
Das Universum· Folge 154
DU154 - Wird künstliche Intelligenz die Astronomie zerstören?
Dienstag, 21. April 2026 · 1 h 26
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Und: War Paris-Roubaix besser als Artemis II?
DU154 - Wird künstliche Intelligenz die Astronomie zerstören?
Und: War Paris-Roubaix besser als Artemis II?
In Folge 154 diskutieren wir zuerst kurz darüber, ob Paris-Roubaix spannender war als Artemis II. Und dann geht es um die künstliche Intelligenz. Die wird auch in der Wissenschaft immer öfter eingesetzt, durchaus auch erfolgreich. Aber: Ist das gut oder sollten wir das lieber lassen? Und Evi hat sich einen trashigen Film aus den 1980er Jahren angeschaut, in der ein Roboter Amok läuft.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Phosphor auf Io
Auf dem Jupitermond Io wurde Phosphor nachgewiesen (derstandard.de/story/3000000316483/lebensbaust…). Das ist ein wichtiger Baustein für Leben und könnte unseren Blick auf die lebensfreundlichen Bedingungen der anderen Eismonde verändern.
Die ersten Sterne im Universum
Die Astronomie sucht nach Jahrzehnten nach den ersten Sternen, die im Universum entstanden sind. Bis jetzt erfolglos, aber das James-Webb-Teleskop hat jetzt sehr gute Hinweise (derstandard.de/story/3000000316348/moegliche-s…) gefunden.
Astrogeschichte: Zerstört künstliche Intelligenz die Astronomie?
Die Studierenden der Uni Arizona haben sich in einer Vorlesung mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Sie sollten LLMs nutzen, um eigene Forschungsarbeiten zu planen und durchzuführen. Was sie dabei gelernt haben, kann man in einem White Paper nachlesen (arxiv.org/abs/2603.25984). Zum Teil war die KI enorm hilfreich; zum Teil hat sie aber auch mehr Arbeit gemacht, als man ohne sie gehabt hätte. Und am Ende bleibt die Frage: Was verlieren wir und was verliert die Wissenschaft, wenn die Forschung nicht mehr von Menschen gemacht wird?
Auch lesenswert: Der Kommentar von Jens Foell zu KI (spektrum.de/kolumne/der-umgang-der-wissenschaf…). Und hier geht’s zum Podcast über Erdös und die KI (spektrum.de/podcast/paul-erdos-und-seine-fbi-a…).
Fragen aus der Hörerschaft
Marcus fragt: ”Warum sind die Bahnberechnungen für interplanetare Raumsonden korrekt, obwohl niemand einen Faktor für dunkle Materie einrechnet?”
Weil es wurscht ist!
Steffen will was über Artemis II wissen, nämlich: ”Warum tuckern die so langsam rum?”
Weil sie manchmal langsam sind und manchmal schnell, je nachdem
Science Frames: Saturn City
Evi hat sich “Saturn City” (imdb.com/de/title/tt0079285) angesehen. Ein schlechter Film, mit lauter Stars der 1980er und einem Killer-Roboter auf dem Saturnmond Thetys. Tja.
Veranstaltungen
Die nächste LIVE Podcastaufnahme von “Das Universum” wird es am 16. Juni 2026 geben. Infos und Tickets gibt es zeitnah beim Radiokulturhaus (radiokulturhaus.orf.at/programm).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Das nächste Mal am 3. Juni 2026 in der Kulisse Wien (imdb.com/de/title/tt12042730). Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).
Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Das nächste Mal in Wien (24.5) und dann in Westösterreich und München*. Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).
Ruth ist am 23.4.2026 in Bregenz und öffnet dort ihr Planetarium: Infos (kunsthaus-bregenz.at/kalender/details/2026-04-…).
Neue Bücher und Hörbücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).
Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.
Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung, die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Die Unterstützung von euch ist die einzige Einnahmequelle für uns.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr gerne diesen PayPal-Link verwenden (paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum). Oder uns bei Steady (steadyhq.com/de/dasuniversum) unterstützen. Und auch bei Patreon (patreon.com/dasuniversum).
Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).
Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!
Kontakt
Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.
Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.
Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)
Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).
Ansonsten findet …
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Florian Herzlich willkommen bei Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum sprechen. Mit Ruth und mit Florian. Was gibt es Neues im Universum? Fragt mich Holger immer, wenn wir den Podcast machen. Aber mir ist gerade nichts anderes eingefallen, aber ich habe gedacht, frage ich das nicht jetzt auch.
Ruth Das ist einfach Holgi Recycling. Das war ein guter Anfang. Hallo Holgi übrigens. Hört der uns zu wahrscheinlich nicht.
Florian Oder? Ich weiß nicht. Ich glaube, der hört keine Podcasts. Nein, der hört jede Menge Podcasts, aber ich glaube das nicht.
Ruth Sehr vernünftig, Holgi. Keine Podcasts. So wie ich. Ja, weiß ich nicht. Was gibt es Neues? Deine Folge. Hast du nichts vorbereitet.
Florian Oder was? Nein, ich habe da schon nichts vorbereitet.
Ruth Naja, es gibt schon ganz viel Neues.
Florian Oder?
Ruth Ganz viel Neues.
Florian Ja, ich saß noch bis vor einer halben Stunde im Zug.
Ruth Mit lauter Schulklassen, wie ich gehört habe.
Florian Genau. Davor war ich in Vöcklerbruck mit Science Pass unterwegs und davor waren andere Sachen. Also ich habe eine Folge vorbereitet, so ist es nicht, aber sie wird ein bisschen anders sein, müsst ihr dann hören. Eigentlich am liebsten würde ich eigentlich nur über das Radfahren reden, weil am Sonntag war das spektakulärste Radrennen aller Zeiten, das ich je gesehen habe. Da könnte ich eine ganze Stunde voll...
Ruth Aber du bist nicht mitgefahren?
Florian Nein, aber ich habe es im Fernsehen gesehen und das war schon aufregend und anstrengend genug. Also da war ich schon fertig danach.
Ruth So richtig verstehen tue ich das Zuschauen beim Sport irgendwie nicht wirklich.
Florian Ja, es kommt darauf an.
Ruth Also schon ein bisschen, ein bisschen schon. Aber dieses so richtig reinkippen, wenn man nur zuschaut.
Florian Wenn man den Sport selbst auch ausübt, dann ist es mal prinzipiell was anderes.
Ruth Vielleicht übe ich zu wenig Sport aus.
Florian Und wenn man halt dann noch emotional irgendwie investiert ist und es dann auch so ein Rennen ist wie das letzten Sonntag, das bringt ja alles nichts, weil du kennst dich eh nicht aus, du kannst ja eh nichts erklären.
Ruth Aber ich habe einmal eine Tour de France-Etappe gesehen. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, warum und weshalb. Aber ich weiß noch, dass mich das schon auch emotional beeindruckt hat und dass ich obdessen sehr überrascht war, weil ich mir auch gedacht habe, so, oh, aha, ich kann das doch verstehen, dass einer das so mitnimmt und aufregt und so weiter.
Florian Das ist der erste Einblick. Ich habe lange Jahre gebraucht, bis ich den Sport richtig verstanden habe, weil das ist ja nicht einfach nur, die fahren alle los und schauen, wer am schnellsten ist. Es ist ein Mannschaftssport, der aber von Individuen gewonnen wird und wo in einem Rennen fünf Wettbewerbe auf einmal stattfinden.
Florian Und es ist so komplex. Ich verstehe immer noch jedes Mal neue Sachen, wenn ich mir die anschaue. Und das Rennen jetzt am Wochenende. Ja, also alle, die auch Radsport interessiert sind, werden wissen, warum es so spektakulär begeistert war und so emotional war am Ende. Und alle, die nicht Radsport begeistert sind, denen ist eh wurscht.
Florian Also brauche ich es eh nicht erklären.
Ruth Ja, aber okay, jetzt mal eine ernsthafte Frage. Ich glaube, ich kenne die Antwort schon. War es aufregender, als das große Rennen im Weltraum, das stattgefunden hat seit dem letzten Mal?
Florian Es ist eine schwierige Frage. Ich glaube, das sind zwei Kategorien, die man nicht gut vergleichen kann.
Ruth War es emotional aufregender für dich, das Radrennen, als die Mondumrundung?
Florian Ja, in dem Fall schon, weil das Radrennen Paris-Roubaix, das ist übrigens für die, die sich das fragen, habe ich von Anfang bis Ende geschaut und Artemis immer nur so mal zwischendurch, weil du redest ja von der Artemis-II-Mission, die erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Astronautinnen und Astronauten haben den Mond umrundet und sind wieder sicher auf der Erde gelandet.
Florian Das wird natürlich auch spannend und aufregend und emotional, aber halt auf eine andere Art, weil es nicht so zeitlich gedrängt war.
Ruth Wie, was heißt nicht so zeitlich gedrängt? Die Dinge haben wir ja auch oft auf Sekunden genau abgestimmt zum Schluss vor allem.
Florian Aber erstens war es in der Nacht, da habe ich geschlafen, wo das stattgefunden hat, die relevanten Sachen. Und zweitens war es halt etwas, was sich da über acht Tage gezogen hat. Und es sind, wie gesagt, vollkommen unterschiedliche Kategorien.
Ruth Du meinst zeitlich gedrängt, das hat halt länger gedauert, bis es fertig war. Ja, das stimmt.
Florian Aber ich wollte gar nicht über Artemis II reden, weil ich habe gedacht, das ist etwas... Abgesehen davon, dass wir jetzt erwähnen, sie haben es geschafft, ist es was, wenn man da wirklich mal drüber reden wollen würde, dann sollte man das ausführlich tun und wirklich genau analysieren, was da genau passiert ist, warum das jetzt sinnvoll war oder ob es überhaupt sinnvoll war oder ob es eh nur eine Kopie von Apollo 8 war, man sich das sparen hätte können und so weiter.
Florian Das behaupte ich jetzt nicht, aber das kann man halt alles sich mal entsprechend untersuchen, was da jetzt genau anders war. Das hätte ich mal für eine spätere Folge aufgehoben oder an dich verwiesen, weil du bist ja die Expertin.
Ruth Ich kann sagen, du hättest das aufgehoben, du hättest das mir, oder Raumfahrtexpertin. Ich habe keine Ahnung von Raumfahrten.
Florian Ja, aber du machst halt die Themen hier in der Folge. Aber das wäre doch eine schöne Idee, das könntest du doch machen. Erstens mal haben wir jetzt ja Zeit, also bis Artemis 3 kommt, dauert es ja noch ein bisschen, da müssen wir uns jetzt nicht hetzen. Und Artemis 2 könntest du wirklich so mal in der Weihnachtszeit aufarbeiten.
Florian Ich habe es ja vorhin mit einem Scherz gesagt, aber Artemis 2 war ja im Wesentlichen tatsächlich eine Version, eine Variante, eine Kopie, ein weiterschreibender Apollo 8 Vision.
Ruth Das stimmt überhaupt nicht, so ein Blödsinn.
Florian Das kannst du dann gleich in der Folge ausarbeiten, aber damals war es ja auch das erste Mal, dass Astronauten mit Apollo um den Mond herum geflogen sind, bevor sie gelandet sind. Und Artemis II sind jetzt auch um den Mond herum geflogen, bevor sie dann landen werden. Und Apollo 8 war ja die berühmte Mission, wo sie dann auch diese Weihnachtsansprache aus dem Weltall gehalten haben und aus der Bibel zitiert haben und so weiter.
Florian Und darüber haben wir gemacht, das wäre ein schöner Andersmiss, bis dahin mal Artemis 2 aufzuarbeiten und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Apollo 8 und zur Apollo-Mission darzustellen.
Ruth Na schau, vielleicht wenn ich am Schiff bin und ganz viel Zeit habe.
Florian Kann ich es aufarbeiten. Genau, darum wollte ich jetzt irgendwie Artemis 2 nicht im Detail besprechen, weil ihr habt das ja eh alle mitverfolgt und wir könnten da jetzt spontan nicht mehr erzählen, als ihr alle im Fernsehen gesehen hättet. Das heißt, das machen wir dann immer mal ausführlicher unterhalten.
Florian Ich habe mir für den Anfang zwei andere Themen rausgesucht, bevor wir dann zu dem Spezialthema kommen. Also zwei kurze Nachrichten über neue spektakuläre Entdeckungen. Die Uni Graz hat was entdeckt im Weltall. Nicht die Uni Graz, Entschuldigung, das Institut für Weltraumforschung in Graz, der Akademie der Wissenschaften.
Florian Das ist nicht die Uni, das ist ein anderes Institut, aber auch in Graz, in Österreich. Und die haben etwas entdeckt, und zwar indem sie Daten der Raumsonde Galileo ausgewertet haben. Hast du eine Ahnung, was sie da gefunden haben könnten oder wo?
Ruth Wie, wo, was, wo? Wo, im Büro, am Computer?
Florian Die Raumsunde Galileo ist ja schon lange nicht mehr aktiv. Die ist ja schon längst in Pension.
Ruth Geht es um einen Jupitermond?
Florian Ganz genau, weil das war der Job, den Galileo gehabt hat. Jupiter und Jupitermonde anschauen.
Ruth Jetzt habe ich verstanden, was du mit wo gemeint hast.
Florian Die haben die Daten angeschaut und mit neuen Methoden ausgewertet. So wie man es oft macht in der Wissenschaft, alte Daten sind nie alte Daten. Man kann, wenn man schlau ist, immer noch was Neues rauskriegen aus alten Daten. Und sie haben sich Daten angeschaut, die Galileo bei Vorbeiflügen des Jupiter-Mondes Io gemacht hat, den ich immer gerne Io nenne. Io, yes.
Florian Und den kennen wir ja diesen Mond als den Vulkan-Mond. Also das ist der vulkanisch aktivste Himmelskörper im Sonnensystem, der wirklich voll ist mit Vulkanen, auch voll Schwefel. Also wenn man den anschaut, Bilder davon, dann sieht man so eine gelb-bräunliche Welt, weil da halt so viel Schwefel rumfliegt.
Florian Und das ist eh okay, dass da Schwefel ist, das hat man schon gewusst. Aber was man jetzt gefunden hat, was die Leute vom IWF in Graz gefunden haben, ist Phosphor. Und Phosphor ist interessant. Also erstmal kurz, wie haben sie es gefunden und warum haben sie es neu gemacht?
Ruth Warum hat man es bis jetzt noch nicht gefunden in den alten Daten, wie du gesagt hast?
Florian Die haben jetzt keine so Massenspektroskope mitgehabt, wo du halt irgendwie einmal durchflickst und dann kriegst du eine Liste raus, die Elemente sind drin, sondern die haben das indirekt gemacht. Also sie haben kein Teilchenmessinstrument verwendet oder benutzt, weil kein Star war, sondern das Magnetometer verwendet. Weil wenn du zu Jupiter fliegst, wie Galileo, untersuchst du natürlich auch das Magnetfeld.
Florian Das ist ja etwas, was bei Jupiter sehr, sehr wichtig ist und sehr, sehr ausgeprägt ist. Und die Monde bewegen sich zum Teil durch dieses Magnetfeld des Jupiters durch. Und die haben das Magnetometer verwendet. Und zwar folgendermaßen. Io, der schmeißt ja mit seinen Vulkanen auch jede Menge Zeug über die Atmosphäre, sofern Io sowas hat, hinaus.
Florian Und die ganzen Teilchen entweichen dort. Können dann, wenn sie dann durch die UV-Strahlung der Sonne entsprechend ionisiert werden, also elektrisch geladen sind, mit dem Magnetfeld interagieren. Das heißt, die kreiseln dann so durch diese Magnetfeldlinien und geben dabei elektromagnetische Strahlung ab.
Florian Und die Details lasse ich jetzt weg, aber im Wesentlichen kann man aus der Art und Weise, wie diese Teilchen elektromagnetische Strahlung im Magnetfeld abgeben, herausfinden, welche Teilchen das sind. Und in dem Fall haben sie Phosphor gefunden. Und Phosphor ist interessant.
Ruth Weil… Geht es da schon wieder um Lebensbausteine und den ganzen Hallo?
Florian Natürlich, ja. Weil Phosphor ist ein Element, das zu den Grundbausteinen des Lebens gehört. Nach allem, was wir bis jetzt wissen, braucht Leben zwingend Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel und Phosphor. Ohne das gibt es kein Leben. Und Phosphor ist von diesen sechs Elementen das seltenste im Sonnensystem.
Florian Und deswegen ist es interessant, dass es da ist, sondern auch, wo es hingeht. Ja. Io werden wir eher kaum Leben finden. Also weiß man nicht, aber eher nicht. Viel versprechender sind die anderen großen Monde von Jupiter, also Europa. Gar nicht mit Callisto, die mit den Eisozeanen drunter. Da gibt es ja flüssiges Wasser.
Ruth Und Io haut das Zeug raus und dann wird es von den anderen Monden quasi aufgesammelt, von Europa zum Beispiel. Und dann ist es dort auf dem Eis und dann tut es sich irgendwie durch diesen Kreislauf, der da ist, da irgendwie vermischen, hineinmischen. Und so ist in Europa, im Ozean, dann auch Phosphor drin.
Florian Oder, wie es Helmut Lammer, Mitautor der Studie, ausdrückt, das könnte wichtige Einblicke in die potenzielle Lebensfreundlichkeit der benachbarten Eismonde Europa Ganymede und Callisto liefern.
Ruth Na schau. Hat jetzt eher vielleicht irgendwie kompakter formuliert als ich, aber...
Florian Kenne ich übrigens persönlich. Helmut Lammer fällt mir gerade ein. Mit dem habe ich früher mal zu tun gehabt.
Ruth Mir kommt der Name auch gerade bekannt vor.
Florian Also ist interessant, dass man das jetzt erst mal mit diesen alten Daten... Also das war beim Nachgang Leo Ende 90er, Anfang 2000er, dass man da schon was rausgekriegt hat. Und wir haben ja neue, wir haben ja neue Sonden dort. Juice von der ESA wird ankommen, Europa Clipper, der NASA wird ankommen dort.
Florian Das heißt, wir haben dann neue Sonden, die dann genauer hinschauen und dann wissen wir jetzt schon, wo sie hinschauen können.
Ruth Zuerst mal Mondlandung, dann Semmering Tunnel und dann Ankunft Juice und Europa Clipper. 2030, ne?
Florian Ja, ungefähr so. Das habe ich gerade eingeteilt. Und dann haben wir noch, und das ist auch schon in unserer Telegram-Gruppe diskutiert worden, wie es bei fast allen relevanten astronomischen Nachrichten passiert. Du hast auch mitdiskutiert. Ein Artikel, der natürlich, also der wissenschaftliche Fachartikel nicht, aber der populärwissenschaftliche in der Tageszeitung, den ich jetzt hier zitiere, der beginnt mit den Worten, es werde Licht.
Florian Du kannst dir sicher schon denken, welche Forschung es da geht.
Ruth The first ever stars in the universe.
Florian Genau, eine der großen offenen Fragen der Astronomie, die Suche nach den allerersten Sternen. Wir wissen, Universum ist entstanden, dann war das Universum voll mit Wasserstoff und Helium, weil mehr Zeug gab es nicht nach der Entstehung des Universums. Und aus Wasserstoff und Helium sind Sterne entstanden. Die Sterne haben das gemacht, was Sterne machen, nämlich vor sich hin leuchten und in ihrem Inneren per Kernfusion weitere chemische Elemente erzeugen. Und das haben die gemacht.
Florian Und dann ist in deren Inneren halt so Zeug entstanden wie Kohlenstoff und Sauerstoff und so weiter und der ganze Rest. Und dann sind die Sterne gestorben bei einer Supernova-Explosion und haben das ganze Klump hinaus ins Weltall gepustet in die noch vorhandenen restlichen Wasserstoff- und Heliumwolken.
Florian Und dann sind neue Sterne der zweiten Generation entstanden. Und da war schon Wasserstoff, Helium und anderes Zeug drin. Und dann sind Sterne der dritten Generation entstanden. Und die dritte Generation, das sind wir, die Sonne, ist ein Stern der dritten Generation. Wir haben auch schon Sterne der zweiten Generation gefunden.
Florian Was wir noch nicht gefunden haben, sind Sterne der allerersten Generation. Die Sterne, die eben tatsächlich außer Wasserstoff und Helium keine anderen Elemente enthalten. Die allerersten Sterne im Universum. Und es ist auch nicht überraschend, dass man die nicht so leicht findet, weil, wie gesagt, die sind sehr, sehr alt oder langweilig.
Florian Jung, je nachdem, von welcher Richtung man schaut, aber sie sind auf jeden Fall lang her. Und es müssen auch aus diversen Gründen, die ich jetzt nicht im Detail erklären will, hat was damit zu tun, dass da eben nur Wasserstoff und Helium drin war und keine anderen chemischen Elemente. Sie sind deswegen erstens sehr, sehr groß gewesen, vermutlich sehr viel größer als die Sterne heutzutage sind und deswegen auch sehr viel kurzlebiger gewesen als Sterne heutzutage. Das heißt, die sind nicht nur lang her, sondern da, wo sie waren, hat es auch kaum gegeben. Dann waren sie gleich wieder weg.
Florian Also schwer zu finden. Aber James Webb hat jetzt Aufnahmen gemacht. Hat die schon länger Aufnahmen gemacht, aber James Webb kann ja auch weit zurückschauen mit seinen tollen, großen, goldenen Augen und hat dort, welcher Galaxie war das, irgendein Abel, irgendwas, Dingsy, also ja, so alter Galaxienhaufen und hat dort jetzt Daten gesammelt.
Florian Die können keine einzelnen Sterne beobachten. Das geht natürlich nicht. Also so gut ist nicht mal James Webb. Aber man kann halt Sterngruppen, Sternhaufen, Galaxien und so weiter beobachten und hat festgestellt, ein Objekt namens Hebe, und ich habe jetzt die mythologische Namenswahl nicht genau recherchiert, warum das Ding Hebe heißt, aber ich glaube Hebe war auch irgendwie, die Göttin der Jugend war das schon.
Florian Na gut, das passt ja. Die Göttin der Jugend in der griechischen Mythologie Hebe und da hat man eben eine so eine Region gefunden.
Ruth Genau, es war ein Klumpen um eine andere Galaxie herum.
Florian Irgendwie sowas, ja.
Ruth Und diese andere Galaxie ist Goods North Z11, über die haben wir auch schon eine eigene Folge gemacht.
Florian Genau, GNZ11, ja auch eine von den ältesten Galaxien und so weiter.
Ruth Die schwersten, größten Galaxien im ganz frühen Universum, die wir kennen.
Florian Genau, daneben liegt eben dieses Hebedings und da hat man jetzt geschaut und hat gesehen, da ist Wasserstoff drin, da ist Helium drin und sonst hat man nichts gefunden. Also wirklich nichts. Muss nicht heißen, dass nichts da ist. Man hat immer Messungenauigkeiten, aber mit der bestmöglichen Datensammeltechnik, die wir haben mit dem Teleskop, hat man nichts gefunden.
Florian Und deswegen sagen die Autorinnen und Autoren, Hebe ist einer der überzeugendsten Belege für Sterne der Population 3 im frühen Universum. Also wir haben immer schon wieder mal sehr, sehr alte Sterne gefunden oder Sterne, die weit weg sind, also Sterne aus dem sehr, sehr frühen Universum, die sehr, sehr wenig andere chemische Elemente enthalten haben, aber eben andere chemische Elemente enthalten haben und damit keine allerersten Sterne gewesen sein können.
Florian Und jetzt haben wir das erste Mal Sterne gefunden, wo wir bis jetzt tatsächlich keine schwereren Elemente als Wasserstoff und Helium nachweisen konnten. Das ist kein endgültiger Beweis, dass wir, Population, drei Sterne, wie es heißt, diese erste Generation gefunden haben, aber zumindest schon mal besser als alles, was wir bisher hatten.
Ruth Ich würde sagen, es ist noch ein bisschen weniger, weil wir haben die Strahlung gefunden, die möglicherweise oder wahrscheinlich von diesen Sternen erzeugt wurde. Oder wir haben gefunden, was die Strahlung dieser Sterne macht, nämlich dieses Heliumionisieren und so weiter. Und die wahrscheinlichste Erklärung ist da, dass diese Sterne da sind.
Ruth Aber naja, also es ist noch ein Stück weit davon entfernt vom Beweis.
Florian Ja, noch weit entfernt vom Beweis, aber wie gesagt, wir arbeiten uns langsam vor und so einfach ist es ja nicht, diese Dinge zu finden.
Ruth Aber es ist krass, dass James Webb das überhaupt sehen kann natürlich, dass quasi einen Blob an Material um eine andere Galaxie herum vor 13 Milliarden Jahren. Also das ist schon einfach arg, diese Präzision und diese Auflösung und dass das überhaupt geht, wie immer, sind die Methoden da schon wieder mal aufregender eigentlich als die Ergebnisse.
Florian Ja, wir werden mal abwarten, was aus dieser Arbeit wird, ob es noch neue Daten gibt und dann werden wir das sicherlich auch nochmal im Detail erzählen, weil das habe ich jetzt alles nur sehr, sehr kurz zusammengefasst, was da genau gemacht worden ist. Also da war schon sehr viel mehr involviert und da steckt auch noch sehr viel mehr andere Forschungsarbeit davor und dahinter.
Florian Also auch das kann man mal, sollten wir mal ausführlich machen. Da machen wir vielleicht mal ein Spezial über die Population drei Sterne, also die Suche nach den ersten Sternen. Da kann man ja sehr, sehr viel erzählen drüber.
Ruth Also das heißt, wir haben eine Artemis-Spezialfolge und eine Population 3-Spezialfolge vor uns.
Florian Ja, wir haben noch ganz viele Folgen vor uns, wenn wir nicht aufhören.
Ruth Oh Gott.
Florian Also da gibt es noch sehr viel zu erzählen, aber das waren so die wichtigsten Nachrichten, die wir gehabt haben. Wie gesagt, ich war in den letzten Tagen sehr viel unterwegs und habe kaum Nachrichten gelesen. Darum habe ich mir jetzt heute einfach nochmal geschaut, was steht so gerade ganz vorne in den Astronachrichten und gibt es da was, was man kurz kommentieren kann, weil ansonsten in den Medien hat eigentlich eh nur Artemis stattgefunden.
Florian Artemis Crew gelandet, Artemis kehrt zurück. Die NASA will 228 mit Atomantrieb zum Mars. Ach, schauen. Gut, das habe ich doch nicht gelesen.
Ruth Hui, na ja. Schauen wir mal. Also danach. Post 2028.
Florian Ein SR-1 Freedom Raumschiff.
Ruth Ja, genau. Ja, klar. Man muss die Dinge irgendwie halt auch so nennen. Space Reactor One.
Florian Also, dass die NASA in zwei Jahren mit Atomraketen auf dem Mars landet, sehe ich nicht, aber vielleicht sehen wir es, wir werden es sehen.
Ruth Wir werden es sehen, wenn wir es sehen werden, werden wir es sehen.
Florian Ich höre jetzt auf, live hier die Zeitung vorzulesen, weil so wollen wir die Folge auch nicht machen, ein bisschen Anspruch haben wir dann schon.
Ruth So dedicated seid ihr auch nicht, dass ihr uns dabei zuhört, wenn wir die Zeitung lesen. Hast du noch ein Thema?
Florian Nein, ich habe jetzt kein Einleitungsthema mehr, sondern würde jetzt zum Hauptthema übergehen.
Ruth Ah, sehr gut. Okay, yes, bring it on.
Florian Das Hauptthema ist jetzt kein Thema, wie wir es sonst haben. Es ist auch eine wissenschaftliche Veröffentlichung, aber wenn man so will, jetzt keine beinharte mathematische naturwissenschaftliche Forschung, sondern eher so ein Diskussionsanstoß, ein Meinungsbeitrag. Wir müssen weg von diesem Wissenschaftsdings, Ruder, müssen hin zu dem meinungsstarken Podcast, damit wir auch in die Sperren von Richard David Precht und Markus Lanz usw. vordringen, wo einfach nur gequatscht wird.
Ruth Ich glaube, mit Meinungsstack kann ich dienen.
Florian Wo einfach nur gequatscht wird, anstatt ständig über Wissenschaft zu reden, weil sonst wird da nie was aus dem Podcast.
Ruth Ja, das wird vor allem nicht nur einfach nur gequatscht, sondern man muss schon quatschen mit der Prämisse, sich selbst wahnsinnig geil zu finden und sich selbst auch wahnsinnig gern beim Reden zuzuhören.
Florian Genau, genau.
Ruth Das sind die zwei ganz wichtigen Punkte. Da müssen wir noch ein bisschen üben, glaube ich.
Florian Nein, also was ich eigentlich sagen will, Ich habe jetzt nicht eine Arbeit rausgesucht, so wie die, die ich jetzt gerade vorgestellt habe. Es ist auch keine Arbeit, die in einer Fachzeitschrift veröffentlicht worden ist, sondern ein sogenanntes White Paper. Also Leute haben halt was gemacht, was im Wesentlichen so ist wie wissenschaftliche Forschung.
Florian Sie haben es halt einfach nur so veröffentlicht, einfach so, ohne das irgendwo an eine entsprechende Fachzeitschrift zu schicken. Und es wird klar, warum das so ist, wenn ich erzähle, worum es geht. Wenn ich jetzt spektakulär sein wollen würde, würde ich sagen, es geht um die Zukunft der Astronomie. Es geht um die Zukunft der Wissenschaft, vielleicht sogar um die Zukunft der Menschheit.
Ruth Na bitte, mal ein ordentliches Thema.
Florian Wenn ich seriös sein wollen würde, würde ich sagen, es geht um etwas, was die Uni Arizona mit sieben Doktoranden und Doktorandinnen gemacht hat. Und die Frage ist eine Frage, die tatsächlich relevant ist und sehr relevant ist und immer relevanter werden wird, nämlich was treibt die Wissenschaft, in dem Fall die Astronomie?
Florian Der künstlichen Intelligenz. Wie beeinflusst jetzt nicht die künstliche Intelligenz im Speziellen die Forschung, weil da wurden ja auch schon früher entsprechende oder speziellere maschinelle Lernmethoden und andere Sachen eingesetzt in der Wissenschaft, das ist ja normal, sondern es geht um das, was vermutlich alle, die hier zuhören, immer wieder auch machen, nämlich irgendwie JGPT oder andere Large Language Models, wie Claude oder wie heißen die anderen, oder Gemini und Opus, die macht man auf mittlerweile und tippt jeden Tag irgendwas rein und benutzen die für was auch immer.
Florian Und natürlich machen das auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Und die Frage ist jetzt, Kann die Wissenschaft mit denen was Sinnvolles anstellen? Sollte die Wissenschaft mit denen irgendwas anstellen? Oder ist es eher schlecht? Und wohin führt das? Und können die irgendwas? Und das ist ein Thema, das in letzter Zeit immer relevanter wird.
Florian Erstens, weil diese KI-Dings immer, ich sage nicht relevanter werden, sie werden relevanter, aber sie werden auch immer penetranter. Also kannst du nichts mehr aufmachen, ohne dass dir irgendwo die KI mit reingedrückt wird. Und natürlich hat das Einfluss auf die Wissenschaft. Ich weiß nicht, ob du zum Beispiel auf dem Laufenden bist, was die mathematischen Probleme des Paul Erdsch angeht.
Ruth Eher weniger jetzt gerade, ganz spontan. Ich weiß zumindest, dass es eine Zahl gibt, die nach dem Herrn Erdsch benannt ist.
Florian Ja, es gibt ganz viele. Da war Paul Erderschweiler der bedeutendsten Mathematiker des letzten Jahrhunderts. Und der hat nicht nur sehr viel Mathematik gemacht, sondern er hat auch sehr, sehr viele Probleme gestellt. Also es war so ein Sport von ihm. Er hat gesagt, hier, da ist eine Frage, da habe ich keine Ahnung mehr drauf.
Florian Wer sie löst, kriegt 50 Dollar oder irgendwie sowas. Also er hat eine Liste mit ungelösten Problemen. Und da haben sie jetzt vor kurzem, oder eh schon länger, diverse KIs darauf angesetzt. Und ich erkläre das nicht im Detail, weil es eigentlich nicht die Geschichte ist, Aber ich verlinke eine Folge des Spectrum-Podcasts, wo Manon Bischoff von Spectrum der Wissenschaft und ihre Kolleginnen das ausführlich erklärt haben.
Florian Die haben jetzt KI angesetzt, um diese Probleme zu lösen. Wenn ihr es richtig in Erinnerung habt, zuerst hat mal der KI gesagt, da hier, löst das mal. Dann hat die KI was gemacht und hat mindestens ein Problem gelöst. Dann haben sie das Problem, also die Lösung der einen KI in eine andere KI gegeben.
Florian Diese andere KI hat diese Lösung in eine formale Sprache übersetzt. Also es gibt so Beweisprüfer in der Mathematik. Die haben nichts mit KI zu tun. Das sind einfach Computerprogramme, die man mit einer speziellen Programmiersprache füttern muss. Und du musst ein mathematisches Problem oder einen mathematischen Beweis in diese Programmiersprache übersetzen.
Florian Und dann kann dir dieser Beweisprüfer verlässlich sagen, hast du einen Fehler gemacht bei dem Beweis oder nicht?
Ruth Ah, cool.
Florian Und dann haben sie wieder mit KI diesen Beweis noch ein bisschen optimiert und wieder in normale Sprache zurück übersetzen lassen und ein Paper draus schreiben lassen. So haben sie jetzt schon ein paar von diesen Erdurch-Problemen gelöst. Man muss dazu sagen, es ist nicht ganz klar, was das jetzt heißt, ob die KI jetzt Mathematik kann oder nicht, sondern das sind halt Probleme, die hat vermutlich vor allem deswegen niemand gelöst bis jetzt, weil es wurscht war.
Florian Also es war jetzt nicht so, dass es die großen offenen Fragen waren, die die Mathematik voranbringen, die die Mathematik unbedingt wissen muss. Nicht sowas wie die Riemann-Vermutung oder sowas, sondern es waren einfach so Zahlprobleme, die dem Erdnisch irgendwann eingefallen sind. Wenn es wirklich wichtig gewesen wäre, hätten sie sich vielleicht damit beschäftigt, die Mathematikerinnen und Mathematiker, haben sie aber nicht.
Florian Und ja, die KI hat da jetzt halt was rausgekriegt. Also es ist noch schwer einzuschätzen, was das heißt, aber es ist auf jeden Fall klar, in diesem Fall hat die KI Beiträge zur Wissenschaft geleistet, die Menschen nicht geleistet haben. Wir wissen nicht, wenn die Menschen sich angestrengt hätten, hätten sie das vielleicht auch rausgekriegt, weiß man nicht, aber haben es halt nicht.
Florian Den Menschen war es wurscht, aber die KI hat es gemacht. Das ist etwas, was in der Wissenschaft immer passiert. Öfter vorkommt, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der KI helfen lassen. Jetzt nicht nur im Sinne von, fassen wir das Paper zusammen oder irgendwie sowas, sondern wirklich auch bei der Forschung selbst.
Florian Also so wie du oder ich zu unserer Zeit mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen haben, diskutiert haben, um unsere wissenschaftlichen Projekte, Fragestellungen irgendwie zu ventilieren oder auf neue Gedanken zu kommen und sowas zu machen, ist auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der KI. Und die Frage ist, ist das gut? Soll man das machen? Ich verlinke Ihnen schon noch einen anderen aktuellen Artikel, den ich sehr, sehr interessant finde.
Florian Den hat Jens Völl geschrieben, den kennen vielleicht auch einige. Der hat auch wunderschöne populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, arbeitet bei Mai Tinian Kim im Redaktionsteam mit, hat auch sehr, sehr interessante Dinge, die er immer auf Blue Sky schreibt, also kompetenter Mann. Und der hat da einen Kommentar geschrieben mit dem sprechenden Titel Der Umgang der Wissenschaft mit KI-Tools ist verantwortungslos.
Florian Ich weiß nicht, wie intensiv du dich mit JetGPT und Co. auseinandersetzt oder sie verwendest.
Ruth Sehr wenig. Ich ärgere mich immer, wenn man auf Google was eintippt, dass dann der bescheuerte Text kommt. Das ist irgendwie so, ah, gib mir einfach die Links.
Florian Ja, definitiv.
Ruth Das interessiert der Text nicht.
Florian Da bist du schon sehr, sehr oldschool unterwegs, Weil ich kenne mittlerweile auch in meinem engeren, bekannten Kreis Menschen, die nehmen kein Google mehr. Man wird direkt die KI gefragt.
Ruth Ja, aber das ist ja im Endeffekt...
Florian Selbst so Dinge wie, ich muss von A nach B. Wie komme ich da hin? Wann hat das Geschäft offen oder sonst was?
Ruth Ja, aber man weiß ja nie, ob das stimmt. Man muss ja immer nachschauen. Man muss ja immer überprüfen, ob der Scheiß stimmt. Das ist ja überhaupt kein Shortcut im Endeffekt.
Florian Nein. Es ist dann ein wunderbarer Shortcut, wenn du halt nicht überprüfst, ob das stimmt.
Ruth Ja, aber dann weiß man halt nicht, ob es stimmt.
Florian Ja, super.
Ruth Kann ich mir selber ausdenken, wann das Geschäft offen hat, oder?
Florian Die Leute, die das nutzen, die nutzen das halt so, die prüfen. Für die ist das, was stimmt, weil die KI weiß das, ja? Also brauche ich nicht prüfen. Ich benutze die KI oder in dem Fall JetGPT, sage ich jetzt, weil wir dann später noch über andere Modelle sprechen werden. Ich benutze die auch. Und jetzt nicht, um zu fragen, wann das Geschäft offen hat oder sowas.
Florian Das mache ich dann schon anders. Aber ja, gerade wenn es so geht, Artikel zusammenfassen lassen. Ich muss für meine Arbeit sehr viel Zeug lesen und das hat früher sehr viel meiner Zeit in Anspruch genommen. Und jetzt nutze ich halt ab und zu die Möglichkeit, ich lade da ein PDF hoch und sage, fass mir das zusammen. Und du hast recht, ich kann das machen und da kommt was raus.
Florian Aber ich habe jetzt mittlerweile auch gelernt, dass man es nicht einfach irgendwie machen kann, dass man es immer prüfen muss und dass man es richtig machen muss. Weil ich weiß nicht, wie die Prozesse im Hintergrund alle im Detail ablaufen. Also ich weiß grundlegend, wie das funktioniert, aber nicht im Detail.
Florian Aber es kommt mir oft so vor, als wäre die so ein bisschen ein leicht fauler Schüler, wenn man so will. Ja, sagt, dann mach das mal und dann legen die am Anfang los und dann bauen sie aber ab. Weil die KI, ganz oft merkt man, ich lade denen da irgendwie zehn Seiten PDF hoch und die Zusammenfassung, ja, die basiert so auf den ersten ein, zwei, drei Seiten und das, was hinten kommt, wird komplett ignoriert.
Florian Also es gibt natürlich Möglichkeiten, die KI da entsprechend hinzubringen, dass sie alles liest. Also die einfachste ist, dass man einfach sagt, sie soll das wirklich kapitelweise zusammenfassen, weil dann zwingt man sie, dass sie sich alle Kapitel anschaut. Aber selbst da ist es oft schwierig. Also man kann auch nicht einfach einer Zusammenfassung vertrauen der KI.
Florian Geht auch nicht. Also man kann das schon machen, man kann so ein Gefühl kriegen dafür, was steht da drin, aber ich kann jetzt nicht, ich muss am Ende, wenn ich was wirklich machen will mit dieser Arbeit, die mir die KI zusammenfasst, ich muss sie am Ende zusammenfassen. Doch selber lesen, weil ich kann der nicht vertrauen, dass sie alles richtig hat.
Florian Und vor allem, ganz oft will ich dann weiterführende Sachen machen und da ist es dann ganz schlimm, die KI, wenn ich sage, wie funktioniert das? Erklär mir den Teil genauer und suche anderswo auch noch nach Quellen, dann sucht ihr anderswo nach Quellen und dann gibt es die Quellen aber oft nicht, beziehungsweise es gibt die Quellen, aber das, was sie überlegen sollen, steht nicht drin.
Florian Und da werde ich dann oft ein bisschen angefressen, was eh sinnlos ist, auf eine KI angefressen sein, aber die sind ja so programmiert, dass sie wirklich genau die Typen sind, von denen du gerade gesprochen hast. Ja, genau. Ich wollte gerade sagen.
Ruth Die sind genau so.
Florian Die aus vollster Überzeugung sagen, das, was ich sage, ist richtig. Und dann muss man sie drei, vier Mal darauf anreden. Und wenn man Glück hat, dann kommt sie immer darauf und sagt, ja, tut mir leid, da stand doch nicht drin, das, was ich behauptet habe, vorher aus im Brusthunde Überzeugung, dass drinsteht.
Ruth Was ich so spannend finde in der KI, ist, wie menschlich diese Scheiß-KI ist. Das ist wie ein Mensch, das ist wie ein, wie du sagst, ein fauler Schüler oder ein ungeduldiges Kind oder irgendwie ein Schleimer. Das ist so ein Schleimer, diese KI. Oder eben ein super konfidenter Lügner. Also gar nicht absichtlich Lügner, sondern einfach, also eh so wie wir auch manchmal einfach ein bisschen sind.
Ruth Weißt du, wir haben, gerade wenn man eine universitäre Ausbildung genossen hat, glaubt man ja oft, man hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Und dann sagen die Leute immer so, du weißt alles. Und ich denke mir so, nein, ich habe nur gelernt, Dinge so zu formulieren, dass sie so klingen, als würde ich alles wissen.
Ruth Und die KI ist genauso. Manchmal stimmt es halt dann einfach doch nicht. Man muss immer nachfragen. Die Frage ist halt dann auch, ist die KI dann auch ehrlich, wenn man sagt, stimmt das auch? Dann sagt sie meistens schon so, naja, du hast recht, ich habe es vielleicht hier und da, aber vielleicht sagt sie es eben auch erst beim dritten Nachfragen oder was.
Ruth Und wenn man nur einmal nachfragt, dann ist es immer noch gelogen. Also es ist echt... Es ist einfach wie mit anderen Menschen reden, auf die man sich halt einfach auch nicht 100% verlassen kann. Das klingt jetzt irgendwie total dystopisch irgendwie. Ich meine, man kann sich schon auf Menschen verlassen, aber eben nur mit Zusatzinformationen, wenn man die Leute kennt.
Ruth Und die KI kennt man halt nicht, weil die kein Mensch ist.
Florian Und ab und zu ist sie auch angefressen, die KI. Das habe ich auch schon zwei, dreimal erlebt.
Ruth Wirklich?
Florian Ja, ja. Ich habe ab und zu mal, wollte ich wirklich was von ihr. Also ich wollte wirklich was wissen von ihr oder was haben von ihr. Zum Beispiel, das ist jetzt schon länger her, mittlerweile kann sie das wahrscheinlich. Ich wollte ein Bild erstellt haben mit einem Himmel, auf dem keine Sterne sind. Ich wollte eine Nachtszene haben ohne Sterne, weil ich wollte so eine mythologische Vorderung illustrieren, wo es um so Mythen geht, wie die Sterne entstanden sind.
Florian Und wie gesagt, die KI versteht zwar, was ich will, aber sie kann es halt nicht machen, weil sie jetzt nicht hinsetzt, okay, dann mache ich jetzt hier einen dunklen Himmel und ich tue keine Sterne drauf, sondern die baut das ja genauso wie ihre Sätze zusammen. Also das ist einfach nur über Wahrscheinlichkeiten. Und wenn du Nachthimmel hast, dann sind da halt Sterne drauf. Auf jedem Bild Nachthimmel sind Sterne drauf.
Florian Und die KI schafft es nicht oder hat es damals nicht geschafft, das ist schon eineinhalb Jahre her oder sowas, einen Himmel zu erzeugen, auf dem keine Sterne drauf sind. Sie hat mir ein Bild gemacht und hat gesagt, da ist er. Ich habe gesagt, da sind Sterne drauf. Okay, ja gut, dann mache ich ein Neues.
Florian Widerstelle drauf. Ich habe gesagt, da sind schon Widerstelle drauf. Aber ich habe probiert, das hundertmal umzuformulieren und mache den Himmel einfärbig und ohne helle Punkte. Alles nicht funktioniert. Da habe ich gesagt, analysiere das Bild, das ist wirklich mal irgendwie Pixel für Pixel oder sonst irgendwas.
Florian Siehst du da helle Punkte auf dem Dunkeln? Ja, sehe ich. Sollen die da sein? Nein, sollen nicht da sein. Ich probiere es nochmal. Wieder. Also hat sie nicht geschafft. Am Ende hat sie gesagt, mach es mit Photoshop. Ich kann das nicht. Mach es dir selber.
Ruth Aber warum schafft? Ich meine, weil es keine Lernbilder gibt, wo ein sternfreier Himmel drauf ist.
Florian Jedes Mal, wenn ich gelernt habe.
Ruth Stern im Himmel, Nacht im Himmel. Eine Dämmerung. Gib mir die Dämmerung, aber dunkel.
Florian Ich habe alles probiert, aber hat sie nicht geschafft. Jetzt wird es wahrscheinlich eh gehen. Ich will es nicht abgleiten lassen jetzt hier in das reine Gespräch über KI, weil diese Gespräche werden eh oft genug geführt. Aber all das zeigt ja, dass es da einerseits Potenzial gibt, weil KI kann ja auch erwiesenermaßen sehr viele Dinge und andererseits aber auch sehr große Probleme gibt.
Florian Und die Frage ist jetzt, was heißt es im konkreten Umgang mit wissenschaftlichen Fragestellungen? Und dazu hat die Uni Arizona, also die Astronomieabteilung, eben dieses White Paper, die macht. Also es war keine Studie im engeren wissenschaftlichen Sinn, aber auf jeden Fall etwas, was sehr interessant ist.
Florian Sie haben in ihrem Astronomieprogramm einen Kurs für Graduate Students. Also das ist ja, was bei uns halt so Doktoranden und Doktorandinnen sind. Und das Thema dieses Kurses wird dir gefallen. Das war nämlich der Kurs Structure and Dynamics of Galaxies. Und wenn man sich anschaut, was da gemacht wird an Themen Struktur, Kinematik, der Milchstraße, chemische Evolution, Galaxy Evolution in der lokalen Gruppe, schwarze Löcher, aktive Galaxien, Sternpopulationen.
Florian Also das ist im Wesentlichen das, was bei uns, wie wir studiert haben, Extragalaktik Teil 1 und 2 war. Also eine Lehrveranstaltung für schon Höhersemestrige über Galaxien und alles, was relevant ist. Und in diesem Kurs hatten sie sieben Leute, zumindest sieben Leute, die bei der Studie inkludiert waren.
Florian Und die Aufgabe war, dass sie zuerst einmal ein potenziell publizierbares Forschungsprojekt zu Galaxien finden. Also eine Forschungsfrage zu dem Thema über Galaxien aus der Vorlesung, das potenziell wirklich publizierbar ist. Das heißt, etwas Neues ist. Also wirklich nicht einfach nur so eine Literaturarbeit oder irgendwas, eine Zusammenfassung von irgendwas, sondern wirklich eine Fragestellung identifizieren, die, neu ist und deren Ergebnisse so interessant sind, dass man sie in einer Fachzeitschrift publizieren kann.
Florian Und sie sollten dann einen entsprechenden Forschungsplan ausarbeiten, Literaturrecherche, Daten sammeln, was auch immer nötig ist, um dieses Forschungsprojekt umzusetzen, dann das Forschungsprojekt auch durchführen und einen entsprechenden Draft, eine erste Version einer entsprechenden wissenschaftlichen Arbeit zu erstellen, die dann auch veröffentlicht werden kann und eine Präsentation.
Florian Und das war quasi die Aufgabe in diesem Kurs und explizite Anweisung, Sie sollten das in Kooperation mit Hilfe von Large Language Models machen, um zu schauen, was da rauskommt bzw. wo die die Vorteile, sofern es sie gibt, liegen und wo die Probleme liegen. Und in diesem Artikel, den ich auch in den Show Notes verlinke, haben sie halt aufgeschrieben, ja, was die Probleme waren und wo man Zeit sparen konnte, wo man Zeit verloren hatte. Also fand ich sehr interessant.
Florian Ich werde nicht alles nacherzählen, was da drin steht. Das kann man sich dann gerne selbst durchlesen. Wie gesagt, ist kein harter wissenschaftlicher Text voller Formel, sondern kann man alles schön lesen. Könnt ihr euch gerne auch von der KI übersetzen lassen, den Text, wenn ihr wollt. Das geht schon.
Florian Aber ich finde es interessant, im Abstract, Und in dieser Arbeit steht explizit drin, this white paper was not written using LLMs. Also haben sie extra mal eingeschrieben. Also was haben die gemacht? Es waren insgesamt eben sieben Gruppen und sie haben zuerst einmal so allgemein geschrieben, was war gut, was sind die Fähles, aber sie haben es dann später auch nochmal wirklich explizit aufgeschlüsselt nach den einzelnen Studios, was die da wirklich konkret gesagt haben.
Florian Aber was sie gut gefunden haben, die Studierenden, war, dass sie mal schnell oder schnell eher als sonst relevante Papers gefunden haben. Oder die Forschungsfragen, die Methoden, also wie man das macht, was macht man da, welche Methoden nimmt man. Die Einstiegsphase, die ging mit den Large Language Models schneller als sonst, haben sie gesagt, die Studierenden.
Florian Also man konnte die Ziele besser spezifizieren. Und wenn es dann darum geht, dass du kleine Computerprogramme schreibst und so weiter oder Bilder erzeugen für die Forschung, sowas Code prüfen. Das haben sie gemeint, das hat alles super funktioniert. Auch die Entwürfe für die Papers hat JGPT oder halt die anderen Large Language Models sehr, sehr gut gemacht, da haben sie wirklich geholfen.
Florian Das kennen ja auch vielleicht viele, die selbst wissenschaftliche Arbeiten schreiben müssen. Das Anfangen ist immer das Nervigste, aber wenn du schon mal so einen kompletten Entwurf kriegst, dann hilft dir das schon mal. Und das fand ich auch interessant. Also positive Überraschungen, die auch beeindruckt. Da ging es um einen Fehler.
Florian Die haben ein Computerprogramm geschrieben und haben mit dem Programm einen Modell, erzeugt. Und da ging es jetzt im Detail, kann ich nicht sagen, was es ging, weil die eigentlichen wissenschaftlichen Arbeiten, die die geschrieben haben, sind jetzt nicht inkludiert. Aber es ging um so ein Dreifachsternsystem und die wollten herausfinden, wenn du da so Dark-Matter-Subhalos, also kleinere Wolken aus dunkler Materie, die sich in Galaxien bewegen.
Florian Darüber haben wir, glaube ich, auch schon mal gesprochen in einer früheren Folge.
Ruth Ja, oder in einer großen Struktur. Also so zum Beispiel Galaxien in einem Galaxienhaufen ist ein Subhalo. Genau.
Florian Und die wollten dann wissen, okay, können wir den Dingen irgendwie auf die Spur kommen, wenn wir uns Dreifachsternsysteme anschauen? Weil wenn da diese Dinge vorbeifliegen, diese Dark Halos, ob die dann da die Dreifachsternsysteme auf eine charakteristische Weise gravitativ stören und dann können wir das irgendwie, wenn wir die Dreifachsternsysteme katalogisieren, vielleicht können wir dann da irgendwie rausfinden, wann, wo, wie, welche Dark Halos vorbeigeflogen sind.
Florian So ging es dann, glaube ich, in der Arbeit. Und dann haben sie eben einen Plot gehabt, wo sie halt da Energie und Drehmoment im Laufe der Zeit von diesen Dreifachsternsystemen gehabt haben, die sie halt berechnet haben. Und dann haben sie... Irgendwo im Laufe der Arbeit diese Plots, nur die Plots, hochgeladen bei JetGPT, um damit irgendwas zu machen.
Florian Und JetGPT hat gesagt, Leute, euer Programm, das ihr geschrieben habt, es muss falsch sein, weil der Plot schaut nicht so aus, wie ein Plot ausschauen sollte, der sowas darstellt. Da ist irgendwo was falsch in einem Plot, weil da ist so ein leichter Trend drin in der Linie, der sollte da nicht sein. Und das war so.
Florian Also hat quasi den Programmfehler entdeckt, nur indem sie sich den Plot angeschaut hat, die KI.
Ruth Im Ernst? Woher wusste die KI, dass das so nicht sein soll?
Florian Naja, woher weiß die KI irgendwas oder woher weiß die KI irgendwas nicht? Also das hat die KI schon gewusst. Okay, wenn ich irgendwie Energie oder Drehmomente in einem Dreifachstellensystem aufzeichne, dann muss das so auch schon. Und da war so ein säkularer Trend drin. Also die hat sich so leicht konstant verändert, was man aber vielleicht auf den ersten Blick nicht gesehen hat.
Florian Und die KI hat es aber gesehen. Also das hat die Studierenden überrascht.
Ruth Ah, das ist krass. Ja, das überrascht mich jetzt auch sehr. Okay. Die hat einfach dann doch schon genug Beispiele gesehen von einem Plot, wie ein bestimmter physikalischer Mechanismus auszusehen hat. Und dann hat sie da irgendetwas entdeckt in dem Plot, das eben da nicht dazu passt.
Florian Ja, genau, so ungefähr. Aber dann kommen wir jetzt zu der Liste oder zu dem Abschnitt in dem Artikel, wo es um die Failures geht, also da, wo die KI einen Blödsinn gemacht hat. Und ja, da gab es auch einiges. Und auch wieder das Projekt Fly by Dark Matter Halo. Sie haben Probleme im Code gehabt. diesen Code hat tatsächlich dann die KI auch geschrieben oder vorgeschlagen und dann festgestellt, da kommt Quatsch raus.
Florian Also da kommt schon was raus bei dieser Code, der simuliert, wie halt dann da dieser Sub-Halo an den Dreifachsternsystemen vorbeifliegt, aber das, was rauskommt, Das schaut zwar aus wie ein Ergebnis, aber es hat nichts mit realer Astronomie zu tun, was da rauskommt. Es ist unphysikalisch, dieses Ergebnis.
Florian Und dann haben sie JetGPT gefragt und andere Gemini, glaube ich, auch noch dabei. Und haben gesagt, was ist da falsch? Wo ist der Fehler in meinem Code? Und haben das nicht rausbekommen. Dann hat der Student in dem Fall, der selbst probiert rauszukriegen, hat festgestellt, ja, da ist ein Fehler. Und zwar hat es mit den Gezeiten der Milchstraße zu tun, die der auch berücksichtigen muss, wenn du die Bewegung von Sternen oder von was auch immer innerhalb der Milchstraße untersuchst.
Florian Da musst du auch die Gezeitenkräfte der Milchstraße inkludieren. Und anscheinend haben die KI, die das Programm dafür geschrieben oder vorgeschlagen hat, hat halt da ein paar Papers zu dem Thema gelesen und hat irgendwie die Parameter, die man braucht im Computerprogramm, um diese Gezeitenkräfte zu modellieren, anzugeben, hat sich ein paar Parameter aus dem einen Paper geholt und ein paar Parameter aus dem anderen Paper, aber die haben nicht zusammengepasst.
Florian Das waren halt zwei unterschiedliche Gezeitenmodelle, hat die KI aber nicht gemerkt. Und selbst wenn man der KI gesagt hat, da schau, das hast du gemacht, hat sie gesagt, nee, alles gut, ich habe das super gemacht. Was ist dein Problem?
Ruth Aha, aber warum kann sie das dann nicht? Das ist wirklich...
Florian Das ist eines der großen Probleme, dass man nicht weiß, warum die KI was macht, wie sie es macht. Man weiß nicht, was sie kann.
Ruth Das Problem ist eben auch genau deshalb, weil sie manche Dinge gut kann eigentlich, überraschend gut kann, nimmt man an, dass sie andere Dinge auch gut kann und dann kann sie es aber überhaupt nicht. Wenn sie gar nichts könnte, dann wäre einfach von einem an klar, okay, da muss man alles überprüfen, aber dadurch, dass manches ja dann auch gut passt.
Florian In dem Fall ist es gerade ein sehr gutes Beispiel, weil das, was wir gerade vorhin besprochen haben, wo die KI quasi unaufgefordert darauf hingewiesen hat, du, dein Ergebnis ist unphysikalisch, check deinen Code. Das war sehr beeindruckend. Und dann erzeugt die KI aber selbst einen unphysikalischen Code und ist unfähig, draufzukommen, selbst wenn man sie darauf hinweist.
Florian Also dasselbe Problem, aber einmal schafft sie es wunderbar und einmal nicht.
Ruth Nämlich auch nicht einmal, wenn man sie darauf hinweist. Das ist irgendwie auch das Arge, oder?
Florian Ja, und was ein Problem war, das alle Studierenden hatten, war halt das, was ich auch schon erwähnt habe, falsche Links zu falschen Quellen, Papers, die falsch zugeordnet waren, Papers, die überhaupt nicht existieren. Das ist ja auch ein großes Problem. Also mittlerweile wird KI ja auch verwendet, um zum Beispiel Papers zu begutachten oder zumindest dabei zu helfen, wissenschaftliche Facharbeiten zu begutachten.
Florian Und ich habe immer gelesen, ich glaube in der Kolumne von Jens Völl, dass es mittlerweile fast schon Standard ist, bei einigen Zeitschriften zuerst einmal die Referenzen zu überprüfen in den Papers, die eingereicht werden. Und ungefähr ein Viertel, zumindest hat es die eine Editorin gesagt, sie schmeißt mittlerweile ein Viertel der Papers raus von Anfang an, weil da Referenzen drinstehen, die nicht existieren.
Florian Also offensichtlich von irgendeiner KI produziert worden sind diese Papers, die Quatsch machen. Weil KI ist halt einfach irgendwelche Quellen halluzinieren.
Ruth Ja, ja, ja. Ich meine, das ist auch einfach ein richtig cooles Projekt eben für... Studierende. Wäre sogar ein cooles Projekt an der Schule wahrscheinlich, halt in einem einfacheren Rahmen. Zum Thema was, wie bringt man jungen Menschen bei, was irgendwie die KI macht oder kann oder so weiter. Lass es sich selbst herausfinden.
Florian Da hat sich einer mit Young Stellar Objects in Galaxien beschäftigt und den Zusammenhang der Metallizität, also eh so ähnlich, also wie viel schwerere Elemente findest du in jungen Objekten und so weiter und wollte einfach wissen, ja, was gibt es denn da schon an Arbeiten? Hat sie gefragt und dann hat die KI Zeug zurückgegeben und festgestellt, dann die Studierende, die sie untersucht hat, ja, das hat schon vage was damit zu tun, aber halt nur vage.
Florian Und das, was die behauptet, die KI, das da drin steht, steht da halt gar nicht drin. Und ein weiteres Problem in der konkreten Arbeit, das ist, dass die KI trotz allem, zumindest die, die wir jetzt öffentlich so benutzen können, dass diese LLMs nicht in der Lage sind, wirklich zu tun. Weil das stellt man sich immer so vor. Man stellt sich ja vor, ich frage die KI, wie ist das?
Florian Und dann läuft die KI los durchs Internet und schaut sich alles an und findet die Antwort für mich und sagt sie mir dann. So macht sie es aber nicht, sondern die denkt sich irgendwas aus anhand von Wahrscheinlichkeiten.
Ruth So haben das früher Suchmaschinen gemacht, aber die KI macht das eben nicht.
Florian Genau. Und das ist halt das Problem, wenn ich jetzt zum Beispiel wirklich Daten haben will, also ganz viel in der Astronomie oder fast alles in der Astronomie läuft ja über irgendwelche Datenbanken. Ich muss mir erstmal irgendwelche Beobachtungsdaten rausziehen. Ich muss mir Positionen von Asteroiden raussuchen.
Florian Irgendwas, mit dem ich mal anfangen kann. Also Datenhelligkeiten von Sternen, was auch immer. Und diese Datenbanken gibt es ja überall und die kann man auch benutzen. Und wenn man auf dem entsprechenden Gebiet forscht, dann weiß man auch, wie man sowas benutzt. Dann weiß man auch, wie man auf diese Daten zugreifen kann.
Florian Dann muss man sich halt irgendwie, keine Ahnung, 1, 2, 5, 17 Python-Programme schreiben, die Daten dann irgendwie verarbeiten und so weiter. Aber das geht alles. Und prinzipiell wäre das ja eine ideale Aufgabe für die KI, weil das ist eigentlich immer der nervige Teil, dass ich da immer irgendwelche Daten aus irgendwelchen depperten Seiten raussuchen muss und umkonvertieren muss und dieses und jenes machen muss, bis ich eigentlich anfangen kann.
Florian Aber es kann die nicht. Die KI kann das nicht. Ich sage nochmal, die KIs, die wir öffentlich nutzen können als normalsterbliche Menschen. Die können das nicht, obwohl man sich so vorstellt, dass sie es können. Also die können jetzt sagen, da sind die Daten, die du haben willst, aber die können auf die Daten nicht zugreifen.
Florian Die können jetzt auf die Datenbanken nicht zugreifen. Die können dir dann Programme schreiben, die du dann selbst verwenden kannst, um auf die Daten zuzugreifen. Aber die, und das haben die Studierenden auch gesagt, die funktionieren oft nicht. Also die sind oft nicht in der Lage, das wirklich zuzuordnen, weil sie auch da wieder rumhalluzinieren und sagen, ja, deine Daten sind da und ich schreibe dir ein Programm, das holt dir die Daten.
Florian Aber die Daten sind woanders und Und das Programm, das sie geschrieben haben, bezieht sich auf irgendeine andere Datenbank und nicht die, die sie haben wollen. Also auch da hat man am Ende mehr Scherereien, als man gehabt hätte, wenn man es einfach selbst gemacht hätte von Anfang an.
Ruth Ja, eh. Das ist eh. Wie ich am Anfang gesagt habe. Es ist kein Shortcut im Endeffekt. Aber gut, dass das jetzt properly untersucht worden ist, weil sie ja doch für einiges recht gut zu verwenden ist, die KI. Also für viele Dinge ist es auch gut, aber man darf einfach ihr keine Entscheidungsgewalt geben.
Florian Also man kann sich den Artikel gerne durchlesen und ich möchte jetzt nicht zu lange weiter philosophieren, weil man das noch sehr lange philosophieren könnte, aber ein Punkt, der tatsächlich angesprochen wurde und diskutiert wurde, selbst wenn die KI das alles gut könnte, sollten wir es trotzdem mit der KI machen, weil wir verlieren ja dadurch etwas.
Florian Wir machen ja jetzt nicht unbedingt zwingend, jetzt in dem Fall Astronomie, weil wir jetzt unbedingt die Antworten auf die Fragen haben wollen. Nämlich klar, wir wollen die Antworten haben für das, was wir erforschen. Wir wollen jetzt herausfinden, keine Ahnung, wie alt ist das Universum, wie lösen wir die Hubble-Tension.
Florian Wir wollen die Antworten schon haben, aber eigentlich machen wir das, weil wir das machen wollen, weil wir die Astronomie machen wollen, weil wir diesen Erkenntnisprozess durchlaufen wollen. Das wäre etwas, was uns die KI dann quasi wegnimmt, wenn wir es uns von ihr wegnehmen lassen. In dieser Arbeit, da gibt es noch so einen Punkt, wo halt Kommentare aufgelistet sind von denen, was die so gesagt haben.
Florian Und da haben wir gesagt, man kann das schon machen und man kann sie für viele Zwecke nutzen. Aber haben auch einige gesagt, sie würden das jetzt trotzdem, sie würden die KI halt für diverse Hilfsaufgaben, wenn man so will, einsetzen. aber nicht jetzt unbedingt für die Schlüsselmomente der Forschung, weil da die KI das wegnimmt, was eigentlich Wissenschaft ausmacht.
Ruth Es kommt halt darauf an, wie man es verwendet. Also man kann KI, glaube ich, schon auf eine Art und Weise verwenden, wo sie eben einem das nicht wegnimmt. Aber eh, ja, also die KI nimmt einem was weg. Aber auf der anderen Seite, was auch noch irgendwie zu hinterfragen ist, glaube ich, ist, dass man der KI ja auch was gibt, Daten, die man ihr vielleicht nicht geben möchte.
Florian Das habe ich jetzt mal komplett ausgespart. Er hat das mit dem Artikel ein bisschen angesprochen, der ganze Energieverschwendung oder Energieaufwand, gerade in Zeiten, wo es eh schwierig ist mit Energie. Also das ist wieder natürlich ein komplett anderer Punkt. Einen Satz, den habe ich mir noch rausgeschrieben.
Florian Ein Student hat gesagt, er wird diese Modelle eher vorsichtig verwenden, weil man sonst die Humanness oder Critical Thinking verliert, that makes us want to do astrophysics. Und ein anderer hat gesagt, ich zitiere jetzt einmal, avoid using LLMs when thinking about the science I want to do, otherwise what's the point?
Ruth Ja, ich meine, wenn man zum Beispiel sagt, ja, gib mir mal einen ersten Draft von einem Paper in der Formatierung mit irgendwelchen Zwischenüberschriften, dies und jenes und so, das ist ja... Das ist ja dann wirklich nur Arbeitserleichterung. Also man muss die KI verwenden wie eine Schreibmaschine quasi.
Ruth Oder muss. Das ist safe. Als Tool.
Florian Und ich glaube, es ist dann auch wirklich ein Problem. Alles, was man über KI sagt, ist dann sehr schnell sehr veraltet. Und das ist ja auch immer das. Jede Kritik, die man irgendwo an der KI übt, wird dann von den Fans der KI sofort wieder gekontern. Ja, das ist jetzt noch so, aber ich warte drei Wochen, dann ist das alles wieder viel besser.
Florian Was ich auch nicht glaube. Aber gut, wir werden es sehen. Aber ein Problem, das ich immer gesehen habe, Und wenn ich mit der KI irgendwas gemacht habe, was über diese, wie du gerade gesagt hast, Schreibmaschine hinausgeht, das ist die Tatsache, dass die KI nicht wirklich, zumindest meiner Erfahrung und Auffassung nach, die ist nicht originell.
Florian Die kommt vielleicht aus welchen Gründen auch immer ab und zu was Neues drauf, indem sie Dinge geschickt kombiniert. Aber es ist immer Mittelmaß, wenn man so will, weil es halt eine Kombination und die Reproduktion des Wahrscheinlichsten ist, wie die KIs arbeiten. Wenn ich irgendwo was recherchiere, zum Beispiel, ja mittlerweile hat die KI schon gecheckt, also die, die ich benutze, dass ich zum Beispiel Sternengeschichten-Podcast mache.
Florian Meine Sternengeschichten sind ja auch Volltext im Internet, das heißt, die hat eh schon längst alle gefressen, die KI. Also die weiß, ich mache Sternengeschichten und jetzt, wenn ich immer irgendwas anderes recherchiere oder mir zusammenfassen lasse oder was auch immer, dann kommt die immer mit, soll ich dir das im typischen Sternengeschichten-Stil schreiben lassen? Ich ignoriere diese Aufforderungen immer, aber einmal habe ich gedacht, so, jetzt mach mal.
Florian Ja, da kommt wirklich ein Scheiß raus, aber nicht der typische Sternengeschichtenstil. Ja, weil die kann das halt nicht. Also behaupte ich jetzt mal.
Ruth Aber warum? Das soll sie eigentlich gut können, wenn sie schon irgendwie 600, immer gut viel, das reicht.
Florian Tut es aber nicht.
Ruth Naja, es soll eigentlich reichen.
Florian Ja, aber tut es nicht.
Ruth Wenn sie schon so viele Sternengeschichten gelesen hat, dann soll sie das eigentlich ganz gut können, oder?
Florian Ja, tut sie aber nicht. Und du kannst ja auch Texte schreiben lassen. Das machen ja auch viele Menschen. noch erkennt man zum Teil oft, wenn irgendwas von der KI geschrieben ist, war es halt dieser typische, ich will jetzt nicht sagen dieser wenig emotionale Ton, aber es hat halt etwas, was, ist auch das falsche Wort, uninspiriert. Das ist für das bessere Wort, uninspiriert. Die KI ist uninspiriert bei dem, was sie schreibt.
Florian Und ja, aber Computerprogramme, kann sie ja schreiben. Computerprogramme, das ist ja quasi die Kernaufgabe von KI. Computerprogramme schreiben geht super. Aber auch da, nein, sie kann Computerprogramme schreiben. Du kannst ja sagen, schreibe ein Programm, das macht ja das berühmte Vibe-Coding, wo alle glauben, sie können ja das Programm schreiben, ohne jemals programmieren gelernt zu haben.
Florian Zu allem noch Vibe-Coden, wo man einfach der KI sagt, mach mir das und dann macht es da was.
Ruth Ah, Vibe, so weil man einfach einen Vibe hat, wie man etwas coden möchte. Oh Gott.
Florian Das ist so, da mittlerweile die ganzen Tech-Fuzzis sagen, wir können alle Programmierer entlassen, weil das machen wir jetzt alles per Wipe-Coding. Und das Schöne ist, die KI macht ja Programme und die Programme funktionieren vielleicht sogar, weil das kann man ja testen, ob ein Programm funktioniert oder nicht.
Florian Das ist ja sehr viel einfacher, als irgendwie ein Buch zu testen, ob es funktioniert oder nicht. Ein Computernprogramm kann ich testen. Das Problem ist, auch da ist die KI extrem uninspiriert. Wer jetzt behauptet, Programmieren ist kein kreativer Prozess, hat keine Ahnung vom Programmieren. Ja, auch da ist es zwar sehr, sehr prozedural, so ein Computerprogramm zu schreiben, aber der Punkt beim Programmieren ist ja nicht, dass ich einfach jetzt irgendwie meine mathematische Gleichung in eine Programmiersprache übersetze, sondern davor der kreative Prozess. Wie mache ich das?
Florian Was ist der beste Weg, mein Problem in ein Computerprogramm zu übersetzen? Das ist das, was Programmieren eigentlich ausmacht und es ist genauso kreativ wie ein Buchschreiben und das kann die KI genauso wenig. Wenn du dir von der Programme schreiben lässt, da kommt schon was raus, was funktioniert, aber das ist vielleicht genauso umständlich formuliert, wie ein KI-Text umständlich formuliert ist oder verpasst Dinge, die vielleicht ein anderer Text oder Programm nicht verpassen würde.
Florian Also ich habe Angst vor einer Zeit, wo dann auch wirklich systemrelevante Computerprogramme, die unserer Zivilisation zugrunde liegen, von der KI geschrieben werden, weil ich habe kein Vertrauen, dass die sich wirklich vorher genau überlegt hat, was sie es macht und alle entsprechenden Möglichkeiten abgedeckt hat.
Ruth Ja, und auch einfach die Angst vor der Zeit, wo niemand mehr weiß, wie Dinge gehen. Das ist das, wo wir vielleicht wirklich schon nah dran sind, dass es mittlerweile irgendwie Systeme gibt, die halt auch irgendwie gewachsen sind, die so komplex sind, dass eh schon niemand mehr weiß, wie das eigentlich funktioniert.
Ruth Und dann kannst du es halt auch nicht mehr gescheit irgendwie reproduzieren oder reparieren. Ich sage immer, wenn es um KI geht, einfach schauen, sich merken, wo der Stecker ist. Damit man im Notfall einen Stecker rausziehen kann. Und die KI bitte von den Rasenmäherobotern fernhalten. Also alles, was ein Messer hat, okay, weg damit.
Florian Ja, genau. Gebt der KI keine Messer.
Ruth Nein, wirklich nicht. Ich glaube, dass die Kombi aus Rasenmäheroboter und automatischem Garagentor schließt. Also das würde uns hinrichten, weil dann erhaut sich das Garagentor irgendwie zu Boden und dann kommen der Rasenmäherroboter. Unschöne Szenen. Die könnte man von der KI illustrieren lassen.
Florian Ja, das macht sie sich gar nicht, weil das zu arg ist. Das darf sie damit ja nicht.
Ruth Weichei-KI.
Florian Ich habe das übrigens gestern Abend kurz vor unserem Science-Buster-Auftritt in Vöckler-Bruck in der Garderobe auch nochmal ausprobiert. Da habe ich mir gedacht, okay, ich bin ja Astronom. Ich habe ja auch mal geforscht. Ich dachte, jetzt freue ich die KI mal. Ich bin Himmelsmechaniker. Ich forsche Asteroindynamik. Ich suche irgendwas Neues, was originell genug ist, um publiziert zu worden sind.
Florian Sagen wir mal was. Hat die gemacht, hat mir wirklich ein paar Sachen vorgeschlagen, die auf den ersten Blick interessant klangen. Dann habe ich mir eins davon genauer ausarbeiten lassen. Da ging es darum, erdnahe Asteroiden, die dann irgendwie auch die Gezeitenkräfte der Erde oder auch der Venus in dem Fall quasi auseinandergerissen werden und dann vermehrt Sternschnuppen, Meteorschauer erzeugen.
Florian Da gibt es anscheinend Forschung dazu, habe mir die sehr interessant aufgelistet. Es gibt die einen, die gesagt haben, ja, da gibt es tatsächlich irgendwie dynamische Evidenz. eine Arbeit aus dem Jahr 2024, die gezeigt haben, ja, dass die eben erdnahe Asteroiden bei nahen Begegnungen mit Erde und Venus durch die Gezeiten zerlegt werden.
Florian Das haben die in ihrer Arbeit nachgewiesen. Und dann eine neue Arbeit von 226, der gezeigt hat, ja, wenn man sich anschaut, die Daten über helle Meteore am Himmel, dann sehen wir da aber keine Spuren von irgendwelchen Gezeitenzerlegungen. KI hat jetzt gesagt, ja, da machen wir jetzt Forschung draus. Das klären wir jetzt.
Florian Ich weiß nicht, ob die da jetzt vor kurzem nochmal den Selbstbewusstseinregler raufgedreht haben, weil die war wirklich so überzeugt von sich, die KI. Die Überschrift von dem, was sie gesagt hat, konkrete originelle Forschungsfragen, in Klammer, die ich für wirklich stark halte. Hat sie mir gesagt.
Ruth Hast du nochmal gepromptet, bitte jetzt in einem österreichischen Akt sein. Stark, Mann.
Florian Das habe ich dann weiter ausarbeiten lassen. Da hat sie sich wieder verzettelt, dann ist sie so kompliziert geworden, hat gleich ein Projekt über zwei Jahre mit dreistet. Papers ausgearbeitet und so weiter und wollte man schon sagen, ja und jetzt komm, jetzt machen wir schon mal die Struktur für das erste Paper und welche Abbildungen kommen rein und so weiter.
Florian Nein, lassen wir mal das Paper weg, machen wir erstmal, produzieren wir mal Daten, machen wir mal forschen, bevor wir uns mit Paper beschäftigen. Und ich mache das nicht im Detail, aber was simuliere ich denn? Wie simulieren wir das denn jetzt hier, das Auseinanderbrechen des Asteroiden und wie sich der dann bewegt über den Himmel und was wir dann sehen können?
Florian Und von dem habe ich auch ein bisschen Ahnung, weil sowas ähnliches habe ich ja früher auch gemacht und das war alles eh ganz halbwegs auf den ersten Blick. Okay, was die gemacht hat und dann gesagt, das machen wir mit diesem Computerprogramm und das kannte ich nicht und dann habe ich gesagt, können wir nicht ein anderes auch nehmen, nämlich das, was ich tatsächlich früher immer verwendet habe und da hat ich gesagt, ja klar, klar, können wir auch machen, es ist sogar noch viel besser als das andere, aber hat es mir nicht hervorgeschlagen als erstes und mit dem anderen Programm, diesem Mercury 6, das kenne ich wirklich gut aus, das habe ich wirklich viel verwendet, da habe ich gesagt, okay, jetzt schlagen wir was mache ich jetzt,
Florian also ich möchte jetzt das simulieren, was du mir gesagt hast, so wie wir es gemacht haben. Das klingt gut. Und jetzt bitte hier mit dem Simulationsprogramm machen wir das jetzt mal gescheit, dass wir starten können in die Simulation. Und da haben wir gesagt, ja, du musst das und das und das machen. Das ist alles jetzt zu kompliziert, aber ein Ding, was du machen musst, ist natürlich festlegen, welche Planeten hast du in deinem Sonnensystem, das du simulierst.
Florian Wir wollen hier erdnahe Asteroiden simulieren und wir müssen natürlich die Störungen aller anderen Himmelskörper berücksichtigen, sonst funktioniert das nicht. Und JetGPT hat mir da unaufgefordert gesagt, ja, wir müssen das minimal sinnvolle Modell, ja, besteht aus Sonne, Merkur, Venus, Erde, Mond, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Florian Und den Mond sehe ich ein, den brauche ich, wenn ich erdnahe Begegnungen haben will.
Ruth Aber der Neptun.
Florian Das habe ich in meiner Doktorarbeit untersucht. Uranus und Neptun sind auf jeden Fall komplett irrelevant. Der Merkur ist auch irrelevant. Das habe ich gezeigt in meiner Doktorarbeit, unter anderem, bevor ich mit den Simulationen losgelegt habe. Aber in dem Fall, wie gesagt, hätte mir ChatGPT schon wieder viel Scherereien gemacht, weil ich da sehr, sehr viel längere Computerprogramme oder sehr, sehr viel längere Datensätze erzeugt hätte.
Florian Der Computer hätte sehr viel mehr rechnen müssen, wenn ich die ganzen Planeten nehme, als die, die wirklich sinnvoll wären. Und das muss ich halt wissen. Das weiß ich aus Erfahrung, dass das Blödsinn ist.
Ruth Ja, und wäre das überhaupt gegangen? Ich meine, vielleicht wäre das gar nicht gegangen, weil das ist ja so ein komplexer Rechenaufwand, dass das ja vielleicht sogar zu lange gedauert hätte, überhaupt, um irgendwie zu Ergebnissen zu kommen oder halt in annehmbarer Zeit. Ja, naja.
Florian Ja, und dann habe ich mir später nochmal jetzt im Zug auf der Fahrt die Papers angeschaut, die Facharbeiten, auf denen das ganze Forschungsprojekt überhaupt basiert. Und so eindeutig war das dann auch nicht bei genauer Betrachtung, die ganze Ausgangslage, dass quasi die einen gesagt haben, das soll es geben und die anderen gesagt haben, wir sehen das aber nicht.
Florian Also das kann man da mit vielfantasierin interpretieren in die Papers. Das Projekt wäre immer noch sinnvoll gewesen, so wie es JPD vorgeschlagen hat. Das wäre vermutlich vorbehaltlich einer genauen, sinnvollen Literaturrecherche. Das wäre vermutlich durchaus ein sinnvolles Forschungsprojekt gewesen, das man publizieren hätte können, wenn man es gemacht hätte.
Florian Aber es war jetzt nicht so stark, wie die KI behauptet hat, dass es tatsächlich ist, diese Forschungsfrage. Also ja, man kann schon was machen, aber man muss es halt immer mit Vorsicht genießen.
Ruth Ja, sehr interessant. Aber das heißt, du bist eh schon voll drinnen in dem ganzen Ding, ja, eigentlich?
Florian Inwiefern drinnen?
Ruth Naja, du beschäftigst dich schon sehr intensiv damit auch, ne?
Florian Naja, ja, es ist halt überall und da muss man sich auch immer direkt beschäftigen, finde ich, weil wenn man es ignorieren kann, kommt man auch nicht weiter.
Ruth Ja, ja, eh. Ich meine, eh klar, du hast auch einfach eine höhere Workload. Das ist die meisten Menschen. Auch ein schneller arbeitendes Hirn als die meisten Menschen, aber dann doch, du hast noch mehr Anreize, das auch wirklich zu verwenden oder verwenden zu wollen. Und vielleicht gerade eben diese Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kommunikation.
Ruth Ich weiß auch, dass einige Leute, einige aktive Wissenschaftler das auch verwenden und natürlich die KI in der Wissenschaft auch irgendwie eben als Tool voll Sinn macht, aber das ist gut, das irgendwie auch im Auge zu behalten und das vor allem auch weiter zu erforschen, wie das auch weitergeht, weil es kommen ja die ganze Zeit neuere Versionen und bla bla bla raus.
Ruth Ich glaube, das wird noch ein ziemliches Thema, ein ziemliches Topic, auch die Forschung der KI selber.
Florian Darum habe ich das vorher so spektakulär angekündigt, die Zukunft der Astronomie, weil im schlimmsten Fall macht dann irgendwann in Zukunft nur noch die KI die Forschung und wir sitzen nur noch da und drucken die Papers aus und schicken sie irgendwo hin und legen sie in die Bibliotheken.
Ruth Wie der Typ auch gesagt hat, then why bother? Ich meine, warum machst du das dann, wenn es nur die KI macht? Also dann ist ja auch irgendwie, weil das menschliche Element komplett dahin ist, dann warum macht man es dann?
Florian Wir wissen, warum wir es machen.
Ruth Aber es ist ein voll interessantes Thema. Und es gibt auch Konferenzen dazu und so weiter, immer mehr. Also ich kriege auch immer noch so Ankündigungen für Konferenzen. Ja, ja, Big Data, KI in der Astronomie und so weiter.
Florian Ich kriege Arbeiten von Leuten, die die Relativitätstheorie widerlegt haben und die dunkle Energie gelöst haben.
Ruth Diesmal mit der KI.
Florian Scheiße. Das sind jetzt wie lange 20-sättige Papers, die Sie mit der KI geschrieben haben. Das kriege ich dafür. Das neuesten immer wieder war.
Ruth Danke, KI.
Florian Es ist auf jeden Fall ein spannendes Thema, das uns noch beschäftigen wird. Und ich habe gedacht, ich nehme das mal, weil ich dieses Projekt interessant fand. Wir haben ja auch Leute, die in der... Ja, ja, voll interessant.
Ruth Ich finde es interessant, dass das eben die Studierenden auch gemacht haben. Das ist super.
Florian Und vielleicht haben wir Hörerinnen und Hörer, die selbst immer in der Lehre sind und was ihr nicht erst gemacht habt, könnt ihr uns mal Bescheid sagen.
Ruth Oder wir haben Hörerinnen und Hörer, die selbst in der Wissenschaft noch aktiv sind und sagt mal Bescheid, wie ihr das so handhabt, weil vielleicht haben wir da noch ein paar gute Meinungen dazu, die vielleicht sogar qualifizierter sind als unsere.
Florian Dann kommen wir zu einer weiteren Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kommunikation, nämlich den Fragen, die uns die Hörerschaft gestellt hat. Und die werden wir jetzt kurz halten, weil ich muss eigentlich in zehn Minuten weg. Aber schauen wir mal, vielleicht kannst du ein bisschen rauszögern. Also ich habe eine Frage von Markus.
Florian Markus hat sie uns erst vor kurzem geschickt. Und Markus wollte was zur dunklen Materie wissen. Und zwar wollte er wissen, da fliegen Raumsonden durch die Gegend, durch das Sonnensystem. Und warum müssen wir da nicht mitberechnen, was mit der dunklen Materie ist? Also er fragt, warum halten interplanetare Raumsonden sich ohne einen dunklen Materiefaktor an die vorberechneten Bahnen, auf den Meter genau im Grunde?
Florian Weil wenn wir wissen wollen, wie die Sterne sich bewegen oder die Galaxien sich bewegen, müssen wir berücksichtigen, dass dunkle Materie da ist. Warum ist das bei Raumsonden im Sonnensystem wurscht?
Ruth Weil so wenig davon da ist, weil sie so eine geringe Dichte hat, die dunkle Materie, dass es vollkommen egal ist auf kleinen Skalen.
Florian Genau, es ist ziemlich viel egal in der Raumfahrt. Also jetzt einfach gesagt, wir müssen, wenn wir zum Mars fliegen, wir müssen nicht mal Einstein berücksichtigen. Wir können das mit Newton rechnen, das reicht vollkommen, die Genauigkeit. Und das bisschen dunkle Materie, das ja wirklich jetzt auf die Distanz, dem Sonnensystem gerechnet, wirklich verschwindend gering ist, Diese Masse, die die dunkle Materie dort hat, das ist wahrscheinlich vom Faktor her noch weniger, als was die Korrektur wäre, die ich machen müsste, wenn ich relativistisch rechne, statt einfach nur klassisch.
Florian Man kann das machen, aber es würde keinen Unterschied machen, Markus, wenn wir da noch dunkle Materie inkludieren. Die Raumsonden würden genauso rumfliegen, wie sie jetzt rumfliegen. Wenn wir mal irgendwann quer durch die Milchstraße fliegen wollen, okay, dann müssen wir vielleicht etwas genauer rechnen.
Florian Aber im Sonnensystem kann man rumfliegen, ohne dunkle Materie zu berücksichtigen.
Ruth Ja, wahrscheinlich irgendwann, wenn man dann in den Außenbereichen der Milchstraße unterwegs ist, dann wird es irgendwann schon zum Tragen kommen. Aber da machen wir uns dann soweit Gedanken, wenn es soweit ist.
Florian Dann habe ich noch eine zweite Frage rausgesucht, extra für dich, Ruth, von Steffen. Steffen hat eine Frage zu Artemis und er fragt sich, ist Artemis 2 zu langsam? Denn er hat sich den Stream angeschaut und gesehen, dass Artemis 2 mit ungefähr 4000 Miles pro Stunde, also 6.500 kmh, fliegt. Die ISS aber fliegt mit 28.000 kmh, damit sie nicht abstürzt.
Florian Und die Fluchtgeschwindigkeit, die sollte irgendwo bei über 40.000 kmh sein. Warum tuckern die mit Artemis 2, fragt Steffen also so langsam herum? Was übersieht er?
Ruth Steffen, das kommt darauf an, wann du die Geschwindigkeit von Artemis 2 gemessen hast oder beobachtet hast im Livestream wahrscheinlich. Die hat halt immer eine andere Geschwindigkeit, je nachdem wo sie ist, weil die ist ja nicht von der Erde weggeflogen in dem Sinn, sondern die ist quasi durch einen Burn, einen Antriebsschub, wie sie in der Erdumlaufbahn war, zum Mond geschleudert worden.
Ruth Und dann waren die bis zur Rückkehr zur Erde im freien Fall. Die sind um den Mond herumgefallen und wieder zur Erde zurückgefallen. Und dann hat sie die Geschwindigkeit, die Kapsel, je nachdem wo sie halt gerade ist, auf dieser Fallbahn. Und die ist zum Schluss dann, wie sie dann so nah war, wie die Raumstation an der Erde ist.
Ruth Topspeed waren, glaube ich, an die 40.000 kmh.
Florian Nee, das müssen sie ja sein, weil es ist ja die Fluchtgeschwindigkeit.
Ruth Genau.
Florian Und die muss ich haben, wenn ich wegfliege und wenn ich reinfalle auf die Erde, habe ich genau die Geschwindigkeit. Das geht physikalisch nicht anders.
Ruth Ja, und dann sind sie eben mit genau dieser Geschwindigkeit auch auf die Atmosphäre drauf gepfeffert. Und die Raumstation hat diese 27.000 kmh, glaube ich.
Florian Ja, ungefähr.
Ruth Und dann war die eineinhalb Mal so schnell. Wie die Raumstation. Aber eben erst, wenn sie dann dementsprechend nah an der Erde dran waren, da waren sie dann halt so schnell.
Florian Ja, also die Artemis 2 war so schnell, wie sie sein musste, um das zu tun, was sie tun musste. Das waren die heute nur zwei Fragen, weil ich habe vorhin so lange über KI gesprochen, dass jetzt die Zeit ein bisschen drängt. Wenn ihr auch Fragen habt, dann schickt sie uns an fragen.at. Wenn ihr was über die Science-Fiction hören wollt und die Wissenschaft in den Science-Fiction-Filmen, dann habt ihr Glück, weil das ist die Rubrik, die jetzt an die Reihe kommt.
Florian Und ich kann nur sagen, dass Evi sich im Gegensatz zur letzten Folge, wo wir einen aktuellen Film hatten, einen sehr, sehr alten Film ausgesucht hat als Ausgleich. Aber ich kann noch nicht genau sagen, welchen. Das werde ich wissen, wenn wir das Besprochenen aufgenommen haben. Was erst später sein wird.
Florian Aber wenn diese Rubrik vorbei ist, dann werdet ihr das zumindest wissen. Und was es ist, erzählt Evi uns jetzt. Wir sind bei Science Frames mit Evi. Hallo Evi.
Evi Hallo.
Florian Was für einen Film hast du heute ausgesucht?
Evi Ich habe mir überlegt, nachdem ich jetzt die letzten paar Male immer so ganz tolle Filme mitgebracht habe, beziehungsweise das letzte Mal hatten wir, glaube ich, für viele den besten Film aller Zeiten, Da habe ich mir gedacht, ich muss jetzt mal wieder so ein bisschen in die andere Richtung gucken und habe, glaube ich, einen Schläfertsfilm mitgebracht, also den schlechtesten Film aller Zeiten.
Florian Okay.
Evi Aber sehen wir mal, ja.
Florian Na, dann welcher Film ist denn so schlecht?
Evi Der Film heißt Saturn City. Im Deutschen, im Original, heißt er Saturn 3, also Saturn 3. Und ist ein mehr als eins Fiction Film aus dem Jahr 1980. Was dir an dem Film gefallen könnte, ist, dass er nur 85 Minuten Länge hat.
Florian Ja, wenn er schlecht ist, muss ich ihn auch nicht haben.
Evi Naja, er ist aber dabei, so von den Darstellern ist er eigentlich ganz interessant, weil wir haben da unter anderem Kirk Douglas in der Hauptrolle und Harvey Keitel und Farrah Fawcett, also die älteren Zuhörerinnen unter uns, die können sich vielleicht auch noch an Farrah Fawcett erinnern.
Florian Ja, okay, gut, aber nur weil berühmte Leute mitspielen, muss ein schlechter Film nicht gut werden. Ich habe schon sehr viele berühmte Leute in sehr schlechten Filmen gesehen.
Evi Ja, mich wundert das eigentlich dann auch, dass eigentlich mit so einer guten Besetzung dann so ein Film auch rausgekommen ist, der auch 1981 für die Goldene Himbeere nominiert. Und vielleicht liegt es daran, weil Stanley Donen Regie geführt hat und ihn produziert. Ich weiß es nicht, aber er hat in seiner Vergangenheit Musicalfilme wie Singing in the Rain gemacht oder ein süßer Fratz oder Picknick im Pyjama mit Doris D.
Evi Ich denke alles nicht. Ja, das sind alles so diese alten Klassiker. Also es ist erst so dieses goldene Zeitalter Hollywoods, diese Filme hat er da so gemacht. Aber auch gute, also wie Charat und Arabesque. Das waren ja Filme mit Audrey Hepburn und Sophia Loren. Also die sind durchaus sehenswert. Ja, und dann hat er wohl gemeint, er muss jetzt einen Auswirk in Science-Fiction-Genre machen.
Evi Und dementsprechend, finde ich, ist jetzt auch der Film geworden. Da weiß der Inhalt oder worum es in dem Film geht, eigentlich jetzt sogar interessant. Also wir sind irgendwo in der Zukunft. Und da gibt es auf Saturn und Teth, es gibt eine Forschungsstation. Dort gibt es dieses Forscherpaar, Alex und Adam. Das sind also Kirk Douglas und Farrah Fawcett.
Evi Also sie sind auch ein Liebespaar. Und es ist so ein alter Mann und junges Mädel, die da halt auf dieser Forschungsstation sind und seltsamerweise dort gegen die Nahrungsmittelknappheit auf der Erde suchen nach Lösungen oder da forschen. Hat sich mir nicht ganz erschlossen. Auf jeden Fall, eines Tages kommt dann eben Habe Keitel an und präsentiert ihnen eine neue Roboter-Serie, die Halbgott-Serie, und baut dort dann diesen Roboter zusammen, der Hector heißt.
Evi Ja, der wird über so eine neuronale Verbindung mit ihm durchgeführt. Er hat programmiert, geschult, wie auch immer. Also er hat auch so ein riesiges, organisches Gehirn. Und das Problem ist dann, dass er aber bestimmte Eigenschaften von seinem Programmierer, von Harvey Cartel, übernimmt. Und weil wir da so eben in den 1980er, späten 70er Jahren sind, ist das alles dann auch so ein bisschen erotisch angehaucht.
Evi Und sowohl der Havikertel als auch der Roboter entwickeln dann Interessen an Alex. Das, was sich quasi denkt, schuldet dann den Hector, den Roboter. Und ja, man kann sich schon denken, dass das alles natürlich dann eskaliert. Der Hector jagt dann alle. Also es ist dann natürlich so Kampf. Menschen gegen den Roboter, beziehungsweise speziell halt muss die Alex da natürlich sich fürchten vor dem Roboter.
Evi Und es sind auch eigentlich recht gute Ideen, dass das eine neuronale Verbindung ist, mit der er sich da mit dem Roboter verbindet. Das finde ich ganz okay. Ich meine, dieses gigantische, organische Gehirn ist auch wieder ein bisschen lächerlich und es hat halt sehr viele Logikfehler.
Florian Es ist nicht überraschend, wenn er für die Goldene Himbeere nominiert worden ist. Und ich weiß auch nicht, was die Programmierung per Gehirn für Folgen hat, wenn es mal in echt passiert. Weil aktuell zumindest ein Forschungsprojekt, das ich kenne, wo damit gearbeitet wird, irgendwie Gehirn und Computer zu verbinden, das macht ein gewisser Herr Elon Musk mit seinem Neuralink.
Florian Oder ob man will, dass Computer nach dessen geistigen Bild programmiert werden, weiß ich auch nicht.
Evi Ja, eben. Und genau so ist das dann eben auch beim Hector, dass er dann auch diese schlechten Sachen übernimmt von seinem Programmierer. Also, weil der auch so ein bisschen als psychisch instabil gilt. Also, das ist natürlich das eine jetzt, diese ganze Robotik-Sache, die einerseits ein bisschen aktuell ist.
Evi Den Ansatz finde ich eigentlich auch interessant. Aber was halt natürlich jetzt halt schon ist, ist, sie haben halt da diese Forschungsstation auf Thetis. Das ist halt, wie gesagt, das ist ein Saturn-Mond, ein Eismond, der halt jetzt auch nicht so groß ist. Dementsprechend ist die Schwerkraft natürlich.
Evi Wäre jetzt nicht so, dass man da so ganz normal herumläuft, wie sie es in einem Film machen. Und dann ist natürlich jetzt wieder etwas, wo ich mir... Auch gedacht habe, das ist so ein Klassiker, wenn sich dann Drehbuchautoren zusammensetzen und dann sagen, wir brauchen da jetzt noch irgendeine Dramatik.
Evi Was können wir machen? Wir sind da jetzt auf diesem Saturnmond. Sie haben keine Verbindung zur Erde. Wie machen wir das? Oh ja, sie kommen in die Ekliptik. Es ist keine Kommunikation mit der Erde möglich. Und das ist halt dann sowas.
Florian Ja, ich weiß jetzt nicht, was das Problem ist, wenn sie in der Ekliptik sind, weil das ist die Ebene der Erdbahn. Da soll es eigentlich, okay, wenn, dann können sie, weiß ich nicht, wenn Thetis, der Mond, den Saturn umkreist, dann können sie hinter dem Saturn sein. Der Saturn zwischen Erde und Mond, sowas kann vermutlich vorkommen, aber das kann ich jetzt spontan nicht sagen, wie da die Bahn sind.
Florian Ich glaube, die Bahn, die Bahnneigung von Thetis liegt bei zwei Grad knapp. Das heißt, da kann es durchaus sein, dass er ab und zu mal hinter dem Saturn ist und die Erde verdeckt und die Umlaufzeit von Thetis um den Saturn.
Evi Jetzt wird es nämlich interessant, richtig.
Florian Wo steht die hier? 1,8 Tage.
Evi Genau, also das ist, selbst wenn das dann so ist, dann ist das jetzt nicht so wirklich dramatisch. Aber ja, und abgesehen davon gibt es sogar irgendeine Außenstation, die um den Saturn da auch noch irgendwie ist. Also warum sie da dann so mit dieser Ekliptik herumt. Und das hat schon wehgetan.
Florian Tja, warum schaust du noch sowas an? Bist du selber schuld?
Evi Tatsächlich, ich habe den irgendwie, ich habe den früher ganz gern geguckt mit meinem Bruder. Aber da waren wir noch kleiner und da haben wir, glaube ich, solche Sachen nicht gesehen. Und da haben wir gedacht, oh, cooler Roboter.
Florian Ja, wenn ihr schon von coolen Robotern so beeindruckt seid, dann wundert es mich nicht.
Evi Ja, aber wenn man sich heute ansieht, ist er wirklich sehr fraglich. Also es ist ja auch so, ich meine, der Kirk Douglas, der rennt da mit Rollkragenpulli und so einem Teddy-Flausch-Jogger herum und die Farrah Fawcett halt nur in so einem knappen Höschen zum Joggen. Und ja, dann schmeißen sie sich irgendwelche Drogen rein. Also er ist da schon sehr, naja, ein Kind seiner Zeit, sagen wir mal so.
Evi Die Ideen oder die Ansätze wären ja gut, also auch mit dieser Forschungsstation. Aber dann denke ich mir wieder, warum müssen sie aber auf diesem Saturn-Mond forschen, damit sie die Nahrungsmittel knapp halt auf der Erde bekämpfen können? Das macht überhaupt keinen Sinn. Warum machen die nicht eine andere Forschung dort? Und dann sind die da auch, die sind ja eigentlich in so einem, das ist auch eine gute Idee, dass sie ja unterirdisch sind.
Evi Also sie sind dann so, also diese, eigentlich ist es eh ganz gut ausgebaut. Mit diesen Gängen ist natürlich alles sehr groß und sehr komfortabel. Aber da hast du dann auch Pflanzen, die dort halt in der Höhle wachsen, die sie da halt für ihre Forschungszwecke da irgendwie züchten oder sowas. Das ist alles sehr fragwürdig und sehr seltsam.
Florian Ja, also wir haben ja in dem Teil davor schon über die Gefahren der künstlichen Intelligenz gesprochen. Da ist dieser Film vielleicht ein gutes Beispiel dafür. Einerseits für die Gefahren der Roboterintelligenz und für die Mangelhaftigkeit der menschlichen Intelligenz, die solche Filme produziert. Aber Thetis ist tatsächlich ein interessanter Mond. Also wenn ich irgendwo mal hinfliegen könnte, was ich eh nicht will, aber wenn man irgendwo hinfliegt im Saturn-System, dann wäre Thetis sicher interessant. Weil Thetis hat Trojanermonde. Hast du das gewusst?
Evi Nein, glaube ich gar nicht.
Florian Also Trojaner Himmelskörper haben wir schon gehabt. Das sind Himmelskörper, die sich quasi eine Bahn teilen. Trojaner Asteroiden, da haben wir es das erste Mal entdeckt, sind Asteroiden, die auf derselben Umlaufbahn um die Sonne sind, wie der Jupiter, nur 60 Grad davor und danach auf der Bahn. Und sowas gibt es im kleineren Maßstab auch. Und im Saturnsystem gibt es ein paar solche Beispiele.
Florian Thetis hat zwei Trojanermonde, Nämlich Telesto und Kalypso. Und einer Telesto ist, ich weiß nicht, ich habe früher mal damit gearbeitet, aber ich habe es vergessen. Einer auf jeden Fall ist vorm Thetis auf der Umlaufbahn und der andere ist hinterm Thetis auf der Umlaufbahn. Und das finde ich interessant, dass wir da so drei Monde haben, die sich da so auf einer Umlaufbahn herum bewegen.
Florian Und ja, trotzdem funktioniert das Ganze. Thetis hat auch eine Resonanz mit Enceladus. Das ist Dieser Eisvulkanmond, auch beim Saturn, wo es flüssigen Ozean gibt. Und die haben eine 4 zu 3 Resonanz. Das heißt, der eine rennt viermal rum, während der andere dreimal rumlirbt. Also da könnte man viel, viel coole Himmelsmechanik machen, wenn man dort ist.
Florian Da braucht man nicht irgendwelche blöden Roboter rumlaufen lassen, die alle umbringen.
Evi Ich meine, der Roboter sollte die ja auch ersetzen. Also gerade ihn, den Kirk Douglas, glaube ich, soll er ja ersetzen und soll das alles da ein bisschen effizienter machen. Ich meine, was mir jetzt noch eingefallen ist, was vielleicht, also was richtig ist in dem Film ist, er heißt ja Saturn 3 im englischen Original.
Evi Und Thetis hat ja auch die systematische Bezeichnung Saturn III nach seiner Entdeckung.
Florian Ja, oh Gott, fang nicht mit dem an. Da habe ich mich auch mal damit beschäftigt. Saturn 3, ja, hat man so genannt, aber Thetis ist definitiv nicht der dritte Mond, der entdeckt wurde vom Saturn, sondern die hat man mal irgendwie… Nein.
Evi Dann klärt das auf, ja.
Florian Ja gut, ich kann es nicht aufklären, weil das ist alles sehr, sehr konfus, aber auf jeden Fall hat man die Monde entdeckt. Also der erste Mond, der entdeckt wurde, war ja Titan, das war 16 irgendwas und ja, Thetis war auch 16 irgendwas. Also die sind einen Schwung Monde im 17. Jahrhundert entdeckt worden von den… Ja.
Evi Ja, von Cassini, also Thetis ist von Cassini entdeckt worden.
Florian Genau. Und der hat einen ganzen Schwung Monde auf einmal entdeckt und die sind dann irgendwie mal so sortiert worden und mal so sortiert worden. Und irgendwann hat sich die Nummerierung mit 1, 2, 3 und 3 war Thetis eingebürgert, aber Thetis war nicht der dritte Mond, der entdeckt worden ist.
Evi Nein, aber es ist, glaube ich, nach dem Stand, wo es eingeteilt wurde, war es der, der halt am drittweitesten entfernt von Saturn ist und deswegen der dritte Mond. Wäre da irgendwie so, glaube ich, ist es zustande gekommen.
Florian Ja, auf jeden Fall. Ja, macht das Saturn 3, macht auch wenig Sinn. Aber wie gesagt, wir haben ja mittlerweile eh Namen und wir nennen die nicht mehr irgendwie so mit Zahlen hintendran. Das hat sich ja auch irgendwann aufgehört.
Evi Aber vielleicht war das genau das Einzige, was die damals recherchiert haben. Wer Lust hat auf so einen Film, also er ist schon unterhaltsam und ich finde ihn ganz, ganz witzig. Aber er ist halt, ja, wie gesagt, ein Kind seiner Zeit und bei manchen Sachen ist es dann schon sehr urach.
Florian Was es auf jeden Fall auch noch gibt, das habe ich auch, glaube ich, mal irgendwo in einem anderen Podcast gehabt, ist ein sehr, sehr cooles geografisches oder tätografisches Merkmal. Da gibt es nämlich eine 100 Kilometer breite Schlucht, 2000 Kilometer lang und bis zu 5 Kilometer tief, die fast um drei Viertel um Tethys herumläuft.
Florian Als der längsten Täler im Sonnensystem ist das.
Evi Na schon, vielleicht ist da Ihre Forschungsstation.
Florian Weiß man nicht, ob die da drin ist, aber es ist auf jeden Fall eine sehr, sehr beeindruckende Sehenswürdigkeit, wenn man hinfangen könnte, um sich das anzuschauen. Also es gibt schon einiges zu sehen auf Tetis, aber in Saturn 3 offensichtlich bis auf 80er Jahre Trash nicht ganz so viel zu sehen.
Evi Also wie gesagt, wenn man sich darauf einlässt mit Popcorn und guten Freunden, kann ich glaube ich schon Spaß machen auch. Dann darf man dann wohl nichts ernst nehmen. Übrigens hat auch der Biograf von Havika Tell gemeint, dass das so in dessen Laufbahn nicht wirklich... Eher ein Lowlight war und kein Highlight.
Florian Tja, ja, sowas kommt vor. Aber die Frage, die wir jetzt stellen müssen an unseren Hörer Jens ist, ob das auch einer seiner Lieblingsfilme ist, denn der hat uns etwas geschickt oder eigentlich dir etwas geschickt und das können wir hier auch nochmal kurz erwähnen.
Evi Ja, richtig. Also Jens hat ja angemerkt, offensichtlich alle seine Lieblingsfilme haben wir schon besprochen und dann hat er die Selbstinitiative ergriffen und hat uns sehr gefreut, eine DVD zugeschickt und zwar dürfte eine BBC, so eine Documentary, Halbfilm, glaube ich, Halbdokumentation ist das, mit dem Titel Space Odyssey hat er uns da geschickt, Mission zu den Planeten.
Evi Ich habe mich sehr gefreut darüber, also ich bin schon sehr gespannt. Ich hatte noch nicht die Zeit, es mir anzusehen.
Florian Vielen Dank, Jens, dass du uns diese DVD geschickt hast. Evi hat sie bekommen, Evi wird sie anschauen. Und es ist ja nicht Odyssey im Weltraum, der im Original Space Odyssey heißt, sondern eben tatsächlich irgendein BBC-Dingsy über die Erforschung der Planeten. Und fällt das in die Kategorie, die du besprichst, auch wenn es eine Dokumentation ist?
Evi Ach ja, ich weiß eigentlich nicht, weil es eben, ich muss es mir anschauen, aber es ist eben so eine Dokumentation, die halt schon so ein bisschen so Fiction-Elemente hat. Also es geht offenbar um so fünf Astronauten einer Mission, die den Auftrag bekommen, eben die Planeten unseres Systems zu besuchen und zu erforschen.
Evi Also es dürfte ein Halb-Halb-Ding sein, aber vielleicht passt es einmal im Zuge einer Filmbesprechung.
Florian Okay, aber es ist tatsächlich ein fiktionaler Dokumentarfilm. Also es ist eine Dokumentation, aber die ist quasi, sie dokumentiert etwas, was nicht stattgefunden hat.
Evi Also sowas gab es ja auch schon zu einer Mars-Mission. Also da war es ja auch irgendwie so halb Fiction, also wo dann auch immer so eine Mars-Mission schon war in der nahen Zukunft. Und dann gleichzeitig war es dann aber auch immer mit so Doku-Elementen, wo sie dann halt auch erklärt haben, was alles notwendig ist, um auf den Mars zu fliegen und da eventuell...
Evi Eine Kolonie auch zu bauen. Ich glaube, die hat einfach nur Mars geheißen, oder? Das war eine Serie.
Florian Schon. Wir werden es anschauen und dann wirst du entscheiden, ob du es besprichst. Aber vielen Dank, Jens, dafür, dass du uns das geschickt hast. Wir haben uns gefreut. Und wenn ihr uns auch was schicken wollt, der Teil kommt später im Podcast, wo ihr das erfahrt, aber das, weil es spezifisch für Science Frames war, haben wir es hier besprochen.
Florian Und dann hoffen wir, dass die künstliche Intelligenz oder die Roboterintelligenz auf dem Saturnmond Tetis bleibt und uns hier auf der Erde keine Schwierigkeiten macht, weil die Schwierigkeiten haben wir vorhin gerade besprochen und wir freuen uns lieber auf neue, spannende und vielleicht bessere Filme, die du beim nächsten Mal vorstellen willst.
Evi Ich hätte nicht mal schauen, dass das alles im Gleichgewicht bleibt.
Florian Ja, da kannst du einfach nicht mal nur gute Filme vorstellen, dann freuen sich auch alle.
Evi Nein, ich finde das schon witzig. Ich finde, solche Filme sollten auch einmal dabei sein. Ich finde das schon ganz lustig.
Florian Ist okay. Dann machst du das nächste Mal einfach einen mittelmäßigen Film.
Evi Okay, mal schauen, was mir wieder unter die Finger kommt.
Florian Ja, das werden wir in zwei Wochen hören und bis dahin verabschieden wir uns und sagen Tschüss.
Evi Tschüss, bis dann.
Florian Das war Science Frames und wenn ihr Evi mal persönlich sehen wollt, wie sie über Wissenschaft spricht, dann habt ihr die Chance am 28. April, womit wir nahtlos und sofort in die Veranstaltungsrubrik überleiten. Denn am 28. April wird Evi gemeinsam mit ihren Podcast-Kolleginnen Jana und Elka ihr neues Buch auf einem Café im All in Wien präsentieren. Im Planetarium Wien wird es die Buchpräsentation geben mit einer Planetarium-Show dazu.
Florian Könnt ihr am 28. April hingehen und euch das anschauen, wenn ihr irgendwo in Wien seid.
Ruth Cool. Kriegen wir da Gästekarten?
Florian Wenn du fragst, sicherlich. Ich nicht, weil ich muss nämlich leider mit den Science Passers auftreten.
Ruth Okay. Ich glaube, am 28. hätte ich Zeit. Okay, ich frage die Evi.
Florian Ja, genau. Hast du etwas, was du ankündigen möchtest?
Ruth Also genau, am 23. Ich bin draufgekommen, dass, wie ich es das letzte Mal, glaube ich, falsch angekündigt habe, im Bregenz, im Kunsthaus Bregenz mit dem Planetarium, dass noch Karten zur Verfügung stehen für die Abendvorstellung. Gar keine Karten. Also, ihr könnt einfach kommen.
Florian Okay.
Ruth Die Familien-Kinder-Veranstaltungen, die sind schon quasi abgezählt, okay. Aber die Abendveranstaltung, die als Vortrag läuft, obwohl es auch in der Planetarium schon sein wird, da könnt ihr einfach hinkommen.
Florian Ja, macht das doch.
Ruth Und je nachdem, wie viele Leute dann kommen, muss ich dann halt 1, 2, 3, 4, 5 oder 27 Vorstellungen machen. Also, ein bis zwei sind geplant. Keine Ahnung, ob da jetzt irgendwie schon nur viele Leute kommen oder niemand. Also wenn ihr in der Gegend seid, übermorgen, wenn ihr das zeitnah hört. Am 23. Um 19 Uhr gibt es im Kunsthaus Bregenz, wo es übrigens auch eine coole Ausstellung gibt und so weiter.
Ruth Planetariumsvorstellungen. Am 24. dann bei der langen Nacht der Forschung. Da muss man sich auch nicht anmelden. Da kann man auch einfach vorbeikommen in Dornbirn. Also 23. Bregenz, 24. Dornbirn. Kommt einfach vorbei. Ihr findet mich im Programm. Ich bin in irgendeinem Gebäude irgendwo auf dem Campus dort, aber ihr findet das und ich freue mich, euch zu sehen.
Florian Vorarlberg ist so winzig. Da findet man alles. Das schafft ihr.
Ruth Genau, die kennen sich auch alle und die wissen alle Bescheid. So ist es wirklich.
Florian Genau. Ja, ich bin nicht in Vorarlberg. Am 24. lange nach der Forschung. Da gibt es die Verleihung des Oberhummer Awards mit den Science Busters und der Preisträgerin Sandy Toxwick in Wien. auch im Rahmen der langen Nacht Erforschung. Und ansonsten die diversen Science-Busters-Shows, die ich eh schon oft angekündigt habe und die ihr unter sciencebusters.at findet.
Florian Das wiederhole ich jetzt ausnahmsweise mal nicht, sondern wiederhole nur noch schnell die Sternengeschichten-Live-Shows, die es noch gibt, nämlich die letzte vor dem Sommer, am 3. Juni in Wien, Sternengeschichten Live. Ich werde auch mein Programm ein bisschen verändern. Ich möchte mal ein paar neuere Sachen ausprobieren.
Florian Das heißt, wer das schon gesehen hat, damals im Januar, glaube ich, in der Kulisse, kann gern nochmal kommen. Es wird nicht mehr exakt dasselbe Programm sein wie damals. Ein bisschen was wird sich ändern, hoffe ich. Und dann gibt es eine weitere Sternengeschichten Live-Show in Österreich, die seit kurzem im Vorverkauf ist, nämlich die am 3.
Florian Dezember in Graz. Und dazwischen noch am 19. November in Baden und dazwischen an diversen Orten in Deutschland, in Norddeutschland, in Ostdeutschland, in Süddeutschland. Schaut auf sternengeschichten.live, da findet ihr alle Termine. Und die findet ihr auch in den Shownotes dieser Folge, wenn ihr da hinschauen wollt, auf dasuniversum.at.
Florian Und wenn ihr uns keine Fragen, sondern irgendwas anderes schicken, schreiben, sagen wollt, dann macht das unter hello at dasuniversum.at. Oder schickt uns Post. Und wir haben schon wieder eine Karte aus Neuseeland bekommen von Markus. Wunderschöne Karte mit Sternen drauf. Vom Lake Tekapo, der Südinsel von Neuseeland, hat er uns geschickt.
Florian Toll, Sterne zu sehen, sagt er hier. Wunderschön. Vielen Dank, Markus. Und keine Ahnung, was ihr alle in Neuseeland treibt, wisst ihr, was wir nicht wissen.
Ruth Gibt es da was gratis?
Florian Und dann war ich vor kurzem auch noch bei einer Science Buster Show in Graz. Und in Graz hat das Universum einen Umschlag bekommen von Christina aus Graz. Du auch kennst, die wir bei der Bauern-Silvester-Show schon getroffen haben in Graz, die sich mit Sonnenforschung beschäftigt und sehr begeistert war über die Sonnenfolge, die du erzählt hast und sie hat gemeint, es war nichts falsch.
Ruth War nicht grob Blödsinn.
Florian Ich habe dir Blödsinn vorher rausgeschnitten, habe ich gesagt. Wie immer. Und sie hat uns einen Umschlag gegeben, einen verschlossenen, den ich jetzt gerade live aufmache und da drinnen ist...
Ruth Vorsicht, das Finanzamt hört zu.
Florian Drinnen ist eine Schokoladentafel von Zotter, Milchstraße heißt die.
Ruth Echt?
Florian Ja. Und dann haben wir hier einen schönen Brief, eine Postkarte mit Nordlichtern, offensichtlich selbst fotografiert. Wunderschöne Polarlichter aus dem schönen finnischen Lappland. Von ihr selbst gestattet. Ich lese jetzt nicht alles vor, was hier drin steht. Ich muss jetzt erstmal in Ruhe lesen, ob da was Persönliches drin steht.
Florian Christina schickt uns wunderschöne Bilder von Polarlichtern und auch ein Bild von ihr als Beweis, dass sie dort war. Also macht alles die KI, Christina, das glaubt man nicht. Ist da noch was drin im Umsplot? Nein, das war alles. Ja, vielen, vielen Dank, Christina, für diese schönen Bilder und die gute Schokolade.
Ruth Die Milchstraße, jetzt habe ich sie gerade hier vor mir elektronisch, die ist sogar scheibenförmig.
Florian Ja, genau.
Ruth Das ist so cool. Vielen Dank, Christina. Und bis zum nächsten Mal in Graz dann. Im Dezember wahrscheinlich, in meinem Fall.
Florian Hat sich schon angekündigt.
Ruth Sehr gut, sehr gut.
Florian Ja, wie gesagt, wir freuen uns auch über diese Art der Kommunikation und Unterstützung. Und andere Arten der Unterstützung gibt es auch noch. Und dir zählt Ruth.
Ruth Ja, genau. Also wenn ihr uns unterstützen wollt, auf eine nicht schokoladige Art und Weise. Oder welche andere Art und Weise ihr auch immer kulinarisch möchtet. Wir sind da offen. Aber es geht auch unkulinarisch mit Geld. Wir freuen uns natürlich immer auch über finanzielle Unterstützung, weil wir ja doch hier auch unseren Beruf ausüben und eine Miete und so weiter zahlen müssen.
Ruth Aber jetzt macht euch keine Sorgen, wir schaffen das schon. Aber wenn ihr uns auch finanziell unterstützen wollt und eure Wertschätzung für unsere Arbeit auf diese Art und Weise ausdrücken möchtet, dann freuen wir uns darüber. Und das geht auf verschiedene Arten und Weisen, zum Beispiel über PayPal. Da könnt ihr uns einfach einen Betrag senden. Das haben seit dem letzten Mal Eric.
Ruth Und Marco gemacht. Vielen Dank, Erik und Marco. Oder ihr könnt auch ein Abo abschließen. Das geht über Steady und Patreon und da kriegen wir dann quasi automatisch, ohne dass ihr was tun müsst, regelmäßig Kohle von euch. Das ist natürlich auch super für uns. Und das hat seit dem letzten Mal Recke gemacht. Ganz herzlichen Dank.
Ruth Und dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, uns einfach ein E-Mail zu schreiben und zu fragen, hey, ich will euch Geld geben. Und das hat basically Bommi gemacht, Bommi und Elke, und hat uns dann eine Spende geschickt. Ihr seid ja wahnsinnig, ihr zwei, Bommi und Elke. Ganz herzlichen Dank. Das ist definitiv, definitiv die großzügigste Spende, die wir bis jetzt bekommen haben.
Ruth Wir sind ganz gehambelt. Wir wissen gar nicht, wie es so reicht. Wir werden auf jeden Fall mal irgendwie ein Bier auf euch trinken und wir haben uns eh schon verständigt und kommuniziert, wenn ihr noch irgendwie, Wenn wir euch noch was Gutes tun können, dann sagt bitte Bescheid.
Florian Genau, könnt gerne zu Science Buster-Sternengeschichten-Schoß kommen, wenn das bei euch irgendwo passend liegt. Meldet euch und so weiter. Aber ja, wir sind ja in Kommunikation. Vielen, vielen Dank dafür. Das war eine wirklich enorm großzügige Spende. Und damit?
Ruth Damit sind wir durch.
Florian Damit sind wir durch. Wenn ihr noch mehr hören wollt, dann schickt unsere Stimmen in die KI und lasst euch einen Podcast erzählen.
Ruth Ja, das wäre lustig.
Florian Das geht auch, kann man machen. Und dann schickt uns aber bitte das Ergebnis. Es gibt komplett KI-generierte Podcasts. Gibt es auch, aber wir sind nicht KI-generiert. Wir sind original und werden das auch noch in zwei Wochen sein bei der nächsten Folge von Das Universum. Und bis dahin verabschieden wir uns und wünschen euch einen schönen Frühling und Frühsommer.
Ruth Geht's raus. Macht's es gut.
Florian Tschüss.
Ruth Ciao.