
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
GP12: Mafiöse Strukturen in deutschen Eisdielen, ein yummy Bar-Snack und Brot, das die Welt spaltet
Samstag, 26. September 2026 · 41 min
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Shownotes
Wir sprechen diese Woche über einen Artikel, der Lilly sehr beschäftigt hat. Es geht um tausende Brasilianer und Brasilianerinnen, die jedes Jahr als SaisonarbeiterInnen für unsere Eissaison einfliegen und um ein System, das ziemlich viele Kriterien für einen Food Crime erfüllt.
Dann wird es lecker: Wer von euch liebt Bitterballen genauso sehr wie Lilly? Oder seid ihr im Team Flo? Der findet sie nämlich überbewertet (obwohl er Kroketten liebt, naja). Unterschiedliche Ansichten haben die beiden auch, wenn es um das $60-Hype-Brot aus New York geht.
Und dann muss sich Lilly noch eine unbequeme Wahrheit anhören. Ihre Käse-Nachos im Kino sind vielleicht gar nicht so frisch, wie man denkt: Unser Food Crime der Woche aus der Community.
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Lilly, was liegt denn heute auf der gemischten Platte? Mafiöse Strukturen in deutschen Eisdielen und ein niederländischer Supersnack. Das ist die gemischte Platte. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lilly Temmer. Wir grüßen euch, ihr da draußen, zu einer neuen Folge Gemischte Platte. Vielleicht habt ihr es bemerkt, vielleicht auch nicht.
Wir sind eine Woche später dran als sonst. Das hat einen einfachen Grund. Ich war krank, bin es ehrlich gesagt immer noch. Aber ich kann mittlerweile wieder aufnehmen. Und wir haben einfach beschlossen, dass wir eine Woche später eine Folge veröffentlichen. Bitte verzeiht es uns und seht es uns nach.
Aber jetzt sind wir ja auch wieder zurück. Und vielleicht habt ihr es ja gar nicht bemerkt. Hoffentlich habt ihr es bemerkt. Aber das heißt auch, dass wir unsere Steady-Bonus-Folge eine Woche nach hinten schieben. Also wir haben sozusagen jetzt eine Woche ausgesetzt und jetzt geht's weiter. Aber schön, dass du wieder da bist, nachdem ich die letzte Folge alleine bestreiten musste, aber mit zwei tollen Gästen. Ja, du hattest die besten Gäste, finde ich, die man sich wünschen kann für den Fall der Krankheit.
Das war jetzt was Neues für uns, das ist ja noch nie passiert hier in unserer. Fast zweijährigen Geschichte. Da war ich auf jeden Fall sehr dankbar, dass du die Stellung gehalten hast. Und wer die Folge noch nicht gehört hat, ich kann sie euch sehr empfehlen. Das ist die Folge zum BSE-Skandal von letzter Woche.
Und die Gäste, die da waren, waren... Max und Jodatan von Zwischenfortschritt und Frevel. Auch bekannt als Quark Science Cops. Die sind ja auch in doppelter Mission unterwegs. Irgendwie ist das gerade ganz komisch. Ich habe mich so daran gewöhnt, dass wir jede Woche aufnehmen, Flo. Dass ich gerade das Gefühl habe, nach dieser kurzen Pause, sodass wir uns ewig nicht gesprochen haben. Wir haben uns auch ewig nicht gesprochen.
Wir müssen uns erst wieder eingrooven hier. Wir müssen uns wieder eingrooven. Soll ich einfach direkt mal anfangen mit dem Foodcrime für diese Folge? Ich habe ja schon angeteasert, dass es um mafiöse Strukturen in deutschen Eisdielen geht. Ja, mach das. Ich habe tatsächlich auch noch eine Sache mit heute. Die können wir dann aber später noch besprechen. Die ist dir wahrscheinlich auch aufgefallen in der letzten Zeit und ich wollte da gerne mal deine Meinung dazu hören. Aber dann lass uns das später machen.
Gut, bin ich gespannt. Übrigens, ich wollte noch was aufnehmen. Wir haben vor einer Weile mal darüber geredet, dass wir, oder ich Kefir liebe. Und dann haben wir so ein bisschen darüber gefrotzelt, dass wir darüber nicht reden sollten, weil der vielleicht sonst aus Supermarktregalen verschwindet, die Leute nur noch Kefir kaufen, weil wir dann auch über so Influencer-Hypes und so gesprochen haben.
Tatsächlich gab es in den letzten Wochen in meinem Stamm-Supermarkt hier nicht mehr den Kefir, den ich immer trinke. Und ich war wirklich aufgeschmissen und dachte, das kann jetzt nicht wahr sein. Aber er ist jetzt endlich wieder zurück in den Regalen. Ich weiß nicht, was da los war. Ich hatte Angst, dass er einfach aus dem Sortiment genommen wurde.
Wurde er nicht. Die Geschichte ist auch gar nicht so krass. Ja, dass du dann doch aus Versehen den Kefir Supply in Berlin-Kurzberg zum Erdigen gebracht hast. Ja, dem war zum Glück nicht so. Es gibt auch noch gute Nachrichten, Leute. Wir schätzen uns gemacht nicht. Übrigens, komm, dann möchte ich auch noch Bezug nehmen auf die Sahne-Cocktails, die wir jetzt vor zwei Wochen schon in unserer Folge besprochen haben.
Leute, ich wusste doch nicht, in was für ein Wespennest wir dort stechen. Die Leute sind schon wieder ausgerastet, weil scheinbar lieben sie Sahne-Cocktails. Also ihr da draußen, ist ja keine graue Masse, sondern ihr liebt Sahne-Cocktails und ich entschuldige mich auch, dass sie gesagt hat, man macht einen White Russian mit Likör 43 und Milch.
I was so wrong. Es tut mir leid. Sahne und Kaffeelikör, Kalua. Okay. So. Kelle Fauxpas, Flo. Aber wirklich, du, die Kommentare. Junge, junge, junge, junge. Da mühen wir uns hier inhaltlich ab, euch wirklich spannende, tolle Folgen abzuliefern. Und wo kommen die Kommentare? Ja, wenn ich über den White Rush mit mir spreche.
Ja. Und da sitzen wir dann hier und denken uns, na danke, Leute. Dann können wir ja nur noch irgendwelche, weiß ich nicht, irgendwelche Hot Takes hier reinschreien in unsere Mikros. Das sorgt für mehr Engagement als aufwendig recherchierte Fälle. Naja. Gut. Ich würde sagen, wir starten jetzt mal rein. Und zwar habe ich eine E-Mail bekommen von Eva.
Hallo und liebe Grüße an dieser Stelle. Und zwar hat Eva mir einen Artikel geschickt. Und der hat mich wirklich sehr beschäftigt. Und ich dachte, der passt sehr gut zur gemischten Platte. Auf die ihr jetzt bestimmt nach dieser einwöchigen Pause ganz hungrig seid. Es geht wieder um Eis. Wir hatten ja schon vor ein paar Wochen über das beste Eis der Welt, Spaghetti-Eis gesprochen.
Und weil der Sommer jetzt vorbei ist und das ein Saisonprodukt ist und auch irgendwie ein Saisonthema, dachte ich, schiebe ich das jetzt noch mit rein, bevor man sich vielleicht geistig schon wieder völlig von Eisdielen verabschiedet hat. Es geht heute um das italienische Eis, das man im Sommer eigentlich an jeder zweiten Ecke kaufen kann.
Eine Kugel Stracciatella in der Waffe 2,30 Euro, klingt erstmal harmlos, ist es aber nicht, wenn man mal fragt, wer einem das eigentlich verkauft und was dahinter steckt. Es geht um tausende Brasilianer und Brasilianerinnen, die jedes Jahr für unsere Eissaison hier einfliegen, um einen Bergrutsch in Italien vor über 60 Jahren und um ein System, das ziemlich viele Kriterien für einen Foodcrime erfüllt, auch wenn es hier nicht direkt ums Essen selbst geht, sondern um die Leute, die es uns verkaufen.
Darf ich da kurz einhaken? Ja. Ich habe diesen Artikel, glaube ich, auch gesehen. Ich habe mich aber nicht weiter eingelesen. Aber da war was. Ich erinnere mich. Ja, es ist viral gegangen. Es ist ein Artikel aus der Süddeutschen. Ich glaube, aus dem Magazin, den ich euch auch gerne hier verlinke. Unter der Folge, beziehungsweise auf der Homepage könnt ihr den anklicken und auch ganz selber lesen.
Das ist auch meine Hauptquelle heute gewesen. Und der Artikel hat mich wirklich nachhaltig beschäftigt. Ich fange an mit zwei Leuten. Wir nennen sie Matteo und Marcia, so heißen sie auch in dem Originalartikel. Ihre echten Namen wurden aber geändert. Matteo ist Mitte 20, arbeitet gerade in einer Eisdiele in Oberfranken und hat auf seinem Handy einen Countdown laufen.
Bis zum Saisonende. Er sagt sich das seit acht Jahren. Diese Saison ist die letzte. Dieses Mal soll es aber wirklich auch stimmen. Marcia ist 50, verkauft Eis an einem Kiosk in Oberbayern und pendelt seit vier Jahren zwischen zwei Sommern, dem deutschen und dem brasilianischen. Sie hat quasi keinen Winter mehr erlebt.
Beide kommen aus derselben Gegend, aus Uru Sanga, einer Kleinstadt im Süden Brasiliens, zwölf Autostunden südlich von Sao Paulo. Und das sage ich nochmal, weil ich diese Entfernungen und Dimensionen in Brasilien wirklich unvorstellbar finde. Ich bin ja in Belde auch selber da und werde das dann wahrscheinlich spüren.
Aber zwölf Autostunden südlich von Sao Paulo und Sao Paulo liegt schon sehr weit südlich im Land. Also wirklich, das Land ist gigantisch groß. Ich bin ja ein ganz großer Fan von diesen entzerrten Weltkarten. Mercator ist, glaube ich, das, was wir so allgemein benutzen und was man kennt. Und die andere, ich vergesse immer, wie die heißt, wo im Grunde die Relation der Länder zueinander eins zu eins ist.
Wo man dann wirklich sieht, dass Deutschland zum Beispiel im Vergleich zu vielen afrikanischen oder auch südamerikanischen Ländern echt klein ist, weil das verzerrt ist auf unseren Landkarten. Und daher muss ich gerade wieder dachten, wenn man Brasilien dann so ein bisschen auf der Welt hin und her schiebt, wie groß es ist.
Da gibt es glaube ich auch eine Website. Ich muss mal schauen, ob ich die finde. Da kann man damit so ein bisschen spielen. Ja, dann packen wir die auch auf die Website, oder? Die Website auf die Website. Kann man sich das nochmal genauer anschauen? Ja. Weil ich möchte jetzt auch ein bisschen da rumschauen und mir die Dimensionen nochmal anschauen.
Also diese beiden Menschen, um die es heute geht, die kommen eben aus derselben Gegend, aus Udo Sanga. Und das ist auch kein Zufall. Laut des Artikels sind zur europäischen Eissaison schätzungsweise ein Fünftel der Einwohner von Udo Sanga außer Landes und fast alle Richtung Deutschland, fast alle für dieselbe Branche.
Aber warum ausgerechnet Udo Sanga? Weil die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts von norditalienischen Auswanderern gegründet wurde. Hungersnot, Armut, Brasilien warb mit Land und Perspektive. Bis heute hängt in Udo Sanga überall die italienische Flagge. Man spricht noch einen alten norditalienischen Dialekt, gemischt mit Portugiesisch.
Und dieser italienische Ursprung ist heute wahres Geld wert. Denn wer nachweisen kann, dass die Urgroßeltern aus Italien stammen, hat Anspruch auf einen italienischen Pass. Und mit dem kann man in Deutschland arbeiten. Ganz legal, als EU-Bürgerin oder EU-Bürger eben. Jetzt müssen wir kurz einen Sprung in die 60er Jahre machen.
1963 löste sich in den norditalienischen Dolomiten eine ganze Bergflanke und stürzte in den Vajon-Stausee. Die Flutwelle hat die Kleinstadt Longarone und umliegende Dörfer komplett weggerissen. Es gab damals fast 2000 Tote. Und das Bittere daran, diese Katastrophe war absehbar. Der Stausee gehörte dem Energiekonzern Sade, der damit die Industrie im Piavetal mit Strom versorgen wollte.
Gebaut wurde er zwischen 1957 und 1960. Mit über 260 Metern war er damals der höchste Staudamm der Welt. Schon als der See zum ersten Mal befüllt wurde, fingen die Hänge des Montetoc an, sich zu bewegen. 1960 rutschten bereits 700.000 Kubikmeter Fels in den See. Es gab eine 10 Meter hohe Welle. Durch Glück kam damals aber niemand zu Schaden.
GeologInnen warnten danach ausdrücklich vor weiteren Bewegungen des Bergs. Sade und die zuständige Kontrollkommission haben diese Warnungen offenbar ignoriert oder kleingeredet. Stattdessen wurde der Stausee weiter aufgestaut bis fast an die technische Belastungsgrenze. Der Grund für die Instabilität war, unter der Oberfläche lagen dünne, tonhaltige Gesteinsschichten, die sich mit dem aufsteigenden Wasser vollsogen, aufquollen und irgendwann praktisch wie so eine Schmierschicht wirkten, auf der die ganze Bergflanke abrutschen konnte.
Am 9. Oktober 1963, kurz vor 23 Uhr, war es dann soweit. Rund 270 Millionen Kubikmeter Fels stürzten auf einmal in den See. Danach gab es einen Strafprozess gegen die verantwortlichen Bersade und den Kontrollbehörden. Mehrere wurden zu Haftstrafen verurteilt, die später zum Teil reduziert wurden, einige auch aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Einer der beteiligten Ingenieure hat sich kurz vor Prozessbeginn das Leben genommen. Es war also kurz gesagt keine Naturkatastrophe im eigentlichen Sinn, sondern eine, die man kommen sah und trotzdem laufen ließ. Die Nachricht von diesem Unglück ging damals auch bis nach Brasilien und ein italienisch-stämmiger Priester in Brasilien fing an, Briefe zu schreiben, um herauszufinden, wer aus seiner alten Heimat noch lebt.
So kam raus, die Nachfahren der Auswanderer in Urusanga hatten in Italien plötzlich wieder Verwandte, von denen sie gar nichts wussten. 1991 wurden Longarone und Urusanga offiziell Partnerstädte. Und Longarone liegt in einer Region, die für etwas ganz Bestimmtes bekannt ist, denn das ist eines der historischen Zentren des italienischen Speiseeishandwerks.
Und von dort aus haben italienische Familien ab den 50er Jahren hunderte Eisdielen in Deutschland aufgemacht. Diese Eisdielen brauchen natürlich Arbeitskräfte. Und in Urusanga saßen plötzlich Leute mit italienischen Wurzeln und italienischem Passanspruch, die dringend Geld brauchten, passte also wie die Faust aufs Auge.
Kleine Randnotiz hier, 2025 hat Italien das Staatsangehörigkeitsrecht verschärft. Jetzt bekommen nur noch Kinder und Enkel von in Italien Geborenen automatisch den Pass. Es laufen aber Klagen dagegen, auch von Brasilianerinnen und Brasilianern. Der Zugang zu diesem Weg wird also gerade etwas enger, aber lange Zeit war der eben noch etwas weiter.
Beziehungsweise die, die den Pass beantragt haben oder den jetzt schon haben, behalten den. Ja, oder behalten den, ja. Und jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Foodcrime. Auf Facebook und WhatsApp gibt es riesige Gruppen, fast 18.000 Mitglieder sind in einer davon, in denen Eisdielen offen nach Personal suchen.
Die Anzeigen klingen fast immer gleich. Saison von März bis Oktober, im Hochsommer bis zu zwölf Stunden am Tag, um die 1.800 Euro netto im Monat. Nur ein freier Tag pro Woche, manchmal weniger, Unterkunft beim Chef inklusive und nur mit europäischem Pass. Unterkunft beim Chef. Genau, also die kriegen eine Unterkunft, ein Zimmerchen gestellt.
Häufig. Das ist aber ein Unterschied zwischen, ich wollte gerade sagen, ein Zimmer gestellt bekommen, ist nochmal ein großer Schritt von Zimmer beim Chef. Also das ist... Ja, was hast du da für Gedanken oder Gefühle dazu? Naja, da geht ja das Ausbeutungsradar leuchtet direkt rot auf. Oder nicht nur Ausbeutung, das ist, wenn du bei deinem Chef wohnst, du kannst den nicht abschalten. Die Arbeit hört ja nicht auf.
Du kommst ja dann nicht nach Hause und sagst, boah, hat den Tag hinter mir gelassen, vielleicht mal ein bisschen Luft ablassen, sondern die Anspannung bleibt ja über Monate. Ja, das ist natürlich auch ein zusätzliches Abhängigkeitsverhältnis. Matteo erzählt, er habe in acht Jahren in 25 verschiedenen Eisdielen gearbeitet.
80 Stunden Wochen, Löhne, die am Saisonende plötzlich niedriger ausfallen als vereinbart, Minijobverträge, obwohl in Wirklichkeit Vollzeit gearbeitet wurde. Ein Teil des Lohns schwarz. Und das ist der Teil, der es jetzt für uns hier relevant macht. Wer sich beschwert, verliert oft nicht nur den Job, sondern eben auch die Wohnung, weil die meisten bei ihrem Arbeitgeber wohnen.
Eine Arbeitsrechtlerin, die in dem Artikel zitiert wird, sagt, sie habe fast jeden Fall gewonnen, den sie für brasilianische oder italienische Eisdielenangestellte vor Gericht gebracht hat, weil die Bedingungen schlicht gegen deutsches Arbeitsrecht verstoßen. Und es sind ja EU-Bürger, also sie haben ja genau die gleichen Rechte wie alle anderen EU-Bürger, auch sehr am europäischen Pass. Es gibt die europäische Freizügigkeit, Arbeitnehmerfreizügigkeit, nicht Freizügigkeit.
Das heißt, die Gesetze gelten genau für sie, aber wahrscheinlich nicht. Ist A, wie du sagst, es sind Abhängigkeitsverhältnisse, weil wenn du diesen Prozess anstrebst, dann weißt du, im nächsten Jahr kommst du nicht wieder. Und B, überhaupt darüber Bescheid zu wissen, was für Rechte für dich gelten. Das ist möglicherweise jetzt in den letzten Jahren einfacher geworden, auch durch KI-Tools, wo du vielleicht einfach mal schnell mal so eine Frage stellen kannst.
Aber noch vielleicht vor zehn Jahren zu wissen, was sind überhaupt meine Rechte, wie kann ich die durchsetzen, kann ich die überhaupt durchsetzen? Schwierig. Du hast das Problem direkt erkannt und benannt. Das Problem ist nämlich wirklich, dass kaum jemand klagt. Die Branche ist klein und eng vernetzt und wer sich wehrt, landet auf einer Art schwarzer Liste. Die Chefs tauschen sich über WhatsApp über Bewerberinnen und Bewerber aus und wenn man auf dieser Liste gelandet ist, läuft man natürlich Gefahr, dass man keine neue Anstellung findet.
Und dann gibt es tatsächlich einen konkreten Ermittlungsfall, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Im Juli 2024, die Operation Arktis. Da sind wir auch wieder bei den Bezeichnungen für Operationen. Da haben wir ja schon mal drüber gesprochen, dass die immer so, ja wie soll man sagen, sehr einfach gehalten sind.
Also es geht um Eis, deswegen heißt die Operation jetzt Arktis. Der deutsche Zoll durchsucht mit 370 Beamten insgesamt 57 Objekte in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Eisdielen, Wohnungen, Geschäftsräume, sogar Steuerkanzleien. Im Zentrum steht damals ein 47-jähriger italienischer Unternehmer, der laut Zoll ein großes Netz an Eisdielen betrieben haben soll.
Der Vorwurf? Vorenthaltende Sozialversicherungsbeiträge, Verstöße gegen den Mindestlohn, Beschäftigte deutlich unter ihren tatsächlichen Arbeitsstunden bezahlt. Der geschätzte Schaden bis zu einer Million Euro pro Jahr. Und jetzt kommt ein Teil, der mich wirklich hat aufhorchen lassen. Die Ermittlungen laufen unter einer sogenannten besonderen Aufbauorganisation.
Das ist die Einsatzstruktur, die Behörden sonst bei organisierter Kriminalität nutzen, unter anderem bei mafiösen Strukturen. Ob es hier tatsächlich in diese Richtung geht, ist offiziell nicht bestätigt. Aber allein, dass so ermittelt wird, zeigt ja, dass das kein Einzelfall von irgendeinem schlecht gelaunten und schlechten Chef ist, sondern dass das System hat.
Und die Dunkelziffer dürfte riesig sein. Die Bundesagentur für Arbeit zählt rund 41.000 Beschäftigte in deutschen Eissalons, davon offiziell knapp 1.850 Brasilianerinnen und Brasilianer. Aber wer über die italienische Staatsbürgerschaft einreist, taucht in der Statistik als Italiener oder Italienerin auf, nicht als Brasilianerin oder Brasilianer.
Die Dunkelziffer verschwindet also im System. Leute vor Ort in Uru Sanga schätzen den tatsächlichen brasilianischen Anteil auf 70 bis 80 Prozent. Hey, kurze Nachfrage. Taucht irgendwo in dem Artikel oder ist dir irgendwo untergekommen, dass auch Argentinier und Argentinierinnen davon betroffen sind? Weil für die gilt ja, oder gibt es ja auch einen großen Teil der Bevölkerung, die Anspruch auf den italienischen Pass hat.
In dem Artikel ging es jetzt aber wirklich nur um Brasilianerinnen und Brasilianer, nicht nur um argentinische Menschen. Ich kann mir vorstellen, dass es andere Bereiche gibt, in denen auch andere Menschen ausgebeutet werden. Aber in dem Fall von den Eisdielen sind das also wirklich größtenteils Brasilianerinnen und Brasilianer, ja.
In dem Artikel ist von moderner Sklaverei die Rede, aber es gibt noch einen anderen Punkt, der mich beschäftigt hat und der hat noch nicht mal was mit dem Geld zu tun oder den Arbeitsbedingungen, sondern, eine brasilianische Sozialpsychologin forscht seit 2014 zu einem Thema, was sich, um diese Situation dreht.
Sie beschreibt, was diese Leute eigentlich verlieren. Nicht in erster Linie Geld, sondern Zeit. Zeit mit den eigenen Kindern, mit den Eltern, die Chance, sich anderswo ein Leben aufzubauen. In Uruzanga gibt es dafür sogar ein eigenes Wort. Ich hoffe, ich spreche es richtig aus. Orfaos de Uruzanga, also die Waisen von Uruzanga.
Und damit sind die Kinder gemeint, die acht, neun Monate im Jahr bei Großeltern oder Nachbarn oder irgendwem anders aufwachsen, weil beide Elternteile in Deutschland Eis verkaufen. Marcia erzählt auch offen dass sie in dieser Zeit an Depressionen erkrankt ist, sie spricht jetzt regelmäßig mit einer Psychologin, die Forscherin die ich eben erwähnt habe, sammelt gerade Gelder für eine Studie zu einer Frage, die bisher niemand systematisch untersucht hat nämlich ob und warum Eismacher während oder nach ihrer Zeit in deutschen Eisstilen Suizidgedanken entwickeln, und das ist eben die Seite der Geschichte, die man nicht sieht, wenn man hier an der Theke in der Eisstilie steht und nach einem Stracertella-Eis fragt,
Ich finde, das ist auch der Job in der Eisdiele ist, entweder ist gar nichts los, weil irgendwie schlechtes Wetter ist oder es regnet oder du bist auf 120 Prozent, weil das Wetter toll ist und alle jetzt sofort ein Eis wollen. Und auch noch bis spät in den Abend. Ich merke das auch an mir selber, dass ich schon den Anspruch habe im Sommer, dass bis 22 Uhr oder so die Eisdiele geöffnet hat. Also, dass ich weiß, ja, ich kann jetzt auf jeden Fall noch um 21.30 Uhr in irgendeine Eisdiele gehen und da ein Eis kaufen.
Ja, ist einfach so. Die Öffnungszeiten sind lang und die Arbeitszeiten offensichtlich auch. Ja, und beides ist scheiße in der Gastro, wenn nichts los ist und wenn viel los ist. Also meistens ist es tatsächlich besser, wenn viel los ist, weil dann geht die Zeit zumindest schneller rum, auch wenn es körperlich natürlich anstrengender ist.
Aber wenn nichts los ist, dann denkst du, das ist schrecklich, weil dann wartest du wieder Anspannung. Und du denkst dir die ganze Zeit, okay, es könnte jetzt passieren, es könnte jetzt gleich irgendwie losgehen. Ja. Schlimm. Wer dazu den ganzen Artikel lesen will, wie gesagt, dem verlinke ich den Artikel auf der Website. Vielen Dank nochmal an Eva, dass du mir den geschickt hast.
Es hat mir wirklich die Augen geöffnet. Mir war das so nicht bewusst. Ich bin gespannt, ob es irgendwann eine richtige Studienlage dazu gibt oder das flächendeckend aufgearbeitet wird und werden kann überhaupt. Ja, wie geht es da denn jetzt weiter? Das ist jetzt die Frage. Wenn das Problem bekannt ist, ist das ja eigentlich ein Punkt, wo man eigentlich einen Blick drauf werfen kann von Sozialversicherungsbehörden.
Ja, es gibt ja diese Operation Arktis. Also die Behörden haben da auf jeden Fall einen Blick drauf, aber die ist noch nicht abgeschlossen und viel mehr wurde dazu bis jetzt auch nicht veröffentlicht. Okay, was machen wir da raus? Wo gehen wir im nächsten Sommer dein Eis essen? Ich sag mal so, dass das Eiskaffee Venezia um die Ecke ist vielleicht jetzt eh nicht der beste Ort, um sich ein Eis zu holen.
Das ist aber halt der Ort, an dem es dann das besagte Spaghetti-Eis gibt. Was man auch selber machen kann, wir haben das mal ausprobiert. Wirklich? Einfach durch so eine Kartoffelpresse so ein Vanille-Eis gedrückt und das war erstaunlich. Also hat erstaunlich gut funktioniert und war natürlich lecker.
Also wäre auch eine Option. Aber wir kommen von einer leckeren Sache zur nächsten leckeren. Denn ich habe mich vor kurzem ja in Amsterdam befunden. Ja. Weil ich dort eine meiner längsten und besten Freundinnen besucht habe, die geheiratet hat. Ich bin morgens mit dem Zug hingefahren. Lecker Filterkaffee im Bobi.
Getrunken habe ich auch. Ich habe übrigens vergessen, dir davon ein Foto zu schicken. Ja, das ist schade. Es tut mir leid. Es war zu früh. Der Zug ging irgendwie um Viertel vor sechs oder so. An alle, die nicht wissen, worüber wir reden. Weil die letzten Folgen durch, ich weiß nicht, im Q&A haben wir darüber gesprochen.
Ja. Oh Gott, ja. Das müsstet ihr euch dann anhören, damit ihr jetzt diese Referenz versteht. Oh Mann, ey. Ja, auf jeden Fall war ich dann ab Mittag so in Amsterdam und muss sagen, ich hatte eine fantastische Zeit. Die Stadt ist ja einfach nur wunderschön. Jedes Mal, wenn ich da bin, denke ich mir, warum wohne ich eigentlich nicht hier?
Und dann gehört es natürlich dazu, wenn man in Amsterdam ist, dass man sich da in so eine Kneipe setzt und ein leckeres Bierchen trinkt und was snackt. Da gibt es ja fantastisches Bar-Snack-Food. Und natürlich gab es da auch Bitterballen. Und du bist ja auch, du kannst ja ein bisschen niederländisch, du bist ja der Sprache und vielleicht auch der Kultur ein bisschen offen gegenüber.
Wie stehst du zu Bitterballen? Ich glaube, ich habe die nur ein oder zweimal gegessen und, Ich finde generell, und das mag dich jetzt überraschen, ich finde diese frittierten Fleischmassen gar nicht so geil. Mir ist das zu, zu matschig, weil ich mag Kroketten, ja? Das wollte ich nämlich gerade sagen, du bist ja ein Freund der Krokette.
Ich weiß, und deswegen würde ich das jetzt überraschen, weil bei der Krokette stört es mich gar nicht, aber bei Bitterballen irgendwie ist jetzt nicht das, wonach ich sofort greifen würde, muss ich ganz ehrlich sagen. Spannend. Bei mir ist es dann andersrum, weil ich finde ja Kroketten wirklich. Unspektakulär und nicht sagend und würde mir niemals Kroketten bestellen.
Aber Bitterballen, läuft mir schon wieder im Mund zusammen, Bitterballen finde ich sind halt irgendwie auf einer, also haben irgendwie ein bisschen anders als Kroketten. Ist da nicht auch Leber drin in Bitterballen? Vielleicht ist das auch was, was... Ich wollte jetzt einmal klären, was da drin ist und vor allen Dingen auch, warum die eigentlich Bitterballen heißen. Weil ich habe ein paar gegessen, habe immer reingeguckt und dachte so, also wie werden die eigentlich gemacht?
Das ist eigentlich was, was man sich bei solchen Fleischprodukten nicht stellen sollte, die Frage, wie wird das eigentlich gemacht? Ja doch, aber man sitzt ja da und denkt sich, könnte man das selber machen? Warum schmeckt mir das jetzt so gut? Warum gibt es auch so große Unterschiede zwischen den einzelnen Bitterballen in den Restaurants?
Und warum heißen die eigentlich Bitterballen? Weil bitter sind die Dinger ja nicht. Die haben ihren Namen tatsächlich daher, dass sie früher zum Bittertje, zum Magenbitter, also einer Spirituose, die traditionell wegen ihrer bitteren Inhaltsstoffe nach dem Essen getrunken wird, natürlich, natürlich. Also daher haben die ihren Namen.
So, und jetzt kommen wir uns dazu, wie die eigentlich gemacht werden. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als so ein Kräuterschnaps und so Bitterballen. Auch nach dem Essen. Du bist eigentlich voll und dann drückst du dir noch so, diese zwei Sachen rein. Junge, Junge, Junge. Der Niederländer weiß nicht zu ernähren.
Und dann was, was wieder zuklebt. Richtig, richtig, ja. Oben den Stöpsel drauf macht, der Bitterballen. So, aber du hast es gerade schon richtig angesprochen, es sind quasi Fleischkroketten, und Ballen in runder Form. Traditionell werden sie aus Kalbfleisch oder Rindfleisch hergestellt, es gibt aber auch vegetarische Varianten, da sind oft Champignons-Füllungen drin, es gibt bestimmt auch welche mit Leber.
Es gibt sie auch in niederländischen Supermärkten in zigfacher Ausführung. Gefroren, tiefgefroren. Du kannst sie dann einfach auffrittieren. Es gibt sie fast in jeder Bar als Snack. Und ja, es ist tatsächlich so, es ist gar nicht so schwer, die selber zu machen. Deswegen werde ich das irgendwann auch bald mal machen.
Du machst erst das Fleisch. Also du musst einfach irgendwie so einen Ragout herstellen oder eben die vegetarische Variante. Dann macht man das in kleine Stücke. und dann musst du eine klassische Mehlschwitze machen, die dann mit Brühe aufgießen, da das Fleisch runterrühren, dann würzen. Da kannst du dich ja auch austoben. Du kannst auch noch Parmesan mit reinmachen oder anderen Käse. Du kannst es ein bisschen asiatisch würzen, wie auch immer.
Dann musst du es ein bisschen kalt stellen, damit es fest wird. Und am nächsten Tag oder nach den paar Stunden kann man einfach kleine Kügelchen formen, die panieren und dann ausfrittieren. Und mit Senf servieren oder mit Sojasauce habe ich es auch einmal probiert, war auch sehr lecker. Ist dann, glaube ich, ein bisschen die modernere Interpretation des Bitterweils. Exotisch.
War hammerlecker. Also da muss ich wirklich sagen. Was so Bar-Snackys angeht, sind die Niederländerinnen und Niederländer uns ein bisschen voraus. Weil wenn ich hier an so Bar-Snacks denke, hier kriegt man halt immer nur irgendwelche popeligen Nüsse, von denen du noch durstiger wirst. Nee, aber das Bar-Food, das können die. Ja.
Das können die. Apropos Barfood in Amsterdam. Vor zwei Jahren waren wir da. Und da waren wir erst in einem, das war eher so ein Restaurant. Das war also so ein spätes Mittag. Und dann habe ich da einen Burger gegessen und dachte mir so, das ist der beste Burger, den ich je gegessen habe. Dann waren wir abends, ich weiß es noch genau, es war an dem Tag, wo Deutschland gegen Spanien gespielt hat im EM-Halbfinale.
Das haben wir dann abends in einer Bar geschaut, wo es wieder Burger gab. Und ich dachte mir so, ich habe den gesehen, der sieht auch gut aus. Und da habe ich noch einen Burger gegessen. Da dachte ich mir so, das ist der beste Burger aller Zeiten. Ich muss auch sagen, an den denke ich oft, weil das war so ein richtig butterig-weiches Brioche.
Wirklich das Fleisch perfekt. Also das war, glaube ich, wirklich der beste Burger aller Zeiten. Verlinke ich auf der Website, geht hin. Apropos, wir wollen in Zukunft, hier in der gemischten Platte, Wir wollen eine Liste annehmen, beziehungsweise eine Google Maps Karte und Liste mit all unseren Food Empfehlungen und die dann so nach und nach mit euch abgehen.
Das heißt, ihr könnt die Karte öffnen, wenn ihr irgendwo seid und ich denke, ich muss irgendwo hin, dann habt ihr da Empfehlungen und wir sprechen dann hier auch immer drüber, damit ihr so ein bisschen einbaut. Dieser Ort wird auch drauf sein. Und wenn ihr wiederum Empfehlungen habt für uns, dann werden wir froh sein, die ausprobieren zu können und vielleicht landen die dann auch auf der Liste.
Auf der Liste landet nur, wo wir waren und was wir für gut befunden haben. Nicht so mit, da sollte man mal hingehen. Ja, wer macht denn solche Listen? Ja, eben. Ich. Das ist ja okay für dich, aber das können wir nicht in die Welt rausgeben. Nee, nee, nee. Wir machen nur was, was getestet wurde vom Foodcrimes-Gericht für gut befunden wurde. Bamm, stemme drauf. Richtig.
Ja, Sotele, dann bin ich hier durch mit meinen Themen. Du hast gesagt, du hast auch noch was, wozu du meine Meinung wissen möchtest. Ich schicke dir das mal an. Und schau dir das gerne mal kurz an. Ich wollte noch ganz kurz dazu sagen, ich habe diese Website gefunden, wo man die Karten vergleichen kann.
Das macht so einen Spaß. Man kann jetzt nicht nur Länder, man kann auch Städte zum Beispiel vergleichen. Oh, toll. Ja, wenn ihr wissen wollt, wie groß Paderborn im Vergleich zu New York ist, könnt ihr das jetzt machen. Packen wir auf die Website. Ja, Lilly, hast du das gesehen? Ja, ich kriege hier schon Zustände. Ich habe das natürlich gesehen.
Also es geht um einen Laden in New York, der Roggenbrot verkauft für 60 Dollar. Das ist eine Familie aus Österreich, die sowohl das Mehl als auch das Salz importieren. Dann aber in New York in einem Ofen backen, den sie auch aus Deutschland importiert haben. So, jetzt kostet das Brot 60 Dollar. Die Welt rastet aus. Was sind deine Gedanken dazu?
Meine Gedanken waren. Dass ich nachvollziehen kann, dass man sich in anderen Ländern nach so richtig gutem Brot sehnt. Punkt. Hat man, glaube ich, hat jeder von uns schon mal gedacht, wenn man irgendwie unterwegs war, so jetzt mal wieder so eine richtig leckere Stulle, gibt's hier nicht, so vermisse ich. Punkt.
Und dass es dafür halt so ein Need gibt, das verstehe ich, das sehe ich. Aber wie gut und wie geil kann ein Brot sein, um 60 Dollar wert zu sein, da denke ich mir, nicht möglich. Ich weiß, dass die Mieten in New York teuer sind. Ich weiß, dass man da mehr Aufwand betreiben muss oder mehr Geld haben muss und mehr Geld einnehmen muss als vielleicht anderswo.
Aber 60 Dollar für ein Leibbrot, was dann ein Roggenbrot einfach nur ist und man weiß, der Wareneinsatz ist auf jeden Fall meilenweit davon entfernt, das finde ich gugugaga. Es beschreibt für mich einfach mal wieder irgendeinen Hype, der irgendwann angefangen hat und eventuell irgendwann aufhören wird, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich das für eine lange Zeit trägt.
Also da muss ja wirklich jeder checken, dass das außerhalb von gut und, wie sagt man? Böse? Gut und günstig. Nee, von gut und böse ist. Von gut und böse ist, also ... Das finde ich insane, wirklich. Ich finde eh, also ich bezahle gerne Geld für gutes Brot. Auch die Brotpreise hier haben wir schon häufiger besprochen, dass das immer teurer wird. Dass man hier teilweise in irgendwelchen Bäckereien, die aussehen wie Apple Stores, 10, 12 Euro für ein Leib Brot bezahlt.
Wie gesagt, ich gehe mit. Man muss seine Leute gut bezahlen, man braucht gute Waren. Es wird alles teurer, ja. Aber irgendwann hört der Spaß auch auf. Willst du jetzt meine Meinung dazu hören? Gerne. Also, als ich das gesehen habe, dachte ich mir Respekt. Also, dass man es schafft, Brot für 60 Dollar zu verkaufen, wirklich größten Respekt. Und das ist ja wirklich in New York ein, eigentlich fast schon ein Running Gag, dass irgendwo ist immer irgendeine Schlange und man fragt sich, was ist da wieder los.
Ob das jetzt hier Apollo Bagels und L'Industrie Pizza und wie die ganzen Läden heißen. Es gibt ja immer so Hype-Läden. Und manche halten sich, manche halten sich nicht. Ich finde grundsätzlich, und schon, wann habe ich in Wien in diesem Café angefangen zu arbeiten? In 2018, glaube ich. Nee, da war ich ja schon weg.
2014, 2015, irgendwie sowas. Und selbst damals haben in diesem, Josef Brot, wer aus Wien kommt, wird Josef Brot kennen. Auch damals hat das Brot, so ein Sauerteigbrot, schon fast 10 Euro gekostet. Das war wirklich ein absurder Preis. Die Leute haben es gekauft. Die Leute haben es gekauft. Und diese 60 Dollar sind natürlich jetzt aus unserer Sicht komplett gugugaga.
Gleichzeitig ist das in einer Gegend in New York, wo viele Leute so dermaßen scheiß viel Geld haben, dass es wirklich gar keine Rolex spielt. Und wenn man dann sagt, und deswegen sage ich irgendwie Respekt, dass die das da durchgezogen haben und gesagt haben, ey, wahrscheinlich wird der Warenwert, der wird schon hoch sein, wenn du das wirklich alles importierst.
Das ganze Mehl, meine Salz ist jetzt nicht so viel, aber wenn du das ganze Mehl importierst, diesen Ofen noch dazu, Das wird schon wahrscheinlich so ein Problem. Ja, aber guter Mann, der Ofen ist schnell abbezahlt. Also ja, es wird teuer sein, dass es eben geht. Es geht ja nicht um den Ofen selber, sondern auch um die ganzen Kosten drumherum, Strom etc.
Miete, also am Ende, das wird schon teuer sein, das dort zu produzieren. Aber gleichzeitig, wenn man dann sagt, wir verkaufen das hier für 60 Dollar, ich finde das irgendwie lustig. Und ich bin ja auch der Meinung, muss ja niemand kaufen. Meinst du, das ist Gesellschaftskritik? Auch auf eine Art? Vielleicht geht es so ein bisschen in Richtung, du bauchst so Kartellan, weißt du?
Ich geh das so ein bisschen in, ganz ehrlich, ist schon leicht perfide. Auf der anderen Seite, und da bin ich an dem Punkt, in dieser Gegend, Ist es jetzt nicht so, dass die Leute sonst kein Brot finden und das kaufen müssen, sondern alle, die da hingehen, kaufen das, weil sie einfach, weil es völlig, als jetzt hier die NBA-Finals waren und dann gab es diese Straßenumfragen, wie viel hast du für dein Ticket gezahlt?
Ja, ich habe 5.000 bezahlt, ich habe 15.000 bezahlt, ich habe 4.500 bezahlt. Und so geht es, es gibt in dieser Stadt so unfassbar viele Menschen mit so unfassbar viel Geld. Und ich finde das dann irgendwie von dieser österreichischen Familie, finde ich das irgendwie geil zu sagen, wir gehen jetzt nach New York und verkaufen dort unser österreichisches Brot für 60 Dollar. Wer das kaufen möchte, be our guest.
Ich finde das irgendwie lustig. Ja, ich weiß nicht. Ich finde irgendwie so Preise für so ein Grundnahrungsmittel so ad absurdum zu fühlen. Aber da geht es ja nicht darum, dass die Leute das ernähren und satt werden, sondern es ist ein Lifestyle-Produkt. Das ist wie das neue iPhone zu haben. Ja, aber ist das nicht traurig, dass ein Brot zu einem Lifestyle-Produkt wird? Ja, natürlich.
Aber ich finde es eher traurig für die Leute, die das kaufen. Also ich finde, wer sagt, ich muss das jetzt ausprobieren und ich muss das unbedingt essen, das finde ich trauriger als für die Leute, die diesen Laden aufgemacht haben. Aber vielleicht treten die damit irgendeine Welle los und bald kostet jedes Brot in dem Stadtteil 60 Dollar. Nee, nein, das wird ja auch nicht passieren.
Wenn denn überhaupt treten sie eine Welle los, dass es mehr von dieser Art Brot gibt. Weil das ist ja dann eher das, was passiert. dass wenn, ich meine, so wie alle Läden mittlerweile irgendwie gleich aussehen, alle das gleiche Design haben, weil irgendeiner damit angeht. Weißt du, es passt sich ja eher dahingehend an, dass dann auf einmal alle nachziehen und das Gleiche machen.
Und dieses Design von diesem Laden, ich weiß nicht, ob du das gerade vor Augen hast, das ist ja so super clean, da hängen sie Brote an. Ja, ja, es sieht auch aus wie so ein Apple Store. Ja, es sieht aus wie ein Apple Store. Und das erinnert mich auch ein bisschen an diesen einen Laden in Schöneberg. Ich habe vergessen, wie der heißt. Die verkaufen ja auch nur eine Sorte Brot.
Ja, ja, ich weiß, welchen Land du meinst, ja. So, das ist genau das gleiche Prinzip. Und in Berlin kostet dann dieses Brot halt nur 12 Euro, aber für Berlin, Schöneberg, ist das das Äquivalent zu 60 Dollar in New York. Weiß ich nicht. Natürlich, wenn du in Schöneberg, wenn da die Leute wohnen, die 100.000 im Jahr verdienen, dann bist du das Äquivalent zu der Person, die in New York eine halbe Million verdient.
Und ich sag dir, in Manhattan gibt es mehr als genug Menschen, die eine halbe Million bis eine Million im Jahr verdienen. Das ist am Ende das Äquivalent. Deswegen finde ich es, nochmal, von dieser österreichischen Familie, ich feiere die irgendwie ein bisschen dafür, einfach zu sagen, wir ziehen das jetzt durch. Wir gehen da hin, wir importieren das alles, wir machen da jetzt ein Lifestyle-Produkt raus und verkaufen das.
Ich sehe gerade, die haben bei Google Maps eine Bewertung von zwei Sternen bei vier Bewertungen. Oh, die haben nur insgesamt vier Bewertungen? Ja. Kannst du dich mal bitte mit uns teilen? Erwin Redel schreibt vor einer Woche, ihr spinnt ja mit euren Preisen. In Klammern, your prices are nuts in Austrian in New York.
Naja, das merkst du so, das ist ... Seit wann hat die Bäckerei denn geöffnet? Ich glaube jetzt seit zwei, drei Wochen. Also das ist noch nicht so lange her. Ah ja, also ganz, ganz, ganz, okay. Also wir sind uns, glaube ich, beide einig, dass es komplett Gaga ist, dieser Preis. Aber ich bin grundsätzlich erst mal Fan von dieser Familie, das einfach durchzuziehen.
Gut, liebe Grüße dann an dieser Stelle, an diese Familie, GLG. Und wenn ich da mal in der Nähe bin, ich werde hinschauen, aber ich werde natürlich nichts kaufen, weil ich habe genug sehr gutes Roggenbrot gegessen. Ich kann mir vorstellen, wie das schmeckt. Ich muss das jetzt nicht ausgeben, das Geld. Gibt es andere Orte, wo ich das dann gerne ausgebe.
Die verkaufen ja auch belegte Brote. Ja, so wie so Tramezzini fast, so diese kleinen. Ah, sowas auch, okay. Ja, ich gucke da nochmal auf die Karte. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass das nur so ein Halbding ist und dass das sich relativ schnell dann wieder, ausgebrotet hat oder die mit ihren Preisen vielleicht ein bisschen runtergehen. Ja.
Wir werden sehen. Wir werden sehen. Gut, dann haben wir zum Abschluss noch eine Sprachnachricht aus der Community. Einen Foodcram aus der Community. Und ich würde sagen, die spielen wir jetzt einfach mal ab. Ja, wir haben beide noch nicht reingehört. Das heißt, wir reagieren jetzt ganz frisch. Alexandra hat uns einen Sprachnachricht geschickt.
Ich bin die Alexandra und mein persönlicher Foodcrime, der ist mir gerade wieder in den Sinn gekommen. Ich habe gerade eure Bonusfolge Nummer 3 gesehen und da sprach Lilly davon, dass sie gerne Nachos mit Käsesauce isst. Ich habe mal vor 20 Jahren in einem Kino gearbeitet und da gab es auch Nachos mit Käsesauce und der Warmhaltebehälter dafür.
Wurde immer wieder aufgefüllt und dann in den Warmhaltebehälter getan und nach der Schicht wieder in den Kühlschrank. Und wenn der leer war, wurde der wie gesagt nur aufgefüllt. Ich habe es nicht einmal erlebt, dass der sauber gemacht wurde und ich bin ehrlich gesagt für mein Leben geheilt von Nachos mit Käsesoße.
Ich hoffe jetzt, dass ich damit niemandem so wirklich die Nachos mit Käsesoße vermiest habe. Tschüss. Gut, Lilly, der geht, glaube ich, an dich zur Foodcrime. Nee, danke, Alexandra. Erstmal so eine Bombe irgendwo reingeworfen und dann gesagt, ach, tschüss, sorry, falls das jetzt irgendwas mit euch gemacht haben sollte. Ciao.
Oh, Junge, ist das egal. Was machen wir damit? Ja, was soll ich dazu sagen? Das geht natürlich nicht. Das sind mal wieder irgendwelche... Ja, ich meine, ich habe das früher auch bei so Nebenjobs, die man so in der Schule oder, weiß ich nicht, Anfang 20 oder so hatte, wo man viel eher in so Systemgastros ja gearbeitet hat oder überhaupt in der Gastro.
Was man da alles so gesehen hat, das möchte man eigentlich nicht gesehen haben. Ich möchte einfach daran glauben, dass die Kinos, in denen ich so bin, ein bisschen hygienischer arbeiten als das Kino, in dem Alexandra mal gearbeitet hat. Die Hoffnung steht zuletzt. Also wie du sagst, Lilli, als ich im Pizzaladen gearbeitet habe, da gab es auch Dinge, wo ich mich, also ich habe danach auch nicht mehr dort gegessen, weil ich mir dachte, auf gar keinen Fall, Meine Lieblingsgeschichte war, wie Falco einen Finger genommen hat, in die Pizza reingedrückt hat und gesagt hat, ja, die ist gut.
Und dann weggepackt. Oh, nee. Oh Mann, ey. Aber danke, Alexandra, für diese Geschichte und danke, dass du offensichtlich unsere Bonus-Folgen hörst und uns bei Steady abonnierst. Also vielen, vielen herzlichen Dank. Wenn ihr genauso cool sein wollt wie Alexandra, dann geht auf unsere Website, dort findet ihr alle Infos, wie ihr unsere Folgen bei Steady abonnieren könnt, werbefrei bekommen könnt, die angesprochenen Bonus-Folgen hören könnt.
Es gibt mittlerweile schon drei, die könnt ihr natürlich auch rückwirkend hören. Und ansonsten, Lilli, war es das für diese Woche, oder? Jawohl. Und wir hören uns dann am Dienstag wieder. Ja, mit deiner Folge. Ja, das wieder heißt Food Crimes. Nein, mit meiner Folge. Mit deiner Folge. Genau, durch die Krankheit. Ist es alles anders.
Durch die Krankheit ist es ein bisschen durcheinander gekommen. Ich mache am Dienstag noch eine Folge und dann ist Lilli wieder mit vollen Trompeten und Posaunen da. Richtig. Ja, so wird es sein. Na dann. Und ich freue mich drauf. Liebe Grüße. Tschüss. Tschüss. Ja, und auch auf den Deutschen, genauso wie auch in Brasilien.
In Brasilien gibt es ja auch einige deutsche, wie nennt man die, Konklaven, Exklaven? Enklaven? Nee, aber Enklave ist, wenn es eingeschlossen ist. Exklave ist, wenn es, oder da bewegen wir uns jetzt auf dünnem Eis. Ja, dann lassen wir das. Dann lassen wir das. Da gibt es auf jeden Fall Gruppen, die dort noch wohnen.
Genau.