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Shownotes
In der ersten Episode des Podcasts "Entwirrt" dem Psychologiepodcast sprechen Marlene und Irene über ihre Motivation, psychologische Themen greifbarer zu machen und ihre persönlichen Erfahrungen in der Psychologie und Psychotherapie. Sie betonen die Wichtigkeit von ehrlichen Gesprächen über psychische Gesundheit und die Herausforderungen, die Menschen in ihrem Alltag begegnen. Mehr Infos Webseite (deinseelenkompass.at)
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Marlene: Hi und herzlich willkommen zu unserer ersten Folge von Entwirrt Wir sind die Marlene und die Irene und wir freuen sie wahnsinnig, dass wir jetzt einfach mal starten können. Dementsprechend, hört wahrscheinlich, ich bin etwas nervös, nachdem das die erste Folge ist. Es freut mich. Es freut mich, aber...
Irene: Ja, genauso Marlene. Wir sind gemeinsam nervös.
Marlene: Ja genau, aber das macht es dann besser. weiß ja, irgendwie geteiltes Leid ist halbes Leid. Und wir wollen so ein bisschen mit dem Podcast, würde ich mal sagen, Psychologie irgendwie nahbarer und greifbarer machen. Oder wie würdest du das sagen, Irene? Was wollen wir mit diesem Podcast?
Irene: Ich glaube, dass wir gerne über psychologische Themen so reden würden, wie wir es vielleicht einfach mit bester Freude machen würden, unsere Begeisterung teilen, unsere Fragen vom Leben reflektieren. so über das ganz normale Leben reden, aber auch über unseren Beruf und was uns da begegnet, was uns bewegt.
Marlene: Genau, und auch wie es ist, das Leben seine Krisen mitbringt und wann was dabei ist, wo man sagt, man ist geprägt worden und man, ja, ich würde fast sagen, kämpft auch teilweise so noch im Jetzt mit eigenen Prägungen und Glaubenssätze. Und genau, und mit dem Podcast, glaube ich, wollen wir genau das zeigen und nahbar und greifbar machen. dieses, was ist inzwischen uns? Was passiert in uns? Was ist das, was uns so ausmacht und was uns so prägt? Und gleichzeitig immer wieder Themen einzubringen, die, glaube ich, viele Menschen bewegen, die viele Menschen in einen Struggle bringen. Und wie der Name schon sagt, oft Verwirrungen entwirren. Also so, ich glaube, das ist ja das, was man so im Vorfeld bei dem Namen gedacht hat, weil es einfach oft im Leben zu Situationen kommt, wo man irgendwie nicht mehr weiß, was ist denn jetzt richtig, was ist denn falsch, wer bin ich eigentlich, was ist denn gerade in mir oder was ist denn gerade zum Beispiel in einer Beziehung. Oder ich finde, jetzt, man so in ... in Fernseher schaut oder in die Zeitungen ein schaut. Es passiert so viel, wo ich dann
Irene: Mhm.
Marlene: manchmal so das Gefühl hab, boah, ich weiß gar nicht mehr wirklich, was ist denn jetzt richtig, was ist denn falsch und wie fühl mich denn ich mit was? Und ich glaub da, ehrliche Gesprächsbasis zu haben, wo sie möglicherweise der ein oder andere dann was mitnehmen kann und irgendwie so das Gefühl hat, ja genau,
Irene: Mhm.
Marlene: so geht's mir auch, oder fühl ich. Das ist ja so mein Hauptding.
Irene: Mhm.
Marlene: Genau, und das glaube ich wollen wir mit unserem Podcast erreichen, dass auf der einen Seite so eine Zugehörigkeit, auf der anderen Seite ein gemeinsames Entwirren so vor unserem imaginären Kamin.
Irene: Ja.
Marlene: so Kamin-Gespräche und trotzdem einfach so die Psychologie mit einbinden, weil du bist ja Psychologin und ich bin ja Psychotherapeutin und ich
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: finde, und da haben wir ja auch schon im Vorfeld geredet, dass Wir freuen uns auf diesen Austausch zwischen einander. diesen, nicht diesen Anspruch zu haben, hey, ich muss jetzt alles wissen oder ich bin jetzt irgendwie in meiner Expertenrolle und hab irgendwie immer Antworten, sondern auch so dieser gemeinsame Austausch miteinander, dieses Lernen auch voneinander. Irgendwie so dieses zwei Freundinnen, die sich irgendwie treffen und über Themen reden, die sie bewegen und die an einem Herzen liegen. Und dadurch, dass wir ja beide aus der Psychoschiene kommen, ist ja das so was, was uns natürlich auch bewegt, berührt und halt einfach wo unsere Themenbereiche sind. Und ich möchte aber vorab gleich noch sagen, wenn ihr merkt, dass euch einmal ein Thema oder eine Folge sehr berührt oder womöglich auch triggert, dann bitte, wenn es nicht geht, schaltet auf die nächste. Nehmt es euch wirklich ernst, passt es auf euch auf. Nehmt es euch vielleicht, dazu wo sagt es, hey, okay, gut, dem fühl ich mich wohl wo ihm interessiert das Thema. Zum Beispiel bei Trauma oder Themen, die halt einfach nahe gehen wie Kindheitsprägungen oder so. Da ist es uns ganz wichtig zu sagen. Bitte passt es auf euch auf. Und auf der anderen Seite ist da auch noch so ein Anliegen von mir, dass das keine Diagnose oder psychotherapeutische Behandlung ersetzen kann, sondern es sollte einfach Impulse geben. sollte Struggles vielleicht ein bisschen klarer machen. sollte entwirren. Es sollte zu dem einen oder anderen Lacher beitragen. Wir werden auch so in Humor mit einbringen. Das ist uns auch ganz wichtig, weil wir beide einfach trotzdem aus unserer Sicht humorvoll sind. Und wir werden das überprüfen. Und deswegen ist
Irene: Wir werden das mal überprüfen, Marlene.
Marlene: es mir wichtig, dass man sagt, okay, kein Psychotherapieersatz oder psychologische Diagnostikersatz, sondern einfach zwei trotzdem die aus dem Bereich kommen, sich miteinander unterhalten, wo man sich was mitnehmen kann. genau. ich merke immer bei Podcasts, merke immer so dieses, dass ich das Gefühl habe, ich möchte dann wissen, wer mir da im Ohr herumspuckt und irgendwie so das Gefühl haben, hey, ich weiß, was der macht. Und deswegen ... Möchte ich uns gleich einmal vorstellen, ich fange gleich einmal an, würde ich sagen.
Irene: Mhm.
Marlene: Ich bin die Marlene. Ich bin in Oberösterreich daheim, also genauer gesagt in der Nähe von Linz. Ich habe eine eigene psychotherapeutische Praxis seit, ein neun Jahre glaube ich, jetzt mittlerweile schon. Und komme eigentlich ursprünglich aus der Gesundheits- und Krankenpflege, längere Zeit. ich sieben oder acht Jahre auf einer Neurologie Stroke Unit, das ist ein Schlaganfall Überwachungsstation und habe dann aber dadurch, dass man selber die Batscherl auszogen hat, über das Ganze meine eigenen Grenzen nicht wirklich achten, dann habe ich trotzdem auch so dieses Gefühl gehabt im Krankenhaus, es war so wenig Raum und so wenig Zeit zu schauen, was was eigentlich wirklich ausgelöst wird. Bei Reanimationen, bei Menschen, die verstorben sind oder auch einfach wirklich, wenn Menschen gekommen sind, einen Schlaganfall gehabt haben. da oft hinten nach, wo ich aufgehört habe, dann im Krankenhaus zu arbeiten, ich Träume gehabt, dass zum Beispiel so in die Richtung Mein Papa einen Schlaganfall hat oder so typische
Irene: Mhm.
Marlene: Bilder, einfach dann wahnsinnige Ängste durch die ganzen Erlebnisse, die da hochgekommen sind oder erlebt worden sind. im Krankenhaus gibt es sehr wenig Unterstützung. Also da haben wir keine Supervisionen gehabt, keine Intervisionen.
Irene: Ja, für... Okay.
Marlene: Und ich hab das Gefühl gehabt, ist halt einfach dieses Funktionieren oder Funktionalsein,
Irene: Mhm.
Marlene: ist da irgendwie so ein unausgesprochenes Gesetz. Und da hat sich halt jeder gefügt. Und
Irene: Mhm.
Marlene: dann ist halt irgendwie so dieser Tag gekommen, wo das halt einfach nimmer gegangen ist. Und
Irene: Mhm.
Marlene: ich hab das dann auch früher gelernt. Meine Eltern sind solche Duracell-Hasel, die sind
Irene: Mhm.
Marlene: sowieso in diesem entsprechen und tun drinnen.
Irene: Mhm.
Marlene: Das heißt, ich komme ja schon aus der Prägung von dem, dass ich
Irene: Mhm.
Marlene: Würde ich mal sagen, in dem Ding drinnen bin sehr angepasst, sehr helfend, sehr... sehr... meine Grenzen überschreitend.
Irene: Also dieses Gewohnsein, das immer viel zum Da gibt. Und dass das auch in irgendeiner Form normal ist. Ich stelle mir das im Krankenhaus hier.
Marlene: Genau, genau. Und da hat natürlich dieses Krankenhaus...
Irene: Und aber auch mit der Dichte. Vorher kurz überlegt, was du erzählt hast, hat es für die Angehörigen da manchmal wenig gegeben oder auch für euch. Weil ich mir denke,
Marlene: Mmh.
Irene: einem Tag, in einem Dienst, der ja auch nicht kurz ist normalerweise.
Marlene: Ja, ja.
Irene: hat das ja Dichte an Erlebnisse und an Emotionen,
Marlene: Hm.
Irene: wo man ja wahrscheinlich oft gar nicht dazukommt, dass man das irgendwie sortiert. Und
Marlene: Na, na.
Irene: das stelle ich mir einfach rein vom Setting her wahnsinnig herausfordernd vor. Und einfach ganz viel Zeit im Funktionsmodus. Also
Marlene: Ja. Ja. Ja.
Irene: das ist vielleicht auch mal dann ja eine gute Idee, das in einer Podcast Folge mal aufzugreifen, wenn so dieses Funktionieren und dieses,
Marlene: Ja.
Irene: wie du auch sagst, du bist das auch gewohnt.
Marlene: Genau.
Irene: dass das einfach so ist und dass man das so aushält.
Marlene: Ich hab's ja auch nicht hinterfragt. In dem Moment war das gar kein Thema. Das war halt einfach so, dass man's einfach gemacht hat. Und dass in 12 Stunden Dienste, wenn du das halt jetzt gehabt hast, dass du grad, wenn reanimiert hast, war's halt einfach auch so. Du hast weiter funktionieren müssen. Dann sind die Angehörigen gekommen, du hast erklärt, du hast die Ärzte geholt,
Irene: Mhm. Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: du hast ... Du hast weiter funktioniert und dann ist so dieser Tag gekommen, wo ich eben mit meiner Panikattackenkarriere gestartet habe, war weniger
Irene: Ja.
Marlene: lustig dann und ist wirklich so ein Dreivierteljahr, Jahr gegangen, wo es dann auch immer schlimmer geworden ist und so die Angst von der Angst dazukommen ist. Also ich
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: habe dann auch zum Vermeiden angefangen.
Irene: Mhm.
Marlene: Bin aber weiterhin brav arbeiten gegangen. Also das muss man halt dazusagen, dass ich halt dann weiter funktioniert habe noch und habe aber dann nebenbei gleich für mich alle möglichen Reißleinen entzogen. Das heißt, ich bin zu
Irene: Mhm.
Marlene: Ärzte gegangen, ich habe Psychotherapie gestartet,
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: ich habe wirklich geschaut, dass ich mein Leben, ich habe es einmal komplett auf den Kopf gestellt und bin dann
Irene: Wow!
Marlene: nachdem, es mir besser gegangen ist, ich beschlossen, dass ich dann das Psychotherapiestudium anfange.
Irene: Ja.
Marlene: Aus diesem Gesichtspunkt Nummer eins,
Irene: Mhm.
Marlene: ich hab im Krankenhaus einfach zu wenig Zeit gehabt, dass ich mich meine Patientinnen kümmere. Und da
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: war immer so dieser Wunsch, mich hinsetzen und wirklich fragen, wie geht es dir denn wirklich? Was ist denn gerade in dir los? Oder, das muss voll arg sein, was da jetzt gerade passiert
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: und was das für eine wahnsinnige Wirkung auf Menschen hat.
Irene: Mhm.
Marlene: wenn es einer Scheiße geht.
Irene: Mh.
Marlene: ich auch damals vom Krankenhaus, hab dann bei einer Panikattacke, hab ich psychogen gekrampft, weil ich halt einfach wirklich ziemlich angespannt bin und bin dann ins Krankenhaus gekommen. Ja, also es war sehr beängstigend einfach. Und ich bin dann ins Krankenhaus
Irene: Das muss furchtbar gewesen sein. Ja,
Marlene: gekommen und bin nicht ernst genommen worden. Und da hat eben auch Arzt gesagt, naja, die wird sicher Drogen genommen haben, aber sie weiß ja, deswegen wird's krampfen. Und auf das hin hab ich noch mehr
Irene: Vielen
Marlene: zum Krampfen angefangen. Also dieses Nicht-Gesehen-Werden oder Nicht-Verstanden-Werden hat dann
Irene: Ja, was das er macht dann? Ja.
Marlene: auch so einen Rattenschwanz nachgezogen und dann
Irene: Ja.
Marlene: ist auch Krankenschwester und ich kann mich nur erinnern, das sind solche Schiebetüren gewesen und sie haben mit Kathetern gewollt, dass sie mein Harn kriegen und ich hab gekrampft.
Irene: Ja.
Marlene: Und die Türen sind dann immer aufgegangen und ich habe mich so
Irene: Ja.
Marlene: beschämt gefühlt, weil sie draußen dann alles gesehen haben und da ist eine Krankenschwester absolut, absolut.
Irene: Das klingt nach einer so schlimmen Situation, wenn du das beschreibst. Und auch das körperlich zu spüren, wie sich das anfühlt, wenn jemand nicht ernst nimmt und dieses Gefühl
Marlene: Ja. Genau.
Irene: beschämt zu werden. glaube, dieses Erdboden macht dich einfach auf und lässt mich versinken. Das Gefühl ist sowieso das Furchtbarste,
Marlene: Ja, was dann?
Irene: was man irgendwie so fühlen kann. Und
Marlene: Ja.
Irene: das dann in dem Notfall, wo wo ich mir ja vorstelle, du kommst ja selber dann aus der Neuro und dann krampfst du, da hat man ja Hypothesen im Kopf.
Marlene: Jaja. Jaja,
Irene: kommt die Panik
Marlene: absolut.
Irene: ja noch mehr natürlich.
Marlene: Absolut ja.
Irene: diese Schiebetüren, sind irgendwie dann auch hängen geblieben. Ja, also was man da dann ja abspeichert und wahrnimmt. Ja,
Marlene: Ja, so, ja, auch diese Scham, gell? Ich hab mich ja sowieso schon geschämt, weil ich mir gedacht hab, was ist denn da jetzt mit mir los? Und eigentlich ich als Krankenschwester lieg da dann bei jungen Ärzten, Männern nur dazu. Also
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: schon dieses, dieses Schamgefühl. Und da war ich ja noch nicht alt. war ich keine
Irene: Ja.
Marlene: Ahnung, wie alt war ich da? 23, 24. Das heißt, es hat ja auch ganz viel in mir ausgelöst, was das heißt, hey, mir geht's jetzt schlecht. Und dann ist auch eine Krankenschwester reingekommen. das
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: kann ich mir erinnern, die hat mich nur angegriffen beim Arm und hat gesagt,
Irene: Mhm.
Marlene: kriegen wir hin. Und das hat so viel ausgelöst. Und
Irene: Ja.
Marlene: ich hab mich vorher schon mit der Psyche beschäftigt, weil von einer Freundin, die Mama sehr betroffen war. Und da hab ich mich richtig mit der Psyche beschäftigt.
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: was diese spannende auch ist von diesem ich werde ernst genommen, ich werde gesehen und verstanden und genau und was das auch macht in uns, wenn
Irene: Ja, ja, wie sie dir das anfühlen kann. Dieses. Ja, ja.
Marlene: es auch so schlecht geht und in solchen Krisen und
Irene: Ja.
Marlene: bei mir war das dann ja, habe ja mein Psychotherapiestudium war ja dann nebenbei, ich habe ja dann, genau,
Irene: also du hast weiterhin gearbeitet als Krankenschwester?
Marlene: ich habe weiterhin, ich bin die Stunden reduziert dann und habe
Irene: Mhm.
Marlene: Ich habe dann 13 Semester Psychotherapie. Aber ich habe nebenbei arbeiten müssen, sonst hätte ich mir das nicht leisten können. Das war halt dann diese Situation. Aber es
Irene: Ja, das ist ein großes Thema hier, gerade bei der Psychotherapie.
Marlene: hat ganz viel anders gemacht zu diesem, ich habe das Gefühl, ich komme in einen Bereich, den ich wirklich fühle.
Irene: Da gibt es einmal so ein wozu? Das verändert oft wirklich
Marlene: Ja, genau. Genau. das hat's dann einfach das...
Irene: den Blick auf die Dinge in dem Moment.
Marlene: Genau. Und mir ist dann mit dieser Auseinandersetzung, ich hab dann zwar teilweise im Psychotherapiestudium, hab ich mir gedacht, boah, mir zieht's die Batscherl aus. Also ich ja nicht gewusst,
Irene: Ja.
Marlene: dass man sich im Psychotherapiestudium so mit sich selbst auseinandersetzen muss. Und mit, ja, mit den ganzen Sachen,
Irene: Das ist doch brutal, Also...
Marlene: und glaub, 150 Lehrtherapiestunden dann selber gemacht. Man
Irene: Wahnsinn.
Marlene: ist bis in die Zehen dann analysiert, aber hat dann natürlich
Irene: Ja.
Marlene: auch am... Am Anfang in meinem Psychotherapiestudium hatten wir so Intervisionsgruppen. Da war eine Therapeutin, eine Fertige, die hat uns so eingeschenkt. Die hat uns Gas gegeben und hat uns zerpflückt
Irene: ...
Marlene: Die hat mir dann gleich gesagt, ich habe einen Vaterthema, Ich bin dagesessen haben wir und ich bin Tagsüßin. Alle haben wir geweint Da waren wir wirklich, ich glaube,
Irene: Ma...
Marlene: fünf, sechs. Und dann haben wir immer beim Pause gehen und gesagt ... Ich glaube, waren neun zehn Stunden. Die hat uns so zerpflückt. Es war furchtbar. Und am Anfang
Irene: Gruppenproblem draus eigentlich oder? Gemeinsam mit beiden Sessionen und ja... Wie hält man das aus dann? Wahnsinn!
Marlene: hab ich mir gedacht, ich weiß nicht, ob Psychotherapie dann das Richtige für mich ist. Weil wenn man dann so reingeht und alle
Irene: Das ist berechtigter Gedanke.
Marlene: Barrieren sind gefallen und ich hab geweint und ich hab gedacht, naja, ich weiß es nicht. Also so ganz
Irene: Das ist ja auch mal gescheit, sich zu überlegen, warum man sich das eigentlich antut, oder? das ist ja...
Marlene: Ja, ja. Also ich hab's da nicht wirklich gefühlt.
Irene: Ja, also es auch gescheit, Frage irgendwie mal anzudenken und zu sagen, ist das jetzt schon wert, wenn ich da quasi
Marlene: Ja.
Irene: auch mal auseinanderpflückt werde und dann wieder zusammengesetzt und eigentlich, ja, man da sitzt und
Marlene: Ja, also...
Irene: man vor lauter Weinen nicht mehr weiß, ob man sich jetzt irgendwie auflöst, oder? Also ja, ja.
Marlene: Genau. Und das hab ich mir das Gefühl gehabt, wenn ich da dann drin gesessen bin, hab ich dann, ich hab das nicht mit meinen Nagelhäute, dass ich da glätzel, aber da hab ich dann immer
Irene: Ja.
Marlene: glätzel, dann hab ich mir gedacht, Gott, will ich bitte schau einfach mich nicht an, nimm die anderen. Da kommt man dann zu einer so Not, weißt ja ich
Irene: Ach Gott! Das klingt so... ...ack!
Marlene: wollt eigentlich nicht, dass die anderen so geflückt werden, aber ich mir dann nur gedacht, nein ich kann heut nimmer, ich will nimmer. Ich nimm nur die die bitte.
Irene: Nur nicht ich, ja.
Marlene: Aber es ist dann Gott sei Dank habe ich dann andere Therapeuten kennengelernt,
Irene: Ja.
Marlene: unter anderem aus meiner Richtung, von der personenzentrierten Richtung, also von
Irene: Ja.
Marlene: dem humanistischen Ansatz und das hat mich dann irgendwie gecatcht und in die Richtung bin ich dann auch gegangen. Und hab dann irgendwie nach meinem Studium, hab ich dann meine Praxis, ne, hab ich eigentlich schon vorher aufgebaut
Irene: Mhm.
Marlene: im Status.
Irene: Mhm.
Marlene: Und bin dann noch der Zeit, haben wir sie dann glaube ich aber schon kennengelernt, weil ich
Irene: Mhm.
Marlene: dann die Kriseninterventionsausbildung angefangen habe und habe die dann kennengelernt und habe irgendwie gleich so dieses Gefühl gehabt, hey, Hanni und Nanni. Also das war irgendwie gleich so und das haben wir dann auch einmal geredet, glaube ich. Ja, genau.
Irene: Ja. Und dabei bist du immer so weit weg gesessen. Und dann war ja Corona und dann war das alles online. dann habe ich mir immer gedacht, ich würde mich ja mal so gern zu dir sitzen. dann ja, irgendwie ist das so. Da ist so ganz vorsichtiges Band war da. Aber irgendwie sind wir dann
Marlene: Mmh.
Irene: halt nicht zusammengekommen, weil ja dann eigentlich alles online war und ich habe dann immer auf die Breakout Rooms gehofft. Und ich finde es total
Marlene: Ja, genau, stimmt. Da war ja Corona dann, ja? Ja.
Irene: schön, dass man da war. Ja, diese Verfügung, wir haben ja einfach nicht nachgegeben. Jetzt sitzen wir da und jetzt haben
Marlene: Ja, genau.
Irene: wir es geschafft, dass wir da regelmäßig Zeit miteinander verbringen können. meine
Marlene: Aber es war schön.
Irene: anders auch, aber so ist es natürlich finde ich immer total schön,
Marlene: Hm.
Irene: wenn sie da einfach so noch was ergibt dazu. Das ist schon toll. Ja, aber das heißt eigentlich ja.
Marlene: Und da haben wir ja auch so geredet und ich hab ja dann zu dir gesagt, ja ich bin so einsam in der Praxis und du hast auch gesagt, ja du hast jetzt ein Datis, wo man dann gesagt
Irene: Ja.
Marlene: hat, so ein Podcast gemeinsam, wo wir uns wirklich jede Woche sehen und wo wir halt dann auch ein Stück weit unsere Freundschaft da damit pflegen können, wo man halt einfach dann trotzdem auch immer Kontakt hat und
Irene: Mhm.
Marlene: sich austauscht und so was und vertieft, ist ja einfach eine wahnsinnig schöne Idee oder Gedanken und es war dann irgendwie für mich sowieso auch irgendwie klar, ich, ich habe dann, das irgendwie noch rund zu machen nach meiner Krisenintervention oder besser gesagt in meiner Ausbildung dann für das BET-Team, also dieses Bereitschaftsteam,
Irene: Mhm.
Marlene: bin ja ich dann schwanger geworden und
Irene: Mhm.
Marlene: hab dann in meiner Karenzzeit, hab ich ja dann angefangen mit Social Media.
Irene: Ja.
Marlene: Also mit Instagram und sowas. Und irgendwann am Anfang dachte ich, wer will mir denn zuhören? Ich meine, finde Psychologie spannend und weiß ich noch was. Und eigentlich soll jetzt jeder hören und Prägungen und Ding. Und dann wir dann gedacht, nein, geh. Und dann ist aber das eigentlich ziemlich durch die Decken gegangen. Und dann
Irene: Mhm.
Marlene: habe ich mir gedacht, ja schaß, jetzt sitze ich da drinnen, habe meine Kritenintervention, habe meine Praxis dann nach der Karenz, habe in Gemeinderat, wo ich auch bin und habe jetzt Social Media. Und dann war es ein wenig früh, dass das alles aufgegangen ist. Das war tatsächlich ein bisschen überraschend. Und
Irene: Jetzt hast du dich ja mal überrascht. Jetzt ist das alles aufgegangen. Wie schön. Ja.
Marlene: irgendwann ist mir dann in diesem Verlauf die Idee gekommen, ein Podcast zu Weil bei diesem Instagram oder Social Media ist es immer so, das ist immer schnell und kurz und
Irene: Mhm.
Marlene: am besten diesen reißerischem Hook, den es irgendwie gibt, dass die irgendwer ausschaut. Und
Irene: Ja.
Marlene: ich denke mir dann immer so... das ist halt so gar nicht meine Philosophie, das ist halt so gar nicht...
Irene: dem ganzen Raum geben, Also was wir ja in der Arbeit so betonen, diese Zeit, diese Raumorientierung. Ja. Ja. Ja.
Marlene: Ja und ich immer und dann will ich reden und dann steht 45 Sekunden darf ich reden. dann dem, weil sonst schaut mir schon wieder keiner an. So und ich fange zum Reden an und denke mir, das möchte ich noch sagen und das möchte ich noch sagen.
Irene: Ja.
Marlene: Und dann denke ich mir, 45 Sekunden Marlene, 45 Sekunden. Nein, habe ich nicht geschafft. Und
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: das ist irgendwie so das, wo ich mir denke, bei einem Podcast kann man halt einfach wirklich in die Tiefe auch gehen. Da kann man halt
Irene: Ja.
Marlene: wirklich so das, was man fühlt, was wirklich auch berührt. Was tue ich denn mit einem 45-Sekunden-Video? Da kann ich nicht
Irene: Ja, ja.
Marlene: einmal irgendwie in die Tiefe gehen. Und dann schreibt natürlich irgendwer dann womöglich drunter. Ja, verstehe ich noch nicht. habe ich noch nicht? Ja, natürlich nicht. Weil das ausgelegt ist für das,
Irene: Ja, ja, ja wie denn ein 45 Sekunden.
Marlene: schnell ist, das möglicherweise lernen wir uns ein bisschen süchtig macht dieses ganze scrollen und schnell schnell und infos reinkriegen
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: und so was und genau deswegen ist die idee mit dem podcast entstanden und für mich war dann irgendwie gleich klar hey ich möchte es nicht alleine machen und ich frage
Irene: Mhm.
Marlene: halt einfach weil es halt einfach so vom gefühl her so passend war und
Irene: Und ich freue mich so, dass du mich einfach gefragt hast. Also charmant mal erzählt davon, dass das eine Idee wäre. Und ich habe mich dann natürlich
Marlene: ...
Irene: auch nicht fragen traut zu sagen, na ja, wer das nicht nicht, magst mich mal einladen dazu.
Marlene: Hehehehehe
Irene: Und es ist dass wir das irgendwie zusammengekriegt haben.
Marlene: Mmh.
Irene: Und ich finde es auch schön, weil ich mir denke, wenn man sich ja überlegt, wie kompliziert wir als Menschen aufgebaut sind, oder?
Marlene: Hm.
Irene: wie vielschichtig wir sind und wie viele Verstrickungen, Verwirrungen wir manchmal in uns haben, wie viele Teile wir
Marlene: Ja.
Irene: in uns tragen, dann ist das ja auch verständlich, dass da oft jemand sagt, in so kurzer Zeit fühle ich mich zwar irgendwie abgeholt, aber jetzt weiß ich nicht, wohin damit oder ich kann mich in ganz vielen Dingen zwar wiedererkennen, aber ich kann damit jetzt eigentlich noch nichts tun. Und in so einem Podcast denke ich mir so mal, das darfst du dahin fließen.
Marlene: Hm.
Irene: Das kriegt einen Raum, das kann irgendwie entstehen. Und auf das freue ich mich total, was da entstehen wird.
Marlene: Ja.
Irene: ja, total schön. Ich finde es auch total spannend, wenn du von dir erzählst, wie so der Weg war. man denkt, das Leben ist so spannend in dem,
Marlene: Mmh.
Irene: wie man manchmal zu den Dingen kommt.
Marlene: Ja, ja.
Irene: Da gibt es eine eigene Geschichte, weshalb man da auch heute sitzen. und
Marlene: Und ich habe jetzt halt voll viel von mir gequasselt.
Irene: Ja.
Marlene: Ich möchte, dass du vielleicht auch noch vorstellen kannst und
Irene: Mhm.
Marlene: sagen kannst, wer bist denn du eigentlich?
Irene: gern. es ist anders. irgendwie war also für mich hat es sich gar nicht so geradlinig angefühlt, wie es vielleicht manchmal dann von außen gewirkt hat. ja, mein Name Irene, das wissen wir jetzt. Ich wohne in Oberösterreich, ein bisschen näher an die Berge und ja.
Marlene: oh ja schön.
Irene: Ja, das ist wirklich schön, das genieße ich auch sehr. Ich habe Psychologie studiert, das war mir aber nicht immer klar, dass ich das machen möchte. Also eigentlich war es mir auch überhaupt gar nicht klar. Ich bin eigentlich noch der Matura. Ich habe Oberstuf und Gymnasium gemacht. Da gestanden und habe mir gedacht, jetzt habe ich das mal gemacht, habe keine Ahnung, was ich jetzt eigentlich in meinem Leben will. Ich war 18 und irgendwie war klar, ich kann eigentlich nichts. Also ich weiß viel, aber ich habe eigentlich keine Chance jetzt gerade auf einem Beruf. es war dann so diese Idee, ja, ich sollte halt studieren gehen. Und ja, eigentlich war ich gerade so durch mit Lernen und mir dachte, ja, jetzt bin ich
Marlene: Mhm.
Irene: irgendwie mal froh, dem System Schule draußen zu sein. einfach gar nicht gewusst, wohin mit mir. Bin mir nicht ganz sicher. mir dann schon gedacht, ja, was mich am ehesten interessiert, vielleicht so bisschen Psychologie, eigentlich auch Biologie und eigentlich auch Medizin. dann habe ich aber mit einer Ärztin mal telefoniert und ich kann mich dann erinnern, das war so prägend, weil ich habe sie am Freitag angerufen, wollte sie fragen, ob ich irgendwie einfach sie mal zu ihrem Beruf ausquetschen darf, bisschen was wissen darf. Sie hat mir gesagt, ja, ich kann sie am Sonntag anrufen, am Abend, weil da kommen sie aus dem Dienst. In mir drin war so ein, boah, das geht sich nicht aus. Also nicht jetzt, weil ich nicht gern viel arbeite und ich kenne lange Dienste, sondern irgendwie war das so ein, stimmt was für mich nicht. das hat, ja, und dann hab ich mir gedacht, na ja, was mach ich? Und hab dann vielleicht auch so ein bisschen drauf spekuliert. Das war nämlich auch so eine Überlegung, ob ich nicht einfach irgendwie ganz was anderes tue. Ja, so mal Aupair mäßig keine Ahnung, dass ich in die Welt rauskomme, weil ich einfach für mich Zeit gebraucht habe. Und ich glaube, so ein Teil von mir war begeistert von der Psychologie. Ich habe mir das aber anders vorgestellt und der andere Teil hat sich durch den Aufnahmetest, das wird ja nichts. Und dann wird das Schicksal schon entscheiden. Und ich habe mir dann diese ganze Literatur geholt, die ich für den Aufnahmetest brauche und habe dann zum Lesen angeschaut, war aber schon gescheit spannend. Aber so richtig gelernt habe ich auch nicht. Also ich war da so in Italien im Urlaub und habe gedacht, ja das ist voll spannend und das ist voll cool und habe gemerkt, irgendwie tiger ich mich mehr ein, als ich ursprünglich vor gehabt habe. Und bin aber dann extrem entspannt zu dem Aufnahmetest hingekommen, weil ich gemerkt habe, wie vorbereitet alle anderen waren. Und dann haben wir gedacht, ja gut, das wird jetzt interessant. Das hat es jetzt schon entschieden vom Gefühl her und... Ich dann fast bisschen überrascht, dass das aufgegangen ist. Und dann habe gedacht, ja gut, dann ist jetzt so. Dann werde ich jetzt einmal anfangen zu studieren.
Marlene: Mhm.
Irene: Es war immer so, wie meine Eltern ausgemacht, so Studienwechsel, das ist okay. Ich soll es einmal probieren, einmal wechseln, das geht. Öfter sollte ich mal bisschen schauen, dass ich quasi auf Spur bleibe.
Marlene: Du solltest lassen.
Irene: Dann habe ich angefangen und dann war das total spannend, weil die Fächer, wo ich glaube, dass ganz viele meiner Kolleginnen wirklich geflucht haben, die habe ich geliebt. Biologische Psychologie war
Marlene: Mhm.
Irene: für mich das Schönste. Statistik war jetzt nicht das Schönste, das aber gegangen. Dann war das sehr naturwissenschaftlich und ich habe mir am Anfang gedacht, das ist halt richtig, richtig meins, das ist richtig cool. und habe mich dann aber schon immer mehr so gegen Ende vom Studium hin, also es war dann auch so diese, ich habe während dem Studium gemerkt, eigentlich nachher kann ich ja gar nicht genau das machen, was ich vorgehabt habe, nämlich direkt mit Patienten arbeiten. Das geht ja in Österreich so eigentlich von der Ausbildung her nicht. Man ist dann nicht mit dem Studium fertig.
Marlene: Ja ja.
Irene: Und dann habe gedacht, ja das ist jetzt aber ungünstig. Was mache ich denn jetzt? Und dann habe ich gedacht, ja gut, dann mache ich heute einen Master in Richtung Neurokognition und dann bleibe ich an der Uni. Dann forsche ich. Und die Möglichkeit hätte es dann auch irgendwie geben. Und ich habe aber auch meinen ganzen Sommerferien immer versucht, ganz viel Praktikum zu machen. Und habe mir am Anfang auch gedacht, vielleicht noch so dann eben in die Kinderpsychologie. da ganz viel gemacht. immer versucht, quasi alle Ferien voll zu nutzen, dass ich für mich herausfinde, was mir eigentlich taugt. Und habe da viel schöne, aber auch viel schockierende Erfahrungen gemacht. das ...
Marlene: Was würdest du sagen jetzt, speziell schockierend?
Irene: Oftmals haben mich Systeme schockiert.
Marlene: Mhm.
Irene: Dieses, wo ich auch gemerkt habe, ich habe ein Werteproblem. Das geht sich für mich nicht aus. kann dort,
Marlene: Ja.
Irene: also gerade bei Kindern, also für mich sind natürlich Erwachsene auch in der Form mit absoluter Wertschätzung zu betreuen und zu behandeln. Aber bei Kindern ist es auch so dieses, wow, da sitzen gerade fünf, sechsjährige vor mir und ich weiß, was die da gerade erleben. Und ich gerade in kannstweiser Weise die Chance, ausreichend zu schützen. ich in Jugendwohnheimen dann gearbeitet, Praktikum gemacht und habe da einfach auch ganz berührende Geschichten mitgekriegt. da habe ich für mich einfach gemerkt, der einen Seite lebe ich und brenne da gerade dafür und auf der anderen Seite war mir aber immer ein bisschen bewusst, dass das, sein wird, das ist schwer aushaltbar in manchen, also so wie Systeme teilweise gerade sind. Also das geht nicht. Und genau, bin dann im Master ganz stark in die Gehirnforschungsrichtung gegangen, war da absolut fasziniert, da dann ein Praktikum gemacht in der Neuro.
Marlene: Ja,
Irene: Und dann war das für mich auch was, weil ich dachte, die Neuropsychologie möchte ich unbedingt machen. Und hab dann auch nach dem Studium meine Fachausbildung in der klinischen und Gesundheitspsychologie gemacht, damit ich eben dann auch mit Patienten arbeiten kann, Diagnostik, Behandlung, Beratung machen kann. und bin dann dort in der Reha-Klinik auch geblieben. Ich glaube, da haben wir eigentlich noch gar nicht gekannt und schon bisschen Hand in Hand gearbeitet, weil ich glaube,
Marlene: Ja.
Irene: dass wir da ganz oft auch Patientinnen weiter betreut haben, die
Marlene: Ja.
Irene: bei euch medizinisch damals im Krankenhaus versorgt worden sind.
Marlene: Genau. Wir haben viel dann zu euch geschickt. Tatsächlich. Ja. Ja.
Irene: Ja, und ich glaube, haben sie unsere Lebensgeschichten schon berührt, ohne dass wir es gewusst haben. Und ja, das habe ich ganz lange Zeit extrem bereichernd gefunden, habe mich dann aber auch irgendwann auch gemerkt, ich hätte einfach gerne mehr Zeit. Also es war halt immer zeitlich begrenzt. Meine Dienstpläne waren extrem voll. Die
Marlene: Hm.
Irene: Zeit, aber auch wie lange Patienten bei uns sein dürfen, war sehr begrenzt und dann eben schon immer nebenbei gearbeitet. Im Studium habe ich schon nebenbei gearbeitet, auf der einen Seite, weil ich mir das finanzieren wollte, auf der anderen
Marlene: Ja ja.
Irene: Seite immer, weil ich dieses Wozu so stark brauche. Ich finde, hält
Marlene: Ja, ja, ja.
Irene: halt jede Statistikprüfung besser durch, wenn man ein Wozu hat. Und schon weiß,
Marlene: Ja, stimmt.
Irene: wo möchte ich denn hin und was ist so dieses Bedeutsame in der Arbeit dann. Ja, so bin ich dann eigentlich jetzt auch in der Freiberuflichkeit gelandt und mache das wahnsinnig gern und habe dann eben auch noch diese Krisenintervention aus Themenfeld für mich ja noch aufgemacht, weil ich mir gedacht habe, das ist so was Schönes. das
Marlene: Ja.
Irene: ist immer wieder extrem berührend, wann Menschen, man wo man wo man so eingelassen wird, die die gerade in Krisen stecken und wo man sich dazusitzen darf und es
Marlene: Ja.
Irene: gemeinsam halten kann.
Marlene: Ja.
Irene: Das finde ich total schön. da haben wir uns dann kennengelernt. Das ist
Marlene: Ja.
Irene: so der Weg zur Psychologie. Ich finde es immer noch faszinierend. Ich bin immer so neugierig auf Das ist dahinter nicht nur, was tut ein Mensch, sondern warum tut er das?
Marlene: Ja okay, na.
Irene: Und was hat er für Beweggründe? Was sind es für Lösungsversuche?
Marlene: Und ich finde, das wirst du auch kennen. Es ist ein Unterschied, ob du jetzt in der Praxis bist oder
Irene: Mhm.
Marlene: ob direkt vor Ort bei den Menschen bist.
Irene: Ja, ja.
Marlene: Weil du vorher gesagt hast, mit Systemen, ich habe ja in meiner Studienzeit bei einer mobilen Kinderbetreuungseinrichtung gearbeitet und da war halt
Irene: Ja. Ja.
Marlene: einfach dieses mit Jugendamt gemeinsam und so weiter
Irene: Mhm.
Marlene: und so fort und dass halt dann teilweise man nicht auskann in diese Systeme. Und ich hab dann einfach gemerkt, das geht sich nicht aus.
Irene: Ja.
Marlene: Ich hab das Gefühl, ich möchte gerade mehr schützen, mehr irgendwie. Und ich
Irene: Ja. Ja.
Marlene: kann in diesem System gerade nicht aus.
Irene: Ja.
Marlene: Und es hat es halt dann für mich so schwierig gemacht. zum Beispiel so Kliniksysteme oder sowas. Es ist halt
Irene: Ja.
Marlene: so wahnsinnig schwierig, dass man jetzt, wenn ich jetzt in der Praxis bin, kann ich anders. Da
Irene: Ja.
Marlene: kann ich sagen, okay, ich häng da jetzt dran. Ich häng da jetzt dran
Irene: Ja, ja.
Marlene: da wird mir jetzt grad wer akut, da gibt's mir grad wer, da häng ich jetzt noch dran und nicht,
Irene: Ja, ja.
Marlene: hey, ich hab den nächsten schon eintragen in mein Kalender
Irene: Ja.
Marlene: und kann da gar nicht anders. Ich find,
Irene: Ja.
Marlene: bei der Krisenintervention wie wie es jetzt haben, ist auch frei. Da können wir auch frei gestalten Da sind wir auch voll in dem Ding drinnen halt vor Ort. Und es ist
Irene: Ja.
Marlene: was anderes. Also da habe ich immer so das Gefühl, da muss ich aufpassen, dass ich auch nicht zu therapeutisch werde.
Irene: Ja, ja.
Marlene: Sondern da sind wir ja eher in diesen managen der Psycho-Education drinnen,
Irene: Ja.
Marlene: diesem, hey, wir schauen, dass wir da jetzt gut durch diese erste Krise kommen
Irene: Mhm.
Marlene: und durch diese akute Traumatisierung man PTBS abwenden und so weiter
Irene: Mhm.
Marlene: und so fort. Und in der Praxis bist halt da sehr in diesem dahinter schauen und begleiten
Irene: Ja.
Marlene: und begleiten
Irene: Ja.
Marlene: tust du in der Krisenintervention auch. Aber finde ich anders, vom Gefühl her ein bisschen anders.
Irene: Ja. Ja.
Marlene: Aber das, was ich so schön finde in der Krisenintervention, ist, dass es eigentlich ein System ist, aber
Irene: Ja.
Marlene: dass so frei ist und dass ich weiß nicht wie es dir geht aber ich habe so dieses Team kennengelernt damals und hat mir gedacht sind das beeindruckende Menschen und so
Irene: Sowas gibt's. Ja.
Marlene: so nett alle also so
Irene: Ja.
Marlene: von von bis auf in die Führung
Irene: Ja.
Marlene: etage wo ich sagen muss ja unser Chefin ist ja selber auch im Kriseninterventions Die kennt das und die fühlt
Irene: Ja.
Marlene: das. Ich hab das Gefühl, ist nicht so typisches System, sondern das sind
Irene: Ja.
Marlene: alles so Ja, wir wissen es, machst halt. Und wir werden irgendwelche
Irene: Ja, ja.
Marlene: Möglichkeiten finden und wir kriegen das alles hin.
Irene: Ja.
Marlene: Also so arg lösungsorientiert und ... so situationselastisch so so so ...
Irene: Ja.
Marlene: Ich würde wahrscheinlich in einem anderen System nicht arbeiten können. Weil ich da halt einfach... Da wird es schnell eng und da bin
Irene: Der wird schnell eng, oder? ja.
Marlene: ich einfach zu viel rebell. Dass ich jetzt sagen
Irene: Ja.
Marlene: könnte, ich lasse mir nur mal irgendwie von irgend wem sagen, wie ich meine Patientinnen
Irene: Mh.
Marlene: irgendwie lenken soll oder wie schnell da was gehen muss.
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: Was, finde ich so, hey, ein Heilungsprozess braucht Zeit.
Irene: Ja.
Marlene: Und da kann ich mich nicht sagen lassen, in 10 Stunden seid ihr fertig. Das ... Fühl ich nicht? Kann ich nicht.
Irene: Ja, das verstehe ich. mir geht es auch so, bei der Krisenintervention, dass ich diese Haltung so beeindruckend finde, immer wieder.
Marlene: Ja. Ja.
Irene: Ich merke, weil ich da wirklich anderes gewohnt diese Wertschätzung, dieses unfassbare Vertrauen und das, was ich in der Arbeit so schön finde, ist dieses, ich kann da mal hinfahren und ich darf da mal da sein. Und
Marlene: Ja.
Irene: ich habe da jetzt nicht 45 Minuten und dann renne ich, weil ich
Marlene: Ja.
Irene: in fünf Minuten nur mal 45 Minuten habe und ich eigentlich dazwischen nicht mehr weiß, wie ich Essen trinke und mal aufs Klo gehe.
Marlene: Ja, genau, genau.
Irene: Das ist etwas, was ich extrem schätze in der Arbeit, wie ich es jetzt gerade machen darf. Sei es in der Praxis oder in der Krisenintervention. Ich verstehe das auch mit deiner Rebellin in dir. Ich glaube, ich bin eher mal so bei... Nein, also das geht sich für mich jetzt gar nicht aus und
Marlene: Mmh.
Irene: ich da auch sehr... dass ich mir denke, ich möchte mich auch für meine Patienten einsetzen, dürfen
Marlene: Ja, genau.
Irene: Und das darf Raum brauchen, das derf Zeit brauchen und ich möchte nicht von Anfang an irgendwie Vorankündigung machen und sagen, sehen wir uns und danach... Ja, wir müssen es quasi jetzt schauen.
Marlene: Ja.
Irene: sondern solange der Raum gut tut sinnvoll quasi erlebt wird für die Patientin, den Patienten, aber auch einfach für den therapeutischen Prozess, steht meine Tür da offen. Und das ist ein Privileg.
Marlene: Ja.
Irene: Also ich merke, dass das was ist, wo ich mir manchmal bewusst machen muss, dass das so sowas wertvolles ist, was wir da einfach haben jetzt.
Marlene: Das ist ja genau so dieser Punkt, wo was nicht zusammengeht mit Systeme oder Richtlinien, weil ich mir
Irene: Ja, ja.
Marlene: halt denke, ich bin ja in der Therapie, die setzt sich ein. Ich will ja, dass es ihr gut geht. sag
Irene: Ja.
Marlene: ja, da schauen wir hin, da begehren wir auf bei was, da schauen wir auf die Grenzen und
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: dann auf der einen Seite würde ich dann in ein System sagen, stopp. Da ist halt, da damals hat nix mehr, da begrenzt man
Irene: Ja. Ja.
Marlene: da. Ja. Und das ist ja,
Irene: Ja, ja.
Marlene: ich, grad das, was ich auch dann oft so ... Ist ja grad in Deutschland eine Riesendebatte. Da kürzen sie, was das Zeug halt.
Irene: Ja.
Marlene: Und da wird's immer blöder, auch bei den Kassensitzen und so was, wo ich mir
Irene: Ja, ja.
Marlene: dann denk ... Ja, da hören dann Menschen, und das hör ich von meinen Followern, und ihnen das da sagen, hä, boah
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: Wir kriegen entweder keinen Platz oder es ist die Therapie einfach aus und ich hab
Irene: Mhm.
Marlene: das Gefühl, ich struggle da und ich steh da jetzt grad vor einem Abgrund. Ich kann das nicht, ich schaff das nicht
Irene: Ja.
Marlene: alleine. Was soll ich denn tun? Und das ist wirklich so was, weißt was mich sehr stark berührt, weil ich mir halt
Irene: Ja.
Marlene: denk, Gottes Willen, man kann ja nicht Menschen denen schlecht geht.
Irene: Mhm.
Marlene: haben wir nicht so einfach irgendwie, also dieses ich hinterfrag dann so oft das System, wo ich mir denk
Irene: Ja.
Marlene: ja okay wir haben ein Finanzproblem, ja, aber
Irene: Ja, ja.
Marlene: dann denke ich mir wieder dann ist für manchen Scheiß ist dann wieder Geld da, wo
Irene: Ja.
Marlene: sich halt einfach was in meinem Denken und in meinem Fühlen nicht ausgeht und wo ich
Irene: Ja.
Marlene: merke, da sind mir die Hände so gebunden und
Irene: Ja, diese Handlungsunfähigkeit. Und ich
Marlene: Ja.
Irene: fühle es so von beiden Seiten, wo ich mir denke, wie fühlt sich das als Patientin an? Wie fühlt sich das aber als Behandlerin an?
Marlene: Hm? Ja, ja.
Irene: Zu sagen, das kann sich irgendwie nicht ausgehen.
Marlene: Ja.
Irene: Und wie du auch sagst zu dieses, wo sind dann die Prioritäten? Wo lege ich die Wertschätzung hin? Oder wo sind denn die Werte unserer Gesellschaft gerade? Das, ja, also, ich mach mich total betroffen, weil ich einfach da auch merke, das ist für mich eine ganz schwer nachvollziehbare Geschichte, da zu sagen,
Marlene: Ja.
Irene: ich spare an dem Bereich ein, weil ich einfach mal denke, was ist das dann für Rattenschwanz?
Marlene: Ja, ja.
Irene: Und was sagt das einfach über uns als Menschen aus?
Marlene: Ja, ja.
Irene: Und das, ja, ich... Ich finde es... ja.
Marlene: Da finde ich auch, da ist ja dann wieder so dieses, was ich ja eigentlich verhindern will oder was ich ja eigentlich nicht lebe, dieses Zwei Klassen.
Irene: Mhm. Ja.
Marlene: Weil auf der einen Seite sage ich, ja das möchte ich nicht oder das habe ich nicht. Und auf
Irene: Ja.
Marlene: der anderen Seite ist aber da was, wo ich ja dann auch auf ein gewisses Ort und Weise dann trotzdem spalte.
Irene: Ja.
Marlene: Weil ich sage, ja wenn du es leisten kannst, okay, oder du musst es leisten können, aber was ist
Irene: Ja. Ja.
Marlene: denn, wenn ich kein Geld habe?
Irene: Ja.
Marlene: Was ist denn, wenn ich keinen Platz krieg? Was tue ich denn dann? Und
Irene: Ja. Ja, ja.
Marlene: weißt wo ich dann so verzweifelt, weil ich mir denk, dann hör ich von, grad jetzt im Internet erfahr ich halt ja auch von ganz viel Deutsche
Irene: Mhm.
Marlene: oder Schweizer, dann auch so
Irene: Ja.
Marlene: wie die Stände bei ihnen sind.
Irene: Mhm.
Marlene: Und dann denk ich mir so, mein Gott, da ist wer zum Beispiel mit Gedanken, dass er nicht mehr leben möchte.
Irene: Mhm.
Marlene: Und dann muss der drei oder vier Jahre auf Platz warten. Weil dann vielleicht
Irene: Ja, Wahnsinn, oder?
Marlene: auch, ist ja bei uns auch teilweise so in Österreich,
Irene: Ja.
Marlene: bei uns ist es halt mehr in diesem es schon privatisierten Bereich, dass die meisten ja Wahl sind und gar nicht
Irene: Ja. Ja, ja.
Marlene: Kassenplätze so viel gibt. Aber
Irene: Ja.
Marlene: wo ich mir dann auch denke, ja bei uns sind ja auch teilweise die Krankenhäuser voll.
Irene: Ja.
Marlene: Und du tust
Irene: Ja.
Marlene: dir schwer, dass dann irgendwie Klientinnen, die wirklich hart strugglen oder die was wirklich auch schwere Gedanken haben, dass sie nicht mehr leben wollen, dass das dann auch schwierig ist. Wo ich mir denke,
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: aber wie... Also, auf der einen Seite
Irene: Ja.
Marlene: echauffiere ich mich über... Und es gibt immer mehr psychische Erkrankungen und Suizidrate steigt etc.
Irene: Ja, ja, ja, ja.
Marlene: Und auf der anderen Seite schraube ich aber an Schrauben, wo es eher mehr in eine Richtung geht, wo ich sage, hu, bedenklich. Und das
Irene: Ja.
Marlene: ist halt was, wo ich mir denke... Da ist bei mir im niedergelassenen Bereich
Irene: Mhm.
Marlene: wenigstens so ein bisschen so Safe Space.
Irene: Ja, ja, und das ist total. Ja.
Marlene: wo ich irgendwie so nur bisschen was anders machen kann.
Irene: Ja. Ja. Wo ich ja selber irgendwie einen Gestaltungsraum habe, oder? Und wo... Ja. Ja. Ja.
Marlene: Ja, halt auch leider nur bis zu einem gewissen Grad. Weißt, auch sagst du, du was verdienen. Ja, natürlich kann man sagen, man bietet einmal einen Sozialtarif auch oder sowas.
Irene: Ja.
Marlene: einen gewissen Rahmen muss man leider selber auch setzen. Aber man kann
Irene: Ja.
Marlene: wenigstens mehr gestalten.
Irene: Ja, und das finde ich auch für mich ganz, ganz wichtig, gerade wenn ich das eben auch höre. Und das, was ich mir jetzt auch gerade dachte, was du gesprochen hast, ich mir gedacht, eigentlich ist ja sowas Schönes, wenn jemand sagt, hey, ich brauche da gerade Hilfe. Und der Schritt, oder? Also ich sage
Marlene: Jo Jo Jo
Irene: das ganz oft, wenn jemand zu mir zum Erstgespräch herkommt, dass ich sage, ein ganz riesengroßer Wegabschnitt liegt ja bereits in
Marlene: Yo Yo
Irene: dem therapeutischen Weg hinter ihnen, weil das das Anrufen. Ich
Marlene: Ja.
Irene: kann mich auch erinnern, ich wieder mal einen Selbst-Erfahrungsprozess gestartet bin, weil ich gemerkt habe, da passt was für mich gar nicht. Der Moment, wo man herumsucht, dass man anruft, dass man sich überwindet,
Marlene: Jo Jo Jo
Irene: dass man dorthin geht, dass man sich aufmacht, dass man erzählt. Und da
Marlene: Mmh.
Irene: gibt es jetzt gerade Menschen, sagen, ich brauche da was.
Marlene: Ja.
Irene: die dastehen und sagen, ich brauche Hilfe. Und dann geht sich das nicht aus. Und das ist für mich dann was, wo ich merke, wann ich da dann mittendrin stecke in dem System und das
Marlene: Ja absolut.
Irene: da quasi mittertragen, sage ich jetzt mal, muss ich. weil
Marlene: Ja.
Irene: mittragen, finde ich dann irgendwie, das geht sich auch nicht aus für mich.
Marlene: Na na na.
Irene: Dann fange ich da wirklich als Psychologin so stark zum Leiden an,
Marlene: Ja.
Irene: dass ich auch da das Gefühl hätte, das würde sich für mich langfristig dann nicht mehr ausgehen. eben da,
Marlene: Ja.
Irene: genau wie du sagst, zu dieser Gestaltungsraum in der freien Praxis oder wo man sagt, ich finde diese Möglichkeit, die du ja nutzt auf Social Media zu sagen, ich kann Aufklärungsarbeit machen oder ich kann da vielleicht auch versuchen, gewisse Entlastung zu schaffen. Ich versuche da für
Marlene: Ja, ja.
Irene: mehr Menschen auch, was zugänglich zu machen. auch wenn das natürlich jetzt keine Therapie ersetzt, vielleicht so
Marlene: Ja.
Irene: dieses Hey, da versteht mich wer oder da ist wer
Marlene: Ja.
Irene: und dann halte ich da hoffentlich quasi bis zu dem Therapieplatz durch. das ist ja.
Marlene: Und bin ich bei dir? Was aber schon schwierig ist, ist so dieses... Erstens ist es sehr niederschwellig, aber
Irene: Ja.
Marlene: natürlich, aber man muss halt schon dazu sagen, das sind teilweise zwei bis vier Stunden am Tag die kostenfrei einstecken.
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: Und wo ich dann für mich sagen habe, ich habe ein kleines Kind daheim, habe meine Praxis voll, habe Krisenintervention nebenbei, habe ein Gemeinderat, der ist meistens dann am Abend.
Irene: Ja.
Marlene: Aber wie tue ich denn da noch, wenn ich teilweise mehrere Stunden Arbeit einstecke in ein kostenfreies Angebot? Und ich hab mir dann oft
Irene: Mhm. Mhm. Ja. Ja.
Marlene: überlegt, weil man dann ja natürlich Kooperationsanfragen kriegt und sowas. Und sorry, also geht sich dann teilweise für mich nicht aus, dass ich
Irene: Mhm. Ja.
Marlene: auf einmal für ein Glücksspiel oder sowas wirb. Schwierig. Also da muss man halt für sich gut schauen, was man da überhaupt annehmen kann. Bis jetzt hab ich halt
Irene: Ja.
Marlene: einfach gesagt, ist sie halt noch nie ausgegangen. Und ja, ich hab dann angefangen, dass ich halt Produkte, wo man dann sagt, hey, okay, gut, das könnte helfen, dass ich sag, hey, ich erstell Kurse, Online-Kurse, die Menschen helfen, die vielleicht grad keinen Therapieplatz haben oder noch zusätzlich was brauchen.
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: Und hab ich dann das erstellt. Nur, das ist halt auch Frage der Zeit.
Irene: Ja, ja.
Marlene: wo ich mir dann denke, ich möchte noch mehr und ich hab im Kopf und
Irene: Ja.
Marlene: weiß ich was, aber ich komm dann gar nicht dazu. Besser gesagt, hab ich dann so ein eigenes und vielleicht kickt da der Imposter, wo ich
Irene: Mhm.
Marlene: mir dann denke, vielleicht hab ich dann ja noch nicht genug irgendwie oder passt das nicht oder ich kann nicht werben, ich bin nicht so dieser
Irene: Mhm. Mhm. Ja.
Marlene: typische Mensch, der sagt, boah, ich das geilste Produkt und weiß ich noch was, das bin ich nicht.
Irene: Ja.
Marlene: Ich bin überzeugt davon, dass die Sachen gut sind und dass ich da alles
Irene: Mhm.
Marlene: an mein Wissen und so was einstecke. Aber trotzdem kommt da dieses, darf das überhaupt. Und dadurch,
Irene: Ja.
Marlene: dass ich ja dann nicht der Typ bin, sagt, ha, da hab ich was,
Irene: Ja.
Marlene: oder man so leicht tut damit, Aber trotzdem ist es dann sehr viel Arbeit und sehr viel Zeit, die
Irene: Ja.
Marlene: einstecken in was, was halt Ja, wirklich nicht bezahlt wird. Und wo ich dann auf der einen Seite struggle, weil ich ja sowieso nicht so viel arbeiten kann mit Kind
Irene: Mhm. Ja.
Marlene: und hab dann sowieso kratze schon an dem, dass ich sag, boah, da geht sich einiges nicht aus oder kann ich mir mal Praxis leisten.
Irene: Ja, ja.
Marlene: Und auf der anderen Seite ist da halt das, wo ich sag, okay, okay, gut, wie ich tue. Also da muss ich nur einen
Irene: Ja.
Marlene: Weg für mich finden, wo ich sag, okay, okay, gut, zu dem kann ich einfach stehen.
Irene: Ja, ja. Und das ist ja für die gut ausgeht. Ja, ja.
Marlene: Da habe ich was erstellt, was anderen Menschen hilft und dass es sich aber auf der anderen Seite für mich ausgeht. Aber
Irene: Ja.
Marlene: natürlich hat man da voll oft im Kopf so dieses... Man lest es ja dann auch öfter, so bei
Irene: Ja.
Marlene: typische Influencer oder so was, die halt dann
Irene: Ja.
Marlene: nur das machen. Die kriegen sehr oft eine am Deckel und heißt,
Irene: Mh.
Marlene: ja, aber jetzt wirbst und jetzt tust...
Irene: Mhm.
Marlene: Ja, aber das ist eher eine Bezahlung für das, sie
Irene: Ja.
Marlene: trotzdem was zur Verfügung stellen Und das ist halt immer so...
Irene: Ja, ja, und das ist ja immer so herausfordernde Bereich, oder? Weil wir ja in unserem Bereich eben
Marlene: Ja.
Irene: sowieso werbetechnisch da sofort Schwierigkeiten haben. Ja, und auf der anderen Seite
Marlene: Ja, Ja, ja.
Irene: eben auch steht man da gerade ganz, ganz viel zur Verfügung, wo man ja auch versucht, jetzt was zu kompensieren, weil eben gewisse Plätze nicht gegeben sein kann. Das ist halt auch etwas, man... Ja, und wo es aber auch wichtig ist, wie weit kriege ich,
Marlene: Ja, ja, absolut. Es ist eine Krätsche. Es ist Krätsche, die man schaffen muss.
Irene: dass ich nicht merke, dass ich eigentlich in eigenen Lebensbereichen
Marlene: ausbrenne.
Irene: wirklich draufzuehe und das Leben für mich jetzt nicht mehr ausgeht. Das ist
Marlene: Genau. Genau.
Irene: immer, finde ich, echt ein Spannungsfeld, wo man sich ständig sortiert. Ich weiß nicht, wie es da geht, aber wo ich ja
Marlene: Ja.
Irene: gefühlt eigentlich immer damit beschäftigt bin, mir zu überlegen...
Marlene: Jo.
Irene: Wo lege ich gerade wieder meinen Fokus hin? Was geht sie noch aus? Was möchte ich eigentlich noch? Was ist mein Anliegen? Was ist mein Herzensprojekt? Wie kann ich trotzdem gleichzeitig gut das auch safe halten? Weil ich möchte natürlich, dass die Praxis weiterhin sicher läuft, damit ja alle sicher wieder kommen können Es sind ja auch verschiedene Hüte, die man quasi permanent aufhaut und sagt, in welcher Rolle bin ich denn jetzt gerade.
Marlene: Ja, genau.
Irene: Ich habe das Gefühl, was investiert wird, aber diesen Balance-Act, den betreibe
Marlene: Ja, voll
Irene: ich irgendwie die ganze Zeit.
Marlene: Und da ist ja was Spannendes, finde ich, drinnen. es ist ja ... Das ist ja mal Thema, das schauen wir uns ja anders mal noch mehr wahrscheinlich. Aber es wird ja oft, gerade auch von Frauen, patriarchal geprägt, ja oft
Irene: Mhm.
Marlene: verlangt, tun ja alles in ihrer Fürsorge. Und die tun ja
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: alles, weil sie es ja gern tun. Und weil das ja immer schon so ist. Und Bezahlung bei Frauen ist sowieso immer ...
Irene: Mhm. Mhm. Mhm.
Marlene: Und ich finde, das ist auch was, was ich meinem Kopf drinne hab, so dieses, darf ich das jetzt? Am Anfang, wie ich mit
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: der Therapie gestartet bin, hab ich mir gedacht, was darf ich da jetzt was verlangen dafür oder wie viel verlange ich dafür?
Irene: Ja, ja, ja.
Marlene: Ich find, das ist nur mal bei Frauen mehr geprägt, weil bei Männer ist es eigentlich nicht oft so, dass da zumindest in dieser Vorstellung so
Irene: Mhm.
Marlene: Ja, Mann verdient halt. Der ist halt der,
Irene: Ja.
Marlene: der das Brot verdient, mag andere Hürden mit sich bringen
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: und andere Drucksituationen. Aber bei Frauen ist immer schnell dieses, willst Geld verdienen oder noch mehr oder bist in einer Führungsposition oder sowas. Also da ist das schnell mal ein bisschen behaftet, finde ich.
Irene: Mhm. Mhm. Mhm. Mhm. Das total interessant, weil ich glaube, ist auf jeden Fall ein Thema für eine Folge, weil ich da war, ich muss gerade schmunzeln, weil ich glaube, habe da ganz lange Zeit für mich einen blinden Fleck gehabt in meinem Leben. Also ich habe mir immer gedacht,
Marlene: Mmh.
Irene: keine Ahnung, bei mir geht das total vorbei. Nein, also es ist
Marlene: Mhm. Ja.
Irene: ... einfach so eine implizite Rolle, man da in sich auch trägt wo ich dann auch oft schmunzeln muss, wenn dann wer sagt, na wüsste ich leicht immer so selbst verwirklichen und denke mir so, na ja, wahrscheinlich auch, ich weiß nicht, ja, also warum auch nicht, ist doch irgendwie auch schön, sich zu verwirklichen, aber so diese Unterstellungen manchmal, die so mitschwingen, ja, oder so.
Marlene: Ja.
Irene: Ja, das kannst du nur machen, weil wahrscheinlich wirst du, wenn du daheim haben, das Fixeinkommen bringen. Das ist ja doch keine Spielerei, das ist jetzt kein Hobby.
Marlene: Ja.
Irene: Das ist schon interessant, weil das kommt tatsächlich auch immer mal wieder. Und ich merke, wie es mich zunehmend stärker irritiert. Das sieht das aus als ganz gesundes Zeichen, dass es mich so stark irritiert mittlerweile. Und
Marlene: Ja. Ja.
Irene: dass es mir in ganz vielen Bereichen auffällt. Ja, einfach was ist, wo wir so geprägt sind. Also sowohl Frauen wie auch Männer, also wir einfach
Marlene: Ja.
Irene: aufgewachsen sind in einer Gesellschaft, die da
Marlene: Ja, ja.
Irene: so deutliche Rollenzuschreibungen hat. Und wie du ja sagst, Frauen machen ja alles gern, das ist eigentlich interessant. Die machen das ja gern, die kümmern sich
Marlene: Ja, ich glaube, dass das ... Ja, ja. Und genau ...
Irene: ja auch gern.
Marlene: Und genau da haben wir ja den Punkt, warum viele Frauen ja dann auch in dieses ewige Funktionieren und entsprechend reinfallen
Irene: Mhm. Mhm.
Marlene: Aber ich glaube, das ist ein Punkt für unsere nächste Folge. Dieses ständige Funktionieren und
Irene: Ja.
Marlene: dieses ständige über seine eigenen Grenzen drüber gehen. Also das schauen wir
Irene: Mhm.
Marlene: sich in der nächsten Folge an. Und ich würde sagen, wenn es für dich gefühlt rund ist, würde ich sagen, wir
Irene: Ja.
Marlene: machen da jetzt einmal. Wir haben sie ja vorgenommen. dass wir mit 30, 40 Minuten bei einer Folgen sind wir jetzt bei einer Stunde. Danke fürs Zuhören Und die Rebellinnen
Irene: Wie wir gesagt haben, ist diese schöne Freiheit, die wir jetzt gerade haben.
Marlene: in uns, die dann voll über die Zeit drüberschlagen und sagen, scheiß doch drauf. Also,
Irene: Aber schön, dass wir es uns vorgenommen haben, oder? Es hat einen Plan gegeben.
Marlene: für heute machen wir möglicherweise jetzt mal einen Cut bei einer Stunde.
Irene: JA
Marlene: Aber es ist schön, dass ihr dabei warts und wir würden sich freuen, wenn ihr eine nette Bewertung am besten dalässt und uns folgt und
Irene: Das wäre wirklich schön, ja, wir würden uns richtig freuen.
Marlene: dann beim nächsten Mal beim Funktionieren wieder mit dabei seid. passt gut auf euch auf. Tschüss!
Irene: Tschüss!