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AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie· Staffel 2· Folge 93

AstroGeoPlänkel: Explodierende Sterne und Exovulkane

Donnerstag, 13. Juni 2024 · 39 min

MP3

Shownotes

Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! (astrogeo.de/unterstuetze-uns)

In dieser Episode geht es wieder um euer Feedback zu den Geschichten: Das AstroGeoPlänkel ist eine regelmäßige Sonderfolge, in der es um eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen und Wünsche geht.

Dieses Mal sprechen wir nochmal über die überwiegend männliche Sehschwäche beim Menschen, wie verschiedene Sterne sterben können und darüber, warum Karl die spannendsten Studien zu Io erst dann findet, wenn die Folge längst aufgenommen ist. Zuletzt geht es um unsere Sprache im Podcast und was wir daran ändern können und wollen.

Weiterhören bei AstroGeo

• Folge 89: Ninjas der Nacht: Die Entwicklung der Säugetiere (astrogeo.de/winzige-wesen-oder-ninjas-der-nach…)

• Folge 91: Ein neuer Stern – die bevorstehende Nova in der Nördlichen Krone (astrogeo.de/ein-neuer-stern-die-bevorstehende-…)

• Folge 92: Vulkan-Wunderwelt: Wieso brodelt Jupiters Mond Io? (astrogeo.de/vulkan-wunderwelt-wieso-brodelt-ju…)

Weiterführende Links

• WP: de.wikipedia.org/wiki/Supernova

• WP: 55 Cancri (de.wikipedia.org/wiki/Copernicus_(Stern))

• WP: Karbonatite (de.wikipedia.org/wiki/Karbonatit)

• WP: ALMA-Teleskope (de.wikipedia.org/wiki/Atacama_Large_Millimeter…)

• Youtube: TEDx Stuttgart, Fabian Neidhardt: Die Vielleicht-Ära. Unverbindlichkeit im Alltag (youtube.com/watch?v=F8RJNMA9UFs)

Quellen

• Fachartikel: Hu et al.: A secondary atmosphere on the rocky exoplanet 55 Cancri e, Nature (2024) (arxiv.org/pdf/2405.04744)

• Fachartikel: De Kleer et al.: Isotopic evidence of long-lived volcanism on Io, Science (2024) (arxiv.org/pdf/2405.18595)

Episodenbild: NASA/JPL/DLR; ESO/L. Calçada/M.Kornmesser

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Franziska Konitzer Hallo bei Astrogeo, dem Podcast der Weltraumreporter. Ich bin Franzi Kohnitzer.

Karl Urban Und ich bin Karl Urban.

Franziska Konitzer Und wir sind zwei Wissenschaftsjournalisten, die sich hier abwechselnd eine Geschichte aus der Astrophysik und aus der Geologie erzählen. Und heute ist es wieder Zeit, dass wir uns mit eurem Feedback zu unseren Geschichten beschäftigen. Es gibt also keine neue Geschichte, sondern ausnahmslos eure Rückmeldungen in Form des Astrogeo-Plenkels und gleichzeitig Folge Nummer 93 dieses Podcasts.

Karl Urban Und wenn ihr euch nicht fürs Feedback interessiert oder ihr die vorangegangenen zwei Folgen noch gar nicht gehört habt, dann könnt ihr wahlweise zwei Folgen zurückspringen oder erst mal anhören und die erst mal anhören oder ihr überspringt einfach das heutige Astrogeo-Plinkel und wartet auf die nächste Geschichte, denn die gibt es schon voraussichtlich in zwei Wochen.

Franziska Konitzer Genau, aber in der Zwischenzeit, um eben die Wartezeit zu überbrücken, gibt es wieder ein bisschen Feedback und zwar erstmal zu einer älteren Folge oder, Karl, nämlich zur Folge 89 zu Ninjas der Nacht.

Karl Urban Genau, wo ich ja über die Evolution der Säugetiere ein paar Dinge erzählt habe. Und das sind jetzt eigentlich nur noch zwei Ergänzungen, die ich noch ganz interessant fand zum Thema Farbenblindheit. Das ist jetzt so ein Rattenschwanz. Es geht dann immer noch mal weiter in die Tiefe, genau.

Franziska Konitzer Farbenblindheit ist ja eigentlich nicht richtig. Es ist eine Farb... Was war der Begriff? Nicht blind, sondern...

Karl Urban Ja, mir fehlt da gerade auch der Begriff. Aber letztlich geht es darum, dass man halt unter Umständen Farben weniger sieht.

Franziska Konitzer Eine Rot-Grün-Schwäche zum Beispiel.

Karl Urban So was wie eine Rot-Grün-Schwäche, genau. Und darum geht es in einem Kommentar von André, der was dazu geschrieben hat, dass ich im letzten Geplänke mich gewundert habe, dass diese Farbensehschwäche bei Männern deutlich häufiger ist. Und André schreibt, die Farbenblindheit bei Männern ist deswegen so signifikant höher als bei Frauen, weil da ein oder das wesentliche Gen auf dem X-Chromosom liegt.

Karl Urban Und da gibt es eine ganze Reihe von Anomalien. Nicht alles ist ja gleich eine Krankheit, die sich dadurch auszeichnen, dass sie über das X vererbt werden.

Franziska Konitzer Ja, das macht ja auch Sinn, wenn man dann quasi nur ein X-Chromosom hat statt zwei. 2, dann hat man das eventuell nicht ein weiteres X-Chromosom, um was auszugleichen.

Karl Urban Und der Klaus ergänzt das auch noch ein bisschen detaillierter. Er schreibt, der Erbgang ist also rezessiv für die Pigmente der Rot- und der Grün-Zapfen X-Chromosomal rezessiv. Das ist, glaube ich, ungefähr das, was auch André geschrieben hat. Für die der Blau-Zapfen Autosomal rezessiv. Ja, da hört jetzt meine Biologiekenntnis auf.

Karl Urban Also, er sagt, eine Schwäche Blau zu erkennen, wird nur dann als Phänomen auftreten, wenn beide Autosomen das defekte Gen enthalten ist, also sowohl vom Vater als auch von der Mutter geerbt wurde. Bei Rot und Grün ist der Defekt auf dem X-Chromosom für Männer nicht ausgleichbar, da sie kein zweites X-Chromosom haben.

Franziska Konitzer Ich fühle mich an meinen Bio-Unterricht aus der Schulzeit erinnert.

Karl Urban Ich finde es vor allen Dingen nach wie vor cool, dass es auch Leute gibt, die UV-Licht sehen können, die da ein Zapfen für haben.

Franziska Konitzer Wenn einer unserer Hörerinnen oder Hörer UV-Licht sehen können, könnt, dann schreibt doch mal, wie die Welt, also ich meine, wahrscheinlich schaut die Welt für euch ganz normal aus, aber, Meldet euch bei uns, das finde ich interessant.

Karl Urban Ja, auf jeden Fall. Da kann man dann eigentlich auch am Sternenhimmel andere Sachen sehen, wenn man jetzt irgendwelche Gasniebel im Teleskop anschaut.

Franziska Konitzer Nee, ist der Witz nicht, dass UV-Licht sowieso größtenteils absorbiert wird von der Atmosphäre?

Karl Urban Ja, genau. Ich meine, von der Ozonschicht im Zweifel. Ein bisschen was geht durch.

Franziska Konitzer Naja, aber wie gesagt, wenn ihr UV-Licht sehen sollen könntet, dann meldet euch. Finde ich interessant.

Karl Urban Total, ja. Ja, also dieses Biologische ist ja nicht unbedingt unser Thema. Deswegen würde ich sagen, gehen wir mal zurück in unsere Gefilde, Franzi.

Franziska Konitzer In unsere Astro-Gefilde oder in mein Astro-Gefilde. Nämlich da gab es ein bisschen Feedback zu Folge 91, ein neuer Stern. Da ging es um die Nova T. Corona Borealis, die voraussichtlich dieses Jahr noch explodieren soll.

Karl Urban Aber sie ist noch nicht, oder?

Franziska Konitzer Nein, ich habe gestern gerade nochmal nachgeguckt, als ich das Geplänkel hier vorbereitet habe. Also gestern war sie noch nicht explodiert. Also weiterhin ein großes Warten. Aber auf jeden Fall schreibt Jörg dazu, die Folge war super interessant. Ich habe nur nicht verstanden, was sie gegen Hamburg einzuwenden haben.

Karl Urban Ich habe irgendwie gesagt.

Franziska Konitzer Wenn die Nova erst im Herbst explodiert, dann ist sie von Süddeutschland nicht mehr sichtbar, dann müsste man nach Norddeutschland zum Beispiel Hamburg Gott bewahre. Die Antwort darauf ist, dass Hamburg sehr weit weg von meiner oberfränkischen Heimat ist. Das ist nicht gegen Hamburg persönlich gerichtet.

Karl Urban Nein, wir haben überhaupt nichts gegen Hamburg persönlich. Auf keinen Fall. Nein.

Franziska Konitzer Und dann schreibt Frank via Spotify, dass die typischen Supernovae sind doch Sternenkollapse, bei denen weißer Zwerg, Neutronenstern oder schwarzes Loch übrig bleiben. Vielleicht dröselt ihr nochmal die verschiedenen Typen von Supernovae auf. Also, eine Nova, wie von der, die ich erzählt habe, Cicorone borealis, ist ein Doppelsystem, bei dem ein weißer Zwerg Material von seinem Begleiter absaugt und dann…, ein Teil seiner Oberfläche explodiert. Also bei einer Nova explodiert nur die Oberfläche.

Franziska Konitzer Bei einer Supernova, da gibt es verschiedene Arten von Supernovae, aber bei einer Supernova vom Typ 1a ist das auch ein weißer Zwerg in einem Doppelsystem und da explodiert aber der gesamte weiße Zwerg. Also das gesamte Ding geht in die Luft. Und deshalb ist diese Explosion eben auch sehr viel, ich sag mal, energiereicher.

Franziska Konitzer Nicht unbedingt heller, kommt ja drauf an für uns, wie weit das Sack ist, aber deshalb sehr viel energiereicher, weil bei dem einen eben nur die Oberfläche in die Luft geht, also zum Beispiel eine, grob eine Erdmasse. Und bei einer Supernova vom Typ 1a eben der ganze weiße Zwerg, also ungefähr 1,45 Sonnenmassen explodieren.

Karl Urban Und warum passiert es einmal nur in der Atmosphäre und einmal zerreißt es den Ganzen? Was ist da der Unterschied?

Franziska Konitzer Der Unterschied, da ist man sich tatsächlich noch nicht sicher, aber der Unterschied ist wahrscheinlich tatsächlich, dass, ha ha, tatsächlich, hups, da kommen wir noch dazu zu.

Karl Urban Tatsächlich.

Franziska Konitzer Also, der Unterschied ist wahrscheinlich der, dass bei Elmner Nova sich ein weißer Zwerg in einem Doppelsystem mit zum Beispiel einem roten Riesen befindet, aber man bei Supernovae vom Typ 1a inzwischen davon ausgeht, dass es tatsächlich zwei weiße Zwerge sind, die miteinander verschmelzen. Double Degenerate System nennt man das. Also zwei weiße Zwerge verschmelzen miteinander und deshalb fliegt das ganze Ding einfach in die Luft.

Franziska Konitzer So, das sind Supernovae vom Typ 1a. Was dabei wichtig ist, da bleibt nichts übrig. Also diese Wasserstoffbombe, die dann explodiert, zerfetzt alles. Da bleibt nichts übrig. Dann gibt es aber noch andere Supernovae, zum Beispiel vom Typ 2. Das sind, wie Frank schreibt, Sternenkollaps. Das sind Kernkollaps-Supernovae.

Franziska Konitzer Da ist der Stern nicht in einem Doppelsystem oder vielleicht ist er in einem Doppelsystem, aber das spielt keine Rolle für die Supernovae erst mal, sondern der Stern hört mit der Kernfusion auf und kollabiert und dann explodiert er. Und dann bleibt tatsächlich was zurück und zwar entweder ein Neutronenstern oder ein schwarzes Loch.

Franziska Konitzer Kein weißer Zwerg. Die Sonne wird ja irgendwann mal ein weißer Zwerg, aber die wird nicht vorher als Supernova explodieren. Dafür ist sie nicht massereich genug. Passiert erst ab einer Masse von 8 Sonnenmassen. Also, lange Rede, kurzer Sinn. Bei einer Nova explodiert nur die Oberfläche eines weißen Zwergs. Bei einer Supernova zerreißt es entweder den ganzen weißen Zwerg oder ich habe eine Kernkollaps-Supernova und dann kriege ich dann ein schwarzes Loch oder einen Neutronenstern hinterher raus.

Karl Urban Das heißt, es gibt keine Supernova, wo am Ende ein weißer Zwerg übrig bleibt.

Franziska Konitzer Es gibt keine Supernova, bei der ein weißer Zwerg übrig bleibt.

Karl Urban Nur eine Supernova, wo ein weißer Zwerg am Anfang da ist und dann verschwindet. Ja.

Franziska Konitzer Genau. Genau.

Karl Urban Sehr gut. Also tatsächlich auch, also vielen Dank, lieber Frank. Mich verwirren diese Dinge auch. Ich habe die mal gelernt in der Schule. Ich hatte ja mal so ein Jahr in meiner Schule das Privileg, da Astronomie Unterricht zu haben. Aber tatsächlich ist da irgendwas falsch eingespeichert worden bei mir.

Franziska Konitzer Ah, wieso? Was war bei dir?

Karl Urban Ich habe das auch mir mir so gemerkt, dass irgendwie auch ein weißer Zwerg bei rauskommen kann. Aber das habe ich dann offenbar durcheinander gebracht.

Franziska Konitzer Nee, weil es ist tatsächlich so, tatsächlich, ping, wenn ein Stern ungefähr von der Masse der Sonne mit der Kernfusion von Wasser fertig ist, dann verbrennt er ja zu Helium und so weiter. Aber die Sonne, um jetzt bei ihr zu bleiben, wird nie massereich genug sein, um zum Beispiel weiterzumachen, bis Eisen.

Franziska Konitzer Und das ist bei Supernovae schon der Fall, bei sehr viel massereicheren Sternen. Die machen einfach weiter und weiter und weiter bis zum Eisen und dann geht aber wirklich gar nichts mehr. Und dann kollabieren die eben und dann sind die Bedingungen im Inneren letztendlich so hoch, dass auf diesen, ich sag mal, sehr dichten Kern die Masse einstürzt, davon abprallt, weil sie eben nicht weiter reinstürzen kann und dann macht, naja, nicht bumm, aber dann explodiert die Supernova.

Karl Urban Doch, es macht bumm.

Franziska Konitzer Doch. Nein, das ist bei einem weißen Zwerg nicht der Fall, weil bei einer Supernova, ich sage jetzt Kernkollaps, hast du ja hinterher eben Neutronenstern, also degenerierte Masse aus Neutronen, weil der Druck eben auch so hoch ist, dass es die Elektronen in den Atomkern reinquetscht und dann kriege ich nur Neutronen, vereinfacht gesagt.

Franziska Konitzer Oder eben er ist so hoch, dass das alles immer weiter kollabiert und dann bekomme ich eben ein schwarzes Loch. Während hingegen, wenn die Sonne mit der Kernfusion wirklich zu Ende ist, ich weiß gar nicht, wie weit sie kommt, Kohlenstoff, Sauerstoff irgendwie, dann habe ich hinterher, der weiße Zwerg besteht ja nicht aus Neutronen, sondern besteht aus im Inneren wohl dann halt Sauerstoff, Kohlenstoff und hat eine ganz normale, in Anführungszeichen, Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium.

Franziska Konitzer So was, also ist, genau. Also ist, ist auch ein weißer Zwerg ist auch sehr dicht, aber eben lange nicht so dicht wie ein Neutronenstern und auch lange nicht so dicht wie ein schwarzes Loch. Also deshalb keine Supernova in unserem eigenen Sonnensystem. So. Okay. Okay. Alle Klarheiten beseitigt.

Karl Urban Total.

Franziska Konitzer Und zu guter Letzt schreibt Markus noch oder fragt, ob bei den Novel eigentlich auch Material ins Weltall geschleudert wird, das dann bei der Entstehung neuer Sterne und Planeten und gegebenenfalls eventuell ganz vielleicht im unwahrscheinlichsten aller Fälle auch der von Leben eine Rolle spielt. Bei Supernova in den von Jets von schwarzen Löchern ist das doch so.

Franziska Konitzer Das ist auch bei Novel so. Da wird natürlich Material ins All geschleudert, halt im geringeren Umfang. Also gibt es kein konkretes Beispiel, soweit ich weiß, wo man sagt, oh, da war mal eine Nova hinter dieser Gaswolke, so ist das nicht. Aber ja, auch diese Explosionen sorgen dafür, dass Material ins All geschleudert wird.

Franziska Konitzer Ich denke hauptsächlich tatsächlich Wasserstoff wird ja abgesaugt vom anderen Stern, Wasserstoff, Helium und diesen ganzen all the good stuff. Und natürlich reichert das dann auch das interstellare Medium wieder an und kann natürlich auch nicht alleine dafür sorgen, dass da wieder ein neues Sternsystem oder Planetenstern erzielt.

Franziska Konitzer Dafür ist es nicht genug Material, aber es sorgt dafür, dass dieses Material wieder raus ins All gelangt und dann kann es dann auch weitergehen.

Karl Urban Das kann man doch bestimmt ausrechnen, ne? Also wenn du dir so interstellares Gas anschaust, wie die Quellen dafür waren, ne? Also du kannst irgendwie sagen, also worüber ich gerade nachgrüble ist, Supernovae sind ja eher massereiche Sterne, von denen es statistisch mehr gibt, äh, nein, weniger gibt.

Franziska Konitzer Also es sind viel seltener.

Karl Urban Genau, es sind viel seltener, aber je größer ein Stern ist, umso kürzer lebt er. Das heißt, in der Entwicklung des Universums gab es schon mehr von den massereichen, die explodiert sind. Und die ganz kleinen, keine Ahnung, so rote Zwerge, wenn die kurz nach dem Urkanal entstanden sind, leben die teilweise heute noch, weil die einfach so lange leuchten können.

Karl Urban Das heißt, keine Ahnung, wo da das… Ja.

Franziska Konitzer Es ist tatsächlich so. Es gibt auch in der Geschichte des Universums meines Wissens nach weniger massereiche Sterne als rote Zwerge. Viel weniger, weil die, ich glaube, was ist denn das? Die supermassereichen Sterne sind irgendwie ein Prozent und die leben dann irgendwie fünf Millionen Jahre lang. Aber es ist zumindest bei solchen sehr massereichen Sternen, bei den Supernovae so, weil Sterne entstehen ja nicht in einem, aha, sie entstehen in einem Vakuum tatsächlich.

Franziska Konitzer Tatsächlich entstehen sie in einem Vakuum, aber ja nicht alleine, sondern meistens in Sternentstehungsgebieten. Und dann entstehen viele Sterne gleichzeitig unterschiedlicher Größen und die sehr massereichen Sterne sind eben dann nach wenigen Millionen Jahren, nicht Milliarden, mit ihrer Entwicklung durch, explodieren als Supernova und reichern dann die Umgebung an.

Franziska Konitzer Aber da das immer noch dieses Sternentstehungsgebiet ist, was ja eh per se schon ein bisschen massereicher ist, können dann die Reihe der Explosion, kann neue Sternentstehungen auslösen oder auch unterdrücken, es kommt drauf an, aber reichert eben auch an. Aber der Zusammenhang ist jetzt nicht so linear oder so einfach, dass ich sagen kann, okay, an dieser Stelle ist eine Supernova explodiert, hat Material ins All geschleudert und dann entsteht da vielleicht ein oder zwei Milliarden Jahre später ein neues Sternensystem.

Franziska Konitzer Das ist nicht so einfach, weil Sterne eben meistens in diesen Sternentstehungsgebieten entstehen. Also deshalb ist das nicht, ja, ist das nicht so, ein kein so einfacher Zusammenhang, dass ich einfach sagen könnte, okay, aus dieser ehemaligen Supernova besteht unsere Sonne oder irgendwie so.

Karl Urban Und wir, das finde ich immer das Krasseste, dass man sich sagen kann, wir sind halt auch aus Sternenstaub und vielleicht noch ein bisschen primordialem Wasserstoff, der vom Urknall kommt.

Franziska Konitzer Der meiste primordiale Wasserstoff natürlich. Alles Wasser, aus dem wir bestehen. Der Wasserstoff, der kommt nur nach dem Urknall an. Anders kann ich keinen Wasserstoff machen.

Karl Urban Da fühlt man sich doch auch gleich irgendwie gleichzeitig klein und unbedeutend, aber auch irgendwie Teil des Ganzen, oder?

Franziska Konitzer Naja, aber andererseits weißt du jetzt auch, dass der größte Teil von dir eine richtig alte Schachtel ist, Karl, weil der allergrößte Teil von dir 13,82 Milliarden Jahre alt ist.

Karl Urban Schön.

Franziska Konitzer Hurra.

Karl Urban Okay, dann haben wir das geklärt. Ist immer gut, ein bisschen am Selbstwertgefühl zu arbeiten, finde ich. Ja, dann mache ich mal weiter, oder? Ja. Würde ich sagen. Und zwar zur Folge 92, meine letzte, wo ich dir von der Vulkan-Wunderwelt Io, dem Jupiter-Mond, erzählt habe. Der stinkenden Schönheit, die auch schon ein paar Jahrmilliarden auf dem Kasten hat.

Karl Urban Und da gibt es ein paar Kommentare, vielleicht ganz zum Anfang. Es gibt eine Stelle, da war ich ein bisschen verwirrt offenbar. Und Marco und auch Hans ist das aufgefallen und die schreiben wieso sagt Karl die ganze Zeit SO2 das macht mich wahnsinnig, wenn er eigentlich SO2 meint. Und dann habe ich erst gedacht naja, ich habe ja von beidem in der Folge erzählt, also SO2, Schwefeldioxid ist das, was IO gelb macht das ist als Gas, kommt das aus dem Vulkan und legt sich dann überall auf die Oberfläche und dann geht es ja aber ja auch um das Siliziumdioxid, SO2, was in der Lava drin ist, weil das ja ein silikatischer Vulkanismus ist.

Karl Urban Aber es gibt, ich habe dann im Transkript nachgeguckt und ihr habt völlig recht, es gibt diese Stelle, wo ich über das Schwefeldioxid rede und mehrmals hintereinander CO2 sage. Das ist dir nicht aufgefallen und mir beim Schneiden ist es auch nicht aufgefallen.

Franziska Konitzer Ja, ich als geologischer Komplettleihe keine Ahnung was, ich sage so Stein.

Karl Urban Genau. Ja, also ihr habt völlig recht, das ist hiermit korrigiert. Mea culpa. Genau, nicht direkt Feedback, aber eine interessante Entwicklung oder eigentlich mehrere Sachen sind passiert, seitdem wir diese Folge aufgenommen haben und davon würde ich kurz erzählen wollen. Ich habe ja in der Folge nicht nur erzählt von Io, sondern auch wofür wir dessen Beobachtungen zukünftig brauchen, dass nämlich die ersten Exoplaneten, deren Atmosphärenzusammensetzung wir bald bestimmen können mit immer besseren Teleskopen, vermutlich eben solche höllischen vulkanisch aktiven Welten sein dürften.

Karl Urban Und in der Folge gab es eine Reaktion von dir darauf, die ich am Ende aber rausgeschnitten habe, um das irgendwie stringent zu haben. Es tut mir leid, ich habe dich da zensiert, ganz fies. Genau, du hattest nämlich gesagt, dass es gerade in dieser Woche, dass du gesehen hattest, da gibt es ein Paper in Nature, wo es genau um so eine Welt geht.

Franziska Konitzer Eine höllische Exoplanetenwelt, ja.

Karl Urban Genau, und da habe ich gedacht, beim Schneiden, naja, das gucke ich mir fürs Geplänkel nochmal genauer an, dann können wir da genauer drüber reden. Und ich mag das ja auch nur anreißen, aber ganz kurz. Also es geht um ein Sternensystem namens 55 Cancri und dessen Planeten 55 Cancri e, der auch den Beinamen Jansen bekommen hat.

Karl Urban Und dieser Exoplanet ist 41 Lichtjahre von uns entfernt und hat einen etwa doppelt so großen Durchmesser wie die Erde. Und er fällt vor allem dadurch auf, dass er seinen Stern in einem Abstand von nur drei Millionen Kilometern umkreist. Also zum Vergleich, der Merkur hat einen Abstand von 60 Millionen Kilometern.

Franziska Konitzer Und Merkur ist schon recht nah dran.

Karl Urban Kohlendioxid. Und woher kommen diese Gase? Die Autoren dieses Papers sagen, es wäre plausibel, dass diese Atmosphäre von einem Magma-Ozean gespeist wird, was bei einer vermuteten Oberflächentemperatur von 2400 Grad Celsius durchaus plausibel ist, würde ich sagen. Aber natürlich bleibt die Frage, wie solide das Ergebnis ist.

Karl Urban Also das ist ja immer, es war ja auch schon in deiner Folge, das große Thema hier, wo es um den Ex-Planeten K2-18b ging und dessen Atmosphäre. Und die Forscher weisen selbst in jedem Paper jetzt hier darauf hin, dass man bei diesem Planeten schon mal versucht hat, die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre zu bestimmen. Und da kam was anderes bei raus.

Karl Urban Also da hat man keinen Kohlenmonoxid und Kohlendioxid gesehen. Ich weiß gar nicht, was man gesehen hat, aber es war was anderes.

Franziska Konitzer Ja, aber ich glaube, man kann sich zumindest darauf einigen, dass dieser Planet wahrscheinlich überhaupt eine Atmosphäre hat.

Karl Urban Ja, es ist nicht so unwahrscheinlich. Also ich meine, der ist nah an seinem Stern, der wird sicher sehr, sehr viel Gas ständig verlieren und dann ist halt nur die Frage, ob die Quelle dieses Gases ein bisschen potenter ist und sozusagen da ein Gleichgewicht schafft, indem sie mehr Gas anreichert oder zumindest genauso schnell das Gas anreichert, wie es wieder weggeblasen wird vom Stern.

Karl Urban Ja, also letzten Endes ist die große Frage hier, gibt es jetzt noch methodischen Optimierungsbedarf oder was auch ganz spannend wäre, die Atmosphäre verändert sich über die Zeit. Es ist natürlich auch möglich, dass es dann immer mal größere vulkanische Ausgasungsereignisse gibt und dann hat er eine dichtere Atmosphäre der einen Zusammensetzung und dann gibt es Einwirkungen des Sterns, Gase werden zersetzt oder es gibt verschiedene Vulkane.

Karl Urban Also auf der Erde gibt es ja zum Beispiel silikatische Vulkane, es gibt aber auch vereinzelt zum Beispiel karbonatitische Vulkane, also wo Kalziumkarbonat flüssig ist und es gibt nach und anderes Gas teilweise, was da rauskommt.

Franziska Konitzer Dann hätten beide Forschungen, dann hätten beide Messungen der Atmosphäre von 55 Kankri quasi recht, wenn man es auf zwei verschiedenen Zeitpunkten gemessen hat.

Karl Urban Genau, ist jetzt natürlich reine Spekulation, aber das wäre auch witzig, also jetzt auch nicht per se auszuschließen. So oder so bestätigt dieses Ergebnis aber, was ich in meiner Folge zu Io behauptet habe, nämlich, dass die Teleskopmessungen jetzt zunehmend dazu führen, dass sich die Forschenden mit der chemischen Zusammensetzung von vulkanisch sehr aktiven Exoplaneten beschäftigen werden.

Karl Urban Also ich glaube, das ist jetzt wahrscheinlich dann auch dann irgendwann, wenn man noch ein bisschen mehr und bessere Daten hat, die Stunde der Modellierer dann wieder diese Welten zu modellieren und sich zu überlegen, wie funktionieren die so intern.

Franziska Konitzer Ja, und da ist ja Io dann eigentlich ein gutes Beispiel, weil ansonsten haben wir in unserem Sonnensystem nichts Vergleichbares. Wir haben keinen vulkanisch sehr aktiven Planeten. Ich meine, Merkur ist so nah an der Sonne dran, aber viel tun tut sich da ja auch nicht.

Karl Urban Genau, also es ist einfach, bei den meisten Planeten ist es einfach schon zu lange her, dass die vulkanisch aktiv waren. Ja, und wenn wir schon über Studien reden, ihr kennt das, man hat sich gerade intensiv mit einem Thema beschäftigt und schwupps, zwei Tage später fliegt einem genau zu diesem Thema etwas vorbei, was natürlich kein riesengroßer Zufall ist, sondern einfach nur Aufmerksamkeitsverzerrung.

Franziska Konitzer Mir geht das meistens eigentlich nur bei Metalbands so. Ich entdecke eine neue und ich stehe zwei Tage später fest, sie spielen ein Konzert in München und dann kaufe ich Tickets. Aber ja.

Karl Urban Ja, Coincidence, ja, göttliche Vorsehung.

Franziska Konitzer Oder gutes Marketing.

Karl Urban Oder Psychologie. Genau, was da wenige Tage nach unserer Aufnahme an mir vorbeischwebte, war eine Studie von ein paar US-Forschenden, die sich mal die Isotopen-Zusammensetzung in der Atmosphäre von Io genau angeguckt haben. Wie ich ja in der Folge gesagt habe, hat Io eine sehr, sehr, sehr dünne Atmosphäre.

Karl Urban Und das hat mich selber verblüfft, dass man die isotopisch untersuchen kann von der Erde aus. Die haben tatsächlich dieses Millimeterwellenteleskop ALMA von der Europäischen Südsteinwarte in Chile verwendet und damit war das möglich, sich anzuschauen, welche Isotope von Schwefel und Chlor in den Verbindungen der Io-Atmosphäre stecken.

Karl Urban Und was sagen diese Isotope aus? Also erstmal, Isotop heißt zum Beispiel, man hat dieses SO2, nicht SiO2, SO2, Schwefeldioxid, als Gas in der Atmosphäre. Schwefeldioxid. Da gibt es in der Regel mehrere Isotope, also sozusagen Kerne mit mehr oder weniger Neutronen, die aber chemisch die gleichen Eigenschaften haben.

Karl Urban Das heißt, es gibt einfach SO2 mit verschiedenen Isotopen. Ich weiß jetzt gar nicht, welche genau, aber es ist auch egal. Die sind aber dadurch geringfügig unterschiedlich schwer, weil einfach die Zahl der Neutronen in diesen Kernen unterschiedlich ist. Und was bei einer Welt einfach eine Rolle spielt, die eine Gravitation hat.

Karl Urban Das heißt, die etwas geringfügig leichteren SO2-Moleküle sind einfach tendenziell ein bisschen weiter oben. Alles statistisch gesprochen natürlich. Die sind dann tendenziell auch eher noch intensiverer Sonnenstrahlung ausgesetzt oder im Fall von Io vielleicht auch den Auswirkungen des Magnetfelds und dieser Teilchenströme, die es da gibt in dieser Umgebung von Jupiter.

Karl Urban Und alles das führt dazu, dass leichtere Isotope schneller verloren gehen, weil sie in der oberen Atmosphäre eher gespalten werden und verschwinden und schwere Isotope eher da bleiben. Und dann kann man halt mit Annahmen daran gehen und sagen, naja, als der Mond in dem Fall oder ein Planet entstanden ist, gab es eine Grundzusammensetzung erstmal von Isotopen und wenn wir heute was beobachten, was ganz anders ist, stark davon abweicht, dann kann man sagen, dass da schon sehr lange diese Prozesse wirken.

Karl Urban Und wenn das was ist, was nah an dem Ausgangsmaterial liegt, also jetzt auch an dem, wie die Zusammensetzung des festen Inneren zum Beispiel von so einem Körper beschaffen ist, dann kann man sagen, dass es vielleicht noch nicht so lange der Fall ist, dass da zum Beispiel Vulkane aktiv sind.

Franziska Konitzer Also Io bricht erst seit 100.000 Jahren aus.

Karl Urban Genau, also das wäre die andere Option und das hat man sich halt bei Io jetzt angeschaut und lange Rede kurzer Sinn, Das Ergebnis ist quasi, dass Io schon so gut wie immer vulkanisch aktiv war, sagen die Forscher hier. Und das bedeutet, im Umkehrschluss fand ich ganz interessant, dass Io ungefähr seit er existiert 94 bis 99 Prozent seines Schwebels ins All verloren hat. Oder in Jupiter oder wo auch immer.

Franziska Konitzer Daraus lerne ich, er hat früher noch viel mehr gestunken.

Karl Urban Das kann sein, oder?

Franziska Konitzer Oder er hat... Wenn er jetzt weniger Schwefel hat als vorher, müsste er jetzt eigentlich nicht mehr so übel riechend sein, wie irgendwie vor, weiß ich nicht, drei Milliarden Jahren.

Karl Urban Ich glaube, sie hat immer noch mehr als genug Schwefel. Ja. Ja, fand ich interessant. Packe ich auf jeden Fall auch in die Shownotes, diese Studie.

Franziska Konitzer Und die 255 Cancri eh auch.

Karl Urban Auf jeden Fall, alle beide, ja, genau. Also vielleicht ist es Aufmerksamkeitsverzerrung, vielleicht ist es aber auch tatsächlich, dass das Io irgendwie auch in den Fokus gerät. Ich hatte ja auch gesagt, dass die Juno-Mission der NASA da jetzt schon ein paar Daten geliefert hat. Das ALMA-Teleskop ist ja jetzt auch erst einige Jahre aktiv.

Karl Urban Also es kann natürlich auch sein, dass da einfach das Interesse ein bisschen zunimmt, weil man auch aus der Ferne mehr Möglichkeiten hat.

Franziska Konitzer Ja, man kann es halt untersuchen.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Überhaupt mal. Ja.

Karl Urban Ja, dann vielleicht noch eine kleine Anmerkung. Das ist auch ein Kommentar von Markus und auch von Klaus auf unserer Webseite zum Thema Orbitmechanik. Ich hatte ja so ein bisschen erzählt, wie das ist mit diesem Orbit und den Resonanzen und warum Io so kreist, wie er kreist. Und warum er auf eine exzentrische Bahn gezwungen wird. Und dadurch eigentlich auch erst diese ganze Reibungswärme in seinem Inneren entladen kann oder aufbauen kann.

Karl Urban Und da sind Franzi und ich übereingekommen, dass wir das Thema mal in einer eigenen Geschichte, also du, du machst das.

Franziska Konitzer Ich hatte mich dafür quasi freiwillig gemeldet, weil es ja definitiv.

Karl Urban Ja, finde ich sehr gut.

Franziska Konitzer Das verstehe auch ich vielleicht endlich, was Resonanzen genau sind. Genau.

Karl Urban Es ist, glaube ich, nämlich wirklich gar nicht ohne und das müssen wir mal in größerer Tiefe bei anderer Gelegenheit machen und jetzt nicht in so einer Gepränkelfolge.

Franziska Konitzer Also Arbeit Mechanik ist, was dreht sich wie.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Und dann dieses Feld werden wir einmal beackern.

Karl Urban Das werden wir.

Franziska Konitzer Genau. So, dann haben wir noch ein bisschen allgemeines Feedback. Einmal kurz, schreibt Jan, hier Spotify. Wo finde ich denn die Shownotes oder welche Datenbank ist das mit den Daten zu Nova? Also die Shownotes findet ihr zu jeder Folge auf astrogeo.de und auch auf Spotify.

Karl Urban Ach ja, stimmt, auf Spotify ist es eigentlich auch zu finden.

Franziska Konitzer Auf Spotify auch, aber ich weiß nicht, ob das nur ein Bug bei mir ist oder eine Anzeige tatsächlich. Tatsächlich, wenn ich auf Spotify gehe, dann muss ich sehr lange, wenn ich dann auf die Details zu einer einzelnen Folge gehe, muss ich super lange durch irgendwie Blank Space scrollen, bevor ich zu den eigentlichen Shownotes komme und ich habe noch nicht rausgefunden, woran das liegt.

Franziska Konitzer Aber Jan, um deine Frage zu beantworten, die Shownotes sind auch auf Spotify verfügbar, auch mit den Links und allem Pipapo. Und wir schauen uns das nochmal genauer an mit diesem ganzen Leerraum aus Spotify und in der Zwischenzeit aber auch auf astrogeo.de sind die Shownotes zu jeder Folge natürlich abrufbar und verlinkt.

Franziska Konitzer Und diese Datenbank können wir auch gerne in den Folgen zu den variablen Sternen, diese Datenbank können wir auch gerne nochmal hier in den Show Notes zu diesem Geplänkel verlinken vielleicht.

Karl Urban Auf jeden Fall, machen wir. Das mit diesem Blank Space in Spotify habe ich tatsächlich noch nicht rausgefunden. Wir geben ja da unseren Feed einfach nur rein und da ist der Blank Space nicht drin. Allerdings gibt es auch, habe ich da auch jetzt noch keinen anderen Podcast bei Spotify gesehen, wo das der Fall ist.

Karl Urban Also wenn jemand von euch dieses Problem kennt, freuen wir uns über eine vertrauenswürdige Mail, wie wir das beheben können.

Franziska Konitzer Oder in den Kommentaren, in all caps. Wo ihr wollt. Immer schön, wo ihr wollt. Genau. Dann das nächste Feedback lese ich vor, weil ich es super lustig fand. So, Tobias schreibt, pass auf. Euer Podcast ist super. Ich habe fast alle Folgen gehört und empfehle auch fleißig weiter. Neuerdings habe ich eine tatsächlich Phobie entwickelt.

Franziska Konitzer Leider kommt in dem Podcast tatsächlich, tatsächlich wahnsinnig oft vor. So schlimm ist es natürlich nicht. Aber wenn man darauf achtet, könnte man es reduzieren. Also, erstmal danke für das Lob. Ich muss sagen, ich fand deine Mail super lustig, weil ich das selber kenne, dass ich irgendwelche, ich sag mal, Hangups entwickle bei Inhalten und dann natürlich noch stärker darauf achte.

Franziska Konitzer Stichwort Aufmerksamkeitsverzerrung. Ich habe mal nachgeschaut und die tatsächlich gezählt in den Transkripten unserer Folgen, die ihr ja auch auf der Website finden könnt zu jeder Folge. Also in deiner Geschichte zu Iokal haben die beide tatsächlich 40 Mal verwendet. In meiner Geschichte zu Novartekorone Borealis 35 Mal und in Folge 90, dem letzten Geplänkel, immerhin nur 16 Mal. Hurra.

Karl Urban Also im Geplänkel gibt es weniger tatsächlich. Ist ja interessant. Geht es da um weniger Tatsachen oder woran liegt das?

Franziska Konitzer Ich habe keine Ahnung, aber ja, deshalb mein Bing bei jedem tatsächlich in diesem Geplänkel bislang. Wir müssen das jetzt mal am Ende dann wieder zählen.

Karl Urban Wir machen jetzt eine neue Kategorie auf. Tatsächlich Counter am Ende einer Folge. Ja, es ist lustig. Also ich finde es auch lustig. Und vielen Dank, lieber Tobias.

Franziska Konitzer Das ist auf jeden Fall ein guter Hinweis, weil oft entwickelt man ja auch oder wir beide entwickeln dann... So Sprachmarotten und dann schleift sich das ein, weil wir selber es nicht merken. Ich habe mir vorher über den Gebrauch von diesem jenen Füllwort noch nie so Gedanken gemacht. Ich glaube, genau sagen wir auch sehr oft, das muss ich auch mal zählen.

Franziska Konitzer Aber ja, danke für das Feedback.

Karl Urban Da gab es auch schon mal einen Kommentar. Toller Podcast, aber zu oft genau. Kann ich nicht hören.

Franziska Konitzer Oh schön, das zähle ich für das nächste Geplänkel, wie oft das dann vorkommt. Wenn es tatsächlich schlägt, dann hui.

Karl Urban Also ich habe mich mit Tobias ein bisschen ausgetauscht. Es war sehr freundlich und wie gesagt, ich bedanke mich für das Feedback. Ich finde, aber es ist tatsächlich gar nicht so leicht, was man draus machen soll. Entschuldigung. Also meine Gedanken dazu sind, unser größtes, oberstes Ziel ist natürlich, dass ihr uns gerne hört und natürlich auch das, worüber wir erzählen, möglichst gut aufnehmen Also Verständlichkeit ist natürlich das Hauptziel unseres Gesprächs.

Karl Urban Dass ihr uns gerne hört, ist aber auch, also eine weitere Bedingung ist natürlich, dass wir ein nettes Gespräch miteinander führen und dass wir nicht so reden, als wenn wir alles vorformuliert haben. Also, dass es dann völlig geschniegelt alles klingt. Dann entsteht halt kein schönes Gespräch. Dann klingt es halt so, als würden sich zwei Roboter unterhalten.

Karl Urban Und es gibt ein paar Dinge, die man auch in einem natürlich geführten Gespräch im Schnitt bearbeiten kann. Also, sowas wie Äs. Da gibt es, die meisten Menschen verwenden relativ viele S und S haben halt, es ist halt immer ein Moment des Nachdenkens, deswegen schneiden wir nicht hart jedes R raus, aber wir schneiden tatsächlich sehr viele S raus.

Karl Urban Und manchmal lasse ich es aber tatsächlich drin, weil es manchmal hilft, wenn die Gedanken.

Franziska Konitzer Ich bin so gemein, das hast du wieder tatsächlich gesagt.

Karl Urban Tatsächlich. Ja, das kann tatsächlich helfen. Ja, aber man merkt jetzt hier das Problem. Also tatsächlich kann man nicht rausschneiden. Also könnte man schon, aber dann klingt es ganz hässlich. Und da fehlt ja dann auch was im Satz. Und die Alternative ist, dass wir hier uns so eine No-Sale-List an den Bildschirm hängen und versuchen, diese Wörter nicht mehr zu verwenden oder andere Synonyme zu verwenden. und wir sagen die ganze Zeit im Endeffekt und de facto und keine Ahnung.

Karl Urban Und ich glaube, dann geht es aber in die Richtung von so einer geschniegelten Sprache. Oder wir klingen einfach total abgehackt, weil wir total durcheinander kommen, weil wir uns auf die Inhalte konzentrieren und gleichzeitig noch versuchen, die richtigen Wörter zu verwenden. Ja, und das ist irgendwie nicht so einfach zu lösen. Ich habe auch mal auf Mastodon rumgefragt.

Karl Urban Im Zuge von Tobias Mail und mal gefragt, wie die Hörer, die uns dort kennen, das sehen oder auch bei ihren Podcasts, die sie gerne hören.

Franziska Konitzer Wie das tatsächlich, tatsächlich ankommt.

Karl Urban Ja, also nicht nur in Bezug auf tatsächlich, sondern generell, wie das so ist mit Wörtern. Wenn euch sowas stört in einem Podcast, was wäre eure Empfehlung als Hörer? Also hochgradig repräsentativ ist die Umfrage nicht, aber es gab immerhin 58 TeilnehmerInnen und zwei Drittel waren dafür, einfach gar nichts zu ändern von denen.

Franziska Konitzer Hurra, das, was wir hören möchten.

Karl Urban Und nicht mal ein Sechstel hat gesagt, jetzt speziell den Gebrauch von tatsächlich zu reduzieren. Ein weiteres Sechstel hat mehr oder weniger konstruktive Anmerkungen. Also ich fand ganz nett den, ich weiß gar nicht mehr, von wem es war, aber doch hier, Monty Runner auf Mastodon hat vorgeschlagen, dass wir störende Worte von jetzt an singen. Fand ich auch ganz nett.

Karl Urban Aber möglicherweise geht das auch gegen die Verständlichkeit. Und es gab noch einen guten Kommentar von Franziska, also nicht von dir, von einer Followerin. Die hat auf einen TED-Talk verwiesen von Fabian Neidhardt in Stuttgart vor ein paar Jahren. Der ist Kommunikationswissenschaftler, einer, der sehr gut reden kann, mit wen ich tatsächlich. Tatsächlich, tatsächlich.

Karl Urban Und da geht es in diesem Talk jetzt eigentlich ein bisschen um was anderes. Also er hängt sich so ein bisschen daran auf, dass unsere Generation, also auch unserer beider Generationen, sehr viele Weichspülerworte verwendet, die Unverbindlichkeit ausdrücken. Sowas wie vielleicht irgendwie möglicherweise also Wörter, die ausdrücken, dass man sich sprachlich auf nichts einlassen will und alles im Ungefähren lässt, und ich muss sagen, da ist doch tatsächlich im Vergleich dazu ein wunderbar handfestes Wort was das vor allem dafür spricht, dass wir ein Wissenschaftspodcast sind und großen Wert auf Fakten und solide Recherchen legen, und genau passt da ja auch rein also vielleicht ist das gar kein Bug sondern ein Feature am Ende,

Karl Urban Tatsächlich.

Franziska Konitzer Guter Schlusssatz. Ich werde mal darauf achten und wahrscheinlich dich trotzdem jedes Mal auslachen.

Karl Urban Ja, vielleicht führt das jetzt dazu, dadurch, dass wir das jetzt hier an die große Glocke hängen, dass jetzt ganz vielen Leuten das auffällt und sie vorher überhaupt nicht genervt waren, aber jetzt genervt sind von uns.

Franziska Konitzer Also danke, Tobias, für deine Mail, aber wenn unsere Hörerzahlen oder höheren Zahlen jetzt runtergehen, dann ist es alles deine Schuld.

Karl Urban Na. So.

Franziska Konitzer So, würde ich sagen, an dieser Stelle, wir mögen alle unsere Hörerinnen und Hörer, an dieser Stelle beenden wir das Ganze, würde ich vorschlagen. Aber die genaue zähle ich trotzdem für die nächste Folge.

Karl Urban Genau, tatsächlich.

Franziska Konitzer Ende, ansonsten kriege ich einen Lachkrampf. Das ist nix. Ich bin auch noch erkältet, das tut nur weh.

Karl Urban Nein, das wollen wir auf keinen Fall. Und ja, schickt uns weiterhin Feedback. Ich finde das gut. Und man muss nicht alles zu ernst nehmen, aber wir geben unser Bestes, dass ihr uns weiter gerne hört, würde ich sagen.

Franziska Konitzer Ja, immer, immer, immer.

Karl Urban Immer. Immer, ja, auf jeden Fall. Genau. Genau, dann würde ich sagen.

Franziska Konitzer Genau, oh nein, genau.

Karl Urban Das war tatsächlich.

Franziska Konitzer Oh weh, wahrscheinlich, ja.

Karl Urban Franzi, zum Schluss ist jetzt hier Zeit, nochmal Danke zu sagen und zwar auch an dieses Mal wieder an alle, die uns finanziell unterstützen. Wir haben euch alle sehr lieb dafür.

Franziska Konitzer Ja. Und großen Dank geht diese Woche an unsere neuen UnterstützerInnen und zwar Jens, Anne, Tobias, Jens, Maximilian, Paul, Julian und Patrick oder Patrick, das kann man nie so genau sehen. Genau. Danke an euch.

Karl Urban Vielen Dank.

Franziska Konitzer Dann war es das mit der Ausgabe 93 von Astrogeo, einem Astrogeo-Plenkel. Schickt uns gerne weiter mehr Feedback auf allen Kanälen. Das kommt dann hier rein in die nächste Ausgabe des Astrogeo-Plenkels. Bis dahin. Tschüss und macht's gut.

Karl Urban Glück auf und Ad Astra.

Franziska Konitzer Bis zum nächsten Mal.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Ah, genau, es ist neu tatsächlich. Oh nein.

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