
Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung· Folge 294
LONGEVITY 06: Hack oder Hype? Alles über Sauerstoff
Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 28 min
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Sauerstoff betrifft jede Sekunde unseres Lebens. Aber was so banal und alltäglich klingt, ist ein zentraler Faktor für unsere Zellgesundheit und dafür, wie schnell wir altern. Aber: Zu viel Sauerstoff (Hyperoxie) kann ähnlich schädlich sein, wie zu wenig (Hypoxie). Und dennoch hat beides auch seine positiven Effekte, z.B. im Training von Leistungssportlern. In dieser Folge geht es um ATP (Adenosintriphosphat), ROS (Reactive Oxygen Species), um IHHT (Intervall Hypoxie-Hyperoxie-Therapie), genauso wie um die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT), VO2max und welchen Impact das alles auf unsere Zellkraftwerke (Mitochondrien) hat. Wer es einfacher mag, nutzt Atemtechniken für zu Hause (Breath Work).
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Sauerstoff betrifft jede Sekunde unseres Lebens, aber was so banal und irgendwie alltäglich klingt, ist ein zentraler Faktor für unsere Zellgesundheit und auch dafür, wie schnell und wie gut wir altern. Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung. Wie kann Sauerstoff helfen, dass wir lange gesund leben? Von Atemtechniken über die verschiedenen Sauerstofftherapien bis hin zu Sport und Zellalterung. Das klären wir heute.
Und wir, das bin ich, Dr. Anne Fleck, genannt Doc Fleck. Fachärztin für Innere Medizin, Ärztin für Präventiv- und Ernährungsmedizin. Mit dem großen Herzen Menschen schon von Kindesbeinen an gesund und vital zu halten. Und ich darf an deiner Seite sein, Kirsten Frindtrop, Redakteurin und Co-Haus dieses Podcasts. Einatmen.
Ausatmen. Das ist ja eigentlich ein automatisierter, ja, lebensnotwendiger Prozess, wenn man so will. Aber warum ist denn ausgerechnet Sauerstoff so wichtig für unsere Longevity? Das ist eine ganz wichtige Frage, Kirsten, aber ich würde auch nochmal einen ganz kleinen Schritt zurückgehen, weil du das gerade so schön gesagt hast, einatmen, ausatmen.
Hier liegt ja ein riesiger Schlüssel für unser Leben und unsere Gesundheit, weil das richtige Atmen ja auch darüber entscheidet, nicht nur wie viel Sauerstoff wir aufnehmen, sondern auch wie wir unser Vegetativum, das heißt unsere Selbstregulation und Selbstheilungskraft aktivieren. Und viele, viele Menschen atmen falsch. Also wäre vielleicht auch nochmal ein Thema, wo man tiefer bohren müsste.
Und jetzt zu deiner eigentlichen Frage, warum ist Sauerstoff ausgerechnet so wichtig für gesundes, vitales Altern? Weil Sauerstoff die Energieproduktion in unseren Zellen in kleinsten Einheiten antreibt. Also in den Mitochondrien wird Sauerstoff genutzt, um das ATP, also unser quasi Benzin zu produzieren, was wir als Treibstoff unserer Zellen brauchen.
Also unsere gesamte Zellenergie ist sauerstoffabhängig, ohne Sauerstoff keine Energie. Aber jetzt kommt's, dieser Prozess ist nicht ohne. Also das hatte ich im Buch Hälsie so extrem ausgearbeitet. Und der Körper entscheidet sich bewusst für eine hochriskante Produktion von Energie. Weil dieser Oxidationsprozess, also dass der Körper diesen Sauerstoff nutzt, da entstehen ganz viele Dinge.
Freie Radikale, sogenannte Reactive Oxygen Species, kurz ROS genannt. Prinzipiell ist es erstmal nicht schlecht, weil wir dadurch die größte Menge an Energie bekommen. Aber im Überschuss können diese freien radikalen Zellschäden verursachen. Deswegen ist ja zu viel Oxidation auch gefährlich. Deswegen warne ich ja auch immer vor qualitativ minderwertigen Fetten aus der Ernährung, weil das Oxidationsprozesse anschiebt.
Und im Überschuss können diese Zellschäden zum Beispiel eine DNA-Schädigung sein. Die Proteine falten sich schlechter. Das heißt, Proteine müssen ja korrekt gefaltet werden, damit auch daraus die wichtigen Botenstoffe, Informationsstoffe im Körper produziert werden. Und ganz gefährlich ist natürlich, wenn Oxidation die Fette betrifft, nämlich zum Beispiel das LDL-Cholesterin, dann entsteht ein oxidiertes LDL und das ist ja verantwortlich für eine, Schädigung der Gefäße.
Und das sind alles Dinge, die wir auch mit dem Prozess der Alterung in Verbindung bringen. Wir wissen inzwischen, dass das mitochondriale System, die Mitochondrien und die Mitochondrien Vitalität und Gesundheit einer der Hauptfaktoren für gesundes Altern ist. Und deswegen... Ist ja auch die mitochondriale Medizin, für die ich ja auch seit etwa über zwei Jahrzehnten schon eintrete, ein immer stärker, prominenterer Faktor, der auch gar nicht mehr jetzt aus der Medizin wegzudenken ist, wenn man sie innovativ und modern denken möchte.
Weil wir wissen inzwischen, das, was wir unter chronischen Zivilisationserkrankungen verstehen, ist immer auch einhergehend mit einem Problem in den Mitochondrien. Und deswegen ist es so wichtig, die Mitochondrien so früh wie möglich zu stärken. Und das ist eben machbar durch die richtige Dosis an Sauerstoff.
Die richtige Dosis ist mein nächstes Stichwort. Zu wenig ist schlecht, aber zu viel Sauerstoff ist ja anscheinend auch nicht gut. Also lass uns mal über die richtige Balance sprechen. Was passiert denn bei zu wenig Sauerstoff? Genau, das nennt man übrigens die Hypoxie, ja aus dem Altgriechischen von Hypo niedrig, zu wenig Sauerstoff.
Wir wissen also, dass Sauerstoff für die Zellatmung, die mitochondriale Arbeit notwendig ist. Übrigens nennt man das im Mitochondrien, das ist ja wie eine Fabrikhalle. Und dort wird über einen Prozess, der nennt sich Atmungskette, die Energie produziert. Die Atmungskette, da kommt auch der Name schon her, weil dort auch Sauerstoff eine Rolle spielt. Und da werden Nährstoffe verbrannt, um die Energie in der Fabrikhalle zu gewinnen.
Kommt jetzt zu wenig Sauerstoff in die Zelle, dann können diese nicht mehr richtig arbeiten. Und dann sterben die unter Umständen auch richtig ab. Und das führt natürlich auch zu einer Funktionsstörung der betroffenen Organe. Das heißt, wenn nämlich in einem Organ, zum Beispiel unser Herzmuskel, hat, unglaublich viele Mitochondrien, Mitochondrien geschädigt sind oder gänzlich, nicht mehr da, dann ist das Organ nicht mehr so leistungsfähig und besonders empfindlich auf einen so.
Durch induzierten Energiemangel reagiert das Gehirn. Und hier sterben ja Nervenzellen bereits nach wenigen Minuten Sauerstoffmangel ab. Also auch nach Sekunden, was zu irreversiblen Hirnschäden führen kann. Deswegen ist ja ein Schlaganfall, ein solcher Notfall, da sterben binnen weniger Minuten, ja Kilometer Nervenzellen und Nervenbahnen ab.
Deswegen, das ist ein solcher Notfall. Übrigens, da sollte man auch nie zögern, sich sofort ärztliche Hilfe zu holen. Und kurzfristig jetzt aber kann ein kleiner Reiz mit zu wenig Sauerstoff aber einen positiven Effekt haben. Das kennen wir übrigens auch aus der Kneipp-Medizin, dass ein Reiz. Der einen Stimulus setzt, Hormesis, also so nach dem Motto, was uns nicht umbringt, macht uns härter, besser, einen Effekt haben, der positiv ist.
Stichwort Höhenluft, das heißt kontrollierte Dosis von zu wenig Sauerstoff, denn das aktiviert sogenannte Faktoren, die zum Beispiel die Bildung neuer Blutgefäße stimulieren. Also quasi ein natürlicher Anpassungsmechanismus und der Körper wird dann effizienter im Umgang mit Sauerstoff. Übrigens haben sie das schon vor vielen, vielen Jahren Leistungssportler extrem genutzt in einem Zelt schlafen, wo einfach die Höhenluft simuliert wird.
Einfach um den Körper in eine bessere Verwertbarkeit im Umgang mit Sauerstoff zu bringen und mehr Energie zu haben. Trotzdem alles mit Vorsicht genießen. Und jetzt kommen wir zu dem Thema, was ist denn bei zu viel Sauerstoff? Was passiert da? Gut ist das ja auch nicht. Das nennt man die Hyperoxie aus dem Altgriechischen von zu viel oder mehr.
Obwohl Sauerstoff ja lebensnotwendig ist, kann eine Überversorgung auch ernsthafte Risiken mit sich bringen. Also Sauerstoff ist auch ein gewisses Gift. Und zwar, sie kann Entzündungen und oxidativen Stress verursachen. Und das ist eben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Lungenfunktionsstörungen, für Herzrhythmusstörungen.
Und eine zu hohe Sauerstoffkonzentration kann auch das Nervensystem schädigen oder zu Symptomen führen, wie Verwirrtheit, Schwindel, Krampfanfällen. Vor allen Dingen sind in dem Fall unter Umständen Menschen, die jetzt künstlich mit Sauerstoff versorgt werden. Also ein Mehr an Sauerstoff ist nicht immer automatisch besser.
Man muss hier doch penibel auf die Dosis achten. Und deswegen gehört auch jede Art der therapeutischen Intervention mit Sauerstoff in wirklich erfahrene ärztliche Hände. Es gibt ja total viele Menschen, die das gerade um die Langlebigkeit zu fördern machen, die sich dann eben künstlich Sauerstoff zufügen. Was sagst du denn dazu?
Ja, das muss man eben genau mit der Lupe betrachten. Zum Beispiel habe ich zu Hause oder auch in der Praxis verschiedene Formen der Möglichkeit, mit Sauerstoff zu arbeiten. Es gibt ja auch, muss man wirklich auch fairerweise sagen, sehr gute und schonende, Geräte, wo eine nahezu risikofreie Gabe von Sauerstoff möglich ist.
Das sind so kleine Geräte, die jetzt auch nicht ärztlich streng kontrolliert in der Verabreichung angewendet werden können. Oder es gibt zum Beispiel die sogenannte IHHT-Methode. Das ist also ein systematischer Strickliesel sozusagen, Eine Mischung aus zu wenig und zu viel Sauerstoff, das nennt man die sogenannte Intervall-Hypoxie-Hyperoxytherapie, da wird über ein Gerät, also in dem Fall über eine Maske, Zu wenig Sauerstoff eingeatmet in einem Intervall und dann im nächsten Intervall etwas zu viel Sauerstoff.
Und das ist sozusagen wie so ein Zebra. Man hat mal einen Streifen mit zu viel und man Streifen mit zu wenig. Und wie wirkt das dann? Also das ist geeignet für zum Beispiel Menschen, die jetzt auch wirklich unter chronischer Müdigkeit leiden, unter Long-Covid, unter Burn-out. Ich setze es sehr gern ein bei Leistungssportlern, die auch gezielt ihre Mitochondrien trainieren wollen.
Und auch bei älteren Menschen, abgeschlafften Büromenschen, also diese ja auch Leistungsträger, die irgendwie so sagen, mir fehlt irgendwie doch ein bisschen Kraft. Und man muss auch wirklich sagen, es ist hier eine breite wissenschaftliche Basis für die Wirkung dieser kontrollierten Sauerstoffreize belegt auf Zellebene.
Und es ist sogar 2019 mit dem Nobelpreis für Medizin gewürdigt worden. Das ist also kein Schmuh. Und konkret bedeutet das, was passiert denn da im Körper, Aber wenn eine Zelle, so eine kleine Körperzelle, einfach mal zu wenig Sauerstoff bekommt, dann aktiviert die Gene die Reparaturanpassung und die Neubildung der Zellkraftwerke der Mitochondrensteuern.
Und wenn man regelmäßig diesen kleinen Reiz wiederholt, also immer wieder so einen kleinen Pieks ergibt, natürlich in kontrollierter Dosierung im Wechsel mit Hyperoxy, dann hat man diese Aktivierung von Genen, die die Reparatur und Neubildung von Mitochondrien ankurbeln. Und dieser wirklich systematische Wechsel von zu wenig und zu viel Sauerstoff führt übrigens auch dazu, dass der Sympathikus und der Parasympathikus ausbalanciert werden.
Also wir brauchen ja immer eine Regulation, eine Balance. Das heißt, wir wechseln hier so ein bisschen mit Stress und Entspannung ab. Ähnlich manchmal wie auch beim Sport. Das hat wirklich einen interessanten Effekt. Und was man einfach auch wissen muss, der Körper wird dadurch erstmal ein bisschen unter Stress gesetzt. Das heißt, auch eine gewisse Verteidigung wird da angeknipst und die kann aber...
On the long run, gesundheitsfördernd wirken. Und was aber jetzt wichtig ist, diese Therapie ist immer individuell einzusetzen. Es ist auch wichtig zu wissen, wie trainiert es jemand. Es sollte auch natürlich die Sauerstoffsättigung im Blut ordentlich kontrolliert sein. Also das sollte man jetzt nicht ohne eine adäquate Einführung und eine adäquate fachlich kompetente Kontrolle umsetzen.
So eine Sitzung, die dauert etwa 30, 45 Minuten und was man sagen muss, sie wird wirklich von den meisten Menschen sehr, sehr gut vertragen, ist sehr nebenwirkungsarm oder frei, und viele berichten auch nicht nur wacher zu sein, sondern auch entspannter und auch entspannter. Klarer in den Gedanken. Gibt es denn auch Menschen, die diese IHHT-Methode nicht vertragen, für die das nichts ist?
Ja, absolut. Also das ist immer so. Also man muss auch ja wirklich immer wieder betonen, wie wichtig es ist, auf die Qualität von Informationen und von Therapien zu achten. Gerade vor dem Hintergrund, dass mein Eindruck ist, dass ja manchmal, kommt es mir so vor, die Gesundheit so ein bisschen gekapert wird und dann so ein bisschen wie Gesundheit als Geschäftsmodell missbraucht wird.
Bisschen rauere Kommentierung, aber das macht mir auch ein bisschen Sorge. Nicht geeignet ist die IHHT, die wirklich ihren Nutzen haben kann, zum Beispiel bei einem akuten Infekt, bei einer akuten schweren Krebserkrankung oder anderen Herzerkrankungen, wenn jemand eine fortgeschrittene Lungeninsuffizienz hat, bei fortgeschrittenen neurologischen Erkrankungen und natürlich auch in der Schwangerschaft.
Also man sollte sich vorher gut beraten lassen und dann auch an eine seriöse Praxisadresse gehen. Und zur Studienlage muss man da auch natürlich sagen, auch hier brauchen wir langfristig breitere Evidenzen, um da breitere Schultern zu bekommen. Okay, wir merken schon, die Sauerstoffzufuhr, in welcher Form auch immer, ist ein Biohack in Sachen Langlebigkeit.
Und es gibt jetzt noch eine andere Methode, die HBOT. Das ist die hyperbare Sauerstofftherapie. Was ist das denn genau? Ja gut, vielleicht einige, die den Tauchsport lieben, kennen das. Das ist also quasi, man geht in so eine Tauchkammer. Das ist auch ein spannendes, gerade auch sehr gehyptes Thema. Die HBOT bedeutet, du atmest dabei reinen Sauerstoff. Also nicht 21 Prozent, sondern 100 Prozent reinen Sauerstoff unter einem erhöhten Druck. Also 1 bis 3 Bar.
Das klingt jetzt so ein bisschen nach Science Fiction, ist aber sehr, sehr gut untersucht. Studien zeigen da eine erhöhte Sauerstoffsättigung im Gewebe, auch eine verbesserte kognitive Funktion und eine auch mögliche Verlängerung der Telomere. Also einen signifikanten Einfluss auf den Alterungsprozess.
Und es gibt da auch sehr zahlreiche umfassende, eindrucksvolle Studien. Zum Beispiel gibt es ja auch an der Universität in Haifa, da muss man sagen, sitzen wirklich teilweise in der Welt Schwerpunktzentren, die da führende Arbeiten umsetzen, die aber auch zeigen, dass das jetzt nicht einfach mal so Sauerstoff tanken ist und du bist unsterblich.
Aber was ich gerade da auch nochmal dran denke, ich hatte einen Patienten, der. Sehr lange wiederbelebt werden musste, der das zum Glück überlebt hatte und der dann mehrere Wochen sich da in Haifa hat therapieren lassen von wirklich den weltweit führenden Experten auch für diese, Sauerstofftherapeutische Form und der da unglaublich wieder zurück ins Leben gefunden hat.
Also das hat mir auch die Augen geöffnet für diese Therapie. Ich habe das übrigens selbst mal gemacht. Das war in einer gruseligen Zeit damals zu Corona. Und zwar, das hat nämlich einen auch positiven Effekt auf Regeneration und Heilung, zum Beispiel bei Kieferknochenentzündungen. Ich hatte damals so ein entzündliches Zahnproblem. Es hilft auch bei Tinnitus, es hilft bei diabetischen Komplikationen.
Es ist sehr, sehr tiefgreifend, auch bei chronischen bakteriellen Infekten, bei chronischer Borreliose. Und die HBOT weist, wenn sie gut vertragen wird, also gerade bei allen so akuten Verletzungen oder chronischen Wundheilungsstörungen einen wirklich guten Therapieverlauf auf. Und weil unter diesen vergleichsweise doch auch im Vergleich zur IHT Extrembedingungen, werden natürlich jede Art der Regeneration und Heilung stärker angeschoben.
Aber das Ganze ist nicht ohne. Also man sitzt da in einer geschlossenen Druckkammer und das empfinden manche auch so ein bisschen als klaustrophobisch unangenehm. Die Ohren knacken und du kannst ja da auch nicht gleich wieder raus. Du sitzt da in der Kammer mit anderen Leuten und tauchst da erstmal in bestimmte Tiefen und sitzt da auch ein paar Stunden drin.
Also man kann sich da auch was zu essen mitnehmen oder ein gutes Buch mitnehmen, aber wenn man unter einer Angststörung leidet, ist das wirklich nichts. Aber ich finde es eine ganz wichtige Therapieform der Sauerstoffmöglichkeit. Es gehört natürlich in absolut professionelle Hände. Es gibt ja deswegen auch Ärztinnen und Ärzte, die tauchmedizinische Fortbildungen haben und das ist da auch absolut angezeigt.
Okay, das klingt ja schon alles echt speziell und ein bisschen nach Science Fiction, da hast du recht. Und wer das jetzt nicht machen möchte oder sich das vielleicht auch nicht leisten kann, weil das ja auch Privatleistungen sind größtenteils, gucken wir doch einfach mal auf unseren Alltag. Was ist denn ganz einfach mit Sauerstoff, Versorgung durch Sport und Bewegung in unserem Alltag möglich?
Das ist das aller, aller einfachste und der wahrscheinlich effektivste Weg, unsere Sauerstoffnutzung im Körper zu verbessern, weil jede Art von Bewegung, und jedes intensive Training, die mit der Genrenzahl erhöht, die Sauerstoffaufnahme verbessert und auch die Effizienz der Sauerstoffverwertung steigert.
Also pauschal gesagt, je fitter jemand ist, je mehr man sich bewegt, desto besser nutzt der Körper den Sauerstoff. Und die sogenannte VO2max, das ist also quasi ein Maß für die Sauerstoffaufnahme im Körper, was man auch messen kann, ist einer der stärksten Prädiktoren für Langlebigkeit. VO2max, erklär uns das bitte mal. Viele Hörer werden das nicht kennen. Genau.
Also die VO2max, das ist ein medizinisches Messkriterium, ein Wert, der zeigt mir in der ärztlichen Praxis, wie leistungsfähig Herz, Lunge und Muskeln sind. Und mithilfe dieses Wertes kann ich auch das Training der Menschen anpassen und gezielt an der Ausdauer arbeiten. Die VO2max ist also die maximale Menge an Sauerstoff, die der Körper pro Minute bei körperlicher Belastung aufnehmen und verwerten kann, und die gilt als ein zentraler Indikator für die Ausdauerleistung und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Der Wert wird in Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute gemessen, und er gilt als Goldstandard zur Beurteilung der kardiovaskulären und auch der metabolischen Fitness, also des Stoffwechsels. Und in der Longevity-Forschung hat sich VO2max anscheinend als einer der stärksten Prädiktoren für Langlebigkeit inzwischen etabliert, stärker auch als viele traditionelle Risikofaktoren wie Cholesterin oder Blutdruck.
Das ist übrigens auch ganz wichtig. Ein Satz fällt mir ein, den ich dann in Helsi geschrieben habe. Der Cholesterinwert, der sagt nichts anderes aus, als wenn ich weiß, welche Haarfarbe hat jemand, welche Augenfarbe hat jemand oder wie ist das Ohrläppchen. Das ist eigentlich eine Katastrophe. Wie viel wir immer noch nur auf das Cholesterin schielen, dabei wissen wir inzwischen so viel mehr, was auch die Cholesterinerhöhung macht.
Es sind nämlich interessanterweise sogar oft chronische Infekte wie Herpesviren. Ich will jetzt gar nicht von der Frau und zwar Max ablenken, aber dass das Cholesterin immer noch so schmal, ja nicht adäquat beurteilt wird, ist spannend und eigentlich auch dramatisch. Deswegen habe ich dazu auch mal sehr groß die Lupe geputzt und ausgepackt.
Aber deswegen, man muss ganz klar sagen, es gibt inzwischen viel wichtigere Risikofaktoren, die viel hilfreicher zu wissen sind, als wenn man da sich nur engstirnig und mit verengtem Blick auf das Cholesterin stürzt. Wie gesagt, wer seinen Cholesterinwert weiß, Gesamtcholesterin, das sagt so viel wie die Haarfarbe. Das sollte man heute wissen.
Auch aus dieser Folge mitnehmen. Es gibt andere Dinge, die wichtiger zu wissen sind. Ja, zum Beispiel Atemtechniken. Schöne Überleitung. Was können wir denn da machen? Also wie wir unsere Atmung selber steuern können. Du hast ganz zu Anfang der Folge gesagt, dass viele Menschen auch einfach falsch atmen.
Und es gibt ja sogenannte Breathwork, also so Atemtechniken. Das ist eigentlich auch ein tolles Longevity-Tool. Hast du da Tipps für uns? Ja, also wie können wir die Atmung optimieren? Das Wichtigste vorweg ist, die meisten Menschen, das meine ich, atmen nicht richtig, atmen nicht genug. Das heißt, sie atmen zu flach, zu schnell, zu häufig und zu viel durch den Mund.
Optimal ist die Nasenatmung. Die Nase arbeitet dir sogar an unserem Blutdruckverhalten mit. Wie das läuft, habe ich lustig, was auch in Helsi beschrieben. Und zwar, die filtert, befeuchtet und produziert Stickstoffmonoxid. Und dieses Stickstoffmonoxid, NO, erweitert nämlich die Blutgefäße und verbessert die Sauerstoffverteilung im gesamten Körper mit dem Ziel, besser durchbluten, besser versorgen.
Und du hast übrigens auch in einer Podcast-Folge über die Nasengesundheit, haben wir auch drüber gesprochen. Richtig, das ist so, so wichtig. Und natürlich ist es gut, jetzt nicht so häufig zu atmen, langsam zu atmen, eher so fünf, sechs Atemzüge vor Minute. Oder das sogenannte Box Breathing, das wird auch als Quadratatmung genannt.
Das ist eine 4-4-4-4-Methode oder Navy Seals Atmung genannt. Das ist eine kontrollierte Atemtechnik, bei der einatmen, Luft anhalten, ausatmen, Luft anhalten, gleich lang, typischerweise vier Sekunden empfohlen wird. Dann gibt es ja auch die von Wim Hof etablierte Atemmethode, wo man auch Intermittierende zu wenig Sauerstoff über die Atmung erlangt.
Da ist natürlich auch ganz, ganz kritisch anzumerken. Bei all dem Nutzen, die auch diese Intermittierende Hypoxie hat, sowas dürfte man nie in der Badewanne oder machen. Also es gibt ja auch Leute, die, wenn sie dann übertrieben mit solchen Atemtechniken sind, es kam es ja auch schon zu Zwischenfällen und Ohnmacht.
Also hier ist immer der Rat, die Dosis macht das Gift. Was wir aber wissen, wenn Atemtechniken gut umgesetzt werden, hat das einen tollen Endeffekt, einen positiven Einfluss auf die Langlebigkeit, weil auch Cortisol, das Stresshormon runtergefahren wird, weniger Stressempfinden da ist. Dass sich die Herzratenvariabilität, eine Messleistung, über die wir wissen, wie gut der Körper regenerieren kann, verbessert und auch der Sauerstoff besser beeinflusst wird.
Übrigens, was ich ganz interessant finde, ist ja auch, dass viele manchmal auch Mantras oder Gebete oder auch Rosenkranz, das sind teilweise solche, ohne dass man das weiß. Dass dadurch du automatisch Luft nimmst in einem optimalen Rhythmus. Das hat mir auch mal jemand, der sich wahnsinnig viel und intensiv mit Atem beschäftigt hat, ein Atemforscher erzählt. Das fand ich hoch, hoch spannend.
Und das kann natürlich auch eine Wirkung auf die Gesundheit erklären, weil du dann natürlich automatisch dann Luft holst und so, wie du das sprichst, dann entsprechend lange einatmest und ausatmest. So kommen ja auch Yoga und Pilates zum Einsatz. Da geht es ja auch ganz viel um Atmung immer wieder. Also der Atem ist das Leben und Sauerstoff ist das Leben. Ich werde ja manchmal auch gefragt, was ist denn Ihr wichtigster Tipp und so weiter, wo ich sage, atmen Sie.
Da gucken natürlich manche Leute, wie atmen Sie. Ich atme doch die ganze Zeit. Aber auch ein Tipp ist, länger ausatmen als einatmen und durch die Nase atmen. Das ist schon mal ganz, ganz, ganz, ganz, ganz hilfreich. Sehr viele schöne Tipps heute und wieder interessante Einblicke. Vielen Dank, Anne. Sehr gerne an alle.
Mein größtes Learning heute, Sauerstoff ist nicht nur da, sondern etwas, das wir für unseren Körper tatsächlich aktiv nutzen können. Nach Annes Methode kleine Hebel, große Wirkung. Und in der nächsten Folge, nächste Woche geht es wieder um eure Fragen in einer neuen Sprechstunde. Bis dahin abonniert uns auf RTL Plus und wo immer ihr uns hört.
Und natürlich macht was draus. Dr. Anne Schultz, Liebe Freunde, mir fällt noch was ganz, ganz Wichtiges ein, was ich so oft vergesse zu sagen. Wer von euch signierte Exemplare von meinem neuen Buch Healthy vorbestellen möchte, für sich selbst, für die Liebsten, als Geschenkidee zum Geburtstag oder Weihnachten kommt ja auch bald wieder, dann lade ich euch ein, bis zum 1.
November 2026 läuft eine Aktion. Da könnt ihr Healthy signiert von mir vorbestellen. Und zwar im Internet auf der Seite der Autorenwelt. Und wir setzen den Link dazu in unsere Shownotes. Ich lade euch wirklich ein. Das Buch ist wunderschön geworden. So viel Arbeit und Liebe steckt darin. Und ich freue mich, euch auch auf diese Weise was zurückzugeben.
Es ist liebevoll signiert und macht was draus.