlich schon ein bisschen nach der Idee, was die perfekte Form von Frau sein irgendwie und wie kann man sich selber so optimieren. Das ist diese protestantische Idee der Selbstbildung und Selbstoptimierung, die uns wie so ein fluchende Moderne nachgefolgt ist. Ja, genau, aber das zeigt sich gerade bei einem Feminimovement auch total, wenn es darum geht, welche natürlichen Cremes kann ich denn jetzt für meine Haut benutzen, damit irgendwie meine Womb -Energie weiterhin funktioniert. Spannenderweise gibt es auch eine französische Marke, die Supplements verkauft für alles, was unter der Rubrik Reproduktion fällt, also irgendwie Fruchtbarkeit, Gesundheit während der Schwangerschaft und so weiter. Und
die haben auch den Namen ISIF Spannenderweise. Also diese Mischung eben auch zwischen Selbstoptimierung auf einer spirituellen Ebene gepaart eben mit diesen Supplements ist ja auch wirklich typisch für die aktuelle New Age Szene und eben halt eben auch in dieser weiblichen Emanzipations New Age Szene. Und wie viel davon ist denn eigentlich von der modernen Ägyptologie? Weißt du da zufällig was drüber? Also natürlich gab es das Festival der Isis. Also wir wissen so gewisse Dinge, dass eben da Fruchtbarkeitsfestivals gab. Und ich glaube das Festival der Isis war auch eine ganz wilde Party, wenn ich mich richtig erinnere gerade.
Also da haben die Römer auf jeden Fall und die Griechen spannende Dinge drüber geschrieben, was die Ägypter da anscheinend am Nil veranstalten einmal das Jahr. Das hat sich immer so ein bisschen nach großer Orgie angehört. Aber wie viel ist denn sonst an diesem Bild dran und wie viel wurde da einfach rein? interpretiert rückwirkend. Ich meine, die Ägyptologie zur Zeit von um 1900 steckte natürlich in den Kinderschulen. Genau, ich bin keine Expertin, sondern es gibt spannende Forschung, die sich damit beschäftigt. Diese Vermischung zwischen Ägyptologie, die frühe Ägyptologie und die sogenannte Ägyptosophie. Das Erforschen quasi von Ägypten durch das eigene Interesse auf zum Beispiel auch spiritueller Natur. Das ist so
ein bisschen wie die Gegenüberstellung von Astrologie und Astronomie. Ist ziemlich ähnlich. Und das lässt sich schon sagen, zumindest das, was ich jetzt aus der Forschungs -Föderatur rausgelesen habe, dass ohne dieses individuelle Interesse auch durch bestimmte intellektuelle Kreise innerhalb der Ägyptosophie gar nicht die Ägyptologie erzeugt im 19. Jahrhundert. hätte entstehen können, weil es gar nicht die finanzielle Unterstützung gegeben hätte. Also gerade wenn man sich vorstellt, woher kommen denn Forschungsgelder? Wer hat denn die Möglichkeit, überhaupt nach Ägypten zu reisen?
Welche Sachen werden ins British Museum aufgenommen? Welche nicht? Welche werden ausgestellt? Das sind ja Entscheidungen, die ganz häufig reiche Privatpersonen getroffen haben. Und das lag eben aufgrund dieser wirklich individuellen, spirituellen Interesse an dem Thema. Das hatten wir schon so ein bisschen bei dem anderen Thema, als wir über die Prä -Astronautik geredet haben. Und ich dann eben auch mit Leif, der da war, darüber geredet haben, dass eigentlich sein Interesse an seinem jetzigen Forschungsgebiet und der Altorientalistik durch diese Prä -Astronautik eigentlich aufkam.
Die wirren Dokus, die er damals im Fernsehen gesehen hatte, haben ihn dazu motiviert rauszufinden, was ist denn da wirklich los und das dann zu studieren und wie da eben auch so eine es so eine gegenseitige Beeinflussung gibt dann zwischen einer mystifizierten Faszination und den Leuten, die dann am Ende tatsächlich Forschung dazu machen und sich aus meiner Perspektive ernsthaft damit beschäftigen. Ja, weil sie vielleicht die Sprachen sprechen dann zum Beispiel. Genau, dazu noch eine spannende Geschichte vielleicht zum Schluss.
An Florence war sieht man diese Überkreuzung ja auch. Also die hat ja im Art of the Golden Dawn war sie ja eben hohe Priesterin der Isis, hat irgendwie diese imaginierten Rituale, so halb imaginiert, aber man weiß ja nie wirklich, wie Rituale wirklich aussehen, weil man nur Text kennt hat. Deswegen sag ich imaginierte Rituale.
Hat sie ja durchgeführt, aber sie war auch wirklich interessiert daran, das irgendwie historisch nachzuvollziehen. Und deswegen hat sie ganz viele Stunden im British Museum verbracht, um allein durch die Nähe zu alten Artefakten irgendwie Botschaften und Informationen zu bekommen. Und das Spannende ist, sie hatte dann das Gefühl, es gibt da so eine Mumie in einem Sarkophag, die bis heute eben noch im British Museum ist, und sie wäre die Wiedergeburt von dieser Mumie.
Und hat dann so eine ganze Geschichte geschrieben über diese Frau, diese Mumie und so weiter, stellte sich später raus. Nur der Sarkophag war der von einer Frau, die Mumie drin war eigentlich männlich und alles, was für uns war, ist natürlich nicht wahr. Ja, also leider der falsche Movie. Vielleicht hat sie die Geschichte von der Mumie nebenan.
Vielleicht. Vielleicht muss ich nur nicht richtig lokalisiert, das stimmt. Aber daran sieht man eben, dass, was ich meinte, diese Vermischung von verschiedenen... Na ja, Weltvorstellungen, man weiß irgendwie, es gibt Geschichtswissenschaft, man weiß, es gibt alte, harte Fakte und gleichzeitig gibt es eben dieses spirituelle Wissen und diese Kombination aus dem allen, das ist wirklich total typisch für die Theosophie der Gesellschaft.
Und das macht sie ja irgendwie faszinierend und spannend, weil sie sich in diesem, es gibt ja dann diese Seife, also diese... dass sie so zwischen den Dingen stehen, dass sie Sci -Fi Autoren beeinflussen oder selber Sci -Fi schreiben früher und dann da ja irgendwie auch ganz viel andere Leute beeinflussen, die sich vielleicht gar nicht so sicher, also gar nicht wissen, dass sie da Ideen von Blavatsky wiederholen im Endeffekt in dem Worldbuilding für ihre Fantasy - oder Sci -Fi -Romane. Also das ist ganz faszinierend. Oder das ganz bewusst machen, weil sie sagen, wow, was für eine großartige Alternativerzählung. Da könnte man doch eigentlich eine tolle Geschichte mit erzählen. Also ich glaube, wir könnten noch weiter, länger reden,
aber wir machen das in der nächsten Folge. Wir führen das Gespräch einfach mal in ein paar Wochen oder Monaten unter einem anderen Thema fort. Und ich bedanke mich einmal bei allen, die uns unterstützen am Ende des Podcasts, wenn ihr uns auch... Teilt das gerne mit allen Leuten, die sich für Esoterik und Feminismus z .B. interessieren.
Das hilft uns immer sehr, wenn das Ganze einfach bis in die Runde macht. Ihr wisst am besten, wen das interessieren könnte in eurem Umfeld. Und ansonsten, wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das auf YouTube oder auf Patreon .com slash allezeitderwelt. Da habe ich so eine Liste von Leuten, die uns unterstützen und gern vorgelesen werden wollen. Das mache ich immer einmal am Ende. Vielen Dank an den cooleren Herr Fischer vom Ardennes -Gymnasium. Fanny Dietrich, Freier Stuart, Onkel Didi, Katharina, Fernando Brigitte, Petrusilius, Zwackelmann, Miauzetung, Spiosa369, Sylvie, Die Schmaus, Tamabo und Herr Mikrobi.
Vielen lieben Dank. Und auch an alle anderen. Und vielen Dank vor allem dir, Jessica, dass du dir heute die Zeit genommen hast, mir die Aufnahmen zu machen. Ich hatte sehr viel Spaß. Sehr gerne. Danke nochmal für die Einladung. Und vielleicht nächstes Mal Ida Craddock, weil ich muss unbedingt anfangen, jetzt was zu der Frau zu lesen. Das hat mich auf jeden Fall gepackt, was du da heute erzählt hast. Wo können die Leute denn dich online finden, Jessica? Und du hast noch zwei Podcast -Projekte, die du auf jeden Fall empfehlen solltest. Also man findet mich vor allem auf Social Media unter dem Namen Geschlecht macht Wissen. Und wenn ihr das googelt, findet ihr eigentlich alle Kanäle, wo man mich so finden
kann. Vor allem auf Instagram mache ich da Wissenschaftskommunikation zu verschiedenen aktuellen Themen. Und die beiden Podcasts, die du gerade angesprochen hast, sind einmal der gleichnamige Geschlecht macht Wissen Podcast. Da geht es um Religionswissenschaftliche und Gender -Themen, also Religionswissenschaft aus einer intersektionalen Perspektive. Momentan eben auch viel über Religion in den USA, wenn das interessiert. Und der andere Podcast heißt Sprache macht Geschlecht und da spreche ich mit meiner Kollegin Verena über alle möglichen Theorien, über von feministischer Theorie zu Sprachtheorie und ja. unsere liebsten Autorinnen aus diesem Bereich. Und das sind Themen, die bei uns, finde ich, jetzt noch ein bisschen zu kurz gekommen
sind. Ich finde es schön, dass wir das heute geschafft haben, so ein bisschen einzuordnen und ein bisschen einzurahmen auch. Und ja, hört euch auf jeden Fall Jessica's andere Podcasts an. Und wir hören uns in der nächsten Folge hoffentlich noch mal. Genau. Und ansonsten wünscht ihr schönes Halloween und bis bald. Ciao.