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Shownotes
TW: Schwangerschaftsabbruch
Auf den Überwachungsbildern von Lucky Cheemas Haus ist zu sehen, wie der 39-jährige in der Nacht vom 28. Januar 2009 von zwei Männern in ein Auto getragen wird. Kurze Zeit später wird eine Frau von denselben Männern in das Auto gebracht. Ihr Ziel: Das West Middlesex University Hospital im Westen von London. Eben hatten Lucky und seine Verlobte noch zu Abend gegessen, jetzt ist er desorientiert, kann kaum noch sehen, muss sich ständig erbrechen und schwebt in Lebensgefahr. Schnell ist den Ärztinnen und Ärzten klar: Er wurde vergiftet. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn wenn hier jetzt nicht bald ein Gegengift gefunden wird, wird Lucky sterben. Was zu diesem Zeitpunkt keiner weiß: Das ist bereits der zweite Versuch, Lucky zu töten. Der erste, ein paar Wochen zuvor, war gescheitert. Doch wieso sollte man den jungen Mann, der in zwei Wochen seine Verlobte heiraten will, umbringen? Vielleicht, weil er seit mehr als 15 Jahren ein Doppelleben führt.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Auf den Überwachungsbildern von Lucky Chimas Haus ist zu sehen, wie der 39-Jährige in der Nacht vom 28. Januar 2009 von zwei Männern in ein Auto getragen wird. Kurze Zeit später wird eine Frau von denselben Männern in das Auto gebracht. Ihr Ziel? Das West Middlesex University Hospital im Westen von London.
Eben hatten Lucky und seine Verlobte noch zu Abend gegessen, jetzt ist er desorientiert, kann kaum noch sehen, muss sich ständig erbrechen und schwebt in Lebensgefahr. Schnell ist den Ärztinnen und Ärzten klar, er wurde vergiftet. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn wenn hier jetzt nicht bald ein Gegengift gefunden wird, wird Lucky sterben.
Was zu diesem Zeitpunkt keiner weiß, Das ist bereits der zweite Versuch, Lucky zu töten. Der erste, ein paar Wochen zuvor, war gescheitert. Doch wieso sollte man den jungen Mann, der in zwei Wochen seine Verlobte heiraten will, umbringen? Vielleicht, weil er seit mehr als 15 Jahren ein Doppelleben führt.
Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lilly Temme. Hui, was eine Einleitung, Lilly. Jawohl, wir befinden uns heute in West London, um genauer zu sein in Feltham und South Hall. Das sind Gegenden, in denen sehr viele Menschen aus Indien und Pakistan leben. So auch Lucky Chima, um den es heute geht. Er gehört der Sikh-Religion an und sein richtiger Name ist Lakwinder Chima.
Laquinda ist ein bei den Sikhs sehr verbreiteter Name und bedeutet übersetzt so viel wie Beschützer von Hunderttausenden. Aber von seinen Freunden und seiner Familie wird er Lucky genannt und deshalb nenne ich ihn heute auch so und weil der Name einfach ein bisschen leichter von den Lippen geht. Aber so Lucky war er scheinbar nicht, ne? Richtig. Ich habe nur darauf gewartet, Flo.
Bis du das sagst. Wir kennen uns mittlerweile so gut, dass ich schon beim Schreiben überlege, welchen Witz du an welcher Stelle bringen könntest. Scheiße, ey. Aber wir waren erst einmal in England, zu unserer Weihnachtsfolge im letzten Jahr mit Sebastian Lege, like wer ihn noch kennt. Stimmt. Das war auch ein dramatischer Fall.
Ich bin natürlich sehr gespannt, weil Doppelleben ist, Also ich finde Doppelleben immer unfassbar dramatisch und ein Stück weit auch faszinierend, wie man wirklich so komplett in zwei Welten parallel leben kann. Was das für ein Organisationstalent bedarf. Also ich finde das krass, dass Leute das so schaffen.
Oder es sind halt Menschen, die generell vielleicht eher so ein bisschen ein zurückgezogenes Leben führen. Und dann fällt es nicht so auf, meinst du? Ja, weil ich habe das Gefühl, ich teile mit meiner Frau, mit meinen Freunden sehr, sehr viel, wo ich was, wie, wann, wie mache. Also eigentlich alles natürlich.
Und ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen, wie man dann daneben noch ein zweites Leben führen könnte. Ja, das werden wir heute klären, wie Lucky ein Doppelleben geführt hat. Bevor es losgeht, wie immer, ich weiß, ihr wartet immer schon alle auf diesen Hinweis, der Hinweis. Wenn ihr diesen Podcast noch nicht abonniert habt, dann tut das gern auf der Podcast-Plattform eures Vertrauens oder hier bei YouTube.
Denn unseren Podcast gibt es ja als Videopodcast hier bei YouTube. Alle Fotos, die wir heute besprechen, es gibt auch ein Video und ein O-Ton. Die findet ihr direkt hier in dem Video oder bei Instagram unter Was schmeckt dahinter. Da bereiten wir ja immer jede Folge ein bisschen auf für euch. Auch da gerne ein Abo da lassen.
Und habe ich was vergessen, Flo? Du hast vergessen, jetzt geht's los. Oh, jetzt geht's los. Lucky wird in Indien geboren und zieht als Teenager nach Großbritannien, um eine von seinen Eltern arrangierte Ehe einzugehen. Arrangierte Ehen sind im Sikhismus traditionell üblich, wobei die modernen Sikh-Gemeinschaften auch zunehmend offen sind für Liebesheiraten.
Eltern können Ehen trotzdem immer noch vorschlagen, manche nutzen auch einen Heiratsvermittler, aber das Paar muss letztlich zustimmen. Und das ist es auch, was Lucky und die Frau, die seine Eltern für ihn in Großbritannien ausgesucht haben, tun. Sie stimmen zu und heiraten. Doch die Ehe hält nur eine kurze Zeit und Mitte der 90er Jahre trennt sich das Paar.
Scheidungen sind in SIG-Gemeinschaften eher ungewöhnlich, aber da Lucky noch sehr jung ist, hofft seine Familie, dass er die Möglichkeit hat, sich erneut zu verheiraten und eine Familie zu gründen. Um ihm zu helfen, nach der Scheidung wieder auf die Beine zu kommen, bietet ihm seine Schwester, die ebenfalls in Großbritannien lebt und Narinda heißt, bei ihr und ihrer Familie in Southall zu wohnen.
Zu diesem Zeitpunkt lebt Narinda, also Lackis Schwester, mit ihrem Ehemann und ihren Kindern und dem Bruder ihres Ehemanns und seiner Frau Lakvir zusammen. Ich habe den Überblick verloren, aber ich sage eine große... Ja, wir dröseln das gleich nochmal auf. Okay, gut. Noch kurz der Hinweis dazu, also es ist nicht ungewöhnlich, dass indische Familien unter einem Dach mit ihren erweiterten Familien wohnen.
Und das passt Lucky auch ganz gut, weil er ja nach der Scheidung ja erstmal alleine ist. Und so wohnt er jetzt in diesem Haus mit vielen Kindern und vielen Menschen und fällt da. Relativ weich. Also ich drösele das nochmal auf. Also es gibt Lucky und der zieht jetzt zu seiner Schwester Narinda und ihrem Ehemann und den gemeinsamen Kindern.
Und der Ehemann, also sein Schwager wiederum, hat einen Bruder. Und dieser Bruder lebt auch in dem Haus mit seiner Frau. Die heißt Lakvia. Okay. Lucky ist ein absoluter Familienmensch und verbringt gerne Zeit mit seinen Nichten und Neffen. zwischen seiner Arbeit bei Renocal Initial, einem internationalen Schädlingsbekämpfungsunternehmen.
Er gilt als unkomplizierte Person und seine Freunde und Kollegen beschreiben ihn als jemanden mit einer guten Arbeitsanstellung und einem freundlichen Lächeln. Und um sich ein Bild von Lucky machen zu können, gibt es hier jetzt ein Foto. Wow, das ist eigentlich dein Satz, aber er hat ganz spannende, schöne Augen.
Es ist mir letztens mal aufgefallen, dass du meistens auf die Augen gehst bei der Beschreibung der Menschen. Ja, weil mir die Augen, glaube ich, im Gesicht einer Person als allererstes auffallen. Er hat einen sehr eindringlichen Blick. Also ich finde, dem kann man sich ganz schwer entziehen. Aber irgendwie, wenn man hinschaut und ihm in die Augen schaut, ist das auch so ein Ticken zu intensiv, finde ich. Okay.
Wirklich. Also ich finde den Blick krass. Vielleicht ist es auch nur das Foto. Du könntest dem nicht so lange standhalten, meinst du, den Blick? Nee, es gibt ja auch so eine Art, auf Bilder in den Kopf einzudrehen und die Augen sozusagen zur Kamera zu bewegen. Also so dieser Mona Lisa-Blick, der... So wirkt, als würde die Person dich immer anschauen, egal wo du irgendwie hingehst.
Also gibt es irgendwie so einen Effekt. Das spüre ich bei ihm auch gerade so ein bisschen. Er hat so lockige, kurze Haare, etwas rundliches Gesicht, einen sehr fein, sauber, getrimmten Bart. Ja, dem würde ich meine Kakerlaken anvertrauen. Alles klar. Ich sag mal so, er wirkt auch ein bisschen wie so ein Playboy.
Also ich sag mal so, wenn er jetzt bei Love Island in Woche drei reinkommt ... Würde das mich auch nicht überraschen. Da würde die Kommentatorin sagen, a new bombshell entered the villa, meinst du? Er wirkt irgendwie sympathisch, aber er wirkt auch so, als wäre da noch was. Da ist ja noch was, wir wissen das ja.
Aber manchmal haben wir das Gefühl sozusagen, was für eine herzensgute Seele. Bei ihm habe ich schon so das Gefühl, da schlummert noch was. Na gut, dann schauen wir mal, was da noch schlummert. Neben seiner Rolle als Onkel genießt Lucky aber auch die Zeit mit Lakvir. Wir erinnern uns, der Frau vom Bruder seines Schwagers.
Die beiden sind im gleichen Alter und scheinen viel gemeinsam zu haben. Doch bald nimmt ihre Beziehung eine andere Wendung. Denn Lakvir steckt selbst in einer unglücklichen Ehe. Ihr Ehemann ist 17 Jahre älter als sie und die Ehe der beiden wurde arrangiert, als sie noch eine Teenagerin war. Zu dem Zeitpunkt, Und als Lucky zu ihnen zieht, hat Lakvir schon seit mehr als zehn Jahren das Gefühl, in ihrer Ehe gefangen zu sein. Sie ist unglücklich.
Die gemeinsamen Kinder sind der Grund, weshalb sie ihren Mann nicht verlassen will. Aber als Lucky zu ihnen zieht, verändert sich für Lakvir alles. Die beiden beginnen eine Affäre. Von La Guille habe ich auch ein Foto dabei. Du meintest gerade, die sind gleich alt? Mhm. Okay, vielleicht sind die Bilder aus unterschiedlichen Zeiten, weil ich finde, sie sieht auf dem Foto etwas älter aus als er.
Mhm, ist aber aus einer ähnlichen Zeit. Okay. Ja, die Frau sieht fertig aus, muss man einfach, glaube ich, so hart sagen. Also müde Augen, schwarze zurückgebundene Haare, so der Blick geht ein bisschen in die Ferne, aber in dem Gesicht, ich kann da wirklich keine Emotionen erkennen, außer müde und Erschöpfung.
Okay, das heißt, wir haben hier Lucky, in dessen Augen du irgendwie was Playboy-haftes gesehen hast und wir haben Lucky, wie er in deren Augen du was Müdes erkennen kannst. Sie hat so einen roten Strich auf der Stirn, als hätte sie irgendwie eine Mütze oder ein Haarband oder so kurz vorher aufgehabt.
Ich meine, sie trägt auch einen dicken Mantel, wahrscheinlich ist es im Winter aufgenommen. Wow, was dir alles auffällt, Flo. Machen das ja auch jetzt hier lang genug. Die Falte auf der Stirn hat aber keine Bedeutung für die heutige Geschichte. So viel kann ich schon mal sagen. Schauen wir mal. Jetzt ist es also so, also Lucky lebt getrennt und geschieden von seiner ersten Ehefrau. und Lakvir bleibt aber mit ihrem Ehemann verheiratet und betrügt ihn.
Aber Lucky schenkt ihr die Aufmerksamkeit, die sie so vermisst. Die beiden lachen viel und mit ihm scheint alles viel unbeschwerter. Aber sie müssen aufpassen. Ihre Affäre darf auf keinen Fall auffliegen. Sie wohnen ja unter einem Dach mit Lackwirs Ehemann und den gemeinsamen Kindern und mit Luckys Schwester und ihrer Familie.
Ständig sind Menschen zu Hause, die etwas davon mitbekommen könnten, wie nah sich Lucky und Lackwir mittlerweile stehen. Die beiden atmen ein bisschen auf, als Lucky genug Geld gespart hat, um sich eine eigene Wohnung zu kaufen. Er zieht nach Feltem, ungefähr 25 Minuten entfernt von Southall und die beiden haben jetzt einen privateren Ort, um sich zu treffen.
Und sie verbringen wirklich viel Zeit miteinander. Laquir besucht Lucky jeden Tag und ihre Affäre beschränkt sich nicht nur auf das Sexuelle, sie schmeißt im Grunde genommen seinen Haushalt. Sie kocht, sie putzt, sie wäscht die Wäsche. Ihre Affäre dauert jetzt schon mehrere Jahre an und niemand bemerkt etwas.
Dann wird Lakvir schwanger von Lucky und die beiden entscheiden sich dazu, die Schwangerschaft abzubrechen. Sie befürchten, ihre Familien zu beschämen, sollte ihre Beziehung entdeckt werden. Außerdem hat Lakvir ja bereits drei Kinder mit ihrem Ehemann, um die sie sich kümmern muss. Ja, Flo, was sagst du bis hierhin? Hast du eine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte?
Ja, das Gefühl, was ich natürlich habe, ist, dass der Ehemann von La Quere davon irgendwie Wind bekommt und Lucky aus dem Weg räumen möchte und eben diese Scham von der Familie abwenden möchte. Das ist schon alles echt intensiv. Also auch, dass sie, wenn du sagst, sozusagen fast jeden Tag dann dort ist und die beiden ja eigentlich, so wie es klingt, eine Beziehung führen.
Und niemand davon etwas mitbekommt. Da vielleicht auch jemand sowas gerochen hat, als dann Lucky ausgezogen ist und Lucky ja dann auch gefühlt auf einmal jeden Tag weg war. Ich meine, das war ja dann auch ein Zusammenhang, der vielleicht entstehen konnte. Ja, es gibt nicht so richtig einen Weg da raus, weil sie ist unglücklich in ihrer richtigen Ehe.
Sie kann aber nicht einfach zu lucky, weil es bleibt ja trotzdem Familie. Das ist ganz verzwackt, das ist ganz verdrickt. Ja, ist es wirklich. Irgendwie hängen sie auch familiär miteinander zusammen, das hast du richtig beobachtet. Bis jetzt hat es aber wirklich noch niemand mitbekommen von der Familie.
Und das bleibt auch erst mal so. Laquir zieht aber mehrere Male in Erwägung, ihren Ehemann für Lucky zu verlassen. Doch der ermutigt sie, bei ihm zu bleiben, damit sie nicht von ihren Familien und der Sick-Community, in der sie beide aktiv sind, ausgeschlossen werden. Weil so eine Affäre würde da wirklich sehr für Aufsehen sorgen.
Ihre Beziehung bleibt ein Geheimnis. Und auch eine zweite ungeplante Schwangerschaft bricht Laquir ab. Außer den Untermietern von Lucky, die bei ihm wohnen, damit er seinen Kredit abbezahlen kann, weiß niemand von Lackwiers regelmäßigen Besuchen im Haus. Doch zwischen den beiden kommt es, wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung, immer mal wieder zu Unstimmigkeiten.
Denn Lucky möchte gerne eine eigene Familie gründen, aber kann sich das unter den Umständen, in denen er sich aktuell befindet, nicht vorstellen. Und vielleicht habt ihr euch ja gefragt, ob Lackwiers Ehemann überhaupt nichts von der Affäre mitbekommt. Denn, Flo, du hast es ja gerade richtig beobachtet, die fährt jeden Tag zu ihm und ist nicht mehr zu Hause.
Da stellt sich schon die Frage, ob da mal irgendjemand nachgefragt hat. Aber es ist so, Lakwirs Ehemann erkrankt an Krebs und verbringt sehr viel Zeit im Krankenhaus und sogar in Indien, weil er sich dort behandeln lässt. Und selbst wenn er zu Hause ist, muss er sich meistens ausruhen und von der Behandlung erholen.
Das heißt, er bekommt allgemein sehr wenig vom Leben seiner Ehefrau mit. Für Lakwir ist klar, dass sie ein Leben mit Lucky führen will, auch wenn es geheim ist. Aber Lucky sieht das anders. Er ist inzwischen 39 Jahre alt und beschließt, dass er mehr will. Er will eine richtige Beziehung mit einer Frau, mit der er noch Kinder kriegen kann und mit der er sich nicht verstecken muss, mit der er kein Doppelleben führen muss.
Viel zu lange hat er vorgegeben, jemand zu sein, der er gar nicht ist. Er belügt mittlerweile seit 15 Jahren alle Menschen in seinem Umfeld. Und damit soll jetzt Schluss sein. 15? Ja. Boah. 15 Jahre sind eine ganz schön lange Zeit. Und eigentlich führen die beiden ja eine Beziehung, aber eben eine, die geheim ist.
Ja, aber ich meine, die feiern ja wahrscheinlich alle Familienfeste zusammen. Was das wirklich ist? Oh Mann, 15 Jahre, das ist echt hart. Überleg mal, was vor 15 Jahren war. Das war 2010. Was du da auch für Veränderungen als Mensch durchmachst in so einer Zeit. Und die sind immer zusammengeblieben. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund gewesen, weil das schweißt ja zusammen, eben dieses Geheimnis zu haben.
Und ja, aber kannst du den Wunsch nachvollziehen nach einer Partnerin, mit der er wirklich frei und offen leben kann? Ja, klar. Also das vor allem, wenn er jetzt 39 ist, ich meine, der hat seit Mitte 20 diese Beziehung, die er da führt und wahrscheinlich gehofft, dass es irgendwie da einen Weg raus gibt.
Auf der anderen Seite hat sie ihm angeboten, sich scheiden zu lassen? Ja, sie hat mehrfach darüber gesprochen, dass sie sich trennen wollen würde. Und er hat immer gesagt, nee, mach das lieber nicht. Weil die beiden natürlich wahnsinnige Angst hatten, dass die Familie zerrüttet ist danach. Ja, aber ich meine, sie hat ihm oft angeboten, sich scheiden zu lassen. Er hat das abgelehnt.
Wahrscheinlich so dieses Hin und Her und Austarieren der Situation. Was ist möglich? Was können wir machen? Was ist wirklich realistisch? Was das auch für eine Energie kosten muss. Aber ja, wir haben ja am Anfang kurz darüber gesprochen, man kann sich sowas von außen so abstrakt oft nicht vorstellen, weil wenn man in diesen Situationen drinsteckt, dann herrschen da andere Gesetze, andere Denkstrukturen, dass man da nicht einfach sagen kann, mein Gott, jetzt machen wir es halt, das geht dann in dem Moment nicht. Nee.
Jetzt ist Lucky auf jeden Fall an einem Punkt angekommen, an dem er was verändern will. Und dann wendet sich auch das Blatt. Luckiers Ehemann stirbt. Und für Luckier ist jetzt eigentlich klar, wenn die beiden jetzt noch ein bisschen abwarten und Zeit verstreichen lassen, dann könnten sie und Lucky endlich richtig zusammen sein.
Doch für Lucky ist das alles andere als klar. Er sieht sich zukünftig nicht mit Luckvia als seine Partnerin. Auch seine Familie wäre alles andere als erfreut darüber, wenn die neue Frau an seiner Seite eine verwitwete Mutter von drei Kindern wäre. Da ist er sich sicher. Und im Jahr 2008 soll sich jetzt alles ändern.
Warte mal ganz kurz. Das spielt jetzt aber ein bisschen auf dieses Playboy-Image ein, oder? Ich will dich nur haben, wenn ich dich nicht haben kann. Und wenn ich dich haben kann, dann bist du mir egal. Das ist jetzt schwierig, also dieses Verhalten, dass 15 Jahre darauf warten, das erklärt dann auch so ein bisschen, dass als sie ihm angeboten hat, sich scheiden zu lassen, dass er das so abgelehnt hat, dass das gefühlt mehr ein Spiel war.
Das kann sein, dass das so war. Es ist aber auch so, dass diese familiären Umstände sehr dazu beigetragen haben, dass er keine Zukunft gesehen hat. Also sie war ja immerhin die, ist die verwitwete Frau vom Bruder seines Schwagers. Also die hängen irgendwie familiär miteinander zusammen. Ja, das war sie ja, vorher war sie die, wäre sie die geschietene Frau des Bruders, des Schwagers gewesen.
Ja, du hast recht, es hat ein bisschen Geschmäckle, auf jeden Fall. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Lucky das nicht möchte. Und bei einem Community-Event im Spätsommer trifft er dann die 21-jährige Gurgita Kaur. Story is old as time. Ein 40-jähriger Mann findet eine Anfang 20-Jährige. Seine Schwester Narinda hat die beiden miteinander bekannt gemacht und Lucky und Gurgita verstehen sich von Anfang an gut.
Von Gurgita gibt es auch ein Foto. Also das Foto ist so ein bisschen sneaky geschossen. Also ich habe das Gefühl, das sind alles so Bilder, bevor die in ein Gericht gegangen sind. Ja, sie hat ein relativ rundes Gesicht. Zwei, also ein Ohrring und so ein Piercing oben im Ohr. Ansonsten ja ein Mittelscheitel.
Und ja, sieht freundlich aus. Aber auch bei ihr, ich kann nicht so viel lesen im Gesicht. Ich will da jetzt auch nichts reininterpretieren. Das machen wir eigentlich nie. Nee, das liegt uns völlig fern. Ja, aber es sieht erst mal nett aus. Und für mich hat die ganze Geschichte jetzt hier wirklich irgendwie Geschmäckle.
Dieses, jetzt wo ich dich haben kann, will ich dich nicht mehr. Und dann suche ich mir eine Anfang 20-Jährige, die dann meine Familie austrägt. Alles ein bisschen schwierig gerade. Aber jetzt vor allem vor dem Hintergrund, dass wir ja wissen, dass er vergiftet wird. oder zweimal sogar vergiftet wird, gibt es natürlich jetzt zwei Personen, die dafür stark infrage kommen. Die da wären?
Naja, natürlich hier Gojita und Lakia. Also die haben ja jetzt beide am Ende irgendwo mögliche Motive, dass sie keinen Bock mehr auf Lucky haben. Und dein Anfangsverdacht, dass Lakia's Ehemann was damit zu tun haben könnte, der hat sich ja erledigt, weil der mittlerweile verstorben ist. Aber dann schauen wir mal, wie sich die Sache entwickelt und ob Gojita oder Lakia irgendwas mit Luckys Vergiftung zu tun haben.
Es dauert nur ein paar Wochen, da hält Lucky um die Hand von Gojita an. Und Mitte Oktober verkünden sie ihren Familien und Freunden, dass sie heiraten werden. Am 14. Februar... Ganz kurz, da bist du 15 Jahre mit jemandem im Grunde zusammengearbeitet. Brichst eine Schwangerschaft ab, führst den ganzen Haushalt und dann verlobt er sich innerhalb von ein paar Wochen.
Das muss sich richtig, richtig, richtig schlimm anfühlen. Das finde ich auch. Das ist schon, ich finde schon, das ist ein richtiger Schlag ins Gesicht. Also wie gesagt, das ist der Playboy, den ich da vorhin gesehen habe, der kommt irgendwie immer mehr raus. Ja, du erkennst einen Playboy. Ja, und in drei Wochen sitzt er bei Temptation Island am Lagerfeuer.
Oh Gott. Schauen wir mal, ob er da wirklich sitzt, ob er die Vergiftung überlebt. Die beiden wollen jetzt heiraten. Am 14. Februar 2009, am Valentinstag, soll ihre Hochzeit stattfinden. Gojita zieht bei Lucky ein, doch der hat noch was zu erledigen. Denn er muss Laquir sagen, dass ihre 15 Jahre anhaltende Affäre jetzt vorbei ist.
Und das fällt ihm nicht so leicht. Ihr könnt euch ja vielleicht vorstellen, dass Laquia diese Nachricht gar nicht gut aufnimmt. Denn Lucky sagt ihr, dass er eine wesentlich jüngere Frau kennengelernt hat, die er heiraten will und mit der er Kinder bekommen will. Für Laquia bricht eine Welt zusammen. Sie hatte sich ja ausgemalt, dass die beiden nach dem Tod ihres Mannes endlich zusammenkommen und offiziell ein Paar sein können.
Sie hat große Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass Lucky nicht mehr mit ihr zusammen sein will. Sich nach 15 Jahren von jemandem zu trennen, ist zweifellos emotional und schwierig, aber für sie ist es ganz besonders schlimm, weil sie ja mit niemandem darüber sprechen kann. Ihre Affäre war ja, ich erinnere nochmal dran, geheim.
Scham und Schuldgefühle plagen sie. In den Augen ihrer Familie und Freunde sollte sie um ihren Ehemann trauern. Doch insgeheim trauert sie nicht um ihn, sondern um Lucky. Sie will nicht wahrhaben, dass es vorbei sein soll. In den Wochen nach der Trennung sendet Lakvir Lucky erstmal Nachrichten, als ob sich nichts zwischen ihnen geändert hätte.
Doch Lucky geht nicht darauf ein. Dann versucht sie ihn zu überzeugen, die Hochzeit abzusagen und sich von Gogeta zu trennen. Sie erzählt ihm, dass Gojita ihn gar nicht liebe, sondern über ihn nur eine britische Staatsbürgerschaft bekommen will. Aber all ihre Versuche bringen... nichts. Also fängt sie an, die beiden auszuspionieren. Sie beobachtet sie durchs Fenster, während die beiden im Bett liegen, oder sie läuft ihnen hinterher, wenn sie Besorgungen in der Stadt machen.
Lakvir ist verzweifelt. Ihr Lebensinhalt will keinen Kontakt mehr. Sie droht Lucky, sein Haus in Brand zu setzen. Doch auch davon lässt sich Lucky nicht umstimmen. Also aus diesen ganzen Dingen, die sie tut, geht, glaube ich, nur eine Sache hervor. Die Frau ist komplett verzweifelt. Zurecht, ja. Und versucht jetzt mit allen Mitteln und auch Mitteln wie Drohungen, das Haus in Brand zu stecken, Lucky irgendwie davon zu überzeugen, doch wieder zu ihr zurückzukommen.
Ja, das hilft selten. Das können wir ja mal, glaube ich, hier einmal so festhalten. So Leuten zu drohen, das Haus in Brand zu stecken, führt selten zum Erfolg. Auch Leute davon zu überzeugen, doch zu einem zurückzukommen auf so eine Art, funktioniert, würde ich sagen, eher selten. Sehr selten. Es ist schwierig, weil man versteht sie ja. Sie wurde davon, natürlich nicht von einem Tag auf den anderen, aber natürlich innerhalb kürzester Zeit irgendwie so fallen gelassen.
Und ja, ihr Leben wurde fallen gelassen. Wir haben jetzt gar nicht drüber gesprochen, was sie beruflich macht, aber es ist natürlich am Ende ja auch egal, weil hoffentlich ist der Beruf nicht das, worüber sie ihr komplettes Leben definiert, sondern hoffentlich auch ihre persönlichen Beziehungen. Und diese persönlichen Beziehungen oder die wichtigste persönliche Beziehung ist jetzt einfach weg.
Und nicht nur weg, sondern sagt ihr im Grunde, da gibt es was Besseres. Da gibt es noch ein besseres Leben als das mit dir, was ich jetzt haben könnte. Und sie hat persönliche Beziehungen, ja. Sie hat ja auch Kinder, um die sie sich kümmert und von denen sie gebraucht wird. Aber ... Dieser Punkt, dass sie mit keinem sprechen kann, der ist so schlimm und eklatant, glaube ich, weil wir alle wissen ja, dass es hilft, über Dinge zu sprechen, über Ängste, über Probleme, über Sorgen, auch über schöne Dinge.
Und wenn es niemanden gibt, dem du dich anvertrauen kannst, weil du ja dann Gefahr läufst irgendwie oder weil du Angst hast, dass du dann bestraft wirst dafür, dass du diese Affäre hattest oder du so ein großes Schamgefühl hast und dich einfach niemandem anvertrauen kannst, dann vereinsamst du ja mit diesem Gefühl komplett.
Ja. Und für unsere Geschichte ist natürlich das Tragische, dass ja das Motiv mit jedem Satz wächst. Oh, das hast du schön gesagt, Flo. Es gibt aber ja noch eine andere Frau, die in dieser ganzen Konstellation leidet. Und zwar ist das Gogeta. Die weiß von der ganzen Sache. Die weiß mittlerweile von der Affäre, die Lucky hatte.
Ich weiß nicht, in welchem Umfang. Ich weiß nicht, wie viel er ihr erzählt hat. Aber die weiß schon von der Existenz von Lucky und warum die jetzt so ist, wie sie ist. Und für Gogeta ist das alles total belastend. Sie hat sich auf ein Leben mit Lucky gefreut. Stattdessen wird sie die ganze Zeit von seiner crazy Ex belästigt.
Die fängt jetzt nämlich auch an, sie zu kontaktieren und ihr zu sagen, dass sie sich von Lucky trennen soll. Doch Gogeta geht nicht auf sie ein und sucht mehrfach das Gespräch zu Lucky. Der versichert ihr, dass er sie heiraten werde und sie sich nicht von Lucky beeinflussen lassen sollen. Und siehe da, nach mehreren Wochen Terror hört Lakvir plötzlich auf, die beiden zu kontaktieren oder ihnen nachzustellen.
Im November 2008, drei Monate vor der geplanten Hochzeit von Lucky und Gojita, sieht es so aus, als hätte Lakvir endlich akzeptiert, dass es keine Zukunft für sie und Lucky geben werde. Sie bucht eine Reise nach Indien und die Anrufe und Nachrichten hören auf. Alles läuft gut, bis Lucky drei Tage vor Weihnachten 2008 wegen starker Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wird.
Aufgrund seiner einzigartigen Symptome vermuten die Ärztinnen, dass er eine Art von Toxin aufgenommen hat. Sie können aber nicht genau feststellen, welches. Zum Glück scheint die Behandlung, die er erhält, zu wirken und er erholt sich vollständig. Doch das Glück währt nicht lange. Denn statt der Stufe der Akzeptanz, die Menschen laut der US-amerikanischen Psychiaterin Elizabeth Kübler-Russ irgendwann erreichen, wenn sie die Phasen der Trauer durchleben, stagniert Lacquer in der Phase des Ärgers, Und der Wut über ihren Verlust.
Am Abend des 28. Januars 2009, zwei Wochen vor Luckys und Gogetas Hochzeit, sitzen die beiden Verlobten abends bei sich zu Hause und wärmen das Curry auf, das sie noch im Kühlschrank stehen haben. Sie sprechen über Hochzeits- und Zukunftspläne und anschließend geht Gogeta duschen. Als sie aus der Dusche kommt, bemerkt sie, dass es ihrem Verlobten nicht gut geht.
Sein Gesicht ist taub und er kann nicht mehr gut sehen. Er sackt zusammen, weil er seine Beine und auch seine Arme nicht mehr spürt. Kurze Zeit später geht es Gojita ähnlich. Ihr wird schwindelig. Beide haben starke Bauchschmerzen. Irgendwie schafft Lucky es, das Telefon zu nehmen und den Notruf zu wählen.
Er ahnt, dass es jetzt schnell gehen muss. Und vor allem ahnt er, wer dafür verantwortlich sein könnte, dass es ihm so schlecht geht. Ja, sie ist wie ich. Okay, der hat also wirklich in dem Moment auch noch direkt verbunden, das muss was mit Lakwia zu tun haben. Das war meine Ex-Freundin, die uns hier vergiftet hat, sagt er ja da am Telefon.
Und der fragt ja auch nochmal nach, denkst du, dass das deine Ex-Freundin getan hat? Dann sagt er ja. Und scheinbar, sie sind beide noch conscious, wie man im Englischen sagt, also noch bei Bewusstsein. Aber ich finde das krass, dass er das in dem Moment so direkt verbindet. Finde ich auch erstaunlich.
Also erstens finde ich es krass, dass er überhaupt noch in der Lage ist, diesen Anruf zu tätigen. Und ja, dass er dann noch so, weiß ich nicht, so einen lichten Moment hat und schon mal so einen ersten Verdacht aussprechen kann. Das finde ich auch besonders und das ist vor allen Dingen auch für das, was danach noch passiert, sehr wichtig.
Eine Stunde nach dem Auftreten der ersten Symptome hat Lucky vollständig die Kontrolle über Arme und Beine verloren. Aus irgendeinem Grund kommt der gerufene Krankenwagen nicht. Weshalb Luckys Schwester zusammen mit ihren beiden Söhnen herbeieilt und sie Lucky und Gojita ins Auto tragen, um sie ins Krankenhaus zu bringen.
Die Überwachungskamera vor Luckys Haus zeichnet diese Szene auf. Partially paralyzed and losing his sight, CCTV shows Lakfinda Chima slumped in the arms of his two nephews as he's guided to a car. Moments later, his 21-year-old fiancé, Gurjit Chung, is also carried out, ready to be driven to hospital.
Within an hour of being admitted, her husband-to-be would be dead. Also die beiden werden nacheinander in das Auto gehoben. Gojita hält sich noch so die Hand an den Kopf, als hätte sie Kopfschmerzen oder als würde sie sozusagen das Bewusstsein verlieren. Lucky scheint schon das Bewusstsein verloren zu haben zu dem Zeitpunkt.
Dramatisch. Ja. Auch, dass der Krankenwagen nicht kommt. Ich meine, die haben ja ganz klar gesagt, dass es hier um einen Vergiftungsfall geht. Das ist schrecklich. Ja, das finde ich auch. Tragisch. Zum Glück wurde die Schwester noch kontaktiert und konnte dann mit ihrem Neffen kommen und die beiden ins Krankenhaus bringen.
Während der Autofahrt versucht Gogeta noch Luckys Hand festzuhalten, aber merkt dann, dass auch sie so langsam aber sicher die Kontrolle über ihren Körper verliert. Und als sie im West Middlesex Hospital ankommen, ist Luckys und Gogetas Zustand lebensbedrohlich. Sie erbrechen beide und können sich ohne Hilfe nicht auf den Beinen halten.
Die zuständigen MedizinerInnen bemerken sofort, dass er einen sehr ungewöhnlichen Herzschlag hat. Sie vermuten sofort, dass Lucky sich vergiftet haben muss, aber sie können nicht feststellen, welches Toxin es sein könnte. Sie führen alle möglichen Blutuntersuchungen durch, aber alle Ergebnisse bleiben unklar.
Sein Zustand verschlechtert sich weiter und er verliert das Bewusstsein. Das medizinische Personal führt Wiederbelebungsmaßnahmen durch, doch trotz aller Bemühungen können die Ärzte um 2.36 Uhr am Morgen nur den Tod von Lucky feststellen. Währenddessen kämpft Gogeta ums Überleben Zwei Tage lang schwebt sie in einem medizinisch induzierten Koma, bis die Ärztinnen der Meinung sind, dass es sicher ist, sie wieder ins Bewusstsein zu holen, Das medizinische Personal konnte immer noch nicht feststellen, was das Paar vergiftet hat.
Deswegen informieren sie die Polizei über Luckys seltsamen Tod und Gojitas Krankheit. Sie hoffen, dass Gojita, wenn sie sich besser fühlt, Licht ins Dunkle bringen kann und irgendwas zur möglichen Ursache sagen kann. Und tatsächlich kann Gojita aufklären, dass ihre letzte gemeinsame Mahlzeit ein übrig gebliebenes Curry war, das sie am Abend zuvor zubereitet hatten.
Sie erklärt auch, dass sie nur eine kleine Portion der Reste gegessen hat, während Lucky sich eine zweite Portion genommen hat. Doch wenn das Curry schuld ist, bleibt eine Frage zu klären. Was könnten sie gekocht haben, das so verheerende Folgen hatte? Um diese Frage zu beantworten, müssen die Ermittler jetzt sofort herausfinden, was das Toxin war.
Hast du dazu irgendwelche Gedanken? Also es ist ja so, dass, ja? Ja, habe ich tatsächlich. Zum einen hatte Lakia ja Zugang zu der Wohnung, ganz lange. Also sie wusste ja wirklich, wo was steht, was Lucky wahrscheinlich oft benutzt. Also ein Ziel zu finden, war glaube ich relativ einfach, wenn sie es gewesen ist. Wir sind ja hier noch an dem Punkt, wo wir noch nicht wissen, wer da überhaupt dahinter steckt, aber die Motive verdichten sich ja.
Und dann zum anderen, ich sag mal so, das in irgendein Gewürz, in irgendein Pulver mit reinzurühren, ist glaube ich sehr, sehr einfach. Sehr, sehr einfach. Also wie gesagt, vor allem wenn sie weiß, was Lucky oft benutzt zum Kochen, was seine Lieblingszutaten sind. Also sozusagen den Ort zu finden, ist gar nicht schwer. Was es jetzt am Ende gewesen sein könnte, da bin ich wirklich gespannt.
Ja, du bist ja auch kein Toxikologe, das musst du zum Glück nicht wissen, das werde ich gleich beantworten. Das muss man immer wieder dazu sagen. Könnte man sonst schnell mal denken, dass du der Toxikologe bist. Ja, deine Gedanken gehen auf jeden Fall in eine sehr richtige Richtung. Die große Frage ist und bleibt jetzt aber für alle Beteiligten erstmal, an was haben sich die beiden eigentlich vergiftet?
Weil das nicht so leicht herauszufinden ist. Wir haben ja in diesem Podcast schon häufiger über Giftfälle und Vergiftungen geredet, aber das, was heute das Gift ist, was Lucky umgebracht hat, das hatten wir noch nie. Mit Unterstützung vom National Poisons Information Service fordern sie spezifische Proben von Lucky's Überresten an.
Sie führen auch eine breite Palette von Bluttests bei Gojita durch und dabei spielt die forensische Botanik eine wichtige Rolle. Aber was ist forensische Botanik überhaupt? Es handelt sich um die Anwendung von Pflanzenwissen zur Aufklärung von Verbrechen. Dabei werden Pflanzenmaterialien wie Pollen, Samen oder sogar Pilze untersucht.
Diese Analysen können nicht nur den Tatort identifizieren, sondern auch Hinweise auf die Umstände des Todes liefern sowie Verdächtige entlarven. Und genau das bildet jetzt die Grundlage für die Ermittlungen im Fall von Lucky. Lucky und Gojita zeigen ja beide typische Symptome einer Vergiftung. Erbrechen, Bewusstlosigkeit und merkwürdige Körperempfindungen.
Doch das Besondere in diesem Fall ist, was mit ihren Herzen passiert. Denn beide entwickeln mehrere Arrhythmien, was bedeutet, dass ihr Herz unregelmäßig schlägt. Bei Lucky endet das tödlich, er erleidet einen Herzstillstand. Irgendetwas in seinem Körper hat den Herzrhythmus zum Kippen gebracht. Es gibt nur sehr wenige Gifte, die so eine Wirkung haben, also beginnen die forensischen Botanikexperten, weitere Tests an Gojita durchzuführen, der einzigen Überlebenden.
Schließlich gelingt es ihnen, den Übeltäter zu identifizieren. Akonitin. Dieses Toxin verursacht Chaos im Nervensystem. Es beeinträchtigt die Fähigkeit des Körpers, elektrische Signale zwischen Nervenzellen zu senden. Durch Akonitin kann die Körperfunktion innerhalb von Minuten zum Stillstand kommen und es gibt kein Gegenmittel.
Hast du schon mal von der Pflanze blauer Eisenhut gehört, Flo? Ja, tatsächlich. Tatsächlich. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was Acunitin ist, aber wenn es zum blauen Eisenhut gehört, spannend. Ich zeige mal ein Foto von dem blauen Eisenhut. Wahrscheinlich hat jeder von uns diese Pflanze schon mal gesehen.
Die steht ja gefühlt an jedem Waldwegesrand. Und das ist, glaube ich, auch eine der Pflanzen, wo man sehr früh als Kind gesagt bekommt, geh weg, die ist giftig. Ja. Ist wahrscheinlich auch eine invasive Art, oder? Weil die so, die wächst ja wirklich überall und gefühlt auch in jeder Lage und jedem Zustand.
Wenn sie blüht, ganz schön. Wenn sie nicht blüht, pottenhässlich. Es ist aber eine sehr beliebte Pflanze, weil diese blauen und dunkelvioletten Blüten schon sehr hübsch anzuschauen sind. Aber sie verbergen auch ein gefährliches Geheimnis. Denn diese Pflanze ist, wie uns allen eingebläut wurde, sehr, sehr giftig. Und eines der tödlichsten enthaltenen Gifte ist Akonitin.
Akonitin wird manchmal übrigens als die Königin der Gifte bezeichnet. Oh Mann, ey. Euphemismus, ey. Jetzt liegt also der Verdacht nah, dass sich Lucky und Gogeta an Akonitin vergiftet haben. Doch wo könnten sie so etwas Tödliches zu sich genommen haben? Es geht dann alles relativ schnell. Denn Luckys Kühlschrank und das Curry, das die beiden gegessen haben, werden untersucht und tatsächlich, sie finden Akonitin im Curry.
Aber warum wurden sie erst krank, nachdem sie es zum zweiten Mal gegessen haben? Die hatten das Curry ja am Abend zuvor gekocht und schon davon gegessen und dann die Reste in den Kühlschrank gestellt. Stimmt. Stimmt. Vielleicht war das an einer Stelle konzentriert. Das ist deine Überlegung. Es war tatsächlich ein bisschen anders. Der erste Hinweis zur Beantwortung dieser Frage kommt, als die Beamten einen der Untermieter interviewen, der zum Zeitpunkt des Vorfalls in Luckys Haus lebt.
Der Mieter erzählt den Beamten, dass der Kühlschrank gemeinschaftlich war und jeder, der im Haus lebte, das Curry heimlich probiert haben könnte. Bedeutet das, dass das Gift für jemand anderen gedacht gewesen sein könnte? Warte mal, die hatten einen gemeinschaftlichen Kühlschrank im Haus? Ja, also Lucky und Gogeta haben in diesem Haus gewohnt. Das war ja Luckys Haus, aber der hatte immer mal wieder ein paar Untermieter, die da gewohnt haben.
Und das war halt eine WG. Und dann haben sie sich den Kühlschrank geteilt. Dann berichtet der Mieter den Beamten aber, dass er am Tag der Vergiftung gesehen hat, wie Luckys Ex-Liebhaberin Lakvir mit einem Ersatzschlüssel ins Haus gekommen war. Er beobachtete, wie sie in die Küche ging und das Curry aus dem Kühlschrank nahm, Was sie danach damit gemacht hatte, sah er nicht, aber es bedarf nicht viel, um eins und eins zusammen zu zählen.
Also Flo, du hattest eben schon mal die Vermutung angestellt, dass sie leicht ins Haus kommen konnte, so war es auch, die ging ja jetzt seit mehr als zehn Jahren ein und aus und hatte immer noch einen Ersatzschlüssel und hat sich Zugang verschafft. Mit der Aussage des Augenzeugen leiten die Beamten sofort eine Mordermittlung ein und sie durchsuchen Lakwirs Haus.
Im Inneren eines Mantels und einer Handtasche finden die Beamten Bunde von Kräutern. Als diese Proben im forensischen Labor getestet werden, identifizieren sie die Pflanzen als eine akonitinhaltige Art. Nicht nur das, sondern diese spezielle Variante ist in Indien heimisch. Jetzt gibt es also eine sogenannte Mordwaffe und eine Verdächtige.
Alles, was die Beamten noch benötigen, ist ein Motiv und der Part ist wahrscheinlich der einfachste Aspekt dieser Ermittlung. Denn es wird deutlich, dass Lackweer Schwierigkeiten hat, ihre Beziehung mit Lucky loszulassen, selbst als klar wird, dass er bereits eine neue Beziehung eingegangen ist. Ihre Handlungen vor Luckys Tod werden zunehmend alarmierend.
Sie verfolgt ihn und seine neue Partnerin und droht beiden, was auf wachsende Verzeiflung oder Obsession hinweist. Und da gibt es noch etwas. Im Laufe der Ermittlungen erfahren die Beamten von dem Vorfall vor Weihnachten, bei dem Lucky mit Verdacht auf Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Gojita kann bestätigen, dass das letzte Gericht, das Lucky vor diesem Vorfall zu sich nahm, eine Mahlzeit war, die Lakvir für ihn zubereitet hatte.
Dazu kommt dann noch die Aufnahme von dem Telefonat zwischen Lucky und der Rettungsstelle, am Vorabend seines Todes, in dem er ja auch schon seine Ex-Partnerin verdächtigt hat. Und im Januar 2010 beginnt dann der Prozess gegen Lakwia Singh. Sie wird wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Sie plädiert auf nicht schuldig und ihre Verteidigung beschuldigt Luckys Schwager, also den Mann seiner Schwester, weil er die Schande, die durch die Affäre mit Lakwia auf seine Familie gekommen wäre, zu groß war.
Boah, schwierig. Aber irgendwas mussten sie sich wahrscheinlich überlegen. Ja, und wenn das Tischtuch eh schon zerschnitten ist mit der Familie, dann warum nicht Vollgas? Am 10. Februar 2010 wird Lakvir verschuldig befunden. Lucky ermordet und Gogeta schwer verletzt zu haben. Sie wird zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt mit einer Mindeststrafe von 23 Jahren.
Lakwirs Taten und die Beziehung zwischen ihr und Lucky führen zu einem tiefen Riss in den beiden Familien. Luckys Schwager und viele andere Angehörige erscheinen nicht einmal zu seiner Beerdigung. Also die Affäre hat dann wirklich auch posthum noch wirklich für Aufsehen gesorgt und die Familie zerrüttet.
Das, vor dem sie all die Jahre Angst hatten, ist dann am Ende auch noch eingetreten. Ja. Boah, ist das hart. Das war der heutige Foodcrime, den ich besonders spannend fand, weil das der erste seit 1882 in Großbritannien dokumentierte Fall ist, bei dem jemand mit Akonitin gemordet hat. Auf den Fall hat mich übrigens eine Hörerin aus England aufmerksam gemacht.
Liebe Grüße an Maike an dieser Stelle. Wir haben offensichtlich Hörerinnen, die in Großbritannien leben. Und ja, an dieser Stelle herzliche Grüße. Weißt du, ob Acunitin oder ob dieser blaue Eisenhut einen besonders starken Geschmack hat? Also meine schnelle Google-Recherche ergibt, dass Acunitin erst süßlich, dann kratzend und schließlich würgend scharf im Geschmack ist.
Also eigentlich wie ein Curry. Ja, leider. Also ich habe mich bloß gefragt vor dem Hintergrund, dass das eben seit 1882 der erste dokumentierte Fall ist. Was es da für Gründe geben könnte? Aber du hast schon recht, das ist für einen Curry natürlich leider das exakt passende Mittel. Ja. Wow, ein ganz, ganz dramatischer Fall.
Also vor allem, wenn du sagst, dass es die Familie dann auch noch posthum so zerstört oder zerstritten hat, was die beiden ja jahrelang versucht haben eben zu vermeiden. Ja, es ist ganz, ganz dramatisch. Ja. Und wenn du sagst, mindestens 23 Jahre, 2010 ist sie ins Gefängnis gegangen, dann hat sie jetzt schon den Großteil der Zeit hinter sich. Ja, hat sie.
Aber das kann man sich nicht vorstellen. Ich meine, auch die drei Kinder, die dann damit dran hingen, die haben wir jetzt gar nicht gesprochen, die ja dann komplett ohne Mutter aufwachsen. Und ohne Vater. Und ohne Vater. Die sind halb Waisen und in der Zeit, in der die Mutter im Gefängnis ist, haben sie auch keine Mutter.
Also da kann man nur hoffen, dass die gut untergekommen sind und gut aufwachsen. Ach schlimm ey, sowas, ganz schlimm. Nach solch harten Fällen fällt es einem immer besonders schwer, wieder zurück in die Realität zu kommen, aber wir versuchen es trotzdem. Deswegen frage ich dich, Flo, jede Woche, was ist denn dein heutiger persönlicher Foodcrime?
Meinen persönlichen Foodcrime habe ich die letzten Tage wieder beobachtet, als ich unterwegs war. Und zwar greife ich dann doch wohl oder übel zu belegten Brötchen an so Bahnstationen und so weiter. Ich bin, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil diese Brötchen, diese belegten Brötchen, die es in Bäckerketten gibt, die haben einige Probleme und ich könnte natürlich dieses belegte Brötchen als komplett Foodcrime jetzt bezeichnen.
Aber das Schlimmste ist wirklich meiner Meinung nach, dass diese Brötchen immer nur zur Hälfte aufgeschnitten sind, vorne so vollgestopft werden, dass sie so aussehen, als wären sie irgendwie voll gefüllt. Und wenn man sie dann kauft und das Brötchen anfängt zu essen, merkt man, oh, ich habe ja jetzt mit zwei Bissen alles gegessen und dann kommt nur noch trockene Semmel.
Das ist wirklich ganz, ganz schlimm. Was ich mittlerweile schon immer mache, ich breche das Brötchen einmal auf, schiebe alles nach hinten, drücke alles einmal rein, dass sich das ein bisschen mehr verteilt. Dann kommt dazu, es wird immer Margarine oder Remoulade verwendet. Und diese Billigmargarine, die einem dann immer so den kompletten Mund belegt, eh-kel-haft.
Also ich mag belegte Brötchen einfach, aber das ist mittlerweile so oll. Und dann kannst du zu Le Cro-Bac und so geben. Ja, oder die kosten 10 Euro. Genau. Oder selbst wenn die 10 Euro kosten, selbst hier bei Le Cro-Bac und wie die ganzen Verbrecher heißen, kostet es dann 10 Euro und dann bekommst du entweder auch ein belegtes Brötchen, was auch mit drei Bissen weg ist, oder diese beschissene Fiselle, die dir den kompletten Mund aufreißt.
Das ist ja auch, ich will nicht früh um 8 mir mit einem Maguette irgendwie den Mund blutig ruppen. Ich will einfach was essen. Da muss es schon neun Uhr für sein. Nein, aber deswegen, es gibt ja mittlerweile auch so, an manchen Stellen gibt es auch so belegte Stullen. Das finde ich dann mittlerweile irgendwie mal ganz lecker, weil da kann man weniger bescheißen.
Ja, also dein Pro-Tipp ist, zur Stulle zu greifen, zum Brot, zum belegten Brot zu greifen. Ja, aber diese angeschnittenen Brötchen, wo dann vorne so einen schönen Blatt Salat reingelegt wird, ne. Ja, fühle ich total. Ich kann auch verstehen, warum das so gemacht wird. Natürlich, damit es in der Auslage hübsch aussieht und man sehen kann, was drauf ist.
Aber ganz ehrlich, wenn man sich ein Käsebrötchen kauft, muss man nicht sehen, wie es mit Käse belegt ist, sondern kann sich das ja dann vorstellen. Also ich würde auch sagen, liebe Bäckereiketten an Hauptbahnhöfen oder sonst wo, bitte schneidet das Brot oder die Brötchen ganz auf, legt die Sachen ordentlich da drauf, dass man auch nicht, man kann die ja auch nicht essen, ohne dass alles rausfällt.
Das ist wirklich ein Foodcrime. Das ist mein persönlicher Foodcrime für diese Woche. Schließe ich mich an. Wir sind uns sowieso häufig sehr einig bei den Foodcrimes. In letzter Zeit sehr einig. Ja, wir sollten, ich suche mal wieder was Kontroverseres raus. Ach, ich mag das, wenn wir uns einig sind. Ja, aber ich finde ab und zu, ich meine, es gibt ja auch Sachen, wo wir uns nicht einig sind. Die können wir ja auch mal wieder rausarbeiten.
Viele oder einige Leute denken auch, dass Flo und ich uns in der Realität gar nicht so gern mögen würden, weil wir anscheinend manchmal einen harten Ton miteinander pflegen. Da wollte ich auch noch einmal kurz abschließend sagen, doch, wir mögen uns. Das ist einfach manchmal unsere Art, wie wir vielleicht ein bisschen neckisch miteinander umgehen oder ich weiß nicht, vielleicht kommt der Sarkasmus oder die Ironie nicht durch.
Wir würden das ja hier nicht machen, Woche für Woche, wenn wir uns nicht mögen würden. Also so viel kann verraten sein. HDGDL, Flo. Sprich für dich. Ich spreche für mich. Weil wir uns so gut mögen, sind wir auch nächste Woche wieder da. Richtig. Mit Gästen. Aufregend, hatten wir lang nicht. Ich freue mich und wünsche euch bis dahin eine gute Zeit. Bleibt lieb, bleibt nett. Tschüssi.