
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
#97 Goiânia: Ein Fund, der eine ganze Stadt krank macht
Dienstag, 6. Oktober 2026 · 56 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Im September 1987 finden Roberto dos Santos Alves und Wagner Mota Pereira in Goiânia, einer Millionenstadt mitten in Brasilien, etwas, das sie für einen echten Glücksgriff halten. Ein paar Tage später leuchtet in der Garage eben jenes Schrotthändlers ein blaues Licht. Es kommt aus einem kleinen Metallzylinder. Darin steckt ein Pulver, das im Dunkeln schimmert. Und dieses Pulver bleibt an den Händen kleben und an allem, was man mit diesen Händen anfasst. Auch am Essen.
Kurz danach werden in Goiânia immer mehr Menschen krank. Sie müssen sich übergeben und haben Durchfall. Und alle haben schnell einen Verdacht: eine Lebensmittelvergiftung. Irgendwas Falsches gegessen. Was ist dann los in Goiânia? Und was hat das alles mit einem gekochten Ei zu tun?
🏡 sparda-west.de/produkte/bauen-und-kredit.html?… (sparda-west.de/produkte/bauen-und-kredit.html?…)
👉🏼 Alle Fotos und mehr Infos zu den Folgen findet ihr auf www.wasschmecktdahinter.de (wasschmecktdahinter.de)
👉🏼 Ihr wollt uns unterstützen und Extramaterial freischalten, das geht auf steady.page/was-schmeckt-dahinter
👉🏼 Folgt uns auf www.instagram.com/wasschmecktdahinter (instagram.com/wasschmecktdahinter)
Unsere Titelmusik kommt von Manolakes 👉🏼 instagram.com/manolakes (instagram.com/manolakes)
"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert mit Unterstützung von Storyhouse Productions.
Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: linktr.ee/foodcrimes
Du möchtest Werbung bei uns schalten? Dann melde dich gerne bei Julep: julep.de/portfolio/food-crimes (julep.de/portfolio/food-crimes)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Im September 1987 finden Roberto dos Santos Alves und Wagner Mota Pereira in Golanha, einer Millionenstadt mitten in Brasilien, etwas, das sie für einen echten Glücksgriff halten. In der Ruine einer alten Klinik steht ein ausrangiertes Gerät aus Blei und Stahl. Und Blei und Stahl bringen beim örtlichen Schrotthändler Geld.
Ein paar Tage später leuchtet in der Garage eben jenes Schrotthändlers ein blaues Licht. Es kommt aus einem kleinen Metallzylinder. Darin steckt ein Pulver, das im Dunkeln schimmert. Und dieses Pulver bleibt an den Händen kleben und an allem, was man mit diesen Händen anfasst. Auch am Essen. Kurz danach werden in Guyanja immer mehr Menschen krank. Sie müssen sich übergeben und haben Durchfall. Und alle haben schnell einen Verdacht.
Eine Lebensmittelvergiftung. Irgendwas Falsches gegessen. Doch mit verdorbenem Essen hat das alles nichts zu tun. Nur was ist dann los in Guyanja und was hat das alles mit einem gekochten Ei zu tun? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lili Temme. Hallo. Da ist sie wieder. Das Comeback des Jahres. Lili Temme.
Ich bin wieder frisch und munter. Und deshalb kriegt ihr jetzt in zwei Wochen, Leute, auf Folge. In Folge. Deswegen kriegt ihr jetzt in zwei Wochen in Folge. An zwei Wochen in Folge. Wow. Eine Folge von mir. Willst du noch eine Woche aussetzen? Ja, ich glaube, ich brauche doch noch mal eine Woche Pause.
Das fängt ja gut an. Nee, schön, dass ihr alle dabei seid. Und du auch, Flo. Danke. Schön, dass du wieder da bist. Danke. Der heutige Fall wurde mir von Aileen vorgeschlagen. Hallo und liebe Grüße an der Stelle. Wenn ihr auch Geschichten habt oder mal von einem Foodcrime gehört habt und denkt, dass der hier gut aufgehoben wäre, dann schickt mir gerne eine Nachricht bei Instagram oder dem Flo oder schreibt mir oder Flo eine Mail an, lili-etwas-schmeckt-dahinter.de oder flo-etwas-schmeckt-dahinter.de genauso wie Aileen das getan hat. Fantastisch.
Ja, du atmest so ein. Wolltest du was sagen? Nö, eigentlich nicht. Also ich habe viel zu sagen, aber ich weiß nicht, ob das jetzt hier schon zur Sache tut. Wenn es was mit dem Fall zu tun hat, gerne. Sonst hätte ich eine Frage an dich zum Einstieg. Ja, dann stelle mal eine Frage. Merkst du, wir müssen uns gerade erst mal wieder ein bisschen eingrooven. Wir müssen erst mal wieder wahren werden.
Ja, aus der Übung. Was ist denn die Frage? Ich bin ganz ohr. Die Frage ist, ob du schon mal was Wertvolles auf dem Sperrmüll oder einfach irgendwo auf der Straße gefunden hast. Oh, gefunden auf der Straße? Nee, ich habe gerade andersrum gedacht, ob ich da schon mal was Wertvolles entsorgt habe. Ich glaube, ich auf so Sperrmüll, du weißt ja, ich hasse ja Trödeln.
Das heißt, irgendwie nach Sachen suchen und nach wertvollen Dingen suchen, das ist ja so gar nicht mein Metier. Daher habe ich auch glaube ich noch nie was wirklich wertvolles, ob jetzt Trödlmarkt oder Sperrmüll oder sonst was, sondern nur, wenn dann entsorgt, großflächig entsorgt. Aber hast du auch noch nie Geld auf der Straße gefunden? So einen 50-Euro-Schein oder sowas? Nee.
Nee? Du? Ja. Ich hatte mal eine Phase in meinem Leben, die ist ein paar Jahre her. Wirklich, das ist kein Scherz. Da habe ich regelmäßig Geld auf der Straße gefunden. Und dann habe ich das natürlich manifestiert und habe dann manchmal auch gesagt, Heute finde ich Geld auf der Straße und ich habe schon zweimal 50 Euro auf dem Boden gefunden und mehrfach auch 10 oder 20 Euro. Also ich bin da wirklich.
Krass, das ist ja ein Nebeneinkommen. Da sollte jetzt das Finanzamt Berlin Mitte nicht zuhören. Das ist ja alles dann steuerfrei in die Hose von Lilly Temme gegangen. Ja, ich habe es natürlich direkt in die Gesellschaft investiert und den Menschen, mit denen ich unterwegs war, eine Runde ausgegeben oder Essen bezahlt oder so.
Ich habe das nicht eingesteckt, ich habe dann einfach was Gutes getan. Ich habe das Geld zurück in den Kreislauf des Lebens gebracht. Ähm, aber ja, gut. Das finde ich stark. Das würde mich mal interessieren, also schreibt das gerne mal in die Kommentare, wenn ihr schon mal was gefunden habt, was Größeres.
Also ich finde, ab 50 Euro sollten wir da jetzt schon anfangen. Ja. Also auch im Wert. Alles drunter ist, würde für mich jetzt nicht zählen. Ja, oder ob ihr mal in irgendeinem Second-Hand-Laden wart und da vielleicht eine teure Designertasche gefunden habt oder so, oder auf einem Trödel einen, weiß ich nicht, Designerstuhl oder eine Lampe, die vielleicht, Aber ja, gut. total wenig Geld verkauft wurde, schreibt uns das doch mal.
Das würde mich auch interessieren. Denn heute geht es auch um einen Fund, der am Anfang nach einem richtigen Glücksgriff aussieht. Und dafür geht es nach Brasilien. Sehr gut. Ich wollte nämlich gerade noch mal fragen, in welchem Land wir uns befinden. Weil ich bin ganz ehrlich, ich hänge ein bisschen durch heute.
Ich habe mir hier, ich zeige sie dir, ich habe mir eine Spezi aufgemacht, die zischt gerade frisch. Die bringt mir gerade so ein bisschen Luft, ein zweites Leben ein. Ich bin an einem nicht näher benannten Ort in München. Hier bimmelt den ganzen Tag die Kirchglocke. Also es ist Bayern-Core Was hier gerade passiert Hast du auch die Lederhosen an?
Nee, da weigere ich mich Also ich weigere mich, weil ich mir denke Wenn ich mir sowas zulegen würde, dann würde ich mich so richtig einkleiden So volle Monturen, das wird dann teuer Und nur für so einmal Spaß muss ich das anziehen Das musst du ja eintragen und so weiter Ich glaube, wenn ich hierher ziehen würde, dann würde ich mir das zulegen Aber so nicht Aber hey, du könntest auch den Podcast in Lederhosen aufnehmen Also du müsstest das ja nicht nur einmal im Jahr aufnehmen, sondern, es ging schon häufiger.
Ja, naja. Es würde theoretisch gehen, richtig. Es würde gehen, also wenn du möchtest, dass du das häufiger trägst. Aber was hältst du davon, wenn wir das dann einfach für Steady anbieten, die Lederhosen-Edition, dass man mich dann da in Lederhosen sehen kann? Das unterstütze ich. Soll ich mich dann auch im Dirndl daneben setzen? Soll ich mir eine Bayern-Folge machen?
Also wenn bis Ende des Monats tausend Leute sich bei Steady anmelden, dann moderiere ich jede Folge in Lederhosen. Okay. So Leute, jetzt los. Jetzt aber los. Angriff. Dann kann ich vielleicht noch einen kleinen Hinweis dalassen, bevor es dann wirklich losgeht. Ich habe heute sehr viele Fotos dabei, also mehr als sonst.
Die findet ihr natürlich alle auf unserer Website www.wasschmecktdahinter.de. Und da könnt ihr euch auch für unseren Newsletter anmelden, damit ihr keine Folge mehr verpasst. Und jetzt geht es aber los. Goianja liegt im Bundesstaat Goias, mitten in Brasilien. Eine Millionenstadt am Rio Meia Ponte. Und mitten in dieser Stadt, an der Avenida Paranaiba, gibt es eine private Klinik.
Das Instituto Goiano de Radiotherapia, kurz IGR. Ein Zentrum für Strahlentherapie. Hier werden Krebspatientinnen behandelt. 1971 nimmt die Klinik ein neues Strahlentherapiegerät in Betrieb. Im Inneren des Geräts steckt eine kleine Kapsel mit radioaktivem Material. Diese Kapsel ist gut geschützt, umgeben von einem Gehäuse aus Stahl und Blei.
Durch ein kleines Fenster kann die Strahlung aber nach außen dringen und auf die Tumore der PatientInnen gerichtet werden. Doch dann gibt es plötzlich Streit um das Grundstück. Das gehört nämlich gar nicht der Klinik, das gehört einer Gesellschaft namens Sociedade de São Vicente da Paula. Ich versuche alles richtig auszusprechen, aber habe natürlich wie immer keine Garantie dafür.
Ich sag mal so, die Duolingo-Stunden, die zahlen sich aus in Vorbereitung auf Brasilien, oder? Ja, ich fahre nach Brasilien und lerne deshalb gerade Portugiesisch. Aber mein Gott, ich bin jetzt gerade hinter den Lektionen, bestellen sie einen Kaffee im Café und. Bei kurzen Smalltalk-Gesprächen zwischen Menschen und ich finde es wirklich kompliziert und ich kann ja ein bisschen Spanisch und ich kann ja auch ein bisschen Französisch.
Also so die Herkunft der portugiesischen Sprache oder wie sagt man, der Sprachstamm ist irgendwie ähnlich, aber ich bin gespannt, wie ich mich so durchschlagen werde. Ja, ja, ja. Das ist was komplett anders. Das ist so wie, als ich in Norwegen war und Norwegisch gelernt habe und Norwegisch, Schwedisch, Dänisch sind ja auf dem Papier auch relativ ähnlich, aber dann kommst du nach Dänemark und du fragst dich, wo nehmen die Leute die Geräusche her?
Ja, was ist das? Wie kann man dieses Wort so falsch aussprechen? Also aus Sicht vom norwegischen Sprachgebrauch. Also so fühlt sich das, glaube ich, bei Portugiesisch oft an. Ja, und trotzdem ist es cool, sich so ein paar Wörter drauf zu schaffen und, die dann auch anwenden zu können. Also ich freue mich drauf und bin gespannt, wie es dann laufen wird. Ich habe ja noch ein paar Wochen Zeit.
Aber zurück zu der Klinik und dem Grundstück, auf dem diese Klinik steht. Also das gehört einer Gesellschaft und die hatte der Klinik dieses Gelände zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, dass die Klinik im Gegenzug regelmäßig und kostenlos PatientInnen eines anderen Krankenhauses untersuchen muss.
Das hat die Klinik aber wohl nicht so richtig gemacht, also zumindest nicht so wie abgemacht. Und deshalb reicht die Gesellschaft 1984 eine Räumungsklage ein und will das Grundstück an eine staatliche Einrichtung verkaufen. 1985 zieht die Klinik dann um und jetzt kommt das Ding, dieses Strahlentherapiegerät nehmen Sie nicht mit. Das bleibt einfach in den alten Räumen stehen.
1986, also ein Jahr später, bekommt der neue Eigentümer das Grundstück vor Gericht zugesprochen. Und 1987 fängt man an, die Gebäude abzureißen. Aber dann gibt es eine einstweilige Verfügung, die sehr plötzlich kommt und die Arbeiten, also die Abrissarbeiten müssen sofort gestoppt werden. Der Großteil der Klinik ist zu dem Zeitpunkt schon weg, aber ein paar Räume stehen noch als Ruine da und in einer davon steht auch immer noch dieses Gerät.
Am Anfang bewachen noch Sicherheitsleute das Gelände und auch die Geräte, die da noch rumstehen, aber im Januar 1987 sind diese Sicherheitsleute weg. Das Gebäude hat keine Türen und keine Fenster mehr, überall wächst Gestrüpp und für die Klinik interessieren sich jetzt eigentlich nur noch Obdachlose und Leute, die nach Altmetall suchen, dass sie zu Geld machen können.
Und man muss nochmal dazu sagen, das ist jetzt nicht einfach nur irgendein Gerät, das da rumsteht, das ist ein Gerät mit hoch radioaktivem Material und um das Gerät kümmert sich jetzt einfach niemand mehr und es steht halt einfach so da rum. Und so kommt es, dass am 13. September 1987 zwei junge Männer in die Ruine steigen.
Roberto dos Santos Alves und Wagner Mota Pereira. Die beiden sind arbeitslos und sammeln Wertstoffe, also Altpapier, Metall und alles, was sich irgendwie verkaufen lässt. In der Ruine entdecken sie das alte Strahlentherapiegerät. Und das sieht für die beiden aus wie ein Sechser im Lotto. Da steckt nämlich eine Menge Blei und Stahl drin.
Den ganzen Apparat bekommen sie nicht weg, der ist viel zu groß, deshalb montieren sie den Strahlungskopf ab, von dem sie aber nicht wissen, dass das ein Strahlungskopf ist. Der wiegt allein schon über 100 Kilogramm, den laden sie auf eine Schubkarre und bringen ihn zu Roberto nach Hause. Zuhause im Schatten eines Mangobaums fangen Roberto und Wagner an, den Strahlungskopf auseinanderzunehmen. Sie wollen an das Blei ran.
Tagelang hämmern sie auf dem Ding rum und dabei kommen sie immer näher an die kleine Kapsel im Innern. Was die beiden nicht wissen, in dieser Kapsel stecken ungefähr 19 Gramm Celsium 137. Von dem Strahlungskopf habe ich ein Foto dabei. Das ist aus einer Aktennotiz der Nuklearbehörde. Der Strahlungskopf, okay. Also das ist das Teil, was sie von diesem Gerät abmontieren und mit nach Hause nehmen.
Also wir sehen ein weißes Teil, Metallteil, was, ich meine, so von dem Gras und sowas da drumherum ist, würde ich sagen, das ist nicht sonderlich groß. Vielleicht so einen halben Meter lang, 20, 30 Zentimeter breit oder Durchmesser 20, 30 Zentimeter. Viel größer wird das nicht sein, denke ich. Genau, es ist weiß lackiert und das liegt da im Dreck.
Da ist eine Plane links daneben und Müll quasi drumherum. Also es ist wie weggeworfen. Darf ich einen Gedanken mit dir teilen? Ich weiß nicht, ob der zu früh kommt. Ja, wenn der zu früh kommt, dann schneiden wir den einfach nicht rein. Okay. Weil das ist ja die Zeit von Tschernobyl. Mitte der 80er. Und jetzt meintest du, sie haben so 85, 86 angefangen.
Ich habe gerade noch mal geschaut. Das war hier April 86. Inwieweit da die Gefahren von so Radioaktivität bekannt waren, beziehungsweise einfach auch, das klingt jetzt wie, dass das einfache Leute waren, die da durch die Häuser gezogen sind, und einfach Metall gesucht haben, wie sehr das in der breiten Bevölkerung überhaupt schon Thema war.
Das ist eine große Frage. Das spielt eine große Rolle, die Gewissheit oder Ungewissheit. Da kommen wir auf jeden Fall noch drauf zu sprechen. Das ist ein ganz guter Gedanke, den du da hast, weil du richtig festgestellt hast, das ist die Zeit von der Tschernobyl-Kartikel. Also lassen wir den drin? Ja, den lassen wir drin.
Ja, gut. Habe ich ja Glück gehabt. Ja, dann bin ich wirklich gespannt, weil ich habe natürlich jetzt irgendwie ein Gefühl, wo das hingehen könnte. Ja. Ja, aber du hast das Teil ja ganz gut beschrieben, es ist von außen auch, das würde ich jetzt einfach mal noch ergänzen, nicht zu sehen, dass da was hochgefährliches drin ist, ne, also.
Es sieht wirklich aus wie, als wäre das noch der letzte Rest, der hier irgendwie weggeworfen wurde und man zu faul war, das Ganze zu entsorgen. Schon am nächsten Tag nach ihrem Fund geht es den beiden Schrottsammlern schlecht. Sie müssen sich übergeben und haben Durchfall. Aber sie denken sich nichts dabei.
Sie glauben, dass sie irgendwas Falsches gegessen haben. Wagners Hand schwillt dann aber an und er geht zum Arzt. Und der diagnostiziert irgendeine Allergie. Das heißt, er geht wieder nach Hause. Und die beiden versuchen weiterhin diese Kapsel irgendwie aufzukriegen. Aber sie bekommen die nicht geöffnet.
Und irgendwann haben sie keine Lust mehr. Und am 18. September, also fünf Tage nach ihrem Fund, wickeln sie die Reste in einen alten Teppich und bringen sie zu einem Schrottplatz in der Rua 26a. Der gehört einem Mann namens Devair Alves Ferreira. Und von eben jenem Schrotthändler habe ich auch ein Foto dabei.
Magst du noch einmal ganz kurz sagen, in welcher Gegend wir sind in Brasilien? Also ich glaube nicht, dass das hier irgendwas zur Sache tut, aber wir haben ja schon mal in der letzten Folge in der gemischten Platte darüber gesprochen, wie groß Brasilien ist. Dass wir so eine grobe Himmelsrichtung haben. Ja, Goiania liegt sehr mittig in Brasilien, unterhalb von Brasilia, also der Hauptstadt von Brasilien, so südwestlich davon, aber wirklich sehr zentral. Okay.
Möchtest du wissen, wie weit das zum Beispiel von Rio oder so entfernt ist oder reicht dir das an Info? Mitte ist gut. Mitte. Ja, der Schrotthändler. Mein erster Gedanke war, da könnte der Vater von Robinho, dem Fußballer, sein. Like, wer ihn noch kennt. Sagt ihr jetzt wahrscheinlich nichts, oder? Nee, den müsste ich mal kurz googeln, weil ich natürlich jetzt wissen will.
Robinho. Robinho, der hat so in den späten Nuller, Anfang Zehnerjahre gespielt. Lange bei Mailand. Als Torwart? Nee, Stürmer war der. Ah ja. Ja, also am Ende ist es natürlich die Glatze und die Augenpartie, würde ich sagen, die sich da so ein bisschen ähneln, aber ja, ansonsten ist das Bild jetzt nicht besonders aussagekräftig, muss ich sagen, man sieht nicht so richtig, was er anhat, ich glaube, es ist ein Hemd, es könnte aber auch irgendwie aus einem Krankenhaus sein, dass es wie so ein Krankenhauskittel ist.
Oder eine Jeansjacke Ich meine, man sieht ja, dass das Foto so leicht verfärbt ist Ja, das stimmt auch, Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was er da anhat Aber deswegen, so richtig aussagekräftig ist das Bild nicht Auch von seinem Gesichtsausdruck, das ist alles sehr neutral Ja, ich habe es nur dabei, damit man ein paar Gesichter zu der heutigen Geschichte hat, Und das ist eben jetzt die Person, die von den beiden Schrotthändlern dieses ominöse Teil bekommt und, die erhoffen sich natürlich von ihm jetzt Geld dafür zu bekommen.
Und Devair ist auch angetan und gibt ihm 1.600 Crosados. Das sind damals ungefähr 25 Dollar. Die beiden nehmen das dankend an und gehen wieder. 25 Dollar, hätte ich umrechnen können, kann man sich denken. Das sind ungefähr 20 Euro. Kann man sich denken. Aber damals, in den 80ern, 25 Dollar im ländlichen Brasilien.
Würde ich sagen, ist schon eine Menge also so ist jetzt glaube ich nicht nichts ne ne ist nicht nichts, deswegen nehmen die das ja auch dankend an und gehen wieder. Nur jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf. Denn es passiert Folgendes. Mitten in der Nacht wacht Devair auf. Er geht raus und sieht, so beschreibt es später der Spiegel, ein hübsches blaues Licht.
Das kommt aus seiner Garage. Genauer gesagt aus einem kleinen Loch, das Roberto und Wagner in die Kapsel gebohrt hatten. Devair ist hin und weg. Er ist sich sicher, dass das, was da drin ist, wertvoll sein muss. Vielleicht sogar übernatürlich. Also lässt er die Kapsel gewaltvoll aufbrechen und findet darin einen Stein, der bei Berührung zu einem glitzernden Pulver zerfällt.
Tagsüber glitzert das Pulver, im Dunkeln leuchtet es blau. Und was glaubst du, Flo, was macht Devaire jetzt mit dem Pulver? Du hast ja schon so ein bisschen angedeutet, wo das hier hingehen könnte. Wenn er denkt, dass das was Wertvolles ist, was er möglicherweise verkaufen kann, womit er Geld verdienen kann, dass er es anfängt aufzuteilen in kleine Tütchen oder Gefäße, wenn das auch so schön leuchtet, dass er Leuchtgefäße erstellt.
Ich weiß es nicht, aber dass er auf jeden Fall das Ganze aufteilt und versucht zu verkaufen. Ja, also Sorry, aber da schwingt natürlich auch so ein wenn du sagst dass er denkt dass es was Übernatürliches ist das schwingt da ja auch alles mit dieses, ich weiß nicht, ob man es Esoterik nennen kann aber irgendwas zwischen Religion, Esoterik und Glauben etwas Höheres, was natürlich auch in ländlichen Gebieten wahrscheinlich auch mal stärker verankert ist und, schneller anschlägt.
Auf jeden Fall erhofft er sich davon, irgendeine Art von. Guter Wendung, will ich es jetzt mal nennen. Also ob er damit jetzt Geld verdient oder was auch immer passieren wird. Er denkt, dass er da auf was ganz Tolles gestoßen ist. Und deswegen ist das Erste, was er macht, das jetzt erstmal rumzuzeigen.
Und zwar allen Leuten, die er so kennt. Aber dazu gleich mehr. Vorher müssen wir kurz klären, was da eigentlich genau in dieser Kapsel ist. Und keine Angst, das wird keine Physikstunde, aber ich habe versucht, das einmal nachvollziehbar zusammenzufassen, was da drin ist. Und zwar befindet sich da drin Cäsium-137. Das ist ein radioaktiver Stoff, der in der Natur gar nicht vorkommt.
Der entsteht, wenn Uran gespalten wird, also in Atombomben oder in Kernkraftwerken. Radioaktiv heißt eben, dass der Stoff von sich aus unsichtbare, energiereiche Strahlung abgibt. Und nach dem Zweiten Weltkrieg exportieren die USA dieses Cäsium als Strahlenquelle für Medizin und Industrie. Die Kapsel aus Goiania wurde vermutlich um das Jahr 1970 im Oak Ridge National Laboratory in den USA hergestellt.
In der Kapsel liegt das Cäsium als Cäsiumchlorid vor. Das ist ein Salz und zwar ein ziemlich enger Verwandter von dem Kochsalz, das bei uns allen im Salzstreuer ist. Nur dass es im Dunkeln bläulich leuchtet und es Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft zieht und sich dabei zu einer klebrigen Masse verflüssigt.
Deshalb bleibt es super leicht an Haut und Kleidung kleben und an allem, was man mit diesen Händen anfasst, also auch am Essen. Und weil du es eben selber schon angesprochen hast, Flo, das ist derselbe radioaktive Stoff, der ein Jahr vorher, 1986, beim Reaktorunglück in Schernobyl in die Umwelt gelangt ist.
Aber zurück zu Devair. Der will aus dem Leuchtstein einen Ring für seine Frau Maria Gabriela machen. Und er lädt Nachbarn, Freunde und Verwandte ein, um ihnen seinen Wunderstein zu zeigen. Zwischen dem 19. und dem 26. September kommen immer wieder Leute auf seinen Schrottplatz, um sich das anzugucken.
Und alle staunen. Die Leute schminken sich mit dem Pulver, so wie mit dem Glitzer, den sie sonst beim Karneval auftragen. Ein Bruder von Devair malt sich mit dem Staub ein leuchtendes Kreuz auf den Körper. Ein Freund kratzt sich mit einem Schraubenzieher ein paar Stücke raus, die sind ungefähr so groß wie Reiskörner.
Und Devair verschickt großzügig Splitter an seine BesucherInnen. Die stellen die dann zu Hause als Schmucksteine auf. Er dachte, dass er damit reich werden würde, erinnert sich später seine Schwägerin. Devair erzählt auch seinem Bruder Odesson von dem Wunderstein. Odesson ist Busfahrer. Er legt sich ein Reiskorn großes Stück auf die Hand und das zerfällt sofort zu Pulver.
Das ist zu nichts zu gebrauchen, sagt er seinem enttäuschten Bruder. Ein paar Sekunden hatte ich jetzt in der Hand, mehr nicht, erzählt er Jahre später. Aber was das angerichtet hat, das zeige ich dir jetzt. Also das ist jetzt der Bruder vom Schrotthändler, der das Pulver eben nur ganz kurz angefasst hat. Was siehst du?
Boah, das ist ja schrecklich. Ja, ich sehe zwei Hände. Also ich sehe den Mann, wie er zwei Hände in die Kamera hält. Und bei der einen Hand fehlt ein Fingerglied. Am Zeigefinger fehlt das obere Fingerglied. Und in der anderen Hand ist es wie so eine Beule. Eine braune Beule. Als hätte er sich da wie verbrannt.
Aber irgendwie sieht es nicht aus wie verbrannt, sondern das ist schon so richtig vernarbt. So als würde es auch nicht mehr weggehen. So sieht das Ganze aus. Es geht auch nicht mehr weg. Ja. Was spannend ist, weil, haben wir glaube ich auch schon mal drüber gesprochen, über Tschernobyl und wie hart und echt das irgendwie dargestellt ist und so sieht das ja jetzt nicht aus, dass er, irgendwie von der Strahlenkrankheit betroffen ist, das sieht jetzt nochmal ein bisschen anders aus, was bei ihm passiert ist.
Es gibt unterschiedliche Auswirkungen, die so ein Kontakt haben kann. Bei ihm war es jetzt eben so, dass er das wirklich nur ein paar Sekunden in der Hand hatte und sich dann vermutlich danach auch gewaschen hat. Bei anderen Leuten war das alles ein bisschen anders. Aber es ist eben so, dass dieses Zeug so leicht an allem kleben bleibt, dass es sich jetzt ganz unbemerkt in der Stadt und darüber hinaus verteilt.
Odesson trägt die Partikel in die öffentlichen Busse. Ein Mitarbeiter vom Schrottplatz nimmt das Cäsium mit in seine Heimatstadt Annapolis. Teile der Kapsel werden weiterverkauft und tauchen später auf einem Bauernhof auf, der 130 Kilometer entfernt liegt und in einer Druckerei. Sogar in einer Papierfabrik in Sao Paulo findet man später Spuren vom Cäsium 137.
Aber warum? Weil jeder was davon abhaben wollte? Weil die dort hingekommen sind und sich das dann darüber verteilt hat, dass Leute Spuren mitgetragen haben? Wurde entweder über Menschen, in denen das kleben geblieben ist, verteilt. Aber wie wir auch von Schernobyl wissen, kann das ja auch durch Winde verteilt werden und dann im Boden versickern.
Und so schnell hat sich das dann eben verbreitet. Und dann ist da noch Ivo. Ivo ist auch ein Bruder von Devaillier, dem Schrotthändler. Und am 24. September nimmt er ein paar Bruchstücke mit nach Hause und legt sie auf den Esstisch. Und zwar während die Familie gerade isst. Ivo dekoriert mit dem Cäsium nämlich seinen Esstisch. Und seine Tochter Leide darf damit spielen.
Leide ist sechs Jahre alt. Und sie ist natürlich ganz begeistert von diesem leuchtenden Pulver. So was hat sie noch nie gesehen. Und sie spielt damit und malt damit auf dem Boden rum. Und dann gibt es Abendessen. Ihre Mutter hat unter anderem Eier gekocht und Leide isst mit den Händen, mit denen sie gerade noch mit dem Pulver gespielt hat, ihre Eier, ohne ihre Hände vorher zu waschen.
Und so landen die Cäsiumpartikel in ihrem Essen und in ihrem Körper. In den Tagen danach werden immer mehr Menschen krank, in Devailles Familie und in seinem ganzen Umfeld. Wenige Stunden nach dem Kontakt mit dem Pulver geht es bei den meisten los. Erst wird ihnen übel, dann wird ihnen schwindelig. Dann kommen Erbrechen und Durchfall und später fallen manchen die Haare aus.
Die Angehörigen gehen erstmal in die Apotheke, einige gehen zur Gesundheitsstation und werden von da ins Krankenhaus geschickt. Und jetzt kommen wir zu dem, was ich im Intro schon erwähnt hatte. Alle denken erst mal, sie hätten irgendwas Falsches gegessen. Das macht ja auch Sinn. Die Symptome schreien ja eigentlich erst mal nach, ja, ist irgendwas mit dem Magen.
Und bei manchen Betroffenen gibt es sogar einen ganz konkreten Verdacht. Sie denken, dass die Feijuada mit Coca-Cola, die sie in der Woche gegessen hatten, schuld an ihren Symptomen sei. Feijuada ist ein brasilianischer Eintopf aus schwarzem Bohnen und Fleisch. Also ein ziemlich deftiges Essen. Da kann man schon mal auf die Idee kommen, dass einem davon schlecht ist.
Und auch die Ärztinnen in Goiania tippen am Anfang auf verdorbenes Essen Später dann auf eine Tropeninfektion und schließlich auf irgendeine unbekannte ansteckende Krankheit Und so behandeln sie die Menschen auch, Und so ganz daneben liegen sie mit der Vermutung von verdorbenem Essen ja auch nicht Denn bei Leide steckt das Gift tatsächlich im Abendessen Mit verdorbenen Lebensmitteln oder Bakterien hat das alles aber nichts zu tun.
Die erste, die eins und eins zusammenzählt, ist Maria Gabriela, Devaiers Frau. Sie ist sich sicher, dieses seltsame Gerät mit den blau leuchtenden Kristallen ist schuld. Denn seit ihr Mann das Ding auseinandergenommen hat, ist ihre ganze Familie krank. Und sie selbst auch. Und auch von ihr habe ich ein Foto. Uh, ei, ei, ei, ei.
Das ist ein heftiges Bild. Man sieht, dass sie sehr starken, fleckigen Haarausfall hat. Also so vorne an der Stirn sind viele Haare weg, aber auch an der Seite. Sie hat viele Pflaster am Hals. Sie sieht ein bisschen eingefallen aus und schwach. Sie hat jetzt, glaube ich, wirklich einen Kittel an, also irgendwie so einen Krankenhauskittel.
Und das Ganze wird natürlich auch noch versteckt, dass das Bild schwarz-weiß ist. Und das ja, fast so ein das könnte auch ein Bild aus einem Krieg sein, aus dem Zweiten Weltkrieg sein. Ja, also ich glaube, man kann auf jeden Fall festhalten, dass sie sehr krank aussieht auf dem Bild und auch sehr niedergeschlagen.
Und das ist sie auch. Und sie hat eben die Vermutung, dass es an dieser komischen Kapsel liegen muss, die ihr Mann da angeschleppt hat, weil sie sich nicht zusammenreimen kann, wie sonst alle Leute in ihrem Umfeld auf einmal krank geworden sein können. Und deshalb packt sie am 28. September die Reste der Kapsel ein und fährt damit, vom Schrottplatz quer durch die Stadt zur Gesundheitsbehörde in einem Bus.
Und die Ärzte bei der Gesundheitsbehörde, die wissen überhaupt nichts damit anzufangen, also landet das Ding erstmal auf einem Stuhl und da liegt es dann. Erst am nächsten Tag ruft man einen Physiker zu Hilfe. Er heißt Walter Mendes Ferreira und ist eigentlich nur im Urlaub in Guiana. Die Behörde hat keine eigenen Strahlungsmessgeräte, also leiht Walter sich einen Detektor von einem Unternehmen, das in Brasilien nach Uran sucht und fährt los.
Später erzählt er BBC News Brasil, als ich etwa 80 Meter von dem Büro der Gesundheitsbehörde entfernt war, fing der Detektor an, sich seltsam zu verhalten und ich dachte, er sei defekt. Also holt er sich einen zweiten Detektor und fährt nochmal hin und wieder schlägt das Gerät 80 Meter vor der Behörde voll aus.
Entweder sind beide Detektoren kaputt oder da drin ist sehr, sehr viel Strahlung. Als der Physiker ankommt, sieht er einen Feuerwehrmann aus dem Gebäude kommen, mit dem Behälter in der Hand. Die Feuerwehr hat nämlich auch schon eine Idee, was man mit dem Ding machen könnte. Ab in den Fluss damit. Aber nochmal die Frage, das ist also, Chernobyl, war das irgendwo überhaupt, also mal ein Thema, weil das kann doch nicht sein, dass selbst die Feuerwehr sagt, wir werfen das Ding einfach in den Fluss, dann schwimmt es weg, dann ist es weg. Aus dem Auge, aus dem Sinn.
Ja, also ich weiß nicht, inwiefern da jetzt alle Menschen, die in der Gesundheitsbehörde saßen und bei der Feuerwehr gearbeitet haben, von Tschernobyl wussten. Ich glaube aber, dass nicht so richtig klar war, was die Frau da angeschleppt hatte. Die hatte das in irgendeinen Flug gepackt, das war irgendeine geöffnete Blei- und Stahlkapsel und dann hat sie dazu gesagt, dass alle Leute krank werden und.
Ja, dann kannte man sich damit nicht aus, hat eben den Physiker gerufen und, dann kann ich es mir nur so erklären, dass vielleicht kommunikationstechnisch ein paar Sachen auf der Strecke geblieben sind und dann halt irgendjemand dachte, ach komm, ich entsorg den Scheiß jetzt, bevor der hier länger rumliegt.
Und auch Tschernobyl wurde ja runtergespielt erstmal. Also es war ja auch nicht so, dass zwei Wochen nach dem Vorfall irgendwie klar war, das ist hier das Problem, bitte alle aufpassen. Sondern das hat ja auch eine Weile gedauert, bis eigentlich klar war, was da irgendwie Sache war. Ja, ja. Zum Glück kommt dieser Physiker jetzt aber zur richtigen Zeit und kann diesen Feuerwehrmann noch aufhalten und lässt das Gebäude sofort räumen und fragt dann nochmal genauer nach, woher dieses Ding denn eigentlich kommt.
Dann wird ihm gesagt, dass eine Frau von einem Schrottplatz das gebracht habe. Und deshalb fährt er dann zu diesem Schrottplatz und er spürt, wie er selber sagt, schon vor dem Betreten überall Strahlung auf diesem Schrottplatz. Jetzt sind wir wieder bei der Esoterik. Ich denke, er hatte seine Detektoren dabei. Ach so, okay. Ja, ja, ja, ja.
Am Nachmittag des 29. September wird dann endlich die brasilianische Atomenergiebehörde CNEN in Rio de Janeiro alarmiert. Von dieser Behörde habe ich im Übrigen auch die meisten der heutigen Fotos und auch Informationen. Und jetzt wird erst klar, wie groß das Ganze eigentlich ist. Die CNEN findet 85 Häuser und 45 öffentliche Plätze und Einrichtungen, die mit Celsium verseucht sind.
Ganze Viertel werden abgesperrt, hunderte Menschen werden evakuiert, Hubschrauber mit Messgeräten fliegen über die Stadt. Und die Messtrupps, die am Anfang losgeschickt werden, laufen teilweise in Overalls und Turnschuhen herum und verteilen die Kontamination dabei selbst noch weiter. Auf Devair's Schrottplatz misst man eine Strahlendosis von 1000 Rem pro Stunde.
Rem ist eine alte Einheit für Strahlenbelastung. Zulässig sind 5 Rem pro Jahr. Und hier sind eben 1000 pro Stunde. Und in einem Haus, in das auch etwas von dem Cäsium gelangt ist, hat eine Bewohnerin das Zeug einfach in die Toilette geworfen und runtergespült. Es verteilt sich überall. Ich habe mal mithilfe von Google Maps das betroffene Kerngebiet eingekreist, damit du dir vorstellen kannst, wo genau das liegt und wie groß es circa ist.
Es ist auf jeden Fall so, dass man gar nicht so genau nachprüfen kann, wohin sich das überall ausgebreitet hat. Es lässt sich halt in diesem einen Viertel von Guiana ganz gut einkreisen, weil da die ganzen, Hauptschauplätze liegen, also das Wohnhaus von einem der Schrott-Sammler, dann eben der Schrottplatz und die ganzen Häuser eben drumherum.
Ich habe das mal bei Google Maps eingekreist. Okay. Nur nochmal für dein Verständnis. Da würde ich jetzt sagen, dass das gar nicht mal so groß ist. Ich hätte jetzt gedacht, es wäre noch weiter gegangen oder sich noch mehr verteilt. Ähm, ja, ich finde so, also ich meine, ich habe jetzt weit rausgesoomt, ne? Mhm. Ähm.
Aber da war eben das Epizentrum. Hier und da gab es auch noch Gebäude, die weiter entfernt lagen, an denen was gefunden wurde. Aber das war so das Gebiet, was zum großen Teil betroffen war. So lange die Shopping Mall da hinten in Ordnung ist, alles Gute. Aber vielleicht macht die Anzahl an Menschen, die sich da jetzt im Olympiastadion treffen und ihre Strahlenbelastung testen lassen, noch mal mehr Sinn.
Es sind über 110.000 Menschen, die jetzt alle ihre Strahlenbelastung testen lassen. Bei Hunderten stellt man eine Kontamination fest. Mehrere müssen auf Intensivstationen. Die brasilianische Luftwaffe fliegt die am stärksten verstrahlten nach Rio de Janeiro ins Marinekrankenhaus. Das ist nämlich auf solche Fälle spezialisiert.
Und die Regierung? Die erzählt der Bevölkerung erstmal, es handele sich um ein Gasleck. Der Grund ist nämlich, in Guyana findet gerade der internationale Motorrad Grand Prix statt und der Gouverneur des Bundesstaates, Enrique Santillo, will nicht, dass unter den Gästen aus dem Ausland Panik ausbricht.
Man hat ja schließlich Besuch. Wer kontaminiert ist, muss in spezielle Notunterkünfte. Manche Menschen verbringen Monate in so einer Unterkunft und die müssen sich täglich mit Wasser, Essig und Kokosseife waschen und alle halbe Stunde die Kleidung wechseln. Wir nahmen Tabletten zur inneren Desinfektion. Außerdem mussten wir unsere Füße schrubben, da sie am stärksten kontaminiert waren.
Wir durften weder das Haus verlassen, noch Besuch empfangen. Fernsehen war auch verboten. Man wollte nicht, dass wir wussten, was draußen vor sich ging, erzählt eine der kontaminierten Personen später. Ganz kurz, wie stehst du denn zu dem der Bevölkerung, das Nichtsagen? Weil auf der einen Seite kann ich natürlich, oder kann man sagen, okay, der wollte sein Event nicht gefährden und wollte nicht, dass die Leute irgendwie nicht kommen.
Auf der anderen Seite kann ich es ein bisschen nachvollziehen, dass man sagt, bis wir das ja alles unter Kontrolle haben und ein bisschen noch einen Überblick haben, Wir wollen jetzt keine komplette Massenpanik und Hysterien, dass die Leute irgendwie die Stadt verlassen und wir dann komplett die Kontrolle verlieren.
Also ich kann beides nachvollziehen. Ich kann auch beides nachvollziehen. Ich meine, mein erster Instinkt war natürlich, dass ich dachte, was, wieso haben die denn das erst mal unter Verschluss gehalten, und sind damit jetzt nicht so stark an die Öffentlichkeit gegangen? Aber genau aus den Gründen, die du jetzt auch genannt hast, kann ich verstehen, dass man jetzt keine Massenpanik auslösen wollte und erst mal gucken wollte, dass man das Gebiet irgendwie eingrenzen kann und in dem Gebiet, in dem es am stärksten ist, irgendwie erst mal für Klarheit und Sicherheit sorgt.
Und ja, deswegen bin ich wie du. Ich kann beide Seiten verstehen. Trotzdem ist natürlich die Vorstellung, dass Menschen dann, ich sag jetzt mal, eingesperrt, weggesperrt werden und den völligen Kontakt zur Außenwelt verlieren und nicht mal mehr Fernsehen gucken dürfen, den finde ich natürlich auch schrecklich. Und.
Das muss schlimm sein. Und dann im Oktober 1987 sterben die ersten Menschen. Lady, das sechsjährige Mädchen, hat von allen Betroffenen die höchste Strahlendosis abbekommen. Sie wird nach Rio ins Marinekrankenhaus gebracht. Dort liegt sie erst mal allein in einem isolierten Zimmer, weil das Personal Angst hat, in ihre Nähe zu kommen.
Ihr Oberkörper schwillt an, sie verliert ihre Haare, ihre Nieren und ihre Lunge werden geschädigt. Sie hat innere Blutungen. Am 23. Oktober 1987 stirbt Leide an einer Blutvergiftung. Und auch von ihr gibt es ein Foto. Und das ist ganz bekannt, das Foto, weil sie das erste offizielle Todesopfer ist von diesem Unfall und Unglück.
Und natürlich erschwerend hinzukommt, dass es ein junges Kind war. Ist das schrecklich, das ist ein Bild in einem Rahmen, was vor, so einer Archivwand im Archivregal steht und ja, es ist ein sehr süßes Foto was hat sie da auf den Armen? so Kuscheltiere oder Spielzeuge, sie steht da, strahlt über das ganze Gesicht Das ist schrecklich. Ja, sie ist ultra süß.
Ach Gott. Sie ist aber nicht das einzige Todesopfer. Am selben Tag stirbt nämlich auch Maria Gabriela, also Devair's Frau. Sie wird 37 Jahre alt, also die Frau, die als erstes gemerkt hat, woher die Krankheit kommen kann und die das Cesium zur Behörde gebracht hat. Am 27. Oktober stirbt dann Israel Baptista dos Santos. Er ist 22 und hat auf Diveriers Schrottplatz gearbeitet und da das Blei aus der Kapsel geholt.
Und einen Tag später stirbt auch ein weiterer Mitarbeiter vom Schrottplatz, der ist nur 18 Jahre alt. Das ist schon verrückt, dass das dann so schnell ging, oder? Also beziehungsweise auch alle auf einmal kamen? Ja, es sind halt so drei, vier Wochen vergangen. Und am Anfang hat man das ja nicht behandeln können, weil man nicht wusste, was die haben und so hat sich das natürlich im Körper, weiter ausbreiten können.
Und dann kommt die Beerdigung von Leyde. Am 25. Oktober 1987 soll sie auf einem Friedhof in Goiania beigesetzt werden. Doch mehr als 2000 Menschen versuchen, das zu verhindern. Sie haben Angst, dass der Leichnam des Mädchens den ganzen Friedhof vergiftet. Sie blockieren die Zufahrtsstraße mit Steinen und Ziegeln.
Als der gepanzerte Leichenwagen kommt, werfen sie mit Steinen. Manche reißen Kreuze von anderen Gräbern und werfen sie in Richtung Sarg. Polizisten müssen die Beerdigung abschirmen. Leide wird in einem Sarg beigesetzt, der mit Blei ausgekleidet ist. Der Sarg wird dann mit einem Kran in die Grube gelassen. Um ihn herum ist nämlich ein Block aus Blei und Beton, der 700 Kilogramm wiegt.
Und der ist natürlich dafür da, keine Strahlung nach außen drängen zu lassen. Aber die Panik bleibt nicht in Goiania. Die anderen Bundesstaaten in Brasilien weigern sich, den radioaktiven Müll aus Goiania auf ihren Deponien zu lagern. Menschen aus Goiania werden auf Reisen aus Hotels geworfen, weil die Leute Angst vor ihnen haben.
Und niemand in Brasilien will mehr Lebensmittel oder Kleidung aus Goiania kaufen. Viele glauben sogar, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus dem ganzen Bundesstaat Goyas verseucht sind. Das stimmt natürlich nicht, aber das hilft den Bäuerinnen und Bauern dort erstmal auch nicht weiter. Die Umsätze der Industrie vor Ort brechen um 40 Prozent ein.
Wer in der Nähe des Unfallorts wohnt, will am liebsten weg. Aber die Häuser verlieren massiv an Wert, weil alle Angst vor Strahlung haben. Und die Menschen aus der Gegend werden noch lange diskriminiert, weil viele glauben, dass die Strahlung ansteckend ist. Das macht es für einige Bewohnerinnen und Bewohner zum Beispiel auch schwer zu reisen oder eine Ausbildung zu machen. Also da werden manche Leute wirklich einfach ausgeschlossen aus Ausbildungsstätten.
Im Oktober gilt der Unfall zwar offiziell unter Kontrolle, aber erst Mitte November fangen die Aufräumarbeiten richtig an. Und die dauern bis Weihnachten 1987. Hunderte HelferInnen reißen die am stärksten verstrahlten Häuser ab, darunter auch die Vaires Schrottplatz. Sie tragen Asphalt und Erde ab. Die am stärksten verseuchten Orte werden mit einer 50 Zentimeter dicken Schicht aus Zement versiegelt.
Einen dieser Orte kannst du dir jetzt auch anschauen. Das ist krass. Das ist, wenn man sich vorstellt, dass da mal ein Haus stand oder mal was war, dann ist das jetzt, das ist ein Parkplatz. Also das ist, da ist nichts mehr. Das sind zwei Wände und dazwischen ist Beton. Und davor ist, das sieht aus, als wäre das eine Plakatwand oder so gewesen.
Irgendwas wird da mal gehangen haben, ja. Ich weiß jetzt nicht, von wann das Foto ist. Aber so wie dieses Grundstück sehen jetzt dann eben mehrere Grundstücke in diesem Viertel aus. Weil man natürlich die Strahlenbelastung eliminieren möchte. Kühlschränke, Sofas, Kleidung und persönliche Gegenstände landen in Metalltonnen.
Sogar Bäume werden zerstört und auch die Tiere, die mit dem Celsium in Kontakt gekommen sind, werden getötet. Hühner, Schweine, Kaninchen und Hunde, alles wird als Atommüll entsorgt. Aus ungefähr 19 Gramm Celsium werden so rund 6000 Tonnen radioaktiver Müll. Und damit du dir eine Vorstellung davon machen kannst, wie das aussieht, habe ich jetzt auch nochmal ein Foto von dem Atommüll.
Ich glaube, solche Bilder haben wir alle schon mal gesehen, aber ich zeige sie trotzdem. Ja, die berühmten gelben Tonnen, die sich aufstapeln. Davon gibt es jetzt also ungefähr 6000. Halleluja Ach Gott, ist das schrecklich wirklich, das ist, es hätte am Ende in eine Tonne gepasst dieses Ding, was wir am Anfang gesehen haben, dieser Kopf mit dem Cäsium drin.
Ja, das stimmt. Und jetzt steht natürlich die Frage im Raum, wo der ganze Müll hintransportiert wird, denn die anderen Bundesstaaten wollen den, wie gesagt, nicht haben. Deshalb wird er dann außerhalb von Goiania in einem riesigen Erdgrab vergraben und obendrauf baut man einen Park, den Telma-Ortegal-Park in der Gemeinde Abadilla de Goias.
Auch von diesem Park habe ich jetzt nochmal ein Foto. Und das ist dann auch das letzte Foto für heute. Um die Geschichte abzuschließen, gibt es einmal das Bild vom Atommülllager. Die haben eins gefunden in Brasilien. Wo ich kann mir vorstellen, oh, okay. Das ist jetzt überraschend. Ich hätte jetzt gedacht, das ist auch irgendwo in einem wirklichen Hügel, irgendwo tiefer Schad.
Aber das sieht aus, als hätte man diese Tonnen einfach übereinander gelegt und ein bisschen Erde drüber gemacht. Und dann Rasen. Ja, also ich denke, da ist ein riesiges Loch gegraben worden, dann die Tonnen da rein und dann aufgeschüttet. Aber es ist jetzt nicht so, dass man das Gefühl hat, das wurde ans Ende der Welt gekarrt. Nee, nee, nee, nee.
Sondern das ist schon relativ zugänglich. Ja, ja. Auf der internationalen Skala für nukleare Unfälle, die von 0 bis 7 geht, landet der Unfall von Guyanja auf Stufe 5. Die Internationale Atomenergieorganisation bezeichnet ihn als den bisher größten radiologischen Unfall außerhalb von Kernkraftwerken weltweit.
Immer noch. Immer noch. Krass. Offiziell sterben bei dem Unfall vier Menschen, aber in den Jahren danach sterben noch viel mehr. Devaehir, der Schrotthändler, überlebt erst mal, aber er fühlt sich schuldig, weil er die Kapsel geöffnet hat und fängt an zu trinken. Er erkrankt an Krebs und stirbt 1994. Das ist auch krass, dass der das so lange überlebt hat, nachdem der eigentlich so unmittelbar dem Stoff ausgesetzt war. Ja, finde ich auch.
Ich weiß jetzt gerade nicht, an welcher Krebsart er erkrankt ist, aber es ist wohl wahrscheinlich, dass es ein Krebs ausgelöst von der Strahlenbelastung war. Leydes Vater, der selbst nur leicht kontaminiert ist, aber eben das Zeug mit nach Hause gebracht hat, fängt nach dem Tod seiner Tochter an, stark zu rauchen.
Er raucht ungefähr sechs Packungen Zigaretten am Tag und er stirbt 2003 an einem Lungenemphysemen. Roberto, einer der beiden Müllsammler, verliert einen Arm Und laut der Vereinigung der Opfer von Cesium-137, die der Bruder des Schrotthändlers, den wir eben schon mal gesehen haben, Odesson, gegründet hat, Sterben bis 2012 etwa 104 Menschen an den Folgen der Kontamination, Etwa 1600 Menschen sollen direkt betroffen sein Und ungefähr 500 Menschen leiden noch immer an den Spätfolgen Viele von ihnen waren SanitäterInnen, Feuerwehrleute und PolizistInnen die beim Aufräumen geholfen haben.
Und nicht alle wurden von ihren Vorgesetzten darüber informiert, dass sie da mit radioaktiver Strahlung arbeiteten. 30 Jahre nach dem Unfall, sagt Oresson, die brasilianische Regierung hat auch 30 Jahre danach ihre Verpflichtungen gegenüber den Opfern nicht erfüllt. Es ist unmöglich, die Medikamente zu bekommen, die wir brauchen.
Die Opferrente liegt bei umgerechnet 208 Euro. Der brasilianische Mindestlohn liegt bei 251 Euro. Auch Lourdes, Leides Mutter, erzählt, dass die Hilfe mit der Zeit immer weniger wurde. In den ersten Jahren hatten wir alle Unterstützung. Wir haben Medikamente bekommen, egal was sie gekostet haben. Es gab das Gehalt, es gab die Sesta Basica, es gab alles. Dann wurde gekürzt.
Die Sesta Basica ist in Brasilien ein Paket mit Grundnahrungsmitteln, also Reis, Bohnen und so weiter. Selbst beim Essen wird also irgendwann gespart. Aber jetzt ist natürlich die Frage, wer für das ganze Unglück verantwortlich gemacht wird. Flo, was glaubst du? Naja, man könnte jetzt sagen, dass der Schrotthändler eine gewisse Verantwortung trägt, aber der ist ja Dote.
Und auch alle anderen, die enger damit zu tun hatten, sind ja nicht mehr da. Es ist aber schon noch die Frage, als das Krankenhaus abgebaut wurde, wurde ja sehr unsauber mit dem Material umgegangen und man könnte möglicherweise argumentieren, wissentlich unsauber damit umgegangen. Das ist also die Firma, die, dafür verantwortlich war, eine gewisse Verantwortung trägt. Es ist tatsächlich so.
Krass, ehrlich gesagt. Ja, total. Vor dem Hintergrund, was das für ein Ausmaß hat. Ja, genau, was eingebrochen ist über Guyania. Selbst drei Jahre ist ein Witz. Ja, also die beiden Schrotthändler, die konnten nicht wissen, womit sie es da zu tun hatten, aber die Klinik wusste das ja sehr wohl und sie haben das Gerät einfach in der Ruine stehen lassen.
Die große Frage ist, wie es mittlerweile in Guyania aussieht. Ende der 90er Jahre versuchen Stadt und Landesregierung, dem Viertel rund um den Unfallort wieder ein besseres Image zu geben. Und das klappt. Innerhalb weniger Jahre sind die Häuser im Stadtzentrum zwei bis dreimal so viel wert wie zu der Zeit des Unfalls.
2006 wird in Guyanja außerdem der alte Mercado Popular wieder eröffnet, ein Markt. Und seit Februar 2007 gibt es da jeden Freitagabend einen Essensmarkt mit Live-Musik. Der ist mittlerweile eine Touristenattraktion. Also genau in der Stadt, aus der damals niemand mehr Lebensmittel kaufen wollte, ist heute ausgerechnet ein Essensmarkt, eine Touristenattraktion.
Und ich finde, das ist irgendwie ein ziemlich schönes Ende für eine Foodcrimes-Folge. Ja, und ich denke, dass sehr viele Menschen da wirklich nicht wissen, wo sie sich da eigentlich bewegen. Also ich habe von diesem Fallvorfall auch wirklich noch nichts mitbekommen. Du sagst, das ist der größte atomare Unfall oder kann man so nennen, oder?
Radioaktive. Radioaktive Unfall außerhalb eines Kernkraftwerks, ja, noch nie gehört und. Irgendwie ist es schon versöhnlich, tröstlich, dass die Stadt wieder zu sich gefunden hat, sage ich mal. Ja, das ist schon tröstlich, aber wie mit den Betroffenen danach umgegangen wurde und dass die Opfer teilweise bis heute dafür kämpfen, Medikamente zu bekommen, weil sie sich die nicht leisten können, das ist eben.
Immer noch tragisch. Und auch wenn es der Stadt wieder besser geht und irgendwie wieder zum Leben erweckt wurde, ist das auf jeden Fall was, was immer noch nachhalt. Ich habe von der Geschichte vorher auch noch nie gehört, aber wenn ihr Goiania-Unfall googelt, dann werdet ihr auf jeden Fall nicht nur Infos, sondern auch viele Filme dazu finden.
Die Geschichte wurde auch in vielen Songs verarbeitet. Und ganz aktuell gibt es sogar eine Netflix-Serie, die im März 2026 veröffentlicht wurde. Sie heißt Emergencia Radiodativa, auf Deutsch nuklearer Notfall. Ich habe sie noch nicht geguckt, deswegen kann ich jetzt nichts dazu sagen oder sie empfehlen. Aber vielleicht will der ein oder die andere ja mal reinschauen.
Das ist eine fiktionale Serie, die aber eben auf dem Goiania-Unfall basiert. Jetzt sind wir am Ende angekommen. Und das heißt natürlich, dass wir mit einem persönlichen Foodcrime arbeiten. In den Feierabend starten, also in unseren Feierabend für heute, Flo. Was hast du denn da mitgebracht? Ich habe einen Foodcrime aus der Community mitgebracht, und zwar von Anke, die uns eine Sprachnachricht geschickt hat. Und wie immer, ich habe sie noch nicht angehört, sondern das machen wir jetzt mal schön zusammen.
Und dann schauen wir mal, was Anke uns hier vor die Tür gelegt hat. Tolle Anspielung auf ein Format, was es nicht mehr gibt. Hallo, ihr Schnuggis. Hier ist Anke und ich möchte einen meiner persönlichen Food Crimes mit euch teilen. Da geht es um Kaubonbons und so Toffees. Ich nenne jetzt auch mal direkt ein paar Namen, zum Beispiel Mamba, Frit, Mauam oder auch diese Kuhbonbons.
Und da hat es bisher kein Hersteller geschafft, die Bonbons so ins Papier einzuwickeln, dass nicht irgendwo eine Papierecke mit in diese Bonbonmasse reingepresst wird. Und dann kann man entweder mit den Fingernägeln den Papierfetzen da rauspulen oder halt resignieren und das Papier mitessen, das ist das, was ich meistens mache.
Wieso hat man das nach gefühlt, keine Ahnung, 70 bis 100 Jahren Bonbon-Geschichte noch nicht in den Griff bekommen? Ich stelle es mal zur Diskussion. Ciao! Danke, du Schnuggi! So nett wurden wir ja noch nicht begrüßt hier. Das finde ich erst mal sehr schön. Kau-Bonbons ist auch wirklich was, was ich seit Jahren nicht mehr gegessen habe.
Früher, Mauam und diese Fritzstreifen, ja, habe ich auch ständig gegessen. Und ich weiß, was Anke meint. Ich muss aber ganz ehrlich sein, das war mir noch nicht bewusst, dass das so ein Riesenproblem ist. Mir auch nicht. Ich glaube, Anke ist da aber was Großem auf der Spur. Ich glaube, wir sind offensichtlich keine regelmäßigen Kau-Bonbon- Connoisseure.
Deswegen hatten wir wahrscheinlich lang diese Erfahrung nicht mehr. Aber wenn man das immer hat, das ist ein regelrechtes Problem. Aber die Frage ist auch, ist das ein Problem? Das ist mir gänzlich neu. Weil ich weiß, das kommt schon mal vor, aber nicht in der, dass es jedes Mal vorkommt. Das tut mir wirklich schrecklich leid, was du da durchleben musst.
Weil wenn das wirklich jedes Mal vorkommt, weil dann ist ja der ganze Genuss, der Kaugenuss ist ja im Eimer. Weil dann kaut man und dann knarzt das und dann nee, nee, nee, nee, nee. Kaubonbon-Gate. Wird jetzt hier ein Ding. Schreibt ihr doch mal, ob ihr das auch habt, wenn ihr Kaubonbons esst. Ich glaube, ich muss mal beim nächsten Kioskbesuch was kaufen und der Sache mal auf den Grund gehen. Muss ich mal eine Stange mitnehmen.
Und Mauer und Flit erklärt euch. So, jetzt Statement hier an dieser Stelle einfügen. Ich kann aber verstehen, dass Anke sich einfach dazu entscheidet, das mitzuessen, weil ich auch keinen Bock hätte, das da einmal rauszupolen. Aber wie viel Papier die Frau schon gegessen haben muss. Wahnsinn, ja. Ach Mensch, Anke, ja. Also wir verurteilen das aufs Schärfste.
Das können wir auf jeden Fall festhalten. Ne? Ne, das halten wir auf jeden Fall so fest und ich glaube, ich muss mal wieder zum Kombonbon greifen, um da meine Feldstudie durchzuführen. So, ja, wir sind, genau, wir stehen an deiner Seite, Anke, und wir ziehen das jetzt, wir werden das jetzt zusammen durchstehen.
Free Anke. Bis sich die Verantwortlichen melden und sich hier mal rechtfertigen. Okay, ich glaube, damit haben wir es groß genug gemacht. Das war der Foodgram für diese Woche von Anke. Vielen, vielen Dank für die Einsendung und wenn ihr auch eure Foodgram einschicken möchtet, dann tut das doch bitte. Es gibt auf unserer Website, wasschmecktahinter.de, gibt es eine Möglichkeit, direkt eine Sprachnachricht einzuschicken. Die landet dann hier bei uns.
Oder ihr macht das auf Instagram. Könnt ihr auch einfach machen, uns da eine Sprachnachricht schicken. Lasst euch da nur nicht abschrecken, wenn ihr uns das erste Mal schreibt bei Instagram. Könnt ihr nicht sofort eine Sprachnachricht schicken. Dann müsst ihr uns erst einmal kurz schreiben. Zum Beispiel, hallo, liebe Grüße.
Und dann antworten wir und danach könnt ihr dann eine Sprachnachricht schicken. Das funktioniert auch. nur einmal, jetzt hier mal unter uns. Website ist einfacher für uns. Weil bei Instagram muss man das immer so umständlich dann so aufnehmen und rausziehen. Da kann man das nämlich nicht einfach so runterladen.
Deswegen, liebe Grüße aus der Technikbox, mal bitte auf die Website gehen. Ja. Firma dankt. Und wir sagen Tschüss und liebe Grüße. Bis nächste Woche. Im September 1987. Finden Robert, oh Gott, das geht gut los. Ich habe heute viele Zungenbrecher. Rabas, Rabas. Jetzt ist aber diese Spitz, die macht auch Luft. Die kommt jetzt nach oben.
Ich habe auch noch so eine im Kühlschrank. Ich bin gerade süchtig nach der, aber nach der Zerro. Ja, ich bin ja nicht so Zerro-Fan. Ich weiß, ich weiß. Das liegt mir immer so auf der Zunge.