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AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie· Staffel 2· Folge 125

AstroGeoPlänkel: Gletscherflut, Geoengineering, Singularität

Donnerstag, 23. Oktober 2025 · 57 min

MP3

Shownotes

Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! (astrogeo.de/unterstuetze-uns)

In dieser Folge widmen sich Franzi und Karl dem Feedback zu den letzten drei Geschichten im AstroGeo Podcast. Hörer berichten, wo sie AstroGeo gehört haben, etwa bei einer Fahrradtour durch Frankreich oder im Zug bei der Fahrt quer durch Europa.

In Folge 122 ging es um Seen tief unter dem Gletschereis der Antarktis und von Grönland, die künftig zum Problem werden könnten. Karl hatte erzählt, ob man einen rutschenden Gletscher trockenlegen könnte, indem man den darunterliegenden See abpumpt. Dazu gibt es eine korrigierte Zahl: Demnach wäre für die kritischsten Gletscherzungen „nur“ zehnmal mehr Flüssigkeit in Grönland und der Antarktis abzupumpen als heute an Erdöl an die Oberfläche gefördert wird (knapp 5 km³ Erdöl pro Jahr vs. 50 km³ Schmelzwasser pro Jahr). Darüber hinaus sprechen Franzi und Karl über den Hinweis, dass ein steigender Meeresspiegel heute noch das geringere Problem ist: Viele Städte sinken derzeit ab, weil unter ihnen zu viel Grundwasser gefördert wird.

In den Rückmeldungen zu Franzis Folgen über Schwarze Löcher (AG123 und AG124) überwiegt begeistertes Lob: Viele finden die komplexen Inhalte zur Allgemeinen Relativitätstheorie und Quantenphysik hervorragend aufbereitet, manche wünschen sich jedoch mehr Vereinfachung. Es gibt eine physikalische Ergänzung zur Natur von Singularitäten und Franzi erklärt, warum Schwarze Löcher „keine Haare“ haben. Am Rande geht es auch um die Allgemeine Relativitätstheorie und die Frage, durch welche Effekte die hochgenauen Atomuhren auf Satelliten langsamer gehen als jene auf der Erde.

Weitere Rückmeldungen betreffen alte Folgen – etwa Beobachtungen zur Nova in der Nördlichen Krone. Die Prognose aus Folge AG091 über einen Ausbruch im Jahr 2024 ist nicht eingetreten, was vermutlich an allzu schlechten Basisdaten liegt. Somit warten wir alle weiterhin auf den nächsten Ausbruch der Nova T Coronae Borealis.

Zuletzt sprechen Franzi und Karl über andere Geologie-Podcasts. Karl kennt fast nur englischsprachige Produktionen und bittet um Mithilfe.

Weiterhören bei AstroGeo

• Folge 91: Ein neuer Stern – die bevorstehende Nova in der Nördlichen Krone (astrogeo.de/ein-neuer-stern-die-bevorstehende-…)

• Folge 122: Unsichtbare Wasserwelten: Was schlummert unter den Eisschilden? (astrogeo.de/unsichtbare-wasserwelten-was-verbi…)

• Folge 123: Weiße Zwerge – die Rettung vor dem Schwarzen Loch? (astrogeo.de/weisse-zwerge-die-rettung-vor-dem-…)

• Folge 124: Cygnus X-1: Wie findet man ein Schwarzes Loch? (astrogeo.de/cygnus-x-1-wie-findet-man-ein-schw…)

Weiterführende Links

• WP: de.wikipedia.org/wiki/Kerr-Metrik

• Podcast: Beats and Bones (museumfuernaturkunde.berlin/de/besuch-planen/f…)

• Podcast: Palaeocast (palaeocast.com)

• Podcast: Planet Geo (planetgeocast.com)

• Podcast: Geology Bites (geologybites.com)

• Podcast: Bedrock (bedrockpodcast.com)

Quellen

• MPG: Die große Schmelze (mpg.de/21320411/schmelzende-gletscher-groenland) (02.01.2024)

• IEA: Erdölproduktion: 80,4 Millionen Barrel pro Tag (eia.gov/outlooks/ieo/data/pdf/G_G2_r_230822.08…) → 4,6 km³ pro Jahr (2022)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Karl Urban Okay, du nimmst auf?

Franziska Konitzer Äh, jetzt schon.

Karl Urban Hallo bei Astrogeo, dem Podcast der Weltraumreporter. Ich bin Karl Urban.

Franziska Konitzer Und ich bin Franzi Konitzer.

Karl Urban Und wir sind zwei Wissenschaftsjournalisten, die sich hier abwechselnd eine Geschichte aus der Astrophysik und aus der Geologie erzählen. Und heute ist es wieder Zeit, endlich, dass wir uns mit eurem Feedback zu unseren Geschichten beschäftigen. Es gibt also heute keine neue Geschichte. Stattdessen gibt es eure Rückmeldungen in Form des Astrogeo-Plenkels.

Franziska Konitzer Das ist die Folge 125 von Astrogeo und wenn ihr euch nicht fürs Feedback interessiert oder ihr die vorangegangenen drei Folgen noch nicht gehört habt, dann könnt ihr wahlweise drei Folgen zurückspringen und erstmal die anhören oder ihr überspringt einfach das heutige Astrogeo-Plenkel und wartet auf die nächste Geschichte, denn die gibt es voraussichtlich schon in zwei Wochen.

Karl Urban Genau, haben wir ganz fest vor. und wir beginnen dieses Geplänkel mit unserer noch recht neuen Kategorie und zwar das Lob des Monats. Wir haben uns ja gedacht, dass wir, wir bekommen ja sehr viel Lob von euch. Die allermeisten Zuschriften sind positiv und wir wollen daraus einfach etwas hervorheben, obwohl wir natürlich alles, was wir von euch bekommen, sehr wertschätzen und das uns sehr freut.

Karl Urban Und das Lob des Monats, das kommt diese Woche von Anna, die uns ganz kürzlich auf Spotify das folgende geschrieben hat.

Franziska Konitzer Anna schreibt, ich finde euch beide einfach unglaublich sympathisch. Ich liebe, wie ihr die Themen erklärt. So verständlich, dass selbst als kompletter Laie alles Sinn ergibt. Auch wenn ich mir 0,0 merken kann, bin ich jedes Mal wieder total fasziniert und höre die Folgen immer wieder gern, ohne dass es langweilig wird. Bitte macht weiter so.

Franziska Konitzer Euer Podcast ist einfach großartig. Ja, vielen, vielen lieben Dank, liebe Anna. Das freut uns sehr.

Karl Urban Dankeschön.

Franziska Konitzer Das mit dem 0,0-Merken geht mir übrigens genauso. Ich habe auch meistens dann auch vergessen, was ich schon selber erzählt habe.

Karl Urban Ja, oder dann kommt das Quiz und man muss noch irgendwas wissen, was man gerade erzählt bekommen hat.

Franziska Konitzer Eben.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Und was ich auch noch, ich weiß, es ist ja nur ein Lob des Monats, aber das fand ich sehr schön, ein kleines Extra. Sebastian hat uns per Mail geschickt, er hat uns auch sehr gelobt, ihm gefällt der Podcast. Und was ich aber sehr cool fand, ist, dass er geschrieben hat, ich habe euren Podcast auf einer Fahrradtour von Paris über Wales nach Schottland entdeckt und habe jeden Tag eure Stimmen beim Radeln gehört.

Franziska Konitzer Und die Vorstellung finde ich irgendwie sehr schön, dass du quer durch Großbritannien geradelt bist und währenddessen Astrogeo gehört hast. Von daher vielen, vielen lieben Dank.

Karl Urban Ja, finden wir auch schön, wie wir euch begleiten durchs Leben oder durch Europa.

Franziska Konitzer Auch wenn es bei was so furchtbarem wie Fahrradfahren ist.

Karl Urban Naja.

Franziska Konitzer Dann kommen wir zum Feedback deiner letzten Folge. Das ist ja schon die vorvorletzte Folge, in der du mir was erzählt hast, von dem ich keine Ahnung hatte, dass es überhaupt existiert auf dieser Erde. Nämlich von subglatialen Seen, also von unsichtbaren Wasserwelten, was schlummert unter den Eisschilden.

Franziska Konitzer Die Folge 122 war das.

Karl Urban Genau. Und zu der Folge gab es recht viel Feedback, was mich sehr gefreut hat. Ich gehe einfach mal durch. Lukas schreibt, Lukas gehört zu den Leuten, die uns auch auf dem Weg gehört haben. Sehr schöne Folge. Ich habe sie bis zum Ende im TGW nach Barcelona genossen. nach Barcelona genossen, könnte allerdings sein, dass ich zwischendurch eingenickt bin.

Karl Urban Jetzt weiß ich überhaupt nicht, wozu das Anbohren als Geoengineering verwendet im Raum steht.

Franziska Konitzer Dafür gibt es ja ein Transkript der Folge. Du könntest es nochmal nachschauen, Lukas, wenn du möchtest.

Karl Urban Genau, er schreibt dann auch noch, zum Glück gibt es kein Quiz fürs Publikum, sonst müsste ich nachsitzen. Wobei das Quiz ja manchmal auch helfen kann beim Zuhören. Das ist dann wie so eine kleine Zusammenfassung für alle ist. Genau, Hayoda schreibt auf Mastodon, Drill, Baby, Drill, eine schlüpfrige Geschichte über Feuchtgebiete unterm Eis.

Karl Urban Fragt mich, wenn ihr mal wieder eine Überschrift braucht. Ja, vielen Dank. Das ist immer sehr wichtig.

Franziska Konitzer Ich finde das großartig. Sie würde natürlich im Internet sofort rausfliegen, weil sie nicht SEO-optimiert ist. Aber ich finde sie tatsächlich ziemlich lustig. Als jemand, dessen Redakteurinnen und Redakteure ihr immer sämtliche schöne Überschriften leider ändern, weil sie nicht SEO-optimiert sind. Ich finde es cool.

Karl Urban Ja, auf jeden Fall. Sosho schreibt auf Spotify ein kurzer Kommentar auf Englisch. Eigentlich eine Werbebotschaft. Thwaites Water, the purest bottled water you can find. Microplastic, smaller than 0.0001 parts per liter, ice cold and refreshing. Und dann noch 0,5 Liter, nur 20 Euro. Also der Thwaites war dieser Weltuntergangsgletscher, den man eigentlich trockenlegen will und das bezieht sich auf die Frage, wie man das denn bezahlen kann, da dieses ganze Wasser abzupumpen.

Karl Urban Vielleicht sollte man das einfach in Flaschen verkaufen. Und er schreibt dann noch, ob es sinnvoll oder ethisch vertretbar ist, ob wir drumherum kommen, lieber heute versuchen, was zu machen, damit es nicht noch schlimmer wird mit der Klimakatastrophe. Ja, vielleicht schmeckt es ja auch ganz lecker. Dann schreibt Uma, Karl, du hast gesagt, genau, das ist ein größerer Fehler, dem hier passiert ist, auf den Uma hingewiesen hat.

Karl Urban Karl, du hast gesagt, dass die 50 Kubikkilometer pro Jahr das 10.000-fache der Erdölproduktion sei. Die Erdölproduktion sind nur 5 Kubikkilometer pro Jahr, also es ist nur das 10-fache. Genau.

Franziska Konitzer Also ich muss zugeben, stopp, ich habe es immer noch nicht ganz verstanden. Also die Erdölproduktion pro Jahr sind 5 Kubikmeter.

Karl Urban Kubikkilometer?

Franziska Konitzer Nein, also die Erdölproduktion pro Jahr sind 5 Kubikkilometer und du hattest ursprünglich gesagt, das sind 50 Kubikkilometer und wie viel Wasser mehr müssten wir jetzt durch die Gegend transportieren? Also das Zehnfache oder?

Karl Urban Das Zehnfache. Ja.

Franziska Konitzer Also das Zehnfache von fünf Kubikkilometern.

Karl Urban Genau, also ich habe einfach versucht, diese Menge des Wassers, das man aus dem Eis rauspumpen müsste, um die Gletscher zu stabilisieren, diese Menge entspricht nur dem Zehnfachen des Erdöls, was wir zurzeit aus der Erde pumpen. Pro Jahr. Pro Jahr, genau. Also es ist gar nicht so unrealistisch, wenn man jetzt einfach nur voluminar vergleicht, wie ich behauptet habe.

Karl Urban Ich habe in meiner Folge aber gesagt, so 10.000-fach mehr ist jetzt auch noch nicht so schlimm, aber es ist sogar ein bisschen weniger schlimm. Aber es ist natürlich trotzdem noch unendlich viel und es ist auch immer noch an den Eisschilden, wo man irgendwie klarkommen muss, das zu tun. Insofern, ja, aber das mit den Zahlen ist so eine Sache.

Karl Urban Ich packe das auch noch mal in die Shownotes, die Zahlen mit den richtigen Quellen, damit ihr das vielleicht besser nachvollziehen könnt als hier. Der Kommentar von Uma geht auch noch ein bisschen weiter und zwar schreibt Uma noch Großstädte gehen schon heute unter Indonesien soll seine Hauptstadt Jakarta aufgegeben haben und baut eine neue Hauptstadt auf Borneo.

Karl Urban Die Ursache ist aber nur zu einem kleinen Teil der Meeresspiegel Anstiegs, sondern das Absinken des Landes Sie pumpen offenbar das Grundwasser so schnell ab, dass die Stadt versinkt 3 Meter ist sie wohl schon gesunken und sinkt um 10 Zentimeter pro Jahr weiter Also Wasser aus dem Grundpumpen ist hier nicht die Lösung, sondern das Problem.

Franziska Konitzer Das ist ein sehr guter Punkt. Ich hatte da auch mal vor ein paar Jahren öfters darüber berichtet oder geschrieben, dass ja auch zum Beispiel Kalifornien, Teile von Kalifornien, super schnell absinken, was du aus dem All beobachten kannst mit diesen Satelliten, die das erdschwere Feld vermessen, weil auch dort eben Grundwasser schneller abgepumpt wird, als es neu gebildet wird.

Franziska Konitzer Aber ich wusste tatsächlich nicht, dass das auch in Indonesien der eigentliche Grund ist. Krass.

Karl Urban Ja, ich glaube, der Meeresspiegelanstieg, der ist ja bis heute auch relativ moderat. Also das dicke Ende kommt ja dann noch.

Franziska Konitzer Ja, der tut noch nicht so weh, dass man sich deshalb jetzt wahrscheinlich eine neue Hauptstadt bauen würde. Hingegen das Absinken ist halt jetzt schon. Aber krass.

Karl Urban Genau. Ja, Grüni schreibt auf unserer Webseite. Bekloppte Ideen. Gab es nicht mal zu Zeiten der frühen Industrialisierung die Idee, war ein schwedischer Wissenschaftler, wenn ich mich recht erinnere, aufgegebene Kohleflöße anzuzünden, um mehr CO2 in die Atmosphäre zu bringen und damit die harten Winter etwas abzumildern.

Karl Urban Ja, das ist die gleiche Hybris, die dahinter steckt.

Franziska Konitzer Kein Wunder, wenn er aus Schweden kommt. So, Junge, wenn du irgendwie woanders gelebt hättest, kommst du, ja.

Karl Urban Ja, es waren auch andere Zeiten. Ich meine, das späte 19. Jahrhundert war ja so die Zeit der kleinen Eiszeit. Da war es auch noch nicht so toll mit den Temperaturen. Und da hatte man auch noch größere Probleme mit.

Franziska Konitzer Ich habe gerade, das führt jetzt ein bisschen weiter weg, aber ich habe neulich gerade in einem Buch gelesen und ich habe keine Ahnung, ob das stimmt oder ob die Autoren, nein. Also whatever, dass es keine Erklärung eigentlich gibt für diese kleine Eiszeit, also keine warum, weshalb, wieso es diese kleine Eiszeit gegeben hat und dass sie aber sagen, eine Theorie ist, dass das daran liegt, dass...

Franziska Konitzer Und die Europäer, in denen sie auf den amerikanischen Kontinent gelangt, sind ja sehr viele, also da sind ja dann sehr viele der ursprünglichen Bewohner dieses Kontinents gestorben durch Kriege, Infektionen etc. Pp. Und dass sich dadurch die Bevölkerung so verringert hat, dass die ihre Landwirtschaftspflege nicht mehr machen konnten und dass deshalb die Wälder sich wieder so viel ausgebreitet haben und so weit ausgebreitet haben, dass sie dann CO2 gebunden haben und deshalb die Temperaturen runtergegangen sind.

Karl Urban Aber Franzi, du klingst so, als sollte ich mal eine kleine Folge über die kleine Eiszeit machen, oder?

Franziska Konitzer Richtig, das ist wirklich was. Ich habe das gelesen und gedacht, hä? Also es war ein Buch, das war von einem Anthropologen und einem Archäologen geschrieben. Es ging überhaupt nicht um Klima-Eiszeiten oder Pipapo. Ich habe das gelesen und ich so, what? Von daher wäre ich für eine Folge über just dieses Thema sehr offen und sehr interessiert.

Karl Urban Ich habe nämlich auch gerade da so verschiedene Thesen in meinem Hinterkopf, über die ich mal gelesen habe, von der ich auch von keiner von denen weiß, ob sie stimmen oder wie viel da dran ist. Insofern sollte ich mir das einfach mal angucken.

Franziska Konitzer Ja, sehr gerne.

Karl Urban Ja, auf jeden Fall. Dann wissen wir das. Dann müssen wir hier nämlich nicht im Geplänkel weiter spekulieren. Das ist gut. Dann machen wir mal weiter. Kamikstli schreibt es folgend auf Spotify, schmelzendes Meereis müsste sich schon auf den Meeresspiegel auswirken. Also das war zu meiner Aussage, dass wenn Meereis, also dieses Shelf-Eis, was hauptsächlich im Wasser schwimmt, wenn das schmilzt, dass sich das eigentlich nicht auf den Meeresspiegel auswirkt.

Karl Urban Aber er schreibt das wohl doch. Wenn ich mich recht erinnere, nimmt kristallines Wasser durch die Struktur und die Temperatur mehr Raum ein als Wasser bei 4 Grad. Die andere Frage ist aber, wie viel Meeresspiegelanstieg macht die Erwärmung der Meere aus, da sich Wasser über 4 Grad hier auch wieder ausdehnt.

Karl Urban Genau. Und dieses Thema habe ich unterkomplex dargestellt, aber ich glaube auch, was du schreibst, Kamixli, ist halt ein Teil der Antwort. Also ich habe eine Quelle bei der Max-Planck-Gesellschaft, wo die sich jetzt explizit auch mit dem arktischen Meereisrückgang beschäftigt. Also da ist ja sehr viel verloren gegangen über die letzten 10, 20 Jahre.

Karl Urban Und in diesem Text steht drin, also zum einen der Meeresspiegelanstieg bis heute geht tatsächlich maßgeblich auf die Erwärmung des Wassers zurück, weil wärmeres Wasser über 4 Grad einfach mehr Volumen braucht. Dann gibt es die Eismassen an Land und in der Antarktis, die einfach noch stabil sind, weitgehend oder nur sehr träge reagieren auf die atmosphärische Erwärmung.

Karl Urban Aber in Grönland gibt es auch schon eine Wechselwirkung und zwar ist das Meereis im Nordpolarmeer verschwunden, was ich gerade gesagt habe. Und dadurch hat die Albedo, also die Rückstrahlfähigkeit der gesamten Erdoberfläche in der Region stark abgenommen. Und dadurch wird im Sommer mehr Sonnenwärme oder Sonnenlicht absorbiert, weshalb die atmosphärische Erwärmung ja gerade in polaren Breiten auch überdurchschnittlich stark wirkt. Unter anderem deswegen.

Karl Urban CO2 spielt natürlich auch eine Rolle. Und das bewirkt eben heute schon, dass die Destabilisierung vom grönländischen Festlandeis sich auch beschleunigt. Also das ist sozusagen auch ein Zusammenhang zwischen Meereisrückgang und dem Abschmelzen von Grönland in dem Fall. Also insofern, das ist ein recht komplexes Thema.

Franziska Konitzer Ja, würde ich auch lieber so. Franzi stimmt zu. Ja, mit vokalen Äußerungen oder Lautäußerungen.

Karl Urban Genau, wir haben noch einen langen Kommentar von Thorsten bekommen. Magst du den vorlesen?

Franziska Konitzer Sehr gerne. Thorsten schreibt, Geoengineering war für mich lange ein rotes Tuch, aber ich merke, dass ich mich mehr und mehr damit beschäftigen möchte. Ich glaube auch, dass wir gar keine andere Wahl haben werden. Der Gedanke, subglaziale Seen abzusaugen, war für mich komplett neu. Bitte mehr solcher Themen. Das ist was für dich, Karl.

Franziska Konitzer Und zu Franzis Kommentar, dass das eh nichts wird, weil sich damit kein Geld verdienen lässt und der politische Wille fehlt. Ich glaube, ich weiß, was sie meint, aber ich sehe es eigentlich genau andersherum. Wenn das politische Pendel in 10 bis 20 Jahren wieder mehr Richtung Vernunft ausschlägt, wird der Druck doch enorm sein, Handlungsfähigkeit zu zeigen oder zumindest vorzutäuschen.

Franziska Konitzer Die politischen Verantwortungsträger werden sich doch nicht hinstellen und sagen, tja Leute, das haben wir vor 40 Jahren verkackt, jetzt ist es zu spät. Dann wird es kaum eine andere Option geben, als massiv in Geoengineering zu investieren. Nur noch eine letzte Anmerkung, es gibt schon jetzt schwimmende kleine Atomkraftwerke und abschließend, nein, ich bin kein Fan der Atomkraft.

Franziska Konitzer Ja, Geoengineering, soweit ich weiß, ist doch allgemein, also das ist doch auch in den Teil der IPCC-Reports schon lange, lange, lange drinnen, um die Klimaerwerbung zu begrenzen. Das ist immer so wie das, ja, es ist ja eigentlich kein Dirty Little Secret, das ist kein Geheimnis, es steht in diesen Reports, aber es ist Teil aller Projektionen, um es irgendwie zu begrenzen.

Karl Urban Geo-Engineering ist ja auch ein weites Feld. Also man muss ja nicht den Spiegel im All oder den Sunblocker im All installieren. Also ich meine, Bäume pflanzen ist ja auch schon Geo-Engineering. Streng genommen ist ja auch CO2 in die Atmosphäre blasen Geo-Engineering. Und was beim Paris-Protokoll ja drin ist, ist eben das, dass man halt auch zunehmend CO2 wieder bindet. Vielleicht auch technisch irgendwann.

Karl Urban Da gibt es ja auch schon so Ansätze. bloß, dass das alles nicht skaliert bis jetzt. Ja, ich stimme dir aber zu, Thorsten. Also ich denke auch, dass je verzweifelter wir werden und je größer die Auswirkungen sind, umso verzweifelter wird man auch handeln. Denke ich mal, solange wir als Gesellschaft, als Zivilisation handlungsfähig sind.

Karl Urban Also das ist natürlich vorausgesetzt. Also wenn sich politisch zu viel destabilisiert wird, kann man auch als Politiker dann wahrscheinlich nicht mehr unbedingt den Drang verspüren, irgendwie verantwortungsvoll zu handeln. Aber ja, das ist alles Spekulation und ist vielleicht auch gut so. Ja, genau. Die Atomkraftwerke habe ich tatsächlich vergessen.

Karl Urban Also die Frage war, woher man die Energie kriegt, um dann diese Pumpen irgendwo mitten auf dem Eis zu betreiben. Und in diesem Roman von Kim Stanley Robinson, den ich erwähnt hatte, sind das ja so Solarkraftwerke im All, die über Mikrowellen dann das auf den Boden transferieren. Da arbeiten ja gerade auch so mehrere Gruppen dran, aber das ist natürlich, ja, also da gibt es viele Fragezeichen technisch und so ein schwimmendes Atomkraftwerk könnte man ja einfach irgendwo anlegen lassen.

Karl Urban Da müsste man immer noch irgendwie diese elektrische Leistung irgendwie einmal übers Eis transportieren. Also ich weiß nicht, ob man über das Eis so eine weiteres Hochspannungsleitung bauen oder legen kann.

Franziska Konitzer Du kannst das Atom-U-Boot einfach in den subglacialen See versenken.

Karl Urban Ach, Franzi, du hast für alles eine Lösung. Sehr gut.

Franziska Konitzer Tada! Nur dumme Ideen.

Karl Urban Dann vielen, vielen Dank für eure vielen guten Kommentare. Und ich würde sagen, Franzi, jetzt können wir uns ins schwarze Loch stürzen. Und zwar kommen wir, also wir sind ja ein bisschen aus unserem Rhythmus ausgeschert. Du hattest aufeinander folgend zwei Folgen über schwarze Löcher gemacht, weil es so gut gepasst hat.

Karl Urban Eigentlich drei, ne? Also eine war, ist schon eine Weile her. Und wir haben jetzt einfach den zweiten und den dritten Teil direkt hintereinander gebracht. Einmal Astro G123, Weiße Zwerge, die Rettung vor dem schwarzen Loch. Und Nummer 124, Cygnus X1, wie findet man ein schwarzes Loch?

Franziska Konitzer Ja, und da gibt es gleich von HTO über Silots die Antwort, indem man den Songtext der kanadischen Rockband Rush folgt. Da gibt es anscheinend ein Lied, das heißt Cygnus X won the voyage. Rush haben doch jetzt gerade auch eine Tour angekündigt. Die haben sich anscheinend eine deutsche Drummerring geholt und spielen jetzt zumindest ein Konzert in Toronto.

Franziska Konitzer Weiß ich. Aber das Lied kenne ich nicht, aber ich höre mal vielleicht rein. Klaus schreibt über die Webseite, Respekt einfach grandios, liebe Franzi, du hast dieses Thema, das sowohl physikalisch als auch historisch komplex ist, spannend und schlüssig in Klammern, Ausrufezeichen erklärt. Vielen lieben Dank.

Franziska Konitzer Auch Philipp auf Spotify, auch ihm hat's gefallen. Besonders der Aufbau der Folge mit den verschiedenen Widerständen hat mir sehr gut gefallen und ist sehr zugänglich.

Karl Urban Fand ich auch.

Franziska Konitzer Jemand, BeWidgedMind schreibt auf Mastodon, welche Länge darf ein Podcast erreichen, bis er in sich zusammenstürzt? Schöne Folge, danke. Ich gebe zu, gegen Ende erhöhte sich die Gravitation meiner Augenliebe. Ich hoffe, du saßt nicht gerade an irgendwelchen Steuer oder hast sonst wie am Verkehr teilgenommen, aber wenn du Podcasts zum Einschlafen hörst, das ist ja eigentlich nicht schlecht.

Franziska Konitzer Die Länge war recht episch von beiden Folgen für meine Verhältnisse. Ich muss dazu auch sagen, wir haben beide hintereinander aufgenommen. Ich habe dreieinhalb Stunden durchgeredelt und hinterher hatten mir die Stimme wehgetan. Das war auch eine Premiere.

Karl Urban Und du hast mich überholt, Franzi. Also die absolut längste Folge war die Titan-Folge davor. Und ich glaube, jetzt bist du ein, zwei Minuten länger noch gewesen.

Franziska Konitzer Eine Minute länger hattest du.

Karl Urban Eine Minute, ja, genau.

Franziska Konitzer Ich war entsetzt. Ich muss einfach künftig noch schneller sprechen, dann werden die Folgen auch nicht verkürzen.

Karl Urban Mit Pitch-Control, bitte.

Franziska Konitzer Da habe ich immer noch nicht reingehört, wie sich das wohl anhört. Hegel schreibt auf Mastodon zufolge Cygnus X1, wie findet man ein schwarzes Loch? Und die vorherigen Astro-Geo-Folgen zum Thema schwarze Löcher waren ja der Hammer. Nicht, dass ich mir alles merken könnte, aber für einen Augenblick fühlte ich mich, als hätte ich alles verstanden. Danke, Leute.

Karl Urban Das ging mir auch so.

Franziska Konitzer Echt? Und jetzt nicht mehr? Also wenn ich dich jetzt frage, wie das mit den weißen Zwergen war und den Neukronensternen.

Karl Urban Wir machen jetzt das Quiz ab sofort in meinem Erstzweich-Folgen versetzt, zwei jeder Folge.

Franziska Konitzer Das steht in einem meiner Lehrbücher A Modern Method for Guitar. Da schreibt der Mensch, Regular Review is very important. Das könnte man doch mal machen. Wir machen jetzt immer Wiederholungen.

Karl Urban So mitten in der eigenen Geschichte. So plötzlich, so unangekündigten Tests. Heft raus. Statt Werbung.

Franziska Konitzer Statt Werbung, das wär's. Kommt die Abfrage. Furchtbar.

Karl Urban Wir waren noch gleich die drei Milankovic-Zyklen Franzi. Nein, lies weiter. Nein, nein, sollst du nicht. Es war ein Witz. Nein.

Franziska Konitzer Aber jetzt fange ich ernsthaft an zu überlegen, wieso drei Milankovit-Zyklen? Hast du mehrere?

Karl Urban Also, Holger schreibt, ich lese mal Holger vor.

Franziska Konitzer Ja, bitte. Während ich mir das doch mit den Milankovit-Zyklen überlege. Das war irgendwas mit Erdklima, oder?

Karl Urban Ja, doch. Holger schreibt, ich höre gerade noch die aktuelle Folge Astro G123. Franzi hat sich dem Vernehmen nach ganz schön gequält und mit dem schwierigen Stoff der schwarzen Löcher in der Vorbereitung. Daher musste ich jetzt schnell hier was schreiben. Es ist großartig. Ich habe lange nichts Besseres wissenschaftliches gehört seit eurer letzten tiefgreifenden Folge.

Karl Urban Und ich glaube, Franzi hat das viel Kraft gekostet. Das Ergebnis ist einfach grandios. Die Mischung aus Geschichte, anspruchsvoller Physik und Storyline wie in einem ganz großen Roman ist für mich derzeit im deutschsprachigen Raum einzigartig. Wow, das freut mich. Ja.

Franziska Konitzer Lieber Holger. Danke.

Karl Urban Sehr nett.

Franziska Konitzer Ich habe mich gequält, das ist richtig. Es lag aber nicht eher, es lag nicht so sehr daran, dass ich mich gequält hatte mit dem eigentlichen. Inhalt oder mit dem fachlichen Hintergrund und Inhalt, sondern ich hatte mich damit gequält, wie ich das erzähle. Deshalb sind die Folgen auch so lang geworden, weil zum Beispiel bei der Folge mit den weißen Zwergen, von der Länge her hätte es Sinn gemacht, bei den weißen Zwergen aufzuhören oder nach den weißen Zwergen so, okay, das kann das Ganze nicht vor dem Zusammensturz bewahren, aber wo packe ich dann die Neutronensterne rein?

Franziska Konitzer Also dann wären es dann eher vier Folgen geworden oder fünf und irgendwann muss ich auch mal irgendwie zum Loch rauskommen. Ups, Phrasenschwein, Verzeihung. Und deshalb, damit hatte ich mich wirklich geklärt, weil es eben nicht so linear war verglichen mit meiner Trilogie über den Urknall zum Beispiel.

Franziska Konitzer Das war einfacher, weil da hat man im Grunde genommen drei Beobachtungen, die diese Urknalltheorie unterstützen und die waren auch noch chronologisch, hintereinander praktischerweise, dankenswerterweise. Das war einfacher zu strukturieren und zu erzählen, aber bei den schwarzen Löchern war das eben nicht so.

Franziska Konitzer Ja, deshalb habe ich mich gequält, aber deshalb freut es mich umso mehr, wenn es dann gefällt. Dann gab es noch ein bisschen mehr Lob, auch an dich. Das Quiz mit eins bestanden, ich hätte es nicht geschafft, schreibt Dirk. Hier, Karl. Das hast du sehr, sehr gut gemacht. Ein, zwei Anmerkungen gab es oder beziehungsweise Rückfragen oder auch das Gefühl, was verstanden zu haben beziehungsweise nicht.

Franziska Konitzer Markus schreibt auf der Webseite, ich muss wiederum zugeben, dass dies die Astro-Geo-Folge ist, der ich am schwersten folgen konnte. Das mit den Energieniveaus und der Quantenmechanik ging mir vielleicht schon ein bisschen zu tief rein, ohne dass es dann aber genug Raum gab, das zu erklären, da es ja nicht eigentlich Thema der Folge war.

Franziska Konitzer Das kann ich komplett nachvollziehen. Markus, das war auch einer der Punkte, mit denen ich gekämpft habe, weil ich einerseits schade, Also einerseits fand ich es schade, dass ich die weißen Zwerge, die sowieso meistens wegignoriert werden im Fachgebiet der Astrophysik, weil alles andere irgendwie spektakulärer ist als so ein ollerweißer Zwerg, dass ich denen nicht eine eigene Folge gewidmet habe, sondern sie stattdessen bei den schwarzen Löchern versenkt habe.

Franziska Konitzer Aber andererseits wollte ich die Geschichte eben so erzählen, weil es so sehr viel mehr Sinn ergab. Es ging ja schon darum, irgendwann gab es eine theoretische Vorhersage zu einem schwarzen Loch und das war dann eben diese Vorhersage über die Neutronensterne. Aber Neutronensterne ergeben keinen Sinn ohne weiße Zwerge vorher.

Franziska Konitzer Und deshalb, das war genau einer der Punkte, wo ich eben sehr auch am Kämpfen war, wie ich das nun irgendwie erzähle. Und daher kann ich es vollkommen verstehen, wenn das mit den Energieniveaus und der Quantenmechanik dann etwas weit ging. Aber andererseits ist natürlich dann die Frage, wenn ich das Ganze weggelassen hätte, wäre dann so die Frage, ja, aber warum stürzt der weiße Zwerg denn nicht zusammen?

Karl Urban Ja, und ich fand ja auch diese historische Komponente schon sehr wichtig für den Erkenntnisgewinn in dieser Zeit, dass da einfach die Quantenmechanik parallel kam und man da Dinge verstanden hat, die man dann da gebraucht hat. Also ja, ich glaube auch, das ging nicht anders.

Franziska Konitzer Ja, aber es ist ein Problem, was ich ziemlich oft habe, dass ich mir denke, oh, ich mache eine Geschichte darüber, und dann denke ich mir, ja, aber bevor ich die Geschichte erzählen kann, muss ich erst mal erklären oder erzählen, wieso das und das ist und dann komme ich vom Hundertsten ins Tausende, Tausendste und irgendwie muss ich dann auswählen und fokussieren, aber ich kann es verstehen.

Franziska Konitzer Und vielleicht mache ich ja irgendwann noch mal eine eigene Folge über weiße Zwerge.

Karl Urban Weil sie hätten es echt verdient. Die Zwerge werden immer gedisst, Pluto kann ein Lied davon singen und deswegen auch die weißen Zwerge, finde ich, haben ein Recht.

Franziska Konitzer Wieso als Zwergplanet wird er ja nicht gedisst? Das ist ja der prächtigste Zwergplanet, den wir kennen.

Karl Urban Aber hallo, ja.

Franziska Konitzer Markus hat noch zwei Fragen. Und ich werde mein Bestes geben, sie zu beantworten. Er schreibt, ich habe ganz am Anfang trotz Karls Nachfrage nicht verstanden, worin die damals angenommene Singularität des Schwarzschildradius besteht. Die angenommene Singularität in der Kurzfassung war, dass man damals gedacht hat, dass es da in der Formulierung eine Null im Nenner gibt, wirklich in der ganz kurzen, und dadurch gibt es eben Unendlichkeiten und das wäre eine Singularität. Ja.

Franziska Konitzer Daraus bestand die damals angenommene Singularität. Also man hat wirklich gedacht, das wäre dann in echt so oder hat sich darüber Gedanken gemacht, ob das in echt auch so ist, also die Null im Nenner. Und dann hat sich herausgestellt, dass das eben nicht in echt so ist, sondern dass diese Singularität des Schwarzschildradius sich aus dem Koordinatensystem ergibt.

Franziska Konitzer Also wenn du ein anderes Koordinatensystem verwendest, um diese Schwarzschildmetrik zu beschreiben, dann hast du da eben keine Null im Nenner beim Schwarzschildradius und damit ist es auch keine, auf gar keinen Fall eine echte Singularität.

Karl Urban Das ist also Koordinatensystem, wenn es nichts sagt, das ist so ein bisschen die, man muss irgendwie den Raum beschreiben. Also und da gibt es einfach verschiedene Herangehensweisen. Das Einfachste ist irgendwie so kathesisch rechtwinklig, aber bei so, kugelsymmetrischen Objekten gibt es halt dann andere und das wird dann mathematisch eleganter oder weniger elegant, sieht schöner aus oder weniger schön und manchmal können auch Effekte entstehen, die gar nichts mit darin zu tun haben.

Karl Urban Also es ist einfach so ein bisschen das mathematische Rüstzeug, was man verwendet.

Franziska Konitzer Oder auch, dass es einfacher zu rechnen ist, wenn du zum Beispiel jetzt was hast, welches Koordinatensystem ganz einfach verwendest du zum Beispiel für unser Sonnensystem. Ja, du könntest, also dann ist es halt das Einfachste, wenn du ein Koordinatensystem nimmst, was ich sag jetzt einfach mal, ja, polar ist, also kugelsymmetrisch, dann hast du und den Ursprung in die Sonne setzt.

Franziska Konitzer Zum Beispiel, also ein, Aber hingegen, und dann ist es einfacher mit den Berechnungen, dass du halt sagst, okay, du hast eine Entfernung und zwei Winkel, auch ähnlich wie man es zum Beispiel um Sternenpositionen anzugeben am Nachthimmel, hast du ja auch dann zum Beispiel zwei Winkel, da ist aber der Ursprung vom Koordinatensystem im Mittelpunkt der Erde.

Franziska Konitzer Aber stell dir vor, du würdest dafür ein kathesisches Koordinatensystem verwenden, also einfach drei, also du hast einen Nullpunkt und rechtlinklich, wie du gesagt hast, Karl, also x, y und z und dann müsstest du Sternenpositionen angeben. Das wäre sehr viel uneleganter, sehr viel schwieriger damit auch zu rechnen und so weiter und so fort und deshalb ist die Wahl des Koordinatensystems, kann man sich das Leben entweder sehr viel leichter oder sehr viel schwerer machen.

Franziska Konitzer Und das ursprüngliche Koordinatensystem eben für diese Schwarzschildmetrik war eben eins, wo es an genau jedem Punkt oder bei diesem Abstand eine Singularität gegeben hätte. Wenn man ein anderes Koordinatensystem benutzt, verschwindet diese Singularität. Okay, und dann hat er noch eine Frage gehabt, der Markus, noch mal zur Quantenphysik.

Franziska Konitzer Während Franzi bei den weißen Zwergen ja relativ weit ins Detail geht, ohne dass ich das verstehen würde, so schnell geht es dann bei der Argumentation, warum das ab der Chandra-Seca-Grenze nicht mehr funktioniert. Verstehe ich es richtig, dass die Elektronen die höheren Energieniveaus durch Bewegungsenergie erreichen, also mit Geschwindigkeit und dass die zunehmende Masse und daraus folgender abnehmender Radius deshalb problematisch wird, weil diese Bewegungsenergie dann irgendwann zu einer Geschwindigkeit der Elektronen, die größer ist als die Lichtgeschwindigkeit, führt?

Franziska Konitzer Mir schwirrt der Kopf, also dir mag der Kopf schwirren, Markus, aber du hast es genau richtig verstanden. Das ist die Kurzfassung der Erklärung, dass rein von der Geschwindigkeit der Elektronen betrachtet, es werden die Elektronen umso schneller in diesem weißen Zwerg, je massereicher er ist. Und wenn ich immer mehr Wasser rauspacke, raufpacke, raufpacke, würden die Elektronen eben, so schnell sein müssen, dass sie so schnell wie die Lichtgeschwindigkeit sind oder drüber und das geht natürlich nicht und das war genau das und daraus ergibt sich die Chandrasika-Grenze.

Franziska Konitzer Also du hast es genau richtig verstanden, das ist sehr komplex und ich habe es auch in der Folge absichtlich vereinfacht erklärt, das ist dann immer dieses Wischiwaschi Larifari, aber ja, richtig, also daraus kommt die Chandrasika-Grenze. So, dann möchtest du dir die Frage vorlesen von Martin. Da geht es auch nochmal um den Ereignishorizont.

Karl Urban Genau, Martin schreibt auf der Webseite, wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Ereignishorizont ja keine feste Oberfläche, sondern eben nur jene Grenze, an der Licht nicht mehr entkommen kann und auch nichts anderes mehr. In der Mitte, wirklich genau in der Mitte, sitzt dann die ungeliebte Singularität.

Karl Urban Ist diese Singularität dann tatsächlich ein Punkt ohne Ausdehnung, also eine echte Punktmasse? Und ist sie bei einem rotierenden schwarzen Loch ein Donut ohne Ausdehnung? Spricht man von Nulldimensionalität? Er hat ja aber viele Fragen. Und was ist eigentlich mit den Haaren der schwarzen Löcher gemeint?

Karl Urban Ich habe zwar schon einiges darüber gelesen, aber wirklich verstanden habe ich es nicht. Ich habe noch nichts darüber gelesen. Was sind die Haare einer Singularität?

Franziska Konitzer Das ist No-Hair-Theory. Aber ich versuche, die Fragen der Reihe nach zu beantworten. Wenn du eine ausführliche Antwort haben willst, lieber Martin auf der Webseite oder auch unsere Hörerinnen und Hörer, hat unser Hörer Klaus auch auf der Webseite eine Antwort darauf geschrieben in einer epischen Länge.

Franziska Konitzer Und deshalb lesen wir die Antworten hier selten vor, aber da geht es nochmal mehr ins Detail. Also, Martin schreibt ja, ist der Ereignishorizont keine feste Oberfläche? Das ist richtig, das ist keine feste Oberfläche und ich merke nichts davon. Deshalb, wäre ich jetzt dumm genug und hätte ich ein Raumschiff und würde mit diesem Raumschiff auf das schwarze Loch zufliegen und würde den Ereignishorizont überqueren, würde ich davon überhaupt nichts mitbekommen. Da verändert sich für mich nichts.

Franziska Konitzer Gar nichts. Ich sehe es nicht, ich kann es nicht messen und ja, also keine feste Oberfläche. So. In der Mitte, wirklich genau in der Mitte sitzt dann die Singularität und ob das wirklich eine Punktmasse sei oder ein Punkt sei. Das kommt darauf an, also bei Karl Schwarzschild war das tatsächlich ein Punkt, nämlich bei R ist gleich Null, aber Karl Schwarzschild hatte das für den Fall ausgerechnet, dass das schwarze Loch stationär ist und nicht rotiert.

Franziska Konitzer Also nicht sich dreht um sich selber oder wie auch immer. Aber wenn man so ins Universum guckt, merkt man, alles dreht sich. Also es hält ja nichts still. Und deshalb brauchst du für die eigentlich physikalische Beschreibung eines schwarzen Loches heutzutage eine andere Metrik, nämlich für ein rotierendes schwarze Loch.

Franziska Konitzer Das wurde von jemandem berechnet, der namens Roy Kerr. Das ist die Kerr-Metrik, K-E-R-R, nach ihm benannt. und da ist dann die Singularität kein Punkt mehr, sondern eher so eine Art Ring. Aber so eine Art Ring, sage ich. Das kann man sich auch nicht so vorstellen, weil das Ganze wird dann noch ein bisschen komplexer.

Franziska Konitzer Aber lange Rede, kurzer Sinn, habe ich in meinen Geschichten mich da geschickt oder ungeschickt, je nachdem, aus der Affäre gezogen, indem ich ja nicht mehr von dem Inneren eines schwarzen Loches gesprochen habe. Also ich habe ja nicht davon erzählt, was die heutigen Vorstellungen sind, wie es jenseits des Ereignishorizonts ausschaut, sondern habe mich darauf konzentriert, was draußen eigentlich ist, was wir auch beobachten können.

Franziska Konitzer Weil ich wahrscheinlich irgendwann oder demnächst nochmal eine Geschichte darüber erzählen werde, wie das nun so wirklich ist im Inneren eines schwarzen Loches oder was da die Annahmen sind oder welche Theorien es dazu gibt. Und dann kommt dann auch eben das mit Care Matrix und Stephen Hawking. Und hast du nicht gesehen, das kam alles noch quasi danach oder zeitgleich mit dem Ende meiner letzten Geschichte.

Franziska Konitzer Zum Beispiel Roy Care war derjenige, Ich hatte ja in meiner, in der Geschichte zu Zydnuss X1 von dieser Konferenz erzählt, von dieser Konferenz zur relativistischen Astrophysik. Da hat zum Beispiel zum damaligen Zeitpunkt komplett unbemerkt Roy Care einen Vortrag gehalten über diese Metrik des rotierenden schwarzen Loches, was heutzutage als super wichtig eingeschätzt wird und damals komplett ignoriert wurde, weil damals eben größtenteils Astrophysiker zugegen waren und dem war das alles wurscht mit der eigenen Theorie.

Franziska Konitzer Aber nochmal kurz, die Haare, die Haare der schwarzen Löcher, das beruht auf einem Ausspruch von einem Physiker namens John Wheeler. John Wheeler ist derjenige, der sich sehr viel mit allgemeiner Relativitätstheorie beschäftigt hat und der mal gesagt hat, die allgemeine Relativitätstheorie besteht darin, dass, Die Masse sagt der Raumzeit, wie sie sich zu krümmen hat. Und die krümmte Raumzeit sagt der Masse, wie sie sich zu bewegen hat.

Karl Urban Genau, Wiederholung. Wiederholung, sehr wichtig.

Franziska Konitzer Wiederholung, aha. Und dieser John Lila hat auch mal gesagt, ein schwarzes Loch hat keine Haare. Und damit meint er, dass ein schwarzes Loch genau drei Eigenschaften hat. Nämlich Masse, das wissen wir alle, Drehimpuls, es dreht sich. Und Ladung, das ist glaube ich noch nicht so richtig gemessen, soweit ich weiß. Aber es hat drei Eigenschaften.

Franziska Konitzer Und darüber hinaus hat es keine weiteren Eigenschaften. Sprich, wenn du zwei schwarze Löcher vor dir hast, die dieselbe Masse, denselben Drehimpuls und dieselbe Ladung haben, dann kannst du sie nicht voneinander unterscheiden. Also ob da ursprünglich zwei Sterne zusammengestürzt sind oder fünf Sterne mit einer kleineren Masse. Du kannst nicht sagen, was drin ist und sowas.

Franziska Konitzer Und das hat John wieder dazu geführt, dass er gesagt hat, ein schwarzes Loch hat keine Haare, also keine Erkennungsmerkmale. Keine Erkennungsmerkmale, richtig, um sie unterscheiden zu können. Das ist mit den Haaren gemeint.

Karl Urban Aber trotzdem hat man irgendwie ein lustiges Bild vor Augen. Ich frage mich auch, was die Haarfarbe wäre. Aber gut.

Franziska Konitzer Naja, wenn es keine Eigenschaften hat, dann... Ja, die Haarfarbe wäre doch nicht schwarz. Was für eine Frage.

Karl Urban Naja, das ist wie, wenn man sagt, denk nicht an einen rosa Elefanten. Also wenn man mir sagt, ein schwarzes Loch hat keine Haare, dann stehe ich mir ein schwarzes Loch mit Haaren vor.

Franziska Konitzer Da kannst du dir einfach ein männliches Alter an das schwarzes Loch vorstellen. Dann ist es halt einfach schon kahl.

Karl Urban Aha, okay.

Franziska Konitzer Oh, jetzt stoße ich in männliche Unsicher. Oh, verzeihend.

Karl Urban Nein, nein, ich bin da nicht empfindsam. Du hast auch noch welche.

Franziska Konitzer Soweit ich das erkennen kann.

Karl Urban Ich habe keinen Grund, genau.

Franziska Konitzer So, dann gibt es noch eine Frage von Sebastian. Mehrere Fragen auch zur allgemeinen Relativitätstheorie. Wenn die allgemeine Relativitätstheorie gelöst wird, wie sieht das Ergebnis dann genau aus? Ich habe keine Ahnung, Sebastian. Du kannst die allgemeine Relativitätstheorie nicht lösen. Du kannst sie nur für gewisse, du kannst sie nur für Fälle, für Anwendungsfälle lösen.

Franziska Konitzer Du kannst die allgemeine Relativitätstheorie lösen für den Fall von einem nicht rotierenden Stern zum Beispiel, so wie Karl Schwarzschild. Oder du kannst sie lösen fürs gesamte Universum oder du kannst sie lösen für einen anderen Stern, du kannst sie lösen für ein schwarzes Loch. Das ist in dem Sinne nicht so, dass du jetzt hier diese zehn Formeln, diese zehn Gleichungen hast, Verzeihung, und dann kannst du sie lösen, sondern du musst ja wissen, was du reinstecken möchtest.

Franziska Konitzer Das ist wie, was ist die Lösung von A² plus B² gleich C²? Was ist da die Lösung? Das ist ähnlich. Du brauchst schon das A und das B und dann kannst du das C ausrechnen. Welche Werte berechne ich mit dieser? Das kann ich dir jetzt auch im Detail nicht so genau erzählen. Generell berechnest du aber mit ihr die, ich sage einfach mal, Form der Raumzeit.

Franziska Konitzer Du berechnest die Form der Raumzeit. Und eben nicht die Kraft, wie bei Newton. Das ist so der Unterschied. Im Gravitationsgesetz hat man ja eine Kraft ausgerechnet. Und hier berechne ich eine Geometrie. Falls ihr das auch wisst, welche Werte nehme ich, um die ART auf das gesamte Universum anzuwenden, muss ich da die Materieverteilung mit einbeziehen? Ja, musst du.

Franziska Konitzer Also nicht die Materieverteilung, aber auf jeden Fall die Materie. Wenn du sie auf das gesamte Universum anwenden willst, musst du, glaube ich, nicht die Verteilung einbeziehen, aber du musst den Materiegehalt prinzipiell mit einbeziehen. Aber der Witz ist, ich habe ja gesagt, du kannst es für verschiedene Fälle auflösen, du kannst die ART auch für ein Universum lösen, was gar keine Materie enthält und siehe da, dann bekommst du einen Raum, der sich, ich glaube, immer noch ausdehnt, aber auf gar keinen Fall stationär ist.

Franziska Konitzer Also das ist ein bisschen, so werden im Grunde genommen kosmologische Berechnungen angestellt. Du kannst die allgemeine Relativitätstheorie lösen für ein Universum, was zu unseren derzeitigen Beobachtungen passt oder du kannst es lösen für eins, wo du alle Materie weglässt. Das ist ähnlich dann wie, diese verschiedenen Lösungen sind ähnlich wie für das Schwarze Loch.

Franziska Konitzer Du kannst entweder die Schwarzschildmetrik verwenden für den Fall eines nicht rotierenden Körpers oder du kannst die Kermetrik verwenden für den Fall eines rotierenden Körpers. Und dann kannst du dir überlegen, was nun besser der Wirklichkeit entspricht, weil beides sind ja nur Modelle. Und so ist es beim ganzen Universum auch.

Karl Urban Das ist immer so die Herausforderung bei Naturwissenschaften. Ich glaube, von außen betrachtet denkt man öfter auch, das ist jetzt die Realität. Aber es sind immer Modelle und man muss immer sich fragen, ob das Modell gerade eigentlich noch zu dem passt, was man beschreiben möchte. Und ja, da sind die Rahmenbedingungen halt auch immer wichtig.

Franziska Konitzer Ja, also irgendwann, da kann ich aber sagen, also irgendwann werde ich auch Geschichten erzählen über die allgemeine Relativitätstheorie. Vorher hätte ich sie gerne selber ein bisschen besser verstanden. Aber das sind ja auch Kosmologie, also das ist, wenn du Kosmologie machst, zum Beispiel diese großen kosmologischen Simulationen oder dich mit dem Universum als Ganzes beschäftigt oder dann, wenn es dann so reingeht in dunkle Energie, die dunkle Energie wird ja auch, findet ja auch in der, es taucht derzeit in den Lösungen, in dieser Lösungen der einsteinischen Feldgleichung in der allgemeinen Relativitätstheorie auf als kosmologische Konstante. So, ne?

Franziska Konitzer Aber vorher hat man das Universum ja auch beschrieben, bevor die dunkle Energie entdeckt wurde. Und da hat man auch die allgemeine Relativitätstheorie dafür gelöst. Da war dann diese Konstante da noch nicht drin. Aber ja, ne? Also von daher, diese eine Lösung gibt es nicht für die allgemeine Relativitätstheorie, ist vielleicht die Kurzvariante.

Karl Urban Mhm. Also Rolf schreibt auf Mastodon, eine kleine Anmerkungsfrage habe ich. Franzi hat erzählt, dass die allgemeine Relativitätstheorie zur Korrektur von Geonavigationssystemen gebraucht wird. Aber soweit ich mich an mein Physikstudium erinnern kann, haben wir das mal durchgerechnet. Da ich aber, wie du auch gesagt hast, nie, also nicht im Curriculum die ART gehört habe, muss für die Korrektur die spezielle Relativitätstheorie ausreichend sein.

Karl Urban Oder täuscht mich da meine Erinnerung? Ist auch schon ein paar Jahre her. War übrigens ein spannendes, weil unintuitives Ergebnis, da die Korrektur nicht wegen der Erdgravitation notwendig ist. Die Überlegung hier wäre, weiter weg von der Erde, weniger tief im Potenzialtopf. Zeit vergeht am Satelliten schneller.

Karl Urban Sondern ganz im Gegenteil, die Satelliten bewegen sich sehr schnell. Zeit vergeht am Satelliten langsamer als auf der Erdoberfläche. Wenn ich mich richtig erinnere, waren da ein paar Größenordnungen Unterschied zwischen den Phänomenen. Das musst du jetzt nochmal erklären, Franzi.

Franziska Konitzer Das erkläre ich jetzt nicht komplett, sondern vertröste auf die kommenden Folgen, also nicht auf die nächsten Folgen, sondern auf Geschichten der Zukunft. Wenn ich mal dezidiert von der allgemeinen Relativitätstheorie spreche und da Geschichten erzähle. Ich denke, es ist die allgemeine Relativitätstheorie, weil da gab es auch ein Experiment Ende der 50er dazu, wo das erstmals eben auch gemessen wurde.

Franziska Konitzer Ich denke, es ist die allgemeine Relativitätstheorie. Aber ich lege jetzt nicht dafür meine Hand ins Feuer. Aber die Antworten auf all diese Fragen von Rolf, die werden kommen meinerseits, aber erstmal künftig, weil ich möchte es dann auch richtig erzählen.

Karl Urban Aber letzten Endes, also das Stichwort ist hier, also entweder ist es die spezielle Relativitätstheorie, dann ist es diese Zeitdilatation. Also wenn ein Objekt sehr schnell ist und die allgemeine bezieht sich dann auf die Masse und den Effekt, den die Erdmasse hat.

Franziska Konitzer Ja, aber das ist, also ich weiß nicht, also wenn ich sowas im Studium durchgerechnet habe, dann habe ich es seitdem auch längst vergessen, aber die Sache mit der allgemeinen Relativitätstheorie bezieht sich vor allen Dingen auf die Uhren, die Atomuhren, die in diesen Satelliten verbaut sind und das ist die Allgemeine, da bin ich mir ziemlich sicher, ohne das jetzt sofort belegen zu können, warum ich mir ziemlich sicher bin.

Franziska Konitzer Aber Antworten werden kommen.

Karl Urban To be continued.

Franziska Konitzer To be continued.

Karl Urban Ja, dann können wir noch zum allgemeinen Feedback kommen.

Franziska Konitzer Genau, also das war es dann erstmal mit den schwarzen Löchern von mir. Ich habe jetzt eine weitere, naja, nicht To-Do-Liste, aber Geschichtenliste mit Geschichten der Zukunft.

Karl Urban Die To-Do-Liste wird immer länger.

Franziska Konitzer Singularitäten und die allgemeine Relativitätstheorie und überhaupt. Genau.

Karl Urban Genau, dann schreibt uns Faul aber, sehr schöner Name, auf Mastodon. Ich musste schon ein bisschen aufpassen, beim Quiz nicht rauszufliegen und Transferwissen abfragen gehört doch schon eher in die Schule oder also im Ernst gut zusammengefasst exemplarisch aufklärerisch, was soll man noch besser sagen, wer nicht gern gute Vorlesungen hört, ist doch sowieso nach der Hälfte ausgestiegen oder wie auch immer, es sollte mein hohes Lob unter Sonne, Mond und Sternen sein.

Karl Urban Das habe ich hier unter allgemeines Feedback mal aufgenommen, weil es gab zwei Kommentare in letzter Zeit, die unsere Folgen als Vorlesungen bezeichnet haben, was ich ein bisschen lustig fand. Weil wir versuchen eigentlich, das nicht als Vorlesungen zu machen. Aber es war in beiden Fällen eigentlich als großes Lob gemeint.

Karl Urban Also insofern, okay, Vorlesung.

Franziska Konitzer Naja, es ist halt, also ich erinnere mich auch durchaus an sehr viele gute Vorlesungen. Also hauptsächlich erinnere ich mich nur an die guten Vorlesungen aus meiner eigenen Studienzeit, weil bei den schlechten bin ich halt eingeschlafen. Lieber Vorlesung als Lava-Podcast. Würde ich sagen. Weil wir haben ja was zu erzählen inhaltlich.

Franziska Konitzer Von daher finde ich es nicht schlecht. Danke. Faul aber und großartiger Username.

Karl Urban Genau. Also sagt auf jeden Fall was über den wissenschaftlichen Gehalt, denke ich mal. Den wir hier erfüllen. Genau. Magst du den nächsten machen?

Franziska Konitzer Ja. Nee, warte mal.

Karl Urban Den muss ich machen, weil du musst sie beantworten.

Franziska Konitzer Ah, ich muss sie beantworten.

Karl Urban Genau. Lara schreibt nämlich auf einer Webseite zu einer relativ alten Folge, aber der Kommentar ist relativ neu, nämlich Astrogeo 91, ein neuer Stern, die bevorstehende Nova in der nördlichen Krone. Und Lara schreibt, seit über einem Jahr habe ich nun den Tab offen mit der Seite der VSO und kontrolliere die Helligkeit von T. Corone Borealis.

Karl Urban Anfangs mehrmals täglich, nun immer in größeren unregelmäßigen Abständen, inzwischen auch mal wochenlang nicht. Nun habe ich Sorge, dass ich es vielleicht doch schon verpasst habe oder, falls nicht, es nicht mitbekomme. Naja, Wikipedia gibt es ja auch noch. Bislang steht noch immer die Prognose für 2024 drin.

Karl Urban Und zur eigentlichen Frage, woran könnte es denn liegen, dass die Vorhersagen nicht so präzise waren? Hat das eher historische Gründe, also dass die Aufzeichnungen nicht mehr so weit zurückgehen oder könnte es auch physikalische Gründe haben?

Franziska Konitzer Ja, danke, Lara, für die Frage und den Kommentar.

Karl Urban Wir müssen noch mal sagen, worum es ging.

Franziska Konitzer Worum es eigentlich ging. In Folge 91, ist schon eine Weile her, habe ich von einer Nova erzählt, der Nova T Corona Borealis, deren Ausbruch, deren Helligkeitsausbruch eben unmittelbar bevorstehen sollte. Aber was unmittelbar heißt, ist halt so eine Sache, Also diese Nova, dieser Stern ist normalerweise fürs bloße Auge nicht sichtbar und bei einem Ausbruch sollte diese Nova so hell sein wie ungefähr Polaris.

Franziska Konitzer Also jetzt nicht gleißend hell, dass man sofort in Ohnmacht fällt, aber es sollte sichtbar sein, dass im Sternbild nördliche Krone eben ein neuer zeitweiser Stern auftaucht. Die ist immer noch nicht explodiert, die hatte immer noch nicht diesen Ausbruch, obwohl eben schon seit anderthalb Jahren gesagt wird, ja, es könnte jeden Moment so sein.

Franziska Konitzer Und Dara fragt eben nach den Gründen dafür. Die Gründe sind, denke ich, es könnte auch physikalische Gründe haben, aber letztendlich für uns, da wir nicht in die Nova reingucken können, ist es eher, dass die Stichprobe zu klein sind, weil es gab einen Ausbruch aus dem Jahr 1946, der ist sehr gut beobachtet worden, auch ein Ausbruch, der ist relativ gut beobachtet worden, 1866.

Franziska Konitzer Und da hat man also auch schon, zumindest auch 1946, hatte man auch schon vorher diese Nova beobachtet und auch hinterher lange. Aber diese beiden Beobachtungen mit, ich sag mal, guten Instrumenten und vielen Daten gibt es. Und davor gibt es nur historische Aufzeichnungen. Sprich, um daraus wirklich belastbar auszurechnen, basierend auf Präzedenzfällen, wann sie als nächstes ausbrechen sollte, ist nicht so einfach.

Franziska Konitzer Also das ist einfach nicht so belastbar. Die Stichprobe ist zu klein. Und deshalb würde ich sagen, die wird schon explodieren, aber vielleicht halt auch erst nächstes Jahr. Dann werden wir es sehen. Aber es gibt halt nicht 50 oder 100 Beobachtungen über die Jahrhunderte, über diese Helligsausbrüche dieser Nova, sondern es gibt belastbar wirklich nur zwei Beobachtungen.

Franziska Konitzer Mit den entsprechenden Daten. Und daran wird das liegen. Und ganz zum Schluss, zum allgemeinen Feedback, schreibt uns Thorsten per Mail. Leider ist mein Reservoir an Astro-Geo-Folgen inzwischen erschöpft. Da ich deutlich mehr Podcasts höre, als ihr produziert, brauche ich dringend Nachschub. Habt ihr Empfehlungen für Geologie-Podcasts, die vielleicht sogar etwas tiefer reingehen als du, Karl? Also es ist eine Frage für dich.

Karl Urban Thorsten hatte ich schon geantwortet. Ich finde es gar nicht so einfach, da so viele zu finden. Also gerade bei deutschsprachigen Podcasts weiß ich von kaum welchen. Es gibt diesen Beats and Bones vom Berliner Naturkundemuseum, glaube ich. Der hat, glaube ich, einen ziemlich großen Geologieanteil. Vielleicht gibt es den einen oder anderen Dinosaurier-Podcast.

Karl Urban Aber so pure Geologie, da fallen mir eigentlich nur englischsprachige ein. Also wenn euch da noch welche einfallen, vielleicht auch auf Deutsch, sagt gerne Bescheid. Also ich habe auch mal so die Listen, diese Top-100-Listen von Podcasts durchgeschaut. Vielen Dank. Ich kann ein paar erwähnen und ich würde sie dann im Detail auch in die Shownotes packen, aber ich kann kurz durchgehen, was ich so höre.

Karl Urban Also einen, den ich glaube ich auch schon ein, zwei Mal geplugt habe, ist der Paläocast. Das ist so ein von einem britischen Team gemachter Paläontologie-Podcast, der sehr, sehr nötig ist. Also der geht sehr ins Detail, aber die haben wieder viele Bilder dabei. Also man kann sich den mal angucken, was es jetzt wirklich für ein Knochen ist, über den sie gerade reden.

Karl Urban Dann gibt es Planet Geo das sind so zwei Geologie-Profs die sich unterhalten, auch ein bisschen zu fachlich finde ich schon, also manchmal ein bisschen schwer zu folgen auch für mich und auch sehr amerikanisch für.

Franziska Konitzer Dich ist was zu schwer?

Karl Urban Ja gut, ich bin ja nun auch nur Wissenschaftsjournalist also wenn dann Profs sich unterhalten und ja, die reden auch manchmal über ihr Curriculum und Dinge, die mich jetzt nicht so sehr interessieren anderes Thema, Aber man kann ihnen gut zuhören und es sind auch ganz interessante Themen. Manchmal ist es zu amerikanisch auch, also sehr viel.

Karl Urban Geologie ist ja auch mal schnell ein lokales Thema, weil es dann um irgendwelche lokalen Gesteine geht und da habe ich dann auch einfach keine Ahnung von dem geologischen Aufbau der USA, jedenfalls nicht im Detail. Es gibt noch so einen anderen US-Podcast, Geology Bites. Das ist so ein Einsprecher-Podcast. Manchmal macht er noch Interviews, aber das sind auch Geologen, die eher noch im akademischen Umfeld aktiv sind.

Karl Urban Und ich finde den manchmal ein bisschen trocken, aber wenn es einen genug interessiert, kann man da auch mal reinhören. eine neue Entdeckung von mir ist ein Podcast, der heißt Bad Rock. Das ist ganz cool, ist auch ein Einsprecher-Podcast, aber es ist eine sehr angenehme Stimme und das macht ein Amerikaner, der in Frankreich Postdoc oder Doktorand ist und da geht es so um die, früheste Erdgeschichte, seit der Bildung der Erde bis ins, Precambrium rein und, Schritt für Schritt geht der da durch. ich.

Karl Urban Also ich habe auch schon einige Anregungen für hier. Vielleicht werde ich da auch mal was als Anregung verwenden.

Franziska Konitzer Sehr gut, dann höre ich nicht rein.

Karl Urban Wie du willst. Du kannst auch reinhören und mir Fragen stellen oder Themenwünsche schicken. Dürft ihr auch machen da draußen. Genau, er hat jetzt mittlerweile 47 Folgen. Läuft auch noch nicht lange und er macht das sehr gut. Also es ist unterhaltsam zuzuhören. Obwohl er es alleine macht.

Franziska Konitzer Also wenn es einen deutschen Geologie-Podcast wie gesagt, ich habe nichts außer dumme Sprüche und alles ist nicht SEO-optimiert. Weil ich finde es, also ein deutscher Geologie-Podcast namens Tiefgründig, der fehlt halt noch.

Karl Urban Tiefgründig, okay. Ja, na gut, das müssen andere machen, ne?

Franziska Konitzer Ja, aber wenn ihr ihn dann so nennt, dann wäre ich echt dankbar. Okay, dann.

Karl Urban Ja, aber es ist interessant, ne? Also Astronomie-Podcast oder Astrophysik-Podcast gibt es ja schon nicht wie Sand am Meer, aber gibt es schon ein paar mehr als irgendwie nur uns. Aber so, ich finde, im Bereich Geologie sind wir fast alleine auf breiter Flur. Ich sage fast, also wie gesagt, so vereinzelte gibt es.

Karl Urban Aber ja, wir sind tragischerweise ja auch gar nicht in diesen Podcast-Netzwerken, gar nicht in der Geologie-Kategorie gelistet, weil man ja in diesen Detail-Kategorien, meistens nur eine angeben kann. Ich glaube, bei Apple und Spotify ist es auf jeden Fall so. Und dann, ja, interessieren sich mehr Leute für Astro und deswegen sind wir da bei Astro drin und ist auch gut so.

Franziska Konitzer Kategorien. Ja, okay. Dann haben wir es für heute.

Karl Urban Dann haben wir es. Haben wir durchgeplinkelt.

Franziska Konitzer Und dann sagen wir zum Schluss Danke.

Karl Urban Ja, dann sagen wir Danke und zwar auch an dieser Stelle wieder an alle, die uns finanziell unterstützen. Wir finden euch total nett.

Franziska Konitzer Mit sehr vielen Ausrufezeichen hast du dir ein Skript geschrieben.

Karl Urban Wir finden uns total... euch. Uns.

Franziska Konitzer 1, 2, 3.

Karl Urban Ich hab grad gesagt, wir finden uns total nett. Das finden wir auch.

Franziska Konitzer Ja, uns finden wir auch nett. Das ist doch super. Aber vor allem finden wir euch nett und wir danken euch und deshalb lese ich euch jetzt die Namen von allen unseren neuen Unterstützerinnen vor.

Karl Urban Ja, und die ist total lang, die Liste. Es ist unglaublich. Es ist total super.

Franziska Konitzer Vielen lieben Dank an Paul, Fabian, Christina, Christopher, Manuel, Stefan, Carola, Eva, Jörg, Hannes, Jonas, Jörg, David, Kerstin, Oliver, Jella oder Jella, Finlay, Lukas, Mario, Nadja, Christine, Walter, Michael, Ruben, Kilian, Benno, Peter, Victor, Roberta, Stefan, Henry, Martina Tim, Magdalena, Simone Doris, Monique, Eike Dieter, Sasa, Bernd Ingo und Luchi oder Luchi.

Karl Urban Vielen Dank. Und Franzi, den ersten Namen in der Liste hast du vergessen. Und das ist ausgerechnet jemand, den wir beim letzten Mal auch schon vergessen hatten.

Franziska Konitzer Nein, das ist dein Ernst. Das kann man so halb verstecken, weil du bist ja so cool und machst nicht auch noch die Nachnamen hin. Das wäre ja nicht gut. Von daher. Aber nein, vielen Dank an Tom.

Karl Urban Und auch an alle anderen.

Franziska Konitzer Dann war es das mit der Ausgabe 125 von Astrogeo. einem Astro-Geoplänkel. Schickt uns gerne weiter mehr Feedback auf allen Kanälen. Das kommt dann hier rein. Und bis dahin, wir freuen uns. Tschüss und macht's gut.

Karl Urban Glück auf.

Franziska Konitzer Und Ad Astra, bis zum nächsten Mal. Hurra!

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