BESTZEIT· Folge 317

#317 Wenn Wetten helfen sich beim Debüt selbst zu übertreffen - zu Gast: Leonardo Ortolano

Freitag, 17. April 2026 · 53 min

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Shownotes

Die Marathon-DM in Hannover hatte es in sich. Reihenweise Top-Zeiten der deutschen Laufelite und spannende Rennen sorgten einmal mehr für ein Highlight am Maschsee - allen voran natürlich Domenika Mayer, die mit ihrer neuen PB von :26h nicht nur ihren eigenen Streckenrekord in Hannover verbesserte, sondern damit auch auf Platz 2 der ewigen deutschen Marathonbestenliste der Frauen vorrückte.
Ein Mann, der uns ins Auge gestochen ist, ist unser Gast in dieser Woche: Leonardo Ortolano. Er lief am vergangenen Sonntag seinen allerersten Marathon überhaupt und blieb dabei nur hauchdünn über der 2:20h-Schallmauer und belegte den sechsten Platz bei der DM-Wertung der Männer. Leo hat auch einen spannenden Werdegang hinter sich. Er spielte wie so viele zunächst mal lange Fußball, aber weil er damit irgendwann nicht mehr glücklich war, meldete er sich mit 15 Jahren einfach mal zu einem Halbmarathon an. Das Lauffieber hatte ihn dann schnell gepackt und es dauerte nicht lange bis ihn Winfried Aufenanger entdeckte und in seine Trainingsgruppe beim PSV Grün-Weiß Kassel holte.
Sein Weg in den Leistungssport war somit vorgezeichnet und heute gibt er seine Leidenschaft sowohl privat, wie auch beruflich weiter - als Coach beim Laufteam Kassel und im Orga-Team des Kassel-Marathons. Außerdem dokumentiert er auf unterhaltsame Art auf seinem Instagram-Kanal seinen sportlichen Alltag, gibt Trainingseinblicke und schließt dort vor dem Rennen in Hannover auch eine wichtige Wette, die mit Nina Reuter und Laura Hottenrott zu tun hat. Freut euch auf ein sehr unterhaltsames Gespräch!

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Alle Maschinen auf Abenteuer an diesem Wochenende ist mit den deutschen Meisterschaften der Marathon Wahnsinn so richtig in den Frühling gestartet. Alles dazu im Bestzeit-Podcast von Philipp Flieger und Ralf Scholt. Ja, das ist ja diese Jahreszeit, wo ich sehr verständnislos in unsere Bubble starre und denke, dafür macht ihr das also alle.

Ja, ich wollte gerade sagen, wen schaust du an? Ich bin da raus, Ralf. Dich. Nein, aber unser Gast in dieser Woche, der ist ja noch sehr tief drin in dieser Bubble und ich weiß aber noch ganz genau, wie das für mich früher war. Ich bin tatsächlich, das werden die Ultras, die hier zuhören, vermutlich wissen, ich bin tatsächlich nie in meinem ganzen Leben, warum auch immer, weil es vielleicht nicht so coole Veranstaltungen waren, Wien, Hannover, ich bin nie bei deutschen Marathonmeisterschaften gestartet, was echt ein Jammer ist, weil die ganz, ganz früher, also vielleicht sogar noch ein bisschen früher als vor fünf, sechs, sieben Jahren.

Boah, darf ich das jetzt sagen? Ich überlege gerade. Oder grabe ich mir jetzt hier selber eine Grube? Ich sage mal so, bei Nicht-A-Tier-Rennen vergeben waren, sage ich jetzt mal so. Also ganz, ganz früher, als ich noch angefangen habe, da war das oft so, dass das so dritte-Reihe-Veranstaltungen waren.

No Front, aber wo du halt gedacht hast, na gut, wenn ich jetzt zwei Marathons im Jahr laufe, dann möchte ich jetzt nicht in, ich nenne es keine Städtenamen, aber ihr könnt euch das denken, googelt einfach mal vor 10, 15 Jahren, wo das häufiger war. Das möchte ich lieber nicht machen. Die Stadt fängt mit M an und hört mit Z auf. Ja. Dazwischen ist M.

Ja, perfekt. Genau. Und da dachte ich, ganz ehrlich, Mai ist jetzt... Liebe Mainzer, ihr habt eine total geile Stadt. Ihr habt ein perfektes Laufrevier am Rhein. Da beneide ich alle Mainzer drum. Ich habe ja während den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften da länger, also mehrere Wochen jeweils gastiert, kampiert, wie auch immer.

Jedenfalls direkt am Rhein fantastisch zu laufen und längere Zeit waren die deutschen Meisterschaften in Mainz. Tatsächlich auch, glaube ich, weil sich andere Veranstalter nicht beworben haben. Klar, am Ende brauchst du ja jemanden, der auch Lust hat, das auszurichten und ich glaube, damals war es auch häufig eher so ein Anfang-Mai-Termin, wo wir ja in Deutschland auch manchmal dann doch auch schon ein bisschen andere Temperaturen haben.

Jedenfalls, was ich eigentlich sagen wollte, weil ich wollte gar nicht irgendwie deutsche Meisterschaften abwerten, ich wollte genau das Gegenteil machen. Ich wollte sagen, es ist eigentlich ein Jammer, dass ich niemals deutsche Marathon-Meisterschaften gelaufen bin, weil Halbmarathon und so weiter natürlich häufiger und auch alles andere, was vielleicht gar nicht in der heutigen Wahrnehmung so super sexy ist.

Also ich war auch immer gerne bei deutschen Cross-Meisterschaften. Aber, ähm. Ja, wenn die natürlich irgendwie so waren, dass man da jetzt nicht unbedingt die Option hatte, wahnsinnig schnell zu laufen für irgendeine Quali, dann hat man es halt oft dann leider nicht gemacht. Umso schöner, dass es zum Beispiel jetzt wieder seit mehreren, wie viele Jahre in Folge ist es denn jetzt in Hannover?

Nein, das dritte Mal. Also auf jeden Fall das dritte Mal, ja. Das finde ich cool. Das ist eine Beständigkeit. Es ist eine tolle Veranstaltung. Es ermöglicht ein sehr, sehr gutes Setup für alle teilnehmenden Athletinnen und Athleten, auch gute Zeiten zu laufen. Und so ist das natürlich eine runde Sache.

Und ja, schade, dass das bei mir früher nicht der Fall war. Aber unser Gast heute, der ist am Wochenende dort gestartet. Und da werden wir natürlich auch auf ein paar andere Ergebnisse nachher noch zu sprechen kommen, weil da sind auch Top-Zeiten gelaufen worden. Und unser Gast heute ist Leonardo Ortolano und der ist da Bestzeit gelaufen.

Wir müssen gleich drüber sprechen, ob das vielleicht sogar eine Marathon-Premiere war oder nicht. Ich habe nur bei LADV, ich muss mal nachher bei World Athletics noch schauen, bei LADV mal reingeguckt, um mich so ein bisschen zu informieren. Also du hast auf jeden Fall schon mal ein sehr gutes Frühjahr gehabt, weil du bis Halbmarathon und Marathon-Bestzeit jetzt gelaufen.

Die 10 Kilometer Straßen-PB, die ist noch aus dem letzten Herbst aus Berlin und offensichtlich hast du über den Winter sehr vieles sehr gut und sehr richtig gemacht. Erstmal herzlich willkommen bei uns. Wie geht es dir so ein paar Tage nach dem Hannover Marathon, nach den deutschen Meisterschaften? Ja, Servus, ihr Lieben. Vielen Dank, dass ich hier sein darf.

Mir geht es überraschend gut, vielleicht sogar einen Ticken zu gut. Also der Muskelkater, der ist in den Beinen tatsächlich schon fast wieder weg. Aber ja, also es war jetzt ein sehr gutes Frühjahr. Das ist bei mir so ein bisschen fast normal irgendwie, dass ich hier bei dem Winter ganz gut trainieren kann.

Und obwohl ich im letzten Herbst dann auch Halbmarathon und 10 Kilometer PB gelaufen bin, dann irgendwie innerhalb von drei Wochen, den Halben in Frankfurt sogar noch fast aus dem Training raus, erst 1 zu 6 laufen und dann halt tatsächlich, es war mein erster Marathon. Ja, krass. Also beim Debüt dann irgendwie auf einmal die 2.20 zu laufen, die man auch schon relativ lang, sag ich mal, angekündigt hat, aber dann selber natürlich wusste, okay, das wird ein knackiges Ziel.

Ja, macht Spaß. Ja, man muss ja auch sagen, insgesamt Platz 18, also das ist ja bei, wie gesagt, Hannover, ich vergleiche es nicht mit anderen Veranstaltungen, aber ich sage jetzt, es ist Hannover. Es ist wirklich ein Rennen, was ja per se mal gut besetzt ist, auch nochmal für euch zu Hause. Rennen ist auch vorne mit 2.07 weggegangen.

Vielleicht jetzt nicht ganz, ganz, ganz so stark besetzt wie in den letzten Jahren, ganz, ganz vorne, aber trotzdem sind natürlich Leute dabei, die super fit sind. Und du bist offensichtlich auch super fit, weil eine 220 im Debüt kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Du bist vor wenigen Wochen noch in Frankfurt war das gelaufen.

Frankfurt, genau, richtig, ja, genau, da bist du in der 1.06.51 gelaufen. Ich denke, spätestens das, also ich meine, das sind ja immer zwei Sachen. Das eine ist ja, was wir aus der Öffentlichkeit versuchen können, anhand von uns zugänglichen Informationen, beispielsweise Wettkampfergebnisse, zu antizipieren.

Du wirst ja vielleicht aber auch auf Basis deiner Trainingswerte schon ein Gefühl gehabt haben, was möglich sein kann. Aber spätestens wahrscheinlich mit der 1.06.51 wirst du dir gedacht haben, 2.20 ist possible. Ja, also es haben natürlich nach dieser Zeit relativ viele Leute dann so in meinem Umfeld angefangen zu rechnen.

Da kamen dann diese ganzen, ich weiß nicht, wie das Sprichwort heißt, Milchbubenrechnungen oder so. Milchmilchen. Milchmilchen, ja, irgendwie so Rechnungen, dass man gesagt hat, ah ja, Halbmarathon, Bestzeit, dann den Schnitt plus neun oder mal drei Minuten und durch vier. Und dann dachte ich so, hä, was zur Hölle?

Ich wusste aber eigentlich immer schon, dass ich auf den ganzen kurzen Strecken so schlecht bin, dass ich irgendwo das Talent auf der Länge eigentlich haben muss. Und dass, wenn ich auch im Training und bei den Marathonprogrammen, die ich gemacht habe, so ein, zwei Sekunden rausgenommen habe, dass sich immer so unfassbar viel leichter angefühlt hat.

Dass ich mir gedacht habe, okay, wenn ich bis 21 im 309er, 310er Schnitt laufen kann, Dann kriege ich es bei der doppelten Distanz halt auch in 3,20 hin. Und ja, so habe ich mir das dann zurechtgerechnet, habe entsprechend viel trainiert und eine ziemliche Punktlandung hingelegt. Also ihr seid jetzt ja schon sehr tief drin im Nerd-Nerd-Talk.

Also mich und da finden sich sicher auch sehr viele Menschen aus unserer Community wieder, interessiert ja erstmal die Motivlage. Wann also genau, er lächelt schon weise, ich ahne, dass da eine Geschichte hinter steht. Wann also genau hast du gedacht, Marathon muss ich ganz dringend machen? Also eine kleine Ahnung hast du ja schon gegeben, dass du gedacht hast, okay, Lera ist vielleicht doch ein bisschen besser für mich.

Wie hat es angefangen mit der Idee-Marathon? Wie ist es konkret dazu gekommen? Und du hast ja deine Gemeinde auf Instagram, wo du ja die letzten, also mindestens die letzten Wochen ja doch intensiv deinen Weg zu deinem ersten Marathon nachgezeichnet hast, auch schön mitgenommen. Ja, auch mit ein paar sehr schönen Headlines mitgenommen. Teasing kannst du.

Weil wenn ich das richtig sehe, dann hängt im Hintergrund ein Neo. Das heißt, du machst ja auch einen vernünftigen Sport. Das ist extrem befremdlich, muss ich sagen. Ja, und hier auch noch die Radtrikos. Genau, und die Radtrikos. Das heißt, du kannst ja auch einen vernünftigen Sport machen. Warum also Marathon?

Wie viel Zeit habt ihr? Ja, reichlich. Deshalb bist du hier. Okay, also... Ich habe, bis ich glaube ich so 16, 17 war, wie die allermeisten Jungs, Fußball gespielt und habe aber immer ewig viel auf der Bank gesessen. Also das war wirklich meine Mutter. Ich habe auch immer gesagt, Mama, komm nicht mehr zu den Spielen.

Ich kann es mir nicht anschauen, wie du leidest, weil ich nicht spiele und so. Und mir macht die Sportler eigentlich super viel Spaß. Und sie immer, willst du nicht Volleyball machen, willst du nicht das machen, bla bla bla. Und dann habe ich mich hier irgendwann für den Minimarathon oder für den Halbmarathon, glaube ich, sogar direkt angemeldet und bin dann so mit 15, 16 einfach mal so einen Halbmarathon gelaufen.

Keine Ahnung warum, aber der war dann relativ gut. Ich glaube, ich bin dann mit 16 schon irgendwie 1,22 gelaufen und habe gar nicht gecheckt, so damals, dass das eigentlich unfassbar gut ist. Und da hat eine Freundin, meine beste Freundin dann auch, gesagt, ja, Lebonat, du musst mal zu einem Laufverein gehen.

Was soll denn das für ein Quatsch? Ich kann einfach alleine laufen, was bräuchte ich da jetzt einen Verein? Und dann bin ich aber, ohne zu wissen, wer das eigentlich ist, damals noch beim PSV Grün-Weiß-Kassel gelandet, wo Winfried Aufenanger Trainer war. Ihr beide kennt den auf jeden Fall, die meisten, die hier zuhören, wahrscheinlich auch noch.

Der war früher Marathon-Bundestrainer, der hat hier den Kassel-Marathon in unsere Stadt gebracht, eine riesige Laufveranstaltung auch. Und dann habe ich da angefangen zu trainieren und habe zum ersten Mal dann so richtig gemerkt, boah, ich kann ja was. Von acht Jahre lang auf der Bank hocken, dann auf einmal zu den ersten Volksläufen direkt mit Pokal und so und das hat mich total gepackt.

Und ab da wusste ich eigentlich schon, dass ich irgendwann auf jeden Fall Marathon laufen werde. Und dass das so ein bisschen, ich habe immer gesagt, das erste Mal so etwas ganz Besonderes sein. Und habe das natürlich dann auf Marathon bezogen. Und seitdem weiß ich, dass ich das machen möchte. Und habe ab da eigentlich immer nur versucht, es gab auch ein paar nicht so gute Phasen.

Ich habe auch viele andere Dinge noch gemacht in meinen frühen 20ern. Aber ich wusste, okay, ich werde irgendwann mein Training und meinen Alltag so ökonomisieren, so in eine Bahn lenken, dass ich mich sehr, sehr gut auf meinen ersten Marathon vorbereiten kann, dass wie so eine Art Belohnung dann für mich ist.

Und dass ich dann wirklich mit aller Vorbereitung, die irgendwie möglich ist, an der Startlinie stehen werde, um dann da halt möglichst gute Zeit rauszuhauen. Also du hast jetzt nicht das Projekt Marathon forciert, nachdem du dann ja doch mit 15 Halbmarathon laufen, ist ja schon relativ früh. Klar, man darf ja offiziell erst ab 18 überhaupt sich für eine Marathon-Distanz anmelden.

Aber du hast das dann nicht forciert, aber immer den Gedanken im Kopf behalten. Das ist ja eher für jemanden, der dann so ein Erfolgserlebnis hatte, nachdem man lange auf der Bank gesessen hat bei einem Mannschaftssport, ungewöhnlich zu sagen, okay, ich warte noch und spare mir das noch auf. Ja, ich möchte eigentlich Sachen, die ich mache, immer halbwegs gut vorbereitet machen.

Und genauso wie ich jetzt zum Beispiel der Neo da hinten, hängt auch aus dem Grund, schon so ein bisschen mehr Triathlon reinschnuppere und so viele kleine Liga-Rennen irgendwie mitnehme, um mich dann irgendwann mal für eine lange Distanz vorzubereiten, habe ich mir gesagt, okay, bevor ich dieses große Projekt angehe, versuche ich erstmal die kürzeren Distanzen irgendwie abzuhaken.

Und ich habe mir zum Beispiel auch irgendwann gesagt, ich möchte halt eine 66, also 1.06 auf dem Halbmarathon laufen und ich möchte zumindest mal 30 Minuten für 10 Kilometer brauchen, weil dann habe ich so eine Grundausdauer, so eine Grundfähigkeit irgendwie, dass ich glaube, dann macht mir Marathon auch Spaß.

Oder anders gesagt, ich habe einfach keinen Bock lange zu laufen, ich wollte diese 42 Kilometer einfach schnell machen und wenn ich mit 18 die hätte machen müssen, dann wäre ich wahrscheinlich erst nach 2.50 Uhr ins Ziel gekommen, Was ja immer noch sehr schnell ist Was immer noch sehr schnell ist, sorry an alle Hobbysportler da draußen, Ich bin auch auf eurer Seite, aber ich persönlich habe mir gedacht, ey, wenn ich dieses Rennen irgendwie mache, dann will ich das so schnell wie möglich hinter mir haben und dafür muss ich schon halbwegs gut trainiert sein, bevor ich dann ins Marathon-Training reinsteige.

Jetzt stand aber dann doch irgendwie noch eine Wette dahinter. Was ist das für eine Geschichte? Jetzt lacht dann noch mehr. Ja. Sich ertappt fühlt. Ja, also es kam dann natürlich auch relativ viel, ja, ich nenne es mal lieber oder netterweise Quatsch, den wir dann so drumherum aufgesponnen haben, weil ich trainiere zwar sehr ehrgeizig und mache mir persönlich auch immer relativ viel Druck Und das bedeutet mir sehr viel, dieser ganze Sport und das alles.

Aber ich habe keinen Bock auf dieses Läuferernst, was viele dann manchmal so an den Tag legen. Ich bin eigentlich, Phil sagt schon ja. Ich weiß nicht, 100 Prozent, was du meinst. Also es ist ja, manche Leute werden da ja, also ja, die sind ja da, ich weiß auch nicht, aber kommen wir vielleicht später auch dazu, was dein Background ist, wie du das alles auch gestaltest, dein Training.

Weil ich glaube, ganz viele biegen irgendwann mal ein bisschen falsch ab, dass das so voll krass ihr Leben dominiert. Und klar, wenn das am Ende, wenn du Profi bist, das ist dein Job und es geht darum, ob du jetzt bei was auch immer EM, WM, Olympischen Spielen dabei bist oder sonst irgendwelche ökonomischen Einschnitte hast, dann ist das irgendwo nachvollziehbar. Aber ich glaube, dass Spaß ein extrem großer Schlüssel zu Erfolg ist.

Und ich glaube, ganz viele, die in so einem ambitionierten Leistungssportbereich aber als Amateure neben ihrem Whatever-Life-Studium-Job etc. Das nebenher machen, wenn das zu ernst wird. Dann weiß ich nicht, also ich glaube, das nimmt ganz viel Potenzial einfach auch, weil man dann sich da so reinbeißt und ich glaube, wenn man das so wie du mit einer gewissen Portion Lockerheit und Fun machen kann, dann ist das so sehr viel mehr wert und eine Bereicherung fürs allgemeine Leben und nicht eine Belastung in dem Sinne.

Ja, also das war bei mir tatsächlich vor ein paar Jahren auch so, dass ich mir enorm viel Stress gemacht habe. Und mit so einer richtigen Anspannung, ich habe es das irgendwann auf dem Zweckfeld gemerkt, ich konnte nicht mehr richtig frei atmen in Wettkämpfen. Und hatte dann viele Wettkämpfe, die überhaupt nicht gut liefen, wo ich danach, keine Ahnung, im Zielbereich stand, meiner Mutter irgendwie zwei Minuten in den Arm gehangen habe, komplett am Heulen und fertig war.

Und da habe ich mir irgendwie gemerkt, okay, ich muss da wieder so ein bisschen ein anderes Lockerheit und Spirit dazu bekommen. Und dann habe ich im letzten Jahr eigentlich erst wieder angefangen, so Wettkämpfe zu machen, wo ich bewusst gesagt habe, ich möchte mir überhaupt keinen Druck machen. Ich laufe auch auf gar keine Zeit, nur so fit wie möglich werden und dann schauen, was geht.

Da bin ich auch komplett alleine zu einem Wettkampf hingefahren und dann allein gelaufen alles. Und das hat sich dann über das letzte Jahr aber dann wieder in so einem positiven Drive irgendwie entwickelt, dass ich wieder mehr an mich geglaubt habe, mehr auch diesen Spaß wiedergefunden habe und dann auch, wie ich gesagt habe, okay, ich mache jetzt einen Marathon, gemerkt habe, dass ich an einem Punkt bin, so mental.

Ich sage mal, wenn ein Athlet von mir eine Wette so abschließen würde, dann würde ich erst mal sagen, ey, bitte lass es sein. Das macht unnötig Druck und alles. Mach es nicht, come on. Ja, genau, so ungefähr. Es gibt wirklich viele Sachen, wo ich mir selber, vielleicht, wenn ich mich trainieren würde als Trainer, sagen würde, ey, bitte nicht, Leo.

Dann habe ich halt mit der Nina Reuter, gute Freundin von mir, halt drüber gesprochen, was so mein Ziel ist und, Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum, aber sie hat ewig lang felsenfest, also bis wirklich kurz vor Rennen noch gedacht, dass ich halt definitiv nicht diese 2.20 laufe. Ihre Wette war dann, ich würde maximal 2 Stunden 24 und 32 Sekunden laufen.

Das ist die Bestzeit von Laura Hottenrott, die ja auch in Kassel ist, meine Dozentin war, bei mir auf der Schule war und alles und mit ihnen ja gut befreundet. Oder habe ich gesagt, ey Nina, also ganz ehrlich, ich fühle den Marathon hier. Ich bin zwar noch keinen gelaufen, ich weiß, das wird ein hartes Ding dann das erste Mal, aber ich bin dafür irgendwie geboren und habe dann gesagt, die Wette gehe ich auf jeden Fall ein.

Zwischendurch hat das zwar tatsächlich dazu geführt, dass ich vielleicht ein bisschen mehr Druck gespürt habe, als ich vielleicht sonst so gehabt hätte, aber ich war die letzten Wochen und Monate eigentlich die ganze Zeit sehr zuversichtlich, und habe dann auch während des Rennens gar nicht mehr groß darüber nachgedacht, sondern habe einfach mich so auf mein Ding konzentriert.

Dann bin ich zielgekommen und dann ging der restliche Tag und der restliche Abend auf sie. Das ist ja schon mal einlösen der Wette, ist ja ehrenschuldig, das ist ja eh klar. Liebe Nina, erstmal hoffen wir natürlich, dass du so weit hergestellt bist, dass du deinen Frühjahrsmarathon dann auch entsprechend absolvieren kannst.

Leider musst du sie ja Hannover absagen, weil sie noch nicht ganz fit war. War aber trotzdem mit in Hannover? Nee, die ist in Kasse geblieben. Und läuft in Düsseldorf. Habe ich das richtig auf dem Schirm? Ja. Also, liebe Nina, du hast verloren. Jetzt ist natürlich die Frage, das wird uns Leo vielleicht nicht hundertprozentig beantworten können, war das ein spezieller Motivationstrick, ihn zu teasen mit einer Zeit, die so niedrig eingesetzt war, dass er dachte, Moment mal.

Oder hast du es ihm wirklich nicht zugetraut? Das klären wir dann nochmal an einer anderen Stelle. Ich hoffe, Laura kann das auch verstehen, weil wir reden immer noch über eine wahnsinnsgute Bestzeit von ihr. Also Respekt dafür. Die hatte mir dann auch unter mein Reel geschrieben, so hey, warum montierst du dich nicht an Männerzeit? Und ich so, ja, so gut bin ich leider nicht.

Es tut mir auch leid. Wenn ich könnte, würde ich es machen. Ja. Nein, also man muss ja auch mal sagen, dass ich, ich glaube wir haben das an anderer Stelle hier im Podcast ja meistens eher bezogen auf die internationale Spitze, versucht ja immer mal wieder einzuordnen und man muss ja aber auch mal, das ist ein hervorragendes Beispiel von Leo hier, also er ist Hannover seinen ersten Marathon gelaufen, bei einer DM, läuft 2.20, was eine überragend gute Zeit ist für ein Marathon-Debüt, ist damit Platz 6 geworden bei den deutschen Männern.

Gleichwohl muss man ja trotzdem dazu sagen, dass sich... Die Frauenzeiten in den letzten vier, fünf, sechs Jahren ja extremst verbessert haben. Und zwar, ja, die Männerzeiten auch. Und wir haben sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, national wie international, die wahrscheinlich verrückteste Phase, die es überhaupt gegeben hat, was so Leistungsdichte, Leistungsentwicklung etc.

Anbelangt. Und auch das goldene deutsche Marathonalter, so wie ich das immer gerne bezeichne, das ist nun mal jetzt mit den Akteurinnen und Akteuren, die wir haben. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist es im Frauenbereich eben noch ein bisschen krasser geworden. National wie international als bei den Männern, was die Fortschrittsraten anbelangt und von dem her, also ich meine, da brauchst du dich überhaupt gar nicht in irgendeiner Weise verstecken oder sowas.

Ich meine, 2020 als Debüt ist eine super krasse Zeit und mein Gott, wenn halt die Frauen jetzt nun mal so schnell plötzlich auch laufen, ja. Dann ist das halt so, aber deswegen mindert das jetzt deine Leistungsfähigkeit, in keinster Weise und nochmal, also du bist eine 1,6, 51 gelaufen. Du bist eine 30, 35 über 10 Kilometer gelaufen. Also auch daraus würde ich mal schließen, da ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, weder im Halbmarathon noch im Marathon.

Von dem her sehe ich da auf jeden Fall die Möglichkeiten und das Potenzial auch die 2,20er Marke natürlich noch zu reißen, wenn du das möchtest. Also lass uns nochmal ein Shoutout an die, also mindestens mal an die drei besten Deutschen bei den deutschen Meisterschaften beim Marathon in Hannover geben, weil Dominika Mayer Philipp, das ist natürlich schon ...

Überragende Leistung. Ich glaube, sie war nicht so ganz sicher, wohin die Reise gehen kann und war, glaube ich, ein bisschen selbst überrascht, begeistert und erschrocken von dem, was sie da abgerissen hat. Aber es ist ja fantastisch. Zweit schnellste Zeit, muss man auch sagen. Genau, zweit schnellste Zeit nach dem deutschen Rekord von Irina Mikitenko.

Eine 2,21. Das ist einfach großartig. Aber auch dahinter waren ja wirklich sehr gute Leistungen. Also deshalb, da passiert gerade was. Ja, also hier Domenica, ich habe das natürlich verfolgt. Ich glaube, sie hatte in einem Interview, ich weiß gar nicht, ob es im Fernsehen war oder bei leichterleck.de, sie hatte so ein bisschen, das sieht man aber auch, wo der Perfektionsanspruch liegt, so.

Sie hatte noch ein bisschen ja, die zweite Hälfte war ja ein bisschen langsamer als die erste. Ich bin natürlich mit viel Risiko ins Rennen gegangen. Ich habe das nachgeguckt, dann war so irgendwie die zweite Hälfte war so 20 Sekunden langsam. Also das ist ja nichts einfach. Ich hätte das als even bezeichnet, aber Da sieht man ja mal natürlich, wie von Perfektion sie natürlich auch getrieben ist.

Überragende Zeit passt natürlich perfekt zu dem, was ich vorher eingeordnet habe. Es passiert wahnsinnig viel aktuell, auch in der nationalen Spitze, was diese Entwicklungen anbelangt. Wir werden alle uns auch noch an das überragende Rennen von Fabian Königstein letztes Jahr in Berlin erinnern, wo sie ihre neue Bestzeit aufgestellt hat mit der 2022.

2022, die hatte jetzt auch ein sehr gutes Rennen gemacht, hatte in der Vorbereitung ein paar Probleme gesundheitlicher Natur, ist ja dann letzten Herbst auch nach Magdeburg umgezogen und so weiter und so fort, aber auch die, wieder eine 2.24.31 gelaufen als zweite Frau, das ist richtig, richtig gut und das macht natürlich auch Spaß, als.

Laufbegeisterter Fan sowas zu verfolgen. Fabienne ist übrigens, wollte ich auch noch der Vollständigkeit halber erwähnen, mit der Zeit aus Berlin, letztes Jahr übrigens Platz 4 in der ewigen deutschen Bestenliste und auf Platz 5, du hast sie vorher schon erwähnt, Leo ist Laura Hortenrott mit ihrer persönlichen Bestleistung aus Valencia von 2023.

Ja, für Laura ist es am Wochenende leider nicht ganz aufgegangen, was er sich vorgenommen hat. Auch das gehört ja zum Marathon dazu. Das hast du, Leo, jetzt noch nicht erfahren. Das ist ja das Schöne. Auf der einen Seite, wenn man ein tolles Debüt hatte, man hat dann vielleicht schon die Idee, wie es weitergehen könnte.

Also spätestens dann mit dem Neo und dem Ratsriko und einer langen Distanz. Aber das erste Mal ist ja nicht mehr reproduzierbar. Es bleibt ja immer das erste Mal. Es bleibt immer diese Ursprungserfahrung. Nimm uns mal mit, wie war das Wochenende? Von Anreise bis zum Rennen. Verrückt? Ich habe im Vorfeld, musste ich erstmal so ein bisschen schon mal nach außen hin kommunizieren, dass ich an dem Wochenende auf jeden Fall dann sehr, sag ich mal, als Athlet unterwegs bin, weil ich bin auch bei uns im Laufteam mittlerweile der Head Coach und Trainer und bei so einer Veranstaltung, auch wenn man dann noch mit dem Kassel Marathon, wo ich arbeiten darf, also alles ist irgendwie mit Laufen verbunden, dann prasselt bei so einer Veranstaltung sehr viel auf einen ein und ich habe

von vornherein gesagt, ich werde an dem Samstag, mich nur um mich kümmern und irgendwie nur das machen was mir dann gut tut und dann bin ich, habe mit dem Zug von Kassel nach Hannover gefahren und habe halt, ja technisches Meeting gab es dann noch, ich durfte netterweise auch als Elite-Starter, Elite- Sportler dann da an den Start gehen und ich war so unfassbar aufgeregt, das war der Wahnsinn, Also ich bin Samstag morgen aufgewacht, dachte mir so, ah okay, morgen laufe ich einen Marathon. Oh Gott, morgen laufe ich einen Marathon.

Und dann ging wirklich, also ging den ganzen Samstag schon über richtig die Pumpe. Dann habe ich plötzlich mit meiner Freundin irgendwie wirklich es geschafft, nochmal runterzukommen. Habe mit ihr ein paar ruhige Minuten verbracht. Habe dann beim technischen Meeting super viele nette Läuferkollegen und so getroffen. und Kumpels und so.

Meine beiden mit zwei meiner besten Freunde aus Kassel sind schon auch am Vortag angereist. Mit dem habe ich mich nochmal zusammengesetzt. Da muss ich auch sagen, es tut dann manchmal wirklich gut, am Tag vom Rennen Zeit mit Nichtläufern zu verbringen. Das glaube ich. Das kann man eigentlich nur jedem empfehlen.

Irgendwann dreht man im Kopf ja so ein bisschen ein Rad zu viel. Es sind so viele Leute, die man trifft, die man vielleicht auch schon sehr lange kennt. Und man sich ja auch im Prinzip freut, dass man die Menschen bei solchen Veranstaltungen trifft. Aber wenn man selbst eine Rennanspannung hat, ist das natürlich noch was anderes.

Ja, vor allem, ich mache mir eh selber schon genug Gedanken. Ich brauche da nicht auch noch von anderen siebenmal die gleiche Frage, oh, wie ich mit dem Wetter morgen und bla und dies. So, ich möchte dann eigentlich zur Ablenkung irgendwie die Geschichte von meinem besten Kumpel hören, der, bevor er mit der Rio-Bahn nach Hannover gefahren ist, noch mal Cannabis-Tee getrunken hat und auf einmal Wikipedia abgetrifftet ist.

Irgendwie so eine Geschichte halt. So, also einfach irgendwas, wo man wirklich dann mal wieder nicht übers Laufen nachdenkt. Und so habe ich es dann irgendwie durch den Samstag geschafft, habe mich aber auch wirklich ansonsten muskulär und physisch sehr gut gefühlt, und bin dann auch überraschend gut eingeschlafen, habe überraschend gute Nacht gehabt, Bin zwar irgendwann aufgewacht und habe direkt Panik bekommen.

Ich dachte so, scheiße, bitte lass es jetzt nicht vier. Nee, nee, nee, nicht zu spät. Bitte lass es jetzt nicht vier sein und mich so zwei Stunden hier wach liegen. Weil das ist mir in Frankfurt passiert. Das war, boah, richtig unangenehm. Und dann schaue ich aufs Handy und sehe so, oh, perfekt. In zehn Minuten geht der Wecker. Alles gut.

Und dann bin ich halt los. Also, ich habe einen kleinen Auftakt gemacht. Ich stehe da meistens auch ganz gern schon mal dreieinhalb Stunden vorm Rennen auf, bewege mich ein bisschen, esse meine beiden Laugenstangen, trinke einen warmen Tee, und bin dann aber auch relativ zackig dann zum Startbereich hin.

Hab noch ein paar Freunde vorher wieder getroffen dann, die mich dann supportet haben, das war ganz schön, aber hab dann auch nur kurz umarmt und dann direkt selber in die eigene Vorbereitung gegangen. Und ja, also ich war auf jeden Fall vorm Start schon so emotional am, nicht am Limit, aber ich habe das schon so gefühlt, also ich glaube, ich habe schon vorm Start ein paar Tränen verdrückt, weil das einfach dann so wahnsinnig war, dass ich es dann fit einfach an die Startlinie geschafft habe.

Also durch die ganze Marathon-Vorbereitung, die zwar zu 90% gut lief, aber auch da gab es kleine Verletzungsausfälle, dann fit und bereit, gut vorbereitet am Start zu stehen, das war schon so viel wert, dass ich da dann schon einmal so ein paar Tränen in den Augen hatte und als es dann losging. Das ist ja so die erste Erlösung, sodass man dann loslaufen kann.

Wenn der Startschuss fällt, ja. Wenn der Startschuss fällt und man weiß, okay, jetzt kann ich es zeigen, jetzt geht es los, jetzt cool bleiben, aber jetzt ist auch schon mal diese erste Nervosität dann so ein bisschen, kann sich entladen. Genau, das war so der Samstag bis Sonntag im Rennen. Und hattest du für das Rennen selber schon, also klar, Technical Meeting bietet sich für sowas natürlich immer an, da werden ja wahrscheinlich verschiedene Pace-Gruppen vorgestellt worden sein.

Hast du da von Anfang an schon irgendwie Absprachen getroffen mit Leuten, die du vielleicht schon kanntest oder natürlich oft auch eine gute Möglichkeit für Männer, die fit sind, so wie du, auch zu gucken, was laufen denn die Frauen an, international, national, vielleicht kann man sich da irgendwie in so einer Gruppe anschließen, dass ich halt nicht alleine bin.

Hast du da schon einen Strategieplan gehabt für dich? Also ich hatte ein A-Plus-Ziel, das war unter 2,20 zu kommen. Dann hatte ich ein A-Ziel, das war 2,20. Dann hatte ich ein B-Ziel, das war diese von Laura 2,24,30, um die Wette noch zu gewinnen. Und das C-Ziel wäre gewesen, einfach irgendwie durchzukommen.

Und dann habe ich in den technischen Meetings schon gesehen, okay, ich glaube, zwei Herrenpacer, die es gibt, die sind auf jeden Fall zu schnell. Die laufen irgendwie Richtung 2.10 an und die schnellsten Frauenpacer, die laufen so Richtung 2.21, 2.22. Aber man muss schon sagen, Dominika hat tatsächlich auch das oberste Limit von dem, was die Pacer irgendwie am Vortag besprochen haben, dann komplett ausgereizt.

Und ich war auch im Rennen, auch bei Kilometer 30 immer wieder total verdutzt, wenn ich hinter mir die Moderatoren, die haben mich angefeuert und direkt sind die umgeswitcht zu und da ist schon die erste Frau und ich dachte mir so, okay, ist das jetzt irgendeine Kenianerin oder so? Was geht ab? Weil ich bin auf Kurs.

Aber dadurch hat sich dann halt so ein bisschen eine Lücke aufgetan, genau um die 2,20 weil natürlich auch viele Männer dann sagen, okay wo werde ich am ehesten eine Gruppe finden? Natürlich bei der schnellsten Frau, weil um die wird sich, ich sag mal, in Anführungszeichen am meisten gekümmert und, Darauf habe ich aber ehrlich gesagt keinen Bock. Also ich hatte das auch letztes Jahr in Köln. Da ist Esther Pfeiffer dann gelaufen.

Und da hat sich sofort am Anfang eine riesige Traube hinter der versammelt, wo ich mir dachte, ey Jungs, ich kenne mindestens drei von euch. Ihr könntet schneller laufen. Und nur weil ihr jetzt irgendwie keine Ahnung, Schiss habt oder was weiß ich, versteckt ihr euch dahinter. Das Game kennst du noch nicht, das heißt Airtime.

Ja, man muss sagen, ich bin vielleicht da auch manchmal ein bisschen zu, vielleicht einfach dumm, weil ich bin auch in den, ja auch dafür habe ich eigentlich schon viel gemacht, aber ich lerne vielleicht auch nicht raus, ich laufe da noch in den Kuppen immer relativ viel vorne, aber ich habe mir gesagt, okay, das ist zu langsam, also ich werde nicht mit 1, 2, 2, 21, 2, 22 loslaufen, weil das kann ich auf jeden Fall besser.

Und dann bin ich die ersten zwei, drei Kilometer tatsächlich genau in so einer Lücke gelaufen. Und hatte dann, ja, oder Glück, vielleicht auch, oder mich gefreut einfach, dass dann Fabian Jenne noch dazugekommen ist von SG Wenden. Der war auch letztes Jahr hier bei uns in Kassel. Sorry, wenn ich manchmal abdrifte, aber auch total am Warnsägen im Moment.

Wir laufen bei Kilometer 4, 5, er kommt zu mir, läuft auf einmal neben mir. Und am Anfang hat man ja noch ein bisschen Luft und dann sagt er so, hey, Leonardo, ich muss mich außerdem noch bei dir bedanken. Hä, wie, wo, was? Du bist mein, ich weiß nicht, ob er Amor gesagt hat oder irgendwie sowas. Ich habe letztes Jahr beim Kassel-Marathon meine Freundin kennengelernt und jetzt ziehe ich bald in die Nähe von Kassel.

Und dann sage ich so, alter Fabi, das freut mich richtig, weißt du was? Ich habe auch letztes Jahr beim Kassel-Marathon meine Freundin kennengelernt und die zieht jetzt auch nach Kassel. Und dann haben wir wirklich, das war so ein schöner Moment bei Kilometer 4, 5 schon. Und dann sind wir beide zusammengelaufen, dann kamen tatsächlich noch zwei weitere Jungs dazu und dann haben wir bis Kilometer 28 dann so eine Vierergruppe gehabt, bei der auch drei Leute tatsächlich gesagt haben, sie laufen auch mal vorne.

Also konnten ganz gut durchrotieren. Und ja, und irgendwann sind die dann leider, die sind dann ein bisschen abgefallen, also ab 28 oder so war ich dann alleine. Wir waren auch beim Halbmarathon schon genau so drauf, dass ich gedacht habe, okay, es läuft alles nach Plan, ich fühle mich gut und wenn ich vielleicht mich bei 30 noch gut fühle, dann kann ich auch versuchen, die 2,19 noch zu packen.

Und dann bin ich halt die letzten 14 allein gelaufen. Schon noch weit. Ja, schon noch weiter, habe ich mir dann auch gedacht, aber ich habe mir gedacht, okay, was soll ich mich jetzt hinter den anderen verstecken, wenn die langsamer laufen, ich will ja meine Zeit irgendwie erreichen. Und ich konnte es dann auch ganz gut halten.

Ich hatte dummerweise bei Kilometer 25 und bei Kilometer 30 beide Flaschen verpasst. Also du hattest Eigenverpflegung da schließen wir daraus du hattest Eigenverpflegung auf dem Tisch Genau, also da hatte ich auf jeden Fall den großen Luxus dass ich meine Eigenverpflegung am Vortag abgeben konnte und die auch nicht nur auf dem Stand für die ganzen Marathon Deutsche Meisterschaftsstarter stehen sondern es gibt für alle Hobbysportler da draußen es gibt dann für Elite-Läufer nochmal extra Tische, wo dann halt statt 20 Flaschen oder 40 Flaschen draufstehen, nur 10 Flaschen stehen. Oder ich glaube sogar nur 7 oder so.

Und das macht es natürlich deutlich leichter, die eigene Flasche zu finden und zu greifen. Bei 25 habe ich es trotzdem nicht geschafft und bei 30 habe ich den Tisch, die stand irgendwie komisch in der Kurve und da habe ich das leider nicht gesehen. Und dann habe ich tatsächlich doch auch gemerkt, okay, wenn ich jetzt hier anfange, irgendwelche, ich sag mal, ungewohnten Schritte zu machen, dann wird das ganz schnell hier zu einem Krampf.

Also im Bein, ich habe so alle möglichen Muskeln auf einmal gespürt und alles mögliche hat angefangen, so ein bisschen zu ziehen. Und vom Energielevel wäre es eigentlich gegangen, aber ich bin dann, nachdem ich ein paar Kilometer Zücher gelaufen bin, bin ich dann wieder 320 gelaufen und habe es dann ganz solid ins Ziel gebracht.

Nochmal als Unterstützung für uns zum Verstehen. Du hast dann nicht alternativ am normalen Stand eine Verpflegung genommen, sondern du bist dann ohne Verpflegung weitergelaufen, weil das ist ja schon ein entscheidender Punkt. 25 und 30 ist auch ein entscheidender Punkt, gerade was die Verpflegung für die letzten 12, 10 Kilometer angeht.

Also ich hatte mir Gels eingepackt, zwei Stück. Deshalb konnte ich auch noch bei 28 dann noch mal ein Gel nehmen. Und bei 35 habe ich die Flasche auch noch mal bekommen. Aber dadurch, dass ich relativ viel schwitze und auch relativ viel Salz verliere, ist das immer so eine Gratwanderung. Kohlenhydrate brauchen Flüssigkeit.

Man schwitzt aber auch Flüssigkeit raus. Man braucht aber auch irgendwie wieder das Salz rein. Das Salz ist meist in den Gels und in den Kohlenhydraten noch mit drin. Und ich bekomme über die Becher zwar schon gut Wasser rein, aber leben nicht so viel, wie ich bräuchte und schon gleich gar nicht so gut, wie ich aus einer Flasche rausbekomme.

Und am Anfang war tatsächlich meine Blase sogar relativ voll. Da hat mir der David Schönherr im Trainingslager noch erzählt, dass das gar nicht schlecht ist, weil der Körper tatsächlich aus der Blase auch wieder die Flüssigkeit dann rückverwerten kann. Aber ich wollte jetzt auch nicht irgendwie mit Magenproblemen aussteigen, das heißt ich hatte immer so ein bisschen schauen okay, wie kann ich noch, wie viel kann ich noch reinnehmen wie viel ist vielleicht dann wieder zu viel und bei 25, als ich sie verpasst habe, habe ich gedacht okay, komm, egal, nimmst du das Gel, und kannst dann die Flüssigkeit bei 30 noch reinnehmen, dann habe ich 30 verpasst und wusste schon, okay, jetzt, bis zur nächsten Verpflegungsstation ist jetzt erstmal noch ein Stück,

und Und da muss ich auch wirklich, ich habe die ganze Zeit mir nur selber gesagt, so bleib cool, bleib irgendwie cool, bleib locker. Ich tendiere relativ stark dazu, mich zusammenzuziehen und so mit Stress und Anspannung irgendwie dann eine schlechte Körperhaltung einzunehmen. Und da habe ich die ganze Zeit nur gesagt, Junge, lass die Schultern locker, mach den Brustkorb groß, setz mit dem Fuß unter dem Körperschwerpunkt auf, nicht davor.

Und so bin ich dann ganz gut durchgekommen auch noch, trotzdem. Aber das ist krass, also ich muss sagen, das ist krass, dass du in einer Phase, und da werden sich glaube ich hier viele gut reinversetzen können, die schon mal Marathon gelaufen sind, die vielleicht auch schon ambitioniert Marathon gelaufen sind.

Reinversetzen können, wie das so ist, jenseits von Kilometer 30, gibt ja dann noch häufiger das Szenario, dass man sich da nicht mehr ganz taufrisch fühlt, logischerweise, wenn man da versucht, irgendwo seine Grenzen zu verschieben. Und das, was du machst, habe ich früher auch versucht, wenn ich denn dazu noch in der Lage war, dass man dann versucht, sich von seinem eigentlichen Leid ein bisschen abzulecken und auf so, weil du kannst ja, also ...

Du hast ja nicht so viele Möglichkeiten, es sind halt dann trotzdem noch 10, 12 Kilometer, die du irgendwie zurücklegen musst und wenn es nur 5 sind und du bist halt schon am Limit, ist auch nicht schön, das heißt, irgendwo musst du ja versuchen, diese Zeit, die noch vor dir liegt, weil man ja auch nicht, die wenigsten von uns sind leider Elliot Kipchoge, die dann nochmal sagen, okay, komm, nervt mich jetzt, dass ich hier gerade noch 5 Kilometer laufen muss, ich mach einfach mal schneller, ich lauf einfach mal Kilometer 2,45, das ist jetzt bei den meisten von uns nicht drin so.

Generell bei den wahrscheinlich allerwenigsten Menschen auf diesem Planeten, Das heißt, man muss sich ja irgendwie gewahr werden, dass man eine gewisse Zeit, 15, 20, 30 Minuten noch in einer sehr unkomfortablen Situation sich befinden wird, die jetzt nicht so angenehm ist. Dann aber aktiv zu versuchen, auf Dinge zu achten, teilweise, die man im Training wahrscheinlich auch im Vorfeld auch häufig gemacht hat, die man dann entsprechend abrufen kann, ist natürlich total smart und hilfreich.

Also diese, wie du sagst, Laufstilistik, wenn es denn noch möglich ist, weil am Ende, du hast auch gesagt, du merkst dann, wenn du Schritte veränderst, dann ist die Muskulatur ja dann doch schon recht angespannt und angegriffen, da hat man jetzt nicht mehr die ganz große Varianz vielleicht, aber so ein bisschen sich selber zu überprüfen, wie ist meine Armarbeit, wie trete ich auf, wie ist vielleicht meine Hüfte, das hilft ja nicht nur vielleicht wieder effektiver zu laufen, sondern das hilft ja auch einem aus diesem derzeitigen, ich sag jetzt mal Leid, so ein bisschen rauszunehmen, weil du abgelenkt bist, weil du was hast, worauf du dich konzentrierst.

Das ist ja schon ein sehr guter Move. Das heißt, das ist was, was du auch im Training häufiger schon machst, dass du das dann im Wettkampf so parat hast. Weil ich glaube, wenn du es im Training davor nie gemacht hast oder dir das nie zu eigen machst, dass man sich so aus dem Jetzt-Leiden rausholen kann, dann wird man es wahrscheinlich im Marathon ja auch nicht unter Wettkampfbedingungen parat haben.

Ja, ich habe das, ich sage mal, aus der Not heraus so angefangen, im Training darauf zu achten. Weil du viel alleine trainierst? Nee, nee, tatsächlich nicht. Ich habe hier, also Kassel ist wirklich für alle Läufer da draußen, kommt nach Kassel, hier kann man mega gut mit einer Gruppe trainieren. Sehr gut, sehr gut, sehr gut. Ähm...

Und ja, also ich habe halt früher, ich habe ja gesagt, ich habe sehr viel so Stress in mir getragen und das hat sich dann irgendwann aus dem Kopf in den Körper übertragen, dass ich eine schlechte Körperhaltung hatte. Und dann habe ich gemerkt, okay, wenn ich es vielleicht auch manchmal nicht schaffe, irgendwie locker vom Kopf her im Training zu sein, dann muss ich andersrum wieder rangehen, dann muss ich aber schauen, dass mein Körper sich davon nicht zu sehr beeinflusst und da so ein bisschen ein Gespür zu entwickeln.

Ich bin zwar grundsätzlich auch großer Fan davon, jetzt nicht alles dann zu zerdenken, wenn man läuft und Laufstil, sage ich mal, vor allem über Krafttraining oder andere Maßnahmen zu verbessern, aber ich sage mal, so eine Körperhaltung und die Aufrechterhaltung dessen, was einem persönlich gut tut, darauf kann man dann schon auch beim Laufen achten.

Und das tue ich immer in Momenten, wo es irgendwie schwerer wird, wo ich merke, okay, am liebsten würde sich zwar mein Körper jetzt in diese Schutzhaltung begeben, aber das macht es nur noch schlimmer, also bleib groß und ich rede dann sehr viel mit mir auch selber. Ich habe auch auf den letzten Metern immer wieder noch mal gesagt, komm mal, bleib groß, Schultern nach hinten, Brust raus und so.

Und das hilft dann. Das hilft, sage ich mal, dieses Eingehen, was viele da vielleicht auch kennen, so ein bisschen zu verhindern. Ja, der Dialog mit sich selbst, oder mit seinem zweiten Ich, mit dem, der das nicht so leidet. Dann nehmen wir uns mal mit auf die Zielgerade und auf die Momente danach oder den Moment und die Momente danach.

Also, keine Ahnung, die Zielgerade, Das habe ich tatsächlich gar nicht mehr so sehr vor Augen, weil es da dann wirklich so ein bisschen, okay, jetzt habe ich es geschafft, jetzt ist es durch und ich wusste dann schon so, ich glaube, beim letzten Kilometer schon fast sicher, dass ich es haben werde, dass ich mein A-Ziel erreiche.

Am krassesten waren dann aber die Momente danach. Ich hatte zum ersten Mal im Vorfeld vielen meiner Freunde gesagt, hey ich laufe hier mal eine deutsche Marathonmeisterschaft und habe ein ganz gutes Ziel und kann vielleicht auch eine Einzelplatzierung halbwegs da vorne sein, und dann sind im Gegensatz zu früher tatsächlich sehr viele Freunde mitgekommen, und auch meine Mutter meine Schwester, meine Freundin, mein Cousin und so und ich habe so viel geheult an dem Ziel, das war so Wahnsinn Meine Schwester habe ich gesehen, die hat Tränen geweint.

Meine Mutter war den ganzen Tag über wahrscheinlich noch nervöser als ich. Die hat da so mitgelitten. Und ich weiß auch genau, wie das war, halt vor drei Jahren, als ich dann halt so viele schlechte Wettkämpfe hatte und wie das meiner Mutter dann auch so, ihr dann selber auch so im Herzen wehgetan hat.

Und dann einfach jetzt irgendwie drei Jahre, dreieinhalb Jahre später dann so ein Rennen abzuliefern und mit den ganzen Umständen, die man ja irgendwie als Nicht-Profisportler trotzdem auch handeln muss und dann der in die Arme zu fallen, also das waren Wahnsinnsmomente so mit meiner ganzen Supportgruppe, die auf einmal dann da war.

Und dann sind wir auch noch einfach deutscher Meister im Team geworden. Vielleicht auch noch irgendwie ein wehenswert. Absolut. Und auch das zusammen mit einem Trainingskollegen, der auch wirklich einer meiner besten Freunde ist, mit dem ich so viel Zeit verbracht habe und wo wir fast gar nicht mehr dran glaubt haben, dass wir zusammen nochmal auf dem Podest stehen.

Dem Dritten bei uns im Team. Ich sage mal kurz die Namen hier. Also liebe Grüße, Pascal Fischer. Remember the name. Liebe Grüße, Lukas Menke. Der Lukas ist tatsächlich auch an diesem Tag einfach Marathon-Debügel laufen, genau wie ich. Lukas darf ich auch trainieren bei uns im Verein. Das heißt, irgendwo in Anführungszeichen ein bisschen mein Athlet.

Und dass wir dann zu dritt einfach alle geile Rennen haben. Wir hatten auch keinen Ersatzmann oder so. Also wir drei mussten es irgendwie lösen und auf einmal sind wir da deutscher Meister. Wir haben danach, ich weiß nicht wie oft, laut rumgeschrien und sind da rumgesprungen, als hätten wir gerade Weltmeisterschaft oder so geholt.

Aber das waren so schöne Momente, also das war herrlich. Hat deine Mutter verstanden, dass Laufen im Gegensatz zu Fußball auch ganz geil sein kann? Meine Mutter hat vor fünf Jahren im Zuge meines Sportstudiums sich dazu hinreißen lassen, sich von mir trainieren zu lassen und läuft jetzt in eineinhalb Wochen in Hamburg ihren ersten Marathon.

Fantastisch. Das sind doch genau die Geschichten, die wir suchen, Philipp, oder? Ja, 100 Prozent. Absolut. Das heißt, du wirst vor Ort auch da sein und vor Ort Betreuung übernehmen? Ja, also jetzt werden dann viele von meinen Freunden, die mich dann supportet haben, dann in Hamburg laufen und dann werde ich natürlich supporten und meine Mutter ist dann zum ersten Mal an der Marathon-Star-Linie, die hat zwar auch mal gesagt, mache ich nicht, mache ich nicht, aber das ist so eine Rakete, die ist jetzt Anfang 60 und läuft einfach ein 1,45er Halbmarathon.

Von daher oh Gott, ich hoffe, das setzt sie nicht unterdrückt, wenn sie das jetzt hört, Hallo Mama, ich glaube, du schaffst das du machst dir keinen Kopf. Aber ja, genau Ja, pass auf, wir haben da ja logischerweise ein paar Aktien in der Übertragung des Hamburg Marathons, ja, also da müssen wir sicher nochmal das ein oder andere Wort drüber sprechen, dass du vor dem Rennen zu uns kommst, aber wir haben ja auch noch die Option zwischen dem Marathon und dem Halbmarathon, die wir beide übertragen werden, machen wir noch den Live-Podcast.

Wenn ihr Lust habt, wenn du Lust hast, kommt vorbei und alle zu Hause, die Lust haben, mit uns da gemeinsam diesen Live-Podcast zu erleben. Wir haben noch ein paar Plätze, also bis Montag, spätestens, sagen wir mal Montag 9.19 Uhr, spätestens sollten wir uns die Mails eingegangen sein und dann können wir noch ein paar, ja genau Mail einmal.

Ich sag's nur einmal, ich schreib's auch nicht schon uns, aber wenn ihr es schon mal gehört habt, bestzeit.podcast.gmail.com einfach relativ formlos E-Mail, Name wäre wichtig, mit wie vielen Leuten ihr kommen wollt und dann können wir euch noch auf die Liste setzen, sodass ihr dann auch reinkommt, wenn ihr am Sonntag da seid.

Ja, das ist natürlich eine ganz große Geschichte. Vom Bankhocker beim Fußball, infiziert vom Laufen, den ersten Marathon, gleich deutscher Meister mit der Mannschaft geworden und noch die Mutter ins potenzielle Grenzerfahrungserleben getrieben. Ja, mal schauen. Also das macht es natürlich schöner und so.

Und das ist auch immer für mich dann, wir haben mit dem Lauftraining Kassel einen Verein, der ja dann damals von Winfried Aufenanger gegründet wurde. Leider viel zu früh verstorben schon, ja. Genau, der mich zum Laufen dann gebracht hat. Das war mein erstes Lauftraining bei ihm. Seine Frau oder seine Witwe war dann auch, die Brigitte Aufenanger war dann natürlich auch vor Ort sein Sohn Michael Aufenanger ist heute mein Chef weil ich beim Kassel Marathon arbeite als Trainer dann auch, und das heißt ich bin irgendwann so, obwohl ich mich selber ganz ganz lange dagegen gewehrt habe, ein wirklicher Läufer zu sein, weil Läufer sind irgendwie komisch.

Sorry to say, aber Läufer sind irgendwie komisch Ja, wirklich, bin ich halt jetzt irgendwie angestellt auf dem Kassel Marathon, Trainer vom Laufteam Kassel, hab hier noch so eine Run-Crew gegründet und dann irgendwie mit so vielen Leuten, also von der Run-Crew, Running-Party-Crew waren super viele Leute in Hannover, mein Chef vom Kassel Marathon war da, der ist auch seinen ersten Marathon, bei dem lief es leider nicht so gut, aber der wollte auch seinen ersten Marathon dann laufen, dann Athleten vom Laufteam Kassel waren dabei, wir haben als Laufteam eine deutsche Meisterschaftsmedaille geholt, da steckte wirklich so unglaublich viel mehr noch so dahinter, weil so viele Handlungsstränge und so viele Leute da irgendwie dann mit beteiligt waren und,

Das hat man dann auch bei der Siegerehrung gemerkt. Wir waren dann in Hannover in diesem Rathaus hinten drin, in diesem Raum. Ich weiß nicht, ob du das noch von den Halbmarathon-Meisterschaften kennst, die es ja auch früher da gab. Ja, das kennen wir schon. Das ist ja ein sehr schönes Rathaus. Direkt daneben ist ja Start und Ziel.

Und ich weiß nicht so, mein Gefühl ist auch immer, dass diese Siegerehrung bei deutschen Meisterschaften, also klar draußen große Podest, die ersten drei werden dann geehrt und so und dann geht es aber zu den Altersklassen und zu den Mannschaftswertungen. Und ich denke mir immer, wie kann das sein, dass die Leute sich da nicht so richtig freuen?

Aber das sind gefühlte Trauerveranstaltungen und wir sind dann in diesen Raum rein. Ich habe auch zu allen Freunden und zu allen Leuten gesagt, wir gehen zur Siegerehrung. Da ist also ein Trott von 15, 20 Leuten mir so hinterher gestapft und dann standen wir da drin und auf einmal war dieser Raum in dem Rathaus poppevoll und wie wir dann nach vorne gerufen wurden, war da auf einmal ein Geräuschpegel, der Typ, der die Siegerehrung gemacht hat, der war komplett überrascht.

Und da merkt man sowas für eine geile Community, die wir hier haben und wie viel das den Leuten dann auch bedeutet, sich mit jedem anderen auch mitzufreuen, das war einfach fantastisch. Ja, Kassel crasht die deutschen Marathonmeisterschaften, das ist doch schon mal fantastisch. So, jetzt hast du gesagt, du wolltest dich auch mit dem richtigen Sport, also mit Triathlon auseinandersetzen.

Ich gehe jetzt gleich, deshalb haben wir leider auch nicht mehr so viel Zeit, weil ich muss jetzt mit meiner Gruppe oder darf mit meiner Gruppe ins Freiwasser. Das wäre was für dich, Philipp. Schön ein bisschen Freiwasser schwimmen. Das klingt wirklich gar nicht nach was, was ich jetzt gerne machen würde.

Hast du schon konkrete Pläne für nächste Laufveranstaltungen, Lauf-Events oder sogar noch Triathlon jetzt im Laufe des Sommers? Jetzt am Sonntag wollen wir deutscher Berglaufmeister werden. Here we go. Das ist mal eine entspannte Nachbereitung für so eine Marathon. Na gut, aber da habt ihr natürlich in Kassel tatsächlich auch richtig starke Leute.

Ja, also schauen wir mal, was wird. Und danach tatsächlich so ein bisschen den Kopf frei bekommen von diesem ganzen. Sekunden und miniziösen Gedanken, Pace und immer. Da ist Trialon tatsächlich manchmal ein bisschen entspannter, weil es nicht so sehr auf Zeit geht, sondern mehr auf, Mann gegen Mann, Platzierung einfach so und viel wilder ist und so und auch ein bisschen freier so für mich natürlich macht es Spaß aber da hängt bei mir nicht ganz so viel vorn ab irgendwie, zumindest was meine eigene Erwartungshaltung angeht, das mache ich dann immer ganz gerne so im Juni, Juli, darüber kann man gut Grundlage aufbauen und dann haben wir im September unsere eigene Veranstaltung, kommt alle nach Kassel zum Kassel Marathon,

und da muss ich schauen, wie viel Training da noch drin ist und was ich mir dann für ein Ziel setzen kann. Leo, fantastisch. Da waren viel mehr Geschichten drin, als wir geahnt haben tatsächlich, weil wir hatten schon dieses Motiv, Marathon-Debüt, sich was vornehmen, Wette und so weiter. Aber da war sehr viel mehr drin, als wir geahnt und zu hoffen gewagt hatten.

Ganz herzlichen Dank für deine sehr eindringliche Schilderung. Ich glaube, da finden sich ganz viele Leute wieder. Vor allen Dingen hoffe ich, dass sich sehr viele bei der Überlegung, entspannten Triathlon im Sommer zu machen, wiederfinden. Kommt gerne zu meinem Camp vorbei. Oder geht mit Philipp ein bisschen im Schloss Elmau laufen.

Da gibt es auch ein sehr schönes Ereignis dafür. Und ich muss mich jetzt mal auf den Weg machen, Jungs. Ralf muss los zum Training, sonst warten die anderen. Das können wir nicht verantworten. Ich nehme den Ball nochmal kurz auf. Ja, Laufcamp im Schloss Elmau, das gibt es im Juni, wenn ihr da Lust drauf habt, ein verlängertes Wochenende und für alle Teilnehmenden, also 7.

Bis 10. Juni, kommt alles in die Shownotes, für alle, die daran teilnehmen, gibt es einen kostenlosen Startplatz für den BMW Berlin Marathon. Zehn Plätze gibt es, also schnell sein lohnt sich, meldet euch an und wer noch Last Minute einen Startplatz braucht, der hat da eine gute Möglichkeit, den so mitzunehmen. Leo, vielen Dank dir für das super coole und auch unterhaltsame Gespräch.

Wir werden natürlich auch deinen Instagram-Kanal verlinken, also wenn ihr sehen wollt, wo die Reise bei Leo noch hingeht, dann unbedingt abonnieren und folgen. Und ansonsten dir, ich wollte gerade sagen, gute Regeneration kann man ja gar nicht so richtig wünschen, weil im Prinzip steht ja schon der nächste Start direkt an.

Dafür drücken wir dir natürlich maximal die Daumen und euch zu Hause natürlich auch, wo auch immer ihr am Start stehen werdet oder vielleicht auch in der Tapering-Phase schon langsam seid, für Hamburg das Wochenende drauf. Da freuen wir uns natürlich auch schon, wenn wir uns dann dort hoffentlich auch in Live sehen werden.

Also in diesem Sinne, macht's gut, genießt das Wochenende, genießt die Sonnenstrahlen und wir hören uns wieder nächste Woche in alter Frische. Passt auf euch auf, macht's gut ihr Lieben, ciao, ciao.

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