
Aufrechte Demokraten· Folge 41
Simons Fußball-Beef und die Merz-Reformen & Angst vor der Freiheit
Dienstag, 7. Juli 2026 · 1 h 13
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Shownotes
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Ab jetzt besprechen wir alle zwei Wochen ein Buch, das wir uns gegenseitig zum Lesen aufgeben. Die erste Folge erscheint Mitte Juli und wird sich um Ulf Poschardts „Bückbürgertum“ handeln. Hier abonnieren: steady.page/de/aufrechte-demokraten/about
Das eingeblendete Video von DIMI: instagram.com/reel/DaTfr3kMhlQ/?igsh=aW1iNDhoe…
Simon hat sich nach dem WM-Aus von UNSEREN JUNGS mit der Fußball-Bubble angelegt. Einige dachten, dass „Nationalist“ und „Nazi“ das selbe wären. Höchste Zeit also, einige dieser Missverständnisse auszuräumen! Und dabei bleibt noch genug Muße, die Merz-Reformen (also den neusten Klassenkampf von oben) zu besprechen.
Ole hat ein Buch gelesen, und zwar „Souveränität der Vernunft“ von Albrecht Koschorke. In diesem schreibt der Autor über die ideengeschichtliche Entwicklung des Liberalismus und vor welche Herausforderungen er sich immer wieder selbst stellt. Und was dies alles mit den „Matrix“-Filmen zu tun hat, beschreibt Ole in seinem kleinen Vortrag.
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Starten wir rein. Warum auch nicht? Starten wir rein, Simon. Es ist wirklich bitter. Ich sitze hier in Berlin und es wäre eigentlich viel schöner, wenn ich neben dir sitzen würde, aber du bist in Köln. Ja, es ist, und es ist schrecklich. Es tut mir leid. Ich, ich wohne ja jetzt nicht so weit von Köln entfernt, hätte auch in Köln sein können, aber ist. Dann quasi Reverse.
Ja es, es tut mir wahnsinnig leid, dich dich in Berlin alleine zu lassen, aber ich bin mir sicher, ganz bald bald haben wir uns wieder. In Person. Aber jetzt haben wir uns virtuell wieder und das ist doch auch schön. Wir sehen uns sogar Hallo. Hallo simonchen. Ich hatte heute morgen schon eine Gesichtsmaske drauf und das sieht man daran, dass sich das Dachflächenfenster, vor dem ich sitze, quasi auf meiner Stirn spiegelt. Das ist wirklich.
Also für alle, für alle, die uns gerne in in Videoform sehen wollen, also dazu vielleicht kurz noch ein 2 Sachen. Wir hatten ja schon von technischen Sachen geredet, momentan könnt ihr uns auf Video sehen, auf youtube und auf Spotify, es war kurzzeitig auch möglich auf Apple. Wir mussten aber unseren Podcastanbieter wechseln, weil die Preise, die dafür aufgerufen werden, mehr als 5 Stunden Videos im Monat zu machen. Und da kommen wir halt drüber, sind wirklich utopisch. Also ich, also das geht einfach nicht, deswegen sind wir jetzt zu Spotify gewechselt als Hoster, die sind aber noch dran, dass man Videos dann zu Apple weiterreicht. Man muss dazu sagen, dass diese Videoformate von Podcasts schon ne Weile existieren, aber
offensichtlich noch nicht so ausgereift sind, dass die plattformübergreifend gut funktioniert. Weshalb erst so Anfang dieses Jahres? Das also auch ein bisschen übergreifender organisiert wurde, dass Video Videos nicht mehr einzeln hochgeladen werden müssen, bei Spotify, bei Apple und so weiter, sondern dass es halt zentral von Hostern passieren kann.
Das ist alles noch so ein bisschen in der mache, aber wer uns sehen möchte, wie gesagt, Spotify oder Youtube ist immer eine Adresse. Genau das schon mal zu dem und die Folge über über männliche Magie und Migranten. Dann die Front, die musste noch mal doppelt hochgeladen werden, da wurden wir auf Spotify hingewiesen, dass das ja schon mal gelaufen wäre, das wissen wir.
Diese Episode konnte wegen des Wechsels nicht übernommen werden und wir mussten die manuell noch mal hochladen, deswegen wurde die als neue Folge angezeigt, obwohl sie de facto nicht neu ist. Aber jetzt hoffentlich ist alles abgeschlossen, wir haben jetzt einfach alles wie immer und es sollte hoffentlich keine weiteren Verzögerungen geben.
Genau. Also es war es waren auf aufreibende 2 Wochen würde ich sagen, für den Podcast Aufrechte Demokraten, weil wir natürlich nicht nur unseren Spotify oder unseren Podcast Hoster gewechselt haben, von Prodigy zu Spotify und jetzt ihr gar nichts mehr von den von den hintergründigen Technik Troubles mitbekommt, sondern aufrechte Demokraten gibt es nun auch auf Steady.
So ist es nämlich. So, und wir haben uns überlegt, dass wir, weil wir uns einfach so lieb haben und weil wir euch auch so lieb haben, dass wir pro Monat 2 bonusfolgen machen werden, wo wir beide jeweils ein Buch lesen. Wir werden uns das gegenseitig immer vorschlagen und aufnötigen, und dann sprechen wir über dieses Buch ein, die erste. Aufrichtung ist genau ist jeder morgen. Je nachdem, wie lange wir, wie lange wir Lust haben und als erstes Buch sprechen wir über welches Buch. Sprechen Porsche Art.
Böck das Böck Bürgertum richtig, und das werden wir übermorgen aufnehmen und dann wahrscheinlich zum Ja, also Mitte des Mitte des Monats veröffentlichen, dass wir immer so Anfang des Monatsmitte des Monats unsere Folgen haben, also ungefähr in den 2 Wochen Takt genau ihr da mit Sonderfolgen behelligt werdet. Ganz genau.
Und die könnt ihr abonnieren auf Steady, das ist der oberste Link in der Episodenbeschreibung da könnt ihr uns unterstützen und dann bekommt ihr einen RSS feed, den ihr kinderleicht in. Wo auch immer ihr Podcasts hört, einfügen könnt und dann könnt ihr diese Sammlerfolgen hören und darüber freuen wir uns sehr.
Ja, wir wollen das auch bei Apple ermöglichen, also dass man direkt das über Apple kaufen kann, ist dann immer n Stücken teurer, weil es noch mal n Aufschlag gibt, den Apple über den App Store erhebt oder über den den die Podcast App. Aber das natürlich auch möglich. Da müssen wir aber noch mal gucken, wie das genau funktioniert.
Aber ja, Möglichkeiten gibt es und damit würd ich sagen, das müssen wir mal loslegen hier mit der langen Vorrede. Lass mal loslegen. Gut, ich würde sagen ich starte rein mit meinem Thema und ich hab im Prinzip 2 Themen dabei, aber die die ich sehr passend zueinander finde und die ich auch sehr gut verknüpfen kann, Ole, das ist ja die 1.
Folge die wir aufnehmen nach der großen Katastrophe. Die große Katastrophe, ich darf annehmen, besteht in der Schmach, die der deutschen Nation, dem deutschen Volk und damit auch der deutschen Mannschaft zugefügt wurde. Eigentlich eigentlich eigentlich sekundär der deutschen Mannschaft, sondern primär wirklich dem deutschen Volk, primär primär dem deutschen Volke, primär der deutschen Nation. Wir haben die vergangene Folge aufgenommen, Montag am frühen Abend, und ich bin direkt nach der. Aufnahme der Folge bin ich los und hab mit 2 guten Freunden das Spiel geschaut und bin danach wieder heimgefahren und bin mit dem Mais Auto durch ein Berlin gefahren, was wirklich von Trauer getrieft hat.
Also es war wirklich unfassbar tief in der Nacht 14:30 Uhr oder so bin ich heim weil das Spiel ging ja entsprechend lang und überall waren die traurigen Gesichter. Und du hast dich in Embryo Stellung aufs Bett gelegt und einfach Tränen geweint. Wie ich alles. Richtig, richtig. Und am nächsten Morgen war eigentlich auch schon. Auch war eigentlich schon die ja die Dolchstoß nicht die Dolchstoßlegende, sondern das Dolchstoßfaktum geworden, nämlich von dem Schiedsrichter, der uns uns allen, dir und mir das Tor verwehrt hat.
Ja und ja seitdem. Ist mein Leben nicht mehr das nicht mehr das Gleiche? Das ist das, was Oliver Nachtweyh und richtig Kristin Amlinger als das blockierte Leben bezeichnen. Soziologisch. Richtig, das blockierte Leben. Schiedsrichtern der. Scheiß Schiri hat mein Leben blockiert. Ja, Ole, bitte bitte keinen Fußball Podcast machen.
Never in my life. Also ich und ich und Sport ist wirklich das, also das ist die letzte mögliche koalition, ich sag jetzt mal so. Mhm, ja deshalb. Also wenn Sport die Regierung ist, bin ich die Fundamentalopposition o. K Na ja gut, dann unser Gym Content muss dann noch n bisschen bisschen warten auf sich. Gut ich will auch gar nicht viel über Sport an sich reden, ich will so n bisschen über das reden was seitdem passiert ist. Hast du mein neuestes Video auf Instagram und TIK Tok gesehen, Ole?
Nee, tatsächlich nicht. Also ich hab. Andersrum ich hatte. Ich hab diese Woche so gut wie kein Social Media verwendet, ich hab nur einmal kurz, dachte ich mir so och komm so n bisschen Trash und dann kam sofort n Video wo du gestitcht worden bist und dachte ich mir eieiei hier hier wird schon wieder ich hab es schon ich hab es mit sofortiger Wirkung verdrängt. OK.
Und, und dann hatte ich gedacht, ich werd dich einfach fragen, wenn wir uns hören und du bringst es sogar mit als Thema. Also führ mich gerne ein in die Lore, was hast du wieder? Ja, was haben wir los getan? Also. Welche ich hab mir ist da über dich hereingebrochen. Ich hab n Video gemacht, was eigentlich gar nicht so kontrovers war, finde ich. Also ich hab ich find weiterhin ich hab 100% recht und ich hab n Video gemacht über das Deutschland WM aus und die Reaktionen darauf und hab so n paar Clips von Tiktokern eingeblendet die Sachen sagen wie das WM aus ist eine nationale Beleidigung oder wo jemand sagt ihr habt uns unseren nationalen Stolz genommen und so weiter also wirklich ganz. Normale Reaktionen auf n
Sportevent und hab dann darüber geredet, warum es eben nicht primär um die Mannschaft geht. Ja, es geht nicht primär um die um den sportlichen Wettbewerb, sondern es geht. Um den Wettkampf von Nationen, von politischen Konstrukten, von von inhärent politischen Konstrukten, die miteinander konkurrieren und wo sich nationale Anspruchshaltungen eben dann auch Bahn brechen, so. Aber meinst du das jetzt so in dem Zuge von so FIFA als n Ort wo Staaten also Millionen oder Milliarden reinstecken um dann entsprechend zu strahlen?
Also auf dieser also auf dieser Ebene oder? Ich mein gar nicht, um ich mein gar nicht so die, die die konkrete. Ökonomische Instrumentalisierung davon durch sag ich mal das Vehikel Fifa, sondern wirklich durch die Identifikation die Menschen in Deutschland, egal ob das jetzt sag ich mal Privatpersonen oder Fußballinfluencer oder auch Journalisten sind mit dieser Mannschaft und diesem Staat haben, also, dass man eben sagt, Wir haben gegen Paraguay verloren und dass es das Selbstverständlichste der Welt ist, dass wir gegen Paraguay verloren haben und dass diese Anspruchshaltung ja.
Auch gar nicht so unbedingt aus einer sportlichen Leistung herrührt, weil ich hab dann in Antwort auf mein Video hab ich ganz viele Nachrichten bekommen von Leuten, die gesagt haben, ja, das ist ja keine, sag ich mal chauvinistisch nationalistische Anspruchshaltung, sondern Deutschland war einfach bisher immer gut im Fußball.
Allerdings erwartet man auch, dass man gegen ne objektiv schwächere Mannschaft die Paraguay gewinnt, ich mal so, ja vielleicht könnte das der Fall sein, wenn Deutschland nicht in den letzten 12 Jahren. Oder in den letzten 10 Jahren nicht konsequent schlecht bespielt hätte. Also, und das war die letzten 10 Jahre Thema, also es ist ja nicht so, dass es quasi jetzt n neues Thema wäre, das Deutschland auf der nationalen Ebene schlecht performt, sondern das war Standard die letzten 10 Jahre und dann muss man halt sagen, gut, woher kommt denn dann diese Anspruchshaltung?
Offensichtlich kommt sie ja nicht aus dem Sport, sondern sie kommt irgendwo anders her und sie kommt aus einem nationalistischen Denken. So, und dann hab ich eben auch noch darüber geredet in meinem Video, dass die, dass zum Beispiel, wenn jemand in einem großen deutschen Podcast namens Lage der Nation sagt, dass Deutschland selbstverständlich in der Lage sein muss, die Huthys im Jemen in die Steinzeit zurückzubomben das. Ist aber wirklich dein Lieblingszitat. Ja, es ist es ist es, fasst sie nicht, die es fasst die deutsche Militarisierung auf eine Art und Weise zusammen, wie ich sie nicht hätte besser skripten können. OK, oder?
Auch wenn Friedrich Merz sagt, Deutschland muss die größte Konventionellste konventionelle Armee in Europa werden oder Deutschland muss seine Interessen im Ausland definieren und mit Macht und Gewalt durchsetzen. Das ist eigentlich die gleiche Identifikation, die dahinter steht, wenn sich Leute dahinter stellen, wie wenn man eben sagt, wir als Deutschland müssen doch quasi, wir haben doch Staaten wie Ecuador und Paraguay zu schlagen, weil wer sind denn diese Staaten und das eigentlich die gleiche?
Anspruchshaltung gegenüber einer Staatenkonkurrenz dahinter steht, egal, ob diese Staatenkonkurrenz jetzt auf einer sportlichen Ebene wie der WM stattfindet oder eben in der tatsächlich existierenden Staatenkonkurrenz namens globaler Kapitalismus, der ab und an mit Kriegen ausgefochten wird. So, und dann hab ich Tausende von Kommentaren bekommen, also auf Instagram und TIK tok sind das zusammengenommen glaub ich 3 oder 4000 Kommentare.
Die allermeisten davon sind durchaus wüster Natur und ich hab so viele Nachrichten bekommen, also direktnachrichten wie noch nie, also kein Shitstorm in meiner Social Media Karriere war je so schlimm, nicht mal von dem Grünen, also es ist ja bekannt, dass das Grüne oftmals viel militanter und aggressiver im Internet auftreten als AFD ler, zumindest bisher mir gegenüber. Aber das toppt wirklich alles.
Das toppt wirklich alles. Ich wusste wirklich nicht, dass die Fußballbubble da so unterwegs ist. Na ja, ich meine, Esra klein hat mal irgendwann gesagt, dass man Identitäten ganz besonders dadurch aktivieren kann, dass man sie bedroht. Ja, ja, ganz, ganz genau, ganz. Genau als Fußballfan scheint also durch dein Video in einem Selbstverständnis angegriffen worden zu sein, wie das wahrscheinlich nur wenige geschafft haben.
Weil uns halt nicht auf so ne Vereins oder Landesebene zieht, sondern auf so ne Metaebene, die allgemein diese Identifikation mit den nationalen verächtlich macht. Ja. Und ich will es vielleicht so n Best of kurz ganz kurz teilen. Also Anja, einer hat geschrieben, gute Besserung bei was auch immer du für ne Krankheit hast wegen dir ist unser Land gespalten, danke da würd ich sagen. Meint.
Wegen mir ist dieses Land nicht gespalten, sondern wegen der bürgerlichen Eigentumsordnung, die durch den bürgerlichen Staat mit seiner Staatsgewalt. Instand gesetzt, dass jeden Tag dieses Land spalten anhand der Eigentumsverhältnisse zu den Produktionsmitteln in Arbeiter und Kapitalisten, und das setze ich nicht instand. Ey ich, darf ich dir kurz ne Anekdote einwerfen? Es war so, ich war auf so einem informellen Treffen wo ich mit n paar Leuten, die im Journalismus involviert sind diskutiert habe, also das war jetzt nicht, also mal ohne Publikum und so, ja. Konnex n bisschen egal, aber da haben wir dann auch gesprochen über so Spaltungslinien und die Probleme unserer Gesellschaft und so weiter und der eine war
der tatsächlichen Ansicht, dass das größte Problem Halt tik tok sei, weil das gehört der Kommunistischen Partei in China, und wer das hier erlaubt und nicht verbietet, soll sich über die Konsequenzen nicht wundern. Und richtig, dass Leute nur noch AFD oder die Linke wählen als für ihn unakzeptable gesellschaftliche politische Pole.
Also die eigentlich unwählbar sind, ist einzig und allein das Medienversagen verantwortlich und hab ich dann gefragt. Also die Politik die gemacht wurde spielt überhaupt keine Rolle bei den Wahlentscheidungen, die Leute treffen und er so tatsächlich nein war für ihn keine Frage gut. Ich dachte immer so, keine weiteren, keine. Keine weiteren Fragen.
So, und der war mal für die Grünen im Landtag, Mhm, also fasste mir so ja gut, passt doch. Passt doch. Aber ich war völlig. Ich war völlig schockiert, also wie Leute, die auch politisch gebildet sind, die Zeitung lesen und sich in Debatten einmischen, dann tatsächlich das als Statement raushauen.
Die Politik hat keine Rolle gespielt, nur medienversehrt. Nee, fast finde ich also keine weiteren Bedenken. Und dann wird dir ne macht zugesprochen. Also dir jetzt als Spalter. Ja, ja, du. De facto gar nicht hast. Das ist irgendwas zwischen Beleidigung und Kompliment. Ja, ja, ich hätte, ich hätte das ja gerne. Also ich würde ja gerne in der Lage sein, dieses Land anhand der Produktionsverhältnisse zu spalten, aber leider ist es noch nicht möglich.
So jemand anderes hat geschrieben, bitte schmück dich nicht mit den Worten Demokratie danke, da würd ich sagen, können wir als aufrechte Demokraten einfach mal sagen, doch natürlich tun wir das, weil natürlich aufrechte Demokraten so, dann hab ich. Wahrscheinlich 30 Nachrichten bekommen, die allein irgendwie Hurensohn sind und dann vielleicht noch möchte ich noch eine Nachricht vorlesen, weil die war besonders einfach auch sprachlich interessant.
Ey, du dumme schwuchtelige menschenähnliche Gestalt. Ich freu mich, wenn der Russe in Deutschland einfällt und alle, wo alle die voken Menschen ins Arbeitslager steckt, weil ihr meint, nicht für euer Land kämpfen zu wollen, weil man sonst ein Nazi ist. Schon das für Rechte kämpfen für dich heißt ein Schild zu bauen und einen Spruch drauf zu schreiben, der Russe wird dich fragen, was bist du Mann oder Frau, das war es kein Ich bin ein Toaster oder ein Fuchs.
Wow, das krass. Da einfach mal vielleicht Tag yourself Down Bilow was seid ihr heute? Ein Toaster oder ein Fuchs? Ich mach ne Umfrage, das gibt es bei Spotify. Jetzt hab ich gesehen das Macht wird in die Shownotes gepackt o. K sehr gut, danke, danke für deinen Danke für deinen Dienst. Ist halt so crazy, weil das halt so ne so so richtig so rechter Kulturkampf Brain Rod, ja der von so einem darauf trainierten LLM ausgespuckt worden ist.
Manchmal wünscht man sich da so ne gewisse Originalität in den Beleidigungen. Aber das. Ist das generische also. Das generische ist eigentlich. Ich finde, das ist schon originell, also was, was der Russe wird dich fragen, was bist du Mann oder Frau, das war es kein Ich bin ein Toaster oder ein Fuchs, also das ist schon auch kreativ, muss ich mir. Sagen, vielleicht hab ich mich n bisschen zu lang damit rumgetrieben, aber na ja gut, das ist in jedem Fall, also ob es originell ist oder ich kann mal drüber streiten, Rain Rod ist es auf jeden Fall.
Auf jeden Fall also. Und da, da kommt auch schon vor. Weil ihr meint, nicht für euer Land kämpfen zu wollen, weil man sonst ein Nazi ist. Und dann hab ich auch noch mal in die anderen Nachrichten geguckt und dann ist mir aufgefallen, ganz viele Leute bringen diesen Topos unter, nämlich dass ich Leuten vorwerfen würde, ein Nazi zu sein, und da hat jemand zum Beispiel jemand geschrieben und wenn du denkst, dass man eine Deutschlandflagge, dass wenn man eine Deutschlandflagge hochhält, dass man dann ein Nazi ist, bist du verdammt leben geblieben, lebst nicht in der Realität, jemand anderes hat geschrieben. Wär dir eigentlich in den Kopf geschissen, dass du Leute mit Nationalsozialisten auf eine
Ebene stellst, die sich über ein frühes WM aus aufregen, bla bla. Jemand anderes hat geschrieben, jemand der Fußballbegeistert ist und deswegen die Nationalmannschaft des eigenen Landes unterstützt, als Nationalsozialisten zu bezeichnen ist doch Quatsch so und dann ist mir aufgefallen, anscheinend haben von den keine Ahnung 300000 Leuten die man real gesehen haben haben anscheinend eine beträchtliche Menge gedacht, dass Nationalist und Nationalsozialist das Gleiche ist. Ja, aber dann ist mir einiges.
Nicht so ne semantische Engführung, die du auch n bisschen bewusst wählst und provokant sein. Auf gar keinen Fall, also auf gar keinen Fall. Weil ich versteh es nämlich auf einer ganz analytischen Ebene total. Wenn du sagst, das ist nationalistisches denken, gleichwohl aus einer deutschen Geschichte heraus, also wirklich aus einer deutschen Sprachgeschichte heraus, ist natürlich das Wort nationalistisches Denken sehr, sehr eng am.
Nazi denke an nationalsozialistisches Denken und so weiter also ich hab das immer als nur als als einerseits ne wirklich ne ne semantische Ernsthaftigkeit, aber auch ne stilistische Provokation gesehen bei dir. Nee, also gar nicht ich, mein eigentlich sogar das Gegenteil. Ich mein Ja vor allem eben Nationalist.
Wirklich auf ne Art und Weise oder in einem Sinn, dass jemand sich mit seinem Staat identifiziert, dem er untergeordnet ist. Und dessen Ziele für die eigenen Ziele annimmt oder alles eigene Ziele annimmt. Und dann ist man Nationalist. Und das ist ja eigentlich das Argument, was ich dann auch in in den Streams oder in Videos öfter mal irgendwie ausführe, nämlich das eben auch die grünen Nationalisten sind. Weil sie sich quasi mit diesem Staat in 1 setzen. Sie bewerben sich quasi für die um die Verwaltung von diesem diesem Staat und sprechen im wir, sie haben halt ne leicht andere Konzeption was dieses wir ist im Vergleich zu keine Ahnung Björn Hecke oder so.
Aber Nationalisten sind sie alle mal, weil sie eben an so ein nationales Kollektiv glauben, das irgendwie auf sich irgendwie konstituiert. Und wie genau kann man da noch mal gucken, aber auf jeden Fall sprechen Sie in diesem nationalen wir und nehmen die Ziele von diesem Staat für die eigenen an, und deswegen war so n bisschen der Punkt, den ich machen will, ja, alle Nationalsozialisten oder alle Nazis sind Nationalisten. Aber nicht alle Nationalisten sind Nazis, die allermeisten Nationalisten in Deutschland sind eben keine Nazis, und das ist n bisschen der Punkt, den ich machen will, dass wenn auch Leute eben im wir über die Nationalmannschaft sprechen, deswegen wir haben gegen Paraguay verloren, dann ist es auch eine nationalistische in 1
setzung mit einem Staat und über den Charakter von diesem Staat möchte ich gleich noch n paar Worte verlieren, weil wir eben auch über die Märzreformen sprechen, das ist das perfekte Timing. Ja, ich muss noch eine. Darf ich noch eine sagen? Ja, bitte. Weil wenn man jetzt sagt, wir haben gegen Paraguay verloren und könnte man das ja auch auf so einer reinen Sprachebene ja auch interpretieren als einfach ne Kurzfassung von wir.
Das heißt, die deutsche Nationalmannschaft, die also der deutsche Staat als Teilnehmer in einem internationalen Sportwettbewerb bereitgestellt hat, hat verloren gegen eine andere Mannschaft, in diesem Falle aus Paraguay, wird kurz zusammengefasst unter Wir haben gegen Paraguay verloren. Das kann ja an sich erstmal nur als ne Verkürzung nicht das eigentliche Problem sein. Also zu sagen, wir haben gegen Paraguay verloren, ist ja einfach nur eben in weniger Worten das gleiche Verständnis hervorgerufen.
Was du aber kritisierst ist eben diese Anspruchshaltung nicht wir haben gegen Paraguay verloren, sondern wir, die Deutschen hätten gegen Paraguay gewinnen sollen, weil wir die Deutschen, das weiß ich nicht kompetitiv. Bevorteilte Volk sind oder so etwas oder die die bessere Nation, die leistungsfähigeren und so weiter also ist, also hab ich es richtig verstanden, ich will nur noch mal so n. Bisschen mein.
Mein Problem ist schon mein Problem ist schon das wir also mein Problem ist schon das wir und wenn man sagt wir haben gegen Paraguay verloren weil. Nee, du saß auf der Couch und hast Chips gefressen. OK, ja. So, und du sagst. Deutschland hat gegen Paraguay verloren, faktisch ja, aber wir haben gegen Paraguay verloren, da ist schon diese Identifikation, die sich auch an Anspruchshaltung knüpft, mit enthalten.
Genau, weil OK. Und jetzt kommt mein Punkt. Ich bin ja durchaus Fußballfan, also ich war oder was ich bin Fußballfan, ich war den größten Teil meines Lebens aktiver Fußballfan und ich würde auch mir jetzt noch ne. Faszination für diesen Sport attestieren. Und wenn mich jemand fragt, ob ich Fan bin von irgendwas, dann sag ich bin Schalke Fan, weil das da bin ich irgendwie reingeboren und in dieses Fan Dasein und dann ist es halt so ne aber es geht mir zum Beispiel auch überhaupt nicht um Vereinsfußball, weil da ist diese.
Identifizierung mit einem fremden Kollektiv, dem man nicht angehört, ist ja auch gegeben. Aber Schalke hat gegen Bayern gewonnen. Sagst du, wir haben gegen Bayern gewonnen oder verloren von mir aus. Genau da würd ich halt, da würd ich halt sagen. Ich glaube das müsste man wirklich mal sprachlich untersuchen. Ich glaube, dass bei Vereinsfußball viel weniger im wir gesprochen wird, also dass da viel weniger gesagt wird, wir haben gegen Bayern verloren, sondern nee, keine Ahnung, die Schalker Jungs haben gegen.
Schalke haben gegen Bayern verloren oder Schalke hat gegen Bayern verloren, oder? Also ich glaube, dass da dieses wir, das wird auch verwendet, aber ich glaube viel viel weniger als bei Nationalmannschaften, weil diese Identifizierung mit Schalke oder irgendeinem anderen steht, selbst wenn man n richtiger Fan ist, ist eben immer noch, man erkennt an, dass es n fremdes Kollektiv ist, dem man halt sich als Fan zuordnet, ja aber. Man ist ja nicht Deutschland Fan in dem Sinne, als dass man sich nicht Deutschland zuordnet, sondern einfach nur Fan ist von Deutschland.
Was n bisschen lustig. Mehr. Als genau. Aussetzung. So ne und man ist und und also klar Vereine sucht man sich oft auch nicht aus, sondern man wird da irgendwie reingeboren und so weiter keine Ahnung, man der der Vater also mein Vater war Schalke Fan oder oder ist immer noch Schalke Fan und dann war es halt so ne und ich glaube so ist es bei bei vielen Fußballfans die also vereinsfußballfans, dass man sich das auch nicht so ganz aktiv aussucht, aber man könnte es jederzeit ändern und man könnte. Auch ja, aber bei starten ist ja ähnlich. Du bist ja auch reingeboren.
Genau, aber da kann ich es mir ja nicht aussuchen und Staatsbürgerschaften wechseln ist aber n Prozess, der nicht ganz trivial ist so. Das stimmt und ich will es auch nicht überspannen, die parallel aber ja. So, und diese Identifikation mit einem Verein ist eben was ganz anderes als die Identifikation mit einem Nationalstaat.
Weil der FC Schalke 04 oder Bayern München oder der Hamburger SV ist kein politisches Konstrukt in dem Sinne, dass der irgendeine Macht ausübt. Also ja, das sind. Ne, das sind ökonomische Konstrukte, die das sind, die viele Millionen und Milliarden an Geld hin und her bewegen und so weiter und sofort und erwirtschaften. Aber das sind keine politischen Konstrukte, die ein Nationalstaat eine ist, weil Nationalstaaten fallen eben nicht vom Himmel, sondern Nationalstaaten sind hochpolitische Konstrukte, die man gar nicht von ihrem, von ihrem politischen Gehalt trennen kann. Man kann nicht einfach sagen, ja, ich feuere Deutschland an, aber mit mit dem Staat will ich nichts zu tun haben. Mir hat eine Person geschrieben,
dass sie, dass sie für diesen Staat kämpfen und auch sterben würde und dann hab ich geschrieben, war also ernst gemeinte Frage, warum würdest du für nen Staat sterben so weil ne also wenn ich sage ich will die Leute überzeugen, dann mein ich das schon ernst und dann diskutier ich auch mit den Leuten, wenn sie mich nicht direkt irgendwie Hurensohn in den DMS nennen. So, und dann hab ich gefragt, also ernst, kommt mal die Frage, warum willst du für n Staat sterben, dann meinte die Person ja ich lass mir doch von dem Staat mein Land nicht kaputt machen und dass diese Trennung halt einfach komplett 0 und nichtig ist.
Also das Land gibt es nicht ohne den Staat, es gibt nicht ein, es gibt nicht einen einen eine deutsche Nation, die sich dann quasi den Staat. Gemacht hat und gesagt hat, wir wollen jetzt eben regiert werden, weil wir sind alle Deutsche, sondern den Staat gab es zuerst, und dann hat der sich sein Volk geschaffen und alle, alle Widrigkeiten und alle regionalen keine Ahnung, zum Beispiel so separatistische Bewegungen eingeebnet und mit Gewalt unterdrückt, bis er sich sein Nationalvolk geschaffen hat.
Also man kann das Land von dem Staat gar nicht trennen, das ergibt überhaupt keinen Sinn. Ja, also ich finde, da sollten wir auf jeden Fall noch mal n bisschen tiefer reingehen in dieses Verhältnis von Nationen, Volk und Staat, die überlappen nicht, nicht in 1 fallen können. Ich würde auch dieser These widersprechen, dass der Nationalstaat sich immer sein Volk schafft, also es gab auch schon vor Nationalstaaten völkische Strömungen, die sich auch als solche Begriffen haben, ich würd da eher von einer wechselseitigen Hervorbringung auch sprechen oder einer gegenseitigen Verstärkung oder so, also diese einseitige Linie, der Staat verursacht das Volk, weiß nicht, ob ich da so mit. Gehen würde.
Aber vielleicht ist das auch ne Diskussion, die wir vielleicht an anderer Stelle führen müssen, weil wir wollten ja eigentlich auf das Reformpaket zu sprechen bekommen, damit ich damit unser Land, damit unser Land wieder auf. Damit unser Land vorangebracht wird, also vielleicht noch ganz kurz also natürlich gab es, sag ich mal, völkische oder oder regionale. Irgendwie zugehörigkeitsströmungen, aber ich mein quasi als n modernes Nationalvolk, also so wie man quasi moderne Nationalstaaten.
Das ist ohne Staat. Eben hat das ist ohne Staat eben einfach nicht zu denken, ganz unabhängig davon, dass es eben immer immer mal wieder regionale, immer wieder in der Geschichte regionale Strömungen gab von Leuten, die sich in irgendeiner Form zusammengeschlossen haben. Also das ist ja die ganze Menschheitsgeschichte, nur die Frage ist eben, wächst daraus ein moderner Nationalstaat, so organisch von so Bottom? Vom from the bottom so, und da würd ich ja sagen, nee, das ist eher nicht der Fall.
Ich hab n ganz kurzen Clip mitgebracht aus einem Antwortvideo, bevor ich zu den Märzreformen komme, weil ich muss ne Überleitung dahin schaffen und ich hab an am Anfang von meinem WM. Real hab ich 3 Fußball Influencer eingeblendet, die sich eben wie gesagt furchtbar aufregen, die von nationaler Demütigung und so weiter sprechen also ganz klar es es geht nicht primär um ne Sportmannschaft sondern um. Ein verletztes nationales Ego und dann hat einer dieser Fußballinfluencer, der auch sehr bekannt ist, der hat glaub ich 350000 Abonnenten auf Instagram, der hat ein Antwortvideo gemacht und da hab ich einen kurzen Clip mitgebracht und den hören wir uns jetzt kurz an.
Sag doch kurz Bescheid ob du es hörst. Eine Nationalmannschaft repräsentiert ihr Land, deswegen beginnt Conan sein Video, wie es eben beginnt, und deswegen sind die Schlagzeilen genauso wie sie sind. So wären die medialen Reaktionen übrigens auch bei großen anderen Fußballnationen nur als Beispiel, die historische 7 zu 1 Schmach ist in Brasilien inzwischen ein Sprichwort und Beleidigung, nationale Symbolik ist nicht dasselbe wie nationalistisches Denken, das ist so ein wildes Argument, der Dir vorhin Homie von mir sagt, der Qualitätsstempel Made in Germany steht nicht mehr für so viel Qualität, wie er noch früher stand, ist er dann ebenfalls Nationalist Bodit.
Dank. Da kann man einfach mal sagen, ja. Ist. Made in Germany ist ein nationalistisches Symbol. Das Video hab ich gesehen, deshalb wie ich glaube er hat noch mal ne Reaction auf, dann dich ja gepostet. Ja, genau das ist das ist die Reaction auf mein Video. Ja, die hab ich gesehen. OK, ja genau, also da.
War ich schon wieder genug Internet für heute? Ja genau, also ne. Vielleicht auch die Sache wo er sagt, dass es in anderen Fußballnationen ähnlich ist. So ja, auch da ist es n Fehler ist es nicht. Nur n deutsches Ding. Also es geht mir gar nicht um Deutschland, es geht mir gar nicht um, weiß ich nicht, den den deutschen Sonderweg oder was auch immer, sondern um die allgemeine Identifikation mit einem bürgerlichen Nationalstaat und vielleicht da kurz dieses Made in Germany Ding, das ist wirklich eigentlich das perfekte Beispiel, um den Punkt, den ich mache, zu illustrieren, weil Made in Germany ne ist ja entstanden in Großbritannien, eigentlich um minderwertige Deutsche waren. Zu abzustempeln.
Es war am Anfang eben kein Qualitätssiegel, sondern eigentlich das Gegenteil, weil man eben gesagt hat, Deutsche waren sind schlechter als die britischen Kolonial waren so Ende vom vom 19. Jahrhundert, und dann hat sich das eben geändert, weil Deutschland sich ganz schnell industrialisiert hat. Deutschland hat die deutsche Industrienorm beschlossen und konnte eben innerhalb von sehr kurzer Zeit auf einmal sehr qualitativ.
Sehr hochwertige Waren herstellen und daher kam dieses Label Made in Germany und wenn ich daran denke wie in im Ausland auch über immer noch über Deutsche waren gesprochen wird, dann ist das immer noch so. N so n kommt das immer mit ganz viel Verweisen auf die deutsche Ingenieurskunst, auf deutsche Qualität, deutsche Autos und so weiter aus ja, also ich bin ja echt schon n bisschen rumgereist in meinem Leben. Und das ist immer ne Sache, die mir eigentlich begegnet ist. Egal wo ich war, das heißt, es ist immer Teil der Softpower von einem Staat und Deutschland als Exportnation, als Exportweltmeister hat die letzten Jahre und Jahrzehnte eben von diesem Label gelebt, Made in. Germany und dass es eben aber
nicht harmlos ist, sehen wir zum Beispiel aktuell, weil Deutschland ne Deutschland muss auf Vordermann gebracht werden, Deutschland muss reformiert werden, weil Deutschlands Wirtschaft auf dem absteigenden Ast ist. Und das liegt zum Beispiel daran, dass man. Dass ja die wichtigste Industrie in Deutschland, nämlich die Autoindustrie, dass die vor allem im Vergleich zu chinesischen Elektroautos einfach richtig krass abstinkt und den Anschluss verpasst hat und die Europäische Union sich jetzt ja zum Beispiel mit sehr starken politischen Instrumenten dagegen wehren muss, nämlich mit Schutzzöllen gegenüber chinesischen Elektroautos, weil man sonst Angst hat, dass man den. Dass die europäischen und vor
allem die deutsche Autoindustrie einfach noch weiter den Anschluss verliert an die globalen Exportmärkte und an die globalen Absatzmärkte. Und auch wenn man in die Vergangenheit schaut, Anfang der Zweitausender in den wirklichen Kampf zwischen der deutschen und der französischen Autoindustrie, wo zum Beispiel Patrick Katschmatschik in seinem Buch Kampf der Nationen drüber geschrieben hat, wo das wirklich eine eine Schlacht sondersgleichen war.
Zwischen der Deutschen und der französischen Autoindustrie, die letztendlich dadurch entschieden wurde, dass Deutschland die Agenda 2010 durchgekloppt hat, wodurch die Lohnkosten einfach gedruckt wurden. Ganz massiv. Und Deutschland war geografisch näher gelegen an den neuen EU Staaten in Osteuropa, wo man günstig dann die Produktionen dahin verlegen konnte, weil es einfach geografisch nah war.
Man hat Zugang gehabt zu ganz vielen billigen Arbeitskräften, die man ausbeuten konnte und all das konnte Frankreich weniger gut machen, einfach weil die geografische Lage tatsächlich weniger vorteilhaft war, und das hat dazu geführt, dass nicht die Qualität da entschieden hat in diesem Kampf. Sondern es war die politische, der politische Klassenkampf von oben, der da geführt wurde gegen die arbeitende Klasse.
Und der hat dazu geführt, dass die deutsche Automobilindustrie aus diesem Kampf eigentlich als Sieger hervorgegangen ist. Und da kann man sehen, Made in Germany ist eben bei einem in einer politischen Ökonomie wie Deutschland, das als Exportland. Die letzten Jahrzehnte verbracht hat eben kein harmloses Qualitätssiegel, sondern es ist n ein Siegel, was eine eine Art und Weise zu wirtschaften hinter sich stehen hat, die Verarmung und Verelendung nicht nur in Deutschland, sondern in ganz vielen anderen Staaten zur Folge hat und dann sich darauf zu berufen, das ist ohne den Nationalismus, ohne die Identifikation mit dem deutschen Nationalstaat und seiner Wirtschaft gar nicht zu haben. Ich überweise an dieser Stelle
noch einmal an die Analyse, die ich letzte oder vorletzte Folge von markant und Eingollern gemacht habe, wo dann auch unser lieblingslinker Streamer Vincent G. Die Recht, also die Neurechte youtuberin Eingollern über deutsche Wertarbeit aufklären möchte. An dieser Stelle noch mal eine Empfehlung aussprechen, also wie tief auch diese Ideologie von Made in Germany vorgedrungen ist, ja. Und jetzt sind wir in beiden.
Progressive Lager, ja. Ja, und jetzt sind wir eigentlich bereit, uns mit dem noch kurz, mit dem mit dem März Reformpaket zu beschäftigen, weil man könnte jetzt ja fragen, gut, ja, warum ist es denn falsch, warum ist es denn so verkehrt, sich mit dem Nationalstaat zu identifizieren, selbst wenn es ein ein hochpolitisches Konstrukt ist, was eben aus den Kriegen der vergangenen paar 100 Jahre hervorgegangen ist, selbst wenn es so wäre, warum ist es denn verkehrt? Es ist falsch, weil da eine Zugehörigkeit geschaffen wird, die.
Über alle Klassengegensätze hinweg drüber gebügelt wird. Also es wird gesagt, du bist ein deutscher und deswegen hast du, selbst wenn du ein Bürgergeldempfänger in Lörrach bist, mehr mit einem Multimillionär auf Sylt gemeinsam. Alles mit einem oder das Pendant mit einem von einem Bürgergeldempfänger in der Schweiz oder in Frankreich oder in Paraguay gemeinsam hast so und dieses nationale Kollektiv schafft eben Zugehörigkeiten, wo? Subjektiv keine sind, wenn man in Bayern lebt, hat man die man aus Österreich viel mehr gemeinsam als mit jemandem aus Mecklenburg Vorpommern oder so und es. Gibt ja auch über alle möglichen Identitätsmärkte kannst du ja auch über Geschlecht und rast.
Über alles, über alles, genau so. Und dieser Nationalstaat, dieser Staat, Deutschland und alle anderen modernen Nationalstaaten ebenfalls, sorgen eben mit ihrer Staatsgewalt dafür, dass ein eine Art zu wirtschaften. Instand gesetzt wird jeden Tag neu die 99% der Menschen. Einfach nicht zugute kommt, die Menschen in Abhängigkeit in Unfreiheit halten. Menschen müssen ihre Arbeitskraft verkaufen und sind im großen und ganzen ziemlich ziemlich schlecht dran so und das wohl dieses Staates, das bedeutet ganz oft das unwohl und das Leiden von den arbeitenden Menschen in diesem Land und das können wir.
Momentan jeden Tag in den Medien sehen. Wenn wir dem Bundeskanzler und anderen Regierungsmitgliedern zuhören, wenn sie sagen, Deutschland muss auf Vordermann gebracht. Werden das find ich auch so interessant. Wir müssen ja überhaupt gar keine große Exegese mehr leisten. So was sind die versteckten Bedeutungen hinter den Worten und so, sondern die sagen das ja ganz klar heraus, also du musst wirklich genau zuhören, also dann eben nicht genau zuhören, musst einfach nur zuhören und dann einfach nur wiederholen, was sie sagen, weil sie genau das meinen, was Sie sagen, offensichtlich also es geht genau.
Es gibt irgendwie keinen doppelten Boden. Mehr genau also, es gibt Deutschland Deutschlands Schamlosigkeit auch auf jeden Fall, und Deutschland muss vorangebracht werden, und das bedeutet, dass es die arbeitenden Menschen in Deutschland, zu denen ungefähr 99% der Menschen, die mir meine DMS und Kommentare voll geschrieben haben mit bösen Wörtern, dass es denen schlechter geht. Das bedeutet, dass es Deutschland gut geht, dass der deutsche Industriestandort konkurrenzfähig bleibt. Und das war vor 25 Jahren der Fall unter Gerhard Schröder und den Grünen, und das ist jetzt der Fall, und diese märzreformen ich will da jetzt gar nicht groß in die Exergese gehen, weil das machen andere Podcasts schon
genug, und ich wollte jetzt so n bisschen. Mehr so über den Zusammenhang mit diesem ganzen Fußballpatriotismus reden. Aber so n paar Sachen. Zum Beispiel wird die sachgrundlose Befristung von ursprünglich oder aktuell 24 Monaten auf 48 Monate erhöht werden mit bis zu 6 Verlängerungen, früher waren 3 Verlängerungen möglich, also die Befristung von Arbeitsverträgen wird quasi ausgeweitet. Ist es so, dass die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden soll und man wird voraussichtlich ab dem ersten Tag von der Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung brauchen?
Das kann man auch rückdatieren. Aber das geht nur 2 Tage glaub ich also und Ärzte sind auch nicht verpflichtet diese Rückdatierung auszustellen meines Erachtens. Und du weißt ja auch nicht, wie lange du krank bist. Und wenn du bei uns zum Arzt geht und sagst, machen sie mich wahr, da ist dann ne Genauschreibung das das geht nicht auch nicht möglich. Das heißt, bist du de facto doch gezwungen zum. Ersten genau das heißt, wenn man nur einen Tag krank ist, dann muss man auch an dem Tag ins Wartezimmer vom Hausarzt und dann ist eben die Kalkulation, dass Leute eben nicht sagen, gut.
Wenn ich schon ne AU brauche n gelben Schein, dann mach ich mir ne Woche frei und nicht nur einen Tag wenn ich eh zum Arzt muss. Deswegen und irgendwie 2 Stunden im Wartezimmer sitzen muss, sondern das sollte eben sagen nee gut, dann schlepp ich mich zur Arbeit, das ist die die Hoffnung oder die Kalkulation, die die Bundesregierung da aufmacht. So dann geht es weiter, es sollen laut März soll ein Durchschnittshaushalt um rund 600€ pro Jahr entlastet werden wo man sagen kann, gut, auch das ist schon fucking wenig. Das sind 1250€ auf pro Monat, auf 12 Monate. Und wenn Merz sagt, im Durchschnitt 600,00€, kann man wahrscheinlich mit 300€ rechnen im Endeffekt, und das wären dann so 25€ im Monat und davon kann
man dann zweimal sich n Döner mit Getränk kaufen und auf der anderen Seite geht es dann eben weiter, also das sozial und Innenministerium wollen diesen Sommer noch gemeinsam einen Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch vorlegen, also es geht noch mal richtig gegen die. Vielen, vielen Millionen Menschen, die es sich in Deutschland einfach richtig gut gehen lassen, die in der sozialen Hängematte liegen, die die Grundsicherung beziehen und dadurch sich den den Buckel voll verdienen mit Geld.
Ja, also dass noch mal richtig gegen die vorgegangen wird, dann ist es so, dass die, dass die Regierung einen Gesetzplan oder mehrere Landesgesetze, die die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen verbieten soll. Also da können wir uns dran erinnern. Ah, was war da noch mal? Ah, Ah, ja. Ja, doch, doch. Vor 5 Jahren, da war doch mal so was. Ah, so n Volksentscheid in Berlin, wo so knapp 60% der Menschen dafür gestimmt haben und seitdem wurde es unter anderem auch von einer Rot rot grünen Landesregierung verschleppt und unter der aktuellen Landesregierung sowieso.
Aber jetzt wird es einfach per Bundesgesetz oder per mehreren Landesgesetzen verboten. Ja, also da wird einfach noch mal schön gezeigt, was für aufrechte Demokraten Friedrich Merz und Co. Sind, dass man sagt, die Leute sollen entscheiden, aber wenn sie falsch entscheiden, dann wird halt einfach das verboten was sie wollen, so, und da kann man wirklich sagen, das ist Klassenkampf von oben, das ist einfach reiner Klassenkampf von oben, von einem Staat, der auf Vordermann gebracht wird, also das ist mehr Arbeit gemeint.
Auch da ist wirklich die Frage. Ja, ich sehe den den Klassenkampf von oben Aspekt, aber das ökonomische Kalkül. Ich verstehe es wirklich nicht, weil wenn man jetzt sagt, OK, wir halten die Lohnkosten gering, dann ist man international konkurrenzfähig, dann kann man eben ein Wirtschaftswachstum generieren, was Profite abwirft, die dann der herrschenden Klasse oder wem auch immer zugute kommen.
I See this, aber ich sehe nicht. Das ökonomische Kalkül in diesen Reformen, weil wenn ich Wohnungseigentümer oder Wohnungen nicht vergesellschaften lasse, wenn Leute am ersten Tag nicht, also also davon abgehalten werden, krank zu machen, weil es mit hohen Aufwänden verbunden ist, wenn auch die steuerlichen Entlastungen irgendwie moderat ausfallen, also dass diese Mehreinnahmen, die man aus Haushalt hat, auch nicht in ne Binnenwirtschaft fließen, dann frag ich mich, wo soll denn das industrielle Wachstum, was ja immer der Motor der deutschen Volkswirtschaft sein soll oder ist? Wo soll es denn herkommen?
Das Problem ist ja nicht, dass Leute zu wenig arbeiten, sondern dass die Industrie keine Aufträge hat, also dass die Nachfrage fehlt und die Nachfrage fehlt, Inländisch, die Nachfrage fehlt, ausländisch, die Nachfrage fehlt, einfach allgemein und diese ganzen Maßnahmen zielen in keinster Weise darauf ab, dass dass irgendwie Nachfrage generiert wird, sondern es wird einfach nur ne Angebotserweiterung, also also ermöglicht oder erzwungen, den man man halt die Bevölkerung zwingt Arbeiten zu gehen. Aber wo ist jetzt der Effekt?
Also ich verstehe wirklich nicht, ich versteh es nicht, also ich versteh nicht warum die deutsche Politik so Angebotsorientiert ist und so 0,0 auf die Nachfrage schaut, die ja das eigentliche Problem zu sein scheint. Ich versteh es nicht. Du meinst, die müssten noch mal Heiner Flassbeck? Ja, nein, ich will jetzt hier nicht, ich will jetzt hier nicht so so einen auf Politikberatung machen, sondern also was hätte, müsste, sollte, sondern ich will, ich will es wirklich, ich will es verstehen und ich verstehe es ökonomisch nicht, also jetzt nur zu sagen, wir müssen auf die Nachfrage gucken, macht jetzt noch nicht sofort Flassbeck aus, aber. Ja, das ist irgendetwas.
Also wo ich nach wie vor mich frage, wo wann kommt da eigentlich mal wenigstens so n Versuch einer kausalen Begründung irgendeine Form von Erklärung, aber kommt ja gar nicht, es wird einfach nur gesagt, es wird einfach nur gesetzt, dass mehr Arbeit auch mehr Absatz bedeutet und es ist einfach. Falsch.
Ja ja, das war würd ich sagen, mein Exkurs über die den Fußballpatriotismus und warum es falsch ist. Sich mit diesem Herrschaftsinstrument namens Deutscher Staat in irgendeiner Form gemein zu machen und auch noch die die Repression gegen das eigene materielle Wohlbefinden anzufeuern und sich mit diesem Konstrukt gemein zu.
Machen zu machen. So, jetzt bin. Ich sehr gespannt was du mir erzählst. Ja, ich, ich muss ja auch mal gucken, dass wir jetzt als als als Podcast auch nicht nur so Politik theoretisch politikwissenschaftlich daherkommen. Deswegen ist mir immer wichtig, auch mal über. Andere Dinge zu reden allerdings muss ich sagen, dass diesmal doch die Folge sehr politisch werden muss, denn ich habe ein Buch gelesen, über das ich gerne sprechen würde, und zwar hat das Albrecht Koschorke geschrieben. Albrecht Koschorke ist Literaturwissenschaftler, der an der Uni Konstanz lehrt, und der hat jetzt n Buch rausgebracht, dass ich tatsächlich ganz interessant fand. Und dessen Titel ich natürlich mit sofortiger Wirkung vergessen habe.
Es hieß Ah, Souveränität der Vernunft, die kulturellen Anfänge des Liberalismus, also es beschäftigt sich eben mit der mit, mit Vertretern eines frühen Liberalismus so 17.18. Jahrhundert, ist so Quatsch, 18.19. Jahrhundert ist so bisschen der der Hauptaugenmerk, also er versucht so bisschen, diese Zeit auch des Deutschen Vormerk zu beschreiben, es gibt n Fokus auf.
Französische und deutsche Autoren und ich fand das Buch deswegen so interessant oder ich möchte mich auch deswegen gerade so viel mit Liberalismus beschäftigen, weil da sind wir auch wieder bei so Internetkommentaren. Es ist wirklich interessant, ich mein, ich hab ja diese Folge gemacht zu Kommunalpolitik oder erneuerbaren Energien hab ich ja schon mal ne Folge zu gemacht und die Reaktionen im Internet waren wirklich wild, also es wirkt wirklich crazy, wie man mit einer Aufforderung zu nicht macht, nur noch Kommunalpolitik, sondern hey, es wäre auch sinnvoll einen Augenmerk auf.
Kommunalpolitik zu richten. Halt Leute ja verstören kann. Also ich weiß nicht, ob diese diese totale Ablehnung, die mir da entgegenschlug, teilweise von ja, man macht sich gemein eben eigentlich genau das was du sagst mit dem Staat, und hier wird doch einfach nur die Elendsverwaltung legitimiert und vorangetrieben und ich war so Leute, kommt mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, also wenn man wenn die sehen würden, was man kommunalpolitisch entscheidet, dann.
Würde man so n Urteil gar nicht fällen. Ich glaube so ne so ne krasse Ablehnung der Beteiligung und Kommunalpolitik können nur von Leuten kommen, die entweder noch nie auch nur eine einzige Sache für ihre Nachbarschaft politisch gemacht haben, noch nie eine einzige Sache oder die schon zu viel gemacht haben, also denen irgendwie die ihre Seele ausgesaugt wurde bei irgendwelchen Bezirksverordnetenversammlungen oder so aber ja irgendwie.
Schwang da so ne ziemlich selbstgerechte Arroganz mit, die wirklich ihresgleichen sucht und die ich eigentlich nur bei chronisch online Twitter linken finde, die ich auch nicht so mag. Und da wird mir tatsächlich immer und immer wieder vorgeworfen, dass ich lipp bin, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mich viel zu queerfeministischen Themen äußere und das für so bestimmte Formen von Hardcore Marxisten wohl das.
Also Augen nicht. Ist also das bezeichnende Merkmal ist, weshalb man dann linksliberal ist, was sie dann kurz abkürzen mit Lipp. Linksliberal wiederum ist ja n Terminus, der dann von zum Beispiel Wagenknecht oder so auch sehr verächtlich gemacht wurde in ihrem Buch die selbstgerechten und bezeichnet Jade facto sowas wie n grünes Bürgertum, die also gewisse liberale Werte haben, aber mit Lipp ist dann auch gar nicht so sehr.
Nur ist eigentlich n Kulturliberalismus gemeint, aber vor allem auch n ökonomischer Liberalismus, also dass man dann trotzdem beinhaart, da irgendwie so n Kapitalismus durchsetzt und na ja, wer mich in meine Inhalte kennt, wird wissen, dass das ziemlicher Käse ist. Mir das irgendwie vorzuwerfen. Nee, ich hab aber neulich auf Instagram in der Kommentarspalte von einem Real gelesen, dass du eigentlich rechts wirst, weil du betreibst. Nicht Klassenkampf, sondern Kulturkampf und Klassenkampf ist.
Links und Kulturkampf ist rechts und deswegen bist du rechts. Das ist alles so, das ist alles so verwirrend und ich versteh das auch alles nicht mehr. Also also da da ja das sind so Zuschreibungen, da würd ich mich auch gar nicht mit gemein machen, aber ich merke doch, dass in also ich kann jetzt auch nicht sagen, ja, Liberalismus ist total Scheiße, lass mich alle in Frieden, damit ich ja, also werde hier meinen Arsch nur für die Rebo bewegen, sondern natürlich ist der Liberalismus ne politische und kulturelle Strömung, die in Europa, aber auch in der Welt. Sehr, sehr viel erkämpft hat und für viele Dinge streitet, für die auch ich streite und die ich politisch vertreten möchte und vertreten muss.
Also die, also ich bin ja, also du kennst mich ja, ich bin nicht besonders egozentrisch, aber ich bin sehr exzentrisch, also ne, durchaus. Individuelle oder individualistische Erscheinung meiner Person in einer ästhetischen Weise, in einer, in einer sprachlichen Weise. Ich, ich grenze mich gerne ab, ich hab dazu auch n gewisses Bedürfnis, ich hab n gesundes Misstrauen gegenüber Kollektiven und Versammlungen und wenn Leute in eine Richtung gehen, gehe ich erstmal einfach nur so vom Grundgefühl her in ne andere Richtung und da muss man natürlich aufpassen, dass es nicht auch nur so n, also so n so n billiges immer dagegen sein wird. Ist ja auch im im Prinzip ne Art von Konformismus, nur halt mit umgekehrtem Vorzeichen.
Genau mit umgekehrtem Vorzeichen. So ist jetzt nicht nur Selbstzweck, aber ich merke, dass diese Form der individuellen Entfaltung einer Persönlichkeit mit durchaus n sehr hoher Wert ist, den ich auch politisch verteidigen möchte. Ja, und auch für alle anderen Menschen, also da sind Grundzüge des Liberalen und des Antiautoritären und des individuellen enthalten, die ich wichtig finde, und dann hab ich mich n bisschen in dieses Buch hinein begeben.
Und fand es deswegen gut. Also erstmal weil es ne sehr kurze Ideengeschichte ist. Ich bin jetzt auch nicht so bewandert drin, also ich hab keine Politikwissenschaften oder so betrieben, ich bin interessierter Laie und da finde ich durchaus nett, wenn solche ideengeschichten konstitis formuliert sind, aber jetzt auch durchaus mit dem akademischen Anspruch. Also ich frag mich wahrscheinlich, wer das Publikum für solche Bücher ist, weil es ist deutlich, also mit einer Sprache geschrieben, die sehr fachsprachlich auch ist. Also man kann nicht irgendwie, na ich kann es, also egal, also es hat auf jeden Fall n hochsprachliches Niveau. Ist aber dann doch so viel n Überblickswerk oder Einführung, dass ich mich also frage.
Also als Fachpublikum taugt es auch nicht, wer wird das eigentlich mit Gewinn lesen? Aber dann dachte ich mir ja irgendwie scheiß drauf, ich les es auf jeden Fall mit gewinnen und ich mochte an dem Buch so gerne, dass es in seiner Kürze aber auch immer wieder so in mit Spannungen und und Widersprüchen arbeitet, also nicht versucht so ne kohärente Geschichte zu erzählen, sondern schon klar macht, hey, wir haben hier eigentlich von Anfang an. Gewisse Grundspannungen, die im Liberalismus gelten und die heute bisschen verdeckt geworden sind, weil wenn Leute mich Lip nennen, dann meinen sie immer, ich bin ein Vertreter einer liberal demokratischen, verfassten kapitalistischen Gesellschaft oder so, und da
sind aber schon 2 Grundspannungen drin, die den Liberalismus von Anfang an begleiten, nämlich die Spannung zwischen liberal und demokratisch und zwischen liberal und kapitalistisch, was heute also als liberale Demokratie gilt, immer grundlegend kapitalistisch verfasst. Das ist bei den Frühliberalen.
So noch nicht in dieser Eindeutigkeit drin. Also gerade dieses. Also wenn man jetzt das erste Spannungsverhältnis nimmt von liberal und demokratisch, dann hat der Liberalismus immer damit zu tun, zu sagen, ja, wir haben hier ne Vernunft, jeder Mensch ist vernunftbegabt diese Vernunft in all ihren Freiheiten und ihren Möglichkeiten zu nutzen, setzt ne gewisse Bildung voraus, also da muss man erstmal hinkommen. Die Demokratie aber, die ne Volkssouveränität uneingeschränkt gelten lassen möchte, also sagt, jeder Mensch gehört dazu, jeder Mensch hat das gleiche Wahlrecht, jeder Mensch darf mitreden, da waren die Liberalen durchaus kritisch gegen, weil die gesagt haben, na ja, ist das wirklich so so gut, wenn jetzt alle mitreden können,
die eben noch nicht diesen Bildungsweg beschritten haben, um wirklich diese Freiheit mit der Verantwortung. Die sie mit sich bringen, auch zu nutzen zu wissen, die sie ertragen können, die also diese ganze Geisteshaltung, die Liberale, wirklich aufgenommen und durchgearbeitet haben. Soll man diesen Menschen, die das alles nicht getan haben, einfach ne uneingeschränkte politische Herrschaft mitgeben, da wären sie sehr kritisch gegenüber.
Also es gibt ne Grundspannung dazwischen, aber auch zwischen Liberalen und Kapitalisten, also in Liberalismus ist von. Von jeher diese individuelle Schöpferkraft der Genius, also das menschliche Urvermögen, etwas in der Welt zu schaffen als etwas Wichtiges und Wertvolles gesetzt worden. Und das geht durchaus einher mit auch dieser Figur des kapitalistischen Gründers, der eben auch seine Schöpferkraft eben umsetzt in ökonomisch sinnvolle Strukturen.
Aber gleichzeitig sind die Frühliberalen ja auch in so einer Hochphase von einer Industrialisierung. Einer Weltveränderung ausgesetzt und mit Weltmeist, also wirklich einer Umweltveränderung, wo plötzlich überall die Kohleschlote Einherkommen, wo Massenverelendungen passieren, wo Verstädterungen passiert, also wo sich auch vielleicht so NN ideal von die Natur, das Land und so plötzlich mit ganz anderen in einer ganz anderen Bedeutungsschwere auch auflädt, da ist ne Spannung da. Und die merken ja, OK, wir wollen jetzt immer liberale Werte, heißt viel Kultur und eben die Natur in also auch erkennen und anerkennen und so, und dann siehst du halt einfach nur, na gut, da hat jetzt irgendwie Peter Müller ne Dampfmaschine hingestellt und
die Massen ächzen sich da 16 Stunden pro Tag hin und irgendwie ist alles voller Kohlestaub und ich huste die ganze Zeit und die stellt das eben auch Scheiße aus. Also Kultur, was ist das, wer braucht das also kapitalistische Maschinerie kann ja sehr gut funktionieren und Kulturprodukte auch, da gibt es deutlich ne Spannung.
Und ich? Ich find das in dem Buch sehr interessant herausgearbeitet, in welchen Punkten sich diese Spannungen zwischen also Liberalismus und Demokratie, dazwischen Liberalismus und Kapitalismus dann eben äußern. Also wenn ich jetzt sage. Der Liberalismus hat zum Beispiel immer so n Individualismus vor sich Hergetragen und herauslösen aus alten Bindungen n Aufbegehren gegen ständische Gesellschaften, wo du einfach in einer gesellschaftlichen Positionierung wirklich fixiert warst. Du konntest dich nicht so einfach aus dem Bauernstand erheben oder so, das war einfach fix. Dann läuft natürlich diese Unabhängigkeit Gefahr, dass man aus einer Gemeinschaft in einer solch krassen Weise herausgelöst wird, dass man nirgendwo mehr
halt findet, also diese. Typische Vorwurf des Hyperindividualismus der Halt partikulär wird. Und dann gibt es auch da eben schon Überlegungen. Ja, wie können wir das wieder einfangen, wie können wir das Rückanbinden und deswegen wird ganz oft genommen Bezug genommen, wenn es jetzt um diese individuelle Vernunft geht.
Auf zum Beispiel den Gemeinsinn, den gesunden Menschenverstand oder den Common sense auf Englisch. Also wird ganz viel diskutiert und genau das haben wir ja auch heute, wenn wir uns überlegen, wie zum Beispiel Debatten um Corona oder so geführt worden sind oder wie allgemein Debatten geführt werden, wenn es um Expertenräte geht, also n tiefes Misstrauen gegenüber Technokratien gegenüber Expertokratien, die jetzt sich weltanschaulich neutral geben, aber trotzdem, man merkt, ich, ich krieg es nicht mehr hin, ich es ist einfach zu entrückt, diese ganze Welt, und dann wird immer wieder auf. Es auf den gesunden Menschenverstand Bezug genommen und ich finde das irgendwie super interessant, dass man das heute immer noch so oder
vielleicht auch wieder so krass diskutiert oder eben auch was früher der Fall war, schon, dass man eben nicht den Staat so sehr als Bezugspunkt nimmt. Da sind wir wieder bei deinen Diskussionen mit mit dem Wer ist eigentlich dieses wir, sondern dass man auch schon sehr früh auch mit einem, also auch mit einer liberalen Emphase, trotzdem das Volk und die Nation. Anruft.
Ich mein, der Staat ist immer, wie Nietzsche schon sagte das Kate ist aller Ungeheuer, aber das Volk und die Nation sind natürlich so heiße Gemeinschaften, die sind irgendwie sehr emotional besetzt so da da, da kann man viel viel aktivieren, was vielleicht der Liberalismus manchmal auch überdeckt oder verunmöglicht, also vielleicht ist sind so kleinere Gemeinschaften, Vereine und Gruppen und so die Kirchen sowieso vielleicht nicht mehr so da, aber das Volk.
Die Nation, damit kann man irgendwie noch arbeiten, das ist irgendwie gleichzeitig so abstrakt, dass man irgendwie diese individuelle Lebensführung noch aufrechterhalten kann, aber gleichzeitig so nah dran, dass man emotional noch mitgenommen wird und zu sehen, ja, diese Diskussionen sind sehr, sehr alt, fand ich irgendwie super, super cool, oder er sagt dann auch, na ja, also wenn wir jetzt frei sein wollen und diese Freiheit entwickeln müssen. Da setzt es eben ne gewisse Bildung voraus. Also du kannst nicht einfach so anfangen von deinen liberalen rechten Gebrauch zu machen, du musst erst n gewissen Status dir erarbeiten, eben diese Vernunft, die notwendig ist um teilzuhaben an diesem liberalen Diskurs, an
der liberalen Politik, ja, damit du als mündiger Bürger. Gesehen wirst also, wenn Kant sagt oder Kant spricht von der selbstverschuldeten Unmündigkeit der Bürger, dann ist er halt selbstverschuldet und dann muss ich auch an eigenen Haaren wieder herausziehen und dann sagt er, es gab früher als dann die Zeitungen als so n ganz wichtiges Medium von so einer Öffentlichkeitsbildung herausgehoben wurden.
Durchaus Bedingungen dieser Meinungsfreiheit also. Genauso wie man gesagt hat, ja, Wahlrecht ist ganz wichtig und toll und wir sollen unsere Regierung wählen, aber eigentlich waren halt nur wohlhabende weiße Männer wahlberechtigt, hat man auch gesagt, ja, diskutieren ist ganz toll und der Diskurs also soll offen sein und die freie Meinung soll vertreten werden, aber Zeitungen beispielsweise wurden dann mit Auflagen versehen, dass sie nur mit einem gewissen Kapitalstock überhaupt erst als Zeitungen publizieren konnten.
Also, und da könnte man sich auch eben fragen, ob nicht auch heute soziale Medien wieder ne ähnliche Struktur aufweisen, damit du als Medium ernst genommen wirst und Netzwerkeffekte greifen, musst du ne gewisse Größe haben, also soziale Medien lohnen sich als Monopole. Du hast mittlerweile zunehmend strenge Auflagen, die du als soziales Medium erfüllen musst. Was die Moderation der Inhalte an betrifft, dann musst du Teams einstellen, also Leute einstellen, diese Inhalte prüfen, die entsprechend Verantwortung übernehmen, was da publiziert wird, also auch da.
Man durchaus Auflagen, die entstehen, damit man überhaupt an einem öffentlichen Diskurs teilnehmen kann. Und wenn du dann noch von der staatlichen Seite so Fact Checker hast, dann hast du ja eigentlich so ne Soft Power, die die ganze Zeit prüft. Wer darf eigentlich am Diskurs teilnehmen und wer nicht? So was hab ich noch so, lass mich gucken ja eigentlich noch so den Punkt.
Das also noch noch ein Spannungsverhältnis zu nennen, bevor ich auf diese Lösungen abziele, die das Buch dann auch herausarbeitet, die Frühliberalen auch vorgeschlagen haben, dass ne liberale Ökonomie ja sagt, OK, wir wollen jetzt das das freie Spiel der Kräfte entfalten und alle Unternehmen sollen machen was sie wollen und so, aber das setzt natürlich voraus, dass n sehr harter Ordnungsrahmen von staatlicher Seite gesetzt wird, unter dem diese ökonomische Wettbewerbsordnung. Sich halt zu entwickeln hat also, dass man das Privateigentum schützt, dass es n Regelwerk gibt, nach welchen juristischen Verfahren Körperschaften gegründet werden oder aufgelöst werden können.
Insolvenzrecht na, wie heißt das jetzt, wie heißt denn man das Recht für gegen Monopole, ah. Anti Trusted Laws. So Anti Trust Laws, also dass man halt Unternehmen zerschlagen kann, die Monopolistisch werden. Das sind alles politische Ordnungen, die gesetzt werden müssen, also zentral gesteuert werden müssen, zentral gesetzt werden müssen, damit überhaupt dieses. Also dieser Kapitalismus, so wie wir ihn kennen, funktionieren kann also doch da wieder ne Spannung zwischen du willst Pluralismus, aber du musst eigentlich n einheitlichen Standard setzen, damit der Pluralismus sich überhaupt entwickeln kann.
Mhm und dann ist eben die Frage, wie kann diese diese innere Spannung aufgehoben werden und da setzt Albrecht Koschorke wie ich finde n ganz interessanten Punkt, wenn er sagt, diese inneren Spannungen, die der Liberalismus einfach nur aufgrund seiner Forderungen. Auslöst. Die kann er gar nicht auflösen, sondern er kann sie eigentlich nur verzögern. Das heißt, die negativen Effekte, die der Liberalismus verursacht, können nur aufgeschoben werden. Er muss diese zeitliche Dimension einbauen. Wenn ich jetzt sage, an dem also an liberalen Diskurs dürfen halt nur Leute teilnehmen, die ne entsprechende Bildung genossen haben, dann arbeitet der Liberalismus natürlich daran, dass Bildungsinstitutionen
existieren. Die aber eben sagen, du musst sie erst mal durchlaufen. Du kannst nicht einfach so mitmachen, du musst erst mal hier diesen Kanon lesen, du musst hier dich auf eine gewisse Weise fortentwickeln und dann bist du erst bereit. Ähnliches auch, was die Frage um Kolonialismus angeht. Nein, die kolonisierten Völker, das sind niedere Rassen, die haben nicht den Zivilisationsstand, den wir haben, da gibt es dann auch im Früh über Liberalismus wie Koschorke diskutiert, verschiedene Strömungen, die auch sagen, also die einen sagen, die werden immer kindsvölker bleiben, die werden niemals den Status eines liberalen bürgerlichen Subjekts erreichen, aber es gibt auch andere, die sagen, nee, nee, das
dauert nur noch n bisschen, und dann fordert halt man von diesen, von diesen Unterjochten und kolonisierten Völkern. Dass sie doch bitte auch einen Staat nach europäischem Vorbild zu gründen haben, dass sie auch den europäischen Institutionen dieser Nationalstaaten beizutreten haben wie die UN, wie der Sicherheitsrat und so weiter, dass sie doch bitte auch n Schulwesen einführen, was in ähnlicher Weise selektiert und gefügig macht, wie das in westlichen Staaten der Fall ist.
Also auch hier wieder. Ihr könnt mitmachen, aber nur zu unseren Bedingungen und ganz. Interessant fand ich dann auch, wie er diese Rolle von politischer Repräsentation betont. Das ist ja auch was, was von der linken Seite immer wieder diskutiert wird. Wie steht es eigentlich beim Parlamentarismus, so was für Probleme bringt er mit sich, was für n Klingel, was für ne Lobbyismus und er sagt auch in der liberalen Demokratie, wie wir sie heute kennen oder andersrum, die Art und Weise, wie die Frühliberalen den Parlamentarismus diskutieren und auch die Repräsentanz über Parlamentarier.
Ist durchaus eine, die nicht so, die nicht so ohne ohne Probleme auskommt. Denn auf der einen Seite sagt man, der Parlamentarier ist in Individuum mit einer eigenen Entscheidungskraft und er soll sich als gebildeter und damit auch bildender Vertreter des Volkes von ihm abgrenzen, also sie fallen nicht in 1, sondern da hat man wirklich diesen liberalen Grundsatz, nur die gehobene Schicht kann eben auch.
Sich so sehr distanzierend von den Nöten des materiellen Lebens kann so sehr durchkulturalisiert sein, dass sie überhaupt die Freiheit, die damit einhergehende Verantwortung in Gänze ausschöpfen können. Aber gleichzeitig sollen die Parlamentarier auch den Volkswillen vertreten, also sie sollen, wie Koschorke schreibt, gleichzeitig im Spiegel des Volkes sein und sich gleichzeitig von diesem Volk abgrenzen, und das ist n Balanceakt der.
Der nicht so leicht gelingt oder wo man immer wieder in Abgründe fallen kann. Also dieser Parlamentarismus ist nicht als etwas Widerspruchsfreies angelegt, sondern eigentlich zutiefst widersprüchlich, und das mal so genauer zu diskutieren und nicht einfach so zu verwerfen und zu sagen, ja, ist eh nur Klüngel, das find ich find ich eigentlich wichtig und ich musste dann bei dem ganzen Denken an Matrix tatsächlich. Mhm.
Weil eigentlich hat man ja bei Matrix. In in in liberalen Traum verwirklicht. Also es gibt ne ne Gesellschaft die sehr autoritär ist, also die von den Maschinen unterjocht wird, kann man auch antikapitalistisch lesen oder eben im Sinne der Frühliberalen plötzlich sind überall die Fabrikschlöte und die bestimmen das Leben der Menschen so genau wie die Maschinen in der Matrix auch bestimmen, wie die Welt beschaffen ist, in der Halt neo und alle anderen leben müssen und es kommt dazu, dass er gefragt wird, ob er aus dieser Unmündigkeit heraustreten möchte, aus dieser selbstverschuldeten, und er bekommt eben die Wahl zwischen der roten und der blauen Pille, er nimmt eben die, die ihn hinausstößt in die Welt, wie sie
ist. Das heißt, er gehört zu einer sehr kleinen Gruppe an Menschen, die vielleicht mit n bisschen Glück, aber auch Kraft ihrer Vernunft entschieden haben, diese Freiheit und diese Verantwortung zu nutzen, damit könnte man ja eigentlich sagen, ist Matrix n liberaler, feuchter Traum. So die Gemeinschaft an den Auserwählten, die eben mit so einer gewissen Rationalität entscheiden. So wollen wir nicht leben, wir wollen frei sein. Wenn ich aber mit Koschorke sehe, dass diese Widersprüche, die der Liberalismus hervorruft, eigentlich nur dadurch. Ja, eben nicht gelöst werden können, sondern nicht sich voll entfalten können, weil sie aufgeschoben werden. Ist aber eigentlich dieses Bild von Neo oder die Pille nimmt gleichzeitig n Albtraum der
Liberalen, weil dieser Befreiungsschlag von Neo ja mit einem einzigen Moment geschieht, nämlich indem er die Pille nimmt, da gibt es überhaupt keine Aufzögerung mehr, keinen Moment der Bildung, keinen Moment der Repräsentation oder des Parlaments, des Ausdiskutierens, der freien Meinungsäußerung, sondern es gibt nur noch diese singuläre Entscheidung, bist du dabei, oder?
Du nicht dabei und dann war ich so in in diesen Gedanken, so fasziniert davon, wie in dieser Figur von Neo gleichzeitig eben dieser, dieser absolute Traum und gleichzeitig diese fürchterliche Angst, dieser Alptraum verbunden liegt. Und dann kam ich zu dem letzten Gedanken, den ich Ihnen noch mitteilen möchte. Dass dem Liberalismus, also wenn man dieses Buch von Koschorke liest und vielleicht n bisschen anbindet, an so popkulturelle Diskurse oder wie der Liberalismus auch heute sich zeigt, ne ne ganz ne ganz große Eigenart dieser politischen Bewegung für mich klar wird, und zwar die Selbstangst, also der Liberalismus, verfolgt ein politisches Programm oder verfolgt eine Ideologie, deren
Konsequenzen er aber gleichzeitig fürchtet. Also er ist fortwährend bestrebt, eine Welt zu verwirklichen, deren Folgen er aber wieder einhegen möchte. Was ich meine, also, es entstehen Freiheiten, die aber immer Spannungen verursachen. Wo der Liberalismus sagt, also, wir wollen die Freiheit des Individuums, aber wir haben Angst vor dem Verlust von Gemeinschaften, wir wollen den die, die die Freie, den freien Warenstrom und die freie Gründung von Unternehmen, aber wir haben Angst vor einer, vor einer unregulierten Ordnung und brauchen deswegen ne staatliche Macht, die das irgendwie einhegt wir wollen, dass alle mündigen Bürger sich beteiligen an der Willensbildung des Volkes, aber das können nicht alle machen, deswegen müssen wir irgendwie
diesen Parlamentarismus dazwischen schieben, der sich aber auch nicht wirklich auflösen darf. Also es gibt ne Bewegung und gleichzeitig immer sofort NN Hemmnis und und dann kommt das Buch und also zu einer zu einer Diagnose am Ende wo ich wirklich dachte, so ja krass, also der Liberalismus hat ne Gesellschaft hervorgebracht die die so individualistisch ist, dass sie demokratischen Institutionen misstraut. Die so neoliberal ist, also im Sinne einer globalen Wirtschaft, dass die die Verelendung von großen Teilen der Bevölkerung, wie du sie ja auch beschrieben hast, mit diesem Reformpaket so augenscheinlich ist, im Namen eben des Kapitalismus, der freien Warenwirtschaft und so weiter, dass diese liberalen Fortschrittsversprechungen
irgendwie nicht mehr greifen. Und wir haben ne ne zunehmende Diversifizierung der Gesellschaft, eben weil wir heute unsere Präferenzen alle frei wählen können, das heißt? In diesem Misstrauen gegen die Demokratie, in diesem Misstrauen gegen Fortschrittsgedanken in diesem, in diesem Misstrauen gegen große Gemeinschaften, wo man einfach nur noch sagt, Wir haben einfach ne diverse Gesellschaft, und so ist das, befinden wir uns eigentlich in einem Zustand Soko schorke wie er herrschte in vormodernen Zeiten, also bevor der Liberalismus war, hatten wir diese Vielstaaterei eben.
Demokratie war noch nicht da, das Liberale war, wie wurde, wenn überhaupt beäugt, weil das nur von von n paar Avantgarden gab, und es gab kein Großes einen des Moment. Das heißt, der Liberalismus hat Bedingungen hervorgebracht, die ihn eigentlich wieder zurückwerfen in den Zustand vor des vor dem Liberalismus. Und dann ist die Frage, um was jetzt, weil wir sind ja einmal durch den Liberalismus durchgegangen, und wir werden den auch nicht mehr wieder praktisch hinter uns lassen. Ich glaube nicht, dass die liberalen Errungenschaften komplett vernichtet werden können, das sieht man ja selbst bei Parteien wie der AFD oder so, wo eben die Vorsitzende als also mit einer, also als in einer lesbischen Beziehung des relanchesischen Frau mit 2
Kindern in der Schweiz leben kann und trotzdem Chefin von dieser Partei sein kann. Und das ist jetzt nicht nur so, so n so n Ding von sie macht das nur, damit sie selber dem den politischen Konsequenzen ihrer eigenen Partei und ihrer Programme entgehen kann, indem sie sich an ihre Spitze setzt, sondern ich finde, das muss man wirklich ernst nehmen als ne Form von liberaler Gesellschaftsbildung, hinter die man nicht zurückfallen kann, auch nicht die AFD.
Und dann frag ich mich, was beobachten wir eigentlich? Wir beobachten eigentlich das Aufkommen eines Nationalliberalismus und wie der sich ausformuliert oder wie sich diese diese Identifikation mit der Nation und damit aber auch letztendlich mit dem Staat, mit dem Volk verbinden kann, mit liberalen Ideen und Werten, das ist was, wo wir echt noch, wo wir echt noch n bisschen zu arbeiten haben, weil man sagt ja immer, gut, es gibt ökonomische Verhältnisse.
Die bringen bestimmte Formen von Subjekten vor, also von von Selbstbezügen, von Verhältnissen wie, ich positionier mich in dieser Welt, und dann sagen wir gut, es gab irgendwie ne Industrie, ne Industrie, also ne industriewirtschaft, wo alles nur auf Normierung ging und alles musste standardisiert sein und industriell sein, und deswegen hattest du auch in den, also die in den 30er 40er Jahren herausgebildet worden ist.
Und hattest du auch eben in den 50er 60er Jahren so n bisschen nachgezogen, das dauert ja mal n bisschen länger. Eben auch entsprechende Subjekte, die in dieser Wirtschaft groß geworden sind und wo ganz wichtig war, wir wollen ganz normal sein, es darf niemand sein, der Ausscheert und das Reihenhaus und der und der Vorgarten und alles muss ganz, ganz, ganz klar sein und jegliche Form von Exzentrik ist unangebracht. Also da hast du ne gewisse Industrie die auch ne gewisse Form von kulturellem Subjekt hervorbringt und dann hast du halt ab achtzigern jetzt jetzt sehr in sehr grobe Phasen eingeteilt, Neoliberalismus, die großen Versprechen der Globalisierung, wir sind alle eine große Weltfamilie, alles ist jetzt frei.
Können machen, was wir wollen und bringt entsprechend neoliberale Subjekte vor. Und jetzt sind wir aber in der Welt, wo auch dieses neoliberale globalisierte Modell sich in der kapitalistischen Hinsicht gar nicht so sehr als gewinnbringend oder als die beste Möglichkeit herausgestellt hat, sondern wir haben eigentlich wieder n Rückfall in so n Protektionismus, in nationalstaatliches denken und ich frage mich wirklich, was das eben mit diesen neoliberalen Subjekten macht, also wo wir da eigentlich noch noch hinkommen, also wie eigentlich mit anderen Worten, der.
Das Fußballfantum und die Identifikation mit dem Staat, die damit einhergeht, sich in den nächsten 1020 Jahren noch verändern wird. Ich glaube, da ist einiges zu holen, was was ganz neue Formen sind, von einem politischen Verständnis, was Nation und Liberalismus angeht, ja, und das waren so Gedanken, die ich mir gemacht habe, die waren relativ abstrakt, muss ich zugeben, aber es ist auch n relativ abstraktes Buch, deswegen dachte ich mir, muss es auch mal sein.
Manchmal. Manchmal muss es abstrakt sein und ich würde tatsächlich sagen. Ich bin auch nicht ganz durch mit Bückbürgertum, aber dieser moderne nationale Zusammenhalt ist ja durch auch durchaus auch etwas, woran Ulf Poschardt arbeitet, also vieles von seinem Buch, um es mal hier vorweg zu greifen, auf unsere tolle Diskussion, die ihr demnächst auf Steady hören könnt, ist ja dem gewidmet, oder vieles von dem Buch ist dem gewidmet, dass Ulf Poschardt es blöd findet, dass der nationale Zusammenhalt nicht mehr so da ist.
Und er schreibt ja dann auch über das Böckenfördediktum, nämlich dass der demokratische Staat von Voraussetzungen lebt, die er selber nicht herstellen kann. Und eine Antwort darauf ist ja, die Bürger müssen es halt selber machen, also seine Antwort darauf ist ja im Prinzip, die Leute müssen halt sich selber freiwillig diesem nationalen Kollektiv zuordnen, und das bedeutet unterordnen, und dann ist alles paletti und also. Ja, voll voll.
Also wir, wir müssen da glaub ich wirklich drüber diskutieren, weil ich hab auch so ne Vermutung über welche Achse Ulf Poschardt diese diesen Widerspruch zwischen Totalliberalismus auf der einen Seite und dem Einhegen in die Nationen auf der anderen Seite verbinden möchte. Darüber müssen wir unbedingt sprechen in 2 Tagen, wenn wir unsere Aufnahme haben und dann schlecht wie möglich diese Sache ans Volk bringen. Richtig.
Damit unter so aufrechten Demokraten ihre Botschaften verbreiten können. Auf jeden Fall. Ich kann euch versprechen, in der nächsten Folge wird es wieder n bisschen alltäglicher. Sehr gut muss es ist ein ein Pendelspiel, ein pendelschwung mal hin, mal her, wieder. So mal so. Ach so, ist so, so ist das Leben, gell, so ist das Leben. Simonchen.
So, mein lieber Ole. Wir müssen wirklich gucken. Guck mal, wir haben jetzt schon wieder eineinviertelstunden geredet, wir müssen vielleicht n bisschen knackiger werden in Zukunft, wir hatten eigentlich mal gesagt, ne Stunde beziehungsweise gut. Na ja, das also. Vielleicht könnte man das auch noch mal diskutieren, also dass man gemeinsam noch mal fragt, Hey, also ihr könnt auch gerne in die Kommentare schreiben, abgesehen davon, wir freuen uns immer über eine Bewertung auf diesen Podcast Plattformen, das ist tatsächlich eine Währung, die durchaus nicht unwichtig ist und auch n Abonnement schreibt es gerne mal in die Kommentare, wie ihr das von der Länge her empfindet.
Ich muss auch sagen so retrospektiv neige ich manchmal ein bisschen sehr stark zum Monolog, Ich weiß nicht, also ich hab manchmal das Gefühl, dass wenn du vorträgst. Mich öfter einhake und meine Gedanken einwerfe. Und wenn ich einmal so ins Labern komme, der Monolog eigentlich ungebrochen ist. Also vielleicht möchte ich sowohl selber mehr Momente schaffen, in denen du einhaken kannst, als auch dich ermutigen, meinen unendlichen Redestrom irgendwie zu durchbrechen. Ja, es ist.
Es ist halt sehr vortragshaft was du dir vorbereitest und dann dann dann sind da tatsächlich gar nicht so viele Punkte wo ich. Einhaken kann, weil ich dann auch, ja, ich find es ja so interessant was du sagst und dann dann hör ich einfach zu und dann vergess ich auch manchmal selber einfach so in dieser in diesem Vortrag auch mal so quasi reinzustören. Aber ja, das stimmt dann.
Es liegt vielleicht auch daran, dass ich halt wirklich. Mal ich. Meine es ist ja so, ich weiß ja nicht, wie du arbeitest. Können wir jetzt auch mal hier auf so einer Metaebene im Podcast. So finde ich auch ganz nett, finde so einen Blick hinter die Kulissen, während wir reden, wow, weil also ich hab ja immer.
Dich offen und ich seh dein schönes Gesicht und dein Lächeln. Und dann freu ich mich und auf der anderen Seite hab ich meine Notizen liegen, die auch durchaus sehr ausformuliert sind. Also es hat das liegt vielleicht auch daran, dass ich viel auf Bühnen stehe und Vorträge halten muss und auch meine Tiktoks immer sehr hart durchskripte damit zu tun, dass ich halt so so sehr eben daran interessiert bin, meine Gedanken vorher genau zu Papier zu bringen und eigentlich wenig Raum bleibt für die Verfertigung der Gedanken während des Redens.
Also während der Aufnahme des Podcasts, weil ja, das ist, also weiß nicht, ob das so ganz mein Ding ist. Andererseits könnte es auch n bisschen natürlicher und weniger vortragshaft wirken. Vielleicht versuch ich es das nächste Mal das zu machen mit einfach weniger Notizen, bisschen mehr so stichpunktartig, und vielleicht wird es dann auch n bisschen gesprächiger.
Ich versuch es einfach mal. Mach einfach mal. Also ich mach mir zum Beispiel so sehr, ich mach mir sehr selten nur Notizen und ich geh dann im Kopf eben davor durch. Was ich alles sagen will und hab so ne ungefähre Timeline von wann ich was sagen will und dann geh ich da einfach rein und ich find das eigentlich ganz gut, dass es eben nicht so ja dass ich jetzt nicht im Prinzip einfach nur n Text ablese, sondern ne Inhalt in einfach in n Gespräch mit dir gehe und so ungefähr weiß was ich was ich dir alles sagen will und gleich n bisschen Clip vorbereitet und vor 2 Folgen hatte ich viele Clips vorbereitet zum Thema USA Iran.
Aber sonst weiß ich nur eben ungefähr, wann ich was sagen will. Also ich weiß natürlich, was ich sagen will, aber ich weiß ungefähr, wann ich was sagen will und in welcher Form und dann Abfahrt. Na gut, dann wollen wir das doch mal das nächste Mal probieren gemeinsam. Ich werd es dir mal gleich tun, sehr gut, vielleicht komm ich dann so n bisschen in nen anderen Duktus, gucken wir gut gut vielen Dank für diese für diesen kleinen Einblick und. Ja, wir hören uns nächste Woche.
Wir hören uns nächste Woche dann alter, frische, Adieu. Tschüss, Küsschen.