Anmelden

Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

#99 Honeygate: Das weltumspannende Honig-Kartell (feat. Manon Sieber / Markendetektive)

Dienstag, 20. Oktober 2026 · 1 h 07

MP3

Shownotes

Es ist ein kalter Montagabend im März 2008. Am Flughafen O'Hare in Chicago steht Stefanie Giesselbach am Gate und wartet auf ihren Flug nach Deutschland. In Chicago hat die 30-jährige einen ihrer spannendsten Lebensabschnitte hinter sich. Für ein Hamburger Handelsunternehmen durfte sie 1,5 Jahre die amerikanischen Honig-Handel-Geschäfte leiten – aber jetzt freut sie sich einfach nur auf zuhause und auf ihren Freund, den sie seit 1,5 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch nach Deutschland wird sie an diesem Tag nicht kommen. Ihr Traum-Job, für den sie nach Chicago gekommen ist, wird für sie weitreichende Konsequenzen haben. Denn Stefanie ist Teil eines Systems, das über ein Jahrzehnt lang Honig gefälscht, verunreinigt und die USA um 180 Millionen Dollar Zolleinnahmen geprellt hat: Das ist Honey-Gate.
🏡 sparda-west.de/produkte/bauen-und-kredit.html?… (sparda-west.de/produkte/bauen-und-kredit.html?…)

👉🏼 Alle Fotos und mehr Infos zu den Folgen findet ihr auf www.wasschmecktdahinter.de (wasschmecktdahinter.de)
👉🏼 Ihr wollt uns unterstützen und Extramaterial freischalten, das geht auf steady.page/was-schmeckt-dahinter
👉🏼 Folgt uns auf www.instagram.com/wasschmecktdahinter (instagram.com/wasschmecktdahinter)
Unsere Titelmusik kommt von Manolakes 👉🏼 instagram.com/manolakes (instagram.com/manolakes)
"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert mit Unterstützung von Storyhouse Productions.
Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: linktr.ee/foodcrimes
Du möchtest Werbung bei uns schalten? Dann melde dich gerne bei Julep: julep.de/portfolio/food-crimes (julep.de/portfolio/food-crimes)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Es ist ein kalter Montagabend im März 2008. Am Flughafen O'Hare in Chicago steht Stephanie Gisselbach am Gate und wartet auf ihren Flug nach Deutschland. In Chicago hat die 30-Jährige einen ihrer spannendsten Lebensabschnitte hinter sich. Für ein Hamburger Handelsunternehmen durfte sie anderthalb Jahre die amerikanischen Honig-Handel-Geschäfte leiten.

Aber jetzt freut sie sich einfach nur auf Zuhause und auf ihren Freund. Doch nach Deutschland wird sie an diesem Tag nicht kommen. Kurz bevor das Boarding beginnt, kommen Beamte der amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde auf sie zu. Stephanie hört die Worte und hält sie für einen Scherz. Sie ist festgenommen?

Ja, der Vorwurf lautet Betrug. Die Handschellen klicken und Stephanie wird abgeführt. Kurz darauf erfährt sie, worum es genau geht. Ihr Traumjob, für den sie nach Chicago gekommen ist, hat sie ins Gefängnis gebracht. Besser gesagt, der Honig lässt die Handschellen klicken. Heute wissen wir, Stephanie ist nur ein kleines Zahnrad in einem System, das über ein Jahrzehnt lang Honig gefälscht, verunreinigt und die USA damit um 180 Millionen Dollar Zolleinnahmen geprellt hat.

Das ist Honeygate. Das ist Foodcrimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lili Temme, Florian Rietzer und der besten Gästin aller Zeiten. Manon Sieber. Sie und ihr Mann Patrick stecken hinter der App und dem Instagram-Channel Markendetektive. Die beiden decken auf, welche Firmen hinter No-Name-Produkten stecken und wo wir im Supermarkt sparen können.

Manon weiß also, Lebensmittel können manchmal Ware, Wunder und Muggeltüten sein. Der Honig ist da keine Ausnahme. Schön, dass du da bist. Ja, hallo. Schönen Dank. Danke, dass ich da sein darf. Ja, du hattest uns ja geschrieben, dass du diese Geschichte auf dem Zettel hattest. Und dann kam eins zum anderen, weil ich die auch schon länger auf dem Zettel hatte, beziehungsweise schon dran gearbeitet habe und haben gesagt, hey, dann machen wir das doch hier zusammen.

Dann komm doch, komm da mit rein und dann sprechen wir einmal darüber, weil ich kenne euch ja vor allem über den Instagram-Channel. Also in der Besseresser-Welt ist der Kanal natürlich sehr bekannt. Weil wir da natürlich ähnliche Dinge abdecken. Deswegen freue ich mich, dass wir uns heute mal hier kennenlernen und wir zusammen über dieses Thema sprechen können.

Ja, danke. Freut mich auch total. Also genau, ich glaube, es ist so ein bisschen ähnlich. Wir kennen euch natürlich auch über Instagram und ZDF und so weiter. Und ich habe schon so oft gedacht, naja, die Themen überschneiden sich immer mal wieder. Und gerade beim Honig habe ich dann gedacht, okay. Das Thema kam halt nur, also ich habe das jetzt nicht in aller Tiefe recherchiert.

Ich wollte mich da jetzt auch ein bisschen überraschen lassen, was ihr da noch zu erzählen habt. Aber ich dachte einfach, gerade beim Honig, da schneiden ja sowohl Eigenmarken als auch Marken in Tests nicht immer so glorreich ab. Und dann habe ich gedacht, jetzt schreibe ich euch einfach mal, mal schauen, ob wir da nicht was zusammen machen können. Ja, freut mich.

Vorne weg, weil ich mich das gefragt habe, wie seid ihr oder wie bist du eigentlich dazu gekommen, Markenprodukte mal und Online-Produkte mal genauer unter die Lupe zu nehmen? Und wie ist Markendetektive entstanden? Weil ihr seid ja mittlerweile wirklich riesig bei Insta. Tatsächlich hat mein Mann das 2014 schon mal gegründet, beziehungsweise die App entwickelt, also er ist Entwickler.

Und war da im Studium und hat einfach so ganz klassisch gemerkt beim Einkaufen, naja, der Hersteller, der da hinten auf meiner Toastbrotpackung draufsteckt, den habe ich ja auch schon mal auf der Markenpackung gelesen und hat dann quasi die erste Version der App entwickelt und dann hat er das ganz lange nicht mehr gemacht, irgendwie andere Sachen gemacht, studiert und so weiter.

Und während Corona sind dann ja die Lebensmittelpreise wieder so explodiert und er hat sowieso immer schon davon erzählt, das ist, irgendwie so sein Projekt, das ist so schade, dass er es gelassen hat und dann haben wir echt nach Corona gedacht, ja komm, jetzt machen wir das einfach nochmal. Und haben die App entwickelt und sind dann wirklich am Anfang zu zweit einfach durch die Supermärkte und haben gehofft, dass wir nicht rausfliegen, wenn wir da jetzt die Produkte uns alle anschauen.

Genau, mittlerweile sind wir echt ein kleines Team. Das Gefühl kennen wir. Genau, ja. Also bei Dresden ist es ja ähnlich. Ich sage immer Rechercheprojekt für die Uni. Ja. So, wie lange werden die Leute das noch glauben? Ja, so lange habe ich nicht mehr. So viele Jahre. Ja, einmal haben wir diese Ausrede auch genutzt und das hat auch ganz gut funktioniert. Also die Falten sind noch nicht so tief.

Bald komme ich dann in den Professor-Modus rein, weißt du? Ja, sehr gut. Das ist mein Forschungsprojekt. Vom Student zum Professor direkt. Dazwischen ist nicht viel passiert. Und Manon, für Leute, die jetzt nicht wissen, was die Markendetektive-App ist, willst du das einmal nochmal kurz pitchen oder erklären?

Ja, klar, genau. Also mit der Markendetektive-App ist es im Grunde ganz einfach. Da zeigen wir eigentlich, welche Markenhersteller hinter Eigenmarkenprodukten stecken. Also wenn du jetzt zum Beispiel, ich bleibe jetzt beim Buttertoast von Aldi, da den Barcode scannst mit der App, dann zeigen wir dir eben, welcher Markenhersteller das dann ist. Also wahrscheinlich Harry oder Liken, einer von beiden.

Genau und wir zeigen dann eben auf, wie sich die Produkte unterscheiden oder ob sie identisch sind, das gibt es tatsächlich auch und wie viel man einfach spart mit der Eigenmarke. Genau, also machen da im Grunde so einen Produktvergleich für den Verbraucher, damit er das nicht am Regal selber machen muss, weil das sind alles öffentliche Daten und wir haben die einfach natürlich aufbereitet. Genau.

Und ihr habt auch so eine coole Ampel, wo man im Grunde die Stufe der Gleichheit, das ist ein komisches Wort, aber sozusagen, wo man sehen kann, wie ähnlich die sind. Und Stufe 5 ist dann natürlich sozusagen gleicher Hersteller, gleiche Zutaten etc. Und ich finde, das macht es auch sehr übersichtlich, dass man diese Abstufung sehen kann.

Cool. Ja, danke fürs Feedback. Ja, gerne. Heute sind wir beim Honig. Also wir verlassen das Brot und kommt zum Honig. Und ich finde Honig so ein spannendes Thema, weil es natürlich so ein Grundnahrungsmittel irgendwie ist. Das haben alle zu Hause gleichzeitig. Wir haben auch schon eine andere Honiggeschichte vor ein paar Monaten gehabt.

Wo wir in Brooklyn waren und es da auch um Honig ging. Und Stadthonig, Waldhonig, weißt du so, Honig ist ja am Ende auf der anderen Seite auch wieder so... Wie sagt man, so ein Produkt, wo ganz viele Leute ganz viel Herzblut und Zeit und, Energie reinstecken und dann gibt es dieses Industrieprodukt auf der anderen Seite und am Ende ist es irgendwie das gleiche Produkt, und gleichzeitig durch so meine Recherchen der letzten Jahre, weiß ich auch so, da wird ganz viel Schindluder getrieben beim Honig und diese Geschichte, die wir uns heute anschauen, ist ein Beispiel, was mit Honig so passieren kann.

Du hast schon gesagt, du hast so ein bisschen rein recherchiert, du weißt so ein bisschen heute, worum es geht. Ja, also aber auch wirklich nur am Rand. Ich fand es halt interessant, dass das auch irgendwie mit einer Deutschen zu tun hat, die dann irgendwie in den USA arbeitet. Also ich fand die Überschneidung irgendwie witzig und dann eben habe ich einfach gedacht, okay, es gibt auch diese ZDF-Frontalrecherche zur Honig-DNA, ob das jetzt echter Honig ist oder nicht und so. Also ich fand, es gibt einfach, finde ich, zum Honig, viel zu sagen, so wie du auch schon sagst, weil es auf der einen Seite gibt es dann diesen tollen Imkerhonig, wo man irgendwie zwölf Euro fürs Glas bezahlt, und da kann man sich ja dann auch schon fragen, warum ist das im Supermarkt dann so günstig?

Richtig. Also da kommen ja schon Fragen auf, deswegen finde ich es einfach eher ein spannendes Produkt einfach. Ich finde es auch super spannend, weil ich finde, Honig hat erstmal so ein Liebes-Image. Und auch die Leute, die ich mit Honig verbinde, haben für mich erstmal ein Liebes-Image. Das ist bei anderen Produkten, die man im Supermarkt kaufen kann, irgendwie anders, wenn man dann darüber nachdenkt.

Manche Sachen haben Sammlerwert, wie Wein oder Tiere werden geschlachtet. Das sind natürlich ganz andere Bilder, die aufgemacht werden bei Produkten. Und bei Honig denke ich irgendwie immer so, ach ja, ach so. Ja, man denkt irgendwie so an diesen Imker in seinem Anzug, der da so romantisch ist. Richtig, man hat immer dieses romantische Bild. Ja, genau, der hat dann so seinen einen Bienenstock.

Wir werden später auch nochmal dazukommen, wie man Honig überprüfen kann, beziehungsweise die Herkunft überprüfen kann, weil da gibt es ja auch unterschiedliche Methoden mittlerweile. Es gibt auch eine relativ neue Entwicklung, was die Honigrichtlinie angeht in der EU. Da gibt es jetzt seit Juni 2026 eine neue Richtlinie, die im Grunde verändert hat, dass man nicht mehr nur Mischung von Honig aus EU und Nicht-EU-Ländern draufschreiben kann.

Das war ja ganz lange gang und gäbe, da hat man draufgeschrieben, EU und Nicht-EU-Länder, was im Grunde heißt, der kommt von irgendwo auf dieser Welt. Das wurde jetzt für unzulässig erklärt und man muss alle Länder angeben. Und das hat natürlich auch einen Hintergrund, vor ein paar Jahren gab es eine Untersuchung der EU, die, festgestellt hat, wie viel Prozent des Honigs unter Fälschungsverdacht steht.

Und ich weiß nicht, ob ihr die Zahl kennt. Wann hat du nix schon? Ja, also ich glaube, es waren doch irgendwie, waren das nicht 80 Prozent oder so? 46. Ah, okay. Das ist jeder zweite Honig. Also jeder zweite Honig steht unter Fälschungsverdacht, was auch, das kann nicht sein. Und damit möchte man das Ganze natürlich verhindern, nachvollziehbarer machen.

Ob es unseren heutigen Fall damals hätte verhindern können, wenn man die Länder draufgeschrieben hätte, würde ich sagen, schauen wir uns gleich an. Die Quellenlage ist hervorragend, weil das Ganze natürlich ein riesiger Fall war, der vom US-Justizministerium am Ende verhandelt wurde. Es gibt Gerichtsakt noch und nöcher.

Und auch auf Stefanie Gieselbach, die wir schon im Intro gehört haben, kommen wir nochmal zurück später. Ihr bekommt heute natürlich alle Infos wieder auf der Website. Ihr bekommt nicht so viele Bilder, weil es von den Beteiligten nicht so viele Bilder gibt. Aber es lohnt sich trotzdem, auf die Website zu schauen, weil ich da natürlich auch noch andere Informationen und weiterführende Artikel etc.

Verlinke. Ihr könnt alle unsere Folgen werbefrei hören, indem ihr uns bei Steady abonniert. Wenn ihr uns bei Steady abonniert, bekommt ihr auch noch eine Bonus-Folge pro Monat. Und ich kann es nicht oft genug sagen, am 6. November, also in gut drei Wochen, Unsere erste Live-Online-Folge. Das heißt, wir treffen uns zusammen online und führen das Ganze live zusammen durch.

So, Hinweisblock Ende. Ich würde sagen, wir gehen in die Folge, oder? Ja, unbedingt. Ja, Zeit wird's. Um zu verstehen, wie eine Hamburger Kauffrau letztendlich in den Fängen der amerikanischen Justiz landet, müssen wir uns erst einmal anschauen, wie Honig auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Denn dann wird das romantische Bild von der Biene, die durch eine Wildblumenwiese fliegt und ihr Nektar sammelt, schnell zerstört.

Wo der Honig wirklich herkommt, ist erstmal zweitrangig. Wer Honig einkauft, interessiert sich nicht für Blüten oder Waldaromen. Er oder sie interessiert sich für den Preis pro Pfund. Und beim Preis pro Pfund ist chinesischer Honig ab Ende der 90er Jahre unschlagbar günstig. Ihn bekommt man für gut 30% weniger.

Der chinesische Honig landet damals in riesigen Mengen in Stahlfässern und wird wie Palmöl oder Maisstärke durch die Welt geschifft. In einen herkömmlichen Schiffscontainer passen gut 80 Fässer, die mit je 300 Kilogramm Honig gefüllt sind. So geht der Honig an Großbäckereien, an Müsliriegelhersteller, Getränkeabfüller oder Fleischverarbeiter, die ihren Schinken damit glasieren.

Die Preise für diesen chinesischen Honig sind Anfang des Jahrtausends so unschlagbar günstig, dass die amerikanischen Imker anfangen, sich dagegen zu wehren und Beschwerde einzulegen. Im Dezember 2001 gibt ihnen das US-Handelsministerium dann Recht. Es stellt offiziell fest, dass chinesischer Honig in den USA unter dem fairen Marktwert verkauft wird, also zu Dumpingpreisen.

Die Antwort der Regierung ist daraufhin Anti-Dumping-Zölle. Mit Anfangsgut 180, später mit bis zu 221% des deklarierten Warenwerts fallen die so hoch aus, dass sie den Handel mit chinesischem Honig praktisch beenden. Chinesischer Honig ist über Nacht kein Schnäppchen mehr, sondern ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Ein knappes Jahr nach der Einführung der Zölle kommt das zweite Problem hinzu. Im Oktober 2002 verhängt die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA ein Import Alert gegen chinesischen Honig. Der Grund ist ein Antibiotikum namens Chloramphenicol, das in Proben aufgetaucht ist. Für Chloramphenicol in Lebensmitteln gilt in den USA eine Null-Toleranz-Politik.

Das ist kein Grenzwert, den man knapp unterschreiten kann, sondern der Grenzwert ist Null. Chinesischer Honig hat Anfang der 2000er Jahre also zwei Probleme. Er ist durch die Zölle quasi unbezahlbar, dazu gilt er als lebensmittelrechtlich verdächtig. Und genau in diese Welt kommt im Herbst 2006 eine junge Deutsche mit einem großen Traum.

Und diese junge Deutsche möchte ich euch natürlich einmal zeigen. Das ist Stefanie Gieselbach. Da ist sie natürlich schon ein bisschen älter, aber könnt ihr gerne einmal beschreiben. Ich muss die ganze Zeit an Stefanie Giesinger denken. Also schon seit du im Intro Stefanie Gie gesagt hast, bin ich bei Stefanie Giesinger.

Sieht ein bisschen anders aus. Sieht ein bisschen anders aus, aber ich finde das so ein klassisches, also wie so ein Unternehmensfoto. Unternehmensfoto, das könnte so ihr LinkedIn-Foto sein vielleicht. Ja. Ja, blonde, lange Haare. Aber ich finde, sie sieht jetzt nicht unsympathisch aus oder so. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass sie weiß, was sie will.

Sie sieht für mich ein bisschen wie so ein LinkedIn-Foto aus. Deswegen denke ich gleich so ein bisschen, die Frau will Karriere machen. Also die weiß, was sie will. Die geht voran. Ja, und der Blick ist so ein bisschen so, als würde sie gerade kurz nochmal darüber nachdenken, was sie gerade oder was sie als nächstes sagen möchte.

Und dann hat sie aber so eine richtig patente Antwort bereit. So sieht die für mich aus. Ja, so fokussiert irgendwie, ne? Also ich denke auch, wenn sie da was sagt, dann… Stimmt, sie gibt es auch so ein bisschen Pressesprecherin-Vibes. Ja, genau, stimmt. Das Foto von Stefanie Gieselbach ist dann heute tatsächlich das einzige Foto, das ich dabei habe, weil von allen weiteren Beteiligten gibt es nicht wirklich Fotos.

Aber um Stefanie wollen wir uns jetzt noch einmal kurz kümmern, denn die arbeitet für das Familienunternehmen Alfred L. Wolf. Der Name wird uns heute noch ein paar Mal begegnen. Und das Unternehmen handelt mit allerlei Lebensmitteln. Stefanies Spezialgebiet in der Firma ist der Honig. Mit 19 Jahren hatte sie ihre Ausbildung bei Alfred L. Wolf angefangen und nur drei Jahre später war sie Produktmanagerin.

Sie spricht fünf Sprachen und man kann das so sagen, ist eine Art Überfliegerin. Als sie im Herbst 2006 in die USA geschickt wird, ist sie gerade einmal 28 Jahre alt und soll zu dieser Zeit das gesamte amerikanische Honiggeschäft verantworten. Für diesen Traumjob lässt sie alles zurück. Familie, Freunde, ihren Freund.

Doch schon bald nach ihrer Ankunft stellt Stephanie fest, dass in ihrem neuen Büro nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Sie hatte sich im Herbst 2006 auch deshalb so auf ihren neuen Job gefreut, da in Hamburg in Aussicht gestellt wurde, dass sie in den USA einen eigenen Produktionsbetrieb für Honig aufbauen soll.

Dort sollte der Industriehonig professionell verarbeitet werden. Als sie in Chicago ankommt, ist davon aber keine Rede mehr. Es gibt nicht mal ein Budget für dieses Projekt. Stattdessen soll sie das machen, was alle anderen hier auch machen. Den Transport der eingeführten Honigcontainer organisieren.

Anstatt einen modernen Betrieb aufzubauen, soll sie also einfache Verkaufsvorgänge abwickeln. Dabei fällt ihr auf, dass in den USA plötzlich Honig aus ganz anderen Ländern gehandelt wird als zuvor in Europa. Jedes noch so kleine Land in Asien, darunter Staaten ohne Nennenswerte im Karai Tradition, scheinen auf einmal gewaltige Honigproduzenten zu sein.

Stephanie hat eine Ahnung, was hier passiert. Trans-Shipment, also das Umschiffen der US-Zölle durch falsche Herkunftsländer. Chinesischer Honig würde beispielsweise nach Malaysia geschifft. Dort produzieren lokale Mittelsmänner neue Papiere, also neue Ursprungszeugnisse, Frachtbriefe, Packlisten. Und aus chinesischem Honig wird dann auf dem Papier 100% reiner malaysischer Honig.

Dann geht der Container zurück aufs Schiff Richtung Los Angeles oder Houston. Und weil auf malaysischem Honig keine Anti-Dumping-Zölle liegen, winkt der Zoll ihn einfach durch. Stefanie hat jetzt also so ein Gefühl, dass hier was falsch läuft. Was wäre eure Reaktion darauf? Ich würde das melden. Also ich würde denken, hier ist irgendwas komisch.

Dann würde ich das Gespräch zu meinem Vorgesetzten, meiner Vorgesetzten suchen. Erst mal. Also mich mit irgendjemandem darüber austauschen oder irgendwelche anderen Kolleginnen, Kollegen fragen und sagen, Leute, was ist das hier? Was ist denn los? What's going on? What's going on? Ja, ich hätte es auch gesagt.

Also mal mit dem, wahrscheinlich auch das Gespräch suchen mit den Vorgesetzten. Ich weiß nicht, ob das gleich so irgendwie zu eskalieren an irgendeiner Behörde, will man wahrscheinlich im ersten Moment jetzt nicht. Weil man denkt, ja, vielleicht ist das... Vor allem, wenn du gerade mal ein paar Wochen im Land bist. Das kommt ja auch noch dazu. Ja, genau.

Genau, also sie ist da ja jetzt auch fremd, muss sich vielleicht erst mal generell in dem Betrieb zurechtfinden. Sie will da wahrscheinlich auch irgendwie ankommen. Aber ich sage mal so, es ist ja schon verdächtig, wenn auf einmal so Länder Honig importieren, die dafür jetzt nicht so bekannt sind. Es ist halt die Frage, also ich würde mir da schon auch Gedanken machen, ob die Chefs das wirklich nicht wissen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, was die gute Stefanie jetzt macht. Ich habe noch eine Frage, Flo, um einmal nochmal zu verstehen, wo sie herkam und was der Plan war. Also sie hat für ein deutsches Familienunternehmen gearbeitet, was mit Lebensmitteln handelt. Sie aber nicht selber produziert, also ein Handelsunternehmen.

Und dieses Handelsunternehmen hatte eine Dependance in Chicago und hat ihr gesagt, geh da hin und mach aber nicht nur den Vertrieb, den du vorher in Deutschland gemacht hast, sondern bau da eine eigene Produktionsstätte auf. Wir wollen jetzt selber Honig produzieren und nicht nur handeln. Ja, die haben, glaube ich, auch verarbeitet. Also sozusagen nicht nur hin und her geschoben, sondern sie haben auch in Deutschland verarbeitet.

Auf welcher Ebene das jetzt passiert ist, das weiß ich nicht. Aber die haben nicht nur von A nach B geschoben. Ja, und der Plan war, dass sie in Chicago irgendwie expandieren, ihr Geschäft weiter ausbauen und sie vor Ort dafür verantwortlich ist. Richtig. Okay, okay. Ich denke, häufig ist es ja dann auch so, dass diese Importeure dann eben diese große Mengen einkaufen, wie Flo schon gesagt hat. Da kommen dann irgendwie so ganze Fässer und dann ist vielleicht sozusagen dieser Produktionsschritt eben einfach nur das dann in 500-Gramm-Gläser zum Beispiel abzufüllen.

Ja, oder das Ganze zu verschneiden, weil, jetzt kommen wir wieder auf den Anfang zurück, der Honig aus EU und nicht EU-Ländern ist ja am Ende genau das, dass da, verschiedene Sorten zusammen gemischt werden, dass am Ende was rauskommt, was irgendwie dem deutschen Geschmack zum Beispiel entspricht oder was auch finanziell, weiterverkauft werden kann.

Wie gesagt, ob sie exakt das gemacht haben, weiß ich nicht, aber so klingt es zumindest, dass das die Idee war, dass sie das aufbauen wollten. Aber wie gesagt, dazu wird es nicht kommen, denn als sie dann dort ankommt, stellt sie relativ schnell fest, dass ihr da ein bisschen was vorgegaukelt wurde. Als sie die Machenschaften durchschaut, stellt sie einen Kollegen im Büro zur Rede.

Sie fragt ihn, auf welchen Teil des Geschäfts bist du eigentlich so besonders stolz? Den Illegalen? Von ihren Kollegen wird sie dafür ausgelacht. Denn das Umgehen der Zölle über Drittländer ist ein offenes Geheimnis in der Branche, mit dem sich die Kollegen sogar brüsten. Das machen doch alle so, sagen sie.

Und damit haben sie nicht ganz Unrecht. Denn im ganzen Land arbeiten Honigproduzenten und Importeure nach den gleichen Spielregeln. Zum Beispiel auch Grove Farms. Die Honigfabrik in Onstead, Michigan, beliefert Lebensmittelkonzerne, Großküchen und Supermärkte im ganzen Land und gilt schon Anfang der 90er Jahre als größte Honigfabrik der USA.

85 Millionen Pfund werden hier pro Jahr abgepackt. Dass aber schon damals nicht alles mit rechten Dingen zugeht, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 1995. Ein Bundesgericht in Detroit verklagt damals die Eigentümer von Grove Farms. Der Vorwurf? Zwischen 1988 und 1992 sollen sie Mais-Sirup unter ihren Honig gemischt und die Mischung als reinen Honig der Güteklasse USDA Grade A verkauft haben.

Die Ersparnis laut Anklage lag dabei bei über einer Million Dollar. Zu einer Verurteilung kam es damals aber nicht. Stephanie Gieselbach ist jetzt also in Chicago angekommen und arbeitet dort, ihren Stiefel runter, könnte man sagen. Und tagtäglich landen Bestellungen bei ihr auf dem Schreibtisch. Unter anderem auch von Grove Farms.

Denn die Fabrik ist einer der größten Kunden von Alfred L. Wolf. Stephanie zeichnet eine Bestellung nach der anderen für die Honigfabrik ab. Wenige Wochen zuvor, im Frühjahr 2007, hatte sie den Juniorchef in ihrer Firma allerdings zur Rede gestellt. Sie erklärte ihm, dass sie so nicht arbeiten wolle.

Die Praxis, den Honig am Zoll vorbeizuschleusen, war das absolute Gegenteil zu den Versprechen, die sie in Hamburg bekommen hatte. Sie sagt, dass sie ihren Dreijahresvertrag vorzeitig auflösen und umgehend nach Deutschland zurückkehren möchte. Also sie macht jetzt das, was ihr auch gemacht hättet. Wie reagiert der Chef? Ich denke, da die Geschichte ja noch weitergeht, wird sie jetzt nicht nach Hamburg zurückgehen.

Ich weiß nicht. Vielleicht gibt er ihr mehr Geld. Ja, ich habe auch gerade so gedacht. Vielleicht sagt er so, Stefanie, jetzt hab dich mal nicht so. Ja, wir verdienen hier gutes Geld. Was brauchst du? Was kann ich dir kaufen? Ja, okay. Aber du hast jetzt so überrascht reagiert, dass das wohl nicht passiert sein wird. Ja, okay, da habe ich das jetzt wahrscheinlich schon vorweggegeben. Was macht sie?

Also irgendwie noch sehe ich jetzt keine Situation, in der Stefanie das jetzt auf einmal okay findet. Also alles, was wir bis jetzt wissen, ist ja, dass sie das negativ auffällt, dass sie ihre Kollegen zur Rede stellt, dass sie nach Hause will. Gerade denke ich nicht, dass sie jetzt von einem Tag auf den anderen denkt, ach ja, komm, na dann, ach, scheiß drauf, mache ich das jetzt halt auch mit.

Es muss ja irgendeinen Grund, vielleicht versprechen sie ja auch, dass sie damit aufhören werden. Nee, das ist auch unrealistisch. Ich finde es auch spannend, weil ich denke, also ich habe jetzt schon gedacht, sie ist ja jetzt schon tough auch, dass sie da gleich nicht nur die Kollegen anspricht, sondern direkt schon auch den Chef. Also das würde jetzt auch nicht jeder machen.

Vielleicht stellen sie ihr wirklich so in Aussicht, dass es nur eine Übergangszeit ist, bis diese Zölle wieder runtergehen und dass man da irgendwie gemeinsam an der Lösung arbeitet. Ja, es ist von allem so ein bisschen was dabei. Ihr Chef ist erstmal überrumpelt. Damit hat er nicht gerechnet. Er fragt sie direkt, dir ist schon klar, was über dich geredet wird, wenn du jetzt zurückkommst.

Er wird denken, dass du Privates nicht vom Beruflichen trennen kannst. Denn Stefanie hatte ja ihren Freund Christoph in Hamburg zurückgelassen. Ihr Chef deutet damit an, dass man in der Firma und in der gesamten Branche das Gerücht streuen würde, sie habe schlicht das Getrenntsein von ihrem Partner nicht ausgehalten und beruflich versagt. Okay, das ist ja richtig mies.

Sag mal. Ja, er sitzt noch einen drauf und murmelt wie im Selbstgespräch. Vielleicht war es doch ein Fehler, eine Frau ins Ausland zu schicken. Mit keinem der männlichen Kollegen hatte ich je solche Probleme. Boah, ist das ekelhaft. Zum Verständnis. Ist das jetzt der Chef aus Deutschland? Also das ist quasi der Gesamtschef?

Genau, das ist der Gesamtschef, ja. Das ist der, der noch in Deutschland sitzt. Da ist jetzt auch in Deutschland kein Rückhalt sozusagen, sondern... Ja, das ist ein Thema, was in der gesamten Firma bekannt ist. Das ist jetzt kein US-Ding. Auch quasi in der gesamten Firma ja so unter Druck. Sehr fies. Ja.

Und die Bemerkung treffen die damals 28-Jährige natürlich empfindlich. Die Angst, als schwach abgestempelt und beruflich verbrannt zu werden, lähmt sie. Doch dann lenkt ihr Chef doch ein. Er verspricht, die Umverschiffung von Containern externer chinesischer Lieferanten umgehend zu stoppen. Stephanie ist erleichtert und schöpft Hoffnung. Doch es ist eine Täuschung.

Das Verbot betrifft lediglich jenes Drittel des Volumens, das von eben jenen externen Händlern bezogen wurde. Die restlichen zwei Drittel des Geschäfts wickelt Alfred L. Wolf über seine konzerneigenen Tochterfirmen in Hongkong und Peking ab. Dieses Kerngeschäft lief im Verborgenen exakt so weiter wie bisher.

Für Stephanie ist das Band zu dem Zeitpunkt aber zerschnitten. Sie sieht, dass hier in den USA keine Zukunft mehr für sie liegt. Sie beschließt, nur noch so lange in Chicago durchzuhalten, bis ihr niemand mehr nachsagen kann, sie sei vorzeitig gescheitert. Ab jetzt macht sie Dienst nach Vorschrift. Sie bearbeitet und unterzeichnet Fracht- und Zolldokumente weisungsgemäß, solange die Papiere auf dem Schreibtisch formal den Anschein von Rechtmäßigkeit waren.

Also, dass auf den Deckblättern Staaten wie Malaysia, Vietnam oder Polen stehen. Ein Jahr geht das so. Im Frühjahr 2008 ist Stephanie für ihren Osturlaub in Deutschland. Als sie am Ostermontag, dem 24. März, wieder in Chicago landet, wird sie direkt nach ihrer Landung am Flughafen verhaftet und stundenlang verhört.

Ein Schock. Sie erfährt, dass kurz zuvor mehrere Beamte die Büroräume von Alfred L. Wolf durchsucht haben. Stephanie hat genug. Sie möchte keinen Tag länger in Chicago bleiben. Hier läuft was ganz grundsätzlich falsch. Ihre Firma bewilligt schließlich eine vorzeitige Rückkehr, solange sie ihre Nachfolgerin in Chicago noch einarbeitet.

Am 23. Mai 2008 möchte Stephanie dann noch einmal für ein paar Tage nach Hause. Doch die US-Behörden glauben, dass sie vor den Ermittlungen flüchten möchte. Ihr wisst, was passiert. Stephanie wird am Flughafen festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Aber Stephanie ist nicht die Einzige, die die Ermittlungsbehörden zu dieser Zeit auf dem Kika haben.

Und ihr erinnert euch, Stefanie wurde ja ausgelacht, weil sie tat es ja alle so machen. Und hier müssen wir jetzt einmal so ein bisschen den Scheinwerfer aufziehen, drehen und auf das ganze Land richten. Denn Honeygate, über das wir heute hier sprechen, das waren Betrugsfälle im ganzen Land, die alle ein bisschen unterschiedlich aussahen, aber vom Prinzip natürlich ähnlich funktioniert haben.

Manche gingen für diese Art des Betrugs aber noch viel weiter als Stefanie und Alfred L. Wolf. Zum Beispiel gab es da Katie Lynn. Für ihre Geschichte müssen wir nach Kalifornien reisen. Hier in Temple City, einem Stadtteil von Los Angeles, betreibt sie das Fracht- und Logistikunternehmen KBB Express Inc., das landesweite Transport-, Liefer- und Speditionsdienstleistungen anbietet.

Aber das ist nicht alles. Katie Lynn wickelte als offizielle US-Vertreterin für mindestens zwölf chinesische Scheinfirmen und Importeure Honigimporte ab. Dabei beschränkt sich Lin nicht auf einfache Büroarbeit, sondern organisiert die aktive physische Vertuschung der Herkunft. Sie fälscht offizielle Zolldokumente, deklariert hunderte Frachtcontainer mit chinesischem Honig, bewusst wahrheitswidrig als zollfreien Zucker, Fructose- oder Glukosesirup.

Sie beschafft gefälschte Frachtbriefe, Rechnungen und Packlisten. Und nicht nur das. Katie, könnte man sagen, ging die Extrameile. Nach der Hafeneinfuhr lässt sie die Container per LKW in angemietete Lagerhäuser in Kalifornien und Texas transportieren. Dort lässt sie die Sirupetiketten sowie alle ursprünglichen chinesischen Herkunftskennzeichnungen und Chargenummern von den Fässern physisch entfernen und abschleifen.

Teilweise werden sogar neue Etiketten mit erfundenen Nicht-China-Herkünften aufgeklebt. Die neutralisierten Fässer gehen dann als Nicht-China-Honig in den regulären US-Handel und dann industrielle Großabnehmer. Die Ermittler gehen davon aus, dass Katie Lynn zwischen 2009 und 2012 Zölle und Abgaben in Höhe von fast 40 Millionen Dollar umgeht.

Und an dem Punkt habe ich mich so ein bisschen gefragt, ab wann man Honig oder die Herkunft von Honig nachweisen kann. Es gibt ja mittlerweile Untersuchungsmethoden, mit denen man die Herkunft feststellen kann. Das Ganze funktioniert so, dass quasi Mikropartikel aus der Erde in den Honig übergehen und über eine Spektralanalyse kann man dann diese Partikel sichtbar machen.

Und das Verfahren wurde schon ab Ende der 90er Jahre entwickelt, aber es hat sich erst so ab Mitte der 0er, späten 0er Jahre wirklich etabliert. Und erst ab 2013 gibt es die sogenannte NMR-Spektroskopie, mit der wirklich ein exakter Nachweis innerhalb von Minuten möglich ist. Also man kann dann wirklich sagen, wo der Honig geografisch herkommt.

Weil man die Bodenpartikel analysieren kann und daraus Informationen ablesen kann. Das heißt, es gab diese Methoden zu dem Zeitpunkt schon. Sie waren aber noch nicht so verbreitet, dass sie jetzt standardmäßig eingesetzt wurden. Das ist auch, weil wir am Anfang darüber gesprochen haben, dass 46 Prozent des Honigs in der EU einen Fälschungsverdacht haben.

Über solche Analysen kann man das dann feststellen. Aber da Honig ja eben ganz oft verschnitten wird und man nie jetzt einen rein, weißt du, man hat ja jetzt keinen rein Honig aus der Region XY aus der Stadt so und so, sondern das ist ja immer ein Verschnitt. Deswegen ist es halt schwierig, dann festzustellen, wo dann die Fälschung wirklich passiert ist, an welchem Punkt oder wie hoch auch die Fälschung ist.

Aber bei Katie Lynn hört das Ganze natürlich jetzt nicht auf, weil ich habe ja gesagt, das war ein riesiges Netz. Denn Katie Lin verkauft ihren Honig nicht direkt an Händler und an die Lebensmittelproduktion, sondern sie nutzt dafür Makler. Einer dieser Makler ist Urban Tran, der Katies Honig so auch an das Unternehmen Honey Solutions aus Texas verkauft.

Das Unternehmen beliefert vor allem industrielle Großkunden, Bäckereien und die Lebensmittelindustrie mit Massenware. Darunter sind auch hunderte Containerladungen chinesischen Honigs von mindestens sieben Scheinfirmen, die Katie Lin kontrolliert. Um das Netz jetzt aber einmal so komplett zu schließen, um wieder zu Stephanie zurückzukommen, ist gut zu wissen, dass auch Stephanie mit Honey Solutions zusammenarbeitet.

Und zwar schon im Dezember 2006, also kurz nach ihrer Ankunft in Chicago. Zu dieser Zeit liegt auf ihrem Schreibtisch eine Bestellung von Honey Solutions, dessen Betriebsleiter Douglas Murphy hatte polnischen Honig zum Schnapperpreis von 65 Cent pro Pfund erworben. Stephanie geht durch die Akten, unterschreibt sie und gibt den Honig frei.

Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, diese Bestellung soll gut anderthalb Jahre später zu ihrer Festnahme führen. Denn der Spottpreis war nur möglich, weil der Honig mit dem Antibiotikum Chloramphenicol belastet war. Ihr erinnert euch, das ist das Antibiotikum, wo es wirklich eine Null-Toleranz-Politik gab.

Und Douglas Murphy wusste davon. Und auch in der Hamburger Zentrale von Alfred L. Wolf wusste man davon. Stephanie Gieselbach in Chicago wusste nichts davon. Also von der Belastung. Die erfährt erst nach ihrer Festnahme im Mai 2008 aus der Anklageschrift davon. Das Schwierige in der Situation für sie ist jetzt, dass sie durch die Freigabe dieses Containers nach dem Food, Drug and Cosmetic Act als Inverkehrbringerin eines gesundheitsgefährdenden Lebensmittels gilt.

Dass sie dabei auf Anweisungen gehandelt hat und ihre Vorgesetzten ihr die Testergebnisse vorenthalten haben, spielt dabei keine Rolle. Aber kann es wirklich sein, dass Stefanie dafür verurteilt wird? Wow. Also sie ist so ein bisschen jetzt der Sündenbock eigentlich für die gesamte Firma, oder? Ja, schauen wir mal. Und ich frage mich die ganze Zeit, sie hat ja vorher schon mal so ein bisschen für Querelen gesorgt, sag ich mal, innerhalb der Firma, weil sie den Mund aufgemacht hat.

Und ich habe so ein bisschen die Angst, dass ihr das jetzt vor die Füße fällt, dass die Leute, die mit ihr zusammenarbeiten, jetzt auch vielleicht gegen sie aussagen und sagen, also die Stefanie, die wusste das, die wusste, dass die Sachen nicht so richtig laufen und hat es ja trotzdem gemacht. Die hat das vorgeschlagen.

Genau. Du meinst, dass man sie so ein bisschen ausgenutzt hat in dem Moment, dass man wusste, wir haben ja diesen Container, den können wir richtig für günstiges Geld verscheppern. Also bis jetzt klingen alle Menschen in dem Unternehmen Auf jeden Fall nicht so, als könnte man denen vertrauen und als würden die jetzt für einen in die Bresche springen. Also es würde mich nicht wundern, wenn die die jetzt in die Pfanne hauen.

Ich möchte später dann auf jeden Fall noch mal über Stephanie sprechen und wie sie mit der ganzen Situation umgeht. Da. Gibt es auch viel Material, weil in dem Moment fühlt es sich so an, als wäre sie ausgenutzt worden. Und in dem Unternehmen gibt es viele Menschen, auf die man ein Groll hegen könnte.

Darf ich noch mal ganz kurz zum Verständnis fragen? Bei diesem Honig, den Sie jetzt unterschrieben haben, das war ja Honig aus Polen. Das war auch wirklich Honig aus Polen. Oder war das chinesisch-polnisch? Dazu habe ich nichts gefunden. Ja, dazu habe ich nichts gefunden. Ob das auch ungelabelt auch nicht war. Aber da geht es jetzt erstmal nur darum, dass der eben belastet ist und deswegen darf man ihn eigentlich nicht verkaufen und deswegen ist er eben sehr günstig, damit ihn jemand kauft sozusagen. Richtig.

Und das wiegt auch schwerer als das Umlabeln. Wir kommen gleich dazu, weil, wie gesagt, ich habe es ja schon angedeutet, es sind sehr, sehr viele Menschen an diesem Betrug beteiligt. Und das ist auch nicht der eine Betrug, sondern das sind ganz viele verschiedene Fälle. Das ist auch für die heutige Folge wichtig.

Ich habe mir natürlich den Fall von Stefan jetzt so ein bisschen als zentralen Bestandteil herausgenommen, weil wir da vielleicht so den nächsten Anknüpfungspunkt haben. Aber es sind ganz, ganz viele Menschen daran beteiligt. Und dazu werden wir jetzt kommen, auch bei der Frage, wer bekommt welche Strafen, wer ist für was hier eigentlich verantwortlich und wird zur Rechenschaft gezogen.

Es ist wirklich ein industrieweiter Betrug, der sich an allen Punkten der Lieferkette abspielt, von vielen unterschiedlichen Personen durchgeführt wird, die mal mehr, mal weniger davon Bescheid wissen. Und neben Stephanie werden noch zahlreiche andere Personen festgenommen. Denn die Betrugsfälle waren seit Mitte der 2000er Jahre bekannt und unter dem Codenamen Project Honeygate ermittelte die Behörde Homeland Security Investigations an allen Ecken und Enden, auch mit verdeckten Ermittlern.

Denn als die Bundesbehörden HSI, also das ist die Homeland Security Investigations und CBP, das ist die Zollbehörde, genügend Beweise gegen die Honey Holding, das ist die Firma, zu der Honey Solutions gehört. Relativ einfache Namen, man hat sich überlegt, wir machen hier was mit Honig, also Honey Holding, Honey Solutions.

Als sie genügend Beweise gegen diese Firma gesammelt hatten, unter anderem wegen dieses Containers, der mit Chloramphenicol belastet war, den Stephanie unterzeichnet hatte, drohten sie dem Konzern mit einer strafrechtlichen Verfolgung. Und um dieser Anklage aber zu entgehen und eine Vereinbarung über einen Aufschub dieser Strafverfolgung zu erhalten, will ich die Unternehmensleitung in eine umfassende Kooperation ein.

Und Teil dieser Kooperation und der Vereinbarung war die ausdrückliche Zustimmung der Honeyholding, dass ein Spezialagent der Ermittler undercover die Rolle eines Einkaufsleiters in der Firmenzentrale übernehmen durfte. Ab Juni 2011 saß dann also einer dieser Agenten ganz regulär am Schreibtisch bei der Honeyholding und war für den Honigeinkauf zuständig.

Und für die Außenwelt, für die Makler, Lieferanten trat er als neuer Einkaufsentscheider des texanischen Großverarbeiters auf. Unter anderem traf der verdeckte Einkäufer auch auf den Makler Urban dran, der die Ware für Katie Lynn unters Volk brachte. Zwischen Ende 2011 und März 2012 fädelt er als verdeckter Einkäufer Deals über vier Container mit chinesischem Honig ein, der als Ware aus Malaysia und Vietnam getarnt war.

Jeder Anruf, jedes Treffen, jede E-Mail und jede gefälschte Rechnung wurde direkt von den Bundesbehörden protokolliert, aufgezeichnet und gesichert, was natürlich später vor Gericht direkt gegen die Verdächtigen verwendet werden konnte. Auf diese Weise lieferte der verdeckte Ermittler erdrückende Beweise, die am 23. Februar 2013 zu koordinierten Festnahmen und Anklagen führten.

Unter den Festgenommenen sind auch Katie Lynn, Douglas Murphy und Irwin Tran. Zudem schlossen am selben Tag die beiden Firmen Grove Farms und Honey Holding eine zweijährige Strafaufschubvereinbarung mit der Regierung ab. Das Grundprinzip bei dieser Strafaufschubvereinbarung ist, dass die Justiz zwar formal eine Anklage erhebt, das eigentlich Gerichtsverfahren aber für eine Bewährungszeit ausgesetzt wird.

Und wenn das Unternehmen während dieser Zeit alle auferlegten Pflichten erfüllt, wird die Anklage am Ende vollständig und endgültig fallen gelassen. Fühlt sich irgendwie falsch an, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber es ist ein rechtliches Mittel, was die Firmen da in Anspruch nehmen können. Ist auf jeden Fall das Ende einer jahrelangen Ermittlungsarbeit, die einen der größten Lebensmittelbetrugsfälle der US-Geschichte aufdeckt.

Und wir haben jetzt neben Stephanie eine Vielzahl von angeklagten Personen und Unternehmen. Und ich würde sagen, wir spielen jetzt ein kleines Spiel. Und zwar das Ranking, wer bekommt die höchste Strafe. Also, das ist ja gerade beliebtes Ding, dass man so Rankings macht. Und ich finde, das passt hier besonders gut, weil wir haben insgesamt, weil lass mich einmal kurz auf die Liste schauen, sechs verschiedene Personen slash Unternehmen, die hier jetzt eine Strafe erwartet.

Also wir haben Stephanie Gieselbach, wir haben Alfred L. Wolf, wir haben die Honey Solutions, wir haben Grove Farms, Katie Lynn, Douglas Murphy und Urban Tran. Sieben sogar. So. Okay, können wir da nochmal durchgehen? Wer hat nochmal was gemacht? Also wer nochmal wo war und was gemacht hat? Machen wir, machen wir gerne.

Also Stephanie Gieselbach. Stephanie Gieselinger ist genau, ist hier eine von 80 Millionen. Die in den USA Honig verkauft. Alfred L. Wolf ist ihre Firma. Honey Solutions ist ein großer Honigverarbeiter, der mit Katie Lynn, das ist die, die Importe abgewickelt hat, zusammengearbeitet hat. Honey Solutions ist gleichzeitig aber auch die Firma, die zu Honey Holding gehört, die ja mit den ermittelnden Menschen zusammengearbeitet hat.

Ja, ich würde sagen, wir nehmen das jetzt mal als eine Firma, weil das ist sozusagen ein super Unternehmen. Ja. Dann Douglas Murphy war der Einkaufsleiter bei Honey Solutions, der den belasteten Container gekauft hat, also der mit dem Antibiotikum belasteten Container gekauft hat und davon wusste. Und wir haben Urban Tran. Das ist der Makler, der den ganzen Honig hin und her geschoben hat.

Und der Douglas wusste aber auch nicht, dass sich ein Ermittler in den Kopf des Systems gesetzt hat und da für die Honey Holding gearbeitet hat dann. Also der war nicht Teil dieses Deals? Nee, nee, nee. Okay. Okay. Okay, das machen wir jetzt in Zusammenhandlung. Wir können ja von unten anfangen. Wer bekommt denn die geringste Strafe?

Stefanie, oder? Hoffe ich. Ich weiß nicht. Flo hat ja jetzt gesagt, dass die Firmen sich da so ein bisschen freikaufen können. Und da die ja mit der Behörde quasi kooperiert haben, würde ich jetzt fast verfinden, dass Honey Solutions sich da irgendwie so draus wuselt. Sagt, wir haben das jetzt alles behoben. Straffreiheit. Ja.

Da habt ihr doch schon mal ein ganz gutes Gefühl, ne? Weil dann fangen wir damit mal an. Die beiden Firmen kommen auf jeden Fall am besten raus. Also hier, die deutsche Firma auch? Ja, jetzt fangen wir mal von ganz vorne an. Du hast jetzt Plural gesprochen, die Firmen. Honey Solutions und Grove Farms, die haben wir auch noch.

Die beiden großen Honigverarbeitern. Ja, es ist viel los hier, ne? Also Grove Farms und Honey Solutions sind die beiden Honigverarbeiter, die den gefälschten Honig gekauft und dann weiterverarbeitet haben. Ja, aber Group Farms hat ja nicht zusammengearbeitet mit den Ermittlern. Deswegen kommt Honey Solutions am besten daraus. Am Ende müssen sie eine Million US-Dollar Geldstrafe zahlen, aber es gibt keine rechtlichen Konsequenzen.

Das Unternehmen vermeidet eine strafrechtliche Verurteilung und die damit drohende Schließung. Und nach Ablauf dieser zwei Jahre, also nachdem dieser Strafaufschub dann durch ist, ist quasi alles wieder normal und die Firma gibt es bis heute und stellt nach eigener Aussage 30 Millionen Pfund Honig pro Jahr her.

Und bis heute legt die Firma wirklich sehr großen Wert darauf, dass das Unternehmen niemals von der US-Regierung wegen Schmuggels oder Zollbetrugs angeklagt wurde. Es gibt auf der Website ein eigenes Feld, wo das nochmal wirklich beschrieben wird. Deswegen möchte ich das ja auch nochmal sagen, damit ich hier nicht verklagt werde.

Das scheint dir da sehr wichtig zu sagen, hey, wir wurden nie angeklagt und wir haben umfassend mit den Behörden zusammengearbeitet, um die illegalen China-Importe zu bekämpfen. Das ist die offizielle Linie des Unternehmens. Wir sind die Good Guys. Wir haben da geholfen, dass das aufgedeckt wird. Genau, wir haben das aufgedeckt. Richtig.

So, Grove Farms, denen konnte nachgewiesen werden, dass sie insgesamt 1578 Container mit geschmuggeltem Honig gekauft haben. Dafür gibt es auch einen Strafaufschub und eine Strafe von zwei Millionen US-Dollar. Aber warum denn auch ein Strafaufschub? Weil ich hätte jetzt gedacht, dass man das Land, das Land Amerika um so viel Zoll betrogen hat, um so viel Geld betrogen hat.

Würde jetzt bedeuten, dass man eine höhere Strafe bekommt? Ja, aber wenn du dann die richtigen Anwälte hast, die das irgendwie gut durchbringen können und es gibt dieses rechtliche Mittel des Strafaufschubs, scheinbar haben die das durchbekommen und haben gesagt, hey. Wir machen jetzt alles, was ihr wollt. Die mussten zum Beispiel ihre kompletten Bestände von dem illegalen Honig, also von dem illegal importierten Honig, vollständig vernichten auf eigene Kosten. Das war dann wahrscheinlich ein Punkt, dieser Vorgaben, die sie erfüllen mussten. Ja.

Aber das hat der Firma auch nicht wirklich geholfen, denn schon ein gutes halbes Jahr später, am 1. Oktober 2013, meldete das Unternehmen dann Insolvenz an und, existiert heute auch nicht mehr. Okay. Nicht, dass unsere Stefanie jetzt die ist, die da die Arschkarte gezogen hat am Ende. Die ist ja auch angestellt. Da müsste ja eigentlich ihre Firma.

Ja. Alfred L. Wolf, meinst du? Mhm. Ja. Nee. Die haben quasi die drittgeringste Strafe bekommen. Da werden zwar 3000 Fässer Honig beschlagnahmt, das US-Büro wird geschlossen und die Muttergesellschaft in Hamburg meldet auch Insolvenz an. Also wirtschaftlich ist es ein Totalschaden für die Firma, für die Führungskräfte und die Inhaber gibt es aber keine strafrechtlichen Konsequenzen.

Tatsächlich setzt Interpol die Inhaber der Firma auf die Most Wanted-Liste. Musst du auch erstmal schaffen. Also das Totalschäfte. Ja, und was im Grunde heißt, dass die Inhaber und die damaligen Verantwortlichen nicht mehr das Land verlassen können, also Deutschland, aber Deutschland liefert keine eigenen Staatsbürger an die USA aus, von daher drohen diesen Personen keine Strafen.

So. Das sind die Firmen. Kommen wir mal zu den anderen Beteiligten. Wir haben noch Urban Tran, den Makler. Wir haben Douglas Murphy, wir haben Stephanie Gieselbach und wir haben Katie Lynn. Also eigentlich hätte ich jetzt gedacht, dass Katie Lynn, Katie Lynn ist doch die, die wirklich umgelabelt hat und dann weiterverkauft hat. Ja, ja.

Also da finde ich ja schon, dass das schwierig ist, sich rauszuargumentieren. Also, ja. 100 Prozent, ja. Also das finde ich jetzt fast ein bisschen schwerwiegender, als jetzt jemand, der sozusagen nur in der Verwaltung sitzt und irgendwo seine Unterschrift drauf sitzt und dann vielleicht auch sagt, naja, ich will das gar nicht so genau wissen.

Und in dem Fall es ja auch nicht wirklich wusste. Also das mit, ja, Teile wusste sie, aber sie wusste ja nichts von dem belasteten Honig und konnte das hoffentlich auch nachweisen. Und Katie hat ja wirklich, also das war ja organisierte Kriminalität. Ja. Ihr habt da einen guten Riecher. Ich würde sagen, ich gehe die viermal durch.

Als nächstes kommt nämlich Urban dran. Der bekommt eine Geldstrafe von 500.000 US-Dollar. Dazu muss er 204.000 Dollar Schadenswiedergutmachung zahlen. Ins Gefängnis muss er aber nicht aufgrund seines hohen Alters. Der war nämlich schon 78 Jahre. Und da er ein Schuldeingeständnis ablegt, entgeht er der Haftstrafe und hat sozusagen nur diese Geldstrafe.

Als nächstes kommt Douglas Murphy. Das ist der, der den belasteten Container gekauft hat. Der erhält sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 26.000 Dollar. Er hat relativ früh mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und das ist der Grund, warum seine Haftstrafe so moderat ausfällt. Und dann kommen wir erst zu Stefanie. Und da das ja heute unsere Haubperson war, möchte ich da gerne noch einen Moment bleiben.

Sie wird tatsächlich in 44 Punkten angeklagt. Darunter Schmuggel, Justizbehinderung, Zollbetrug und das in Verkehr bringen gesundheitsgefährdender Wahn. Während ihren Chefs auch in Hamburg quasi alle Taten und dieses Vertuschen zur Last gelegt wird. Wie gesagt, wir wissen jetzt, sie werden dafür nicht verurteilt, weil sie nicht in den USA sind.

Kann am Ende, Stefanie, nur dieser konkrete Einzelfall mit dem Antibiotikum belasteten Container zur Last gelegt werden. Also das Schmuggeln oder das Abzeichnen der geschmuggelten Container ist nicht das, was sie am Ende in Schwierigkeiten bringt, sondern dass sie diesen Container mit Antibiotikum quasi ins Land gelassen hat.

Und jetzt gibt es diese 44 Anklagepunkte und im US-System ist es so, dass wenn du dich für eine dieser Anklagepunkte schuldig bekennst, dann bist du sozusagen verurteilt und entziehst dich diesen anderen 44 Fällen. Und deswegen bekennst du sie jetzt für einen Anklagepunkt schuldig und das ist die Beteiligung an der systematischen Zollhinterziehung durch die Einfuhr falsch deklarierten chinesischen Honigs.

Dieser Antibiotika-Fall wird ihr aber erschwerend zur Last gelegt, was dazu führt, dass Stefanie zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und einem Tag verurteilt wird und eine zivilrechtliche Steuerschuld von 17 Millionen US-Dollar erhält. Dazu erhält sie ein lebenslanges Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten und wird unmittelbar nach ihrer Haftentlassung im Oktober 2013 nach Deutschland abgeschoben. Vielen Dank.

Und dass sie eine milde Strafe bekommen hat, also ein Jahr Haft ist eine milde Strafe in diesem Zusammenhang, begründet die Richterin damit, dass Stefanie aufrichtig Reue zeigt, relativ jung ist und nicht als Entscheidungsträgerin im Konzern aufgetreten ist. Allerdings wird diese Haftstrafe verhängt, um eine abschreckende Wirkung für die Öffentlichkeit zu entfalten.

Und was beinhaltet diese Zollstrafe, die du da erwähnt hast? Ja, das Ding ist, die muss sie nie zahlen. Auf dem Papier erhält sie diese Strafe, aber es ist auch klar, dadurch, dass sie direkt abgeschoben wird, wird die USA diese Strafe nie verstrecken oder sich wiederholen können. Das ist eine Strafe auf dem Papier.

Und all das weiß ich, weil Stephanie ein Buch geschrieben hat. Ich zeige es euch einmal ganz kurz hier in die Kamera. Es heißt, meine abgeschminkten Jahre, wie ich im amerikanischen Frauenknast landete. Und sie hat quasi diese Zeit in dem Jahr im Gefängnis dann in einem Buch verpackt, und ist in der Zeit nach dem Buch auch viel in Podcasts, im Radio, in Fernsehsendungen aufgetreten.

Ich verlinke euch da ein bisschen was auf der Website. Es gibt ein Interview bei Deutschlandfunk Nova, glaube ich, mit ihr, was wirklich sehr spannend ist. Und wo man merkt, die Frau hat A mit dieser Zeit abgeschlossen, sie hegt auch keinen großen Groll. Also ich finde, es ist eine wirklich sympathische Frau und du merkst, dass sie sehr klar ist, wie die Situation einordnen kann.

Und trotz diesem Jahr im Gefängnis und auch vor allem dieser Zeit, also zwischen der Verurteilung ist ja 2012 ist sie erst ins Gefängnis gegangen und 2008 wurde sie verhaftet und in der Zeit hat sie unfassbar viele Menschen gehabt, die ihr geholfen haben. Also so, es ist wirklich ein ganz schönes Interview, hört euch das gerne mal an.

Kann ich auf jeden Fall empfehlen. Ich habe sie auch angeschrieben und gefragt, ob sie in den Podcast kommen möchte. Mano, nicht, dass du hier zweite Wahl bist, aber ich dachte mir natürlich, sie ist ja schon mal aufgetreten. Ich möchte sie aus uns. Ist okay. Aber sie hat sich nicht gemeldet. Vielleicht hört sie ja die Folge und meldet sich dann nochmal. LG, ja, falls sie sie hört.

Wir würden uns immer noch freuen, wenn sie vielleicht mal vorbeikommt. Dann können wir dann nochmal drüber sprechen. Man kann auf jeden Fall, finde ich, sagen, mit dem Buch hat sie ja dann irgendwie vielleicht auch noch so das Beste draus gemacht. Also dann kann man auf der einen Seite so ein bisschen abschließen und, macht wahrscheinlich keine 17 Millionen Dollar, das Buch, aber, und sie muss es ja nicht zahlen, aber dann kann man vielleicht noch so ein bisschen, so eine kleine Revanche, dass vielleicht noch was Gutes dabei rumkommt, so, ja.

Ja, und sie hat einen wirklich sehr differenzierten Blick auf ihre Zeit. Also, wie gesagt, der Großteil des Buches dreht sich natürlich auch um die Zeit im Gefängnis und welche Leute sie dort kennengelernt hat und was im Gefängnis sein eigentlich bedeutet. Es ist also ein Frauengefängnis, in dem sie da war, in dem gleichen, wo Martha Stewart war.

Es ist ein Gefängnis, wo auch Leute sitzen, die so White-Collar-Crimes begangen haben, also Steuerhinterziehung oder sowas, für was Stephanie dort angeklagt wurde. Aber ja, es ist wirklich ein spannendes Buch und sie sagt auch, es ist ganz ehrlich, Ich habe ganz viele schlimme Leute kennengelernt, ich habe ganz viele Leute, tolle Leute kennengelernt und das finde ich wirklich, wirklich bemerkenswert, dass sie überhaupt kein Groll hegt gegen irgendjemand, sondern sagt, ganz ehrlich, es war eine Scheißzeit, aber ich habe auch ganz viele tolle Leute kennengelernt, die mich wirklich unterstützt haben.

Und zum Beispiel hat eine Person, um ihre Kaution zu bezahlen, seine Wohnung gefändet. Also er hat sozusagen seine Wohnung als Pfand für die Kaution hinterlegt, dass sie wieder aus der Untersuchungshaft freikam. Und solche Geschichten erzählt sie da, was ich sehr bewegend finde. Okay, und was ist mit Katie? Katie bekommt eine Strafe von drei Jahren Gefängnis und muss eine gute halbe Million Schadensersatz zahlen.

Und diese Strafe bekommt sie natürlich, weil sie eine führende Rolle in diesem ganzen System eingenommen hat. Sie hat diese Fässer, wie ich ja beschrieben habe, wirklich auch mit eigenen Händen umgelabelt und Zollerklärungen manipuliert etc. Es ist aber, wie gesagt, das sei an der Stelle noch mal erwähnt, es gibt nicht die eine Person, die irgendwie da Strippenzieherin oder Strippenzieher war, sondern es sind unterschiedliche Personen.

Tatsächlich ist die Person, die die längste Strafe bekommt, die habe ich hier rausgelassen, weil die noch mal in einem anderen... Bereich quasi spielt. Ich dachte, irgendwo muss ich einen Punkt machen. Ich kann nicht alle Beteiligten irgendwie hier mit in die Geschichte einflechten. Das ist auch ein Makler, also der den Honig dann verkauft hat aus Texas, der bekommt am Ende sogar sechs Jahre und zwei Monate Gefängnis.

Du könntest doch auf der Website so eine Criminal Map erstellen mit allen beteiligten Personen und Firmen, oder? Ich hab das versucht und das Ding ist, ich hab das so runterdampfen müssen hier, weil auch, ich hab ja gesagt, Katie hat zwölf Firmen geführt, mit denen sie da diese Importe abgewickelt hat, die alle unterschiedlichen Namen haben, die alle irgendwie unterschiedlich mit irgendjemanden zusammenarbeiten.

Das ist viel. Also nochmal, es sind einfach sehr, sehr viele Menschen an diesem ganzen Betrug beteiligt, um das hier eine Stunde Podcast zu bekommen. Musste ich das ein bisschen runterdampfen heute. Aber ja, ich verlinke gerne. Ich verlinke gerne. Also das heißt ganz kurz, Stefanie ist dann 2009 oder wann ins Gefängnis gewandert und 2010 rausgekommen wieder, oder?

Nee, 2008 wurde sie verhaftet, im Mai 2008, wurde sie in Chicago verhaftet. Dann saß sie eine Zeit lang in Untersuchungshaft, ist dann aber im Grunde auf freien Fuß gekommen, mit einer Fußfessel. In der Zeit durfte sie auch arbeiten, sie hat in einem deutschen Restaurant gearbeitet, in einer NGO, also sie hatte dann vier Jahre wirklich dort gelebt, immer mit dem Wissen, irgendwann kommt der Prozess und irgendwann wird hier was passieren.

Im Jahr 2012 wurde sie dann verurteilt in den USA, ist ein Jahr ins Gefängnis gegangen und dann 2013 ja, ein Tag nach ihrer Haftentlassung nach Deutschland abgeschoben worden. Okay. Und weißt du, ob sie heute noch in der Lebensmittelindustrie oder in der Honigbranche arbeitet? Das Einzige, was man findet, ist, dass sie sozusagen in einem Handelsjob arbeitet.

Was genau sie macht heute, das weiß ich nicht. Aber sie ist wieder, sie hat sich wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Was man ja daran merkt, dass sie nicht in den Erfolgs-Podcast Foodcrimes kommt möchte. Skandal. Größter Skandal. Der ganzen Folge. Ja, ich verlinke euch das Interview mit Deutschlandfunknova auf der Website.

Es gibt auch noch einen Beitrag von Kapital. Das ist so ein Online-Magazin oder auch ein Magazin, das man kaufen kann, in einem spannenden Artikel über sie. Das war Honeygate, dieses wirklich Monstrum eines Falls aus den USA, was ich heute versucht habe, so anschaulich und einfach wie möglich darzustellen.

Merkt euch einfach, ganz, ganz viele Menschen daran beteiligen. Am Ende landet im Knast eine Person aus Deutschland, die nichts davon wusste. Das ist die Kurzzusammenfassung. Hätten wir uns die Stunde hier schenken können. Danke, Flo, fürs Aufarbeiten und Aufdröseln von solchen komplizierten Fällen. Lasse ich häufig einmal die Finger. Deswegen vielen Dank.

Es war sehr spannend und ich betrachte Honig dann jetzt mit anderen Augen. Auch wenn das hoffentlich der Vergangenheit angehört, aber trotzdem. Wir wissen ja, die Verunreinigung, der Schmuggel, die Veränderung, gehört das wirklich der Vergangenheit an, wenn 46 Prozent des Honigs in der EU irgendwie unter Fälschungsverdacht stehen?

Sag ich mal, dahingestellt. Also ich glaube, da haben wir ja schon mal drüber gesprochen, der beste Honig, den man kaufen kann, ist, wenn man das irgendwo auf einem Markt kauft, wo man wirklich weiß, da gibt es eine Person, die hat diese Bienenstöcke und macht den Honig selber. Und wie wir ja auch gelernt haben, Stadthonig ist tatsächlich besser als ein Ruf, weil es nicht so viel die Pestizidbelastung nicht so hoch ist.

Was ja für mich ein großer Aha-Effekt war. Deswegen kann ich den Honig kaufen. Klar ist der ein bisschen teurer, aber der ist auch geiler. Und Honig verwendet man ja auch nicht in Mengen, dass man da irgendwie so fünf Gläser im Monat irgendwie kaufen muss, sondern das hält ja meistens auch eine Weile. Ja.

Ja, spannend. Ja, ich glaube, auch heutzutage ist ja eher das Crime, dass da dann irgendwie Dinge wie Zuckersirup und so weiter mit reingemischt werden. Also, dass es dann einfach gestreckt wird. Ich glaube, solange man eben Produkte hat, wo das Endprodukt aus so vielen verschiedenen Ländern zusammengeschustert wird, gerade die Produkte, die dann oft eben im Supermarkt landen, hat man da natürlich so ein bisschen so ein Einfallstor.

Weil ich habe jetzt noch überlegt, im Grunde ist die Mechanik ja dann immer noch möglich, wenn man jemanden hat, der einfach irgendwelche Zettel unterschreibt. Das ist nochmal eine andere Nummer, als im Labor zu untersuchen, wo kommt der Honig her und so weiter. Der Punkt mit dem Transshipment, was ja hinter Honeygate steht, waren ja vor allem diese absolut hohen Zölle.

Also das sagt Stefanie in dem Interview mit Deutschlandfunk auch, so Zölle sind ja oft dazu da, so ein Ungleichgewicht auszugleichen. Also ich meinte ja am Anfang, der chinesische Honig ist 30% billiger. Dann wäre, Das Gegenmittel zu sagen, okay, wir füllen jetzt Zölle in Höhe von 30 Prozent ein, um das irgendwie auszugleichen.

Diese bis zu 220 Prozent war halt komplett, also das war halt sonst was, wo dann auch niemand mehr gedacht hat, okay, dann versuchen wir hier irgendwie einen halbwegs sinnvollen Handel hinzubekommen. Weil in China, es wurde ja weiter produziert, und in China und in großen Teilen Asien, es gab es viele Menschen, die auch ein Interesse daran hatten, diesen Honig irgendwie weiter unter das Volk oder in die Welt zu bekommen.

Und das war das Einfallstor für diesen Betrug. Das war unser heutiger Foodcrime, aber es ist nicht der letzte Foodcrime für heute, weil wir natürlich unsere Gäste auch immer nach ihrem persönlichen Foodcrime fragen und ich bin sehr gespannt, was du uns mitgebracht hast. Ich habe tatsächlich ein bisschen überlegt und ich habe vielleicht sogar so zwei Foodcrimes, zum einen so aus meinem Beruf jetzt quasi, dass wir uns ja einfach sehr viel damit beschäftigen, mit Markenprodukten, in Eigenmarkenprodukten und was steckt da drin?

Das passt ja auch irgendwie zur heutigen Folge so ein bisschen. Und tatsächlich wäre mein Foodcrime, dass wir sehr häufig feststellen, ihr vielleicht auch bei Besseresser, dass in Markenprodukten tatsächlich sehr häufig mehr Zusatzstoffe drin sind als bei Eigenmarken. Was man normalerweise ja immer so als Verbraucher nicht denken würde.

Das wäre mal so mein erster Foodcrime, das teuer nicht unbedingt gut bedeutet. Und dann noch so ein klassischer Foodcrime, tatsächlich habe ich darüber nachgedacht, ich glaube so Lieferdienstpizza wisst ihr was ich meine also so diese, ich meine du sitzt jetzt glaube ich in den USA, aber ich finde schon, so diese dicker Teig und dann irgendwie da ist da so alles drauf, Mais, Zwiebeln und dann irgendwie so ein richtig günstiger Käse und davon viel, Ja, da rennst du bei mir ja die Tür ein.

Ja, ja. Also ich habe ja auch in einem Pizzalieferdienst gearbeitet mal. Das heißt, ich war an der Quelle. Ich war Teil des Problems, könnte man sagen. Du hast nur ausgeführt, Flo. Du hast einfach nur Dienst nach Vorschrift gemacht, wie unsere Stefanie. Ausgefahren habe ich, Lilly. Ich habe nur ausgefahren.

Aber bin ich zu 100 Prozent bei dir. Dieser süße Teig. Genau. Auch viel zu dick. Diese wirklich gottlosen Kombinationen, die da teilweise verkauft werden, da gibt es dann immer eine Hüttenpizza im Winter, dann gibt es eine Spargel-Hollandaise-Pizza im Frühjahr, irgendeine Döner, sonst was. Hölle, Hölle, Hölle. Und ich kann euch sagen, all diese Pizzen werden bestellt.

Das ist wirklich, das ist schrecklich, was sich manche Leute reinfahren. In was für Löcher ich da geblickt habe. Wo diese Leute sich Pizza hinbestellen. Meine allerliebste Geschichte ist immer noch, ich habe irgendwann mal, das war so eine große Pizzasalami, 12,39 Euro. Ich weiß es bis heute. Ich komme dort an, die Tür geht auf, es stinkt.

Oder wie wir Sachsen sagen, es murchtet wie Sau. Und dann reicht mir dieser Typ wirklich einen Stapel. Also der fasst mit der ganzen Hand über diesen Stapel. Das waren also so ungefähr so 20 Münzen. Gibt mir das und sagt, stimmt so. Und das waren 12,39 Euro abgezählt auf den Cent. Und ich wollte diesem Typen einfach nur ins Gesicht schlagen.

Mein Appell an alle, wenn ihr diese Pizzen schon bestellt, geht entgegen und gebt ein, zwei Euro Trinkgeld. Weil wenn ihr schon nicht aus dem Haus geht und faul seid, dann sollte das das Mindeste sein. Punkt. Sehr lustig. Sorry, du hast hier gerade einen Rent. Ich habe gestern Abend Pizza bestellt und fühle mich hier gerade so.

Es gibt ja auch gute Pizza. Was hast du denn bestellt, Deli? Ich bin da ja nicht experimentierfreudig bei Pizza. Ich bestelle immer die gleiche oder ich esse immer die gleiche. Ich bestelle nicht immer die gleiche. Ich wollte eine Fungi bestellen, die war aus. Ich bin auch, ich finde es ein Crime auch, was für Läden überhaupt Pizza liefern.

Also ich habe gestern in dieser App wieder mal gedacht, mein Gott, es gibt in meinem Umkreis 100 Pizzalieferdienste, die haben alle die gleichen Anzeigebilder. Ich weiß, dass das System auch das Problem ist, dass die Apps auch das Problem sind und nicht nur die Läden oder die Menschen natürlich. Und trotzdem, dann muss man ja immer double checken. Bei der App hatte diese komische Pizzeria irgendwie 4,8 Sterne, dann habe ich die gegoogelt, dann war die Google-Bewertung 1, irgendwas. Und die Kommentare waren wirklich gottlos.

Und in der App sieht das natürlich dann fantastisch aus. Und bei einer Pizza Fungi denkt man sich ja auch, kann man jetzt nicht so viel falsch machen, aber kann man. Und dann habe ich, glaube ich, 20 Minuten Zeit aufgewendet, um einen Laden zu finden, der irgendwie okay war und die Pizza war dann auch solide.

Aber ich weiß natürlich, welche Pizza ihr meint und finde auch unmöglich, wie manche Leute Lieferanten behandeln und so. Also das ist wirklich, ja, bei manchmal ist man ja selber Teil davon und gestern war ich Teil davon und habe eine Pizza bestellt, weil ich keine Zeit hatte. Schande, Schande, Schande.

Weißt ihr, was ich mich bis heute übrigens frage, Also die Pizzakartons sind ja auch eigentlich schlecht, weil die Pizza ja nicht warm bleibt und labbrig wird. Warum gibt es bis heute keinen Pizzakarton, der das Produkt... Gut warm hält und in einer guten, ich weiß, dass es auch schwer ist, ist vielleicht das Produkt das Problem, aber findet ihr das nicht erstaunlich, dass Pizzakartons sich, dass das keine Evolution vom Pizzakarton gibt, dass das einfach seit immer das Gleiche ist?

Manchmal gibt es noch diesen Plastikstab, der das, damit der Deckel nicht auf die Pizze stimmt. Das stimmt. Das ist ja künstlich. Weil alles, wenn du da anfängst zu beschichten, und irgendwie das mit Alu oder mit irgendwas zu beschichten, dann wird der Karton ja noch umweltschädlicher. Das kannst du ja nicht mehr trennen, diese ganzen Verbundstoffe.

Also ich würde sagen, die Alternative zum Pizzakarton ist, die Pizza einfach vor Ort zu haben. Ich bin ja auch nicht so der größte Fan von so Sachen nach Hause liefern. Ich denke mir, also nach Hause liefern schon was anderes, aber so mit nach Hause nehmen. Ich gehe dann lieber hin und esse dann dort.

Ja, und häufig ist es ja auch so, dass die Pizza, die man beim gleichen Laden sich liefern lässt, eben auch um Welten schlechter ist. Einfach weil die dann eben, dann sitzt das da alles immer schon in seinem eigenen Kondenswasser. Und wenn man das einfach im Laden isst, ist es häufig auch einfach schon besser.

Also es liegt dann oft gar nicht am Betrieb, sondern auch am Weg. An der Darreichungsform, für die man sich selber entschieden hat. Ihr habt ja recht, ihr habt ja recht. Aber schön, dass ich da so ein emotionales Foodcrime ... Ja, das heißt, da ging's ... Da ging es los hier. Aber vielen, vielen Dank, dass du da warst.

Vielen Dank für den Foodcrime und schaut euch die Markendetektive-App an. Schaut bei Instagram vorbei und ansonsten hören wir uns wieder. Hören wir uns am Wochenende wieder, Lilly? Oder hören wir uns? Ich habe den Überblick verloren. Nee, nee, nee. Erst nächste Woche wieder. Na dann, hören wir uns nächste Woche wieder. Bis dahin.

Tschüssi. Ciao. Liebe Grüße. Und beim Preis pro Pfund ist chinesischer Honig. Und Honig. Da kommt der Sachse wieder durch. Der Honig. Sorry, ich muss hier, glaube ich, einmal ganz kurz rangehen. Ja. Das ist, glaube ich, noch nie passiert. In unseren Aufnahmen, dass bei Flo das Handy während der Aufnahme geklingelt hat.

Nee. Naja, mich rufen auch nicht so viele Leute an. Das kommt halt auch hinzu, ne? Das ist doch verrückt, oder? Das ist das erste Mal. Ja. Bei mir ist ja ständig irgendwas. Baustelle oder... Ja, bei mir klingelt es eigentlich für die Folge mal an der Haustür. Ja, kenn ich auch. Lilly ist das Wahnlager im Haus.

Anmelden oder registrieren

Jetzt

0:00 / 0:00