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Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 155

Tollensetal: Europas ältestes Schlachtfeld?

Freitag, 25. September 2026 · 2 h 09

MP3

Shownotes

1996 zieht ein Mann einen Knochen aus dem Ufer eines kleinen Flusses in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist kein Tierknochen. Was danach ausgegraben wird, schreibt die europäische Vorgeschichte um: über 12.500 menschliche Knochen von mindestens 150 Menschen, dazu Pfeilspitzen, zerschlagene Schädel und zwei hölzerne Keulen. Alles datiert um 1300 vor Christus. Das Tollensetal gilt heute als das älteste bekannte Schlachtfeld Europas. Aber so eindeutig, wie es in Dokus oft klingt, ist der Fall nicht.
Zu Gast ist Leif Inselmann. Er ist Archäologe, hat dreimal selbst im Tollensetal gegraben und seine Masterarbeit über die Pfeilspitzen aus dem Tal geschrieben - 4743 Stück hat er dafür aus ganz Mitteleuropa zusammengetragen und kartiert. Seine Ergebnisse sind 2024 in "Antiquity" erschienen. Wir reden über die Entdeckung, über das, was die Knochen verraten, über Gold, Bronzedepots und eine 3600 Jahre alte Straße quer durchs Tal und über die Frage, die die Forschung bis heute spaltet: War das wirklich eine Schlacht?

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KAPITEL
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„Nein, ein Menschenknochen“ — die Entdeckung
Warum Leif der richtige Gast ist
1996: Die ersten Funde im Fluss
Die Bronzezeit in Mitteleuropa
Das Tal: Landschaft, Bagger und Forschungsgeschichte
12.500 Knochen — was die Skelette verraten
Gold, Bronzedepots und eine Straße durchs Tal
Die Pfeilspitzen und die Herkunft der Kämpfer
Schlacht oder Deponierung? Die Interpretation
Danke an unsere Patreons
Outro
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UNSER GAST
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Leif Inselmann
Blog: wunderkammer.inselmann.net
Der Fachartikel zur Folge (frei zugänglich): Inselmann, L., Krüger, J., Schopper, F., Rahmstorf, L. & Terberger, T. (2024): Warriors from the south? Arrowheads from the Tollense Valley and Central Europe. Antiquity 98(401), 1252–1270. doi.org/10.15184/aqy.2024.140

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Am 12. Mai 1996 unternahm meine Eltern Ursula und Hans -Dietrich Borgfahrt eine Fahrt mit dem Schlauchboot auf der Tollense. Sie setzten ihr Boot in Alten Treptow ein und ließen sich bis Buro treiben. Noch ahnten sie nicht, dass dieser Sonntag ein ganz besonderer Tag werden würde. Wieder heimgekehrt erzählten sie beim gemeinsamen Abendessen ihre Erlebnisse. Dabei bewegte der Hinweis meines Vaters auf ein Knochen in der Abbruchkante des Tollensee -Ufers meine besondere Aufmerksamkeit. Ein Knochen in der Abbruchkante?

Wie tief? fragte ich ihn, worauf mein Vater antwortete. Er stärkte einen guten Meter tief, kurz über der Wasseroberfläche in der Uferkante. Daraufhin merkte ich, okay, ein Knochen, ein Tierknochen? Seine Antwort erhöhte meine Neugier noch mehr. Nein, ein Menschenknochen. So berichtet Ronald Borgwardt, wie er zum ersten Mal von den Funden im Fluss erfuhr. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt.

Und damit herzlich willkommen zur heutigen Folge von Alle Zeit der Welt zum Thema Tulensetal und konkret was die letzten Jahrhunderte, Jahrtausende doch zu los war, mit live. Herzlich willkommen live. Hallihallo, schön wieder hier zu sein. Warum bist du denn der perfekte Gast, um über dieses Thema zu reden? Also, bzw. warum haben wir das schon seit Monaten eigentlich geplant?

Und ich freue mich sehr, dass es jetzt endlich Realität wird. Ja, ich bin ja Archäologe, habe Ur - und Frühgeschichte in Göttingen studiert und tatsächlich war ich auch selbst sehr dreimal mit auf Ausgrabungen im Talensetal. Nicht nur das, ich habe meine Masterarbeit über die Pfeilspitzen aus dem Talensetal geschrieben. Die werden wir heute auch uns genauer noch anschauen, also sowohl die Masterarbeit als auch die Pfeilspitzen dann.

Und ja, in der heutigen Folge soll es generell um die Fundgeschichte gehen. Im Einstieg habt ihr es gerade schon gehört, aber auch über die wissenschaftliche Debatte, die da im Hintergrund immer geführt wird. Wir werden uns ein bisschen anschauen, wie Archäologie funktioniert in der Praxis, sowohl auf dem Papier als auch im Felde.

Ich denke, wir starten mit dem Erfahrungsbericht von Ronald Borgwardt, der bzw. dessen Eltern über diesen Fund gestolpert sind. Genau. Im Jahr 1996 kam es erstmals zur Entdeckung dieses später als einzigartig und sehr bedeutend erkannten Archäologe von Platzes. Wir befinden uns in Meckenburg Vorpommern. Die Thalense ist ein kleiner Fluss, der fließt etwa von Alten Treptow, also ein Stück nördlich von Neubrandenburg, nordwärts bis nach Klempenow. Es ist ein in der Landschaft gut sichtbares Herthaal, zu beiden Seiten sanft abfallende Hügel, grüne Wiesen und in der Mitte ein sich friedlich dahinschlängelnder Fluss, in dem dann immer mehr menschliche Gebeine zutage tragen. Praktischerweise war der Borgwardt, der das ganze gefunden hat,

ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, was jetzt auch nicht immer so ist, wenn Sachen gefunden werden. Und er hatte dementsprechend ein großes Interesse an der Frühgeschichte der Region und hat es dann nicht auf die lange Kante geschoben, sondern ist am gleichen Tag direkt mit seinem Vater noch mal rausgefahren, um sich diesen mysteriösen Knochen genauer anzuschauen. Ja, und da stoßen sie dann auch gleich auf diverse weitere Knochen, die dort entlang des Flusses aus der Uferkante ragen. Dazu also wieder hier der Bericht von Ronald Borgwardt. Auf einer Länge von sechs bis sieben Meter gruben wir dann vorsichtig mit den Händen verschiedene Knochen aus dem weichen Erdreich.

Rasch zeigten sich ein Unterkiefer, Beckenreste, Wirbel, Arm - und Beinknochen, Schlüsselbeine, Kniescheiben, aber auch kleinste Fußknochen. Neben diesen eindeutig von Menschen stammenden Knochen konnten wir auch Pferdereste identifizieren. Es kommt also gleich zu immer mehr Funden. Sie sammeln Knochen, bis es dunkel wird und sie nichts mehr kennen und, ja, wohl oder übel, wieder nach Hause fahren müssen. Doch vor dem nächsten Morgen ist Borgwart wieder auf dem Weg, steht trotz Nieselregen, es ist eigentlich ein unangenehmer grauer Tag, wieder im Wasser, sammelt weitere Knochen und dann folgt die Sensation. Erst bemerkt er ein Stück Holz, das da zwischen den Knochen irgendwie mit heraus ragt, das anscheinend bearbeitet

ist. Er liegt es vorsichtig frei, es gelingt ihm, fließlich es heraus zu ziehen. Er hat ein längliches Holzstücke in der Hand, 78 cm lang, in etwa von der Form eines Baseballschlägers. Eine Keule. Und das findet man tatsächlich nicht so oft. Also ordnet mal ein, warum es so sensationell ist, weil gerade Holzkeulen überleben die Zeit ja bekanntlich nicht so gut. Genau, wir stellen uns natürlich die Menschen der Vorgeschichte mal gerne irgendwie mit der brutalen Keule vor.

Allerdings ist das doch eher ein Klischee. Im Archäologenbefund haben wir die leider so gut wie nie überliefert. Denn natürlich Holz erhält sich in der Regel nicht sonderlich gut. Nur unter bestimmten Umständen, wie hier im Tollensetal, wo wir eben einen moorigen Feuchtboden haben. Ansonsten haben wir es im Archäologenbefund natürlich vor allem mit Stein - oder Metallwaffen zu tun.

Und das sind auch die einzigen Waffen, die wir zum Beispiel als Graben bei Garmin Gräbern finden. In der Bronzezeit zum Beispiel finden wir Schwärter, Lanzenspitzen, Feilspitzen, aber üblicherweise keine Keulen. Es handelt sich hier also um einen von nur ganz wenigen Funden, die überhaupt aus der europäischen Ur - und Frühgeschichte überliefert sind. Und es bleibt auch nicht bei diesem einen spektakulären Fund. Denn als der Herr Borgwardt nach Hause gefahren ist und in der Garage dann seine diversen Funde auspackt, da fällt ihm etwas auf. In einem der Menschenknochen, einem Oberarmknochen, steckt eine Feilspitze aus Feuerstein. Und die Entdeckung wird dann auch von ihm, dem Landesamt für Bodendenkmalpflege gemeldet, wie man das

machen sollte. Wenig später, vom 27. Juni bis zum 1. Juli, nimmt dann eine junge Archäologin, Christine Gasser, vor eine kleine Ausgrabung vor. Und finden die da noch was? Sie finden einiges. Sie machte mehrere Schnitte an der Stelle auf. An demselben Fundplatz, wo die Borgwarze bereits die Knochen aus der Uferkante bergen konnten, geht sie von Land rein und öffnet mehrere Grabungsschnitte und stößt dort gar nicht mal so tief, in etwa einem Meter Tiefe, auf eine Fundschicht voll mit Knochen. Und ja, auch dort wieder teils besondere Funde, zum Beispiel ein Schädelfragment, das an der Stirn eine massive Verletzung aufweist.

Vielleicht von der Keule, die daneben gefunden wurde, wer weiß. Das könnte durchaus sein. Nun können solche Funde aus allen möglichen Zeiten stammen, von der Urgeschichte bis hin ins Mittelalter, die Neuzeit oder sogar das 20. Jahrhundert. Allerdings war diese Flint -Feilspitze dann doch der erste Hinweis, dass wir es mit wirklich alten Funden zu tun hatten. Neue Flint -Feilspitzen wurden natürlich verwendet in der Steinzeit und auch noch bis in die Bronzezeit. Ab der Eisenzeit aber hierzulande nicht mehr. Und ja, kurz nach dieser Ausgrabung wird dann auch eine Radiokarbonentatierung veranlasst. Das ist ja eine naturwissenschaftliche Methode, mit der man das Alter von organischen Materialien bestimmen kann. Denn sämtliche Lebewesen

nehmen aus der Luft eben ein radioaktives Kohlenstoffisotop, eben C14 auf. Die Konzentration bleibt dann relativ konstant, solange das Lebewesen lebt. Aber wenn es verstirbt, dann baut sich das halt mit einer konstanten Geschwindigkeit nach und nach wieder ab. Und indem man halt misst, wie viel noch vorhanden ist, kann man dann erkennen, so in etwa, wann eben dieses Lebewesen verstorben ist. Und tatsächlich ergibt das dann für diese Knochen eine Datierung um etwa 1300 vor Christus. Wir sind also vor über 3000 Jahren und das ist in Mecklenburg -Vorpommern die ältere Norde für Bronzezeit. Da muss ich jetzt mal reinspringen und um ein bisschen Kontext...

bitten. Denn tatsächlich sagt die ältere nordische Bronzezeit jetzt wahrscheinlich wenigen Hörerinnen und Hörern was. Wenn ihr ganz genau wisst, was das bedeutet, schreibt bitte einen Aufsatz in die Kommentare unter diese Folge auf YouTube, auf Spotify, auf Apple Podcasts, wo immer ihr uns hört. Und wir freuen euch sehr, dass ihr hier seid. Die große Mehrheit mich Eingeschlossen, er kann sich unter der älteren nordischen Bronzezeit nicht so viel vorstellen. War das die Zeit, wo die tatsächlich die Hörnerhelme hatten, die dann später den Wikinger zugeschrieben wurden? Nein, denn das ist die jüngere nordische Bronzezeit.

Wichtige Unterscheidung, Leute, wichtig. Mit den Helmen von Wichse und mehreren kleinen Bronzefigurinen aus Dänemark. Da gab es nämlich scheinbar Wikinger mit Helmen mit Hörnern. Genau, und genauso auch auf Sardinien, das ist dann aber nicht mehr so nordisch. Nordisch oder nicht, mir geht es um die Hörner. Und die große Inspiration. Da gibt es ja auch eine riesen Debatte drum, wie praktisch oder unpraktisch Hörner an Helmen sind. Und es gibt die Seite, die sagt, naja, mit so einem Horn am Helm, wenn da einem dagegen haut mit einer Keule zum Beispiel, dann brichst du dir direkt das Genick, weil du so mit diesem Hebel kannst du dein Kopf ja gleich selber abdrehen.

Und es gibt die andere Seite, die sagt, es sieht aber verdammt cool aus und so what? Du gehst sowieso schon in eine Schlacht, wo der Tod geprügelt wird, dann kann man wenigstens gut dabei aussehen. Diese Logik hatten die Menschen wahrscheinlich auch schon vor vielen tausenden Jahren. Und vielleicht auch die gleiche Debatte damals schon. Mit Sicherheit.

Und dann gibt es natürlich immer noch die archäologische Perspektive, wenn es anderweitig keinen Sinn ergibt, im Zweifel ist es kultiv. Ja. In der Uhr in Frühgefechte und da feiden wir traditionell gerne die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit, das sogenannte Drei -Perioden -System. Das geht ursprünglich zurück auf den dänischen Archäologen Christian Jürgensen Thomsen, der das 1836 zum ersten Mal publiziert, nachdem ihm bereits in den letzten Jahrzehnten zunehmend aufgefallen war, dass wir in den vorgeschichtlichen Befunden, also in den Grabhügeln, den Ohrenfeldern, vor allem den ganzen Gräbern, immer spezifische Formen von Objekten finden. die wir aber nicht in anderen finden und dass es da durchaus eine zeitliche

Entwicklung gibt, die man eben anhand der jeweils verwendeten Rohstoffe nachzeichnen kann. Und dabei geht es gar nicht mal um die absolute Erfindung eines neuen Rohstoffs, sondern eher darum, wann dieser tatsächlich hauptsächlich für Werkzeuge oder Waffen verwendet werden. Also auch in der Jungsteinzeit zum Beispiel wird mitunter schon Kupfer verwendet. Gold natürlich mit als erstes, mitunter auch schon eine Aseen -Kupfer -Ligierung, also Aseen -Bronze hergestellt. Aber all das sind dann in der Regel noch einzelne Prestige Objekte. Da hat man vielleicht in der Glockenbecher Kultur mal zwei winzige kleine Goldspiralen als Schmuck im Grab. Aber erst in der Bronzezeit kommt es dann eben wirklich flächendeckend zur

Etablierung von Bronze als Werkstatt. auch etwa für Werkzeuge, wie zum Beispiel Sicheln. Allerdings werden natürlich auch weiterhin durchaus Steinwerkzeuge verwendet, die gibt es halt weiterhin, wie eben die von der Wien -Pfeilspitzen. Und ja, da kommen dann ganz langsam natürlich auch vereinzelte Eisenobjekte auf, aber eben erst mit der Eisenzeit lösen die dann die Bronze auch tatsächlich als Hauptwerkstoffe für Alterswerkzeuge ab. Für alle, die sich jetzt nicht so besonders gut damit auskennen, was ist ein Brause? Bitte, einmal. Brause ist eine Legierung, also einen Zusammenfluss aus zwei Metallen, nämlich Kupfer und Zinn. Die ergeben dann zusammen ein deutlich härteres und sehr gut zu verarbeitendes Metall, das man eben fmelzen

und in beliebige Formen gießen kann. Dadurch ist es schön zu verarbeiten, das Problem ist aber natürlich, man braucht die Rohstoffe und Kupfer und Zinn kommen nicht in allen Regionen vor und in der Regel auch gar nicht mal gemeinsam in derselben Region. Das heißt, wenn man nun Bronze herstellen will, dann braucht man letztlich Handel. Und so entstehen in der Bronzezeit dann auch durchaus weitreichende Handelsnetzwerke.

Also durch ganze Europa und auch durch den vorderen Orient, übers Mittelmeer. Zinn wird zum Beispiel aus Kornrolle exportiert. Bronze auch aus anderen Regionen, aus dem vorderen Orient gelangen zum Beispiel auch Glasperlen in den Norden, aus dem Ostseegebiet wiederum Bernstein in den Süden und es gibt eben zunehmend kulturellen Austauf.

Gerade im Mittelmeerraum haben wir das natürlich auch schon durch Schriftquellen bezeugt. Da haben wir eben auch von die ersten Hochkulturen. Ägypten kennen wir natürlich. In Mesopotamien haben wir im dritten Jahrtausend v. Chr. die Sumera, später dann die Babylonia und Assyria, heute in Türkei das Hetita -Reich. Im heutigen Syrien, Libanon, Israel, Palästina gibt es diverse einzelne Stadtstaaten, wie zum Beispiel Ugarit, also das, was wir in der frühen Eisenzeit später als Phönizia kennen.

In Griechenland gibt es auch schon eine erste Hochkultur mit der Mykhenischen Kultur und die Minoerische Kultur natürlich auf Kreta. Die haben auch bereits eine Schrift, das Linear B. Ja, das Linear A der Minoer gibt es auch noch, das können wir aber noch nicht lesen. Und an der Westküste der heutigen Türkei natürlich auch die berühmte Stadt Roja. Also der Trojanische Krieg, den wir aus der Ilias und Odyssee und der ganz klassischen Überlieferung kennen, der dürfte, wenn er denn stattgefunden hat, verfeindlich so am Ende der Bronzezeit um 1200 vor Christus oder kurz danach stattgefunden haben. Wir sind also in dieser Zeit, wo wir im Nahen Osten bereits eine ziemlich durchgehende schriftliche Überlieferung

haben. Aus Griechenland wenig vereinzelte Schriftzeugnisse, aber leider nicht wirklich historische Überlieferung. Aber hier aus Mitteleuropa, wo wir uns bewegen, haben wir leider noch überhaupt keine Schriftzeugnisse. Das heißt, es sind nach wie vor komplett prehistorische Kulturen, die wir eben alleine an der Archäologie erschließen können. Ganz kurz zur Linie A und B, das sind ja auch beides hauptsächlich Schriften...

bei den AB, die dazu verwendet wurden, um zu schauen, wer hat seine Steuern bezahlt an den Tempel. Also hauptsächlich so ein bisschen, man würde sagen, Excel -Listen der Anzige. Der Anfang der Schrift ist eigentlich nicht das große Epos, das irgendwie wahrscheinlich auch abends erzählt wird am Feuer. Aber was aufgeschrieben wird und was man tatsächlich notieren muss, ist eben, wer hat seine Steuern bezahlt. Das finde ich auch immer sehr lustig, dass unsere große, dass es irgendwie darauf zurückgeht, zu gucken. Erst war das Finanzamt und dann kam die Schrift sozusagen.

So ist es. Es geht halt um knappe Wirtschaftsabrechnungen. So und so hat seine 20 Schafe abgegeben. Ähnlich beginnt das auch in Mese Potamien, da natürlich schon deutlich früher, vor Ende des vierten Jahrtausends vor Christus, erst Jahrhunderte später dann auch Literatur und ähnliches, wird dazu zum Beispiel unsere Anunnaki folgen. Aber ja, in Griechenland leider noch nicht in der Zeit. Der Humea kommt ja erst dann in der frühen Eisenzeit, also im ersten Jahrtausend vor Christus. Und ja. Und aus dem Norden fehlt das eben komplett. Also wir wissen quasi auch, obwohl sie sich hauptsächlich Tempelabrechnungen gemacht haben, wissen wir mehr darüber, was dort ja los war, als im Norden, wo wir tatsächlich nur auf Wir haben keine Selbstzeugnisse,

wir haben eigentlich keine Fremdzeugnisse, wir haben keine anderen Leute, die darüber groß schreiben, wie dann später irgendwie, wo man wenigstens die Römer und die Griechen hat, die sich über die Leute im Norden irgendwie auslassen. Genau, Ende des ersten Jahrtausendstel vor Christus und so dann in den ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende, da berichten die Griechen und Römer von gewissen Völkerschafen am Norden, die sie zum Beispiel als Kelten und Germanen und so bezeichnen.

Das mit den Germanen differenziert sich später dann ja auch noch weiter aus in diverse einzelne Stammesverbände, wie auch immer, wie die am Ende fassen wollen. Ja, in der Bronzezeit sind wir da halt lange Zeit davor. Wir haben keine Ahnung, wie die Leute sich selbst nannten, in was für politischen Einheiten sie organisiert waren.

Wir haben keine Eigennamen. Wir wissen nicht, wie ihre hießen, woran sie genau geglaubt haben. Vor allem haben wir es ja vorhin mit Sprechern indoeuropäischer Sprachen zu tun im weitesten Sinne. Können wir vielleicht erschließen, aus dem Vergleich der verschiedenen indoeuropäischen Kulturen bis nach Indien und was wir in Europa dann später sehen, dass die warfeindlich auch irgendwie eine politäistische Religion, also mit diversen Gottheiten gehabt haben dürften.

Aber wie gesagt, wir kennen ihre Sprachen, ihre Vorstellungen. ihre ganze Geisteswelt eben nicht, sondern nur das, was sie materiell hinterlassen haben. Und ja, im Nahen Osten gibt es entsprechend von das, was wir meine als Hochkultur bezeichnen, also große Städte, Monumentalbauten, ja, soziale Ungleichheit, Krieg, alles, was dazugehörte.

Das ist ein super Punkt, den du da machst, dass mit Hochkulturen eigentlich immer eine extreme Stratifizierung gesellschaftlich mit einhergeht und eben eine Form von Ausbeutung und dann eben auch oft Sklaverei und organisierte, staatlich organisierte Sklaverei im großen Maßstab. Nicht immer. Wir haben auch schon drüber geredet, dass viele der Großbauten, zum Beispiel sumerischen Städten, und in Ägypten eben weniger von Missklaverei gebaut wurden, sondern eben vor allem durch irgendwelche Bürgerdienste. Aber das war auch nicht überall gleich. Und ja, wir wissen weniger wie andere Gesellschaften, aber viele Ungleiche können sie nicht gewesen sein wie unsere Hochkulturen. Genau.

Und hier im Mitteleuropa, ja. dürfte die Gesellschaft auch schon stratifiziert, aber halt noch nicht so extrem stratifiziert gewesen sein. Also alles ist noch etwas kleinteiliger, es gibt noch keine Städte, es gibt teilweise schon Zentralorte, also befestigte Siedlungen, durchaus auch schon recht aufwendige Burganlagen. wozu zweifellos auch recht viele Leute irgendwie organisiert werden mussten. Auch wenn wir uns mal die Grabhügel aus dieser Zeit angucken, auch das sind schon durchaus monumentale Bauten. Und es gibt auch schon herausragendes Kunsthandwerk. Denken wir zum Beispiel an die Bronzebecken der nordischen Bronzezeit oder aus der jüngeren Bronzezeit gibt es dann ja auch diese berühmten Goldhüte. Einer

davon hier in Berlin im Neuen Museum. Ich werde euch ein Video, also Bilder hier in das YouTube Video davon reinschneiden. Und vielleicht kann ich es auch irgendwie auf Patreon in die Beschreibung mit reinpacken. So ein Goldhut. Das war die Zeit, würde ich sagen, als quasi auf heutigem deutschen Staatsgebiet maximaler Drip geherrscht hat. Seitdem haben wir nie wieder diese Level an Stil erreicht.

So einen riesigen, goldenen Hut von... Wie hoch sind die? Der größte geht, glaube ich, an Meta. Dumbledore und jegliche Fantasy -Charaktere könnten es sich nicht leisten, damit aufzutreten. Man würde sagen, was denn das für ein lächerlich überzogenes Kostüm. Aber irgendjemand muss, man weiß es nicht warum, man behauptet rituelle, wahrscheinlich rituelle, wahrscheinlich war es das Ritual, wenn man es nicht weiß. Vielleicht hatte aber auch einfach jemand nur einen sehr ausgeprägten Stil und zu viel Wohlstand. So, das weiß man nie. Exzentrik, Exzentrik oder Kult?

Tja. Ja, also hier in Mitteleuropa dauert die Bronzezeit in etwa so von 2200 bis 800 vor Christus. Ja, in Osteuropa und im Nahen Osten alles schon etwas früher. Norddeutschland, Skandinavien verschiebt sich das dann etwas in die spätere Zeit. Aber wir können etwa davon... Grub lässt sich diese Bronz -Telle hier in drei Abschnitte unterteilen.

Es beginnt natürlich mit der frühen Bronzezeit, die läuft etwa bis 1600 vor Christus und schließt gerade in der Anfang noch recht eng an die letzten Kulturen des Neolithicums, also der Jungsteinzeit an. Wie zum Beispiel die Schnurkeramik und die Glockenbecher Kultur. Aus denen geht zum Beispiel in Mitteldeutschland oder Ostdeutschland die Aumietitzer Kultur hervor. Die kennt vielleicht manche, das ist die mit der Himmelsscheibe von Nebrahe, die wir uns in Halle im Museum angucken können. Weiter nördlich. Friswil -Kolstein -Weckenburg Vorpommern verläuft das Späteneolithikum noch etwas länger daneben her. Es gibt aber auch eine ähnliche Entwicklung. Grundsätzlich werden in dieser Zeit die Toten meistens in Hockerlage,

also auf der Seite liegen, mit angehockten Beinen beigesetzt. Embryonalstellung könnte man auch sagen. Genau, als würden sie schlafen in einzelnen Erdgräbern oder unter kleineren Grabhügel. Manchmal hat man durchaus skurrile Befunde, wo die Knochen nicht ganz so liegen, wie sie sollten, aber das wäre der Thema für ein eigenes Video. Das ist dein Spezialthema, die Sonnebestattung, genau.

So ist es. Und, ja, diese Welt der Frühbronzezeit geht dann etwa um 1600 zu Ende und macht der mittleren Bronzezeit Platz auch als Hügelgräber Bronzezeit bezeichnet, denn da werden die Toten meistens in Grabhügeln bestattet. Jedenfalls die Toten, die man archäologisch fassen kann. Vielleicht sind das auch jener Region durchaus nur die Eliten und der Rest wurde irgendwie in einer Form bestattet, die halt relativ wenig Spuren hinterlassen hat. Da ein kleiner Punkt dazu, also man sieht hier wie, wenn man keine Schriftquellen hat, dann fällt man eben auf die Keramikfunde zurück und benennt dann die Kulturen nach den Keramikfunden, wie man gesehen hat hier bei der Glockenbecherkultur oder Schnurkeramiker

als berühmte Beispiele für diese Benennung. Genau. Oder nach Fundorten, wie die Laumietitzer Kultur oder Hallstatt Kultur. Genau. Aber auf der anderen Seite fällt man auf die materiellen Überreste zurück. Wie sieht das Haus aus, als es gebaut wurde? Wie sehen die Abfälle und die kaputten Keramik -Sachen aus, die eben so hinterbleiben?

Und wie sehen vielleicht die Bestattungsrieten aus? Weil das eben was ist, wo wir große ... dann Umwälzungen sehen, also wo wir teilweise Kontinuitäten über Jahrhunderte, Jahrtausende sehen und dann verändert sich das auf einmal. Das ist natürlich ein großes Indiz dafür, dass sich auch in der Gedankenwelt der Menschen etwas radikal geändert haben muss, weil man auf einmal anfängt, alles andere in seinen Troten zu machen.

Stellt euch das mal vor, verinnert euch, was denn das bedeutet und wie tiefgreifend da die Veränderung des Weltbilds, sage ich, es allgemein sein muss. Definitiv. Gräber sind halt eine unheimlich wichtige Quelle für die Archäologie, vor allem weil sie geschlossene Befunde repräsentieren. Also man hat ein Inventar ja gerne auch noch mit Grabbeigaben, wo man ziemlich sicher sein kann, dass das eben zur selben Zeit in den Erdboden gelangte und seitdem in der Regel auch nicht mehr angerührt wurde, es sei denn es wurde natürlich ausgeraubt. Und gerade aus der mittleren Bronzezeit haben wir da auch durchaus sehr schöne Befunde.

Im Norden spricht man da eher von der älteren nordischen Bronzezeit, da sind wir dann endlich. Und da haben wir eben auch diverse solche Grabhügel. Also zum Beispiel aus Dänemark gibt es da sehr schöne haltende, wo man mitunter die Toten in Baum sägen, also eben in aufgesägten Eichenstämmen beigesetzt, der hat einen Baum. Genau, und weil das Innere dieser Grabhügel praktisch konstant feucht geblieben ist, hat man da sogar mitunter eine super tolle organische Erhaltung. Also bekannt sind zum Beispiel das Mädchen von Ektwette oder die Bestattung aus dem Bohrum Eshøi, einem berühmten Grabhügel aus Dänemark, bei der etwa um 1400 v. Chr. eben wo sogar die Kleidung bis hin zu den Mützen und der dem Schnurrock noch erhalten

ist. aus Meckenburg -Vorpommern. Das bekannteste Grab aus der Zeit ist zum Beispiel der große Grabhügel von Percartel. Da hat man eine sehr reiche Grabausstattung, auch mit einem Bronzebeil, einer Pfeilspitze, einem Goldarmring und sogar einem großen Kesselwagen. Also letztlich so ein großer bronzener Topf auf einem kleinen Wagen mit vier Rädchen. Für den Zauberdrank von Asterix und Obelix wissen wir alle. Genau. Ja, der Asterischen Obelisk ist als erster Gedanke, wenn man das Bild sieht. Der zweite, ich musste an so topffetische, westafrikanische Religionen, wobei es immer mehr in den Topf geworfen wird und so eine Art heiliges Gebräu da drin gibt, was im Zentrum von irgendwelchen Ritualen steht. Vielleicht haben sie auch einfach

verdammt guten Wein da drin, so Knastwein mäßig gebraut. Ja, das gemeinsame Trinken spielt ja in vielen Kulturen immer eine große Rolle. Man denkt ja nur an die Griechen mit ihren Symposionen. Und letztlich machen wir es ja bis heute nicht anders. Im Fall der deutschen Kultur auf jeden Fall. Absolut. Ja, soweit die Gräber. Ansonsten sind gerade so aus der Mittlerbranchen Siedlung nicht so wirklich gut bekannt. Wo haben die denn gewohnt? Tatsido selbst behauptet, die wären viel später, aber diese Behauptung, dass da immer rotierende Dörfer gegeben hätte oder rumgezogen werde und deswegen gäbe es keine Siedlungen.

Hatten die Leute einfach so einen semi -nomadischen Lebensstil oder worauf führt man das zurück? Ja, entweder das oder sie haben ihre Häuser einfach nicht sonderlich tief in die Erde gebaut mit den Pfosten, sodass wir keine Pfostenlöcher finden. Denn das ist ja meist das Einzige, was wirklich von den Häusern übrig bleibt. Ja, stimmt. Das stimmt, die Pfostenlöcher. Die vergisst man, wenn man nicht Archäologe ist und dann ist man ganz aufgeregt und freut sich über, hier ist ein Loch im Boden. Genau. Ja. Dann im 13. Jahrhundert, also genau um die Zeit, wo wir mit dem Tollensetal Ereignis auch sind, gibt es dann wieder so eine große Transformation. Da beginnt dann die sogenannte Urnenfelderzeit. Die heißt so, weil die Toten

jetzt nicht mehr körperbestattet werden, sondern stattdessen verbrannt. Zunächst setzt man sie immer noch in den üblichen Grabhügeln bei oder in flachen Brandschüttungsgräbern, wo man eben den Leichenbrand einfach in der Erde deponiert oder vielleicht auch in organischen Behältnissen in einem Beutel oder so. Später etablieren sich dann eben Urnenbestattung in immer größeren Urnenfeldern.

In Süddeutschland kennt man entsprechend die Ohrenfelderkultur. In Ostdeutschland Polen gibt es die Lausitzerkultur. Die fangen sogar vor etwas früher mit der Brandbestattung an. Und ja, hier in Norddeutschland spricht man dann von der jüngeren Bronzezeite. die wiederum diverse regionale Gruppen hat, die man nach bestimmten Keramik - und Bronzelformen und so unterfeiden kann. Aber die Entwicklung verläuft da relativ ähnlich. Also auch dort sehen wir etwa so im 13. Jahrhundert diesen Übergang von der Körper zur Brandbestattung. Und in genau dieser Übergangszeit befinden wir uns jetzt eben auch mit dem Tollensetal.

Also im 13. Jahrhundert Vor Christus. In Beckenburg Vorpommern spricht man da von der Periode III der Nordrhein -Bronze Zeit, die verläuft etwa von 1300 bis 1100 vor Christus. Nein, also wir sind nördlich von Berlin, schon irgendwie in der Nähe von Berlin. Wenn man in Südeutschland guckt, ist es schon in der Nähe von Berlin, das Trenzital. Okay, dann bitte, wo befinden wir uns denn? Gib mal noch eine Einschränkung des Ortes, weil wir haben uns ein bisschen zeitlich verortet und wissen, dass die Leute zu faul waren, uns ordentliche Geschichten über sich selber zu schreiben damals und wir noch Pfostenlöcher hatten, aber nicht in der Nähe von Berlin. Wo sind wir denn da? Wir befinden uns in Meckenburg

Vorpommern, ein Stück nördlich von Neubrandenburg. Da fließt der kleine Fluss Tollense vom Tollensesee im Süden über die Orte Alten Treptow und Klempenow, bis er dann bei der Minen irgendwann in die Pene mündet. Man erkennt bis heute sehr gut eben dieses Tollensetal. Das ist tatsächlich so ein Urstromtal aus der letzten Eiszeit, also wo beim Abschmelzen der großen Gletscher eben diese riesigen Ströme durchflossen und sein ganzes Tal in die Landschaft geschnitten haben. Dementsprechend zu beiden Seiten eben dieser abfallenden Hügel und statt Zwiffen ein flaches, heute vor allem durch schöne grüne Wiesen geprägtes Land, durch das sich dann eben dieser Fluss hindurchschlängelt. Das ist ja teils mehr oder weniger gewunden, teils aber

auch in jüngerer Zeit begradigt worden. Also der Flusslauf ist nicht mehr so, wie wir ihn uns in der Bronzezeit vorstellen müssen. Ursprünglich dürfte das ganze Gebiet deutlich sumpfiger gewesen sein, also eben dieser Fluss, der da durch mehr andarte, mit diversen Altarmen und Todarmen und Überfwemmungsgebieten, die eben saisonal dann vom Wasser überfwemmt werden, während man heute eben einen sehr klar abgegrenzten Flusslauf inmitten von landwirtschaftlich genutzten Wiesen sieht.

In den 1970er und 80er Jahren wurde der Fluss auch wiederholt ausgebaggert. Man wollte die Fließgeschwindigkeit erhöhen und damit eben die Felder entwässern, damit man die eben besser für die Landwirtschaft nutzen kann. Und dabei wurde auch schon diese bronzezeigliche Fundschicht im Fluss angeschnitten und eben mit dem ganzen Baggeraushupe dann her am Ufer abgelagert. Dementsprechend haben wir nun auch beidseits des Ufers, und das kann man, wenn man es weiß, durchaus im Gelände erkennen, immer so eine etwas aufgetürmte Ficht dort, wo man eben viele dieser bronzzeitlichen Funde auch schon relativ enke unter der Geländeoberfläche eben entdecken kann. Weil da umgebackert wurde.

Das ist quasi nicht natürlich so nah an der Oberfläche. Da war viel mehr Schutt oder Sand oder Erde oder Steine drüber. Okay, also die haben es ausgepackt und haben es nicht gemerkt damals. Die haben das quasi da einfach hoch gemacht und haben keine Knochen oder irgendwas. Ja. Kaum. Also bei den Arbeiten selbst hat man da nicht drauf geachtet.

Wir befinden uns damals ja noch in der DDR. Da gab es auch schon eine durchaus funktionale Bodendenkmalpflege. Aber nun gut, ob man gerade bei der Flussausbaggerung ein Interesse an etwaigen Befädigungen, Archäolofer, Denkmäler hatte, ist eine andere Frage. Aber auch seitdem sind tatsächlich immer wieder von einzelne Funde dort gemacht worden. Also einzelne Knochen, einzelne Bronzeobjekte. Die sind dann entsprechend auch immer in verschiedene Sammlungen gekommen, auch natürlich in die Ortsakten des Landesamtes eingegangen. Aber man hat eben da noch kein Muster erkannt und die Bedeutung dieses Ortes eben nicht erkannt, bis es dann eben, wie gesagt, 1996 zu der Entdeckung dieser ganzen Sklett -Fundschicht kam. Und damit war es aber

noch nicht... Dann ging es ja noch nicht automatisch weiter, sondern es dauerte ja noch viele Jahre, bis es tatsächlich zur Grabung kam, oder? Genau. Also nach dieser ersten Ausgrabung, 1996, merkt man von, ja, da ist ein Fundplatz, also muss man den irgendwie schützen. Diese Uferkante war ja am erodieren. Also wird das erst mit so einem Geotextil, also mit so einer Plane, überspannt, um die Uferkante zu sichern. Und ja, damit lässt man es dann erst mal bewenden. Der Borgwart, der ja ohnehin in der Gegend wohnte, fährt natürlich regelmäßig noch heraus und kontrolliert die Fundstelle.

1999 entdeckt er dann sogar einen weiteren Fädel und eine zweite Holzkeule. Diese ist etwas anders geformt als die erste. Nicht mehr wie ein Baseballschläger, sondern eher Hammerartig, also wie so ein Polo oder Crockett -Schläger. Auch das natürlich wieder ein spannender Fund, aber ansonsten passiert erst mal relativ wenig. Erst 2006 kommt wieder Bewegung in die Sache. Da nehmen sich nämlich einige Archäologen des Ganzen an. Thomas Terberger, damals an der Uni Greifswald und später auch mein Professor und Betreuer meiner Masterarbeit.

Und Detlef Jansen, der dann später auch Landesarchäologe von Mecklenburg -Vorpommern wird. Die erinnern sich an diese erste Entdeckung und sicht noch einmal die Funde. Dann schauen sie sich natürlich auch die Ortsakten im Landesamt an und merken eben, dass dort bereits seit sehr langer Zeit immer wieder Funde bei rausgekommen sind. 2007 stellen sie die Sachen dann noch auf eine regionale Tagunke vor. Allerdings weiß man den Fundplatz immer noch nicht so ganz einzuordnen. Man überlegt, ob es sich vielleicht um die Überreste eines Gräberfeldes handeln könnte, das dort eben vom Fluss erodiert wurde. Das wäre allerdings auch ziemlich ungewöhnlich. In der älteren nordischen Bronzezeit hat man normalerweise keine solchen

Körpergräberfelder, angelegt es recht nicht unmittelbar am Flussufer und ohne irgendwelche Steinabdeckungen und so. Die Bronzewilfwunde und die Funde aus dem Fluss entsprechen überhaupt nicht dem, was man ansonsten an Grabbeigaben in der Zeit kennt. Und außerdem bemerkt man, dass es sich bei diesen ganzen Sklettresten aus dem Areal fast ausschließlich um Männer handelt. Hinzu kommen natürlich die ganzen auffälligen Verletzungen. Es wird also ein Projekt aufgesetzt, 2009 dann auch vom Land Mecklenburg -Vorpommern finanziert, später zeitweilig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ab 2009 finden dann auch endlich umfangreiche Ausgrabungen an genau diesem Fundplatz statt.

Also wo es schon 1996 diese Sondage gab, dort werden jetzt große Flächen aufgemacht. Diesen Fundplatz bezeichnet man dann als Belzin 20. Also Belzin ist ja eins der nahegelegenen Dörfer und archäologische Fundstellen werden eben immer nach den nächstgelegenen Orten benannt und dann durchnummeriert. Insgesamt 460 Quadratmeter werden da eben in den nächsten Jahren ausgegraben. 2013 bis 2014 legt man einen etwa 70 Meter langen Schnitt quer über die Wiese. Also der Fumplaswell 1020 bildet da fast so eine kleine Halbinsel in so einer Flussschleife. Und da schneidet man praktisch einmal durch. Und es kommen immer mehr menschliche Knochen zum Vorfeinen. Keine vollständigen Sklette, sondern einzelne Knochen mitunter findet

man noch ein paar Knochen so im anatomischen Verband. Also da liegen dann zum Beispiel mal so zwei Beine, also eben Ober - und Unterfenkelknochen oder ein Fädel noch, wo der Unterkiefer und ein paar Halswirbel zumindest noch so daneben liegen. Die Knochen bilden tendenziell Konzentrationen, aber sind doch eher recht ungeordnet verstreut.

Insgesamt haben wir bis heute aus dem ganzen Tollensetal, also diesem 3 km langen Abschnitt zwischen Eisentreptow und Klempenow, nicht weniger als 12 .500 menschliche Knochen von über 150 Individuen. Davon allein 8 .500 von 94 Individuen aus der Fundschicht bei Welsin 20. Das klingt extrem viel. Also, das ist ja jetzt, ist man nicht 12 .000 Knochen. Wenn du mich fragst, auf wie viele Individuen kann man 12 .000 Knochen zurückführen, würde ich natürlich sagen, 5 .000 anstatt 150. Also erstarken wir nicht, wie viele menschliche Knochen der Körper, wie viele Knochen der menschliche Körper doch hat. Und gleichzeitig ja eine extreme Konzentration trotzdem, auch wenn es nur 94 bis 150 Leute sind, die da...

Tod in diesem Tal zwischen zwei Dörfern heute mitten in der Pampa, flabschig gesagt, liegen. Das passiert ja nicht einfach so. Da sind ja schon viele Leute, vor allem für so eine Zeit, die wir uns nicht so dicht bevölkert vorstellen. Genau. Also wir sprechen hier natürlich von der sogenannten Mindestindividuenzahl. Es stellt sich natürlich die Frage, wenn man da einen riesen Haufen von verstreuten Knochen hat, woher weiß man eigentlich, wie viele Individuen das nun waren. Und dafür kann man natürlich durchzählen.

Man weiß natürlich, jedes Individuum hat jeden Knochen nur einmal. Man schaut also, welcher Knochen ist am häufigsten vorhanden. Also zum Beispiel der rechte oder linke Oberschenkelknochen. Dann kann man abgleichen, wie viele sind männlich, wie viele weiblich, wie viele sind aus welcher Altersgruppe, wie große, also welche können zusammengehören und welche eher nicht. Und so kommt man eben darauf, dass wir es dort mit mindestens 94 Individuen vielleicht auch deutlich mehr zu tun haben. Und ja, die meisten davon sind nur zu einem relativ kleinen Teil repräsentiert, also im Schnitt etwa 25 % oder so des Skelettes. Eine Ausnahme gibt es, nämlich das Skelett eines Mannes, etwa 35 bis 45 Jahre alt, dessen Knoche fanden sich fast

vollständig, also bis auf die Handknochen, so über eine Fundkonzentration verteilt. Aber eben auch nicht mehr im anatomischen Verband. Wir haben eben diese Skelett -Fundschicht dort an Velcin 20. Innerhalb dessen gab es erst mal kaum weitere Funde, also einen kleinen Fingerring, eine Knochennadel und zwei Knochenplättchen, aber immerhin einige Pfeilspitzen. Drei aus Bronze und sieben aus Feuerstein. Wir erwähnten ja von den Oberarmknochen mit einsteckender Flintpfeilspitze.

Es gibt noch eine andere Flintpfeilspitze, die steckte dort direkt neben Elle und Speicher eines Individuums senkrecht im Boden. Also verfeinlich steckte die ursprünglich tatsächlich im Fleisch eines sehr Leichnamens, als dieser eben dort eingebettet wurde und dann skeletiert ist. Und es bleibt auch nicht bei den Funden an Velzin 20. Darf ich das mal kurz was fragen? Ich habe dieses Tollensetal über verschiedene Spiegelartikel und Artedokus ursprünglich kennengelernt oder Dokus, die ich dazu gesehen habe. Die Arteduke ist super, da bin ich sogar mal faufelnd im Hintergrund zu sehen. Ja, und ich erinnere mich daran, dass in einem der Ich glaube nicht in der Doku, aber in einem der Artikel, das so aufgemacht wurde,

dass es da eben einen Kampf zwischen den Menschen gab, die mit alter Technologie gekämpft haben, nämlich mit den Feuersteinen bespitzen und dann eben, dass die die mit diesen gegen Leute gekämpft haben, die mit moderner Technologie, nämlich Bronzepfeilspitzen, dagegen gehalten haben. Und da musste ich jetzt gerade dran denken, als du diesen Fund und diese zwei Sorten an einem Fundort quasi jetzt erwähnt hast und dass es im Körper drin steckt. Ich vermute, so einfach ist es nicht.

Nein, also diese Idee ist halt vollkommener Bullshit. Also man könnte natürlich denken, jetzt Holzkeulen und Flint -Pfeilspitzen auf der einen Seite, Bronze -Pfeilspitzen und Bronze -Waffen auf der anderen. Allerdings zeigt das halt nur, dass hier jemand offensichtlich keine Ahnung von der Befundlage in der Bronzezeit hatte. Wir sind hier eben nicht mehr in der frühen Bronzezeit, sondern von wirklich mittendrin als auch in Norddeutschland die Bronzezeit längst angekommen und seit Jahrhunderten etabliert war. Also auch in Meckenburg -Vorpommern und auch noch nördlicher hatte man natürlich schon Bronze und das auch in großen Mengen. Also in den Gräbern finden wir auch Bronzesperter, Bronzelanzenspitzen und so. Allerdings wurden

tatsächlich hier im Norden auch die ganze Bronzezeit hindurch weiter Flint -Pfeilspitzen verwendet. Das ist natürlich eine uralte Technologie, die noch bis auf die Steinzeit zurückgeht, die dort eben weitergeführt wurde. Und das ist keinesfalls irgendwie primitiver oder ja unterlegen gegenüber den bronzepfeilspitzen die dann zu der zeit weiter südlich von üblich waren sondern tatsächlich es wurden zum beispiel experimenter angestellt wo man ja bronze und flintfeilspitzen verglichen hatte und es stellt sich heraus so was die Eindringtiefe und Durchschlagskraft angeht unter Feinden, die sich tatsächlich kaum. Mitunter reißen die Flintfeilspitzen sogar noch tiefere Wunden, weil sie natürlich auch an den Rändern so gewählt sind. Also beide

sind ähnlich effektiv. Das heißt, welche Art Feilspitze verwendet wurde, dürfte wahrscheinlich eher darauf zurückgehen, welche Rohmaterialien man eben vor Ort vorliegen hatte. Im Norden Bronze musste importiert werden, wurde auch in großen Mengen importiert. Allerdings für eine Waffe, die man einmal wegschießt und dann vielleicht nicht wiederfindet, ist die Frage. Und gleichzeitig Feuerstein hatte man ja gerade an der Ostseeküste in großen Mengen lokal vorhanden. Die Technologie war da. Ein geübter Flintschläger kann in nicht mal einer halben Stunde so eine Flintpfeilspitze aus einer Feuersteinknolle herstellen. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele Menschen, auf was auch immer wir uns unter Kriegern oder

so in der Zeit vorstellen, müssen das durchaus beherften. Also auch das keinesfalls aufwendiger als die Herstellung von Bronzepfeilspitzen. Mecklenburg Vorpommern ist dabei so eine Übergangszehezone. Also weiter nördlich, Schleswig -Holstein und Skandinavien haben wir eigentlich nur Flintpfeilspitzen bis zum Ende der Bronzezeite. Weiter südlich fast nur Bronzepfeilspitzen. In Mecklenburg -Vorpommern gibt es noch überwiegend Bronzepfeilspitzen.

Gerade in der Feriode III geben sie die auch wirklich sehr gerne als Grabbeigaben in ihre Gräber. Allerdings tauchen da vereinzelt auch immer wieder Bronzepfeilspitzen auf. Sie sind weniger zahlreich, aber doch durchaus flächendeckend verbreitet. Aber zu den Pfeilspitzen wollen wir auch nachher noch mal kommen. Bleiben wir erstmal bei den archäologischen Befunden. Es bleibt nämlich nicht bei dieser Sklett -Fundschicht an Velzin 20. Mich weit entfernt, mit dem Fundplatz nennt man dann Velzin 32, stößt man im Fluss auf eine weitere Konzentration von Menschenknochen. Dort gibt es anscheinend ebenfalls einen Teil dieser Fundschicht mit ähnlich vielen Knochen darin.

Allerdings liegt die da etwas tiefer, so dass man sie nicht von Land aus angraben kann, weil da wird es dann einfach zu nass. Und ich kenne schon die anderen Fundstellen im Tollensetal. Wenn man da etwas tief gräbt, dann steht man irgendwann nur noch im Modder. Da muss man jeden Morgen erstmal einmalweise das Wasser abschöpfen und kubikmeterweise nassen Torf schippen. Aber an der Stelle war es dann entgültig hoffnungslos, sodass man an dem Fundplatz praktisch nur vom Fluss aus durch Tauchuntersuchungen da überhaupt Funde absammeln konnte. Dementsprechend wurden und werden seitdem auch an diversen weiteren Stellen des ganzen Tals immer wieder menschliche Knochen und auch Bronzefunde, zu denen wir später

kommen, geborgen. Einerseits von Tauchern, die sich das regelmäßig anschauen, andererseits dann eben die Bronzefunde auch von Sondengängern. Nun hatte man mit diesen Sklett -Fundschichten schon gute Indizien dafür, dass wir es hier mit einer ganz besonderen Fundstelle zu tun haben, die wir eben nicht einfach so als einen normalen Bestattungsplatz erklären können. Es wurden natürlich auch immer mehr C14 -Datierungen vorgenommen, sowohl an den menschlichen Sklettresten als auch an den Pfeilspitzen. Das praktische war nämlich, wegen dieser guten Feuchtbodenerhaltung hatte man in den Tüllen der Pfeilspitzen teilweise noch hölzerne Reste des Schaftes erhalten und die kann man dann C14 datieren. Und das ist tatsächlich

auch hier ganz besonders praktisch, denn das Ding ist, die Menscheknochen kann man zwar gut datieren, allerdings sind die C14 -Datierungen mitunter etwas unpräziser. Die können zum Beispiel auch durch die Ernährung verzerrt werden. Also wenn jemand zum Beispiel zu Lebzeiten sehr viel maritime Nahrung zu sich genommen hat, also zum Beispiel sehr viel Pfiff gegessen oder so, dann verzerrt das eben dieses Isotopenverhältnis und der Knochen kann dann bei der Datierung etwas älter erfeinen. Und so streuen dann auch die Datierung der menschlichen Knochen ziemlich breit so über das ganze 13. Jahrhundert oder von Ende des 14. bis Anfang des 12. Jahrhunderts vor Christus.

Dementsprechend könnte man allein auf der Basis noch nicht mit Sicherheit sagen, ob das nun wirklich ein einzelnes Ereignis ist oder vielleicht sogar diverse Ereignisse über ein ganzes Jahrhundert hinweg. Allerdings überfleiden sich die Datierung doch zumindest alle in ihrer statistischen Datierungsspanne.

Und die Datierung der Phaftris der Pfeilspitzen sind eben etwas präziser, die sie nicht durch die Ernährung beeinflusst und dem Trey konzentrieren, die sich auch überwiegend etwas enger, so tendenziell in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr. Es ist somit also gut möglich, dass zumindest der Großteil der Funde an Weltzehntzwanzig und den benachbarten Städten vom selben Ereignis stammt. Dafür spricht auch, dass viele der Menschenreste und Pfeilspitzen eben in derselben Fundschicht zusammenliegen, teils ja direkt für Gesellschaft, wenn die Pfeilspitze sogar drin steckt und dass die Fundschicht auch in ihrer ganzen Erhaltung und dem Erhaltungszustand der Knochen auch über mehrere Fundstellen im Tal hinweg relativ einheitlich

ist. Allerdings gibt es auch einzelne Menschenreste und sogar wenige Pfeilspitzen, die etwas älter oder jünger datieren, wobei wir uns also nicht ganz sicher sind, ob sie eben zu diesem Eigentum dazugehören. Kann ja auch 50 Jahre später jemand auf dem Schlachtfeld gestorben sein. Ich mein... Zum Beispiel. Und wir haben eben aus dem ganzen Fluss und dem ganzen Gebiet auch zahlreiche Funde aus späteren Epochen, die dort ja wahrscheinlich unter verschiedensten Kontexten irgendwie hineingelangt sind. Und diese verschiedenen Kontexte sind jetzt die große Frage so ein bisschen. Wie deutet man das jetzt? Das ist natürlich eine große Frage.

Wir sammeln hier schon so ein bisschen Indizien in die eine oder andere Richtung, aber es ist alles nicht so eindeutig. Also selbst mit so modernen Technologien mit der C14 -Datierung bekommt man keine eindeutigen, einfachen Ergebnisse, sondern bekommt nur mehr Daten, die man dann eben auch wieder deuten muss. Genau. Es sind eben alles Bausteine, die man kombinieren muss und die eben zusammen ein mehr und mehr oder mehr oder weniger klares Bild ergeben. Kommen wir zum Beispiel zurück zu den Sklettresten.

Auffällig ist, dass wir es eben bei über 97 Prozent aller geschlechtsbestimmbaren Knochen mit Überresten von Männern zu tun haben. Ganz überwiegend zwischen 20 und 40 Jahren, also im besten Alter, um sich gegenseitig die Fädelein zu schlagen. Es ist tatsächlich anhand des Kletterers auch eine Handvoll Frauen belegt im Tollensetal. Also nach den ersten Ausgrabungen, also Stand 2011, hatte man fünf Fehlreste und einen Beckenknochen. Zwei weitere Individuen wurden später auch genetisch veridentifiziert.

Allerdings ist bei denen doch zweifelhaft, ob sie tatsächlich dazugehören. Eine dieser genetisch identifizierten Frauen datiert nämlich von Neolithicum, die ist zu alt, und der Beckenknochen gehört einerseits zu einem Kind und datiert andererseits dann ins 17. bis 18. Jahrhundert nach Christus, also sogar in die Neuzeite. Da sind wir eben dann auch bei diesen Funden anderer Zeitstellungen in dem ganzen Bereich. Aber das ist doch wirklich interessant, da fängt man irgendwo zu graben und findet dann halt Tote aus 3 .000 oder 5 .000 oder 6 .000 Jahre Menschheitsgeschichte an diesem Ort, von der Frau, die im Neolithicum da vielleicht in der ganz anderen Vorzeichen gestorben ist, zu den vielen Toten aus der Brosezeit und dem

verlorenen Kind, das da vom Pferd geworfen wurde, doof. Also, oder was auch immer. Aber das ist ja eine spannende Gemengelage an Tod. Genau. Und auch bei den anderen Herr... Äh, ja, Herr... als mutmaßlich weiblich bestimmten Fädelresten, kann man sich durchaus fragen, ob die eben tatsächlich zu diesem Schlachtereignis dazu gehörten, denn auffällig ist, wir haben die Frauen tatsächlich nur durch Fädelreste und nicht durch Postkraniales Sklettmaterial, also durch weitere Körperknochen, überliefert. Und nun gibt es tatsächlich ein Phänomen eben in der Prestuschenarchäologie, nämlich werden eben gerade im Gewässern, also aus Flüssen bzw. dann meist aus den Kieskulen, wo sich die Flusssonde abgelagert haben oder

auch aus Mooren immer wieder menschliche Knochen und zwar fast ausschließlich Fädel oder Fädelfragmente gefunden. Lange Zeit konnte man mit den Archäologen nicht wirklich viel anfangen, weil sie keine archäologischen Kontexte besaßen und damit auch nicht datierbar waren. Nun hat man aber in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch mal C14 -Datierung an eben solchen Flussfunden von menschlichen Fädeln vorgenommen. Zum Beispiel gibt es überall 200 Schädel aus der Themse in England oder auch diverse aus der Weser und aus der Leine in Niedersachsen und stellte sich heraus, insbesondere bei Themse und Weser, dass der erstaunlicherweise größte Teil dieser Sklaidreste eben in die Bronze - bis Eisenseite datierte und nicht etwa nur ins

Mittelalter oder die Neuzeit, wo wir die größte Bevölkerung in der Region haben. Das heißt, auf irgendeine Weise gelangten in diesen Zeiten eben ein Riesenhaufen menschliche Sklettreste in die Flüsse. Man kann nicht mir schlecht vorstellen, dass es in der Bronzezeit überproportional viele leichtsinnige Nichtschwimmer gab. Also was eigentlich haben wir es hier mit einer kulturellen Praxis in irgendeiner Form zu tun. Also was eigentlich Deponierung von Fädeln in Flüssen, also eine Form von ungewöhnlichen irregulären Bestattungen.

Und sowas müssen wir auch durchaus hier im Tollensetal neben eben diesem mutmaßlich Schlachtereignis in Betracht ziehen. sein, dass eben auch diese weiteren Schädelreste eher solche Fädeldeponierung darstellen als jetzt weitere Schlachtteilnehmer. Und ja, meine Theorie vorher, bevor wir die Aufnahme gestartet haben, war, dass jemand einfach so ein, zwei Schädel dabei hatte. Ich meine, vielleicht hatte auch jemand Schädel dabei, ist natürlich jetzt unwahrscheinlich, dass jemand einen neolithischen Schädel dabei hatte als Glücksbringer. Statt Hasenpfote. Es gäbe falsche durchaus Beispiele für solche Sekundärverwendungen von Zeitgenössischen oder etwas älteren oder teils sogar viel älteren Menschenknochen. Also auch da gibt es durchaus

erstaunliche Befunde. Und wir sehen solche einzelnen Fädel oder Fädelfragmente auch immer wieder im Material aus bronzezeitlichen Siedlungen und eben aus diesen Flussfunden. Also gerade in der Zeit durchaus auch irgendwelche komplexen Körperpraktiken mit ... menschlichen Knochen. Und dann, wenn wir tausend Jahre später zu den Kelten gehen, über die berichten ja auch die griechischen Geschichtsschreiber, dass die eben so eine Kopfjagd betrieben und die Fädel ihrer getöteten Feinde gesammelt haben und im Haus aufbewahrt und die Menschen gezeigt.

Und da können wir sowas auch durchaus archäologisch fassen, solche Schädelkulte. Du spürt den inneren Drang auch manchmal Schädelkabinet zu eröffnen und dann reiße ich mich zusammen und sage 21. Jahrhundert Johannes du kannst nichts, du darfst nichts. Ist verboten. Ja. Fade. Du hast gerade von einem scheinbaren Gewalt, kannst du es nochmal wiederholen wie du es formuliert hast, einem scheinbaren Gewalt ereignen. Einen mutmaßlichen Gewaltereignisse. Genau, gesprochen, was ja eine extrem vorsichtige Formulierung ist. Wenn ich 95 tote Körperreste oder mehr finden würde mit den Waffen und den Verletzungen, die da zusammen hingehören, dann würde ich vielleicht weniger von mutmaßlich sprechen, sondern vielleicht ihr

vergangenes Jahr mutmaßlich Wahrscheinlich, oder? Ja, denn tatsächlich haben wir bei diesen Sklettresten über 90 perimortale Verletzungen. Perimortale heißt, es sind Verletzungen, die um den Todeszeitpunkt herum erfolgen. Man kann natürlich am Knochen nicht mehr genau nachweisen, ob das jetzt fünf Minuten vor oder nach dem Tote oder eben exakt die Todesursache war, aber eben Verletzungen, die keine Heilungsspuren zeigen, also wie wenn sie deutlich früher im Leben geschehen wären, und auch nicht am trockenen Knochen, also eben längere Zeit nach dem Tod, wenn der Knochen sich eben auch bereits chemisch geändert hatte geschehen sind. Darunter sind Stich - und Pfeilwunden, weitere Durchschnitte, Hiebe und stumpfe Gewalt.

Bei einem Fädel ist mal die Stirn brutal eingeschlagen worden und die Wunde passt tatsächlich perfekt zu der Poloschlägerartigen Keule, die wir eben genau dort auch gefunden haben. Ein Oberfänkelknochen ist an der Oberseite längs gespalten. Da wurden dann auch einige Analysen angestellt, wo man das eben so mit 3D -Animationen rekonstruiert hatte. Und zum Schluss kam, dass das verfreundlich auf einen Lanzenstich zurückging. Also, dass jemand da seine Lanze reingerammte und damit dann letztlich den Knochen gespalten hat. Ja, insbesondere eben auch viele Wunden durch Pfeile.

Die meisten Verletzungen konzentrieren sich tendenziell an Kopf und Oberkörper, vor allem an der Vorderseite. Anders bei den Pfeilwunden, die konzentrieren sich dann eher auf der Rückseite des Körpers, also am Hinterkopf und Rücken. Also wurden diese Leute vermutlich auf der Flucht erfossen. Und das spricht doch relativ eindeutig dafür, dass wir es hier tatsächlich mit den Überresten so eines sehr brutalen Gewaltkonflikts zu tun haben.

Ja, also ich finde, wer mal die Keule findet, unten hinter zu eingeschlagenen Schädel und 12 .500 Knochen außen rum, dann bin ich jetzt natürlich Laie und kein Experte, aber gehe ich mal von einem Gewaltereignis aus. Es liegt durchaus nahe und die Verletzungen sind natürlich auch nicht die, die man jetzt zum Beispiel bei Hinrichtungen oder bei Menschenopfern, wie auch immer wir sie uns vorstellen mögen, erwarten würde. Also gerade Feilschüsse in Rücken und so und überhaupt diese Vielzahl von verschiedenen Verletzungen spricht auch ganz klar für ein kriegerisches Ereignis.

Allerdings beschränken sich die Funde im Tal auch nicht auf diese Menschenknochen, die man ja nun so entsprechend interpretieren kann, sondern es gibt noch einen riesen Haufen weiterer spannender Funde aus dem ganzen Bereich. denn nachdem eben die Relevanz dieser Fundstelle erkannt wurde, begann man eben auch das ganze Tal systematisch abzusuchen. Einerseits eben durch regelmäßige Tauchgänge, weil im Fluss ja permanent neue Funde aus der Uferkante ausgewaschen werden, aber eben auch durch weitere Ehrenamtliche, die eben mit Metalldetektoren das Tal systematisch absuchen und dabei eben Metallobjekte, vor allem aus diesen Schichten des Baggeraushubs. an den Ufern zutage förderten. Zum Beispiel der Sebastian John gab

2010 mehr als 15 Bronzepfeilspitzen auf einmal ab, die er eben dort bei den Detektorbegehungen gefunden hat. Weitere Funde kommen bei den Tauchgängen zum Vorfeinen. 2013 entdeckt zum Beispiel Jochen Krüger ein Stück nördlich von Weltzehntzwanzig im Fluss einen menschlichen Fädel, in dessen Hinterkopf sogar noch eine Bronzepfeilspitze steckt. Wie eindeutig muss es denn sein für die Archäologen? Du findest die Hand, die Pistole, das Opfer, alles zusammen an einem Ort quasi.

Nach 3000 Jahren fehlen leider die Fingerabdrücke. Ja, leider, aber... Und das Motiv fehlt vielleicht auch, wobei, das ist die Frage, da kommen wir noch zu. Tja, ja. Bei Velzin 20 waren die sonstigen Funde ja relativ arm, was Artefakte angeht. Bei Velzin 32 dagegen fand sich ein Spiralring aus Golddraht, davon gibt es insgesamt vier Stück mittlerweile aus dem ganzen Tollensetal. vier kleine Spiralröllchen aus Bronze und sogar zwei Ringe aus Zinn. Und dafür, dass wir eingangs gesagt haben, dass Zinn ja eigentlich so elementar ist für die Bronzezeite, ist das tatsächlich recht ungewöhnlich, weil wir finden kaum reine Zinn -Artefakte erstaunlicherweise. Also hier, ja, ausnahmsweise tatsächlich mal solche Rohzin

Objekte. Liegt es daran, dass man Zinn zu einem kleineren Teil gebraucht hat mit Kupfer, hat man viel Kupfer gebraucht und wenig Zinn, um Bronze zu machen? Genau, also etwa 10 zu 1 ist immer das Verhältnis. Das heißt, okay, ja. Und oft wird natürlich hier auch schon die reine Bronze dann wieder eingeschmolzen und weiterverarbeitet und so, dass eben die Rohmaterialien natürlich irgendwann gar nicht mehr rauskommen. So entwickelt sich das Tollensetal eben innerhalb der nächsten Jahre zur, ja, einer der reichsten, wenn nicht der reichsten, Bronzezeit -Fundstelle in, zumindest Meckenburg -Vorpommern, wenn nicht ganz Norddeutschland.

Es handelt sich dabei um diverse einzelne Fundstellen mit durchaus unterfertigem Charakter, bei denen am Ende durchaus fraglich ist, ob die alle auf dieses Jahr eine Schlachtereignis zurückgehen oder welche Praktiken wir ansonsten noch fassen können. Noch ein Stück weiter südlich zum Beispiel, da sind wir an der Fundstelle Welsin 13 oder Kessin 12. Also da werden halt immer beide Flussufer mit einzelnen Fundstellen benannt. Dafür lief bereits in der Bronzezeit eine Straße quer durchs Tal. Und wenn ich Straße sage, dann meine ich auch eine Straße, denn es gab tatsächlich eine befestigte Wegtrasse, die wurde schon in der frühen Bronzezeit, also im 19. Jahrhundert vor Christus, Jahrhunderte vorher, angelegt und bis

zur Zeit des Schlachtereignisses genutzt. Da wurde zunächst ein hölzernes Fundament aus Fäden und Holzbohlen angelegte und darauf dann eine Schicht aus zahlreichen Steinen. Und genau da haben wir zum Beispiel auch in 2022 nochmal einen Grabungsschnitt reingesetzt. Einerseits um die Erhaltung gerade jetzt durch die Austrocknung angesichts des Klimawandels dieser Strukturen zu überprüfen und auch um zu überprüfen ob es da tatsächlich noch eine Abzweigung gab. Hat sich letztendlich nicht bestätigt. Aber da konnten wir eben auch noch einmal ein Stück dieser Wegtrasse untersuchen. Und unter anderem haben wir dann eptisch über diesen Stein auch mal gewogen. Also einer der Kollegen konnte da eine so eine Viehwaage

da vom Jäger organisieren. Und ja, der schwerste Stein, den wir da gewogen haben, war bei 79 Kilo. Also wir haben es hier bereits mit wirklich aufwendig angelegten Baustrukturen zu tun, wo über Jahrhunderte hinweg offensichtlich diese Straße genutzt wurde. Das wird doch mal... Da können wir nachher später nochmal zurückkommen, wenn wir über Komplexität von Kulturen sprechen zu der Zeit. Aber du brauchst ja also gerade so das Erhalten von Infrastruktur wie Straßen über längere Zeiträume hinweg setzt ja irgendein Interesse an einem Erhalt von Handel über größere Distanzen irgendwie. Das braucht man nicht unbedingt, wenn man nur von einem Dorf ins andere laufen will. Dann braucht man nicht so eine ausgebaute Wegtrasse. Dann reicht auch

die lokale Foto oder das ist ja schon Struktur auf hohem Niveau. Definitiv. Die Frage ist natürlich auch, wie groß wir uns die organisatorischen Einheiten da vorzustellen haben. Ob das die lokale Dorfgemeinschaft gemacht hat. Dörfer im engeren Sinne gab es noch nicht. Also eher so größere Höfe in einem mittleren Abstand zueinander. oder halt irgendwelche größeren Organisationsstrukturen oder wieder halt auch die Zusammenarbeit waren.

Und ja, dieser Weg quert dort eben einmal das Tal und genau in diesem Areal hat man eben auch im Fluss Reste von bearbeiteten Hölzern gefunden, die nach C14 eben ebenfalls in die Bronzezeit datieren. Und dort gab es offenbar eben zu genau derzeit auch seine Holzkonstruktion im Fluss. Flight also eine Art Steg oder eine Uferplattform oder sogar eine Brücke. Also es gibt jetzt zum Beispiel dieses schöne Gemälde von Carole Fauer, der eben diese Schlacht rekonstruiert hat, wo sie da über die Brücke anstürmen. Das ist nun eine mögliche Interpretation, aber nein, wir wissen nicht exakt, ob es tatsächlich eine Brücke war. Und ja, in genau dem Gebiet wurden auch diverse einzelne Bronzeobjekte gefunden. Also

drei Armringe, die aber aufgebogen waren, also wahrfeindlich nur als Bronzebarren verwendet, ein Bügel von einer Plattenfibel, ein Messer, Fragmente von einer Schwert - und Dolchklinge, außerdem von einem Tüllenhammer, also ein Werkzeug zur Metallbearbeitung und von einem weiteren Armring und eine Sichel und noch ein Gegenstand.

Nun fragt man sich, wie kommen all diese Bronzefunde dort so auf einem Haufen in den Fluss? Die sind ja nicht alle aus Versehen von der Brücke gefallen beim drüberlaufen. Unverfeindlich. Da sprechen wir verfeindlich von einem Depot oder einem sogenannten Hortfund. Und das ist tatsächlich ein Phänomen, das für die Bronzezeit wirklich in ganz Europa sehr gut bekannt ist. Die Leute haben immer wieder eben einen Haufen wertvoller Bronzeobjekte im Boden vergraben oder auch in Feuchtgebieten deponiert.

Man hat natürlich immer lange drüber spekuliert, wie es dazu kam. Hat ja jemand irgendwie im Angesicht des Krieges sein Schatz vergraben und konnte ihn später nicht wieder bergen oder haben Metallhandwerker dort irgendwie ihre Rufstoffe deponiert. Allerdings gibt's Zwerge. wie bei Nibelungen Lied, wollte ich gerade sagen Horte. bekannt ja der Ort an dem Drachen leben und Zwerge, also bekanntlich von Zwergen angelegter Lebensort von Drachen, da gibt es ein gutes Geschichtsbuch darüber, das heißt Der Hobbit von Tolkien, das das sehr gut aufarbeitet. Genau, ja letztlich noch im Liebe -Lungen -Lied haben wir ja auch das Rheingold, also eben die Vorstellung, dass dieser ganze Fatz letztlich in den Fluss geworfen wird und

dort eben im Zugriff der Lebenden entzogen. Die Vorfahren diskutiert seit Langem, welche Erinnerungen oder Rückkonstruktionen oder so bei solchen legendarischen Erzählungen später noch drinstecken. Aber das kann durchaus eine Erinnerung an solche Deponierungspraktiken sein. Denn mittlerweile geht man auch eher davon aus, dass es sich beim Großteil dieser Horte eben um rituelle Niederlegungen handelte. Also dass man eben bestimmte Objekte der menschlichen Sphäre entäußert hat, war feinlich als Opfergabe an irgendwelche höheren Mächten. an die Göttergeisterahnen oder ähnliches. Denn es fällt zum Beispiel auf, dass diese Hortfunde eben durchaus spezifisch zusammengesetzt sind, weil sie in bestimmten

Zeiten und Regionen bestimmte Objekte nur in den Horten haben und andere hingegen nicht. Und auch aus dem Tollensetal gibt es sogar noch weitere solche Horte. Am Fuhrplatz Gollchen 18, das ist 6 ,5 Kilometer nördlich des Ganzen, fanden sich in Prebcher zwei Ladungen, 2007 und 2012, auch diverse Bronzefunde von so einem Hort, eine Kurzschwertklinge, ein Absatzbeil und noch ein weiteres Beil -Fneiden Fragment, eine Sichel, eine Punze, zwei Tüllenhämmer, ein Steckamboss, eine Rundstabbarren, einen Ösenknopf und ein Gusszapfen. Also alles, was du brauchst, ist deine Schmiede. Genau. Einmal eine voll ausgerüstete Schmiede bei Bronze Temu. oder Amazon damals bestellt und dann ist der Lieferdienst auf halbem

Weg überfallen worden oder von der Brücke gefallen. Die plausibelste Erklärung. Genau, also auch hier ganz klar wieder dieser Bezug zum Metallhandwerk. Solche Handwerkerdepots kennen wir in der Bronzezeit durchaus öfter. Es ist aber von Aufweg, dass wir davon gleich zwei hier im Tollensetal haben. Und irgendwie bei einem Einzelhandwerk, so können wir immer noch darüber spekulieren, ob tatsächlich da einer der Kämpfer bei der Schlacht noch sein Paket mit Werkzeug noch ein bisschen Ruhmaterial dabei hatte und das dann in den Fluss gefallen ist. Allerdings bei gleich mehreren Horten und das über eben mehrere Kilometer würde ich doch immer davon ausgehen, dass wir es hier eher mit rituellen Niederlegungen zu tun haben. Gerade

weil es eben auch nicht bei diesen paar Horten in dem Bereich bleibt. Es gibt zum Beispiel von der von Stellwell 1028, das ist zwischen der Talquerung und eben Haufenblatt 1220. Noch eine Ansammlung von sehr kleinteiligen Bronzeobjekten, überwiegend nur Fragmente. Ein sogenannter Bruchmetallhort, also eben Rohmaterial, vielleicht zum späteren Einschmelzen. Interessanterweise waren da auch drei Zylinder aus Bronzeblech mit drin. Die kennen wir ansonsten nur aus reichen Gräbern aus Südwestdeutschland und Ostfrankreich. Da wurden die vielleicht als Scharniere für Truhen oder ähnliches genutzt.

In der Nähe hat man auch eine schöne Bronzedose gefunden, die jeweils eigentlich so am Gürtel getragen wurde. Diese Gürteldosen kennen wir durchaus gut eben aus genau dieser Zeit und auch aus der Region. Also zum Beispiel aus einem Grab bei Darbel in der Nähe von Schwerin. Da gibt es eben so eine Gürteldose, die seitdem auch Typ Darbel genannt wird. Und ebenfalls dort haben wir jetzt in 1828 fand man sogar eine weitere Pfeilspitze, wo noch ein gutes Stück des hölzernen Schaftes erhalten war. Und auch das für die Bronzezeit ein ganz großartiger Fund, denn wenn wir über Pfeil und Bogen reden, finden wir ja in aller Regel nur die Pfeilspitzen und fast nie den hölzernen Schaft, geschweigelt den Bogen. Ja, ganz in der

Nähe dieser Talquerung, wo eben schon dieser eine Metallhandwerkerhort entdeckt wurde, da findet wieder der Entdecker des Ganzen, Ronald Borg, war 2020 sogar noch eine Bronzefigur. 14 ,7 Zentimeter Lange, stellt sehr stilisiert eine Frau da, also mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Für diese gibt es durchaus einige Parallelen.

Es gibt eine ganz ähnliche Figur, die wurde von dem 19. Jahrhundert bei Kleinsastro, also auch in Mecklenburg -Vorpommern, nur ein paar Kilometer entfernt entdeckt. Und mehrere weitere gibt es aus Seeland und Schonen, also aus Dänemark und Südschweden. Die datieren allerdings Tendenziell deutlich später, da sind wir eher in der Periode 5 bis 6. Also viele Jahrhunderte jünger als eben die Funde dieses Schlachtereignisses. Da sind wir wirklich von am Ende der Bronzezeit. Dazu ein Gedanke, weil das ist ja schwer zu drehen.

Wir haben auf allen Seiten dieses... mutmaßliche Gewaltereignis. Und daneben ja diese Motivgaben und diese Horte, wo man jetzt sagen könnte, fällt es zufällig an den gleichen Orten, wurde später eben was geändert, haben die sich Ursprünglich um einen heiligen Ort gekloppt, wo dann später noch Votifgarten niedergelegt wurden, wurden später Votifgarten, Gaben und Horte dort versenkt, wo alle wussten, dass ihre Vorfahren bei einer großen Schlacht gestorben sind und dementsprechend durch die Schlacht der Ort zu einer Art Pilgerstätte wurde. Wir denken an Verdun und gewisse Schlachtfelder des ersten Weltkrieges. Wenn man da schaut, letztes Jahr oder vor ein paar Jahren war ich mal im Auto an einer Raststätte, wo dann die Touristen

Busse dort hingefahren sind und es auch so etwas hatte von Wutiffahrten an einen Ort, wo eben ja große Opfer gebracht wurden im Sinne von hier hat jede Familie irgendjemand mal verloren und deswegen geht man da hin und schaut es mit einem persönlichen Interesse an. Vielleicht werden heute nicht mehr so viele Brosse, Ambosse versenkt.

Dafür andere Dinge, die man so in die Natur wirft, aber ich Was ich, glaube ich, fragen will, ist, wie trennt man das sauber und wird da in der Forschung einen Zusammenhang hergestellt, wird das komplett getrennt, betrachtet? Ja, ich denke, das ist tatsächlich eine der wichtigsten, zumindest in Teilen ungelösten, Erforschungsfragen um das ganze Tollensetal. Wie unterfeidete man das, was gehört eben zu diesem Flachdereignis und was gehört zu diesen rituellen Deponierungen?

Relativ einfach ist das natürlich bei all den Objekten, die typologisch in andere Zeiten datieren. Also insgesamt sind aus dem Tollensetal über 340 Bronzefunde bekannt. Stand 2015, seitdem sind noch diverse weitere gefunden. Davon 79 Waffen, 39 Geräte, die hypothetisch vielleicht auch als Waffen verwendet werden könnten, 41 weitere Geräte, 133 Schmuckobjekte oder Trachtbestandteile und 48 sonstige Objekte. Davon datiert tatsächlich der größte Teil in die Periode III, also ist annähernd zeitgleich, also eben zeitlich nicht mehr zu unterfeiden von diesem Flachtereignis.

Also wenn ich sage datieren, dann meine ich hier eben nicht C14, sondern Typologie. In jeder Periode im Zeitabschnitt sind natürlich gewisse Bronzeobjekte oder allgemein bestimmte Formen im Umlauf, die sich mit der Zeit verändern. Das haben wir zum Beispiel in unserer Folge zur Archäologie von etwas diskutiert. Also wenn man zum Beispiel irgendwo eine Cola -Dose findet, erkennt man ja auch einfach anhand der Formen, aus welcher Zeit die in etwa stammt. Und neben eben diesen diversen Bronzen der Periode 3 haben wir eben auch einerseits einige ältere, schon aus der Periode 1 und 2, und vor allem dann auch sehr viele jüngere, nämlich über 30 Bronzen allein aus der Periode 5. Die läuft so etwa von 950,

920 bis 800 vor Christus. Also mehrere hundert Jahre später in der jüngeren Bronzezeit. Offenbar diente das Tal also in der Tat eine längere Zeit als heiliger Ort, der immer wieder für solche Deponierungen genutzt wurde. Und genau wie du eben auch vermutet hast, wurde es auch von angenommen, zum Beispiel in Bezug auf diese Bronzefigurine, dass eben aufgrund dieser Schlacht oder auch schon vorher eben das Tollensitalien zu so einem Änderungsort wurde und dann vielleicht auch umso mehr dann später dort deponiert wurde. Was natürlich auch wieder weitergehende Fragestellung aufzeigt, so über diese kulturelle Gedächtnis, über mehrere Jahrhunderte in einer frühtlosen Kultur, also mit was für Überlieferungstraditionen und so

haben wir da zu rechnen. Reime. Was auch immer sie überliefert haben, wahrscheinlich hat es sich gereinigt. Genau. Bei manchen dieser Objekte könnte es sich ja in der Tat um die persönliche Ausstattung von Kämpfern handeln, die sie bei der Flacht verloren haben. Wie zum Beispiel bei diesem kleinen Bruchmetall -Depot von Weltzehn 28. Das kann bei einzelnen Objekten auch durchaus stimmen. Erfeinden wir bei der Gesamtheit dieser Bronzen aber eher unwahrfeindlich. Und ja, wie gesagt, es ist relativ eindeutig bei den Bronzen, die alle älter oder jünger datieren. Allerdings haben wir auch einen riesen Haufen Bronzen eben aus der Periode III, bei denen wir uns nicht ganz sicher sein können, ob die eben auch zeitgleich...

bei denen wir uns nicht ganz sicher sein können, ob sie eben auch zu diesem Ereignis dazu gehören. Zum Beispiel gibt es noch eine weitere Konzentration von unzähligen Bronzefunden. Etwa ein Kilometer nördlich diese Hauptfundplätze. Da haben wir den Fundplatz Welsin 24. Allein dort wurden über 50 Bronzeobjekte im Fluss gefunden. Da wurden mindestens 12 Nadeln, noch eine weitere Gürteldose, mehrere Bronzeanhänger, Goldspiralringe und noch weitere Pfeilspitzen. Ganz in der Nähe noch ein weiterer Fundeplatz, Wodake 3, da fand sich sogar ein vollständiges Bronzeschwert vom sogenannten Typ Riksee erstaunlicherweise ein Typ, der ansonsten eher so im südlichen Mitteleuropa verbreitet ist, im Norden nur mit sehr wenigen Exemplaren

bekannt ist. Und ja, diese Funde datieren teils in die Periode III, teils aber auch später, so in die Periode IV, also wurden dort offensichtlich über einen längeren Zeitraum hinweg deponiert. Und dann ist natürlich die Frage, welche gehören noch zu diesem Schlachteigens oder wurden zumindest in derselben Periode dort rituell deponiert und welche sind dann eben deutlich später bzw. unabhängig davon. Eine spannende Frage, die sich daraus natürlich ergibt, ist, okay, Gewaltereignis, Gewaltereignis sagen wir jetzt oder Schlachtereignis, um eine Schlacht zu sein und mehr als ein lokales Gerangel oder ein Fall von Wegelagerei oder der klassische Hinterhalt oder Überfall, wenn wir sagen, es gab eine Art Schlacht, dann impliziert

das natürlich auch überregionale Interessenskonflikte und zwei organisierte Heere, die sich da irgendwie gegenüber, also die auch immer getroffen haben auf dem Schlachtfeld. Und deine Masterarbeit, in der hast du das untersucht, mit der Herangehensweise, dass du vor allem die Pfeilspitzen angeguckt hast und dir überlegt hast, naja, wie können wir wissen, wer waren denn die Leute, die da da sind? Vielleicht können wir es an den Typen der Pfeilspitzen eben ablesen. Und das fand ich ein sehr spannendes und anschauliches Beispiel, wie so Archäologie in der Praxis funktionieren kann. Wenn man es dann ausgegraben hat und dann hat man, findet man eine Reihe von Wie viele Pfeilspitzen insgesamt? Der eine Sondengänger

hat 15 an einem Tag gefunden, also eine ganze Menge. Und was macht man damit? Genau, insgesamt gibt es 65 Stück aus dem ganzen Talensetal, 55 aus Bronze und 10 aus Feuerstein. Die letzte wurde gerade dieses Jahr entdeckt, wieder am Hauptplatz 1227. Und ja, wie du von mir sagst, kommen wir damit zu einer Kernmethode der Archäologie, nämlich der Typologie. Wenn in den Medien Archäologie dargestellt wird, dann sieht man ja gern irgendwelche krassen naturwissenschaftlichen Methoden, irgendwas, wo man Leute in weißen Kitteln im Labor ablichten kann, die irgendwas in petrifalen Tröpfeln oder 3D -Animationen am Computer durch die Gegend kreisen lassen. Das ist alles sehr schön und wertvoll und wir alle lieben diese Methoden.

Allerdings sind die klassischen Methoden, die man eben auch im Archäologie -Studium lernt und die wirklich das Grundarbeitszeug des Archäologen sind, dann doch etwas auf der ersten Blick unspektakulärer. Nämlich eben wie gesagt die Typologie. Bestimmte Formen von Objekten sind in bestimmten Zeiten und Räumen verbreitet. Und anhand dessen kann man eben auch darauf schließen, einerseits wie alt bestimmte Funde oder auch die umliegenden B -Funde sind, aber auch ob wir es da zum Beispiel mit Einflüssen aus anderen Regionen zu tun haben.

Und genau das stand eben für diese Ereignisse im Tollensetal im Raum. Denn tatsächlich gibt es dort schon eine ganze Reihe an Funden, die im Norden eigentlich untypisch sind. Also das Riegseschwert zum Beispiel, dieser Bronzezylinder. Es gibt ein Böme fürs Absatzbeil, das heißt so, weil dieser Typ vor allem in Bömen natürlich bezeugt ist und auch sonst in Süd -Mitteleuropa, teils auch noch in Bayern. Einige der Nadeltypen gehören wahrscheinlich auch eher so in Süden Südosten. Man hatte also vorhin einiges an Indizien für sein überregional Komponente. Wenn es darum geht, dann stellt man natürlich auch immer gerne Isotopen -Untersuchungen an, denn ähnlich wie eben schon bei C14 kann man eben auch die Konzentration

anderer Isotopen, also bestimmter Elementvarianten, in menschlichen Sklettressen, vor allem in den Zähnen, untersuchen. Denn wenn diese Zähne aufgebaut werden, eben in einem bestimmten Alter, dann wird dort eine bestimmte Konzentration dieser Isotopen eingelagert. die konsistent ist mit der Region, in der man aufwächst. Und das unterfeidet sich eben je nach geologischer Befaffenheit der Region. Man hat also einige der Szenen dort angebohrt und untersucht und es stellte sich heraus, dass wir es bei feinlichem Tollensetal mit zwei verschiedenen Gruppen zu tun haben. Die eine war ja relativ konsistent mit der lokalen Region dort nach den Isotopen, die andere dagegen ziemlich inhomogen.

Also man kann doch relativ erfahri sagen, dass diese Leute nicht aus der Region kamen. Allerdings waren sie auch untereinander nicht homogen, sondern stammen vielleicht aus verschiedenen anderen Regionen. Aber wo genau sie nun herstammten, da sind die Isotopen wieder nicht ganz so eindeutig. Da könnten diverse Regionen in Süd - und Süd Mitteleuropa und Ost -Mitteleuropa in Frage kommen. Deshalb war meine Aufgabe in meiner Masterarbeit eben die Pfeilspitzen zu untersuchen, ob die uns da weiteren Aufschlüsse darüber geben. Wie gesagt gibt es im Tollensital sowohl Bronze als auch Flintpfeilspitzen. Allerdings selbst innerhalb der Bronzepfeilspitzen eben mehrere verschiedene Typen. Also eben unterschiedliche geformte Schneiden,

unterschiedlich geformtes Blatt dieser Pfeilspitzen. Und was habe ich gemacht in meiner Masterarbeit? Ich habe Literatur gewälzt und habe mir Funde von Feilspitzen aus ganz Mitteleuropa angeguckt und in einer Excel -Tabelle katalysiert. Insgesamt nicht weniger als 4743 Stück aus Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, Dänemark. Und die habe ich dann eben mit einem GIS, also einem geografischen Informationssystem, einem Programm letztlich zu erstellen von Karten kartiert. Also habe ich Verbreitungskarten erstellt, wie eben die verschiedenen Typen, in welchen Regionen sie vorkommen. Und ja, das hat tatsächlich zu ganz erstaunlichen Ergebnissen geführt. Wir haben zum einen den gewissermaßen Standardtyp 4a, das

sind einfach Pfeilspitze mit Schafttülle, also eben die unten runterholt sind, wo man den Holzschaft reinsteckt und mit Flügelenten, die also so schön dreieckig geformt sind, wo eben die unteren Ecken des Blattes so kleine Wiederhaken bilden. Und die sind im weiten Teil Mitteleuropas verbreitet und auch in Mecklenburg -Vorpommern kommen sie durchaus noch vereinzelt vor. Ganz ähnlich sieht es aus mit dem Typ 5a, das sind Fallspitzen mit einem eher abgerundeten Blatt, haben ganz ähnliches Verbreitungsgebiete, vielleicht sind sie sogar noch etwas häufiger im Norden. Auch die im Backmog4porn durchaus bekannt. Es gibt noch weitere, die ähnlich aussehen, aber schmaler sind, ebenfalls mit abgerundeter

Schneide. Die wurden zunächst vor allem dem Typ 5B zugeordnet, haben ähnliches Verbreitungsgebiet, allerdings vermutlich mittlerweile, dass es sich dabei gar nicht um eigenen Typ handelt, sondern aber feinlich einfach um Peilspitzen eben des klassischen Typs 5A, die wiederholt verwendet und deshalb immer wieder nachgeschärft und abgeschliffen wurden, bis sie halt immer schmaler geworden sind. Diese 3 Typen bilden auch den Großteil aller Pfeilspitzen aus dem Tollensetal. Dann haben wir aber auch welche mit einer geraden Basis oder wo die Basis eben so rautenförmig ausgezogen ist, der Typ 4b. Und ja, die kommen auch in durchaus großen Teilen so Süd - und Ostdeutschlands und weiter östlich vor, auch in Brandenburg noch

sehr häufig, allerdings weiter nördlich praktisch gar nicht. In Meckenburg -Vorpommern haben wir diesen Typ tatsächlich nur aus dem Tollensetal und nicht aus dem Rest des Bundeslandes. Und noch auffälliger wird es mit zwei Pfeilspitzen, die so einen seitlichen Wiederhaken an der Tülle besitzen, Typ 4c. Vielleicht gibt es sogar vier davon, bei zweien ist es unklar. Die haben nur so ein kleines Fortesatz. Könnte abgebrochen sein. Genau, also entweder abgebrochener Wiederhaken oder einfach nur so ein Gussreste von der Herstellung.

Und diese Pfeilspitzen kommen sehr häufig vor in Süddeutschland, in Österreich, auch in Tschechien, allerdings in Norddeutschland praktisch gar nicht mehr. In Brandenburg gibt es meines Wissens drei Fundplätze mit solchen Pfeilspitzen, von denen mindestens zwei definitiv deutlich jünger sind als das Tollensetal, im Bergburg -Vorpommern gar keine. Und schließlich haben wir noch eine einzelne Pfeilspitze, die keine Schafttülle hat, sondern ein Schaftdorn, also wo man eben die Pfeilspitze selbst in die Holzschaft reinsteckt.

Und auch die sind in Süddeutschland und in Frankreich und der Schweiz und auch in Meeren, also in Osttschechien, bekannt, aber die Pfeilspitze aus dem Tollensetal ist wirklich die einzige aus ganz Norddeutschland, nördlich der Mittelgeberge. Das heißt, wir haben es hier zu tun mit einer Mischung aus einerseits den wirklich lokal üblichen Pfeilspitzen, eben gerade den Flint -Pfeilspitzen, verschiedenen Typen, die überregional verbreitet, aber auch in der Region bekannt sind und schließlich mit solchen, die in MacPom ansonsten nichts verloren haben. Also definitiv ein Hinweis darauf, dass einige der Nutzer dieser Pfeilspitzen nicht aus der Gegend kamen. Man kann nun natürlich auch denken, ob diese Pfeilspitze importiert wurden,

denn natürlich gab es permanent immer wieder Importe aus südlichen Regionen. Allerdings frage ich mich dann, wieso sehen wir diese Typen dann nicht in den zeitgleichen Gräbern der Region, gerade wo die Mecklenburger Gruppe ja sehr gerne Pfeilspitzen als Grabbeigaben mit ihnen ihre Grabhügel gegeben hat. Aber da sehen wir eben nur diese anderen lokalen Formen. Da kommen keine ausländischen Pfeilspitzen ein, mein Grab. So ist es. Und auch bei den diversen anderen Einzelfunden, die gerade in den letzten Jahren so durch Sondengänger in McPom gemacht wurden, haben wir eben diese fremden Pfeilspitzen -Typen eigentlich nicht belegt. Das heißt, es spricht dafür, dass da Leute mit ihren Pfeilspitzen wahrscheinlich von

woanders her kamen und die dann dort abgeschossen haben? Genau. Und dann können wir uns natürlich fragen, wo kommen sie denn her? Und nun gut, genau kann man es natürlich hier nicht sagen, aber wenn man sich nur antwortet, wo überschneiden sich eigentlich die Verbreitungsgebiete all dieser Pfeilspitzen -Typen? Also wo waren alle dort bezeugten Pfeilspitzen -Typen gleichzeitig in dieser Zeit im Gebrauch? Dann kommen zum Beispiel in Frage die Gegend um Bayern und in Meeren, in Neltschechien und womöglich auf Böhmen, wobei da meine Datenlage nicht ganz so repräsentativ ist. Und das wird auch durchaus gut zusammenpassen mit den anderen Fremdformen und mit den Isotopenuntersuchungen.

Also wir haben so eine Art Armee, Truppe... Auf Englisch gibt es das schöne Wort Warband. Was? Wie heißt das? Ein Kampfverband. Ein Kampfverband, genau. Der irgendwie aus dem Südosten, aus der Perspektive des Solenzetals kam und mit ihren fremdartigen Pfeilspitzen da rumgekämpft haben. Jetzt ist natürlich die Frage, was führt denn zu sowas? Was sind denn die Interpretationen, die daraus gezogen wurden. Kurz vorweg, ich habe neulich gelesen, dass so ein Zusammenbruch des Nord, quasi, dass die nördliche Bronzezeit da so einen Kollaps erlebt hätte. Du schüttelst den Kopf. Also da kann man gleich mal drüber reden. Aber was gab es denn für Interpretationen?

Oder was zieht man denn da jetzt raus, abgesehen davon, dass irgendwelche... süddeutschen Bogenschützen oder bayerischen Bogenschützen hier stunk gemacht haben. Genau. Also auffällig ist halt allein für die Größenordnung. Wie gesagt, haben wir etwa 150 Individuen aus dem ganzen Tal herbelegt. Und da kommen noch dazu, dass ja weite Teile des ganzen Fundareals gar nicht ausgegraben wurden.

Auch an Weltzehntzwanzig wurde nicht der ganze Platz mit der Sklett -Funschig ausgegraben. Also wahrscheinlich dürften da noch etwa die weiteren Boden liegen. kommt dann natürlich noch hinzu, diejenigen, die den Kampf überlebt haben. Und womöglich haben ja die Sieger auch ihre eigenen Toten mitgenommen und waren das bestattet. Das heißt, die Anzahl der Teilnehmer dieser Schlacht dürfte natürlich deutlich höher gelegen haben.

Und da gibt es noch verschiedene Hochrechnungen, auch je nachdem, wie Hochmann die hängenden Quote der Getöteten bzw. der Überlebenden ansetzt. Und da... kommen man durchaus raus bei mindestens einigen Hundert, gut und gerne tausend, womöglich sogar mehreren tausend Mann. Und das ist natürlich eine ganz beträchtliche Größenordnung. die man sich vorher für die Bronzezeit in dieser Region so eigentlich nicht wirklich vorgestellt hat.

Vor allem, wenn wir das nicht mit antiken Schlachten vergleichen, sondern mit zum Beispiel mittelalterlichen Schlachten, wo wir dann vielleicht auch eine große politische Fragmentierung wieder haben auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches mitunter und dann eben viele kleine Schamützel und wo wir dann denken, ja, viele von den berühmten Schlachten haben gar nicht so viele Teilnehmer.

Also es gibt natürlich da auch die Ausnahmen, aber wenn wir generell ins Mittelalter und so schauen, dann hauen sich da auch ein paar Hundert. Jungs irgendwie auf dem Feld, auf dem Kopf irgendwo. Genau, dann die große Schlacht von so und so. Ja, das war also alles andere als nur ein kleines lokalisches Vermützel. Man hatte auch versucht, den möglichen Ablauf dieser Schlacht anhand der Fundverteilung zu rekonstruieren. Es könnte durchaus sein, dass eine größere Gruppe dort ankam und versucht eben, nahe dieser Talquerung den Fluss zu überqueren und dort eben in einen Hinterhalt geriet. Sie wurden wirklich von Bogenschützen beschossen und dann so am Fluss nach Norden abgedrängt, bis es dann eben bei Weltzehntzwanzig zum Nahkampf

kam und sie dort eben massenhaft niedergekeult und teilt. sehr auf der Flucht erfossen worden. Aber natürlich müssen wir uns sehr fragen, wie haben wir uns das eigentlich vorzustellen? Nun ist es bei weitem nicht der erste Beleg für Gewalt in der Vorgeschichte auf hier im Mitteleuropa. Natürliche Waffen sind im archäologischen Fundgut allgegenwärtig. Wir haben auch Befestigungsanlagen und auf der Seite Jungsteinzeit immer mal wieder auch Massengräber, wodurch aus der Reihe von Menschen offensichtlich niedergemetzelt wurde.

Allerdings hatten wir bis zu Ende des Tollensetals keine Schlachtfelder in dem Sinne und es recht keine Hinweise auf solche Kriegszüge mit mehreren tausend Teilnehmern. Und ja, da stellt sich ja schon allein die Frage, wie sowas denn organisiert gewesen sein sollte. Die Siedlungsstruktur in der Bronze -Zeit war hier ja eher dezentral.

Also gerade in Süddeutschland gibt es in der Zeit durchaus schon befestigte Siedlungen, die entstehen auch gerade in dieser Zeit verstärkt, was durchaus darauf hindeutet, dass wir es da auch mit Zeiten zu tun haben, die einerseits unruhig sind, also wo man ein Bedürfnis nach Furz hat. die aber gleichzeitig auch einen hinreichenden großen Wohlstand und eine organisatorische Stabilität besitzen, um eben solche Bauprojekte eben auch durchzuziehen. Im Mettenburg -Vorpommern entstehen solche Befestigungsanlagen auch, aber tendenziell eher etwas später, da sind wir dann meist in der jüngeren Bronzezeit. Ansonsten haben wir eben einzelne Gehöfte überall. Das dürfen wir uns jetzt nicht so vorstellen wie den Klischee

Germanen, der irgendwie mitten im Urwald da in seiner kleinen Hütte haus reinwählen. Die leben hier in durchgehend aufgesiedelten Kulturlandschaften, also die einzelnen Siedlungspunkte waren nicht weiter entfernt als die Dörfer heutzutage voneinander. Also wir haben durchaus eine große und dichte Bevölkerung auch hier in Mitteleuropa, die das Potential von solchen Truppenstärken durchaus bietet. Die Frage ist aber halt, wie sowas denn organisiert werden soll, also was für politische Entitäten wir dort eben anzunehmen haben. Gab es ja irgendwie diverse lokale Stämme, die sich aus irgendwelchen Gründen zusammengeflossen haben oder vielleicht irgendwelche charismatischen Anführer mit solchen Kriegergefolgschaften, also

man könnte von Warlords sprechen, die da eben mit durchaus großen Heeren durch die Lande ziehen, solchen Beute zügen. Also Strukturen, wie wir sie zum Beispiel auch dann in der Spätantike, in der Völkerwanderungszeite, ja in genau diesen Regionen auch belegt haben. Auch da reden wir ja von Herren von zehntausenden Kämpfern, die vorrangig ausgestattet sind und eben in der Lage sind, dem Römischen Reich auch militärisch zuzusetzen.

Oder gab es womöglich sogar von sowas wie Söldnertum, also professionelle Krieger, die eben mit wechselnden Loyalitäten sich von solchen Anführern anheuern lassen. oder vielleicht sogar von relativ stabiler Herrschaftsformen. Das Wort Königreich ist ja immer ein bisschen gefährlich und große und setzt Merkmale voraus, die wir hier soweit nicht belegen können. Aber gerade so in Süddeutschland sieht man durchaus auch schon eine Etablierung von eben diesen befestigten Siedlungen, aber auch zunehmend reichen Gräbern, da in der Uhrenfelder Zeit die dann in der darauffolgenden Hallstattzeit, da sind wir davon in der frühen Eisenzeit, auch noch reicher werden. Und da sprechen wir dann eben auch von diesen Fürstengrebern, also diesen

ersten wirklichen Fürstendynastiden, so in dem Kulturkreis, den wir dann später als Kelten bezeichnen. Und die werden ja auch nur Fürsten genannt, weil man Angst hat, dass der König die falsche Konfrontation mit sich bringt eigentlich, weil was ist ein Fürst? Also in dem Kontext beschreibt es ja auch eigentlich so einen Mini -König, so einen kleinen Lokalherrscher, der eine gewisse art von macht offensichtlich hat und die irgendwie ausübt aber wissen nicht genau wie und warum und warum die dem so ein großes grab gebaut haben genau also in der archäologie ist der fürst natürlich immer ein terminus technikus für einfach jemand der sehr viele beigaben im graf hat der kann auch gar nicht wagen und eine überausstattung an waffen

und sonst was mit in seinen Grabhügel bekommen hat. Denken wir etwa an den Grabhügel von Hochdorf oder so. Aber da sind wir dann, wie gesagt, schon weit in der Eisenzeit. In der Ohrenfelderzeit gibt es auch schon reiche Gräber, aber die sind noch nicht annähernd so reich wie das, was wir dann später bei den Kelten und so sehen. Also auch da ... Ja, kann man nun darauf verschließen, sie haben weniger reiche Gräber, also waren sie auch weniger reich und mächtig im Leben? Das ist die Frage. Denn was ins Grab kommt, ist wieder abhängig natürlich von kulturellen Gesichtspunkten.

Und da kommen wir jetzt zur Kontroverse, die bei der Deutung da auf jeden Fall auch herrscht und immer noch umgeklärt ist. Denn es gibt ja Leute wie den von dir schon erwähnten Landesarchäologen von Mecklenburg -Vorpommern, Detlef Jansen, der sagt... dass die keine Krieger waren, dass die Leute, die da gefunden werden, seiner Meinung nach nicht nach Leuten aussehen, die Kämpfen trainiert hätten ganz lange. Als ich das gelesen habe, muss ich daran denken, dass irgendwie von den Spartanern keine überlieferten, quasi Kampfesübungen gibt, alles was sie über die Kultur wissen. Es wird die ganze Zeit gerebt, wie martialisch die sind, aber wir haben keine einzige Überlieferung, dass die mal zusammen die verdammte Hoblitenwand

geübt haben oder was anderes gemacht haben, außer zu jagen und irgendwelche Feste zu feiern. Also wann Wann hat man das geübt, das wurde uns nicht überliefert. Jetzt hier die Frage, wie doll muss man, wie viele blaue Flecken oder wie viele Verkrustungen am Skelett muss nachweisbar sein, dass du nachträglich als Söldner oder Krieger giltst. Genau, also er bezieht sich da eben auf die ontokologische Untersuchung an dem Skelettematerial, denn man kann ja durchaus die Muskelansatzmarken am Skelett untersuchen und wenn jemand tatsächlich sein Leben lang irgendetwas intensiv trainiert, also zum Beispiel Leistungssportler oder so, dann erkennt man da eben auch gewisse Veränderungen.

Also zum Beispiel im Hoch - und Spätmittelalter gab es in England ja sogar das Gesetz, dass die Leute wirklich jeden Tag Bogenfießen üben mussten und so. Und da gibt es zum Beispiel von einem Schiffswrack, der Mary Rose, auch Sklettfunde und da kann man wirklich nachweisen, dass man wirklich ein professioneller Bogenschütze war, weil der eben einen so veränderten Arm hatte.

Ich kenne oft tatsächlich einen Grab von aus der Glockenbecher -Kultur, da sind wir dann viel früher im Enten -Neolithikum, wo man vielleicht auch schon solche Veränderungen hatte und der hatte sogar auf Pfeilspitze also eine Bogenschützenausrüstung mit im Grab. Ja, in der Bronzezeit kennen wir das an sich kaum, aber die Argumentation von Jansen geht halt dahingehend. Die Muskelansatzmarken der Menschen im Tollensetal zeigen eben keine Spuren von Training, also zum Beispiel als Bogenschütze oder professionell Schwertkämpfer, sondern halt eher, dass das Leute waren, die viel gelaufen sind und wahrscheinlich auch schwere Sachen getragen haben. Außerdem bezieht er sich darauf, dass es ja diese weit raffinen Handelsverbindungen

her gab und gerade das Tollensitalia nun definitiv auch ein Ort war, wo offensichtlich Wege verliefen, was womöglich eben tatsächlich eine wichtige Handelsstraße war. Und schließlich natürlich die Objekte, die wir dort im Tal finden, man auch durchaus mit Handel in Verbindung bringen kann. Und so geht eben diese These dahingehend, dass wir es hier nicht mit zwei gleichermaßen ausgestatteten professionellen Herren zu tun haben, sondern eher, dass dort eben eine Handelskarawane durchzog, die sich vielleicht auch aus Leuten aus ganz verschiedenen Regionen zusammengesetzt hat, die sich dem irgendwie über die hunderte Kilometer hinweg angeschlossen haben. und dass diese Karawane dort dann eben überfallen und

niedergemetzelt wurde. Und ja, über diese Hypothese kann man natürlich diskutieren. Also zunächst mal der gemeinsame Nenner mit der etablierten Schlachtfeldhypothese ist ja, dass das Ganze immer noch davon ausgeht, dass wir es hier mit einem einzelnen massiven Gewaltereignis zu tun haben, dass also der Großteil dieser Funde gleichzeitig sind und eben auf, äh, ja... ein großes Schlachteignis zurückgehen, auch wenn es da eben dann um so einen Asymetriffen -Konflikt ginge. Nun ist natürlich das Problem, dass wir eben kaum eine Vorstellung davon haben, wie einerseits Handelskarawanen, aber auch Krieger oder Kriegerverbände in dieser Zeit ausgesehen haben. Wir wissen ja auch bei Kriegern nicht, wie professionell die gewesen

wären. Geht es da tatsächlich um professionelle Soldaten, die jeden Tag geübt hätten mit ihren Waffen, zum Beispiel mit dem Bogen? Ja, oder um den lokalen Großbauern, der natürlich seine Waffen hat und unter bestimmten Umständen dann mal auf so einen Kriegszug geht oder mitfährt, wenn halt sein lokaler Fürste oder was wir uns damit da vorstellen, wollen ihn dann ruft. Ja, oder vielleicht, wenn das tatsächlich ein bisschen basisdemokratischer gewesen sein könnte. Wir wissen es ja nicht. Wir gehen auch immer direkt in die Richtung, waren es Warlords oder waren es Königreiche oder Protokönig, Fürstentümer, wie auch immer. Vielleicht, es gibt ja auch Beispiele aus der ... historischen, also aus der Geschichte

der Bauern, wo es irgendwie so basisdemokratische Organisationen gab und dann vielleicht keine professionelle Kriegerschaft wie zum Beispiel in ähm, ich denke jetzt gerade an die Friesen, die dann irgendwann gesagt haben, wir organisieren uns selber auf eine Art und Weise und keiner darf ein Haus bauen, das höher als zwei Stockwerke ist, weil sonst fängt er an, Zölle zu erheben und wird zum Ritter und unterdrückt die anderen.

Dafür braucht man keine professionellen Krieger und trotzdem kann man in einer Art Kriegszug sterben und tot geprügelt werden, vielleicht, oder trotzdem vielleicht eine Keule schwingen ab und zu, ohne dass man das dann zwingend im Skelett zieht, wie du gesagt hast. Oder waren nicht selbst bei Kriegszügen und bei Heereszügen in anderen Zeiten mehr Frauen dabei, als man hier findet? Also keine Ahnung, es würde dann vielleicht selektiver getötet und der Nachzug hat es überlebt oder so, wo die Frauen und Kinder unterwegs waren und es wurde nur der vordere Teil angegriffen. keine ahnung kann man dann viel draus kann man viel interpretieren was ich finde was eigentlich in jedem Fall, ob das jetzt eine Karawane war mit sehr vielen Leuten, auch

wenn bei einer Karawane 150 Leute tötest, war das eine große Karawane. Und die wäre ja dann wahrscheinlich auch durch irgendwelche Kämpfer oder zumindest Bewaffnete gefützt gewesen, denn gerade die Pfeilspitzen verweisen ja auch in den Süden, also offenbar, wenn man von dem weg geht oder zu sagen, da sind fremde Leute aus dem Süden da gewesen, ja, dann waren das offensichtlich auch die, die ihre Waffen mitgebracht haben.

Und ja, eine... so große Handelskarawanen mit hunderten von Leuten, da kann man irgendwann dann ja doch schon wieder von der Schlacht sprechen. Ja, man bann wird aus hunderten von Leuten dann doch irgendwie automatisch ein Heer. Aber natürlich, das Hauptproblem ist, dass wir eben bislang viel zu wenig darüber wissen, wie wir uns diese Strukturen vorzustellen haben und auf was das tatsächlich für Individuen war. Wie gesagt, wir haben zwar keine anthropologischen Merkmale von systematischem, hochprofessionellen Waffentraining, aber wir sehen zum Beispiel durchaus, dass relativ viele dieser Individuen auch frühere Kampferletzungen aufwiesen. Es war also nicht ihr erster Kampf, aber ihr letzter. Also auch von verheilte Wunden,

zum Beispiel auch von solchen Keulen oder auch Fnittverletzungen. Es gibt durchaus Ansatzpunkte, um zu argumentieren, dass wir es in genau dieser Zeit eben auch mit einer professionellen Professionalisierung des Kriegswesens zu tun haben. Zum Beispiel erfeinen da eben in der frühen Ohrenfelderzeit erstmals auch metallene Futzwaffen bzw. Rüstungen. Also Brustpanzer, Helme, Beinfien und auch Filde aus Bronze. Sind früher in der mittleren Bronzezeit nicht bekannt. Könnte es natürlich aus organischen Materialien gegeben haben. Sicher werden sie Filde aus Holz oder ähnlichem gehabt haben. Aber erst dann erfeinen eben solche Rüstungsteile auch aus Bronze. Tatsächlich fast nie in Gräbern, die haben wir eigentlich nur aus Deponierungen,

gerade auch aus Feuchtgebieten, aber eben neue aufbändige Hergestellte und natürlich auch prästivsträchtige Ausrüstungsgegenstände. Es entstehen neue Waffentypen in dieser Zeit, Lanzenspitzen differenzieren sich weiter aus und auch die Schwerter verändern sich. Das mittelbronzezeitliche Schwert war vor allem eine Stichwaffe. Die neueren ab dem 13.

Jahrhundert fungieren nun auch verstärkt als Hiepwaffe. Sie übernehmen also auch ein bisschen die Funktion dessen, was vorher das Beil war. Also das auch zum Beispiel dann das Schwert sogar das Beil in den Grabausstattung verdrängt. Also bei den Grabeigaben kann man allgemein gern mal sehen, dass die durchaus Kampfausrüstungen widerspiegeln.

Natürlich sind Grabbeigaben immer auch repräsentativ und wir können nicht nur von der Waffenbeigabe darauf verschließen, dass die bestattete Person auch tatsächlich ein professioneller Krieger war. Aber es fällt zum Beispiel auf, dass wir gerade so im Raum der Urnenfelder Kultur zum Beispiel die Kombination von Lanze und Schwert oder Pfeilspitzen und Schwert sehen, aber nicht der Lanze und Pfeilspitzen. Wieso? Ja, das Schwert kann man als Zweitwaffe immer am Gürtel hängen haben, man kann als Primärwaffe die Lanze oder den Bogen verwenden, aber nicht gleichzeitig Lanze und Bogen, die kann man nicht gleichzeitig halten. Und zu diesen neuen Schwerttypen gehört zum Beispiel auch der sogenannte Type Reutlingen

oder je nach Region auch Ketona oder Nauel IIa bezeichnet. Und der verbreitet sich da in relativ kurzer Zeit wirklich vom Mitteleuropa sogar bis in den Ostmittelmeerraum, wo in der Zeit ja auch einiges abgeht. Stichworte dann Lay Bronx Age, Kollaps, Seevölker und so weiter. Da müssen wir auch dringend mal eine Folge zu machen. Da sind wir dann aber von ein halbes bis ein Jahrhundert nach dem Tollensital Ereignis Das ist gut, dass wir das erste Silenzetal gemacht haben, dann kann man das quasi als Vorbegehung, dann wandern wir in den östlichen Mittelmeerraum und schauen uns dann ein bisschen den Bronze Age Collapse.

Our Bronze Age is Collapsing, wie es gerade groß gesagt wurde eben im Film in der Orisee. Das als Opener und dann noch eine ausgiebige Folge dazu hätte ich auf jeden Fall auch noch. Unbedingt. Also diese Schwerter gewissermaßen als Kalafnikov der Bronzezeit, die sich da eben auch weit verbreiten. Und ich erwähnte schon die Befestigungsanlagen und tatsächlich gibt es auch solche Befestigungen, die auch tatsächlich angegriffen wurden. Zum Beispiel gibt es den Sängersberg in Hessen oder auch die Rachelburg in Bayern, bei denen man etliche Pfeilspitzen vor den Mauern gefunden hat, die teils sogar abgebrochene oder verbogene Spitze Also die war feindlich bei einer Belagerung auf die Befestigung abgeschossen worden und offensichtlich

dann nur die Mauer getroffen haben. Aber wenn wir in der Zeit davor weniger Rüstungsfunde und so haben und dann hier in der späten Bronzezeit quasi anfangen, mehr Siedlungsbau mit Befestigungen, mehr also überhaupt Beispiele von großen Schlachten oder Schlachtereignissen oder wie wir vielen Toten mit Einschlusslöchern quasi finden und wir mehr Handel sehen und dann spricht das ja alles für eine verstärkt, also eine überregionalere Organisation, für komplexere Organisationsformen gesellschaftlich, unabhängig davon, ob es eine Handelskarawane war oder eine Kriegstruppe, die da irgendwie bekämpft wurde im Tollensetal, aber generell, also deutet das nicht auf so eine Art, ja, entweder größere Staatlichkeit ist ein großer

Wortefall, das vor der Moderne nicht verändern sollten, aber auf jeden Fall die größere überregionale Organisationsform auf der einen Seite, auf der anderen Seite vielleicht so eine Art wie eine Völkerveränderung oder für eine Zeit der Veränderung, quasi der Raumkämpfe und der Verschiebung, wenn wir das so ein bisschen vom Tollensetal bis nach Ägypten sehen in den Jahrhunderten. Durchaus.

Also allgemein denke ich, dass die Vorstellung über die Komplexität der damaligen Gesellschaft natürlich immer hinter der Realität zurückbleibt und bleiben muss, denn natürlich große Teile der Kultur, einerseits die organischen Materialien, aber natürlich die gesamte Geisteskultur und so erhalten sich Archäologe für eben nicht. Also natürlich haben wir immer nur einen absolut ungenügenden Ausschnitt. Aber es deutet doch manches darauf hin, dass wir es eben gerade in dieser Zeit durchaus mit großer Umwälzung zu tun haben. Auch wieder zurückkommt auf eben den Wächs zu Ohrenfelderzeit.

Auch in weiten Teilen Mitteleuropas ändert sich das Bestattungsverhalten ganz stark. Körperbestattung werden durch Brandbestattung abgelöst. Gleichzeitig haben wir auch Klimaveränderungen. Damit verbreiten sich dann teils auch neue Nutzpflanzen, wie eben die Ackerbohne und auch die Hirse. Zum Beispiel konnte man an der Isotope bei den Sklettressen im Tollensetal auch feststellen, dass einige dieser Leute anscheinend viel Hirse gegessen haben. Wo dann wiederum der Vorfangsdiskurs ist, ob denn die Hirse bereits in der Region verbreitet war oder nicht. Also es passiert definitiv einiges.

Es gibt zum Beispiel auch noch einen weiteren, recht mysteriösen Fundplatz in Bayern bei Niederfiebach, wo auf einem Feld sogar hunderte von Bronzepfeilspitzen gefunden wurden. Also was alles in den Schatten stellt, was wir ansonsten aus der Zeit überhaupt kennen. Allerdings ist dazu bislang kaum was bekannt, also ob wir es da mit einem weiteren Schlachtfeld oder einem Deponierungsplatz oder so zu tun haben, leider bislang kaum was Publizierte.

Die Bayern sollen sich mal hier um ihre Fundkletze kümmern, anstatt irgendwie das Alt zu wollen. Liebe Grüße an die CSU, kümmer euch mal um die Vorgeschichte lieber, um spekulative Mondreisen. Genau, es sei denn, sie finden endlich das bronzezeitliche Flugtaxi. Oder das Bernsteinzimmer oder irgendwas, das das Müll finanzieren kann. Oh mein Gott, da kommen wir dann zu dem Fundplatz von Bernsdorf.

Was eine eigene Folge wert wäre. Was wir an dieser Stelle mal nicht vertiefen sollten. Nee, wir haben jetzt sowieso schon ganz schöne Laufzeit, glaube ich, insgesamt. Du hattest in deinem Skript ... noch ein Fundplatz in Dänemark als Referencepunkt dazu weiter im Norden aufgemacht, wo sie mit den Körpern komische Dinge gemacht haben, möchte ich mal sagen. Von den drei Beckenknochen, die sie auf dem Ast aufgespießt haben, ganz zu schweigen, wurden da für mich unerklärliche Dinge mit Menschen nach dem Tod gemacht. Genau. Es geht um den Fundplatz Alken Engel. Da sind wir in einer ganz anderen Zeit, nämlich im ersten Jahrhundert nach Christus, also über 1000 Jahre später. Und ja, da hat man eben auch in so einer Moorlandschaft entlang

eines Flusses eben Überreste von über 80 Menschen gefunden. Also man rechnet das hoch, dass es da im ganzen Tal vielleicht bis zu 380 Individuen gibt. Und auch da wieder ganz überwiegend Männer, viele Kampferletzungen, einige Waffen auch, die damit vergesellschaftet waren. Also alles, was auf eben auch so einen Gewaltkonflikt hindeutet.

Allerdings zeigten diese dort auch sehr viele Spuren von Tierfraß, also die wurden offensichtlich von Raubtieren nach dem Tod angeknabbert und sogar Schnittspuren. Also man vermutete, diese Toten lagen nach einer Schlag eine ganze Weile an der frischen Luft, wurden von Aasfressern eingesucht und später hat man dann diesen Kampfplatz gesäubert, die Knochen. einen Teil sogar. entfleischte und dann eben an diesem Platz dort im Tal deponiert.

Und wie du sagst... Schönen Turm gebaut. Genau, teilweise sogar in ungewöhnlicher Weise arrangiert. Sie haben einen Turm gebaut. Sie haben einen Turm... Nein, das ist natürlich meine Spekulation, aber es erinnert an so Berichte von irgendwelchen Mongolen, die es als die Mongolen West -Tibet geklärt haben und danach irgendwie 15 Jahre später Reisende dadurch reisen. Wann ist das? Marco Polos Berichte, der da irgendwie deutlich später...

von Türmen von Schädeln Berichtes, die da quasi als Warnung auch aufgerichtet wurden. Das kann man sich natürlich nicht eins zu eins übertragen, aber in meiner Vorstellung, als ich das gelesen habe, habe ich einen sehr schauerlichen Knochenturm vor Augen gehabt. Genau, es gibt durch die Kulturgeschichte eben immer wieder solche Praktiken der Inszenierung der Opfer von Gewaltkonflikten. Wieso fangen wir jetzt mit den Germanen im ersten Jahrhundert nach Christus und mit den Mongolen an? Natürlich nicht, weil wir es da tatsächlich jetzt mit einer kulturellen Kontinuität zum Tollensetal zu tun hätten. Aber natürlich kann man jetzt den Advokatus Diaboli spielen und sich beim Tollensetal fragen.

Ja, okay, es spricht einiges dafür, dass wir es da mit den Opfern eines Gewaltkonflikts zu tun haben. Also das zeigt eben die Demografie, dass es fast nur Männer sind, die zahlreichen Kampfverletzungen, die Fallspitzen und so. Aber können wir eigentlich mit Sicherheit wissen, ob das auch tatsächlich das Flachtfeld war oder nicht vielleicht eher so ein Massengrab, so ein Deponierungsareal, ähnlich wie Alkenenge? Denn wir wissen, dass Tolenzetal war, offensichtlich rituell genutzter Ort, auch schon in früheren Zeiten, wo Bronzen deponiert wurden. Es war in der Bronzezeit auch durchaus eine Praxis, die sich an verschiedenen Fundplätzen bezeugen lässt, dass eben auch menschliche Körper oder Sklettereste

in Feuchtgebieten deponiert wurden. Wir erwähnten schon die Fädel aus den Schlüssen. Gegen Ende der Bronzezeit setzt dann ja auch die Niederlegung ganzer Körper vor allem in Mooren ein, die dann in der Eisenzeit ihren großen Peak erreichen, eben den Moorleichen. Dazu haben wir auch schon eine Folge gemacht, die ich euch nur ins Herz legen kann. Es gibt auch mehrere Fundplätze, wo solche verstreuten menschlichen Skelettereste irgendwo in Feuchtgebieten deponiert wurden und das teilt sogar mit Bronzeobjekten zusammen.

Es gibt da mehrere, leider meistens schon vor langer Zeit entdeckt und daher schlecht dokumentierte Fundplätze in Dänemark und Schweden. Es gibt den Fundplatz von Berlin -Spandau, wo man diverse Bronzewaffen im Moorboden rund um eine Pfostenstruktur, vielleicht so einen Steg, deponiert hat und dabei auch mindestens zwei menschliche Fäden und weitere Knochen, also auch seinen Deponierungsplatz.

Ganz neu ist nun der spektakuläre Fundplatz von Härtefeld im Havelland, also nicht weit entfernt von Berlin, so eine Insel im Nirgendwo, mitten im Moor, wo sie Hunderte von Bronzeobjekten niedergelegt haben und auch einen Haufen zerstreuter menschlicher Knochen. Da sind wir in der Periode IV, also etwas jünger als das Tolenzetal. Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob nicht auch die Funde im Tolenzetal ganz oder teilweise in so einem Sinne zu interpretieren sind. Und ja, da kann man natürlich über verfiedene Indizien sich dieser Frage nähern. Einerseits, im Gegensatz zum Beispiel zur Alkenenge, gibt's im Tollensetal kaum Spuren von Tierfraße und Verwitterung. Die Knochen sind alle in einem sehr guten Zustand.

Passend dafür spricht, dass sie relativ zeitnah nach dem Tote von Wasser bedeckt und einsedimentiert wurden und eben nicht lange an der frischen Luft lagen. Und dass da keiner rumgeschnitzt hat mit seinem Messer. Genau, es gibt auch keine Schnittspuren und Manipulationen. Wir haben auch wie bei solchen von Sekundärbestattungen oder so ja nur ein Teil der Individuen repräsentierte. Die großen Knochen sind tendenziell öfter vertreten als die kleinen, also gerade die Hand - und Fußknochen haben wir natürlich verhältnismäßig nur deutlich weniger.

Allerdings haben wir auch davon noch mehr als zum Beispiel in Alkenenge. Und schließlich haben wir zum Beispiel die schon erwähnte Pfeilspitze, die neben den Armknochen im Boden steckt, was auch darauf hindeutet, dass die offensichtlich noch wirklich mit Fleisch dran dort an diesen Ort gelangt sind und eben nicht schon skelettiert waren. Also es deutet doch vieles darauf hin, dass zumindest die Körper vollständig dort an diesen Ort gelangten. Allerdings kann man sich ja durchaus vorstellen, dass die auch dort von Menschen in Haufen zusammen getragen wurden.

Zum Beispiel gibt es ja auch Pferdeknochen und es fällt auf an Wellstein 20, dass zu einerseits die Knochen gewisse Konzentrationen bilden, was entweder natürlich so durch die Strömung akkumuliert sein könnte oder eben tatsächlich von Menschen zusammengetragen, aber dass die Menschen und Pferdeknochen ein bisschen getrennt voneinander liegen und sich kaum überschneiden, was eher für so eine bewusste Auswahl sprechen könnte.

Und schließlich können wir auch noch argumentieren, dass wir ja eine ganze Reihe von Pfeilspitzen aus dem Tal haben. Wenn jetzt das Schlachtfeld woanders gewesen wäre und die erste Sekundär dort hin transferiert worden wären, dann müsste man davor ausgehen, dass all diese Pfeilspitzen entweder in den Körpern gesteckt haben, als sie dort deponiert wurden, oder man die eben bewusst selbst noch dort deponiert hat und dass es sich nicht um einfach verschossene Pfeilspitze eben an diesem Platz handelt. Allerdings kann man gerade mal bei den Fallspitzen ganz im Norden an diesem weiteren Fundplatz auch fragen, ob das nicht auch wieder eher Deponierung sind als Schlacht der Reste. Also es gibt da durchaus

vieles sehr zu spekulieren. Auch die Holzkeulen, die hat man ja in ziemlich direkter Verbindung mit den Knochen dort in der Fundschicht gefunden. Die Holzköllen scheinen nach C14 sogar etwas älter zu datieren. Allerdings könnte es auch gut sein, dass man da einfach altes Holz verwendet hat oder die sogar längere Zeit in Benutzung waren. Mit dieser Keule hat mein Urgroßvater schon Leute tot geschlagen. Das ist ein Familienrelikt.

Genau, die Familienkeule. Genau, die wird immer weitergegeben. Seit 1000 Jahren schlagen wir damit unsere Nachbarn tot. Hier mein Sohn. Genau. Und dass man eben auch die Keulen in der Sklettfunschichte hatte. würde ja darauf hindeuten, dass es entweder tatsächlich dort das Flachtfelder war und man geht davon aus natürlich, sie hätten die Toten auch geplündert und alles wertvoll, also vor allem die Bronzewaffen mitgenommen und die Keulen dann vielleicht liegen lassen. Ja, oder wenn sie von woanders dahin gebracht worden wären, dann hätte man die Keulen auch dort bewusst mit ihnen hinbringen und dort deponieren müssen.

Aber erstaunlicherweise die Bronzewaffen dann nicht, obwohl man vor anderen Fundplätzen eigentlich Bronzewaffen eher als Deponierungen kennt. Also ganz sicher kann man sich nicht sein, aber es deutet doch tendenziell mehr darauf hin, denke ich, dass das Gewalteignis zumindest dort vor Ort stattgefunden hat und die Toten dann dort, ja, im Stück zur Ruhe kamen, durch das Wasser kleinräumig verschwemmt wurden, vielleicht auch durchaus vor Ort von Menschen vorher geplündert und zusammengetragen wurden, aber vielleicht nicht von ganz weit her kamen. Allerdings, wie wir es schon mit dem Bronzen hatten, kann man auch durchaus nachweisen, dass er auch zu anderen Zeiten eben zur Einbringung von weiteren Sklettresten

im Tal kam. Wir erwähnten ja bereits die herweiblichen Individuen aus Neolithicum und Neuzeit. Allerdings gibt es auch noch etwa zwei Kinderfädel, auch von Fundplätzen etwas weiter entfernt, Pelzinen 17 und Klazo 10. und die datieren nach C14 in die jüngere Bronzezeit und in die frühe Eisenzeit, sind also auch wieder Jahrhunderte jünger als eben die Opfer dieses Schlachtereignisses. Ja, so ein Kind im Fluss verlieren kann ja mehr jederzeit passieren. Genau. Ich meine, die sind auch nicht die stabilsten Schwimmerkinder, wissen wir. Also, ich sag mal so, so das gelegentliche Kind in der Flussmündung findet man wahrscheinlich egal wo man gleich ist. Ja, es bleibt ein Fluss. Es ist ein extrem spannender Einblick. Letztlich

haben wir es beim Tollensetal zweifellos mit so einem Palimpsest von der verschiedenen Fichten und Praktiken zu tun. Einerseits wahrscheinlich so ein großes Flachtereignis, etwa im frühen 13. Jahrhundert vor Christus. Andererseits aber auch immer wieder Deponierungen aus wahrscheinlich rituellen Gründen. Einerseits von Bronzeobjekten, aber eben auch von menschlichen Knochen. Und das heißt natürlich auch bei den zahlreichen Knochen, eben die in dieselbe Zeit wie das Flachtereignis datieren, müssen wir uns immer fragen, ob sie tatsächlich dazugehören oder nicht vielleicht sogar unabhängig davon. von dort eben eingebracht worden sein könnten. Das denke ich durchaus sehr an der wichtigsten Vorführungsfrage auch in Zukunft

und insbesondere eben diese verschiedenen Fundplätze innerhalb des Tals näher voneinander zu unterfeiden und jeweils einzeln zu verstehen. ohne dass man jetzt jeden dieser Fundplätze nur durch die Linse dieses Schlachtfeldhorizons von Welt -27 her betrachtet. Ja, das kann natürlich zusammengehören irgendwie, aber es ist unwahrscheinlich, dass das alles zusammengehört. Leute sind wahrscheinlich da seit vielen Jahrtausenden gestorben, aus unterschiedlichen Gründen, und das dann alles in eine übergreifende Theorie bringen zu müssen, ist wahrscheinlich der Mensch gewalttätig und manchmal... Manchmal, also gewalttätig und religiös ist der Mensch.

Abwechselnd oder gleichzeitig. Und im Tollensetal sehen wir beides. Genau, im Tollensetal alles zusammen. Und manchmal ist er vielleicht auch tollpatschig und fällt einfach an der falschen Stelle vom Pferd. Also all das zusammen macht das Tollensetal aus. Extrem spannend. Ich finde, das war ein super Einblick heute gegeben in diese archäologische Debatte, warum es vielleicht das älteste Schlachtfeld Europas ist. Auf jeden Fall ein altes Gewaltereignis in Nordeuropa. Vielleicht ist auch das größere Schlachtfeld tatsächlich da in Nidab irgendwie in Bayern irgendwo. Es gibt noch viele bronzezeitigen Schlachtfelder, die uns wahrscheinlich unter der Nase liegen und wir nur noch nicht gefunden haben. Und je

mehr wir davon aber wissen und je mehr wir ausgraben, das für ein klareres Bild kriegen wir auch ohne die Schrift von dieser Zeit. Und jeder neue Fund hilft uns, unser verfälschtes Bild der Vergangenheiten kleines bisschen zu korrigieren, hoffentlich. Zum Thema Korrigieren der falschen Vergangenheitsbilder.

Hier ist der richtige Moment, um auf deinen YouTube Kanal zu verweisen. Wenn ihr das ganze hier auf YouTube schaut, dann werde ich live als Kollaborateur ange... Das hat auf Deutsch auch ein Geschmäckle, das Wort, ne? Also du bist mein Kollaborateur. Was ist das? Ein Schritt über Mitläufer. Und deswegen werde ich den YouTube -Kanal von dir, den neuen, den du gemacht hast, auch mit direkt hier verlinken. Da könnt ihr live folgen für alle zukünftigen Videos, die da von ihm kommen werden. Ich denke... Wenn das jetzt veröffentlicht wird, ist auch schon das letzte Patreon Premium Video raus, wo wir über ein Reaction Video gemacht haben zu einem YouTube Video über die Steinzeit, was hoffentlich so unterhaltsam zum Anschauen

ist, wie es war es zu machen. und aufzunehmen, hatte ich große Freude dran. Das war noch heißer als heute und wir saßen sehr schwitzend vor deiner Kamera. Aber genau, also wenn ihr uns auf Patreon unterstützt oder auf YouTube eine Premiummitgliedschaft habt, dann schaut euch das direkt an. Ansonsten werde ich das langfristig auch einfach mal so online stellen, dann bin ich mal keine Folge gehabt und irgendwann eine Woche die Contentmaschine ausfällt oder ein Stottern gerät. Wenn ihr live beziehungsweise mehr von ihm lesen wollt, dann gibt es die Wunderkammer. die Wunderkammer der Kulturgefichte, wunderkammer .inselmann .net.

Das ist mein Blog, wo ich eher unregelmäßig als regelmäßig zusammen mit zwei Kollegen Artikel zur interessanten Themenpost sei es Auseinandersetzung mit pseudowissenschaftlichen Thesen über die Gefichte und Vorgefichte oder eben auch färfen zu tatsächlichen möglichen Rätseln der Vergangenheit. Ja, sehr spannend, sehr lesenswert. Schaut mal vorbei. Ansonsten, wenn ihr uns unterstützen wollt mit dem Podcast, dann könnt ihr das auf patreon .com slash allezeitderwelt tun. Ich mach den Link wie immer in die Folgenbeschreibung.

Da wird die Folgen früher werbefrei und mittlerweile auch einiges an Bonusmaterial. Im Augenblick kann man zum Beispiel das Aleister Crowley The Beast 666 Pixel Art Spiel spielen, da gibt es ein Demo -Beta -Test -Zugang für alle Patreons im Augenblick. Das habe ich die letzten Wochen und Monate gebastelt und bin noch am Feedback sammeln, bevor ich es wirklich veröffentlichen will, aber es ist ein kleines Spiel, wo man das Leben von Alistair Crowley komplett von seiner Kindheit bis zu seinem Tod nachspielen kann mit Minigames und so ein bisschen Street Fighter 2 Grafik und sich so ein bisschen durch das viktorianische England und generell bis nach indien und zurückklicken kann und so ein bisschen ja dinge über crawlies

leben lernen will für alle, denen die fünf Stunden Podcastreihe von uns her noch nicht genug waren, die das weiter vertiefen wollen. Es ist so ein bisschen der Test eines neuen Formates. Generell würde ich das auch gern für andere historische Persönlichkeiten oder Ereignisse langfristig gern umsetzen, dass man nicht nur Podcast hat, wenn man sich für was Historisches interessiert, sondern dass man ein bisschen interaktiver vielleicht sich auch durch so eine Geschichte klicken kann oder durcharbeiten oder durchrätseln. für den Bronze Age Collapse, da bin ich noch nicht so weit fürs Spiel, das wäre auch ein tolles Thema, mal eines Tages, aber im Augenblick ist es eher so eine Lebenssimulation, wo ein bisschen was

über die magischen Grundlagenwerke, ein bisschen Grimoire -Texte, ein bisschen Originaltexte von Crowley und so weiter quasi entdeckt, während man da durch sein Leben läuft. Also wenn euch das interessiert, schaut gerne mal auf Patreon vorbei. und vielen Dank an alle, die uns schon unterstützen. Ansonsten hören wir uns in zwei Wochen wahrscheinlich und ich bedanke mich bei dir live für diese wunderbare Folge. Gerne wieder und nicht zum letzten Mal. Ganz sicher nicht.

Bis dann. Tschüss. Und wir bedanken uns natürlich ganz herzlich bei unseren Patreons, die uns jeden Monat unterstützen und das ganze Projekt hier ermöglichen und am Laufen halten. Ich hatte schon erwähnt, wenn ihr dazukommen wollt, freuen wir uns sehr. Ihr könnt euch da auch in eine Liste eintragen, damit ihr auch vorgelesen werdet, wenn ihr uns regelmäßig unterstützt. Vielen lieben Dank an Fanny Dietrich, Freier Stuart, Onkel Diddy, Katharina, Fernando, Brigitte, Petrosilius Zwakelmann, Spinoza369, der coolere Herr Fischer vom Ardennes Gymnasium, die Schmaus, Tamaro, Hermikrobi, Sinet Reclef, Muttis Moppel, Dermadin, Olivier, Sylvie, Panoti, Sylvie und Panoti Schiappoulos.

Ja, kommt da gern dazu. Vielen Dank, Olivier, als neuestes Mitglied der Liste. Und ansonsten sehen wir uns ganz bald oder hören wir uns ganz bald in zwei Wochen. Bis dahin.

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