Das Universum· Folge 153

DU153 - Woher kommt das Magnetfeld der Sonne?

Dienstag, 7. April 2026 · 1 h 51

MP3

Shownotes

Und: Wie gut ist “Der Astronaut”?
DU153 - Woher kommt das Magnetfeld der Sonne?

Und: Wie gut ist “Der Astronaut”?

In Folge 153 wird es sonnig! Eine neue Arbeit hat herausgefunden, wo das Magnetfeld der Sonne entsteht. Außerdem geht es die Artemis-Mission, einen betrunkenen Kometen und wir reden natürlich ausführlich über “Der Astronaut”.

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Neue Monde und die Mission zum Mond

Wir haben schon wieder einen Haufen Monde bei Jupiter und Saturn (iopscience.iop.org/article/10.3847/2515-5172/a…) entdeckt. Und Artemis II hat sich endlich (!) auf den Weg zum Mond gemacht (nasa.gov/blogs/missions/2026/03/30/nasas-artem…).

Und: es gibt wieder die International Astronomy and Astrophysics Competition für Schulen (iaac.space/de).

Atlas und Alkohol

Der interstellare Komet 3I/Atlas enthält sehr viel mehr Alkohol (iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/a…) als die Objekte in unserem Sonnensystem. Prost!

Astrogeschichte: Wo entsteht das Magnetfeld der Sonne?

Die Sonne hat ein Magnetfeld und das ist wichtig. Es sorgt für die solare Aktivität, für Protuberanzen, Massenauswürfe und all das hat Einfluss auf die Erde. Die Sonnenaktivität können wir von der Erde aus beobachten; den Ursprung des Magnetfeldes nicht. Zumindest nicht direkt. Aber indirekt hat man jetzt herausgefunden wo es entsteht (nature.com/articles/s41598-025-34336-1). Nämlich dort, wo die Sonne in ihrem Inneren aufhört, wie ein Festkörper zu rotieren und mit ihrer differentiellen Rotation beginnt: an der Tachokline!

Fragen aus der Hörerschaft

Klaus will wissen, wie wir Sternflecken von Exoplaneten unterscheiden.

Mit Doppler imaging (en.wikipedia.org/wiki/Doppler_imaging)!

Cedric fragt sich, ob _”Der Kern der Sonne ein Schwarzes Loch ist”?

Vermutlich eher nicht. Aber es wäre möglich (nature.com/articles/s41550-024-02214-x) und man könnte das sogar herausfinden (iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/a…).

Science Frames: Der Astronaut

Evi hat sich “Der Astronaut” (imdb.com/de/title/tt12042730) angesehen. Und wir diskutieren darüber, warum sich diesmal niemand getraut hat, die tolle Wissenschaft aus dem Buch von Andy Weir in den Film zu übernehmen.

Veranstaltungen

Die nächste LIVE Podcastaufnahme von “Das Universum” wird es am 16. Juni 2026 geben. Infos und Tickets gibt es zeitnah beim Radiokulturhaus (radiokulturhaus.orf.at/programm).

Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Das nächste Mal am 3. Juni 2026 in der Kulisse Wien (imdb.com/de/title/tt12042730). Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).

Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Das nächste Mal in Waidhofen (9.4), Graz (10.4), Vöcklabruck (13.4) und Wien (24.5). Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).

Ruth ist am 23.4.2026 in Bregenz und öffnet dort ihr Planetarium: Infos (kunsthaus-bregenz.at/kalender/details/2026-04-…).

Neue Bücher und Hörbücher

Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).

Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.

Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)

Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.

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Science Busters Buch

Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.

Telegram, Discord und Mastodon

Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.

(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).

Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!

Bücher

Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.

Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).

Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!

Kontakt

Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.

Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at

Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.

Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)

Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).

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Ruth Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum plaudern und auch wie immer heute, auch wie immer wieder mit Florian.

Florian Und mit Ruth, hallo.

Ruth Hallo, hallo.

Florian Wir sind wieder zu Hause angekommen.

Ruth Wir sind trotz allem, trotz deutscher Bahn, Eskapaden wieder zu Hause angekommen. Wie war deine Fahrt eigentlich? Ich habe vorhin gerade schon kurz erzählt, meine war nicht ganz so glücklich. Aber ich habe es zumindest noch am gleichen Abend nach Wien geschafft. Das ist alles, was zählt.

Florian Ja, meine war jetzt auch nicht unbedingt so, wo man sich denkt, das ist jetzt die beste Reise, die man haben kann. Aber okay, ich bin angekommen und zumindestens kenne ich jetzt den Bahnhof Potsdam-Sansouci. Und das reicht jetzt eigentlich auch schon.

Ruth Es ist schön, weil Sansouci heißt ja ohne Sorgen.

Florian Ja, aber es wird sehr viel umgebaut, offensichtlich gerade in Potsdam. Das heißt, man steigt dann irgendwie nicht mehr am Hauptbahnhof um. Ich kenne mich auch nicht genau aus, wie es war. Aber auf jeden Fall war das der Umsteigerbahnhof, um von Potsdam dann weiter nach Berlin zu fahren. Und da ist im Wesentlichen nichts. Man kann sich da hinstellen und das war's.

Ruth Und auf einen Zug warten.

Florian Genau. Ich habe da 20 Minuten gehabt und es hat geregnet und es war kalt und windig. Und man hat zwar gesehen, dass da nebenbei so ein Soussi ist, aber es hat mir jetzt auch nichts geholfen. Es war trotzdem noch kalt und windig.

Ruth Und da war nicht mal ein Dach oder was?

Florian Doch, doch, doch. Dach gab es schon.

Ruth Aber halt so ein Offenes.

Florian Kein Bahnhof, auf dem man viel Zeit verbringen muss. Es gibt da noch nichts, was man tun kann. also nicht mal ein Automat, wo du dir was kaufen hättest können, wenn du wolltest, also das waren so meine Erlebnisse, aber auch ich bin angekommen und das ist das Wichtigste.

Ruth Und wenn ihr euch wundert, warum wir da jetzt irgendwie über unsere Urlaubsreisen reden, nein, es war kein Urlaub.

Florian Nein.

Ruth Es war ein Arbeitsaufenthalt. Wir waren ja in Magdeburg. Nein, ich krieg's nicht hin. Es war wunderbar. Es war wirklich, wirklich, wirklich sehr nett. Es waren auch wirklich einige von euch dort. Der Saal war fast voll. Es hätte noch Vielleicht die eine oder der andere hineingepasst, aber es war so gut wie voll und es war sehr schön.

Ruth Es war ein sehr liebliches, freundliches Publikum beim Quiz, bei unserem Wer-ist-das-wer-kennt-verdiente-Frauen-aus-der-Astronomie-Geschichte. Sind sie ein bisschen abgesackt.

Florian Muss ich sagen. Hat Spaß gemacht, es waren auch, wie gesagt, nette Leute da. Wir haben wieder überraschend viele Geschenke bekommen, das hat uns immer gefreut. Es waren tolle Sachen dabei. Geldkoffer en masse.

Ruth Einige kleine Geldkoffer, ja. Also super. Der eine Geldkäufer, der von Kerstin. Danke für die Schokolade. Die hat mir die langwierige Rückfahrt sehr versüßt. Der Schokoladengeldkoffer ist jetzt nur mehr halb so voll.

Florian Ja, also es waren tolle Sachen. Wir haben von Quintus, der offensichtlich auch von seiner langen Reise von Tristan da Kunja, über die wir ja schon ausführlich gesprochen haben, wo er uns diese absurde Erdsichtskarte mit der absurden Adressangabe geschickt hat, die es aber geschafft hat bis zu uns von dieser einsamsten Insel der Welt, war anscheinend wieder zurück am Festland und hat uns ein Weltraumteleskop geschenkt.

Ruth Ja, aus lauter kleinen Steinen, die wir erst zusammenfügen müssen. Und die durfte ich dann auch noch mit heim nach Wien transportieren. Danke, Quintus. Danke natürlich. Und alte Bücher haben wir bekommen und lustiges Kinderspielzeug mit Galaxienthema und alle möglichen Sachen. Und natürlich einfach cool, dass ihr da wart und Hallo gesagt habt und Fragen gestellt habt noch nachher und einfach da wart.

Florian Und ich war ja davor auch unterwegs bei den diversen Science-Busters-Auftritten in Berlin, in Leipzig, in Dresden und in Erfurt. Und auch da waren einige Hörerinnen und Hörer hier, die uns da auch was mitgegeben haben. Heinz war da. Viele Grüße, Heinz, in Berlin. Und auch in den anderen Städten im Osten habe ich jede Menge nette Menschen getroffen, von denen ich dich und Evi grüßen lassen soll.

Ruth Vielen Dank.

Florian Also war eine erfolgreiche Reise, ein bisschen anstrengend war sie, aber sie war sehr nett.

Ruth Ja, das war es jetzt auch mal mit unseren gemeinsamen Reisen, für zumindest die nächsten Monate. Jetzt sind wir nur mehr allein unterwegs.

Florian Ja, schauen wir mal, vielleicht reisen wir mal gemeinsam irgendwo, können wir uns in den Zug setzen und nach, weiß ich nicht, nach Pertholzdorf fahren.

Ruth Aber da würden wir auch nicht gemeinsam fahren, weil ich komme von oben, du von unten.

Florian Das stimmt, ja, dann müssen wir nach Retz oder nach Gensandorf.

Ruth Ja, weil da fahren wir nicht an der Therme oder so irgendwas. Oh Gott, jetzt brauche ich schon wieder Urlaub. Aber auf jeden Fall, schön war es, schön, dass ihr da wart und andere Dinge sind auch noch da. Ich wollte noch sagen, bevor wir dann gleich mit den größeren Themen weitermachen, herzlich willkommen, nicht nur vielleicht einen oder anderen neuen Podcast-Hörer, der nach der Show in den Markt gedacht hat, das höre ich mir jetzt auch mal an, hallo, herzlich willkommen, sondern auch herzlich willkommen den 15 neuen Monden in unserem Sonnensystem.

Florian 15 neue Monde.

Ruth 15 neue Monde.

Florian Alle bei Saturn wahrscheinlich, oder?

Ruth Na, die meisten aber. waren 4 bei Jupiter und 11 bei Saturn. Also haben wir jetzt einen Gesamtbody-Count von 101 bei Jupiter und 285 bei Saturn.

Florian Ja, aber das sind wieder so Fake-Mond, oder? So drei Meter groß oder so, oder?

Ruth Ja, genau. Naja, drei Meter. Eher so wahrscheinlich, wie groß die jetzt sind, habe ich gar nicht geschaut, aber so. Kilometer Größenordnung, also so kleine Felsbrocken. Aber hey, stabile Bahn, mehr oder weniger wahrscheinlich, wenn sie so klein sind, ist ein Mond. Also ich weiß nicht, es sei denn, du hättest eine bessere Idee für eine Definition von dem, was ein Mond eigentlich ist.

Florian Nein, das ist dieselbe Problematik, die man hat, wenn man definieren will, was ein Asteroid ist. Also etwas, was die Sonne umkreist und kein Planet ist, weil es kleiner ist. Aber wo hört klein auf? Ist ein Objekt, das nur einen Meter groß ist, ist das ein Asteroid? Ja, würde ich sagen. Wenn es ein Zentimeter groß ist, ist das auch noch ein Asteroid.

Florian Das nennt man dann eigentlich eher Meteoroid. Aber da gibt es auch keine klare Definition. Irgendwann sind wir beim interplanetaren Staub, irgendwann sind wir beim interplanetaren Gas.

Ruth Aber ich dachte, Meteoroid heißen sie nur, wenn sie irgendwie in Erdnähe sind und potenziell da irgendwie auf die Erde runterrieseln können.

Florian Nein, nein, nein, das weiß ich nicht. Es gibt keine eindeutige Definition davon. Also Asteroiden und Meteoroiden sind im Weltall. Das ist das Einzige, was man sagen kann dafür. Und bei der Größe hat man da oben hin bei den Asteroiden das Problem. Wo hört man auf? Das hatten wir bei Pluto das Problem.

Florian Ist Pluto ein Planet? Ist Pluto ein Asteroid? Und beim anderen Ende der Skala haben wir das Problem genauso. Also die Sonnensystemobjekte oder die Objekte im Universum an sich lassen sich halt nicht in Schubladen stecken, weil die meisten zu groß für Schubladen sind. Also mit Pheroiden könnte man doch in Schubladen stecken, der Rest ist problematisch.

Ruth So kann man es definieren. Dinge, die sich in eine Schublade stecken lassen, sind keine Asteroiden mehr.

Florian Ja, okay, gut.

Ruth Ach Gott, es sind nur Probleme da draußen, gell? Es ist alles irgendwie, so sieht der Astronom das Universum. Alles Probleme, die es irgendwie zu definieren und einzuordnen gilt. Ach, Probleme gibt es hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich keine beim, ich soll mal sagen, Elefant im Raum. Artemis 2. Es tut mir leid. Es ist wieder mal so, dass wir natürlich hier in der Vergangenheit sind und für uns, wie wir das jetzt hier aufnehmen, 31. März, morgen, erst der geplante Start stattfindet.

Ruth Ihr, wenn ihr das hört, ihr wisst schon, ob es gut gegangen ist oder nicht, ob es stattgefunden hat oder nicht. Wir sind wieder mal hinterher und wissen es nicht. Es hat auf jeden Fall der Countdown schon begonnen. Der dauert ja irgendwie so insgesamt gut zwei Tage. Der All-Over-Countdown mit Befüllung und Hochfahren von allem Dings und Tanks.

Ruth Und der Countdown läuft und alles sieht gut aus. Also ich habe jetzt gerade vorhin, vor der Aufnahme nochmal, nochmal irgendwie aktuell geschaut und da war dann auch nochmal eine Pressekonferenz und nochmal Dings und so und alles sieht gut aus. Ein Issue haben sie entdeckt im Kontrollraum. Wie sie auf einer Ersatzstation im Kontrollraum den Monitor aufgedreht haben, war er kaputt.

Ruth Sie mussten einen Monitor austauschen. Also wenn das das schlimmste Problem ist, gut. Das lässt sich dann doch von der NASA noch halbwegs einfach lösen. Und sonst, es ist echt irgendwie so wirklich... All set. Ich glaube, es war irgendwie so 90 Prozent Chance auf gutes Wetter. Es ist ein bisschen windig gerade noch dort in der Gegend.

Ruth Also das könnte, wenn dann noch der Wind irgendwie da noch ein bisschen auffrischt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist auch gering. Es sieht wirklich einfach gut aus.

Florian Ja, mal schauen. Also es bringt jetzt nichts, wenn wir euch sagen, wo ihr euch den Start anschauen könnt. Weil es ist ja schon vorbei. Aber wenn ihr ihn gesehen habt, dann auf jeden Fall in der Nacht. Weil ich glaube, es ist nach unserer Zeit sehr in der Früh am 2. April.

Ruth Ja genau, es ist 0 Uhr 24, aber das geht noch, da kann man noch wach bleiben.

Florian Stimmt, ja.

Ruth Also 0 Uhr 24 ist der Start und wenn ihr das jetzt hört, wenn ihr es zeitgerecht, zeitnah am 7. April euch anhört, dann sind die jetzt noch unterwegs. Dann sind die jetzt gerade auf ihrem Rückweg, auf ihrer Free Return Trajectory. Das Ding wird wirklich da um den Mond herumgeworfen, das ist so lustig.

Ruth Es ist eine Flugbahn, die sie von selber durch die Schwerkraft der beteiligten Himmelskörper einfach wieder zur Erde zurückbringt. Also dann kann da also auch gar nicht mehr so viel schief gehen. Naja, oh Gott, ich hoffe, es passiert nichts Orges.

Florian Ja, das wäre blöd.

Ruth Es gibt keinen Grund, warum die NASA hat jetzt wirklich einfach, es kommt mir so vor, in letzter Zeit total ihren Shit together, wie man so schön sagt. Es gibt keinen Grund, warum irgendwas schief gehen sollte. Natürlich, es kann immer was schief gehen. Und ich meine, ja, man kann... Sowieso immer kann was schief gehen. Aber es gibt eigentlich keinen Grund und wir hoffen, dass alles gut geht.

Ruth Wir haben ein bisschen eh schon drüber gesprochen, über die Zusatzmission, die eingeschoben worden ist. Hast du die aktuelle große Pressekonferenz gehört?

Florian Nein. Das war, glaube ich.

Ruth Letzte Woche.

Florian Nein, da war ich unterwegs.

Ruth Ich habe sie irgendwo noch einschieben können. Die Pressekonferenz ist schon irgendwie, ich habe schon ein bisschen wieder dieses Kribbeln, Es fühlt sich jetzt wieder schon so nach großer Zeit für Raumfahrt irgendwie an. Sie haben jetzt eben zeitgerecht mit Artemis 2 auch irgendwie ihre zukünftigen, also zukünftigen, nahe Zukunft, so die nächsten paar Jahre Pläne verlautbart.

Ruth Und das Gateway ist geparkt, sagen wir mal so. Also der Plan ist geparkt. Das Gateway, das Lunar Gateway, die Mondstation in der Umlaufbahn ist jetzt mal abgesagt.

Florian Das wäre das einzig coole gewesen. Ich meine, die Mondlandung ist schon auch cool. So ist es jetzt einfach, sehr, sehr vereinfacht gesagt, eine Wiederholung von vor 60 Jahren.

Ruth Nein, nicht ganz.

Florian Aber Astronautinnen und Astronauten fliegen halt hin, fliegen um den Mond rum, ein paar landen, ein paar kommen wieder zurück. Also das ist halt genauso. Wir fliegen hin und kommen wieder zurück. Und das Gateway wäre halt wirklich mal was Neues gewesen. Eine Station in einer Mondumlaufbahn, die dann am Ende vielleicht sogar dauerhaft besetzt ist.

Florian Also das wäre mal wirklich ein neuer Schritt geworden. Und jetzt haben wir nur quasi denselben Schritt gemacht, den wir damals schon gemacht haben und dann halt wieder zurückgegangen sind. Aber jetzt gehen wir den Schritt halt nochmal. Aber wir gehen denselben Schritt und machen keinen neuen Schritt.

Ruth Ja, es soll aber stattdessen etwas anderes geben, nämlich eine Mondbasis auf der Oberfläche.

Florian Ja, gib bitte.

Ruth Sie wollen tatsächlich eine Mondbasis auf der Oberfläche fahren? Das glaube ich nicht.

Florian Ich glaube es Ihnen nicht. Sie können ja nicht irgendwas absagen, was viel einfacher ist und dann sagen wir machen jetzt was schwereres. Ich meine, das kriegen wir auch nicht hin dann.

Ruth Ich bin mir nicht sicher, ob das so viel schwerer ist. Ehrlich gesagt, weil eine Mondbasis auf der Oberfläche, ich meine gut, das Gateway wird natürlich auch in Modulen hergestellt, aber es ist doch einfach etwas, Mondoberfläche aus Einzelteilen zusammenzubauen. Etwas, was man weniger umfangreich, raumfahrtmäßig planen muss.

Ruth Okay, das klingt jetzt nicht, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, aber sie haben gesagt, es sollen drei Phasen sein, die diese Mondmission jetzt da irgendwie durchgehen. Nach der Landung, also bis zur Landung, Artemis 3 kommt noch dazwischen, Artemis 4 Anfang 2028, also in zwei Jahren soll das schon passiert sein und dann kommen quasi in drei Phasen wird diese zukünftige, nachhaltige und permanente Präsenz auf dem Mond aufgebaut.

Ruth Zuerst kommen unbemannte Missionen mit Equipment, Material, was auch immer, das man braucht, sollen monatliche Flüge stattfinden, die auch zum Teil von kommerziellen Partnern da durchgeführt werden. Und dann, wenn quasi das ganze Zeug dort ist, kommen dann auch regelmäßige bemannte Missionen. Also es soll wirklich ab 2028 oder eigentlich schon ab heute, ab jetzt, gibt es eine Mission pro Jahr mindestens.

Ruth Eine Mission mit Crew, mit Landung dann ab 2028. Und dann sollen sie zuerst in seiner Art Habitat, in einem mobilen Habitat wohnen. Das Mond wohnmobil, das ist quasi so ein pressurized rover, also ein größeres Fahrzeug, in dem auch tatsächlich eine Atmosphäre zum Atmen und so weiter da ist. Also eigentlich eine mobile Station, wie eine Art Raumstation, Modul nur auf Rädern.

Ruth Und dann kommen Schwerlasttransporter, die auch erst natürlich irgendwie dann gescheit entwickelt werden müssen, die dann die einzelnen Bauteile und Module zum Mond bringen, wo dann die Mondstation danach gebaut wird.

Florian Ich finde das eher alles gut, wenn das so ist, aber ich glaube es halt nicht, dass es so kommt. Ich meine, die ganze politische Situation und irgendwann passiert wieder irgendwas, dann kommt wieder irgendeiner von den kommerziellen Fuzzis und kriegt irgendwas nicht hin. Also monatliche Flüge und dauerhafte Basis. Ich meine, ich wünsche mir, dass es so kommt, aber ich glaube es nicht.

Florian Also ich glaube es nicht. Ich glaube es, wenn es so ist, freue ich mich, aber ich glaube es nicht.

Ruth Haben jetzt einfach irgendwie so die Reißleine gezogen, mehr oder weniger, weil die Entwicklung des Gateways so weit hinterher ist, dass das einfach nicht mehr was wird in den nächsten zehn Jahren, so in die Richtung. Und natürlich auch, ich meine, gerade dieser politische Druck ist ja auch das, was diese Acceleration da irgendwie bewirkt hat.

Ruth Dass es sich einfach, wie soll ich sagen, ich glaube, es ist irgendwie so die Idee, sich einfach nicht auf den Schädel scheißen zu lassen, grob gesagt und we're pressing ahead, wir machen das. Und sie haben auch gesagt, wir machen das zur Not alleine. Die Bauteile, wenn die Sachen von den kommerziellen Partnern nicht kommen, dann finden wir Lösungen und dann machen wir das alleine.

Ruth Und es ist ja tatsächlich so, dass der Raumfahrtteil der NASA nicht von den Budgetkürzungen da so stark betroffen ist. Solange man, weißt du, Boots on the Moon, solange man Leute hochbringt und Raumfahrt und so, das ist ja irgendwie cool, cowboymäßig, das lässt sich da ja noch irgendwie in die rechte Agenda da irgendwie gut einfügen.

Ruth Und wahrscheinlich ist es auch das, dass das Gateway natürlich schon auch einen wahrscheinlich höheren wissenschaftlichen Nutzen im Endeffekt gehabt hätte, aber dann teuer und halt dann doch auch irgendwie schwerer zu argumentieren und noch bei weitem überhaupt nicht irgendwie fertig und so weiter. Und dann einigt man sich halt auf das, was man als...

Ruth Doch irgendwie leichter durchführbar hält, oder?

Florian Ja, ich will es ja eh auch, dass es so ist, aber wie gesagt, ich bin skeptisch, dass das so passiert. Ich meine, wir haben im Prinzip seit den 90er Jahren diese ganzen Mondrückkehrpläne in allen möglichen Variationen und es ist nie wirklich was draus geworden.

Ruth Das ist zumindest etwas, wo man wirklich sagen kann, da ist Donald Trump an Bord.

Florian Nein, leider nicht.

Ruth Das Einste, naja, ja leider nicht, leider nicht literally, aber das, ach Gott, die Träume, die Hoffnung stirbt zuletzt. Das hat so diesen Make America Great Again Touch oder Mondlandung, ich meine Gott sei Dank hat es das, obwohl es natürlich da um ganz was anderes geht, als einfach nur wieder Leute hinzubringen. Aber ich glaube, dass das schon eine gewisse Chance hat.

Ruth Und zwar, es klingt fast ein bisschen größenwahnsinnig, du hast recht, aber wie soll man auf eine derartige absurde Situation reagieren? Stell dir vor, du bist in NASA, wie reagierst du darauf? Ich meine, entweder du stürzt dich aus dem Fenster, ohne Fallschirm in der Mitte, oder du sagst, okay, jetzt hast du recht, dann machen wir es halt richtig groß, oder?

Ruth Ich finde, das ist die richtige Angehensweise. Und von wegen richtig groß, das war nicht der einzige Plan, den sie verlautbart haben. Also okay, Mondlandung, schauen wir mal. 2028 ist der Plan und dann, wie es dann weitergeht, we will see. Aber es wird eine atomgetriebene Mission zum Mars mit dem Namen Space Reactor One Freedom tituliert ist.

Ruth So Ingenuity-artige Helikopter werden an Bord sein.

Florian Atomhelikopter.

Ruth Atomhelikopter, genau. Und ich meine, so was die ist, Space Reactor One Freedom, das wieder klingt geil oder mach mal. Aber bis zu einem gewissen Grad muss man da halt einfach auch sich den Gegebenheiten anpassen und dann irgendwie so absurde Namen. Naja, wie immer. Und 2028 immer noch on track Dragonfly.

Ruth Die zu Titan fliegt, ist nach wie vor on track und geplant und so weiter und so fort. Und auch Pläne für die ISS, haben sie verlautbart. Die ISS soll jetzt doch nicht einfach nur so in der Atmosphäre verglühen, sondern ausgetauscht werden. Es wird ein Kernmodul geben, das die NASA bereitstellt. Ein Kernmodul für die neue Raumstation, die dann die ISS ersetzen wird.

Ruth Und zwar wird es so sein, dass die zuerst, was total, finde ich, sehr vernünftig ist, zuerst an der ISS als Modul andockt, getestet und so weiter, ausgestattet werden kann. Dann können da Zusatzmodule, die dann auch wieder von den kommerziellen Anbietern kommen, angedockt werden. Es kann alles getestet und so weiter werden, bis es dann im Endeffekt von der alten ISS abgekoppelt wird und eine eigene neue Raumstation bildet.

Florian Stell dir mal vor, du bist Astronautin und redest dann mit deinen Kolleginnen und Kollegen über eure Arbeit. Und dann fragst du, was hast du so gemacht, wie du im Weltall warst? Ich habe das Hubble-Teleskop ausgesetzt. Und dann fragst du dich, was hast du gemacht? Ich habe die Umzugskisten von der alten zur neuen Station getragen.

Ruth Ja, getragen, gefloatet. Während ich mit 27.000 kmh um die Erde geschallen bin. Apropos Hubble, finde ich interessant, dass du das jetzt erwähnst. Weil da gibt es auch News. Ich habe eine E-Mail bekommen von Hubble. Also nicht ich persönlich. Hubble hat mir eine E-Mail geschickt. Nein, das STSI, das Space Telescope Science Institute, das eben das Hubble und auch das James Webb und so weiter betreibt, ist asking for white papers, also hat ein Rundmailer ausgeschickt für Konzepte, um...

Ruth Das Hubble in seine fünfte Dekade zu bringen. Wir wollen, dass sich jetzt endlich mal etwas verschiebt, nämlich das Ende des Hubble-Weltraumteleskops hinaus zu gehen. Es ist im Moment der Wiedereintritt in die Atmosphäre, also dass der Anfang des Endes von Hubble, wenn nichts weiter passiert, unvermeidlich und im Jahr 2033 zu erwarten. Aber das Ding ist, Ist ja von Anfang an so gebaut worden, dass man ganz leicht Dinge austauschen, ersetzen, reparieren und dass man es natürlich auch wieder hochziehen kann.

Florian Ja, aber mit dem Space Shuttle, oder? Oder Space Shuttle geht es auch?

Ruth Ja, das geht sicher. Da muss man halt einfach den richtigen Haken, den richtigen Anschluss bauen.

Florian Ein Hubble-Haken.

Ruth Das Space Shuttle und das Hubble sind co-entwickelt worden. Die sind gemeinsam gebaut worden, die sind aufeinander abgestimmt, mehr oder weniger, sodass halt das Hubble genau in diese Ladeluke und so weiter vom Space Shuttle auch gepasst hat und damit das, das war quasi die Idee, das Space Shuttle da zu verwenden, für andere Dinge natürlich auch, aber um das Hubble immer wieder zu servicen und Dinge auszutauschen und so weiter.

Ruth Aber ich glaube nicht, dass das jetzt so schwer wäre, das mit anderen Methoden auch wieder hochzuziehen. Sie sagen auf jeden Fall, there is the possibility of a boost. Also es ist die Möglichkeit, es wieder in eine höhere Umlaufbahn zu bringen, ist da und es würde halt einfach nur Planung und natürlich Geld benötigen.

Ruth Und diese Planung, damit das alles gut funktioniert, müsste nächstes Jahr losgehen, müsste im Jahr 2027 starten und deswegen wollen sie jetzt einen robusten Science Case aufbauen von der Scientific Community, um zu schauen, warum ist das Hubble so wichtig, warum soll das seinen 45. Geburtstag auch noch erleben.

Ruth Und schauen wir mal, also das ist einfach, ich meine das Ding, das ist so krass, Das Ding ist ja 36 Jahre alt. Und es ist trotzdem immer noch eins der besten Teleskope, die wir haben. Ich meine, mittlerweile ist es halt schon echt. Es gehören wir einige Dinge ausgetauscht, ja. Aber es wäre so schade rum.

Florian Ja, das geht ja noch.

Ruth Naja, sie versuchen auf jeden Fall, da alle ihre Argumentationspower da irgendwie zusammen zu bekommen und einen Case zu machen, damit das Hubble nochmal vielleicht gebustet und gerettet wird und nicht... In, naja, was, sieben Jahren dann in der Atmosphäre verglüht. Schauen wir mal. Und noch eine Geschichte gibt es, und die wird dir gefallen.

Ruth Noch eine Geschichte aus dem Sonnensystem, neue News aus dem Sonnensystem, beziehungsweise nicht aus unserem Sonnensystem eigentlich. Es geht wieder mal um unseren interstellaren Freund 3i Atlas.

Florian Ja, was macht er denn schon wieder?

Ruth 3i Atlas, also jetzt ist er gerade auf dem Weg aus dem Sonnensystem raus, ist gerade irgendwie erst vor nicht allzu langer Zeit am Jupiter vorbei, oder im Jupiter vorbei, nicht wirklich so nah, aber in der Umlaufbahn des Jupiter. Die News, die es gibt, 3i Atlas ist anscheinend alkoholischer als gedacht.

Florian Ah, okay.

Ruth In dem Kometen hat man wesentlich mehr Alkohol gefunden, als jetzt in einem typischen Kometen in unserem Sonnensystem. Und das ist wirklich ungewöhnlich. Es ist ungefähr Faktor 4. In dem Kometen ist viermal so viel Alkohol drin, wie jetzt in einem durchschnittlichen Kometen in unserem Sonnensystem.

Florian Das heißt, die Aliens sind alle dicht.

Ruth Genau. Die haben anscheinend ordentlich Alkohol an Bord und es liegt ein bisschen was raus. Ja. Leider muss man sagen, man weiß nicht, wie die Aliens drauf sind und was die gern so trinken. Aber für uns wäre es jetzt nicht ganz so ideal. Es ist ja Methanol hauptsächlich. Das ist ja das Zeug, was man schon trinken kann, wenn man unbedingt will. Aber es macht halt ein bisschen blind.

Florian Ja, tot auch manchmal.

Ruth Manchmal auch tot, ja. Und don't try this at home. Aber fand ich lustig. Anscheinend sind wir ein ziemlich unalkoholisches Sonnensystem. Woanders da draußen gibt es wesentlich mehr davon. Und zwar nämlich wesentlich mehr. Viermal. Das ist irgendwie schon krass. Also okay, was bedeutet das jetzt wirklich?

Ruth ALMA, das Submillimeter-Radioteleskop in Chile mit den ganz vielen kleinen Antennen zusammengeschaltet und so weiter, 5000 Meter Höhe, hat den Kometen beobachtet und Methanol beobachtet, weil das kann diese ganzen Moleküle beobachten, die vibrieren da in dem kurzen Radiobereich und hat eben gesehen, dass Alkohol aus dem Kern des Kometen ausgegast wird, was jetzt nichts Ungewöhnliches.

Ruth Aber auch aus den Eiskristallen rundherum, also aus dieser Koma, die den Kern umgibt von dem geschmolzenen Material, da löst sich auch noch Alkohol aus den Verbindungen mit den Eiskristallen und so weiter. ALMA hat auch Cyanwasserstoff gefunden, Blausäure. Das ist auch ganz typisch für den Kometen, ist einfach ein HCN, also einfach ein ganz einfaches Molekül. Und das gibt es auch überall da draußen.

Ruth Aber das hauptsächlich aus der sonnenabgewandten Seite vom Kern. So dort, wo die Sonne nicht hinscheint, auf der Rückseite im Kern hat es diese Blausäure ausgegast. Der Alkohol kam aber auch eben von der sonnenzugewandten Seite und aus dem... Bereich um den Kern rundherum. Das ist echt ungewöhnlich. Und das ist eben das, was auch anders ist als bei Kometen, die für unser Sonnensystem typisch sind.

Ruth Also es bildet sich diese Koma durch die Wärme in der Sonnennähe und da verdampft dann einfach der auf Eis gelegte Alkohol. Die Alien sind wie so, Mist, Mist, Mist. Wir sind runter auf drei Flaschen Methanol-Wodka.

Florian Schnell die Schirme aufspannen, die Sonne wird zu warm.

Ruth Nein, es ist einfach eine coole Nachricht zum Thema, wie anders es geht. Woanders sein kann, oder? Es ist einfach cool, mit diesem Ding können wir einfach die chemische Zusammensetzung von anderen Sonnensystemen untersuchen. Und dann ist da plötzlich einfach zum Beispiel halt viermal so viel Methanol in einem anderen Sonnensystem da.

Ruth Ja, Dinge, die wir bis jetzt noch nicht wussten, woher auch, die uns dieser schöne interstellare Gast liefern kann.

Florian Schauen wir mal, ob noch einer kommt und ob da auch noch Alkohol drin ist, weil dann wird es seltsam.

Ruth Ja, wenn da überall draußen mehr Alkohol da ist. Und wir sind noch nicht zur Party eingeladen.

Florian Naja, wahrscheinlich sind wir am Kindertisch, wo es noch nichts gibt. Und außerdem ist die Party.

Ruth Genau, das Sonnensystem ist quasi noch der Kindertisch. Obwohl, ein bisschen was gibt es ja schon auch. Das ist so, wenn man den Kindern mal so ein bisschen einen Schluck Wein kosten lässt. Also so hat man es zumindest früher in den 80ern gemacht, wie ich ein Kind war.

Florian Bier, das ist schon Schaum einmal kosten.

Ruth Er klärt einiges. Schon, ich glaube, das macht man jetzt auch nicht mehr, oder?

Florian Ich weiß es nicht, oder zu Silvester. Aber ich habe immer einen Glas Sekt trinken dürfen. So ein kleines Glas Sekt. Also wahrscheinlich irgendwie so Viertel Sekt und irgendwie Dreiviertel Orangensaft.

Ruth Ja, ich glaube, ich habe ihn pur getrunken. Ich habe zu Silvester Sekt getrunken. Okay, Leute, mit Kindern sagt Bescheid, ob das immer noch so ist.

Florian Naja, wir sind jedenfalls noch nüchtern bei dieser Aufnahme.

Ruth Apropos Kinder, ich habe noch einen ganz kurzen Hinweis. Bevor wir jetzt dann endlich zum Hauptthema kommen, noch ein Hinweis für Kinder. Also eigentlich für Kinder, ein Hinweis für Lehrkräfte. Es gibt nämlich wieder die internationale Astronomy and Astrophysics Competition 2026. Das ist so ein Wettbewerb, ein Astronomie-Wettbewerb. Und da kann man eben als Schule oder als Klasse oder als Schülerin oder ich weiß nicht, wie genau dann die Modalitäten sind, auf jeden Fall Schule, teilnehmen. Die Deadline ist der 26.

Ruth April, also ihr habt noch irgendwie so zwei bis drei Wochen Zeit und die Webseite ist urschlecht, aber ich habe es mir darum nicht genauer angeschaut, wie auch immer, aber der Wettbewerb ist cool und es gibt doch Dinge zu gewinnen, es gibt Teleskope zum Beispiel zu gewinnen, Teleskope, die signiert sind von Astronauten und Nobelpreisträgern.

Ruth Unter anderem Michel Maillot und Didier Kellos, die Exoplaneten, Nobelpreisgewinner und so weiter. Also wenn ihr ein Teleskop wollt mit einem Nobelpreisträgerunterschrift drauf, finde ich ganz coole Preise eigentlich. Dann meldet euch da irgendwie bei dieser Astronomy and Astrophysics Competition. Wir haben ja da einige sehr aktive Lehrkräfte in unserer Hörerschaft und ja, macht das.

Florian Ja, macht das. In meiner Schule hat das niemand gemacht, aber das muss ja nicht heißen, dass das bei euch anders sein kann.

Ruth Glaubst du, dein Leben wäre anders verlaufen, wenn du ein Teleskop, das von einem Nobelpreisträger signiert, wurde, gewonnen hättest?

Florian Weiß ich nicht, aber dann wäre ich vielleicht rumgestanden und hätte mir gedacht, was ist denn das für Quatsch? Warum funktioniert das nicht so gut? Darum käme ich mich ja nicht aus und das sind dann Punkte, das interessiert mich alles nicht.

Ruth Das mache ich sicher nicht.

Florian Ich bin ja nicht durch das Beobachten zum Astronomen geworden. Es sind ja andere Dinge gewesen, die mich zu dem Studium getrieben haben, nicht das Beobachten und vielleicht hätte mich das abgeschreckt, weil ich es nicht gekonnt hätte. Ja, weiß ich nicht. Man weiß es nicht, keine Ahnung. Vielleicht wäre ich ein noch viel besserer Astronom geworden. Man weiß es alles nicht.

Ruth Ja, vielleicht wärst du ein richtiger Astronom geworden und nicht nur so ein Himmelsmechaniker. Und etwas anderes, das man nur mit Teleskopen herausfinden kann, und zwar nur mit sehr, sehr großen Teleskopen in dem Fall, ist unsere heutige Hauptgeschichte. Und wir bleiben im Sonnensystem. Ich habe schon wieder ein Sonnensystem-Thema.

Ruth Ich komme nicht mehr so raus. Und zwar nämlich nicht nur irgendein Sonnensystem-Objekt, sondern das Sonnensystem-Objekt, das dem Sonnensystem seinen Namen gibt.

Florian Oh, die Sonne oder das System?

Ruth Die Sonne!

Florian Wir sollten den Mond das System nennen.

Ruth Dann nennen wir ihn einfach das System und dann bombardieren wir ihn.

Florian Genau.

Ruth Es geht um die Sonne und es geht um eine aktuelle Studie, die rausgekommen ist, die endlich, wir haben da schon ein bisschen drüber gesprochen in der Folge, die wir mit unserer Asteroseismologin, der Wiki aufgenommen haben.

Florian Da haben wir aber nicht über Astro-Saismologie gesprochen, sondern hauptsächlich über den Satelliten, den sie da im Plastik-Sackler in den USA...

Ruth Oh ja, aber wir haben schon noch ein bisschen... Ja, ein bisschen. Aber wir haben schon ein bisschen, ein bisschen, okay.

Florian Wir haben erklärt, was Astro-Saismologie ist, aber gesagt, wir machen immer mal eine eigene Folge drüber.

Ruth Ah, okay, jetzt kann ich gar nichts sagen. Das haben wir schon alles so gut erklärt. Ich muss jetzt gar nicht mehr so gut erklären. Wir haben vermutlich, vielleicht, hoffentlich, endlich den Ursprung ursprünglich das solaren Dynamo lokalisiert. Nicht der, der wie beim Fahrrad.

Florian Der das Licht macht.

Ruth Nein, nicht so ein Dynamo. Dynamo ist die Art und Weise, wie ein Magnetfeld erzeugt wird, sagen wir mal so.

Florian Aber fangen wir mal am Anfang an. Es geht um die Sonne, die Sonne hat ein Magnetfeld.

Ruth Warum ist das so wichtig? Warum interessiert uns das Magnetfeld der Sonne? Naja, bei Sternen ist das Magnetfeld extrem wichtig. Also natürlich, ja, die Gravitationskraft ist das, was den Stern zusammenhält, aber alles andere mehr oder weniger funktioniert da irgendwie über Magnetfelder. Und vor allem hat ja das Magnetfeld der Sonne auch einen riesigen Einfluss auf uns.

Florian Genau.

Ruth Wir kriegen ja nicht nur Licht von der Sonne, sondern sie schleudert auch da ihre Innereien in unsere Richtung. Und die werden irgendwie eben von dem Magnetfeld der Sonne da beschleunigt. Die werden über das Magnetfeld der Sonne, über die Turbulenzen eigentlich des Magnetfelds der Sonne, da überhaupt erst irgendwie so weit erzeugt, diese Sonnenstürme, dass sie dann überhaupt in großer Menge bis zur Erde kommen können.

Ruth Wir haben also quasi den Sonnenwind, das ist so ein stetiger Strom, aus Teilchen der Richtung Erde kommt, aber wenn die Sonne ab und zu ordentlich irgendwie reinhaut, dann gibt es diese Sonnenstürme, riesige Explosionen an der Sonnenoberfläche, die über das turbulente Magnetfeld der Sonne eigentlich erst zustande kommen.

Florian Genau, und das Hauptverhältnis. Ding am Magnetfeld der Sonne oder eines der Hauptdinge oder Hauptprobleme ist ja auch seine Veränderlichkeit. Das Magnetfeld der Erde ist im Wesentlichen immer so, wie es ist. Also wir haben einen Nordpolermagnetischen und einen Südpolermagnetischen und ja, alle paar hunderttausend Jahre ändert sich mal da ein bisschen was.

Ruth Das hat mich übrigens jemand gefragt im Planetarium. Wieso sich das Magnetfeld der Erde auch umpolt?

Florian Wissen wir nicht, glaube ich.

Ruth Ja, okay.

Florian Ich glaube, das ist es.

Ruth Weiß ich auch nicht. Bin ich da gut in line mit der Scientific Community? Ich habe gesagt, das sind dann wahrscheinlich die turbulenten Bewegungen des Eisenkerns und die Turbulenzen des Magnetfelds im Kern der Erde, weil dort geht es ja auch ordentlich turbulent zu.

Florian Es hat auf jeden Fall was damit zu tun, wie die metallischen Ströme da im Erdinneren fließen. Aber ich glaube, im Detail wissen wir es nicht. Aber wie gesagt, das Magnetfeld der Erde polt sich nur alle paar hunderttausend Jahre mal um, aber dass der Sonne alle elf Jahre.

Ruth Genau, ziemlich schnell. Und wir wissen schon, es ist so wie bei den meisten Dingen da draußen. Wir wissen eigentlich schon ein bisschen was und wir wissen schon recht viel, also wir kennen diesen Zyklus der Sonne halbwegs gut. Er ist nicht ganz exakt, es sind nicht jetzt genau elf Jahre, man weiß nie genau, wann ist jetzt aktuell tatsächlich das Maximum.

Ruth War das jetzt schon die meiste Anzahl an Sonnenstürmen, die höchste Anzahl auch an Sonnenflecken dann auch? War das schon? Kommt das erst? Man kann natürlich erst immer im Nachhinein sagen, aber es sind so plus minus ziemlich gut immer diese elf Jahre, die die Sonne aktiver ist und dann wieder weniger aktiv, dann wieder aktiver.

Ruth Dieser Zyklus ist eben durch das Magnetfeld der Sonne dominiert. Also das ist das, was diesen Zyklus erzeugt.

Florian Ich weiß nicht, ob das das ist, was du erzählst, aber vermutlich nicht. Darum erzählt sich jetzt ganz kurz, also wie das im Detail funktioniert, wissen wir auch noch nicht, aber wir wissen auf jeden Fall, warum es dieser Elfjahreszyklus ist. Man kann sich das so auch vorstellen, dass du auch bei der Sonne einen Nord- und Südpol hast und Magnetfeldlinien, die von Nord nach Süd laufen, aber die Sonne ist ja kein fester Körper, sondern eine Kugel aus Gas und Je nachdem, wo du auf der Sonne bist, rotieren diese Gasschichten unterschiedlich schnell.

Florian Also ich glaube, der Äquator rotiert schneller als die polnahen Regionen. Das heißt, diese Magnetfeldlinien werden am Äquator immer so ein bisschen nach vorne gezogen. Und dann im Laufe der Zeit von einer Nord-Süd-Richtung entwickeln sie sich so immer langgestreckter, so in eine eher ost-westliche Richtung, werden um den Äquator herumgewickelt.

Florian Und irgendwann kommen sie sich in die Quere und dann gibt es alle möglichen Kurzschlüsse, vereinfacht gesagt, diese ganzen elektromagnetischen Entladungen, was dann eben die Sonnenstürme sind und das ist der Höhepunkt dieser Aktivitätsphase, wo die Sonnenaktivität extrem groß ist und wenn sich das dann alles ausreichend kurz geschlossen hat, baut sich das Magnetfeld wieder neu auf und dann fängt das alles wieder von vorne an.

Florian Also so ungefähr funktioniert das, aber warum das so funktioniert und wie du gesagt hast, wo das Magnetfeld genau herkommt dann alles, das ist glaube ich noch offen. Oder auch nicht?

Ruth Genau. Es ist ja jetzt vielleicht nicht mehr ganz so offen, wie es vorher Also die Idee ist die, dass es eben bei der Erde wird das Magnetfeld durch den rotierenden flüssigen Eisenkern durchgeführt. In der Mitte der Erde erzeugt. Das Ding dreht sich und macht dieses polare Magnetfeld, wo es eben, wie du gesagt hast, von einem Nordpol zu einem Südpol geht, was so mehr oder weniger so ein kugelförmiges Magnetfeld ist.

Ruth Und bei der Sonne ist das so am Anfang des Zyklus auch so, aber dann wickelt es sich eben so auf und es wird dann eben von einem, nach oben nach unten gehenden, also so einem polaren, so einem annähernd sphärischen Magnetfeld, zu einem mehr so Donut-förmigen. Also eins, das quasi so entlang, eben so parallel zum Äquator geht und nicht von Norden nach Süden, sondern parallel zum Äquator rundherum, rundherum geht, bis es sich dann eben wieder auflöst.

Ruth Und dadurch, dass es dieser Bewegung der Sonnenoberfläche, die wir auch sehen, folgt, ist schon die Idee, dass es bei der Sonne eben nicht aus der Mitte kommt, das Magnetfeld nicht in ihrem Kern erzeugt wird, sondern irgendwo mehr in Oberflächennähe. Das ist irgendwie schon so ziemlich klar gewesen, sagen wir mal so.

Ruth Und jetzt in dieser neuen Studie haben Sie sich eben das genau angeschaut und sind draufgekommen, es muss eigentlich in der Tachokline liegen.

Florian Tachokline?

Ruth Die Tachokline.

Florian Tacho ist Geschwindigkeit und Kline sind Linien gleicher Geschwindigkeit? Nein.

Ruth ISO ist doch...

Florian Ach ja, ISO, ja, ja. Da müsste Tacho ISO sein.

Ruth Ich habe sie irgendwo angeschaut, aber habe es schon wieder vergessen.

Florian Das Wort Tachokline oder Tachokline, wie auch immer es ausgesprochen wird, hat der Herr Professor Edward Spiegel im Jahr 1992 geprägt. Der Herr Spiegel war anscheinend auch Astronom aus den USA und als Analog zum Wort Thermokline aus der Meeresforschung, Ozeanografie. Und da ist die Thermokline ein Wort, das vom griechischen Thermos für warm und Klinein, wie auch immer man das ausspricht griechisch, für neigen.

Florian Das ist der Übergang von Wasserschichten unterschiedlicher Temperatur. Und anscheinend ist da irgendwo was geneigt bei diesen Schichten, frage ich mich nicht. Also geneigte Temperatur, dann heißt es jetzt hier geneigte Geschwindigkeit, die Tachokline?

Ruth Naja, Gradient, ne? Ja, ja, genau. Also es ist der Übergang des Temperaturgradienten, aber eben statt Thermo, Tacho. Also es geht um den Übergang zwischen verschiedenen Rotationsgeschwindigkeiten. Es geht um den Rotationsgradient, genau. Ja, okay, das macht Sinn, ja. Okay, schauen wir uns nochmal kurz den Aufbau der Sonne an.

Ruth Der Aufbau der Sonne ist ja lustigerweise ziemlich genau so wie der einer Mozartkugel.

Florian Ah ja, und innen drin ist Marzipan.

Ruth Ja genau, der Kern, dort wo das ganze Licht herkommt, das ist die Pistazien-Marzipan-Mischung, der Kern der Sonne. Es kommt auch nämlich lustigerweise, wenn man sich so eine Mozart-Kugel anseht. Ihr könnt gerne jetzt diesen Podcast hier stoppen, in den Supermarkt laufen, euch Mozart-Kugeln holen, wenn es die dort gibt, und sie wieder zurückkommen, sie aufschneiden und dann weiterhören.

Ruth Es ist sehr lustigerweise, oder schaut euch einfach ein Bild im Internet an, der Kern... Die verschiedenen Schichten, auch von ihrer Größe her, kommt das halbwegs gut hin mit den Mozart-Kugeln-Schichten. Wir haben den Kern, den Kern der Sonne. Der hat ungefähr ein Viertel des Radius der Sonne. Also schon ziemlich groß.

Ruth In diesem Kern, da wird die Kernfusion, da wird eben das Licht erzeugt, da wird Wasserstoff in Helium fusioniert, 15 Millionen Grad. Obwohl eigentlich ist ja das Arge an dem Kern der Sonne nicht so sehr die Temperatur, sondern ihr Druck und die Dichte, die Teilchendichte. Das ist das, was eigentlich den Kern der Sonne so absurd macht.

Ruth Im Kern der Sonne hat es 200 Milliarden Bar.

Florian Ja, es sind viele Bar.

Ruth Es ist viel. Also der Druck ist abstrusest. Aber klar, der Druck wird erzeugt durch die Schwerkraft, die dann nach innen zieht. Also es ist so, dass sich das einfach in Gleichgewicht hält. Die Dichte, es ist auch eine sehr hohe Dichte. Obwohl, wenn man das jetzt vergleicht, klingt das gar nicht mehr so viel 13-fache Dichte von Blei, klingt jetzt gar nicht mehr so abstrus, ist aber für ein Gas, für ein extrem heißes, Millionen Grad heißes Gasplasma.

Ruth Mit dem Druck ist das natürlich… Ja.

Florian Ich wollte gerade sagen, ein Gas ist was anderes als 13-mal dichter als Blei. Also wenn ich da mit dem Kopf dagegen laufe, dann denke ich nicht an Gas.

Ruth Nein, genau. Also man denkt da, glaube ich, gar nicht mehr an Gas bei dem, was da im Kern der Sonne vor sich geht. Und trotzdem ist der Energie-Output des Kerns der Sonne aufs Volumen gerechnet, irgendwie sehr niedrig. Das sind diese berühmten 140 Watt pro Kubikmeter. Ja, ja, das hatten wir schon mal mit dem… Also ein bisschen mehr als ein Mensch, oder ein Komposthaufen, ein ganz klassischer durchschnittlicher Komposthaufen im Kern der Sonne. Okay, also dann mal der Kern.

Ruth Und dann kommt die Strahlungszone. Das ist die nächste Schicht, das wäre dann, glaube ich, das helle Nougat. Zuerst kommt das Dunkle, das dunkle Nougat, die Strahlungszone. Und die Strahlungszone ist ungefähr, das ist quasi der größte Bereich, eigentlich ungefähr 300.000 Kilometer Radius, also vom Kern weiter nach außen.

Ruth Das ist die Strahlungszone. Und das ist der Bereich, wo sich das Licht quasi durch das Plasma durchkämpfen muss. Das ist der Bereich, der nicht durchsichtig ist natürlich, wo das Licht nicht so gut durchkommt, weil die ganze Zeit irgendwas im Weg ist und weil es die ganze Zeit wieder irgendwie absorbiert, wieder raus will, also absorbiert nicht auf die Dauer, weil es ist irgendwie ionisiert, aber wo das die ganze Zeit an Atomen.

Ruth Da irgendwie Protonen gestreut wird und so weiter und so fort. Also, da braucht das Licht durch diese Strahlungszone 100.000 Jahre ungefähr im Durchschnitt, bis es draußen ist. Und dann, außerhalb dieser Strahlungszone, dann kommt, Die Konvektionszone, weitere 200.000 Kilometer. Und das ist jetzt schon langsam eine Art von Material, die wir uns irgendwie vielleicht möglicherweise annähernd vorstellen können mit unserer alltäglichen, von der Erde geprägten Erfahrung irgendwie.

Ruth Konvektion ist einfach die Bewegung des Materials aufgrund seiner Temperatur. Das heißt, in dieser Konvektionszone beginnt das Material kühl genug zu sein, damit es sich überhaupt bewegen kann. Unten drunter bewegt es sich eigentlich nicht. Das ist ja auch so krass. Diese Kern- und Strahlungszone zusammen, dieser Kernbereich der Sonne, dreht sich wie eine starre Kugel.

Ruth Das ist wirklich fast wie ein Festkörper.

Florian Naja, wenn es 13 mal dichter als Blei ist.

Ruth Eben, genau. Da verlieren sich diese ganzen Griffe von was irgendwie fest, flüssig, gasfremig, wie verhält es sich und so weiter. Es ist kühl genug für diese Konvektion, die Bewegung des Materials, die wir aber natürlich von sehr heißen Dingen kennen, weil jetzt für uns auf der Erde, wir sind quasi bei der unteren Grenze für die Konvektion normalerweise.

Ruth Und das beginnt eben bei Konvektionen. Bei Wasser, bei kochendem Wasser beginnt es auch, dass das Material sich durchwirbelt, durchsprudelt. Das ist das sprudelnd kochende Wasser, das sich da bewegt, ist ein Beispiel für diese Art von der temperaturbedingten Bewegung des Materials. Und das ist das, was eben auch in dieser Konvektionszone stattfindet.

Florian Also die Energie muss aus dem Kern quasi zwei unterschiedliche Verkehrsmittel nehmen. Die muss einmal umsteigen. Also da kommt die Energie, die im Kern erzeugt wird, zuerst durch Strahlung weiter, bis sie dann eben am Ende der Strahlungszone angelangt ist. Und dann muss sie in die Konvektion umsteigen und wird dann durch Wärmeleitung im Wesentlichen weiter nach oben transportiert.

Ruth So ist es. Ich hoffe nur, dass das Umsteigen nicht in dieser Tachokline, was genau diese Schicht des Umsteigens ist. Ich hoffe nur, dass das Umsteigen nicht ganz so unangenehm ist wie in Nürnberg.

Florian Oder im Park Potsdam, so auch so sie.

Ruth Ja, genau. Und genau das, genau um diese Schicht geht es, die Grenzschicht zwischen dieser starren Rotation, wo die Wärme nur durch Strahlung weitergegeben werden kann und dann die Schicht, wo es sich anfängt zu bewegen und wo die Wärme auch über die Bewegung des Materials selber weitergegeben wird. Genau diese Grenzschicht, der Umsteigebahnhof, das ist die Tachokline.

Florian Okay, dann erkläre ich es jetzt nochmal, dass ich es verstanden habe. Wenn du die Sonne von außen anschaust, dann rotiert sie differenziell. Das machen auch andere Himmelskörper, das macht auch der Jupiter und der Saturn auch. Das hat einfach unterschiedliche Entfernungen vom Äquator unterschiedlich schnell rotieren.

Florian Also wenn du am Äquator bist, brauchst du ungefähr 25 Tage oder so was, 27 Tage. Ich weiß jetzt nicht auswendig.

Ruth Genau, am Äquator sind es 25 und weiter oben sind es dann glaube ich 30 oder 32 in Polnähe.

Florian Das, was du jetzt gerade gesagt hast, heißt, das ist außen so, aber Innendrin in der Sonne gibt es keine differenzielle Rotation und die Tachocline ist der Bereich, wo im Inneren der Sonne der Punkt ist, wo sie aufhört, starr zu rotieren und anfängt, differenziell zu rotieren.

Ruth So ist es. Genau. Das ist dieser Übergang. Die Schicht gibt es in der Mozart-Kugel nicht. Also außerhalb der Konvektionszone kommt dann noch die Schokoglasur, also die Oberfläche, die Photosphäre. Das ist das, wo dann die Sonnenoberfläche wirklich durchsichtig wird, wo das Licht raus kann oder das Ende der Konvektionszone dann noch von dieser für uns sichtbaren Schicht abgeschlossen wird.

Ruth Und es wäre jetzt diese Tachokline eigentlich noch so eine Art zusätzlicher, vielleicht könnte man dann noch eine Schicht weiße Schokolade zwischen den zwei Nougat-Schichten einführen.

Florian Man kann mal machen, aber man kann es auch übertreiben, weil so oder so rotieren Mozart-Kugeln äußerst selten differenziell, egal ob innen oder außen.

Ruth Wenn man sie nur warm genug macht vielleicht, gut, aber dann halten sich die Schichten wahrscheinlich auch nicht mehr so gut. Es ist auf jeden Fall diese Tachoklinie, diese Schicht zwischen starrer Rotation und differenzieller Rotation im Inneren der Sonne bei ungefähr 0,7 Sonnenradien, also so knapp drei Viertel der Sonne oder ein bisschen mehr als zwei Drittel der Sonne, wie auch immer, drinnen.

Ruth Und die ist auch extrem dünn, die ist nur 4% des Sonnenradius dick. Also das ist wirklich eine extrem dünne Schicht, wo sich alles total ändert, wo es voll zugeht, wo es irgendwie von dieser ganz normalen, starren Rotation zu dieser turbulenten Konvektion und differenziellen Rotation geht. Und woher wissen wir das überhaupt? Weil nur die oberste Schokoklasur der Sonne überhaupt durchsichtig ist.

Ruth Und wir können ja das Licht wirklich nur von der Oberfläche der Sonne sehen. Man kann nicht in die Sonne hineinschauen. Alles, was wir vom Inneren der Sonne wissen, können wir eigentlich nicht wirklich über Licht wissen, das wir von dort bekommen. Und das ist jetzt die fantastische Idee hinter der Asteroseismologie oder in unserem Fall der Helioseismologie, weil es um die Sonne geht.

Ruth Aber das kann man bei anderen Sternen auch machen. Bei der Sonne kann man es nur viel, viel, viel besser und viel, viel, viel genauer machen, weil es in der Janus dran ist. Die Idee ist, dass man eben über Schwingungen des Sterns, also Sternbeben quasi, so wie man bei Erdbeben den Aufbau des Inneren der Erde rekonstruieren kann, über diese Sternschwingungen den Aufbau der Sterne rekonstruieren kann.

Ruth Also man kann durch diese Schwingungen nachverfolgen, wie sich die fortbewegen, die ändern ihre Richtung, die ändern ihre Geschwindigkeit, wenn sie sich durch eine unterschiedliche Dichte, zum Beispiel Schicht, fortbewegen und bis sie dann an der Oberfläche angekommen sind, kann man aus diesem Gewobbel rekonstruieren, was da unten drunter drinnen war, wo sich diese Schwingungen durchbewegt haben.

Florian Es ist beeindruckende Technik, aber man kann sich es vorstellen, auch leicht vorstellen, dass sowas funktioniert, wenn man sich das eben mit klassischen Schallschwingungen anschaut. Also wenn ich mit dem Hammer auf ein Stück Metall drauf schlage, dann werden da ganz andere Luftschwingungen, also ganz anderes Geräuschen, ganz anderer Ton angeregt, als wenn ich mit dem Hammer auf ein Stück Holz drauf haue, weil das ein anderes Material ist und die Wellen in dem Material sich anders ausbreiten und dann eben auch andere Schallwellen, die wir als Geräusch wahrnehmen, erzeugt werden.

Florian Also je nachdem, wie etwas aufgebaut ist, schwingt es anders und das kann man im Alltag hören, indem wir einfach auf Sachen drauf hauen oder Musik machen, für Leute, die es können. Ich kann nur auf Sachen draufhauen.

Ruth Ist quasi das Gleiche.

Florian Aber in den Sternen funktioniert es genauso. Auch die haben unterschiedliche Schichten, bestimmen aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlicher Dichte, in unterschiedlicher Temperatur und all das beeinflusst, wie sich darin Wellen ausbreiten. Und da müssen wir nicht draufhauen auf die Sterne. Da passiert so viel Action in den Sternen. Die schwingen ganz von selbst.

Florian Und wenn wir von außen beobachten können, wie der Stern schwingt, also welche unter Anführungszeichen Geräusche der macht, dann können wir mit viel Rechnen rausfinden, was in den drin abgeht.

Ruth Sachen drauf und das stimmt schon, aber es ist halt natürlich extrem komplex. Also es ist vielleicht eher wie ein Orchester. Stellt euch vor, ein ganzes Orchester und ihr habt aber keine Noten, sondern man hört die Gesamtmusik.

Florian Genau. Und ihr steckt alle in einem kleinen Raum, wo es extrem heiß ist und von außen hauten Leute auf euch drauf.

Ruth Es ist eine schöne Vorstellung. Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Orchester, Im Zuschauerraum hört die irgendeine Mozart-Symphonie, die Jupiter-Symphonie vielleicht. Und könnt daraus, weil ihr genial seid und ein geniales Messinstrument habt, jede einzelne Stimme rekonstruieren, auf ein Notenblatt bringen.

Ruth Und ihr wisst, warum jedes einzelne Instrument dieses Geräusch macht, wie das alles zusammenhängt und so weiter. Und dann ist es auch noch 15 Millionen Grad heiß. Und das Arge, noch dazu, noch dazu. Sitzt ihr ja eigentlich nicht im Zuschauerraum und hört das Ganze, sondern ihr steht irgendwo ganz weit weg, steht vielleicht irgendwo auf dem Kahlenberg und schaut mit einem Fernrohr Richtung Musikverein, wo dann das Voraussene.

Ruth Also die Analogie hinkt ein bisschen, aber wir können natürlich diese Sternenschwingungen nicht direkt hören. Da ist ja das Vakuum des Weltraums dazwischen. Es sind wirklich Schwingungen im Sinne von Schallwellen, Es sind wirklich akustische Schwingungen eigentlich, natürlich. Das würde auch ein Geräusch machen.

Ruth Sterne machen ein absurdes, gigantisches Röhren von einem Geräusch, von all diesen verschiedenen Frequenzen und Schwingungen. Aber was wir machen können, ist die Sterne mit Teleskopen beobachten. Wir können wiederum nur aus dem Licht, das wir bekommen, rekonstruieren. Was für verschiedene Schwingungen da auf dem Stern stattfinden.

Ruth Also wir rekonstruieren die ganz leichte, wirklich absurd geringe Helligkeitsschwankungen in dem Licht des Sterns, in dem Fall im Licht der Sonne. Wir beobachten die Helligkeitsschwankungen und rekonstruieren daraus die verschiedenen Schallwellen, die sich durch die Sonne bewegen und daraus wiederum die verschiedenen Schichten der Sonne.

Ruth In ihrer verschiedenen Dichte oder eben auch die verschiedenen Drehgeschwindigkeiten, die in der Sonne herrschen. Das ist eine absurde Rekonstruktionsarbeit. Und von diesen verschiedenen Drehgeschwindigkeiten vor allem und schon auch wie sich die Schallwellen ausbreiten, aber eher über die Rotation, bekomme ich dann eben auch Rückschlüsse auf die Magnetfelder und den Dynamo der Sonne.

Ruth Also wie das alles überhaupt funktioniert und erzeugt wird. Und was genau haben Sie jetzt in dieser Studie gemacht, Nach der aktuell in Nature veröffentlichten Studie, sie haben sich die verschiedenen Rotationsgeschwindigkeiten im Inneren der Sonne, verschiedenen Tiefen der Sonne genau angesehen und irgendwie mit der Bewegung der Sonnenflecken zum Beispiel an der Oberfläche der Sonne verglichen.

Ruth Wir sehen ja, wir sehen, was das Magnetfeld an der Oberfläche der Sonne verursacht. Wir sehen die Sonnenflecken und wie die sich im Laufe eines Sonnenzyklus verändern. Weil das die Ergebnisse des Magnetfelds sind, das, was an der Sonnenoberfläche abgeht, muss jetzt das, was wir im Inneren der Sonne sehen, da irgendwie abgeglichen werden.

Ruth Also alles, was von dem Magnetfeld an der Oberfläche erzeugt wird, muss sich irgendwo im Inneren der Sonne natürlich dann wiederholen oder irgendwie reproduziert sein. Diese Rotationsgeschwindigkeit von dem Material im Inneren der Sonne, die kann ich messen. Und wenn die mit dem, was ich an der Oberfläche sehe, zusammenpasst, Dann kann ich sagen, ah, da kommt das wahrscheinlich her, dieses Magnetfeld.

Ruth Und sie haben jetzt genau diese Bewegung der Sonnenflecken an der Sonnenoberfläche im Laufe der Zeit hergenommen. Das ist dieses sogenannte Butterfly-Diagramm, das Schmetterlings-Diagramm, weil wenn man sich die Entwicklung der Sonnenflecken im Laufe der Zeit auf der Sonne anschaut, dann bilden die so schmetterlingsflügelartige Strukturen, die wandern, die Sonnenflecken wandern von Sonnenflächen.

Ruth Mittlerer Breite der Sonne, also von weiter oben und weiter unten, wandern die mehr oder weniger symmetrisch Richtung Äquator, aber so im Laufe der Zeit bildet das dann so schräge, flügelartige Strukturen. Kann man so ungefähr nachvollziehen, wo der Schmetterling herkommt? Die Position der Sonnenflecken an der Sonne im Verlauf der Zeit bildet diese schrägen, flügelartigen Strukturen.

Ruth Ich meine, mittlerweile können wir natürlich die Magnetfelder an der Sonne auch auf andere Art und Weisen rekonstruieren und so weiter. Aber die Untersuchung von Sonnenflecken, das ist eigentlich quasi fast so wie die Fußabdrücke vom Magnetfeld, die an der Oberfläche zurückgelassen werden. Die können wir halt auch dann historisch zurückverfolgen, weil Leute schon seit sehr langer Zeit da irgendwie draufgekommen sind, ah, diese Flecken, die sind nicht immer gleich, da sind manchmal mehr, manchmal weniger.

Ruth Und so können wir einfach auch die Sonnenaktivität, diesen Sonnenzyklus eben über eine längere Zeit zurückverfolgen. Es klingt irgendwie so ein bisschen anachronistisch, Sonnenflecken zählen. Das ist ja irgendwie nicht mehr so wissenschaftlich relevant, die Sonnenflecken. Na doch, sind sie sehr wohl.

Ruth Eigentlich ist es ein total einfaches Diagramm, dieses Schmetterlingsdiagramm. Trotzdem ist es immer noch ein extrem wichtiges Tool auch in der Zurückverfolgung der Magnetfelder eben in die Tiefe der Sonne. Was sie jetzt gemacht haben, war, dass eben die Bewegung des Materials in der Tiefe der Sonne zu untersuchen und sie haben es eben über Daten verwendet.

Ruth Von verschiedenen Teleskopen, eben unter anderem vom SOHO, der alte Sonnensatellit, vom SDO, Solar Dynamics Observatory und dem Global Oscillation Network. Das kannte ich auch nicht. Das hat ein schönes Akronym. Das heißt nämlich GONG. Es ist das Global Oscillation Network Group. Ein gehenden Dreigeschüttel. GONG. Also passt auch zu der akustischen Analogie, zu den akustischen Schwingungen, die wir da untersuchen. Das ist ein Netzwerk an kleineren Teleskopen überall auf der Erde, die eben auch die Sonder beobachten und so weiter und so fort.

Ruth Und mit Hilfe dieser Daten von den verschiedenen Observatorien haben sie es geschafft, Daten von Juli 1995 durchgehend bis April 2024 zusammenzutragen. Das sind fast 30 Jahre lang. An Daten und das hat einfach bis jetzt noch niemand so ein langes, zusammenhängendes, umfassendes Datenset auf die Art und Weise analysiert.

Ruth Das sind mehr als zweieinhalb Sonnenzyklen, die man da jetzt untersuchen kann und zwar nämlich, wie sich die Rotation des Materials, wie sich die Bewegung des Materials tief in der Sonne drinnen im Laufe des Sonnenzyklus, wo ich auch immer über die Sonnenflecken, die Bewegung an der Oberfläche der Sonne habe, wie sich das verändert und wie sich das vergleicht und sind draufgekommen, genau an dieser Tachokline, an dieser Schicht, wo sich plötzlich eben die starre Rotation der Sonne in eine differenzielle Rotation verändert, dass dort genau die gleichen Muster in der Bewegung des Materials zu sehen sind, wie in dieser Schmetterlings- Charakteristik.

Ruth Da gibt es genau diese gleichen langgezogenen, verzerrten Bewegungsmuster, Wie wir sie an der Sonnenoberfläche sehen und wo wir wissen, die kommen vom Magnetfeld. Und wenn das genau die gleichen Bewegungsmuster sind in der Tiefe in dieser Schicht, dann ist das natürlich sehr wahrscheinlich, dass diese Schicht da dieses Magnetfeld irgendwie zumindest miterzeugt.

Ruth Zumindest signifikant an der Erzeugung dieses Dynamos, dieses Magnetfelds der Sonne beteiligt ist.

Florian Ja, das klingt plausibel. Also ich kenne mich nicht aus von dem Thema, aber ich bin zumindest bis jetzt überzeugt.

Ruth Und es macht auch Sinn, dass es einfach die mechanische Verzerrung, diese mechanische Energie, diese Scherkräfte, die durch diesen sehr plötzlichen Übergang zwischen starr und differenziell erzeugt werden, Da muss es ordentlich zugehen in dieser Schicht. Durch diesen abrupten Übergang kommt es eben zu diesen extremen mechanischen Energien da und die werden dann ins Magnetfeld umgesetzt.

Ruth Also die liefern die Energie für dieses Magnetfeld. Das ist auch irgendwie schon plausibel. Sie haben jetzt in diesem Paper zwar, das sagen Sie selber, wir haben jetzt keinen genauen Mechanismus beschrieben oder identifiziert. Sie sagen jetzt einmal so, hey, okay, we don't know how exactly it works. Schaut euch das mal an, liebe Magnetfeldtheoretiker. Aber Sie haben einfach in die Sonne hineingeschaut und das zum ersten Mal abgeglichen mit den Bewegungsmustern.

Ruth Die wir auf der Oberfläche der Sonne sehen, in dieser tiefen Schicht unter der Sonne drinnen. Also es kann natürlich auch gut sein, dass der Rest dieser Konvektionszone der Sonne da auch irgendwie noch mitwirkt, aber es ist diese Tachokline zentral für das Verständnis des magnetischen Dynamos der Sonne, für das Verständnis der Sonne selber.

Ruth Diese dünne 4%-Schicht der Sonne ist das, was einen großen Einfluss auf das hat, wie die Sonne funktioniert und wie sie auch ihr Material irgendwie dann Richtung Erde schleudert, wie sie dann einfach auch unser Leben im Endeffekt beeinflusst.

Florian Ich überlege gerade, ob jetzt besser darin werden, die Sonnenaktivität vorherzusagen oder ob wir da eh schon gut genug sind, weil das sehen wir von außen auch.

Ruth Ja, es ist jetzt natürlich auch nicht ganz so easy, wie dann in einer Vorhersage, dass man sagt, okay, man beobachtet, was an dieser Tachokline passiert und kann dann vorhersagen, was das an der Oberfläche aktuell verursacht, dass das jetzt vielleicht so easy nicht. Aber durch diese Beobachtungsdaten, durch diese Fokussierung auf diese Schicht können natürlich dann überhaupt Modelle einfach aktualisiert werden und genauer gemacht werden, die dann wiederum die Vorhersage von der Sonnenaktivität an der Oberfläche auch genauer beschreiben können.

Ruth Also es ist natürlich ein Gesamtpaket, das wir da bekommen. Es ist jetzt auch nicht so ganz neu natürlich. Es ist eine lange Vermutung, dass diese Tachokline da irgendwas damit zu tun hat. Aber es ist einfach so direkt quasi vor unseren Augen durch diese 200.000 Kilometer Konvektionsschicht durchgeschaut quasi so deutlich vor unseren Augen die gleichen Muster in dieser Schicht, wie sie an der Oberfläche sind.

Ruth Das ist schon beeindruckend und das ist natürlich etwas, das auch den Modellen extrem hilft und die Vorhersage Power über die Sonnenaktivität dann in Zukunft verstärken wird, ja.

Florian Müssen wir jetzt eine Raumsonde in die Tachokline schicken?

Ruth Das sowieso. Na, die Arme.

Florian Ja, aber ich fände das wirklich spannend. Ich meine, ich weiß, das ist alles wieder Science-Fiction. Und wenn ich jetzt vorhin schon so über die Mondsachen geschimpft habe, dann brauche ich jetzt nicht anfangen, hier mir sowas auszudenken. Aber ich fände schon auch mal cool, wenn wir wirklich eine Sonnensonde hätten.

Florian Also eine, die halt wirklich unter Anführungszeichen reinfliegt. Also auch da rein ist bei der Sonde auch Definitionssache. Wir hatten ja schon Sonden, die sehr nah rangekommen sind. Wir hatten die Parker Solar Probe, glaube ich. Die gibt es ja immer noch, so bei dem ich erinnere. Die ist noch nicht tot.

Florian Die ist schon sehr nah herangeflogen. Aber halt mal so wirklich. Wo du wirklich sagst, okay, wie in dem, na, wie hieß der Film? Hat Evi auch mal besprochen, der britische Film. Wie hieß denn der? Wo sie da reinfliegen und die Sonne neu starten müssen mit Atombomben.

Ruth Ah, Gott, der ist total schlecht.

Florian Ja, wissenschaftlich ist er schlecht, aber eigentlich ist es ein guter Film. Brian Cox hat da wissenschaftlich beraten. Haben wir alles damals vermutlich besprochen, als wir das besprochen haben. Aber sowas hätte ich gerne halt mal in der Raumsonde, die halt nicht da rein ist. Das muss man doch irgendwie bauen können.

Florian Da kann man nicht mit Alufolie oder irgendwie, irgendwas muss da doch gehen.

Ruth Ja, naja, also ich kann mich nur erinnern an eine Star Trek-Folge. Wie hieß das? Metaphasisches Schild, oder?

Florian Ja, genau, genau. Das war da, wo sie den klingonischen Wissenschaftler hatten oder irgendwie sowas. Der dann aber irgendwie doch böse war. Egal, es ist schon lange her. Aber ja, die haben sowas gebaut.

Ruth Aber da haben sie es geschafft, dass sie dann irgendwie druse Metaphasen in ihre Phase so angeglichen haben, dass ihnen das heiße Material der Sonne dann doch nichts mehr anhaben konnte. I don't know. Ich weiß nicht. Ja, aber wie soll denn das bitte möglich sein, Florian?

Florian Wie man mit der Phasen schildbaut, weiß ich auch nicht.

Ruth Du trägst dich auf, dass du eine Mondbasis für unwahrscheinlich hältst.

Florian Habe ich ja selbst gesagt, dass es jetzt unglaubwürdig ist, aber ich hätte es halt trotzdem gern.

Ruth Es ist immer cool, irgendwas irgendwo reinzuschicken. Es ist eh klar, ja. Aber eigentlich finde ich es extrem... Extrem cool, dass wir ohne etwas in die Sonne hineingeschickt haben.

Florian Sunshine hieß der Film. Entschuldigung.

Ruth Cool ist, dass wir trotzdem wissen, wie es in 200.000 Kilometer Tiefe der Sonne ausschaut und wie sich das Material dort bewegt, ohne dass wir da was hineingeschickt haben.

Florian Ja, ich wäre trotzdem gern da. Ja, aber kann ich alles haben. Ich weiß nicht.

Ruth Okay. Immerhin endlich mal ein Reiseziel im Weltraum, wo du gern hinfahren würdest.

Florian Ja, also wenn es eine Möglichkeit gibt, dass ich jetzt hinter der Sonne fliege und ich sterbe, dann das würde ich auf jeden Fall machen. Wer ist sofort dabei?

Ruth Naja, ich glaube, das ist noch nicht einmal Zukunftsmusik. Auf jeden Fall haben wir auch Fragen bekommen. Ich habe zwei Fragen ausgesucht, weil das doch ein bisschen komplexere Fragen sind.

Florian Ist eine, kann man mit einer Raumsonne in die Sonne fliegen?

Ruth Nein.

Florian Schade.

Ruth Aber es ist eine Frage, in der es um Sonnenflecken oder Sternflecken geht. Die Frage kommt von Klaus. Klaus aus Steyr. Der sagt, ich höre in letzter Zeit öfter fasziniert die Podcasts von dir und Ruth. Er referenziert da einen Beitrag, in dem du über die Plejaden sprichst und über das Entschluss. Von Monden und dass die Verdunkelungen bei Sternen eben auch durch Sonnenflecken oder Sternflecken entstehen können und nicht nur durch Monde und woher wir wissen, ob es Monde oder Sternflecken sind.

Ruth Ich habe so das Gefühl, dass Klaus Planeten meint und nicht Monde. Wenn ein Planet vor dem Stern vorbeizieht, sieht man quasi einen dunklen Fleck vor dem Stern beziehungsweise man sieht ihn nicht, sondern man rekonstruiert ihn über das Licht. Dann wird es kurz dunkler, ein ganz winzig kleines bisschen wird es dunkler, aber das könnte eben auch eine große Fleckengruppe sein, die diese Verdunkelung verursacht.

Ruth Und woher wir das wissen, ob es eben ein Planet oder ein Fleck ist. Und er sagt dann auch noch, wenn das Ding eben nicht vor dem Stern aus unserer Sicht vorbeizieht, dann könnten wir es gar nicht identifizieren. Ja, richtig, nicht über diese Methode zumindest. Die meisten Planeten haben wir identifiziert, indem sie vor ihrem Stern vorbeigezogen sind, beziehungsweise ihren Stern zum Hin und Her wackeln gebracht haben, was wir auch nur in der Ebene, in der Bewegungsebene eigentlich machen können.

Ruth Also wir haben die meisten Sonnensysteme, anderen Sonnensysteme, Planetensysteme, so entdeckt, weil sie sich genau in der Ebene zu uns befinden, also weil sie quasi flach in unserer Richtung zeigen. Wir sehen die von der Seite her, sonst könnten wir die gar nicht detektieren. War die Frage jetzt klar, woher wissen, was was ist, was die Verdunkelung des Sterns verursacht, ob das nicht auch Flecken sein könnten?

Florian Es ist auf jeden Fall etwas, was die Menschen, die sich mit der Entdeckung von extrasolaren Planeten, beschäftigen, definitiv auf dem Schirm haben. Die wissen, dass ein Stern dunkler und heller wird, wenn er Flecken hat und dunkler und heller wird, wenn Planeten vorbeiziehen. Deswegen kann man ja sowas wie Asteroseismologie oder eben auch Sternforschung mit denselben Instrumenten machen, mit denen man auch Planeten entdeckt.

Florian Also solche Teleskope wie Kepler sind ja auch Teleskope, die sowohl von der Asteroseismologie als auch von der Planetenforschung beobachtet werden, weil man halt aus der Helligkeitsänderung das eine mit das andere rauskriegen kann und man Man muss dann halt nur, wenn man die Helligkeitsänderungen mal hat, die auf die richtige Art und Weise analysieren und halt rausfinden, wie schnell rotieren die Dinge wirklich.

Florian Und ich weiß tatsächlich jetzt spontan nicht, wie man rauskriegt, ob diese Rotationsperiode, diese Helligkeitsveränderungsperiode eine ist, die von einem Fleck kommt oder nicht. Aber ich weiß, dass ich schon mal mit einem Kollegen darüber gesprochen habe. Aber das, was er mir gesagt hat, habe ich vergessen und ich hoffe, du weißt das, Ruth.

Ruth Also da hat mir die Vicky schon öfter leid geklagt, dass sie auf irgendeiner Konferenz ist für irgendein Instrument, Kepler und so weiter, Satelliten. Und das sind dann halt die ganzen Planetenleute und die kriegen immer die ganze Zeit. Weil die Suche nach Planeten als wichtiger wahrgenommen wird als die Astero-Seismologie, die uns sagt, was im Inneren von Sternen passiert.

Ruth Recht hat sie irgendwie, oder? Naja, das ist beides wichtig. Aber ja, die verwenden die gleichen Satelliten, weil eben diese Helligkeitsveränderungen tatsächlich beides sein können. Ja, die Helligkeitsveränderungen haben leicht andere Charakteristiken, ist aber jetzt nur von der Helligkeitsveränderung allein oft schwer auseinanderzuhalten.

Ruth Da gibt es aber glücklicherweise noch eine andere Methode, nämlich Doppler-Imaging, also über die Bewegung der Sternoberfläche. Weil das geht nur, wenn ein Stern schnell genug rotiert. Man muss sich vorstellen, wenn sich ein Planet vor dem Stern vorbei bewegt, dann fliegt er quasi seitlich zurück. Aus unserer Sicht, vor diesem Stern vorbei und dann habe ich keine zusätzliche Bewegung in unsere Richtung oder von uns weg.

Ruth Wenn aber ein Stern schnell rotiert und ein Fleck auf diesem Stern, vor dem Stern sozusagen, sich vorbei bewegt, auf der Sternoberfläche sich vorbei bewegt, dann kommt der auf der einen Seite auf uns zu durch die Rotation und dann bewegt er sich über die Sternoberfläche und geht auf der anderen Seite wieder von uns weg.

Ruth Das heißt, ich kann diese Geschwindigkeit, die die Sternoberfläche hat, die Geschwindigkeit, die quasi ein Fleck. Sternoberfläche hat, nutzen, um das zu unterscheiden. Und wenn ein Stern eben schnell genug rotiert, dann kann man das auch tatsächlich messen. Ich kann die Geschwindigkeit der Sternoberfläche, die Geschwindigkeit von verschiedenen Teilen der Sternoberfläche messen und so die Oberfläche von anderen Sternen rekonstruieren, zumindest bis zu einem gewissen Grad, obwohl ich sie tatsächlich nicht wirklich mit meinem Teleskop auflösen kann in dem Sinn.

Ruth Ich kann es nicht sehen als Bild, aber ich kann es rekonstruieren über die Geschwindigkeit der verschiedenen Teile der Sternoberfläche.

Florian So schlossen bin in der Astronomie.

Ruth Auch eine geile Methode, Doppler-Imaging, ist auch richtig cool. Also wir haben so coole Methoden, das ist echt immer wieder faszinierend. Okay, und dann haben wir noch eine zweite Frage über die Sonne, über den Kern der Sonne diesmal. Und das ist eigentlich eine sehr interessante Frage, eine Frage, die auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen blöd klingt.

Ruth Aber überhaupt nicht blöd ist. Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, Cedric, es tut mir leid, sag Bescheid, wie du deinen Namen ausgesprochen haben möchtest. Cedric hat sich im März 2024, wie er uns dieses E-Mail geschrieben hat, seit Tagen die Frage gestellt.

Ruth Ich hoffe, dass du Cedric nicht seit zwei Jahren jeden Tag diese Frage stellst, aber vielleicht stellst du dir die Frage ja immer noch und jetzt passt sie endlich mal dazu. Könnte Der Kern der Sonne, ein schwarzes Loch sein?

Florian Was ist mit euch Leute, der andauert? Irgendwas muss ein schwarzes Loch sein. Das hatten wir in der letzten Folge erst.

Ruth Er sagt auch, er hat ehrlich gesagt keine Ahnung warum und wie man das herausfinden könnte und so weiter. Aber er hat sich einfach diese Frage gestellt und irgendwie hat er sich gedacht, er fragt uns jetzt einfach mal.

Florian Ich habe gerade mich erinnert, sowas schon mal gelesen zu haben, also dass es da Wissenschaft dazu gibt. Es gibt tatsächlich eine Arbeit aus dem Februar 2024. Vielleicht hat Cedric die bekommen. Vielleicht, ja. Da geht es, das habe ich gar nicht gewusst, da geht es um Hawking-Sterne. Anscheinend ist ein Hawking-Stern etwas, was ausschaut wie ein Stern und innen drin ist ein schwarzes Loch, wo es ein primordiales, also von den winzigen schwarzen Löchern drin sind.

Florian Ja klar, weil wenn ein großes schwarzes Loch drin ist, dann wird es nicht viel funktionieren.

Ruth Dann wäre es kein Stern.

Florian Genau, ja. Dann wäre es schon längst weg. Aber ein mini-schwarzes Loch könnte drin sein. Und ich kann es jetzt nicht spontan lesen, weil das ist ein längerer Artikel, aber es gibt Forschung dazu. Aber ich würde mal sagen, wenn da so ein mini-schwarzes Loch drin ist, so ein primordiales schwarzes Loch, dann tut das dem Stern erstmal nicht so viel, weil da wird zwar wahrscheinlich jede Menge Material eingeschluckt werden oder verschluckt werden im Laufe der Zeit von dem schwarzen Loch, aber die sind ja klein, also auch räumlich klein, da kommt jetzt nicht so schnell so viel hin.

Florian Und während das da halt so vor sich hin schlingt, was, vermutlich durchaus ein paar Milliarden Jahre dauern kann, würde ich jetzt mal sagen, weil die Sonne hat viel Masse und so ein kleines schwarzes Loch kriegt halt nur wenig runter auf einmal und während das das tut, geht außenrum alles so weiter wie bisher, höchstens, dass da vielleicht durch, Gravitationskraftes herumwirbeln, um das schwarze Loch vielleicht nochmal extra Strahlung kommt, aber ich glaube, so ein Stern mit schwarzem Loch innen drinnen würde von außen sich nicht von einem normalen Stern unterscheiden.

Florian Aber vermutlich hat, weiß ich nicht, was Cedric sich vorgestellt hat, ein schwarzem Loch drinnen. Also ob jetzt dieser große Kern, von dem du gesprochen hast, vorhin in der Geschichte, ob das ein ganzes schwarzes Loch sein sollte, das geht nicht, weil wenn da ein ausreichend großes schwarzes Loch ist, dann wird der Rest verschluckt und dann ist der Stern weg.

Ruth Dann macht es flop.

Florian Aber ein kleines schwarzes Loch, so ein primordiales, Ich verlinke den Artikel und die wissenschaftliche Arbeit dazu, die Solar Evolution Models with a Central Black Hole heißt in den Shownotes. Und das deutet darauf hin, wenn diese Arbeit so einen Titel hat, dass man vielleicht doch was merkt in der Entwicklung eines Sterns.

Ruth Ich habe mir es angeschaut. Der Artikel aus dem Februar 2024 ist in Nature publiziert und hat einen coolen Titel, nämlich Black Hole Sun. Won't you come? In dem Nature Paper ist ein anderer Artikel referenziert worden, der das Paper ist, was du meinst. Der wirklich eine Forschungsarbeit über die Entwicklung von so einem Hawking-Stern, wie man die nennt. Ich wusste auch nicht, dass es die gibt.

Ruth Also das fand ich sehr interessant, da ein bisschen irgendwie reinzuschauen. Zuerst im ersten Moment, als ich Fragen zum Kern der Sonne, Fragen zur Sonne gesucht habe, Habe ich die Frage gefunden und habe mir gedacht, ach, Alter, ein schwarzes Loch im Kern der Sonne. Und dann kurz geschaut und dann bin ich draufgekommen, danke Cedric, dass das überhaupt keine irgendwie komische, also ein bisschen komisch ist es schon, aber dass das durchaus eine absolut...

Ruth Ja, wissenschaftliche Ideen, sondern einen Hintergrund hat. Es geht eben nur, wie du gesagt hast, um die Art von Schwarzen Loch. Man kann sich nie vorstellen, dass da irgendwie im Laufe der Entwicklung des Sterns dann im Zentrum ein Schwarzes Loch entsteht oder irgendwie so. Nein, sondern es geht um diese winzigen, winzigen, winzigen primordialen Schwarzen Löcher, von denen wir noch nicht wissen, ob es sie gibt. Und zwar ein schwarzes Loch mit einer Asteroidenmasse, winzig.

Ruth Das könnte, so ein primordiales schwarzes Loch, könnte bei der Entstehung eines Sterns aus einer großen Gaswolke, wenn es da gerade irgendwie vorbeifliegt in der Nähe, wo dieser Stern entsteht, von diesem gerade entstehenden Stern mehr oder weniger eingefangen werden. Dann sitzt es im Zentrum dieses gerade entstehenden Sterns. Und weil es eben so klein ist, kann es nicht so viel Material auch erwischen.

Ruth Und es dauert sehr, sehr, sehr lang, eben Sternlebenszeit, mehr oder weniger, so Milliarden von Jahren, bis das Ding tatsächlich zu einer bedeutenden Masse angewachsen ist. Und es kommt eben, wie sich die Leute in diesem anderen Paper da auch tatsächlich ausgerechnet haben, es kommt darauf an. Natürlich was für ein Stern genau das ist und so weiter und ob es diese primordialen Schwarzen Löcher überhaupt gibt, eh klar, aber eben für die Sternentwicklung, es kommt darauf an, was für ein Stern das ist und so weiter.

Ruth Und es gibt eigentlich zwei, hauptsächlich zwei Möglichkeiten, zwei Entwicklungspfade. Entweder kollabiert das Ding zu einem schwarzen Loch so am Ende der Hauptreihe, also am Ende des quasi normalen Sternenlebens, bevor sich der Stern dann tatsächlich zu einem Riesen entwickeln kann. Oder es könnte auch sein, dass es sogar noch in dieser Riesenphase geht, des Sterns hineinreicht, dass das schwarze Loch im Zentrum sozusagen langsam größer und größer wird, aber der Stern außen rundherum davon unbeeindruckt, sich einfach weiterentwickelt und seine Riesenphase beginnt und dann zu so etwas wie einem Red Straggler wird, dass Sterne sind, die wir da draußen beobachtet haben, die irgendwie nicht dazu passen.

Ruth Das ist ein roter Riese, der irgendwie eigentlich zu jung ist für seine Entwicklungsphase und die kommen auch in jungen Sternhaufen anscheinend vor und so. Also es sind irgendwie so noch nicht ganz erklärte Objekte. Bis jetzt hat man immer gedacht, das sind Doppelsterne, die halt von ihrem Nachbarstern da irgendwie auch Masse ansammeln und so.

Ruth Es gibt andere Erklärungen für diese Red Stragglers, aber dieses schwarze Loch im Zentrum eines sich gerade entwickelnden Riesensterns könnte das auch erklären. Das heißt, wir haben tatsächlich die Möglichkeit. Dass das geht, dass sich Sterne so friedlich, mehr oder weniger unbemerkt weiterentwickeln können, dass das schwarze Loch unbemerkt in ihrem Zentrum sitzt und erst quasi wirklich ganz am Ende sich dann von innen heraus durch den Stern da durchgefressen hat und dann den Stern zur Explosion bringt oder vielleicht gar nicht zur Explosion, sondern eher zum direkten Kollaps in ein schwarzes Loch.

Florian Ist. Und übrigens auch das Gegenteil, genauso wenig, wie wir wissen, ob es sicher Hawking-Sterne gibt, wissen wir, ob es das gibt, was ich jetzt gleich sage. Aber es gibt zumindest noch die Theorie von dem umgekehrten Ding von einem Stern in einem schwarzen Loch, wenn man so will. Das sind nämlich nicht die Hawking-Sterne, sondern die Planck-Sterne.

Florian Über die habe ich auch mal eine Geschichte gemacht.

Ruth Was ist das?

Florian Ich kann es auch nicht mehr genau erklären, aber im Wesentlichen ist es etwas, was irgendwie aus der Schleifenquanten-Kravitation kommt, glaube ich, wo man sich Gedanken darüber macht, was passiert im Inneren eines schwarzen Lochs, also hinter dem eigenen Horizont, weil das wissen wir ja nicht, was da abgeht.

Florian Irgendwas muss abgehen, von dem wir nichts wissen, weil das, was wir wissen, ist auch Blödsinn, aber irgendwas muss halt passieren da drinnen und eine Hypothese ist halt, dass es dann so ein Gleichgewicht gibt, wenn da irgendwo die Planck-Energiedichte erreicht wird von den kollabierenden Sternen und dann kriegst du irgendwie irgendwas raus, dass die dann halt Planckstern genannt haben.

Florian Was halt dann im Inneren hinter dem Ereignishorizont sitzt. Das wäre dann sowas wie ein Stern im schwarzen Loch.

Ruth Okay, aber wie kann da irgendetwas sitzen? Da ist doch alle Materie irgendwie dahin.

Florian Ja, das wissen wir halt noch nicht, was da genau ist. Die haben es ja gesagt, Schleifenquanten-Gravitation. Da wissen wir auch nicht, ob die funktioniert oder nicht. Das haben sie sich halt ausgedacht.

Ruth Das ist immer so ein Satz, da kann man schnell jede Konversation damit irgendwie beenden. Probiert es das mal aus, irgendwo so randomly. Schleifenquanten, nein, andersrum, Quantenschleifen-Gravitation.

Florian Nein, Schleifenquanten heißt es.

Ruth Schleifen Quantengravitation und schaut, was dann mit eurem Gesprächspartner passiert.

Florian Wenn du zum Quanten-Ingest, da kommt jeder an, ihre Quantenschleifen ein bisschen, jetzt müssen wir was machen.

Ruth Das ist auch die Steigerung. Zuerst ist man beim Himmelsmechaniker, da funktioniert es nicht so richtig, dann muss man zum Schleifen Quantenmechaniker und sich die Quanten ordentlich schleifen lassen. Es ist ein lustiges Thema. In dem Paper, das ist finde ich auch sehr lustig, es gibt noch ein anderes Paper gefunden, Is there a black hole in the center of the sun, ist der Titel von diesem anderen Paper, wo die gleichen Leute dann auch nochmal ihre Berechnungen nochmal ein bisschen erweitert haben und so weiter.

Ruth Und der erste Satz in diesem Paper, there is probably not a black hole in the center of the sun. Despite this detail, widmen wir uns der Berechnung, blablabla. Also sie sagen selber, ja, okay, probably not. Aber es ist nicht auszuschließen und es ist auch lustigerweise eben so unbemerkt. Es ist jetzt nicht ein Riesen, wie wir eben schon gesagt haben, kein riesen schwarzes Loch, sondern es ist so ein winziges, weiß nicht, molekülgroßes schwarzes Loch, das da irgendwo in der Mitte des Kerns der Sonne sitzt und sich den 140 Watt pro Kubikmeter Energieoutput da schmecken lässt.

Florian Ich sage es ja, wir müssen da eine Raumsonde reinschicken.

Ruth Da muss was rein. Da muss was rein. Okay, schickt uns eure White Papers, schickt uns eure Konzepte.

Florian Schicken wir das Hubble-Teleskop rein. Nein!

Ruth Nein! Urgemein!

Florian Da müssen wir da metaphasisch ein Schild rummachen und dann kannst du reinfliegen. Da können wir alles so super sehen. Braucht ihr nur die Spitze so ein bisschen reinstecken, dann kannst du runterschauen.

Ruth Wen wir brauchen, ist Jordi Laforge, der uns die strukturelle Integrität des Sammelteleskops garantiert. Da war so eine junge Ingenieurin, die waren alle gerade irgendwo. Die anderen waren alle gerade irgendwo. Und dann haben sie, was war denn das? Und dann war Dr. Crusher auf der Brücke und dann war so eine junge Ingenieurin, die das alles gecheckt hat. War eigentlich eine coole Folge.

Florian Ach schade, ein Ferengi-Wissenschaftler war das, kein Klingone. Ein Ferengi-Wissenschaftler, das war das Außergewöhnliche, dass da ein Wissenschaftler von den Ferengi war.

Ruth Ah, aber es war ein, sie haben sich in der Sonne verstecken müssen, weil da ein klingonisches Schiff war.

Florian Irgendwie sowas, ja, genau.

Ruth Sagt Bescheid, wenn ihr da draußen an dieser Technologie vielleicht sogar schon arbeitet. Man weiß ja nie, mit der phasischen Schildtechnologie bis dahin wird es wahrscheinlich noch ein bisschen dauern. Aber ja, there could be a black hole in the center of the sun.

Florian Ja, aber wahrscheinlich nicht.

Ruth Wahrscheinlich nicht. Sag bloß, Evi hat jetzt einen Film, wo es irgendwie um schwarze Löcher oder die Sonne oder die Kombination aus den beiden geht. Weil das wäre ja fantastisch, oder?

Florian Also eigentlich wäre jetzt der ideale Moment gewesen für Sunshine und Filme dieser Art. Aber nein, der Film, den Evi erzählen wird oder vorstellen wird, hat nichts mit schwarzen Löchern zu tun, aber tatsächlich mit der Sonne. Denn es gibt den Film, den wir in der letzten Folge ja schon mal angekündigt haben, jetzt kommt endlich der Astronaut.

Ruth Oh, aber du weißt es noch nicht, weil ihr ihn noch nicht gesehen habt, weil ihr ihn euch erst heute Abend anschaut.

Florian Genau, sobald diese Aufnahme fertig ist, werde ich noch ein paar Kleinigkeiten erledigen und dann werden Evi und ich ins Kino fahren, ohne dich, weil du keine Zeit hast. Und dann werden wir uns diesen Film anschauen und danach werden Evi und ich das Ganze aufnehmen und dann haben wir auch endlich den Astronauten hier.

Florian Und ich weiß nicht, ich brauche ja nicht spoilern, erzählt Evi alles auch gleich, aber der Grund, warum der Astronaut zum Astronaut wird, ist ja etwas, was mit der Sonne passiert. Also insofern passt ein bisschen thematisch dazu.

Ruth Stimmt. Wir sind gespannt.

Florian Und da kann ich gleich diese Stelle nutzen hier, um Werbung zu machen. Eigenwerbung, das ist mir gerade eingefallen, dass ich auch bewerben muss. Ich habe einen Podcast gemacht, noch einen Podcast, einen ganz neuen Podcast, der auch zum Thema passt, wenn man so will. Einen Auftragspodcast für ein Forschungsprojekt, den Cluster of Excellence mit dem Titel Microbiomes Drive Planetary Health.

Florian Also geht um Mikroorganismen und es ist so ein Forschungsprojekt österreichweit. Und die haben Wissenschaftskommunikation machen wollen und haben mich engagiert, dass ich einen Podcast für sie mache. Und dieser Podcast heißt Die Welt der Mikroben, wo ich im Prinzip so wie in den Sternengeschichten, Geschichten erzähle nur nicht über Sterne, sondern über Mikroorganismen.

Florian Und Mikroorganismen spielen dem Astronaut auch eine Rolle. Darum habe ich gedacht, nutze ich das gleiche. Die erste Folge ist erschienen. Bei Spotify, soweit ich weiß, muss es den Podcast auch anderswo geben, nicht nur bei Spotify, aber ich bin nicht für die Veröffentlichung verantwortlich, ich mache nur den Podcast, also wo er veröffentlicht wird, kann ich jetzt nicht beeinflussen, aber ich glaube, er sollte eigentlich, so wie alle anderen Podcasts, auch vernünftig bei allen Plattformen und ohne Plattform erhältlich sein.

Florian Ich verlinke alle Infos, die ich habe und ich hoffe, ihr findet einen Weg, den Podcast zu hören. Erste Folge ist erschienen. Meine zweite Folge wird dann von Mikroben im Weltall handeln. Also auch passend zu diesem Thema hier.

Ruth Kommt Fred Hoyle drin vor?

Florian Noch nicht, aber ich werde auch mal auftauchen. Und lasst euch nicht von der Intro-Musik abschrecken, die habe ich nicht zu verantworten.

Ruth Ist sie furchtbar oder was?

Florian Ich werde bezahlt für dieses Projekt. Also kann ich nicht sagen, dass sie furchtbar ist, aber ich hätte eine andere Intro-Musik ausgewählt, sagen wir es so. Ja, okay. Aber der Podcast ist trotzdem sehr gut, bin nicht nur ich, also es wechselt ab. Alle 14 Tage eine neue Folge, immer einmal eine Folge von mir, die ist auf Deutsch und dann eine Folge, die die Forschenden selbst machen, wo sie halt dann so ein Team von Studierenden interviewt, da verschiedene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den konkreten Forschungsthemen des Projekts.

Florian Die sind dann auf Englisch die Folgen, also immer einmal allgemein verständlich von mir und dann Wissenschaft von den anderen.

Ruth Die vielleicht auch verständlich sind.

Florian Ja, natürlich. Ich sage nicht, dass das andere schlecht ist. Ich wollte nur sagen, wenn ihr euch dann wundert, warum die nächste Folge, die erscheint, eine ist, wo ich nichts sage. Das liegt genau daran, dass wir uns da abwechseln, weil die Leute halt eine Mischung aus für die Öffentlichkeit, allgemein verständlich auf Deutsch und für die wissenschaftsinteressierteren Menschen halt ein bisschen länger und auf Englisch, weil die Leute halt alle Englisch sprechen, die das erforschen.

Ruth Ja, und es ist halt auch cool, dass dann tatsächlich die Leute dann auch zu Wort kommen. Das ist ja natürlich extrem cool, dass die das auch machen, dass die auch bereit sind, da irgendwie zu sprechen und so. Da scheuen sich ja auch viele junge Leute vielleicht auch davor oder so. Aber ich finde es eine gute Kombi.

Florian Und vielleicht führt ja jetzt hier der Erfolg, ich vermute mal, es ist ein Erfolg, der Erfolg von Der Astronaut in den Kinos dazu, dass sich sehr viel mehr Menschen mit Mikroben und mit der Astronomie beschäftigen. Und dann wird es der Hit-Podcast des Jahres.

Ruth Ist jetzt nicht so die Werbung für Mikroben, der Film, oder? Die sind jetzt nicht ganz so auf unserer Seite.

Florian Naja, aber Mikroben sind Mikroben, die sind auf gar keiner Seite.

Ruth Ja, aber sie sind cool. Ich bin auch schon sehr gespannt. Und ich werde ihn mir sicher auch demnächst mal anschauen.

Florian Also ich werde ihn heute mit Evi schauen und freue mich schon sehr drauf. Und dann werden wir darüber gesprochen haben. Und was wir darüber sprechen, das hört ihr dann jetzt direkt zuvor dem Anschluss, weil ich es genau da reinschneide. Aber wenn wir dann fertig gesprochen haben, ich und Evi, und es wieder heißt, jetzt geht es mit dem anderen Podcast weiter, dann weiß ich trotzdem nicht, was wir besprochen haben, weil es erst später kommt. Ihr wisst ja, wie das geht, haben wir schon öfter gehabt.

Florian Jetzt kommt das, was Evi und ich uns zu erzählen haben nach unserem Kinobesuch heute Abend. Herzlich Willkommen bei Science Frames mit Evi. Hallo.

Evi Hallo.

Florian Wir waren im Kino, aber bevor... Die Hörerschaft erfährt, was wir uns dort angeschaut haben und was du uns erzählst, sage ich noch einen Nachtrag zu dem, was Ruth und ich zu Beginn dieser Folge erzählt haben, weil da hat Ruth ja von der Artemis 2 Mission erzählt und darauf hingewiesen, dass wenn diese Folge erscheint, die Hörerschaft schon Bescheid weiß, was passiert ist.

Florian Wir bei der Aufnahme aber noch nicht gewusst haben, was passiert ist. Und der Vollständigkeit halber, ihr werdet alle wissen, was passiert ist, der Vollständigkeit halber trage ich sie jetzt noch nach. Die Rakete ist gestartet, alles lief gut. Die AstronautInnen sind noch im Weltall, hoffentlich gesund und munter.

Florian Die Toilette war einmal verstopft und es gab ein Problem mit dem E-Mail-Account, glaube ich. Aber ansonsten läuft alles nach Plan, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Wie es dann wirklich gelaufen ist, das erfahrt ihr ausführlich in der nächsten Folge. Und jetzt kommen wir zur Science-Fiction, in der es ja auch ums Fliegen mit Raketen geht, unter anderem.

Evi Ja, das passt recht gut eigentlich zu Artemis. Und ich glaube, es ist auch keine große Überraschung, wenn wir jetzt den Film ankündigen, weil wir haben ihn die letzten paar Male schon angekündigt.

Florian Ja, ich habe ihn auch vor diesem Segment direkt angekündigt.

Evi Also dann, Überraschung, es ist der Astronaut Project Hail Mary.

Florian Genau, den haben wir uns im Kino angeschaut.

Evi Sogar in IMAX, danke für den Tipp, haben wir aus der Telegram-Gruppe ja bekommen.

Florian Ach, haben wir? Okay.

Evi Ja, da hat uns jemand geschrieben, wir sollen uns unbedingt den IMAX ansehen und haben wir auch gemacht. Wir haben wirklich die große Leinwand, großes Kino genossen, würde ich mal sagen.

Florian Ja, genossen. Ich habe mich nicht gelangweilt, aber du wirst gleich mir erzählen über den Film. Genossen, würde ich nicht sagen, aber auch nicht das Gegenteil von genossen.

Evi Ja, okay. Ich weiß jetzt auch gar nicht, ich glaube, ich muss jetzt gar nicht groß auf den Inhalt von dem Film eingehen.

Florian Es ist ein aktueller Film und dann schimpfen die Leute, wenn du sie spoilerst.

Evi Ach so, nein, das mache ich sowieso nicht. Ich hätte nur gesagt, dass da ja eben der Ryan Gosling und die Sandra Hüller mitspielen. Project Hail Mary basiert ja auf dem Roman von Andy Weir, der ja schon Der Marsianer geschrieben hat.

Florian Und übrigens, passend zur Rakete, auch ein zweites Buch, das immer so ein bisschen ignoriert wird, weil es nicht so erfolgreich war wie der Astronaut und der Marsianer. Das Buch, was er dazwischen geschrieben hat, das hieß, ob ich mich richtig erinnern kann, Artemis. Ja. War auch ganz okay, war ein schöner Weltraum-Mond-Stations-Grimi, aber hat jetzt nicht so diesen Durchschlag gehabt, den die anderen beiden Filme hatten oder Bücher hatten. Verfilmt ist er ja nicht worden, der Artemis.

Evi Ja, stimmt. Worum geht es jetzt in der Astronaut? Ganz kurz nur, die Erde steht vor einem ganz großen Problem, weil irgendetwas die Sonne verdunkelt und wenn das so weitergeht, dann wird die Sonne ganz verdunkelt werden und dann sterben wir alle. Also ganz großes Problem. Man entdeckt dann, dass es sich hier um sogenannten Astrophagen, also eine Art von Organismus handelt.

Evi Dass die Mikroorganismen, die schuld sind und dass wir nicht die Einzigen sind, sondern dass alle möglichen Sterne in unserer Umgebung davon betroffen sind, bis auf einen einzigen. Also sie sind Tauzeti und was macht man? Man beschließt dort hinzufliegen, um nachzusehen, weil dort vielleicht die Lösung für unser Problem ist.

Florian Ja, aber Tauzeti ist ein Stückchen weiter weg als der Mond.

Evi Richtig, elf Lichtjahre entfernt. Das heißt, für die Astronauten ist es ein One-Way-Ticket, die dorthin reisen. Das heißt, wenn die dann dort ihre Forschung machen oder dann eine Lösung finden, soll dann mit so Beatles heißen, die so Sonden, soll dann quasi ihre Erkenntnisse zurückgeschickt werden. Ryan Gosling, eigentlich ist er ein Lehrer und der aber auch Wissenschaftler ist, also Molekularbiologe, der da irgendwie aus der Science Community ausgetreten ist, nachdem er komische Ansichten vertreten hat.

Florian Ich kenne sehr viele Leute, die mit mir studiert haben und Lehrer und Lehrerinnen geworden sind, aber die haben es, glaube ich, gemacht, weil sie es wollten und nicht, weil sie groben Blödsinn oder kontroverse Meinungen veröffentlicht haben, wie jetzt Ryan Gosling im Film.

Evi Vielleicht war das auch seine erste Motivation, aber ich glaube, er hat das ja sehr gerne, seine Klasse zu unterrichten und er ist ja sehr gerne Lehrer, also das, glaube ich, liegt ihm schon auch. Auf jeden Fall kommt er da dann eben zu diesem Projekt und ich will es auch gar nicht weiter spoilern. Die meisten wissen, dass es dann irgendwie passiert, dass er dann auf diesem Raumschiff landet, dass er dann im System TauCity aufwacht. Als einziger Überlebender von der ursprünglichen Crew, aber er ist nicht lange alleine, denn schon bald kommt ein Alien-Raumschiff.

Florian Genau. Und wer sich jetzt beschwert, das war alles im Trainer zu sehen. Also das ist jetzt kein Spoiler.

Evi Und ich habe mich auch wirklich bemüht, dass ich das Buch vorher noch auslese, also fertig lese. Und habe mich jetzt auch wirklich bemühen müssen, dass ich da nicht irgendwie vorher gespoilert werde. Und ich muss ja sagen, dass mir das Buch sehr, sehr gut gefallen hat. Also ich war schon lange nicht mehr so gefesselt.

Evi Und ich fand es auch sehr berührend, das Buch. Also ich habe immer Angst gehabt, so je näher ich dem Ende gekommen bin, dass ich dann irgendwann zum Weidenanfang war. Was wird da passieren da? Eben, also es entzündet. Es kommt ja dann mit einem Alien etwas dazu und es gibt dann verschiedene dramatische Wendungen gegen Ende, wo man dann schon ein bisschen, also ich zumindest, habe dann ein bisschen gezittert und gefiebert.

Florian Ich habe dir ja gesagt, es gibt ein Happy End, aber kein Happy End.

Evi Vielleicht anders, als man es sich denkt. Und dementsprechend war ich jetzt natürlich auch neugierig und beziehungsweise in freudiger Erwartung jetzt natürlich auf den Film. Ja, und jetzt haben wir uns dieses Vergnügen gegönnt und den Film endlich gesehen. Magst du mal sagen, was war dein Eindruck? Wie hat er dir gefallen?

Florian Ich habe das Buch ja damals gelesen, direkt als es erschienen ist und ich habe es danach dann nochmal gelesen und mir auch das Hörbuch angehört. Also ich habe das Buch sehr, sehr gut gefunden. Es war tatsächlich genau das Buch, das ich mir gewünscht hatte von Andy Weir und alle anderen natürlich auch, die ein Fan von der Marsianer waren, weil das Schöne an der Marsianer war ja dieser Fokus auf die Wissenschaft, dass dieser eine Typ, der Mark Watney, hieß er glaube ich mal Marsianer, dass der dann an einer Basel rumhockt und dann mit Wissenschaft überleben muss.

Florian Und gibt ja auch den Spruch, der glaube ich aus dem Film ist sogar, nicht aus dem Buch, irgendwie Let's Science the Shit out of this oder so, weil halt Andy Weir, der einen wissenschaftlichen Hintergrund hat, auch die Wissenschaft ernst genommen hat. Und natürlich sind wie überall in der Fiktion auch Freiheiten dabei, aber im Wesentlichen war es ein durchaus wissenschaftliches Buch beziehungsweise ein unterhaltsames Buch, wo die Wissenschaft optimal zur Unterhaltung eingesetzt worden ist.

Florian Und ich habe dann, wie Andy Weir sein zweites Buch geschrieben hat, und habe gedacht, okay gut, das wird schon gut sein, das Buch, aber das kann man nicht wiederholen, man kann das jetzt nicht nochmal machen. Kein sich Schremming mit der Venusianer, wo ein Typ auf der Venus fest sitzt und irgendwas. Das kann man nicht wiederholen. Und dann habe ich den Astronaut gelesen und habe mir gedacht, verdammt, nein, er hat es doch wiederholen können.

Florian Mit einer komplett anderen Handlung, mit einer komplett anderen Voraussetzungen. Aber es war wieder ein Typ, es ist halt immer ein Typ bei NDB, er hätte auch mal eine Frau nehmen können. Aber der eine Typ war wieder im Weltall und hat. Mit Wissenschaft unterhaltsam alles gelöst. Und da war ich wirklich beeindruckt, dass er es quasi geschafft hat, nochmal der Marsianer zu schreiben, nur halt ganz anders.

Florian Also das war bisher beeindruckt und das war eben das, was mir im Film gefehlt hat. Im Film hat man sich halt auf die Science-Fiction-Elemente, die Weltraum-Elemente konzentriert, aber alles, was wissenschaftlich nicht zwingend notwendig war, um der Handlung zur Folgen ist gestrichen worden. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht, dass man nichts von dieser Faszination, die NDIW im Buch über die Wissenschaft erzeugt hat, in den Film übernommen hat.

Evi Ja, das stimmt. Beziehungsweise ich hatte ja stellenweise im Film das Gefühl, ach, jetzt bin ich aber froh, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich glaube, sonst würde ich mich gar nicht auskennen. Also ich habe da schon das Gefühl gehabt, dass mir das Buch einen guten Hintergrund geliefert hat, damit ich eigentlich dem Ganzen folgen kann.

Evi Also ich weiß jetzt nicht, wie es jemanden gegangen ist, der das Buch nicht gelesen hat. Ich meine, das Feedback in meinem Bekanntenkreis war alles, Also waren alle so, wow, tollster Film aller Zeiten. Und ich habe schon lange nicht mehr so einen tollen Film gesehen. Also die waren alle irgendwie komplett blown away und overwhelmed.

Evi Und ich war eher so ein bisschen underwhelmed, muss ich sagen. Obwohl er natürlich gut war, also er ist ein guter Film. Aber ich war jetzt nicht so begeistert, dass ich da jetzt sage, okay, hat mich da jetzt vom Sessel gefegt.

Florian Ja, ich glaube, das liegt daran, diese unterschiedliche Wahrnehmung, dass wenn du das Buch nicht gelesen hast, du weißt ja nicht, was du verpasst hast im Film. Du hast da einfach nur einen sehr, sehr beeindruckenden Film mit beeindruckenden Bildern. die sind ja wirklich beeindruckend, gesehen und einen beeindruckenden Schauspieler und eine durchaus auch interessante Story.

Florian Hast alles gesehen, aber du hast halt nicht gesehen, was du verpasst hast, weil du nicht gewusst hast, was im Buch halt noch alles möglich gewesen wäre. Darum würde ich jetzt, dass die Leute, die das Buch gelesen haben, den Film nicht ganz so toll gefunden haben, wie die Leute, die das Buch nicht gelesen haben?

Evi Ja, weil es ja meistens der Fall ist, oder sehr oft zumindest, dass viele ja enttäuscht sind, wenn sie ein Buch gelesen haben und eine Verfilmung sehen, weil die Verfilmung natürlich immer eine Verkürzung auch ist. Vom Dramaturgischen und auch von der Handlung her hält der Film ja schon sehr nah ans Buch, bis auf das Ende.

Evi Ich finde das auch immer wieder erstaunlich. Der Film dauert zweieinhalb Stunden und nimmt sich stellenweise eigentlich sehr viel Zeit und dann am Ende legt er dann aber doch so einen Turbogang wieder ein, wo das dann alles so beschleunigt und wieder auch erzählt wird. Das fand ich sehr schade, weil ja gerade am Ende ja so viele Wendungen und Dramatik drinnen sind.

Evi Und das fand ich, im Film ist das dann verloren gegangen. Also auch so wirklich dieser Aspekt, der ja wichtig ist, dass er ja sterben wird. Also das kann ich jetzt so weit auch verraten. Das kommt auch im Trailer ja vor.

Florian Das ist im Titel, Hail Mary ist eine Mission ohne Wiederkehr.

Evi Ja, das Himmelfahrtskommando und so. Ja, genau. Und das, dass er ja wirklich oft mit dem eigentlich abschließen muss, auf eine gewisse Art und Weise, dass er dort sterben wird. Und dann kommen aber eben Wendungen, dass er ja weiterleben kann, sich Hoffnungen oder Möglichkeiten auftun. Und dann aber immer wieder doch Rückschläge auch erleidet. Und da dann noch einmal gerade gegen Ende hin, diese Dramatik.

Evi Und das fand ich echt schade bei dem Film, dass es dann aber so verkürzt war und so schnell dann war, Und da finde ich, hätte man schon ein bisschen mehr vielleicht machen können. Und um jetzt zur Wissenschaft zu kommen, nur kurz noch, ich finde es auch immer schade, dass in einem zweieinhalb Stunden Film ja auch, weil nicht der Mut zur Wissenschaft fehlt.

Evi Also das ist so, man macht das Notwendigste, was man halt braucht, weil es ist ein Science-Fiction-Film und wir sind im Weltraum und natürlich sind da bestimmte Sachen, also sie hatten ja auch Berater von NASA und Co., dass man sich da an bestimmte Sachen, Darstellungen hält, nur noch nicht. Das Buch ist ja extrem sciencey eigentlich und die Lösung ist die Wissenschaft und vor allem dann auch diese Zusammenarbeit, die sich dann ergibt.

Evi Und das finde ich dann immer wieder erstaunlich, dass man dann sagt, okay, nee, wir machen da ein gutes, unterhaltsames Familienkino, einen guten Film. Vielleicht auch damit, keine Ahnung, die Altersbegrenzung nicht zu hoch wird.

Florian Ich weiß es nicht. Ja, aber da brauchst du ja kein FSK 18 für Wissenschaft.

Evi Ja, aber da irgendwie fehlt dann der Mut, kommt mir vor.

Florian Gerade in dem Fall ist es besonders erstaunlich, weil bei der Marsianer haben sie es ja gemacht, da haben sie ja die Wissenschaft erzielt. So wie es in einem Film möglich ist, aus dem Buch übernommen. Da war die Wissenschaft ja das treibende Element. Wie gesagt, dieser Spruch, let's say the shit out of this, das kam ja aus dem Film, sogar nicht aus dem Buch.

Florian Und der Masiader war ja ein sehr, sehr großer Erfolg. Und da hätten sie eigentlich das Vertrauen haben können, dass sie das mit dem Astronauten auch hinkriegen. Aber wollten sie anscheinend nicht.

Evi Es gibt ja extrem viele Wissenschaft im Buch, in dem Film ja auch. Und da hätte man, finde ich, bei vielen Sachen einfach nur ein bisschen mehr machen können. Aber was jetzt die Science betrifft, die Vorlage ist ja schon sehr wissenschaftlich und sehr gut recherchiert. Also es gibt einige Interviews auch mit dem Auto, mit dem Andy Weir, wo er ihm sagt, ja, wie er da recherchiert hat und was er da alles gemacht hat.

Evi Er hat da sich auch beraten lassen. Interessant finde ich, Tau Ceti gibt es ja wirklich und auch 40 Eritiani, das ist ja ein Dreifach-Sternsystem. Also das gibt es ja wirklich. Und dieses System ist ja wichtig, weil das Alien daherkommt. Das kann ich jetzt schon sagen, ohne zu spoilern. Also wir haben ja schon gesagt, es kommt ein Alien, also der wird dann auch Rocket genannt, das sage ich jetzt auch schon einmal vorweg.

Evi Und der kommt aus diesem System Eben und der lebt auf 40 Eridiane AB. Das finde ich ganz spannend. Das ist ein Exoplanet, den man 2018 gemeint hat, entdeckt zu haben. 40 Eridiane A ist ein Zwergstirn, der umkreist ihn eben und ist als Sub-Erder eingestuft worden. Ist aber extrem nah an seinem Sternrand. Man hat da, glaube ich, nur so eine Umlaufzeit von 42 Tagen.

Evi Da hat er sich ja dann auch, was das betrifft, ja sehr gut auch überlegt. Okay, wie könnte dann eben der Planet beschaffen sein? Wie könnte Leben auf diesem Planeten beschaffen sein? und auf das möchte ich gar nicht nie eingehen. Ich fand es nämlich eher spannend, dass jetzt ganz neue Ergebnisse herausgefunden haben, dass es da wohl ein False-Positiv gegeben hat.

Evi Also dass der Planet wahrscheinlich gar nicht existiert, sondern dass das eine falsche Auswertung war.

Florian Ja, sowas kommt vor in der Welt. Exemplate Suche.

Evi Und Vulkan, also der Planet jetzt von Spock, also von den Vulkaniern, der ist in diesem System, also der ist bei 40 Eritiani arm.

Florian Also in der Welt von Star Trek ist Vulkan ein Planet, der 40 Eritiani umkreist, nicht in echt.

Evi Richtig, ja. Und das finde ich ganz interessant. Das ist ein netter Funfact, dass Rocky und Spock aus der gleichen Gegend kommen.

Florian Ja, und da sind wir gleich bei dem Punkt, der mich ein bisschen gestört hat am Film. Es ist wirklich nichts, was handlungsrelevant ist, aber etwas, was mich sehr beschäftigt, als ich das Buch gelesen habe, weil es geht ja unter anderem darum, das hast du jetzt schon gesagt, dass der Astronaut, der da die Welt retten soll, alleine ist, weil seine Crew-Kollegen gestorben sind während der Reise.

Florian Und deswegen muss er es allein machen. Und das Gleiche gilt auch für den Ausseerischen. Der war auch mit mehreren unterwegs, aber ist auch allein übrig geblieben. Und im Film wird gesagt, ja, warum das so ist, woran die gestorben sind. Und dann wird das halt so in einem Halbsatz erklärt. Im Buch ist das eine sehr, sehr viel längere Sequenz, die mich sehr beeindruckt hat.

Florian Und im Im Wesentlichen geht es darum, dass die Aliens, zu denen Rocky gehört. Dass die in sehr vielen Bereichen der Menschheit technisch, wissenschaftlich durchaus extrem überlegen sind. Aber in anderen Bereichen nicht. Und jetzt hier konkret, kennen die Aliens offensichtlich Relativitätstheorie und Quantentheorie nicht auf die Art und Weise, wie wir es verstanden haben.

Florian Vor allem die Relativitätstheorie nicht und Radioaktivität nicht. Und das hat mich halt sehr fasziniert. Und das wird im Buch noch deutlich länger ausgeführt. Das hat mich halt sehr fasziniert, weil wir gehen ja immer davon aus, dass die Außerirdischen zu unserer Vorstellung alle urviel gescheiter sind als wir und die sind alle viel besser als wir und wir können dann irgendwie alles Mögliche lernen von denen, aber realistisch betrachtet, sofern man zu dem Thema überhaupt irgendwas realistisch betrachten kann, muss das ja nicht so sein.

Florian Also vielleicht wissen die Sachen, wo wir keine Ahnung haben und wir wissen aber Sachen, wo die keine Ahnung haben und ich fand das halt sehr schön, dass Andy Weir sich da bei seinen Aliens nicht so das überlegt hat, was sich die meisten anderen überlegen, wenn sie irgendwas mit Aliens machen, dass die Aliens halt alle sehr viel besser sind als wir und alles wissen, was wir nicht wissen, sondern die wissen halt mehr als wir, aber bei manchen Sachen wissen sie halt sehr viel weniger als wir.

Florian Das fand ich sehr, sehr spannend, weil ich habe dann, als ich das Buch gelesen habe, auch lange drüber nachgedacht, wie das dann wirklich so wäre. Also was quasi an Wissen bräuchte man denn wirklich, um mit einem Raumschiff zu einem anderen Stern zu fliegen? Braucht man da all das, was wir haben? Braucht man mehr als wir haben?

Florian Kann man was weglassen? Oder sind wir vielleicht eh spät dran? Hätten wir schon viel früher ins Weltall fliegen können? Ich habe da mal irgendwie auch überlegt, Römische Imperium. Hätten die zum Mond fliegen können? Weiß ich nicht, aber hätten die irgendwas bauen können, wenn man sich anschaut, wie wir in den 60ern zum Mond geflogen sind?

Florian Das war ja auch verglichen mit heute extrem primitive Technik, aber ging es noch primitiver? Hätten die Römer vielleicht zumindest Flugzeuge bauen können? Ja, Segelflugzeuge oder sowas. Also sowas habe ich halt nachgedacht, wie viel Technik wir quasi aus diversen Gründen nicht gemacht haben, obwohl wir es mit ein bisschen mehr Kreativität doch hingebracht hätten, so wie die Aliens von Rocky ohne Kreativitätstheorie zu einem anderen Stern geflogen sind.

Florian Also das war so ein Aspekt, der halt im Buch für mich extrem faszinierend war und im Film war das ein halber Satz.

Evi Ja, das habe ich auch sehr schade gefunden. Also da stimme ich dir total zu, das haben wir, glaube ich, im Anschluss ja besprochen. Gerade das, was alles Alienhafte betrifft, finde ich, da hätte man wirklich mehr machen können, also welche Atmosphäre, unter welchen Bedingungen Rocky eben lebt oder leben kann im Vergleich zu unserem.

Evi Das finde ich es ja auch, obwohl es wichtig ist für den Film, das ist ja überhaupt nicht irgendwie erwähnt worden. Ich habe mir ja schon überlegt, weil ich ja das Buch vergessen habe, wie wir ins Kino gefahren sind. Okay, was könnte ich eben dann für Science Frames nehmen, weil da eben im Buch so viel ist. Also angefangen eben von Zeitdilatation, Überstrahlung etc. etc.

Evi Und dann habe ich mir gedacht, okay, das kommt jetzt aber in dem Film alles fast überhaupt nicht vor, dass das irgendwie rechtfertigen würde, dass ich jetzt groß darüber rede.

Florian Auch die Freunde der Mikrobiologie werden sich ärgern, weil das ist auch ein sehr zentrales Thema der ganzen Handlung und auch des Buches und alle, die praktisch in der Mikrobiologie arbeiten, werden sich vielleicht gefreut haben, dass diese Arbeit im Buch sehr, sehr konkret und realistisch dargestellt wird, im Film aber nicht.

Florian Nicht. Also da wird halt auch wieder drüber weggegangen.

Evi Da kann ich jetzt nicht mehr dazu sagen, weil sonst fange ich zum Spoilern an.

Florian Ja, genau, das machen wir jetzt nicht, aber du würdest trotzdem sagen, die Leute sollen sich den Film anschauen.

Evi Ja, natürlich. Also wie gesagt, er ist gute Unterhaltung. Für meine Geschmacks ein bisschen zu stark Familien-Entertainment-Film war nämlich die, die den Film gemacht haben, die Regisseure, ich habe mir das angesehen, die haben Lego Movie gemacht und Spider Universe und World Kick mit Aussichten auf Fleischbällchen.

Evi Alles ja Filme, die ich total gern mag und den Humor, glaube ich, den merkt man auch. Und ich glaube, dass der Film ja auch mehr in die Richtung gegangen ist. Obwohl, also wenn man so manche Szenen denkt, jetzt vom Szenischen her, also manchmal ein bisschen auch auf Interstellar oder vielleicht sogar an 2001 von so manchen Einstellungen anknüpfen wollte. Also da finden sich schon sehr viele Referenzen.

Evi Aber ich glaube, unterm Strich wollte es ein guter Popcorn-Unterhaltungsfilm sein. Und das ist er auch.

Florian Ja, dann empfehlen wir das. Schaut euch den Film an.

Evi Mich würde nämlich interessieren, wenn jemand wirklich jetzt den Film gesehen hat und dann das Buch liest, ob er dann beim Buch-Aha-Erlebnisse hat, ob er sich denkt, aha, deswegen war das so oder deswegen ist das. Das würde mich mal interessieren, weil, wie gesagt, mir hätte von der Erklärung einiges gefallen.

Evi Ich glaube, ich wäre verwirrt gewesen auf dem Film. Das würde mich mal interessieren.

Florian Und wenn ihr auch ein gutes Buch über Wissenschaft lesen wollt, dann könnt ihr euch das Buch besorgen, das Evi mit ihren Kolleginnen vom Podcast Cosmic Latte geschrieben hat, das nämlich jetzt in den nächsten Tagen erscheinen wird. Und wenn ihr das Buch von den Autorinnen Wenn ihr ihn selbst vorgestellt bekommen wollt, dann geht das auch und zwar in München.

Florian Da gibt es aber keine Karten mehr für die Buchvorstellung und Buchpräsentation.

Evi Ja, die sind ausverkauft. Wie toll ist das?

Florian Ich freue mich. Aber in Wien funktioniert das noch. Wann und wie und wo kann man sich euch in Wien anschauen?

Evi Ja, richtig. Also wir sind am 28. April um 17 Uhr bereits im Planetarium Wien. Präsentieren das Buch.

Florian Mehr willst du nicht verraten?

Evi Naja, es wird auch eine Planetarium-Show geben. Also es ist Show und Buch und wir sind da und ja, also alles ganz toll, kommt hin.

Florian Ja, mach das. Da sollte es noch Tickets geben und die Informationen dazu gibt es in den Shownotes. Und wenn Evi vor lauter Buchpräsentieren sich noch einen Film anschauen kann, dann gibt es in der nächsten Folge von Das Universum wieder eine Filmbesprechung. Und bis dahin verabschieden wir uns. Tschüss.

Evi Tschüss.

Florian Jetzt geht es direkt aus dem Kino zu den Veranstaltungen, die ihr euch mit uns oder ohne uns anschauen könnt. Meistens mit uns, weil die, wo wir nicht dabei sind, die sagen wir nicht an.

Ruth Die sagen wir nicht an. Die könnt es euch natürlich auch geben. Haben wir nichts dagegen. Ihr müsst jetzt nicht eure Zeit nur mit uns verbringen. Aber wir freuen uns, wenn ihr zumindest einen Teil eurer Freizeit auch mit uns verbringen wollt. So, wie wir es ja gerade letztes Wochenende in wunderschönen Magdeburg gemacht haben.

Ruth Aber in Zukunft werden wir sein. Wo werden wir sein? Im April in Vorarlberg, in Bregenz. Da sind die Vorstellungen mit den Kindern schon ausgebucht. Aber ich glaube, wenn ich das richtig verstanden habe, dass es für die eine Abendvorstellung am 23. April um 19 Uhr im Kunsthaus Bregenz, ich glaube, dass es da vielleicht sogar noch Karten gibt.

Florian Ja, das müsst ihr rausfinden.

Ruth Stand zumindest nicht ausgebucht auf der Webseite. Wenn ihr Lust habt, und ich glaube, es gibt noch Karten, schauen wir mal.

Florian Ja, dann geht da hin.

Ruth Dann meldet euch da irgendwie und kauft euch da einfach Karten und kommt da hin, 19 Uhr, 23. April. Und auf jeden Fall, wenn ihr in der Gegend seid oder in die Gegend kommen wollt, dann kommt am 24. Nach Dornbirn, so lange nach der Forschung. Das ist, bin ich in Dornbirn bei der Fachhochschule dort, aber ihr kennt euch eh aus, die Leute, die vor Ort sind.

Ruth Und da werden wir ganz viele Vorstellungen machen und da finden wir sicher ein Plätzchen für euch, wenn ihr vorbeikommt. So, ich glaube, 17 bis 22 Uhr, also. Ganzen Abend.

Florian Verlangen nach der Forschung gibt es jede Menge zu sehen. Und wenn ihr nicht nach Dornbirn kommen wollt, zu Langen nach der Forschung, weil ihr vielleicht im Osten von Österreich wohnt und denkt, das ist mir zu weit weg, dann gibt es auch in Wien die Möglichkeit, Langen nach der Forschung mit Universumsbeteiligung zu sehen oder vielleicht nicht zwingend mit Beteiligung.

Florian Das weiß ich noch gar nicht, ob ich da beteiligt bin, außer dass ich dort anwesend bin. Es wird nämlich der Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation des Jahres 2026 im Rahmen der Langen nach der Forschung verlieren. Also der Preis, den die Science Busters jedes Jahr verleihen, an Leute, die coole Wissenschaftsvermittlung machen.

Florian Und in diesem Jahr haben wir uns eine ganz besondere Preisträgerin ausgesucht, nämlich Sandy Tokswick aus Großbritannien oder Dänemark, aber eigentlich aus Großbritannien, also sie ist halt in Dänemark geboren, aber sie...

Ruth Aktiv in Großbritannien.

Florian Und wenn ihr euch in der britischen Comedy- oder Fernsehwelt auskennt, dann wisst ihr, wer Sandy Tokswick ist. Unter anderem die Moderatorin von der wunderbaren Sendung QI, quite interesting, wo sie sehr, sehr viel dafür getan hat, dass Wissenschaft unter die Menschen kommt, aber sie hat auch sonst jede Menge tolle Sachen gemacht, unter anderem sich für sowas Sinnvolles wie die Gleichberechtigung von Frauen eingesetzt, für das, was ich auch im Jahr 2026 offensichtlich immer noch einsetzen muss.

Florian Also ist eine absolut wunderbare Preisträgerin und wird anwesend sein bei der langen Nacht der Forschung, um ihren Preis auch entgegenzunehmen und Science Buster, zumindest ich, wird da sein. Die anderen Science Buster Das sind irgendwo im Einsatz. Die Ruth zum Beispiel eben in Dornbirn. Ich glaube, Martin Moda wird mit seiner Band auch noch da sein und Musik machen bei der Preisverleihung.

Florian Wo die anderen Science-Buster sich rumtreiben, kann ich gerade nicht sagen. Aber wenn ihr da hinkommen wollt, im Rahmen der Langen nach der Forschung, es ist eine eher kleinere Location dort, irgendwo in Wien. Ich weiß gerade nicht exakt, wo es ist, in irgendeinem Raum in Wien. Mehr kann jetzt gar nicht sagen.

Ruth Hey, nein, zumindest in einem Raum.

Florian Nein, also irgendwo in der Akademie der Wissenschaft oder so. Ich weiß jetzt nicht auswendig, wo es genau ist. Aber das findet man raus, wenn man da hingehen will. Es gibt aber noch jede Menge andere Science Buster Termine, zu denen ihr kommen könnt. Aber bevor ich die sage, sage ich nochmal schnell die restlichen anderen Termine, die näher am Universum sind.

Florian Es gibt nämlich tatsächlich in diesem Jahr, könnt ihr euch vormerken, noch mindestens zweimal die Möglichkeit, das Universum live zu sehen. Einmal in Wien, wo wir eine zweite Live-Podcast-Aufnahme machen werden. Am 16. Juni 2026 werden wir im Radiokulturhaus wieder eine Folge aufnehmen. Da könnt ihr mit dabei sein, wenn ihr das wollt. Und dann werden wir gegen Ende des Jahres im Oktober, wenn ich mich richtig daran erinnere, ich erinnere mich richtig, es ist der 20.

Florian Oktober, noch einmal unsere Live-Show spielen in Wiener Neustadt.

Ruth In der wunderschönen Bibliothek im Zentrum in Wiener Neustadt. Das ist eine coole Location und es sind sehr nette Leute und kommt vorbei. Das ist meistens sogar nämlich gratis.

Florian Wenn mich nicht alles täuscht. Und dann ganz frisch, ganz frisch habe ich einen neuen Sternengeschichten-Live-Termin dazu bekommen. Es gibt in Österreich vor dem Sommer nochmal Sternengeschichten-Live. In Wien am 3. Juni gibt es nochmal Sternengeschichten-Live und dann gibt es das Ganze auch noch in Graz.

Florian Da war ich bis jetzt noch nicht. Ich war noch nicht in Graz mit den Sternengeschichten-Live. Das gibt es jetzt auch, nämlich am 3. Dezember bin ich in der Helmut-Listhalle im Detroit, wie das dort heißt. Da könnt ihr hinkommen, Sternengeschichten live in Graz, Steiermark-Premiere quasi. Würde mich freuen, wenn ihr da kommt. Graz ist toll und meine Schuhe hoffentlich auch.

Ruth Noch ein Zeitl bis dahin, da kann man sich schon lang, lang, lang drauf freuen.

Florian Genau. Und in der näheren Zukunft gibt es dann eben auch noch die Science-Buster-Shows. Die machen wir das nächste Mal in Weidhofen an der Ips und dann auch in Graz. Also hier sind wir auch in Graz. Da sind wir, glaube ich, in der großen Halle, wenn ich mich nicht ganz täusche. Da gibt es Science-Busters. Am 9. ist Weidhofen dran, am 10. April Graz, am 13.

Florian April in Vöcklerbruck. Dann sind wir am 28. April nochmal im Orpheum in Wien und am 30. April in der Kulisse in Wien. Wir sind dann da auch in Wien. Das müssen auch mal alle gesehen haben in Wien.

Ruth Irgendwann kommt niemand mehr.

Florian Am 11. Mai sind wir schon wieder in Wien. Dann kommt Ende Mai, das sage ich jetzt mal an, dass es mal angesagt ist, dass ich keiner beschweren kann. Wir sagen es nicht an rechtzeitig. Ende Mai kommt dann die große Westösterreich-Tour. Am 18. Mai sind wir in St. Johann im Pongau. Am 20. Mai in Telfs, am 22.

Florian Mai in Dornbirn, am 23. Mai und am 24. Mai in München. Also da machen wir einmal eine Tour durch Tirol, Vorarlberg und Bayern mit unserem Programm Weltuntergang für Fortgeschrittene. Kommt euch das gerne anschauen, wenn ihr das denn wollt. Alle Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es in unseren Shownotes.

Ruth Sehr gut, sind wir da auch durch, ganz schön viel anzukündigen. Der ganze Schluss, bevor wir euch in den nächsten zwei Wochen verabschieden. Bleibt uns noch wie immer zum Schluss, uns bei euch zu bedanken fürs Zuhören. Fürs irgendwie teilnehmen, fürs Mitglied in unserer Telegram-Gruppe sein, fürs Weitererzählen, wie cool ihr unseren Podcast findet, fürs anderen Leuten unter die Nase reiben und vor allem auch fürs Mitfinanzieren von diesem Podcast hier.

Ruth Denn ihr seid ja, wie ihr wisst, die Einzigen, die diesen Podcast finanzieren. Wenn nicht die ÖBB gerade mal einen Tunnel eröffnet, dann dürfen die auch uns Geld geben und sagen, wie cool ihr Tunnel ist. Aber das ist jetzt vorbei, also nur ihr, nur ihr. Und es haben seit dem letzten Mal auch wieder einige Leute uns mit schönen, großzügigen Spenden bedacht.

Ruth Also ganz herzlichen Dank an Thomas, Marco, Markus, Peter, noch an Marco und Johannes. Danke euch. Ihr habt über PayPal gespendet, da kann man einfach ganz normal einmalig spenden oder kann man auch regelmäßig, wenn man möchte, muss man halt nur selber machen. Spenden und schicken. Danke euch. Man kann aber auch ein Spenden-Abo abschließen und dann haben wir quasi seine gewisse Planungssicherheit.

Ruth Dann wissen wir, dass da regelmäßig was reinkommt. Und das machen schon ganz viele Leute. Ganz vielen Dank dafür, wie immer. So regelmäßig. Danke. Aber neu dazugekommen seit dem letzten Mal sind Harald und Christian.

Florian Ganz vielen Dank an euch.

Ruth Und wie ihr das alles machen könnt, das steht auch wie immer in den Shownotes.

Florian Da steht auch drin, wie ihr uns E-Mails schreiben könnt. Könnt, wenn ihr das wollt, Nachrichten allgemeiner Art an hello at das Universum, an fragen at das Universum.at oder ihr macht das Ganze einfach per Post. Da könnt ihr die jeweiligen Adressen nutzen, die in unseren Impressums stehen. Und tatsächlich habe ich Ansichtskarten, die wollte ich noch ganz kurz erwähnen, bevor die Sendung zu Ende ist.

Ruth Hast du schon wieder bekommen?

Florian Ja, und zwar aus Neuseeland von zwei unterschiedlichen Hörern. Ach, tatsächlich. Eine vor ein paar Wochen, eine gerade heute. Also unsere Hörerschaft treibt sich anscheinend in Neuseeland herum.

Ruth Jetzt haben wir wirklich Members around the globe, genauso wie die Flat Earth Society.

Florian Oder? Moritz war bei, oh Gott, was heißt der, Lake Tekapo in Neuseeland und hat die Teleskope des Mount John Observatoriums benutzt sogar, schau an, und hat uns eine schöne Karte geschickt mit einem schönen Südlicht in dem Fall von Neuseeland. Und er schreibt, Moritz aus Köln aka der Typ mit dem Klapprad vom Berliner Bahnhof.

Florian Ich habe gewusst, das ist jemand, den du getroffen hast, offensichtlich.

Ruth Ja, das war hallo, hallo, hallo, hallo. Das war sehr lustig. Ich war ein bisschen entnervt, weil ich ja gerade schon von der langen Reise irgendwie erst in Berlin angekommen bin und dann plötzlich kommt jemand und sagt, hallo, bist du Ruth, die Astronomen? Und ich so, was? Ah, ja.

Florian Und dann hat uns Markus auch noch eine Karte geschickt, die habe ich heute aus dem Briefkasten geholt, auch aus Neuseeland. Und zwar eine wunderschöne Karte, eine Radfahrkarte, also Cycling Usina mit einem schönen Bild von einem Radfahrer, in dem Fall vor einem neuseelandischen See und Gebirge. Und er sagt, ihr fahrt ja gerne Rad, vielleicht Inspiration.

Florian Danke für den Podcast, liebe Grüße, Markus. Also ihr könnt uns auch Karten schreiben, wenn ihr nicht gerade in Neuseeland seid, aber in dem Fall waren sie alle aus Neuseeland, die ich gerade bekommen habe.

Ruth Wir nehmen auch Karten aus Schaß-Klappersdorf.

Florian Die haben wir auch schon bekommen. Oder ihr schreibt uns gar keine Karte, ist auch nicht nötig, aber wie gesagt, wir freuen uns über Interaktion jeglicher Art.

Ruth So ist es.

Florian Und jetzt ist die Interaktion vorerst zu Ende. Also eigentlich ist hier keine Interaktion, wir beide haben interagiert, sonst interagiert da eh keiner mit uns, wenn wir das aufnehmen.

Ruth Vorerst mal ist die einseitige Interaktion für dieses Mal zu Ende. Genau. Und wir hören uns in zwei Wochen wieder.

Florian Bis dahin. Tschüss. Macht es gut.

Ruth Ciao.

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