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Der Sicherheitsrat

Sitzung 55 - Marsch zum Gedenken - Wie Deutschland seine Gefallenen ehrt

Donnerstag, 30. Juli 2026 · 31 min

MP3

Shownotes

Erinnern ist keine Selbstverständlichkeit. In dieser Folge des Sicherheitsrats begrüßen wir Marcel Bohnert – und sprechen über ein Format, das mehr bewegt hat, als viele erwartet hätten: den „Marsch zum Gedenken".
Wie wird aus einer Idee eine Bewegung? Marcel nimmt uns mit an die Anfänge des Marsches, erzählt von den Widerständen auf dem Weg zur Anerkennung und davon, warum das Gehen selbst zum Akt der Erinnerung wird. Es geht um gefallene Kameraden, um Haltung – und um die Frage, warum ausgerechnet der Umgang mit den eigenen Toten in Deutschland so schwerfällt.
Peter Tauber und Marcel diskutieren, woran es hakt: an offiziellen Stellen, an einer Öffentlichkeit, die mit dem Soldatischen fremdelt, an Missverständnissen, die sich hartnäckig halten. Und wir schauen über den Marsch hinaus – auf die Rolle von Medien und sozialen Netzwerken, die heute mitbestimmen, wie Erinnerung, aber auch wie moderne Kriegsführung selbst wahrgenommen wird.
Themen dieser Folge:
• Entstehung und Bedeutung des Veteranenmarsches
• Der Kampf um Anerkennung – innerhalb und außerhalb der Bundeswehr
• Öffentliche Wahrnehmung und die hartnäckigsten Missverständnisse
• Wie soziale Medien das Bild moderner Konflikte prägen
Eine Folge über Erinnerung, Anerkennung und die Verantwortung einer Gesellschaft gegenüber denen, die für sie im Einsatz standen.
🎧 Jetzt reinhören – und mitdiskutieren.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Timon Radicke: Herzlich willkommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, zu einer neuen Ausgabe im Sicherheitsrat. Die Sitzung ist quasi eröffnet und das mache ich natürlich nicht alleine. Mit bei mir ist mein allseits geschätzter Freund und Kollege, beste Peter Tauber der Welt. Hallo Peter!

Peter Tauber: Das bin ich. Timon, toll, dass du da bist. Du siehst wieder unglaublich gut aus heute.

Timon Radicke: Das ist richtig. Dankeschön, Peter. Ich kann dich leider nicht sehen. Bei mir bist

Peter Tauber: Ist gut genug.

Timon Radicke: du... jetzt bewegt sich Peter Tauber wieder. Nach Minuten des Stillstandes. So. Ja.

Peter Tauber: Ich kann stillstehen, ich weiß nicht ob du das kannst.

Marcel B.: Mh-hm-hm-hm-hm-hm.

Timon Radicke: Oh Gott, Gott, oh Gott, oh Und an der Lache wissen wir jetzt auch spätestens jetzt auch schon, wer unser Gast ist. Bei uns ist wieder mal Oberstleutnant im Generalstabsteam. Marcel Bonat ist heute da. Hallo Marcel, schön, dass du da bist bei uns.

Marcel B.: Ja, hallo, grüßt schön mal wieder bei euch zu sein. Hätte

Peter Tauber: Endlich!

Marcel B.: ich jetzt auch nicht gedacht, dass ihr mich an der Lache erkennt. Ja, endlich

Timon Radicke: Ja!

Peter Tauber: Was meinst du? Wir kriegen ständig

Marcel B.: mal wieder.

Peter Tauber: Post. Wann kommt der Marcel mal wieder? Ich will Marcel zurück. Ganz schlimm, vor allem natürlich die weiblichen Kameradinnen.

Marcel B.: Ja, ganz sicher, Ich werde euch in einem der nächsten Folgen, in einem der nächsten Folgen kann ich euch mal erzählen, es gerade nicht so gut funktioniert mit meinem regelmäßigen Podcast. So in einem Monat kann ich da mehr zu sagen.

Peter Tauber: Ja, wir freuen uns schon drauf, wenn du da wieder zurückkommst. Also es sind natürlich

Timon Radicke: Sehr gerne.

Marcel B.: Ja. Ja.

Peter Tauber: nicht nur die weiblichen Kameraden, die dich vermissen, sondern auch die ganzen

Marcel B.: Schade.

Peter Tauber: Referenten und Obersten aus dem BMVG. fragen

Marcel B.: Hehehehehe

Peter Tauber: auch ständig, wann sagt der Bonert wieder, was

Timon Radicke: Ha ha ha!

Peter Tauber: ist die 3 Alpha? Wir brauchen einen Befehl.

Marcel B.: Dann gucken wir mal, ob wir mit dem Thema heute die Menschen mehr erfreuen oder auch mal den ein oder anderen bisschen ärgern. Zumindest historisch später, ich, ich werde dir gleich verraten, worum es geht. Hast du ein bisschen mitgewirkt an dem, was wir heute besprechen? Und da gab es sicherlich auch Menschen, die dir im Wege standen oder diesem Event im Wege standen. Bin gespannt, was du da für Erfahrungen einfließen lässt.

Timon Radicke: Super, hervorragend, ganz toll. Vielen herzlichen Dank, dass ihr meine Hinführung jetzt auch völlig, also wirklich völlig top mit dir jetzt habt. Ich

Marcel B.: Noch weiß niemand worum es geht.

Peter Tauber: Ja worum geht's eigentlich, Timon?

Timon Radicke: wollte ein großes Bild malen von deutschen Soldaten in Uniformen, die durch Berlin marschieren

Marcel B.: Mahle!

Timon Radicke: und dadurch,

Peter Tauber: Mach mal!

Timon Radicke: und ja, dafür ist es jetzt zu spät.

Marcel B.: Nein, das kannst du einfach malen.

Timon Radicke: Wir sprechen heute über den Marsch zum Gedenken. Es ist nämlich gar nichts außergewöhnliches mehr, wenn man heutzutage deutsche Soldaten auch in Formation, mindestens ein paar Mal im Jahr, auf deutschen Straßen sieht. In diesen Tagen anlässlich des Marschs zum Gedenken. Marcel, was ist das eigentlich, damit sich unter Hörerinnen und Hörern mal abgeholt fühlen von dem Thema?

Marcel B.: Ja, der Marsch zum Gedenken ist ein Marsch, auf die Initiative des Reservistenverbandes oder dort der Military Brotherhood Arbeitsgemeinschaft entstanden ist im Jahre 2018. Und dort marschieren um die 150 Soldatinnen und Soldaten viele Reservistinnen und Reservisten vorbei. Von Brandenburg nach Berlin. Und zwar machen wir das an Kilometern gemessen an der Zahl der Gefallenen, die die Bundeswehr zu beklagen hat und an der Zahl der im Dienst verstorbene Bundeswehrangehörigen. Das sind

Timon Radicke: Summa summarum, also in allen Einsätzen und im Dienst.

Peter Tauber: Ne,

Marcel B.: Genau, ja, ist... habt beide Recht.

Peter Tauber: nur in den Auslandseinsätzen, sonst müssten die 3000 km laufen, das wäre ein bisschen viel.

Marcel B.: Ihr habt beide Recht. Es sind 120 Kilometer für 120 Gefallene und getötete in den Auslandseinsätzen. Und dann kommen aber noch in diesem Jahr 3.447 Meter dazu. Und diese 3.447 Meter stehen für die, die seit 1955 seit Gründung der Bundeswehr im Dienst verstorben, getötet oder wie auch immer verunfallt sind.

Timon Radicke: okay.

Marcel B.: Deswegen sind es 120 Kilometer plus knapp 3,5 Kilometer, die

Timon Radicke: Mhm.

Marcel B.: diese Formation marschiert. hat sich an diesem Sonntag das erste Mal getroffen, in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Und dann werden die mit Bussen an bestimmte Orte gefahren und marschieren dann jeden Tag um die 30 Kilometer bis nach Berlin hinein. Und das ist das Besondere. Ich nehme seit Beginn dieses Marsches immer nur an der finalen Etappe daran teil. Und das sind die letzten 30 Kilometer an dem Donnerstag. Die gehen von Brandenburg dann wirklich ins Herz der Hauptstadt. Man marschiert dann in Marschformation

Timon Radicke: Mhm.

Marcel B.: über den Ku'damm, dann auf die Siegelssolle zu über die Straße 17. Juni, vor

Timon Radicke: Hm.

Marcel B.: das Bundeskanzleramt, vor den Bundestag, auf die Reichstagswiese, dann vorbei am Mahnmal am Ordetüben Europas und dann auch ins Ministerium. Diese Strecke ist natürlich besonders beeindruckend, weil man dort im Grunde mitten rein die Bevölkerung und unsere Gesellschaft marschiert. Und da will man gedenken und das ist ganz besonders.

Timon Radicke: Marcel, du hast gerade gesagt, seit 2018 ist es so. Gab es da irgendeinen Auslöser, dass man sagen muss, okay, das ist seit 2018 so? Denn ehrlicherweise, wenn ich zurückblicke, die Auslandseinsätze der Bundeswehr, gehen ein bisschen länger zurück schon. Warum erst seit 2018?

Marcel B.: Ich glaube, meine vielleicht kein Peter da, der das ja unmittelbar damals auch noch als Staatssekretär begleitet hat, ein bisschen was zu sagen. Meine Wahrnehmung insgesamt ist, dass die Einsätze ja, die gingen so Anfang der 90er Jahre los, wurden dann 28, 29, 20, insbesondere in Afghanistan intensiver. Die Veterankultur hat

Timon Radicke: Hmm...

Marcel B.: sich aber erst begonnen so richtig zu entwickeln in der Zeit, in es intensiver wurde, so ab 2010, wo sich Vereine gegründet haben und so weiter. Und dann haben auch langsam erst die Initiativen gestartet. Ich weiß von dem der diesen Marschunggedenken auch nach außen repräsentiert und verantwortet. Das ist ein Vizepräsident des Reservistenverbandes Manfred Schreiber, Oberst, das er immer gesagt hat, den Anfangszeiten, da musste richtig viele Türen einrennen, weil es doch schon bisschen Kulturwandel ist. Öffentlich Soldaten zeigen, die in Marschformationen, so bisschen wie eine Militärparade, die Diskussionen kennen wir ja auch, mitten durch die Stadt marschieren. ist halt etwas, das in der Bevölkerung oder auch in der Politik nicht nur Zustimmung auslöst oder ausgelöst hat.

Timon Radicke: Ja, genau, wo ich normalerweise sagen würde, ist eigentlich für andere Länder und Staaten ist das doch eigentlich völlig normal, Peter. Warum? Genau, warum nicht bei uns?

Marcel B.: Belgien, Frankreich haben wir es ja gerade gesehen, was eine Lithiaparade ausmacht.

Peter Tauber: Ja, würde da, Timon, du hast mir den Ball sensationell auf den Elfmeterpunkt gelegt. Ich würde das anders erzählen.

Timon Radicke: und du schießt ihn daneben.

Peter Tauber: Also ich habe den Marsch natürlich jetzt auch über Jahre verfolgt und vielleicht kommen wir dann nachher noch mal auf die Ursprünge zurück. Aber wenn wir mal so auf die Entwicklung schauen. Marcel, du warst ja auch mal dabei. Wir haben das auch mal mehrmals zusammen auch erlebt, diese letzte

Marcel B.: Mhm.

Peter Tauber: Etappe. Ich bin ja auch mal mitmarschiert und hab's aber dann noch als Staatssekretär begleitet. Also das ist ganz spannend, wenn man diese verschiedenen Perspektiven hat. Und wenn ich das jetzt noch sagen darf, Marcel ist einer, der geholfen hat, den auch zu etablieren. Auch damals mit deiner Reichweite auf Social Media als andere, das

Marcel B.: Hmm.

Peter Tauber: noch nicht so kommuniziert und begleitet haben, hast du dich da wirklich drum verdient gemacht. Das magst du selber vielleicht nicht hören oder nicht sagen, aber ich darf das jetzt ja sagen. Also du hast da einen erheblichen Anteil, dass das heute ein selbstverständlicher Termin im Jahreskalender in diesem Bundeswehrkosmos ist. Und es ist in der Tat auch deswegen eine ganz wichtige Veranstaltung, weil sie auch mit Blick für die Veteranenbewegung oder auch den Veterantag selbst eigentlich genau das ist, was wir beim Veterantag uns auch wünschen, nämlich das Aus der Gesellschaft von Reservisten von Einsatzveteranen. ein Impuls kommt und es nicht die Bundeswehr selber macht. Und da gibt es ja so eine Ambivalenz in dieser Armee. Die einerseits sagen, nee, sowas soll ja schon bisschen so art zivilgesellschaftlich, nur halt in

Timon Radicke: Hmm...

Peter Tauber: Uniform, soll schon von den Leuten selber kommen. Und dann machen die Leute selber was und dann sagt irgendeiner, ja aber wie ohne uns? Also wer hat das denn erlaubt? Also da ist die Armee sich noch nicht

Timon Radicke: Ja.

Peter Tauber: so richtig klar, was sie eigentlich will. Einerseits will sie Initiative, andererseits will sie es kontrollieren. Meine Erfahrung ist, dass die Leute auch schon lange vor dem zweiten Angriff Putins auf die Ukraine diese Marschkolonne ganz normal wahrgenommen haben. Wir sind über den Kurfürsten damm marschiert und dann haben die Fallschirmjäger hinter uns das Westerwaldlied angestimmt. Da ist keiner aufgesprungen und hat

Timon Radicke: Darf ich denn mal fragen, wie viele...

Peter Tauber: sich empört. Da sind die Leute aufgestanden und haben Handyfotos gemacht.

Marcel B.: Ja, aber Peter, nee,

Peter Tauber: Da gab's mal drei, meckern. Aber

Marcel B.: nee. Warte kurz, Timon.

Peter Tauber: wenn du drei in Berlin nicht hast, meckern, dann ist ja Berlin tot. Das geht ja

Marcel B.: Ja.

Peter Tauber: gar nicht, da muss ja mal einer meckern. Also ich will eigentlich auf was anderes hinaus. Ich glaube, es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Medien ein Ereignis ignorieren, was nicht in ihren Mainstream passt. Und zwar deutsche Soldaten, die durch eine deutsche Großstadt marschieren und die Bevölkerung sagt, galt es dir da seit, Jungs und Mädels. Das ist für ZDF und ARD keine Nachricht. Und genauso ist das, wenn die da marschieren. Und deswegen haben wir eine Ablage in der medialen Darstellung unserer Streitkräfte und in der Wahrnehmung der Bevölkerung. Die Leute finden die Bundeswehr geil. Und sie finden sie jetzt vielleicht noch einen Ticken geiler nach dem Ukrainekrieg, weil sie jetzt wissen, dass sie sie brauchen. Aber dass das vorher so eine Ablehnung und Distanz war, dass dieses dumme Gelaber mit diesem Horst Köhler-Zitat, bitte hören wir endlich damit auf, es gab nie ein freundliches Desinteresse. Die Deutschen haben keine Ahnung von ihrer Armee, aber sie finden sie, sie möchten sie mögen.

Timon Radicke: also wir haben jetzt den Leuten erstmal erklärt, was der Marsch zum Gedenken ist. Wir haben jetzt auch schon mal so bisschen erklärt, wer den trägt, woher der kommt und was die Motivation dahinter ist. Was mich vor allen Dingen jetzt mal interessiert ist, wie viele Soldatinnen und Soldaten nehmen denn eigentlich an diesem Marsch teil.

Marcel B.: Es sind so um die 140 bis 150. Ich glaube, in diesem Jahr war es das erste Mal so, dass das Orga-Team gesagt hat, pass auf, und sind im letzten Jahr so viele mit falschen Erwartungen hier aufgeschlagen, die dann nach dem ersten, zweiten Marschstück schon völlig kernoffen waren, ich sag's mal so, wie es ist, dass sie gesagt

Timon Radicke: ...

Marcel B.: haben, ihr müsst, bevor ihr euch hier bewerbt, müsst ihr nachweisen, dass ihr hier Probe-Märsche gemacht habt. Und

Timon Radicke: Ja.

Marcel B.: ohne diese Nachweise ist man gar nicht in den Pool gekommen. Und es ist auch so, dass dieses Jahr wirklich hart ausgewählt werden musste, weil die Anzahl derer, mitmarschieren wollten, deutlich höher war als die Plätze, zur Verfügung stehen. Das sind 140 bis 150

Timon Radicke: Vielen Dank.

Marcel B.: Soldatinnen und Soldaten. Und die marschieren in vier Zügen, also in vier Marschgruppen, die so bisschen voneinander abgesetzt sind. Marschieren die,

Timon Radicke: Hm.

Marcel B.: ich sag mal, losen, es ist kein Gleichschritt, ist kein Formaldienst, die da machen, aber es sieht schon militärisch aus. Und ich wollte das Peter, ja, näher erzählen.

Timon Radicke: Mmh, mmh.

Peter Tauber: Es gibt eine Besonderheit, die müssen wir, glaube ich, erzählen. Und die macht die ganze Sache auch so emotional. Jeder, mitmarschiert, trägt das Namensband eines der Gefallenen. Also du marschierst für einen Kameraden,

Timon Radicke: Ach, das ist stark.

Marcel B.: Und es macht was mit denen.

Peter Tauber: der nicht mehr da ist. Und ich habe das für einen der Mali-Hubschrauber-Piloten gemacht, die dort verunglückt sind. Und habe dann auch die Angehörigen getroffen am Brandenburger Tor. Und dann stehst du da nach einem durchaus anstrengenden Marsch. Und dann siehst du die Angehörigen und dann sind alle Kameraden da angekommen. Und der Manfred Schreiber, der unsere Marschgruppe geführt hat, ist ein so toller Kamerad, hat das auch so gut gemacht. Und das ist so, die Emotion übermant dich. Ich weiß nicht, ob ich sonst nah am Wasser gebaut habe, aber wenn man da keine Tränen in den Augen hat und ergriffen ist, und das sind gute Tränen Weil es so ein unausgesprochenes Verstehen gibt zwischen allen. ist so sensibel und so emotional positiv. Also das, was man ja oft von Außensoldaten so abspricht. Also das war eine der wirklich bewegendsten Erlebnisse in dieser Zeit, wo ich da dieses Namensband von dem Färber getragen habe und dann die Angehörigen da am Pannenburger Tor getroffen habe. Und den anderen Kameraden ging das ja ähnlich. Marcel, ich weiß nicht, wie du das dann beobachtet hast, aber das ist so ein ganz starkes Element von diesem Marsch.

Marcel B.: Das sind wir ja genauso. Also das zwei Besonderheiten, die einer ist zu genannt, die kriegen am Sonntagabend in einer Zeremonie alle das Namenstück eines Toten oder gefallenen Soldaten und einer Soldatin auf die Brust, marschieren damit und es macht was mit denen. Dieser Marsch ist, also ich sehe die am Sonntagabend, dann bin ich weg und dann sehe ich die dann am Donnerstag wieder. Und das sind völlig veränderte Menschen. Und das Besondere, Timon, du hast es gerade angedeutet, Peter, ist, dass die Hinterbliebenen, viele Hinterbliebene auf der Reichstagswiese warten und dann in die Formation eingegliedert werden und dann mit dieser Formation weiter marschieren. Also die sind dann sozusagen in ziegeler Kleidung mit bei den Soldaten dabei und fühlen sich einfach als Teil des Ganzen und die nehmen dann auch an der Abschlussveranstaltung im Bundesministerium der Verteidigung bei, wo manchmal ein Minister ist oder eine Ministerin. Peter, du hast gesagt, ich glaube im jahr wird es nicht groß bis groß sein, aber wird auf Staatssekretärsebene wahrgenommen. Sicherlich ist der Präsident des Urselvestenverbandes, Ernst, dabei. Das ist schon ein hohes Level. Es war Anfang wohl nicht ganz einfach, ins

Timon Radicke: Mhm.

Marcel B.: Ministerium reinzukommen. Aber dieses Hinterbliebene dabei, das ist schon wirklich etwas Besonderes. ich sag mal, Peter, wir sind da jetzt, sag ich mal, die finale Etappe mitmarschiert oder waren direkt vorm Reichstag dabei. Aber die haben ja noch 120 Kilometer an den Knochen.

Peter Tauber: Mhm. Ja.

Marcel B.: Also dieses Ganze auf und ab von anstrengend, aber ich muss hier weiter, ich mach das für jemand anderen, Trauerfreude, das geht die ganze Zeit hin und her. Das ist ein wahnsinniges Auf und Ab der Gefühle, so wie wir diesmal berichten. Ich erlebe es ja auch nur am letzten Tag.

Peter Tauber: so, dass man auch noch mal sagen muss, das Krasse ist ja auch diese Geschichte, wie das am Anfang war. Also heute ist es ja Gott sei Dank eine Selbstverständlichkeit. Aber am Anfang war das ja so, ersten Jahr, so hat man es mir zumindest erzählt, standen die am Bändler Block vor verschlossenen Toren. Und dann marschierst du für die Toten. dieser Streitkräfte, die ihr Leben für dieses Land gegeben haben und das Ministerium, das sie quasi geführt oder dahin geschickt hat, dem Parlament, sagt, also, ne, ihr kommt hier nicht rein, wir wissen nicht so richtig, ob wir euch trauen können.

Timon Radicke: Wie ist es denn dazu gekommen? Wie ist es denn dazu gekommen? Das Ministerium muss ja wissen, dass es so einen Marsch gibt.

Peter Tauber: Ja, das Ministerium hat entschieden, 2018, dürfen nicht rein. Wer auch immer das verantwortet hat.

Marcel B.: Aber Timon, ist ja genau das, was Peter gesagt hat. ist eben eine Vereinsinitiative. Es ist im Grunde etwas, was im Ehrenamt passiert. Ja, da sind aktive Soldaten dabei, ja, da Reservisten vorbei, da wird mittlerweile auch ein richtiger Befehl geschrieben. Trotzdem ist es nach wie vor etwas, wo es so eine gewisse Ambivalenz gibt. So richtig weiß ich es auch nicht. Ich habe natürlich hier und da im Ministerium meine Kontakte. Es gibt auch immer wieder eine Debatte darüber, wie groß man das der Medial von offizieller Seite macht. Letztes Jahr war das ZDF schon dabei. Scarlett Sternberg hat ein Gericht gemacht, vielleicht ist es in diesem Jahr auch so. Lokalmedien berichten zunehmend davon. Es stehen noch zunehmend Menschen am Straßenrand, die schon wissen, dass wir kommen, dort Schilder hochhalten

Peter Tauber: Hm?

Marcel B.: usw. Das wird von Jahr zu Jahr mehr. Aber im Ministerium gibt es

Peter Tauber: Aber es ist nicht so.

Marcel B.: immer noch Debatte. Können wir das auf unseren offiziellen Kanälen, in ganzer Breite machen, bisschen kleiner machen, überhaupt machen. Das gibt es nach wie vor. Ein Einzelmenschen.

Peter Tauber: Und es ist nicht so, genauso ist es Marcel, dass es fest akzeptiert und etabliert ist. Du hast immer wieder Einzelne, die sagen, nee, weiß ich jetzt irgendwie nicht, will ich nicht haben, geht weg. 2019 haben wir es dann durchbrochen. Ich weiß gar nicht, ob das der Reservistenverband dann auf der Leitungsebene hinterlegt hat. Und dann haben wir es quasi umgedreht. Da haben wir zum ersten Mal gesagt, es muss eine Erbsensuppe geben, wenn die ankommen im Wendler Block. Die müssen direkt zum Ehrenmal gehen, die müssen da einmal antreten dürfen. Und im Idealfall nimmt sie jemand aus der Leitung vom Ministerium wahr. Und dann hat das auch Annegret Kramp-Karrenbauer als allererstes Mal als Ministerin gemacht. Und ich hab ehrlich gesagt wirklich gedacht, dann ist es jetzt der Tropfs gelutscht. Wenn da einmal die Ministerin stand ... hat dieses Haus verstanden, das ist Leitungswille. Das stimmt aber nicht.

Timon Radicke: Mhm.

Marcel B.: Ja, aber das sind eben Einzelpersonen. Ja.

Peter Tauber: Da gibt es irgendwelche Oberstleutnanten, die sind dann sogar im Generalstabsdienst, die glauben, die glauben sie prägen und ändern den Leitungswillen. Das ist zum Teil unerträglich. Es hat mit militärischer Ordnung und Hierarchie nichts zu tun. Auch mit ministrieller Ordnung übrigens überhaupt nichts zu tun. So ein Eigenleben, wo ich denke, die müsste man eigentlich ganz weit an die Ostfront versetzen, solche Leute.

Marcel B.: Also, dieser Marsch ist ja nicht anklagend. Natürlich könnte man jetzt ministeriell sagen, das ist unangenehm, wir werden mit unseren Gefallenen konfrontiert, das gehört dazu. Und dieser Marsch, für die ist es... Ja, ja. Ich sag nur, es gibt ja Ängste,

Peter Tauber: Dann darf man aber kein Ehrenmal dahinstellen an dem Bentley Block, wenn man nicht mit den Gefallenen konfrontiert werden will.

Marcel B.: kommunikativ, narrativ. Und wir wollen hier im Marketing uns positiv darstellen. Und jetzt wird uns sozusagen das scharfe Ende hier vorgeführt. Es gibt diese Denken. Und ich sage auch, das sind Einzelpersonen, die rotieren dadurch. Und da entwickeln sich immer wieder irgendwelche Ängste, wo man sagt, ja Leute, es gehört aber dazu, es ist selbstverständlich. Und nochmal, dieser Marsch, ist nicht anklagen, sondern das ist, wie ich von schon gesagt habe, das wechselt in einer Stimmungslage atmosphärisch von, wir sind im Wald der Erinnerung, auch das ist Teil der Etappe, wir trauern, hier wird ein Baum gepflanzt und so weiter, zu großer Euphorie, was wir hier schaffen und umarmen und Freude und Lachen, ist so bisschen Soldatenhumor. Aber es nicht so, dass der im Grunde der Schwarze Peter Richtung Ministerium.

Peter Tauber: Überhaupt nicht, im Gegenteil. Nee, gar nicht.

Marcel B.: schoben wird. Peter, aber ist es wirklich nicht. Sondern das ist eine Selbstverständlichkeit, das gehört dazu und so sollte man das auch sehen.

Peter Tauber: Ich glaube, das ist für jeden im Ministerium, der da teilnimmt, egal auf welcher Ebene, der wird merken, wie groß die Dankbarkeit und die Wertschätzung ist, dass man da hin kann. Und das wird wirklich jeder, das ist natürlich für die Leitung nochmal expliziter, weil man dann weiß, das ist jetzt der Staatssekretär oder das ist der Herr Minister. Also ich kann der Leitung nur empfehlen, das wahrzunehmen, aber ich kann auch allen, jetzt gerade im Ministerium, auch den Zivilen, wenn die verstehen wollen, wofür sie da eigentlich arbeiten. Also besser komprimiert kriegt man das

Marcel B.: Kommt auf den Hof und schaut euch an, wie die da reinmarschieren. Das ist so. Und ich meine, marschiert Thomas Lagenstein mit. Der marschiert seit Jahren, ich hab den da auch kennengelernt sozusagen, für seinen gefallenen Bruder. 2011 in Afghanistan bei einem Anschlag gefallen. Tobias Lagenstein, gibt eine Kaserne, so heißt, gibt Buch mittlerweile zu ihm und seiner Geschichte. Der marschiert da mit. Und dem sozusagen dieses Szenario. Peter von 2018 oder wann das war, so Sinne von... Die Tore bleiben zu, vor die Nase zu reiben. Auch anderen Hinterbliebenen kann man nicht machen. Das kann man nicht bringen. Und noch mal, sind sehr

Timon Radicke: Ich finde...

Marcel B.: weit, ich nehme auch diese Kritik nicht mehr ganzer Breite wahr. Du sagst, Peter, der Knoten ist dadurch schlagen. Aber es ist immer wieder etwas seltsam, mit welchen Dingen die Leitungsorganisation da konfrontiert ist.

Peter Tauber: Und weil wir ja auch eine positive Perspektive öfters haben wollen, Marcel, ich finde, es ist ein ganz wichtiger und sehr positiver Bestandteil der Veteranenkultur. Das gehört da definitiv dazu.

Marcel B.: Ja, für mich ist das... Ja, und die war eben da, bevor der Veterantag war. Ich habe auch immer gesagt, das das Event, da wird so viel vereint. Du hast es erzählt, vielleicht noch mal ein anderes Beispiel dafür, dass Dinge manchmal etwas seltsam sind. Du hast von dem Westarbeitlied gesprochen, dass dort die Soldaten gesungen haben. Es gab da, ich weiß nicht mehr ganz genau, es gab eine Beschwerde aus der Bevölkerung, dass Westarbeitlied gesungen wird und im letzten Jahr war es verboten zu singen. Was dann passiert ist, ist, dass diese Soldaten dann auch nach Berlin rein mit links 234 marschiert sind. Und ich als jemand, so bisschen freier war, ich konnte sozusagen auch in der Formation marschieren, habe aber auch Videos, Fotos gemacht, bin dann manchmal als Abseits gewesen und wurde von der Bevölkerung angesprochen, was scheinen die denn da? Weil das war für die ehrlicherweise etwas verstörender, als wenn da Soldaten einfach singen. Dieses links 234, das klingt halt recht brutal, gerade wenn es gebrüllt wird. Aber der Gesang war im letzten Jahr verboten und Manfred Schreiber hat gesagt, die machen es auch nicht. Ich weiß nicht, woher das kam. Aber die haben es halt nicht gemacht. Ich weiß nicht, ob es in diesem Jahr so ist. werde es am Donnerstag sehen, also heute, wenn am Podcast ausgestrahlt wird. Ich hoffe eigentlich, dass sie wieder singen. Mit Söhnke Neitzel habt ihr ja die Diskussion über Militärmusik

Peter Tauber: hoffe ich auch.

Marcel B.: auch mal geführt. Bei dem Public Event von Unsicherheitsrat ist halt wichtig, gehört dazu. Bevölkerung ist da, wie du sagst, Peter, völlig offen. Applaudiert steht am Straßenrand junge Menschen, Schülerinnen und Schüler, die dort Besuche machen, nehmen es begeistert auch an Soldaten.

Timon Radicke: also ich muss jetzt noch mal fünf Minuten zurück und an den Punkt, den du gerade gemacht hast Marcel, als es an die Kritik ging und sagte, naja unter dem Gesichtspunkt, wie man die Bundeswehr vielleicht darstellen möchte, dass man sagt, die Bundeswehr ist ja eigentlich moderner Arbeitgeber und wir wollen ja... für die Bundeswehr gewinnen und wie passt das dazu? Ich finde die Art und Weise wie eine Gesellschaft und auch Streitkräfte ihren Gefallenen gedenkt ist eigentlich ein Ausweis darüber wie sehr es sich tatsächlich lohnt sich für diesen Job auch krumm zu machen und ich bin ehrlicherweise der Meinung je je je Je klarer das formuliert wird, desto größer ist eigentlich der Ausweis für junge Leute, denen man sagen kann, wenn ihr hier zu dieser Truppe geht, bekommt ihr mehr als nur einen Job. Im aller, aller, aller, aller schlimmsten Fall wird euch ein ehrendes Andenken bewahrt. Und das finde ich ist eigentlich das Beste.

Marcel B.: Attraktivitätsmerkmal auf jeden Fall.

Timon Radicke: die beste Werbung, die man eigentlich machen kann. Was mich jetzt noch mal interessiert

Peter Tauber: Wir sind da.

Marcel B.: Gitteln!

Timon Radicke: ist vor allen die Frage, können wir eigentlich feststellen, seit dem Krieg in der Ukraine, die Wahrnehmung dieses Marsch zum Gedenken in der Bevölkerung sich noch mal geändert hat?

Marcel B.: gefühlt ja, also jemand der seit 2018 immer an diesem Donnerstag, dem finalen Maßstab dabei ist auf der Strecke nach Berlin, ist es so, dass die Bevölkerung deutlich mehr reagiert, zu einem sehr großen Teil positiv. Wenn es aber in seltenen Fällen negative Reaktionen gibt, sind die deutlich schärfer als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Also man merkt diese Anspannung, die insgesamt in unserer Gesellschaft liegt, was diese Themen angeht und auch eine gewisse Ich will das Wort Spaltung jetzt hier nicht verwenden, aber eine Verschärfung in der Debattenlage, die nimmt man da schon auch wahr. Also deutlich mehr insgesamt, deutlich positiver insgesamt, aber wenn negativ, dann auch mit einer entsprechenden Schärfe.

Timon Radicke: Okay.

Marcel B.: So kann man das glaube ich schon dahinstellen.

Peter Tauber: Und den zweiten Teil von Timmons Frage, diese mediale Wahrnehmung, ich würde sagen, die hat ein bisschen zugenommen. Hat die zugenommen wegen des Ukraine-Kriegs und der größeren Sensibilität oder hat sie vielleicht auch zugenommen, weil die Veranstaltung sich beginnt zu etablieren? Also sie gibt es ja bald zum zehnten Mal. Und klar, beim ersten und zweiten Mal, es gab wahrscheinlich auch nicht die aktive Pressearbeit und jetzt haben es ein paar Journalisten auf dem Schirm und ein paar waren schon da. Also so was spielt ja auch eine Rolle. Wie würdest du das ein?

Marcel B.: weiteres genau wie du sagst also letztlich das gehört auch zur wahrheit ich bin mit diesem mit diesem org team über letzten jahr auch immer wieder in der diskussion darum gewesen ob sie diesen marsch einfach auf den veteran tag legen und die haben gesagt was auch bei uns ist das eine demokratische entscheidung und das ist so bisschen 50 50 am ende haben sich immer noch entschieden das genau dazu machen wo sie es jetzt machen genau diesen zeitfenster Das bedingt natürlich auch, wir sind in einer Parlamentsfreien Zeit, dass dort eben nicht ganz so viele Politiker stehen, sie begrüßen und vielleicht nicht ganz so mediale Aufmerksamkeit. Insoweit vor einem Monat der Veterantat gerade war und wie die Vertreter auch sagen, ja Moment, war doch gerade, also wir haben doch vor einem Monat gerade umfassend berichtet. Da muss man immer erstmal klären, ja das ist hier aber nochmal was Besonderes und so

Timon Radicke: Hmm...

Marcel B.: weiter. Ich glaube deswegen vor allem ist es Zweiteres. Es ist jetzt eben immer wieder so, dass jedes Jahr zu einer bestimmten Zeit durch einen bestimmten Ort diese Soldaten marschieren und das gerade lokal presse das eben weiß also für die bevölkerung gerade lokal das ist schon so dass sie da mal so sieben kilometer auf einer landstraße mit ihren autos hinter uns hinterher tuckern muss wir erzeugen da auch einen stau und auch Deshalb ist der Marsch medial wahrgenommen, weil das eben kommuniziert wird,

Timon Radicke: Mhm.

Marcel B.: weil dort Leute irgendwie Umwege fahren müssen und so weiter. Aber nochmal, gerade im letzten Jahr, ich hoffe, dass ich Sie an diesen Donnerstag, also heute, wenn die Folge ausgestaltet wird, sehe, da stand eine Frau im letzten Jahr am Straßenrand mit dem Foto eines jungen Soldaten. Da bin ich zu ihr kurz hinabgefragt. Wer ist das? Sie gesagt, mein Sohn. Der ist 1980 irgendwann bei der Bundeswehr verstorben. Und dann sind wir einfach weitermarschiert. Sie wusste, kommen, hat sich dort hingestellt, hat als Hinterbliebene dort

Timon Radicke: Hm.

Marcel B.: sich beteiligt. Und wir hoffen, dass wir in diesem Jahr sie wieder treffen, für Besäumte irgendwie Kontaktdaten aufzunehmen, wie vielleicht auch ins Ministerium einzuladen als Hinterbliebene oder ähnliches. Also es wird, es etabliert sich immer in diesem Zeitfensterlokal.

Timon Radicke: Mh.

Marcel B.: Und wie gesagt, im letzten Jahr war das ZDF dabei. Die ist gut verbunden mit diesem Manfred Schreiber und den anderen. Man spricht dann sozusagen, wer das jetzt... eine Berichterstattung wert. Was sind die anderen Themen, gerade bewegen und dann vielleicht abzunehmen?

Timon Radicke: Und zusätzlich muss man natürlich...

Peter Tauber: Es ist übrigens ganz interessant für die, die das mal googeln wollen. Googelt mal Marsch zum Gedenken. Und dann kommt ihr relativ schnell nicht nur zu der entsprechenden Medienberichterstattung, sondern gerade im Jahr 2019 gab es eine Kurzinformation des Deutschen Bundestages immerhin schon. Es gab natürlich eine Berichterstattung in der Taz. Es gab eine Anfrage der Linken, was das alles so ist. Also es hat auch in seinen Anfängen schon Sicherlich nicht so sehr für die breite Masse und auch nicht für die Marschteilnehmer. Aber doch auch für eine gewisse Furore gesorgt, die man aber medial gar nicht so wahrgenommen hat. Und am Anfang gab es ja auch so bisschen diese Schelte Richtung Medien. Ja, es nimmt keiner wahr, wir marschieren hier, wir werden totgeschwiegen. Ich glaube, das kann man so nicht mehr aufrechterhalten. Das ist eher so eine langsame Etablierung. Man könnte auch sagen, ein generisches Wachstum. Wir haben keine Reichweite gekauft, sondern durch die Wiederholung etabliert sich es.

Timon Radicke: Ja und man muss natürlich trotzdem auch dazu sagen, Bundeswehr und Verteidigungsthemen klicken einfach auch bei Mainstream-Medien deutlich besser als noch vor 15 Jahren. Das ist halt einfach auch so.

Marcel B.: Was

Peter Tauber: Das stimmt

Marcel B.: auch

Peter Tauber: sicher.

Marcel B.: bisschen verrückt ist, denn vor 15 Jahren, ich meine gut, nee, doch ja, ziemlich genau vor 15 Jahren als ich in Afghanistan war, da waren die Einsätze noch deutlich intensiver. Deutlich intensiver. Jetzt, das ist ja eigentlich nur, ich sag mal, der Ausfluss. Wir haben derzeit in Auslandsersätzen keine Gefechte, keine gefallenen Soldaten. Natürlich, wir sehen, was die Marine macht und Drohnengefahr wächst und so weiter. Aber die richtig intensive Zeit, gerade Afghanistan, sagen wir mal, 2.6 und 2.13, die haben wir ja eigentlich gerade gar nicht. Das heißt, Dinge, die jetzt passieren, die stehen dann schon doch irgendwie im Zusammenhang mit der neuen Sicherheitslage, die wir an der Ostflanke haben, europäisch.

Peter Tauber: Ist es dann vielleicht so, Timon, das

Timon Radicke: Also ganz ...

Peter Tauber: weißt du als Experte vielleicht viel besser? Vielleicht kannst du das auch beantworten. Das frag ich mich jetzt gerade spontan. Hat das was mit dieser Darstellung von Krieg auch in Social Media zu tun? Weil das hatten wir definitiv während Afghanistan noch nicht. Also ich kann mich nicht erinnern, dass ein deutscher Soldat aus Afghanistan per YouTube Gefechtsszenen mit den Taliban geteilt hat. Und wir sehen ja diesen

Timon Radicke: Nee.

Peter Tauber: Thronenkrieg. Also auch wenn da keine deutschen Soldaten involviert sind. Das macht ja was mit unserer Vorstellung. Ist das ein Grund, Timon? Wie siehst du das?

Timon Radicke: Also ich kann mich daran erinnern, dass das erste was wirklich so überliefert war, auch aus dem Afghanistan-Einsatz, das war das Karfreitagsgefecht. waren diese Videosnippets, die man da gesehen hat, die wirklich viel mit einem gemacht haben. Das war das erste Mal, dass Krieg wirklich so nah war und auch spürbar. Ich glaube schon, dass wir momentan der Bevölkerung eine Sensibilisierung durch diese Allverfügbarkeit von Content bekommen. Ob das aber jetzt am Ende des Tages dann dazu führt, dass du sagst, dafür stelle ich mich an den Straßenrand, da würde ich glaube ich ein Fragezeichen hinter machen. Das müsste schon ein irre guter Call to Action sein, damit das funktioniert.

Marcel B.: natürlich die die marsch teilnehmen denn die die posten und drehen videos und so weiter während dieses marsches das ist also bei instagram zumindest verbreitet sich das schon ziemlich rasant die bilder sind auch stark deutsche soldaten

Timon Radicke: Ja.

Marcel B.: in uniform in marschformation die durch irgendwelche orte marschieren die

Timon Radicke: Ja.

Marcel B.: bevölkerung am straßenrande sind einfach wirkmächtige bilder und

Timon Radicke: Ja.

Marcel B.: ja peter auch da warst du ja mit drin und auch ich zu dieser zeit im ministerium als wir die social media guidelines etabliert dass dort jetzt nicht nur offiziell kommuniziert wird, sondern im Grunde jeder, der dort mitmarschiert, auch das Handy rausholt und eine Geschichte erzählen kann. Eine durchaus positive Geschichte, das trägt auf jeden Fall dazu bei, das erregt Aufmerksamkeit über die klassischen Leitmedien hinaus. Das Hashtag mzg oder mzg2026 eingeben wird man da auf jeden Fall eine Menge finden.

Peter Tauber: Und es ist wirklich sehr berührend und sehr, schön. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich

Timon Radicke: Peter, musst... Peter, musst... Komm rein! Komm rein!

Peter Tauber: dieses Jahr nicht dabei sein kann. muss ich wirklich sagen. Marcel, wenn du da bist, allen Kameraden,

Marcel B.: Ich werde das.

Peter Tauber: Kameraden und allen Angehörigen liebe Grüße bitte.

Marcel B.: Ich richte das aus und werde gleich noch auf den Podcast hinweisen. fühle ich mich auch persönlich mit Grüße vor dir.

Peter Tauber: wir haben einen neuen Gast im Podcast.

Marcel B.: Süß!

Timon Radicke: Ja, ja. Okay. Vielen herzlichen Dank. Sorry, dass ich jetzt so abrupt abbrechen musste, aber es war gerade so bisschen Alarm hier in der Bude.

Marcel B.: Priorität.

Peter Tauber: Nein, musst du gar nicht. Ich finde es sehr schön. Für solche Kinder marschieren die Männer und Frauen auch, damit die in Frieden schlafen können.

Timon Radicke: So ist es. So ist es. In diesem Sinne bringe ich diesen Knoten jetzt mal wieder ins Bett. Und vielen Dank Marcel, dass du da warst. Danke Peter. Ich wünsche euch einen angenehmen Restabend. Das kann man ja sagen. Wir nehmen heute auch am Dienstag vielleicht noch mal zur Konkretisierung. Dienstag spät abends. Marcel hat sich extra die Zeit genommen viertel nach zehn, noch mit uns zu sprechen. Ganz, ganz herzlichen

Marcel B.: Kiana.

Timon Radicke: Dank und alle diejenigen, die es interessiert. Hashtag mzg. Gerne auch mal bei Google gucken. Marsch zum Gedenken. Und wenn ihr in der Gegend seid oder in der Gegend wohnt, schaut es euch einfach mal an, es lohnt sich. In diesem Sinne, die Sitzung ist geschlossen. Ciao.

Marcel B.: Bis bald.

Peter Tauber: Tschüss!

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