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Shownotes
Und: Wer hat die unpopular Opinion!
DK180 - Live von der Reallaborkonferenz
Und: Wer hat die unpopular Opinion!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht (ipcc.ch) des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 180 nimmt euch Claudia mit zu einer Konferenz über Reallabore. Dort wird diskutiert, wie man Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenbringen kann - und es passiert noch sehr viel mehr. Kommt mit, es wird spannend.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: steadyhq.com/de/dasklima und paypal.me/florianfreistetter.
Reallaborkonferenz 2026
Die Reallaborkonferenz 2026 (th-koeln.de/rlnk26) hat von 16. bis 17. September in Leverkusen stattgefunden. Claudia war dabei, weil sie mit dem Projekt Co-Site (th-koeln.de/co-site) genau in diesem Feld arbeitet. Was Reallabore mit dem Klima zu tun haben, könnt ihr in Folge 165 unseres Podcastst nochmal nachhören (dasklima.podigee.io/165-dk165-mitreden-statt-m…) und in der aktuellen Folge erfahrt ihr, was alles passiert, wenn sich die Leute zu einer Konferenz treffen, die mit solchen Reallaboren arbeiten.
Ihr hört Sylvia Heuchemer (th-koeln.de/personen/sylvia.heuchemer), die Hochschulpräsidentin der TH Köln, Carla Frohn (th-koeln.de/personen/carla.frohn), die u.a. Teil des Organisationsteams der Konferenz ist, genau so wie Larissa Müller (th-koeln.de/personen/larissa.mueller1) und beide erzählen, was es alles zu tun gibt bei so einer Konferenz. Und Markus Egermann (ioer.de/institut/beschaeftigte/egermann) ist Wissenschaftler am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und erzählt, was man bei dieser Konferenz lernen konnte.
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at (sciencebusters.at/termine)
Live Shows
Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken (th-koeln.de/personen/claudia.frick) und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” (forschungsstrom.tv) ab und an über Wissenschaft.
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Claudia Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten Montag mit heute vielen verschiedenen Personen und mir Claudia Frick. Ja, hallo und erstmal keine Panik. Florian ist auch in zwei Wochen versprochen wieder mit dabei.
Claudia Aber heute bin ich unterwegs live vor Ort, beziehungsweise heute und morgen, wenn es handelt sich um zwei Tage, die ich live vor Ort sein werde. Bei einer Konferenz zum Thema Reallabore und Nachhaltigkeit. Da ich glaube, dass euch das Thema interessiert und ich auch schon an der einen oder anderen Stelle darüber gesprochen habe, dachte ich, ich nehme euch mit auf diese etwas wilde Reise.
Claudia Denn zum einen werden sehr, sehr viele spannende Vorträge hier gehalten. Also hier kommen Wissenschaftler und Menschen aus der Praxis und stellen ihre Arbeiten, ihre Projekte und ihre Ideen vor. Und zum anderen ist es natürlich super spannend, bei so einer Konferenz auch mal auf der organisierenden Seite zu sein oder sie eben tatsächlich auf Social Media oder eben hier mit dem Podcast zu begleiten.
Claudia Da freue ich mich drauf und ich werde so ein bisschen rund laufen, verschiedene Leute ansprechen, ein paar Fragen stellen. Und dann sehr darauf hoffen, dass Florian daraus eine wunderbare Runde Sache macht, damit ihr heute diese Folge genießen könnt. Ihr dürft erwarten auf jeden Fall, dass ich ein paar Leute von der Organisation anspreche und ein bisschen da so ein bisschen abhorsche, wie es einfach gelaufen ist, wie es läuft.
Claudia Ich stelle Fragen vor der Konferenz, während der Konferenz und nach der Konferenz. Und ich werde eben Leute aus der Wissenschaft und der Praxis ein bisschen was fragen und sie darum bitten, ein paar Sachen zu erklären und zu erläutern, um aufzuzeigen, wie divers auch hier die Perspektiven und Ansichten sind.
Claudia Genau, also freut euch darauf, auf das, was kommt. Ich weiß es auch noch nicht, denn es ist tatsächlich noch vor 7.30 Uhr am Morgen des ersten Tages der Konferenz. Ich mache jetzt erstmal Aufbau eine Stunde lang und werde dann die ersten Podiumsdiskussionsteilnehmenden begrüßen. Und dann starten wir hier um 9 Uhr in die Konferenz und danach mache ich mich auf, um Leute zu finden, die mir ein bisschen was erzählen, damit ihr auch was zu hören habt.
Claudia So, hier kommt ein kleiner Zwischeneinspieler von der Claudia der Zukunft. Das finde ich sogar relativ passend, weil das Motto der Reallabor-Konferenz dieses Jahr lautet, zurück in die Zukunft, Reallabore in Zeiten disruptiven Wandels. Ich möchte diesen kurzen Zwischeneinspieler noch nutzen, um noch was zu sagen.
Claudia Das ist mir nämlich erst während der Aufnahme und danach auch aufgefallen. Und zwar mag man sich vielleicht fragen, warum rede ich ja einfach so nonchalant und alle anderen über Reallabore und Transdisziplinarität und Transformation und was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Und zwar möchte ich kurz darauf hinweisen, dass, falls ihr da Lust drauf habt, ihr euch unsere Folge 165 anhören könnt.
Claudia Da habe ich nämlich tatsächlich schon mal über Transdisziplinarität und Reallabore gesprochen und was das ist und habe da ein bisschen mehr aus der Forschungsperspektive gesprochen. Aber ich habe tatsächlich auch eigentlich alle Personen gefragt, was eigentlich ein Reallabor ist. Und ich glaube, darin werdet ihr auch ein bisschen Freude haben, dass das was gemeint ist mit, naja, diverse Ansichten, was denn diese Sachen eigentlich bedeuten. Und dann ist mir noch was Zweites aufgefallen, nämlich, dass wir vielleicht heute eine leicht andere Flughöhe haben.
Claudia Es ist doch manchmal gar nicht so einfach, Forschende dazu zu kriegen, die Flughöhe ein bisschen zu verlassen. Also falls da zwischendrin Begriffe sind, die ihr nicht kennt oder wo ihr noch Fragen zu habt, dann schreibt uns auch da mal total gerne. Ich versuche die zwischendrin immer mal wieder aufzugreifen und aufzulösen.
Claudia Es gibt auch immer mal wieder zwischendrin quasi so kleine Einspieler von mir. Aber ich werde bestimmt nicht alles einfangen. Aber ich traue euch mittlerweile auch einiges zu, wenn ihr hier langjährige Zuhörende seid. Von daher wünsche ich euch jetzt viel Spaß. Und zwar geht's los mit dem ersten kurzen Interview.
Sylvia Heuchemer Neben mir sitzt jetzt Silvia Heuchmer, die Präsidentin der Technischen Hochschule Köln, wo wir heute zu Gast sind mit der Reallaborkonferenz. Und sie haben gerade die Reallaborkonferenz auch eröffnet mit den Begrüßungsworten. Und ich wollte mir die Frage gerne beantwortet wissen, warum ist es eigentlich so wichtig, eine Konferenz speziell zu Reallaboren zu haben?
Sylvia Heuchemer Ja, also das ist eine wirklich gute Frage. Ja, warum ist es wichtig, eine Konferenz zu Reallaboren zu haben? Ich möchte gern zuerst noch erwähnen, dass es für uns auch eine Freude und eine Anerkennung ist, dass wir diese Konferenz zusammen mit dem Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit ausrichten dürfen.
Sylvia Heuchemer Weil das zeigt nochmal, dass die TH Köln und hier auch mit ihrem Projekt CoSight sichtbar geworden ist in der Reallabor-Community. Und warum ist es wichtig, eine Konferenz speziell zu Reallaboren auszurichten? Ich glaube, es ist wichtig, weil diese Form der Forschung, die man in Reallaboren betreibt, Nämlich an gesellschaftlichen Herausforderungen, mit PartnerInnen außerhalb der Hochschule auch zusammenzuarbeiten, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, das ist gar nicht so selbstverständlich.
Sylvia Heuchemer Es ist auch gar nicht immer so einfach, weil da ja auch zwei Systeme aufeinandertreffen und man in dieser Form der Forschung, also in der transdisziplinären Forschung. Ja auch es schaffen muss, die unterschiedlichen Erwartungen, die Rollen, die Interessen zusammenzubringen. Und das ist oft nicht ganz konfliktfrei, das ist oft sehr herausfordernd, bringt aber natürlich ganz neue Perspektiven rein, bringt ganz neue Ansätze rein und das ist so eine besondere Form der Forschung.
Sylvia Heuchemer Und sich hierüber auszutauschen und wirklich auch zu erkennen, dass man voneinander lernen kann, dass man Erfahrungen austauschen kann, das ist so wichtig. Und mittlerweile ist die Reallabor-Community ja auch so groß, dass da wirklich ein großer Erfahrungsschatz vorliegt. Oh ja, das kann man dem Programm auch eindeutig entnehmen.
Sylvia Heuchemer Sehr, sehr viele verschiedene Workshops und Vorträge. Ich würde noch eine Frage stellen, speziell zu uns, weil wir ja eine Hochschule für angewandte Wissenschaften sind. Und ich frage mich dann immer, in welchem Verhältnis stehen eigentlich für Sie Reallabore genau zu dieser Art von Wissenschaft, zu angewandter Wissenschaft?
Sylvia Heuchemer Also ich würde mir ja ehrlich gesagt wünschen, dass Hochschulen für angewandte Wissenschaften auch für sich mal ein Leitbild formulieren. Also wenn wir mal schauen, gerade die Hochschulen für angewandte Wissenschaften, wir hetzen ja irgendwie immer einem universitären Leitbild hinterher. Also insbesondere in der Forschung. Wir wollen auch exzellente Forschung machen.
Sylvia Heuchemer Wir wollen uns ebenfalls messen an Publikationen, an Drittmitteln. Wir kämpfen darum, beispielsweise in Förderorganisationen wie der DFG aufgenommen oder auch über diese gefördert zu werden. Aber was Hochschulen für angewandte Wissenschaften eigentlich auszeichnet und jetzt insbesondere auch unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist ja.
Sylvia Heuchemer Dass wir nicht nur in dem Wissenschaftssystem sozialisiert sind, sondern wir haben auch Berufspraxis gesammelt. Und das heißt, wir können eigentlich Wissensquellen aus zwei Bereichen erschließen und dadurch können sich ja ganz neue Fragestellungen ergeben, die wir insbesondere dann brauchen, wenn es um angewandte Wissenschaften geht.
Sylvia Heuchemer Und was ist jetzt für mich so das besondere Reallabor und angewandte Wissenschaften? Also es geht nicht nur darum, dass wir Wissenschaft einfach nur anwenden, sondern was uns eigentlich auszeichnet, wir können konkrete gesellschaftliche Herausforderungen, die in der Regel sehr komplex sind, die können wir adressieren, weil wir schon in unserer beruflichen Sozialisation gelernt haben, mit komplexen Fragestellungen umzugehen.
Sylvia Heuchemer Wir haben da schon gelernt, dass man interdisziplinär zusammenarbeiten muss und dass man auch manchmal über institutionelle Grenzen gehen kann. Und so wichtig... Und Grundlagenforschung ist so wichtig auch wirklich. Es ist in den Disziplinen die Erkenntnisgrenzen immer zu verschieben. Aber so wichtig ist es auch, dass wir als Hochschulen unsere Rolle in der Gesellschaft wahrnehmen.
Sylvia Heuchemer Und wenn wir uns anschauen, vor welchen Herausforderungen wir stehen, dann brauchen wir Institutionen, die in der Lage sind, auch mit Gesellschaft an Fragestellungen zu arbeiten, damit wir schneller vom Wissen auch ins Handeln kommen. Und das ist ja eigentlich ein Modus, der in Reallaboren praktiziert wird.
Sylvia Heuchemer Und deshalb ist aus meiner Sicht Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Reallabore, da würde ich sagen, Reallabor müsste eigentlich der Modus operandi in der Forschung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften sein. Das heißt, diese Reallaborkonferenz ist für ein Blick in unsere Zukunft. Ich fände es schön, wenn es tatsächlich ein Blick in unsere Zukunft ist.
Sylvia Heuchemer Ich fände es schön, wenn wir auch erkennen würden in unserer Hochschule, welches Potenzial in Reallaboren oder dieser Forschungsmethode auch steckt und wenn wir eben auch erkennen könnten, dass das keine Forschung zweiter oder dritter Klasse ist. Diese Sorge ist ja immer so ein bisschen gegeben, weil das Anreizsystem, dass die Bewertungslogik in der Wissenschaft eben immer noch diesem universitären Leitbild nachhängt und den Scientific Impact immer noch höher gewichtet als den Societal Impact.
Sylvia Heuchemer Vielleicht, weil er leichter zu messen ist, vielleicht, weil er sich über Jahre tradiert hat. Vielleicht, weil man ungern möchte, dass an diesem System gerüttelt wird, indem man groß geworden ist. Das weiß ich nicht so genau. Wahrscheinlich anders ein bisschen. Ich habe noch eine letzte Frage, die ist eigentlich schon so ein bisschen beantwortet, aber ich stelle sie einfach allen, weil ich mich immer darüber freue, wie unterschiedlich die Antworten sind. Und die Frage ist, was ist ein Reallabor für Sie?
Sylvia Heuchemer Also für mich ist ein Reallabor zum einen eine Forschungsinfrastruktur als auch ein eben Modus operandi der Forschung, wie ich gesagt habe. Und für mich ist einfach entscheidend in einem Reallabor, dass transdisziplinär gearbeitet wird, also dass wir intern transdisziplinär an gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten.
Sylvia Heuchemer Es ist auch immer kontextualisiert, also an relativ lokale Gegebenheiten angepasst. Und in diesem Reallabormodus, und das zeichnet es für mich eben ganz besonders aus, arbeiten WissenschaftlerInnen und außerhochschulische AkteurInnen wirklich auf Augenhöhe. Und man möchte in erster Linie mal sozusagen das Wissen aus den verschiedenen Bereichen zusammenführen, gemeinsam Problemstellungen identifizieren, dass man sich dann aber auch überlegt, das ist wichtig, wo möchte man sich denn hin entwickeln, was ist das Ziel, worum es geht und wie kommen wir da hin.
Sylvia Heuchemer Also für mich ist ganz wichtig, dass mit Reallaboren in diesem Modus auch immer, eine Transformation verbunden ist. Ja, sehr schön. Das ist auch mein Lieblingszitat aus der Begrüßung gewesen, dass es bei Reallaboren ja auch darum geht, nicht Wissen und Transfer nacheinander, sondern miteinander zu denken. Ja, sehr schön. Vielen lieben Dank. Sehr gerne. Danke.
Claudia So, jetzt kommt hier wieder ein kleiner Einspieler von Zukunfts-Claudia, die sich zum einen tatsächlich sehr darüber freut, dass Silvia Heuchmer Zeit gehabt hat, Fragen zu beantworten und bereit war, auch hier mitzumachen. Und zum anderen nochmal ganz kurz hier die Frage stellen will, warum sprechen wir jetzt eigentlich im Podcast das Klima über Reallabore und Transdisziplinarität? Für alle, die sich die Folge 165 schon angehört haben, denen wird das total vertraut sein.
Claudia Aber ich möchte vielleicht noch einmal zur Einordnung sagen, dass der Klimawandel, die Klimakrise natürlich eine von diesen Formen von disruptiven Wandel ist, den wir gerade erleben. Und wozu es keine einfachen, simplen, unkomplexen Lösungsansätze gibt. Und auch ein Problem, das eben gesamtgesellschaftlich angegangen werden muss.
Claudia Und genau für solche Probleme sind Reallabore und Transdisziplinarität ebenso super wichtig. Also dass man eben nicht nur in der Wissenschaft irgendwie sich Fragen ausdenkt und Fragen beantwortet. Natürlich denkt man die sich nicht aus, sondern die ergeben sich aus den Forschungslücken, die es noch gibt.
Claudia Aber genau der Ansatz in Reallaboren und bei Transdisziplinarität ist ja eben, die Fragen, die eigentlich relevant sind, nicht nur aus Forschungslücken zu definieren, sondern eben auch aus der Gesellschaft heraus von wichtigen Personen, zum Beispiel auch aus kommunaler Verwaltung, von Klimamanagern, von AnpassungsspezialistInnen, von Städtebau-ExpertInnen.
Claudia Das heißt, hier werden viel mehr Leute involviert in die eigentliche Fragenfindung und dann eben auch in die Lösungsfindung. Und deswegen sind Reallabore und Transdisziplinarität so ein wichtiger Punkt beim Thema Klimakrise und Klimawandelanpassung. So, das jetzt erstmal dazu und wir gehen weiter ins nächste Interview.
Carla Frohn Du kennst mich? Ich muss mich dir nicht vorstellen. Nee. Sehr gut. Aber es wäre total gut, wenn du dich kurz vorstellst, auch wenn ich dich kenne. Ja, klar. Wer bist du? Ich bin Carla. Carla Frohn. Ich weiß nicht, ob du Vor- und Nachnamen brauchst. Wie du möchtest. Jetzt ist zu spät. Ich bin Co-Designerin im Projekt CoSight.
Carla Frohn Tatsächlich seit fast an Beginn, seit Februar 23. Schreibe zusätzlich meine Doktorarbeit im Bereich Partizipation, immersive Technologien. So nebenbei. So nebenbei. Was ist deine Rolle hier auf der Reallaborkonferenz? Viel, würde ich sagen. Also ich bin im Orga-Team, bin vor allem einfach dafür zuständig, dass die Workshops laufen, dass die Räume entsprechend sind.
Carla Frohn Ich habe die Session Chairs instruiert, worauf sie achten müssen. Bin die ganze Zeit Leute am fragen, ob sie Zeit haben, was zu tun. Habe aber auch einen Vortrag. Das wird sehr cool. Eine an Popular Opinion, wo ich mal sehr gespannt bin. Die mache ich zusammen mit meinen Kolleginnen Henni und Leandra.
Carla Frohn Und da bin ich mal sehr gespannt, weil ich noch nie eine an Popular Opinion gehabt habe. Ja, die Formate dieser Konferenz sind ein bisschen ungewöhnlich. Da wollte ich auf jeden Fall auch noch was zu sagen, entweder vor oder nach. Der Aufzeichnung dieses Interviews. Mal gucken, kannst du vielleicht noch kurz sagen, was ein Session-Share eigentlich ist und macht, weil du gesagt hast, du hast die instruiert.
Carla Frohn Ich bin auch Session-Share, ich wurde auch instruiert, aber was mache ich eigentlich da? Ja, Session Chair ist eigentlich ein fancy Wort für Moderation und wir haben verschiedene Vorträge, die halt innerhalb einer Session präsentiert werden und Diskussionen dann anschließend dazu ermöglicht werden. An der Stelle relativ typisches Format in der Wissenschaft, da braucht es halt immer Leute, die irgendwie ganz gut durch die ganze Session leiten, dafür sorgen, dass Vorträge nicht zu lang werden, dass vor allem auch Diskussionen.
Carla Frohn In die richtige Richtung laufen und so eine Mischung aus Dasein für die vortragenden Ansprechpartnerinnen sein und aber auch so Dinge wie Timekeeping, was einfach der Fairness vor allem gegenüber den letzten Vortragenden immer super wichtig ist. Das stimmt, dass am Ende nicht jemand kürzer macht Muss, weil alle anderen zu lang waren. Ja, das will niemand. Und tatsächlich habe ich immer das Gefühl, wenn es einen trifft, dann ist es der zweitletzte Vortrag. Ah.
Carla Frohn Weil da fällt dann der Person auf, oh no, wir müssen ganz schnell durchkommen. Also musst du jetzt kürzer halten, was ich nicht so cool finde. Und deswegen achten wir da einfach sehr drauf. Und dabei natürlich die Wertschätzung nicht vergessen. Sehr gut. Ja, da freue ich mich auch schon drauf. Die Rolle mache ich heute Nachmittag.
Carla Frohn Ich freue mich auch schon, in deiner Session dann gestoppt zu werden, wenn ich zu lange rede. Ja, ich werde ganz böse gucken. Das kann ich sehr gut. Ich habe noch eine Frage, die ich allen stelle, die ich heute Sachen fragen werde. Und zwar ist es eine super simple Frage, aber ich finde, jede Person gibt eine andere Antwort darauf. Deswegen würde ich dich gerne fragen, was ist eigentlich ein Reallabor für dich?
Carla Frohn Ja, total simple. Gar keine Frage. Da habe ich mich auch gefühlt, das erste Jahr zumindest theoretisch, also natürlich auch praktisch, aber vor allem im ersten Jahr theoretisch sehr viel mit auseinandergesetzt. Warum bin ich eigentlich hier und was ist ein Reallabor? Für mich ist ein Reallabor, zum einen ein Öffnen aus dem Wissenschaftsturm.
Carla Frohn Zum anderen aber auch, sich in der Wissenschaft nicht zu vergessen, weil wir sind immer noch eine Forschung und dabei das coole Chaos, was dadurch entsteht, als kreativen wissenschaftlichen Prozess verstehen. Und dann gemeinsam im Chaos mit Partnerinnen, die nicht Wissenschaft machen, gemeinsam Lösungen finden.
Carla Frohn Genau, genau. Also Chaos klingt vielleicht ein bisschen hart, es ist eigentlich eher positiv gemacht, sondern es ist wirklich so dieses, in dem Moment, wo halt verschiedenste Leute aufeinandertreffen, gemeinsam einen Weg finden und die verschiedensten Leute haben aber alle berechtigte Interessen, Wünsche und so weiter, aber eben auch die Forschung.
Carla Frohn Und das finde ich auch ganz wichtig, dass man sich als Forschung dabei nicht verliert. Das bietet aber völlig neue Forschungsperspektiven noch nochmal. Also ich arbeite im Bereich der Partizipation und das ist ein völlig anderes Forschungsfeld, wenn du tatsächlich Partizipation machst, als wenn du da nur theoretisch drüber nachdenkst.
Carla Frohn Und das ist zum Beispiel der Bereich, der funktioniert auch gar nicht, wenn man es nicht praktisch, wenn man nicht Reallaborarbeit macht. Ja, also Leute einbeziehen in die eigene Forschung ist eigentlich der Kern des Ganzen. Genau und öffnet neue Forschungsfelder dadurch. Ja, sehr schön. Und in deiner Promotion, was machst du da konkret? Was ist deine Forschungsfrage?
Carla Frohn Ja, ich untersuche, wie immersive Technologien im Kontext von Partizipation und Partizipationsmethoden speziell funktionieren können, sollten, tun. Und was sind immersive Technologien? Alles, letztendlich alles, was dich irgendwie in eine andere Welt hineinzieht. Bücher. Genau. Technisch gesehen kann man den Begriff sehr viel weiter definieren, als er typischerweise in der Wissenschaft definiert wird.
Carla Frohn Ursprünglich kommt er so aus dem Bereich von Virtual Reality. Das kennt man ja, wenn man die Brille dann aufzieht und dann so komplett in der anderen Welt eintaucht. Das ist aber auch Augmented Reality. Zum Beispiel gibt es Brillen, die man dann aufsetzt und dann halt digitale Objekte sich in der realen Welt praktisch überlagern.
Carla Frohn Aber auch Handys und Tablets, durch die man dann wiederum durch die Kamera digitale Objekte irgendwo hin projiziert. Das ist auch eine Form von Augmented Reality und dementsprechend auch Teil von immersiver Technologie. Und ein ganz bekanntes Beispiel ist eigentlich, oder womit es viele irgendwie verbinden oder was damit wir anfangen können, ist Pokémon Go.
Carla Frohn Ja, man hat in der realen Welt plötzlich kleine Pokémon gefunden. Genau, und dann hat es aber auch selber plötzlich eine neue Rolle. Man war halt kein Mensch mehr, der in der Realität irgendwie durch die Gegend gefahren ist, sondern man war außerdem Pokémon-Trainerin, die durch die Gegend gefahren ist und Pokémon gesammelt hat, an den verschiedensten Orten.
Carla Frohn Und das ist halt so eine neue Perspektive, die natürlich entsteht. Immersive Technologien ist jetzt, also es ist schon immer noch was Neues, es gibt es aber auch schon ein bisschen länger. Aber tatsächlich den Einsatz in Partizipationsformaten gibt es tatsächlich noch gar nicht so viel. Natürlich auch schon ein bisschen, keine Frage, aber es ist auf jeden Fall ein Forschungsfeld, wo man noch viel machen kann.
Carla Frohn Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Ich freue mich schon, die Arbeit zu lesen. Super, dann vielen lieben Dank und frohes weiteres Aufbauen. Danke, gerne.
Claudia So, das hier ist jetzt der kleine Formate-Einschub. Und damit meine ich, dass ich ganz kurz erläutern möchte, welche Formate an Beteiligungsmöglichkeiten es eigentlich auf dieser Konferenz gibt. Und zwar jetzt erstmal nur die, die tatsächlich offiziell im Programm stehen, so diese wissenschaftlichen Formate.
Claudia Weil mir aufgefallen ist, dass in den Gesprächen mit den Leuten doch immer wieder Formate genannt wurden. Und man weiß ja vielleicht nicht ganz genau, was eigentlich eine Unpopular Opinion ist. Genau, und deswegen dachte ich, ich gehe mal ganz kurz durch die verschiedenen Formate durch, die wir auf dieser Konferenz anbieten.
Claudia Und der erste und auch die größten raumeinnehmende Formatkategorie sind Co-Kreative Workshops. Das heißt, das sind wirklich interaktive Formate, wo man gemeinsam etwas entwickelt. Zum Beispiel ein Konzept oder ein Prototyp von irgendwas, zum Beispiel von einem Spiel oder man Visionen entwickelt oder sich Fragestellungen anschaut.
Claudia Also da passiert was, das heißt ein Workshop ist was, wo Menschen mitmachen. Also wenn man in ein Workshop reingeht, dann kann man sich nicht einfach stumm in die Ecke setzen und zuhören, sondern es geht darum, dass man mitmacht und gemeinsam etwas erarbeitet. Und diese Workshops sind eben auch länger, also da kann man dann anderthalb Stunden oder zwei Stunden gemeinsam verbringen und auch tatsächlich was entwickeln und bewirken.
Claudia Das heißt, man schafft sogar etwas gemeinsam oder kreiert etwas gemeinsam. Das meint auch das Co-Kreativ, anstatt einfach erstmal so einen Vortrag zu hören. Aber natürlich genau das zweite Format ist einfach auch ein Fachvortrag. Den kennen wir von allen wissenschaftlichen Konferenzen. Das stellt dann eben eine Person so in zwölf Minuten vor, zum Beispiel das eigene Forschungsprojekt oder eine Publikation oder eine Studie.
Claudia Und im Anschluss gibt es dann noch so acht Minuten, in denen Fragen gestellt werden können aus dem Publikum an die Personen, die vortragen. Und dann wird entsprechend auch noch geantwortet. Ja, dann gibt es auch so ein drittes Format, das angelehnt an die Fachvorträge ist, aber deutlich kürzer. Und die heißen bei uns Lightning Talks.
Claudia Das sind so kleine Impulsvorträge, würde ich sagen. Die sind sehr pointiert und das sind nur fünf Minuten. Also man hat tatsächlich nur fünf Minuten, um etwas vorzustellen. Und dann sind auch nochmal fünf Minuten eingeplant danach für eben Fragen oder Diskussionen aus dem Publikum. Ja, und dann eben dieses wunderbare Format Unpopular Opinion.
Claudia Das ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, aber da geht es darum, dass man tatsächlich so ein richtig zugespitztes Statement formuliert, dass da kommt dann tatsächlich jemand und sagt, ja, Reallabore zum Beispiel sind überflüssig. Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht und diese Frage hat hier jetzt auch niemand gestellt, aber wenn man es so zeigen, wie zugespitzt so etwas sein könnte, und die wird dann ein bisschen ausformuliert dann natürlich so ein Statement, und dann wird daraus eine moderierte Diskussion entstehen.
Claudia Also Leute sollen sich zu dieser Meinung, zu dieser Unpopular-Abhängigen äußern, dagegen argumentieren, mitargumentieren, kritisch reflektieren. Und das macht das Ganze auch ein bisschen spannender, weil man eben tatsächlich eben auch mal kontrovers Themen anschneiden kann oder kontroverse Themen anschneiden kann. Genau, da geht es wirklich um Reflexion und auch um ein bisschen selbstkritisches Denken.
Claudia Dann haben wir immersive Räume. Das ist vielleicht auch ein bisschen was Besonderes hier. Immersive Räume. Das sind Räume, in denen virtuell etwas gestaltet wird, in das man sich hineinbegibt. Also es geht um digitale, immersive Räume. Zum Beispiel eben mit Virtual Reality, also wenn man diese Brillen aufzieht und wirklich in dieser Welt verschwindet.
Claudia Oder Augmented Reality, wo man eben so ein Overlay auf der Brille oder auf dem Smartphone hat, das dann etwas anzeigt, wenn man über die reale Welt drüber schaut. Zum Beispiel mit dem Handy oder der Brille. Genau, da gibt es tatsächlich Räume, in die man physisch hineingehen kann. Und dann kann man sich zum Beispiel die Brille aufsetzen und sich etwas ansehen.
Claudia Dann haben wir noch so zwei Formate, die jetzt nichts mit dem eigentlichen Art des Vortrags zu tun haben, sondern mit den Personen, die dort vortragen können. Wir haben nämlich extra Sessions reserviert, also kleine Zeitslots, in denen Promovierende etwas vortragen können und Austausch machen können rund um ihre Promotionen, die sich mit dem Thema Reallabor natürlich irgendwie beschäftigen.
Claudia Und als zweites einen Track oder Sessions für Studierende, wo Studierende die Projekte machen, die vielleicht schon mitarbeiten in Reallaboren, auch etwas vorstellen können. Ja, das sind die Formate, die wir auf dieser Konferenz haben. Und ich glaube, das macht sie auch schon so ein bisschen besonders und vor allem sehr abwechslungsreich.
Claudia Also es sind nicht nur wissenschaftliche Vorträge, sondern da gibt es noch mehr. Und natürlich gibt es noch abseits davon Formate, die nicht so offiziell im Programm stehen oder feste Zeitslots haben. Wir haben hier KünstlerInnen, die kreative Rückzugsmöglichkeiten und Beteiligungsmöglichkeiten anbieten. Wir haben hier eine Station für ein Zin.
Claudia Darüber können wir vielleicht nachher auch nochmal jemanden befragen. Ansonsten erzähle ich gerne etwas dazu, wo man tatsächlich hier kreativ mit seinen Händen physisch eine Seite kreativ gestalten kann von so einem kleinen Magazin. Und ja, man bastelt ein bisschen und kann dabei ein bisschen abschalten von dem Stress der Konferenz, aber auch etwas Kreatives erzeugen, das sich mit dem Thema Reallabore beschäftigt.
Claudia Ja, dann haben wir auch noch Spiele, so zwei Tische mit Spielen drauf, in denen man tatsächlich ein Spiel zum Thema Klima spielen kann, zwei verschiedene Spiele zu dem Thema spielen kann. Ich denke, damit haben wir eigentlich ein relativ hohes Programm und damit gebe ich jetzt wieder zurück zu den einzelnen Stimmen von den verschiedenen Personen oder wir fangen jetzt an mit den einzelnen Stimmen der verschiedenen Personen.
Claudia Nachdem ich so schön noch auf der Konferenz die Formate erklärt habe, kommt jetzt hier die Zukunfts-Claudia nochmal reingeflogen und muss sagen, dass sie tatsächlich nur auf Tag 1 der Konferenz dabei war. Denn ungeplanterweise war ich an Tag 2 krank und konnte nicht weiter mitmachen, weder bei einem Social-Media-Auftritt noch für diesen Podcast hier.
Claudia Aber ich habe ein wunderbares Team und meine Kolleginnen von der Social Media Redaktion haben tatsächlich nicht nur Content kreiert für Instagram und für LinkedIn, sondern haben auch noch ein paar Sachen für diesen Podcast gemacht. Und dafür bin ich unendlich dankbar und ich hoffe, ihr freut euch auch, dass es noch ein paar mehr Einblicke gibt dank meinem Team.
Claudia Und der Dank geht raus an Julia Lauchs, an Anne-Sophie Diesner, an Barbara Frick, an Marlene Bethke und an Steffen Rath. Vielen Dank, dass ihr so toll diesen Social-Media-Auftritt begleitet habt und auch noch beim Podcast unterstützt habt. Und die Zukunfts-Claudia macht jetzt auch noch eine Runde weiter, denn die KollegInnen, die ich gerade genannt habe, die sind alle vom Projekt CoSight und ich glaube, die nächste Interviewpartnerin spricht auch vom Projekt.
Claudia Sie nennt aber nicht nochmal explizit, was das Projekt eigentlich ist. Deswegen mache ich das jetzt nochmal aus der Zukunft heraus. Und zwar heißt das Projekt COSIDE ausgesprochen einmal Co-Kreationen der Region systemisch und innovativ Transfer entwickeln. Und das ist das Projekt der Technikhochschule Köln, an dem unter anderem ich beteiligt bin, aber noch viele weitere ProfessurInnen und andere Forschende.
Claudia Hier entwickeln wir tatsächlich gemeinsam mit Menschen aus der Region aus den verschiedensten Bereichen Lösungen und Fragestellungen zur Klimawandelanpassung, die wir dann gemeinsam auch bearbeiten, umsetzen und beantworten wollen. Das heißt, wir leben quasi Forschung und Transfer gleichzeitig, genau in diesem Projekt und es passt natürlich, dass wir das eben im Modus eines Reallabors machen.
Claudia Und genau deshalb ist es auch so passend, dass wir diese Konferenz dieses Jahr ausrichten durften. Und damit würde ich jetzt erstmal weitergeben an die Kolleginnen aus dem Projekt, an Larissa und an meine Kollegin Julia, die die Fragen gestellt hat.
Larissa Müller Wer bist du und was sind deine Rollen hier auf der Konferenz? Ja, ich bin Larissa Müller. Ich bin Wissenschaftlerin an der TH Köln, also der Technischen Hochschule Köln. Ich habe mehrere Schwerpunkte. Das heißt, ich bin so ein bisschen so ein Chamäleon oder so eine Generalistin eigentlich im Projekt.
Larissa Müller Auf der einen Seite arbeite ich sehr, sehr eng mit der wissenschaftlichen Leitung des Projektes, Professor Farnay zusammen, Professor Valerie Farnay und darf in meinem Team drei Hauptfachbereiche verantworten. Das ist Virtual Reality, das ist die Wirkungsanalyse und das ist Co-Design und von Hause aus bin ich Sozialwissenschaftlerin und wäre wahrscheinlich am ehesten bei dem beheimatet in den Sozialwissenschaften und dem Co-Design.
Larissa Müller Und was ist deine Rolle hier auf der Konferenz? Genau, auf der Konferenz habe ich ganz viel mitgemacht, was das Programm anging. Und mit Programmen meinen wir eigentlich so die Ausgestaltung der Konferenz. Also wir haben ja irgendwann mal die Idee bekommen, so jetzt können wir das machen. Konferenz ist ja quasi eine Kooperation mit dem Netzwerk der Reallabore der Nachhaltigkeit.
Larissa Müller Und dann sind wir halt erstmal in Kontakt getreten und haben so überlegt, passen die Ideen zusammen, passt das, wollen die mit Co-Site zusammenarbeiten, können wir da gemeinsam was gestalten. Das heißt, es gab viel Koordination eben mit diesem Co-Kreis. Wie kann das aussehen? Wie viele Gäste planen wir ungefähr? Wo soll das sein?
Larissa Müller Was wollen wir für Formate anbieten? Und in diesem Prozess war ich von Anfang an bis jetzt eben zur Durchführung dann eben auch mit dabei. Und da waren dann auch so Sachen, dass wir gesagt haben, Na klar, wir wollen klassische Fachvorträge haben. Logisch ist es eine wissenschaftliche Konferenz. Es war dann aber auch Gedanken, wir wollen natürlich auch in die Gesellschaft reinwirken.
Larissa Müller Wie kriegen wir vielleicht auch zivilgesellschaftliche Akteure mit an Bord? Das ist aber gar nicht so einfach, weil wenn man die jetzt einlädt, dann brauchen die zwei Tage zum Beispiel Urlaub oder so. Und da sind dann schon die Grenzen auch dabei. Aber eigentlich ist das was, was wir mit überlegt haben, dann haben wir überlegt, naja, wir sind halt ein Projekt, was sehr viel auf ko-kreative Zusammenarbeit und transdisziplinäre Zusammenarbeit geht.
Larissa Müller Das heißt, wir können ja nicht nur klassische Fachvorträge, wo quasi Wissen von A nach B übertragen wird, machen, sondern es soll Austauschformate geben, es soll ko-kreative Workshops geben. Aber das ist so ein streitbares Argument, was man dann, ich meine, Wissenschaft besteht ja daraus auch aus Diskurs, dass dafür dann ein Raum ist, dass man einfach mal eine Aussage auch in den Raum wirft und mal guckt, wie die so wirkt.
Larissa Müller Und dann hatten wir auch dieses ganze Thema, was kann man an Rahmenprogramm auch machen für so eine Konferenz? Was ist sinnvoll? Wo sind wir eingebettet? Das ist so dieses Konzeption, da war ich mit drin. Und als das dann ungefähr stand, war dann so die Frage, wie gestalten wir die denn jetzt im Einzelnen? Also im Sinne von, wie heißen denn unsere Sessions?
Larissa Müller Was wollen wir ungefähr als Themen haben? Wie viel Beiträge braucht es da? Dann gab es ein Peer-Review-Verfahren im Grunde, wo wir quasi dann ja in der Wissenschafts-Community auch uns gegenseitig diese. Man schreibt ja so Abstracts von einer Konferenz und dann werden die begutachtet von der Community und dann haben wir halt geguckt.
Larissa Müller Weil natürlich ist das erste Merkmal die Qualität der Beiträge, passt das? Da war auch das ganze Co-Site-Team mit involviert, oder auch der Co-Kreis, also wie gesagt mehrere Wissenschaftlerinnen aus der Community, da waren wir mit drin und dann dieses... Ja, okay, jetzt haben wir die und die Beiträge und die sind eben qualitativ richtig gut und dann geht es eigentlich erst an die Ausgestaltung.
Larissa Müller Also dann ist aber schon ein halbes Jahr eigentlich rum. Und dann ist halt wirklich so dieses, okay, wie können denn jetzt die Sessions dann wirklich heißen? Also weil man hatte zwar Ideen, aber dann ist die Frage, wurde vielleicht zum Themenbereich irgendwie nur zwei Beiträge abgegeben? Ist ein anderer sehr gefragt?
Larissa Müller Könnte man den nochmal untergliedern in unterschiedliche Teilaspekte? Macht das Sinn? Weil es ja auch einen bestimmten Zeitgeist treffen soll und einen wissenschaftlichen Diskurs auch. Und gerade in unserer Reallaborforschung passiert ja unglaublich vieles ja total dynamisch. Also es ist ja nicht so langsam. Ich meine, es ist wahrscheinlich fast jeder Wissenschaftsbereich, aber es ist halt tatsächlich so, dass da nochmal ganz neue Methoden und so auch kommen.
Larissa Müller Und ja, dann war dieses Programm und dann war nochmal die Frage, wir haben ein Künstlerinnen-Duo, was quasi begleitet. Da ist natürlich dann auch so eine Absprache, dass so die Haltung zur Message. Der Konferenz passt und zu dem, was wir machen wollen, dass sich da keine Programmpunkte im Grunde widersprechen.
Larissa Müller Dann haben wir das Programm jetzt ungefähr, also muss man sich dann vorstellen, wie so ein Stundenplan, der entsteht. Da war ich dran beteiligt und dann gab es noch sowas, dass wir. Im Projekt entschieden haben oder auch mit dem Co-Kreis in der Konzeption der Konferenz, dass wir gesagt haben, wir würden gerne mit einem Diskurs starten, wir würden gerne mit einem Austausch starten, genau diesem Gedanken folgend, dass eben Diskurs auch Wissenschaft ist und unterschiedliche Meinungen auch eine Rolle spielen können.
Larissa Müller Und das heißt, wir haben uns dann entschieden, auch nochmal eine Podiumsdiskussion zu machen. Dann hatte ich die kleine feine Aufgabe, Podiumsdiskutantinnen, die passen, eben zu finden. Wir hatten uns so ein bisschen als Motto genommen, Transferlogiken und wie die eigentlich funktionieren. Das ist jetzt vielleicht so ein bisschen Buzzword-Bingo, aber im Grunde geht es darum, ko-kreative Projekte, so wie wir die Leben und Reallabore, die brauchen Zeit.
Larissa Müller Und im Moment geht der Trend eher dahin, das Wirtschaftswachstum von Deutschland voranzutreiben, brauchen wir eher Technologien, schnelle Lösungen. Und das widerspricht sich so ein bisschen, würde ich sagen. Oder weiß ich gar nicht, aber zumindest wollten wir davon unterschiedliche Vertreterinnen an einen Tisch kriegen.
Larissa Müller Und das ist aber in Zeiten der politischen Unsicherheiten, wie wir sie gerade haben und Diskurse gar nicht so einfach, da auch dann irgendwie Player, an den Tisch zu kriegen, die auch miteinander natürlich auch in einer wertschätzenden, respektvollen Haltung miteinander sprechen. Und dann brauchten wir noch eine passende Moderation dafür und so.
Larissa Müller Also es war so ein Dominostein nach dem nächsten und jetzt sind die zwei Tage fast rum. Ist auch unglaublich so ein bisschen. Ich glaube, das waren meine Hauptaufgaben. Einiges. Was ist für dich ein Reallabor? Spannende Frage. Ein Experimentierraum für ganz unterschiedliche Stakeholder, aus denen man wissenschaftliche Erkenntnisse zieht.
Larissa Müller Das wäre grob das, was ich darunter verstehen würde. Aber essenzieller Punkt ist diese Zusammenarbeit, dass auch Akteure, die sonst an der Wissenschaft quasi nicht beteiligt sind, an den Lösungen auch mitwirken. Das finde ich ganz essentiell. Cool. Kurz und knapp. Welche Idee steckt hinter dem Konferenzmotto Zurück in die Zukunft?
Larissa Müller Reallabore in Zeiten destruktiven Wandels. Ja, wir hatten so ein bisschen die Idee, dass sich ja. Doch gesellschaftlich und auch so, wenn man globalpolitisch guckt, wir haben ja sehr viele Krisen, die gerade sind, die parallel sind und die haben ja einen Einfluss auf die Leute, weil wir im Reallabor mit Menschen forschen, sind wir in diesem Kontext auch unterwegs.
Larissa Müller Und wir können als Reallaborforschung oder als Wissenschaftlerin, die mit Menschen arbeiten wollen, können wir das ja nicht außer Acht lassen. Das hat ja einen Einfluss. Und deshalb war so die Idee, diese Disruption, die gerade wir zumindest fühlen in vielen Bereichen, dass wir die mitdenken. Und mitdenken, was bedeutet das eigentlich dann für unseren Strang der Forschung?
Larissa Müller Müssen wir da spezielle Herangehensweisen, spezielle Arten? Es wird sensibler und so ist das entstanden. Und dann haben wir in so einem Gedankenspiel eigentlich mehrere Titel probiert und sind dann bei diesem Zurück in die Zukunft gelandet, weil es ist ja so ein bisschen so, dass wir bei manchen Sachen ein Rollback erleben, finde ich.
Larissa Müller Oder es wieder Sachen diskutiert werden, wo wir vielleicht dachten. Die sind schon mal abgehakt und die kommen wieder. Und dann war es halt einfach ein Wortspiel dann auch zu dem Filmtitel, so ungefähr. Weil wir wollen uns ja mit Zukunft auch beschäftigen als Reallaborforschung. Aber wir können das nicht machen, ohne diese Disruption, die stattfindet, zu beachten, weil die einfach Einfluss hat. Und gleichzeitig...
Larissa Müller Wollen wir aber auch die Zukunft gestalten. Deshalb ist es so ein bisschen so zurück in die Zukunft. Was wünschst du dir, mit der Konferenz in Wissenschaft und Gesellschaft anzustoßen? Boah, schwierige Frage. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr zivilgesellschaftliche Akteure auch vor Ort gehabt haben. Haben wir einige, aber ich glaube, das hätte noch mal mehr sein können.
Larissa Müller Idealerweise würde ich mir wünschen, dass die Zivilgesellschaft merkt, dass solche Konferenzen durchaus spannend wären für sie. Das ist so das eine und das andere ist dieses Thema, wir müssen uns ja als Reallaborforschende auch zu bestimmten Themen positionieren. Es gab im letzten Jahr ein Gesetzesvorhaben, da ging es eben um Regularien rund um die Reallaborforschung und ich würde mir schon wünschen, dass wir vielleicht auch.
Larissa Müller So eine gewisse Haltung mitnehmen und dieses Selbstbewusstsein aber auch zu sagen, ja wir sind in disruptiven Zeiten, Aber das ist eigentlich kein Widerspruch zu dem, dass wir Menschen mit einbeziehen wollen und Zivilgesellschaft. Ich würde es eher als Plädoyer dafür sehen und wahrscheinlich, wenn wir es vor ein paar Jahren schon angefangen hätten, zurück in die Zukunft mäßig, hätten wir vielleicht zumindest an manche Dingen größeren Pack an.
Larissa Müller Wir hätten vielleicht andere Sachen von Wirksamkeit, wie sich Menschen fühlen, wie sie sich gehört fühlen. Vielleicht könnte man, was wissenschaftliche Erkenntnisse angeht, dass man einfach auch nochmal präsent macht. Wissenschaft besteht auch daraus, wir forschen, wir kriegen auch schon mal Dinge nicht raus, Thesen werden auch schon mal widerlegt, das ist irgendwie Teil davon.
Larissa Müller Und so dieses, das finde ich ganz, ganz wichtig und eigentlich würde ich das gerne noch transparenter machen, wie Wissenschaft eigentlich auch funktioniert. Das wäre so das Idealbild tatsächlich. Cool.
Claudia Hier kommt wieder die Zukunfts-Claudia dazwischen und freut sich total, dass wir jetzt auch ein bisschen was darüber gelernt haben, wie man eigentlich so eine Konferenz organisiert. Dass das verdammt viel Arbeit ist, kann man sich ja wirklich gut vorstellen und dass dahinter sehr, sehr viel mehr steckt, als man vielleicht ursprünglich gedacht hat, ist glaube ich auch ganz normal, weil man ja natürlich neben dem üblichen Organisatorischen, woran man vielleicht denkt, von Kongressbändchen bis Verfliegung und Getränke und Räumlichkeiten und Brandschutz.
Claudia Auch an die ganzen wissenschaftlichen Dinge denken muss, eben an den Call, in dem man darum bittet, dass Leute sich beteiligen, die Formate sich auszudenken, den Zeitplan zu machen, die Qualitätsprüfung zu machen, andere einzuladen, WissenschaftlerInnen, die solche Prüfungen machen, Keynote-Speaker einzuladen und vieles, vieles mehr.
Claudia Ja, das ist ein bisschen anstrengend, aber es lohnt sich eben auch, wie man gehört hat und wie man vielleicht der Konferenz am Ende auch entnehmen kann. Jetzt wollten wir noch so ein bisschen weg von der Technischen Hochschule Köln und es gibt nämlich jetzt ein Interview und der Kollege, der jetzt hier gleich zu hören sein wird und der ein paar Fragen beantwortet, das ist der Kollege Markus Egermann.
Claudia Der ist der Leiter des Forschungsbereichs Transformative Kapazitäten am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Der kennt sich tatsächlich sehr gut mit verschiedensten Sachen aus, die alle mit Reallaboren natürlich zu tun haben. Also Raumentwicklungspolitik, sowohl auf europäischer Ebene als auch darunter.
Claudia Ja, so Planungssysteme, Stadt-Land-Partnerschaften, auf jeden Fall transformative Forschung und transdisziplinäre Forschung und eben Reallabore. Ja, und er ist schon, glaube ich, auch so lange wie ich jetzt schon in dieser Position, 2020 oder 2021. Hätte ich jetzt natürlich nochmal besser recherchieren müssen, aber er macht das auch schon eine Zeit lang in der Rolle, in der er jetzt ist.
Claudia Und er saß tatsächlich eingangs von der Konferenz auch auf dem Podium und hat mitdiskutiert. Und hier beantwortet er jetzt ein paar Fragen und vielleicht findet ihr die eine oder andere Frage wieder, die ich auch gestellt hätte.
Markus Egerman Was ist ein Reallabor? Ja. Ein Reallabor ist für mich idealerweise eine dauerhaft angelegte Forschungsinfrastruktur, bei der Wissenschaftler mit, Gesellschaft gemeinsam darüber nachdenken, wie Zukunft aussehen kann, gemeinsam Dinge erproben, erforschen, experimentieren, dabei scheitern, vor allen Dingen aber auch davon lernen.
Markus Egerman Es ist für mich auch ein physischer Ort, wo man hingehen kann, wo man sich trifft. Das ist für mich idealerweise ein Ort, wo man gemeinsam lernt, wo man unterschiedliche Meinungen aushält. Vielleicht sogar ein Ort, wo wir unsere Demokratie stärken, weil wir wieder lernen, gemeinsam miteinander um Lösungen zu ringen.
Markus Egerman Und es ist auch ein Ort, der Spaß machen darf. Cool, mega. Warum braucht es eine Reallaborkonferenz? Eine Reallaborkonferenz braucht es, um zu sehen, welche coolen Sachen da so in der Welt sind. Also da kriegt man dann mit, wo andere dran forschen, woran sie scheitern, worüber sie sich ärgern, was ihnen gelungen ist.
Markus Egerman Also erstmal für den Austausch, das ist klar. Man braucht die Konferenz, um Leute dafür zu interessieren und zu engagieren, was Reallabor-Forschung macht. Also auch hier war das ja wieder so, dass viele neue Leute dazugekommen sind. Es ist für mich auch eine Anschlussstelle an andere Teile der Gesellschaft, die gar nicht in der Forschung aktiv sind, um zu beschreiben, was wir da eigentlich machen.
Markus Egerman Man braucht die Reallabor-Konferenz, um dann vor Ort zu sein und zu sehen, was da jeweils passiert. Man braucht auch die Reallabor-Konferenz, um sich mal richtig gemeinsam zu ärgern, um nicht zu sagen auszukotzen, was alles so schiefgegangen ist. Also auch das ist ja heilsam. So sehen, die anderen haben dieselben Probleme, die haben dieselben Schwierigkeiten.
Markus Egerman Und man braucht die Reallabor-Konferenz, um gemeinsam zu feiern, was man so erreicht hat in den letzten zwei Jahren. Cool, perfekt. Danke dir. Was nimmst du mit von der Reallaborkonferenz? Boah, total vieles. Also das Erste, was ich mitnehme, ist eine beeindruckende Zahl von Reallaborenen-Experimenten, die ich vorher noch nicht kannte und über die ich ja gelernt habe.
Markus Egerman Ich nehme mit, dass es total viel engagierte Nachwuchsforschende gibt, teilweise noch Masterstudenten, aber auch Promoventen, die sich mit Herzblut engagieren in der Reallaborforschung. Ich bin ein Fan der TH Köln geworden in dieser Zeit. Das war mir vorher nicht so klar, eine technische Hochschule, wie cool hier Technologie, Kunst, Soziales zusammen gedacht wird und auch transdisziplinär gedacht wird. Das war mir einfach nicht klar. Das nehme ich mit.
Markus Egerman Aus dem Eröffnungspodium nehme ich mit, dass es doch immer noch sehr, sehr unterschiedliche, Perspektiven auf die Gesellschaft gibt und zumindest zu meiner Überraschung dann teilweise doch noch Riesengräben sind, Riesendistanzen zwischen dem, wie andere Menschen auf die Welt blicken, auf das, was wir gerade erleben und was vielleicht zukunftsfähig ist.
Markus Egerman Aus der heutigen Session nehme ich mit und nehme mir ganz fest vor, noch stärker mit Kunst- und Kulturschaffen zusammenzuarbeiten. Das ist immer wieder eine Inspiration. Also ich nehme ganz viel Inspiration mit aus dieser Konferenz, um selber Dinge in unseren Forschungsorten, das ist vor allen Dingen Dresden und Görlitz, aber auch woanders zu verbessern oder was anderes auszuprobieren.
Markus Egerman Das ist wahnsinnig inspirierend gewesen, was da heute Morgen auch passiert ist. Ja, das sind ja schon ganz schön viele Sachen, die ich mitnehme. Und natürlich viele neue Beziehungen, neue Bekanntschaften, Menschen, die man kennengelernt hat, aber auch bestehende Verbindungen, die wieder gestärkt wurden, weil man die Menschen immer wieder trifft.
Markus Egerman So, ich habe gesagt, es war vieles, aber es war eine lange Antwort. Ja, cool, aber ich habe schon voll die Bilder im Kopf, wo das perfekt zupasst. Okay, das freut mich. Danke dir, genau. Und was bringt die Zukunft? Genau, das war die ganz coole Frage. Was bringt die Zukunft? Die unmittelbare Zukunft bringt jetzt ein schönes Mittagessen, dann nochmal viel Arbeit am Nachmittag, heute Abend nochmal einen zusätzlichen Workshop mit Kolleginnen vom KIT.
Markus Egerman Morgen eine Heimreise und hoffentlich ein entspanntes Wochenende. Und als Kontrast dazu die ganz weite Zukunft. Also ich glaube, das wäre jetzt eine These. Was wir erleben werden, ist nochmal eine Steigerung unserer Moderne, was man so Hypomoderne nennt. Also wir werden das nochmal richtig auf die Spitze treiben mit diesem Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell aus dem letzten Jahrhundert, sage ich mal.
Markus Egerman Also insbesondere Deutschland und Europa ist auf dem besten Wege dahin. Das wird dann aus meiner Sicht so der letzte Versuch sein, nochmal an diesen Dingen festzuhalten und sich festzuklammern. Jetzt schon wissen, dass es nicht funktionieren kann. Dann kommt, zumindest nach Transformationstheorie, eine chaotische Phase von ganz viel Unsicherheit und tatsächlich auch mit Chaos beschrieben.
Markus Egerman Und dann kann daraus was Wundervolles Neues entstehen, was wir jetzt noch nicht kennen, was dann nach dieser Moderne folgt und da bin ich gespannt, wie das aussieht. Cool, danke dir.
Claudia Ja, das waren die letzten Interviewsekunden, die meine Kollegin und ich heute mitgebracht haben für diese Folge. Und ich hoffe, ihr habt so einen kleinen Einblick bekommen, nicht nur darin, wie so eine Konferenz, Und wie chaotisch vielleicht auch eine entsprechende Begleitung sowohl im Podcast als auch auf Social Media sein kann, sondern auch über die Inhalte, die hier passiert sind.
Claudia Und die Relevanz dieses Themas eben auch für Klimaforschung. Wir haben natürlich das Thema auf der Reallabor-Konferenz auch auf viele weitere Aspekte ausgeweitet. Darum geht es ja eben auch. Es geht um eine Konferenz zu Reallaboren und die gibt es eben auch zu anderen Themen. Aber ich finde es halt einfach wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, wie dieser Forschungsmodus funktioniert, eben weil er Öffentlichkeit mit einbezieht.
Claudia Das heißt, wahrscheinlich wird es auch bei euch in der Umgebung an Forschungseinrichtungen oder Universitäten oder Hochschulen Reallabore geben und Möglichkeiten, sich eben zu beteiligen. Und wenn ihr jetzt vielleicht auf solche Formate stoßt, könnt ihr damit ein bisschen mehr anfangen und habt auch schon mal ein bisschen mehr von der Sprache gehört, die Menschen verwenden, die in diesen Formaten unterwegs sind.
Claudia Lasst uns auf jeden Fall wissen, wie euch diese Folge gefallen hat. Sie war ja doch mal was ganz anderes und wir experimentieren ja auch manchmal gerne rum. Jedenfalls ich mache das ab und an gerne, aber vielleicht könnt ihr ein bisschen Feedback geben, ob ihr das gut fandet oder nicht. So viele Gelegenheiten zu solchen Formaten gibt es natürlich nicht immer, aber hier ist auf jeden Fall mal eine Möglichkeit, euch Einblicke direkt aus der Forschung mitzugeben und aus solchen Events.
Claudia Ja, schreibt auf jeden Fall an podcast.dasklima.fm, wenn ihr dazu etwas sagen wollt oder wenn ihr auch andere Themenwünsche oder ähnliches habt. Ihr findet natürlich wieder die Shownotes, wie immer auf der Webseite unter dasklima.fm. Da findet ihr auch nochmal die Links zu den Personen und zum Projekt und ihr könnt uns weiterhin wie immer abonnieren und dort auch kommentieren und bewerten.
Claudia Und weitererzählen, was wir hier so machen oder was wir im Projekt machen oder weitererzählen, was ein Reallabor ist. Das könnte ja vielleicht auch so ein schöner Funfact sein, den man auf einer Party weitergibt. Ja, okay, vielleicht ist das auch nur für mich relevant. Und was in der nächsten Folge passiert, kann ich tatsächlich nicht sagen.
Claudia Das habe ich jetzt gar nicht auf dem Schirm. Dafür bin ich zwar aus der Zukunft, aber nicht weit genug aus der Zukunft. Deshalb gebe ich jetzt ab und wir freuen uns auf euch in zwei Wochen. Tschüss.
Larissa Müller Ich sitze dir jetzt einfach so nicken gegenüber, weil ich gar nicht weiß, was Claudia damit machen will. Ich will dich nicht unterbrechen, aber es ist mega cool. Ich wollte die ganze Zeit so, ja, cool. Ja, ja, nee, ist gut. Ich habe überlegt, ob ich zu viel quatsche gerade. Ich glaube nicht. Also habe ich zu viel Material.