Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

#100 Noma: Die Wut auf den besten Koch der Welt (feat. Tim Armann / Brot mit Ei)

Dienstag, 27. Oktober 2026 · 1 h 10

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Shownotes

Kopenhagen, Februar 2014. Es ist kalt, im Restaurant Noma läuft der Abendservice. Die Gäste essen das Wintermenü: Wachteleier, frittiertes Rentiermoos, Wildente mit Sanddorn. Mit Wein kostet das rund 500 Euro pro Person.

Dann befiehlt der Chefkoch mitten im Service seinem Team, ihm nach draußen zu folgen. Ein Souschef hat Techno laufen lassen. Der Chefkoch mag kein Techno. Rund 40 Köch*innen müssen einen Kreis bilden und dabei zusehen, wie der Chefkoch dem Souschef in die Rippen und schlägt und ihn zwingt, laut etwas Demütigendes zu sagen. Dann arbeiten alle weiter. Erwähnt wird der Abend nie wieder.

Zwölf Jahre später, im März 2026, steht er in der New York Times. Rund 35 ehemalige Mitarbeiter*innen erzählen von Schlägen und Demütigungen. Das ist der Skandal um René Redzepi und das Noma.

Podcast "Tulus" zum Besuch des Noma:
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Kopenhagen im Februar 2014. Die Luft ist klirrend kalt und der Abendservice in einem der bekanntesten Restaurants der Welt hat bereits begonnen. In dem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant sitzen die Gäste und essen das Wintermenü. Es gibt mit Holunderblüten infundierte Stachelbeeren, eingelegte und geräucherte Wachteleier, frittiertes Rentiermoos und Steinpilze, Wildente, Trüffel und Sanddorn.

Mit Weinbegleitung zahlt man pro Person um die 500 Euro. Doch dann, mitten im Service, befiehlt der Chefkoch des Restaurants, seinem gesamten Küchenteam ihm nach draußen zu folgen. In die Kälte. Vor sich her schiebt er einen Sous-Chef, also einen der leitenden Köche. Der junge Mann hat in der Produktionsküche Techno laufen lassen.

Der Chefkoch mag keine Techno-Musik. Deshalb müssen jetzt um die 40 Köchinnen und Köche einen Kreis um die beiden bilden und zuschauen. Der Chefkoch verspottet den Su-Chef, schlägt ihm in die Rippen und schreit, dass niemand wieder reingehen darf, bis der Mann laut genug, dass es alle hören, sagt, dass er es genieße, mit DJs Oralsex zu haben.

Damit will er ihn demütigen. Der Su-Chef sagt, was er sagen soll. Dann strömen alle zurück in die Küche und arbeiten weiter. Der Vorfall wird nie wieder erwähnt. Doch zwölf Jahre später, im März 2026, steht dieser Abend in der New York Times, zusammen mit vielen anderen. Rund 35 ehemalige MitarbeiterInnen erzählen, was ihnen in dieser Küche passiert ist.

Von Schlägen und davon, vor allen anderen gedemütigt zu werden. Es geht um ein Restaurant, das fünfmal zum Besten der Welt gekürt wird, in dem eine winzige Pinzettenspur auf einem Blütenblatt gereicht haben soll, damit ein Koch gegen die Wand geschleudert wird. Das ist der Skandal von René Rezepi und dem Noma. einem der berühmtesten Restaurants der Welt.

Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza, Lili Temme und dem besten Gast aller Zeiten. Tim Amann. Heute schließt sich ein Food Crimes Kreis. Denn der Gast unserer allerersten Folge ist wiedergekommen, um die hundertste Folge mit uns zu feiern. Tim, den viele von euch wahrscheinlich durch seinen Kanal Brot mit Ei kennen, ist ein richtig erfolgreicher Food Creator.

Er veröffentlicht Rezepte, nimmt uns mit in andere Länder und Küchen, verkauft Kochbücher, Gewürze und Küchenzubehör. Und seit seinem letzten Besuch bei uns ist viel passiert. Er arbeitet mittlerweile auch für das fantastische Erfolgsformat ZDF Besseresser und damit mit uns zusammen. Für diese Folge passt er außerdem perfekt, denn Tim ist ausgebildeter Koch und kennt Küchen von innen.

Er hat schon in mehreren Sternerestaurants gegessen, kennt also auch die Seite des Gastes. Und weil er mal Redakteur war, weiß er auch, wie die Seite arbeitet, die das alles aufgedeckt hat. Tim, schön, dass du wieder da bist. Woo, hundertste Folge, da bin ich wieder. Nur dank dir. Hallo. Was für schöne Worte. Vielen, vielen lieben Dank. Das ist aber ganz süß und Glückwunsch zur hundertsten Folge. Dankeschön.

Geil. Ich finde auch die Themenauswahl, ich wusste es ja vorher nicht, was heute rankommt. Perfekt, weil ich habe mich damit nicht ganz so detailliert beschäftigt, wie ich es hätte machen sollen als Koch, aber ich habe natürlich gehört von anderen Sterneköchen, die René kennen, die meinten, was ist das für eine hoch, weiß ich nicht, dramatisierte Nummer da drüben, aber dass der, was, also erstmal finde ich es kritisch, dass er frittiertes Rentiermoos serviert.

Das ist der größte Skandal. Das ist der eigentliche Foodcrime, ja. Und er hat die Rippen geschlagen. Ist das alles, also gibt es da verweise? Ja, also wir werden das natürlich heute alles aufdröseln. Ich freue mich wirklich sehr, dass du heute bei diesem Fall unser Gast bist, weil ich natürlich darauf hoffe, dass du Insights hast aus der Gastro-Szene.

Vielleicht auch eigene Erfahrungswerte mit Situationen, die Grenzen überschreiten. Vielleicht Leute kennst, die, aber du hast es eben gesagt, die René kennen. Und ich glaube, wir alle können uns an diese Schlagzeilen erinnern. Die im März so kursierten. Aber was da genau los war und für wie lange und was überhaupt danach passiert ist und davor und währenddessen, das hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Schirm und ihr hoffentlich auch nicht.

Und deshalb gibt es heute diese Folge, die mir übrigens, also diese Geschichte, wurde mir so häufig geschickt von Hörerinnen und Hörern. Ich glaube, das ist die meist gewünschte Story. Deswegen dachte ich, ist die das wert für die 100. Folge? Und darum geht es heute. Bevor es losgeht, möchten wir uns bei ein paar Leuten bedanken, die uns hier bei Steady so fleißig unterstützen und die wir hier einmal namentlich nennen wollten.

Und ich kann schon mal so viel sagen, bevor Flo jetzt euren Namen vorliest. Ich küsse jedes einzelne Auge von euch. Ja, wir bedanken uns in dieser Woche bei sehr vielen Menschen. Bei Kevin, Sarah, Britta, Elisabeth, Nadine, Juli, Kira, Cornelia, Daniel, Wiebke, Alexandra, Iris, Pascal, Stefanie, Claudia, Timo, Randy, Jakob und Marc.

Vielen, vielen Dank, dass ihr uns bei Steady unterstützt. Dann haben wir das. Wart ihr da zufällig? Ich glaube, bei Flo weiß ich es, aber wart ihr im Noma mal essen? Habt ihr mal von Renés Küche kosten können? Fast. Ich hatte schon eine Tischreservierung bekommen und dann kam mal was dazwischen und dann ist ein Freund von mir alleine hingegangen. Aber die 500 Euro, die kommen nicht mehr hin.

Ich glaube, das ist dann eher so 1, 2 pro Person. Ja, 2014 Preise sind das. Das ist schon eine ordentliche Stange Geld, die du da wegdrücken musst. Aber irgendwann hat es mich auch nicht mehr ganz so gereizt, muss ich sagen. Anfangs zur Kochausbildung haben alle davon gesprochen, das war diese neue skandinavische Küche, wo erst mal keiner auf dem Schirm hatte, weil Frankreich und Italien waren irgendwie immer so en vogue und vielleicht New York oder irgendwas in Asien.

Und dann hat das irgendwie alles angefangen mit der Küche in Dänemark und Norwegen und Schweden und haben ganz tolle Sachen gemacht aus den wenigen Zutaten. Also ganz produktzentriert, oder? Dass man wirklich so sich ganz einfach auf die Basis irgendwie konzentriert. Das ist so ein bisschen, was man ausmacht.

Muss man sagen. Moos und ein paar Stöcke. Und Rehe. Rehe und Fisch. Aber auch dieses Fermentationsbuch ist dann hochgekommen mit Fermentation, was jeder Koch, jeder Jungkoch kam in die Küche und hat gesagt, guck mal hier, ich hab ein Buch. Keine WG in Berlin kommt ohne diesen Fermentation Guide aus. Und keiner hat es jemals richtig gemacht.

So irgendwelche fermentierten Blaubeeren, die du nie gegessen hast, weil die einfach nur sauer und eklig und salzig geschmeckt haben. Aber egal, jeder muss dieses Buch haben. Aber die haben ja alles fermentiert. Seesterne, Moos, Quallen. Ich glaube, 10% davon waren Espa am Ende. Aber die haben alles fermentiert. Ich war nie da.

Ich war aber eine Zeit lang auch sehr fasziniert vom Noma und von Rini Rezipi. Er hat auch mal so ein Tagebuch geschrieben. Ich habe vergessen, wie das hieß. Wo er so ein bisschen seine kulinarische Reise aufgeschrieben hat. Also nicht Tagebuch im Sinne von hier, ich habe XY in die Rippen gehauen, sondern eher ein kulinarisches Tagebuch und das habe ich tatsächlich gerne gelesen.

Es kann aber auch sein, es war in einer Zeit, wo ich glaube ich auch nicht so richtig wusste, wohin mit mir. Es kann auch sein, dass ich das sehr performativ gelesen habe. Das kann natürlich auch gut sein. Mhm. Saßt du dann mit dem ausgedruckten Tagebuch in irgendwelchen Cafés rum? Nee, das war ein gebundenes Buch. Das ist auch ein relativ schönes Buch, ja. Ich saß dann so im Park.

Mit einer Pfeife. Ich wusste nicht, dass das auch bei dir so nervt, das Thema Flo. Toll. Ich hab's natürlich mitbekommen, ich habe ... Den Artikel überflogen, aber nicht so richtig gelesen, weil der war sehr lang und irgendwie war ich da gerade nicht so gut. Es waren sehr viele Worte. Ich muss ganz ehrlich sagen, deswegen, ich bin gespannt, wie das heute hier abläuft und was da alles passiert ist.

Für mich war es so ein bisschen auch ein Nichtaufreger, weil ich mir dachte, Gewalt in Küchen, ja. Weil das ist ja leider oft ein Thema. und ich bin auf die Auswüchse gespannt. Ja gut, dann kommen wir darauf am Ende nochmal zu sprechen. Wir fangen natürlich gleich erstmal ganz vorne an. Und bevor es losgeht, kommt wie immer der Hinweis, wenn ihr einen Foodcrime habt oder eine Geschichte, bei der ihr denkt, die muss hier auf jeden Fall erzählt werden, dann schickt mir oder Flo gerne eine Nachricht bei Instagram oder schreibt uns eine E-Mail an lili-beziehungsweise flo-etwas-schmeckt-dahinter.de, alle Fotos, die es heute hier gibt die findet ihr auf unserer Website und bleibt am besten oder unbedingt bis zum Ende dran weil Flo und ich euch heute noch

was zu sagen haben oh mein Gott, das, klingt ja wir sind schwanger aber so einen Satz wollte ich schon immer mal sagen wir sind geheiratet. Gut, dann geht's jetzt los. Fangen wir mit dem Mann an, um den es heute geht, René Rezepi. Viel ist über seine Kindheit und Jugend nicht bekannt, aber er wird 1977 in Kopenhagen geboren.

Sein Vater ist Albaner und stammt aus dem heutigen Nordmazedonien, seine Mutter ist Dänin. Kurz nach seiner Geburt zieht die Familie nach Mazedonien ins damalige Jugoslawien und er wächst dort auf, bis die Jugoslawienkriege beginnen. Dann geht es für die Familie zurück nach Dänemark. Mit 15 oder 16 steht René in einer Küche, im Restaurant Pierre-André in Kopenhagen, das einen Michelin-Stern hat.

Er macht eine Ausbildung zum Koch. Später lernt er bei ein paar der ganz Großen, unter anderem im French Laundry in Kalifornien und im weltberühmten El Bouilly in Spanien. Sind die euch ein Begriff? Ed Bullitt hat damals die Molikularküche mitgeprägt und die French Laundry, da waren wirklich sehr viele bekannte Köche, die auch beispielsweise bei Netflix Chefstabler rumrennen.

Also da sind auch, ich habe die nie besucht, aber ist sehr, sehr bekannt. Lili, du willst die Frage bestimmt an den Punkt stellen, mir liegt sie aber brennend in der Magensäure schon. Hat dich das irgendwann gereizt, Tim? So dieses wirklich so absolute High-End, oberste Ding, wie Lili ja schon angedeutet hat, so mit einer Pinzette irgendwie so halbe Gräser irgendwie anzurichten.

Weil da muss man ja wirklich Bock drauf haben. Ja, du bist, ich meine, Köche und Küche und Gastronomie sind sehr, sehr gut darin, sich so. Absolut zum Start zu machen. Es gab damals dieses, aber es gibt immer noch das Magazin Rolling Pin. Also im Prinzip ist das nicht anderes als Lifestyle zu sehen, wie Köche leben und rocken und geil sein können. Und wenn du das natürlich liest als Azubi und siehst, was noch möglich ist, dann willst du genau das.

Und ich bin dann auch bei diesen Ideen und Vorstellungen zu meinem nächsten Chef gegangen. Und der hat dann eigentlich relativ kurz und knapp gesagt, naja, weißt du, vielleicht lernst du erst mal lecker zu kochen, bevor du all das machst. Mach du erst mal was ganz Einfaches, aber dafür gut. Machst du einfach mal gut und dann können wir weiter. Hat er recht.

Und der hat recht, der hatte recht. Das muss ich am liebsten allen sagen, die ständig denken, die haben gerade sich eine neue Pfanne, als die erste Pfanne im Leben gekauft und denken, sie müssten dann Beef Wellington zaubern. Was jetzt auch nicht das Star-Ding ist, aber fangen wir erst mal an, machen ein geiles Püree oder eine gute Tomatensauce.

Eine wirklich gute. Das, was du gerade beschrieben hast, Tim, hat, glaube ich, René auch ein bisschen angetrieben. Also er hat einen großen Traum, schon mit jungen Jahren. Und den erfüllte er sich im November 2003 mit 25 Jahren. Er eröffnet sein eigenes Restaurant in Kopenhagen, das Numa. Der Name setzt sich aus den dänischen Wörtern Nordisk und Matt zusammen, also Nordisch und Essen. Und das ist auch die Idee.

Rezepi kocht mit dem, was es im Norden gibt. Rezepi? Dafür sammelt er Wildkräuter. Rezepi? Mit seinen eigenen Rezepis. Dafür sammelt er Wildkräuter und setzt auf Fermentation, also das Vergehren von Lebensmitteln, so wie beim Sauerkraut. Auf manchen Tellern liegen sogar lebende Schrimms und Ameisen. Das Konzept schlägt ein und die Gastrobranche wird durchgerüttelt.

In der Spitzengastronomie dreht sich damals vieles um französische Küche und importierte Luxuszutaten, um dieses Schickimicki-Ding. Rezepi macht das Gegenteil. Keine weißen Kochjacken. Die Köche tragen Schürzen aus Leinen. Das Geschirr ist handgetöpfert, Regionalität, also Zutaten aus der Umgebung, wird auf einmal groß geschrieben.

Und die dänischen Köche haben nun ein neues kulinarisches Selbstbewusstsein. Das Noma revolutioniert die Gastro-Szene. Dann kommen die Auszeichnungen. 2005, also zwei Jahre nach der Eröffnung, bekommt das Noma den ersten Michelin-Stern. 2007 den zweiten. Fünfmal landet es auf Platz 1 der Liste der 50 besten Restaurants der Welt.

2010, 2011, 2012, 2014 und 2021. 2021 kommt auch der dritte Stern dazu. Und der Ansturm wird riesig. Reservieren kann man nur für einen Monat im Voraus. Die Reservierungssysteme werden dafür geändert, die Bewertungen reichen nicht mehr aus. Wenn die Plätze freigeschaltet werden, brechen die Server zusammen.

Wer einen Platz ergattert, hat das Goldene losgezogen. Wer im Noma ist, ist jemand. Schön, toller Satz. Wer im Noma ist, ist jemand. Ja, das stimmt. Herzlichen Dank, herzlichen Dank. 2016 schlägt die dänische Königin Rezepi zum Ritter für seine Verdienste um die dänische Kultur. Wie groß er inzwischen ist, sieht man auch daran, wer sich für ihn interessiert.

Der berühmte Koch und Reisemoderator Anthony Bourdain dreht für seine Reihe Parts Unknown eine Folge im Noma. 2013 nennt er Rezepi den einflussreichsten Koch der Welt. Und 2024 taucht Rezepi selbst in der Erfolgsserie The Bear auf. In einer Rückblende arbeitet die Hauptfigur Carmi im Noma und Rezepi ist kurz zu sehen.

Und damit ihr ein Gesicht zu der Person habt, kommt hier ein Foto. Ihr beide wisst jetzt wahrscheinlich eh schon, wie er aussieht, aber vielleicht manche unserer Hörerinnen und Hörer nicht. Aber die Hörer können sie auch nicht sehen. Doch, auf unserer Website. Auf der fantastischen Website. Da gucken die ja parallel.

Da sind die am Surfen. Ach. Da hast du dir aber auch wirklich ein malerisches Bild ausgesucht. Also das Bild hast du rausgezogen. Da wirklich mal aussieht wie der größte Duschback. Das stimmt. Könnte auch ein Skilehrer sein. Na, dann beschreib doch mal. Er steht in fermentiertem Hafer oder präfermentiertem Hafer.

Er hat eine zweifarbige Daunensteppjacke an. Die aber wirklich wie Cruella de Vil in der Mitte geteilt ist. Ja, und er schaut einen so ein bisschen herausfordernd an. Ich sag mal so, Hot Take, ich finde, er sieht eigentlich ganz sympathisch aus sonst. Also auf dem Foto jetzt nicht, aber so allgemein, finde ich, macht er irgendwie einen sympathischen Eindruck.

Vielleicht ist diese Geschichte auch deswegen so in Gang gekommen, Weil ich finde, er hat schon ein relativ gemütliches, nettes Bild eigentlich in der Öffentlichkeit immer gehabt. Ja, finde ich auch, sieht aus wie der gemütliche Öko-Farmer vom Wochenmarkt, den du vertraust. Ja, oder ein Lehrer, oder? Ich finde, der hat Lehrer-Vibes. Ja, Deutschgeschichte.

Oder Religion. Ja, oder Bio. Ja. Ja, ach, alles. Einmal alles, der unterrichtet einfach alles. Aber genau, ich finde ihn eigentlich immer, oder so, ich finde, er sieht irgendwie ganz sympathisch und ganz nett aus. Man sieht jetzt so, sich um seine Frisur zu kümmern, steht jetzt nicht ganz oben auf der Agenda, da hat er glaube ich wichtigere Sachen.

Ich glaube auch die Fingernickel sind ungepflegt. Ich glaube er arbeitet gerne mit den Händen. Meinst du? Ja, ich glaube, dass der einfach sich da vorum nicht so schert. Der ist optisch jetzt nicht der wie sagt man denn dazu? Ich glaube er guckt. Das ist nicht seine Priorität. Vielleicht. Ja. Jetzt hast du eben gesagt, Tim, dass du Leute kennst, die ihn kennen.

Haben die dir von irgendwelchen Charaktereigenschaften berichtet, die du hier mit uns teilen möchtest? Also hat irgendjemand mit dem mal abgehangen? Also trinkt man mit René Rezepi ein Bier oder so? Also mir wurde gesagt, im Service, also im Akt des größten Anspruchs, da wurde er ab und zu schnippig und hat kurze schnippige Antworten gegeben.

Aber wenn man mit ihm abhängt und um die Häuser zieht, ganz normal. Wirklich ein ganz normaler Dude wie du und ich. Aber alles nur Erzählung. Und ich glaube, so sind die meisten drauf. Und das ist immer eine andere Art, wer mit ihm abhängt. Ich glaube, wenn jemand vorbeikommt und ist irgendwie Kommi, also Jungkoch oder so, Also die werden mit dem nicht um die Häuser ziehen.

Das sind andere Stellen, die ich da getroffen habe. Ja. Ich nehme euch jetzt mal mit ins Restaurant. Also wir nehmen jetzt mal die Perspektive von Gästen ein und springen zurück ins Jahr 2014. Das Noma sitzt damals noch in einem alten Speicher am Hafen in Christianshafen, bis es dort schließt und 2018 an einem neuen Ort wieder öffnet.

Wir kommen kurz vor eins zum Mittagessen. Eine Besucherin, die im Mai 2014 dort ist, schreibt in ihrem Blog, dass das Personal ihren Namen schon kennt, ohne dass sie ihn sagen muss. Mehrere Köche kommen aus der Küche, um die Gruppe zu begrüßen. Auf den Tischen liegen keine weißen Tischdecken, die Tische sind dunkel, auf den schlichten Stühlen liegen Tierfelle, dazu gibt es viel Holz und Stein.

Und von fast jedem Platz aus sieht man in die offene Küche. Und dann kommt das Essen. Eine ganze Menge davon, weit mehr als ein Dutzend kleine Gänge. Jedes Gericht bringt der Koch, der es gemacht hat, selbst an den Tisch und erklärt, woher die Zutaten kommen und wie man sie isst. Es gibt zum Beispiel Rentierflechte. Das ist ein Gewächs, das normalerweise Rentiere fressen.

Hier wird es frittiert und mit Steinpilzpulver bestäubt. Dann Ulmensamen auf einer Paste aus karamellisierter Hefe, die man mit den Fingern isst. Ein mariniertes, geräuchertes Wachtelei liegt auf Heu in einer Schale aus Porzellan. Ein Hechtkopf kommt am Spieß, mit Kräutern, die jemand draußen gesammelt hat.

Die Wange sei saftig und fleischig, schreibt die Besucherin, und das Auge der leckerste Teil. Dazu gibt es rohes Rinder-Tartar, auf dem Ameisen liegen, die dem Fleisch eine Zitrusnote geben. Ein Gast, der 2012 dort isst, bekommt zum Nachtisch Heidelbeerpüree mit lebenden Ameisen, die zwischen zwei Blättern stecken.

Die Ameisen werden vorher gekühlt, damit sie langsamer sind. Bei einem anderen Gang muss er sein Ei selbst braten, eine heiße Pfanne einölen, das Ei aufschlagen und etwa eine Minute und 20 Sekunden warten. Dann kommen Butter, Kräuter und eine Soße dazu. Ein Food-Kritiker der New York Times schreibt, jedes Gericht im Noma sei eine in sich geschlossene Fantasie, die die harte Arbeit dahinter komplett verbirgt.

2014 ist ein gutes Jahr für das Noma. Es landet zum vierten Mal auf Platz 1 der Liste der 50 besten Restaurants der Welt. Im selben Jahr wie die Situation abends vor dem Restaurant, die ich euch im Intro erzählt habe. Das Restaurant liegt auf einem alten Brachgelände. Die Gebäude gehen auf ein ehemaliges Lager der dänischen Marine zurück, in dem Frühjahr Minen lagen.

Das dänische Architekturbüro BIG teilt das Gelände in elf einzelne Gebäude auf, die durch Wege unter Glasdächern miteinander verbunden sind. In der Mitte arbeiten die Köchinnen und Köche. Sie haben das ganze Restaurant im Blick. Und die Gäste sehen, was sonst hinter den Kulissen passiert. BIG, Alter, bauen ist geil.

Oh Gott. Der Speiseraum im Noma ist aus gestapelten Holzplanken gebaut, Dort hat ein großes Oberlicht und Fenster, die sich zum Garten hin aufschieben lassen. Draußen stehen drei Gewächshäuser. Eins als Garten, eins als Testküche und eins als Bäckerei. Dazu kommen eine Grillhütte, in die man hineinlaufen kann und eine Lounge mit Backsteinkamin.

Ein Restaurantkritiker, der 2018 dort isst, erwähnt außerdem Becken für Meerestiere, eine Metzgerei, eine Personalkantine und eine Ameisenfarm. Und erzählt nach. Bis zu 60 Köchinnen, die Praktikanten mitgezählt, und mehr als 100 Mitarbeitende sind für 42 Gäste da. Und jetzt zeige ich euch auch endlich mal ein Foto vom Noma von innen.

Das ist aus dem Jahr 2018. Das ist schon wieder eine ganz komische Wahl, du da getroffen hast. Was ist das denn, so ein Ecktisch? Ich glaube, das Noma hat mehr zu bieten als diese Ecke, die aussieht bei so einem Mac-Café. Ja, das stimmt. Ich muss ja sagen, diese Einrichtung oder der Stil und B.I.G. Alter, die Firma finde ich ja auch ein problematischer Chef übrigens.

Da kommt dann zusammen, was zusammengehört. Aber das ist ja zu 100 Prozent mein Stil. Ich finde das schon sehr geil. Ich finde auch das Noma wirklich schön. Ich finde das wirklich richtig, richtig schön. Vor allem dann, wenn man... So, Tim, von wegen Maccafé. Also, komm mal, das ist ja Boho-Stil. Beide Bilder.

Boho-Stil 2014. Guck mal, er hier im Schilf und unten drunter, das Schilf geht quasi weiter, nur halt jetzt Indoor. Ja, es hat hier einen roten Faden. Meine Bilderauswahl hat einen roten Faden. Aber ich bin da bei Tim, weil wenn man in die andere Richtung und dann schaut, dann hat man wahrscheinlich auch den Blick so ins Grüne und dann aus diesen Fenster. Das ist schon sehr, sehr schön, der Laden. Also ich finde diese offene Küche auch cool.

Also das ist ein cooles Konzept. Ich mag offene Küchen. Tim, da kannst du auch gerne nochmal deine Meinung dazu sagen. Ich mag ja als Gast, mag ich offene Küchen. Aber ich war zum Beispiel letztens in Köln in dem Restaurant. Wie heißt das nochmal, was du mir empfohlen hast, Lilly? Dieses italienische. Ich reiche es nach.

Und da kann man auch in die Küche schauen. Und ich denke mir so, als Koch, wenn man da in der Küche steht, man muss sich ja wirklich benehmen den ganzen Abend. Und manchmal möchte man doch auch mal so zehn Minuten einfach mal loslassen und irgendwie... Einfach mal laufen lassen. Einfach mal schreien. In so einen Topf rein schreien.

Wenn man den ganzen Abend immer beobachtet wird. Das war wahrscheinlich auch schwierig, oder? Aber ich habe auch, meine letzte Station in Bitlabu war auch eine offene Küche. Das heißt, du hast im Keller vorbereitet und zum Schicken bist du hochgegangen. Das war wie so ein Aquarium, wohinter du dann gekocht hast.

Das Einzige, wo es mich gestört hat, ist, Köche probieren gerne und lecken den Löffel ab. Ja, ja. Oder lecken mal die Hand ab oder so. Es ist halt so, wir fassen dein Essen an. Es ist so. Na klar kommt es auch mal vor, was mit dem Finger noch mal abstreicht und sich ableckt. Da musst du eigentlich theoretisch immer wieder Hände waschen gehen und so weiter und so fort.

Aber ansonsten bist du beim Kochen, wenn alles funktioniert. Ich weiß nicht, kennt ihr das? Manchmal ist man in so einem Zustand von perfekter Arbeit. Da bist du so in einem, nicht in einer Trance. Kenn ich nicht. Und dann bist du so hooked von deiner Arbeit in absoluten Tunnel, so ein Konzentrationstunnel.

Und das passiert eigentlich jeden Abend beim Kochen, wenn du immer weiter was zu tun hast. Erst wenn du nichts mehr zu tun hast, dann wird es langweilig. Und dann musst du auch mal irgendwie gucken, wie du irgendwas machst da in dem Aquarium. Und du hast auch immer so ein paar Ecken. Wie wenn du bei Big Brother bist. Ich glaube, irgendwann kennst du die Ecken, wo du nicht gefilmt wirst.

Und in diesen Ecken, da kannst du machen, was du willst. Ja, okay. Also man sucht sich seine Ecken. Ja. Verstehe ich. Und man ist so im Tunnel, dass man gar nicht die Chance hat, irgendwie so große Dummheiten zu machen. Nein, du guckst auf die Uhr, Service startet 18.30 Uhr, dann geht's Schlag auf Schlag an einem guten Abend und dann guckst du wieder auf die Uhr, auf einmal haben wir 22.30 Uhr so beispielsweise.

Flow, das Wort war Flow, du bist im Flow. Flow. Ich war zum Beispiel im Flow, als ich im Caruso war, so heißt der Laden. War sehr lecker, kann ich empfehlen. Ist es der in Köln? Ja. Hinter jedem Bissen im Noma steckt natürlich eine Menge Arbeit. Ein Gericht im Noma besteht oft aus 20 oder mehr Einzelteilen, zum Beispiel Insekten aus Fruchtleder, also aus getrocknetem, gepresstem Fruchtpüree und winzige Pflaumen, die in Seetang eingewickelt werden.

Dazu Blütenblätter aus Zwiebel, die einzeln mit der Pinzette auf den Teller kommen. Dafür braucht es sehr viele Hände und die Arbeit ist wie in jeder Spitzenküche nach einer Hierarchie aufgeteilt. Im Noma stehen ganz unten die Praktikantinnen. Und von denen gibt es viele. Jede der drei Saisons im Jahr bringt eine neue Gruppe von 30 bis 40 Praktikantinnen mit, die sich mit tausenden anderen beworben haben.

Sie arbeiten drei Monate lang unbezahlt in einer der teuersten Städte der Welt. Ihre Aufgaben? Kräuter pflücken, Tannenzapfen säubern, mit denen später Gerichte garniert werden. Am Tag sind das bis zu 16 Stunden. Eine Praktikantin, die 2018 aus Indien nach Kopenhagen kommt, erzählt, in ihrem Vertrag steht eine 37-Stunden-Woche mit wechselnden Bereichen.

Produktion, Service und Sammeln von Zutaten. In der Praxis dauern die Schichten 12 bis 16 Stunden und sie bekommt für die ganzen drei Monate eine einzige Aufgabe. Laut einer New York Times-Recherche setzt sie Käfer aus Fruchtleder zusammen. Schweigend, selbst lachen ist unerwünscht. 2022 kommt die Financial Times auf etwa 30 unbezahlte Praktikantinnen neben 34 bezahlten Köchen mit Wochen von bis zu 70 Stunden.

Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, warum man sich sowas antut. Aber es ist eigentlich ganz einfach. Wer im Noma war, hat einen Eintrag im Lebenslauf der Türen öffnet. Viele ehemalige MitarbeiterInnen sagen, dass es zwar nie einfach war, bei René Rezepi zu arbeiten, es sich aber gelohnt hat.

Sie durften draußen beobachten, wie Bärlauch wächst und im Labor, das in einem Schiffscontainer steckt, etwas übers Fermentieren lernen. Andere Restaurantbesitzer erklären, dass sie Leute nur eingestellt haben, weil im Lebenslauf stand, dass die Person drei Monate im Noma war. Doch zwischendurch passiert im Noma noch etwas anderes. Zwischen dem 12.

Und dem 16. Februar 2013 essen dort 435 Gäste. 63 von ihnen stecken sich mit dem Norovirus an. Das Virus löst Durchfall und Erbrechen aus. Als Quelle wird ein Mitarbeiter genannt, der das Virus in sich trägt, ohne Symptome zu zeigen. Ein Gast schreibt dem Restaurant am 14. Februar eine E-Mail und beschreibt genau diese Beschwerden.

Die Mail bleibt aber leider bis zum 18. Februar liegen, weil sie zuerst bei jemandem landet, der kein Dänisch spricht. Der Gast schreibt aber auch die dänische Lebensmittelbehörde an, die am 20. Februar vorbeikommt. Daraufhin wird die Küche gründlich gereinigt, Lebensmittel aus dem betroffenen Zeitraum werden weggeworfen, das Ganze dreimal innerhalb von 48 Stunden.

Rezepi sagt, er sei am Boden zerstört. Die betroffenen Gäste können ihr Geld zurückverlangen oder werden zu einem neuen Besuch eingeladen. Die meisten nehmen die Einladung an. Der Norovirus-Ausbruch ist aber längst nicht das einzige Problem in dem weltberühmten Restaurant. Was in der Küche wirklich los ist, erfahren die meisten viele Jahre später.

Und um das zu verstehen, müssen wir jetzt ins Jahr 2026 springen, 13 Jahre nach dem Norovirus-Ausbruch. Das Noma gibt es zu diesem Zeitpunkt in seiner alten Form gar nicht mehr. Seit 2024 hat es den regulären Betrieb eingestellt und ist ein mobiles Unternehmen geworden. Pop-Ups, also zeitlich begrenzte Restaurants an anderen Orten, in Mexiko und Japan, dazu eine Produktlinie namens Noma Projects, in der man zum Beispiel Rosenessig und Fischsoße kaufen kann.

Und 2026 soll es in Los Angeles weitergehen. 16 Wochen lang Pop-Up, rund 60 Abende, 42 Plätze pro Abend, 1500 Dollar pro Person, umgerechnet ungefähr 1300 Euro. Die Tickets sind nach dem Verkaufsstart am 26. Januar innerhalb von Minuten weg. Einige Köchinnen aus Los Angeles finden das ziemlich beleidigend und sagen, dass Noma kommt angerauscht und zieht zahlungskräftige Gäste an, während viele Restaurants in der Stadt ums Überleben kämpfen.

Doch bevor es mit dem Pop-Up in Los Angeles überhaupt losgeht, meldet sich jemand auf Instagram. Jemand, der eine Welle der Empörung auslösen wird. Jason Ignacio White hat früher das Fermentationslabor im NOMA geleitet. Im Februar 2026 fängt er an, bei Instagram zu posten. Die Inhalte? Er habe in seiner Zeit im NOMA körperlichen und psychischen Missbrauch erlebt und er veröffentlicht Berichte, die ihm viele andere ehemalige MitarbeiterInnen geschickt haben.

Die Posts werden mehr als 14 Millionen Mal aufgerufen. Und hier habe ich ein Foto von ihm. Der ist älter, als ich gedacht habe. Ja, ich auch. Der sieht ein bisschen aus, als könnte er auch so abstrakter Künstler sein. Aber du hast gesagt, es war der Leiter der Fermentationsabteilung. Ja, der hat das Fermentationslabor viele Jahre lang geleitet.

Da klingelt aber was, weil der ursprüngliche Leiter war ja David Silber oder wie der hieß. Und der war richtig cool, mit so einer kleinen Brille, schwarz. Er hat auch geile Klamotten immer getragen bei so einer Veranstaltung. Und der war, glaube ich, the genius of fermentation. Und der hat ja das sozusagen mit dem Hochgezogen, mit dem René zusammen.

Und ich glaube, gehört zu haben, dass der, der nach ihm kam, es nie erreichen konnte, was der davor geleistet hat, was David Silber geleistet hat. Und ich glaube, dass es da schon Probleme gab und irgendwie so unerfüllte ... Auch schon irgendwie zwischen denen stand. Das war, da klingelt so ein bisschen was gerade.

Ist ja auch, wie du sagst, der hat ja auch dieses Buch, was ich meinte, was in jeder WG nicht fehlt, da hat er eigentlich geschrieben. Und dann dieser Person nachzufolgen, da kannst du ja eigentlich nur verlieren. Ich meine, was soll da noch danach kommen, wenn du im Grunde jemanden beerbst, der ein Standardwerk geschrieben hat? Ja.

Wisst ihr, warum der weggegangen ist vom Noma eigentlich? Vielleicht hat er alles mal fermentiert. Ich glaube, alles, was man da so finden kann, im Umkreis von fünf Meilen, hat er alles mal in so eine Lage reingelegt. Was willst du denn noch machen? Der war ja selber auch am Ende seine eigene Marke. Also wahrscheinlich war es dann so ein Punkt, dass er sich gedacht hat, ich mache jetzt mein eigenes Ding, das wäre jetzt meine Vermutung.

Weil, wie du sagst, Tim, der war ja dann auf Veranstaltungen, war wirklich fashionable, war halt einfach. Eine Marke. Eine Marke, eine Person. Okay, und hat sehr große Fußstapfen verlassen. Von dem kannst du mal ein Bild einblenden. Warte mal, der hat so eine richtig geile Jacke. Da wird die Zettel geschrieben. Den kannst du mal zeigen jetzt hier.

Halt den mal rein. Richtiges Leckerchen. Ah ja, warte mal, ich schicke dir das. Die Jacke ist so fett. Also ich hätte sie auch gerne, aber ich kann natürlich nicht tragen, wie er sie trägt. Keiner kann sie tragen, wie er sie trägt. Oh, wow. Ist die nicht geil? Oh, die ist so nice. Hammer. Okay, ich weiß, was ihr meint. Das ist eine Marke. It's fashion. Der ist so cool, der Typ.

Wenn der dir jetzt so einen fermentierten Hecht reicht, dann greifst du zu. Dann greifst du verdammt nochmal zu. Auf jeden Fall. Safe, safe. Das heißt jetzt, der neue Fermentationschef, der meldet sich jetzt zu Wort. Der meldet sich zu Wort 2026 bei Instagram, dass er und viele andere psychischen und körperlichen Missbrauch im Noma erlebt haben.

Und vier Tage bevor das Pop-Up in Los Angeles eröffnen soll, erscheint ein langer Artikel in der New York Times. Sein Titel? Punching, slamming, screaming, the chef's past abuse haunts Noma, the world's top-rated restaurant. Auf Deutsch Schläge, Türen knallen, Schreie. Der frühere Missbrauch eines Küchenchefs verfolgt das NOMA, das weltweit bestbewertete Restaurant.

Die Reporterin Julia Moskin hat mit rund 35 ehemaligen MitarbeiterInnen des NOMA gesprochen. Der Artikel ist vom Samstag, dem 7. März 2026. Er nennt den Zeitraum 2009 bis 2017, also acht Jahre, und beschreibt Schläge, Stiche mit Küchenutensilien und Demütigungen vor dem ganzen Team. Wir springen kurz zurück zu der Situation aus dem Intro. Ihr erinnert euch, Februar 2014, der Kreis auf dem Hof.

Zwei Köche, die dabei waren, sagen, es war nicht das erste Mal, dass sie bei so einer öffentlichen Demütigung zuschauen mussten. Dutzende ehemalige MitarbeiterInnen berichten von weiteren gewalttätigen Bestrafungen und von dem, was danach passiert ist. Nichts. Es wird nicht darüber gesprochen. Eine Köchin, die heute in London arbeitet, vergleicht den Weg zur Arbeit mit dem Gang in den Krieg. Man habe sich zwingen müssen, stark zu sein und keine Angst zu zeigen.

Ein Koch aus Australien, der 2012 im Noma arbeitet, erzählt, dass es üblich sei, das ganze Team für den Fehler einer einzelnen Person zu bestrafen. Rezepi gehe die Reihe entlang und schlage jedem gegen die Brust, während er ihnen Schimpfwörter ins Gesicht brülle. Sogar den PraktikantInnen, die oben Holunderblüten gepflückt haben.

Ein anderer Koch erinnert sich an einen Abend im Jahr 2011. Beim Anrichten eines Gerichts hat er eine winzige Pinzettenspur auf einem Blütenblatt hinterlassen, also einen kleinen Abdruck von der Pinzette. Rezepi bemerkte das, packte ihn an den Trägern der Schürze, schleuderte ihn gegen die Wand und schlug ihm zweimal in den Bauch.

Und ich habe euch ja eben erzählt, wie es im Restaurant aussieht, also die Gäste an den Tischen können in die offene Küche schauen. Laut mehreren MitarbeiterInnen geht Rezepi deshalb manchmal heimlich vor, wenn er jemanden zurechtweisen will. Er hocke sich unter die Arbeitsflächen und steche den KöchInnen mit den Fingern oder mit einer Grillgabel in die Beine.

Außerhalb des Blickfelds der Gäste, die vorbeigehen und die offene Küche bewundern. Eine Köchin aus London erzählt, sie habe in mehreren Michelin-Restaurants in Europa gearbeitet. Sie spart ein Jahr lang und verkauft ihr Auto, um 2013 im Noma anfangen zu können. Eines Abends erwischte Rezepi sie mit dem Handy, das während des Service streng verboten ist.

Sie hat es benutzt, weil ein Gast darum gebeten hatte, die Musik im Speisesaal leiser zu machen. Ohne ein Wort schlug Rezepi ihr in die Rippen, so heftig, dass sie gegen eine Metalltheke fiel und sich an deren Kante die Hüfte aufschnitt. Sie lag blutend auf dem Boden und weinte, aber niemand sagte etwas.

Als sie in die Umkleide flieht, kam irgendwann ein Zuschiff zu ihr und fragte sie nur, ob es ihr gut genug gehe, um wieder an die Arbeit zu gehen. Sie geht zurück und beendet ihre Schicht. Das Noma sagt dazu, man nehme die Behauptung ernst und habe sie untersucht, könnte die Schilderung der Köchin aber nicht bestätigen.

Insgesamt sagen etwa 30 der ehemaligen MitarbeiterInnen, dass es an der Tagesordnung stand, von Rezepi oder den leitenden Köchen geschlagen zu werden. Dazu kommen Drohungen. Rezepi könne dafür sorgen, dass sie weltweit in keinem Restaurant mehr einen Job bekommen, sagen die ehemaligen MitarbeiterInnen.

Er könne ihre Familien ausweisen lassen oder dafür sorgen, dass ihre Ehefrauen ihre Jobs bei anderen Unternehmen verlieren. Und das sagen sie über einen, der in der Branche ganz oben sitzt. Also das sind jetzt zusammengefasst die Schilderungen von den ehemaligen MitarbeiterInnen, die im New York Times Artikel stehen.

Also ich habe so ein paar Bilder in meinem Kopf, die stelle ich mir recht ulkig vor, trotz dessen, dass das alles sehr, sehr, sehr schlimme Vorwürfe sind. Aber dass er sich auf den Knien unter dem Tresen entlang bewegt, um dann jemanden in die Rippen zu stechen mit seinen Fingern. In die Beine, aber ja. Also wie mit so einem Entenlauf geht er dann da unten drunter und läuft dann zu den Kniekehlen.

Ganz komisch, aber ich meine, diese ganzen Gewaltvorwürfe, man kennt sowas, aber das ist ja schon fast ein Serientäter. Wir haben ja über diese offene Küche gesprochen und es klingt ja schon so, als hätte er das gut auf dem Schirm gehabt, dass er da diese Taten dann verbirgt. Also ich möchte jetzt ganz allgemein, ich glaube den Leuten das schon, dass das so passiert ist. Also ich glaube nicht, dass die sich das ausgedacht haben oder ihm da schaden wollten.

Schaden wollten sie ihm, denke ich, schon. Nee, aber einfach sich Sachen ausgedacht haben, nur um ihm zu schaden. Ich glaube, das sind alles Sachen, die so vorgekommen sind, weil das auch so spezifisch ist, dass man sich das nicht, weißt du, es ist ja nicht einfach, oh, wir wurden geschlagen, sondern die Sachen sind alle so spezifisch, dass die auf jeden Fall so vorgekommen sein könnten.

Also ganz ehrlich, wenn dir dein Chef in die Kniekehle sticht oder dir da irgendwie unter, wie Tim sagt, im Endengang ankommt und dir da was rein, da würde ich auf der einen Seite lachen, aber mir auch so denken, was bist du denn für einer? Ja. Und das ist wie so oft bei vielen Leuten, diese Geschichten sammeln sich halt an über Jahre und dann gibt es irgendwann diesen Punkt, wo es kippt.

Und dann wirkt es so, als würden auf einmal alle rauskommen mit ihren Geschichten. Aber wenn du jetzt nur eine einfache Praktikantin warst oder so ein einfacher Koch, der ein bisschen da war, dann gehst du natürlich nicht mit der erstbesten Geschichte an die Öffentlichkeit, sondern du wartest eben an so einem Punkt, wo du das Gefühl hast, ey, jetzt fangen Leute an zu berichten.

Dann möchte ich meine sich dazu auch teilen. Dann fühlt sich das so an, als würden immer mehr Leute rauskommen und jetzt auf einmal auspacken. Aber ja, so ist es ja, weil so davor, was willst du als kleiner Koch, dir hört ja niemand zu. Und du bist ausgeliefert, du hast kaum Knete, gehst da extra hin, hast alles davon erzählt. Du bleibst da, du willst das durchziehen, du willst dazugehören. Dann wirst du auch mal ein paar Sachen über dich ergehen.

Und wenn du dann rauskommst damit und das an die große Glocke hängst, dann bist du auch ganz schnell verbrannt in der Szene. Absolut. Weil so, dann würde ich das nächste Schlemmere-Song nicht mehr nehmen, wenn die wissen, hier, der hat schon René von Khan gepinkelt, so, der kann mal schön wegbleiben. Ja, man darf ja gar nichts mehr denken.

Wenn man schon nicht mehr seine eigenen Angestellten im Entengang ins Knochen lassen kann, was darf man dann heute noch machen? Was darf man eigentlich noch? Dieses Bild ist wirklich ein bisschen skurrierer, das gebe ich zu. Ich stelle mir halt vor, wie man gerade irgendwie so am Schneiden ist oder so und kurz nach unten schielt und in die Augen vom Chefkopf blickt. So ein böse Augen.

Mit so einer Gabe wartet. Also natürlich so lustig ist es überhaupt nicht, aber jetzt ist dieser New York Times Artikel veröffentlicht worden und ungefähr zeitgleich mit dem Artikel der New York Times veröffentlicht Rezepi eine Stellungnahme auf Instagram. Das muss man sich auch so vorstellen, also bevor der Artikel erschienen ist, haben sie natürlich René Rezepi kontaktiert, werden ihn darüber informiert haben, dass der Artikel erscheint und ob er was dazu sagen möchte.

Deshalb wusste er also, dass der kommt und hat dann bei Instagram eine Stellungnahme veröffentlicht. Und in der sagt er, er wolle auf frühere Geschichten über seine Führung in der Küche eingehen, die gerade wieder aufgetaucht sind. Er erkenne nicht alle Details wieder, sehe aber genug von seinem früheren Verhalten darin, um zu verstehen, dass er den Menschen geschadet hat, die mit ihm gearbeitet haben.

Es tue ihm für alle leid, die unter seiner Führung, seinem schlechten Urteilsvermögen oder seiner Wut gelitten haben. Er könne nicht ändern, was er damals war, übernehme aber Verantwortung und arbeite weiter daran, besser zu werden. Was sagt ihr zu der Stellungnahme? Also, es kommt mir bekannt vor von vielen Köchen, dass sie innerhalb ihrer Karriere solche Phasen hatten.

Man muss ja auch sagen, wir haben es hier mit einem Berufsfeld zu tun. Was besetzt ist von Narzissten, die sich irgendwie auch von Asochisten und von Narzissten, die ja auch irgendwie so geprägt worden sind in ihrer Ausbildungszeit und sich eigentlich nur irgendwie verwirklichen wollen mit ihrer Kunst oder ihrem Handwerk.

Das sind keine Personaler, das sind keine Psychologen, das sind keine Menschen, die irgendwie das gelernt haben, mit 100 Menschen in der Küche und einer perfekten Führung umzugehen, sondern das sind Menschen, die haben eine Vision und einen Traum und wollen da irgendwie unbedingt hin. Und entweder man geht die Reise mit oder eben nicht. Und ich glaube, dann sind da einige, die ...

Es ist alles keine Entschuldigung. Wisst ihr, wie ich meine? Aber ich glaube, das sind auch alles keine gelernten Führungskräfte. Das ist ein Unterschied. Ja und ich finde, es zeigt halt vor allen Dingen, dass es ein System ist und dass es nicht nur die Person ist, nur nicht diesen einen Übeltäter gibt, sondern dass auch im Werdegang dieser Person wahrscheinlich schon viel passiert ist.

Man ist so aufgewachsen, er wird auch in den großen Küchen wahrscheinlich viel miterlebt und mitbekommen haben und ich finde das dann psychologisch ganz interessant, wenn man sich dann vorstellt, Er ist vielleicht mutmaßlich auch durch die Hölle gegangen, ist jetzt irgendwie da oben an der Spitze und muss das, was er sich aufgebaut hat, irgendwie.

Verteidigen, irgendwie rechtfertigen. Ich glaube, es ist schwer dann zu sagen, ich, also ich habe mir das ja auch erarbeitet und bin irgendwie diesen steinigen und dornigen Weg gegangen und ich mache jetzt alles ganz anders. Also das zu tun und zu schaffen, ist, glaube ich, mega schwer. Also wenn das System schon immer oder schon sehr lange einfach so funktioniert und man das ja auch vielen Köchen nachsagt und auch so ein bisschen glorifiziert.

Ich meine, bei The Bear und auch vielen anderen Filmen und Serien sind genau diese Arschlöcher die Helden der Serie. Das ist irgendwie auch ein bisschen absurd. Was ich übrigens sehr problematisch finde. Das finde ich wirklich bis heute problematisch. Aber die machen auch eine Entwicklung durch. Ja, aber trotzdem wird es glorifiziert.

Und es wird erzählen, die Geschichte dargestellt, aber eigentlich ist es auch Quatsch. Das ist genau wie, dass alle Köche in der Küche Drogen nehmen und Alkohol verfallen. Das stimmt überhaupt nicht. Wenn man immer diese Geschichten warm hält und immer wieder aufwärmt, dann denken die Leute immer weiter, es ist genau so und wollen dann irgendwie dieses coole Leben. Dann gehen sie selber in die Ausbildung und merken, oh fuck, das ist ganz schön hart und so viele Drogen gibt es ja leider doch nicht.

I don't know. Naja, ich weiß, was du meinst. Ich weiß, was du meinst. Für mich war es, als ich das Statement damals gelesen habe, ein klares Eingeständnis, dass diese Sachen auch passiert sind. Oder dass er weiß, dass er da problematische Dinge getan hat. Und gleichzeitig, ich merke das gerade schon in unserer Diskussion darüber, in unserem Gespräch darüber, dass wir uns gerade jetzt nicht hinstellen und sagen, dieses dumme Arschloch gehört für immer verbannt.

Weil mein erster Impuls war auch, er wirkt auf mich schon aufrichtig so, dass er daraus schon gelernt hat, dass die Sachen ein Stück weit zurückliegen, dass er sich verändert hat und dass er sich auch weiter verändern möchte. Ich weiß jetzt nicht, was die letzten Jahre da war, aber es ist halt total schwierig, weil auf der einen Seite hat er diese Dinge getan und diese wirklich problematischen Dinge über Jahre.

Gleichzeitig ist meine Grundhaltung, man muss den Menschen irgendwie die Möglichkeit geben, sich zu bessern und zumindest einmal wieder etwas besser zu machen. Und an dem Punkt ist er gerade für mich, dass so grundsätzlich wirkt er auf mich so, und wir haben es jetzt schon oft gesagt, dass er ein problematischer Charakter auch wahrscheinlich immer noch ist oder ein komplizierter Charakter.

Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass das ein Eingeständnis war für die Sachen, die er getan hat und ein Ich-möchte-s-versuchen-besser-zumachen. Aber normalerweise werden Menschen, die psychische oder physische Gewalt auswirken, vor Gericht gestellt. Also wenn das wirklich so ist und er hat psychische Gewalt angewandt oder psychische, habe ich jetzt physisch?

Weißt du, was ich meine? Dann muss man eigentlich zur Rechenschaft gezogen werden. Also was das Ganze für rechtliche Folgen hatte, das klären wir natürlich auch noch auf. Aber ... Ich kann schon mal so viel sagen, dass das gar nicht so plötzlich aufgekommen ist, wie das jetzt scheint. Und auch für Rezepi jetzt kein, wie soll ich sagen, dass das nicht was war, wozu er sich dann erst in diesem Moment äußern musste, sondern dass da in der Vergangenheit schon mal ein, zwei Situationen waren. Zu denen komme ich aber gleich.

Kehren wir zurück zu März 2026. Der Artikel ist veröffentlicht, die Stellungnahme von René bei Instagram ist veröffentlicht und der Skandal zieht natürlich weite Kreise. Medien auf der ganzen Welt berichten über den Inhalt des New York Times Artikels in Deutschland, der Spiegel, die Zeit, die Süddeutsche, you name it.

Manche Menschen sind sehr schockiert, andere zucken nur mit den Schultern, weil es in der Spitzengastro nun mal so zugeht. Unter Rezepis Entschuldigung auf Instagram stehen Kommentare von Leuten aus der Branche. Andere schreiben auf eigenen Blogs oder Kolumnen etwas dazu. So auch der Berliner Gastronom Billy Wagner vom Nobel Hart und Schmutzig.

Er schreibt, der harte Ton und der Missbrauch seien der Preis dafür, in der Nähe eines Genies zu arbeiten. Diamanten entstünden eben unter Druck. Und Wagner selbst sieht darin ein Problem der ganzen Branche. Ausbeutung sei in der Spitzengastronomie in der Regel Teil des Geschäftsmodells. Also das ist nicht seine Meinung.

Dass es der Preis ist, neben einem Genie zu arbeiten, sondern dass das eben in der Branche so ist. Also der kritisiert schon, die die Branche arbeitet. Jetzt kann man sich natürlich fragen, wieso in so einem Laden wie dem Noma so lange niemand etwas gesagt hat. Die Antwort ist recht simpel. Die MitarbeiterInnen haben Angst vor Vergeltung und viele empfinden es als Privileg, im besten Restaurant der Welt zu sein.

Dazu kommt, wo soll man sich beschweren? Das Noma hat eine Einfrau-Personalabteilung und die ist zufällig Redseppis Schwiegermutter. Viele ehemalige MitarbeiterInnen sagen außerdem, dass die Personalerin, also Renés Schwiegermutter, Renés Ehefrau und der langjährige Geschäftsführer von der Gewalt wussten und nichts dagegen getan haben.

Und selbst nach 2017, als Rezepi sich also nach und nach gezügelt haben soll, hört es für viele nicht auf. Sie sagen, dass leitende Köche im Noma die Kultur mit seiner stillschweigenden Zustimmung aufrechterhalten. Ein Praktikant aus der Türkei, der 2018 dort arbeitet, erzählt, er sei wegen seines Akzents verspottet und als Esel bezeichnet worden.

Man habe ihm gesagt, er sei nicht das richtige Material für das Noma. Er schluckt es runter, weil er beweisen will, dass er ein Teamplayer ist. Als er seine drei Monate beendet, fühlt er sich von Scham und Versagen erdrückt und braucht Jahre, um sich davon zu erholen. Das Ding ist nur, Rezepi hat sein Verhalten eigentlich nie verschwiegen.

2008 läuft die Dokumentation Noma at Boiling Point, in der man zum ersten Mal sieht, wie er vor der Kamera Köche anschreit. Seitdem entschuldigt er sich immer wieder öffentlich. In einem Essay von 2015 schreibt er, er sei ein Monster gewesen, ein Tyrann, der seine Leute unter Druck gesetzt und schikaniert habe.

2022 sagt er der Times of London, er bedauere sein Verhalten, habe aber niemanden geschlagen, sei wahrscheinlich mit Leuten zusammengestoßen. Richtig Druck von außen gibt es erst 2022 und der hat mit der Gewalt zunächst nichts zu tun. Es geht ums Geld. Medien in Dänemark und weltweit dokumentieren, wie stark das NOMA auf unbezahlte Arbeit setzt.

Auch die New York Times befragt schon damals Dutzende MitarbeiterInnen, aber ohne greifbares Ergebnis. Rezepi kündigt daraufhin an, dass Praktikantinnen künftig bezahlt werden. Anfang 2023 sagt er dann, das ganze System der Haute Cuisine, also der Spitzengastronomie mit ihren teuren Menüs, sei nicht mehr tragbar und das Noma werde schließen.

Und warum reden die Leute dann erst 2026? Mehrere sagen, das Pop-Up in Los Angeles und die 1500 Dollar, die dort verlangt werden, seien eine Erinnerung daran, dass Rezepis Imperium auf ihrer Arbeit und ihrem Leid aufgebaut ist. Wir springen also wieder in den März 2026, genauer gesagt auf Mittwoch, den 11. März, den ersten Abend des Pop-Ups.

Vor dem Veranstaltungsort, dem Paramore Estate im Stadtteil Silver Lake, stehen 10 bis 15 DemonstrantInnen. Und von der Demo gibt es natürlich auch ein Foto. Eine Person werdet ihr schon kennen. Ignatius oder wie er heißt, ne? Jason Ignatio. Ja, wir sehen ihn mitten in einer Gruppe von Menschen, die alle unterschiedliche Schilder hochhalten. Da steht Noma, broke me, unpaid labor, build your empire, prestige is not a paycheck.

Also, dass die Leute nicht bezahlt wurden, finde ich auch schlimm. Man kann es natürlich sagen, wenn wir jetzt alle unsere Praktikanten bezahlen würden, dann müssten wir unser Geschäft schließen. Aber muss man sagen, ja, ey, dann die Leute, ob die Leute jetzt 700 oder 900 Euro für dein Menü zahlen, das ist denen am Ende auch egal.

Du wirst es immer noch ausverkaufen. Dann pack die 200 Euro doch noch drauf und geb den Leuten ein bisschen was. Weil die wohnen in Kopenhagen, einer der teuersten Städte der Welt, müssen da irgendwie durchkommen. Und dass du denen jetzt irgendwie nicht ein anständiges Gehalt zahlen kannst, wenn die drei Monate da sind, okay. Aber irgendwie ein bisschen was, dass man irgendwie ein bisschen was hat, um durchzukommen.

Wie gesagt, das ist ein Argument, was in der normalen Gastro ja auch kein Thema ist. Da werden ja auch alle Leute am Ende bezahlt. Und bei einem Restaurant, wo die Leute an die 1.000 Euro für einen Abend zahlen, so, ey, ganz ehrlich ... Dann ist es auch egal. Ich meine, das spricht ja auch nicht gerade für das Geschäftsmodell, wenn man die Leute nicht bezahlen kann, dann ist das Geschäft einfach scheiße. Richtig, ja, ja.

Und wenn man aber das aufrechterhält, dann, I don't know, ist es vielleicht kein guter Job, den du da gerade machst außerhalb der Küche. Aber ich finde, es zeigt sich, da entzündet sich an ihm und natürlich an dieser Berichterstattung auch nur so verschiedene Punkte der Gastro. Also es geht ja eben jetzt nicht nur um ihn, sondern das sind ja dann auch, systematische Zustände, dass man für Praktikas nicht bezahlt wird, dass Prestige not a paycheck ist, das gilt ja für alle Sterne-Restaurants dann irgendwo ein Stück weit.

Aber ich glaube auch, der wurde ja gefüttert mit wahnsinnig viel Kanonenfutter. Und zwar regelmäßig. Ich glaube, der hat einfach, wenn du so viele Anfragen hast von Menschen, die unbedingt bei dir arbeiten wollen. Du sagst, ich kann dir aber nichts bezahlen. Und die sagen, ich glaube, viele hätten sogar dafür bezahlt, um bei ihm diesen CV-Eintrag zu bekommen.

Ich glaube dann, was willst du machen? Wenn du jeden Tag Angebote bekommst, soll ich sagen, nee, finde ich nicht fair und ich kann dich nicht bezahlen. Dann reicht es lieber gar nicht. Vielleicht auch ein schleichender Prozess. Voll. Und was das Thema Geld angeht, muss man auch sagen, das ist ja nicht nur er.

Also mittlerweile sind da Anteilseigner am NOMA beteiligt. Da sind Leute, die das finanziell unterstützen, die den Laden auch am Laufen halten. Und das nicht sein eigenes Geld ist, über das er da waltet, sondern viele andere Menschen eben auch. Daraus ist ja ein richtiges Business geworden. Und die haben alle entschieden, dass Praktikantinnen nicht bezahlt werden.

Ach, schwierig, ich hab das Gefühl die ganze Zeit, ich bin so hin und her, ich will das alles scheiße finden, gleichzeitig gibt es dann immer wieder Punkte, wo ich mir denke. Ich komme nicht zu einer klaren Meinung, was vielleicht auch okay ist, aber es ist schwierig, weil es ist was Systematisches, aber es ist auch irgendwie das, was er gemacht hat, das ist...

Da muss man auch sagen, es gibt viele Berufsfelder, in denen das ähnlich abgeht. Ich glaube, was halt am nächsten dran ist, was ja viele sagen, ist Militär so. Ich glaube, früher waren ja Köche auch, ich habe das so gemeines Halbwissen, aber dass der Kragen, den Köche haben, mit dem Schlitz dazwischen, den gibt es ja sonst nur beim Militär. Und früher wurden die ähnlich angesehen wie Soldaten. Und ich glaube, so ein bisschen hierargie-mäßig ist es auch recht ähnlich.

Und ich glaube, wenn halt einer versagt in diesem ganzen System, in diesem Uhrwerk, das laufen muss, dann funktioniert die komplette Einheit nicht mehr mäßig. Das heißt so, also deswegen ja auch, einer wird bestraft oder alle werden bestraft für den Fehler von einer Person. Ist überhaupt gar kein Rechtfertigungsgrund, aber irgendwoher kommt das ja.

Es gibt aber auch andere Sachen wie an so einem TV-Set, wo alles miteinander perfekt spielen muss, damit das funktioniert. Und ich glaube, Leute unter hohem Stress oder auch Leistungssportler, ich glaube, da spricht man halt nicht immer im feinsten Ton miteinander, wenn es halt mal schnell gehen muss.

Und ich glaube, wenn du da einfach nicht reinpasst, weil du vielleicht so zart beseitet bist, dann geht das halt einfach nicht mit dir. Aber es ist trotzdem nicht schön. Aber vielleicht ist es dann einfach nicht deine Welt. Und ich glaube, aus den Augen eines Koches könnte ich sagen, Koch sein ist nicht für jeden gemacht.

Aber es ändert sich trotzdem aktuell. Es wandelt sich ein bisschen, das kann man sagen. Aber ich glaube, bei den Hoch-Performance-Küchen ist bis heute immer noch das gang und gäbe. Ja, oder wo du gerade TV ansprichst, ich glaube es gab auch, weiß ich, ob es immer noch so ist, aber zur Hochzeit von Joko und Klaas jetzt bestimmt auch viele Leute gegeben, die auch dafür gezahlt hätten, dort ein Praktikum zu machen.

Man hat ja auch gehört, dass Rudi Carell irgendwie so ein richtiger, naja, genauso gepiesackt hat am Set. Alle Leute, die halt so versessen waren mit ihrer Vision. Ja. Noch am selben Tag, also vier Tage nach dem Artikel und wenige Stunden nach Beginn der Demo, gibt Rezepi in einem Video auf Instagram seinen Rücktritt bekannt.

Eine Entschuldigung sei nicht genug, sagt er, er übernehme Verantwortung. Nach 23 Jahren tritt er als Chef des Noma zurück. Dem Team sagt er, das Restaurant gehöre jetzt ihnen. Was genau das heißen soll, bleibt offen. Aus dem Vorstand seiner gemeinnützigen Organisation, MAD, tritt er ebenfalls zurück.

Mitbesitzer des Noma bleibt er. Und jetzt geht es schnell. Zwei Tage später, am Montag, ziehen sich American Express und die Plattform Blackbird aus dem Pop-Up in Los Angeles zurück. Beide hatten Tickets für ihre Mitglieder gekauft und bieten jetzt Rückerstattungen an. Auch Cadillac, der Autos mit Noma-Logo für die Gäste bereitgestellt hat, verschwindet unauffällig von der Website.

Ein paar Tage später steigt auch das dänische Biotechnologie-Unternehmen Novo Nesis aus, das mit dem Noma gemeinsam Lebensmittel entwickeln wollte. Begründung, Versäumnisse bei der Sicherheit am Arbeitsplatz. Das Pop-up läuft trotzdem weiter, bis zum 26. Juni. Aber wie reagiert man in Dänemark auf das alles?

Rezepi gehört zu den berühmtesten lebenden Dänen. Ein Branchenjournalist sagt, vor dem Noma habe man dänisches Essen kaum gekannt. Im Grunde habe es nur belegte Brote gegeben, also Smörbröd. Den Einfluss des Noma auf den Tourismus in Kopenhagen könne man gar nicht hoch genug einschätzen. Und der Kulturminister will dieses Jahr erreichen, dass Gastronomie als bildende Kunst anerkannt wird.

Ein Restaurantkritiker der Zeitung Politiken beschreibt, er würde das Nomad zwar nicht nochmal bewerten, gleichzeitig sagt er, viele Dänen wollten schon wieder zur Tagesordnung übergehen, es stehen ja auch noch vorgezogene Parlamentswahlen an. Und rechtlich? Schläge gelten in Dänemark als einfache Körperverletzung, darauf stehen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Die Verjährungsfrist liegt bei fünf Jahren. Die Times beschreibt Vorfälle von 2009 bis 2017, also ist das alles verjährt. Bisher gibt es auch weder Klagen noch Anklagen. Die ehemaligen MitarbeiterInnen stehen mit ihren Geschichten da, aber vor Gericht landet die Sache nicht. Und heute? Am 5. August 2026 eröffnet das Noma in Kopenhagen wieder. Dieses Mal dauerhaft.

Es gibt ein Menü, das sich jeden Monat ändert. Für 4.500 dänische Kronen ungefähr 600 Euro. Rezepi ist jetzt Kreativdirektor und bleibt Mehrheitseigner. Mit dem tagesgeschäft habe er nichts mehr zu tun sagt eine der neuen küchenchefinnen zwei neue küchenchefs und eine neue geschäftsführerin leiten das restaurant ebenfalls, es gibt jetzt eine personalabteilung und mitarbeitergespräche und das team will die drei michelin sterne zurück, rezepte selbst sagt in einem zeitungsinterview er sei ein idiot gewesen aber er habe keine extremen dinge getan die ehemaligen mitarbeiter innen sehen das anders.

Was mich an der Geschichte neben den Gewalttaten, die im Raum stehen, beschäftigt, ist, dass Rezepi seinen Ruf als wütenden Chef eigentlich nicht so richtig versteckt hat. Also man sieht 2008 in der Doku, dass er rumschreit und wie er seine Mitarbeiter behandelt. 2015 hat er selbst darüber geschrieben und trotzdem passiert jahrelang nichts.

Bis 2026 eine Zeitung mit rund 35 ehemaligen Mitarbeiterinnen spricht und ein Mann auf Instagram 14 Millionen Menschen erreicht. Und der Fall ist kein Einzelfall. Auch in Deutschland gibt es das. Christian Jürgens war bis 2023 Küchenchef im Seehotel Überfahrt am Tegernsee. Laut Spiegel sollen ehemalige MitarbeiterInnen über psychischen Druck und ziemlich übergriffiges und schikanierendes Verhalten in seiner Küche berichtet haben.

Jürgens wird daraufhin freigestellt und weist die Verwürfe über seine Anwältin zurück. Knapp zwei Jahre später, im Januar 2025, entschuldigt er sich dann in einem Interview für sein Verhalten und nennt seinen Führungsstil grundfalsch. Kurz nach dem Skandal bekommt er wieder einen Spitzenposten in einem Restaurant.

Fest steht, es muss sich was ändern. Ein Restaurant kann das Beste der Welt sein. Wenn die Leute in der Küche Angst haben, schmeckt es dahinter trotzdem bitter. Das war der heutige Foodcrime. Ich verlinke euch, wie gesagt, alle Fotos und auch noch Zusatzmaterial auf der Website. Und wenn ihr noch mehr zu René Rezepi und dem Noma hören wollt, ich habe eine Folge aus dem Podcast Toulouse gehört von Max Strohe und Ilona Scholl, in der sie über René Rezepi und das Noma sprechen und eben auch über den Skandal.

Und vor allen Dingen reden sie auch darüber, wie ihre eigene Erfahrung im Noma war, dass sie irgendwann endlich einen Tisch bekommen haben, was sie da gegessen haben. Nehmen einen so richtig mit auf die Reise dahin und ordnen das Ganze, finde ich, auch nachvollziehbar ein und geben auch noch mal so ein paar Insights zur Sterne-Gastronomie und wie es halt abläuft.

Und wenn ihr die Folge hören wollt, dann verlinke ich euch die in der Infobox. Kannst du schon spoilern? Fanden die alle scheiße oder war okay? Die, das Essen, fanden die Hammer. Okay. Also die meinten, es war schon fast so, dass man sich dachte, irgendwas muss hier nicht schmecken oder irgendwas müssen wir scheiße finden und es war nichts scheiße.

Es war alles von vorne bis hinten krass gut und es gab auch so eine Situation, da ist irgendwie Max Strohe kurz rauchen gegangen, und stand draußen und jemand aus dem Noma ist gekommen und hat ihm ein deutsches Bier gereicht, weil er meinte, das trinkt man doch in Deutschland zu einer Kippe und er fand das so krass, dass die einfach auf solche Kleinigkeiten achten.

Der war völlig geflasht von der Erfahrung. Und ich glaube, dass der Restaurantleiter im Horvath, dort doch, sehr, sehr sicher, der war vorher sehr lange im Noma. Den würde ich jetzt als nächstes Mal gerne interviewen dazu, wenn ich den wieder mal sehe. Was ich spannend finde, ist, dass es klingt, als wäre das Noma jetzt ein normales, in Anführungszeichen, weil kostet ja immer noch gut 600 Euro, Restaurant. Also mit einem wechselnderen Menü.

Man hat Mitarbeitergespräch eingeführt. Gleichzeitig möchte man jetzt wieder den Stern sicher kochen und ich bin gespannt, ob das die Sterne. Die sind ja weg, weil die haben wir ja zugemacht. Es ist ja jetzt ein neues, Restaurant. Seit August gibt es das erst wieder als neues Restaurant und die müssen sie sich jetzt erst wieder erkochen.

Auch komisch. Im Background ist René Rezepi natürlich noch unterwegs. Seine Vision wird, glaube ich, immer noch bestehen und weiterleben, aber das Restaurant ist völlig neu aufgestellt. Aber im Prinzip ist es doch alles beim Alten. Das Restaurant sollte eigentlich geschlossen werden, das haben sie ja ganz groß angekündigt und jetzt ist eigentlich alles wieder da, wie es vorher war. Der ist beteiligt, der ist halt nicht mehr, vor einem Restaurant, aber du hast ja eh keinen Bock mehr drauf, die ganze Zeit in der Küche zu stehen.

Also es hat sich nicht so viel geändert. Ja, und das, was ich vorhin meinte, muss man dem jetzt, glaube ich, auch eine Chance geben und dann schauen, ob die sich da irgendwie wieder fangen und er sich fängt. Aber auch, was du meintest, Lilli, dass es so offensichtlich war, das geht so ein bisschen einher mit dem, was Tim meinte, dass es natürlich auch abgekultet wird immer noch.

Wenn man jetzt The Bear zum Beispiel sieht, dass eben diese Stimmung, dieses Ruffe für viele lange Zeit Kult war und cool war in so einer Küche. Das willst du ja auch sehen. Wenn du jetzt dir eine Sterneküche-Doku anschaust und gehst zu, wie hieß das, was du gesagt hast, Lilly? Noma at Boiling Point oder sowas.

Dann will ich ja genau diese Bilder sehen, um unterhalten zu werden. Wenn ich einen Podcast von einem Koch höre, dann will ich eben genau diese Themen hören. Und wenn man es immer wieder bestätigt, dann hört es niemals auf. Deswegen hören wir jetzt auf. Ja, Job. Wir hören mit der Folge auf, die ist ganz schön lang geworden, aber sie ist noch nicht ganz vorbei, weil wir natürlich unserer Tradition treu bleiben und am Ende mit einem persönlichen Foodcrime rausgehen.

Und der kommt heute von dem wunderbaren Tim Armand. Was ist denn für dich ein absolutes No-Go oder was, was du so geil findest, aber eigentlich verboten gehört, was du mit uns teilen möchtest? Das finde ich eigentlich ganz passend. Ich weiß nicht, wann die Folge ausgestrahlt wird, aber wenn sie ausgestrahlt wird, gibt es den McRib vielleicht schon gar nicht mehr.

Und der McRib, ich habe ihn immer gehasst, so sehr. Und wir haben gerade einen McRib Pop-Up gemacht, nämlich mit Brot, mit Rip, Rip, Rip, weil wir es endlich mal geil machen wollten, mit echten Rippchen drauf. Und das war so lecker, so gut. Aber wenn wir schon bei den Burgern sind, also McRib fand ich immer scheiße.

Immer, immer kacke. Was ich immer liebe, und ich weiß, der ist mindestens genauso kacke, aber ich liebe den so sehr, ist von der anderen Burgerkette, der Extra Long Chili Cheeseburger. Ich wohne mit dem jedes Mal, wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin. Ich finde den so lecker, aber sollte ich eigentlich nicht tun.

Aber warum ist das für dich, also ja, aber das sind doch so, ich würde sagen, der ist fast ein bisschen lame, der Foodcrime. Weil irgendwie ist das ja Fast Food, weiß man, ist scheiße, aber natürlich ist das geil auf einer Autofahrt und gehört dann auch irgendwie dazu. Also das ist jetzt, da muss ich kurz sagen, da... Enttäusche ich dich?

Enttäuschung ist ein großes Wort. Aber ich glaube, da können wir uns irgendwie alle darauf einigen, weißt du? Dass das halt leider geil ist. Ja, manchmal, wenn ich wirklich sehr viel Lust auf Snacks habe, dann löffle ich auch noch den Krübele-Eistee pur und back Erbsen aus der Bakke. Okay, ja gut, damit haben wir es jetzt, glaube ich. Das ist, glaube ich, okay.

Das können wir, glaube ich, mit der Frage. Toll, danke, Lilius, wenn ich hier das kleine dicke Schweinchen, was soll denn das? So kriegt man die Leute nämlich. Krümel-Eistier pur. Ja, spannend. Findet ihr den noch, der sich nie auflöst? Ja, ja. Wenn du darüber sprechen möchtest, wir sind da für dich.

Auf jeden Fall. Ja, danke. Also doch, dass du eine Stunde dranhängen. Also ich brauch vielleicht ein bisschen mehr. Krümel-Eistier pur essen. Junge, Junge, Junge. Jetzt sag das doch nicht so. Ich bin nicht verrückt. Sag, dass ich normal bin. Confession of a chef. Stimmt, das ist ein Safe Space hier. Cool. Ja, ja. Uh.

Nee, Leute, das war's, glaube ich. Jetzt sagt ihr nichts. Ich bin jetzt jetzt... Wenn du uns regelmäßig hören würdest, dann wüsstest du, wie viele Foodcrumps wir hier schon mit den Leuten geteilt haben. Wir sind schon am Ende. Deswegen nutzen wir jetzt Foodcrumps aus der Community sehr gerne. Wir spielen hier häufig Sprachnachrichten ab von Leuten, die ihre Foodcrumps mit uns teilen oder fragen halt unsere Gäste.

Und da sind auch schon sehr lustige Sachen zusammengekommen, wie zum Beispiel Leute, die Krümel-Eist-Tee zu essen. Ich denke, da wird es aber noch ein, zwei andere Leute geben, die das auch machen. Leute, reicht mir eure Hände. Ich brauche eure Energie. Ich brauche sie. Ja, Jutchen. Vielen Dank für die Einladung. Vielen, vielen Dank, Tim, dass du da warst und so viel Mehrwert hier in die Folge gebracht hast.

Und wir viel diskutiert haben auch. Das ist auch lange nicht passiert. Fand ich gut. War Jutchen. Ein meinungsstarker Gast. Ey, vielen Dank für die Einladung. Bei der 200. Folge gucke ich wieder rein, ja? Perfekt. Gut, super. Vielen Dank. Moment, ganz kurz. Ihr wolltet doch eigentlich auch diesen Cliffhanger auflösen.

Das machen wir gleich ohne dich. Aber ich will es ja auch wissen vielleicht. Wie lange dauert es denn? Fünf Minuten würden wir es noch machen. Na gut, ich höre zu. Na dann. Gut. Und ich habe euch ja am Anfang gesagt, ihr müsst bis zum Ende dranbleiben, weil Flo und ich euch noch was sagen müssen und möchten.

Und ich würde dir mal den Vortritt lassen, Flo. Ja, wir haben uns überlegt, nach 100 Folgen müssen wir ein bisschen was verändern, weil wir viele Folgen gemacht haben. Sieben Folgen pro Monat haben wir ja gemacht die letzten Monate Und wir haben festgestellt, das ist ein bisschen viel, weil wir ja, ich meine, hier alle im Kreis ja noch andere Jobs haben und der auch zum großen Teil bei ZDF Besseresser stattfindet und wir einfach so viel zu tun haben, dass wir das nicht mehr schaffen.

Und wir fahren bis zum Zurück, wir machen nur noch fünf Folgen pro Monat. Wir machen nämlich ab übernächster Woche eine Foodcrimes-Folge dienstags und dann die Woche drauf eine gemischte Platte extended. Wir bauen die gemischte Platte ein bisschen aus und machen dann immer im Wechsel eine große gemischte Platte, auch mit einem Fall, der es nicht geschafft hat, mit all den Themen, die ihr kennt von der gemischten Platte, ein bisschen was Neuem und dann eine Folge Foodcrimes. Das heißt, die Samstagsfolgen fallen weg.

Und ich sage fünf Folgen, weil wenn ihr uns bei Steady abonniert, wo ihr die Folgen werbefrei bekommen könnt, dann bekommt ihr auch noch eine Bonus-Folge obendrauf jeden Monat. Und das klingt doch fantastisch, oder? Ja. Also wir hoffen, ihr habt da Verständnis für. Ich bin dabei. Tims Absolution haben wir. Super.

Und was ihr auch bekommt, wenn ihr uns bei Steady abonniert, ist unsere Live-Online-Folge, die wir am 6. November mit euch zusammen machen. Tim, ganz gespannt. Ja, ja, ja, das haben wir vor. Am 6.11. bei den Wuhlmäusen in Berlin. Nein, das ist online. Das ist online live. Im Kikeriki-Theater Darmstadt.

Leider nicht. Leider nicht. Ihr bekommt dann einen Link und dann könnt ihr mit uns gemeinsam eine Folge machen. Wir haben entschieden, es wird ein Themenabend-Käse. Und wir haben uns ein paar Sachen ausgedacht. Aber mit Krimi. Krimi-Käse. Und wir, ja, das wird super. Das heißt, schließt dafür bei Steady einfach den Cocktail ab.

Das ist das größere Paket. Das könnt ihr auch noch mit jemandem teilen. Das heißt, für den Preis eines Cocktail-Abos bekommt ihr alles, was es gibt im Food Crimes-Universum. Und ihr könnt es noch mit Freunden und Freundinnen, Familie etc. teilen. Also das sind die großen Ankündigungen. Cool. Super. Also ich finde es toll, wie ihr das macht. Ganz großartig. Ich habe Bock. Schön.

Danke. Herzlichen Dank. Wenn du noch nichts zu tun hast, kommst du vorbei. Call me. Also, das war es für diese Woche, oder Lili? Ja, jetzt sind wir wirklich am Ende angekommen. Ich muss jetzt meinen Bus kriegen, deswegen würde ich auf Wiedersehen sagen. Tschüss. Das war sehr schön, dass du da warst. Und liebe Grüße. Tschüssi.

Und jetzt schieben wir noch ordentlich Outtakes hinterher. Drei, zwei, eins. Supersynchron. Fix der Flo in der Post. Perfekt. Ich trinke heute wieder aus dem Obama. Leute. Mach mal, komm. Wir starten mal. Ja. Die Nase muss frei sein, sonst spricht man in so einer Saal. Das ist so eine ADHS-Show. Das ist Wahnsinn.

Bei irgendjemand von euch hat, glaube ich, gerade so ein kleines Ding gewählt. Bei Tim ist ICQ angegangen. Ja, so hast du geklungen. Okay. Also Max Stroh sagt Rezept. Na dann glauben wir dem mal. Der hat bestimmt auch schon zehn Fotos von ihm mit 18 verschiedenen Kameras gemacht. Die habe ich das glaube ich nicht erzählt. Was bist denn du so gehässig?

Sorry, aber mal ganz kurz. Als wir letztens im September in Berlin waren und dann waren Katie und ich bei hier Allens Breakfast Club zum Frühstück und dann kommt Max Stroh die Straße runtergelaufen mit wirklich, I'm not kidding, drei Kameras. Wo wir vorhin beim performativen Lesen waren, das ist für mich performatives Fotografieren. Also, daher kommt die Schärfe.

Ja, da kommt die Schärfe her, ich verstehe. Du hattest also ein traumatisches Erlebnis, ja? Mit Max Froh, du Armer. Gut. Also, wie macht man das hier nochmal mit den Fotos? Oder soll ich euch die bei WhatsApp schicken? Unterscheren. Da merkt man, verwüllter YouTuber, der schnipst einfach und dann taucht es auch irgendwie auf.

B.I.G. Alter, bauen ist geil. Flo, habe ich dir eigentlich erzählt, dass ich den letzten Tag auf so einem irren Event gesehen habe? Da, wo du zum Networken warst? Nee, nee. Das wäre ganz nee. Bei gestört aber geil in der Wuhlheide. Warum warst du bei gestört aber geil? Das war auch fragwürdig, dass ich da war. Ja, das ist der größte das Ganze.

Es war tatsächlich lustiger als gedacht und René ist da rumgerannt. Auch ein René, stimmt. Ich habe sogar ein Foto mit ihm gemacht. Ach stimmt, ja. Ich war gerade René. Ja, ich habe ein Foto mit ihm gemacht. Warum habe ich das nicht gesehen? Weil das auf dem Handy von einem Kumpel von mir ist. Lass es da.

Lass es einfach da. Wie riecht der? Ich glaube, ganz süß. Ja, der hat, glaube ich, ein penetrantes Gerüchlein. Ich weiß nicht, warum. Das interessiert mich immer am meisten. Ich rieche auch immer an Leuten. Ich finde, das sagt sehr viel über die Menschen aus. Tom Kaulitz beispielsweise riecht ganz hervorragend.

Das wundert mich nicht. Der hat bestimmt einen ganz teuren Moschus-Puffer, oder? Ich habe letztens erst gehört, manche machen Leer. Die haben nicht einen Puffer. Die haben quasi da, das, da, das. Da bin ich auch gerade so ein bisschen was Heißem auf der Spur. Am Ausprobieren? Ich muss aufs Toilette, Lilly. Ja, wie immer. Es ist.

Vor allen Dingen, wie der das gesagt hat, wie so ein kleiner Junge, als würde ich ihm das verbieten.

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