
Das Universum· Folge 152
DU152 - Ein Blob aus dunkler Materie im Herz der Milchstrasse
Dienstag, 24. März 2026 · 1 h 28
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Shownotes
Und: Wo sind die Blumen im Weltraum?
DU152 - Ein Blob aus dunkler Materie im Herz der Milchstrasse
Und: Wo sind die Blumen im Weltraum?
In Folge 152 wird es dunkel! Wir gehen ins Herz der Milchstraße und schauen, ob dort ein schwarzes Loch ist oder vielleicht doch ein riesiger Haufen aus dunkler Materie. Und Evi erzählt von einem aktuellen Science-Fiction-Film, der fernen Vergangenheit und der fernen Zukunft.
ACHTUNG! “Das Universum” LIVESHOW am 29. März 2026 in Magdeburg. Hier gibt es Tickets (moritzhof-magdeburg.de/das-universum-wissensch…).
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Artemis und Mondkollision
Die Artemis-Mission ist immer noch nicht abgehoben. Und der Asteroid 2024 YR4 wird nicht mit dem Mond kollidieren (derstandard.at/story/3000000311350/asteroid-20…). Wir vermuten da einen Zusammenhang ;)
Astro-Geschichte: Dunkle Materie oder schwarzes Loch - was ist im Zentrum der Milchstraße?
Eine aktuelle Arbeit (academic.oup.com/mnras/article/546/1/staf1854/…) hat untersucht, ob im Zentrum unserer Milchstraße statt eines schwarzen Lochs auch ein großer Blob aus dunkler Materie sein könnte. Das hat jede Menge dumme Schlagzeilen produziert, obwohl es eigentlich eine sehr spannende Forschungsarbeit ist. Die These: Dunkle Materie könnte fermionische dunkle Materie sein. Die könnte dann eine Art von “Blob” bilden, der im Zentrum der Milchstraße sitzt. Die Frage: Könnten wir das nachweisen? Die Antwort: Aktuell nicht. Wir können die Bewegung von Himmelskörpern um das Zentrum der Milchstraße beobachten, aber derzeit nicht genau genug, um zwischen den beiden Möglichkeiten zu unterscheiden. Es ging in der Arbeit auch viel mehr darum, dass man mit fermionischer dunkler Materie nicht nur das Zentrum sondern auch den Rand der Milchstraße beschreiben kann. Oder, wie die Forschenden selbst sagen: "We are not just replacing the black hole with a dark object; we are proposing that the supermassive central object and the galaxy's dark matter halo are two manifestations of the same, continuous substance”.
Fragen aus der Hörerschaft
Klaus-Peter und Johannes wollten beide wissen, was von der Story mit der dunklen Materie statt schwarzem Loch zu halten ist. Bitte sehr!
Johannes fragt uns: ”Was wäre eigentlich, wenn ein schwarzes Loch durch unseren Körper flöge”
Das wäre sehr unangenehm, Johannes!
Fabian will wissen, ob man mit der Technik mit der man das erste Mal ein schwarzes Loch fotografiert hat, auch _”vielleicht wahnsinnig hochauflösende Bilder von Saturn oder Pluto herstellen könnte”?
Ja, aber nur im Radiobereich und da gibts wahrscheinlich nix zu sehen…
Science Frames: In the Blink of an Eye
Evi hat sich “In the Blink of an Eye” (imdb.com/de/title/tt6341826) angesehen und erzählt uns ein wenig über den Planeten Kepler 16b (de.wikipedia.org/wiki/Kepler-16b).
Veranstaltungen
Am 29. März 2026 in Magdeburg wird die nächste LIVE SHOW von “Das Universum” stattfinden. Hier gibt es Tickets (moritzhof-magdeburg.de/das-universum-wissensch…). Planetariumsshows von Ruth gibt es dort auch (moritzhof-magdeburg.de/live/anderes).
Außerdem: Die nächste LIVE Podcastaufnahme von “Das Universum” wird es am 16. Juni 2026 geben. Infos und Tickets gibt es zeitnah beim Radiokulturhaus (radiokulturhaus.orf.at/programm).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).
Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Das nächste Mal in , Berlin (23.3), Dresden (26.3), Leipzig (27.3) und Erfurt (28.3). Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).
Ruth ist am 23.4.2026 in Bregenz und öffnet dort ihr Planetarium: Infos (kunsthaus-bregenz.at/kalender/details/2026-04-…).
Neue Bücher und Hörbücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).
Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.
Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
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Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr gerne diesen PayPal-Link verwenden (paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum). Oder uns bei Steady (steadyhq.com/de/dasuniversum) unterstützen. Und auch bei Patreon (patreon.com/dasuniversum).
Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).
Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!
Kontakt
Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.
Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast …
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Florian Herzlich willkommen bei Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum sprechen mit Ruth.
Ruth Und mit Florian.
Florian Herzlich willkommen bei Folge 152. So viele Folgen haben wir schon.
Ruth Es geht voran, ja.
Florian Und was haben wir für Geschichten zu erzählen? Wir haben uns vorher schon über Blumen unterhalten, bevor wir die Aufnahme gestartet haben.
Ruth Ganz untypisch eigentlich, oder?
Florian Warum ist das untypisch?
Ruth Weiß ich nicht, weil wir uns selten über Blumen unterhalten, oder?
Florian Du meintest jetzt untypisch für uns beide, ich dachte untypisch für einen Podcast oder für Menschen.
Ruth Nein, es gibt sicher jede Menge Blumen-Podcasts, ja keine Ahnung, aber für uns beide, nicht für Menschen.
Florian Ich weiß nicht.
Ruth Entweder das Wetter oder Pflanzen.
Florian Wir haben doch schon oft über Pflanzen gesprochen.
Ruth Schon? Naja, vielleicht eh.
Florian Früher, wie wir alles Milch angebaut haben und so. Keine Drogen, bevor jetzt auf komische Gedanken kommt, aber ich habe bei der Zeit in Wien Pflanzen gehabt und auf der Sternwarte, wir haben schon über Pflanzen gesprochen.
Ruth Ja, okay, ein bisschen, ja. Hauptsächlich aber über Eichhörnchen.
Florian Wir machen mal eine Spezialfolge über Pflanzen. Gibt es auch. Astrobotanik ist eine Disziplin. Du hast Geschichten zu erzählen über Tomaten im Weltall. Das weiß ich, weil die hast du schon im Fernsehen erzählt. Also da können wir über Pflanzen im All sprechen.
Ruth Was habe ich später über Tomaten im Weltall erzählt? Habe ich dir was erzählt?
Florian Ja.
Ruth Was?
Florian Über die Suche nach der Tomate auf der Raumstation hast du mal in Science Pass das erzählt.
Ruth Ah, ja, ja, stimmt. Stimmt, habe ich. Ja, stimmt, stimmt, stimmt. Damals, als ich noch in Schottelbank gearbeitet habe, war ich auch dabei bei dem Rocket Experiment. Weil Rocket... Ja. Rucola auf Englisch. Rucola auf Englisch heißt Rocket. Und natürlich haben sie auf der Raumstation damals, wie der britische Astronaut Tim Peake auf der Raumstation war, der war super populär und hat voll viel auch gemacht und so.
Ruth Und dann hat der halt sein Rocket Science Experiment gemacht. Ganz viele Schulen und so weiter und Science Center haben dann diese Samen bekommen. Und da war halt ein Set an Samen, das auf der Erde geblieben ist und ein Set an Samen, das mit ihm im Weltraum war. Und das hat man dann angebaut und geschaut, was der Unterschied ist, ob ein Unterschied da ist und hat dann die Ergebnisse eingeschickt, halt so ein super Citizen Science Projekt.
Ruth Und das haben wir auch gemacht. Die waren bei uns, die kleinen Pflänzchen.
Florian War ein Unterschied? Waren die Weltraum-Rocola-Pflanzen mutiert?
Ruth Ja, ich weiß nicht mehr, was was war, aber eine von den beiden hat länger gebraucht zum Keimen. Also sie sind dann auch rausgekommen, aber da war länger noch nichts los bei den einen und ich weiß jetzt nicht, ob das die waren, die im Weltraum waren oder andersrum, kann mich nicht mehr erinnern, aber es war auf jeden Fall ein Unterschied, ja.
Florian Du hattest ja auch die Isaac Newton Apfelbäume.
Ruth Ja, stimmt. Ja.
Florian Dürfte ich anfassen, wie ich da war.
Ruth Ja, obwohl das natürlich ein Blödsinn ist, weil die Samen von den Äpfeln von Isaac Newtons Apfelbaum, weil man ja Apfelbäume nicht wirklich aus den Samen ziehen kann, also zumindest nicht mehr die gleichen. Also das wären nicht die gleichen Arten von Äpfeln. Es wird nicht die gleiche Art von Äpfeln, weil das ja mit irgendwas anderem auch dann bestäubt werden könnte.
Florian Aber es muss schon irgendein Baum rauskommen, oder? Weil das ist ja dann, so funktioniert der Fortpflanzung bei den Bäumen.
Ruth Sicher wird irgendein Baum rauskommen, aber es wird nicht mehr der Newtons Apfelbaum rauskommen. Dafür hätte man ein Stückchen einen Ast abschneiden müssen und auf einen anderen Wurzelstock drauf eingehen. Und dann wären da die Äpfel wieder genau die gleichen gewesen, wie die von Newtons Apfelbaum.
Florian Aber wahnsinnig.
Ruth Wahnsinnig. Aber wir haben die Körner, die Körner? Kerne, die Apfelkerne. Wir haben, ich glaube, eh nur irgendwie drei oder so, weil die waren natürlich super, wahnsinnig wertvoll. Und ich weiß nicht was. Und ich glaube, wir hatten drei.
Florian Immerhin.
Ruth Ja. Ich durfte sie angreifen, ja. Im Gegensatz zu den Astronauten. Ja, stimmt. Es gibt eh viele Geschichten über Pflanzen und den Weltraum eigentlich.
Florian Ich wollte gerade sagen, dass es tatsächlich sehr viele Experimente gibt, zu Recht über essbare Pflanzen im Weltall, weil das müssen wir auch irgendwann mal hinkriegen, aber dass Blumen im Weltall fehlen. Aber auch das stimmt nicht. Ich habe gerade mal ganz kurz geschaut. Es sind auch schon Blumen, also wirklich Blumen, Blumen gewachsen im Weltall, nämlich Zinien.
Florian Da hat ein Astronaut namens Scott Kelly.
Ruth Der Zwilling, der eine von den beiden Zwillingen, ja.
Florian Hat 2016 Zinien zum Blühen gebracht im Weltraum. Ich weiß nicht, ob du Zinien kennst.
Ruth Was sind Zinien?
Florian Hast du schon mal gesehen, wenn du die Wikipedia-Seite aufmachst, die Zinie, die dort abgebildet ist, eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Asteroidee, der Familie der Korbblütler. Also das sagt normales Nix.
Ruth Asteroidee heißen die?
Florian Das ist eine ganze Pflanzenfamilie, die Korbblütler. Die heißen so auf Scheit die Asteroidee. Aber Zinien hast du schon mal gesehen. Also wenn du dir das Zinian-Bild anschaust in der Wikipedia, da ist doch, ja, kenne ich.
Ruth Das ist so, wie wenn ein Kind eine Blume zeichnet, dann schauen die so aus, so mit so gelb in der Mitte, rote Blüten, so längliche Blüten, die so nebeneinander sind.
Florian Tatsächlich, wie ich Blumen im Weltall oder Flowers in Space gegoogelt habe, kamen da jede Menge Bilder und ich habe mir gedacht, was ist denn das jetzt schon wieder für ein KI-Blödsinn? Dieser Blumenstrauß, der da vor der Erde schwebt. Aber nein, das hat Scott Kelly fotografiert aus der Cupola auf der Raumstation.
Ruth Tatsächlich? Also, aber in der Raumstation ist die Blume geschwebt. Ja, ja, ja. Nicht außen vorbeigeflogen. Bye, bye. Na, okay. Wozu hatten Sie die da einfach?
Florian So genau habe ich es nicht recherchiert, das war ein Experiment, aber wir werden das mal machen. Wir haben ja gerade gesehen, es gibt genug Material über Blumen im Weltall und Pflanzen im Weltall. Das heißt, wir werden uns mal einen Anlass suchen. Den Valentinstag haben wir schon verpasst, wo man ja immer über Blumen reden muss, aber das müssen wir auch anders losmachen und über Blumen im All reden.
Ruth Also ich bin ja mittlerweile auch ein Blumenfreund. Ich war ja früher immer total... Kontra Blumen, weil ich mir immer gedacht habe, wozu doofe Blumen, wenn ich Gemüse haben kann. Aber es gibt ja urviel Gemüse, das auch urschön blüht und dann kann ich es essen auch noch. Das ist irgendwie Win-Win. Aber dann mittlerweile musste ich einlenken und habe festgestellt, dass es natürlich sehr viele Blumen gibt, die zu Zeiten blühen, zu denen das Gemüse nicht blüht.
Ruth Und dass die, die das Gemüse dann zum Gemüse machen oder zur Befruchtung des Gemüses beitragen, dass die ja auch Nahrung brauchen, die kleinen Bestäuber. Und dass die halt zu allen Jahreszeiten da irgendwie auch Nahrung brauchen und so. Und dass das ja durch alles zusammenhängt und die Blumen genauso ihre Daseinsberechtigung haben.
Florian Genau, dann müsste ich jetzt eine Überleitung finden.
Ruth Kurzes Blumenplädoyer.
Florian Ja, jederzeit ein Plädoyer für Blumen. Ich komme ja, wenn man so will, auch aus einer Floristenfamilie. Meine Großeltern und meine Mutter sind Floristen. Und das hat immer schon eine Rolle gespielt in meinem Leben, die Blumen. Also da habe ich überhaupt kein Problem damit. Und vielleicht, und das ist jetzt die mega Überleitung, vielleicht werde ich demnächst Blumen geschenkt bekommen.
Ruth Wo denn? Wie denn?
Florian Ich muss das ja auch noch erwähnen, weil das passiert mir nicht so oft. Darum sage ich das gerne höffentlich. Ich habe einen Preis gewonnen, gemeinsam mit Claudia. Haben wir einen Preis gewonnen. Du hast ja auch einen Preis gewonnen vor kurzem. Da haben wir eine Folge darüber gemacht. Ich habe jetzt auch einen Preis gewonnen.
Florian Den Preis der österreichischen Forschungsgemeinschaft für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Rundfunk.
Ruth Rundfunk. Ja, ja, ja. Weil Podcast haben sie natürlich noch keine Kategorie.
Florian Doch, das zählt zur Kategorie. Das ist wie Rundfunk-Podcast. Also da heißt der, wenn der Pressemeldung steht, nur Rundfunk.
Ruth Rundfunk. Das ist so ein lustiges Wort, oder? Rundfunk. Aber es ist sehr deskriptiv. Es ist ein gutes, altes, deutsches Wort. Der Funk einfach rundherum in einer Kugel breitet er sich aus.
Florian Ja, ich bin mir gar nicht sicher, wo das Wort eigentlich herkommt. Wir haben so viele technikaffine Hörerinnen und Hörer.
Ruth Die sich ausgehen. Naja, anders als der Richtfunk, wo man quasi auf eine Antenne gerichtet funkt, sendet. Und dass ich halt so da irgendwie dann gerichtet komprimiert und intensiviert fortpflanzen kann, ist der Rundfunk in alle Richtungen.
Florian Ja.
Ruth So, dass alle ihn empfangen können.
Florian Aber das, was ich mir geglaubt habe, dass das auch mit der Entdeckung der Radiowellen durch Heinrich Herz zu tun hat. Weil der hat ja wirklich Funken erzeugt gehabt, um da die Radiowellen nachzuweisen. Und ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob da was Rundes quasi auch noch dabei war. Also ob das irgendwie so ein Rundfunken….
Ruth Eine runde Kugel, die Funken… Irgendwie, ob das irgendwie dann ein technischer Begriff war oder sowas.
Florian Aber müsste man auch mal recherchieren. Das machen wir dann in der Rundfunkspezialfolge, nachdem wir die Blumenspezialfolge gemacht haben.
Ruth Oder wir lassen euch einfach, so wie damals bei den Neutrinos, wir lassen euch einfach unser blödsinniges Gelaber mit Wissen auffüllen und korrigieren. Also wenn ihr euch mit Rundfunk auskennt, dann sagt Bescheid.
Florian Wir haben Hörer, die sind technisch so gebildet, dass sie das beantworten können. Die werden das tun. Jedenfalls haben Claudia und ich diesen Preis gewonnen für unsere Berichterstattung über den zweiten österreichischen Sachstaatsbericht zum Klimawandel. Freuen wir uns drüber.
Ruth Mir würde jetzt niemand einfallen, der das mehr verdient hätte als ihr, weil diese Arbeit, sich da durch diesen Bericht durchzulesen, ist ja crazy.
Florian Ja, und deswegen freuen wir uns auch drüber. Es wird am 17. April eine Preisverleihung geben. Ich weiß aber nicht, inwiefern die öffentlich ist. Sie sind so viel öffentlich, als dass Claudia und ich dort sein werden. Das schon, aber ich weiß jetzt nicht.
Ruth Es ist nicht geheim unter Verschluss, nur für die Eingeweihten.
Florian Ich weiß jetzt nicht, ob da Leute hinkommen können oder ob ich Gäste mitbringen kann. Du kannst gerne mitkommen, wenn du mitkommen darfst, weiß ich nicht.
Ruth Mal schauen, ich glaube, da bin ich eh nicht da. Ich bin ja die ganze Zeit irgendwo und überall.
Florian Jedenfalls haben wir beide uns gefreut, dass wir diesen Preis bekommen haben, weil das ist der erste Preis, den ich für einen Podcast in der Form bekomme, wenn man diesen einen komischen Preis vom Kurier da mal wegrechnet, mit dem ich auch freue, dass ich ihn bekommen habe. Aber da gab es irgendwie eine Million Kategorien und da gab es anscheinend nicht so viele Podcasts. Also da habe ich dann einen bekommen.
Ruth Da hat jeder was bekommen. Das sind ja die sympathischsten Bewerbe, oder? Wo es einfach so viele Kategorien gibt. So ein bisschen wie Olympia.
Florian Eher so wie die Kindersportfeste oder sowas, wo alle was kriegen. So und bevor wir mit der Astronomie weitermachen, noch gleich jetzt mal am Anfang hier der Hinweis, weil es bald soweit sein wird. Am 29. März sind Rud und ich in Magdeburg im Moritzhof und werden dort eine Das Universum Live Show spielen.
Florian Wenn ihr da hinkommen wollt, dann kümmert euch jetzt darum, dass ihr dort eine Eintrittskarte habt, dass ihr auch entsprechend anreisen könnt, weil in der nächsten Folge, die ihr von uns hören werdet, ist es schon vorbei. Das heißt, ihr müsst das jetzt machen. Also ihr könnt es ja auch später auch noch machen, aber wir können es euch nur noch jetzt sagen, dass ihr das tun könnt.
Florian Magdeburg, 29. März, ein Sonntag, Beginn der Sommerzeit übrigens noch, falls das für irgendwen relevant sein sollte.
Ruth Ah, da kann man dann noch eine Stunde weniger schlafen nach der ganzen Aufregung, na toll.
Florian Ja, kannst auch länger schlafen, aber es ist halt eine andere Uhrzeit, was du denkst, das ist.
Ruth Das stimmt, ja, das stimmt. Am Schlafen selber hindert einen die Zeitumstellung nicht. Aber ich habe erst um elf meinen Retourzug.
Florian Genau, also kommt dahin. Es ist, so wie es ausschaut, glaube ich, die letzte, vorerst letzte geplante, das Universum Live Show in Deutschland für dieses Jahr. Da haben wir, glaube ich, sonst nichts mehr im Programm aktuell.
Ruth Nein, ich glaube nicht.
Florian Wenn ihr uns in Deutschland sehen wollt, dann müsst ihr nach Magdeburg kommen am 29. März. Soweit das und jetzt machen wir Astronomie. Es gibt ein paar kurze Meldungen. Das Artemis Update habe ich jetzt mal weggelassen. Da gibt es natürlich was zu erzählen, aber ich habe gedacht, ich warte, bis du das wieder machst, weil wer weiß, was sich wieder ändert bis dahin.
Ruth Aber ein Ding ist schon cool, ein Artemis-Update ist cool, nämlich, das ist das, was du eh auch gesagt hast.
Florian Genau, das hätte ich jetzt eh gerade kurz gesagt. Es ist immer noch kein Raumschiff auf dem Weg zum Mond. Artemis 2 ist zumindest Stand heute und Stand heute ist bei uns der 12. März. Stand heute noch kein Raumschiff abgehoben in Richtung Mond mit Menschen drin. Also Artemis 2 ist immer noch verzögert.
Ruth Verzögert. Jetzt April ist die eigentlich angepeilte Startzeit gewesen für lange Zeit. Und dann haben sie es ja für zwei Monate vorverschoben und aus dem ist nichts geworden. Und jetzt ist es wieder back to normal.
Florian Genau, also das müssen wir noch abwarten, Artemis 2. Und was sich geändert hat, ist, dass Artemis 3 jetzt schlauerweise nicht mehr direkt am Mond landet, weil das habe ich ja in der letzten Folge irgendwann gesagt, dass das eigentlich viel zu schnell ist, der Schritt.
Ruth Ja, weil die Landefähre halt auch noch nicht fertig ist. Was soll man denn machen?
Florian Ja, runterspringen mit dem Fallschirm, geht schon. Ja, genau.
Ruth Ui. Vernünftig. Sie haben eine weitere Artemis-Mission eingeschoben.
Florian Genau. Also Artemis 3 wird jetzt das Raumschiff, also das Raumschiff in dem Fall die Landefähre, die Mondlandefähre und das ganze Ding, was am Mond landen soll und passieren soll, das werden sie mit Artemis 3 mal im Weltraum testen und Artemis 4 soll dann landen.
Ruth Die Idee war, wenn man jetzt wieder wartet, bis diese Landefähre fertig ist, wer weiß, wie lange das noch dauert, dann hat man wieder die gleichen Probleme, immer, dass die Rakete so lange rumgestanden ist und dann wieder nicht, da man sich darauf verlassen kann und blablabla. Darum möchte man das in einem, naja, schnelleren Rhythmus, sagen wir es mal, in einer schnelleren Abfolge, da einfach diese SLS-Rakete dann auch wirklich nutzen und starten und darum einfach schon mal einen Landungstestflug quasi vor der echten Landung. Also es macht eigentlich voll Sinn, ja.
Florian Und weißt du, voller Aufdeckerjournalismus, wir werden gleich sofort den nächsten Preis bekommen, weißt du, warum die Artemis-Mission wirklich verschoben wurde, also neu eingeschoben wurde, verlängert wurde.
Ruth Das Kind hat mich heute gefragt, was ist jetzt mit Artemis 51? Ah, das ist ja mal eine interessante Kombination aus zwei Wörtern. Er hat natürlich Area 51 gemeint, aber anscheinend war Artemis schon so weit in den Nachrichten, dass es irgendwie schon hängen geblieben ist irgendwie. Sind es die Aliens?
Florian Nein, es sind nicht die Aliens, weil, also, wenn sich das Ganze noch weiter verzögert hätte, ja, es war ja schon illusorisch, dass Artemis 3 nächstes Jahr stattfindet, also Es wird sich noch locker nach hinten verschieben. Artemis 4, die Landung, so wie es jetzt geplant ist, sowieso. Also vor 2.29, 2.30 hätte ich eh nicht damit gerechnet.
Florian Und wahrscheinlich wäre es sogar noch ein bisschen nach hinten verschoben worden. Dann hätte es Probleme geben können, große Probleme. Und diese Probleme, die sind jetzt ausgeräumt. Denn es hätte nämlich im Dezember 2032 ein Asteroid auf den Mond einschlagen können. Und darum hat die NASA sich sicher gedacht, da sind wir mal lieber vorher da.
Florian Wer weiß, was da passiert. Es ist ja blöd, wenn wir jetzt da landen und dann schlägt der da ein.
Ruth Stell dir vor, all die Jahre und Jahrzehnte arbeitet man darauf hin und du bist der Mond. Und endlich, endlich die Mondlandung. Und dann, wusch, kommt dieser Asteroid, oder?
Florian Genau, das ist der Asteroid 2024 YR4, über den wir schon eine Spezialfolge gemacht haben und immer wieder erzählt haben. Das war der Asteroid, der damals nach seiner Entdeckung eben im Jahr 2024 tatsächlich die höchste bekannte Einschlagswahrscheinlichkeit hatte, die wir so gemessen haben. Also das waren wir bei drei Prozent Einschlagswahrscheinlichkeit, was viel ist.
Florian Das ist der Wert, wo dann schon offiziell quasi darüber nachgedacht wird, was für Abwehrmaßnahmen man jetzt treffen könnte. Wir haben mit einem Asteroiden-Abwehrexperten mit Sigi damals darüber geredet, was da passiert. Es wäre kein Weltuntergang gewesen, das Ding war 60 Meter groß, aber wenn das Ding irgendwo einschlägt, ist es trotzdem blöd für den Ort, wo es einschlägt.
Florian Also das wäre schon was, was man sich anschneiden könnte. Aber dann hat sich herausgestellt, nein, auf der Erde wird er nicht einschlagen. Aber es bestand immer noch eine ungefähr vierprozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid mit dem Mond kollidiert. Und auch die konnte jetzt ausgeräumt werden.
Florian James Webb hat sich das Ding nochmal genauer angeschaut, hat nochmal genauere Bahndaten gefunden von dem Asteroid. Und jetzt ist klar, das Ding wird auch den Mond verfehlen. Und dann hat sich die Nase gedacht. Dann können wir uns ein bisschen lockerer angehen, dann können wir uns ein bisschen Zeit lassen mit der Mondlandung, dann machen wir das später.
Florian Das ist passiert, behaupte ich.
Ruth Ist gut. Aber schade. Also ich weiß, die Wahrscheinlichkeit war trotzdem immer gering, weil auch 4 Prozent ist ja im Vergleich zu 96, was ja viel höher ist, sehr wenig. Also ja, war die Wahrscheinlichkeit sowieso gering. Aber ich meine, das hätte von der Erde aus gesehen, oder? Diesen Einsteig.
Florian Das wäre schon eine coole Geschichte gewesen für die Wissenschaft, auch das genau zu beobachten und so weiter.
Ruth Allerdings, ja.
Florian Kann ja immer noch passieren. Mit Asteroiden kann ich ja immer noch einschlagen, ohne Vorwarnung.
Ruth Kann ein anderer kommen.
Florian Genau.
Ruth Eh, voll. Aber bei dem, da hätte man halt dann schon, würde man schon wissen, was passiert und so weiter. Dann könnte man sich schon gescheit irgendwie ausrichten und darauf vorbereiten. Aber gut, soll nicht so sein.
Florian Ja, in dem Fall wird es nicht passieren. Also keine Kollision mit dem Mond und keine Landung auf dem Mond in diesem Jahr. und im nächsten Jahr vermutlich auch nicht, das zur Einleitung und jetzt zur eigentlichen Geschichte. Und diese Geschichte, Ruth, ist eine Geschichte, wo am Fundament unseres Weltbildes gerüttelt wird.
Ruth Oh nein, haben wir schon wieder mal den Urknall widerlegt. James Webb hat den Urknall widerlegt.
Florian Nein, nein, nicht ganz. Aber das ist eine von den Geschichten, die tatsächlich aus irgendeinem Grund, und man kann sich vermutlich hier denken, was der Grund ist, aber aus irgendeinem Grund wirklich die Menschen erreichen. Es gibt ja jede Menge Nachrichten aus der Astronomie, jeden Tag, weil jede Menge Zeug rausgefunden wird und viele von den Geschichten kriegt man halt nicht mit.
Florian Viele von den Geschichten kriegt man sowieso nur mit, wenn man in der Wissenschaft tätig ist, weil die überhaupt nicht in den normalen Medien auftauchen. Viele Geschichten tauchen in den normalen Medien auf, aber da kommt es auch nicht aus dem Wissenschaftsteil raus und dann gibt es Geschichten, die plötzlich überall sind und in dem Fall auch überall von den Menschen tatsächlich registriert werden.
Florian Also zu dieser Geschichte habe ich überraschend viele E-Mails bekommen, Anfragen bekommen. Im E-Mail-Postfach vom Sciencebuster-Podcast sind Fragen zu dieser Geschichte drin. Also das ist eine Geschichte. Überall auftaucht und die die Menschen tatsächlich, obwohl es auf wissenschaftlicher Ebene eine sehr, sehr, sehr komplexe Geschichte ist, haben das die Menschen anscheinend so in ihrem Kopf drin.
Florian Das ist was, das bleibt hängen in den Köpfen der Menschen und dann wollen sie was wissen drüber. Und das finde ich interessant, welche Geschichten das sind. Und man wird sich vielleicht eh schon jetzt denken können, um was es geht oder auch nicht. Es geht auf jeden Fall um etwas, was, wie gesagt, an unserem Weltbild rüttelt.
Florian Das zitiere ich jetzt aus entsprechenden Medienberichten. Eine Medienschlagzeile lautet da, eine aktuelle Analyse von Astrophysikerinnen rüttelt an diesem Fundament und liefert eine verblüffend schlüssige Alternative zu unserem bisherigen Weltbild. Und die Überschrift dazu war, dunkle Materie statt schwarzes Loch.
Florian Forscher stellen unser Bild der Milchstraße in Frage.
Ruth Der Blödsinn. Was das hat die Leute so aufgeregt?
Florian Ja, das ist tatsächlich etwas, was die Menschen… Wegen der dunklen Materie? Ich weiß es nicht.
Ruth Wegen dem schwarzen Loch?
Florian Ich glaube, es ist einmal die Kombination aus diesen Schlüsselwörtern. Dunkle Materie, schwarzes Loch, das sind, wissen wir, die Begriffe, da hören die Menschen hin. Genauso wie bei Aliens und Exoplaneten und sowas. Zweite Erde, das ist mal was, da hat man ein Bild im Kopf oder in dem Fall kein Bild im Kopf, weil die Menschen kein Bild, kein wissenschaftlich korrektes Bild im Allgemeinen im Kopf haben, wenn man ein schwarzes Loch und Dunkle Materie sagt.
Florian Das haben ja bei der Dunkle Materie nicht mal die Forschenden, weil wir wissen nicht, was das ist. Also da haben wir kein Bild im Kopf davon. Aber es assoziiert natürlich jeder Mensch was damit. Und das klingt schon mal mysteriös. Und vor allem, ich glaube, es ist der Aspekt des Weltbild-in-Fragestellens.
Florian Dieses, alles ist anders. Ich werde am Ende noch was dazu sagen. Das sind diese Geschichten, da braucht man auch als Wissenschaftsjournalist oder Journalistin jetzt keine große Geschichte drum schreiben. Weil man kann die Geschichte sofort erzählen mit, es ist alles anders, als wir gedacht haben. Und was dann danach kommt, ist gar nicht mehr so wichtig.
Florian Ich meine, das kann man natürlich auch irgendwie aufschreiben. Aber allein die Tatsache... Es ist alles anders, als wir gedacht haben. Ich glaube, das spricht viele Menschen an, bewusst oder unbewusst, weil viele Menschen haben ja wirklich so das Gefühl, sei es jetzt die eine oder andere Art aus einer verschwörungstechnischen Richtung oder aus einer anderen Richtung, dass in Wahrheit alles anders ist als gedacht.
Florian Ich glaube, dass das spricht auf vielen Ebenen die Menschen an. Aber es ist tatsächlich aus wissenschaftlicher Sicht jetzt eine interessante Geschichte. Ja, das ist eine seriöse wissenschaftliche Arbeit und wie wir auch sehen werden, eine interessante wissenschaftliche Arbeit, aber nicht aus dem Grund, der in den Medien und in den Köpfen vieler Menschen liegt.
Florian Also es ist jetzt nicht so, dass wir jetzt kurz davor stehen, alles über den Haufen zu werfen. Das nicht. Aber es ist interessant. Um was geht es? Es geht um eine wissenschaftliche Arbeit von Valentina Grespi aus Argentinien, La Plata, oder ist das Spanien?
Ruth Für das Argentinien.
Florian Institut of Astrophysics in La Plata. Die ist die erste Autorin und dann sind da noch einen ganzen Schwung anderer Leute mit dabei. Die haben das veröffentlicht in einer seriösen wissenschaftlichen Fachzeitschrift Anfang Februar. Und der Titel, der offizielle Titel heißt nicht, wir stellen das Weltbild in Frage, sondern heißt The Dynamics of S-Stars and G-Sources orbiting a supermassive compact object made of fermionic dark matter.
Florian Also das ist schon mal weniger aufregend als die Schlagzeilen, Aber es geht um Folgendes. Es geht um das supermassereiche schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße. Wir gehen davon aus, im aktuell noch nicht gestürzten Weltbild, wir gehen davon aus, dass in den Zentren der Galaxien und im Zentrum unserer eigenen Galaxie ein sehr, sehr massereiches schwarzes Loch sitzt.
Florian Das Loch im Zentrum der Milchstraße hat ungefähr vier Millionen Mal die Masse unserer Sonne. Das ist da. Und woher wissen wir, dass es da ist? Weil wir auf verschiedene Arten das beobachtet haben. Wir haben ein Foto gemacht, das ist mal ein Ding, was wir gemacht haben. Aber wir haben schon seit Jahrzehnten Sterne beobachtet, die sich dort bewegen.
Florian Sterne, die sich um das Zentrum der Milchstraße herum bewegen und bewegen. Manche Sterne haben wir wirklich so lange beobachtet, dass sie den kompletten Umlauf gemacht haben um das Zentrum der Milchstraße. Und wir können uns ausrechnen, tatsächlich, wie schwer muss ein Ding in der Mitte sein, dieser Umlaufbahn, damit der Stern sich so rundherum bewegt, wie er es tut.
Florian Das ist im Wesentlichen Isaac Newton, Kepler. Also das kann man sehr leicht ausrechnen. Und dann kriegen wir eine Masse für das Ding, das da Gravitationskraft ausübt. Und diese Masse muss eine gewisse Größe haben oder kann nicht größer als eine Grenzgröße sein. Und die Grenzgröße ist halt die Umlaufbahn des Sterns, weil da kann es nicht raus.
Florian Dann haben wir eine Masse, haben wir eine Größe, haben wir eine Dichte und alles, was wir uns bis jetzt ausgedacht haben an Objekten, diese Bedingungen erfüllen könnten, sind schwarze Löcher. Also da passt nur super massereiche schwarzes Loch. Und es gibt noch jede Menge andere Gründe, warum wir davon ausgehen, warum da ein schwarzes Loch sitzt im Zentrum der Milchstraße.
Florian Das war übrigens meine Diplomprüfungsfrage in Extragalaktik.
Ruth Tatsächlich.
Florian Im Jahr 2000.
Ruth Im Jahr 2000 hast du deine Diplomprüfung gemacht?
Florian Ja.
Ruth Wow. Ah ja, stimmt, du warst so schnell. Na eh. Na eh. Voll. Seit dem Jahr 2000.
Florian Ich weiß noch, das war doch die Zeit, wo man keinen Abschluss-Defensius gemacht hat, sondern wirklich noch eine Prüfung gemacht hat.
Ruth Prüfungen.
Florian Genau, und ich habe eine Prüfung bei meinem Hauptthema in der Himmelsmechanik gemacht und dann in meinem zweiten Spezialgebiet Extragalaktik hatte ich bei deinem Doktorvater eine Prüfung. Und weil er wusste, ich habe Himmelsmechanik gemacht, hat er gedacht, er fragt mich was Leichtes, wie man erkennt, dass ein supermassereicher schwarzes Loch im Zentrum ist.
Florian Und ich habe ihm alles Mögliche aufgezählt, nur die Geschichte mit der Stern rundherum, auf den bin ich nicht gekommen bei der Prüfung. Das habe er mir dann danach erzählt.
Ruth Aber da hast du wahrscheinlich trotzdem einen Einser bekommen.
Florian Oder? Das weiß ich nicht. Ich glaube schon, dass ich eine gute Note gehabt habe und durchgekommen bin. Wir wissen aus vielen Gründen, dass da ein schwarzes Loch, ein supermassereiches schwarzes Loch im Zentrum sitzt. Aber kann auch was anderes sein. Theoretisch kann da alles Mögliche drin sein. Kann ein fettes Alien sitzen?
Florian Wissen wir ja nicht. Also möglich ist alles. Es kann alles Mögliche drin sein, theoretisch. Und die haben sich jetzt etwas angeschaut, was mit dunkler Materie zu tun hat. Sie haben jetzt ein spezielles Modell der dunklen Materie hergenommen. Normalerweise, wenn wir uns dunkle Materie vorstellen und wenn wir über dunkle Materie sprechen, gehen wir immer von dem aus, was eh Stand der Forschung ist, beziehungsweise Stand des Wissens, das wir haben, ist, dass dunkle Materie halt so diffus ist, in großen Wolken ist, die klumpt nicht, weil halt, ja, haben wir schon oft genug erklärt im Podcast, dunkle Materie sich nicht so verhält.
Florian Aber es gibt ein dunkle Materie-Modell, das doch so die Möglichkeit bietet, dass es, es kompaktere dunkle Materieobjekte gibt, und zwar fermionische dunkle Materie. Ich weiß nicht, ob du von der schon mal was gehört hast. Mir war es neu, aber gut, ich kenne mich auch nicht mit dunklen Materie-Modellen aus, aber fermionische dunkle Materie, na ja, es ist halt dunkle Materie aus Fermionen.
Florian Also Fermionen sind Elektronen, Protonen, Neutrinos und so weiter. Und Fermionen sind sie deswegen, weil zwei Fermionen nicht denselben Quantenzustand besetzen können. Das ist so ein Quantenmechanik-Ding im Gegensatz zu Bosonen. Die können das. Und die sagen jetzt hier, dunkle Materie könnte aus Fermionen bestehen.
Florian Und wenn sie das tut, ich lasse die Details jetzt weg, aber wenn dunkle Materie aus Fermionen besteht, dann kann es so, in der Arbeit schreiben sie immer über Blobs, also gravitationsstabile, gravitationally stable Blobs geben. Die sehr, sehr dicht sind und aus dunkler Materie bestehen. Und die sagen, naja, vielleicht sitzt ja so ein Ding im Zentrum der Milchstraße und haben dann geguckt, was das bedeuten würde und ob man das feststellen könnte.
Florian Bevor ich das erzähle, habe ich noch überlegt, okay, gibt es da überhaupt Kandidaten für sowas? Also gibt es überhaupt irgendwie… Ja.
Ruth Das wollte ich auch gerade fragen. Also für diese Familien… Ist es einfach nur, wenn, dann, könnte, möglicherweise? Oder ist das wirklich etwas, was auch verfolgt wird, Teilchen physikalisch?
Florian Ja, schon. Nämlich, also es gibt tatsächlich dunkle Materie, Teilchen, die so sein könnten. Es gibt Neutrinos, das wissen wir, drei Stück. Und es gibt... Schon seit Längerem die Hypothese, dass es auch ein viertes Neutrino geben könnte. Und zwar ein steriles Neutrino. Ich weiß jetzt nicht genau, warum das steril genannt wurde.
Florian Da geht es um die Kiralität, also die Händigkeit von Teilchen. Und das ist etwas in der Biologie oder in der Molekularbiologie, da kann man sich die Händigkeit vorstellen. Das ist halt, wenn einer so gespiegelt ist, zum anderen die Form des Moleküls. Das ist dasselbe Molekül, aber leicht anders gespiegelt.
Florian In der Quantenmechanik ist es wieder so wie bei Spin und so weiter, das hat halt einen Namen, aber man kann es sich nicht vorstellen. Also bei der Chiralität, ich habe das aus der Wikipedia rausgesucht, bei der Chiralität in der Quantenmechanik geht es um die Zerlegung von Dirac-Spinoren in orthogonale Zustände, die unter Paritätsoperationen ineinander übergehen.
Florian So, damit ist alles klar. Ich habe keine Ahnung, was es ist. Ja, haben wir es auch besprochen, sehr gut. Jedenfalls geht es darum, dass die drei Neutrinosorten, die wir kennen, linkshändig sind. Also die haben diese ominöse quantenmechanische Eigenschaft und die bezeichnen wir als linkshändig. Und es könnte aber auch sein, dass es ein rechtshändiges Neutrino gibt.
Florian Und so ein rechtshändiges Neutrino würde Gravitation spüren, aber sonst keine Kräfte mehr. Also das wäre genau das, was wir für die dunkle Materie brauchen. Und es hat, glaube ich, auch eine Eine größere Masse, so genau habe ich das jetzt dann nicht mehr herausgefunden. Also es ist tatsächlich, ja, die sind schwerer, ja.
Florian Also sie sind schwerer. Die könnten einige offene Fragen klären, diese sterilen Neutrinos. Da gibt es irgendwelche, ich kenne mich da alles nicht aus, ja. Es gibt irgendwelche Mechanismen, wie so ein steriles Neutrino dann die Masse der leichten Neutrinos erzeugt. Dann wissen wir, wo die herkommt. Ja, Neutrinos werden dann ein wunderbarer Kandidat, die sterilen Neutrinos für die dunkle Materie.
Florian Wir könnten damit auch diese Asymmetrie der Teilchen am Anfang des Universums, Antimaterie, Materie, leicht erklären und so weiter. Also tatsächlich wäre so ein steriles Neutrino eine super Sache. Es gibt jede Menge Experimente an Teilchenbeschleunigern, wonach sowas gesucht wird. Und tatsächlich gab es so um, ich habe die genauen Jahre nicht mehr im Kopf, aber ich kann mich erinnern, dass ich in meiner Hochzeit des Bloggens, in meinem Wissenschaftsblog damals darüber geschrieben habe, über eine Geschichte, dass Experimente darauf hinweisen, dass man jetzt sowas vielleicht tatsächlich gefunden hätte oder entsprechende Hinweise gefunden hat, die man, wenn sie statistisch signifikant wären, als Existenz oder Hinweise auf die Existenz von sterilen Neutrinos deuten kann.
Florian Dann hat sich das aber offensichtlich bis jetzt nicht bestätigt, beziehungsweise hat man gesagt, ja, das kann doch nicht durch ein sterile Neutrinos erzeugt werden. Aber sie sind, glaube ich, noch nicht bestätigt.
Ruth Aber gibt es irgendeinen Grund, warum es sterile Neutrinos geben sollte? Oder ist es wieder mal nur der Fall, dass man sagt, wenn es das gäbe, könnte man das und das und das erklären? Wäre das nicht praktisch? Das könnte es doch auch geben. Es wäre möglich und damit könnte man was erklären. Oder ist da wirklich irgendwo etwas, was man gemessen hat, wo dann das sterile Neutrino rausfällt als Ding, das ich brauche?
Florian Bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, wo das herkommt? Das habe ich jetzt quasi nicht mehr im Detail angeschaut.
Ruth Wo kommt das überhaupt her? Wenn das keine schwache Wechselwirkung hat, dann entsteht das ja auch gar nicht. Auf die Art und Weise wie Neutrinos über Radioaktivität und so weiter. Den Zerfall von Neutronen entstehen.
Florian Da müssen wir tatsächlich darauf warten, dass jemand aus der Hörerschaft schreibt, der in der Teilchenphysik arbeitet oder die sich mit dem auskennt. Das kann ich ja nicht sagen. Aber ich weiß natürlich, dass das nicht aus dem Himmel gefallen ist, das Sterine Neutrinos. Das kommt schon aus der Untersuchung.
Florian Vielleicht gibt es es doch, wissen wir nicht. Aber es ist tatsächlich etwas, so wie das Higgs-Boson, kann man sich das vorstellen. Die Leute haben gesagt, okay, wenn das so funktioniert...
Ruth Ja, aber das ist ja vorhergesagt worden, theoretisch, oder? Und nicht einfach nur...
Florian Ja, ich glaube, das ist so eine Vorhersage, die kommt aus einer großen vereinheitlichten Theorie und so weiter. Aus diesen ganzen Vereinheitlichungstheorien kommt so etwas wie ein steriles Neutrino mit raus, glaube ich. Bin mir nicht hundertprozentig sicher. Also wenn du diese Teilchen, die Quantenmechanik, da so ein bisschen weiterführst, weiterdenkst, kannst du, glaube ich...
Florian Zu einer Theorie kommen, die das sagt, wir müssten so ein Teilchen haben wie das sterile Neutrino. Aber wie gesagt, bin ich kein Experte. Das müssen alle selbst recherchieren oder darauf warten, dass ich es irgendwann mal mache. Aber fermionische dunkle Materie und die sterilen Neutrinos sind etwas, was schon in der Wissenschaft existiert.
Florian Das haben sich jetzt nicht die Leute daraus gedacht, die diese Arbeit über das supermassereiche schwarze Loch geschrieben haben. Und die haben jetzt gesagt, okay, was heißt das, wenn wir jetzt sagen, da sitzt kein supermassereiches schwarzes Loch, sondern da sitzt ein großer Blob aus fermionischer dunkler Materie.
Florian Dann kann man das mal sagen, das ist eh schön, aber die Frage ist, folgt daraus was und aus dem folgt tatsächlich etwas. Sie haben mal zwei unterschiedliche Massen angenommen. Wir wissen noch nicht, welche Massen diese Teilchen haben, wir wissen nur, welche sie nicht haben können, weil sonst hätten wir sie schon gefunden, aber sie haben zwei unterschiedliche Massen angenommen, einmal eine niedrige, einmal eine hohe und dann modelliert.
Florian Also sie haben sich die Beobachtungsdaten der S-Sterne, das sind diese Sterne, die da ganz nah am Zentrum der Milchstraße ihre Runden ziehen. S2 ist halt einer davon, aber es gibt noch jede Menge andere, die halt dann, ja, S17, F5, keine Ahnung, wie sie alle heißen, also S irgendwas und da haben wir einen ganzen Haufen davon beobachtet und diese Bahndaten, die sagen uns halt was über die Masse des Objekts dann drinnen und sie haben sich die G-Objekte angeschaut.
Florian Die G-Objekte, das sind Quellen mit Eigenschaften von Gas und Staubwolken, die sich aber dynamisch wie sternmassige Objekte verhalten.
Ruth Wir glauben, dass es Gaswolken sind, aber sie sind noch nicht, wir können es noch nicht sagen. Wir haben es noch nicht quasi so eingegrenzt. Sind das wirklich ausgedehnte Objekte? Nein, sie verhalten sich eher recht kompakt, aber es könnte natürlich auch im Zentrum der Milchstraße so arg zugehen, dass sich da diese Wolken so kompaktifizieren, dass sie sich quasi fast wie sternförmige Objekte verhalten.
Ruth Aber eigentlich sind es Gaswolken.
Florian Genau. Der Punkt ist, man kann es beobachten und wenn man es beobachtet, dann verhalten die sich auch wie Sterne und bewegen sich da auch rundherum und wir können sie genauso benutzen wie die S-Sterne, um auf die Masse in der Mitte der Umlaufbahn zu schließen. Die haben also beobachtet, die sind schon beobachtet worden, da hat man ja jede Menge Daten und die haben probiert entsprechend zu schauen, was gibt es da für Unterschiede.
Florian Weil du kannst dann, je nachdem, wie du diese fermionische dunkle Materie Masse annimmst, kriegst du dann unterschiedliche Dichte, Parameter und Gravitationspotenziale, für dieses dunkle Materie-Blob-Dingsee da im Zentrum der Milchstraße, was sich dann leicht unterschiedlich auswirkt auf die Gravitationskraft, die die Sterne und die Blobs, die die Gehobjekte spüren.
Florian Und das haben die da alles entsprechend durchsimuliert und mit Statistik durchgearbeitet. Der Artikel dazu ist frei verfügbar und öffentlich. Also wer da die statistischen Details gerne lesen will, ich halte euch nicht ab, aber ich habe es mir gespart. Es ist sehr, sehr viel Statistik und wieder mal die Statistik, die wir schwer erklären können.
Florian Es sind Markov-Chain-Monte-Carlo-Methoden drin und Base-Faktoren und die ganzen tollen Sachen, mit denen man sich dann beschäftigt, wenn man muss. Ansonsten lässt was bleiben.
Ruth Wenn man nicht vom Referee eine auf den Deckel kriegen will, der dann sagt, have you tried using Markov Jane Monte Carlo? Yes, we have.
Florian Genau, also das habt ihr alles gemacht und das überspringe ich jetzt. Ich gehe davon aus, dass das vernünftig gemacht wurde. Es ist auch in einer vernünftigen Fachzeitschrift veröffentlicht worden. Das heißt, wir gehen zu den Ergebnissen über. Sie haben quasi drei Modelle statistisch gegeneinander antreten lassen.
Florian Einmal das Modell eben mit der niedrigen Fermionen dunklen Materiemasse, einmal das Modell mit der hohen Fermionen dunklen Materiemasse und einmal das klassische schwarze Loch. Das wäre so, wie es wir jetzt ausgehen. Die drei Sachen, die haben sie entsprechend statistisch untersucht und geschaut, was kommt da jetzt raus.
Florian Zuerst einmal sieht man jetzt, wenn man den Stern S2 anschaut, es ist alles ähnlich. Also da ist jetzt kein großer Unterschied, aber einen Unterschied gibt es nämlich bei der Perizentrumspräzession. Die Bahn dreht sich so um das Zentrum herum und der Punkt, der dem Zentrum am nächsten ist, der bewegt sich halt in einer gewissen Zeit rum, macht einen Kreis um das Zentrum der Milchstraße und die Bahn dreht sich.
Florian Die Bahnen von Himmelskörpern sind ja nicht fix und starr. Die wackeln hin und her und die drehen sich hin und her im Raum und so weiter. Und ein Faktor, mit dem man sowas messen kann, ist die Perizentrumspräzision. Und da kriegt man tatsächlich deutlich unterschiedliche Werte für die beiden unterschiedlichen Duklematerienmassen.
Florian In einem Fall sind es ungefähr minus zwei Bogenminuten pro Umlauf und im anderen Fall sind es zwölf Bogenminuten pro Umlauf. Also 14 Bogenminuten Unterschied, das ist schon ein großer Unterschied. Aber verglichen mit dem.
Ruth Schwarzen noch… Das sind überhaupt beides ziemlich große Werte. Also das müsste man eigentlich messen können.
Florian Ja, das Problem ist, ich habe jetzt nur von den beiden dunklen Materie-Modellen gesprochen. Wenn wir das schwarze Loch nehmen, da sind es auch zwölf Bogenminuten pro Umlauf. Also einmal 12,048 und beim schwarzen Loch 12,035 Bogenminuten. Also die sind quasi identisch. Das heißt, du könntest zwar unterscheiden zwischen der einen dunklen Materie und der anderen dunklen Materie, aber nicht zwischen der einen dunklen Materie und dem schwarzen Loch.
Ruth Aber was ich nicht verstehe ist, du hast deine Masse. Du siehst Sterne fliegender um etwas Unsichtbares herum. Du misst, wie ist die Bahn, wie schnell ist das Ding, wie weit ist es da auf seiner Bahn vom Zentrum weg. Und dann kannst du ganz leicht dir die Masse ausrechnen. Und du weißt auch eben, dass das auf einem bestimmten Ort konzentriert sein muss, weil du ja weißt, wie groß die Bahn ist.
Ruth Und dann, wie kann das sein, dass das entweder ein schwarzes Loch, ein hyperdichtes Loch, Ein konzentriertes Ding oder ein Blob aus dunkler Materie, der überhaupt nicht dicht und überhaupt nicht irgendwie konzentriert ist. Wie kann das sein, dass man da keinen Unterschied in der Bahn bemerkt?
Florian Ja, wenn du weit genug weg bist, dann merkst du den halt tatsächlich nicht den Unterschied. Das ist so wie mit Doppelsternsystemen. Da ist es auch für einen Planeten, der weit weg um ein Doppelsternsystem kreist, vollkommen wurscht, ob die Masse, in die er umkreist, aus einem großen Stern oder aus zwei kleineren Sternen besteht, die nah beieinander sind.
Florian Das ist, wenn du weit genug weg bist, komplett wurscht. Also komplett wurscht ist es nicht, aber in jeder sinnvollen Genauigkeit spürt der Planet dieselbe Gravitationskraft, egal ob das eine oder das andere ist. Und das ist da eben auch der Fall.
Ruth Und das reicht schon?
Florian Aufversichtlich reicht es schon. Sie sagen auf jeden Fall, wir kommen am Ende noch dahin, warum das wirklich eine sinnvolle Arbeit ist. Weil es war jetzt nicht Ihr Ziel nachzuweisen, dass da kein supermassereicher schwarzes Loch ist. Die hat ein anderes Ziel. Aber das erzähle ich dann gleich. Sie kommen zuerst einmal zu dem Schluss, dass die Modelle auf jeden Fall mal die Daten der Sternbewegung, die wir haben, mit identischer Genauigkeit reproduzieren.
Florian Und sagen Sie auch, das sagt uns nicht, dass das Zentrum der Milchstraße aus der Materie besteht. Es sagt uns nur, es könnte, es widerspricht nicht den Daten, aber wir haben nicht genügend genaue Daten, um den Unterschied tatsächlich auch zu machen. Also es widerspricht immer nicht den Beobachtungen. Das ist der erste Punkt.
Florian Das muss auch nichts heißen, weil auch ein fettes Alien, das da drin sitzt, widerspricht auch nicht den Beobachtungen. Also das heißt auch nichts. Aber wir halten das mal fest. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Daten nicht ausreichen, um eindeutig eben zwischen schwarzem Loch oder fermionischer dunkler Materie zu unterscheiden.
Florian Tatsächlich haben sie sich aber noch was anderes angeschaut. Denn dieses fermionische dunkle Materie Zeug kannst du jetzt nicht nur hernehmen, um jetzt zu schauen, was kann da im Zentrum der Milchstraße sitzen. Weil wir haben ja... Andere Beobachtungshinweise auf die Existenz von dunkler Materie. Nur weil da in der Milchstraße im Zentrum vielleicht keine ist, wissen wir trotzdem, die muss da irgendwo sein.
Florian Weil wir sehen ja auch, wie die Sterne am gegengesetzten Ende, nicht im Zentrum, sondern am äußeren Rand der Milchstraße, die bewegen sich ja anders, als sie sollten, wenn die sichtbare Materie alles war. Das war ja eines der Dinge, wie damals Vera Rubin gezeigt hat, dass dunkle Materie wirklich ernst zu nehmen ist, weil sie sich die sogenannten Rotationskurven der Galaxien angeschaut hat.
Florian Also geschaut hat, mit welcher Geschwindigkeit bewegen sich Sterne um das Zentrum in Abhängigkeit des Abstands vom Zentrum. Und man hat gesehen, ganz weit außen stimmt es nicht mehr mit dem überein, was wir erwarten würden, wenn die sichtbare Materie die gesamte Materie ist. Deswegen sagen wir heute, diese Galaxien sind alle eingebettet in große Halos aus dunkler Materie, also in große Wolken aus dunkler Materie.
Florian Und diese dunkle Materie sorgt halt für ihre Anziehungskraft dafür, dass die Sterne, die weiter außen in einer Galaxie sind, sich dann eben deutlich anders bewegen, als man es erwarten würde. Das wissen wir seit wann? 50er, 60er? Wann hat Vera Rubin das gemacht?
Ruth Nur 60er, 70er dann im Endeffekt.
Florian Also das wissen wir auch so. Und jetzt kann man mit dieser fermionischen dunklen Materie natürlich auch diesen Halo, diesen diffusen Halo modellieren. Das geht auch. Und tatsächlich ist das etwas, was aus der fermionischen dunklen Materie so natürlich rauskommt. Die bildet einen dichten zentralen Kern und einen ausgedehnten Halo.
Florian Also die Würde tatsächlich, wenn man die fermionische dunkle Materie da so rumliegen lässt im Universum, sich selbst zu ordnen zu einer Wolke aus dunkler Materie, so wie wir es sonst denken, und in der Mitte so ein dichtes Dingsi. Das wäre das, was da rauskommt. Und jetzt haben sie das dann auch nochmal simuliert mit Daten, abgeglichen mit Daten, Geierdaten und gezeigt, ja, das würde passen.
Florian Also auch das, man könnte damit auch die Bewegung der äußeren Sterne erklären. Und ich zitiere jetzt einen der Forschenden, die die Arbeit geschrieben haben. We are not just replacing the black hole with a dark object, we are proposing that the supermassive central object and the galaxy's dark matter halo are two manifestations of the same continuous substance.
Florian Da ist jetzt nicht irgendwie ein isoliertes Ding im Zentrum der Milchstraße, sondern das ist einfach etwas, was da aus dem ganzen dunklen Materie-Dings rauskommt.
Ruth Mhm.
Florian Und das Interessante ist auch da, das war jetzt aus einer Pressemeldung, da ist vielleicht der Herr Carlos Arguelles oder wie auch immer man ausspricht, den argentinischen Astronomen, vielleicht ein bisschen zugespitzt formuliert worden. Also proposed haben sie es in der Arbeit, dass das so sein könnte.
Florian Aber der Punkt, warum sie es gemacht haben, ist tatsächlich, dass sie sagen, wenn das wirklich so ist, man kann es nicht unbedingt unterscheiden zwischen, wie ich vorhin gesagt habe, zwischen schwarzem Loch im Zentrum und der dunklen Materieerklärung, aber man kann unterschiedliche Arten der dunklen Materie unterscheiden durch Beobachtungsdaten.
Florian Man kann unterschiedliche Massen der dunklen Materie unterscheiden. Das heißt, wenn pheromionische dunkle Materie wirklich das ist, was dunkle Materie ausmacht, dann hätten wir über die Beobachtung der Sterne im Zentrum der Milchstraße eine Möglichkeit, die Masse der dunklen Materie Teilchen einzuschränken. Das finde ich dann doch schon interessant.
Ruth Sehr interessant. Ja, ich verstehe es aber nicht ganz. Ich verstehe auch nicht ganz, wie das gehen soll.
Florian Was genau?
Ruth Dass es sowohl im Zentrum eine dichte Struktur bildet, als auch dann rundherum einen lockeren dunklen Materie-Halo. Wieso das so ist?
Florian Das verstehe ich auch nicht, aber das ist offensichtlich etwas, was diese Fermionic Dark Matter macht.
Ruth Und noch dazu, wieso weiß man, dass sie das machen würde, wenn man ja nicht weiß, was für Eigenschaften diese Teilchen sonst noch haben. Also man nimmt an, dass das die einzige Eigenschaft ist, die diese Teilchen haben, dass sie halt auch dieses Fermi-Prinzip-Dings-Spin und sich deshalb nicht überlappen können.
Ruth Aber genau das, wenn sie das haben, genau das ist ja dann eigentlich das, was sie vom sich verdichten abhält, oder? Weil das Fermi-Prinzip heißt ja, dass sie sich eben nicht so verdichten können, weil sie nicht quasi an der gleichen Stelle sein können.
Florian Du stellst gute Fragen, aber ich habe darauf keine Ahnung, wobei ich tatsächlich kein Teilchenphysiker bin. Das heißt, diese Fragen müssen, du schreibst die Fragen an Fragenetwasuniversum.at.
Ruth Und dann verschiebe ich sie selber in den Ignorieren-Ordner.
Florian Wir haben keinen Ignorieren-Ordner. Nein, haben wir keinen Ignorieren-Ordner.
Ruth Nein, haben wir nicht. Nein, wir sind nett. Aber gut, meine eigenen Fragen kann ich ignorieren. Ja, ich glaube, wir brauchen ab und zu einfach nur ab und zu einfach mal die Hilfe von qualifizierten Teilchenphysikern und Physikerinnen, weil wir da eigentlich dann halt einfach wirklich keine Ahnung haben, weil wir halt Astronomen sind und nicht Teilchenphysiker.
Ruth Aber ich meine, es klingt sehr interessant, wenn das wirklich so ist, aber es ist irgendwie noch so ein bisschen, ich habe so ein bisschen das Gefühl dann immer so, too good to be true, oder?
Florian Naja.
Ruth Wenn dann so ein, ah, das ist das eine Ding und das könnte jetzt plötzlich alles erklären und außerdem erklärt es auch noch den Unterschied zwischen Materie und Antimaterie am Beginn des Universums und außerdem erklärt es auch noch das und jenes, denke ich mir, ja, aber wieso ist man dann nicht jetzt schon, man sucht jetzt schon länger nach der dunklen Materie?
Ruth Was spricht dagegen, ne, frage ich mich dann.
Florian Ja, dass sie schwer zu finden ist.
Ruth Ja, aber was spricht dagegen, dass es diese fermionische dunkle Materie ist?
Florian Achso, ja, keine Ahnung.
Ruth Wieso ist das jetzt nicht so der, warum ist das nicht die Number One Theorie für dunkle Materie, die wir haben, wenn die ja alles erklärt? Oder ist jetzt zum ersten Mal jemand draufgekommen?
Florian Nein, nein, ich glaube, da gibt es schon, ich habe jetzt die Referenzen in der Arbeit nicht gelesen, aber in der Einleitung sagen sie schon, dass das jetzt nichts Neues ist. Also man hat auch schon vorher schon entsprechende dunkle, dunkle Materie-Blobs untersucht, wie die sich verhalten können, was die für Ausbegriffe haben können und so weiter, ob die da so sein können.
Florian Also das ist jetzt nichts, was die jetzt spontan erfunden haben. Ich wollte auf jeden Fall noch den letzten Satz zitieren, den sie in der Arbeit geschrieben haben. Da sagen sie nämlich, insgesamt kommen wir zu dem Schluss, dass sowohl qualitativ bessere als auch quantitativ umfangreichere Daten notwendig sind, um zwischen dem schwarzen Loch-Modell und den fermionischen Modellen unterscheiden zu können.
Florian Darüber hinaus sind hinreichend präzise Daten von Sternen, die innerhalb der S2 umlaufbaren Kreisen von entscheidender Bedeutung, da sie stärkere Gravitationspotenziale in der Umgebung von SGR A-Stern testen.
Ruth Aber es gibt da ja auch ein paar Sterne, die noch näher dran sind als S2.
Florian Ja genau, die muss man noch genauer nachweisen.
Ruth Beobachten.
Florian Jetzt könnte vielleicht noch der eine oder andere fragen, wir haben doch ein Bild, wir haben das Ding doch fotografiert. Was ist denn mit dem eigentlich? Also wir haben ja fotografiert, nicht das schwarze Loch im Zentrum, Aber so den Schatten des schwarzen Lochs, sagt man immer, genauso wie wir von dem anderen schwarzen Loch M87-Stern eins gemacht haben im Bild, also das berühmte Bild des schwarzen Lochs. Was ist mit dem?
Florian Ja, sagen Sie, ist wurscht, wird genauso ausschauen. Also wenn die Konzentration der dunklen Materie im Kern hoch genug ist, dann beugt die das Licht auch so stark, dass du auch einen Schattenwurf quasi kriegst, der dem von dem schwarzen Loch ähnlich scheint. Das heißt, es kommt am Ende das Bild allein.
Ruth Ist es dann nicht im Endeffekt, dann ist es ja auch ein schwarzes Loch, oder? Weil wenn es so kompakt ist wie ein schwarzes Loch, aber halt nur aus dunkler Materie besteht, dann ist es ja auch ein schwarzes Loch. Also wieso soll das was anderes sein? Ich meine, was man da sieht auf diesem Bild von dem schwarzen Loch, dem rekonstruierten Radiobeobachtungen, ist ja irgendwie ungefähr so dreimal der Ereignishorizont, das Dunkle. Also das ist echt nah dran.
Ruth Und dann kann dieses Ding nicht wesentlich weiter ausgedehnt sein als das. Und wenn das nicht wesentlich weiter ausgedehnt ist als das und die gleiche Masse hat, dann ist das halt einfach ein schwarzes Loch, oder? Oder? Ich meine, was?
Florian Ja, ein schwarzes Loch aus dunkler Materie.
Ruth Das ist ja das Gleiche, oder?
Florian Ja, natürlich ist es das. Aber ich glaube, es geht dann wirklich eher um den Zusammenhang. Da habe ich dann wirklich ein bisschen gebraucht, bis ich das aus den diversen Medienberichten und die Paper selbst rausgelesen habe. Der Punkt, um den es wirklich ging, ist wirklich jetzt nicht so sehr, was ist genau das Ding hier im Zentrum, sondern der Zusammenhang eben zwischen dem Außen und dem Inneren.
Florian Dass das quasi eine kontinuierliche Struktur ist, dass es quasi so ein Gerüst quasi ist, Es ist ein gesamtes Galaxiengerüst aus Halo und Zentrum und der Rest der Sichtbarmaterie, die Sterne, die haben sich quasi in dieses Gerüst so eingepasst. Das ist, glaube ich, das, was Sie als das wirklich Neue da ansehen, was Sie sagen, dass das ist cool, wenn das so wäre und es wäre cool, wenn wir das prüfen könnten.
Ruth Es ist voll interessant, vor allem eben, dass es auf verschiedenen Skalen passen würde und dass es sich auf verschiedenen Skalen genauso unterschiedlich verhält und dass es dann ja auch erklärt, warum alle Galaxien dann so ein schwarzes Loch in ihrem Zentrum haben und je größer der dunkle Materie halo, desto größer ist auch das schwarze Loch so in die Richtung.
Ruth Das wissen wir ja auch noch nicht genau, warum das so ist. Und das würde das ja auch gleich mit erklären. Ich brauche irgendetwas, was dagegen spricht, weil sonst kann ja nicht sein, oder? Irgendwo ist der Haken.
Florian Ja, irgendwo wird sicherlich ein Haken sein, aber kann ich dir jetzt gerade nicht sagen.
Ruth Hm, vielleicht ist es einfach ein Teilchen, also vielleicht ist es unwahrscheinlich, weil wir es sonst schon gefunden hätten, oder? Nein, ich müsste es ein ganz komisches Teilchen wie eben dieses sterilen Neutrinos sein.
Florian Das ist ja schwer bei dem Thema, dass du mir Fragen über Teilchenphysik stellst.
Ruth Die ich nicht beantworten kann. Also TeilchenphysikerInnen da draußen, helft uns. Wir brauchen eure Hilfe. Wir sind verloren.
Florian Also es ist eine durchaus interessante wissenschaftliche Arbeit, deren Interessantheit in den entsprechenden Medienberichten halt überhaupt nicht entsprechend gewürdigt wird. Da geht es nur halt, wie gesagt, um Weltbildfundament. Also wie du schon festgestellt hast, es ist eigentlich wurscht. Ob was das Ding jetzt in der Mitte ist.
Florian Also das kommt am Ende auf dasselbe raus, als geht um was ganz anderes. Aber es sind genau diese Geschichten, die ich gemein habe am Anfang. Ich erinnere mich, dass es ja auch dieselben Geschichten gab zu Planet 9. Da haben wir auch schon gesprochen. Da taucht auch immer wieder mal die Arbeit auf... Planet 9 könnte in Wahrheit ein schwarzes Loch sein. Ja, kann er eh sein.
Florian Das Einzige, was wir wissen, ist, da ist irgendwo Masse, was vermutlich, nicht mal das wissen wir mittlerweile genau, also da gibt es ja auch mittlerweile Daten, die zeigen, dass der Planet 9 da gar nicht notwendig wäre, aber wir haben auf jeden Fall gesehen, da draußen im Sonnensystem bewegen sich Kometen auf eine komische Art und Weise und wir könnten das erklären, wenn wir davon ausgehen, dass da irgendwo eine planetengroße Masse.
Florian Weit draußen im äußersten Sonnensystem rumsitzt und diese Masse haben wir Planet 9 genannt. Aber ja, wir haben halt nur Masse. Wir wissen, da muss x Masse sein und ein schwarzes Loch kann auch x Masse sein. Es ist ja wurscht, worauf es rauskommt. Natürlich kann es ein schwarzes Loch sein. Es kann auch das fette Alien sein, das ich schon drittmal erwähnt habe, dass es auch vielleicht da drum sitzt.
Florian Es ist einfach nur Masse. Und ja, klar kann ich eine Arbeit schreiben, wo ich sage, wenn da ein schwarzes Loch wäre, dann wäre das genauso wie der Planet 9, aber daraus folgt halt nichts. Es hilft halt nichts. Aber trotzdem ist es genau die Geschichte, die überall reproduziert wird. Da ist ein schwarzes Loch am Rand des Sonnensystems. Oder hier, die interstellaren Kometen und Asteroiden.
Florian Ja, Abilöp. Ja, kann ein Raumschiff auch sein, das ist auch schon wie ein Asteroid. Eh, kann sein. Aber alles, was wir halt wissen, ist, dass es ein Asteroid ist und das ist halt viel wahrscheinlicher. Genauso ist es eben jetzt hier bei der Schwarzen Lochgeschichte im Zentrum der Milchstraße. Eh, das, was ich jetzt gerade alles lang und breit erklärt habe, ist eine spannende Arbeit und das kann so sein. Aber wir haben halt sehr viele Objekte in den Zentren sehr vieler Galaxien beobachtet.
Florian Wir haben aus vielen, vielen unterschiedlichen Richtungen festgestellt, dass das alles darauf hindeutet, dass das supermassereiche Schwarzen Löcher sind. Wir haben die Chats, wir haben die großen Radioemissionen aus der Umgebung der Schwarzen Löcher und so weiter. Also wir haben jede Menge Sachen, die wir alle eben gut erklären können mit diesem Konzept des supermassenreichen schwarzen Lochs. Wir wissen, dass es schwarze Löcher gibt.
Florian Wir haben die schon anderswo ja auch beobachtet und so weiter und so fort. Also das passt alles und die Wissenschaft muss sich Dinge ausdenken, neue Dinge ausdenken, damit sie Fortschritte machen kann. Das ist gut so. Aber liebe, liebe Medien, nur weil irgendwer Forschungsarbeit schreibt und sagt, vielleicht könnte man die Daten auch anders erklären.
Florian Das muss man nicht jedes Mal so dramatisch aufblasen und dann gleich so tun, als würde die Wissenschaft jetzt von heute auf morgen umfallen und alles ist neu. Das ist normal in der Wissenschaft. Wir denken uns auch gerne mal abstruse Sachen aus. Einfach nur, damit wir mal schauen, was wäre denn, wenn es so wäre.
Florian Damit wir es wissen. Und dann halt schauen, was wäre dann. Wenn wir es wissen, dann wissen wir es, ob es so sein könnte oder nicht. Und wenn wir uns genug absurde Sachen ausgedacht haben, kommt irgendwann mal eine raus, die dann nicht ganz so absurd ist und dann vielleicht richtig ist.
Ruth Und auch dazu, nur weil es möglich ist, heißt ja auch noch nicht, dass es tatsächlich existiert.
Florian Genau, das ist jetzt wieder die ganze Sache, die Kosmologie. Jedes Mal, wenn irgendwo jemand eine neue Gleichung findet, wo dann irgendwie ein Plus statt ein Minus drinsteht, dann heißt es gleich wieder, ja, in Wahrheit könnten wir alle Spiegelmenschen sein, die in der Zeit rückwärts leben oder irgendwie sowas. Ja, aber trotzdem fand ich es eine interessante Geschichte und ich habe gedacht, es lohnt sich, die mal halbwegs vernünftig zu erzählen, so wie sie in dem Bericht, zum Beispiel die, die ich gelesen habe. Ich habe ja nicht alles gelesen, es wird auch da draußen.
Ruth Mich haben die Presseberichte so abgeschreckt, dass ich mir gar nicht angeschaut habe.
Florian Ja, naja, schau, darum habe ich das gemacht.
Ruth Sehr gut, danke. Jetzt gehe ich mich ein bisschen besser aus. Aber es ist wirklich wesentlich interessanter, als man annimmt, weil man liest das und denkt sich, ach, geht bitte schon wieder.
Florian Und dann ist es aber eigentlich.
Ruth Es geht eigentlich um was anderes oder um den größeren Zusammenhang oder das bigger picture, wie das Ganze auch zusammenhängt und so weiter. Ich werde jetzt den weiteren Verlauf des späteren Nachmittags, werde ich jetzt die Nachteile von fermionischer dunkler Materie recherchieren.
Florian Bitte, mach das, ja.
Ruth Sehr interessant.
Florian Wir haben auch Fragen bekommen. Einmal eine Frage von Klaus-Peter und eine Frage von Johannes. Die haben uns beide etwas dasselbe gefragt. Klaus-Peter hat gefragt. Ich habe eine Frage. Erstens ist Klaus-Peter Hardcore-Fan und Wiener im Exil in Niedersachsen. und er hat die Frage, kann das sein oder ist das eher widerlegt?
Florian Und das war genau die Arbeit, über die ich gerade gesprochen habe. Also die Frage habe ich jetzt hoffentlich beantwortet, Klaus-Peter. Und Johannes hat auch geschrieben, ich bin die Tage über der folgende Publikation gestolpert, die Publikation, über die ich gerade geredet habe, und er kann sich keine richtige Meinung bilden.
Florian Er findet den Gedankenansatz interessant und liegt diese Theorie in dem Bereich, kann durchaus sein, lässt sich berechnen, aber leider nicht überprüfen oder eher auf dem Niveau eines von Däniken oder der Präastronautik. Also ja, tatsächlich nicht von Däniken, nicht Präastronautik, das ist schon….
Ruth Und sogar besser als lässt sich nicht überprüfen, sondern lässt sich vielleicht sogar überprüfen. Nur halt braucht man irre absurd genaue Daten in rauen Mengen und so weiter und so fort.
Florian Genau, also das ist tatsächlich, ihr schreibt, wir antworten, also haben wir jetzt gleich einen Klausbilder, Johannes.
Ruth Instantan.
Florian Dann habe ich noch eine Frage von Johannes und ich bin mir nicht sicher, ob es dasselbe oder ein anderer Johannes ist. Eine Frage von Johannes, der hat uns etwas gefragt über primordiale schwarze Löcher. Die hatten wir vor zwei Folgen, glaube ich. Da habe ich erzählt, dass primordiale schwarze Löcher, das ist quasi das Gegenteil, nicht die riesen Supermasse reichen, sondern die winzigen schwarzen Löcher, die nur so viel Masse haben wie der Mond oder das Asteroid oder ein Berg, die halt dann auch sehr, sehr winzig sind, der Größe her ihres Ereignishorizonts winzig sind, winzig wie Elementarteilchen.
Florian Und er schreibt, das ist ja unfassbar klein. Was wäre eigentlich, wenn solch ein schwarzes Loch durch unseren Körper flöge oder aus Gründen in den Erdkern fiele, müsste dann nicht letzten Endes die gesamte Erde in dem Loch enden?
Ruth Naja, kommt drauf an. Also ich meine... Die Masse von einem Berg tut sicher sehr weh, würde ich sagen, oder? Das ist dann so groß wie, weiß ich nicht, ein Molekül oder so. So ein schwarzes Loch mit der Masse von einem Berg.
Florian Ja, das wäre ein bisschen unangenehm.
Ruth Das wäre sehr unangenehm. Masse vom Mond ist dann schon so groß wie eine Euromünze oder so. Das tut dann schon mehr als weh.
Florian Ja, und vor allem wird schon sehr viel mehr passieren, bevor es uns weh tut. Weil es ist ja immer noch ein Mond, der da fliegt. Also wenn der auf dich zufliegt, dann muss der erstmal irgendwo herkommen. Der muss ja dann an unserem Mond vorbeikommen. Der muss auf die Erde zufliegen. Also wir hätten dann kurzfristig zwei Monde mit entsprechender Anziehungskraft.
Florian Nur weil das klein ist, ist die Anziehungskraft ja deswegen nicht geringer, sondern die ist halt immer noch so groß wie die Anziehungskraft des Mondes in dem Fall. Das heißt, das hätte dann alle möglichen gravitativen Effekte. Also das wird man schon lange merken, bevor es dann Johannes dich durchdringt, die Mondmasse.
Florian Also wäre unangenehm. Wenn so ein mini-schwarzes Loch in den Erdkern fällt, weiß ich nicht, wie dramatisch das wäre.
Ruth Man kommt wahrscheinlich darauf an, wie mini es ist. Wiederum, ein Berg ist wurscht, weil ein Berg im Vergleich zur Erde, scheißegal, aber der Mond nicht mehr wurscht.
Florian Das auf jeden Fall. Aber es kommt darauf an, wenn wir jetzt die ganz Kleinen nehmen, die wirklich so groß wie Elementarteilchen sind. Also wirklich ganz, ganz winzigen. Da ist dann die Frage, da müsste dann nicht letztendlich die gesamte Erde in dem Loch enden. Weiß man nicht. Also wie gesagt, wir gehen jetzt nicht davon aus, dass wir so eine Mondmasse im Erdkern haben.
Florian Wir haben übrigens eine Mondmasse im Inneren der Erde. Der Erdkern ist größer als der Mond.
Ruth Der Eisenkern, der flüssige Eisenkern, krass.
Florian So groß wie der Mond und so heiß wie die Oberfläche der Sonne. Aber andere Geschichte. Jedenfalls, wir gehen jetzt von kleinem aus, wie mit einem Berg oder sowas. Diese winzigen schwarzen Löcher oder diese schwarzen Löcher, die vielleicht noch kleiner sind, wo alle gesagt haben, die kommen dann vielleicht raus an den Experimenten, Teilchenbeschleuniger, LHC, CERN und so weiter.
Florian Die haben dann noch weniger Masse. Wo es auch geheißen hat, ja, aber wenn das entsteht, dann ist es da und dann wird die Erde aufgesaugt. Nein, eben nicht. Die sind ja keine Staubsauger, haben wir schon oft genug gesagt. Die schwarzen Löcher saugen nicht, damit ein schwarzes Loch, egal ob groß oder klein, etwas verschluckt, wenn man so will, muss das etwas erstmal den Ereignishorizont überschreiten.
Florian Und wenn die wirklich, wirklich winzig sind, die schwarzen Löcher, und dann meine ich jetzt, die Größe ist winzig, naja, dann ist da nichts, dann müssen die sehr, sehr, sehr lange warten, bis da ein zufällig vorbeikommendes Elektron, Atom, irgendwas da mal zufällig diesen Ereignishorizont überschreitet und dann hat es halt ein bisschen mehr Masse als vorher, nämlich um ein Atom mehr Masse als vorher und dann dauert es wieder ewig lang, bis dann das nächste kommt.
Florian Also das dauert, würde lange, lange dauern, bis dann wirklich die Erde verschluckt wird. Wie lang es dann wirklich dauert und ob die Erde wirklich verschluckt wird, ist eine andere Frage. Das hängt dann genau von der Masse ab, weil wir gehen auch davon aus, dass schwarze Löcher per Hawking-Strahlung wieder Masse verlieren.
Florian Und wenn die nicht genug Masse aufsammeln können, um die Hawking-Strahlung, den Verlust der Hawking-Strahlung auszugleichen, naja, dann ist das schwarze Loch weg, bevor die Erde weg ist. Und die Hawking-Strahlung ist umso stärker, je kleiner die schwarzen Löcher sind. Also da hängt es ja wirklich genau davon ab, was da für ein Ding ist.
Florian Aber um das zusammenzufassen, Johannes, für dich wäre es blöd, Für die Erde nicht so sehr, wenn das schwarze Loch kollidiert.
Ruth Also irgendwann wird es dann halt auch so hypothetisch, dass man das dann halt einfach irgendwie alles sein kann, weil man das mit der Hawking-Strahlung ja auch noch nicht so genau weiß, ob das auch wirklich so ist und wie das genau ist und so weiter.
Florian Und dann haben wir noch eine Frage von Fabian, die ist schon am 18.03.2021 gestellt worden, vor fünf Jahren und einem Monat.
Ruth Gut Ding braucht Weile.
Florian Und Fabian hat uns auch was gefragt über schwarze Löcher. Das kannst du dann beantworten. Da geht es nicht um die Beobachtung. Er sagt, vielen Dank für euren Podcast. Gerade jetzt, wo man viel Zeit zum Hören hat, ist euer Podcast eine schöne Ablenkung vom täglichen Wahnsinn. Die Zeit. Und man lernt noch was.
Florian Den täglichen Wahnsinn haben wir immer noch. Viel stärker als früher damals in der Corona-Zeit, Fabian. Die tägliche Ablenkung kann man immer noch brauchen. Irgendwie hat man das Gefühl, die Welt ist nicht besser geworden. Egal. Wurscht, darüber wollen wir nicht reden. Wir reden über das, was Fabian uns gefragt hat. Fabian wollte damals was wissen über das Bild des schwarzen Loches.
Florian Und ich bin mir nicht sicher, wir haben die Frage vermutlich schon mal beantwortet, aber es ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird und die wir deswegen gerne auch nochmal beantworten können. Das schwarze Loch, das Bild haben wir gesagt, oder nicht nur wir, sondern weil es so war, haben es alle gesagt, das ist ja ein Bild, das zusammengesetzt wurde aus Daten von sehr, sehr vielen Radioteleskopen auf der ganzen Welt.
Florian Und Fabian fragt, es ist aufwendig, diese Daten zusammenzufügen und ein Bild daraus zu basteln, Aber wäre es nicht theoretisch möglich, mit der gleichen Menge an Hardware auch Bilder von Planeten aufzunehmen, die sich zum Beispiel in unserem Sonnensystem befinden? Ich stelle es mir so vor, dass man so vielleicht wahnsinnig hochauflösende Bilder von Saturn oder Pluto herstellen könnte, ohne eine Sonde über Jahre zu dem Planeten zu schicken.
Florian Also warum können wir nicht mit der gleichen Technik, mit dem wir das schwarze Loch in Dutzenden, Millionen Lichtjahren Entfernung aufgenommen haben, warum können wir mit der gleichen Technik nicht schöne Bilder von Saturn und Pluto machen?
Ruth Naja, wenn man Radio... Bilder von diesen Planeten möchte, dann geht das wahrscheinlich eh. Aber ich frage mich, ob das dann auch vielleicht eine Frage der Helligkeit ist, der Intensität. Also mit einem normalen Teleskop, das sichtbares Licht aufnimmt, ist es ja gar nicht so leicht, jetzt so etwas Helles wie einen Planeten zu beobachten.
Ruth Also Planet in unserem Sonnensystem, ja. Weil das halt einfach ein Teleskop, die großen Teleskope so viel Licht sammeln und die Detektoren auf weit entfernte, lichtschwache Objekte optimiert sind, dass dann der Detektor sofort gesättigt ist und einfach nur mehr durchbrennt, mehr oder weniger, nur mehr hell ist und dann du einfach gar nichts mehr siehst.
Ruth Weiß ich nicht, ob das jetzt bei Radioteleskopen da irgendwie auch so ist, aber das Ding ist, der Hauptunterschied ist der, dass das ja Radiowellen sind Und natürlich mit dieser riesigen Konfiguration kannst du Radiowellen aufnehmen und kannst auch eine gewisse Genauigkeit dann haben davon. Also die Genauigkeit, die Auflösung von dem Bild, von dem schwarzen Loch war ja ungefähr so groß wie ein Donut auf der Mondoberfläche von der Erde aus gesehen.
Ruth Sehr, sehr, sehr klein. Ja, man hat dann halt Radiobilder. Die Frage ist, ob es in den Radioemissionen der Planeten auch Dinge gibt. Die diese Genauigkeit überhaupt brauchen oder die man überhaupt auflösen will mit der Genauigkeit.
Florian Ja, natürlich. Ich glaube nicht, dass es das gibt. Ich weiß es nicht.
Ruth Man könnte schon, glaube ich. Aber die Frage ist, was macht man dann mit der hoch aufgelösten Radioinformation?
Florian Ich glaube, Fabian wollte dann eher auch noch wissen, wenn ich die Frage richtig interpretiert habe, nicht, ob man tolle Radiobilder machen kann, sondern er wollte das ja optisch machen mit normalen Teleskopen. Und da hat man halt das Problem, das Licht schwingt zu schnell. Also die Wellenlänge von Radiowellen ist lang.
Florian Die Wellenlänge von sichtbarem Licht ist kurz und damit man das so machen kann, wie beim Event Horizon. Muss man die Daten halt aufzeichnen und dann quasi künstlich zusammenführen am Computer, damit ich dann eben dieses Riesenteleskop der Größe der Erde simuliert bekommen kann. Und damit ich das künstlich zusammenführen kann, muss ich halt die Daten aufzeichnen.
Florian Das heißt, ich muss jetzt vereinfacht gesagt für jedes Wellental und jeden Wellenberg der Radiowelle, die mein Teleskop sieht, muss ich so einen Zeitstempel mitschicken, der mir sagt, da war das, da war die Welle, da war die Welle, da war die Welle und so weiter. Und dann kann ich das nachher von allen Teleskopen zusammensammeln und am Computer zusammenführen. Das geht bei Radiowellen.
Florian Bei optischen Wellen, die schwingen so schnell, das kann man nicht messen. Wir können da nicht aufzeichnen, wann die Wellenberge und Täter da sind. Wir können das wirklich nur analog machen. Das geht, wenn wir die Lichtwellen per Glasfaserkabeln und so weiter von einem Teleskop oder von einem anderen Teleskop nehmen und dann die zusammenführen.
Florian Also das ist sehr, sehr kompliziert. Und das geht auch nur, wenn die Teleskope vergleichsweise nahe beieinander stehen, weil nur dann kann ich die Kabel entsprechend genau legen. Aber ich kann sie nicht so wie beim Event Horizon Teleskop aufzeichnen und dann irgendwann später am Computer zusammenführen.
Florian Dafür können wir die Lichtwellen nicht so genau aufzeichnen. Das heißt, diese Interferometrie, wie die Technik heißt, geht nur bei Radio, aber nicht aufzeichnen.
Ruth Oder sie geht schon, aber sie ist halt auf Teleskope, die nah aneinander dran stehen, begrenzt, wo man Glasfaser da irgendwie verlegen kann und wo sich das ausgeht. Aber genau so sind ja auch genau diese S-Sterne, die Sterne um das schwarze Loch, vermeintliche schwarze Loch, im Zentrum der Milchstraße beobachtet worden.
Ruth Genau mit dieser Technik. Nur so kann man etwas, das 26.000 Lichtjahre von uns entfernt ist, mit der Genauigkeit von kleiner als das Sonnensystem da irgendwie auflösen. Und anders wird das ja gar nicht gehen. Also genau diese Technik verwenden wir schon auch, aber halt nicht, um jetzt da irgendwie lustige Bilder von der Oberfläche vom Mars zu machen.
Ruth Da haben wir irgendwie die Mars Reconnaissance Orbiter und so weiter, die das vielleicht auslösen. Auch können oder fast so gut können würden. Und die Interferometer, die eben auch eine große, große Teleskope da angeschlossen sind, die beobachten eher Dinge, die weit weg sind und lichtschwach sind. Und es gibt einfach zu viele interessante Dinge da draußen, die weit weg sind, die man dann eben sehr genau beobachten kann mit dieser Interferometrie.
Ruth Und da, glaube ich, da kümmert man sich dann nicht so sehr um das Sonnensystem, weil es eben ganz andere spannende Dinge da draußen gibt, wie schwarze Löcher und so weiter. Genau.
Florian Also es wäre cool, Fabian, wenn das ginge, aber es geht nicht. Und ich hoffe, du hast nach fünf Jahren die Antwort bekommen, die du dir erhofft hast. Vielleicht hast du zwischenzeitlich schon selbst nachgeschaut. Ach, in fünf Jahren, da hättest du Master-Astronomie machen können in der Zeit wahrscheinlich, um dir selbst draufzufinden.
Ruth Ja, also alles selber lernen können. Alles, das und noch viel mehr.
Florian Ja, das waren die Fragen. Wenn ihr auch Fragen habt, schickt sie uns an fragen-etwas-universum.at. Dann werden sie beantwortet, mal schneller, mal weniger schnell, je nachdem, wie wir dazu kommen. Und jetzt kommt Evi mit Science Frames, wird uns einen Film vorstellen. Aber das wird sie nicht mit uns gemeinsam tun, sondern ich werde das wieder einspielen.
Florian Und ich werde das einspielen, nachdem ich es aufgezeichnet habe, was erst sein wird, wenn wir das hier beendet haben. Das heißt, ich weiß zwar grob, um welchen Film es geht. Evi hat mir gesagt, um welchen Film es geht. Und sie hat auch gesagt, sie möchte darüber reden und ob sie mir einen Trailer zeigen soll.
Florian Und ich habe nur ganz, ganz kurz hingeschaut und dann habe ich gesehen, nein, der schaut echt cool aus, der Film und ich möchte den jetzt wirklich, ich möchte mir den jetzt nicht irgendwie Evis Erklärung quasi verderben lassen dadurch. Also es ist ein aktueller Film, der gerade erst rausgekommen ist, glaube ich, oder auch noch nicht sehr alt ist.
Florian Sie wird uns davon erzählen, wenn ich die Aufnahme gemacht habe und hier reinkopiert habe, was ich jetzt getan habe. Das heißt, ihr könnt das jetzt hören. Herzlich willkommen bei Science Frames mit Evi. Hallo.
Evi Hallo.
Florian Was gibt's zu sehen?
Evi Ich habe heute einen neuen Film mitgebracht, aber es ist nicht der Astronaut. Ich bin noch dabei, das Buch zu lesen und sobald das erledigt ist, schaue ich mir den Film an und dann gibt es da sehr wahrscheinlich eine Besprechung. Aber diesmal habe ich jetzt mal einen anderen Film mitgebracht, der auch neu ist, auch von 2026 und der jetzt seit kurzem auf Disney Plus läuft und heißt In the Blink of an Eye.
Florian Okay, und es ist ein kurzer Film, weil er heißt Ein Augenblick.
Evi Ja, tatsächlich auch nicht sehr lange. Also ich glaube, das wäre etwas, was für dich auch wäre. Ich glaube, er hat nur so knapp 96, 98 Minuten Laufzeit.
Florian Okay, na warum geht es denn da? Klingt jetzt mal nix sagen, der Titel.
Evi Vor allem ist der Titel fast misleading, weil die Geschichte geht über 50.000 Jahre, also ganz im Gegenteil. Regie hat übrigens Andrew Stanton gemacht, der auch Drehbuchautor ist. Ich schaue mir auch immer gerne an, was die die Leute sonst zu machen oder gemacht haben. Und dieser Andrew Stanton, der hat ganz viele Animationsfilme gemacht.
Evi Also der hat zum Beispiel Toy Story gemacht, das große Krabbeln, Wally. Und auch bei ein paar Serien war er auch dabei. Zum Beispiel Stranger Things, Three-Body-Problem und auch Tales of the Loop.
Florian Okay, und was hat er jetzt hier gemacht?
Evi In The Blink of an Eye, im Prinzip sind das drei Handlungsstränge. Also du hast drei Geschichten, die sich eben im Gesamten über 50.000 Jahre erstrecken und beginnt im Prinzip ja so 45.000 Jahre vor unserer Zeit. Und da geht es um eine Neandertaler-Familie, die irgendwie aus ihrer Heimat, glaube ich, vertrieben worden ist und die da ums Überleben kämpft und durch ihre Kinder beschützt und ja, einfach das Leben dieser Neandertaler-Familie.
Evi Dann ist ein Handlungsstrang in der Gegenwart, da untersucht dann eine Anthropologin, die Claire, urzeitliche Überreste, also unter anderem eben auch dann so eine Neandertaler-Familie. Und dann der dritte Handlungsstrang, der ist in der Zukunft, 2417. Da gibt es dann die Astronautin Coakley, die auf einem Raumschiff unterwegs ist, auf einem Weg zu einem anderen Planeten.
Evi Und die kämpft da auf dem Schiff dann gegen eine Pflanzenkrankheit. Also so viel verrate ich da dazu.
Florian Wie viel cooler, wenn sie gegen Aliens kämpfen, dann schon gegen eine Pflanzenkrankheit.
Evi Nein, aber es ist sehr wichtig. Das ist eigentlich lebensbedrohlich, was sie dort erlebt auf dem Raumschiff. Das ist sehr drastisch oder sehr dramatisch, sagen wir es mal so.
Florian Klingt wie eine Wiederholung, eine kürzere Wiederholung von Cloud Atlas, der Wolkenatlas, weil das war ein Film, den ich gesehen habe und das Buch, das ich da vorgelesen habe, wo ich glaube, mich zu erinnern, irgendwie sechs oder sieben unterschiedliche Geschichten in unterschiedlichen Zeitebenen verschlungen sind.
Florian Und das Buch habe ich damals ganz gut gefunden, den Kinofilm ganz okay. Hat das was mit Wolkenatlas zu tun oder ist das einfach nur auch eine Geschichte mit unterschiedlichen Zeitebenen?
Evi Ich habe das Buch nicht gelesen. Ich habe den Film gesehen, muss aber ehrlich sagen, dass ich fast keine Erinnerung an den Film habe. Ich weiß noch, dass die auch irgendwie verwoben sind. Ich glaube, er wird auch so ein bisschen in Relation mit dem Film schon auch gesehen. Es dürfte schon Parallelen geben.
Evi Ich kann da jetzt wirklich nicht viel dazu sagen, weil ich Cloud Atlas viel zu wenig in Erinnerung habe, um da jetzt wirklich sagen zu können, ob das jetzt ein Abklatsch davon ist oder nicht. Ich würde es jetzt einmal als eigen betrachten. Ich fand es ganz interessant, dass der Film eigentlich innerhalb von dieser kurzen Laufzeit doch auch relativ gut und kompakt die Handlung transportieren kann, ohne dass es jetzt zu abgekürzt wirkt. Also das hat mir eigentlich ganz gut gefallen.
Evi Der Film hat übrigens auch beim Sundance Film Festival einen Preis gewonnen, und zwar den Alfred P. Sloan Prize. Und zwar wird der vergeben an Filme, die besonders gut Science, Technology, Engineering und mathematische Themen im Film zeigen und darstellen. Das fand ich recht interessant.
Florian Tun Sie das auch? Was wird denn dargestellt?
Evi Ja, deswegen habe ich den Film nämlich auch ausgewählt, weil ich war wirklich überrascht, wie viel Wissenschaft in diesem Film ist. Man könnte da über so viele Aspekte in einem Podcast darüber sprechen. Es ist natürlich einerseits die Geschichte der Neandertaler Familie. Das heißt, wenn wir so ein Geschichts- oder Anthropologie-Podcast wären, könnte man natürlich über das sprechen.
Evi In der Gegenwart fand ich es sehr interessant. Da ist es das Leben der Anthropologin dargestellt, dieses akademische Leben. Eigentlich hat sie ein Forschungsstipendium und dann passieren aber in ihrem Privatleben Sachen, wo sie dann auch für die Entscheidung gestellt wird, okay, da verfolgt sie ihre akademische Laufbahn oder kümmert sie sich um das Private?
Evi Wie bringt sie das unter einen Hut? Das ist wirklich sehr gut dargestellt. Und auch die Forschung an sich, also als Anthropologin, fand ich sehr interessant dargestellt. Ein anderer Aspekt, den ich auch sehr interessant fand, der auch aufgegriffen wird in dem Film, ist dieses, jetzt musst du mir helfen, wenn man es richtig ausspricht, dieses CRISPR-Cas9, diese Genschere. Ja, genau.
Evi Diese Genschere, wo du DNA präzise an bestimmten Stellen schneidest, um Erbgut eben bei Menschen, Tieren und Pflanzen zu verändern. Und für uns interessant natürlich die Zukunft, das Raumschiff.
Florian Okay, was macht das Raumschiff? Wo fliegt es hin?
Evi Das fliegt nämlich zu Kepler, also zu dem Kepler-System.
Florian Ja gut, da gibt es ein paar Tausend von den Dingen.
Evi Ja, also konkret nämlich zum Planeten Kepler 16b.
Florian Ui, da werden Sie aber Probleme kriegen, aber erzähl mal.
Evi Ja, genau. Und natürlich gibt es da in der Zukunft an sich schon total viele Themen. Also wie Sie diese lange Reise bewerkstelligen, das Raumschiff eben. Es gibt dort natürlich auch eine KI auf dem Schiff, über das wir reden können. Es gibt dort auf dem Schiff eben nur eine Astronautin, das ist eben Coakley.
Evi Und die ist auch genetisch so verändert, dass sie fast nicht altert. Wenn du so kannst, diese 300 Jahre dauernde Reise überstehen. Also das ist schon interessant. Und für mich natürlich spannend war dieses Exoplanet, zu dem sie im Reisen, weil Kepler-16-Beding gibt es ja tatsächlich. Der ist 2011 entdeckt worden mit der Transitmethode. Und das war, glaube ich, der erste Exoplanet, den man entdeckt hat, der zirkumbinär ist, also der ein Doppelsternsystem umkreist.
Florian Kann ich dir was sagen dazu, weil...
Evi Das habe ich mir fast gedacht.
Florian Das war eines meiner Spezialgebiete. Das war eines der Spezialgebiete unserer Arbeitsgruppe. Die Frage nach Planeten in Doppelsternsystemen, das hat mein Doktorvater Rudolf Dworak schon erforscht in den 80er Jahren, bevor überhaupt irgendwelche Exoplaneten entdeckt worden sind und irgendwelche Sterne.
Florian Da hat er schon untersucht, ob es da Planeten geben kann und wie die Planeten, die es bei Doppelsternen geben kann, stabile Umlaufbahnen haben können, welche Möglichkeiten es gibt. Und dann hat er mit seinen Kolleginnen und Kollegen zwei entsprechende Typen identifiziert. Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Möglichkeiten, wie Planeten bei Doppelstern existieren können. Die nennt man S-Typ und P-Typ.
Florian Der S-Typ, das ist ein Planet und kreist einen Stern. Und der Stern mit Planet und ein zweiter Stern kreisen um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. Das heißt, der Planet umkreist nur einen Stern. Und dann gibt es den P-Typ. Das ist der Fall, wo ein Planet außenrum um beide Sterne kreist. Also die Sterne kreisen um ihren Massenschwerpunkt und außenrum gibt es noch einen Planet.
Florian Also das wusste man seit den 80er Jahren, dass es die zwei grundlegenden stabilen Möglichkeiten gibt. Und als man dann Exoplaneten entdeckt hat, hat man auch sehr viele oder vergleichsweise viele S-Typen. Planeten entdeckt, weil viele Doppelsternsysteme sind ja weit auseinander und da spielt das für die Stabilität keine große Rolle.
Florian Wenn da jetzt ein Planeten den Stern umkreist und ein paar hundert astronomische Einheiten weg oder sowas oder auch ein paar Dutzend astronomische Einheiten weit weg, ist dann noch ein zweiter Stern, der noch mitspielt. Das spielt da keine große Rolle. Aber P-Typ, also enges Doppelsternsystem, Planet außenrum, hat man eigentlich nur so Spezialfälle gefunden damals.
Florian So in den frühen 2000ern gab es sowas mit Planet und ein Pulsar oder sowas, wo dann außenrum ein Sternkreis oder Doppelpulsar mit Planet rundherum, sowas gab es. Aber so einen echten Fall, zwei normale Sterne mit Planet außenrum, da war 2011 Kepler-16 tatsächlich der erste.
Evi Und der wird ja auch als der Tatooine-Planet bezeichnet.
Florian Aber fälschlicherweise.
Evi Wieso? Klär das auf.
Florian Weil der Planet, wenn man sich anschaut, was für Sterne das sind, ein Stern ist so ein bisschen sonnenähnlich, der andere ist sehr, sehr viel kleiner und der Planet ist relativ nahe dran. Also das ganze System aus Sternen und Planet wird in die Erdbahn reinpassen. Trotzdem ist es ein Planet, der sehr kalt ist, weil die Sterne halt weniger Energie als die Sonne abgeben.
Florian Beide, das heißt, wenn man schon eine Star Wars Referenz haben will, dann müsste man nicht den Tatooine nehmen. Das ist ja da, wo Luke Skywalker herkommt, oder? Mit dieser Anfangsszene, wo man da die beiden Sterne am Himmel sieht, oder?
Evi Genau, ich glaube, darum geht es ja auch. Deswegen wird ja so genannt, wo auf Kepler 16b auch zwei Sterne am Horizont aufgehen.
Florian Aber in dem Fall müsste man es vergleichen mit dem, wie heißt der, wo die Roboter-Elefanten rumlaufen, im zweiten Teil Hot, der Eisplanet, glaube ich, der muss das sein, oder Eismond, das muss es sein, weil das weitere Problem ist, erstens ist es kalt und zweitens, wenn dort irgendwas leben soll, dann nicht auf Kepler-16b, weil das ist ein, Gasplanet, so Saturn-ähnlich. Also wenn, dann bräuchte man einen Mond um diesen Planeten rundherum, dann wäre es dort vielleicht unter Umständen lebensfreundlich, aber sehr, sehr kalt.
Florian Und dann haben wir einen Eismond, so wie in Star Wars Teil 2 oder Teil 5, bevor wieder wer rummeckert. Also der mit den Roboterelefanten. Und ja, meckert ihr auch wieder rum, wenn ich Roboterelefanten sage, wie heißt die? Aber ihr wisst, was ich mein für einen Planeten. Der ist es.
Evi Genau. Du hast es jetzt eh schon gesagt, Kepfer 16b ist ja ein Gasplanet. Der ist auch am äußersten Rand der habitablen Zone und die University of Texas, die haben Simulationen durchgeführt, die gezeigt haben, in dieser Geschichte von dem System könnte es gewesen sein, dass durchaus ein Planet jetzt von Erdgröße durch Störungen aus dem Zentrum der habitablen Zone getrieben worden sein könnte und dann Kepler-16b ihn als Mond eingefangen haben könnte.
Evi Also wenn, dann wäre es eben auch ein Mond. Und das haben sie nämlich in dem Film nicht klar dargestellt, ob es vielleicht ein Mond ist oder auf den sie da eigentlich hinfliegen, weil eben 16b ja, wie du gesagt hast, ein Gasgigant ist. Also das würde so nicht funktionieren.
Florian Würde mich interessieren, warum Sie gerade Kepler 16b genommen haben. Vielleicht, weil der so populär war mal in den Medien, weil es gäbe deutlich besser geeignete Kandidaten, wenn man irgendwo auswandern will. Also der echte zweite Erde haben wir noch gar keine gefunden. Aber wenn ich jetzt spekulieren würde, würde es deutlich bessere geben und auch deutlich näher gelegene. Weil 245 Lichtjahre ist das Ding weit weg.
Florian Und da würde man schon was Näheres nehmen. Aber gut, wer weiß, was die da treiben in der Zukunft.
Evi Ja, das weiß ich auch nicht, was die Motivation da war. Aber ich fand es ganz interessant. Es ist trotzdem spannend gewesen, zu sehen, dass sie dort hinfliegen und wie sie diese lange Reise auch bewerkstelligen.
Florian Was an Kepler-16b noch besonders ist, ist, dass das der erste Fall war. Ich weiß jetzt nicht, ob es der einzige ist, aber es war damals der erste Fall, wo man alles mit Transit beobachten konnte. Also du hast sowohl gesehen, wie die beiden Sterne voreinander herlaufen und sich dadurch verdunkeln und du hast auch gesehen, wie der Planet mal vor dem einen, mal vor dem anderen Stern steht und dadurch auch nochmal ein bisschen verdunkelt.
Florian Das heißt, du konntest die Größe all dieser Himmelskörper sehr, sehr genau vermessen, so genau wie bei Keiner anderen Planeten damals. Das heißt, das war der erste Fall, wo man wirklich mit Sicherheit sagen konnte, da ist ein Stern und da ist noch ein Stern und da ist ein Planet. Und nicht so, wie man sonst sagt, ja, vielleicht ist es ein brauner Zwerg, wissen wir nicht, können wir es nicht so genau einschätzen.
Florian Aber in dem Fall, weil wir den Glücksfall hatten, dass wir wirklich genau auf die Kante geschaut haben von dem Ding und genau alle Himmelskörper sehen konnten, wie sie einander bedecken, hat das super funktioniert. Und es war auch zeitlich ein gewisses Glück, weil man hat das damals 2011 entdeckt und ab 2014 hat der Planet aufgehört, den einen Stern zu bedecken und der andere Stern wird auch nicht mehr bedeckt.
Florian Das heißt, ich glaube, ab 2019 hätten wir den Planeten gar nicht mehr entdecken können, wenn wir hingeschaut hätten. und erst, glaube ich, wie ab 2049 oder sowas.
Evi Ja, 2042, genau. Also bis 2042 ist jetzt quasi nicht mehr zu entdecken. Das fand ich auch total krass, wie ich das gelesen habe, dass das auch so ein offensichtlich ein gutes Zeitfenster war, dass wir den überhaupt entdecken konnten.
Florian Genau. Ja, das ist ein Film, den werde ich mir anschauen, weil er klingt gut. Wenn er halb so gut ist wie Cloud Atlas mit ein bisschen mehr Wissenschaft, dann wird er mir gefallen. Und ich hoffe, der Hörerschaft gefällt ihn auch, Auch denn, die Hörerschaft war sehr, sehr begeistert von deinem letzten Filmtipp.
Evi Life of Chuck, ah ja.
Florian Ja, haben wir sehr viele Nachrichten bekommen. Also es gab viele Kommentare. Ich habe einen Kommentar hier von Robby, der oder die schreibt, mit Tränen in den Augen sitze ich nach dem Genuss von Life of Chuck hier und bin sprachlos. Was für ein überwältigendes Meisterwerk. Danke, danke, danke.
Evi Oh, da kriege ich gleich Gänsehaut und auch Tränen in den Augen. Ach, das berührt mich. Das ist schön. Ja, das freut mich. Ja, mich hat er auch sehr berührt.
Florian Jörg hat auch geschrieben, er muss einen Dank an Evi loswerden für die wunderbare Filmempfehlung. Er kannte den Film nicht und es ist eine sehr schöne Geschichte, die sehr viel Stoff zum Nachdenken mitgegeben hat. Vielen Dank, sagt Jörg B. In unserer Telegram-Gruppe haben sich auch viele bedankt für den Filmtipp.
Florian Also da hast du anscheinend etwas ausgesucht, was den Geschmack unserer Hörerschaft sehr getroffen hat.
Evi Ach, das freut mich aber sehr, ja. Also ich könnte mir gut vorstellen, dass denjenigen oder diejenigen, die Life of Chuck genossen haben, dass die einen blinken auf der Eye, dass die den auch genießen können. Also ich war positiv überrascht. Also ich war am Anfang ein bisschen skeptisch, wenn du da 50.000 Jahre Geschichte erzählen willst, das kann auch gut mal in die Hose gehen.
Evi Deswegen war ich dann ein bisschen skeptisch, dass das dann vielleicht, aber ja, ist gut rübergesprungen bei mir dann die Geschichte und ich fand es sehr gut gemacht und auch sehr einfühlsam erzählt die Geschichten, weil sie natürlich verbunden sind. Das erzähle ich jetzt aber nicht auf welche Art und Weise.
Florian Dann sind wir gespannt, was die Hörerschaft sagt. Und wenn wir schon beim Feedback sind, dann erwähne ich auch noch die E-Mail von Raphael. Denn Raphael, das war der unbekannte Mann, der uns bei unserem Live-Auftritt in Wien das Buch mit dem Stargazing in Cinema gegeben hat. Zu dem Film, der nur Stern heißt, über den wir auch gesprochen haben.
Florian Wo wir beide vergessen haben, Ruth und ich zu fragen, wie denn die Person heißt, die uns das Buch geschenkt hat. Und Raphael hat uns geschrieben und hat gesagt, er ist das, der das Buch vorbeigebracht hat. Er freut sich auch und er steht in keiner Verbindung zu Johann Lurff, dem Regisseur des Films, den du vor zwei Folgen vorgestellt hast.
Florian Vielen Dank, Raphael. Wir werden das im Auge behalten, wann es den Film wieder mal zu sehen gibt. Vielen Dank für das Geschenk. Ich nutze die Gelegenheit gleich, weil ich den Hauptteil unserer Folge vergessen habe, mich kurz noch für das restliche Feedback zu bedanken. Ich habe bei den Sterne-Geschichten Live-Shows Umschläge bekommen, die live in der Sendung zu öffnen sind. Aber das habe ich für diese Folge nicht geschafft.
Florian Das muss in der nächsten passieren. und auch an die nette Person, die uns violette Perücken geschenkt hat, um die Astronautinnen und Astronauten aus der Serie UFO nachzuspielen. Auch ganz, ganz vielen Dank. Wir haben sie schon anprobiert. Schaut sehr, sehr witzig aus und wir werden einen Anlass finden, sie zu tragen.
Florian Nur wollte mal das Feedback loswerden, weil ich vergesse es jede Folge, das zu erwähnen, aber wir haben es bekommen.
Evi Wir sollten die Perücken tragen, wenn wir dann vielleicht mal Stargazing im Kino sehen, oder?
Florian Ja, genau, das können wir machen. Dann bin ich gespannt, was die Hörerschaft zu deiner Filmempfehlung sagt und wahrscheinlich wird sie darauf bestehen, dass du in der nächsten Folge über den Astronauten sprichst.
Evi Ja, ja, ich beeile mich mit dem Buch. Ich bin bald fertig.
Florian Okay, dann lies schnell, damit wir bald ins Kino gehen können.
Evi Ich muss das jetzt eh, weil ich werde schon von allen Seiten gespoilert. Egal, wo ich hinschaue, sind überall schon Reviews und ich mag das ja nicht. Ich mache das ja bewusst. Bevor ich den Film ansehe, will ich keine Kritiken oder sonst irgendwas über den Film lesen, damit ich da möglichst unbefangen reingehe. Da muss ich mich jetzt eh beeilen. Das wird schon knapp.
Florian Also dann schnell lesen und damit du schnell lesen kannst, hören wir jetzt auch schnell auf. Und sehen uns, hören uns hoffentlich in zwei Wochen wieder, wenn es dann endlich um den Astronauten geht. Vielen Dank. Bis zum nächsten Mal.
Evi Okay, bis dann. Tschüss.
Florian Wir wissen jetzt hoffentlich, welcher Film es war, der mir vorhin nicht eingefallen ist. Wir wissen auch, wie Eva den Film gefunden hat. Und wir wissen auch, ob sie etwas Spezielles zu dem Film zu sagen hatte, was vermutlich der Fall war, weil warum sonst hätte sie davon erzählen sollen, was wir immer noch nicht wissen.
Florian Und was ihr vielleicht schon wisst, und ich erzähle jetzt was anderes mal über den Astronauten, Was Evelin uns erzählt hat, können wir jetzt hier nicht reden. Ich erzähle was anderes, was ihr vermutlich schon gemacht habt, ihr Hörerinnen und Hörer, weil ich weiß, dass ihr euch darauf, zumindest diejenigen, die davon in der Telegram-Gruppe erzählt haben, euch sehr darauf gefreut habt.
Florian Ihr habt euch vermutlich schon den Film Der Astronaut angeschaut. Über den haben wir auch schon in unserer Silvester-Folge, glaube ich, gesprochen. Der hat nämlich kurz nachdem wir hier unsere Aufnahme machen, Kinostart in Österreich, in Deutschland. Aber wenn die Folge rauskommt, dann ist er schon länger in den Kinos und ganz viele haben ihn gesehen und ganz viele werden schon eine Meinung darüber kundgetan haben.
Florian Wir haben es deswegen noch nicht gemacht hier, weil wir haben ihn alle noch nicht gesehen. Also er ist noch nicht angelaufen bei uns. Also wenn ihr denkt, warum reden die nicht über Der Astronaut, das Science-Fiction-Ereignis des Jahres. Ja, keine Ahnung, haben wir nicht gesehen. Hast du vorhin anzuschauen?
Ruth Ja, schon. Also, aber ich muss ein bisschen vorsichtig sein, dass man ihn nicht zu sehr hypt, weil sonst ist man ja dann wieder enttäuscht, gell? Also, nicht zu sehr freuen. Managing Expectations, okay? Ja, oh ja, ich habe schon vorhin anzuschauen. Ich glaube, er ist ganz gut geworden, habe ich so das Gefühl, was halt so Hollywood-Science-Fiction-Filme betrifft.
Florian Wir werden es sehen. Ich habe ihn mir auch noch nicht angeschaut, ich auch noch nicht. Wir werden uns ihn allen anschauen und dann werden wir irgendwann vermutlich in naher Zukunft auch drüber sprechen. Selbstverständlich, weil das ist ja ein Film, den man vermutlich nicht so einfach ignorieren kann, weil wir haben ja schon drüber gesprochen in unserer Silvester-Folge, was mit dem Film oder was mit dem Buch stimmt und was nicht stimmt und dann werden wir auch rausfinden, wie das mit dem Film ist.
Ruth Ich bin sehr gespannt, wie Rocky ausschaut.
Florian Nackten Oberkörper und Boxhandschuhe oder kaputten Auge.
Ruth Mit Trainingsanzug immer.
Florian Ja, schauen wir mal. Ihr wisst das schon, wir wissen es auch nicht.
Ruth Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein Film ist, den man gut verfilmen kann. Also ein Film, ein Buch, das man gut verfilmen kann. Es sind ein paar Szenen drinnen, wo man sich das dann auch wirklich so vorstellt und sich denkt, boah, das wäre cool, das jetzt irgendwie zu verfilmen. Also das habe ich mir zumindest gedacht.
Ruth Ich glaube, es ist auf jeden Fall sehenswert. Hoffentlich ist er dann nicht so blöd.
Florian Das kann man auch über das sagen, was jetzt kommt, die Veranstaltungen. Wir sind auch sehenswert und hoffentlich nicht zu blöd. Also ihr könnt gerne kommen und uns anschauen an unterschiedlichsten Orten. Was hast du so in nächster Zeit anzukündigen, Ruth?
Ruth Kommt eben in Magdeburg.
Florian Genau.
Ruth Da sind wir ja dann beide. Da bin ich ja mit dem Planetarium. Ich glaube, es ist schon ausverkauft. Ich glaube, es ist alles ausverkauft. Wie ich das letzte Mal geschaut habe, waren für die Abendvorstellung am 28. Am Samstag, Samstagabend, 20 Uhr, wann noch Karten zu haben. Ich weiß natürlich jetzt nicht, ob das jetzt noch am 24.
Ruth Wenn ihr das hört, immer noch der Fall ist. Aber schaut einfach nochmal auf die Webseite. Vielleicht gibt es ja noch die eine oder andere Restkarte, wenn ihr Bock aufs Planetarium habt. Und sonst bleibt am besten gleich über Nacht. Macht gleich ein nettes Wochenende in Magdeburg draus, weil am Sonntagabend sind wir ja dann mit unserer hoffentlich nicht blöden Universum-Show.
Florian Genau. 29. März, Magdeburg, das Universum live, haben wir am Anfang schon erwähnt. Ihr könnt davor auch in Ostdeutschland ScienceBusters mit Mati Moda, Mati Puntigam und mir anschauen. Berlin habt ihr schon verpasst, das war am Montag, am 23. März. Aber es gibt noch die Chance auf ScienceBusters in Dresden, in der Schauburg am 26.
Florian März. Am 27. März sind wir in Leipzig im Kupfersaal und am 28. März in Erfurt in der Puffbohne. So heißt es dort. Und dann fahre ich weiter nach Magdeburg. Wenn ihr dann wieder, oder wenn wir wieder zurück sind, dann ist erst mal Ostern, aber...
Ruth Ah ja, dann ist eine Woche frei.
Florian Ja, sagt für dich.
Ruth Für mich. Wir müssen noch Podcast aufnehmen, gell, auch mal in der Woche. Das müssen wir auch irgendwann mal machen.
Florian Aber ich habe auch nicht frei, weil am Ostersonntag, wenn ihr genug Ostereier gesucht habt und was man sonst auch so Ostersonntag macht und euch denkt, so, jetzt ist es aber schon wieder gut, Die Familie kann gerne wieder nach Haus fahren. Ich möchte selber Spaß haben. Dann kommt doch nach Wien in den Stadtsaal.
Florian Denn am Ostersonntag am Abend treten wir mit den Science Busters in Wien im Stadtsaal auf. Wieder unser Programm, wie immer, Weltuntergang für Fortgeschrittene. Und danach sind wir am 9. April in Weidhofen an der Ips. Am 10. April in Graz in der Helmut-Listhalle. Dann am 13. April in Vöckler-Polz. Im Stadtsaal Vöcklerbruck und was machen wir dann? Dann kriege ich meinen Preis und Claudia am 17.
Florian In Wien und wir fahren irgendwo hin und dann ist die Verleihung des Oberhummer Awards am 24. April im Rahmen der langen Nacht der Forschung in Wien. Da ist der Eintritt frei, soweit ich weiß und ich bin mir noch nicht sicher. Vermutlich ist jetzt schon bekannt gegeben, wer den Preis gewonnen hat, aber jetzt ist es noch nicht bekannt gegeben, darum sage ich es jetzt noch nicht, aber es ist auf jeden Fall etwas, das man sich gerne anschauen kann.
Florian Was gibt es dann noch im April? Am 28. April Science Buster in Orpheum in Wien. Am 30. April in der Kulisse in Wien. Und das war es für den April. Mai-Termine gibt es auch noch und Juni-Termine gibt es alles. Aber das erzählen wir in anderen Folgen. Ich sage noch, dass die letzte Sternengeschichte, ein Live-Show vor dem Sommer am 3.
Florian Juni in der Kulisse in Wien stattfinden wird. Ich weiß nicht, wie viele Tickets da noch existieren. Aber besorgt euch mal, welche. Es ist die Kulisse in Wien, 3. Juni 2026, Sternengeschichten live. Das wird das letzte Mal sein vor dem Sommer. Nach dem Sommer, wie gesagt, geht es irgendwann im Herbst weiter.
Florian Ich glaube im Oktober mit Sternengeschichten live in Deutschland. Da bin ich dann wieder in Hamburg, in Lübeck und so weiter und so fort. Das gibt es auch alles unter Sternengeschichten.live zu sehen. Und ansonsten habe ich keine Special-Termine mehr in nächster Zeit, die für die Öffentlichkeit interessant wären.
Ruth War ich schon genug. Ich habe noch eine Alternativveranstaltung in der Langen Nacht der Forschung. Wenn ihr eher im Westen Österreichs oder im vielleicht Südwesten Deutschlands oder im Osten der Schweiz angesiedelt seid und euch denkt, boah, Oberum Award, Verleihung in Wien, urweit weg, geht nicht, dann kommt doch einfach nach Dornbirn, weil dort bin ich wieder lange nach der Forschung mit dem Planetarium.
Ruth Das ist auch am 24. Ist es der 24..
Florian Oder? Ja, genau.
Ruth Ja, genau. Und dann machen wir Planetarium-Vorstellungen von 17 bis 22 Uhr. Also Hardcore und Weltraumreise, eine nach der anderen. Kommt vorbei, bringt mir was zum Essen und zum Trinken mit, wenn ich das überlebe. Nein, es wird sicher lustig. Und irgendwie ist es immer nett, in Vorarlberg unterwegs zu sein ist immer nett.
Ruth Die Leute sind super begeistert und alle irgendwie cool drauf und es ist immer gut organisiert und alles. Also ich freue mich schon sehr. Kommt auch vorbei.
Florian Ja, macht das. Alle Infos zu allen Veranstaltungen gibt es in den Shownotes. Da findet ihr alle relevanten Links. Dort findet ihr auch die Informationen, die ihr braucht, wenn ihr uns unterstützen wollt auf die eine oder andere Art. Per Geld, das ist eine Art, die ihr gerne machen könnt, weil dann freuen wir uns, wenn die Arbeit hier auch finanziell honoriert wird und wie das geht und wer das gemacht hat und wie wir uns dafür bedanken, das erklärt wie immer Ruth.
Ruth Also, wenn ihr das Bedürfnis habt, unsere für euch natürlich immerwährend kostenlose Arbeit auch finanziell zu unterstützen, wenn ihr das so auf diese Art wertschätzen wollt, vielleicht ein paar Euro übrig habt und euch denkt, die schiebe ich mal dem Universum zu, dann könnt ihr das gerne machen. Es gibt drei Möglichkeiten, entweder über PayPal, da könnt ihr dann einfach Geld schicken an Spenden, www.dasuniversum.at und das haben seit dem letzten Mal auch wieder einige Spender und Spenderinnen gemacht.
Ruth Ganz herzlichen Dank an Sonja, an Lukas, danke Lukas, danke Christoph, Marc und André, ganz herzlichen Dank. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Abo abzuschließen, ein Spendenabo über Steady oder Patreon und da gibt es dann ein bisschen mehr Gebühren, die dann wegfallen und nicht uns zugute kommen, und das stimmt, aber auf der anderen Seite ist es auch eine gewisse, Regelmäßigkeit und Planungssicherheit für uns, da wissen wir dann, da kommt das Geld und das ist natürlich dann auch was wert.
Ruth Also das ist für uns auch vollkommen in Ordnung, wenn ihr das machen wollt, über Steady, über Patreon ein Abo abschließen und das haben seit dem letzten Mal auch wieder ein paar Leute gemacht. Ganz herzlichen Dank an Beate, an Karen aus Kanada und an Peter für das große Universum. Danke Peter.
Florian Vielen, vielen Dank für die Unterstützung. Das freut uns immer sehr, wenn wir das sehen. Und ihr könnt uns, wie gesagt, auch gerne anders unterstützen, indem ihr von diesem Podcast erzählt, indem ihr den Podcast bewertet, kommentiert oder durch die Straßen geht und den anderen Leuten erzählt, dass es da etwas gibt, was man sich anhören kann, wo man danach Dinge lernt, die man vorher nicht gewusst hat.
Florian Ja, und was ihr jetzt machen könnt, ist, keine Ahnung, geht raus, schaut euch die Blumen an. Jetzt ist der Podcast vorbei. Schaut, was für schöne Blumen da draußen wachsen, den muss man auch ab und zu machen. Dann ist das Leben ein bisschen angenehmer, wenn man sich die Blumen anschaut.
Ruth Allerdings. Macht das.
Florian Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Ruth Macht es gut. Bis dann.