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Der Springer Medizin Podcast· Folge 212

Das Lebensende im Pflegeheim begleiten

Dienstag, 13. Oktober 2026 · 24 min

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Shownotes

mit Christian Seifert, Hausarzt und Palliativmediziner
Medizinische Entscheidungen am Lebensende sind oft komplex, besonders im Pflegeheim. Wann ist eine Krankenhauseinweisung sinnvoll? Wie können Patientenwünsche rechtzeitig dokumentiert werden? Und welche Rolle spielen Hausärztinnen und Hausärzte in diesen Situationen? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Palliativmediziner und Hausarzt Christian Seifert.

Krankenhauseinweisung, Reanimation oder palliative Versorgung: Am Lebensende müssen bei Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern oft schwierige Entscheidungen getroffen werden. Dabei geht es nicht nur um medizinische Möglichkeiten, sondern auch um die Frage, was die Betroffenen selbst möchten. Wie lassen sich Patientenwille und medizinische Indikation in Einklang bringen? Welche Rolle spielen Patientenverfügungen, Angehörige und Vorausplanung?

Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Christian Seifert. Er erklärt aus seiner hausärztlichen und palliativmedizinischen Perspektive, wie diese teils sensiblen Gespräche geführt werden können und wo ein gelungenes "Advanced Care Planning" an der Realität im Pflegealltag scheitert.

Christian Seifert ist hausärztlich tätiger Internist und Palliativmediziner in Luthe sowie Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover.

Literaturhinweise

• Die hausärztliche Perspektive auf die Indikationsstellung und Einwilligung bei der Vorausplanung von Reanimationsversuchen in Pflegeheimen (springermedizin.de/allgemeinmedizin/die-hausae…), erschienen in Zeitschrift für Allgemeinmedizin (Open Access)

• Entscheidungen am Lebensende im Pflegeheim (springermedizin.de/hausaerztliche-versorgung-i…), erschienen in Zeitschrift für Allgemeinmedizin (Zugriff mit Abo)

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Hallo und herzlich willkommen bei den ZFA Talks. Mein Name ist Claudia Bayer, und ich freue mich sehr, dass Sie heute wieder zuhören! Eine zentrale Aufgabe von Hausärztinnen und Hausärzten ist die Betreuung von Menschen im Pflegeheim – und dazu gehört auch sie in ihrer letzten Lebensphase zu bekleiden.

Die medizinische Versorgung sind dabei immer individuell hängen von den jeweiligen Erkrankungen ab. Gleichzeitig stellen sich in dieser Lebensphase immer wieder grundlegende Fragen, die idealerweise frühzeitig geklärt werden sollten. Welche medizinischen Maßnahmen sind gewünscht und welche nicht? Und wie lässt sich der Wille eines Menschen so dokumentieren, dass er in einer akuten Situation auch berücksichtigt werden kann?

Denn gerade bei Schwerkranken und Hochbetagten müssen medizinische Indikationen- und Patientenwille gleichermaßen berücksichtig. Und wie das gelingen kann, welche Rolle Hausärztinnen und Hausärzte dabei spielen. Und wie sich unnötige Belastungen am Lebensende vermeiden lassen. Darüber möchten wir heute sprechen.

Als Experten begrüße ich Christian Seifert. Er ist Internist- und Palliativmediziner und Hausarzt in Lute. Außerdem ist er Mitarbeiter im Institut für Allgemeinmedizin & Palliativmedizin an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Hallo Herr Seiferdt schön dass Sie heute da sind! Ich freue mich, dass ich zu diesem spannenden Thema bei Ihnen sein darf.

Wenn sich der Gesundheitszustand eines Menschen im Pflegeheim verschlechtert, dann wird ganz oft der Rettungsdienst gerufen. Krankenhauseinweisungen sind bei älter und hochbetagten Pflegeheimbewohnern sehr häufig aber auch schnell wieder vorbei. Woran liegt das denn? Das hat sicherlich viele Aspekte, die da rein spielen.

Zum einen liegt es natürlich an dem Personal vor Ort was eben auch häufig die Entscheidung... auch ohne den Hausarzt trifft, dass ein Patient ins Krankenhaus muss. Es ist viel der Zeit geschuldet und häufig werden Patienten durch den ärzlichen Notdienst eingewiesen weil in den sogenannten Unzeiten Patienten sich akut verschlechtern.

Der andere Aspekt ist eben das Viehfach keine Vorsorge ausreichend geplant worden für solche Situationen. Warum? Kann denn eine Krankenhauseinweisung in so einem hohen Alter eben auch ein Risiko sein, statt vielleicht einer Hilfe der Situation? Ja wir wissen das ja zum Beispiel von Demenzerkrankungen.

Dass es dann bei Wechsel des Ortes zu vermehrten Verwirterzuständen kommt und in der ungeplanten Umgebung ist werden vermehrt sedierende Medikamente eingesetzt. Und das andere Thema ist natürlich dass es eben nur so komialen Infektionen, also Krankenhausinfektionen kommen kann. Was sind denn aus Ihrer Sicht, können Sie ein paar Beispiele nennen?

Was sind dann Situationen die eine Einweisung rechtfertigen und Situationen, die sie erlebt haben, wo man vielleicht hätte darauf verzichten können? Die rechtfertigende Einweisungen ist ja schwierig. Also es geht ja um die Indikation. Wir brauchen immer für die Einweisungs- ins Krankenhaus eine Indikacion und eben einen Patienten willen.

Einen Wunsch und Willen des Patienten dafür Und ich glaube, dass das Spektrum da teilweise natürlich auch sehr auseinander geht. Ich denke, dass vielfach der Wunsch vom Patienten eher mal nach Krankenhaus da ist oder auch manchmal der Wunsch vom Hausarzt auch da ist, dass ein Patient eher mal ins Krankenhaus geht... als dass die Indikation das hergibt.

Was natürlich immer eine strenge Indikations ist, wenn jemand ne Fraktur hat und akuter starke Schmerzen auftreten. Das ist im hausärztlichen in der Betreuung in den Pflegeheimen, im haushärzlichen Setting schwierig zu händeln, wenn man dann jemandem da im Pflegeheim liegen hat. Da springt dann häusig auch eben den Rahmen also Frakturen Akute Herzinfarkte, Lungenödem, wenn eben kein vorausschauende Planung gemacht wurde und mit dem Patienten nicht gesprochen wurde.

Inwieweit er wünscht das noch ein Krankenhausaufenthalt stattfinden soll? Also im Prinzip akute Situationen die so im ambulanten Bereich nicht beherrschbar landet. Jetzt haben Sie vorhin schon angesprochen, dass viele Betroffene eben auch unter Demenz leiden. Warum ist das denn so eine besondere Konstellation?

Was muss man denn da beachten? Ja vielfach muss natürlich beachtet werden, dass ja erstmal diese Patienten häufig gar nicht ganz genau ihren eigentlichen erst mal primär die Symptome äußern können. Das ist schon mal schwierig, also rauszuhören eigentlich wo drückt ihr der Schuhe. Also wenn ein Patient schreit zum Beispiel in einem Pflegeheim heißt es ja nicht gleich dass er Schmerzen hat sondern da muss man eben auch erstmal gucken was könnte die Ursache dafür sein?

oder gehört das auch zur Grunderkrankung mit dazu? Dann ist es natürlich immer gut wenn man auch da im Vorfeld schon mal geplant hat wie soll es denn weitergehen mit diesen Patienten? und Ja, worauf muss man noch achten? Man sollte möglichst schauen dass diese Patienten in ihrem gewohnten Bereich auch bleiben können weil es eben dann Schwierigkeiten geben könnte.

und ja primär ist natürlich wichtig das diese Patienten gut geschützt werden vor Stürzen. Auch damit der Medikation häufig geguckt wird gibt es da Medikamente die das... Da gibt es ja viele Listen die Priskosliste zum Beispiel die eben im Vorfeld wo man schon mal schauen kann gibt es ein höheres Risiko für diese Person.

In Ihrer Arbeit als Hausarzt reden Sie dann auch mit den Pflegeheimen quasi in Austausch. Wie wird das? dokumentiert diese Konstellation oder worauf man dann im Zweifel achten muss. Ja, das ist ja ich sage mal im alltäglichen Kontext dass wissen viele der Kolleginnen und Kollegen es ist ja schwierig gerade die Dokumentation leidet häufig.

also wir versuchen es größtenteils eben auch in den Pflegedokumentationen zu dokumentieren weil die pflegeheime das auch natürlich gerne möchten und wir in unserer praxis software wirds auch mit dokumentiert wenn da Wünsche da sind, muss eben auch ein Bogen vorlegen für die akuten Situationen. Wie wird damit umgegangen?

Wollte dieser Patient noch ins Krankenhaus und werden ja ... Da gibt es ja verschiedene Formulare, die man da nutzen kann. Notfallbögen, Palmarbogen das sind während so Stichworte wo man vorausschauend was planen kann. Der Begriff der hier immer wieder fällt ist das sogenannte Advanced Care Planning also im Vorfeld schon festzulegen Patientenwünsche, was sind Maßnahmen die getroffen werden sollen.

Haben Sie das Gefühl dass wird schon gut genutzt oder gibt es da noch Bedarf? Ja leider ist das ja. wir sind hier in Norddeutschland und hier gibt es leider keine gezielten Projekte für Advanced Care Planning. ich weiß das es in Süddeutschen mehrere Projektes dafür gibt und ich sage mal das strukturierte Advanced Care planning ist ein im Prinzip ein Programm was eben viel manpower braucht Also wo sie Fachkräfte haben, die eben speziell dafür ausgebildet sind im Vorfeld mit den Patienten mitzugehen und zu bestimmten Zeitpunkten auch nochmal die aktuelle Situation mit aufnehmen in die Planung.

Das so was gibt es hier bei uns leider nicht und wir versuchen das für die Patienten, die in die Pflegeeinrichtungen kommen soweit es uns eben möglich ist, da schon mal Notfallplanung vorzubereiten. Aber das gelingt auch aus vielen Aspekten, die dazugehören nicht immer. Also dem Zeitmangel natürlich zum einen geschuldet und zum anderen ist ... Die Patienten können sich teilweise nicht klar dann in vielen Situationen äußern.

Und da fehlt auch uns wieder die Zeit, um ausreichend das erklären zu können.". Sie sind ja vor allen Dingen beschäftigt mit der Behandlung der Grunderkrankungen, nehme ich mal an? Und das bräuchte dann eben mehr Zeit, um auf solche Schritte in der Zukunft quasi auch noch einzugehen. Da können wir vielleicht gleich nochmal drüber reden.

Es wurde eine Studie gemacht einer städtischen Pflegeeinrichtung. die hat untersucht wie häufig Hospitalisierungen am Lebensende in diesem Heim sind welche Einweisungsanlässe vorlagen und welche Dokumente verfügbar waren zu dem Zeitpunkt. Die Studie ist an der Zeitschrift für allgemeinen Medizin erschien.

daher pack ich den Link auch in die Show-Notes. Und das Fazit der Autorinnen und Autoren war, ungeplante Krankenhauseinweisungen sind häufig. Vorsorge Dokumente selten wirksam und strukturierte Prozesse der Vorausschauenden Versorgungsplanung also dieses Advanced Care Planning fehlen größtenteils zum Zeitpunkt der Erhebung.

Welche Maßnahmen können denn getroffen werden im Vorfeld um dem ein bisschen entgegenzuwirken? Was kann man tun? Wir versuchen natürlich, also ich sage mal die primäre Plan wäre eine Patientenverfügung wenigstens schon einmal aufzusetzen mit den Patienten zusammen. Wobei ich habe die Studie auch gelesen da wurde ja teilweise gegen die Patienten verfügungen auch entschieden was da beschrieben worden ist und dass man eben solche Bögen vorbereitet für Patienten Palma-Bögen, wo man eben sagt was sollen wir denn machen in der oder Notfallbögen.

Da gibt es ja verschiedene Formulare die man sich aussuchen kann was so passt für einen und mit Patienten und Angehörigen und auch natürlich das Pflegepersonal mit einbeziehen. wie weit soll hier die Therapie noch stattfinden? Oder soll überhaupt eine stationäre Therapie stattfinden? oder versuchen wir das auch ambulant im Pflegeheim zu lösen?

Und ist es sicherlich wichtig dass man die pflegenden mit ins Boot holt Und nicht nur mit Angehörigen und mit den Patienten das bespricht, sondern die Pflegenden, die ja primär jeden Tag auch Kontakt haben. Gerade Wochenende und zu Unzeiten eben auch dann vor Ort sind und die brauchen ein starkes Instrument zu sagen.

hier haben wir was vorliegen dass wir diesen Patienten oder diese Patientin nicht ins Krankenhaus schicken oder über den ärztlichen Notdienst dann stationär einweisen lassen. Wie stellt man denn sicher, dass quasi das was in den Dokumenten steht auch umgesetzt wird? Das scheint ja auf der Knackpunkt zu sein.

Dass das eben dann an der akuten Situation noch erst mal nicht berücksichtigt wird. Da glaube ich auch ist es ein... Kommunikationsprobleme, also man muss das ausreichend den Pflegekräften vor Ort auch kommunizieren und dass in diesen Situationen eben auch der Bogen gilt. Es herrscht dann vielfach Unsicherheit oder es kommt eine neue Pflegekraft oder eine Zeitarbeitsfirma dann zu tragen die eben nicht mit dem Prozedere auch an in diesen Städten so bewandert sind.

Und da ist es wichtig aber, dass im Vorfeld mit der Pflege, die sowieso jeden Tag geklärt wird Hier soll keine Krankenhaus-Einwasungsstadt finden. Es liegt ein Bogen vor, der bleibt auch in der Akte und mehr können wir da nicht tun. also was natürlich wünschenswert wäre wer wenn man auch den Rettungsdienst und den ärztlichen Notdienst damit einbinden könnte?

aber das halte ich für utopisch dass das gelingen könnte die sind ja auch nicht fest zugeortet man weiß ja dann auch gar nicht wer denn wer man da begegnet. werden sie mit Patienten oder Patientinnen darüber sprechen oder auch mit deren Angehörigen? wahrscheinlich im Idealfall? Was würden Sie denn sagen?

Was ist so ein Zeitpunkt idealerweise, wo man das Thema zum ersten Mal ansprechen soll. Ist ja gar nicht so einfach das zu entscheiden oder? Das ist richtig! Ich glaube es gibt keinen genauen Zeitpunkt sondern es ist der Verlauf sage ich mal dem. wir als Hausärzte gehen ja longitudinal mit den Patienten mit und es ergeben sich dann Momente wo man sieht dass eben die Menschen vermehrt immobil werden und wo dann die Fragestellung auch aufkommt.

Auch für die, die nicht in dein Pflegeheim gehen sondern auch die zu Hause bleiben wie stellen sie sich denn das vor? Wie soll es denn weitergehen? Und wir haben jetzt sage ich mal vielleicht zwei drei chronische Erkrankungen, wo vielleicht ein palliativer Charakter mit zum Tragen kommt und dann ist also spätestens eigentlich geboten dass man dieses Thema in die Hand nimmt.

Es ist natürlich im normalen Kontext immer schwierig, weil wir auf die Therapien überwiegend ausgerichtet sind und da erst mal unser Schwerpunkt drauf liegt dass man erstmal die Patienten therapeutisch versorgt. aber man sollte dieses Thema eben nicht aus den Augen verlieren. Jetzt haben Sie schon die Palliativmedizin angesprochen eigentlich einen Schritt davor schon greifen soll, um eben diese Situation zu verbessern.

Wann sollte denn aus ihrer Sicht Pajativmedizin mitgedacht werden und zwar auch unabhängig von meiner onkologischen Diagnose? Also mein Eindruck ist es wird eher später dran gedacht und eher dann im onkologistischen Kontext. aber es gibt ja auch andere Konstellationen wo das von Vorteil sein kann. oder Wir wissen ja, dass z.B.

schwere Herz-Unterfizienzerkrankungen oder auch COPD schnell in ein palliatives Setting rutschen könnten. und palliativ ist erst mal im Prinzip der Begriffeerkrankung wo es eben nicht mehr zur Heilung kommt sondern wo wir sagen können wir versuchen den Patienten symptomatisch zu behandeln die Symptome und Lebensqualität zu verbessern als Ziel und nicht die Krankheit als Ziel zu formulieren.

Ja, das kann teilweise bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen, Herz- und Sofizienz oder auch bei einer Fortgeschritte COPD. Kann das eigentlich relativ früh schon einsetzen? Dass eben Patienten auch im paliativen Sinne behandelt werden mit Symptomkontrolle zum Beispiel mit Opioiden oder ähnlichem. Also muss man dann schauen wann der Zeitpunkt gekommen ist wie weit die Erkrankung... dann schon fortgeschritten ist.

Das muss nicht erst im Endstadion sein, das kann auch relativ früh schon mitbesprochen werden Und man kann den Patienten da ja schon mal mit ins Boot holen. Oder das machen wir auch häufig, dass die Patienten dann schonmal sagen sie wissen schon, dass es nicht mehr eine heilbare Erkrankung ist und ich kann ihnen anbieten, dass wir eben auch nicht mehr die Krankheit in den Vordergrund rücken lassen sondern ihre Lebensqualität.

Das heißt ja nicht, dass man nicht trotz alledem die COPD weiter behandelt so wie wir das klassischerweise kennen oder wie herzensoficent, sondern dass man eben parallel guckt wo können wir denn da noch was verbessern? und das kann schon in einem mittleren Stadion einer Erkrankung ebenso weit sein. Welche Maßnahmen wären das denn zum Beispiel?

Weil ich glaube, wir könnten eine ganze Folge über palliative Maßnahmen machen. aber was sind so die wichtigsten an die man vielleicht denken sollte in so der Situation? Das, was sie hier natürlich angesprochen haben. Dass man eben eine gute vorausschauende Planung macht das ist glaube ich schon mal ganz entscheidend und dann guckt man eben dass es ein sehr breites und vielfältiges Thema und sicherlich auch abhängig von der Erkrankung die aufgetreten ist dann dass man eben schaut zum Beispiel behandle ich eine Atemnot.

Wichtig ist eben, dass die Patienten vor Ort schon mal was haben. Dass sie wissen wie man damit umzugehen hat. also wenn ich jetzt sage okay zu OPD Herz und Sofizienz. Ich erwarte Atemnot das von mir aus schon Morphintroffen dann vor Ort stehen und der Patient weiß wie die angewendet sind. und ich kläre den Patienten auch schon einmal über Wirkung und Nebenwirkung auf.

zu dem Thema. Das sind ganz wichtige Aspekte. So würde das für die anderen Symptome, die eben zu erwarten sind auch. Das wäre jetzt ein abendfüllendes Thema also müsste man weit ausholen. Ein relativ zentrales zeinteiler Punkt ist die Ernährung, die künstliche Ernährungen denn viele hören ja auch auf zu essen im Verlauf so einer Erkrankung.

wie gehen sie mit diesen Fragen um? Ich glaube auch vonseiten der Angehörigen werden kommen da schnell Fragen oder die Sorge, dass eben der Verwandte die Mutter nicht mehr ausreichend versorgt wird in dem Moment. Ja, das ist immer ein etwas heikles Thema. Denn bei uns hält Leib und Seele wird zusammengehalten.

vom Essen, sagt man ja mal so schön ... Ich versuche immer den Patienten dann zu und auch den Angehörigen zu erklären, dass sie das essen sollen, worauf sie Appetit haben. Und es ist ja so, dass der Körper eben im fortgeschrittenen Stadium einer solchen Erkrankung häufig gar nicht so viele Kalorien mehr verarbeiten und vertragen kann.

Das gleiche Ähnliches Thema ist die Flüssigkeit. Da gibt es ja auch inzwischen gute Studien dazu, was das nicht zur Verbesserung unbedingt beiträgt sondern dass man eben sagt essen Sie das, was sie schaffen und ich bin auch eher ein Verfechter davon dann zu sagen essen Sie ruhig wenn Sie mögen ruhig mal ein Stückchen Torte und auch wenn's nur ein kleines Stückchen ist oder einen schönen fettreichen Joghurt oder ähnliches das Patienten sich so versuchen zu ernähren worauf sie Appetit haben.

Und nicht, dass es eben unbedingt wichtig ist, dass man jetzt unbedingt mit aller Gewalt der Kalorien zuführen muss und das wird in der Diskussion mit den Angehörigen und dem Patienten erkläre ich denen auch, dass das nicht häufig zur Verbesserung des Krankheitsbildes führt sondern dass es manchmal auch belastend sein kann wenn man eben Zusatznahrungen dazu führt.

Welche Rolle spielen denn die Angehörigen generell ihre Erfahrungen nach in dieser ganzen Beratungssituation? Ist es wichtig, dass sie dabei sind. Was haben Sie da so für Erfahrungen gemacht? Ja, Beratungen – ich sag mal – in palliativen Situationen ist ja ein Prozess. Also das ist oft so, dass wir natürlich das initiale Gespräch Das ist unterschiedlich.

Also das fühlen wir häufig für ich, dass alleine mit den Patienten und dann ist es aber so. Ich möchte aber, dass nochmal meine Tochter kommt und auch noch mal mit mir über dieses Thema spricht, was man so machen kann. Und wie gesagt, das ist ein Prozess. Wir evaluieren immer sozusagen die Situation Wie es gerade ist.

also Es kann sich ja auch schnell mal verschlechtern in diesen Situationen und es ist Dann gut wenn auch die Angehörigen mit im Boot sitzen Und das Verständnis ist oft sehr gut dabei. Wenn man ausführlich mit den Menschen spricht, ist auch ein Verständnis für die Situation da und sie wissen ja dass die Symptomkontrolle auch ein sehr wichtiger Aspekt ist und eben nicht mehr die Heilung das Ziel sein muss.

Also ich habe das als gut erfahren und es ist wie gesagt so ein Prozess. Es finden halt Gespräche mit- und ohne Angehörige statt und ich hab das beides als sehr gut erlebt bislang. Dann gibt es eben noch eine ganz, ich sag mal akute medizinische Situation und das ist nämlich immer dann wenn Patientinnen oder Patienten reanimationspflichtig werden.

Egal jetzt ob wir zum palliativen Setting oder vielleicht nicht aber trotzdem im Pflegeheim, da braucht es eine schnelle Entscheidung. Und auch dazu gibt's eine Studie aus Thüringen Da wurden Hausärzte und Hausärzte befragt Zum einen in die Vorausplanung solcher Maßnahmen mit eingebunden werden. Und ich fand auch ganz spannend, sie wurden gefragt wie Sie denn entscheiden würden?

In so einer Situation also dem Abwägen zwischen dem Patienten Willen und der Indikation für eine Reanimation. Ich fand einen Zitat ganz spannend. Da hat jemand gesagt, aber zu der Maßnahme gehören auch immer zwei Sachen die Indikation und der Patienten wille. Und wenn eines von beiden nicht da ist dann macht man das nicht.

Und so ist es auch bei der Reanimation. Wie ist denn Ihre Einschätzung? Wie sehen Sie denn das Thema? Zum Einen kommt es natürlich zum Glück relativ selten zur Reanimationsentpflege heim. Das muss also zumindest bei uns im Einzugsbereich. Zum anderen muss man sagen Ich hatte die Studie auch gelesen und ein Kollege war dabei, hat gesagt in Dubio Covitam.

Also im Zweifel immer für das Leben also der würde immer erst mal reanimieren Das sind ja immer Entscheidungen wo sie mit der Pistole auf der Brust arbeiten müssen. Also letztendlich muss schnell zu einer Entscheidung kommen Und deswegen ist es auch da wichtig dass wir im Vorfeld viel besprechen mit den Patienten.

finde es gibt häufig und da muss ich dem anderen Kollegen natürlich auch recht geben, häufig gar keine Indikation für eine Reanimation. Also das heißt also wenn Patienten multimorbide sind und Herzinsuffizienz und viele andere schwere Erkrankungen haben Wir alle ehrlich zu uns sind und sagen, okay wir prüfen jetzt mal im Kopf die Indikation.

Da muss man sagen, die besteht in diesem Falle nicht weil das häufig Erkrankungen sind ja auch In dem Sinne palliativ sind. also Grundsätzlich ist es deswegen so wichtig dass wir eben auch da auch ein sicheres Instrument für die Pflegenden wieder haben, dass sie eben nicht in diese Not kommen und sagen wir müssen hier anfangen zu drücken.

Und den Rettungsdienst rufen sondern die dann auch sagen können okay das ist alles im Vorfeld besprochen. Wenn ich hier mit meinen Patientinnen über das Thema spreche, höre ich bei den Hochbetagten zu ninety-neinzig Prozent. Ich möchte aber nicht dass sich noch reanimiert werden möchte und ich möchte auch nicht an irgendwelche Geräte angeschlossen werden.

also das hören sie hier zum größten Anteil. Das wäre ja der Wille des Patienten, den man in diesem Fall ja auch schnell noch eruieren müsste. Wie soll man das machen? Also es geht nur im Vorfeld dass das schon eben festgelegt wird und letzten Endes auch da liegt es wieder am Advanced Care Planning also im Vor Feld.

am besten was vorbereiten? haben Sie denn Tipps für so ein Gespräch? wie geht man das an wenn man vielleicht auch nicht so oft gemacht hat eben diese ganzen Fragen adressieren dann eben auch zu einer Entscheidung zu kommen. Ja, also... Häufig spreche ich dann das Thema Patientenverfügung an und ich finde über diesen Knoten kommt man relativ schnell auf diese Themen, die rund um.

wie soll es denn überhaupt weitergehen? Kommt man auch auf das Thema Wiederbelebung. Das kann man ausführlich mit den Patienten besprechen. was kann das bedeuten wenn ich wiederbelebt werde? Wie ist der Ausgang nach einer Wiederbelegung? also Neurologische Schäden oder nicht? Kann man alles mit dem Patienten in Ruhe besprechen.

In den meisten vorgefertigten Patientenverfügungen sind ja auch schon Fälle beschrieben, wo man nicht mehr entscheiden kann. Und da gibt es ja auch immer Ernährung und diese ganzen Themen. Ich finde das immer ein ganz guter Aufpreiser wenn man dann das Thema erst mal Patientenverfigung anregt und in so einem Gespräch diese Themen alle bespricht.

Zum Abschluss wäre meine Frage, wenn Sie jetzt drei Dinge zusammenfensten? fassen müssten, die man gut umsetzen kann, um eben diese Situation bei pflegeheimen Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. Und sie eben auch vor unnötigen Behandlungen zu bewahren? Was würde das sein? Voraus Planung und möglichst schriftlich irgendwo fest setzen.

Das wäre wichtig. Kommunikation mit den behandelnden Pflegenden ist wichtig. Und das Gespräch im Vorfeld mit den Angehörigen und den Patientinnen und Patienten suchen Das wären für mich die drei wichtigsten Aktsaspekte. Das war doch eine sehr schöne Zusammenfassung, vielen Dank Herr Seifert dass Sie sich heute Zeit genommen haben und mein Gast hier im Podcast waren.

Sehr gerne! Ich habe wie immer weiterführende Literatur und auch die Studien die wir angesprochen haben in den Shownotes verlinkt. Die beiden angesprochene Studien sind in der Zeitschrift Für Allgemeinmedizin erschienen. als Degermitglied haben sie Zugriff auf alle Inhalte dieser Zeitschaft Und damit sage ich vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

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