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Shownotes
Die EUDI-Wallet wird am 02.01.2027 für alle Bürger:innen in Deutschland zur Verfügung stehen.
Aber was kann man damit machen? Welche Nachweise kann man darin speichern? Was gibt es schon und was kommt noch?
Viele Fragen, die ich mit Michael Feygelman und Jörg Lenz, sicherlich nicht vollständig, bespreche.
Kommentare unter: egovernment-podcast.com/egov265-eudi-wallet
oder beim Amtsfunk amtsfunk.communex.app/group/12116
Linksammlung
• Dashboard Digitale Verwaltung (BundIS, eID, AusweisAPP) – dashboard.digitale-verwaltung.de/nutzung/ident…
• Dr. Markus Reichel zur EUDI-Wallet (Auf die Kommunen kommt es an) – linkedin.com/posts/drmarkusreichel_die-eudi-wa…
• Asngar Kückes zu Integrationspfaden in Fachverfahren – linkedin.com/posts/mbuchhorn_eudiwallet-kernid…
• Digitalminister Karsten Wildberger auf der re:publica zu Digitalisierung ind Deutschland (inkl. EUDI-Wallet) – youtu.be/846w4ATGFao?si=wqR6U_2YSARQ7ufD
• Christian Butzkies zu kritischen Stimmen zur EUDI-Wallet in Deutschland –linkedin.com/posts/cbutzkies_eudiwallet-verwal…
• FITKO: 16 Pilotprojekte zum Anschluss an das NOOTS ausgewählt, 27.5.26fitko.de/presse/pressedetail/16-pilotprojekte-…
• EUDI Wallet DE FAQ – eudi-wallet.gov.de/faq
• Pressemeldung Stadt Heidelberg zum Sozialpass – heidelberg.de/HD/Presse/22_05_2026+_test+in+he…
• #eudiwallet (egovernment-podcast.com/tag/eudiwallet) #bundid (egovernment-podcast.com/tag/bundid) | Jörg Lenz – linkedin.com/posts/joerglenz_eudiwallet-bundid…
• #eidas (egovernment-podcast.com/tag/eidas) #eidas2 (egovernment-podcast.com/tag/eidas2) #eidas26 (egovernment-podcast.com/tag/eidas26) #eidas27 (egovernment-podcast.com/tag/eidas27) | Jörg Lenz – linkedin.com/posts/joerglenz_eidas-eidas2-eida…
• #eudiwallet (egovernment-podcast.com/tag/eudiwallet) #verwaltungsdigitalisierung (egovernment-podcast.com/tag/verwaltungsdigital…) #bundid (egovernment-podcast.com/tag/bundid) #zukunftskongress (egovernment-podcast.com/tag/zukunftskongress) #brainscc (egovernment-podcast.com/tag/brainscc) | Christian Butzkies – linkedin.com/posts/cbutzkies_eudiwallet-verwal…
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• Die deutsche EUDI Wallet (egovernment-podcast.com/egov271-eudi-wallet-de)
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Torsten Frenzel Ja, hallo und herzlich willkommen beim e-Government-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und wieder in meinem virtuellen Studio. Heute wieder zwei neue Gäste. Hallo Jörg, hallo Michael, ich grüße euch.
Jörg Lenz Ebenfalls hallo, grüße ich Thorsten und hallo Michael. Wir freuen uns heute Abend mit dabei zu sein, beziehungsweise wir zeichnen abends auf, aber ihr werdet das zu anderen Zeitpunkten hören. Dann gebe ich mal rüber an Michael.
Michael Feygelman Hallo Jörg, hallo Thorsten, ich freue mich mit dabei zu sein. Hallo.
Torsten Frenzel Ja, schön, dass ihr da seid und dann fangen wir doch direkt mal an mit einer Vorstellungsrunde. Michael, magst du vielleicht mal anfangen und sagen, wer du bist?
Michael Feygelman Sehr gerne. Michael Feigelmann mein Name, von der Jotte Soft aus dem wundervollen Heidelberg. Ich bin bei uns in der Firma jetzt seit etwas mehr als drei Jahren, dreieinhalb, bin bei uns immer so ein bisschen in der Rolle des Türsteher, sage ich immer so salopp. Das heißt, ich gucke immer, welche Ideen machen am Markt Spaß, dürfen in unsere kleine Entwicklungsdiskothek eintreten und die Sachen, die Ärger machen, die bleiben potenziell draußen. Zu Neudeutsch ist das sowas wie ein Product Owner, Produkt Manager.
Michael Feygelman Habe jetzt aber auch so ein paar Vertriebs- und auch Marketingaufgaben in letzter Zeit mir aufgebürdet und freue mich jetzt auf jeden Fall dabei zu sein und eure Perspektiven zu hören.
Torsten Frenzel Genau. Schön, dass du da bist und Jörg, vielleicht nochmal kurz was zu dir.
Jörg Lenz Zu meiner Wenigkeit. Ich bin in der Rolle typischerweise auch des Erklärbärs. Also das heißt, wo vorher gerade Michael von dem Türsteher gesprochen hat, ist bei mir üblicherweise auch die Aufgabe, Menschen dafür zu interessieren, zu schauen, was hinter der Türe ist. Aktuell natürlich rund um das Thema Eudi Wallets. Also ich bin tätig für einen in Europa interaktionsmäßig agierenden Vertrauensdiensteanbieter.
Jörg Lenz Das ist die Firma Annamirial. Die hat in Deutschland in Herrenberg seit Februar 2018 ihren Sitz. Und seitdem bin ich da auch als einer der Interakteure mit dabei.
Torsten Frenzel Ja, schön, dass ihr beide hier seid. Und dann, ihr habt schon ein bisschen gespoilert, aber das ist nicht so schlimm. Dann, wir wollen heute mal über das Thema Eudi-Wallet sprechen und nicht nur über einfach Eudi-Wallet, weil darüber haben wir schon gesprochen, beziehungsweise werde ich hoffentlich demnächst mit dem Superspezialisten hier in Deutschland das Thema nochmal durchsprechen.
Torsten Frenzel Wir sprechen über Anwendungen, ganz konkrete Anwendungsfälle für die Eudi Wallet. Und da würde ich gerne mal anfangen. Welche Verwaltungsleistungen aus eurer Sicht sich denn für die Eudi Wallet überhaupt eignen?
Michael Feygelman Also das ist natürlich direkt zum Start so eine sehr, sehr große Frage. Wir selber mit der JSO Software sind ja aktiv zusammen mit der Stadt Heidelberg, um auch die Eudi-Wallet zu verproben. Wir machen das jetzt ganz exemplarisch an dem Beispiel des hiesigen Sozialpasses, dem sogenannten Heidelberg-Pass, um die Ausstellung eines Nachweises in die Wallet zu übermitteln.
Michael Feygelman Wir haben ganz bewusst uns ferngehalten von der E-ID-Funktion, also von der Authentifizierung von der PID, weil wir gesagt haben, weil die Stadt Heidelberg gesagt hat, nicht wir, die Stadt Heidelberg gesagt hat, okay, dieses Element, dieser Baustein der Audi Wallet ist jetzt A für den Case nicht so relevant und B hat er immer so ein bisschen für Hürden gesorgt.
Michael Feygelman Deshalb haben wir in diesem Sozialbereich so ein paar Themen aufgemacht. Wir sind aber auch nicht nur für den Sozialpass am Nachweise digitalisieren, sondern allerlei mögliche Teilhabe-Nachweise, also Schwerbehindertenausweise, Schülerausweise. Wir selber kommen ja ursprünglich aus dem Bildungsbereich, haben auch Zeugnisse digitalisiert.
Michael Feygelman Das sind so wirklich Anwendungsfälle, die wir ganz konkret umgesetzt haben. Also wie du siehst, ist so der ganze Bereich Nachweise erstmal ein guter Start, um mit Cases auszuprobieren in der Verwaltung.
Torsten Frenzel Okay, ich wollte eigentlich anders anfangen, aber dann gehen wir doch gleich mal auf die Lösung ein, die ihr da geschaffen habt. Jörg, ich komme gleich noch zu dir, aber wenn der Michael gerade schon gesagt hat, was sie schon gebaut haben, dann steigen wir doch da mal kurz ein und machen eine kurze Schleife.
Torsten Frenzel Was bedeutet das mit dem Sozialpass? Was heißt das? Was ist der Sozialpass? Und wie kann ich mir den dann in der Audi Wallet vorstellen? Und vor allen Dingen, wie kann ich ihn dann mit der Audi Wallet präsentieren oder nutzen?
Michael Feygelman Der Sozialpass, der ist im Prinzip ein Nachweis für sozial Schwächergestellte in unserer Gesellschaft. Das heißt, alle Menschen, die zum Beispiel Wohngeld, Bürgergeld beziehen, teilweise auch Kindergeld, da gibt es in sehr, sehr vielen deutschen Großstädten diese freiwillige Leistung, damit halt diese sozial benachteiligten Menschen zum Beispiel Vergünstigungen im Freibad, im Kinomuseum erhalten, nachdem sie diesen Pass erhalten haben.
Michael Feygelman Das ist in vielen Städten, wir haben mit insgesamt 21 Großstädten in Deutschland dazu gesprochen, ist es eine Papier- oder eine Plastikkarte. Es gibt in Ausnahmefällen auch teilweise Sozialpäste, die als App ausgestellt werden, aber in den allermeisten Fällen ist es so, dass es noch als Papier- und Plastikkarte passiert und deshalb haben wir uns, und die Stadt Heidelberg ist da auch aktiv bei uns zugekommen, hat uns diesen Use Case auch vorgeschlagen, sodass wir halt dann gesagt haben, wir digitalisieren nicht nur den eigentlichen Nachweis, sondern auch die Antragsstrecke davor.
Michael Feygelman Den Bearbeitungsprozess für die Prüfung, weil der ist durchaus ein bisschen aufwendiger, wenn man die Leistungsbescheide kontrollieren muss, den Wohnort abgleichen muss und dann am Ende, wenn dann die Prüfung erfolgreich war und das ist jetzt das Interessante, soll dann dieser Nachweis in verschiedene Wallets zugestellt werden.
Michael Feygelman Das war der Stadt Heidelberg nämlich auch ganz, ganz wichtig, dass wir eine Interoperabilität über mehrere Wallets hinweg kreieren, dass halt eben der Nachweis sowohl in die staatliche Audio-Wallet ausgestellt werden kann, wirklich dann auch als digitales Abbild. Und mit diesem Abbild dann auch der Eintritt im Freibad zum Beispiel ermöglicht werden kann, indem man zum Beispiel sein Smartphone vorzeigt oder irgendeinen elektronischen Prüfmechanismus dort noch zwischeneinbaut.
Torsten Frenzel Das heißt, ich kann mir den Pass auch per... NFC-Schnittstelle den vorweisen oder ist das nur ein Sichtausweis?
Michael Feygelman Wir haben jetzt in einer ersten Iterationsstufe gesagt, dass wir erstmal nur die Sichtprüfung, wie gesagt, in diesem Jahr im ersten Teil durchprobieren, denn uns wurde klar gesagt, dass viele Freibäder, viele Museen, viele Kinos, die sind IT-technisch einfach nicht so weit ausgestattet, dass sie die Hard, die Software und auch die Personalressourcen, die sich damit auseinandersetzen könnten, um eine digitale Prüfung zu machen.
Michael Feygelman Und die Stadt hat einfach gesagt, okay, aktuell ist es ja schon so, dass man den Pass im Prinzip nur vorhält in seiner Papierversion. Dann ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn man digital den erstmal nur vorhält. Natürlich, wenn die elektronischen Möglichkeiten dann ein bisschen breiter da sind, dann wird man da auch sicherlich umsteigen und das ist auch geplant.
Torsten Frenzel Was mich gerade so hinhorchen lassen hat, ist, dass ihr den kompletten Prozess, digital abbildet. Also vom Antrag, der wahrscheinlich auch online geht, über die Verarbeitung, die Bescheidung und dann die Ausstellung. Habt ihr ein eigenes Fachverfahren dazu gebaut oder macht ihr das alles tatsächlich online?
Michael Feygelman Es ist beim Sozialpass erstmal generell so, dass der Sozialpass eine freiwillige Leistung ist. Das heißt, es gibt vielerorts gar nicht unbedingt ein Fachverfahren. Es wird viel im Hintergrund mit Excel-Tabellen gearbeitet, dass wenn ein Antrag reinkommt, da am Ende des Tages einfach nur irgendwo eine Zahl hochgesetzt wird in irgendeiner Excel-Tabelle, dass ein Pass mehr ausgegeben worden ist und auch der Prüfprozess, der ist nicht wirklich, ordentlich digitalisiert und automatisiert. Das ist auch in einigen Städten so.
Michael Feygelman Und da hat uns halt die Stadt gebeten, weil sie gesagt hat, ja, den Nachweis zu digitalisieren, schön und gut, wir sparen uns damit so ein bisschen Papierkosten, aber der richtige Mehrwert, der würde erst entstehen, wenn unsere Sachbearbeiterinnen und Bearbeiter so ein bisschen mehr an die Hand genommen werden und dann wirklich auch durchgeführt werden durch diesen Prüfprozess mithilfe eines Fachverfahrens.
Torsten Frenzel Das heißt, ihr habt tatsächlich ein Fachverfahren dafür kreiert? Genau. Und damit der Jörg nicht so ganz zuhören muss die ganze Zeit, was sind aus deiner Sicht Anwendungsmöglichkeiten für die Eudi-Wallet, die quasi greifbar sind und relativ schnell umsetzbar?
Jörg Lenz Ich darf zunächst mal noch beim Michael ergänzen. Der hat das Stichwort Interoperabilität vorher aufgeworfen. Das ist eigentlich die Ecke, aus der wir herkommen, wenn man das als Anbieter von qualifizierten Vertrauensdiensten anguckt und auch übrigens die Kommunen und Städte. Denn ich bin in Stuttgart geboren und ein großer Anteil der Stuttgarter Bürger hat nicht unbedingt einen deutschen Pass- oder Personalausweis.
Jörg Lenz Das heißt, diese Eudi-Wallet ist ja auch ein Demokratieprojekt. Das heißt, dass eben beispielsweise Menschen, die aus Italien, Österreich, Schweden, you name it in der EU in unseren Städten leben, dass die auch entsprechend verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Da zählt jetzt nicht immer unbedingt nur der Sozialpass dazu, den ich in verschiedenen Städten sehe.
Jörg Lenz Bei der Verwaltung allgemein, da hast du zum Beispiel in verschiedenen Landkreisen und Städten einen gewaltigen Druck bei der Kfz-Zulassung. Da haben wir heute ja schon Dinge wie die eKfz-App, also. Vielleicht einer der Wünsche an die Zuhörer dieses eGovernment-Podcasts, wartet bitte nicht, bis ihr eure PIN von eurem Personalausweis vielleicht irgendwann im Januar, wenn die Eudi-Wallet kommt, dann, kennt oder vorher dann auch aktiviert und überlegt mal, wofür ihr es heute nutzen könnt.
Jörg Lenz Das ist jetzt ein konkretes Beispiel, die Kfz-Zulassung, insbesondere wenn man das Kfz, wie heute immer öfter, online einkauft, dann vielleicht abholt in einem anderen Landkreis und man möchte das aber schon am Wochenende dann zulassen, in dem Landkreis, in dem man zu Hause ist. Einen sehr schönen Vortrag vom EIDA Summit auf der Bitkom-YouTube-Kanalseite von dem Projektleiter für IKFZ, der das mit sehr viel schwäbischem Herzblut vorstellt.
Jörg Lenz Und das ist ein Projekt, bei dem man sehen kann, das wird dann in die Eudi-Wallet mit hineinkommen. Also sprich, diese Nachweise praktisch des Fahrzeugbesitzes. Also sind wir mal ganz konkret. Es geht hier um den Fahrzeugschein. Und das andere ist natürlich, was 2021 eigentlich schon mal hätte kommen sollen, der Führerschein. Also aber nicht das Einzige.
Jörg Lenz Wenn ich jetzt beispielsweise meinem Sohnemann, der gerade vor zwei Tagen umgezogen ist nach Stuttgart, dann mal wieder auf dem, Silbertablett servieren kann, du hast das letzte Mal deine Bund-ID verwendet für deine Einmalzahlung für die 200 Euro im Jahr 2023. Jetzt kannst du es für die Wohnsitzummeldung in Stuttgart verwenden. Du musst auf kein Amt.
Jörg Lenz Du kriegst eine Wohnungsgeberbestätigung und das Ding ist durch und du kannst das machen zu einem Zeitpunkt, bei dem du willst. Das wird natürlich mit diesen Eudi-Wollets dann eben nicht nur für deutsche Staatsbürger auch eine Rolle spielen. Die Ämter entlasten sich von den Schlangen, die sie in den Bürgerbüros haben, von einem Routineprozess. Es hat einen dualen Aspekt für die Verwaltung, Entlastung von Routinearbeit und für den Bürger mehr Komfort.
Jörg Lenz Und das sind jetzt so einige dieser Aspekte und dann geht es ganz schnell praktisch in Dinge, bei denen, wir hatten vorher den Sozialpass, in Kombination mit der Zielgruppe der Studierenden, da hast du dann auch wieder Vergünstigungsausweise, die in manchen Städten für Studierende bereitgestellt werden.
Jörg Lenz Die brauchen natürlich dann einen Studentenausweis oder einen Studierendenausweis von ihrer Uni, aber teilweise dann auch entsprechende Nachweise wiederum von der Stadt. Der Charme bei der Studierendengruppe, das sind genau die, die häufig auch ihren Wohnsitz wechseln. Das sind auch die, die, als wir 2023 die Einmalzahlung hatten, dann an der PIN-Rücksetzdienstvariante teilweise gescheitert sind, weil sie feststellen mussten, das wird mir an die Meldeadresse zugeschickt, dieses Eingabeüberschreiben.
Jörg Lenz Aber ich bin im Moment gerade vielleicht auch bei einem Studienexkurs oder so unterwegs. Also immer wenn man diese einzelnen Zielgruppen anguckt, muss man ihre Lebensrealitäten mit berücksichtigen. Aber wenn man das richtig macht, dann ist für die Verwaltung sehr viel Entlastungspotenzial drin.
Torsten Frenzel Genau, und ich kann auch noch mal aufrufen, also diese eKfz-App ist echt eine super Erfindung. Man hat seinen kompletten Kfz-Zulassungsschein als App auf seinem Handy. Man kann das auch präsentieren, auch wenn ich bis jetzt noch nicht in eine Polizeikontrolle gekommen bin mit dieser App. Da warte ich noch drauf. Ich möchte dann mal sehen, wie die Polizisten darauf reagieren, ohne dass ich ihnen mein Handy in die Hand gebe.
Torsten Frenzel Also das wäre zum Beispiel auch eine hervorragende Anwendung für die Eudi-Wallet, dass man das, was da jetzt schon gebaut wurde, einfach in die Audi Wallet mit übernimmt, sodass man da auch den Nachweis der Kfz-Zulassung in seiner Wallet hat.
Jörg Lenz Das ist auch tatsächlich etwas, was nach all meinem Kenntnisstand Anfang 2027 schon Realität sein könnte. Das Spannende ist ja, wenn du in grenznahen Regionen unterwegs bist oder wenn der Michael aus Heidelberg mal schnell ins Elsass fährt. Der Charme an der ganzen Geschichte ist dann dieser europaübergreifende Aspekt, dass du quasi wie beim Euro, wo wir heute einfach gewohnt sind, dass wir uns schon fragen, wenn wir in die Schweiz fahren, warum müssen wir jetzt hier noch Geld wechseln oder auch nach Dänemark, dass wir sukzessive praktisch dieses digitale Europa an der Stelle mitbekommen.
Jörg Lenz Und das heißt wiederum für die Verwaltungen auch. Die haben dann natürlich damit zu tun, dass aus anderen Ländern Bürger einfach gewohnt sind, dass das viel digitaler geht. Also stell dir die nordischen Länder vor mit ihrer Akzeptanz von digitalen Identitäten oder ganz einfach auch Niederländer. Aber dieses bisherige Grummeln, dass da in Deutschland alles so umständlich ist, das lässt sich mit dieser, ich sage lieber immer digitalen Brieftasche, weil der Begriff Eudi-Wallet ist ein relativ technischer.
Jörg Lenz Wenn du das im Transkript nachher liest, hast du alle möglichen Übersetzungen. Da heißt das Euda-Wallet und sonst was. Also mit dieser digitalen Brieftasche, in der wir Identitäten und vor allem Nachweise verwalten. Können wir dann entsprechend agieren. Aber jetzt, bevor ich in lange Reden verfalle, Micha und Thorsten, ihr habt bestimmt weitere Punkte.
Torsten Frenzel Ich habe noch eine Zwischenfrage. Ich habe ja jetzt zwei Experten, die sich mit der Eudivollet gut auskennen. Ich bin neulich gefragt worden, die Eudivollet ist ja europaweit. Das heißt, jedes Land entwickelt eine eigene Eudivollet. Gut, da können wir auch nochmal drüber diskutieren, ob das überhaupt Sinn macht und ob wir nicht eine.
Torsten Frenzel Also, wenn ich die Eudivollet jetzt schon früher haben möchte, Da könnte ich mir doch eigentlich auch eine französische Eudi-Wallet holen und die in Deutschland verwenden, oder?
Jörg Lenz Sofern das Ding eine Konformitätsbewertung durchlaufen hat. Also was ist wirklich eine Eudi-Wallet? Das sind zumindest der Definition praktisch der EU-Verordnung nach, welche die dann. Entsprechend von Konformitätsbewertungskriterien für den Markt zugelassen sind. Woher kennt man diesen Vorgang eigentlich auch schon?
Jörg Lenz Damit, womit Namirial unter anderem Geld macht, nämlich für die Bereitstellung von Zertifikaten für elektronische Signaturen und Siegel. Also das heißt, der Prozess muss vorher durchleuchtet werden. Und so eine Konformitätsbewertungsstelle, da hast du in Europa eine ganze Reihe von Firmen, die dieses entsprechend technischer Standards tun.
Jörg Lenz Und auf diese Standards wird wiederum in Durchführungsrechtsakten verwiesen. Bevor wir das jetzt aber zu kompliziert machen, erst dann, wenn eine Wallet eine Konformitätsbewertung durchlaufen hat, dann kannst du sie verwenden. Und ja, wenn Deutschland jetzt zum Beispiel am 2.1. startet und die Franzosen haben das am 24.12. bereits parat, dann geht es eher darum, hat die Verwaltung das schon so angebunden, dass sie es nutzen könnte?
Jörg Lenz Sie muss es nach meinem Kenntnisstand zumindest rein von den rechtlichen Vorgaben ab dem Zeitpunkt, ab dem im Land eine Wallet zugelassen ist. Also jetzt in unserem Fall die staatliche Wallet. Und es gibt kein bestimmtes Sanktionsverfahren, dass wenn du am 2.1. Jetzt nicht sofort da etwas anbetest, dass dir dann als Kommune irgendein Bußgeld oder dergleichen aufgedrückt wird. Michael, korrigiere mich da.
Jörg Lenz Ich habe immer versucht, das rauszukriegen. Oder Thorsten?
Torsten Frenzel Lass uns da gleich nochmal drauf eingehen, wie das in die Kommunen kommt bzw. Wie das in die Behörden kommt. Ich als User, ich nehme mal an, ich bin ein ganz normaler User, bin nicht so ein Nerd wie wir alle hier in der Runde. Ich gehe in den App Store meines Vertrauens, sehe, oh, Eudimallet aus Frankreich, die ist ja schon da, die nehme ich jetzt. Woran sehe ich denn, dass die schon zertifiziert ist?
Jörg Lenz Das ist etwas, dass das Ding eigentlich seine Konformitätsbewertung, damit es Eudi-Wallet-kompatibel ist. Ich kenne jetzt nicht, wie das im App Store sich entsprechend visualisieren wird. Es gibt eine Trusted List, das heißt also eine Übersicht praktisch von der EU, die bereitgestellt werden wird, wie wir es für die Vertrauensdiensteanbieter kennen.
Jörg Lenz Und auf diesem Vertrauensanker ist der Querverweis zu den Anbietern dieser Apps.
Michael Feygelman Also erstmal müsstest du französisch können, weil ich glaube, die App momentan nur auf französisch ist. Das wäre die erste Zugangsvoraussetzung. Die zweite, ich glaube gar nicht, dass du das innerhalb der App heraus sehen könntest. Und drittens, du wirst damit erstmal gar nichts machen können, weil halt eben die verifizierenden Stellen und auch die ausstellenden Stellen noch nicht vorhanden sind. Punkt.
Michael Feygelman Also deshalb wirst du nichts damit machen können.
Torsten Frenzel Gut, diese Frage stelle ich dann nochmal an der richtigen Stelle. Vielleicht kriege ich dann auch einen Weg aufgezeigt, wie das funktionieren kann. Aber jetzt, wir hatten ja eine Frage zurückgestellt. Und zwar war die Frage, wir müssen in Deutschland die eigentlich am 24.12. anbieten. Blablabla, haben wir schon drüber gesprochen, machen wir jetzt am 2.1.
Torsten Frenzel Ab 2.1. müssen ja auch dann alle Kommunen entsprechend die Oiti-Wallet-Anbindung anbieten. Jetzt meine Frage, an was soll man die denn anbinden, die Audi Wallet? Wofür kann ich die denn noch benutzen? Benutze ich die Audi Wallet nur als Speicher für meine Nachweise? Nutze ich die Audi Wallet, um mich zu authentifizieren?
Torsten Frenzel Da gibt es ja mannigfaltige Möglichkeiten mit der Audi Wallet. Und wenn ich jetzt zum Beispiel meine Geburtsurkunde da drin liegen habe, wie präsentiere ich die dann dann im Online-Dienst zum Beispiel oder in einer App?
Jörg Lenz Das sind alles lautere Fragen, die im Moment, glaube ich, in verschiedensten Gremien abgeklopft werden. Eines davon, es gibt ein Fachgespräch, glaube ich, der CDU-CSU-Fraktion am 7. Juli. Am 9. Juli ist ein Bitkom-Tacheles zu diesem Themenfeld geplant. Und es könnte sein, dass wir am 24.06. im Bundestag eine Aussprache im Digitalausschuss haben, bei dem genau diese Punkte hinterfragt werden.
Jörg Lenz Wir haben kürzlich in der Presse in mehreren Medien zu dem Fragestellung der Anbindung über die Fachverfahrenpublikationen, die mir zumindest entgegengekommen sind, dass es hieß, Schritt 1 ist erstmal über die Bund-ID. Weitere Optionen seien in Klärung. Einen konkreten Meilensteinplan kenne ich bislang nicht. Michael, ist dir da was untergekommen?
Michael Feygelman Nein, auch da herrscht immer noch relativ viel Ungewissheit und viel hätte wäre können, was mich persönlich auch ein bisschen frustriert. Rein vom technischen Ablauf her gibt es ja unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten, weil du jetzt gerade gefragt hättest, wie man die Geburtsurkunde präsentiert.
Michael Feygelman Bisher ist man in den Standard, wir sagen dazu OpenID for BP Flows, davon ausgegangen, dass bei der prüfenden Stelle ein QR-Code angezeigt wird. Das heißt zum Beispiel auf einem Kassensystem oder auf einem Computerbildschirm von. Dem Bürgerbüro oder wo auch immer oder bei einem Online-Dienst direkt und man dann diesen QR-Code mit seiner Wallet-App, mit seiner staatlichen Eudi-Wallet-App abscannt, dann wird quasi geprüft, ob im Bauch der Eudi-Wallet dieser Nachweis, der von diesem QR-Code, der auf diesem anderen Bildschirm abgebildet wird, im Bauch der Eudi-Wallet ist.
Michael Feygelman Und wenn das so ist, wird halt abgeglichen, ist dieser Nachweis zum Beispiel noch gültig und wird dann überstellt an die abfragende Behörde. Das ist so der geplante Weg und ich hatte ja gerade schon zu Beginn skizziert, dass es halt dann der Anspruch sein muss, von diesen prüfenden Stellen einen QR-Code irgendwo abzubilden.
Michael Feygelman Und das war eben schon auf einigen Stellen oder an einigen Stellen, mit denen wir gesprochen haben, schon eine hohe technische Hürde. Deshalb hat man jetzt auch, und da habe ich jetzt von der Sprint von der Woche einen Termin gehabt mit, die Überlegung gehabt, auch ein Lichtbild mit reinzubringen in die Oudi-Wallet.
Michael Feygelman Bisher war das nicht vorgesehen, aber da hat man jetzt so ein bisschen seinen ursprünglichen Gedanken aufgeweicht, damit man bei einem Sichtprüfungsszenario auch das Lichtbild auf dem Handy zeigen kann, um damit quasi dann so eine Verifikation zwischen, Sichtprüfung und dem Besitzer des Handys machen kann.
Jörg Lenz Solche Überlegungen werden übrigens immer wieder auch in sogenannten Open-Consulting-Runden geteilt. Also es gibt auf GitHub von der Sprint entsprechende Dokumentationen. Und zu der Frage jetzt der konkreten Anbindung an Verwaltungsleistungen kann man sich beispielsweise an dem Zielbild orientieren, das im IT-Planungsrat auf der Website, der am 21.
Jörg Lenz Oktober 2025 erstmals veröffentlicht wurde und von dem es heißt, man wolle jetzt im Juni praktisch über dieses Zielbild drüber schauen. Aus dem lässt sich ableiten, dass eben dieser stufenweise Vorgang, dass man sagt, zunächst machen wir das mal über die Bund-ID. Dann haben wir aber die Überlegung, einen Adapter zu verwenden, also eine Softwarekomponente, die quasi als Vermittler zwischen der Behörden-IT und dem System der Eudi Wallet funktionieren soll.
Jörg Lenz Die soll dann Verwaltungsnachweise verständlich machen für das Format, was die Wallet hat und das will man in einer ersten Ausbaustufe bis Ende 2026 bereitgestellt wissen. Das ist der aktuelle Diskussionsstand. Das heißt noch nicht, dass man hundertprozentig damit verbindlich rechnen kann, aber das ist im Moment das, was ich so an Kenntnis dazu habe.
Jörg Lenz Und jetzt bei Behörden, die keine eigenen technischen Kapazitäten haben, muss man überlegen, ob man auch einen zentralen Dienst als Bund machen kann, dass man nicht in jeder einzelnen dieser 11.000 Kommunen einen eigenen Adapter betreiben muss. Wer muss sich jetzt um das Zeug kümmern? Ihr dürft mich immer korrigieren, wenn meine Recherchen falsch sind.
Torsten Frenzel Ich muss gleich mal reingrätschen und zwar was um den Adapter angeht. Also geht es ja tatsächlich nur um Datenübertragung, die richtigen Stellen miteinander verknüpfen. Das haben wir in Deutschland schon. Fit Connect. FitConnect ist eine Infrastruktur, die bundesweit zur Verfügung steht und zwar zentral.
Torsten Frenzel Das heißt, über FitConnect komme ich in jegliche Kommune und in jegliche Behörde rein. Das heißt, man könnte einfach die Audi Wallet an FitConnect anbinden und dann, keine Ahnung, noch ein paar Prüfmechanismen dazwischen und schon hätten wir die Infrastruktur da, weil die Infrastruktur steht schon.
Jörg Lenz Wo sich ja wieder die Frage stellt, ist das auf dem Radar der Sprint? Mutmaßlich ja, oder?
Torsten Frenzel Also auf dem Radar der FitCo ist es mit Sicherheit.
Jörg Lenz Also von der FITCO gab es doch jetzt vor kurzem auch ein entsprechendes Announcement, welche Projekte für die Anbindung herausgesucht wurden, exemplarischer Natur. Es waren glaube ich drei oder vier, die im Juni kommuniziert wurden als Vorzeigeprojekte für die Anbindung an die Eudi Wallet. Das Ganze ist zu finden unter dem Dach praktisch, wie geht es mit Not weiter, mit diesem nationalen… Once only technical system. Exaktement.
Jörg Lenz Ich wollte nur nicht die falsche Akronymerklärung. Also, was ja quasi wie eine Art Schlüssel zu diesen Verwaltungsnachweisen entsprechend agiert. Und da sind drei Projekte ausgewählt. Vielleicht kann ich während unseres Chats hier auch noch entsprechend recherchieren, was ich nicht gerade auswendig im Kopf habe dazu. Ich glaube, wir haben es sogar in unseren Notes drin.
Torsten Frenzel Ich würde mal gleich mal noch eine nächste Frage stellen. Ihr seid ja beide eher von der technischen Seite. Welche Voraussetzungen technischer Natur muss denn so eine Behörde mitbringen? Ich sage jetzt immer Allgemeinbehörde und meine damit auch Kommunen, weil es gibt ja auch Bundesbehörden und Landesbehörden, deswegen benutze ich den Terminus.
Torsten Frenzel Welche technischen Voraussetzungen muss man denn mitbringen, um überhaupt die Audi Wallet akzeptieren zu können?
Michael Feygelman Also, ich muss auf Basis der Erfahrungen, die wir jetzt bisher sowohl auf der Bundesebene als auch der Städteebene ganz klar sagen, dass es an der Technik nie gescheitert ist. Wir versuchen da viel so mit REST-API-Schnittstellen zu arbeiten, um unsere Wallet-Systeme dort anzuschließen und es vielmehr innerhalb der IT ein oder zwei Menschen braucht, die da wirklich auch ganz, ganz aktiv bereit sind, mutig in ein sehr unbekanntes Feld reinzugehen, weil wir haben festgestellt, dass wenn wir auf Städte zugehen, das wird dann relativ schnell so ans Digitalamt und das IT-Amt rübergeschoben und wenn da nicht jemand sitzt, der bereit ist, auch mal drei, vier Rückschläge mitzumachen, Dann wird es halt sehr, sehr schwierig.
Michael Feygelman Ich selber bin jetzt auf einer Produkt-Sales-Schiene. Ich könnte jetzt nicht zu sehr in die Fachverfahren reingehen und dazu was sagen, aber wir haben halt gemerkt, es wird nur dann erfolgreich, wenn halt wirklich auch der, ITler oder der ITler mit im Boot ist und da wirklich bereit ist, über 100% zu geben.
Torsten Frenzel Für mich das ganze Thema Audi Wallet, also ich finde, die Audi Wallet ist das wichtigste IT-Projekt für Bürgerinnen und Bürger, was wir gerade in der Verwaltungsdigitalisierung haben. Wenn wir die Audi Wallet verkacken, auf Deutsch gesagt, dann brauchen wir nicht mehr die nächsten zehn Jahre nicht mehr ankommen mit Verwaltungsdigitalisierung.
Torsten Frenzel Zumindest nicht mehr in Richtung Bürgerinnen und Bürger. Also da muss Marketing gemacht werden und so weiter und so weiter. Trotzdem kann ich die Audi Wallet noch nicht so richtig greifen. Ich kann es greifen als Nerd. Ich weiß, ich finde Wallets cool, da gibt es jede Menge. Ich mache auch meine ganzen Zugtickets und alles in die Wallet rein, das ist alles super.
Torsten Frenzel Aber ich kann die Wallet noch nicht so richtig greifen als User, als Bürger. Was bringt mir diese Oidi Wallet, außer dass ich wieder eine schicke neue App habe?
Jörg Lenz Also mein Mikrofon ist offen, da kann ich mich mal kurz zwischendrin melden. Wenn du dir auf Veranstaltungen wie der Republika zum Beispiel diese Dinge anhörst, dann ist einer der ersten Schritte, die auch benannt werden, naja, auch mal der Altersnachweis. Also ganz trivial. Du stehst in irgendeinem Supermarkt, egal mal welches Namens, du bist an der Selbstbedienungskasse.
Jörg Lenz Du möchtest dir für den Abend noch einen kleinen guten Rotwein gönnen. So, dann wartest du, bis dir irgendjemand das freischaltet, weil ja eine Altersverifikation gemacht werden muss. An der Stelle möchtest du aber nicht unbedingt, dass du einen Personalausweis dann zeigst, gerade jetzt so, wenn du eben vielleicht aussiehst, als wärst du irgendwo zwischen 16 und 25.
Jörg Lenz Das ist einfach lästig und du möchtest auch gar nicht wissen, dass die Person dann weiß, wie du heißt, womöglich wo du wohnst und dergleichen. Also datensparsames Teilen. Es gibt andere Sektoren, wie zum Beispiel Online-Gaming oder andere Bereiche, in denen man auch Altersverifikationen braucht, an denen man auch kein Interesse hat daran, dass man einen Datensatz teilt, wo es eigentlich nur darum geht, 18, ja oder nein.
Jörg Lenz Das ist schon mal eines dieser Beispiele. Das andere natürlich, wir hatten vorher schon mal kurz von der IKFZ gesprochen, ganz trivial. Ich kann den Fahrzeugschein zum Beispiel zu Hause liegen lassen, kann aber die Fahrgenehmigung, wenn jetzt mein Sohnemann mal einfach das Auto ausleiht, das Auto ist entsprechend versichert, also dass es nicht nur ein einziger Fahrer zugelassen ist, dann hat der praktisch einen Nachweis, dass er mit diesem Fahrzeug unterwegs ist.
Jörg Lenz Wir kennen alle vielleicht noch aus den 90er Jahren und 2000er Jahren so diese Vollmachtzettel, wenn man das Fahrzeug von den Eltern ausgeliehen hat, um zum Beispiel nach Italien zu fahren. Diese Dinge sind damit viel, viel einfacher umsetzbar, wobei, wenn du dir in der Masse das anschaust, also wer setzt am meisten drauf, dass sich hoffentlich diese Audi Wallet durchsetzt?
Jörg Lenz Im Moment sind es ein bisschen die Banken und die Versicherung. Und warum? Na, weil die sagen, sie möchten mehr Neukunden, sie möchten ein möglichst einfaches Tagesgeld-Onboarding, Festgeld-Onboarding etc. Und deswegen siehst du jemand, der auch schon hier in diesem Podcast war, der Oliver Lauer, eben dafür propagieren, dass das ein Feld ist, mit dem sich bitte alle im Finanzbereich entsprechend beschäftigen sollen.
Jörg Lenz Idealerweise hat er ja auch die Vision, dass wir dann damit Payment-Aktivitäten entsprechend triggern können. Also wenn du jetzt mal uns fragst, so als Vertrauensdiensteanbieter, wer interagiert mit euch im Moment am allermeisten, dann sind es tatsächlich Banken, Finanzdienstleister, Versicherungen. Die haben nämlich auch noch einen anderen Druck. Da gibt es noch eine andere EU-Verordnung und die ersetzt das deutsche Geldwäsche-Gesetz.
Jörg Lenz Das Ding heißt Anti-Money Laundering Regulation. Das wird in der Verwaltung dort immer spannend, wo eventuell noch Zahlungen oder Nachweise zum Beispiel für eine Finanzierung erforderlich sind. Also dort, wo du eine Prüfung der Legitimation nach dem Geldwäschegesetz hast. Das heißt, da kommt also aus einem anderen Rechtsbereich ein entsprechender Druck und eine Behörde, die AMLA, die wird dann neben der BAFIN sukzessive BAFIN Aufgaben übernehmen und die wird schlichtweg schauen, ob die Vorgänge entsprechend konform und koscher sind.
Torsten Frenzel Also wenn ich das richtig interpretiere, da haben aktuell die Wirtschaft, ganz speziell die Finanzwirtschaft, ein größeres Interesse daran, die All-Di-Wallet einzusetzen als die Verwaltung.
Michael Feygelman Das würde ich nicht so sehen. Da würde ich klar sagen, nein, die machen das aus einer anderen Motivation heraus, aus einer deutlich wirtschaftlich getriebeneren Motivation heraus. Während das bei der öffentlichen Verwaltung und so nehme ich die Diskussion in der nicht nur LinkedIn-Bubble, sondern auch größeren Bubble heraus, dass das immer, die Eudi-Wallet wird immer aus so einem Rechtsrahmen heraus argumentiert als Verpflichtung für die Kommunen, um der EIDAS-Verordnung zu entsprechen und und und.
Michael Feygelman Das stimmt auch alles, aber wir vergessen immer so ein bisschen bei der Diskussion, dass die Audio-Wallet ja auch Mehrwerte für die Sachbearbeiterinnen und die Bürgerinnen stiften sollen und, meine Empfehlung ist auch immer, aus so einer Position heraus zu argumentieren, aus einer positiven Grundhaltung heraus zu sagen, welche Mehrwerte, welches Plus erzeugt die Audio-Wallet und nicht, ich habe es jetzt schon wieder in ein paar Beiträgen gehört, was passiert mit den Daten, wenn damit was Schlimmes geschehen sollte und warum sollte man das besonders sicher machen?
Michael Feygelman Ja, alles wichtige Themen, aber aus so einer Kommunikation heraus, auch gegenüber der öffentlichen Verwaltung, immer besser über Mehrwerte zu sprechen. Und du hast jetzt gerade zu Beginn gefragt, was bringt es den Leuten, diese Eudi-Wolle zu haben oder was ist das? Es ist einfach dieses, ich spare mir den Weg zum Bürgerbüro, um in Vor-Ort-Szenarien, wo ich eigentlich meine Identität nachweisen soll, eben im Bürgerbüro das zu machen oder halt dann über die Bund-ID, was auch nochmal ein bisschen komplexerer Prozess ist.
Jörg Lenz Ich könnte ein bisschen konkrete Sachen droppen, die im Umfeld jetzt von Notes und von FITCO am 27.05. Kommuniziert wurden, dass damit gestartet werden soll. Fangen wir mal an nach Bundesländern. Also Baden-Württemberg sagt, wir haben das Thema Elterngeldantrag und Elterngeldregister und wollen da praktisch die Verzahnung mit der Eudi-Wallet machen.
Jörg Lenz In Bayern geht es um die digitale Baugenehmigung und das digitale Grundbuch. Berlin beschäftigt sich mit Themen wie Gaststättenerlaubnis und Gründen innerhalb von 24 Stunden, aber auch das Schuldnerverzeichnis. Dann gibt es Beispiele aus Nordrhein-Westfalen. Da geht es um den digitalen Betreuerausweis.
Jörg Lenz Hessen beschäftigt sich mit der Schulbescheinigung und in Mecklenburg-Vorpommern geht es um Bauvorbescheide, digitale Baugenehmigungen und Liegenschaftskataster. Und für die Grundsicherung im Alter und Register für ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt, damit beschäftigen sich beispielsweise Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Jörg Lenz Jetzt haben wir mal ein bisschen Butter bei den Fischen.
Torsten Frenzel Das sind ja hauptsächlich Anwendungen für Notes, dass man sich die Nachweise digital hin und her schieben kann, ohne dass der Bürger die hin und her tragen muss.
Jörg Lenz Aber da geht es um, dass das Ganze in die Eudi-Wolle bereitgestellt werden kann.
Torsten Frenzel Jetzt frage ich mich, wenn ich Schuldner bin und im Schuldnerregister stehe, warum will ich das denn in meiner Eudi-Wallet haben?
Jörg Lenz Die Thematik ist, wenn du Kredit haben möchtest, da kannst du ja verschiedene Formen von Krediten bekommen. Zum Beispiel ein starkes Geschäft, was gerade im Wachstum ist, sind so Buy-Now-Pay-Later-Angebote. Und es gibt auch Bereiche, beispielsweise du möchtest eine Kreditkarte, aber du hast jetzt vielleicht nicht unbedingt den allerbesten Schufa-Score.
Jörg Lenz Das ist aber für jemanden nachvollziehbar als Bank, wenn es um deine Kreditwürdigkeit geht über verschiedene Diensteanbieter. Also das bedeutet, das ist nichts anderes als einen transparenten Weg zu finden, um doch noch an irgendetwas zu kommen. Die Eintragung im Schuldenregister ist heutzutage nichts mehr, was irgendwie, wenn du dir anschaust, wie solche Dienste zum Beispiel aussehen, was im GWG-Bereich typisch ist.
Jörg Lenz Also dass man eine Kreditwürdigkeitsbewertung macht. Da werden ja viele Datenrahmen mit dazu angezogen. Sehe ich jetzt also nicht als, vielleicht nicht im Kerninteresse desjenigen, der verschuldet ist, aber du musst teilweise, um überhaupt an etwas zu kommen, musst du ja solche Nachweise teilweise beibringen.
Jörg Lenz Und vielleicht möchtest du das proaktiv machen und nicht über einen Drittdienst.
Torsten Frenzel Ja, da sehe ich eher das Not. Also ich weise mich aus und sage, der bin ich und dann fragt die Bank im Schuldnerregister nach und dann, oder wer auch immer mir Kredit geben will, im Schuldnerregister nach und kriegt die Information. Also ich sehe das nicht, dass das ein Bürger oder Bürgerin mitschleppen muss, auch wenn es jetzt nichts mehr wiegt, wenn es digital ist.
Jörg Lenz Dann schauen wir tiefer rein, was die Berliner mit ihren Thematik da, das Ding nennt sich im O-Ton Anschlussvorhaben Finanzanlagenvermittler, Gaststättenerlaubnis und Schuldnerverzeichnis konkret vorhaben. Und wo man sowas, glaube ich, typischerweise dann auch schon nachvollziehen kann, es gibt diesen Eudi Wallet On Event in Berlin am 25.06., bei dem auch eine Online-Übertragung möglich ist, kostenlose Teilnahme möglich ist.
Jörg Lenz Und da treffen sich Menschen, bei denen man klassischerweise nachbohren kann. Wie sieht das denn im Detail aus und was ist explizit mit Schuldnerverzeichnis gemeint? Wobei meistens findet man diese Information dann auch auf den Webseiten. Also von daher tiefer reinbohren bei was macht das Land Berlin oder was hat es vor?
Torsten Frenzel Also Gaststättenerlaubnis kann ich mir gut vorstellen. Die muss man immer mal wieder vorweisen, wenn man kontrolliert wird. Gerade wenn man so fliegender Händler ist. Das kann ich mir gut vorstellen bei sowas. Bei den ganzen Nachweisen, die wir hier jetzt elektronisch und vielleicht auch aus Sicht beifügen können, hat es dir ja Michael vorhin schon mal angesprochen, dass überlegt wird, QR-Codes und Lichtbilder mit reinzumachen.
Torsten Frenzel Was würde denn noch so fehlen oder beziehungsweise gibt es Hindernisse, die so einen Ende-zu-Ende-Nachweis überhaupt möglich machen?
Michael Feygelman Ja, also das Thema Lichtbild ist wirklich jetzt schon sehr groß und breit diskutiert worden. Das ist ja vor allen Dingen ein Problem, wenn wir den Ausweis auslesen, dass es momentan ja technisch nicht möglich oder erlaubt ist, aus dem Ausweis heraus das Lichtbild herauszuziehen. Aber es sind vielen Antragsprozessen einfach bisher notwendig war, das mit hochzugeben und dementsprechend war das auch im Tech-Stack der Audi-Wallet nicht vorgesehen.
Michael Feygelman Das wäre auf jeden Fall einer der ganz, ganz großen Punkte. Und dann, was ich auch noch problematisch sehe, wenn wir Verwaltungsleistungen immer wieder machen müssen. Beim Sozialpass, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, das ist eine Leistung, die muss immer wieder aufs Neue neu beantragt werden, weil sich der Status des Bürgers nach einem Jahr in der Regel, solange ist der Sozialpass gültig, dann auch mal ändern kann, weil er zum Beispiel Einkommen auf einmal hat oder weil sein Wohngeldbescheid nicht mehr gültig ist.
Michael Feygelman Und bei dieser Wiederholung und bei diesem Neuantrag müsste man auch mit der Eudi-Wallet immer wieder neu durch den Prozess durchgehen. Wir hatten jetzt so ein paar Wallet-Varianten, die Stadt Heidelberg hat sich das gewünscht, dass auch diese Automatisierung der Verlängerung, nämlich ich lade nur noch einen Leistungsbescheid hoch, so war die Wunschvorstellung, und brauche dann nicht nochmal durch die Authentifizierung zum Beispiel durchzugehen in auch teilweise anderen Verfahren, sondern lade den Leistungsbescheid hoch und kriege dann ohne irgendeinen Antragsprozess dann einfach nochmal den, Sozialpass verlängert, weil ich habe ja schon mal meine Daten der Behörde übermittelt.
Michael Feygelman Also Stichwort langfristiger Kanal und wenn wir auch über die Deutschland-App reden, die haben wir auch als Thema durchaus im Scope. Dass da gesagt wird, dass es doch sinnvoller wäre, einen langfristigen Kanal zwischen der Bürgerin und der Verwaltung aufzubauen, damit halt solche wiederkehrenden Prozesse eben nicht unnötigerweise nochmal und nochmal nach den Informationen da bedarren.
Torsten Frenzel Da habe ich gleich eine Frage dazu. Aber zum Lichtbild zum Beispiel, das sehe ich gar nicht als problematisch. Weil alle Lichtbilder, die auf dem Ausweis sind, die sind alle zentral gespeichert. Und wenn ich mich eindeutig mit meinem Personalausweis identifizieren kann, dann könnte ich auch eindeutig das Bild aus der Datenbank holen und in der Wallet irgendwo speichern.
Michael Feygelman Ja, also beim Lichtbild kommen ja nochmal so ein paar mehr Sachen dazu. Das ist ja nicht einfach nur ein Foto. Das ist ja auch noch ein bisschen besonders gesichert und ein bisschen anders aufgedruckt auf dem Ausweis. Es ist ja nicht einfach nur eine Fotokopie als PNG, die auf den Ausweis gepackt wird. Da gibt es ja noch ein paar Sicherheitsmerkmale.
Michael Feygelman Insofern gibt es da schon noch die ein oder andere Höhe mehr, das einfach da rauszuziehen und dann digital abzubilden, sodass es auch mit den gleichen Sicherheitsmerkmalen bei einer Sichtprüfung sinnvoll wäre. Ich weiß jetzt nicht, was da noch mehr die technischen Hürden dahinter sind, aber das waren auf jeden Fall so Problemfälle, die halt dafür gesorgt haben, dass es eben nicht so einfach ist, wie man denkt.
Torsten Frenzel Okay, also da denke ich wahrscheinlich zu einfach, weil das Bild könnte man signieren. Es gibt ja inzwischen auch einen Signaturservice, der QR-Codes erstellt, wo es eine App gibt, wo ich den QR-Code quasi verifizieren kann. Also das gibt es ja alles schon. Okay, dann werden wahrscheinlich die Spezialisten da einen tieferen Einblick haben und ich denke vielleicht zu einfach.
Torsten Frenzel Aber ich will nochmal zurück auf diesen dauerhaften Kanal zwischen Behörde und, Bürgerinnen und Bürgern. Siehst du auch, dass man die Eudi-Wallet als Art Kommunikationspostkorb verwenden kann? Weil wenn ich schon so einen digitalen Kanal da drin habe, könnte ich ja durchaus auch eine Nachricht reinschicken.
Michael Feygelman Ja, natürlich. Da würden jetzt wahrscheinlich die Leute von der Bund-ID, die sich das ja jetzt in den letzten paar Monaten auch so ein bisschen auf die Fahne geschrieben haben, die haben ja jetzt auch ganz klein im Stack gesagt, dass sie einen Rückkanal aufbauen wollen und da jetzt wieder aufschreien und dann jetzt auch noch mit der Deutschland-App.
Michael Feygelman Also da gibt es ja jetzt nochmal weitere Bestrebungen, eben diesen Rückkanal mit aufzubauen. Das heißt, da muss ja schon irgendwo der Sinn erkannt worden sein von den verschiedenen Akteuren, dass so ein Rückkanal durchaus sinnvoll ist. Ob das jetzt die Eudi-Wallet abbildet, das ist dann am Ende des Tages bei der Sprint und beim BMDS oder ob es dann halt die Deutschland-App ist oder es gibt ja noch ein paar andere Projekte, die nebenher laufen, wie diese Kommunikationsplattformen aus Sachsen-Anhalt unter anderem.
Torsten Frenzel Also ich hoffe ja nicht, dass das die Audi Wallet wird. Und eigentlich sollte man sich auch mal auf eins beschränken. Das, was jetzt für die Deutschland-App geplant ist, ist Wire im Hintergrund. Und das, was aber als zentrale Infrastruktur schon existiert, ist Zapuk. Es ist ein Matrix-basiertes System. Das ist auch schon in FitConnect integriert.
Torsten Frenzel Also man könnte hier tatsächlich einfach Dinge nutzen, die schon da sind und muss sie nicht neu erfinden. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob die Bund-ID hier auch einen eigenen Rückkanal baut oder Zarpuk verwendet. Ich hoffe, dass sich alle auf Zarpuk konzentrieren und nicht jeder wieder irgendeinen Quatsch baut.
Michael Feygelman Ja, als ich in Nürnberg auf der Messe für die öffentliche Verwaltung war, da, hat die Bund-ID ganz klar einen eigenen Weg damals noch gebaut, aber ich glaube, da war Zarpuk noch in den Kinderschuhen und ich würde mir wünschen, aus Steuerzahler sich, dass das irgendwie seinen Weg zusammenfindet.
Torsten Frenzel Ja, ist auch für euch als Unternehmen ist das ja auch viel einfacher. Wenn ich jetzt eine zentrale Schnittstelle habe mit einem offenen Schnittstellenstandard, dann muss ich nicht fünf verschiedene anbinden und auch Bürgerinnen und Bürger haben halt einen Kanal und nicht fünf Kanäle. Wir müssen dann wieder suchen, ach so, Kfz kommuniziert über den Kanal, die Ausweis-App über den und die Bund-App oder die Deutschland-App, da kriege ich es wieder wo ganz woanders rein.
Torsten Frenzel Also das wäre nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und da wären wir wieder ganz knapp davor, die Digitalisierung wieder gegen den Baum zu fahren. Was gibt es denn noch für Themen, die euch konkret noch auf den Nägeln brennen, die wir vielleicht noch besprechen sollten? Weil wir sind schon bei einer Dreiviertelstunde.
Jörg Lenz Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation, die egal ob es sich um jemand in der Verwaltung handelt oder ob es sich um jemand in der freien Wirtschaft handelt. Es wird langsam aber sicher Zeit, dass einfach klare Meilensteine, wann welche Infos zur Verfügung stehen können, im zweiten Halbjahr benötigt werden.
Jörg Lenz Es gibt mittlerweile ein FAQ auf der Webseite von der Eudi Wallet. Die werden wir auch in den Shownotes verlinken. Und da kann man praktisch zu einigen von den typischen Fragen, ich glaube es sind so 40, 50, schon mal den momentan offiziellen Stand nachvollziehen. Was ich aber vermisse, das adressiere ich auch immer wieder sehr gerne, ist eine Art Meilensteinplan, dass du sagst, wann stehen voraussichtlich welche Entscheidungen fest.
Jörg Lenz Also in den FAQs finden sich so ein paar kleine Preziosen. Und wenn es dann heißt, ja wann können denn die Behörden vielleicht damit rechnen, dass sie Informationen aus dem Pilotprogramm der Landeshauptstadt Dresden und dem Freistaat Sachsen haben, da gibt es eine Testphase bis zum zweiten Quartal 2026, dann würde ich eigentlich mir wünschen, dass man einen Zeitstrahl hat, der dann sagt, so voraussichtlich zum 15.07.
Jörg Lenz Kommunizieren wir darüber. Aber ich hoffe, dass das vielleicht einen kleinen Tuck sogar früher sein könnte. Denn wie gesagt, es gibt so ein Fachgespräch am 7.7. Und dann gibt es eine Bitkom-Tacheles-Runde am 9.7., die prominent besetzt ist. Unter anderem mit Dr. Markus Reichel. Und wenn jemand weiß, was in Dresden abgeht.
Jörg Lenz Dann ist er auch meistens recht nah dran. Also jetzt hat ja aber nicht jeder die Zeit, bei solchen Veranstaltungen überall mitzuhören und dann wieder in YouTube was anzugucken. Also es sind sehr viele Puzzlestücke. Deswegen wäre es schon hilfreich, wenn wir so eine Art Dashboard, Fortschritts-Dashboard haben.
Jörg Lenz Wir kennen dieses Dashboard Digitale Verwaltung. Und dann wissen wir, da sieht man manchmal, wie viel EID-Nutzungsvorgänge auf den Servern von Governicus und der Bundesdruckerei laufen oder wie oft die Ausweis-App heruntergeladen wurde. Das sind die Blicke in die Vergangenheit, damit aber Menschen planen können.
Jörg Lenz Auch zum Beispiel eine Kommune, die sagt, aber wenn ich Kommunikationsmaßnahmen vor der Eudi Wallet im vierten Quartal noch machen soll, dann brauche ich heute eine Ressourcenplanung. Also dann bitte vor der Sommerpause lasst mich wissen, wo ich da vielleicht Finanzen und wo ich da Geld einstellen soll und wo vielleicht ich als Kommune auch unterstützen kann, wenn dieser PIN-Rücksetzdienst.
Jörg Lenz September oder Oktober startet, dass ich dann vielleicht auch daraufhin plane, dass ich die einen oder anderen Leistungen, die ich vorhabe anzubieten oder die ich sowieso anbiete, dass das nicht mehr Dinge sind, die halt irgendwie so, ja, machen wir auch. Dann müsste gucken in den Kommunen, die Mitarbeiter nicht nur zu schulen, sondern im Idealfall zu motivieren und zu incentivieren.
Jörg Lenz Also wie vorher Michael gesagt hat, ein, zwei Nasen, die begeistert sind und die dann vielleicht auch nach außen hin dafür gelobt werden, dass sie wertgeschätzt werden, dass sie hier die Digitalisierungslotsen sind. Also diese Aspekte jetzt des Change-Managements auf der menschlichen Seite. Die gilt es noch ein bisschen hinzubekommen.
Torsten Frenzel Jetzt muss ich mal eine Lanze für die EID brechen, weil diesen PIN-Rücksetzdienst, Es ist ganz schön, wenn ich meine PIN von zu Hause aus irgendwie zurücksetzen kann und dann den Brief kriege. Ich kann das aber ganz einfach auch machen. Ich gehe ins Bürgeramt und da muss ich auch keine Nummer ziehen und keinen Termin machen, sondern ich gehe ins Bürgeramt und sage, ich muss meinen PIN ändern und dann kann ich meinen PIN direkt vor Ort ändern.
Torsten Frenzel Das geht, das hat auch einen lustigen Namen, das heißt Schlotte PIN, aber das geht schon immer. Das geht schon, seit es die EID gibt, kann ich in meine Behörde gehen, in mein Bürgeramt und sagen, ich muss meinen PIN ändern, ich habe den vergessen, ich habe den verloren. Wie auch immer. Und das geht schon die ganze Zeit.
Jörg Lenz Thorsten, nicht in allen Kommunen ist das leider so einfach. Also schau dir beispielsweise Bremen an. Also du hast in verschiedensten Kommunen wirklich ein Problem, einmal Termine zu kriegen. Dann ist das Bürgerbüro wegen Krankheit gerade geschlossen, weil die sind dort unterbesetzt. Also von Kommune zu Kommune ist das Erleben dieses Vorgangs sehr, sehr unterschiedlich.
Michael Feygelman Genau. Und da ist auch das Thema, was Jörg jetzt... Ganz stark propagiert hat, Kommunikation. Ich glaube, von den knapp 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, die die Online-Ausweisfunktion aktiviert haben, wissen von den 80 Prozent, die es nicht gemacht haben, vielleicht nur ein ganz kleiner Bruchteil, dass es so eine Möglichkeit gibt. A. Und B.
Michael Feygelman Mir graut es ein bisschen. Wir hatten im Januar 2025 2,7 Millionen Transaktionen mit der Ausweis-App. Im Januar 2025. Und im Dezember 2025 sind es nur noch 2,2 Millionen. Also die Transaktionenanzahl ist leicht rückläufig und weil jetzt gerade sagtest, was so ein bisschen unser Abschlussplädoyer ist, ich habe so ein bisschen noch Bauchschmerzen.
Michael Feygelman Wir haben jetzt seit 16 Jahren die Möglichkeit, uns online zu identifizieren. Seit neun Jahren theoretisch hat jeder Ausweis diese elektronische Ausweisfunktion, der neu hergestellt wird. Und wir haben es geschafft, auf eine Nutzungsdurchdringung von 20 Prozent zu kommen. Ich frage mich wirklich, wie wir in den verbliebenen sechs Monaten es schaffen wollen, das nochmal mindestens zu verdoppeln.
Michael Feygelman Da graut es mir so ein bisschen und ich würde mir als Bürger alleine schon wünschen, dass ich mich wirklich, wirklich irre. Aber, und das ist jetzt vielleicht auch ein bisschen provokanter Vorschlag, warum sollten wir mit der Eudi-Wallet, mit der Identifikationskomponente starten? Lasst uns die Nachweiskomponente vielleicht ein Stück weit mehr in den Fokus bringen, weil ich persönlich glaube, dass das sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei den öffentlichen Verwaltungen der einfachere Einstiegs-Use-Case ist, weil es halt eben nicht diese Hürde des PINs und der Online-Ausweisfunktion gibt.
Jörg Lenz Ich habe dazu jetzt sozusagen Michael im Hintergrund diese Frage der Vorfeldkommunikation. Also es gibt doch schon so einiges. Und was einem persönlich relevant ist bei der EID, Organspendeausweis und dergleichen, vielmehr genauer gesagt Organspenderegister, das sind Aspekte. Da konzentriert sich jetzt alles erstmal auf diese Ausrede, ja, dieses EID-Thema lösen wir dann praktisch im Oktober, November. What?
Jörg Lenz Ich kriege es im privaten Bekanntenkreis mit, wenn man dann diese Geschichten erzählt und da brauchst du halt meistens dann jemanden, der einmal dir zeigt, wie hebe ich meinen Ausweis richtig ran. Oh, das geht ja. Ach, ich kann auch, der Rentenauskunft ist meistens nicht so spannend oder auch die Kfz-Zahl der Punkte.
Jörg Lenz Aber dass man in der Familie zum Beispiel sagt, Leute, das Thema Organspende ist geklärt. Man kann bei mir im Register nachvollziehen, für den Fall, dass was wäre, dürfen meine Organe verwendet werden. Also dieses persönliche Storytelling und das nicht erst bitte im November, Dezember. Das ist meine Mission. Jeder sollte idealerweise, gerade von uns erstmal, seine persönliche Geschichte oder Geschichten, die eine Relevanz haben für den Alltagsgebrauch und im familiären Umfeld.
Jörg Lenz Also beispielsweise, wenn man seinen Kindern, seinen Ehepartnern, aber auch seinen Eltern erklärt, dass man es im Schwäbischen sei sach geregelt hat und es nachvollziehbar ist. Und das geht jetzt zum Beispiel eben mit diesem Thema Organspenderegister. Leider haben wir das recht niedrig gefahren, als das gestartet wurde.
Jörg Lenz Es ist nie unter der positiven Erzählungsgeschichte da herangekommen, dass man sagt, im Falle des Falles, also wenn es um diesen Problemfall geht, was mache ich, wenn ich als Verwandter eine Entscheidung zu treffen habe? Über das Organspenderegister lässt sich das nachvollziehen, auch wenn die Person gerade keinen Organspenderausweis dabei hat.
Torsten Frenzel Ja, also das ist auch eins meiner Lieblingsbeispiele, weil das habe ich neulich jemandem direkt vorgeführt. Das hat zwei Minuten gedauert.
Jörg Lenz Ja, Thorsten, und das ist die Geschichte, liebe Podcast-Hörer. Wenn ihr das jetzt hört, überlegt euch selber, ob das nicht ein Thema ist, in dem ihr euch immer wieder auch mal beschäftigt, wenn es eben darum geht, Dinge regeln. Ich hoffe mir, dass ich irgendwann eine Patientenverfügung als Nachweis in diese App hineinpacken kann.
Jörg Lenz Dass ich eine Vollmacht habe zum Beispiel oder wenn ich eine Vollmacht habe, dass ich, ich bin jetzt im zarten Alter von 58, meine Mutti ist 89 und ich darf für sie agieren jetzt im Umfeld beispielsweise der Krankenkassen, weil ich halt nachweisen kann, ich habe eine richterliche Vollmacht, Entschuldigung, eine Vollmacht durch den Notar.
Jörg Lenz So, das jetzt die Verwaltung zum Beispiel für die älter werdenden Eltern zu machen, die dann aber auch immer noch ein bisschen mitkontrollieren können, was macht der Junior als Sekretär, das bringt auch so eine Art innere Ruhe, dass man gewappnet ist für den Fall X.
Torsten Frenzel Genau. Also Marketing und Werbung ist mein größtes Thema, was die Verwaltungsdigitalisierung angeht. Michael kennt es vielleicht nicht mehr, weil er ist zu jung. Jörg kennt es aber auf jeden Fall. Wenn ich es so mache…, Und 5 ist Trümpf, sage, fällt dir wahrscheinlich sofort ein, Rolf, als wir damals einfach nur von 4 auf 5 stellige Postleitzahlen umgestellt haben, gab es Spielshows, da gab es Fernsehwerbung, da gab es Radiowerbung, da gab es massig.
Torsten Frenzel Also diese gelbe Hand war überall sichtbar. Warum machen wir nicht sowas auch für essentielle Dinge? Wir haben es schon beim digitalen Personalausweis verpasst. Warum machen wir das nicht jetzt wenigstens für die Audi Wallet?
Michael Feygelman Und auch wenn ich ein bisschen jünger bin, ich habe Logistik studiert und Postleitzahlen sind so ein bisschen mein kleiner Fable. Insofern, ich gebe euch da recht. Also da braucht es wirklich auch bei so einem banalen Thema wie Postleitzahlen genauso wie bei einem weniger banalen Thema wirklich nicht nur die Regierung, sondern auch die Leute untereinander. Ich fand es gerade schön, weil Jörg von einem sehr persönlichen Beispiel im Organspendeausweis erzählt hat.
Michael Feygelman Es sind so wirklich diese kleinen Momente, wenn man das Ding wirklich rausholt und zeigt und sich mit Leuten, mit Freunden und Familien unterhält. Beim Sozialpass ist es hier ähnlich. Das nutzt du ja in Freizeit- und Kultureinrichtungen, wo du ja meistens dann mit Freunden und Familien unterwegs bist.
Michael Feygelman Du denen dann an der Kasse vorzeigst, 2 Euro Rabatt bekommst, das macht so ein bisschen sozialpsychologisch auch durchaus was mit den Menschen, anstatt, ich will jetzt das IKFZ-Beispiel nicht verteufeln, aber, du hast selber gesagt, Thorsten, wann hast du wirklich das letzte Mal rausgeholt und ist nicht wirklich ein sexy Thema, um das mit Freunden oder Familie zu diskutieren, deshalb ich würde halt diese Teilhabe-Nachweise, egal ob es jetzt der Sozialpass oder was anderes ist, nochmal ein bisschen propagieren, den Organspendeausweis finde ich auch super Beispiel, also auch da, wo du so ein bisschen emotionale Story hast, da kannst du dich dann auch darauf verlassen, dass die Bürgerinnen und Bürger
Michael Feygelman untereinander das so ein bisschen propagieren.
Torsten Frenzel Eigentlich war das der perfekte Abschluss für die Sendung heute. Michael Jörg, ich bedanke mich bei euch. Vielen Dank, dass ihr hier wart und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Michael Feygelman Dankeschön. Tschüss.
Jörg Lenz Danke.