Die Neuen Zwanziger

Live in Frankfurt: Hoss & Hopf vs Rockefeller, Krah vs Kubitschek, Dopfner, Dobrindt

Samstag, 21. Juni 2025 · 9 min

MP3

Shownotes

Alles hören

Komm' in den Salon (steady.page/de/neuezwanziger/posts/51464595-57…). Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify (open.spotify.com/show/6Kjo4dHXI5dOO6erqxZSwv)).

KÄS-Termine 2025

Fr. 19.09. / Fr. 19.12.

Kontakt per Mail: neuezwanziger@diekaes.de

SOMMERSALON am 23. August! Tickets gibts hier (diekaes.reservix.de/p/reservix/group/405387)

Aus der Garderobe

Vor dem Live-Auftritt kündigen Wolfgang und Stefan das nächste Buch an, das sie besprechen werden: "Letzte Chance" von Robin Alexander. Das Buch analysiert, welche Rolle die CDU spielen muss, um die AfD zu verhindern, und bietet somit einen wichtigen Perspektivwechsel. Anschließend geben sie einen Ausblick auf die Themen des Abends: ein strategisches Gespräch zwischen Maximilian Krah und den Kubitscheks, eine kritische Auseinandersetzung mit einem Auftritt von "Hoss & Hopf", die jüngste Präsidentschaftswahl in Polen und ein Persönlichkeitsinterview mit dem Medienmanager Matthias Döpfner.

Live-Salon

Die Show beginnt mit einer humorvollen Anspielung auf einen gemeinsamen Opernbesuch. Das Zitat aus Wagners "Parsifal" – "Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug" – wird als mögliches Motto für den Podcast vorgeschlagen, da man sich hier oft intensiv mit kontroversen Persönlichkeiten auseinandersetzt, um sie zu analysieren. Die Themen des Abends werden erneut kurz vorgestellt: Krah, Kubitschek, Hoss & Hopf und Döpfner.

Hoss und Hopf feiern Rockefellers Weisheit

Dieser Abschnitt beginnt mit einem Audio-Ausschnitt aus einer vierstündigen Live-Show von "Hoss & Hopf", in der banale Ratschläge wie die Vermeidung von Fluorid in Zahnpasta oder Schimmel im Schlafzimmer gegeben werden. Im Hauptteil wird eine Podcast-Folge der beiden analysiert, in der sie die Lebensweisheiten von John D. Rockefeller preisen. Dessen Lehren, wie "Dein Schicksal hängt von deinen Taten, nicht von deiner Herkunft ab", werden mit historischen Fakten aus einer Arte-Dokumentation konfrontiert. Diese zeigt, dass Rockefeller seinen Reichtum und seine Macht durch eine strategische Heirat und den Aufbau einer Dynastie sicherte – das genaue Gegenteil der propagierten Weisheit. Auch Rockefellers angebliche Philanthropie entpuppt sich als strategischer Schachzug zur Steuervermeidung.

Krah in Schnellroda

Hier wird ein Streitgespräch zwischen AfD-Politiker Maximilian Krah und dem neurechten Verleger Götz Kubitschek beleuchtet. Kubitschek wirft Krah vor, nach den "Correctiv"-Recherchen eine zu liberale Haltung eingenommen zu haben, insbesondere beim Thema "Remigration". Im Zentrum der Debatte steht die Unterscheidung zwischen dem "Staatsvolk" (alle Bürger) und dem "ethnischen Volk". Krah argumentiert juristisch, dass alle Staatsbürger gleich seien, schlägt aber gleichzeitig eine Segregation vor, um eine "Durchmischung" zu verhindern und die deutsche ethnische Identität zu bewahren. Kubitschek fordert hingegen ein klares Bekenntnis zur "Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes". Krahs Haltung wird als Versuch einer "Melonisierung" der AfD interpretiert – eine Normalisierungsstrategie, um Koalitionsfähigkeit zu signalisieren und einem Parteiverbot zu entgehen.

Dobrindt vs. Polen

Thema ist die knappe Präsidentschaftswahl in Polen und deren Verbindung zur deutschen Politik. Der Sieg des nationalistischen Kandidaten, der im Wahlkampf stark auf antideutsche Ressentiments setzte, wird auf die harte Migrationspolitik der neuen deutschen Regierung unter Kanzler Merz und Innenminister Dobrindt zurückgeführt. Obwohl ein deutsches Gericht die von Dobrindt angeordneten Zurückweisungen von Asylsuchenden für rechtswidrig erklärte, hält die Regierung an der Praxis fest und bezeichnet das Urteil als "Einzelfallentscheidung". Diese Politik heizt die antideutsche Stimmung in Polen weiter an und führt zu einer Blockadehaltung im polnischen Parlament, wo dem liberalen Regierungschef vorgeworfen wird, ein "Handlanger Deutschlands" zu sein.

Döpfner bei Matze

Der letzte Abschnitt widmet sich einem Interview von Springer-CEO Matthias Döpfner im Podcast "Hotel Matze". Das Gespräch wird dafür kritisiert, dass es den "Menschen" Döpfner in den Vordergrund stellt und dessen Macht und Einfluss als Medienmanager ausblendet. Döpfners Selbstinszenierung als naturverbundener, widerspruchsliebender und fast anti-autoritärer Charakter wird als grotesk und realitätsfern dargestellt. Als Fehler in der Causa Reichelt nennt Döpfner sein eigenes "Vertrauen". Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass solche Interviews die wahren Machtverhältnisse verkennen und durch eine "Verkitschung" von den eigentlichen Problemen ablenken.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo, Wolfgang. - Hallo, Stefan. Es ist warm. - Ja, wir sind in der Garderobe. Gleich geht's in den Live-Salon. Wir wollen erst mal ankündigen, was wir als nächstes lesen werden. Und zwar dachten wir, nachdem du dich so intensiv mit dem Männer-Podcast beschäftigt hast, sollten wir auch den Autor eines Podcasts an den Mittelpunkt drücken, nämlich Robin Alexander.

Der hat ein Buch geschrieben, das für uns, glaube ich, besonders relevant ist, weil wir so viel über die AfD gesprochen haben aus einer Perspektive, die jetzt die ganze Zeit sich fragt, was muss von links getan werden, um die AfD zu verhindern? Jetzt schreibt Robin Alexander ein Buch, das heißt "Letzte Chance", was jetzt die CDU gerade machen muss, um die Demokratie zu retten, um die AfD zu verhindern.

Also für Robin Alexander ist klar, dass er so nur über eine gewisse CDU, wie sie dann aussieht, wird er uns vorstellen. Es möglich ist, die AfD zu stoppen. Ich glaube, diese Perspektive-Faxen einzunehmen, scheint sinnvoll. Ja, genau, Perspektive-Faxel. Ich halte das nämlich für dann wahrscheinlich eine sehr streitbare Lektüre.

Ich denke auch, ja. Und wir hören, dass nur noch die CDU uns vor der AfD beschützen kann. Genau. Da hat man schon ganz viele Ideen von, wir brauchen konstruktive Angebote, entweder pragmatisch oder ideologisch abgeräumt. Ja, ja. Also begeben wir uns mal diese Tiefen. Es ist noch einmal auch so eine andere Nöse, glaube ich, für uns vielleicht das letzte Mal, so eine Analyse des Konservatismus in Sinne von "Wir dürfen konservativ sein, aber es darf keine Partei rechts der CDU geben".

Also ich glaube, dass das noch einmal so einmal versucht und der Versuch, dieses Konzept noch mal stark zu machen. Aber wenn das schon heißt, die letzte Chance, dann ist das ja für uns auch die letzte Chance. Ich denke. Ob dann noch mal was zuholen ist aus der CDU. Ja. Und das führt uns eigentlich schon zu unserem Life-Sanal heute.

Es ist ein bisschen anders. Wir sind etwas politiklastiger, bitte. Aber es ist so viel in der Welt, dass wir dachten, wir müssen jetzt auch mal jenseits des Klamauks über sehr relevante Dinge sprechen. Und zwar über die AfD. Und zwar hat Maximilian Krah in Schnellroda die Kubicex besucht und mit denen über die Strategie der AfD diskutiert.

Und die Kubicex werfen Krah vor, dass er ja jetzt ein liberaler wird oder nicht mehr so richtig andere Migrationen glaubt. Und was ist denn da eigentlich los? Man hat viele Fragen an Krah. Und wir werden jetzt sehr schön sehen können, wie Maximilian Krah Staatsvolk und ethnisches Volk, wie er das versteht, wie er Staatsbürgerschaft versteht.

Und eine These jetzt von mir, also es sind viele Dinge, die wir ansprechen, wenn eine These von mir ist, woran jetzt Maximilian Krah arbeitet, ist tatsächlich die Normalisierung der AfD. Und zwar nicht im Sinne von unsere Normalisierung, wir laden den Topschloss ein oder so, sondern die AfD normalisiert sich auch selbst.

Man könnte sagen, sie zähmt sich ein bisschen, aber in gewisser Weise wird sie jetzt noch gefährlicher im Sinne von, wird sie gewählt werden. Und das ist also in einer ruchinteressanten Debatte. Genau, denn wenn Robin Alksandr das letzte Chance vertan ist, ist das die erste Chance für Jens Schwan. Ja, das ist ... - Das große Projekt.

Wir gucken heute außerdem auch aus und hopp. Sie haben eine große Live-Show gemacht, vier Stunden lang. Da steckt nichts drin. Wir hören nur einen kleinen Ausschnitt. Irgendwann war ja malwurfartig vor Ort und hat uns Audio-Material dargelassen. Aber wie gesagt, das schauen wir nur beispielhaft um zu sagen, da steckt nichts drin, aber im Podcast, wir machen heute, wir haben euch den Grundbegriff schon gefunden, Synkritismus.

Was ist, wenn man eine große Linie einfach umdeutet, eine hohe historische Linie einfach umdeutet, das wird in diesem Podcast gemacht. Und ich glaube, wenn man das historische Programm in der Semantik gegenüberstellt, ist es auch ein bisschen amüsant. Für Live-Publikum genau richtig, glaube ich. Dann Polen.

Polen, wir haben eine Präsidentinweilung Poli gehabt, die mit 0,8 % oder so entschieden wurde. Und meine These ist, es war Doppelt. März und Doppeln, die sind schuld. Und das lässt sich aus deutschem Nachrichtenmaterial auch, finde ich, sehr eindeutig aushören. Es ist nur die Frage, wie offen ist man für das Argument, sozusagen im Grunde brauchen wir keine LA-Gerichterstattung, um uns darüber zu ereifern, was hier gerade passiert.

Sondern wir sehen das auch in Deutschland mit den Zurückweisungen. Nur haben wir unseren politischen Gorilla noch contained. Wir haben keine Demokraten in Kalifornien. die einfach Niedriglohnsektor so bereitet haben, dass sie allen so eher ihr dürft zu bleiben. Außen gut will, und dann plötzlich regieren die anderen, und die haben kein gut will, und alle sind vogelfrei.

In Deutschland haben wir noch ein Grundgesetz und Gerichte, die funktionieren, und plötzlich hat man Politik in gleicher Intensität, aber noch hinter Gittern. Mal gucken, wie lang los. Wir beenden den Abend dann mit Matthias Döpfner, der hat nämlich einen Personality-Interview gegeben. Und wir sehen hier in ihm den Milliardär, dem Konzernchef, den Medienmacher.

Das Vorbild, der Zeitungspräsident. Ja, aber ... - Der hat zwei Metermann. Er möchte als Mensch gesehen werden. Und das werden wir heute mal tun, natürlich nicht nur, um uns noch mal mit Döpfner zu beschäftigen, uns ein bisschen lustig zu machen, sondern wirklich, um noch mal genau diese Ideologie bloßzulegen, dass da Leute jetzt immer mehr kommen in die Trottgerst hinein, und sagen, "Hallo, ich würde jetzt gerne mal nur über mich sprechen, und meine Kindheit, und meine Mutter, und so weiter."

Wenn einer Menschen sieht in dieser Welt dann da wohl Matze Hilschner. Ja, also auch das muss Häuser besprochen werden. Und all das kann man ganz einfach hören, nämlich, wenn man uns abonniert. Das ist möglich, wenn man Applikunde ist und will da auch die Appelwelt nicht verlassen, dann kann man das einfach im Shop anklicken und kommt dann zu diesem Live-Salon und auch zu allen anderen Salons.

Sonst kann man die zwei-Sturm-Show natürlich auch sehen, wenn man uns über Patreon oder Steady abonniert. Wir refurbieren Steady, da kommt man ganz einfach hin. Man geht auf unsere Seite neu20er.de, da ist ein goldener Button. Da kriegt man drauf, und dann kann man ein Abo abschließen und hat dann Zugang zu allen regulären Salons und natürlich auch zu den Live-Salon.

So ist es. - Dann gehen wir mal hinaus. Dann gehen wir mal hinaus. Es ist nicht mehr so heiß wie sonst. Ich wollte den Scherz mal in die Hölle, aber nein. Wir haben sehr georganisiert. Wir haben sehr georganisiert. Bis gleich. (Jubel) (Jubeln) (Jubel) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) (Jubeln) Ich mach dir uns ein bisschen weniger Licht, damit wir am Anfang zumindest mehr sehen.

Es scheint wahnsinnig gesundes Publikum zu sein. Denn so wenig Hinweise auf "Ich muss mein Ticket noch loswerden" und so gab es nie. Ihr seid alle topfit und ihr Hitzer macht euch auch nichts. Das ist sehr gut und uns auch nicht. Es wird nicht ganz so lang wie der Parcifal. Gestern waren ja schon einige mit im Parcifal in der Oper.

Es waren zwei Stunden gedauert, also eine typische neue 20er-Folge. Jetzt natürlich nur zwei Stunden. Wer war denn mit dabei? Ja, hier sind es ein paar. Und hat es dir gefallen? Ja, klar. Ja, ich warte ja mit der Inszenierung meine Schwierigkeiten, will es dir aber nicht ausführen. Aber es war musikalisch beeindruckend.

Ihr seht mich, Schlottern Wolfgang hat mir eben kurz gesagt, er hat eine Frage zu passen. Ich frage dich, der berühmteste Satz neben "Zum Raum wird hier die Zeit", ist ja, "Die Wunde schließt der Sperr nur, der sich schlug". Und ist das eigentlich unser Motto in diesem Podcast? Denn wir bringen immer schreckliche Leute mit, um uns dann von denen zu lösen oder zu reinigen.

Also gestern war ein sehr großer Fallos auf der Bühne in Form eines Sperrs, damit es nicht so anstößig ist. Der wurde natürlich hin- und hergeschwungen und so weiter. Und dieses Bild des Sperrs hab ich auch häufiger in meinen Texten verwendet, wenn ich nämlich sage, und da saß der Interviewgast, der den Sperr zurück war, wie er zu ihm geflogen kam.

Und so ein bisschen machen wir das heute auch. Also, wir haben heute Krah, Hoss und Hopf. Und Döpfner, Döpfner, Kubicek, also heute volle Packung. Und wenn du Pasewald zitierst, ich war am Dienstag ja auch in der Oper, in Melusine, du hast sie verpasst. Der tollste Satz, der da auch auf Deutsch gesungen wurde, war, ich versuche, mein Schicksal zu entziffern.

Dafür sind wir heute hier, wir entziffern heute unser Schicksal. Wundermal. Dann legen wir los. (Applaus)

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