
Der Springer Medizin Podcast· Folge 211
Wenn ständiger Harndrang den Alltag bestimmt: die überaktive Blase im Fokus (gesponsert von APOGEPHA Arzneimittel GmbH)
Dienstag, 6. Oktober 2026 · 27 min
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Shownotes
mit Dr. Irmgard Landgraf, Berlin, Dr. Claudia Mörgeli, Berlin, und Dr. Sebastian Nestler, Bad Vilbel
Die überaktive Blase (OAB) ist ein häufiges urologisches und urogynäkologisches Beschwerdebild, das die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken kann. Im Podcast diskutieren Experten aus Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Urologie, wie die Diagnostik gelingt, welche Therapieoptionen heute verfügbar sind und warum eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend für den Behandlungserfolg ist.
Die OAB ist ein Thema, das für die hausärztliche Versorgung, die Gynäkologie und die Urologie gleichermaßen relevant ist. Zu Gast im Podcast sind daher Experten aus allen drei Fachrichtungen. In dieser Folge diskutieren Dr. Irmgard Landgraf, Allgemeinmedizinerin in eigener hausärztlicher Praxis in Berlin, Dr. Claudia Mörgeli vom Deutschen Beckenboden Zentrum, Klinik für Urogynäkologie am Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin, und Dr. Sebastian Nestler, niedergelassener Urologe in der Praxis UROGATE in Bad Vilbel, aus unterschiedlichen Versorgungsperspektiven.
Im Mittelpunkt stehen die hausärztliche Erstdiagnostik, die Indikationen für eine fachärztliche Abklärung, aktuelle Therapieoptionen sowie die Frage, wie eine fachrichtungsübergreifende Betreuung von Menschen mit OAB optimal gestaltet werden kann.
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„Wenn ständiger Harndrang den Alltag bestimmt: die überaktive Blase im Fokus“
Podcast
Moderation: Philipp Grätzel von Grätz, Berlin
Mit freundlicher Unterstützung von APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
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Sie hören einen Springer-Medizin-Podcast mit Partnern. Uns fallen die Probleme oft erst nach Jahren auf durch irgendeinen Zufall, dass wir auf das Thema zu sprechen kommen und ich glaube, dass hier nur die Spitze vom Eisberg sehen bei uns in der Praxis. Herzlich willkommen beim Springer Medizin Podcast mit Partnernen heute zum Thema Harn in Kontinenz!
Und hier insbesondere zur überaktiven Blase Englisch Overactive Bladder oder kurz OAB Das Ganze mit freundlicher Unterstützung von Apogefa. Mit der überaktiven Blase widmen wir uns ein Thema, das für die hausärztlichen Versorgung, für die Gynäkologie und für die Urologie gleichermaßen relevant ist – und entsprechend setzt sich auch unser Expertenpanel heute im Podcast zusammen!
Von Hausärztlicher Seite begrüße ich Frau Dr. Imgradte Landgraf. Sie ist hausärtliche Internistin in Berlin. Herzlich willkommen vor Landgraft! Ja herzlich Willkommen! Seid es der Gynækologie? Begrüßt ich Dr. Claudia Mörgeli, sie ist Fachärztin am Deutschen Beckenbodenzentrum der Klinik für Urogynekologie am Aleksjana-Sanktäglich Krankenhaus und das ist auch in Berlin.
Hallo Frau Mörgi! Hallo? Und auf Seiten der Urologie haben wir den einzigen Nichtberliner in der Runde. Das ist Dr. Sebastian Nestler. Er ist niedergelassener Urologin Bad Vilbel bei Frankfurt. Schön dass ihr nach Berlin gekommen seid. Vielen Dank dass ich da sein lasse. An Inkontinenz ist ja ein weites Feld.
Frau Mörgeli, ich fange mal mit Ihnen an. Welchen Anteil ungefähr macht denn die OAB an dem Gesamtspektrum der H-Aninkontinenz aus? Kann man das sagen? Es sind von der Bevölkerung Europa von den Erwachsenen ungefähr zehn bis zwanzig Prozent der Erwachsenden betroffen. Meist Frauen und zunehmendem Alter sind mehr Frauen betroffen – das ist ungefähr der Spektrum!
Und leider nur sechzehn Prozent davon überhaupt in Behandlung befindend. Das sind die Gesamthahn- und Kontinenzpatienten? Oder sind das OAB-Patienten? OAB Patienten. Ihnen, Sie sind hausärztliche Internistinnen. Die OAB PatientInnen kommen häufig zuerst in Ihre Praxen... In Ihrer hausärtlichen Praxis.
Wie viele OAB PatientInnen-Patiente sehen sie dann so ungefähr? wie häufig ist es dass sie solche Patienten behandeln? Und wie ist das der Heldnis zwischen Männern und Frauen? Also ich gehe davon aus, dass wir ganz viele nicht sehen weil sie es gar nicht thematisieren. Uns fallen die Probleme oft erst nach Jahren auf durch irgendeinen Zufall, das wir auf das Thema zu sprechen kommen und ich glaube, dass hier nur die Spitze vom Eisberg sind bei uns in der Praxis.
Nun sind wir bei uns im Hausarztpraxis viel mit älteren Menschen betroffen. Ältere Menschen haben häufiger entsprechende Probleme und Ich würde mal schätzen, Darunter leiden zehn Prozent. und bei den Männern, die gehen ja dann meistens damit eher zum Orologen. Und sprechen das bei uns gar nicht an? Die denken, dass es die Prost hat da und dann gehen sie zum Orologen damit.
Nessle! Wie geht's dem Orologengedit mit? Sie wurden quasi indirekt angesprochen. was sind denn die Kernherausforderungen beim Management von OMB-Patientinnen und Patienten? Ich glaube keine Herausforderung sind tatsächlich um die Patientin zu erkennen weil die Symptome wie Frau Landkraft völlig richtig gesagt hat sich natürlich auch mit anderen Erkrankungen, anderen Problemen überschneiden.
und den Patienten die Patientin zu identifizieren stellt schon mal die erste Hürde da. Und ich glaube persönlich ohne dass ich es belegen kann das die um die Dunkelziffer beim Männern immens hoch ist Weil sie, wie Frau Nartkraf ebenfalls ganz richtig gesagt hat, ganz oft das Prostataproblem missverstanden werden.
In Wirklichkeit aber genauso eine ORB haben. und die Literatur, die es gibt zeigt ja durchaus der Annäherung in der Inzidenz zwischen den Geschwächtern auch wenn Frauen ihr bereit sind sich behandeln zu lassen. Es ist sicherlich schon ein bisschen so die der Unterschiede in den Herausforderungen zwischen Männern und Frauen.
bei Männern Differenzialdiagnose Prostata, die bei Frauen keine Rolle spielt oder was sind so die Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Management bei den Herausforderungen? Also nicht bei der Diagnostiktherapie. Da kommen wir drauf aber eher so bei den Versorgungs-Herausforderungen. Ich glaube Frauen sind per se besser angebunden gönnekologisch als Männer Die oft erst sehr spät oder gar nicht zum Urologen gehen.
also die Zahl der Männer die wir nicht in der Vorsorge sehen ist ja immer noch sehr hoch. Entsprechend sehen wir sie dann auch nicht mit der Inkontinenz. Ich glaube ansonsten, dass die Bereitschaft über das Problem zu sprechen bei beiden Geschlechtern auskaufähig ist. Dass die Scham immer noch sehr hoch ist es überhaupt anzusprechen und das Interesse an der Therapie teilweise da nicht so groß ist weil sehr viele Menschen das als normal ansehen ab einem gewissen Alter und wir alle drei hören, dass Menschen über siebzig sind und Urinverlust ganz normal sei was ja nicht der Fall ist.
Sie haben Vorsorge angesprochen, die Frage geht auch an meine beiden anderen Mitstreiterinnen hier am Podium. Sollte Inkontinenzproblematik im Rahmen von Vorsorgontersuchung generell angesprochen werden? Ich fange mal bei Frau Mörgeler an. Es sollte angesprochen worden sein. Die ambulante Gönäkologin hat ja die Gelegenheit in der jährlichen Krebsvorsorge, die Patienten zu sehen und könnte dann auch nach Inkontinenzproblemen fragen Und es gezielt ansprechen, ich finde insbesondere wenn die Patientin in die Postmenopause kommt dann gehört das da auch hin und dann soll das gezielt erfragt werden.
Den Männervorsorgung Herr Nester würden Sie da auch generell nachfragen? Ich frage generell danach was ich hoffe dass meine Kollegen es auch tun. aber hat das gehört dazu hier? Wir kommen ein bisschen zur Diagnostik und zur Kooperation zwischen den unterschiedlichen Versorgungs-Ebenen im Frau Landgraf Die große Mehrheit wir hatten das gesagt der OAB Patienten kommen zunächst Hausärztliche Versorgung, wie ist denn da das Vorgehen?
Was machen Sie bei solchen Patientinnen und Patienten wenn das Thema zur Sprache kommt? als erstes. Wir gucken jetzt erstmal ob wir Ursachen für die Inkontinenz finden oder für die überaktive Blase. Das heißt wir schließen Harnbix-Infekte aus. Wir schauen uns die Medikamentenliste der Patienten an, ob es da Medikamente gibt, die dafür verantwortlich sind dass sie diese Blasenproblema haben.
Wir schauen auch, ob es Voroperationen gab. Ob es gynecologische Probleme gibt sehr häufig weil die... Diese überaktive Glase, ja eine Diagnose ist die Ausschlussdiagnose bedeutet. Möchten wir bevor wir eine Therapie beginnen natürlich die Diagnosis sichern. das heißt unsere Patientinnen und Patienten werden erst mal zum Facharzt für Gynäkologie oder Orologie geschickt um die Diagnose dann nochmal zu sichern Und auch mit den Kollegen dann abzusprechen was es denn hier jetzt wenn wir mit Lebensstiländerungen nichts erreichen?
Was ist denn hier in diesem Fall vernünftigste Medikamentüsetherapie. Und da muss man eben bedenken, es sind ja häufig alte Menschen die auch noch andere Medikamente nehmen. wir müssen gucken und die auch Vorerkrankungen anderer Erkrankungen haben. Wir müssen natürlich immer schauen dass es keine Kontraindikation gegen diese Medikamente gibt.
Das ist sicherlich ein Teil den wir zu verantworten haben das wir für die Therapiesicherheit sorgen. Das machen wir am besten zusammen mit den Fachärzten zu denen wir die Patienten überweisen. Therapie würde ich noch ein bisschen weg schieben, kommen wir gleich drauf. Noch mal kurz zu Diagnostik. Sie haben es angesprochen sie beweisen an die Fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen vielleicht nochmal ganz konkret an welcher Stelle wann würden sie die Kollegen hinzuziehen?
Sie haben zum Beispiel das Stichwort Ressern gesagt. Das ist ja was man messen muss Was meinem Eindruck nach nicht jeder Hausarzt, jeder Hausärztin machen würde. also in welcher stelle ist das für sie in ihrer Praxis so da? Also wenn ein Patient über Blasenbeschwerden klappt und auch selber den Eindruck hat, die Blase ist nie leer.
Dann machen wir den Ultraschall der Blase vor- und nach der Blasentleerung dann sehen wir ja ob Restan da ist. Und das wäre zum Beispiel Grund sie erst mal zum Facharzt zu schicken. bei einer Frau umzugucken gibt es eine Blasennotensenkung beim Mann zu gucken hat er ne Prostatorhypertrophie? Das kann ich als Hausärztin überhaupt nicht entscheiden Und zu jeder Therapie gehört ja die richtige Diagnose.
Deswegen brauche ich, bevor man dann weiter macht mit der diagnostischen Überlegung, die tatsächlich fachärztliche Diagnostik ist Löffel Mörgeli, wann wollen Sie die Patientinnen und Patienten sehen? Beziehungsweise wie ist das so? in der Versorgung kommen, die manchmal auch einfach zu spät werden, die zu späte überwiesen sind.
was ist so? der Punkt wo sie sagen würden okay den will ich spätestens nach dem Modell in meiner Praxis sehen. Es gibt sogenannte Red Flex, die sollte man auf dem Schirm haben. Wenn eine Patientin Hematurie hat, Restharen vor Operationen – das hatten sie schon genannt – Neurologische Grunderkrankungen oder auch Schmerzen.
Normalerweise ist die OAB nicht mit Schmerzten assoziiert. Da sollte man hellhörig werden und frühzeitig zum Verrat zu überweisen. Ansonsten wäre es für uns, weil ich jetzt speziell in der operativen Klinik tätig bin Von Vorteil, wenn die Patienten auswärts schon einen Therapiefersuch zugetragen bekommen haben und Medikamente auch schon probieren konnten.
Und dann ein Therapieversagen vorliegt und auch dann würden wir eilspringen und vielleicht erweiterte medikamentuelle Therapien oder dann invasive Therapien fortführen in der Klinik? Das sehe ich genauso. Vielleicht dann noch dazu sagen ... In dem Moment nehmt der Allgemeinmediziner, die Allgemeine Medizinerin sich nicht sicher ist, sich nicht mehr wohl fühlt mit den Therapiefasuchen.
Dann steht meine Tür offen! Ich bin jetzt eine normale ... örologische Praxis, kein operatives Zentrum. Deswegen geht das bei mir vielleicht etwas schneller aber ich bin absolut der Meinung dass Hausärzte das handeln können wenn sie sich zutrauen. jetzt ist ja der der Wissensstand glaube ich zum Thema überaktive Blase bei den hausärztlichen Internistinnen und allgemeinen MedizinerInnen sehr unterschiedlich und so lange es sich wohl schön warum nicht?
Vielleicht an dieser Stelle noch mal welche Art von Diagnostik können Sie fahrärztlich machen, die in der hausärztlichen Praxis definitiv nicht zur Verfügung steht. Was sind da so die Sachen? Aber der Kern ist natürlich die Blasenstiegelung zum einen, zum anderen die Blasmessung, also invasive weiterführende Diagnostic oder diagnostische Möglichkeiten, die uns dann sehr viel klarer zeigen wo die Reise hingeht was für Probleme und was für Dussfunktionen in der Blase vorliegen.
das sind sicherlich Sachen über die allgemeinmedizinischen Versorgung weit hinausgehend. Diese Therapie wurde gerade schon kurz angesprochen. Vielleicht können wir zum Einstieg in das Feldtherapie, die übergehorten Prinzipien mal so ein bisschen skizzieren? Was ist das, was wir grundsätzlich erreichen wollen wenn wir eine ORB-Patientin einen ORB Patienten vor uns haben?
Worauf ist da prinzipiell zu achten bevor etwas auf die einzelnen Möglichkeiten eingeht? Ich glaube es ist wichtig mit den Patientinnen und Patienten klar zu kommunizieren was denn das gemeinsame Ziel ist also die Patientin der Patient sich von der Therapie erhofft und verlangt. Weil wir natürlich wissen, dass wir komplette Kontinenz nur in einem relativ kleinen Prozentsatz der Fälle erreichen, unabhängig davon welche Therapie wir wählen.
Und das natürlich auch subjektive Zufriedenheit vom Patientenseite sehr stark an den Patienten hängt nicht dann uns. Und jeder Patient mit anderen Dingen zufrieden sein wird. Dass das glaube ich der erste Schritt sein sollte, dass man uns gemeinsam überlegen wo wir hin möchte entsprechend überlegen, wie wir dahin kommen können.
Vielleicht kann ich auch noch mal dazu sagen, wenn es darum geht Therapieziele, warum da leiden denn unsere Patienten sehr häufig? Die leiden vor allen Dingen ganz oft darunter dass sie ständig zur Toilette müssen dort auch nur wenig Wasser lassen und dann wieder die nächste Toilete suchen müssen. Sie leiden darunter das sie nachts aufstehen müssen mehrmals in der Nacht Und zur Toalette gehen müssen und dass sich zum Schluss wenn das so in dieser Dimension weitergeht, dass sie alle anderthalb Stunden Wasser lassen müssen.
Dann trauen die sich oft überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Die Lebensqualität leidet weil Sie sich irgendwie gebunden fühlen an Orte wo man auch sehr schnell eine Toilette findet. und von daher Müssen wir einfach auch dann mit dem Patienten besprechen, was braucht er? Natürlich müssen wir als Hausärztinnen und Hausärzte noch mal andere Erkrankungen ausschließen die zum vermehrten Wasserlassen führen oder Medikamente uns anschauen.
Die zum Beispiel zum Wasserlassen animieren so dass man mit ihnen erst einmal wirklich ein Stück weit klären muss. und natürlich muss man eben auch sagen können Es geht wahrscheinlich nicht ganz weg, aber es muss dann so sein dass sie damit sich wieder ganz normal bewegen können in ihrem Alltag und ihre Lebensqualität zurückbekommen.
Das glaube ich ist auch noch mal ganz wichtig mit den Patienten zu besprechen. Wenn wir jetzt in Richtung therapeutische Möglichkeiten diskutieren gibt es bei der OAB sowas wie eine Stufentherapie oder ist das ein extrem individuelles Vorgehen wo man mit dem Begriff Stufen Therapie gar nicht vernünftig arbeiten kann?
Frau Mörgeli gesehen Sie das schon? konservative Therapien die werden erst einmal bei vielen Patienten einsetzen kann sicherlich. Dazu gehört das Verhaltenstherapie, also wie trinkt die Patientin? Häufig passiert es den Patienten dass sie sich vormittags gar nicht trauen zu trinken weil sie ja ständig dann eine Toilette suchen müssen und vielleicht nicht einkaufen.
gegen Könnern trinken Sie abends zu viel nachts sehr häufig auf die Toilete. Das heißt über Trinken muss auf jeden Fall gesprochen werden. Noxen wir rauchen und Kaffee spielen eine Rolle. das muss man den Patienten erklären. Beckenbodentraining macht trotzdem Sinn, weil man durch eine Beckenbodenkontraktion auch ein Stück weit die Kontraktion des Detrusor hemmen kann.
Wir haben die tibiales Posterestimulation, die wir verordnen können extern und die Physiotherapie noch zusätzlich so dass wir da ein großes Portfolio auch schon vor der Medikamentösentherapie den Patienten anbieten können. Welche prinzipiell medikamentösen Optionen liegt es für diese Patientinnen? die große Gruppe der Anticholinärgika und den gegenübergestellt, die Beta-III Adrenoreceptoragonisten.
Ich würde jetzt sagen, die Anticholinergika unterscheiden sich nicht so sehr in der Wirkung, wenn man sie verordnet aber teilweise im Nebenwirkungsprofil doch etwas Und es lohnt sich dann trotzdem auch zu probieren. ich weiß nicht ob die Kollegen das genauso sehen Aber dass man da nicht zwankhaft beim ersten Medikament bleibt.
Wenn man Kontraindikationen hat wie ein Klaukom oder einen Resthahn dann wohnt es sich beispielsweise auf Beta-III Adrenal Rezeptoren, primär auch schon zu gehen und zu setzen. Das gilt genauso für die hochbetagten Patienten, wo meine kognitive Funktionsstörung sonst befürchtet gerade bei einer langen Zeit Einnahme.
Über den Medikamentösentherapien geht es Ihnen, Herr Nestler. welche Eigenschaften muss denn so eine medikamentöse Therapie haben damit sie bei den Patientinnen und Patienten vernünftig angenommen wird? Aber das ist genau das Problem. Wir wissen ja aus Studien dass die Compliance also die Therapietreue der Patienten innerhalb des ersten Jahres massiv sinkt auf teilweise bis nur noch zehn Prozent nach zwölf Monaten.
Das heißt auch da ist es sicherlich an uns allen das zu managen und dafür zu sorgen dass die Patienten verstehen welche Dinge als Nebenwirkung kommen können Und wir uns dann natürlich auch entsprechend überlegen welches Medikament vielleicht den meisten Sinn macht, wie die Frau Mörgeli eben ganz richtig angesprochen hat.
Also es ist halt gewisse Kontraindikation oder relative Kontra-Indikationen gibt auf die wir dann einfach achten müssen. Schön so Dinge wie Einnahmefrequenz oder ähnliches auch eine Rolle? Sicherlich ja! Wir wissen dass eine Tablette am Tag meistens länger funktioniert als zwei Tabletten am Tag und wir wissen das Tablette die dem Magende Amtrag stärker belasten auch schlechter funktionieren, weil das sehr abrupte Nebenwirkungen sind oder unerwünschte Wirkungen sind.
Die auftreten als spielt sicherlich noch länger. Das Therapiespektrum nochmal ganz aufspannen wollen und zumindest kursorisch kurz Optionen nennen die über die Medikamentösebasistherapie oder die Medikanpeteriotherapie hinausgehen. Ich fange mal in der Gynäkologie an. Welche Spezial? Therapien haben sie noch im Köcher bei Patientinnen, bei denen die Medikamenteuse-Therapie entweder nicht funktioniert oder nicht aus welchen Gründen noch immer eingesetzt werden kann.
Ich meine, die orale Medikameteuse-Terapie. Es gibt die intravisikale Botox Injektion ist schon lange erprobt und wenn man die Patienten gut selektiert dann mit einem sehr hohen Erfolg gekrönt. Und dann gibt es noch dieser kralen Neuromodulation den sogenannten Blasenschrittmacher der in Ausnahmefällen aber auch angewendet werden kann.
genau da geht immer eine Testphase voraus wird auch von den Krankenkassen übernommen. Aber das ist sicherlich nicht der Großteil der Patienten, die dieser Therapie zugeführt wird. Diese Therapien stehen für Männer wie Frauen gleichmäßig zur Verfügung. oder gibt es da Unterschiede? Sie stehen gleichmäßig zu Verfügung und sind auch gleichmäßig zugelassen.
Sie werden sicher bei Frauen häufiger gewählt gerade die Injektion mit Unaputulinumtoxin weil das bei Frauen durch die kürzere Hahnröhre die günstigere Anatomie was die Entlehrung in der Blase nach der Teillähmung anbetrifft. einfacher zu sein scheint. Es gibt Daten nicht darauf hinweise, was das weibliche Geschlecht auch ein positiver, prädiktiver Faktor für einen besseren Effekt zu sein, scheint.
aber prinzipiell kann man das beiden Geschlechtern anbieten ja.". Was können Sie denn den Patientinnen und Patienten realistisch sagen am Anfang? Was die erwarten können von der Therapie im Stichwort Therapie Erwartungsmanagement? Kann man denen sagen okay jetzt haben sie mir erzählt, dass sie in Kontinenz Probleme haben.
Jetzt können wir sie heilen. oder wie kommuniziert man mit denen damit die Therapien, die Sie im Köche haben dann auch ankommen? Die Patienten sollten aufgeklärt werden was überhaupt erreichbar ist und was dafür getan werden kann. und dazu muss man ihnen schon sagen das es eine chronische Erkrankung.
Es ist etwas, was wir bessern können. Wie weit wird das bessern? Da muss man schauen, welche Therapie bei welchem Patienten gut anschlägt und auf jeden Fall werden wir sie als Hausärzte dann auch gut begleiten in der ersten Zeit damit die nicht verunsichert sind und vielleicht Medikamente einfach schnell wieder absetzen weil Sie denken es bringt ja nichts ich habe zu viele Nebenwirkungen und dann haben sie gar nicht erst den Therapier Erfolg erleben können, der ja notwendig wäre.
Und es muss auch klar sein Die Probleme gehen nicht ganz weg, aber sie werden sich deutlich bessern. Und wenn ich statt zehnmal am Tag zur Toilette gehen zu müssen nur noch fünf Mal gehen muss dann ist das ja schon ein Gewinn und mit einer vernünftigen Lebensqualität vereinbar. Mörgeli ihre Erfahrungen.
was sind so die Chancen dass Sie mit den üblichen zur Verfügung stehenden Therapien einen Punkt kommen wo die Patientinnen sagen okay bin zufrieden damit kann ich leben? Sehr viele zufriedene Patienten nach Botox Injektion tatsächlich. Aber man muss sagen je länger die Erkrankung besteht und je stärker ausgeprägt die Symptome sind, desto schwieriger ist das dann auch mit den Therapien oder desto mehr kommt es zu Therapieversagen.
Deswegen lohnt es sich, die Patienten früh zu identifizieren, mit denen dann über mögliche Therapien zu sprechen und sie frühzeitig auch zu beginnen so dass es gar nicht zur Chronifizierung der Erkrankung kommt im Idealfall. Es gibt ja noch ein Hilfsmittel bei der Erkrankung, das man nutzen kann. Das sind digitale Anwendungen, digitale Gesundheitsanwendungen Digas auch genannt die es auch für die ORB gibt.
Herr Nestle, nutzen Sie die? Ich benutze sie sehr gerne. Ich halte das für ein sehr sinnvolles Tool, dass den Patienten noch mal was in die Hand gibt zur Begleitung weil sie uns als Ärztinnen natürlich nicht jederzeit greifen kann. Die App aber die Möglichkeit gibt natürlich Dinge nochmal zu erklären, nochmal nachzulesen und nochmal nachzufragen.
Und ich halte dies als supportive Maßnahme teilweise auch als therapeutische Maßnahme für sehr wertvolle. Wie ist das bei Ihnen vor allem, wie nutzen Sie jetzt? Nicht regelhaft. Aber ich halte sie auch für sinnvoll, weil sie uns gerade die Arbeit mit dem Aufklären und dem Blasentraining unterstützen kann oder ganz viel Arbeit abnehmen kann.
Zeit, die wir teilweise in den Sprechstunden ja gar nicht haben. Und ich glaube genau da kann die Schnittstelle DIGA ansetzen und uns Arbeit abnehmen. Ja, wir setzen digitale Anwendungen ein und ich kann auch nur sagen es ist wirklich eine Hilfe wenn die Patienten sich mit ihrer Erkrankung besser auskennen.
Sie können da eine ganze Menge erfahren und immer wieder nachschauen wozu wir ja in der Praxis überhaupt nicht Zeit haben uns mit ihnen hinzusetzen. von daher denke ich die Patienten Profitieren davon, wenn sie sich gut auskennen. Weil Sie dann auch viel besser die Therapie mittragen und durchführen.
Also die Patienten werden an ihrer Behandlungstreue im Grunde genommen profitieren. Nisla wie sind Ihre Erfahrungen mit der Akzeptanz bei den Patientin-Patienten? Dass das theoretisch was Gutes sein kann leuchtet mir ein. aber machen die ja auch mit? Ja es ist bis meistens in der Medizin nicht eins für alle also natürlich ein gewisses selektives Patientenklientel dem sie die App empfehlen können Und da funktioniert das in meiner Erfahrung sehr, sehr gut.
Wir haben technisch viele Patienten auch losgelöst vom Alter. Ich habe auch durchaus Patientinnen ihren Siebzigern, die da sehr gut mitarbeiten können und sie auch sehr gut damit zurechtkommen. Das ist dann natürlich auch die Herausforderung der App, dass die nicht zu komplex aufgebaut sein darf, dass sie nachvollziehbar sein muss für jemanden, der den siebzigsten Geburtstag vielleicht schon hinter sich hat aber für ein gewisses ausgewilltes Klientel funktioniert diese App sehr schön.
Aufschließend noch mal zu sprechen kommen auf die Frage, wie können wir die Versorgung optimieren beziehungsweise wo sind die Versorgerungsherausforderungen? Wir sind hier in der interdisziplinäre Runde. Das ist schön. In der Wirklichkeit ist es möglicherweise nicht immer so eng und kommunikativ. Wo sind aus hausärztlicher Sicht die größten Versorgungshürden und was wären Ansatzpunkte das zu verbessern vor Lande?
Auf dieselbe Frage geht dann der Reihe um auch an die Fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Wir sind ja alle der Meinung, dass dieses Thema der überaktiven Blase ein... Problem ist, was wir interdisziplinär am besten regeln können. Aber die Interdiszipliniere Zusammenarbeit in der ambulanten Versorgung klappt nicht so gut.
Wir erreichen uns nicht gute Kriegen keine Termine für unsere Patienten. Der Informationsaustausch ist nicht optimal. Das könnte alles schon besser sein? Wir haben jetzt heute elektronische Patientenakten, die könnte man nutzen wenn sie denn wirklich funktionieren und einfach zu bedienen wären da es sicherlich noch einige sind in den nächsten Monaten an positivem zu erwarten.
das Wichtige ist dass wir miteinander uns um die Gesundheit des Patienten kümmern können, Kontakt miteinander aufnehmen können. Den Patienten ihre Termine beim Facharzt geben können aber auch schon im Fach als einiges an Informationen von uns aus der Hausarztpraxis mitgeben damit die Termine dort auch schneller realisiert werden können mit den Vorinformationen und ich denke da sind wir.
also wir müssten da eigentlich demnächst wirklich besser werden können wenn die Digitalisierung zwischen den Praxen und interdisziplinär besser genutzt werden könnte. Mörgeli, Sie haben vorhin schon eine Stichwort reingeworfen. Was mir gut gefallen hat nämlich das, man muss früh behandeln. Das würde ich gerne darauf aufsetzen.
wo sehen sie Optimierungsmöglichkeiten? Gerade mit dem Blick auf die Frage wie kriegen wir die Betroffenen dazu wirklich früh zu kommen und früh therapiert zu werden. Man muss es sicherlich ansprechen dass haben wir auch schon mehrmals gesagt die Patienten kommen nicht von sich aus auf die Ärzte zu. Es muss angesprochen werden Und nur so erreichen wir die Patienten früh genug um dann auch einsteigen zu können.
Wir sind auf die Zusammenarbeit interdisziplinär angewiesen, da wir als Zentrum Empfehlungen immer nur aussprechen. Aber die Patienten in aller Regel ja kein zweites Mal sehen. Das heißt... ...die Bitte wäre schon an ambulante Gynäkologen oder auch Hausärzte dann die Therapie so weiter fortzuführen. aber es ist ein Problem weil wir teilweise ja auch schlechter reichbar sind.
Auch das Thema hatten wir heute schon und die Patienten bis zu einem halben Jahr auf Termine bei uns dann wieder warten wenn denn Probleme auftreten oder Therapiefersuche gescheitert sind. von daher ist da noch viel Raum nach oben offen, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Und es für die Patienten leicht zugänglich zu machen und schnelle Therapien zu bekommen.
Frage an Sie, Ernestler? Ich leide nur bei Pflichten was das völlig richtig wäre. Wir haben noch soviel Schwierigkeiten einen guten Fluss in den Terminen zu bekommen und je mehr Disziplinen hineinspielen umso schwieriger scheint es zu werden und auf lokaler Ebene ist das sicherlich manchmal lösbar. aber ich glaube der ist noch sehr sehr... oder ich glaube, da ist noch sehr viel Luft nach oben.
Dass wir an den Punkt kommen, dass die Räder besser ineinandergreifen im ambulanten und stationären Teilstationären, im operativen wie im konservativen um die Patienten schneller in der Therapie und auch schnell in der funktionierenden Therapie zuzufüllen. Dann abschließend machen wir eine praxisrelevante Frage reinwerfen auch in alle drei Richtungen Wenn wir jetzt Patientinnen und Patienten haben, die konservativ oder medikamentös verhandelt sind.
Also wir reden nicht über die weiterführenden komplizierteren Therapien. Angenommen Sie, Frau Mögeli, Sie Herr Nestler, haben die Patientin und den Patienten in der Fachärztlichen Versorgung gesehen? Wie oft wollen sie die wiedersehen wenn die wirklich konservativ therapiert werden? Oder reicht das, wenn die einmal zu Ihnen kommen, die Diagnostie gemacht wird dann schicken Sie sie zurück zur Vornandgraf.
so lange es läuft ist gut. oder wollen Sie bestimmte Abstände auch solche Patienten in dieser Fachärzigenversorgung sehen? Tatsächlich sehe ich die Männer im Rahmen der Krebsvorsorge regelmäßig. Und dann wird das mit abgeprüft, den Frauen, die zufrieden sind und gut laufen. Die machen das dann tatsächlich für die Kollegen aus der Gynäkologie oder der Allgemeinmedizin.
Die muss sich auch nicht wiedersehen. Ich freue mich aber natürlich auch wenn ich ein Feedback bekomme. Wenn ich eine Therapie angefangen habe und die Menschen nie wiedersehe und nicht hören ob es denn funktioniert hat, ist das für mich auch nicht zufriedensstellend. Also freue ich mich zumindest über eine E-Mail!
Wir würden die Patienten tatsächlich, wenn es gut läuft nicht wieder sehen. Aber das würde dann die ambulanten Gynäkologen übernehmen in den Vorsorgen und ich denke ist ganz wichtig dass wenn sie unter Therapie laufen, wenn Sie Medikamente einnehmen, dass man sie auch mit dem Resthand kontrolliert, dass mal mit den Nebenwirkungen schaut und sie überwacht und Verlaufskontrollen durchführt.
Auch wenn das bei uns als einer Klinik nicht der Regelsaal lässt. Machen Sie das konkret? hausärztlich? wie oft? Sehen Sie diese Patientinnen und Patienten? Das kann man gar nicht so generell sagen, weil es ja von ihrer Morbidität insgesamt abhängt. Was für uns ganz wichtig ist, dass wir von den Facharztgelegenen die unsere Patienten mit Medikamenten oder anderen Therapien eingestellt haben eine Anleitung bekommen, worauf müssen wir denn dem nichts achten?
Wir sind dafür zuständig, dass die Therapie sicher ist das wir Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und dass die Medikamente auch richtig eingenommen werden. Und abhängig davon wenn welche anderen Kontrollbedürftigen Erkrankungen vorliegen können dass wir die Patienten mehrmals im Quartal sehen. Das hängt immer davon ab, welche Situationen wir vorfinden.
Auf jeden Fall sind wir auch für das Therapiekontrolling der Fachärztlichen Kollegen mit zuständig und müssen deshalb genau von denen wissen, worauf sollten wir achten? Und wann sollen wir ihnen sie noch mal vorstellen? Das steht dann manchmal in den Überweisungsbriefen oder in den Arztbriefungen drin so, dass wir uns da ganz gut an diesen Empfehlungen der Kollegen orientieren können.
Vielen Dank für diesen kleinen Rundumschlag in Sachen überaktive Blase. Der Dank geht natürlich in erster Linie an meine drei Mitstreiterinnen und Mitstreitern, Dr. Imgat Landgraf Hausärzten aus Berlin, Dr. Claudia Mörgele Gündekologin aus Berlin und Dr. Sebastian Nestler Urologe-Ausport-Philbel. Ich danke aber auch Ihnen liebe Zuhörerinnen und Zuhöre für Ihr Interesse an unserem Podcast.
Und bis zum nächsten Mal beim Springer Medizin Podcast. Die in diesem Podcast vermittelten Inhalte unterliegen dem wissenschaftlichen Wandel des Faches und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie können weder als Grundlage für eine Diagnose-Stellung noch für den Beginn, die Änderungen oder die Beendigung der Therapie einer Erkrankung herangezogen werden – sie ersetzen in keinem Fall eine persönliche ärztliche Beratung.
Diese Episode ist eine Produktion der Abteilung Corporate Publishing. Das Impressum zu dieser Episode ist in den Show Notes verlinkt.