
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
#96 Zankou Chicken: Ein Mord spaltet ein Fast-Food-Imperium
Dienstag, 29. September 2026 · 48 min
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Shownotes
Es ist der Morgen des 14. Januar 2003. Mardiros Iskenderian ist 56 Jahre alt und von seiner Krebserkrankung schwer gezeichnet. An diesem Morgen streift er sich einen weißen Seidenanzug über seinen abgemagerten Körper, den er seit 20 Jahren nicht mehr getragen hat. Mardiros möchte sich nur mit einem Freund in einer seiner “Zankou”-Filialen treffen. Die Fast-Food-Hühnchen-Kette kennt in Los Angeles jeder. Denn die fluffige Knoblauchsoße, die es zum Hühnchen dazu gibt, ist legendär.
Doch in der Filiale kommt Mardiros nie an. Stattdessen macht er sich auf den Weg zum Haus seiner Mutter, wo auch seine Schwester wohnt. Um Uhr geht bei der Polizei von Glendale ein Notruf ein. Drei Menschen sind tot. An diesem Nachmittag zerbricht damit nicht nur eine Familie, sondern auch ein kleines Fast-Food-Imperium. Und über allem schwebt die legendäre Knoblauchsauce.
Hinweis: In der Folge geht es um einen Suizid.
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Ein kleiner Hinweis, bevor es losgeht. In der Folge geht es um einen Suizid. Wenn ihr euch damit nicht wohlfühlt, dann überspringt die Folge besser. Es ist der Morgen des 14. Januars 2003. Madiros Iskenderian ist 56 Jahre alt und von seiner Krebserkrankung schwer gezeichnet. An diesem Morgen streift er sich einen weißen Seidenanzug über seinen abgemagerten Körper, den er seit 20 Jahren nicht mehr getragen hat.
Als seine Frau Rita ihn so sieht, glaubt sie an eine wundersame Genesung. So jedenfalls erinnert sie sich später an diesen Morgen. Doch Madiros möchte sich nur mit einem Freund in einer seiner Senku-Filialen treffen. Die Fastfood-Hühnchenkette kennt in Los Angeles jeder. Denn die fluffige Knoblauchsoße, die es zum Hühnchen dazugibt, ist legendär.
Doch in der Filiale kommt Madiros nie an. Stattdessen macht er sich auf den Weg zum Haus seiner Schwester, wo auch seine Mutter wohnt. Um 14.23 Uhr geht bei der Polizei von Glendale ein Notruf ein. Drei Menschen sind tot. An diesem Nachmittag zerbricht damit nicht nur eine Familie, sondern auch ein kleines Fastfood-Imperium.
Und alles nur wegen der legendären Knoblauchsoße. Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme und Florian Reza. Lilly, wir sind wieder gemeinsam hier, zu zweit, nachdem du letzte Woche ja einen Aussetzer machen musstest. Ich bin froh, dass du wieder da bist und ich habe heute wirklich eine sehr dramatische Geschichte dabei. Hast du von diesem Fall schon mal was gehört?
Ich habe weder von dem Fall noch von der Fastfood-Kette was gehört. Aber ja, das Intro hat auf jeden Fall. Eine sehr düstere Familiengeschichte aufgemacht. Ich habe natürlich direkt gedacht, hat er sich dann seine Schwester, seine Mutter umgebracht, also zwei Femizide begangen, sich selber umgebracht, warum?
Ja, ich habe viele Fragen, ich hoffe, dass du sie beantworten kannst. Die Geschichte spielt in L.A. Du warst ja auch schon mal da. Du meintest, die Kette ist dir da nicht untergekommen. Nee. Also ich war einmal in Los Angeles im Jahre 2015, war das, glaube ich. Da habe ich mit meinen engsten Schulfreundinnen, von der einen habe ich in der letzten Gemischtenplatte erzählt, weil sie geheiratet hat in Amsterdam, habe ich einen Roadtrip an der Westküste gemacht.
Das war ganz, ganz, ganz, ganz toll. Das war so unser Erspartes, was wir da für drei, vier Wochen eben angespart hatten und haben einen Roadtrip gemacht und waren auch in Los Angeles. Aber ich muss sagen, dass mir die Stadt überhaupt nicht gefallen hat. Und wir damals, also wir hatten überhaupt kein Geld. Wir haben natürlich dann die Vorzüge, die so eine Stadt wie Los Angeles wahrscheinlich haben kann, wenn man Geld hat, überhaupt nicht genießen können.
Und waren so low-budget unterwegs. Ich kann mich bei Los Angeles an überhaupt kein Restaurant erinnern, außer an ein Knoblauch-Restaurant, in dem wir waren. Das ist eine andere Geschichte. Okay, aber das ist gar nicht so weit weg von unserem heutigen Fall. Ja, das stimmt. Aber diese Fahrzeugkette sagt mir wirklich nichts. Vielleicht, wenn du das dabei hast, sagt mir das Logo was. Vielleicht habe ich das schon mal irgendwo gesehen.
Vielleicht. Ich habe auf jeden Fall ein Bild später dabei. Apropos, die Bilder könnt ihr auf der Website finden. und auch alle weiteren Links, die es heute zur Folge dazu gibt. Ihr könnt unsere Folgen auch werbefrei hören, indem ihr uns bei Steady abonniert. Dort bekommt ihr auch Bonusfolgen, die ihr freischalten könnt.
Es geht heute um Knoblauch. Bist du da eher so Team geht immer oder Team mit Sicherheitsabstand? Ich liebe Knoblauch. Also ich mag jetzt nicht an alles Knoblauch dran, aber ich finde Knoblauch schon ziemlich lecker und finde es auch selten schlimm, wenn ich rieche, dass Leute Knoboch gegessen haben, weil ich mir dann immer denke, ja mein Gott, hast du halt dein Essen schmackhaft gemacht.
Nee, ich liebe Knoblauch auch und wir können ja später nochmal drüber sprechen, wie wir zu der Knoblauchsoße von Sanku Chicken stehen. Die Geschichte beginnt heute aber nicht in Hollywood, sondern in Beirut. Genauer gesagt in Burschhamut, dem armenischen Viertel von Beirut. Hier öffnen Vatkes und Margret Eskenderian in den 1960er Jahren einen winzigen Hähnchenimbiss.
Margret ist die Enkelin von Überlebenden des armenischen Genozids. Sie arbeitet hart und viel. 13, 14 Stunden am Tag steht sie in der Küche. Stundenlang schält sie Knoblauchzehen und schlägt daraus von Hand eine weiße, cremige Paste auf, die extrem intensiv schmeckt. Es ist die Soße, die die Familie später am anderen Ende der Welt berühmt machen wird.
In der Familie wird Margret fast göttlich verehrt. Vor allem ihr Sohn Madiros behandelt sie wie eine Königin. Madeiros selbst wächst in Beirut als eine Art Prinz auf, verwöhnt, charismatisch, modebewusst. In den 1970er Jahren ist er das, was man damals wohl einen Playboy nennt. Irgendwann gerät er als Zeuge in einen spektakulären Prozess um einen Juwelenraub.
Aus Angst vor Rache trägt er von da an immer zwei Pistolen bei sich. Und von Margret gibt es leider kein Foto, von Madiros, aber schon. Und das zeige ich dir jetzt einmal. Ach, der regt zwei Pistolen. Also da hat jemand wirklich Angst gehabt, dass ihm was passieren kann. Das ist Madiros. Ich glaube, aufgrund dessen, was du jetzt erzählt hast, so ein bisschen so Playboy und zwei Pistolen und so ein bisschen High Society und so.
Und vor allen Dingen auch aufgrund seines enormen Schnauzers, schnörrisses, habe ich direkt hier so Narcos-Vibes. Ja, okay, ich sehe es. Ja, ich sehe es. Ja, also man sieht einen Mann, der recht freundlich irgendwie so in die Ferne blickt, hat wie gesagt einen massiven Schnurrbart, hat lockige Haare, ist ein bisschen beleibter und die Augen glänzen aber und strahlen, also sieht happy aus. Ja.
Ist der Grund für den Umzug nach Los Angeles dann auch der, dass er in Beirut fürchtet, irgendwie verfolgt werden zu können? Kommen wir gleich dazu. Ich meinte ja gerade schon, von Marke gibt es kein Foto beziehungsweise keins, wo ich sagen würde, das ist sie. Es gibt nämlich auf der Website, die kann ich auch gerne verlinken, von Sangwood Chicken gibt es Bilder von der Familie in dem Bereich über die Geschichte des Unternehmens.
Glaube ich, ist sie auf einem drauf. Es ist aber nirgendswo so richtig beschrieben, wer wo was ist. Deswegen wollte ich das jetzt hier nicht mitbringen. Aber wenn euch das interessiert, dann schaut da gerne nochmal vorbei. Kommen wir zu Rita. Rita wohnt auch in Burschamut. Als sie zwölf Jahre alt ist, verliebt sie sich in den Nachbarsjungen Madiros.
Als 1975 im Libanon der Bürgerkrieg ausbricht, heiraten die beiden inmitten der Kämpfe. Rita ist da 19. Ins Hühnchengeschäft der Familie Iskenderian steigt sie nicht ein. Sie bleibt zu Hause und führt den Haushalt. 1979 kommt es in Beirut zu einem dramatischen Ereignis, das die Zukunft der Iskenderians grundlegend verändern wird.
Die Familie hatte geplant, eine weitere Sanko-Filiale aufzumachen, nur einen guten Block von ihrem ersten Imbiss entfernt. Doch seit Wochen gab es Streitigkeiten mit dem Vermieter bezüglich der Miete. Als Madiros eines Morgens vor dem noch leeren Laden sitzt, fahren zwei maskierte Männer auf Motorrädern an ihm vorbei.
Wie aus dem Nichts ziehen sie ihre Maschinengewehre und eröffnen das Feuer. 16 Kugeln treffen Madiros. Doch er überlebt. Als es dem Sohn besser geht, drängt er seine Familie auszuwandern. 1980 fliegt die Familie vor dem Bürgerkrieg nach Los Angeles. Wenige Jahre später, hier sind sich die Quellen ein bisschen uneinig, ob 82, 83 oder 84, öffnen sie an der Ecke Sunset Boulevard, Normandy Avenue in Hollywood, das erste Sanko Chicken in den USA.
Du meintest, vielleicht erkennst du das Logo und das werden wir jetzt mal testen. Ich habe nämlich ein Bild von diesem ersten Laden dabei. Nee, das Logo erinnert mich ein bisschen an die Zürcher Versicherung. Ja, das stimmt. Aber ich sehe, ja, ich sehe so ein typisches, sehr unscheinbares Ladenlokal von außen. Sanko Chicken, Rotisserie Chicken, Shawarma, Falafel, Kabobs.
Ja, also Kebab. Ah, Kebab. Und ich sehe, sie haben 364 Tage im Jahr geöffnet. Also nur an einem ist der Laden geschlossen. Ja, stimmt. Ist mir gar nicht aufgefallen. Hätte ich mal schauen können, wann der ist, der eine Tag. Also das ist so eine klassische Strip-Mall, nennt man das ja, also wo dann so vier, fünf Läden nebeneinander sind und alles maximal eine Etage hoch ist.
Dort befindet sich Sanko Chicken und ja, Sunset Boulevard, da geht vielleicht so ein kleines Licht an. Das ist also jetzt wirklich deep down Hollywood, das ist mittendrin. Das liegt tatsächlich im armenischen Viertel von Los Angeles. Also sie sind nicht ganz zufällig dort gelandet. Okay, weißt du dazu irgendwas, ob die da schon jemanden kannten?
Das weiß ich nicht. Nee, weißt du nicht, okay. Weil ich mich gefragt habe, warum man sich jetzt dazu entscheidet, oder warum sich die Familie dazu entschieden hat, nach Los Angeles zu ziehen. Aber wer weiß das schon? Ich kann mir vorstellen, dass man zumindest über Ecken irgendjemanden kannte. Weil bei Auswandergeschichten ist es ja oft so, dass man sich dann an Orten wiederfindet. Und wenn es nur der Cousin von einem Cousin ist oder ein Bekannter von irgendjemand, dass man zumindest weiß, dort sind Leute, die ähnlich sind wie ich.
Aber ich weiß nichts Genaues, nein. Der Laden, den sie in den 80ern dort eröffnen, wird schnell zum Kult. Madiros ist das Gesicht und der Marketingkopf der Fastfood-Kette, Margret mit ihrer Knoblauchsoße das kulinarische Herz. Der Restaurantkritiker Jonathan Gold bezeichnet das Hühnchen irgendwann als superb, also wirklich himmlisch, überragend.
Und er befindet, dass sich auf Erden oder im Himmel nichts mit der Knoblauchpaste vergleichen lasse. Also das sind große Worte, ne? Das ist ja eine Ansage, aber das würde mich natürlich dann jetzt auch reizen, da mal zu essen. Ja, mich auch, muss ich ganz ehrlich sagen, mich auch. Es gibt noch einen anderen Restaurant-Guide, der das Hähnchen als das vielleicht beste Take-Out-Gericht der Stadt bezeichnet.
Und der Rockstar Beck verewigt Sanku sogar in seinem Song Deborah. Und da wir das hier aus rechtlichen Gründen nicht anspielen können, werde ich euch das auch auf der Website verlinken, falls ihr den Song einmal anhören wollt. Ich habe die Stelle einmal rausgeschrieben, wo es um Sanku-Chicken geht. Und zwar sagt er auf Englisch, Somehow I knew you were looking for some, like a fruit that's ripe for picking.
I wouldn't do you like that Sanku-Chicken. Und ich versuche es mal jugendfrei zu übersetzen. Also das heißt, für mich irgendwann wusste ich, dass du auf etwas auswarst, wie eine Frucht, die reif zum Pflücken war. Ich würde dich nicht so behandeln wie dieses Sanku-Hähnchen. Also nicht so verschlingen.
Was sagen wir dazu, Lilly? ich höre daraus, das Senku-Schicken schmeckt lecker. Ja, lecker. Die Konsistenz der Knoblauchsoße ist so ungewöhnlich, dass die Kundschaft jahrelang rätselt, wie sie gemacht wird. Die einen schwören, da seien Kartoffeln drin. Die anderen tippen auf Mayonnaise. Ein besonders besessener Stammkunde friert sogar einen Behälter ein und untersucht die gefrorenen Bestandteile.
Sein Fazit, da muss ein spezielles Olivenöl drin sein. Das exakte Rezept wird natürlich nie veröffentlicht, aber die Familie sagt irgendwann dazu, dass keine dieser Theorien stimmt. Madiros betont immer wieder, dass die Zutaten denkbar simpel und frisch sind. Es gibt keine künstlichen Abkürzungen. Die Magie liegt schlicht in der Präzision seiner Mutter.
Und in sehr viel Handarbeit. Jede einzelne Zehe wird von Hand abgeschnitten. In den Küchen von Sanku schälen Arbeiterinnen so jede Woche etwa 680 Kilogramm frischen kalifornischen Knoblauch. Und da habe ich mir gedacht, wahrscheinlich ist es exakt so einfach. Weil auch im Supermarkt, ich muss ganz ehrlich sagen, die Qualität von Knoblauch, die man im Supermarkt kaufen kann, ist meistens so mies.
Der ist so alt, der liegt schon so lange rum, dass die Hälfte schon vertrocknet oder angefault ist. Und wenn man mal richtig frischen Knoblauch isst, der bumst so hart. Ja, und man kennt das auch von allen möglichen Gerichten. Du brauchst meist gar nicht so viel. Du brauchst einfach nur gute Zutaten. Die italienische Küche besteht auch nur aus Knoblauch und Öl.
Also das ist jetzt ein bisschen verkürzt, das weiß ich wohl. Aber wenn das gut ist, oder aus Tomaten, es gibt ja auch wirklich, die Unterschiede bei Tomaten sind ja auch riesengroß. Ja, da merkt man einfach, man braucht was, was gut schmeckt und dann braucht man da nicht viel Chichi und das Geheimnis liegt dann wirklich wahrscheinlich in der Einfachheit und den guten Dingen. Naja.
Die erste Filiale läuft extrem erfolgreich. Rund 2 Millionen Dollar Jahresumsatz bringt sie ein. Das wären heute ca. 5 Millionen. Madiros drängt darauf, weitere Filialen zu eröffnen. Er träumt von einer amerikaweiten Kette mit 100 Filialen oder mehr. Nur eine hält von den großen Plänen so gar nichts. Margret.
Auf welcher Seite würdest du da stehen in der Familie? Lieber so den Einladen irgendwie gut weiterführen oder expandieren? Also wenn man das Gefühl hat, dass man so, wie man gerade lebt, zufrieden ist und gut lebt und die Arbeitszeiten für einen auch passen und so, dann wäre ich eher auch Team Margret.
Ich finde das ja auch ganz charmant. Es gibt ja hier in Berlin die wahnsinnig bekannte Dönerstätte Mustafas Gemüsekebab. Und ich meine mich daran zu erinnern, dass auch da viele Leute gesagt haben, ey, mach mehr, mach mehr, mach mehr. Und der hat dann irgendwann gesagt, nee Leute, ich brauche nicht mehr.
Er macht wahrscheinlich guten Reibach mit dem, was er da hat. Und warum sich den Stress antun? Mir fehlt aber auch, glaube ich, gänzlich dieser unternehmerische Geist, weswegen ich auch verstehen kann, dass wenn man den hat und expandieren möchte und vielleicht denkt, ey, unsere Knoblauchsoße ist so geil, das ganze Land soll die schmecken, dass man halt möchte, dass man expandiert.
Also ja, ich kann beide Seiten verstehen. Ich glaube, das hat er sogar in unserer Insight-Folge gesagt, der Mustafa. Ach stimmt, der war ja mal bei den Besseressern als Insider. Richtig und am Ende muss man auch sagen, er hat so viel Geld gemacht, weil es eben nur diesen einen Laden gibt und immer noch gibt.
Ja, kann ich verstehen, ich bin da bei dir. Ich kann die Mutter verstehen, die. Nach dieser Reise auf vielen Ebenen in die USA auszuwandert, diesen Laden aufzumachen, einfach sagt so, nee, das ist jetzt gut. Ich bin zufrieden damit. Wir haben damit ein gutes Leben. Gleichzeitig der Sohn, der natürlich andere Ansprüche hat, vielleicht vom amerikanischen Traum besessen ist, der große Unternehmer zu werden. Ich meine, wie alt ist die Mutter?
Die ist ja auch nochmal eine Stange älter als er. Ich kann mir auch vorstellen, dass die sich denkt, ich mache das irgendwie körperlich nicht mehr mit. Die ist zu dem Zeitpunkt, lass mich einmal kurz rechnen, so Mitte 60, jetzt Anfang der 90er. Und Madiros ist, rechne, rechne, knapp 40. Also der ist, so ein Zeitpunkt in seinem Leben, wo er wahrscheinlich sich denkt, naja, wenn ich jetzt nochmal angreife, dann jetzt.
Und die beiden können sich tatsächlich nicht einigen. Das heißt, 1991 kommt es zur Aufteilung des Unternehmens. Mediros bekommt das Recht, die Marke auf eigene Rechnung zu erweitern. Die Eltern und Mediros' Schwestern behalten das Stammhaus in Hollywood. Also das ist die Filiale, die ich dir gerade gezeigt habe.
Doch bei einer Sache sind sie sich einig. Die Knoblauchsoße wird es überall geben. Und Margret wird sie für alle Filialen weiterhin produzieren. Weiß ich nicht, ob das so schlau ist, dass das bei einer einzigen Person liegt. Also ich verstehe schon das Konzept eines Familiengeheimnisses. Aber sich da so abhängig zu machen? Es gab schon Leute, die ihr da geholfen.
Also sie hat jetzt nicht alles komplett alleine gemacht. Aber ich glaube, es ging dann zum einen darum, die Geschichte weiterzuerzählen, dass sie das macht, dass das ihre Soße ist. Und gleichzeitig haben sie die ja eh produziert. Warum sollen sie das jetzt irgendwie noch auslagen? Ob sie jetzt da 680 oder 780 Kilogramm dann verarbeiten, das kriegt man ja dann schon noch hin.
Madeiros eröffnet daraufhin weitere Filialen in den Stadtteilen Pasadena, Glendale, Phenise und Anaheim. Ein Jahr später, 1992, stirbt dann Madiros Vater. Ab jetzt ist er das Oberhaupt der Familie. Apropos Familie. Zu der gehören neben seiner Frau Rita mittlerweile auch die vier Söhne Dikran, Steve, Ara und Vatkes.
Ganz reibungslos läuft es mit den Söhnen aber nicht. 1997 fliegt der Älteste, Dikran, beim Schummelskandal auf. Er wollte sich beim Aufnahmetest für das Jura-Studium, dem R-Set, eine bessere Note erschleichen. Er zahlt eine Strafe, wird daraufhin ein Born-Again-Evangelist. Im Winter 2000 gerät der zweite Sohn Steve in eine Schießerei mit einem Zuhälter.
Er wird auf versuchten Mord verklagt. Nur knapp entgeht Steve einer lebenslangen Haftstrafe. Denn der Staatsanwalt erwähnte während des Verfahrens vor den Geschworenen eine angebliche frühere Straftat, die Steve nie begangen hatte. Steves Verteidiger, der Promi-Anwalt Mark Garagos, legte wegen dieser unzulässigen Aussage sofort Einspruch ein.
Der Prozess wird daraufhin für ungültig erklärt. Doch damit nicht genug der rechtlichen Probleme. Im selben Jahr unterläuft Madiros ein folgenschwerer Fehler. Er lässt versehentlich die Registrierung der US-Markenrechte an Sanko auslaufen. Im hektischen Alltagsgeschäft ging das einfach unter. Es war ja eh so, dass sie sich bei der Aufteilung des Familiengeschäfts 1991 mündlich darauf geeinigt hatten, dass Madiros das Recht erhielt, das Sanko-Konzept auf eigene Rechnung als Kette zu expandieren.
Medeiros lebt also in dem Glauben, dass ihm damit auch der Markenname Zanku rechtmäßig und uneingeschränkt gehört. Doch dem war nicht so. Und genau das sollte schon bald zu riesigen Problemen führen. Und ich kann ihn so ein bisschen verstehen, dass das untergeht. Ja, das kann ich hundertprozentig verstehen. Ich kann auch verstehen, dass einen das dann kolossal nervt, wenn jetzt jemand anders anfängt unter dem gleichen Namen. wahrscheinlich Hähnchen zu verkaufen.
Es erinnert mich gerade stark an diesen Konflikt hier in Berlin zwischen City Chicken und Nars Chicken. Das wäre vielleicht auch nochmal eine Sache für die gemischte Platte, deswegen will ich da gar nicht zu viel verraten, aber das... Ja, hat auch mit Konzepten und Namen und Hähnchen zu tun. Ja, ich meine am Ende, wo wir vorhin bei Mustafas Gemüsedöner waren, das ist ja genau das Gleiche. Wie viele Gemüsedöner und wie viele Dönerläden in dem Design, in der Aufmachung gibt es mittlerweile in Berlin.
Weil du kannst so ein Konzept ja nicht irgendwie abschließend sichern. Vor allem so Hähnchen, ja, ich meine, das kann jeder irgendwie, so ein ähnliches Design machen kann auch jeder. Denn ähnlichen Namen kann sich auch jeder geben. Das wirst du nie abschließend irgendwie schützen können. Tatsächlich ist das hier aber nicht unser Problem heute. Okay.
Ja, es geht in eine andere Richtung. Auf der einen Seite stand Anfang der 2000er Jahre also eine erfolgreiche Fastfood-Kette, die in Los Angeles Kultstatus hatte. Auf der anderen Seite eine Familie mit zahlreichen Problemen und Baustellen. Und dann kam auch noch der Krebs. 2001 oder 2002, auch hier sind die Quellen nicht ganz eindeutig, bekommt Mandiros eine schreckliche Diagnose.
Er hat Blasen und Darmkrebs im Endstadium. Mit Metastasen im Gehirn. Mandiros ist klar, er hat nicht mehr lange zu leben. Damit stellt sich die Frage, wer nach ihm das Geschäft führen soll. Für ihn ist klar, seine vier Söhne sind die richtigen Nachfolger. Das verkündet er seiner Mutter Margaret und seinen Schwestern.
Aber wieder einmal sehen Madiros und seine Mutter die Dinge sehr unterschiedlich. Margret reagiert ohne Mitleid für seine Krankheit. In einem Artikel des Los Angeles Magazine wird die Reaktion der Mutter wie folgt beschrieben. Auf Armenisch soll sie den sehr poetischen Satz sagen, Deine Söhne, der Schatten, den sie werfen, ist nicht Deine.
Anschließend soll sie aufgestanden und die Treppe hoch in ihr Schlafzimmer gegangen sein. Ab diesem Moment herrscht eisiges Schweigen zwischen Mutter und Sohn. Margret war schon gegen die Expansion. Die Übergabe an Madiros Söhne lehnt sie erst recht ab. Sie zieht aus dem gemeinsamen Haus mit Madiros aus und zu ihrer Tochter Jovic.
Zu ihrem Sohn bricht sie jeden Kontakt ab. Wie siehst du das? der Angang von Madios zu sagen, ich möchte das an meine Söhne weitergeben, also halte ich jetzt erstmal für fair, für nachvollziehbar. Ja, weil die ja auch eigentlich miteinander abgemacht haben, Mutter und Sohn, dass sie ihre Geschäfte trennen und wenn es darum geht, wer wird seine Geschäfte weiterführen, dann ist ja naheliegend, dass das seine, also erstens, dass es seine Entscheidung ist, die respektiert werden muss und auch, dass das seine Söhne sind, die ja wahrscheinlich ein größeres Interesse daran haben als seine Mutter, die ja schon in the first place meinte, dass sie das gar nicht will. Ja.
Also ich finde es auch eine heftige Reaktion, auch wenn dieser Satz, der Schatten, den sie werfen, ist nicht deiner. Also wenn der wirklich so gesagt sein sollte, dann ist das wirklich Poesie, weil sie damit natürlich ausdrückt, dass dieses Restaurant oder diese Kette existiert. Damit hast du eigentlich nichts zu tun, sondern das bin nur ich.
Aber der Schatten, den deine Söhne werfen, ist nicht deiner. Das verstehe ich eher so, dass die Söhne nichts für den Erfolg der Kette können, nicht, dass er nichts dafür kann. Okay, ja. Also sozusagen, die haben das nicht verdient, so verstehe ich das. Okay, okay. Weil ich habe gedacht, dass wenn die Söhne den Schatten werfen, ist eher die Sonne, die strahlt. Weißt du?
Ach, oh, okay. Und das heißt, wenn der Schatten, den die Söhne werfen, nicht von ihm kommt, sondern von ihr. So habe ich den Satz verstanden. Okay, du, das ist jetzt wirklich Meta-Meta. Aber das meine ich mir, das ist große Poesie, dieser Satz. Aber nach diesem Satz, ob er so gefallen ist oder nicht, werden wir nicht nachprüfen können, Dann zieht sich die Mutter von Madiros zurück und spricht kein Wort mehr mit ihrem sterbenden Sohn.
Sie wohnt jetzt bei Jorvik, habe ich ja schon angesprochen, und Jorvik ist Madiros jüngere Schwester. Sie managt zwei Filialen, pflegt die Mutter und ist so etwas wie das Bindeglied zwischen den Familienzweigen. Jetzt steht sie genau zwischen den Fronten. Und von Jorvik habe ich auch ein Foto für dich dabei.
Ja, sie hat genauso offene und aufgeweckte Augen wie er. Die Verwandtschaft ist erkennbar. Ja, hat auch lockige Haare, sieht ein bisschen nach einem verhaltenen Lächeln aus, aber ihr Blick ist auf jeden Fall offen und freundlich. Ja, und ich finde die Augenpartie und auch der Mund. Wenn du dir den Schnurrbart bei ihm mal wegdenkst, finde ich, dann haben die einen sehr ähnlichen Mund.
Ja, stimmt. Dann hat er nämlich auch so ein Leichtverhaltenes Lachen wie sie. Dass seine Mutter jetzt nicht mehr mit ihm spricht, empfindet Madiros als einen unerklärlichen und zutiefst schmerzhaften Verrat. Madiros versteht nicht, welches Verbrechen er begangen haben sollte, dass seine Mutter ihn ausgerechnet im Moment seiner tödlichen Krebserkrankung, und nach all seinen Jahren der Hingabe völlig ignorierte.
Er fragte sie jedoch nicht nach dem Grund, da ihm in diesem Konflikt nur noch sein Stolz geblieben war. Kurz vor dem Auszug geht Madiros so weit, dass er ein altes Kinderfoto aus Beirut, aus Michaels Kommode nimmt, ein Teil abreißt und ihn mit einem Streichholz anbrennt. Kurz darauf bricht in seinem Haus ein Feuer aus.
Madiros und Rita werden nur knapp gerettet. Als sein Sohn Steve ihn fragt, ob er seiner Mutter jemals wieder vergeben könnte, lehnt Madiros das Riegeros ab. Er wird mit den Worten zitiert, Gott wird eher dem Teufel vergeben als ich meiner Mutter. Oh yeah. Zur emotionalen Verletzung kommt die körperliche hinzu. Madiros geht es immer schlechter.
Er hat extreme Schmerzen, denn in seinem Gehirn sammelt sich Flüssigkeit. Er entwickelt eine starke Paranoia und ist überzeugt, nach seinem Tod werden seine Mutter und seine Schwestern, Rita und den Söhnen das Erbe und alle Filialen wegnehmen. Nach über eineinhalb Jahren, in denen er mit seiner Mutter kein Wort gewechselt hat, springt Madiros über seinen Schatten.
Er vereinbart am Telefon ein Treffen mit seiner Schwester und seiner Mutter. Er möchte Familienangelegenheiten besprechen. Seine Schwester Jovic stellt dafür ihr Haus in Glendale zur Verfügung. Am Morgen des 14. Januar 2003 schickt Madiros seinen Sohn Steve zum Einkaufszentrum Glendale Galleria. Er sagt ihm, dass er später einen Freund in einer seiner Filialen trifft.
Davor würde er noch gerne eine gefrorene Zitronenlimonade trinken, ein Lemon Slushie. Die gibt es nur im Laden Muscle Beach in diesem Einkaufszentrum. Aufgrund seiner fortgeschrittenen Krebserkrankung war das das Einzige, worauf er überhaupt noch Appetit hatte. Doch bevor Steve zurück ist, wirft Madiros seinen weißen Seidenanzug über und macht sich auf den Weg zu seiner Schwester.
Wie früher in Beirut hat Madiros zwei Waffen dabei. Im Hosenbund eine 9mm Browning-Pistole und in der Jackentasche ein 38er Revolver. Dazu neun zusätzliche Patronen. Gegen 13.30 Uhr erreicht Madiros das Anwesen am Ayers Canyon Way in den Hügeln von Glendale. Die Haushälterin von Jovic führt ihn ins Esszimmer.
Dort sitzt er mit seiner 45-jährigen Schwester zusammen, etwa eine halbe Stunde lang. Die beiden unterhalten sich, warten auf die Mutter und trinken eine Limonade. Gegen 14 Uhr kommt Margret mit einer Kiste Essen nach Hause. Die Haushälterin schenkt auch ihr ein Glas Limonade ein und zieht sich dann in ihr Zimmer im Untergeschoss zurück.
Die Familie soll ungestört reden können. Seine Schwester Jovic sitzt Madiros gegenüber, seine Mutter Margret zu seiner Rechten. Etwa fünf Minuten geht das Gespräch ruhig weiter. Dann zieht Madiros unvermittelt eine Pistole aus dem Hosenbund, streckt den Arm über den Esstisch und schießt seiner Schwester in den Kopf.
Jovic bricht sofort auf dem Granitboden zusammen. Seine Mutter schreit auf und versucht, zur Tür zu flüchten. Etwa fünf Meter vor dem Ausgang holt Madiros sie ein und stellt sich vor sie. Auf Armenisch fleht sie um ihr Leben. Doch Matiros schießt ihr in die Brust. Margret stürzt zu Boden. Er steckt über sie und feuert sieben weitere Schüsse direkt in ihr Herz.
Wir wissen das alles so genau, weil Jorwigs Sohn, Hagop, der ebenfalls im Haus ist, die Schüsse hört und zur Treppe eilt. Madiros sieht zu ihm hoch und sagt kein Wort. Dann geht er ins Wohnzimmer, setzt sich auf das Sofa und erschießt sich. Um 14.23 Uhr setzten Hagop und die Haushälterin einen Notruf ab.
Die Polizei von Glendale kann nur noch den Tod der drei feststellen. Ich würde sagen, das lassen wir einmal ganz kurz sacken. Weil das ging ganz schön schnell und das war glaube ich auch das Überraschende in dieser Situation, ich habe auch noch mal versucht noch mehr zu diesem Tatablauf zu finden aber es ist genauso wie ich es gerade beschrieben habe es sitzt ein kurzes paar Minuten zusammen und dann schießt er ja und damit hat, ja wirklich niemand gerechnet also, wie schrecklich alter Schwede.
Ich denke mir die ganze Zeit so Leute also das sagt sich natürlich manchmal leichter als es dann auch getan wird, aber also man hört ja so oft von so Streitigkeiten bezüglich Erbe und Geld und wer kriegt jetzt was und so, man wünscht einfach nur, dass die Leute irgendwie mehr miteinander sprechen würden und vielleicht schneller über ihren Schatten springen, versuchen irgendwie gemeinsam eine Lösung zu finden und, er hat ja einfach entschieden, er beendet jetzt das Leben von den dreien und, die beiden haben gar keine Chance, nochmal irgendwas entscheiden zu können oder.
Und ich meine, ihr könnt euch schon denken, über die Motivation wissen wir nichts, es gibt keinen Brief, den er hinterlässt oder ähnliches das heißt, diese Tat führt natürlich auch schnell zu Spekulation und. Eine Sache, wo sich die meisten einig sind, ist, dass er durch die Metastasen im Gehirn und die Flüssigkeit im Gehirn, auch angefangen hat zu halluzinieren, dass er paranoid wurde und dass diese Tat sehr wahrscheinlich das Ergebnis so eines paranoiden Schub war, weil er dachte, ihm wird alles weggenommen.
Das ist die einzige Erklärung, die es zu dieser Tat gibt. Die Tat erschüttert die Familie und die gesamte armenische Gemeinschaft in Los Angeles. Ausgerechnet Madiros, der seine Mutter jedes Jahr öffentlich mit einem großen Fest gefeiert hat, hat sie umgebracht. Sein Sohn Steve quält sich mit vielen ungeklärten Fragen.
Hatte sein Vater ihn losgeschickt, dass er unbemerkt das Haus verlassen konnte? Außerdem ist da die Hoffnung, dass sein Vater vielleicht kurz vor seinem Suizid begriffen hatte, was er da getan hatte und um seine Mutter und Schwester geweint. Doch der Befund der Gerichtsmedizin nimmt ihm diese Illusion.
Sie finden in seinem Gesicht keine einzige Spur von getrockneten Tränen. Mediros hatte bis zu seinem Tod keine Träne vergossen. Auf das Warum werden wir keine abschließende Antwort bekommen. Aber was natürlich klar ist, ist, dass die Familie jetzt vor einem familiären, aber auch einem geschäftlichen Scherbenhaufen steht.
Wir haben jetzt zwei verfeindete Familienteile, könnte man eigentlich sagen. Auf der einen Seite Rita und die Söhne, auf der anderen Seite Madiros Schwestern, Kinder und alles, was da dazu gehört. Und gleichzeitig eben diese Markenregistrierung, die seit rund drei Jahren abgelaufen ist. Alter Schwede, was für eine riesige Scheiße.
Also es war auch noch nicht mal so, dass sich die beiden Familienzweige irgendwie in ihrer Trauer und in ihrer Verzweiflung aufeinander zubewegt haben, sondern es ist vereist. Das, was vorher schon so gebrodelt hat und dieses Gegeneinander hat sich jetzt im Tod nicht aufgelöst, sondern ohne hier zu viel zu spoilern, es wurde eigentlich nur noch schlimmer.
15 Tage nach der Beerdigung ihres Mannes übernimmt Rita die Führung der Filialen. Und nochmal dazu, sie hat bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in einem Geschäft gearbeitet. Aber ab jetzt muss sie die Filialen führen, zusammen mit ihren Söhnen. Und von Rita habe ich tatsächlich auch ein Bild. Wen siehst du? Ich sehe eine Frau, ich würde sagen um die 50, die hinter einem Tresen steht.
Also ich würde jetzt einfach mal vermuten, dass es sich um den Tresen einer der Filialen handelt. Und sie steht da vor so typischen GN-Behältern, guckt ein bisschen niedergeschlagen so zur Seite, aber steht trotzdem aufrecht da, so nach dem Motto, ich bin hier Chefin. Aber sie guckt so ein bisschen in die Ferne und.
Man sieht so ein bisschen so ein Fragezeichen im Gesicht, so nach dem Motto, wie soll es jetzt weitergehen? Also sie steht da nicht so nach dem Motto, ich packe jetzt hier an und alles läuft. Sondern es ist ein bisschen so ein resigniertes Chefinnen-Spielen, finde ich. So sieht es aus. Ich weiß natürlich jetzt auch noch ein bisschen was dazu. Wenn du mir das Foto in einem anderen Kontext gezeigt hättest, weiß ich nicht, was ich gesagt hätte.
Aber sie sieht traurig aus. Ja, also das Foto ist ungefähr fünf Jahre nach dem Mord aufgenommen worden, 2008. Okay. Also es ist schon ein bisschen später. Sie wird generell für die Zeit nach dieser Übernahme oder nachdem sie die Kette dann übernimmt, mit folgenden Worten zitiert. Sie sagt, ich hatte keine Zeit zu weinen. Ich musste aus dem Bett aufstehen, ich habe ihn beerdigt und 15 Tage später habe ich dieses Geschäft geführt.
Und vielleicht ist das, was du siehst mit Resignation, auch eine gewisse Müdigkeit vielleicht. Weil sie hat sich das ja nie ausgesucht. Und ich glaube, wenn sie da wirklich hätte mitarbeiten wollen, kann ich mir vorstellen, dass sie da irgendwo auch eine Funktion gefunden hätte. Aber sie wurde da jetzt von heute auf morgen in diesen Laden geworfen, zusammen mit ihren Sünden.
Aber offensichtlich gibt es die Läden alle noch zu dem Zeitpunkt. Und die laufen weiter. Also die Femizide und der Suizid haben jetzt nichts am Erfolg dieser Kette. Verändert? Fragezeichen? Und Ausrufezeichen. Kommen wir jetzt dazu. Denn ich habe es ja gerade schon erwähnt, auf der einen Seite stehen jetzt Rita und ihre Söhne und auf der anderen Seite Joviks Söhne und die anderen Schwestern, die anderen Geschwister.
Und ab diesem Zeitpunkt wird der Fehler mit der Markenregistrierung zu einem riesigen Problem. Denn die Söhne von Jovic fordern die Rechte an der Marke Senku. Doch auch Rita und ihre Söhne beanspruchen das Recht an der Marke für sich. Die Söhne von Jovek schalten daraufhin Anwälte ein und fechten Ritas Alleinanspruch offiziell an.
Rita hingegen reicht auch eine Klage ein, um die Alleineigentümerschaft gerichtlich durchzusetzen. Erst Ende 2006 kommt es dann vor einem Berufungsgericht zu einem Urteil. Der Richter sagt, dass die Markenrechte beiden Familienzweigen gemeinsam gehören. Rita reagiert entsetzt und wirft dem Richter vor, einen Fehler zu machen, da man eine Restaurantkette nicht mit zwei verfeindeten Eigentümern führen könne.
Doch das Ergebnis ist final. Dazu streben die Neffen von Madiros eine Zivilklage wegen widerrechtlicher Tötung, also dem Wrongful Death, den wir ja auch schon ein paar Mal besprochen haben, an. Damit wollen sie Schadensersatz in Millionenhöhe aus Madiros Nachlass einfordern. Diese Klage wird vor Gericht jedoch abgewiesen, da die Anwälte der Kläger die gesetzliche Verjährungsfrist versäumt haben.
Einer der Söhne von Jovic findet zu diesem Zeitpunkt deutliche Worte für die Tat seines Onkels. Was ihr Vater getan hat, war unfassbar, die eigene Mutter und Schwester für ein Geschäft zu töten. Jetzt muss man aber natürlich sagen, dass wenn es Mandiros darum gegangen wäre, das Erbe seiner Söhne zu schützen, dann hat er mit diesem Mord eigentlich exakt das Gegenteil erreicht.
Denn seine Tat hat genau die Schlammschlacht ausgelöst, die dieses Erbe am Ende zerreißt. Denn das Gerichtsurteil aus dem Jahr 2006 besiegelt die strukturelle Lähmung der Kette. Sie zersplittert in zwei unabhängig geführte Blöcke. Rita und ihre Söhne betreiben heute 13 Filialen. Die anderen vier gehören unter anderem Joviks Söhnen.
Dazu gehört auch das Original am Sunset Boulevard, was wir uns vorhin angeschaut haben. Und jetzt wird es wirklich ein bisschen absurd in dieser ganzen Geschichte, weil Rita besitzt die Domain zankuchicken.com und weigert sich auf dieser Website bis heute, die Filialen des anderen Familienzweigs dort aufzuführen.
Jovic Söhne haben dagegen die Domain zankuchicken.la, auf der wiederum nur ihre vier Filialen zu sehen sind. Und ich weiß nicht, The Office hast du ja nur ein bisschen geschaut, aber es gibt irgendwann, glaube ich, in Staffel 4 oder 5, gibt es irgendwann die Stelle, wo alle beraten, wo sie denn jetzt Pizza bestellen.
Ob sie bei Pizza bei Alfredo oder Alfredos Pizza Café bestellen. Und daran erinnert mich das so ein bisschen. Ich glaube, dass selbst Stammkunden nicht wissen, dass die nicht zusammengehören. Weil die sehen sehr ähnlich aus. Sie sehen schon ein bisschen anders aus, aber schon relativ ähnlich. Und gleichzeitig, es gibt keine gemeinsame Unternehmenszentrale mehr, was zur Abweichung bei Preisen und auch den Menüs führt.
Die fehlende rechtliche Einheit verhindert außerdem bis heute den Einstieg von Investoren oder den Aufbau eines nationalen Franchise-Systems. Und es gibt sie daher tatsächlich nur in Los Angeles bis heute. Also falls es den unternehmerischen Wunsch gegeben hätte, daraus eine Franchise zu machen, haben sie sich damit eigentlich ins eigene Fleisch geschnitten.
Und damit hat eigentlich Matheus auch sich seinen großen Traum verbaut, wie so eine nationale Kette irgendwann mal zu haben. Und wie steht es um die Knoblauchsoße? Die haben wir ja auch noch. Einer der Söhne von Jovic betont, dass er die Gerichte und die Knoblauchsoße ab seinem 13. Lebensjahr direkt von seiner Großmutter Margaret gelernt hat.
Und dass er sie streng an die Originalrezepte hält. Und so wie ich das aus Berichten verstehe, werden auch heute noch alle Filialen aus einer zentralen Produktion mit der Knoblauchsoße beliefert. Es gab im Dezember 2024 zuletzt einen Bericht von der LA Times. Die die Fabrik besucht haben und da stand dann geschrieben, dass sieben VollzeitmitarbeiterInnen jedes Jahr gut 181 Tonnen Knoblauch verarbeiten und die, wie gesagt, so wie ich das verstehe, an alle Filialen geht.
In einem Beitrag von 2010 allerdings schließt Rita eine Versöhnung aus. Sie sagt, I don't think things can be fixed. There are too many bad feelings. Also sie glaubt nicht, dass es irgendwie geheilt werden kann und dass da zu viele negative Gefühle da sind. Joviks Sohn sagt, dass er seine Tante Rita liebt und auch seine Cousins trotz allem und dass er weiter auf eine Versöhnung hofft.
Er sagt dazu, wenn ein Restaurant gespalten ist, wird es irgendwann scheitern. Ich hoffe immer noch auf Versöhnung. Das ist der einzige Weg, wie Sanko in diesem Land der Fastfood-Hamburger überleben kann. Auch ein bisschen große Worte, aber es ist ja irgendwie schön, dass da noch so ein bisschen recht...
Wenigstens optimistisch und freundlich und Herzlichkeit da drin. Und nicht so ein komplettes Ausschließen von einer Versöhnung. Es ist echt traurig, ja. Am Ende haben alle die Oma verloren. Also die Neffen haben alle ihre Oma verloren. Und dann die Mutter und die Tante und den Onkel und den Vater. Also es wäre auch irgendwie schön gewesen, wenn sie sich dann darüber versöhnt hätten oder in der gemeinsamen Trauer irgendwie vereint hätten.
Aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass jetzt von Seiten von Rita, sich das noch verändern wird. Irgendwie dafür ist dann jetzt schon so viel Zeit vergangen. Ja, ich habe wie gesagt nichts mehr dazu gefunden, wie es heute im Jahr 2026 ist. Es gibt keine aktuellen Berichte, aber ja, könnte ich machen, aber ich...
Ich gehe davon aus, wenn die sich versöhnt hätten, dann würde das berichtet werden. Weil das ist eine große Geschichte, wenn sich diese Familie auf einmal wieder versöhnt und wieder zusammenkommt und eben über dieses Auseinanderreißen wieder zusammengefunden hat. Ich glaube, die haben sich jeder so ein bisschen in ihrer Ecke irgendwie eingerichtet und machen damit jetzt so weiter.
Es gibt ein Video aus dem Jahr 2015, kann ich auch gerne auf die Website packen, wo man die Söhne von Madiros nochmal sieht und in dem Video sagen sie auch, dass sie gemeinsam mit der Mutter das Business aufs nächste Level gehoben haben. Also da schwingt auch so ein kleiner Hieb noch mit gegenüber dem anderen Zweck der Familie.
Ich muss aber ganz ehrlich sein, wenn ich das nächste Mal in L.A. Bin, dann hätte ich schon Interesse, mal beide auszuprobieren und zu schauen, wie die schmecken. Wie unterschiedlich die schmecken. Und dann gehst du bitte live bei Instagram und nimmst uns alle mit. Würde mich jetzt auch interessieren.
Also erstens, wie es überhaupt schmeckt und dann, ob du unterschiedlichst. Zahlt das der Podcast? Das zahlt der Podcast. Perfekt, dann buche ich den Flug morgen. Darfst du die Firmenkreditkarte benutzen. Perfekt, danke. Ja, also tatsächlich ist das das Ende der Geschichte. Und ja, es zeigt sich, dass Matthias Iskanderian davon geträumt hat, irgendwann mal 100 Filialen und mehr zu besitzen und dass seine Söhne sein Erbe weiterführen.
Geworden sind es am Ende 17, verteilt auf zwei Familienzweige, die sich zwar einen Namen und eine Knoblauchsoße teilen, aber sonst nicht mehr viel. Aber zumindest die Knoblauchsuße noch, das ist ja am Ende fast so eine Art diplomatischer Kanal, der noch existiert, über den man Kontakt halten muss. Ja, ja.
Und ich habe mich so am Ende noch gefragt, ob es irgendwo den Punkt hätte geben können, wo die Eskalation gestoppt werden hätte können. Ich meine, wir sind nicht in dieser Familie drin. Nur von außen wirkt es so, als hätte es irgendwo den Punkt geben können, dass man sagt, wie finden wir da zusammen diese ausgelaufene Markenregistrierung, dass das so ein Beschleuniger scheinbar war, anscheinend war. Und Stolz.
Und Stolz ist leider auch immer wieder ein Thema. Eieiei, was für eine Familientragödie. Ja, das war der Fall für diese Woche. Ihr findet alle Fotos und Quellen und Links auf der Website. Dort findet ihr auch alle Infos noch zu Steady. Und das war's für diese Woche, Lilly, von mir. Aber wir haben natürlich noch ein Foodcrime der Woche.
Von dir oder aus der Community? Wie sieht es da diese Woche aus? Es gibt diese Woche wieder einen aus der Community und den hören wir uns jetzt mal an. Okay, haben wir wieder kalt, das ist eigentlich gut, das machen wir jetzt immer so. Hallo ihr zwei, ich habe jetzt auch einen Foodcrime für euch und zwar sind es diese kleinen.
Puppenspielzeug 0,2 Liter Cola Fläschchen, wo ich mich jedes Mal frage, wen wollt ihr eigentlich verarschen? Dann kriegt man da so ein ganz, ganz kleines Cola Fläschchen und das hat man mit ein, zwei Schlückchen weg. Und dann kann man das nächste und dann sind die ja so unfassbar unverschämt teuer. Wo ich mir dann jedes Mal denke, das ist ein richtiger Scam.
Und wenn ich sowas sehe mittlerweile eigentlich, gehe ich gar nicht in den Laden rein. Nein, nur da ging es nicht anders und da habe ich mich totes drüber aufgeregt und habe dann nur noch Wasser getrunken, weil die kamen in 0,3 Fläschchen und da fand ich das dann okay. Auf jeden Fall, diese 0,2 Fläschchen, ein absoluter Scam für mich in der Gastro und ein richtiger Foodcrime.
Geh ich mit? Geh ich mit? Ich hab ein bisschen das Gefühl, das ist die Shrinkflation der Gastro. Dass man kleinere Flaschen anbietet. Ich hab das tatsächlich jetzt auch, wo wir beim Thema heute Fastfood-Chicken waren und wir schon über Döner gesprochen haben, ich hab das, gefühlt auch schon in einigen so Fastfood-Läden gesehen, dass man dann einfach nicht mehr die 0,3-Cola, sondern die 0,2 oder 0,25-Cola anbietet.
Was jetzt vielleicht auf den ersten Blick nicht so auffällt, aber wenn man dann auf den Preis schaut oder auf die Flasche dann aus allen Wolken fällt. Das geht nicht. 0,2 ist Quatsch. 0,2 ist Quatsch. Das ist wirklich ein Scam. Also das gehört verboten. Da gehen wir mit dir. Ja, weil man ist das einfach gewohnt, dass man eine 0,3-Flasche bekommt.
Ja, und jetzt also ganz ehrlich 0,2, das ist ja, das ist ja, das stillt deinen Durst ja nicht. Nein, nein, das ist Quatsch. Da gehe ich zu 100 Prozent mit und ich finde das gut, dass wir das hier mal ansprechen, weil 0,5 brauche ich auch oft nicht, ja. Aber 0,3 soll, ich finde 0,3 ist die perfekte Größe zu einem Döner oder zu so irgendwas auf die Hand, finde ich, ist 0,3 die perfekte Größe.
Das dauert eigentlich genauso lang, wie man isst und es überfüllt den Magen nicht. Weil wenn ich mir jetzt so einen halben Liter Cola reinkippe, dann blubbert zu viel. Ich finde, 0,3 ist die perfekte Beilage, getränkliche Beilage. Und 0,2 sollte nur bei Kölsch erlaubt sein. Bei allen anderen Getränken auf diesem Planeten sollte das verboten werden.
Gut, das sagst du jetzt. Ja, da kann man so und so sehen. Ich verstehe es schon, auch bei Bier macht das ja auch schon Sinn, weil es bleibt dann frisch und knackig und... Wie ein typisches Biergeräusch. So klingt es für mich ein Kölsch, wenn es auf den Tisch kommt. So eine Flotte. Okay. Wenn ihr mehr zu Flo macht Geräusche nachhören wollt, dann abonniert doch unseren Podcast gerne auch bei Steady oder über Steady.
Da bekommt ihr tolles Bonus-Material. Einmal proben wir eine extra Folge, nur mit Geräusch von mir. Flo hat ja lange auch als Sprecher und Geräusch-Imitator gearbeitet, aber das wird jetzt mittlerweile alles von der KI ersetzt. Ja, von der KI. Wir werden auch eine Petition starten, dass das wieder rückgängig gemacht wird, dass du da wieder die Biergetränke sprechen kannst.
Ich finde, das sollte man auch mal... Ja, ich würde sagen, wir legen dich mal jetzt wieder zurück ins Bett, decken dich zu, legen dann da oben, weißt du, so wie in so Comics oder im lustigen Taschenbuch bekommen die ja immer so diesen Sack auf den Kopf, der kühlen soll und Thermometer in den Mund. Das machen wir jetzt mit dir und ich würde sagen, wir sind damit wieder zurück in der Realität angekommen.
Oh, du willst noch was sagen? Ich wollte mich für die Sprachnachricht bedanken und sagen, wenn ihr auch persönliche Foodcrimes habt, die ihr mit uns teilen möchtet, dann schickt uns entweder bei Insta eine Sprachnachricht in den Nachrichten, in den Privatnachrichten oder über unsere Website. Da gibt es nämlich eine Sprachnachrichten Funktionen, dann landen die bei uns in den E-Mails und über die freuen wir uns immer ganz besonders.
Und vielen Dank an den Foodcrime-Absender dieser Woche. Wir wissen jetzt nicht, ob wir dich namentlich nennen sollen, aber du bist ein aktiver Hörer, was uns sehr freut. Da wurden schon einige Nachrichten hin und her geschrieben im Chat. Jetzt haben wir auch mal eine Stimme dazu gehört. Das war sehr schön. Keep up the good work.
Dann hören wir uns in der nächsten Woche wieder mit einem Fall von Frau Temme. Richtig. Und bis dahin sagen wir liebe Grüße. Ah, war fast synchron.