einfach HERRLICH

3. Vom Luxusleben zur radikalen Einfachheit eines Mönchs (Br. Brian)

Samstag, 1. November 2025 · 1 h 37

MP3

Shownotes

Brians spirituelle Suche hatte ihn zunächst zum Buddhismus und zur Meditation geführt. Über das Staatswissenschaftsstudium und die Philosophie fand er zum katholischen Glauben und wurde von Bischof Stefan Oster in Passau getauft. Er war maßgeblich an der Gründung der HOME Base Passau beteiligt und trat mit 30 in den Kapuzinerorden ein. Dort studiert er nun Theologie und brennt für eine Erneuerung des gottgeweihten Lebens im deutschsprachigen Raum.
In dieser Folge sprechen wir über sein Aufwachsen auf Luxuskreuzfahrtschiffen, seine Bekehrung durch Bischof Stefan Oster und wie er die Kirche als Heimat gefunden hat. Außerdem geht es um die Kunst, gute Gewohnheiten im eigenen Leben zu etablieren, welche Rolle Rechenschaft dabei spielt und wie christliche Selbstverleugnung und Askese wirklich verstanden werden müssen.

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Timestamps:
Vorspann
Einfach herrlich, dass du da bist, Br. Brian!
Sinn christlicher Askese
Seine Zeit im Luxus
Konsum vs. Selbstverleugnung
Die Kunst von Gewohnheiten
Rechenschaft im Orden
Bekehrung vom Buddhismus
Was die Kirche uns heute bieten kann
Woher kommt Erkenntnis?
Br. Brian - einfach herrlich, dass du da warst!

Ton: Joachim Zeuner
Schnitt: Theresa Haas
Social Media: Matthias Droste

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Wenn ich meine ganzen Jugend über eine Sache sicher wusste, auf meiner Suche, ja, war das, dass das Christentum und die Kirche nicht die Antwort hat. Es ist echt lustig, weil an meiner Schule einige, die mich halt erst nicht näher kannten, wirklich fest überzeugt waren, dass ich irgendwie der Sohn von einem Ölscheich oder sowas bin. Ne, unser Gott ist verzehrendes Feuer, wer hält das aus neben ihm, das ist wahr, also man darf ihn auch nicht so verharmlosen, wenn du heilig werden willst, dann musst du echt damit klarkommen.

Dich überhaupt nicht heilig zu fühlen auf dem Weg. Wir sind von christlicher Askese, ist nicht zuerst irgendwie ein ein ein Training, sondern einen Schritt zu machen in der Selbsterkenntnis. Wie war so dein Weg, so in diese Einübung der Selbstverleugnung? Bruder Brian, einfach herrlich, dass du hier bei mir bist. Ja, vielen Dank für die Einladung. Eine große Freude.

Ja, danke. Also wir sind hier wieder in Salzburg in den Studios und find es so happy, dass wir das hier machen können. Ist einfach so easy das alles aufzubauen und wir haben uns heute morgen schon gesehen bei der Messe, ich hab noch nie von einem Portioncula Portioncula Portioncula fest gehört jetzt jetzt weiß ich das ist die franziskanische Kirche so die. Am Fuße vom Assisi steht richtig. Genau auf dem freien Feld.

Auf dem freien Feld, wo alles begann, da, wo alles begann. Ja, du bist ein Kapuziner, ich bin schon total gespannt, deine Geschichte noch mehr zu hören und und was das alles mit dem Kapuzinischen Orden auf sich hat und was es alles mit Franziskus auf sich hat, da geht es ja ganz lang, aber wir werden auch viele andere Sachen noch bequatschen heute freu mich total, dass dass du Zeit hast. Ja, ich hab jetzt den Weg runter von unserem Berg durch den Regen geschafft.

Aber hier ist zum Glück trocken. Ja, hier im Studio hast du es trocken. Ja, was beschäftigt dich zurzeit? Was beschäftigt mich zurzeit tatsächlich? Vor allen Dingen 2 Dinge zum einen, ich studiere Theologie und muss meinen Gräkum noch machen, das heißt, ich Pauke fleißig krieg ich Grammatik, das heißt, der ist schon hinter dir. Und zum anderen gibt es ein paar coole Projekte, wo ich mit dabei sein darf, die jetzt gerade im Sommer über auch aktiv sind, zum Beispiel von Exodus. 90 gibt es auch ein Sommerprogramm, die Michael ist Fastenzeit und da werde ich ne Gruppe leiten und. Ach cool, du wirst ne Gruppe leiten. Ich dachte Ihr habt die Videos gemacht, das hab ich gesehen, aber es sind auch, also kannst

du n bisschen was dazu sagen also ich hab es so, ich hab es so n bisschen online gesehen aber ich. Kenn mich nicht aus, also Exodus 90 ist ja. Geboren eigentlich aus dieser verlängerten Fastenzeit vor Ostern. Die haben wir ja auch schon mal gemeinsam gemacht. Yeah, das war. Stark, das war wirklich stark. 90 Tage intensives Programm und die Leute in den USA, die das gestartet haben, die haben sich zum Ziel gesetzt, eigentlich für das ganze Jahr eine geistliche Begleitung für katholische Männer anzubieten, eben speziell für Männer. Dass die Bruderschaften, die es vielleicht zu Exodus 90. Sich gebildet haben, auch weitermachen können. Und das ist natürlich in verschiedener Intensität. Man kann jetzt nicht das ganze

Jahr über Vollgas geben und eines dieser Programme, was letztes Jahr das erste Mal stattgefunden hat, ist die St. Michaels Lenz, ST. Michaels Fastenzeit, die halt auch einen Bezug hat zu uns franziskanischen Orden, weil der Heilige Franziskus die auch gelebt hat, also die geht vom 15 August bis 29 September, da war seine Vorbereitung auf das Erzengelfest. Aber es war vor allen Dingen eben vor 800 Jahren die Fastenzeit, wo er die Wundmale, die Stigmata empfangen hat. Sie sind ziemlich mit gleichem mitten im Thema, aber großartig, da hat er sich halt zurückgezogen auf den heiligen Bergler Werner, weil er gerade in der ziemlich tiefen Krise war, Lebenskrise und hat noch mal neu das Angesicht Gottes gesucht und.

Wurde eben dann, wie man so schön sagt, besiegelt. Ja, mit diesen und malen als erster Mensch, von dem wir das sicher wissen in der Geschichte. Der erste also. Es gibt Spekulationen über Paulus, der schreibt so n paar Sachen in die Richtung, aber wirklich sicher historisch überliefert. Das ist von Franziskus.

Krass. OK, wusste ich nicht. Genau, und deswegen hab ich letztes Jahr da angebissen. Und jetzt gibt es halt ein paar Jungs, die im deutschsprachigen Raum Exodus so pushen wollen. Die haben ein Netzwerk gegründet, einfach um es ja die Sachen zu übersetzen und ein bisschen Marketing zu machen und so, und die haben mich gefragt, ob ich ja so ein bisschen der der Begleiter für den deutschsprachigen Raum, so für diese Microserience sein möchte, genau, ich. Finde es witzig.

Also wir haben ja Exodus gemacht, du hast es ja mehr, ich habe es auch mehrfach gemacht, ich glaube, einmal habe ich es probiert. Und dann relativ schnell wieder verworfen, weil ich das war einfach zu hart. Und dann das zweite und das dritte Mal haben es mir hat es mir echt gut getan, vor allem diese, ja die Gemeinschaft mit den Männern, also ja, diese Challenges und man geht echt an die Grenze, aber die Gemeinschaft mit den Männern ist, das war echt sehr cool dieses einmal die Woche sich treffen und diesen Anker oder Anker oder Buddy oder irgendwie sowas zu haben, das war, das war schon cool sich da auch irgendwie in den Challenges besser kennenzulernen gegenseitig. Aber was das Exodus 90 betrifft,

überhaupt insgesamt? Dann habe ich mitgekriegt, Sie machen Sie haben ja auch das Lend Programm und dann gibt es auch noch das Advent, ich weiß nicht wie es heißt das Programm aber im Advent und als ich dann gehört habe, dass sie jetzt noch eine neue Fastenzeit gefunden haben, irgendwo in den Archiven der der Kirchengeschichte, ich bin mal gespannt, was die dann die nächste Fastenzeit ist. Diese Bindung um möglichst viele. Angebote haben Sie für jede Saison. Haben sie inzwischen etwas?

Ach, krass, aber es ist halt dann nicht unbedingt immer eine Fastenzeit, sondern es sind halt dann verschiedene Programme, die dazu passen, also im November irgendwie für die für die Verstorbenen zu beten und sich den eigenen Sterblichkeit vor Augen zu halten, im Mai mit der Mutter Gottes und auch der Osterzeit quasi also zu lernen, auch zu feiern und den Sieg zu feiern von Christus. In Gemeinschaft und nicht quasi aus dem einen extrem vom Fasten wieder voll in das andere Extrem zu fallen, sondern zu lernen. Wie kann man auch wirklich schön feiern und solche Sachen. Also es ist eigentlich wie eine Art Begleitung, wo du teilweise einfach auch die Texte aus der Messe nimmst, teilweise andere Texte, aber du hast ja

eigentlich schon gesagt, das Wichtigste ist, die ist die Bruderschaft, also konstant zu lernen, den Weg nicht alleine zu gehen. Aber also die Bruderschaft. Wie gesagt fand ich echt so so stark, aber vielleicht vielleicht das wichtigste, Ich weiß es jetzt nicht genau, für mich war auch schon wichtig diese Fasten Ziele, also die Challenge an sich einfach diese ja kalt zu duschen, durch das hab ich lieben gelernt, das mach ich immer noch und ich muss auch sagen, also einfach diese Gewohnheiten ändern von.

Exodus heißt der Auszug aus Ägypten und Ägypten, der Sklaventreiber, der irgendwie uns unsere Gewohnheiten, die irgendwie uns eigentlich nicht zu dienen und wir sind eher versklavt, keine Ahnung, Social Media oder irgendwelchem Essen oder sonst irgendwas gegenüber und dann diese Askese, wie sie auch heißt, irgendwie einzuüben, das war eigentlich schon stark.

Ja, also. Ich glaube, es ist immer ein zweischneidiges Schwert, weil wir Männer tendieren halt dazu, aus allem irgendwie auch gleich. Wettbewerb. Wettbewerb zu machen und sich selbst irgendwas zu beweisen, so kann auch ein spirituelles Muskelspiel dann irgendwie werden. Aber genau das ist ja nicht der Sinn von von christlicher Askese, der Sinn von christlicher Askese ist nicht zuerst irgendwie ein ein ein Training, sondern ein einen Schritt zu machen.

In der Selbsterkenntnis. Also eben, wenn man die Dinge weglässt, die ja nicht in sich schlecht sind. Alle, und die weglässt, die einem normalerweise so ein bisschen über den Tag hinweg helfen und einen trösten und man damit stärker mit den tieferen, emotionalen und dann auch geistlichen Dynamiken konfrontiert wird, die innerlich so laufen und die man damit eben zudeckelt.

Also eigentlich geht es darum, da eben. So an die an die Mechanismen ranzukommen, um die ins Licht Gottes zu bringen. Und insofern ist es sehr wichtig, die Askese auf jeden Fall, man darf auch ein bisschen damit sozusagen auch spielerisch damit umgehen, auch gerade in der Bruderschaft, aber sie ist nicht Ziel in sich selber, also das habe ich, ich hatte gerade jetzt vor ein paar Tagen ein sehr schöne Erkenntnis und Licht irgendwie vom Herrn.

Wo es so darum ging. Was ist eigentlich die Grundrichtung meines Herzens und woran zeigt sich das? Ja, also ist die Grundrichtung eigentlich, dass ich konsumiere, dass ich genieße, dass ich benutze, das kann natürlich bis hinzu Formen gehen, die dann wirklich auch nicht gut. Sind aber es fängt auch schon bei kleinen Dingen an oder ist die Grundrichtung eigentlich, dass ich mich hingebe und dass wenn ich etwas sehe, zum Beispiel eine schöne Praline, was Süßes? Mein erster Gedanke nicht ist, ah, jetzt könnte ich es für mich haben und das Genießen, sondern mein erster Gedanke ist, wem könnte ich das eigentlich jetzt gerade schenken? Wem könnte ich damit eine Freude machen und in dem Augenblick, wo einem erst mal bewusst wird, wie

wenig man in dieser Grundrichtung lebt, aber wenn man dann versucht da rein zu wachsen, je mehr man da rein wächst, desto weniger werden auch Sachen wie das Smartphone zu einem Feind. Weil die sind eigentlich nur ein Feind, weil wir halt in dieser falschen Grundrichtung leben, dass wir das alles benutzen, um uns irgendwie Instant Gratification zu holen. Aber in dem Augenblick, wo ich das Smartphone eigentlich anschaue und sage, OK, ja, wie kann ich jetzt damit jemand anderem dienen, hat es seine Gefährlichkeit eigentlich verloren.

Wenn es echt was du ansprichst. Ein Grundthema, das ich auch hab. Wo konsumiere ich einfach für mich, wo will ich einfach für mich, für mich, für mich und wo? Lerne ich zu lieben, also einfach mich hinzuschenken zu geben und ich merke ganz viel in mir die Sehnsucht nach nehmen, ganz viel, ja, ich nehme das, ich nehme das, ich geb doch eh schon so viel in dem Bereich oder sonst was, jetzt brauch ich doch auch mal was für mich und ich hab auch jetzt in in in der Familie und mit Leben mit kleinen Kindern und so hab ich schon auch gemerkt Boah also ich geb da echt so viel, jetzt muss ich jetzt brauch ich auch mal was für mich so.

Und da aber dann ja, wie soll man sagen, scharf zu bleiben, fokussiert zu bleiben und sich eben nicht jetzt keine Ahnung 10 Kilo Eis reinzuballern oder was weiß ich, Social Media oder sowas, aber das bleibt für mich echt die Challenge, wenn ich die Askese ernst nehme, wenn ich die ganzen Dinge, die mir eigentlich nicht gut tun, der ganze Konsum und so weiter wenn ich das lasse mit was füll ich dann mein Herz? Und ich hab aber gemerkt, dass es, je mehr ich in Askese wachse, je mehr ich sage, ja die Dinge, mit denen ich mich eigentlich nur insecretification, temporär irgendwie versuche, diese diese Wunde zu bepflastern. Auch die Einsamkeit vielleicht.

Ja, die Einsamkeit, genau, vielleicht vielleicht mich abzulenken von mir selber. Also je mehr ich das Loslasse Weglasse, desto mehr ja sehne ich mich nach Gott, also desto mehr ist auch n Platz n Raum da irgendwie. Zeit da, auch wenn es anstrengend ist, vielleicht für am Anfang und dann bin ich mittlerweile an dem Punkt.

Danke Herr, dass ich mir denke, OK, ich habe jetzt eine halbe Stunde Zeit, es sind immer noch meine alten Gedanken an, soll ich jetzt einen Film schauen, soll ich jetzt ein Buch lesen, soll ich jetzt immerhin immerhin ein Buch lesen, statt das Handy in Hand zu nehmen, aber ich weiß, dass ich nicht glücklich das, was ich brauche, nicht glücklich sein werde, oder du wirst, du wirst jubeln, vielleicht ich.

Wenn ich irgendwo da sitze im Restaurant und ein Steak esse, dann ich habe mich schon öfter, jetzt öfter jetzt dabei ertappt, wie ich es esse und es schon genieße. Aber bisschen, wieso versuche meine mein Inneres, ja mein inneres Fass aufzufüllen, damit, aber dann merke ich, es ist schon relativ voll, das Steak macht's nicht voller und.

Ich es gibt keine, kein keine Reserve, ein langes, ein großes, gutes Steak, das macht es nicht besonders voll, sondern es macht eigentlich fast keinen Unterschied. Und jetzt sehne ich mich mittlerweile mehr danach, nach einer guten Gebetszeit als nach einem guten Steak. Das ist in der Tat schon ein ein Grund zum Feiern.

Dann gibt es Gnade. Sollen wir n Steak essen gehen deswegen? Na also. Ist unser Gespräch. Hat mich gerade tatsächlich so ein bisschen auf auf eine Sache gebracht, die ich ja immer mit mir herumtrage. Hier diese 3 schönen Knoten. Ich weiß nicht, ob man die sehen kann, aber. Die kann man sehen. Ja, Armut, Keuschheit und Gehorsam. Die 3 Gelübde, die ich als Ordensmann versprochen habe und versuche zu leben, wo es genau darum geht, eigentlich unsere Beziehungen in die Ordnung Gottes reinzubringen, also Armut ist genau das, was du gerade gesagt hast. Platz zu machen für Gott.

Also es geht nicht darum zu sagen, dass irgendwie aller Besitz schlecht ist, sondern es geht darum zu sagen, es gibt einen besseren Besitz, und wenn ich auf Komfort und Annehmlichkeiten und Konsummöglichkeiten verzichte, dann schaffe ich diesen Raum, dass er daran Platz bekommt und auch die Keuschheit ist ja genau dieses dieser.

Gedanke, andere nicht zu benutzen. Ja, sondern in der Liebe loszulassen, in den menschlichen Beziehungen. Und das hängt ja auch zusammen mit unserer Lebensform, die eine brüderliche Lebensform ist. Und das wäre auch so n Gedanke, der mir, der mir kommt, wie kann man wiederum richtig genießen, also wie kann man die diese schönen Dinge, die es ja gibt, eben in einer Art und Weise integrieren und leben, dass sie, dass sie nicht in der in der Abhängigkeit, nicht in der Ablenkung führen, dann würde ich sagen, eine Möglichkeit das zu. Zu Heiligen ist es in die in eine Gemeinschaft einmünden zu lassen, also eben das Steak nicht für sich alleine zu konsumieren, zu essen um des Genusses willen, sondern das Steak eigentlich als ein Zeichen

zu nehmen, dass der Beziehung, die man lebt, wenn man jemand zusammen essen geht, noch mal diesen. Wert zum Ausdruck bringt. Die Blumen, die du. Deiner Frau schenkst, die haben ja auch keinen Sinn. Eigentlich schmecken auch nicht mehr lecker, aber aber sie drücken eine Wirklichkeit aus und genauso sehe ich das auch bei uns. Ich kann mir halt überlegen, ob ich die Schokolade, die ich jetzt geschenkt bekommen habe, in meinem Zimmer liegen lasse und sie immer mehr reinziehe, wenn es mir schlecht geht oder ob ich sie mitnehme in die Rekreation, so heißt das, wenn wir zusammensitzen und.

Und sie mit meinem Bruder. Einen Teil habe ich weniger von, aber am Ende, Freude ist größer oder genau genau und so ist es eigentlich mit mit mit allen, also mit fast allen Dingen, dass wenn man sie dann teilt, dann führt es eben in diese Liebe hinein. Mhm, das stimmt ja. Ich meine, es gibt ja so viele tolle Sachen im Leben.

Und eine Sache, die an die ich nicht immer denken muss. Wenn ich dich sehe. Aber an dich, wenn ich an dich denke, OK, dann dann dann hab ich diesen das im im Ohr. Du hast mir damals erzählt, als wir uns kennengelernt haben, wann war das 2020 glaub ich, dass dass du schon alles erlebt hast in der Welt, dass du schon die höchsten Luxusgüter alle genießt. Genossen hast.

Ich mein das erzählt ich kenne ja deine Mutter selber, dass sie sie hat immer luxuskreuzfahrten oder Luxus. Sie war Reisebegleiterin und und ich weiß jetzt nicht, ob du in einem Champagnerpool schon mal gelegen bist, aber oder ob du in einem Pool Champagner getrunken hast und Kaviar gegessen. Aber erzähl mal ein bisschen von diesem Leben und was du selber jetzt heute mit deinem, mit deinem Verständnis von Fasten und Genuss zu tun hat. Es ist echt lustig, weil an meiner Schule einige, die mich halt erst nicht näher kannten, wirklich fest überzeugt waren, dass ich irgendwie der Sohn von einem Ölscheich oder sowas bin. Weil zum Beispiel mussten wir einmal in der ich weiß nicht in der fünften Klasse oder so unser

Lieblingsessen malen im Kunstunterricht, und ich kam halt da gerade von einer dieser Kreuzfahrten, wo meine Mum mich mitgenommen hat, weil sie beruflich dort war, und dort gab es am letzten Abend immer einen Captain Dinner mit Hummer und dann habe ich halt als mein Lieblingsessen habe ich halt an Hummer hingemalt während. Die.

Anderen irgendwie Pizza oder Pasta gemacht haben und es gab zum Beispiel auch so ein Foto von mir. Als. Kind, wie ich jetzt in der in dem Atrium von einem dieser Kreuzfahrtschiffe so einer Treppe stehe, so Goldrehling. Ja, und dann dachten die ja, das wäre bei mir zu Hause ja. Aber stehe, du hast natürlich, du hast das nie zerstreut, sondern hast.

Du na also, es ist deswegen ironisch, weil ich eigentlich ja eher aus einfachen Verhältnissen komme und eher meine Klassenkameraden die Rich Kids waren, weil die Schule, wo ich hingegangen bin, so in so einem. Ja, guten genau, mit so einigen ja obere Mittelschicht mindestens, jedenfalls genau. Es ist so, dass meine Mum eben und mein Papa auch am Anfang noch beide in der Reisebranche tätig waren und deswegen immer wieder wir die verschiedensten Möglichkeiten hatten, irgendwo mitzufahren, oder ja, unter anderem eben auch auf auf Kreuzfahrtschiffen und. Das hatte dann für mich, weil ich halt von klein auf gewohnt war, schon damals irgendwie dann nichts groß Besonderes mehr, sondern es war einfach so

normal. Wie oft pro Jahr war das? Das kann ich also ja zweimal im Jahr bestimmt, dann irgendwie ja und in der Südsee oder auf Hawaii, in der Karibik, im Mittelmeer durch den Kanal von Korinth oder eben dann gab es diesen Kaviar, einen Champagner Splash im Pool und sowas. Wobei, also Kaviar habe ich damals schon nicht gemocht, das ist so salzig, war aber alt genau Personal was dir rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wir waren einmal zur Tagung vom deutschen Reiseverbund in Dubai, wo das noch ganz neu war, 2005 wo also gerade The Palm gebaut wurde und Dubai sich so im besten Licht präsentieren wollte und die deutschen Reiseveranstalter so richtig manchmal Muskeln spielen lassen und. Da gab es dann zum Beispiel

einen Butler, der uns eben bis ins Hotelzimmer begleitet hat und dann dort unseren Koffer auspacken wollte. Was? Ja, genau. Und jedenfalls würde ich sagen, ist so eine Mischung. Also ich halt damals schon, weil es für mich so selbst, also so in Anführungszeichen normal war, damals schon eine gewisse, Wie nennt man das de staccos italienisch, also so eine gewisse das Gegenteil von Anhaftung.

So ne. Ja so. N bisschen Gleichmut dem Gegenüber hatte, während einige meiner Klassenkameraden irgendwie so voll ganz auf dem Trip waren, das wollen wir auch und jetzt muss ich ordentlich Geld verdienen, damit ich mir das was leisten kann. Wahrscheinlich wäre ich auch auf dem Trip gewesen. Ja gut du du du wusstest, jedes Jahr kommt es eh zweimal wieder, die dachten sich vielleicht hab ich noch nie erlebt, das ist da ist da ist doch das Leben, vielleicht denken sie sich das wäre ich hätte es wahrscheinlich gedacht.

Ja, und dann aber. Letztlich eben, wie du sagst, zu sehen, dass das nicht das Leben ist, also die die stärkste Erfahrung, die bezüglich hatte ich, als ich mit 2 Kumpels in der Schule einen Roadtrip durch Italien gemacht habe. Das war auch zurzeit zu meiner Bekehrung 2016 und da waren wir in Mailand in so einem Nobelclub, der tatsächlich eine desakralisierte Kirche End wie auch immer laisierte Kirche war das. Wo so die Mailänder Oberschicht zum Feiern hingegangen ist. Also da war schon der Eintritt 50€ irgendwie krass und das war quasi alles perfekt.

Ja, also inszeniert und mit toller Musik und Konfetti und whatever, aber ich habe dort so eine unglaubliche Lehre in den Augen gesehen von diesen Jungen, reichen Jugendlichen. Das war für mich wieso ein letzter Schubser noch mal auch aus dieser Welt raus. Also kurz danach hab ich mich dann auch entschieden für die Taufe und so.

Ach krass, OK, also jetzt hab ich gerade gedacht, vielleicht sollten wir einfach unter den reichen missionieren. Quatsch, OK, das heißt du warst in dieser Szene, du kanntest das alles, aber du hast eigentlich gemerkt, schlussendlich ist es leer, war das auf den Luxuskreuzfahrten auch so? Also waren waren die die Leute auch.

Also mir kommt nämlich vor, wenn ich die reichen erlebe, dann sind es oft so sophisticated so, sie wissen, wie das Leben funktioniert, sind sind oft gut geschult, ja, sie sind, sie sind irgendwie, sie haben, kommt mir vor, oft so einen, ja irgendwie so einen fast edlen Lifestyle, so sie. Jetzt nicht unbedingt moralisch edel, aber so wie sie sich verhalten, wie sie sich bewegen, was selbstverständlich für sie ist und so, und sie sind oft gebildet, kommt mir vor, weil sie weiß nicht nicht beschäftigt sind damit, überleben zu müssen, sondern da ist wie als würde er so n bisschen so n offener Raum der Muße aufgehen, wenn man plötzlich diese Ängste des Überlebens nicht mehr hat und gleichzeitig, ja ich.

Ja, kommt mir vor. Es ist dann doch leer, weil die jungen Leute, ich hab so viele Sachen schon gelesen und auch Leute kennengelernt, die jungen Leute, die eher, also alles sinnlos oder der Rest der einzige Sinn im Leben ist, besonders viel ansehen oder besonders viel Geld oder besonders viel Instant Gratification oder sowas und und die man kann auch, man schätzt auch nicht mehr das krasse was man eigentlich hat. Aber würdest du sagen, da das hast du irgendwie auch dort gesehen, ob wir in den Luxuskreuzfahrten oder war es hauptsächlich in diesem Club?

Ich würd sagen, es ist schwierig, die reichen so über einen Kampf gut. Natürlich. Weil ich hab ja definitiv auch sehr, sehr feine, eben gebildete, aufmerksame, intelligente Leute getroffen, die, wo man den Eindruck hatte, die, die nehmen das auch. Eher wie ein Auftrag. War auch demütig, irgendwie mit mit den Mitteln, die sie haben, einen Beitrag zu leisten.

Aber es gibt natürlich diese Tendenz, aber das weiß ich nicht, ob ich das jetzt einfach konstruiere oder ob ich das damals schon so als Jugendlicher so wahrgenommen habe, eben die Tendenz, dass die Möglichkeiten, die der Reichtum bietet. Ein Ersatz wird für die Mühe, die es bedeutet, echte Beziehungen aufzubauen, sei das zwischen Ehepartnern, wo man dann sieht, OK, die haben, die können sich hier alles leisten, haben eine Woche all inclusive für $20000 oder so gebucht auf diesem Schiff und sitzen aber dann beim Essen und haben sich nicht so viel zu sagen oder eben wenn die Kinder materiell.

Alles kriegen und dann irgendwie ja mit dem Jetski durch die Gegend fahren können. Und das macht natürlich Spaß, aber ich frage es ob dann haben die Eltern dann ne Beziehung dazu, aber das ist das gleiche Problem was ich an anderen stellen auch bietet, nur dass eben reiche Leute noch mehr die Möglichkeit haben das zu überdecken.

Verstehe also ich würde es ehrlicherweise fast als ein als eine Bürde sehen. Der Reichtum ja also auch von dem, was ich in meiner Schule Klassenkameraden erlebt habe, die eben, wo die Eltern irgendwie Manager bei Mont Blanc waren oder BMW oder so, habe ich immer den Eindruck gehabt, eben diese ganzen materiellen Möglichkeiten überdecken, die das wirkliche sich den Problemen stellen.

Dann doch lieber Armutsgelübde. Ja, damit ist auch nicht alles gelöst. Ja, das kann man auch. Auch äußerlich nur leben. Aber. Aber. Das heißt, du kanntest diese Welt mindestens zweimal im Jahr. Kanntest du die Welt, auch wenn sich irgendwie deine ganzen Schulkameraden danach gesehnt haben, hast du dir gedacht, also ist schon cool und ist auch cool, vielleicht, dass du es erlebst.

Aber es ist, es ist nicht alles oder lange nicht alles, aber dann hab ich dich auch kennen, also als ich dich kennengelernt hab. Warst du extrem asketisch unterwegs, extrem? Also ich kannte niemanden, der so versucht, also es ist ja nicht unbedingt selbstkasteiung so, ich kenn noch diesen Film, wie heißt der Inferno oder ja von Dan Brown. Illuminati.

Illuminati, diese Szene, wo er sich so geißelt und so, und das ist ja nicht unbedingt, jedenfalls nicht so physisch und auch nicht Askese um der Askese willen. Aber du hast doch sehr krass fastend gelebt und dann hatte ich so am Anfang, als du mir das erzählt hast mit dem Champagner Splash hatte ich irgendwie so 2 extrem Blickwinkel auf dich, so einerseits der Typ der das alles erlebt hat, andererseits der, der jetzt aber voll in Askese lebt, das hab ich damals nicht verstanden und erst jetzt so mit dem Ganzen.

Gewohnheiten ändern, Versklavung, exodus, 90 und so weiter da komme ich so n bisschen dahinter. Wie war so deine dein Weg so in diese Einübung der Selbstverleugnung also? Ich würde vielleicht vorwegschicken, erstmal noch ein Beispiel, nämlich den heiligen Franziskus, also Franz von Assisi, unseren Ordensgründer, auf den wir uns berufen, der ja genau ne ne ähnliche Komplettkehrtwende hingelegt hat, der war ja auch der Sohn eines sehr wohlhabenden Kaufmanns tuchhändlers.

Und war der der Mittelpunkt seiner Clique, hat große Feste gefeiert und ja, als krachen lassen und hat dann nach seiner Bekehrung auch einen sehr radikalen Weg der Askese eingeschlagen. Es war ja sogar so radikal, dass er seinen Brüdern wirklich ausdrücklich verboten hat, in jeglicher Form Geld anzunehmen. Es war auch die ersten Jahrhunderte im Orden ein Riesenthema.

Wie gehen wir mit diesem ausdrücklichen Geldverbot? Und dann gab es da verschiedenste Konstruktionen, dass irgendwelche Mittelsleute dann dieses Geld für die verwaltet haben, weil man braucht halt dann doch irgendwie, wenn man eine Organisation hat und Gebäude hat und und missionsreisen, dann braucht man irgendwie Geld, aber er hat halt, dass aus seiner persönlichen Erfahrung dieses Geld so stark verbunden, glaube ich, mit diesen Möglichkeiten, sich von Gott damit selbst zu entfernen und abzuschneiden, dass er das auf jeden Fall von sich fernhalten wollte und von seinen Brüdern. Und ich glaube, eine ähnliche Intuition natürlich nicht so klar wie bei ihm gab es dann auch in meinem Leben, dass ich, also ich war ja irgendwie immer

schon ein Suchender, also eben auch schon zu meiner Schulzeit, hab ich mich jetzt nie als einfach nur irgendwie so n scheißegal Agnostiker bezeichnet, sondern war irgendwie immer schon so n bisschen so spirituell, Buddhismus, Meditation und so, das gab es ja damals schon und hat sich dann ja weitergezogen. Und diese Suche nach Fülle, nach Erfüllung, nach Leben, nach Freiheit, nach Liebe, nach Wahrheit. Wenn du nach so vielen Jahren umherirren und sich auch verirren, dann denjenigen findest, der die Antwort ist, dann kannst du einfach nichts anderes als möglichst viel Platz machen für ihn und jede, jede Möglichkeit ergreifen, mehr von ihm zu haben und.

Also ich würde es in diesen Kontext reinsetzen, warum ich dir so erschienen bin, dass ich einfach alle Möglichkeiten versucht habe auszuschöpfen. Wie kann ich diesen Jesus in mein Leben reinholen und bereit dafür alles aufzugeben. Aber natürlich ist es, dass 2 verschiedene Ebenen, es gibt einmal das äußerliche. Also äußerlich grandios, irgendwie umkehren und sein Leben auf den Kopf stellen und eben auf Dinge verzichten und anders seinen Tag gestalten, das ist sicherlich notwendig, aber das, worum es eigentlich wirklich geht, ist ja, die Dinge, die schlechten Dinge aus dem Herzen rauszuschmeißen, und das kann man selber gar nicht so, das kann man nur ihnen machen lassen, und da bin ich

immer noch ein Anfänger, also ich. Glaube das was die Askese macht ist, dass sie das, was du jetzt gerade beschrieben hast, die schlechten Dinge im Herzen, dass sie sie provoziert. Also ich glaube, wenn man asketisch lebt, jetzt eben auch nicht um des asketischen Lebens willen oder wenn man, wenn man versucht, besonders fokussiert oder eben heilig oder rein zu heben, das provoziert ja die ganzen Inneren, falsch geleiteten Sehnsüchte, so absolut, die kommen dann raus, und was, ich darf jetzt nicht Süßigkeiten essen, wann ich will, das ist ja schon, das ist ja was wirklich. Low Level eigentlich ja, aber also wir Dinge, die wir unbedingt meinen, konsumieren zu dürfen oder das Recht vielleicht sogar drauf zu haben.

Es ist jetzt wir, das ist jetzt meins, ich darf das doch nehmen, es tut mir doch gut, da dann das zu provozieren, ja. Es provoziert erstens das und im zweiten Schritt provoziert es aber, dass die eigentlich richtig üblen Dinge zum Vorschein kommen. Ja, weil wenn man dann nämlich seinen ganzen Willen und sein ganzes Ego von diesen eigentlich ja bedeutungslosen Sachen abwendet.

Kleinere Dinge. Ja, von den Krümeln abwendet und sich auf den Kuchen stürzt, nämlich Gott, ja, und den aber mit dem gleichen Mindset eigentlich haben will. Oh, das geht nicht. Ja, das ist gut, das ist gut, ja. Dann dann kommen Stolz und Egoismus und und all das so richtig erst zum Vorschein, weil der ist ja viel attraktiver als die kleinen Krümel.

Ja, und das kann man ja versuchen auch zu konsumieren, absolut. Aber Gott lässt sich halt nicht konsumieren. Na ja, schon in der Eucharistie nächstes. Jahr gut, gut, aber jetzt nicht in diesem, aber nicht in diesem Konsum Mindset ja auch, auch wenn man natürlich die Eucharistie im Konsum Mindset, also ich kann mich sehr gut erinnern und wahrscheinlich bin ich, erwische ich mich da ganz oft, dass ich mir denke, jetzt Jesus wieder empfangen damit. Es mir gut geht.

Ich wieder Heiler werde ich, dass es mir besser geht, dass dass meine Gebete jetzt erhört werden, das, was auch immer, also wieder so ein Egoismus Trip und es ist so schwer, ich hatte das mal ich, da hatte ich mal so ein aha Moment im im Dogmatic ne dogmatic Vorlesung als einer der besten dogmatic Professoren Ever Professor Marschall Marschler Verzeihung Marschler Augsburg so ein guter Typ, unglaublich. Der hat da über die Eucharistie gesprochen und dann hab ich eben in der Vorlesung die Frage gestellt, ja, aber was was bringt es, was bringt es mir denn, die Eucharistie zu empfangen und er war so völlig entspannt und hat gesagt, das ist die falsche Frage, also weil die Eucharistie hat nichts mit, was bringt es mir zu tun,

sondern es hat das damit zu tun, will ich Jesus begegnen, will ich einfach Zeit mit ihm verbringen aus Liebe, oder dass es für mich was bringt. Und das hat mich echt überführt und überführt mich bis heute noch. Ja genau okay, aber das finde ich schön. Also du sagst Askese schafft Raum für mehr von Gott beziehungsweise wenn ich das n bisschen in meinen eigenen Worten formuliere, sagst du alles was sie mich von Gott ablenkt oder wegführen kann das das tue ich jetzt immer alles aus dem Leben raus und. Provoziere dadurch in gewisser Weise, dass ich alle meine falsch geleiteten Sehnsüchte auf ihn projiziere. So und dann dann aber ordentlich auf die Schnauze fliege. Genau das.

Ist ja wirklich das. Vielleicht erinnere ich mich sofort an das was, was Paulus gesagt hat, dass ich mir selber sterben muss und aber wie hast du das, wie hast du das gemacht, wie sah deine Askese aus, also was du erzählen magst. Als wir uns kennengelernt haben, oder wie? Ja? Und damit ich zu Hause hier hingehen sollte, weiß ich nicht, was du sagen möchtest.

Ja, ja, klar, natürlich. Also ich glaube du. Hast sehr viel gebetet, das weiß. Ich genau. Also ich würde sagen, eine ganz wesentlicher Punkt war viel Gebet, da würde ich im Rückblick sagen, das ist schon auch wichtig weiterhin, aber viel hilft nicht unbedingt immer viel ne, also es geht jetzt nicht nur um die Quantität. Aber alleine eben zum Beispiel sich diese Stunde Eucharistische Anbetung am Tag ohne weitere Elemente, die man da noch reinhaut, sich ihm auszusetzen, da erinnere ich mich an viele, viele Stunden, wo es wirklich gebrannt hat. Ja, also und wo es?

Ja, wo es einfach unangenehm ist, da einfach sich auszuhalten und ihn auszuhalten. Unser Gott ist verzehrendes Feuer, wer hält es aus neben ihm, das ist wahr, also man darf ihn auch nicht so verharmlosen und er bringt halt in seinem Licht auch alles an an die Oberfläche was nicht so doll ist und eine Sache die wo ich damals irgendwie auch eine übernatürliche Gnade geschenkt bekommen habe, das könnte ich heute so nicht mehr ich. Ist, dass ich eine ganze Zeit ab dem ersten Lockdown, wo ich hier in Salzburg im Home war, den Impuls bekommen habe und auch die Kraft, nachts nachtwachen zu beten, also nachts aufzustehen und nachts zu beten, also jede Nacht tatsächlich. Wow, das wusste ich nicht.

Ich habe da geschlafen. Und das ist schon auch eine geniale Erfahrung. Weil am Morgen ist es auch schon hervorragende Zeit, um zu beten. Der frühe Morgen, aber du hast natürlich trotzdem schon den Tag vor dir und tendenziell auch die Gedanken und Sorgen, die auf dich zukommen und am Abend ist der Kopf und das Herz schon so voll, da kommt man nicht mehr wirklich so zur Ruhe. Ist natürlich auch wichtig, die Dinge dem Herrn zu geben, die am Abend da sind, aber in der Nacht, wenn du wirklich so aufstehst, dann ist es wieso eine, wieso eine Wirklichkeitsbubble.

Die getrennt ist von dem Rest. Wo? Noch ne andere Begegnung mit dem Herrn. Möglich ist auch ne andere Form von Nacktheit, weil die ganzen tieferen Dinge aus dem Herzen, die in der Nacht ja auch irgendwie, wahrscheinlich sogar neurobiologisch irgendwie durchgearbeitet werden, die sind jedenfalls präsenter und das ist schon auch ne schöne Form der Askese, die ja viele Heilige auch praktiziert haben, und die ist übrigens auch zur Sankt Michaels Fastenzeit gehört, nicht jede Nacht, aber einmal in der Woche wirklich eine einstündige Vigil zu halten.

Eben genau, um aus der Komfortzone n bisschen rauszukommen und dem Herrn noch mal anders zu begegnen. Und das ist jetzt dein erstes Mal, wo du diese Sankt Michaels Fasten machst. Oder hast du. Das letztes Jahr hab ich es gemacht, schon OK, ja und? Du hast jetzt Exodus 90 schon n paar mal gemacht.

Exodus 90 wirbt ja auch damit, dass man seine Gewohnheiten anpackt in der also 90 Tage, weil dann kann man irgendwie, das ist ja das, was die ganze Wissenschaft sagt. Die Verhaltensforschung nach 90 tagen wenn du eine Sache nicht mehr gemacht hast oder wenn du 90 Tage lang eine Sache eingeübt hast, dann ist sie irgendwie mehr im Unterbewussten oder wie auch immer. Keine Ahnung, du hast sie halt, du hast sie etabliert und wie hast du das erlebt?

Also weil ich hab es eher so erlebt, dass dass ich 90 Tage extrem gemacht hab und dann bin ich irgendwie in die ganzen alten Sachen wieder reingefallen oder viele nicht alle, aber viele und hat mich auch n bisschen also es hat mich nicht überfordert. Aber es war jetzt kein Lifestyle, den ich sofort übernehmen konnte.

Nach den 90 Tagen und ne coole Challenge und ich würde es jedem empfehlen es mindestens einmal zu machen, wenn ich 2 oder dreimal aber so richtig für meine Gewohnheiten hat es mir nicht nicht so viel gebracht. Also wenn ich da ganz, ganz ehrliches mit dir drüber spreche kann, dann würde ich. Da auch ein Fragezeichen Ransetzen an diese ganze Theorie mit den 3 Monaten und damit verändert man irgendwie tiefer die Strukturen, wie man irgendwie Dinge macht.

Dieses Jahr hatten wir in unserer Gruppe auch einige Struggles und ich hab dementsprechend auch n bisschen Rücksprache gehalten, weil ich eben die Gruppe geleitet hab mit Leuten die auch mehr geistliche Erfahrung haben, also die schon ein ganzes Leben hinter sich haben mit dem Herrn und da war eigentlich so unisono die Rückmeldung.

Das so die ganze Liste an asketischen Disziplinen, dass die in ihrer Summe eigentlich too Much ist und dass es sinnvoller ist, wenn jeder sich auf 23 Sachen wirklich fokussiert und die aber versucht dann in Treue Macht in Treue zu leben während dieser Zeit, weil also es läuft halt dann auch oft in der Gruppe so. Also es gibt natürlich so ganz fanatische Gruppen, die irgendwie so gesetzlich auch versuchen, alles 100% durchzuziehen, also es läuft ja doch irgendwie oft darauf hinaus, dass ja, und daher war ich wieder schwach und dass man so ein bisschen auch in so einen Modus kommt, so ein bisschen sich das gegenseitig zuzugestehen oder zu jammern und so, und dass es da dann eigentlich besser wäre, von vornherein eben sich mehr zu

fokussieren. Wie gesagt, ich muss ja noch darüber nachdenken, bevor ich jetzt vom nächsten exodus 90 tägigen. Da. Vielleicht noch mal Verantwortung habe. Ich treffe jetzt demnächst auch die Amerikaner, die Gründer. Kann man vielleicht denen auch mal drüber reden. Bitte Red mit ihnen und sag mir Bescheid oder weiß nicht, was sie gesagt haben. Das würde mich echt interessieren. Ja genau.

Weil also eben so ne so ne Überforderung bringt ja wirklich nichts und es soll ja einem helfen wirklich darüber hinaus eben sein Leben anzupacken und da würde ich sagen, ist das nachhaltigste was man daraus ziehen kann, wahrscheinlich. Erstens die Budeligkeit, dass die weiter bestehen, bleibt auch in irgendeiner Form. Also da kenne ich viele, die auch mit ihrem Anker zum Beispiel darüber hinaus weiter Check ins Machen, dann die feste Gebetszeit, ich glaube, das ist viele Männer ein absoluter Game Changer, das hast du ja glaube ich auch angefangen, wirklich das als erste Priorität in den Tag einzubauen, diese fixe Zeit mit dem Herrn und.

Und dann als drittes eben so diese Grunderfahrung gemacht zu haben, was Askese eigentlich ist und das dann vielleicht phasenweise immer wieder auch einzubauen, einfach weil man ne diese Erfahrung gemacht hat. Die Prozesse, die dadurch getriggert werden, die bringen mich weiter. Es ist nicht einfach nur eben selbsterzeihung und leiden oder oder hier, ich muss es jemandem beweisen, sondern diese Erfahrung gemacht haben, OK, es hat mich wirklich geistig weitergebracht so. So gut also, weil weil jetzt jetzt würde ich noch mehr allen Leuten empfehlen, Exodus 90 mal zu machen. Oder es gibt ja auch 4 ab 90 für die Frauen oder Magnifier, wie das alles heißt, da gibt es ja ganz viel, also weil ich dachte mir nämlich, Exodus 90 wird so

krass und das wäre halt interessant mit den Gründern mal zu reden und so krass beworben mit Hey, und dann wirst du deine Gewohnheiten alle unter in den Griff kriegen und und so und meine Erfahrung ist aber eher. Das ist so n bisschen. Mit diesen Neujahrsvorsätzen steht es irgendwie in Verbindung. Ich hab am Anfang jedes Jahres hab ich mich hingesetzt, also jetzt seit n paar Jahren hab mein Tagebuch genommen und hab dann irgendwie aufgeschrieben OK wie wie ist mein Leben gerade und was soll ich alles was soll sich alles ändern, an welchen Baustellen müsste ich eigentlich alles arbeiten so normaler Menschenverstand keine Ahnung mehr Schlaf oder weniger essen Sport.

Weniger Social Media, mehr gebetszeit, irgendwie sowas. Dann hab ich irgendwie so 10 Baustellen, dann hab ich gedacht, OK wie cool wäre das, wenn alle diese 10 Baustellen, wenn ich da weiter wäre in einem Jahr aber was ist die Erfahrung gewesen jedes Jahr ich bin so ich mach mir dann ziele und dann laufe ich irgendwie so 23 Wochen 4 Wochen so funktionieren ja auch Fitnessstudios, dass sie am Anfang die.

Leute cachen, ja. Die Leute Cachen mit Zweijahresverträgen und dann geht niemand mehr. Gut, aber aber jedenfalls, das ist, das ist irgendwie das Ding. Meine Erfahrung ist, ich hab es jedes Jahr nicht geschafft, also jedes. Jahr diese Vorsätze. Eigentlich nicht, weil, weil ich, weil ich, ich glaube, auch das Problem Überforderung mir zu viele Vorsätze, Vorsätze auf einmal und irgendwann, ich weiß nicht mehr genau wie es war, aber aber ich hab mir dann gedacht, warum in einem Jahrzehnt Vorsätze, wenn ich in 10 Jahren. 10 Vorsätze ein Vorsitz pro Jahr, dann bin ich zwar nur ein Jahr lang weiter in einer Sache, aber innerhalb von 10 Jahren habe ich jedes Jahr eine neue Sache etabliert und dann habe ich mir vorgestellt,

der Sebastian, der 10 Jahre alt, älter ist. Boah, wenn der seine Gebetszeit voll klar hat, wenn der sein sein Sport und sein Social Media, Konsum und Ernährung und keine Ahnung. Was auch immer. Ja, was alles? Mit Freunden. Genau diese ganzen Dinge kalt duschen, wenn er das alles, wenn er das alles am Start hätte, boah und dann hab ich noch mal 40 Jahre zu leben, also wie krass ist dann mein Leben und das andere funktioniert sowieso nicht.

Ja also deswegen mir kommt vor das ist viel besser für die für die Gewohnheiten. Ich weiß nicht, ob du das neueste kleine Büchlein von Hartl schon dir zufällig hast. Genau aus Kraft eines fokussierten. Lebens. Ja, ich hab es noch nicht gekauft. Also ich find es wirklich empfehlenswert, weil es extrem kurz und extrem praktisch ist.

Also es ist ganz untypisch für Hartl eigentlich, weil er ja eigentlich immer so krasse, auch so anthropologische Reflexionen macht und so Deep Diary. Culture ja genau, die ersten 80 Seiten. Das ist nur. Ideengeschichte ja. Und das Buch ist demgegenüber wirklich sehr konzentrierte praktische Anleitung für genau diese Prozesse, die du gerade beschrieben hast und in einem seiner Vorträge ist gar nicht. In dem Buch hat er mal diesen extrem klugen Satz gesagt, den er auch von irgendwoher geklaut hat. Wir Menschen überschätzen massiv, was wir in einem Jahr schaffen können.

Aber wir unterschätzen, was in 7 Jahren möglich ist. Und in dem Buch fängt er an, mit dieser Reiskorngeschichte weißt du mit diesem Bauern in China, der von seinem Kaiser irgendwie bekommt irgendwas sowas in der Richtung und dann macht er immer auf jedem Schachbrett irgendwie ein eine Verdopplung der Reiskörner, und der König sagt, Ja, klar kannst du haben und am Ende sind es aber Milliarden oder Trilliarden von Reiskörnern eben diese, was es bringt, eben beständig.

Beständig zu wachsen und sich nicht zu viel vorzunehmen, und das ist auch wirklich so. Die Grunderfahrung, die ich jetzt im Ordensstand machen kann, ja, also das wäre vielleicht auch mal ein schöner Kontrast, der mir sehr klar ist vor Augen ist, weil du es vorhin so schön gesagt hast. Du hast mich kennengelernt und ich habe irgendwie sehr radikal gelebt, ja, also ich habe versucht, so, also bevor ich im Orden war, schon teilweise ein besserer Ordensmann zu sein, aber die Dynamik hat sich. Völlig verändert, seitdem ich wirklich im Orden bin. Ah ja.

Weil es ist wie ein Schiff, das man aus dem Trockendock ins Wasser lässt und wo auf einmal das Ganze konkret wird. Und in der Konkretheit wächst es dann tatsächlich, und da wächst es eben auch realistisch nicht von so einem hohen Ideal, wo man einfach nur selbst versucht, einem Bild zu entsprechen, sondern in dem, was einem. Ja, eigentlich eher begegnet, was einem aufgetischt wird an Beziehungen, an Orten, an Aufgaben und so weiter ich meine, das kennst du ja auch, du bist verheiratet damit. Mit dieser Standeswahl begibt man sich in eine Dynamik, die man nicht mehr in der Hand hat, wo auf einmal ein anderer Mensch ganz eng an einen gebunden ist und dann dann feiern ja noch Kinder und so weiter und sofort,

und dann werden die die Umstände auf einmal viel mehr. Zu einem Werkzeug der eigenen Läuterung. Und es ist nicht mehr so das eigene Ego Projekt der ich bin jetzt Edin Musk und Bau die Rakete die zum Mars fliegt, sondern mir ist was anvertraut und damit versuche ich umzugehen und eben in sehr kleinen und auch demütigenden Schritten.

Also es war zumindest meine Erfahrung, dass vieles von dem, was ich vielleicht vorher irgendwie großartig gelebt habe oder leben wollte, dann in der echten. Ordenswirklichkeit auf einmal viel schwieriger war und ich aber viel krasser konfrontiert bin mit meiner Unfähigkeit zu lieben, zu verzeihen, zu dienen, zu beten.

Hast du irgendwie einen Rechenschaftspartner gehabt, der dich irgendwie wie heißt? Sagt man auf deutsch Accountable gehalten hat? Naja, dem ich Rechenschaft gegenüber schuldig war ich. Hattest du sowas wann jetzt in also weiß nicht ab dem Zeitpunkt wo du in den Orden eingetreten bist um deine Gewohnheiten irgendwie uns in den Griff zu kriegen. Ich frag so genau, weil mir das so geholfen hat. Also im Grunde genommen haben wir natürlich immer die Ausbilder, ja, die uns ja sehr genau beobachten und die auch mit den Brüdern, mit denen wir zusammenleben, sich regelmäßig treffen und über uns sprechen, um uns ja gute. Hinweise mitzugeben, sogenanntes Krutinium, da gibt's dann weiße und schwarze Bohnen, also echte

Bohnen, die man noch kochen könnte. Und dann darf am Ende jeder Bruder 3 Bohnen in den Topf werfen, entweder 3 weiße oder 3 schwarze oder eine Mischung. Und dann gibt's einen Bohnensalat oder was dann essen die ihn alle. Nein? Dann gibt's ein Votum quasi über diesen Bruder, in welche Richtung er quasi so unterwegs ist, eher in Richtung weiß oder die Schwarze ist. Richtung helle Seite der macht ja oder dunkle Seite? Also das würde ich grundsätzlich sagen, dass überhaupt in so enger Gemeinschaft zu leben, das wirst du ja genauso unterschreiben können mit einer Frau in so enger Gemeinschaft zu leben, das spiegelt einem die eigene Wirklichkeit und die eigene Illusion, die man sich über sich selber macht. So eigene Unzulänglichkeit und.

Schwäche brutal und gleichzeitig ist es aber auch eine tiefe Erfahrung. Von Barmherzigkeit, wenn wenn die anderen einen annehmen, wo man sich selber eigentlich überhaupt nicht erträgt. Also das ist ein großes Geschenk, aber tatsächlich habe ich seit letztem Jahr, ich habe letztes Jahr ja meine ersten Gelübde abgelegt, nach dem Noviziat im Noviziat war ich ja sehr abgeschirmt von der Außenwelt, also ich hatte einmal in der Woche für 2 Stunden mein Handy, um zu Hause anzurufen, und das war es, und dementsprechend waren eben auch andere Freundschaften und Beziehungen und so weiter. Dieses eine Jahr auf Eis und danach, also am Ende des Novizials, begann dann eben diese Sankt Michaels Land, und da habe ich eben einen

Rechenschaftspartner gehabt, auch ein ein Ordensmann, nicht aus unserem meinem Orden und mit dem Lebe ich bis heute auch diese Rechenschaft, das ist ein großes Geschenk. Und gibt es Konsequenzen? Also ich erzähl, ich erzähl vielleicht n bisschen von mir, weil weil weil ich ich hab. Vielleicht hab ich es dir eh schon erzählt, aber ich hab mit dem mit meinem Kollegen, dem Raffi aus der die J 9 leitet in Salzburg genau Raffi Seemann. Er hat mich angeschrieben und gesagt Sebi komm wir sind die J 9 Leiter wir müssen doch vorangehen und echt unsere tägliche Gebetszeit machen so und er heißt er ist Truggelt schon so lange mit seiner Gebetszeit und dann ich so boah wenn ich ehrlich bin.

Ich auch. Ja, also ich habe es immer gehört und über Jahre habe ich es gehört, Hey, mach dann eine tägliche Gebetszeit, aber ich hatte einfach nicht den den Schneid oder ich weiß nicht was es ist ja nicht die Gnade, vielleicht auch einfach mich hinzusetzen und zu sagen, diese halbe Stunde oder diese Stunde, die ist jetzt heilig und egal, ob ich auf einer Hochzeit gerade bin, dann gehe ich halt mal kurz raus, das ist jetzt heilig, das ist viel, das ist das höchste, das habe ich eigentlich nie gemacht, obwohl ich wusste.

Das müsste ich, also müsste ich eigentlich leben. Und dann hat er gesagt, lass uns ne Challenge machen, aber es muss was kosten und dann haben wir gesagt, wir machen ein 9 Monate, also eigentlich die ganze j 9. Ich glaube, da kommen jetzt die Stakes wieder ins Spiel, oder? Die Stakes kommen ins Spiel und auch da also, aber das kommt gleich. Also die Challenge war jeden Tag eine halbe Stunde gebetszeit alleine, wir haben ja viel Gebetszeit auch als Leiter, er ist Leiter in der J 9 oder im Home oder so. Aber nein, nein, das on top zusätzlich eine halbe Stunde in der Stille oder was auch immer deine Gebetsform ist sozusagen ein Tag die Woche durfte die halbe Stunde mit der Ehefrau sein, aber ansonsten nur du, nur

du und der Herr und es war quasi alles erlaubt, Laudes, beten, Rosenkranz beten, Bibel lesen. Anbetung. Anbetung ist alles erlaubt, solange man selber im Herzen wirklich das wollte. OK, es ist jetzt echte Gebetszeit und nicht. Ich muss es irgendwie die halbe Stunde rumkriegen, weil Challenge und und wir hatten dann so ein Rechenschaft, also ein Punktesystem eigentlich.

Also es war schon irgendwie so ein bisschen ein Wettbewerb, aber das war halt vielleicht auch, um uns zu motivieren, dass man sagt, wenn du es 7 Tage von 7 geschafft hast, kriegst du 2 Punkte für die Woche, wenn du 6 Tage von 7 geschafft hast, also ein Tag irgendwie verkackt, kriegst du ein Punkt.

Wenn du 5 mal in der Woche das geschafft hast, die halbe Stunde, aber zweimal nicht 5 von 7, kriegst du 0 Punkte für die Woche und am Ende wollten wir eben von den 9 Monaten die Punkte zusammenzählen. Wer am Ende mehr Punkte hat, der also, der weniger Punkte hat, der kriegt die Strafe und die Strafe war den anderen einzuladen auf ein recht teures Essen. Also wir haben gesagt glaub ich 170€. Pro Kopf nicht pro Kopf zusammen OK und die Person muss das aber zahlen.

Wir gehen halt irgendwo essen und dann hatte ich schon so diese ja extrinsische Motivation und vielleicht auch intrinsisch. Also ja, ich will halt das nicht zahlen oder ich will ja sein der es gewinnt, dieses Steak oder dieses gute Essen so und schlussendlich war das so stark, also das gemischt mit dem, dass ich es eh möchte. Und dass ich jetzt quasi so ein offizielles Ding draus gemacht hab, dass ich, dass wir es beide geschafft haben. Also es gab am Schluss keinen Gewinner, weil wir gleich stand hatten bei Punkten, wir hatten jeden Tag durchgezogen, jeden Tag für 9 Monate aus dem Nee von 0, also wir haben, das hatten wir vorher überhaupt nicht, und plötzlich hatten wir das jeden Tag.

Und ich hab jeden Tag so einen einen Haken gemacht, so in so einer App und dachte so jetzt jetzt hab ich so lange schon so einen Streak so n streak, der darf jetzt nicht abbrechen, das war noch ne zusätzliche Motivation und wir haben es beide geschafft und dann dachte ich boah das ist so stark, jetzt hab ich das irgendwie ein Jahr lang quasi etabliert und jetzt will ich ich will weitermachen das ist jetzt mein Neues so ist mein neues Leben. Und dann habe ich gedacht, ich mache eine zweite Challenge. Was ist das nächste, was ich mir vornehmen möchte und da habe ich 4 Monate gebraucht, mich zu entscheiden zwischen Abnehmen und Essen und Fasten und Social Media und Sport und alle möglichen Dinge, wo ich die mir

bei bei Neujahrsvorsätzen irgendwie eingefallen wären, habe ich gedacht, was ist das nächste, was ich jetzt ein Jahr lang mache und dann kam glücklicherweise mein Trauzeuger und hat gesagt. Er hat Probleme mit Social Media Konsum. Und warum machen wir nicht eine halbe ein halbes Jahr kein Konsum von Social Media mehr?

Also wir durften so ein 2 News Webseiten durften wir ein 2 dreimal am Tag so mal kurz durchchecken so aber ansonsten kein Instagram, kein Youtube, kein was auch immer dir einfällt, ja und? Also kein Konsum. Wenn du jetzt irgendwie das Fahrrad reparieren musst, klar, dann kann man youtube Video schon mal anschauen, wenn du irgendwas ja so aber und wir haben es beide auch durchgezogen, der Preis war aber ein, dass dass dass dass wir essen gehen und eine Person wird also die eine Person wird vom anderen eingeladen und zahlt mindestens 150,00€ was die was was man was man dann selber konsumiert, das muss man selber entscheiden, aber 150,00€ für die eine Person.

Und ja, es ist zwar ein Unglaubliches, eine unglaubliche Motivation, das hat jetzt geendet, eher am 1. Juli, Oh lala, diesen 1. Juli und jetzt bin ich schon wieder dabei zu überlegen, was ist das nächste und das krasse ist, woran scheitert es bei mir, ich weiß schon was es ist, aber ich hab keinen Buddy, ich hab keinen Rechenschaftspartner der mit mir das macht, OK ich will, ich will Fasten und ich will.

Noch ne kleine Verschärfung in einem in einem Social Media Zeugs machen und ich will natürlich meine Gebetszeit weiterhin machen und ich will diesmal so machen, dass das alles alles ein Ding, also 3 Dinge quasi die weiter weitergeführt werden, also eigentlich viel, aber ich find niemanden der es mit mir macht, also noch nicht wer weiß, der Herr wird vielleicht jemanden senden, aber ich merke so, dass ich jetzt, jetzt hab ich niemanden mehr und ich Fall in die alten Sachen wieder rein. Schon OK.

Also jetzt gewezert nicht, das bin ich, da bin ich echt strong. Aber Social Media oder so, da bin ich so n bisschen lax geworden wieder und das ärgert mich deswegen also ich die Erfahrung hatte ich gemacht und deswegen war meine Frage, wie war das bei dir, hattest du auch was deine Gewohnheiten, hast du irgendwelche Gewohnheiten gepackt, hast du gesagt na ja und das ab jetzt so nicht mehr anders und ich das kostet mich aber auch was wenn ich das nicht schaffe.

Also ich will erstmal noch eine Rückfrage stellen und zwar hast du eben gesagt, dass es eben so motivierend war, diese Rechenschaft, aber was genau ist das motivierende daran? Ja, das ist eine gute Frage. Also ich glaube, es ist eine Mischung, weil also mein Ziel ist, ich will mehr Zeit haben, also bei Social Media war es folgendes, ich will weniger Zeug in meinem Kopf haben. Mehr Fokus, viel mehr Fokus und ich hab einfach gemerkt, durch dieses ganze Scrollen und Shorts und reels und was es alles gibt keine Ahnung.

Und dabei hab ich ja noch nicht mal. Ich hab die nie tik tok gehabt. Ja das ist ja ist ja die Hölle, aber dass ich da einfach irgendwie so viel Informationen hab in meinem Gehirn und auch mein Gehirn so umprogrammiert hab, dass ich na ja, dass ich einfach mich nicht mehr lange konzentrieren konnte auf eine Sache.

Und das wollte ich nicht mehr. Ich wollte das weghaben und von mir aus war jedes Mittel recht. Ja, jetzt, wenn ich mich jemand mit der Pistole bedroht, vielleicht nicht, aber aber jedes Mittel ist mir von mir aus Recht, dass ich das wieder wegkrieg Fokus zweites Ding war, ich will Zeit zu meiner Zeit zurück, weil jeden Tag, auch wenn ich eh beschäftigt bin und gar nicht zu zu Social Media komme, hab ich dann doch es geschafft eine halbe Stunde irgendwie doch noch irgendwie am auf dem Klo oder was weiß ich am Abend oder?

Wenn ich eigentlich beten wollte, dann hab ich jetzt noch Social Media und dann dachte ich Mist, aber ich will doch noch ne halbe Stunde beten, dann bin ich immer zu spät ins Bett gegangen. Also mehr Zeit, mehr Fokus auf was die Zeit, wie ich meine Prioritäten, wie ich meine Zeit investiere, das wollte ich auch und dadurch insgesamt einfach freier und weniger in meinem Leben, einfach weniger in meinem Leben, das war das Ziel und dadurch natürlich auch mehr Kapazität für Gott.

Weil das mich einfach weggeholt hat und und meine Gedanken immer zerstreut hat. Und so war ich viel fokussierter und ich hatte solche kleinen Sachen wie ich sitze im Bus in Salzburg, fahr zum Hauptbahnhof und normalerweise wird das dauert 20 Minuten. Ich nehm mein Handy raus und bin halt am Handy, stattdessen hab ich meinen Rosenkranz rausgeholt und hab Rosenkranz gewählt. Ja, das Zeichen und Wunder.

Darf ich eine Szene erzählen? Bitte erzähl die Szene, du bist ja eigentlich hier der. Gast, du bist ganz frisch in Passau angekommen. 2020 war es ja, glaube ich im Herbst und ich hatte Besuch von meinem geistlichen Begleiter. Großartig, ja. Und der hat, glaube ich, das Haus Ausgesegnet oder irgend so was mit Weihwasser.

Und während wir da so unsere Prozession gemacht haben unter gregorianischen Gesängen, saß du am Küchentisch. Mit deinem Handy und hast irgendwas gedaddelt und. Und ich werde niemals diesen Blick von dem Priester auf dich vergessen, wie er so dachte. Oh Gott, was für ein hoffnungsloser Fall also ist da noch was draus geworden?

Es ist hoffentlich was draus geworden. Ja gut, aber aber aber weißt du was ich damit sagen möchte ist mir hat es so geholfen mich möglichst. Mich möglichst zu motivieren, das einfach, dass ich einfach diesen Raum für Gott schaffe. Ja, und die Motivation war ne Mischung aus ich, ich, ich schaffe es aber natürlich, ich möchte diesen Raum für Gott schaffen.

Also. Wie erlebst du das? Also ich hätte vorweg 22 Gedanken. Zum einen ich hab auch n Kumpel der solche Challenges macht und zwar mit. Mit dem Thema Geld auch tatsächlich, dass er dann jemandem sagt, ich überweise dir jetzt diesen Betrag, der wehtut, und wenn ich faile, dann behältst du es. Du kannst damit machen, was du willst. Das find ich auch ne heftige Methode. Boah, das erinnert mich an einen, an einen Bekannten, der sagt, wenn ich, wenn ich faile, dann geb ich dir immer 25€. Das ist auch krass.

Und das zweite für mich ist immer so ne Grundfrage. Das, was ich mache, ist das eine Weg von oder eine Hinzubewegung. Also möchte ich einfach nur weg von dem, was mich nervt und ich meine, das ist ja erstmal der natürliche Reflex, ich möchte weg von Zerstreuung, ich möchte weg von dem Gefühl, irgendwie, mein Leben entgleitet mir und so weiter aber logischerweise nimmt diese Motivation ab, je weiter man kommt, ja weil je weiter du kommst, desto. Freier bist du ja davon und dann bist du nicht mehr so motiviert und dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass man quasi wieder regressiert, während eine hinzu Motivation, wo es also darum geht, für im besten Fall jemanden frei zu werden, wird die Motivation immer stärker,

weil man ja in die Dynamik, da kommen wir eigentlich auf unser Anfangsthema mit dem Konsumieren versus sich hingeben, weil man immer mehr in die Freiheit hineinkommt. Der Hingabe und eigentlich damit tiefer in den Sinn kommt. Und man identifiziert halt dann die Dinge, gegen die man da so kämpft, immer klarer, nicht nur theoretisch, sondern praktisch existenziell als die Feinde des eigenen Lebens, weil man das Leben aber schon lebt, nicht die Feinde eines abstrakten Ideals.

Ich will aber doch nicht derjenige sein, der sondern die Feinde von dem OK, ich leb doch eigentlich schon, dass ich Zeit für meinen Sohn hab oder? In meinem Fall für die Armen oder für die jungen Erwachsenen oder für das Studium und jedes Mal, wenn ich wieder zurückfalle, beraube ich mich selbst dieser schönen Sache. Also diese Frage, das ist für mich so immer die das was wo ich merke, wenn das fehlt, diese Reflexionsebene und ich eigentlich nur meinem eigenen Ideal hinterher renne, dann ist es unfruchtbar.

Das ist total gut, das ist wirklich gut. Also ich hab es natürlich indirekt nicht sehr bewusst, aber indirekt gemacht für meine Familie, für meine Frau, aber schon eher jetzt nicht, auch nicht nur, dass ich es schaffe, dass ich stark bin oder sowas, aber auch nicht so hundertprozentig, so dass ich gesagt hab, das mach ich eigentlich nur, damit ich mehr Zeit für meine Familie hab oder damit ich mehr Kapazität für meine Familie hab.

Sondern schon auch so. Na ja, das ideale Leben, das wäre doch so und so und so. Und wir neigen dazu, diese Ebene dazwischen zu schieben, irgendwie zwischen uns und das Leben, diese Ebene von ja, so müsste ich sein, so müssten die Dinge sein, damit es dann funktioniert und wo, wo wir das machen, da wird werden wird alles instrumentalisiert, inklusive unserer selbst, nämlich diesem ideal, so zu werden wie dieses Ideal und diese Selbstinstrumentalisierung. Es ist eine fast noch schlimmere Knechtschaft. Hast du eine Idee wie man da rauskommt? Naja eben sich hineinnehmen zu lassen in die Dynamik Jesu, also Philippe Hymnus.

Er war Gottgleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er äußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich, also sich nicht mehr dagegen zu wehren, das oft zu betrachten, was bedeutet das, was Jesus selber getan hat. Und wie möchte er diese Dynamik in meinem Leben verwirklichen?

Wie möchte er durch Enteignung und sterben andere reicher machen? Er, der Arm war, wurde Euretwegen, er, der er, der Reich war, wurde Euretwegen arm, um euch durch seine Armut Reich zu machen. Gewühlt. Ja, also ich meine, wir haben einfach das perfekte Model eigentlich die ganze Zeit vor Augen und wir wehren uns aber einmal dagegen, also dass wir selbst eben in der Frömmigkeit noch eigentlich.

Die oberen sein wollen und die die die, die, die die Fülle haben und die die Ansagen, wie es läuft, statt eben zu dem zu lernen, wie wie er sich es uns gezeigt hat. Ich hab schon gemerkt, dass ich, dass ich durch diese erfolgreiche Gewohnheitsänderung. Also irgendwie doch das dann ich mach es ja jetzt so, ich nehm es ernst. Ich hab einen anderen Lebensstil, dass ich, dass es doch schon eine Quelle von neuem Stolz sein kann, dann seh ich andere, die es nicht schaffen ihr Handy wegzulegen oder so und dann denk ich mir Mensch, wenn die nur so. So, so hart.

Hell wären wie ich. So. Oder, oder vielleicht nicht. Das aber, wenn sie es schon verstanden hätten, wie wichtig das wäre und so, ja Mhm. Ja, voll gut. Ja. Also ich merk, da hört man irgendwie nicht auf zu lernen, weil Selbstverleugnung ist einfach kein einfaches Thema. Ja, weil es eben per Definitionen nichts ist, was ich selber machen kann, weil in dem Moment, wo ich, wo ich die Selbstverleugnung zu meinem Ego Projekt mache, ist sie das Gegenteil. Ja, ja, davon kann ich ein Lied singen, also dann ist sie das Gegenteil von Selbstverleugnung, sondern selbst. Weiß nicht, Verherrlichung nur eben auf einem komischen sadomaso Trip oder so, keine Ahnung. Also pseudo Selbstverleugnung,

genau die eigentlich wieder selbstverherrlichung ist. Also da, da kommen wir einfach immer und immer wieder auf dieses Grundthema, was ich, worüber ich einfach nur staune, dass Gott so geplant und gemacht hat und was die Kirche da so Weise, ist, was die die Standeswahl und die Berufung betrifft, das einfach, diese Bindung.

Sich binden an eine Form, an einen Stand, sei es eben an in der Ehe oder im Gottgeweihten leben. Dass darin das Geheimnis unserer Freiheit und Fruchtbarkeit liegt und und eigentlich auch unserer Selbstverwirklichung, dass wir halt nicht dem eigenen Plan nachjagen, und er kann noch so fromm über überhöht sein, er wird am Ende immer noch eine Form von egoistischer Selbstverwirklichung sein, sondern dass wir uns hineinnehmen lassen.

In einen sehr konkreten Weg, wo die Dinge, die wir uns nicht ausgesucht haben, genau der Ort sind, wo diese Selbstverleugnung dann echt wird, wo aber dann auch ne Freiheit kommt. Also ich war jetzt gerade in Rom, da war n treffen von jungen Kapuzinern aus ganz Europa 100 Burschen an der an der Zahl und.

Da habe ich so eine eine Freude verspürt, einfach mit diesen Brüdern dort Zeit zu verbringen. Und zwar konnte ich diese Freude auch spüren, weil mir der herrschen ein bisschen zumindest von dem, von dem Stolz und oder Minderwertigkeitskomplex, die sind ja immer beide in uns drin, weggenommen hat. Der sonst immer wie eine Mauer zwischen mir und dem Rest steht, stand und dort, wo das schon ein bisschen geheilt ist, weil man sich darauf eingelassen hat. Ja, ich gehöre jetzt zu dieser Brudergemeinschaft, und ich gehöre zu ihr mit meinen ganzen Makeln und auch mit ihren Makeln, aber es ist mir gegeben, dazuzugehören, das ist eine eine so schöne Form von Identität, die man nicht machen kann. Machen kann man sich irgendwie.

Ich bin der Superhero im im Habit, der jetzt irgendwie durch die Lande zieht und die Leute bekehrt. Ja, das wäre. Aus eigener Kraft. Genau. Genauso wie die Selbstverleugnung aus eigener Kraft oder die am Ende des Tages ist es ja wieder der Versuch, sich selbst zu erlösen. Genau. Aus eigener Kraft motiviere ich mich, auf die kluge Art und Weise jetzt dem Social Media Konsum zu entsagen. Ja, also eben diese Form von, nennen wir es ruhig Götzendienst.

Eben die. Dem Götzenbild, von dem, wie du glaubst, dass du sein müsstest, um geliebt zu werden. Dabei ist ja eigentlich, das ist ja das witzige, die Motivation, den Götzen, nämlich das Handy zu entthronen, und man entthront ihn, indem man einen neuen Götzen ist ja voll anstrengend. Und deswegen diese Einfachheit eben, es für jemanden zu tun und. Diese Person in den Mittelpunkt zu stellen und dann bekommen alle anderen Sachen ihren Platz, so würde ich sagen. Du hast ja vorhin gesagt, dass du ein Suchender warst und irgendwie auch im Buddhismus warst. Die hat auch mit kürzlich mit deiner Mutter gesprochen über ihre Zeit im Buddhismus und dass für sie das dann so befreiend war, dass sie es nicht mehr

selber machen musste, die ganze Erlösung, sondern dass da jemand sie erlöst hat, nämlich der Herr Jesus. Und du hast ja auch schon das ein bisschen angedeutet. Wie war denn deine Bekehrung schlussendlich? Also von glaube ich buddhistisch oder zu christlich? Ja, aber nicht nicht direkt. Es gab direkt, es gab noch einen kleinen Umweg. Ja, bitte.

Also ganz schematisch, kurz gefasst. Ja, also es gab so einen. Idealistischen, idealistischen grün, links angehauchten Buddhismus. Und der ist dann in eine ziemlich massive, der aber koexistiert hat mit einem ziemlich normalen hedonistischen Studentenleben, sag ich mal. Natürlich gab es da auch asketische Phasen, wo ich dann also keinen Alkohol getrunken habe wegen des Buddhismus oder kein Fleisch gegessen habe oder ganz schön meditiert habe und so, aber das war immer ziemlich.

Volatil, das hatte also keine große Konstanz, weil das Halt irgendwie alles eher so aus Lust und Laune irgendwie geboren war. Aber jedenfalls nach dieser buddhistischen Phase kam ich an der Uni mit Nietzsche in Kontakt, und der hat dieses idealistische linksgrüne Gebäude ziemlich kurz und klein gehauen und hat also mir damals eben offenbart, dass meine ganzen sogenannten Werte und. Ja, eine Vorstellung davon, wie die Welt sein sollte und was Gerechtigkeit ist und so weiter, das ist alles unbegründet ist und hat mich quasi sozusagen in den Abgrund geschubst, der schon da war.

Natürlich ja, also ich hab ja auch im Buddhismus schon in der Meditation, also in dem Versuch, irgendwie zur Ruhe zu kommen, nach innen zu schauen, sich selbst wahrzunehmen, das ist ja erst mal auch dem christlichen Gebet nicht völlig fremd. Ja, aber ich hab in dieser Meditation schon auch Erfahrungen von Abgrund gemacht. Also es gehört ja auch zu der Geschichte dazu, dass ich da auch eine Phase von Depression auch entwickelt habe durch durch die Meditation.

In gewisser Weise war natürlich auch ein Kontext vom Leben, aber hat er mich in diesen Abgrund geschubst, aus dem ich mich dann, nein, aus dem ich rausgezogen wurde? Ja, und zwar mittels der Philosophie, vor allen Dingen Platon, Platon war dann der der Wegbereiter, der, der wiederum Nietzsche dekonstruiert hat. Und der mich konfrontiert hat damit, dass es doch objektive Wahrheit gibt.

Also das fing dann tatsächlich hing das zusammen erstmal mit einer Phase, wo ich viel, viel Sport gemacht habe und wo ich die Erfahrung gemacht habe okay, es gibt diesen materiellen physischen Leib, und der hat Grenzen, aber der kann sich auch verändern und man kann also so diese Erfahrung von von Echtheit und von von Widerstand irgendwie, dass die ja und das dann übertragen eigentlich auch auf das.

Auf das geistige, auf das Unsichtbare, dass eben auch die Seele nicht einfach nur sich völlig frei aus dem nichts heraus erschafft und formt, sondern dass sie auch Widerständen ausgesetzt ist. Und dass die Wahrheit sich als ein, ein, eine Realität erweist, an der man ja zerbrechen kann. Oder eben an der man, die sich abarbeiten kann, sagen wir es mal so, ne, da hatte ich das große Glück, der Professor Zehnpfennig in Passau, die sich da zur Verfügung gestellt hat als Boxsack. Für meine intellektuellen Angriffe, aber mich eben sehr elegant und geduldig widerlegt hat. Und damit hat sie den Boden bereitet für die Begegnung mit dem Herrn, die dann durch den Bischof Oster zustande kam und bei ihm, er hat dann eben sehr

viel über von Jesus gesprochen, und es war mir erstmal erstmal ein bisschen suspekt, weil ich halt nicht dachte, dass es so so relevant ist, wer jetzt? Jesus ist, sondern ich wollte halt eher die Wahrheit, so ganz objektiv und eher so als große, über allem schwebende Idee und nicht so eine konkrete Person.

Aber dann hatte ich halt früher oder später im Gebet einfach die Erfahrungen von einem du, und das war eben im Kontrast zum Buddhismus, und ich glaube, viele Leute heutzutage machen ja, es gibt ja einen großen Trend, schon, glaube ich. Nach Spiritualität und Suche irgendwie nach einer Alternative zum materiellen, äußerlichen und glaube ich, viele Leute machen die Erfahrung, dass wenn man da eintritt, gibt es zum einen schöne Erfahrung, dass man überhaupt mal wieder irgendwie seinen Körper wahrnimmt und seine Atmung wahrnimmt und wahrnimmt, dass man irgendwie am Leben ist und nicht nur irgendwelchen digitalen Welten, aber viele Menschen machen auch die Erfahrung, dass da eine große Unruhe und Zerrissenheit

innerlich ist. Und das war eben auch meine Grunderfahrung in der Meditation, dass ich eher so in mir selber gefangen bin und dann auf einmal auch durch den Namen Jesu, würde ich fast sagen, also das habe ich damals nicht so auf dem Schirm gehabt, aber ich glaube wirklich, dass der Name Jesu eine Kraft hat, dass dieser Kreis zerbrochen wird und du auf einmal Austrittst in einen Dialog und dir jemand entgegenkommt, der dich da rausholt aus dem ganzen, und das ist natürlich eine unfassbar befreiende Erfahrung, die ich.

Eben wünsche, die mich auch antreibt. Warum ich das mache, was ich mache? Ja, come on. Man sieht es dir an und dann bist du. Du hast gesagt, Bischof Oster, feiner Typ Shout Out Bischof Oster weiß nicht, ob er sich jetzt diese Sachen irgendwann mal anhören wird, vielleicht ja, wer weiß, aber dann bist du in der Kirche gelandet und ich hab dich von Anfang an als jemand kennengelernt, der die Kirche liebt. Ich bin allerdings aufgewachsen als einer, der die Kirche überhaupt nicht verstanden hat und das auch nicht schön und cool fand oder sonst irgendwas, sondern eher ja langweilig, unansprechend, unattraktiv.

Ja. Was hat dich überzeugt von der Kirche? Also das das lustige ist ja, dass eben meine Ausgangsposition genau das Gegenteil war. Also ich. Bin in Hamburg aufgewachsen und ich hatte 2 gute Freunde in so einer Kindergarten und Grundschulzeit, die beide aus jeweils sehr kirchlichen Familien kamen, sag ich mal eine evangelische und eine katholische Familie und deswegen hatte ich da schon eigentlich Berührungspunkte, aber wenn ich meiner ganzen Jugend über eine Sache sicher wusste, auf meiner Suche her, war das, dass das Christentum und die Kirche nicht die Antwort hat, das war für mich so absolut sicher, weil das, was ich erlebt habe von der Kirche, war eben genau. Ähnlich wie du sagst, irgendwie

unattraktiv, Unauthentisch, verkrampft und das Stand lange auch. Wieso eine, wieso eine Mauer zwischen mir und dem was was die Kirche sagt und da war dann tatsächlich Bischof Stefan eine eine insofern wichtige Mittel mittlerperson, weil er er selber auch. Einen philosophischen weggegangen ist, der ihn noch mal tiefer in den Glauben geführt hat, nachdem er auch eine Zeit hatte in seinen Zwanzigern, wo er weg war von der Kirche. Und er hat eine Sprache gesprochen, die für mich anschlussfähig war, also für meine eigene Suche, die eben auch sehr philosophisch zu dem Zeitpunkt war, sehr auch auf der Kopfebene, und er ist aber nun auch ein Mensch, der sehr, sehr. Kirchlich ist im guten Sinne

also der eine sehr innige Beziehung zu Maria hat und der Jesus sozusagen nicht ohne Maria denken kann und leben kann. Und für ihn ist Maria ja das Urbild der Kirche schlechthin, also ihr Herz, ihr weiter Raum, in dem sie ja sagen konnte zu Gott und. Dass jeder, der in irgendeiner Weise jemals ja gesagt hat, zu Gott und seiner Liebe, das eigentlich in Maria tut. Und ich würde sagen, durch die Begegnung mit ihm und seinem Denken hat er mich so schrittweise einfach, wieso durch diese Mauer hindurch geführt, auf die andere Seite der Mauer, wo halt nicht wie erwartet irgendwie Einöde oder Dunkelheit oder Enge herrscht, sondern wo der blühende Garten ist und ich glaube.

Ohne es jetzt zu sehr verallgemeinern zu wollen, aber ich glaube, dass heute in der Zeit, der wir jetzt gerade leben, wo quasi die Konsequenzen einer säkularen oder sogar atheistischen Gesellschaft immer deutlicher bis in die tiefsten Winkel des Alltags sich bemerkbar machen, auf allen verschiedenen Ebenen, von der Politik bis ins Familienleben, dass die Leute immer mehr das Gefühl bekommen.

Um etwas betrogen worden zu sein, um ihr eigentliches Erbe und ihre eigentliche Identität, weil wir sehen ja überall noch diese Kunstwerke und Kirchengebäude und Musik und whatever und spüren aber, dass wir davon völlig abgeschnitten sind, und das war vielleicht auch mein Glück, ich bin schon auch aufgewachsen mit einem Bezug zu Kunst und Architektur und Schönheit und und, und diesen Dingen.

Und als ich dann das Geheimnis der Kirche entdeckt habe und das mir aufgeschlossen wurde, war das wirklich wie ein Nachhausekommen. Das ist, das ist der Mutterschoß, in dem all das geboren wurde, was meine tiefste Sehnsucht und Identität ist, was, was uns als Europäer auch verbindet, also in die Zeit meiner Bekehrung fiel eben dieser Roadtrip mit meinen beiden Kumpels aus der Schulzeit. Hinein, wo wir dann in Mailand in diesem Club waren. Wir waren eben nicht nur in Mailand im Club, Wir waren halt auch in Florenz in den Uffizien und haben dort Botticelli, die Geburt der Venus gesehen, den David, Wir waren in in Rom, in den vatikanischen Museen und haben dort unter anderem die Grablegung Christi von

Caravaggio gesehen, und das war halt, da war ich schon ne Zeit lang beim beim Stefan Oster im im Gebetskreis und hatte schon sehr viel Input quasi bekommen über Jesus, aber dieser Moment vor diesem Gemälde zu stehen. Wo der tote Christus in den Armen von Maria und den anderen Jüngern da vom Kreuz abgenommen wird, war wieso ein Klick, wo diese Wahrheit wirklich noch mal ins Herz eindringen konnte, dass unser König halt wirklich der ist, der sich so völlig entäußert hat, dass das der der Logos ist, der tiefste Sinn des Universums und lustigerweise, ja, interessanterweise, ich bin dann nach diesem Museumsbesuch.

Haben wir noch auf den Stufen des Petersdoms eine Zigarette geraucht und sind dann halb witzelnd durch die damals offene Heilige Pforte gegangen, weil es war das Jahr der außerordentlichen Barmherzigkeit, 2016, nicht ahnend und einige Monate später habe ich meine Entscheidung getroffen, mich taufen zu lassen, und ich bin jetzt letzten Sonntag wieder durch diese Pforte gegangen, als ich in Rom war, und das hat mich wirklich.

Wie einen einen Schlag getroffen, was meine unglaubliche Gnade. Das war damals eben von draußen hineinzukommen und dann in den Petersdom und wirklich in diese dieses Geheimnis der Kirche hineintreten zu dürfen, ja. Wunderschön. Ja, also die Kirche, ich hab wie gesagt nicht so tolle Erfahrungen mit der Kirche gemacht oder nicht so attraktive Erfahrungen vielleicht.

Aber das, was mich katholisch gehalten hat am eigentlich auf dem Blatt, irgendwie. Ich war vorher n bisschen, hab Zeit in der evangelischen Landeskirche und dann bei den Freikirchen und so. Ah das was mich echt gehalten hat, war ja die Schönheit der Lehre, die Tiefe, die Mystik, die der Reichtum, diese das durch das durchdachte, das Durchbetete, das Durchlittene. Was die Kirche irgendwie hat und was ich nirgendwo anders gefunden hab.

Aber wo? Wo hast du das denn gefunden in der Zeit? Also ich hab ich war eh, also ich war so so geprägt von irgendwelchen freikirchlichen Predigern und die fand ich faszinierend, weil die waren irgendwie die waren so glaubwürdig. Dann hab ich Hartl kennengelernt, dann dachte ich mir, der ist genauso wie. Die aber katholisch.

So, das hab ich ja noch nie gesehen. Also der ist irgendwie auch alltagsnah und überzeugt und überzeugend und hilft mir irgendwie das ganze Leben als Leben mit Jesus irgendwie zu sehen. Und nicht nur ich gehe halt am Sonntag, mache irgendwie so einen Ablauf und dann hast du es wieder und eigentlich hat der Sonntag nichts mit meinem restlichen Leben zu tun, das habe ich irgendwie nicht ganz verstanden, das fand ich irgendwie nicht überzeugend einfach früher.

Und dann hab ich über die Theologie des Leibes interessanterweise, ich hab das Buch gelesen von Christopher West, Theologie des Leibes für Anfänger, und ich weiß noch, wie ich jubelnd durch damals dieses Buch in der Hand jubelnd durch durchs Wohnzimmer gelaufen bin, bei meinen Eltern aber niemand zu Hause, ich hab das laut vorgelesen und hab gelacht.

Proklamiert. Hab gelacht und geweint gleichzeitig, weil ich irgendwie, weil das so gut war. Geschrieben von einem Papst und ich dachte hä, also ich hab noch nie sowas gutes über über Körperlichkeit, über Sexualität, über sonst irgendwas, über Beziehung, leiblichkeit gelesen, noch nie, noch nie einen freigerichtlichen Prediger über sowas, erstens überhaupt Prediger, zweitens in dieser Tiefe, und da war so eine sowas ehrwürdiges irgendwie drin, eine Weite, auch eine Weite, eine Weisheit, eine Liebe.

Eine ein nicht aufdringliches. Das beginnt ja schon mit dem Satz von von Johannes Paul dem zweiten, wo er sagt, die Wahrheit, die, die wird, die Wahrheit wird von selber überzeugen, die Wahrheit braucht nicht. Propaganda. Ja, Propaganda oder oder pushen oder Stress, oder das braucht sie nicht, sondern sie ist in sich überzeugend und das hat mich schon so geflasht und dann hab ich halt einfach mich immer mehr mit der Kirche beschäftigt, aber was mir wirklich geholfen hat, war.

Eine jüngerschaftsschule 5 Monate in Neuseeland, wo ich dann auch die ganzen inneren Spannungen, die ich noch gegen die katholische Kirche gehabt hatte, hab. Hab mehr hab nicht mehr mehr nicht mehr wirklich aber hatte viele Themen, Heilige Maria, Papst et cetera, wo ich schlussendlich gemerkt hab das Problem ist nicht die die Inhalte per se. Sondern dass ich der Kirche nicht getraut habe. Und ich glaube, das ist das größte Thema für die Freikirchler heutzutage, dass die nicht unbedingt inhaltlichen Probleme mit uns haben, sondern dass sie einfach einer Kirche, die so viel Skandale, die so groß ist, die so Lahm vielleicht nicht so attraktiv wirkt, so dass man der nicht trauen kann und.

Und ich hab so oft die Erfahrung gemacht, wenn sie einen Katholiken treffen, dem man trauen kann, dann öffnen sie sich den Inhalten. Weiß ich. Eucharistie oder Papst oder sonst irgendwas viel mehr und sagen, Boah, ja, jetzt wo du es mir erklärst, kann ich das schon mit inhaltlich, aber ich kann trotzdem dem noch nicht angehören, weil ich vertrau dem ganzen noch nicht so, ja oder es macht mir macht noch nichts genug Sinn oder so.

Weil ich glaube auch, dass der, der der Protestant, der sagt, aber ich kann es nicht glauben, nicht nicht unbedingt sagt, ich kann das inhaltlich nicht mitgehen, sondern ich kann dem noch nicht genug vertrauen, das ist meine These, meine These. Ich mein, der berührt natürlich das innerste Geheimnis von.

Von Glaube und von von Erkenntnis. Ja, weil wir als Person ja ein Kompositum einer Zusammensetzung von Vernunft und Wille sind, und das ist ziemlich schwierig, wenn man anfängt, darüber länger nachzudenken. Was heißt das eigentlich, überhaupt etwas zu erkennen oder sogar jemandem zu vertrauen? Ja, also muss ich den erst erkennen, damit sich mein Wille dann für ihn entscheidet, aber ist es dann überhaupt noch vertrauen, wenn ich eh schon erkannt habe, der ist gut oder der ist wahr?

Umgekehrt aber wenn ich mich einfach nur willkürlich für jemanden entscheide, ohne überhaupt irgendwas zu wissen, das ist ja dann eigentlich auch kein Vertrauen, sondern einfach nur tollkühnheit, Blindheit, ja, also das ist schon, ist schon geheimnisvoll, und der Bischof Stefan hat das ja sehr oft schön erklärt, also Credo, Ich glaube also auch das Credo, was wir beten als Katholiken oder als Christen ja größtenteils gemeinsam. Das Wort Caldere im Lateinischen kommt oder ist verwandt mit Cordare sein Herz geben und das würde also bedeuten, wenn man das ernst nimmt, jemandem zu vertrauen, auch eine Institution mit der Kirche ist notwendig daran gebunden, etwas von sich, und zwar nicht nur irgendetwas,

sondern das Wertvollste von sich aus der Hand zu geben. Und sich damit unglaublich verletzlich zu machen, das ist ja auch das, was in der Ehe passiert. Also deine Frau hat jetzt viel mehr, macht, dich so richtig zu verletzen, als ich es vorher hatte, bevor ihr geheiratet habt und das gleiche, glaube ich, spüren wir auch, wenn wir eben uns zum Beispiel mit der Kirche beschäftigen oder eben als Protestant vielleicht oder als Suchender, wir spüren intuitiv und. Es geht jetzt nicht nur darum, dass ich jetzt irgendwie ein ein How to do das und das von irgendeinem Guru oder irgendwas bekomme und das dann umsetze in meinem Lifestyle, sondern es geht wirklich darum, etwas von mir zu geben und mich damit auch verwundbar zu machen.

Ich glaube, das passiert schon in den freikirchlichen Gemeinden, dass du einen Pastor hast vielleicht. Der ist so attraktiv oder so authentisch oder so was auch immer faszinierend, oder wie er spricht über Jesus, das ist so gut. Dass dass man schlussendlich dann sagt, Na ja, dem will ich folgen.

Ja, ja, das hatte ich ja ein bisschen mit dem Hartl auch am Anfang, wo ich in die ins Gebetshaus gekommen bin, wo ich mir gedacht hab, ich, ich überzeichne jetzt biblisch so, so jemanden hab ich noch, ich hab noch nie so jemanden reden hören und. Und, und natürlich wollte ich dann irgendwie das alles wissen und das Schöne war natürlich, dass er nicht auf sich und auf seine Gemeinde gezeigt hat, weil es gibt keine Gemeinde die, sondern er verweist Halt auf die Kirche, oder? Ja, und und.

Aber ich könnt mir schon vorstellen dann, dass dass ein Protestant sagt, OK, ich fühl mich hier wohl, das ist mein Pastor und der. Zeig mir, wie das Leben geht vielleicht, und dem vertraue ich und der Gruppe der Gemeinde vertraue ich auch, weil ich hab ich erleb, die ich spür, die da ist ne größere Sicherheit als wenn ich einer, sagen wir mal abstrakten, natürlich nicht ganz abstrakt, aber einer Institution vertraue, die wesentlich ungreifbarer und unkonkreter ist. Wo ich die Leute, die die Dogmen gemacht haben, nicht kenne. Nicht weiß, wie authentisch die waren, wo ich vertrauen muss, dass die authentisch sind und das ist und dem Pastor oder der Gemeinde das Herz zu geben, zu vertrauen ist glaub ich leichter auf den ersten Blick.

Ja, genau. Auf den zweiten Blick könnte man ja sagen, bist du blöd. Wieso gibst du denn irgend so einer Person dein Herz, warum nicht einer Kirche, die 2000 Jahre lang schon existiert und die durch die krassesten Sachen durchgegangen ist und so und. Die irgendwie die tiefsten Erkenntnisse in ihrer Lehre festgeschrieben hat, die, wenn du sie liest, offensichtlich sind, so aber auf den ersten Blick macht es für mich schon mehr Sinn zu sagen, ich vertraue lieber den Menschen als einer abstrakten als einer abstrakten Institution. Ja, und ich glaube, deswegen kann man ja auch beides nicht füreinander trennen.

Also die Kirche wird nur dort. Neue Kinder dazu gewinnen, fruchtbar sein, wo auch eben reale Menschen konkrete Menschen vor Ort diese Botschaft bezeugen und damit auch irgendwie diesen Vertrauensvorschuss generieren. Aber letztlich ist es natürlich viel schöner, sein Vertrauen dann auf Gott zu setzen, der diese Kirche ja gestiftet hat, also das war für mich.

Ist bis heute für mich einer der plausibelsten Gründe, auch die Kirche in Ihrer in ihrem Sosein plausibel zu halten. Dass ich nicht glaube, dass nach Jesus, nach dem, was er alles getan hat auf Erden, er uns dann einfach so als Waisenkinder zurücklässt, die irgendwie nur mit einem paar Buchstaben versuchen müssen, so im Einzelkämpfer Modus so in kleinen Gruppierungen vielleicht noch.

So zu überleben, sondern dass er eben eine reale Gemeinschaft gestiftet hat und dass diese diese Gemeinschaft eigentlich sein Testament ist und nicht nur die Worte, die er gesagt hat, sagt er ja selber auch ne, also daran werdet ihr erkennen, dass ihr werden sie erkennen, dass ihr meine jünger seid, ne an der Liebe, die ihr zueinander habt, und das ist halt der Geist, der darin wirkt, und dass diese Gemeinschaft.

Der Sinn von allem irgendwie auch ist, warum er überhaupt da war, dass dass das das Fortleben seiner Inkarnation ist und dass wir als Kirche da hinein genommen werden in diese diese Dynamik. Aber sie ist natürlich immer ein Anstoß, weil sie eben uns als Menschen einschließt. Und zwar eben in unserer Gebrochenheit, in unserer Unvollkommenheit. Und ich glaube, ein sehr starker Impuls, den jeder hat, der eine Bekehrungserfahrung macht oder einfach anfängt, vielleicht den Glauben ernsthafter zu leben.

Der erste Impuls ist erstmal, ich möchte so weit wie möglich weg von dem, was ich vorher gelebt habe, ich möchte einen großen Abstand zwischen mich und diese ganzen bösen, weltlichen, sündigen Dinge bringen. Aber das ist nicht die die Richtung, die Jesus eingeschlagen hat. Also ihm nachzufolgen bedeutet eigentlich, genau in den Dreck hineinzusteigen und das heißt eben den eigenen, aber auch den der Welt und den der Brüder und Schwestern, ja, also ne, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben 7 * 77 mal.

Also ich glaub diesen diesen ersten Reflex muss man dann auch bewusst überwinden. Und sich dem wieder zuwenden. Und das ist aber eine große Aufgabe, immer wieder einen neuen Schritt des Vertrauens zu machen. Ich glaube, je mehr man vertraut, desto leichter wird es, aber es ist eine große Herausforderung.

Ja, und also es ist auch nicht nur eine Einbahnstraße. Also wenn man schon sehr viel gegeben hat, vertrauen, dann ist man ja wie gesagt verletzlicher und wenn man dann zum Beispiel innerhalb der. Innerhalb der Kirche eine negative Erfahrung macht. Also es gibt ja leider immer wieder auch, dass es eben zum Beispiel irgendwelche Sterne, irgendwelche Leitfiguren fallen oder sich als von vornherein als Schwindler entpuppen oder dass man konkret auf dem Berufungsweg Enttäuschungen erlebt, whatever, das kann ja dann noch viel schwerwiegender sein, also da gibt es, glaube ich, nicht wenige, die. Damit Struggeln für mich selber war das auch nicht einfach die letzten Jahre auf dem Berufungsweg gab es auch Momente, wo ich halt noch mal

näher Zustände in der Kirche hautnah erlebt habe, die unangenehm sind und wo man sich dann auch fragt, warum, warum lässt du das zu, warum erlaubst du das gar nicht mal so im Sinne von Vorwurf, dass die Leute so böse sind, sondern eher der Vorwurf an Gott, da gibt es Leute, die haben eigentlich ihr ganzes Leben Dir geschenkt, zum Beispiel andere Ordensmänner und. Leben aber offen, vermeintlich oder tatsächlich so weit weg mit ihrem Herzen von dir.

Warum, warum hilfst du dir denn nicht, warum lässt du das zu, dass die offenbar so verkorkst werden, irgendwie und ja, oder droht mir das auch, obwohl ich schon in der Kirche bin und versuche alles alles richtig zu machen ja, also das sind, das ist schon nicht ohne. Na meine Hoffnung ist, dass wir ja eher immer heiliger werden, hoffentlich, und dass wir irgendwie uns auf dem richtigen Weg befinden an diese Richtung.

Ja, aber es fühlt sich also das da ich weiß nicht wie es dir geht, würde mich interessieren, aber es fühlt sich doch eigentlich nicht so an. Also mein Empfinden ist wenn du wenn du heilig werden willst, dann musst du echt damit klarkommen dich überhaupt nicht heilig zu fühlen auf dem Weg. Aber ich mein was, was mir Hoffnung macht, ist dass je je mehr ich heilig werden werde, vielleicht irgendwie step by step, desto mehr muss mir ja Gott erst mal alles zeigen, was in mir nicht heilig ist, damit ich es dann zu ihm bringen kann, damit er es irgendwie auf seine Art und Weise und in seiner Geschwindigkeit, dass er mich dann heiligt dadurch, das heißt, ich glaub der der Fakt, dass man seiner eigenen Sündhaftigkeit

oder gebrochenheit sich immer mehr bewusst wird, ist glaub ich ein Zeichen des Prozesses in die richtige Richtung. Also vermute ich, weil wenn man sich, wenn man es erlaubt, Gott, dass Gott einheiligt dann. Genau. Aber es ist halt wieder eine dieser schönen Binsenweisheiten, diese diese Prozesse oder diese Dynamiken kann man noch so oft in der Theorie kapiert haben, wenn man da drin steckt, ja dann kapiert man es trotzdem nicht. Ja, das stand, ich liebe das, wir hatten während des Novitiats mehrfach, irgendwie haben wir in Exerzitien das Thema der der Jünger, der Apostel.

Durchgenommen, wie sie mit den Leidensankündigungen Jesu umgehen, das ist ja wirklich, lies das mal nach, das ist sowas von bitter wie sie darauf reagieren. Entweder streiten sich dann direkt danach darüber, wer von ihnen der Größte ist oder sie ignorieren es einfach völlig und laufen weiter oder sie lenken vom Thema ab, also jedenfalls sie, sie checken es einfach überhaupt nicht und dann wenn das Leiden kommt erst recht nicht ja also eben sich zu konfrontieren mit. Bis jetzt eben in der Theorie etwas etwas zu wissen, hilft gar nichts, ja oder wenig, man muss durch. Man muss durch, hilft nichts.

Ryan, ja, wir sind am Ende angelangt. Ja, ich fand es richtig cool, mit dir zu reden, ja, und ich hätte wahrscheinlich noch, wenn jetzt nicht die Zeit schon so weit vorgeschritten ist. Wir müssen uns einfach noch mal treffen und über die ganzen anderen Sachen reden, die man auch wahrscheinlich reden könnte, aber danke, dass du da bist. Es war sehr cool.

Danke fürs fürs Gute moderieren, zuhören, reden, wie auch immer. Also ich hab gespürt, dass dass da der Geist der Wahrheit und der Tiefe da war. Ich hoffe ja. Ich wenn du, wenn du das gleiche bei anderen Leuten bewirken kannst, dann wird es noch ein sehr guter Podcast werden. Ich freu mich drauf. Ich freu mich drauf.

Einfach herrlich, dass du da warst, da. Danke.

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