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Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 157

Pol Pot und die Roten Khmer II: Der geheime Bombenkrieg

Freitag, 23. Oktober 2026 · 1 h 17

MP3

Shownotes

Diese Folge erzählt, wie ein Land, das aus dem Vietnamkrieg herausbleiben wollte, in einen Bürgerkrieg gestoßen wurde, den die Roten Khmer gewinnen konnten: Nixons Verrückten-Theorie und Kissingers Nebenregierung. Die Nacht zum 18. März 1969. Der Major, der vor dem Senat aussagt und seinen Eid auf die Verfassung geleistet hat, nicht auf das Militär. Sihanouk zwischen Hammer und Amboss, Lon Nol, der Putsch vom 18. März 1970. Die Pogrome an den Vietnamesen. Die Invasion und die Frage, ob die Amerikaner die Roten Khmer gemacht haben.
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Quellen (Auswahl):
• Congressional Record — Senate, 23. Juli 1973 (Bericht Senator HaroldHughes; darin Seymour Hersh, NYT 22. Juli 1973)
• Nuon Chea, Erklärung an die Kommunistische Arbeiterpartei Dänemarks, Juli 1978 (Übersetzung DC-Cam)
• H. R. Haldeman,The Ends of Power · Seymour Hersh, The Price of Power · William Shawcross, Sideshow
• Carolyn Woods Eisenberg, Fire and Rain
• Ben Kiernan, How Pol Pot Came to Power; Owen / Kiernan, Bombs Over Cambodia
• Philip Short, Pol Pot · Elizabeth Becker, *When the War Was Over*
• David Chandler, A History of Cambodia; Brother Number One
• Greg Grandin, Kissinger's Shadow
• Blowback, Podcast, Season 5, 2024
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Kapitelmarken
Kaltstart: zwei Dokumente
Der Verrückte
Frühstück
Das schwarze Schwert
Die Pogrome
Die Invasion
Der Name

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Wir haben zum Einstieg zwei Dokumente für euch. Beide sind amtlich, beide über denselben Krieg, aber aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Das erste stammt von der kommunistischen Partei Kampucheas. Im Juli 1978 hielt ihr zweiter Mann, Nurn Chea, vor einer Delegation einer kleinen dänischen Bruderpartei einen Vortrag darüber, wie man es geschafft hatte. Eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die Roten Kmär sich einem ausländischen Publikum selbst erklärten.

Das ist eine Erfolgsgeschichte, die er da erzählt und die beginnt wie bei so einer guten Boxergeschichte ganz unten. Unsere Armee wurde aus dem Nichts aufgebaut. Von einer kleinen Armee zu einer großen. Wir hatten so gut wie keine Waffen und keine Hilfe von außen. Wir hatten nur ein paar Karabiner, die wir dem Feind abgenommen hatten. Manchmal hatten wir Waffen, aber keine Munition. Manchmal trugen wir Gewehre, auch ohne Munition. Nur um den Feind zu erschrecken. 1967 und 1968 sagten viele, wir seien ultra linke. 1970 waren sich alle einig, dass unsere Position die richtige war. Alle folgten uns. Ein paar Karabiner, dann das ganze Land, was in der Erfolgsgeschichte hier fehlt, ist nur der Grund, warum 1970 plötzlich

alle anfingen zu folgen. Also dieser... dieser Auslöser davor, dass plötzlich alle erkannt haben, dass sie Recht hätten, der kommt nicht so ganz deutlich daraus hervor und der steht im zweiten Dokument. Aus einer Fernsehansprache vom 30. April 1970 in Washington, der damalige Präsident Richard Nixon der Vereinigten Staaten wendet sich ans amerikanische Volk und erklärt, was gerade an der kambodianischen Grenze geschieht.

Dies ist keine Invasion Kambochas. Genau, hier blenden wir hoffentlich den O -Ton ein auf Englisch, aber was Nixon da erklärt ist, dass es keine Invasion Kambochas sei, die da vor sich ginge, wenn Nixon, da sagt, ich weiß nicht wie gut ihr Richard Nixon kennt, aber den kann man davon ausgehen, dass das Gegenteil wahr ist, denn es war eine Invasion Kambochas. Zu dem Zeitpunkt bombardierten die Vereinigten Staaten das offiziell komplett neutrale Land bereits seit 14 Monaten.

Komplett geheim. Mit einem eigens dafür erfundenen doppelten Meldesystem, das die Einsätze auf dem Papier woanders hin verlegte. Das heißt, Kambodscha wurde bombardiert, auf den Protokollen wurden die Bomben aber ganz woanders abgeworfen. Nordvietnam irgendwo, wo man das Bessere rechtfertigen könnte.

Die hatten einen Ofen, direkt an der Radarstation, in dem die echten Unterlagen verbrannt wurden, in diesem doppelten System. Und ohne den Kongress zu unterrichten, dem nach der amerikanischen Verfassung das Recht zusteht, Krieg zu erklären, hat man einfach umgangen, wurde einfach trotzdem bombardiert. Die gesamte Einsatz -Serie hatte ihre eigenen Codenamen. Das habe ich in der letzten Folge am Ende schon mal angeteasert. Das hieß The Menu. Und die einzelnen Wellen hießen dann Breakfast, Lunch, Snack, Dinner und Dessert.

Also nach den verschiedenen Gerichten des Tages benannt. Frühstück, Mittagessen, kleiner Snack zwischendurch, Abendessen und der Nachtisch. Und das klingt erst mal ganz süß, aber was sich dahinter verbirgt, ist eine jahrelange Bombardierung eines offiziell nicht im Krieg involvierten Landes und zwar nicht einfach so gezielgerichtet, sondern flächendeckend einmal quer über die Landschaft bombardiert. Und damit sind wir willkommen zurück bei Allerzeit der Welt, bei unserem zweiten Teil, unserer Geschichte der Roten Kämmer. Die kurze Zusammenfassung des ersten Teils für alle, die die nicht gehört haben. Hört sie euch auf jeden Fall an. Hier der Hinweis, es gibt einen ersten Teil für alle, die das nicht gemacht haben und

einfach hier weiterhören wollen. Ende der 60er Jahre waren die kambodianischen Kommunisten eigentlich nicht viel mehr als eine kleine Sekte irgendwo im Dschungel. Ein paar hundert Leute, ein paar Gewehre, keine Verbündeten. Moskau wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Peking hatte andere Pläne und Hanoi sagte ihnen, sie sollen die Füße stillhalten.

Fünf Jahre später kontrollieren sie das gesamte Land. Diese und die nächste Folge erzählen, was dazwischen passiert ist. Und ihr werdet feststellen, über weite Strecken haben die Roten Kmeer dabei gar nichts getan. Es wurde für sie getan. Dieses Meme, do nothing and win, auf jeden Fall Teil der Strategie der kambodianischen Kommunisten.

Am 20. Januar 1969 wird Richard Nixon Präsident. Mit einem unmissverständlichen Auftrag. Den Krieg in Vietnam beenden. Dafür wurde er gewählt. Ja, zu dem Zeitpunkt hält auch schon eine Mehrheit der Amerikaner den Einstieg für einen Fehler und die Moral der Truppe ist auch am Arsch, im Keller. Und Nixon meint das ernst ursprünglich.

Ist auf jeden Fall die Idee. Die Frage ist nur, wie man aus dem Krieg herauskommt, den man nicht gewinnen kann, ohne dass es nach einer Niederlage aussieht. Seine Antwort ist eine Theorie, die er selbst so benannt hat. Sein Stabschef H .R. Haldeman erinnert sich an einen Strandspaziergang in Key Biscayne, Florida, noch vor der Wahl, und er hat festgehalten, was Nixon ihm dabei so erzählt hat. Ich nenne das die verrückten Theorie, Bob. Ich will, dass die Nordvietnamesen glauben, ich sei an einem Punkt angelangt, an dem ich alles tun könnte, um diesen Krieg zu beenden. Wir lassen es ihnen einfach zutragen.

Um Gottes Willen, er wisst doch, Nixon ist besessen vom Kommunismus. Wir können ihn nicht bremsen, wenn er wütend wird. Und er hat die Hand auf dem Atomknopf. Und Ho Chi Minh persönlich sitzt in zwei Tagen in Paris und bittet um Frieden. Ja, die verrückte Theorie, die sogenannte Mad Man Theory, scheint heutzutage erstaunlich aktuell zu sein. Wir werden heute sehen, wie gut die damals schon funktioniert hat. Ja, merkt euch das mal. Der Gegner soll getäuscht werden. Und dieses Verrücktsein wird in dieser Folge nochmal vorkommen, aber aus einem ganz anderen Mund später, von einer ganz anderen Seite her. Der Mann, der die Idee in die Politik übersetzen soll, ist ein Harvard -Professor namens Henry Kissinger.

Kissinger. Kissinger. Ja, wir bleiben bei der richtigen Englischen. Eigentlich Heinrich Kissinger. in dem Fall Henry Kissinger. Was Kissinger von Nixon hielt, bevor er für ihn arbeitete, ist lustigerweise überliefert. Er hatte im Vorwahlkampf 1968 für Nixons Konkurrenten Nelson Rockefeller gearbeitet und dort, wie der Historiker Craig Cranden schreibt, das belastende Material über Nixon zusammengetragen, also die harte Arbeit gemacht, um ihn zu verunglimpfen. Von allen Männern, die kandidieren, wäre Richard Nixon als Präsident der gefährlichste. Er hat das Recht zu regieren nicht verdient. Und trotzdem bot Nixon ihm den Posten des nationalen Sicherheitsberaters an, nachdem er gewählt wurde und die Wahl gewonnen

hatte. Und Kissinger nahm auch an. Und hat dieses Amt umgebaut und beeinflusst und war wahrscheinlich der einflussreichste nationale Sicherheitsberater, der bis dahin in der amerikanischen Politik aufgetreten ist. Genau, Shawcross, den hatten wir schon in der östen Folge erwähnt und die Historikerin Carolyn Woods Eisenberg beschreiben diesen Vorgang auf diese Weise. Kissinger setzte durch, dass sämtliche sicherheitspolitischen Entscheidungen durch Ausschüsse laufen mussten, die sein Büro leitete. Nationales Sicherheitsberater hatte es vorher auch gegeben, mächtige sogar. Aber keiner hatte je die Aufsichtsbefugnisse beansprucht, die Kissinger nun im Namen des Präsidenten an sich zog. Das Ergebnis war so eine Art Nebenregierung.

Neben der offiziellen Außenministerium und Verteidigungsministerium erfuhren von Operationen häufig erst nachträglich. Manchmal eben auch gar nicht, wie wir in der Einführung gehört haben. Und das hat sehr viel mit Kambodscha zu tun. Denn die offizielle Begründung dafür wurde vom Pentagon vier Jahre später erst nachgeliefert, nachdem die ganze Sache aufgeflogen ist und die Öffentlichkeit davon erfahren hat.

Der Sprecher des Pentagons erklärte in Juli 1973, wie die Sache im März 1969 angefangen hatte. Verteidigungsminister Laird sei nach Vietnam gereist, um zu erklären, wie man die Truppe sicher abziehen könne. Und der Oberbefehlshaber, General Creighton Abrams, habe ihm Folgendes geantwortet. Das sei, so der Sprecher, als eine vernünftige Bitte eines Oberbefehlshabers eingestuft worden.

Die Idee, die Nixon und Kissen schon 1969 verfolgen, lautet als, kurzgefasst, wir beenden diesen Krieg, indem wir ihn ausweiten. Logisch. Die Zuspitzung stammt nicht von mir jetzt, sondern aus der Podcast Reihe Blowback. Und ich muss sagen, die trifft das auf den Grund, weil weil das so absurd ist. Also das sagt keiner selber zu der Zeit, aber es endet eben mit diesem Ergebnis, dass man sagt, der Krieg wird so weit ausgeweitet, bis er beendet wird. Und die magische Begründung ist der viel besprochene Ho Chi Minh Pfad, von dem wir bestimmt auch schon gehört haben, der fast schon mythologisch, mythisch aufgeladen ist, in dem Zeitpunkt des Krieges. Der Hutschi -Münzfer, das ist ein Netz von Wegen, über das der Norden seine Truppen

im Süden versorgt, und der läuft streckenweise durch Kambodschanisches und Laotisches Gebiet. Und angeblich sitzt irgendwo im kambodschanischen Grenzgebiet ein Hauptquartier, von dem aus der gesamte kommunistische Kampf im Süden geführt wird. Das ist so eine Idee fix der Amerikare. Also da muss es irgendwo einen... Bunker, ein Gebäude, einen zentralen Ort geben, der das alles, den ganzen Widerstand im Süden organisiert. Und wenn man den nur finden und zerstören könnte, dann könnte man die Truppen abziehen und den Süden in sicheren Händen hinterlassen, ohne den Krieg offiziell zu verlieren. In der amerikanischen Literatur kursiert für das, was jetzt mit Kambodscha geschah, ein Bild. Es wird einem hohen General

zugeschrieben, ohne dass jemand gesagt hätte, welchem. Deshalb lese ich euch nicht das Zitat vor, sondern ja, referenziere das. Ein Satz, den man sich in Washington unter vogenerhaltender Hand erzählte, wenn die Wölfe näher kommen, wirft man ihnen etwas hin und lässt sie daran kauen. Und Kambodscha war eben das, was man den Wölfen hinwarf. Ein Kollateralschaden sozusagen des Krieges. Ein Opfer. Keiner hat die Kambodianer gefragt, keiner hat den Kongress gefragt, aber das Militär hat gemeinsam mit Kissinger und Nixon entschieden, dass es das Opfer wert wäre. Bevor wir jetzt weiter arbeiten, kurz in eigener Sache.

Wenn ihr unsere Arbeit hier gut findet und spannend findet, was wir hier machen, dann könnt ihr uns unterstützen auf patreon .com alle Zeit der Welt. Da gibt es alle Podcastfolgen früher und ohne Werbung. und hin und wieder auch extra Bonusfolgen. Jetzt vor kurzem gab es zum Beispiel eine Folge, wo ich mit live ein Reaction -Video über die Steinzeit gemacht habe und viele andere Dinge, die ich da jetzt angesammelt habe über die letzten Jahre. Schaut da gerne mal vorbei. Und auf unserem YouTube -Kanal, falls ihr das hier über ein Podcast App hört, gibt es auch einen YouTube -Kanal, wo ich mir bei dieser Folge besonders viel Mühe gegeben werde oder gegeben habe, das zu bebildern und irgendwie zu einer kleinen Dokumentation

auch zu verarbeiten mit Karten und ganz viel Ansichtsmaterial aus der Zeit. Das heißt, wenn euch das Thema hier interessiert, schaut gerne auf YouTube vorbei, abonniert uns dort, folgt uns dort. Lasst hinterlassen uns Kommentare, teilt das mit Leuten, die sich für diese Reihe oder den Podcast allgemein interessieren könnten.

Das hilft uns sehr viel weiter. Und vielen, vielen Dank an alle, die uns schon auf Patreon und auf YouTube auch finanziell unterstützen. Das macht das alles hier erst möglich. Und damit zurück zur Erzählung. Am 17. März 1969 gibt Nixon die endgültige Zustimmung für Das Bombardement von Kambodscha. Und der Ausführungsbefehl läuft über General Earl Wheeler, den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs. Der Zielraum ist der sogenannte Angelhaken.

Das ist ein Zipfel kambodschanischen Gebiets, der nach Südvietnam hinein ragt. Geflogen wird in der Nacht zum 18. März 1969. Die Operation heißt Breakfast. Frühstück. Der Staatschef des Landes Dass in dieser Nacht bombardiert wird, ist vorher nicht gefragt worden. Nixon und Kissinger werden später behaupten Schiernuk, über den wir in der ersten Folge viel geredet haben, den Wendehalskönig mit den vielen Ämtern, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr König ist, sondern Präsident, der abgedankt hatte, um gewählt zu werden auf in Anführungszeichen demokratischen Wege, um mehr politische Macht zu haben im Kambodscha derzeit.

Ja, die beiden behaupten, Schianuk hätte stillschweigend zugestimmt. Da gibt es aber einige Zweifel daran, wohl auch sehr Berechtigte, unter anderem von Autoren wie Philip Short, der zu dem Thema ein Buch veröffentlicht hat. Schianuk entschied sich nicht zu protestieren. Nicht weil er mit den Bombardierungen einverstanden gewesen wäre, sondern weil in einem Moment, in dem sein Verhältnis zu Amerika zu reparieren war, Alle Alternativen schlimmer waren. Und Shawcross beschreibt die Nacht folgendermaßen. Jede Bombe warf eine Fontäne aus Erde, Bäumen und Körpern auf, bis die Luft über den Zielen voller Staub stand. Am nächsten Tag sprach Kissinger gerade mit seinem Stellvertreter als Haig herein platzte und ihm ein Fernschreiben

reichte. Kissinger lächelte. Die ersten Angriffe auf Kambodscha waren ohne Zwischenfall verlaufen. Und die Besatzungen meldeten in ihren ersten Nachbesprechungen 73 Sekundärexplosionen. Manche bis zu fünfmal so stark wie normal. Sekundärexplosion, das heißt, da ist mehr explodiert als nur die abgeworfene Bombe. Das heißt, da wurden Dinge getroffen, die explodieren können. Also Munitionslager oder ähnliches. Das bedeutet für Kissinger in dem Moment, das legendäre Hauptquartier muss getroffen worden sein. Also Riesenerfolg, problemgelöst, mit einmal bombardieren. Und dann schickt man eben die Bodentruppen hin, um Überlebende zum Verhör einzusammeln und zu schauen, was haben wir denn wirklich getroffen. Was diesen Männern

vorher gesagt wurde, hat einer von ihnen später beschrieben, auch überliefert bei Seymour Hirsch. Man sagte uns, wenn dort draußen überhaupt noch jemand lebe, sei er so benommen, dass wir nur hinübergehen und ihn am Arm zum Hubschrauber führen müssten. Was stattdessen geschah, ist, dass die Amerikaner, die dort reingeschickt wurden, in ein Feuergefecht verwickelt wurden und aufgeregen wurden die Truppen. Ein weiterer Überlebender des selben Einsatzes sagt sinngemäß, das war, als hätte man einen Bienenstock von der Größe eines Basketballs mit einem Stock angestochen.

Die waren wütend. Ein Hubschrauber holte die Reste heraus. Der nächste Trupp, der nachrücken sollte, verweigerte den Befehl. Sima Hirsch, der die Geschichte recherchiert hat, hält noch fest, es gibt keinen Beleg dafür, dass das Pentagon das Weiße Haus über diesen Verlust unterrichtete. Weder Nixon noch Kissinger erwähnen die Toten in ihren Memoiren. Also man merkt hier schon, dass da sehr selektiv kommuniziert wird innerhalb der amerikanischen Regierung und mit dem Militär.

In beide Richtungen wird da sich sehr genau überlegt, was die anderen mitbekommen sollen. Das Hauptquartier wurde nie gefunden. Es wurde auch deswegen vor allem nie gefunden, weil es so nicht existierte. Das war etwas, was die Amerikaner sich so vorgestellt haben. Da muss es doch ein Hauptquartier geben.

Stattdessen wissen wir eben später von den Vietnamesen, was wirklich Sache war. Die vietnamesische Führung im Süden, das war kein Gebäude, das stand nicht irgendwo im Dschungel, sondern das war einfach eine bewegliche Struktur aus verstreuten Gruppen, die ihren Standort dauernd gewechselt haben. Und die amerikanische Lösung dafür ist, weiter bombardieren, mehr davon. Man bombardierte dann 14 Monate lang ein Land, mit dem man nicht im Krieg war, um ein Ziel zu treffen, das es in dieser Form gar nicht gab. Logisch. Super. Die Reaktion der vietnamesischen Einheiten war die naheliegendste. Die zogen sich nämlich einfach tiefer nach Kambodscha zurück. Wenn das Grenzgebiet da bombardiert wird, gehen wir ein paar Kilometer

weiter nach Westen, dann sind wir aus der Zone des Bombardements raus. Und damit zogen sie sich genau dorthin zurück, wo immer mehr Kambodjaner wohnten. Owen und Kiernan nennen das die erste der beiden ungewollten Nebenwirkungen des Bombardemours. Die zweite hört ihr dann in der nächsten Folge, weil wir da ein bisschen mehr Zeit dafür brauchen, das zu besprechen. Was in den 14 Monaten geschah, hat Senator Harold Yu... Senator Harold Yu...

im Juli 1973 dem Senat der Reihe nach vorgetragen. Ich gebe euch eine Chronologie, weil die was zeigt, was man sonst leicht übersieht, nämlich diese Verkettung und Eskalation. 16. April 1969. Präsident Nixon verspricht öffentlich, die Souveränität, Unabhängigkeit, Neutralität und territoriale Integrität Kambodschas zu achten. Im selben Monat verdoppeln sich die B 52 Einsätze über Kambodscha gegenüber dem März. Im Juni verdoppeln sie sich noch einmal. Anfang 1970. Über 300 B 52 Einsätze im Monat. April 1970. 334. 30. April 1970. Der Präsident verkündet die Invasion. Im Mai fliegen die B -250 350 Einsätze über Kambodscha. 16 mehr als im Monat vor der Fernsehansprache. Aber der eigentliche Skandal in dieser Operation ist nicht

der militärische, sondern eher der verwaltungstechnische und ist deswegen auch erstaunlich gut belegt. Das Pentagon ist nämlich, wie alle Militärverwaltungen im Kern, eine Bürokratie. Flugstunden, Treibstoff, Modition, Ersatzteile. Man kann eigentlich nicht heimlich bombardieren. Das muss ja alles abgerechnet werden. Irgendjemand muss doch dafür bezahlen.

Also, er fand das Militär schlau, die doppelte Berichterstattung. Das ist die doppelte Buchführung, nur das Gegenteil davon. Anstatt Dinge vergleichbar zu halten, sollen hier Dinge vertuscht werden. Und Herrsch hat die Aussagen von Militär folgendermaßen rekonstruiert. Ja, den B -52 -Besatzungen wurden gemeinsam Die Ziele in Süd -Vietnam zugewiesen, also die Schein -Ziele. Anschließend nahm man einzelne Besatzungen beiseite und teilte ihnen mit, dass sie kurz vor dem Abwurf gesonderte Anweisungen von einer Radarstation am Boden erhalten würden. Diese Radarstation übernahmen die Maschinen in den letzten Minuten, führten sie dann über die tatsächlichen Ziele in Kambodscha und berechneten den Abwurfzeitpunkt. Nach der Rückkehr wurden

die Einsätze dann so nachbesprochen, als hätten sie über Südvietnam stattgefunden. Und genauso gingen sie ins geheime Führungssystem des Pentagons ein. Die Radarleute am Boden wussten natürlich Bescheid. Keiner von ihnen sagte aber etwas bis ungefähr 1973. Da gab es dann ein Whistleblower, ein Major namens Hell Knight. Wenn man einen amerikanischen Offizier benennen würde, dann wäre es doch Hell Knight. Der war Operationsoffizier an einer dieser Radarstationen und hat am Morgen nach jedem Einsatz die echten Befehle in einem Ofen an seiner Station zu verbrennen. Der Mann ist auch der Grund, warum wir das alle heute alles wissen. Belegt durch eine Quelle. an die jeder herankommt, nämlich das Protokoll des amerikanischen

Senats gemeinfrei und im Netz abrufbar. Das packe ich euch auch gerne hier in die Show Notes der Folge. Der Vorgang beginnt mit einem Brief. Knight schreibt ihn im Januar 1973 an Senator William Broxmire. Der ist als 37 längst aus der Luftwaffe ausgeschieden und studiert zu dem Zeitpunkt Geschichte. Das Ergebnis war, dass wir Angriffe in Südvietnam meldeten, obwohl sie in Wirklichkeit in Kambodscha stattfanden. Ich fragte, warum wir die Meldungen fälschen müssten, und mir wurde gesagt, das sei aus politischen Gründen notwendig. Mir war klar, dass diese Praxis so verbreitet war und so viele Leute daran beteiligt waren, dass sie nicht ohne eine Ermächtigung von sehr hoher Stelle öklig gewesen wäre. Und dann kommt ein Satz, der zeigt,

wer dieser Mann war. Nämlich Knight war kein Kriegsgegner. Der war schon überzeugt von dem, was er da getan hat eigentlich. Ich bin nicht gegen den Krieg. Aber ich glaube, dass die Menschen dieses Landes ein Recht auf vollständige Offenlegung haben. Es ist meine feste Überzeugung, dass das amerikanische Volk durch seine gewählten Vertreter das Recht hat zu erfahren, wie dieser Krieg geführt worden ist. Simo Herrsch, der ihn damals für die New York Times traf, beschreibt ihn als gedrungenen, schweren Mann, der wie die Männer vor ihm, die Maillay und die Laval -Affäre aufgedacht hatten, kein Held sein wollte. Was ihn getrieben hat, hat Knight Hirsch in einem Interview gesagt.

Und ja, dann können wir ihn auch direkt selber hier in einer Übersetzung zu Wort kommen lassen. Ich habe mit anderen da drüben darüber geredet und es war sehr frustrierend. Die sagten, wir müssen das machen. Ich begann mich zu fragen, ob ich der einzige Normale da drüben war. oder ob alle anderen verrückt waren. Ich passte einfach nicht ins Bild. Am 16. Juli 1973 sagt Neid vor dem Streikkräfteausschuss des Senats aus. Vier Stunden lang wird er da befragt. Er bleibt auf jeden Fall bei seiner Geschichte. Ja, er beschreibt seinen Dienst. Zwischen Februar und Mai 1970 sei bei 20 bis 24 Gelegenheiten ein Offizier der Luftwaffe in einer Maschine der Armee an seiner Station gelandet und habe einen versiegelten

Umschlag mit Zielkoordinaten für Kambodscha übergeben. Danach habe er mit seinen Leuten die Einsatzberichte geschrieben und dort Koordinaten für Ziele in Südvietnam eingetragen. Die Berichte gingen per Kuriermail an eine Einheit des Strategic Air Command in Saigon. Anschließend habe er dort angerufen, den Einsatz als ausgeführt gemeldet und befehlsgemäß sämtliche Rechnerbänder und Unterlagen verbrannt, die die wahren Ziele enthielten.

Und wie lange diese Fälschung hielt, hat Jus selbst erlebt. Er saß seit 1971 in diesem Ausschuss und hat das nicht mitbekommen. Jetzt aus einem von Jus berichten. Im März 1971 forderte Hughes vom Luftwaffenminister eine Aufstellung aller Einsätze und Tonagen an, nach Monat und Land. In der geheimen Antwort stand in den Spalten für Kambodscha, vom Anfang der Tabelle bis 1970, eine Reihe von Nullen. Im Mai 1973, als der Waffenstörstand unterschrieben, die letzten Brunentruppen auf dem Heimsieg waren, forderte er die Zahlen noch einmal an. 83 Seiten. Januar 1965 bis März 1973.

Für Kambodscha wieder nur Nullen. Drei Tage nach Neids Aussage lieferte das Ministerium eine freigegebene Fassung. Dort, wo die Nullen gestanden hatten, waren die Felder jetzt leer. Lustig, wie man das alles ändern kann. Innerhalb einer Woche räumte die Regierung dann ein, was sie getan hat. Und das ist nicht meine Zusammenfassung oder unsere, sondern aus dem Senatsprotokoll jetzt nochmal hier ganz offiziell. Erstens. In diesen 14 Monaten gab es 3630 B -52 -Einsätze über Kambodscha mit fast 104 .000 Tonnen Bomben.

Zweitens. Dem Streitkräfteausschuss des Senats wurden falsche Berichte vorgelegt. Drittens. Die Entscheidung, den Ausschuss zu täuschen, wurde von Vizeverteidigungsminister Clements und von Admiral Murrow getroffen, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs. Viertens. Es waren mindestens zwei Meldewiege eingerichtet. Einer für die richtigen Ziele, einer für die erfundenen.

Und fünftens. Die Angriffe wurden im Nationalen Sicherheitsrat besprochen, von Verteidigungsminister Laird genehmigt und vom Präsidenten gebilligt. Lierd, General Wheeler und Kissinger erklärten dann öffentlich von der Fälschung der Berichte natürlich nichts gewusst zu haben. Kissinger nannte sie bedauerlich. Der Pentagon -Sprecher nannte die falschen Berichte an den Senat einen Fehler von einigem Ausmaß. Ja, so könnte man das beschreiben. Bedauerlich, ein Fehler von einigem Ausmaß. Da wurden 100 .000 Tonnen Bomben über einem nicht involvierten Land abgeworfen.

100 .000 Tonnen. Ja, einiges Ausmaß. Das müssen wir uns mal kurz auf der Zunge zergehen lassen. Ein Staat führt Krieg gegen ein Land, mit dem er nicht im Krieg ist. Damit das gelingt, muss er nicht den Gegner täuschen. Der merkt es ja, dass er bombardiert wird. Getäuscht werden muss das eigene Parlament vor allem. Und diese Mad Man Theory, diese verrückte Theorie, sollte den Gegner täuschen. Getäuscht wurde er am Ende aber der eigene Kongress. Und es gibt für die Geheimhaltung eine Begründung, die die Regierung selbst gegeben hat. Elliot Richardson, im Frühjahr 1973, für vier Monate kurze Zeit Verteidigungsminister gewesen, sagte selbst bei seiner Abschiedspressekonferenz folgendes. Sie kennen ja die Umstände, unter

denen die Bondadierung Kambodschas geheim gehalten wurde. Ich denke es gab Es gab in diesem Zusammenhang durchaus legitime Erwägungen, solange Sianuk darauf bedacht war, nicht in eine Lage gebracht zu werden, in der er davon wusste oder es geduldet hätte. Aber als Sianuk weg war, entfiel diese Erwägung. Ja, Sianuk war nämlich am 18. März 1970 weg. Die falschen Tabellen gingen 1971 an den Senat und noch einmal 1973. Die Begründung war also seit drei Jahren passé und die Fälschung lief entsprechend weiter. Am 23. Juli 1973 tritt Senator Harold Hughes ans Regnerpult und legt dem Senat den Vorgang der Reihe nach da. Am Ende zieht er eine Bilanz, die weit über Kambodscha hinausgeht und viel über den gesamten wie Namkrieg

und den Zustand des amerikanischen Staates sagt. Und dann der Satz, den Ich vielleicht für den wichtigsten der ganzen Folge halte. Keine Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft, wie gut ihre Absichten auch sein mögen, ob in Uniform oder in Zivil, darf die Folgen schwere Entscheidungen treffen dürfen, heimlich Krieg zu führen und dabei den Kongress und die Öffentlichkeit amtlich zu täuschen. Das ist, wie die Geschichte reichlich bestätigt, der Weg, auf den freien Nationen unter ziviler Regierung am Ende ihre Freiheit verlieren.

Ja, und am Ende würde Q noch die wenigen, die den Mund aufgemacht haben und zitiert einen einzigen Satz aus Knight's Aussage. Der Satz war eine Antwort, weil davor Senator Storm Thurmond, ein Pro -Kriegs -Senator aus South Carolina Knight vor dem Ausschuss die Loyalität abgesprochen hatte. Welcher loyale Soldat würde denn? sowas auffliegen lassen als Whistleblower. Das ist ja berufschädigend, ist es ja. Ja, und Hal Knight hat geantwortet. Sir, ich habe keinen Eid auf das Militär geleistet. Ich habe einen Eid auf die Verfassung geleistet. Man wünscht sich mehr Leute wie Hal Knight in Polizei und Militär, auf jeden Fall. Ähm, ja. Ein paar Monate lang hatte der Mann Papier verbrannt in einem Ofen

in einer Radarstation in Süd -Werden am ... Drei Jahre später hat er einen folgenschweren Brief geschrieben und die Untersuchung, die daraus folgt, wird eine der Ursachen sein, mit Watergate und anderen Sachen, dass Richard Nixon am Ende sein Amt verliert. Und die Untersuchung von 1973 war nicht die erste Gefahr für dieses Geheimnis.

Schon im Mai 1969, zwei Monate nach dem ersten Angriff, erscheint in der New York Times die kleine Meldung von William Peacher, dass es amerikanische Angriffe in Cabocha gäbe. Die ist dann unwidersprochen geblieben. Die Meldung geht unter, niemand greift sie auf, niemand interessiert sich so richtig dafür, weil, was ist so eine kleine Randnotiz im Rahmen des großen Vietnamkrieges? Auch im Weißen Haus geht sie unter? Nee, geht sie nicht unter. Ach nee, so rum. Im Weißen Haus geht sie nicht unter, im Gegensatz zur restlichen Berichterstattung.

Ja, Nixon lässt mit Kissinger's Unterstützung das FBI -Telefone abhören. Von Regierungsbeamten, Journalisten. Mitarbeiter des eigenen Sicherheitsrats. Der FBI -Chef J. Edgar Hoover hält in einem Aktenvermerk fest, was Kissinger ihm dazu sagte. Er wünsche, dass wir der Sache so weit nachgehen, wie wir nur können. Sie würden denjenigen vernichten, der das getan hat, wenn sie ihn finden. Gleich, wo er ist. Und diese Abbeaktion vom Frühjahr 1969 ist der Anfang einer Kette. die über die Klempner im Weißen Haus geradewegs zum Einbruch im Watergate -Gebäude führt. Das ist keine nachträgliche Konstruktion. Die Washington Post hat den Zusammenhang schon im Juli 1973 so beschrieben und News hat den Artikel ins Protokoll aufnehmen lassen. Also

diese erste Meldung der Bombardierung Kambotchas. Das heißt, Kambotcha und diese ganze Affäre sind tatsächlich auch der Auslöser der Watergate -Affäre, die dann dazu führt, dass ein Nixon sein Amt verliert. Die amerikanische und Watergate, da müssen wir auch mal selber drüber reden, weil das tatsächlich so der große Regierungsskandal des 20. Jahrhunderts ist, der mit dieser Vertuschung des Bombenkriegs in Kambodscha beginnt und eigentlich auch dazu führt, dass das Grundvertrauen in die Regierung ganz grundlegend zerrüttet wird. Vor Watergate haben viele Amerikaner, wenn man sie gefragt hätte, noch gemeint, naja, die Regierung, die macht schon irgendwie alles richtig und sind vertrauenswürdige Leute und so weiter. Und Watergate,

zusammen mit den Skandalen im Vietnamkrieg, haben dazu geführt, dass die Leute der Meinung waren, naja, vielleicht geht es ja doch nicht so mit rechten Dingen zu. Die lügen uns ja offensichtlich an. Und da werden ja offensichtlich auch Mafiamethoden eingesetzt. Und auch, dass Nixon dann sein Amt verloren hat, hat den Weg geöffnet für diese großen Verschwörungserzählungen auch. Also wenn man da zurückschaut, in die Zeit auch vor Watergate und danach, das wird immer wieder erwähnt. Also die Ermordung von Kennedy, Watergate, das sind so die Momente, wo die Leute anfangen zu zweifeln, werde ich eigentlich hier belogen von meiner Regierung. Und das öffnet natürlich Tür und Tor für alle anderen Theorien auch. Das ist ein guter

Realitätscheck, weil Regierung so sehr zu vertrauen wissen wir mittlerweile. Ist wahrscheinlich keine allzu gute Idee. Gleichzeitig ist dieser Verfall nicht von irgendwo gekommen, sondern dieser Verfall im Vertrauen, der nach dem zweiten Weltkrieg wahrscheinlich sehr groß war das Vertrauen ursprünglich, der wurde selber gemacht von den Leuten, die an Macht waren und die die Macht missbraucht haben. Ganz gezielt. Aber erstmal zurück nach Kambodscha, nach diesem Exkurs. ähm, nach Amerika.

Zurück nach Phnom Penh, wo Chinook seit 15 Jahren einen Balance -Akt aufführt, der zunehmend schlechter funktioniert. Er hat den Balance -Akt selbst einmal in einem Bild zusammengefasst und als Metapher erwähnt. Wir sind ein Land zwischen Hammer und Amboss. Genau. Äh, weil? Weil, als erstes mal hat er den Viet Cong so stillschweigend geduldet, weil er glaubte, der Norden werde gewinnen.

Und dann, 1963, hat er auf amerikanische Hilfe verzichtet und sich dabei bitter bitter über die freie Welt geäußert. Um seine eigene Armee zu beruhigen, die diese Hilfe vermisste, hat er den Hafen von Xianoguil für die chinesische Waffenlieferungen geöffnet und später in einem Interview selbst beziffert, wie die Ladungen aufgeteilt wurden. Zwei Drittel für den Vietcong, ein Drittel für seine Armee. Dann hat er nach der Tet -Offensive umgeschwenkt und sich wieder Washington angenährt. Er hat inzwischen die Regierungsgeschäfte weitgehend abgegeben und tritt Filme. Genau, er ist nämlich ja im Herzen ein Künstler. Das darf ich noch wenig vergessen. Auch eine lustige Entscheidung nach der Tet -Offensive die Nähe

zu den Amerikanern zu suchen, weil das offensichtlich der Wendepunkt war. wo dann allen klar war, dass die Amerikaner den Krieg verlieren würden. Das heißt, er hat auch ein bisschen Talent dafür, sich immer auf die falsche Seite zu stellen. Und dass eben Waffenlieferungen von China direkt an den Weltkong über Kambodscha liefen. Ja, auch ein Punkt, der gern vergessen wird, wenn es um die Bombardierung Kambodschas geht. Wenn er Filme dreht, muss ja irgendjemand stattdessen die Regierungs...

Macht irgendwie übernehmen. Und sein Ministerpräsident, der das macht, zu der Zeit heißt Lon Noll. Und mit Lon Noll kommt eine Figur in die Geschichte, die man nicht erfinden könnte, wenn man sie wollte. Also was für ein Charakter. Philipp Short beschreibt ihn folgendermaßen, hat es sehr gut getroffen, deswegen Philipp Short einmal sinngemäß von mir übersetzt, Jonas. Er besaß ein weitläufiges Anwesen an der Straße zum Flughafen. das immer voller Verwandter und Mitläufer war. Er ließ sich von seinen Soldaten schwarzer Papa nennen, um zu unterstreichen, dass er ein dunkelhäutiger Kmer sei, ohne fremdes Blut. Offen rassistisch gegenüber den Minderheiten des Landes und die Vietnamesen hasste er besonders. Sprunghaft, also er wird

als sprunghaft und arbekleurig beschrieben. Ja, dazu muss man sagen, dass was man vielleicht als Aberglaube sehen würde, in Kambodscha auch heute noch sehr, sehr weit verbreitet ist. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich selber einige Jahre dort gelebt habe und eine kleine Anekdote als der Glaube an Kmau sind die Geister, die Geister der Vorfahren und generell auch die Geister, so Naturwesenheiten, die in allem stecken und die auch für alles Mögliche verantwortlich sind.

Also Kmau sind der Grund, wenn du einen Autounfall hast, und sind gleichzeitig so eine Art Schutzgeister. Du musst nachts nicht zwingendes Licht anmachen vom Gesetz her. Also man kriegt keine Strafe dafür, wenn man nachts ohne Licht fährt, weil die Kmau, die können ja auch dunkel sehen. Und dementsprechend, ob du einen Unfall hast oder nicht, das hat mir mein Polizist dazu erklärt, sind die Kmaue ja die Verantwortlichen. Von daher ist es nicht so wild, ob du mit oder ohne Licht fährst. Für den Unfall sind sowieso die Geister entscheidend. Das ist doch eine kleine Anekdote, was den Aberglauben da konkret bedeutet. Und, ja... Ah, ich... Lionel hat ja auch persönlich ein spannendes Verhältnis zu Shinok. Ja, also

Shinok hatte persönlich Grund, sich vor ihm zu fürchten. Denn Schaub berichtet den Fall eines Parteisekretärs der Kommune... Der Kommunisten, der bei einer von Gianuks Verhaftungswellen aufgegriffen und in Lon Noll's eigenes Haus gebracht wurde, wo man ihn dann folterte, tötete und auf ein Stück Prachland verscharrte. Also ein Mann, der Gewalt jetzt nicht unbedingt abgewandt war, auch selbst im eigenen Haus. Ein französischer Berater, Gianuks, meinte Prinz Sirik Matak, benutze Lon Nol als faschistische Vogelscheuche, um die Linke zu erschrecken. Ja, und das war der Ministerpräsident.

Aber wie das so oft ist, wir kennen uns aus der deutschen Geschichte, wenn man sich faschistischer Vogelscheuchen bedienen will, haben die oft einen eigenen Willen und lassen sich gar nicht so benutzen, wie das vielleicht geplant ist von der existierenden Elite. Im März 1970 ist Chinook auf Reisen, Frankreich, dann soll es weiter nach Moskau und Peking gehen und in Kambodscha läuft in dem Zeitpunkt etwas ab, womit er nicht gerechnet hat. Wir folgen dem Geschehnissen einmal anhand der 10 Tage entlang der Reihenfolge und weil die Reihenfolge hier fast überall, wo ich geschaut habe, schnell durcheinander gerät. Unter anderem in meiner ersten Scriptfassung versuchen wir das Ganze jetzt chronologisch korrekt

hier darzustellen. Er schreibt sie Lon Nol und seinen Leuten zu. 11. März. Jetzt Phnom Penh. Eine Menge plündert die Botschaft Nordvietnams und die Vertretung der südvietnamesischen Befreiungsfront. Dieser Tag wird nicht Lon Nol zugeschrieben, sondern seinem Bruder Lon Non. Ja, und der Schiernuck verurteilt das Ganze aus Paris. Er schickt ein Telegram an seine Mutter, die Königin, die Königin Mutter, Kossamak. Und er hat natürlich mit den Vietnamesen kooperiert. Wir haben ja schon gehört, dass er da eher auf vietnamesischer Seite zwischendrin stand und sich jetzt wieder mit den Amerikanern ernähren wollte. Aber ja nicht so. Nicht auf diese Methode. Norodom Chinook schreibt an seine Königin Mutter Kossamak Folgendes. Der Inhalt,

grob wiedergegeben, ist nicht eine 1 zu 1 Übersetzung. Ich sage Moskau und Peking ab und komme sofort heim. Sonst wird aus unserem Land ein zweites Laos. Ja, dann kehrt er aber nicht heim. Wie das Söhne so an sich haben. Ja, was passiert denn weiter? Ja, dann 12. März. Bei der CIA geht ein Bericht ein, überschrieben mit Hinweisen auf einen möglichen Putsch in Phnom Penh. Am 13. März fliegt Schianouk planmäßig nach Moskau.

Short nennt das eine untypische Fehleinschätzung von der Art, wie sie Politiker nach zu vielen Jahren an der Macht machen. Ja, er fühlt sich zu sicher. Und sowohl die Russen als auch die Chinesen drängen, ihn dazu heimzufahren. Jetzt hör mal auf mit deinen repräsentativen Staatsbesuchen. Es gibt bald nichts mehr, was du repräsentierst.

Aber man weiß nicht genau, warum, aber er hört nicht so wichtig. Er bleibt auf seiner Reise. Vielleicht genießt er die Reise zu sehr, freut sich zu sehr seinen tollen Filmen zu zeigen, hat zu viel Spaß in der Oper, in Moskau und in Peking. Wer weiß. Dann taucht in Phnom Penh ein Wahrsager auf. Mit einer Botschaft eines längst verstorbenen Königs. Chianuk werde stürzen. Die Königin Mutter vollzieht daraufhin ein Ritual, um nach schlechten Vorzeichen zu suchen. Sie zieht das Heilige Schwert. Das ist eine besondere Zeremonie, die dieses Königshaus zu der Zeit vollführt hat. Und als sie das Schwert aus der Scheide zieht, ist die Klinge schwarz verfärbt.

Das ist, wie er sicherlich ahnt, kein besonders gutes Omen. Und dann in der Nacht zum 18. März fährt Prinz Sissowat Sirik Matak bei Lonmoll vor. Er bringt drei Offiziere mit. Das ist kein so nettes Gespräch unter Kollegen, auch wenn es oft so erzählt wird. Stattdessen nach Chandler und Short hier eine andere Version. Lonmoll weint.

Sirig Matak legt ihm das Papier hin, mit dem er die Absetzung Sianuks mitträgt und setzt ihm die Waffe an den Kopf. Lonnoll unterschreibt. In Folge 1 habe ich Sirig Matak, den Prinzen genannt, den Vichy Frankreich 1941 beim Thron übergangen hatte. Das war ein bisschen ungenau, kleine Korrektur von Folge 1. Übergangen wurde nämlich da vor allem Prinz Isobat Monirat, der Sohn des verstorbenen Königs Monivon. Sirig Matak war damals 27 und einer von mehreren Anwärtern.

Dass er sich übergangen fühlte, ist überliefert, aber er war nicht der Übergangene. Er war jetzt nicht der, der eigentlich logischerweise der nächste Thronanwärter gewesen wäre. Macht sich jetzt aber hier über diesen Putsch mit Lonol. Die Frage ist, wie kooperativ das Ganze ablief und wie viele Waffen da in den Kopf gesetzt wurden.

Aber am Ende machen die beiden zusammen den Putsch. Am selben Tag, dem 18. März 1970, stimmt dann die Nationalversammlung ab und entzieht Tschernuk das Amt des Staatsoberhaus. Einstimmig. Kambodianische Demokratie funktioniert oft mit der Waffe am Kopf, von daher deswegen wahrscheinlich einstimmig. Und jetzt ist eine Unterscheidung, die ein bisschen ungenau ist überall. Der Satz an diesem Tag sei der an dem eine der ältesten Monarchie in der Welt abgeschafft worden sei, ist nicht richtig.

Das habe ich mehrmals gelesen und hatte ich glaube ich auch in der letzten Skip -Variante. Aber Chinook war 1970 ja nicht mehr König. Haben wir darüber geredet. Die Krone stand leer seit sein Vater Suramit 1960 gestorben war. Chinook reagierte zu dem Zeitpunkt, weil die Krone abgegeben hatte, um mehr politische Macht zu haben als Staatschef.

Genau dieses Amt nimmt ihm jetzt auch die Nationalversammlung nicht den Thron auf dem was saß. Seine Mutter allerdings nimmt man an diesem Tag den Titel der Könige. Das heißt, der wird schon irgendwie diese Familie entmachtet. Man kann eben noch nicht den Königstitel abnehmen, wenn er den gar nicht zu dem Zeitpunkt inne hat, richtig? Die Monarchie wird dann offiziell, ist sieben Monate später, abgeschafft am 9. Oktober 1970 mit der Ausrufung der Chmerrepublik. Aber da starten wir in der nächsten Folge. Erstmal erfährt Tschernuk vom Sturz in Moskau auf dem Weg zum Flughafen.

Nach der verbreitesten Darstellung sagt es ihm sein Ministerpräsident Kossigin persönlich im Auto. Es gibt auch eine Version, wo er es über das Radio mitbekommt. Sicher ist der Rest. Die Sowjets wünschen ihm alles Gute und setzen ihn ins Flugzeug und sagen Tschüss. Viel Glück mit einer. Die Frage ist natürlich, wie wusste Washington darüber? Weil das ist natürlich ein Putsch, der Washington, sagen wir, zugutekommt. Da wird in der Literatur gern mehr behauptet, als sich vielleicht belegen lässt. Drei Dinge, die sich ziemlich sicher belegen lassen, sind die Folgen. Sirig Matak galt seit den 50er Jahren als Amerika -freundlich und Shaw Cross schreibt, dass CIA -Leute in den 70er Jahren ungehinderten Zugang zu ihm und seinem

Umfeld hatten. Einer von Don Nolts Ministern sagt später sinngemäß, wir haben einfach gewusst, dass die Amerikaner uns helfen würden. Ja, und jetzt was nicht belegt ist, dass die Vereinigten Staaten diesen Putsch angeordnet, geplant und organisiert haben, beziehungsweise können wir das leider, weil uns die CAA -Akten dazu fehlen, nicht nachweisen. Chinook selbst hat das von Anfang an behauptet, die Roten Kmeer auch später.

In nun Chias Vortrag von 1978 heißt der 18. März 1970 schlicht der Staatsstreich der USA, also in dem eingehenden Text, wo wir ein kleines Zitat daraus vorgelesen hatten zum Anfang der Folge. Beide Seiten hatten natürlich ein Interesse daran, es so aussehen zu lassen, dass der, der hier an die Macht kam, eigentlich nur ein Handlanger Washingtons sei. Wir können es aber nicht nachweisen.

Also das Vorwissen der Amerikaner ist nicht zwingend die Urheberschaft. Der Kontakt mit CIA Leuten ist noch nicht der Befehl dazu, das zu tun. Wir würden deswegen eher sagen, die Amerikaner wussten das, waren froh darüber, haben nichts dagegen getan und wahrscheinlich auch den Eindruck vorher erweckt, dass wenn ihr das macht, dann werden wir euch unterstützen. Dass das Ganze jetzt durch und durch von der CIA geplant ist, ist möglich, aber haben wir keine Nachweise dafür. Also würde ich nicht so weit gehen, das zu behaupten. Auch wenn natürlich, wer ist der große Nutznießer?

Wer profitiert? Diese alte Deletivfrage, eindeutig alle Finger auf die USA zeichnen. Ja. Und jetzt kommt der Moment, der alles entscheidet, eigentlich. Also, mit genau den Leuten die er hat einsperren lassen, verprügeln lassen, die er in eine Dschungel getrieben hat, denen er das Schimpfwort Kmerush, diese Beleidigung von ihm eigentlich, als Titel, die er benannt hat als Feind, als Gegner, und deren Anführer immer auf seiner Fandungs - und Folterliste standen. Und das sagt dazu. Also hier einer der großen Momente, wo Shiranuk mal wieder die Seiten wechselt. Jetzt ist er einfach, wird er als ehemaliger König auf einmal zum Bannerträger der Roten Kmär. Und das ist ein extrem faszinierender Moment, weil das ist meiner Meinung nach der

Tag, an dem die Roten Kmär den Krieg gewonnen haben. Fünf Jahre bevor sie tatsächlich die Macht übernehmen in Phnom Penh. Denn was die Roten Kmär bis dahin nicht hatten, war irgendeine Art von Massenbasis, irgendeine Art von weiteren Support. Sie waren ein paar hundert Intellektuelle und ein paar Söhne von Bauern mit einer Ideologie in einem tief religiösen Land mit einer tief verankerten Monarchie und einem zu tief verehrten monarchischen Staatschef. Und jetzt auch einmal haben die Kommunisten einen König. Bisschen, bisschen kontraintuitiv, dass der König hier beziehungsweise eine Königin. Aber ja, für Leute auf dem Land ist das der König. Ist egal, ob er das in Amten niedergelegt hatte und dann Staatsoberhauptoffiziell

war oder so. Das ist der König für die. Das sind Feinheiten. Seine Mutter ist die Mutterkönigin, also ist das der König. Und für Millionen Kambodschanischer Bauern ist Xiong Gottkönig. Verkörperung der Ordnung in der Welt. Und der Gottkönig geht jetzt in den Dschungel an der Grenze zu Vietnam und sagt im Radio, hält offene Ansprachen und sagt, geht in den Wald und kämpft für die Kommunisten.

Und da gingen sie. Da haben sie auf ihn gehört. Zu Zehntausenden. Nicht für den Marxismus. Die meisten wussten nicht mal, was das bedeutet. Nicht für irgendeine kommunistische Idee, sondern für ihren König. Für die Wiederherstellung der verkackten Monarchie. Nach diesem Putsch. Und das ist ein extrem wichtiger Punkt, der bei dieser Geschichte immer untergeht, der immer vergessen wird. Aber die Roten Kmär beginnen Erfolg zu haben als Massenbewegung, sobald sie den König als Standarte hochheben. Ja, Elisabeth Becker hat auch darauf hingewiesen, dass viele Bauern in den folgenden Jahren auch noch fest davon überzeugt blieben, dass Schiannuck weiterhin in Dunpain regiere. Also die kämpfen für einen

König, der ein Gefangener der Leute war, also Das ist alles extrem verquoren. Und wenn man da jemanden gefragt hätte, für was kämpfst du denn? Für welche Ideale? Dann kämpfen sie für den Gottkönig. Und am Anfang der Folge haben wir ja das vorgelesen, 1970 waren sich auf einmal alle einig, dass unsere Position die richtige war und alle folgten uns. So klingt es dann rückwirkend aus der Version der Roten Knie. Alle haben auch einmal erkannt, dass wir die Wahrheit haben.

Ist natürlich kompletter Quatsch. Da wurde überhaupt nicht inhaltlich überzeugt. Da wurde nur gesagt, guckt mal, guckt mal, wer auf unserer Seite steht. Guck mal, wer auf einmal bei uns im Wald auftaucht. Guck mal, wer auf einmal für uns Radioansprachen hält. Bevor wir zur amerikanischen Invasion kommen, müssen wir über etwas sprechen, was in den meisten deutschen Darstellungen komplett fehlt und eine weit verbreitete Annahme zerstört. Die Annahme lautet, der mörderische Rassenhass gegen die Vietnamesen sei eine Erfindung der Roten Kmer gewesen. Der Wahn der bösen Kommunisten. Das stimmt nicht. Und das haben wir in der ersten Folge schon ein bisschen angeteasert, als wir über die Vergangenheit im französischen Imperialismus

als französischen Kolonialismus gesprochen haben und wie da eben über lange Zeit davor schon und dann auch vor allem im französischen Kolonialreich die beiden Bevölkerungsgruppen der Khmer und der Vietnamesen gegeneinander ausgespielt wurden und die Vietnamesen eben als fähigere Kolonialsubjekte galten. Aber auch im 20. Jahrhundert war das Staatspolitik Vor allem, bevor die Roten Kymäer übernommen haben, wurde es zur Staatspolitik des pro -amerikanischen Gegners der Roten Kymäer, den wir eben schon von Rassismus und Aberglauben bis dessen kennengelernt haben. Zum Zeitpunkt des Putsches leben auch mehrere hunderttausend ethnische Vietnamesen in Kambodscha und viele schon seit Generationen. Becker hält auch fest,

dass sie in aller Regel genauso antikommunistisch waren wie das neue Regime Phnom Penh, nur eben unpassenderweise von derselben Volkszugehörigkeit wie der Viet Cong. Und was dann geschieht, beschreibt Becker folgendermaßen, kurz nach dem Putsch tauchen an Schaufenstern Schilder auf, die die Loyalität vietnamesischer Ladenbesitzer in Zweifel ziehen.

Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor aus der deutschen Geschichte? Kauft nicht bei Vietnamesen, stand da auf einmal auf dem ... Es beginnen Boykotte. Binnen eines Monats richtet das Militär Lager für alle vietnamesischen Einwohner ein. Innerhalb weniger Tage werden Zehntausende zusammengetrieben.

Aus der Internierung wird Mord. Truppen rücken in mehrheitlich vietnamesische Dörfer ein und töten hunderte Zivilisten auf einmal. Im April 1970 berichtet die Washington Post in zwei Teilen über die Entdeckung von tausend Leichen in Mekong, deren Hände gefesselt waren. Ja, der Mekong fließt ja auch dann aus Phnom Penh und der Region des Mekong Delta ist zu dem Zeitpunkt, wie wir gesagt haben, schon seit längerer Zeit vietnamesisch und dort werden dann die Leichen eben auch hingetrieben.

Auch das Radio hetzt. mit und ist ähnlich wie in Ruanda, ist ein berühmtes Beispiel davon, wo das Radio am Massenmord eine große Rolle gespielt hat und die Leute dazu motiviert hat, ihre Nachbarn umzubringen. Und hier haben wir eben auch einen Fall, wo diese Verbreitungstechnologie ganz wichtig ist. In Phnom Penh wird ein Festumzug veranstaltet, bei dem, wie Shawcross schreibt, die strahlenden schönen Khmer ihre schurkischen Nachbarn beseitigen.

Auch christliche Kirchen, überwiegend von vietnamesischen Konvertiten besucht, werden von Lon Nolz Luftwaffe bombardiert. Mit der Begründung, dort könnten sich Geria -Kämpfer verstecken. Ja, und jetzt zur Größenordnung davon. Also das wird tatsächlich nie richtig besprochen. Dass quasi diese großen, dass das, ja. Dass all das passiert ist, wird generell nie besprochen. Und die Größenordnung auch nicht. Ich nenne jetzt bewusst mal nur eine Rechnung, obwohl in der Literatur so zwei unterschiedliche kursieren. Zwei Zahlen nebeneinander klingen immer so nach zwei Ergebnissen. Aber das Ergebnis war auf jeden Fall eines. Nämlich sehr viele tote Vietnamesen in Kamposcha. Sehr viele. Ja, das ist Ben Kiernan's Rechnung. In Kambodscha

lebten etwa 400 .000 Vietnamesen. Rund die Hälfte von ihnen wurde 1970 vom Lon -Nol -Regime aus dem Land getrieben. Mehrere tausend wurden in Pokromen getötet. Und was sagt Washington dazu? Ja, Washington war verärgert, aber nicht unbedingt aus dem Grund, den man vielleicht vermutet. Der amerikanische Ärger galt der Tatsache, dass die Politik das Verhältnis zum eigenen starken Mann in Südviet -Nam belastete. Und mit dem starken Mann entkamen... Was ist das für ein Satz? Mit dem der starke Mann den Kapotche zusammenarbeiten sollte. Das Problem war, sie hatten ja in Südviet Nam ihre Regierung... Ihr Puppet -Regime, Ihre militaristische und jetzt eben Kambodscha, beides waren amerikanische Kandidaten, pro -amerikanische,

die dort geherrscht haben. Aber man kann natürlich die beiden nicht zur Kooperation bringen, wenn der eine Internierungslager und Massenmord an den Leuten des anderen verübt. Also da war ja die Idee, jetzt haben wir eine gemeinsame Front gegen die Kommunisten im Norden, aber stattdessen fangen die an sich gegenseitig zu meucheln. Da ist man natürlich verärgert. Es hat mal endlich den Putz, den man wollte und jetzt bringen sie die falschen Leute um. Mensch, ärgerlich. Ja.

Und zwischen 1977 und 79ern die Roten Khmer dann die ethnischen Vietnamesen in Kambodscha praktisch vollständig auslöschen. Das heißt, die, die nicht von Lon Nols Prochrom und Massenmord getötet und vertrieben wurden, das machen dann die Roten Khmer. voll beenden diese Arbeit, diese schreckliche. Das Rothek -Mehr -Tribunal hat das als Völkermord festgestellt, erst instanzlich am 16. November 2018, rechtkräftig aber erst mit dem Berufungsurteil vom 22. September 2022. Und da sehen wir, wie lang das gedauert hat und wie aktuell diese Geschichte teilweise auch noch ist. Jetzt werden wir in den späteren Folgen dann immer mehr sehen, wie weit sich das in die Gegenwart erstreckt. Aber seit 2022 ist das als Völkermord an den Vietnamesen

anerkannt worden. Weil es da eben auch um nichts anderes ging wie um ethnische Zugehörigkeit. Da ging es nicht darum, oh, die sind Vietcong oder irgendwas, sondern die wurden umgebracht, weil sie Vietnamesen sind. Und wenn wir dann in Folge 5 später darüber reden, dass eben die Roten Kmeer diesen Völkermord begehen, dann ist es wichtig, dass ihr euch hieran erinnert und seht, das ist eigentlich Kontinuität. die wir in der kambodschanischen Politik leider durch die Bank weg sehen. Egal ob das ein faschistisches Militärregime ist oder ein kommunistisches Regime.

In beiden Fällen werden Vietnamesen getötet in Kambodschan. Es ist bei weitem nicht dieselbe Tat. Es ist nicht so, dass man das irgendwie... Aber da gibt es eine ganz klare Linie. Es ist dieselbe Idee. Der Anfang der Umsetzung war auf jeden Fall ein... gesetzt worden, bevor die Roten Kmär die Macht übernehmen. Am 30. April 1970 tritt Nixon vor die Kameras und erklärt, was gerade beginnt, was ausdrücklich keine Invasionskabotcha sei. Weil er sagt mit dieser Rede einen Satz, den man sich neben Ju's Chronologie legen sollte.

Fünf Jahre lang sind weder die Vereinigten Staaten noch Südvietnam gegen diese feindlichen Rückzugsgebiete vorgegangen, weil wir das Territorium einer neutralen Nation nicht verletzen wollten. Also 100 .000 Tonnen Bomben, 3 .630 B -52 Einsätze lagen zu dem Zeitpunkt, also das sagt bereits Henry. Und ja, also unglaublich. Auf dem Höhepunkt sind rund 50 .000 amerikanische Soldaten in Kambodscha und dazu etwa 30 .000 südvietnamesische. Die suchen immer noch nach dem Phantom -Hauptquartier, finden es aber nicht. Komisch. Ja, Nixon sagt zu Kissinger im Mai 1970, nach Tonbandaufnahmen des Weißen Hauses, die Armee solle endlich ihren Hintern hochkriegen und irgendetwas finden. Aufgegebene Vorräte, irgendetwas, das sich als amerikanischer

Erfolg vorzeigen lasse. Ja, die Struppen stattdessen finden, sind Menschen. Eine Woche nach Beginn der Invasion setzt die Nachrichtenagentur UPI eine Meldung aus dem Grenzort Snul auf. Hier einmal gekürzt, aber im Ton der Wochen. Panzer rollen durch die schwelenden Ruinen eines Kautschukstädtchens, das von Luftangriffen dem Erdboden gleichgemacht worden ist. Die nordvietnamesischen Verteidiger sind weg. Was bleibt sind mindestens sieben Tote.

Vier davon kambodschanische. Zivilisten. Unter ihnen ein schwer verstümmeltes kleines Mädchen, das neben drei weiteren Toten auf einem offenen Platz liegt. Der Zigarre rauchende Oberst erklärt dem Reporter, man habe keine Wahl gehabt. Das sei ein Knotenpunkt gewesen. Die Panzer fahren durch einen Kinderspielplatz. Die Soldaten bedienen sich in den zerstörten Läden. Bier, kistenweise Limonade, Spiegel, Koffer, Uhren. Ein Motorrad, das auf einen Panzer geschnallt wird. Ein Schuppen, der die Luftangriffe überstanden hat, wird angezündet, nachdem man ihn ausgeräumt hat. Bis auf die Kartons mit Taschenlampenbatterien. Einer entdeckt Sonnenbrillen in einer Auslage und ein anderer ruft ihn zu.

Hey Mann, nimm die Dinger mit! Die Nachrichtenagentur AP war ebenfalls ins Null. Sie strich die Plünderung aus ihrer Fassung dann heraus, weil das keinen so besonders guten Eindruck macht, wenn man quasi da Sonnenbrillen und alle anderen Sachen blündert, die nicht niet - und nagelfest sind. Die Berichte sind aber trotzdem explosiv, auch abgesehen von den abgeworfenen Bomben und haben auch Folgen in der öffentlichen Meinung in den USA. Ja, über vier Millionen Studierende beteiligen sich in den folgenden Wochen an Protesten. Am 4. Mai 1970 schießt die Nationalgarde an der Kent State University in Ohio auf Demonstrierende. Es gibt vier Tote. Elf Tage später, in der Nacht zum 15. Mai, erschießt die Polizei an der Jackson

State University, einer traditionell schwarzen Hochschule, zwei weitere Studenten. Im Weißen Haus selbst bröckelt es. 250 Angehörige des diplomatischen Dienstes unterzeichnen eine Protesterklärung. Aus Kissinger's eigenem Stab treten drei Männer zurück. Anthony Lake, Roger Morris und William Watts. Watts hat die Szene in Kissinger's Büro selbst dargestellt. Es gibt eine Tonaufnahme davon. Und es ist unter Historiker des Vietnamkriegs eine kleine Berühmtheit, weil das was Besonderes ist. Denn er war der Mann, der den Stab für die Invasion koordinieren sollte. Ich sagte zu Henry, ich verweigere diesen Auftrag. Ich gehe. Und dann sagte Kissinger etwas, das ich nie vergessen werde. Er sagte... Ihre Ansichten sind Ausdruck

der Feigheit des Ostküsten -Establishments. Ich bin aus dem Stuhl hoch und habe zugeschlagen. Ich war so verdammt wütend und habe ihn verfehlt. Er ist hinter seinen Schreibtisch gerannt und hat gesagt, war doch nur ein Scherz. Ich sagte, über so etwas macht man keine Scherze und bin aus dem Zimmer gestürmt. Plötzlich kam Alexander Haig aus Henrys Büro geschossen, mir hinterher in den Lagerraum. Haig sagte, sie haben einen Befehl vom Oberbefehlshaber, den kann man nicht verweigern. Ich habe ihn angesehen und gesagt, leck mich Erl, hab ich gerade. Also sehr sehr schön diese gesamte Szene über Schlägereien rund um Kissinger und ich verstehe das sehr gut. Mittlerweile ist Henry Kissinger ja gestorben. Aber Kissinger

mal so richtig rechten Haken zu verpassen. Ich glaube, da gibt es Tausende Menschen, die das gerne gemacht hätten. Und wahrscheinlich jeder Kambodschaner hat den inneren Antrieb in sich irgendwann mal verspürt. Diejenigen, die zurücktragen, gingen trotzdem nicht an die Öffentlichkeit. Die Begründung, die einer der drei später gab, ist ja recht beklemmend, sage ich mal. Hier jetzt von Roger Morris, diesem zurückgetretenen Mitarbeiter aus einem späteren Interview. Tony Lake, ich und Bill Watts, wir drei, die aus Protest gegen die Invasion zurückgetreten sind, haben unsere Haltung nicht öffentlich erklärt und keine Pressekonferenz gegeben. Einfach deshalb, weil wir dachten, das würde Kissinger innerhalb der Regierung irreparabel

beschädigen. Und wir hielten diese Regierung für so schrecklich, so schlimm, dass es dem Land geschadet hätte, Kissinger zu beschädigen oder zu schwächen. Also sie schwiegen, um den Mann zu schützen, dessen Krieg sie nicht mittragen wollten? weil sie ihn für das kleinere Übel hielten im Vergleich zum Rest der Regierung. Recht ironisch, wenn man darauf zurückblickt, eine komische Begründung.

Aber das ist eben das Bild einer Regierung, in der die vernünftigen, die verrückten Theorie, die Mad Man Theory von innen versuchen abzufedern. Militärisch war die Invasion gemessen an dem, was Nixon im Fernsehen versprochen hatte, ein kompletter Fehlschlag. Es gab keinen Hauptquartier und die Roten Kmeer haben sich später sogar beschwert, Ohne die Invasion, sagte nur ein Chair 1978, hätten sie das ganze Land schon im Juni 1970 befreit gehabt. Das ist eine Rechnung, also die Rechnung der Roten Khmer, die nicht so besonders glaubwürdig ist, meiner Meinung nach. Also, dass sie die besonders weit aufgehalten hätten, diese Invasion, ist fragwürdig. Ja, die vietnamesischen Einheiten zogen sich weiter ins Innere Kambodschaft

zurück und die Flüchtlinge zogen mit. Entweder zu den Kommunisten oder nach Phnom Penh. Ja, und Phnom Penh war vor dem Krieg eine Stadt von 650 .000 Menschen und die fühlt sich jetzt in den folgenden Jahren mit Hunderttausenden und wird dann auf zweieinhalb Millionen anschwellen. Ich glaube heute hat Phnom Penh auch so um die zwei, zweieinhalb Millionen Menschen. Also für die Zeit, auch infrastrukturtechnisch, war die Stadt damals noch an einem ganz anderen Punkt wie heute. Ich will nicht sagen, dass es eine tolle Infrastruktur in Phnom Penh gibt, aber die Stadt ist eben heute entsprechend gewachsen, um diese zweieinhalb Millionen aufzunehmen. Damals war das nicht so unbedingt der Fall. Das heißt,

wir haben eine Stadt, die sich auf einmal innerhalb weniger Zeit fast vor vier facht. Ja, und da gibt es auch eine Sache, die in der Rechnung fast nie vorkommt, wenn wir über die Invasion der amerikanischen Truppen sprechen. Ja, Shawcross schreibt... Die südvietnamesischen Truppen, die mit den Amerikanern einrückten, stürzten sich auf Kambodscha. Vergewaltigungen, Plünderungen, Brandstiftung. Auch als Vergeltung für die Morde an Vietnamesen im Monat zuvor. Sie verhielten sich wie eine Eroberungsarmee in Feindesland.

Und in Vergleich dazu seien die vietnamesischen Kommunisten vorbildliche Gäste gewesen. Sie bezahlten, was sie nahmen, und gaben sich große Mühe, die Sitten der Knärlich zu verletzen. Dazu eine kleine Einordnung. Der zweite Teil ist von Shawcross. Mich unbedingt als allgemeiner Forschungsstand Kirnen und Autoren Evans und Rowley zeichneten das Verhalten der vietnamesischen Einheiten differenzierter.

Also Requirierung, Zwangsrekrutierung, Übergriffe gab es da durchaus auch. Aber die hatten natürlich ein viel größeres Bedürfnis. Die mussten viel mehr Akzeptanz unter der Lokalbevölkerung haben, die viel mehr benötigen, mussten sich viel mehr darauf verlassen. Was sie aber auf jeden Fall sicher sagen lässt, ist, dass die die Aktion der amerikaner und der vietnamesischen Armee ein Rekrutierungsgeschenk für die Roten Kmär darstellte. Also zehntausende Dorfbewohner haben jetzt die Wahl sich in die überfüllte Nompen zu bewegen oder den Kommunisten anzuschließen.

Und gerade die, die jetzt schon seit Monaten bombardiert wurden, die sowieso Teil des Krieges waren, deren Dörfer niedergebrannt wurden, deren Höfe bombardiert, deren Familienangehörige gestorben. getötet wurden, die begeben sich natürlich zu den Roten Kmeer, weil die sagen, ok, ich will für den König gegen diese Invasoren kämpfen.

Und ja, da will ich mal Zwischenbilanz so ein bisschen ziehen jetzt für beide Seiten. Es gibt die eine These, die besagt, die man immer wieder gern hört, wenn es darum geht, die Amerikaner haben die Roten Kmeer gemacht, ohne die Bomben, ohne den Putsch, ohne die Invasion hätte es Pol Pot nie gegeben. Die These hat ihre Vertreter, sag ich jetzt mal. Ja, am am stärksten und auch bis heute vertritt sie der Historiker Ben Kiernan.

Aufgestellt hat sie 1979 aber William Shaw Cross, den wir ja auch einmal zitiert haben, der später selbst von ihr abgerückt ist, was man dazu sagen muss, wenn man ihn als Kronzeugen nimmt. Und dagegen stehen Philip Shortz und mit Einschränkungen David Chandler. Die Theorie hat ihre eigenen starken Argumente, die für sie sprechen, aber sie ist vielleicht auch ein bisschen zu kurz gegriffen. Aber erst mal die Argumente dafür.

1969 war die Bewegung eine Sekte. Ein Jahr später, 1970, bekam sie dann über Schiannuk eine Massenbasis und Schiannuk wäre ohne den Putsch nicht ins Exil gegangen. Und die Bauern, die sich anschlossen, Die taten das überwiegend aus Wut über etwas, was ihnen von außen angetan wurde. Also von den vietnamesischen Truppen und den USA. Aber diese T -Seite hat natürlich auch ein Problem und die wollen wir auch nicht unterschlagen. Das Problem ist 1965, vier Jahre vor der ersten Bombe. Short berichtet aus diesem Jahr, die Partei beschloss, keine Fabrikarbeiter mehr aufzunehmen. weil sie Arbeiter für unterwandert hielt. Und Short berichtet aus den ersten Kriegsjahren, als es dann eine Armee gab, noch etwas. Aus der Regelliste für

die Kämpfer fehlte das maoistische Gebot, Gefangene zu schonen und für die eigene Sache zu gewinnen. An seiner Stelle stand die Anweisung, brennenden Zorn gegen den Feind zu entzünden und sich nicht auf Ausländer zu verlassen. Und dazu ein Hinweis, den wir schon in Folge 1 erwähnt haben. Beide Befunde stehen bei einem einzigen Autor, bei Short. Und es gibt keinen anderen Unabhängigen, die das quasi bezeugen, weil da die Quellenlage recht dünn ist. Und es ist nicht so, als hätten die Roten Chimaer sich erst radikalisiert und auf diesen Weg begangen durch den Putsch und durch die Bombardierung der Amerikaner. Auch die Ideen der Roten Kmär haben vorher schon existiert und waren klar, dass sie dann aber den Zulauf

bekommen haben und dass Schiernuck sich auf ihre Seite gestellt hat. Das lässt sich ja irgendwie objektiv sehen und das wäre sonst nicht passiert. Also das ist so ein bisschen, man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, das ist alles nur eine Erfindung der Amerikaner. Damit nimmt man so ein bisschen den Roten Kmär ihre ihre Agency, wie man so schön sagt, gleichzeitig hätten wir eine andere Geschichte gehabt. Dann wären die vielleicht auch einfach eine kleine Sekte im Dschungel geblieben. Also beides ist auf so eine Art und Weise wahr. Die Eigenschaften der Sekte im Wald waren schon gesetzt, ohne dass die Bomben fielen, aber ohne die Bomben wäre die nie zu einer Massenbewegung geworden. Wir wollen weder

irgendwie Massenmörder verharmlosen auf beiden Seiten, weil wir hier auf beiden Seiten Massenmörder haben. Das ist auch ein bisschen das Schwierige an dieser Serie. Und noch eine letzte Sache für heute. Irgendwann, in dieser Zeit, in einem Stützpunkt im Nordosten des Landes, werden die Vietnamesen den größten Teil des Krieges für ihn führen und sein Land unter Bomben liegt, liegt Saloza, dem wir heute ja wenig erwähnt haben, den späteren Paul Paul, einen neuen Namen an. Er hat im Laufe seines Lebens viele Namen geübt. tragen aber dieser neue Namen, den er jetzt anlegt, der bleibt und der wird auch für die folgenden Folgen entscheidend sein. Ein Chandler hat versucht herauszufinden, was er bedeutet und ist zu dem Ergebnis gekommen,

dass es sich um einen im ländlichen Kambodscha durchaus gebräuchlichen Namen ohne eigenständige Bedeutung handelt. Die kursierende Herleitung aus dem französischen Politikpotentiell verwirft er ausdrücklich. Also es ist kein Kampfname im klassischen Sinn. Es ist nicht wie Lenin und Stalin. Es ist keine Anspielung, kein Programm.

Nichts. Es ist eigentlich nur ein echter Deckname, wenn es sich jemand irgendwie Gerd Müller nennen würde, um unterzutauchen und nicht entdeckt zu werden. Und es ist ein nichtsagendes leeres Blatt, dieser Deckname. Und unter diesem Nichts sagenden Namen wird er ab 1975 ein Land regieren, ohne dass irgendjemand, nicht die eigene Bevölkerung, nicht die eigenen Verbündeten, nicht die Nachrichtendienste der Welt wissen, was es ihnen gibt. Denn Saloza nennt sich dann Pol Pot. Aber Pol Pot ist wahrscheinlich der privateste Diktator der Welt, wenn man das so sagen will. Oder der paranoideste. Auf jeden Fall jemand, der sich selber nicht ins Zentrum stellt und von dem es wenige Infos zu der Zeit für irgendjemanden gibt. Wann genau Saloza den

Namen annimmt, ist nicht eindeutig belegt. Es wird auch diskutiert. In Parteikreisen taucht er in frühen 70er Jahren auf. Öffentlich bekannt wurde er erst ab 1976. Wir geben deswegen kein Tagesdatum, wann er sich das gegeben hat. Ähnlich wie sein Geburtsjahr ist das ein bisschen unklar. Aber so um 1975, 1976 herum taucht der Name auf und er hat ihn davor vor der Machtübernahme schon im Dschungel gewählt. So viel dazu. Ja, das war es für heute. Die nächste Folge geht es um die Khmer Republic, die im Oktober 1970 ausgerufen wird. Und was für ein Start das war. 1973 dann die schwersten Bombardements des ganzen Krieges.

Ein chinesischer Ministerpräsident, der die Katastrophe vorhersagt und dem niemand zuhört. ein Amtsenthebungsverfahren gegen Nixen liegen, Kambodscha das scheitert und der 17. April 1975, an dem in Phnom Penh zuerst getanzt und dann geschrieben wird. Wir sehen in der nächsten Folge, wie die Roten Kmer ein Land übernehmen und was das für extreme Folgen hat. Bis dahin erst mal eine gute Zeit euch.

Vielen Dank an unsere Patreon -Unterstützer. Wir haben da eine Liste von Leuten, die uns unterstützen und die gern vorgelesen werden wollen als Produzenten. Olivier, Sylvie und Pannoti Skiapodus. Vielen lieben Dank. Irgendwie hat Patreon die Reihe neu geordnet und die ist ein bisschen durcheinander gekommen. Aber ich hoffe, das stört euch nicht.

Wenn ihr da dazukommen wollt, unterstützt uns gerne auf patreon .com alle Zeit der Welt und tragt euren Namen einfach in die Liste ein. Genau. So viel dazu. Und bis zum nächsten Mal, Jonas. Wir hören uns. Bis zum nächsten Mal. bleibt stabil, hängt nicht so viel auf Social Media. Ja, und bombardiert keine Länder, die generell mit oder ohne Kriegserklärung einfach keine Länder bombardieren.

Das wünsche ich mir.

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