
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Der Bioterror-Anschlag in Oregons Salatbars
Dienstag, 11. November 2025 · 53 min
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Shownotes
September 1984. In der Kleinstadt The Dalles im US-Bundesstaat Oregon passiert etwas, das so noch nie da gewesen ist. Innerhalb weniger Tage werden hier über 750 Menschen krank – einige so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen. Ob sie überleben, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Die Diagnose: Salmonellenvergiftung. Schnell wird klar: Alle Erkrankten haben in Restaurants der Umgebung gegessen – in Salatbars oder Diners. Die Behörden reagieren schnell. Am 25. September werden alle Salatbars der Stadt geschlossen. Küchen werden durchsucht, Lebensmittel beschlagnahmt und Proben ins Labor geschickt. Im November 1984 ziehen die ermittelnden Personen ihr Resumee: Es muss an unsauberer Lebensmittelhandhabung seitens der Restaurants liegen. Was sie noch nicht wissen: Hinter diesem vermeintlichen Hygieneproblem steckt in Wirklichkeit einer der größten Bioterrorangriffe in der US-Geschichte. Und die Täter – sie leben nur anderthalb Stunden entfernt. Hinter der Tat steckt der Kult um den indischen Guru Bhagwan Shree Rajneesh und seine rechte Hand Ma Anand Sheela, die mit allen Mitteln Macht über den Landkreis Wasco County erlangen wollte.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
September 1984. In der Kleinstadt The Dells im US-Bundesstaat Oregon passiert etwas, das so noch nie dagewesen ist. Innerhalb weniger Tage werden hier über 750 Menschen krank, einige so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen. Ob sie überleben, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Die Diagnose? Salmonellenvergiftung. Schnell wird klar, alle Erkrankten haben in Restaurants der Umgebung gegessen, in Salatbars oder Diners.
Die Behörden reagieren schnell. Am 25. September werden alle Salatbars der Stadt geschlossen. Küchen werden durchsucht, Lebensmittel beschlagnahmt und Proben ins Labor geschickt. Und tatsächlich, in allen Restaurants zeigt sich dasselbe Plasmid-Profil. Es gibt also eindeutige Hinweise auf eine gemeinsame Quelle des Ursprungs.
Aber etwas passt nicht zusammen. Denn in jedem Restaurant scheint die Infektionsquelle eine andere zu sein. Mal ein Kopfsalat, mal ein Blauschimmelkäsedressing, mal Kartoffelsalat. Im November 1984 ziehen die ermittelnden Personen ihr Resümee. Es muss an unsauberer Lebensmittelhandhabung seitens der Restaurants liegen.
Was sie noch nicht wissen, hinter dem vermeintlichen Hygieneproblem steckt in Wirklichkeit einer der größten Bioterrorangriffe in der US-Geschichte. Und die Täter? Sie leben nur anderthalb Stunden entfernt. Das ist Foodcrimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lili Temme. Flo, was sagst du zu dem Intro? Klingelt irgendwas bei dir?
Ja, es klingelt ein bisschen was, weil ich habe diesen Fall, glaube ich, auch auf meiner Liste. Und gut, dass ich die noch nicht angefangen habe. Wenn das der ist, an den ich denke. Weil ich glaube, also geht es da um eine Sekte? Oder so eine Glaubensgemeinschaft oder sowas? Vielleicht. Also wie gesagt, ich weiß bloß, dass es diesen Fall gibt. Ich habe aber keine Ahnung, was, wie, wo, wann.
Das ist einer der Fälle, wenn wir jetzt irgendwie recherchieren oder nach neuen Ideen suchen, da ist mir der untergekommen. Und den habe ich mir mal so grob notiert. Aber ich weiß wirklich noch nichts. Deswegen bin ich jetzt sehr gespannt und froh, dass ich noch nichts dazu angefangen habe. Was hältst du denn von dem Wort Bioterrorangriff? oder von den Wörtern Bioterrorangriff auf Restaurants.
Ich finde, das klingt wirklich nach einem Albtraum. Das klingt nach einem Albtraum und auch nach der Frage, was ist das Motiv und warum. Also warum diese Reihe an Restaurants, warum diese Stadt? Also weil Bioterrorangriff klingt ja auch nach was groß angelegt ist, was die Absicht hat, dass man da möglicherweise eine ganze Bevölkerung angreifen möchte.
Und dann sind so Flächenrestaurants wie zum Beispiel so Diners natürlich leider ein guter Ort, weil das natürlich ein Ort ist, wo viele Menschen und auch ein bunter Durchschnitt der Gesellschaft dann hingeht. Ja, aber Bioterror klingt, ist groß, ist ein großes Wort. Ist ein sehr großes Wort, ja. Aber es sind auch über 750 Menschen betroffen und das ist ja keine kleine Zahl. Nee.
Und für mich als deiner Liebhaber ist es natürlich auch ein sehr persönlicher Fall. Richtig. Warst du schon mal in The Dalles? Kennst du dich in Oregon aus? Nein, ich war noch nie in Oregon. Ich würde gerne mal hinfahren, weil ich glaube, es ist wunderschön. Aber keine Ahnung. Ja, falls du mal in der Gegend sein solltest, kannst du ja der Food Crimes Community dann nochmal Impressionen von vor Ort schicken. Ja, noch ein Follow-up.
Ist aber leider nicht geprattet. Naja, was nicht ist, kann ja noch werden, wie man so schön sagt. Ich fange auch gleich an mit der Geschichte. Ich merke schon, du willst wissen, was passiert ist. Aber bevor es losgeht, möchte ich euch natürlich wie immer darauf hinweisen, dass ihr alle Fotos zum heutigen Fall entweder direkt hier im Video seht, wenn ihr beim ZDF-Streaming-Portal oder bei ZDF-Besseresser bei YouTube zuschaut.
Und die Fotos sind selbstverständlich auch bei Instagram, unter was schmeckt dahinter zu sehen. Wenn ihr die Video-Version dieses Podcasts gar nicht schaut, sondern nur hört, dann schaut doch bei Instagram vorbei, abonniert den Account, lasst Kommentare da, lasst Likes da, lasst Abos da. Das hilft uns, gesehen zu werden. Aber jetzt geht's los und dafür müssen wir zurückspringen in die 1970er Jahre.
1970 beginnt ein spiritueller Führer namens Bhagwan Sri Rajneesh in Indien eine neue Bewegung. Wie immer der Hinweis, wenn es Namen dieser Art gibt, die wirklich wahnsinnig schwer auszusprechen sind, ich gebe mein Bestes, aber falls ich mich verspreche, seht es mir bitte nach. Ihr könnt mich trotzdem gerne korrigieren.
Die Philosophie dieser Rajneesh-Bewegung ist eine, naja, seltsame Mischung aus Kapitalismus, Meditation, strengen Zeitplänen und freier Liebe. Rajneesh selbst wird immer populärer als Redner und spiritueller Lehrer. Seine Ansichten über Sexualität, Meditation und die Suche nach innerer Freiheit stoßen auf Begeisterung, aber auch auf Widerstand.
Mit der Zeit bildet sich eine devote Anhängerschaft, die ihn als Guru verehrt. Viele dieser Anhänger suchen nach einem alternativen Lebensstil und möchten sich von den gesellschaftlichen Normen befreien. Aber in Indien kann er nicht bleiben. Denn er gerät immer wieder in Konflikt mit Behörden und anderen religiösen Führern.
Trotzdem schafft er es, weltweit eine große Anhängerschaft um sich zu versammeln. In den 80er Jahren ist seine Bewegung auf Zehntausende von Menschen gewachsen. Rajneesh möchte seine eigene Utopie gründen. Aber in Indien wird das schwer. Deshalb kaufen er und eine seiner engsten Vertrauten, Ma'anan Chila, eine riesige Fläche Land in Oregon in den USA.
Um genauer zu sein, kaufen sie die Big Muddy Ranch. Hier soll ihre Utopie entstehen. Von den beiden Herrschaften habe ich ein Foto für dich. Ja, der Name der Ranch ist natürlich geil, ne? Big Muddy Ranch. Big Muddy Ranch. Gibt es von der auch Bilder? Ja, Flo, wir befinden uns gerade am Anfang dieser Folge. Ich habe natürlich auch von der Umgebung ein Kurschuh dabei. Wie geht's denn aus, Lilly?
Aber jetzt zeige ich dir erstmal diese beiden Menschen, von denen ich gerade gesprochen habe. Rechts ist Rajneesh. Ja, das habe ich mir jetzt auch so erschlossen. Sehr gut. Ich sage es nochmal dazu. Manchmal weiß ich ja nicht, wie deine Hirnkapazität so ist an dem Tag. Heute null. Heute quasi. Es gab keinen Tag, wo ich froh war. dass du diese Folge machst als heute.
Ja. Also wenn ich in dieser Folge langsam entschlafe, sieht's mir nach. Ja und ich muss jetzt hier ackern, ich sitze genau im gleichen Boot wie du. Florian und ich haben ein Geburtstagswochenende hinter uns, weil eine sehr gute Freundin von uns 30 Jahre alt wurde und entsprechend gefeiert hat. Aber hier das Feuer darf nicht aufhören zu brennen, deswegen geht's ja weiter, Woche für Woche und auch wenn wir also das ist heute eigentlich so ein Moment, wo ich selber lieber auf der Couch liegen würde und ein Podcast turnen würde.
Aber nein, liebe Leute, wir machen das für euch. Wir ziehen durch. Richtig. Im Dienste der Podcast-Gesellschaft. Zurück zum Foto. Sie sieht super nett aus. Ein sehr freundliches, offenes, herzliches Lächeln. So eine Kurzhaarfrisur. Das ist noch kein Bob, oder? Das würde man jetzt nicht als Bob bezeichnen.
Das ist ein kurzer Bob, würde ich sagen. Ein kurzer Bob. Und eher rechts daneben. Ich weiß nicht, irgendwie Gurus müssen für mich auch lange Bärte haben. Also da können wir schon mal eine Box abhacken. Und er sitzt auch so leicht gönnerhaft da in diesem Stuhl. Hinter ihm steht auch noch wahrscheinlich auch ein Mann.
Er und auch der Mann hinter ihm sind weiß gekleidet. Also diese Reinheit und dieses so weiß hat ja irgendwie auch eben was Geistliches, was Erhabenes, was was Reines, Unbeflecktes. Vor allem dieses Gönnerhafte, wie er so da sitzt und auch zur Seite. Ich meine, sind die verheiratet? Die sind nicht verheiratet. Sie ist eigentlich seine rechte Hand.
Ach so, die sind gar nicht zusammen. Nee, die sind kein Paar. Ah, okay, okay. Ja, okay. Dann würde ich sogar noch ein leichter, weil in seinen Augen liegt schon was Liebevolles, finde ich. Mhm, mhm. Was man natürlich vermuten kann, ist, dass zwischen den beiden eine Art sexuelle Beziehung existiert. Denn in dieser Community, in dem Kult, wird sehr viel freie Liebe gelebt.
Kann schon sein, dass das, was du in seinen Augen siehst, stimmt. Dass er sie vielleicht bewundert, kann sein. Aber vor allen Dingen bewundert sie ihn auch, weil sie ist ja eine seiner vielen, vielen Anhängerinnen. Aber sie sehen erst mal nett aus, beide, muss ich sagen. Ich bin dabei bei diesem Kult. Du bist dabei. Ja gut, sprechen wir uns später nochmal.
Dieser Kult wächst auf jeden Fall auch relativ schnell. Und die beiden lernen sich auch noch in Indien kennen, aber haben jetzt den Plan zusammen, ihre Utopie zusammen in Oregon aufzubauen. Und sie fungiert als nicht nur Unterstützerin, sondern auch vor allen Dingen als seine rechte Hand. Ich habe eine Frage noch. Ja, es regnet übrigens so doll hier, dass es sein kann, dass man das auf diesen Aufnahmen hört.
Oh, das ist aber kuschelig, ehrlich gesagt. Ich sag's nur. Ja, es sieht bei mir auch heute ganz kuschelig aus. Es ist herbstlich, es regnet. Ich sitze in einem gemütlichen Flauschsessel. Hinter mir ein schöner Holzschrank. Ich habe eine gemütliche Lichtsituation hier geschaffen. Wir machen es uns muckelig. Der Tee fehlt. Es ist jetzt auf jeden Fall so, dass sie Anfang der 80er nach Amerika ziehen und mit ihnen ziehen ungefähr 7000 weitere Anhängerinnen auf dieses Ranch-Gelände.
Also wirklich gar nicht mal so wenig. oder die schon in den USA sind? Aus der ganzen Welt. 7.000. Aus der ganzen Welt pilgern da Leute mit und die treffen sich alle in Oregon auf diesem Gelände. Das ist eine Kleinstadt, Lilly. Das ist eine absolute Kleinstadt, das ist sehr richtig. Wahnsinn. Diese 7000 bleiben auch nicht unmittelbar da. Es ist von ungefähr 1500 bis 2000 Dauerbewohnerinnen die Rede. Aber anfangs sind es wirklich so viele.
Und dadurch, dass der international schon so bekannt und beliebt ist und viele hoffen, dass sie in dieser Utopie das Leben führen können, was sie sich für sich selber wünschen und für die Community, kommen eben sehr viele mit. Aber du hast es schon richtig bemerkt, die kommen da in einer Gegend an, in der nicht so viel los ist und natürlich kann man sich vorstellen, dass das für sehr viel Aufsehen sorgt.
Die Menschen, die jetzt alle da wohnen, nennen diesen Ort Rajneeshpuram und errichten sich eine eigene neue Gemeinschaft in den USA. Sowas hat es in dieser Gegend bis dato natürlich noch überhaupt nicht gegeben. Die Menschen rund um Rajneesh bauen sich eine selbstverwaltete Gesellschaft da mitten im Nirgendwo auf. Sie tragen alle rote Kleidung, die sehr auffällig ist und leben nach strengen Regeln und Hierarchien.
Rajneesh wird zum spirituellen Führer erklärt und erlangt große Macht über seine Anhängerinnen. Unter seiner Anleitung werden verschiedene soziale und wirtschaftliche Einrichtungen geschaffen, wie eine Klinik, ein Einkaufszentrum und landwirtschaftliche Betriebe. Es gibt eigene Wasser- und Abwassersysteme und sogar eine eigene Art von Polizei.
Und jetzt, Flo, ist es soweit. Ich habe dir Fotos von Rajneesh Puram und den Bewohnerinnen mitgebracht. Ich hoffe vor allem, das Einkaufszentrum zu sehen. Ich bin gespannt, ob es da auch ein Sephora, ein Bijou Brigitte, ein Zara, Zara Home, was da so alles drin ist. Ja, na klar. Weil wenn ihr der Kapitalismus gefeiert wird, dann müssen ja auch die Hochämter des Kapitalismus dort vertreten sein.
Ja, ich habe ein, zwei... Dinge, will ich es jetzt mal nennen, die dafür sprechen, dass der Kapitalismus da hochgehalten wird. Die betreffen aber vor allen Dingen den Guru selbst. Das ist ja klar. Natürlich. Okay, wir haben einmal ein Bild von einer Gruppe an Menschen und von dem Camp. Okay, mit was wollen wir anfangen? Mit was du willst.
Ich fange mal mit der Gruppe an. Wir sind in den 80ern, in den frühen 80ern. Weil das ist immer noch sehr hippie-coded, würde ich sagen. So die Frisuren, der Vibe, die tragen alle was Rotes, was ehrlich gesagt schon so ein leichtes Unbehagen in mir auslöst. Also ganz schön viele Weißbrote, die da alle eine geile Yoga-Session machen wollen und hoffen, irgendwie die Erleuchtung zu finden.
Aber die sehen alle, muss man wirklich sagen, durch die Bank glücklich aus. Also wirklich jeder für sich, aber so wirklich gelassen glücklich. Was natürlich super schön ist und dafür spricht, dass sie natürlich da erstmal alle freiwillig sind und alle irgendwie möglicherweise auch das gefunden haben, wonach sie gesucht haben.
Weil wenn ich mir jetzt das zweite Bild, so dieses Camp da anschaue, das sieht verdammt organisiert aus. Sind das so Baracken? Das sieht nicht aus wie Zelte. Nee, das sind auch keine Zelte. Das sind schon kleine Hütten. Ja. Ich gehe auch davon aus, dass die, die vorne rechts so in Reihe und Glied stehen, dass das wirklich die Wohnhütten sind.
Und dann sieht man ja ein bisschen größere Zelte. Da sind die Aufenthaltsbereiche von den Gruppen. Da sind dann hinten, siehst du ja, wie so eine Art Flachdachlager. Das hat sich natürlich auch immer weiterentwickelt. Und die haben sich immer weiter ausgebreitet, immer mehr Land auch dazu gekauft. Welche Ziele da verfolgt wurden, dazu komme ich gleich nochmal.
Aber man kann ja schon mal sehen, dass es sehr großflächig ist. Ja, und es hat auf jeden Fall einen Festivalcharakter mit diesen zwei, drei, vier großen Zelten, die so ein bisschen was von Zirkuszelten haben auf den ersten Blick. Vor allem durch diese bunten Farben. Und was ich mir auch gerade noch gedacht habe, ist, diese Landschaft im Hintergrund sieht natürlich wahnsinnig schön aus.
Also wirklich wahnsinnig schön. Vor anderthalb Jahren war ich in Arizona im Urlaub. Und wir sind dann auch so Richtung Monument Valley und halt so Richtung Utah gefahren. Und da dachte ich mir auch, ich kann schon verstehen, warum die ganzen Mormonen sich hier niedergelassen haben. Weil diese absurde Land, diese Weite der Landschaft und dieses ja eigentlich nicht von dieser Erde seiende...
Das löst schon so ein bisschen was. Also ich kann verstehen, dass man da Gott sieht, weißt du? Und auch in der Landschaft, in diesen Bergen, in dieser Weite, dass da irgendwas auf einen einprasselt, irgendeine Art Erleuchtung, irgendeine Art Erkenntnis. Florian Reza im November 2025, ich kann schon verstehen, dass man da Gott sieht.
Nee, das war der Satz, das Mann, das Mann hast du gesagt, das war jetzt der Satz dieser Folge. Ja, das ist wirklich, das ist so, weil das fühlt sich nicht an wie die Erde, die man kennt, weißt du, und das ist ein Ort, wo man irgendwie auch so mit sich so allein ist und wo so alles auf einen einprasselt, dass man sich da elementare, grundlegende Fragen stellt.
Und das meine ich jetzt, dass in der Landschaft... Okay, die Richtung verstehe ich, ja. Das kann ich verstehen. Dass das sozusagen was auslösen kann. Ich sage es so, es ist wahrscheinlich eine Leinwand, auf der der Guru gut malen kann. Rede. Man merkt, dass ich ein bisschen müde bin. Ich finde diesen Vibe, den du hast, finde ich ganz gut. Du gehst richtig rein.
Du gehst richtig rein an den Ort, in das Gefühl und so. Das tut der Folge vielleicht ganz gut. Ich unterstütze das. Ich hoffe doch, weil ich noch wirklich auch gar keine Ahnung habe, wie wir jetzt zu den Restaurants und den Salatbars etc. Kommen. Ja, weil man kann sich ja vorstellen, dass wenn so viele Leute auf einem Haufen wohnen, dass es ja in irgendeiner Art und Weise Strukturen geben muss.
Und Regeln auch. Auch in dieser Kommune gibt es sogar sehr, sehr starke Hierarchien und die streben nach etwas Größerem. Die wollen da jetzt nicht einfach nur irgendwo zwischen den Hügeln leben und feiern, die wollen eine Stufe höher, sagen wir es mal so. Und die Kommune, die liegt in einer Stadt, in einer Kleinstadt namens Antelope.
Und da wohnen natürlich Leute, die schon da waren, bevor die Kommune den Weg dorthin gefunden hat. Und die sind jetzt Anfang der 80er ein bisschen besorgt, weil die Angst haben, dass das irgendwie über den Kopf wächst oder dass sie sich irgendwie bedroht. Und die versuchen, die Stadt Entelop, diese Kleinstadt, jetzt aufzulösen, damit die Rajneeshis, wie sie sich selber nennen, sie nicht übernehmen können.
Weil die sind, was die Personenzahl angeht, nämlich in der Überzahl. Also die hatten Angst, dass sie sich da so auf so Kommunalpolitiker-Posten bewerben und sowas. Richtig, richtig, richtig, richtig. Und die Stadt auflösen? Ja, diese Angst ist auch nicht ganz unbegründet, weil die Raschnischis die Wählerregistrierungsgesetze in Oregon nutzen und eine so große Gruppe nach Antelope bringen, dass sie 1982 wirklich die Kontrolle über den Stadtrat bekommen.
Das ist ein bisschen wie The Villages in Florida. Das ist diese Gemeinde oder das ist dieser Ort, an dem man nur wohnen kann, wenn man über 55 ist und wo alle mit Golfcars herumfahren und so weiter. Es ist praktisch auch keine Stadt, sondern es liegt zwischen zwei Counties. Aber dadurch, dass das so groß ist und eigentlich alles einnimmt in diesen beiden Counties, ist es quasi eine eigene Stadt, wo so ein Augenmerk drauf liegt, was Wahlen etc.
Angeht. Ich meine, wenn so ein, und ich nenne es jetzt schon mal so, so ein Kult oder so eine Gruppe, dann denkt, sie müssen eine Stadt übernehmen, um sich da weiter auszubreiten, das ist nicht gut. Das ist nicht gut, aber sie schaffen es und unter der strengen Kontrolle des Kults wird Entelop in Rajnish umbenannt und nach dem Bild des Bhagwan auch umgestaltet, also nach Bild des Gurus.
Sie benennen die Straßen um, sie erhöhen die Steuern, um die Bewohner, die noch da leben, loszuwerden und eine einschüchternde Friedenstruppe patrouilliert mit halbautomatischen Gewehren durch die kleine Stadt. Und die Feindseligkeit, die dadurch entsteht zwischen den Rajneeshis und den Bewohnern von Antelope, die eskaliert immer schneller.
Die ansässigen Einheimischen fühlen sich durch die schnell wachsende Gemeinschaft bedroht. Diese Spannungen führen schließlich zu einem Machtkampf und dem Versuch, politischen Einfluss auf die Verwaltung von Wesco County, also der Verwaltungseinheit, in dem sich die Rajneeshis niedergelassen haben, zu nehmen.
Das heißt jetzt also, die Rajneeshis haben nicht nur die Stadt Antelope eingenommen, sie wollen jetzt auch noch eine Instanz höher gehen und die Verwaltung des Landkreises übernehmen. Ich komme ja auch aus so einer dörflichen Gegend. Und ich habe mir dann versucht vorzustellen, wie sich das vielleicht anfühlen könnte, wenn auf einmal tausende rot gekleidete, auffällig gekleidete Menschen kommen, sich hier irgendwie auf einer riesigen Fläche niederlassen, schön und gut, und dann aber halt anfangen.
Und dann anfangen, in den Stadtrat zu kommen und zu versuchen, die Verwaltung des Städtchens zu übernehmen. Und dann auch noch in einem eher prüden Land die freie Liebe leben und vielleicht eine Art von Faszination auslösen können, gleichzeitig auch ein bisschen Angst und Gefahr ausstrahlen. Ich meine, die hatten irgendwann Waffen, mit denen sie patrouilliert sind.
Also das stelle ich mir schon ganz schön... Creepy vor. Ja und gleichzeitig ist das eine Taktik, die glaube ich schon relativ effizient ist, weil so Lokalpolitikämter natürlich jetzt nicht hammerhart umkämpft sind. Wenn man es darauf anlegt, wirklich gewählt zu werden oder in so ein Rad reinzukommen, dann kriegt man das glaube ich schon hin. Ja.
Ich möchte jetzt nicht die Lokalpolitikämter irgendwie kleinreden, es ist bloß einfach so, dass es natürlich nicht so viele Menschen gibt, die diese Posten überhaupt übernehmen wollen, weil das ist, du bekommst ja kein Geld eigentlich dafür, so vielleicht eine Aufwandsentschädigung von ein paar hundert Euro, bist aber, oft irgendeinem Hass von irgendjemand ausgesetzt, vielleicht sogar jemand, den du kennst, weil es dein Nachbar ist oder was weiß ich.
Also das sind natürlich super undankbare Ämter und ich glaube, wenn man da diese Strategie fährt, diese Ämter alle zu übernehmen, wenn man schon weiß, dass die Wähler da sind, das ist ja das Ding. Es ist ja nicht so, dass du Leute überzeugen musst, sondern einfach sagen, wir wohnen jetzt alle hier und dann wählen wir XY.
Sondern das ist leider eine relativ effiziente Strategie, glaube ich. Stichwort Wähler ist ein gutes Stichwort. Das kannst du dir mal merken. Bevor es jetzt aber soweit ist, dass die Wesco County einnehmen, hat der Guru der Rajneeshis erst einmal beschlossen, in Schweigen zu verfallen. Das heißt, er redet nicht mehr, er hat einfach aufgehört zu sprechen und er zeigt sich seiner Gefolgschaft nur noch anlässlich von Drive-By-Auftritten in einer seiner sehr vielen Rolls-Royce-Limousinen.
Beschützt von schwer bewaffnetem Wachpersonal. Und auch davon gibt es Fotos und Videos, die man sich angucken kann. Da stehen dann wirklich diese ganzen Anhängerinnen und Anhänger an einer Straße. Und er wird einfach nur mit einem Rolls Royce vorbeigefahren und zeigt einmal kurz, dass er da ist. Aber viel mehr bekommen die auch nicht von dem.
Der Guru kommt nur noch mit dem Rolls Royce vorbei und spricht nicht mehr. Und weil ein ganzer Landkreis schweigend nicht so leicht eingenommen werden kann, muss jemand anders ran. Danke für den Lacher. Großartig. Ma Anand Sheila, von der ich eben schon mal gesprochen habe und von der es auch schon ein Foto gibt.
Sie ist sowas wie die Sekretärin von Rajneesh und soll die Interessen der Rajneeshis vorantreiben und sich um die Verwaltung der Kommune kümmern. Und ein großes Interesse ist ja, Einfluss auf West Coast County zu erhalten. Ihr Charakter wird dazu noch als energisch und rücksichtslos beschrieben. Sie scheint perfekt für diese Aufgabe.
Was ich übrigens interessant finde, weil sie sieht auf diesem Foto, was ich dir gezeigt habe, ja wirklich einfach erstmal nur wahnsinnig freundlich aus, ne? Und nicht unbedingt rücksichtslos. Also, ich weiß, es ist nur ein Foto, nur eine Momentaufnahme, aber ihr Charakter ist wohl so. Und der Konflikt zwischen dem Kult der Rajneeshis und den Einheimischen droht, gewalttätiger zu werden, weil im August 1983 ein Hotel der Rajneeshis in Portland, bombardiert wird. Also, die haben, Auch relativ viele Feinde überall und werden bombardiert.
Und in der Reaktion darauf werden die Rajneeshis paranoider und militäristischer. Sie kaufen immer mehr automatische Waffen und starten regelmäßige Aufklärungsflüge mit Hubschraubern über Rajneeshpuram. Wo kommt das Geld her? Von Spenden, von Mitgliedern. Es haben natürlich, wie das in Kult so gang und gäbe ist, Menschen ihr komplettes Hab und Gut dem Guru zur Verfügung gestellt. Das ist da alles reingeflossen.
Crazy. Und trotzdem, dass jetzt also Angriffe stattfinden und man sich eigentlich nicht so super sicher fühlt, ist der Backwan der Meinung, dass die beste Überlebenschance für die Gemeinde in einer aggressiven Expansion liegt. Nachdem sie also die Kontrolle über Antelope übernommen haben, soll die Aufmerksamkeit jetzt voll und ganz auf die Führung von Wesco County gerichtet werden, die aus drei Mitgliedern besteht.
Bei den Wahlen im Herbst 1984 planen die Rajneeshis mindestens zwei der drei Posten zu gewinnen, um den gesamten Landkreis unter ihren Einfluss zu bringen. Da sie zahlenmäßig unterlegen sind, greifen sie zu, nennen wir es mal, besonderen Taktiken, um die Wahl zu manipulieren. Über 1500 Rajnishis und Sympathisanten von außerhalb werden ermutigt, in den Monaten vorher nach Rajnishpuran zu ziehen und sich als Wähler zu registrieren.
Doch trotzdem sind sie immer noch weniger Wahlberechtigte als die einheimische Bevölkerung. Sie brauchen mehr Leute. Und dann veröffentlichen sie ihr Share-a-Home-Programm. Sie bringen über 3.500 Wohnungslose aus den gesamten USA mit dem Bus her, um sie als Wähler von Westco County zu registrieren. Nicht dein Ernst. Doch. Die haben wohnungslose Menschen eingesammelt, sie dahin gebracht, denen natürlich versprochen, da jetzt ein besseres Leben führen zu können. Im Gegenzug mussten sie aber wählen gehen.
Was ja erstmal jetzt nicht so ein Biggie sein sollte, kann man sich vorstellen. Das ist schon ein guter Dir, ja. Ja, ist ein guter Deal. Aber auch wenn dieses Vorhaben erfolgreich gewesen wäre, hätten sie nur etwa 5.500 Stimmen bekommen können, während die Einheimischen 14.000 Stimmen haben. Also auch das würde nicht funktionieren. Am 10.
Oktober stoppt dann auch noch die Verwaltungsmitarbeiterin Sue Profit die Wählerregistrierung, um zu verhindern, dass diese Tausenden von Neuankömmlingen wählen können. Die Rajnishis geben daraufhin das Share-A-Home-Programm schnell wieder auf und fangen an, die ganzen tausenden Wohnungslosen, die sie hergeholt haben, gewaltsam in nahegelegene Städte zu vertreiben. Junge, ey.
Diese Leute auf dem Bild, was du mir vorhin geschickt hast, das sind alles so normallos. Das sind alles so Leute, wo man sich so... Was habt ihr da für eine Scheiße gemacht? Also, ich meine, ich weiß nicht, ob die da alle dran beteiligt waren, aber... Es gab halt für einzelne Abteilungen sogenannte Führerinnen und Führer, es gibt sogar auch einen Bürgermeister.
Natürlich gibt es Leute, die da die Entscheidung getroffen haben, aber die Ausführung von solchen Dingen haben natürlich alle übernommen. Also ja, die rot gekleideten, freundlichen Menschen, die da so glücklich und hippiesk am Berg saßen, die haben natürlich auch dazu beigetragen, dass das passiert ist. Schrecklich, wirklich.
Dazu beigetragen, was dann aber danach passiert, haben tatsächlich nur wenige Leute. Und wir nähern uns jetzt auch immer mehr dem eigentlichen Thema dieser Folge, dem Foodcrime. Weil Sheila, die ja verantwortlich ist für die Kommune und für die Verwaltung der Kommune, die merkt also, so kommen wir hier nicht weiter, Leute, wir müssen jetzt irgendwas anderes machen und sie hat auch schon eine Idee, aber für diese Idee braucht sie Hilfe.
Im Spätsommer 1984, während einer Brainstorming-Sitzung über die bevorstehenden Wahlen, fragt sich Sheila laut, was wäre, wenn die Leute am Wahltag Durchfall hätten? Die Rajneeshis sind ja wie gesagt zahlenmäßig stark unterlegen, besonders in The Dales, einer nahegelegenen Stadt mit etwa 10.500 Einwohnerinnen, die die meisten Wähler in der Region hat.
Sheila denkt sich, dass es eine Chance für die Rajneeshis wäre, wenn sie diese Wähler aus The Dells am Wahltag irgendwie fernhalten könnten. Und hier kommt Ma'anand Pooja ins Spiel. Sie ist eine lizenzierte Krankenschwester und leitet das Gesundheitszentrum in Rajnishpuram. Vielleicht ist dir, Flo, oder euch aufgefallen, dass beide den Titel Ma'anand tragen, sowohl Sheila als auch Pooja.
Das ist ein spiritueller Titel innerhalb der Rajnish-Bewegung, der so viel wie Mutterglückseligkeit bedeutet. Von Glückseligkeit kann hier aber bald schon nicht mehr die Rede sein. In Rajneesh Puram leitet jetzt eine kleine Gruppe namens Rajneesh Medical Corporation die medizinischen Belange und sie steht unter der Aufsicht von Puja, einer Krankenschwester aus Kalifornien.
Die Organisation wächst, um den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde gerecht zu werden und umfasst irgendwann zwei Kliniken, ein Labor, eine Apotheke und mehrere Büros. Puja ist Sheila-treu ergeben und fungiert als eine Art Kammerzurfe. Viele andere Mitglieder im Kult glauben, dass Puja wegen ihrer Loyalität und nicht aufgrund von besonderen Fähigkeiten zur Leiterin der Organisation gemacht wurde.
Das spiegelt die sehr strenge Kontrolle wider, die in der Kommune herrscht, wo negatives Feedback von den Anhängern gegenüber den Führern nicht gut angesehen ist. Hier wird eher der gefördert, der kuscht und nicht der, der Kritik übt. In der Kommune sind Paranoia und Geheimhaltung allgegenwärtig. Und diese Umstände führen dazu, dass die Führungsfiguren gewalttätiger und tyrannischer werden, was Pujas fanatische Loyalität Schieler gegenüber noch weiter verstärkt.
Sheila hatte jetzt also die Idee, dass man die Wahl gewinnen könnte, wenn die einheimischen Wähler Durchfall bekämen. Ihr Plan ist, eine große Anzahl von potenziellen Wählern in The Dales zu vergiften. Und dafür nutzen sie und Puja jetzt die Ressourcen der Rajneesh Medical Corporation, um einen passenden biologischen Erreger herzustellen und zu verbreiten.
Die haben den selber hergestellt, die haben einen Erreger hergestellt? Ja. Die haben, alter Schwede. Ich komme jetzt auch dazu, was sie da genau gemacht haben. Mein merkt, dass sie Kapitalismus-Fans sind, weil sie natürlich erst mal gebrainstormt haben. Die haben erst mal gebrainstormt, ja. Und dann auch noch ein Follow-up gehabt und dann noch mal in einem kleinen Pink Tank. Ein Projektmanager eingestellt, der dann hier im Lean-Management-Style mit Stand-Ups und... Viel mit Excel wurde auch gearbeitet.
Ja, und Canvas. Ja. Schielas Kontrolle über die Kommune ist so streng und geheim, dass die meisten ihrer Mitarbeiter nicht einmal wissen, was da abgeht. Also diese Operation wird jetzt wirklich nur sehr geheim besprochen und auch durchgeführt, weil wahrscheinlich sogar Schiela wusste, dass die ganzen Anhängerinnen und Anhänger jetzt auch nicht so... Ach, da hört der Spaß auf, oder was?
Also irgendwie Obdachlose wieder aus der Stadt prügeln ist okay, aber... Genau, also ich glaube, sogar Sheila wusste, dass das dann wirklich den Bogen überspannen würde. Die Ressourcen, die sie für dieses Projekt einsetzen, sind begrenzt und legal zu erwerben. Nur eine kleine Gruppe von Kultmitgliedern weiß von der Verschwörung, was dafür sorgt, dass der ganze Plan unauffällig bleibt.
Sheila übernimmt auf dem Gelände einen kleinen Schuppen, den sie chinesische Wäscherei nennen, und verwandelt ihn schnell in ein geheimes Labor mit Petrischalen, einem Gefriertrockner, einem Inkubator und anderen Geräten. Sie denken darüber nach, verschiedene biologische Erreger wie Hepatitis, Aids und Salmonella Tifi zu verwenden, entscheiden sich aber letztendlich für Salmonella Tifi.
Ich wollte gerade sagen, mir wäre jetzt nicht bewusst, dass Aids innerhalb von ein paar Stunden Durchfall auslöst. Ja, das soll eigentlich nur verdeutlichen, die haben wirklich über alles Mögliche nachgedacht und auch über schlimme Dinge. Die Rajneesh Medical Corporation kauft Proben dieses Erregers von einer medizinischen Firma namens VWR Scientific in Seattle.
Bald wird der Schuppen zu einer Salmonellenfabrik, die auf Hochtouren produziert. Die Gruppe testet ihre Salmonellen, indem sie Wassergläser kontaminiert, die lokalen Beamten gegeben werden, die die Ranch am 29. August besuchen. Der Wesco County-Richter Bill Hulls wird am nächsten Tag so krank mit heftigen Magenkrämpfen, dass er vier Tage ins Krankenhaus muss und berichten zufolge fast stirbt.
Im gleichen Monat benutzt Krishna Deva, der Bürgermeister von Rajneeshpuram, eine Pipette, um Türklinken und Urinale in Regierungsgebäuden zu kontaminieren, auch im Wesco County-Gericht. Auch Puja und Sheila höchstpersönlich streuen Salmonellenproben über die Obstabteilung in einem lokalen Lebensmittelgeschäft.
Lass uns etwas Spaß haben, soll Sheila zu Puja gesagt haben. Das waren ja die 80er, du konntest ja dann nicht irgendwie, du musstest ja dann wahrscheinlich ein paar Wochen warten, bis es dann hoffentlich in großen Anführungszeichen Zeitungsberichte über Salmonellenerkrankungen etc. gab, um das dann nachzuprüfen.
Ja, und ich meine, diese ersten Versuche, also dass jemand mal ins Krankenhaus muss, weil er Magen-Darm hat, passiert ja mal, das war ein Einzelfall. Oder bei den Regierungsbehörden, das klebt an irgendwelchen Türklinken, ja mein Gott, dann ist da halt einmal Magen-Darm rumgegangen. Weißt du, das waren jetzt noch nicht so krasse Ausmaße, dass irgendjemand einen Verdacht geschöpft hat.
Also das wurde ja nicht untersucht. Da hat ja keiner gedacht, da war was an den Türklinken. Und die machen das natürlich, um zu gucken, funktioniert das, was wir hier in der chinesischen Wäscherei seit Wochen so planen. Warum mal chinesische Wäscherei? Ich weiß nicht, ist das irgendwie so eine Art Deckname für diesen Ort, für diesen Schuppen?
Macht es ehrlich gesagt so ein bisschen aufregender, als es sein sollte. Hier nicht rein. Hier verboten. Nee, das ist eine chinesische Wäscherei. Ach so, ja, wenn es sonst nichts ist. Wie du richtig festgestellt hast, Flo, die Salmonellen wirken, aber sie zielen oder die bringen jetzt natürlich nicht die großflächigen Ergebnisse, die sich die Rajneeshis erhofft haben.
Sheila beschließt jetzt also, dass es Zeit für den nächsten Schritt ist. Anfang September 1984 versammelt sie mehrere Teams und verteilt Fläschchen mit einer braunen, übel riechenden Flüssigkeit. Die ausgewählten Teams kleiden sich in unauffällige Kleidung und gehen in zehn Restaurants in The Dales, wo sie ihre Salmonellenproben über die Salatbars streuen, sie in Kaffeesahne schütten und direkt in Salatdressings gießen.
Pooja überwacht einen Großteil der Aktion und soll die Salmonellen mit solch einem Elan verteilt haben, dass andere Mitglieder des Kultes besorgt sind. Sie könnte entdeckt werden. Von ein paar dieser Restaurants habe ich Fotos. Ich dachte mir auch gerade... Ich finde ja, diese Salatbars, die gibt es ja mittlerweile schon wieder häufiger.
Die waren mal eine Zeit lang weg, aber zumindest, ich weiß, dass es die bei Rewe oft gibt. Ja. Und ich weiß nicht, wo noch, aber ich finde die schon auch immer so ein bisschen grenzwertig. Also ich hole mir da nichts. Ich finde das irgendwie, die haben ja mittlerweile schon so Deckel drüber und so weiter, aber trotzdem, dass das da den ganzen Tag liegt und jeder da reinpackt.
Und ich meine, ist am Hotel oder sonst wo, ist es ja nicht anders mit den Buffets. Aber da habe ich irgendwie das Gefühl, das ist noch ein bisschen ein kontrollierterer Rahmen. Aber so zum Beispiel am Flughafen in Berlin, in dem Rewe unten, in diesem Rewe City, da gibt es auch so eine Salatbord. Und ich denke mir so, ey, da kommen am Tag acht Milliarden Menschen durch.
Boah, nee. Und dann holst du dir da so ein hartgekochtes Ei raus und noch so ein paar angetrocknete Kichererbsen. Und diese leicht bräunlichen Salatblätter. und da ist es immer so voll und so eng, dass man auch nicht das Gefühl hat, dass da irgendjemand aufeinander achtet. Also da stimmt, da denke ich auch immer so, das möchte ich nicht.
Ja, ich schicke dir jetzt Fotos von den Restaurants, in denen unter anderem die Salmonellen verteilt werden. Du siehst, das sind jetzt hier eher Schnellrestaurants. Was ja auch, die sind leider echt zu schlau. Das regt mich ein bisschen auf, weil natürlich nimmst du so Restaurants, wo eh jeder schon so denkt.
In der Küche läuft es wahrscheinlich nicht immer so rund. Weil wenn du natürlich bei so einem ja hier Taco Time, ich meine was haben wir hier noch, Skippers, Burgerville, Seafood und Steaks. Ja, eine Kombo, wo man schnell mal in so eine Salmonelle treten kann. Ja, voll. Stimmt, das ist ein guter Gedanke. Hatte ich noch gar nicht, dass das eine schlaue Wahl war.
Es sind auf jeden Fall keine hochpreisigen, edlen Etablissements, sondern eher was für den schnellen, günstigen Hunger. Ja, und schnell geht es dann tatsächlich auch. Die ersten Fälle von Lebensmittelvergiftungen melden sich am 9. September 1984. Innerhalb von vier Tagen identifizieren die örtlichen Ärzte die Salmonellen als Salmonella Tifi.
Am 17. September beginnt das West Coast Sherman Public Health Department, den zunehmend großen Ausbruch schwerer Gastroenteritis in the Dales zu untersuchen. Viele Patienten berichten, dass sie in lokalen Salatbars gegessen haben und daher schließen die Behörden am 25. September sämtliche Salatbars in der Stadt.
Was natürlich zu einem riesigen finanziellen Problem für die ganzen Restaurants wird. Insgesamt erkranken über 750 Menschen in The Dales an schweren Salmonellenvergiftungen. Die Ermittler stellen fest, dass der Ausbruch in zwei Wellen verläuft. Die erste Welle reicht vom 9. bis 18. September und betrifft mindestens 88 Menschen.
Die zweite Welle folgt vom 19. September bis zum 10. Oktober, bei der mindestens 586 Menschen erkranken. Auch Sue Profit, die Verwaltungsbeamtin, die den Rajnishi-Versuch abgelehnt hatte, tausende neue Wähler früher zu registrieren, gehört zu den Vergifteten. Zufällig oder gezielt? Zufällig. Nee, zufällig. Auch sie ist einfach nur eine Taco-Liebhaberin wie wir alle.
Die meisten Infektionen sind auf 10 von 36 Restaurants in The Dales zurückzuführen. Ein paar ungewöhnliche Dinge rund um die Salmonellen, die an diesem Ausbruch beteiligt sind, fallen den ermittelnden Personen schnell auf. Alle Ausbrüche in den Restaurants haben ein identisches Plasmidprofil, was auf einen einzigen Ursprungsort der Krankheit hinweist.
Allerdings war die Infektionsquelle in jedem Restaurant ganz unterschiedlich. Also manchmal kamen sie vom Blauschimmelkäsesalatdressing bis hin zum Kopfsalat, manchmal war es auch der Kartoffelsalat. Und trotzdem kommen die Ermittler im November 1984 zu dem Schluss, dass der Ausbruch auf unsachgemäße Lebensmittelhandhabung zurückzuführen ist. Soweit, so gut.
Aber irgendwie ist das bei weitem keine zufriedenstellende Erklärung. Denn das Essen, das in den Küchen der Restaurants zubereitet wurde, scheint keine Infektionsquelle gewesen zu sein. Und auch Kunden, die Essen zum Mitnehmen in den betroffenen Restaurants bestellt haben, erkranken nicht an einer salmonellen Vergiftung.
Also das ist auch auffällig, dass nur Leute, die da an den Salatbars sich bedient haben, dass die erkranken, weil der Rest des Essens, des zubereiteten Essens in den Restaurants, sowohl in Küche oder nicht nur, sowohl, also das, was in der Küche zubereitet wurde und entweder zum Mitnehmen gekauft wurde oder dort fertiggestellt wurde, das war nicht betroffen.
Wann war die Wahl geplant? War die auch im November, wie alle Wahlen in den USA? Genau, also die war auch zu diesem Zeitpunkt. Trotz dieser wirklich ungewöhnlichen Umstände des Ausbruchs gibt es monatelang keinen Verdacht gegenüber der Rajnejis. Die Wahlen in Wesco County haben sie natürlich nicht gewonnen.
Ein herber Rückschlag für den Kult. Erst als der Kongressabgeordnete James Weaver, einer der Vertreter Oregons im Repräsentantenhaus, am 28. Februar 1985, also im Jahr danach, eine Rede mit dem Titel »Die Stadt, die vergiftet wurde« vor dem Kongress hält, wird der Kult öffentlich zum ersten Mal mit den Vergiftungen in Verbindung gebracht.
In seiner Rede kommt Weaver zu dem Schluss, dass die Umstände so überwältigend auf eine absichtliche Kontamination hinweisen, dass er nur zu dem Schluss kommen kann, dass Sabotage stattgefunden hat. Er weist darauf hin, dass die Rajneesh Medical Corporation die Einrichtungen und Ressourcen hätte, um Salmonellen in Massenproduktion herzustellen.
Außerdem werde oft berichtet, dass Sheila gesagt habe, Westcoe County ist so bigott, es verdient ist, übernommen zu werden. Weaver diskutiert auch die verdächtigen Vergiftungen von den Beamten, die Rajneesh-Puram am 29. August besucht haben. Am Ende seiner Rede fordert er eine strafrechtliche Untersuchung des Kultes.
Weaver wird daraufhin als paranoid und voreingenommen gegenüber den Rajneeshis bezeichnet. Aber von denen selber, oder? Wer klagt ihn da an? Auch aus der Bevölkerung. Also es kam für viele so ein bisschen sehr plötzlich und so, als würde er einfach nur gegen die schießen. Das heißt, die hatten auch in der Bevölkerung Unterstützer oder Leute, die jetzt kein Problem mit dieser Gruppe hatten? Ja, auf jeden Fall.
Trotzdem wird nach dieser Rede das Gelände der Rajnishis untersucht. Und siehe da, man findet auf dem Gelände ein voll funktionsfähiges Bioterrorismus-Labor. Ich dachte, das ist eine chinesische Wäscherei. Komisch, ne? Ja. Und Rajneesh, der Guru, von dem haben wir jetzt ja ein bisschen länger nichts mehr gehört, der schweigt, aber jetzt spricht er und distanziert sich klar von den Taten seiner Anhängerinnen und wird aus den USA verbannt.
Trotz des Ausmaßes des Ausbruchs, also eigentlich war es ja erfolgreich, was sie gemacht haben, verlieren die Rajneeshis bald das Interesse an weiteren groß angelegten Bioterrorismus-Aktionen. Es wird erst mal ruhiger um den Kult, aber innerhalb eines Jahres bricht er wegen rechtlicher Probleme und mehrerer strafrechtlicher Untersuchungen fast vollständig zusammen.
Während der Ermittlungen gestehen nämlich mehrere Mitglieder des Kultes die Massensalmonellenvergiftungen ein, die The Dales betroffen hatten. Ermittler aus Oregon und dem Federal Bureau of Investigation entdecken ja die Labore des Kultes und auch das offene Fläschchen mit Salmonella Tifi wird gefunden, das ursprünglich zur Massenproduktion der Salmonellen genutzt wurde.
Es ist identisch mit dem Stamm der beim Ausbruch gefundenen Salmonellen, was in seinem Antibiogramm, seinem biochemischen Markern und seinem Plasmidprofil deutlich wird. Ma'anan Shila und ihre Komplizen werden angeklagt. Im April 1986 gesteht Shila, dass sie schuldig ist an den Vergiftungen. Sie und weitere Rajneeshis, wie auch Puja, bekommen auch aufgrund von anderen Straftaten, die ihnen nachgewiesen werden können, eine Haftstrafe von teilweise bis zu 20 Jahren.
Sie sitzen aber letztendlich nur ein paar Jahre ab. Sie alle werden aus den Vereinigten Staaten von Amerika verbannt. Sheila betätigt sich seit den 90er Jahren als Sprecherin und teilt ihre Erfahrungen und Lehren aus der Zeit im Rajneeshi-Kult. Achso, sie ist jetzt eine Aussteigerin? Dieser Kult hat sich ein bisschen zerschlagen. Also es musste ja, diese Utopie wurde aufgegeben. Die ganzen Anführer wurden verbannt.
Und das fing alles an zu bröckeln. Und der Guru ist relativ bald auch verstorben. Und es gab dann keine richtige Führungsperson mehr. Dadurch, dass Sheila zum Beispiel verbannt wurde und sich irgendwo ein neues Leben aufbauen musste, sie hat sich nie komplett davon distanziert. Also du kannst dir auch angucken, wie sie heute darüber redet.
Die hat immer noch so eine gewisse Art von Faszination dafür und steht dafür auch irgendwie ein. Und ist auch der Meinung, dass sie für das, was sie getan hat, ja bestraft wurde und dass man sie jetzt damit in Ruhe lassen soll. Also und sie nicht immer nur darauf reduzieren soll. Sie teilt gerne ihre Erfahrungen und was sie alles gelernt hat in diesem Kult.
Wahrscheinlich gegen den schmalen Thaler. Wahrscheinlich gegen einen kleinen Obolus. Und man hat jetzt nicht den Eindruck, dass sie das alles... Infrage stellen würde, was sie da gemacht hat, ehrlich gesagt. Und auch interessant ist, sie betreibt zwei Pflegeheime in der Schweiz. Oh, was? Von der Sheila von heute gibt es auch noch ein Foto.
Also wer geht freiwillig in ein Altersheim, was von einer Frau geleitet wird, die einen Kult angeführt hat und Biowaffen hergestellt hat? Das weiß man ja im Zweifel nicht. Naja, aber man kennt sie ja, man weiß ja, heute sieht sie streng aus. Das hat mit der freundlichen, offenen Frau von vor 40 Jahren nicht mehr so viel zu tun.
Das ist dieser hochgeschlossene Kragen, diese Brille und nur die Frisur ist gleich geblieben. Hat mich wieder in der Frisur verändert. Das ist immer noch exakt die gleiche Frisur. Ich meine, das ist ein sehr künstlerisches Bild. Das sieht aus wie geschossen für einen Zeitungsartikel oder was ähnliches.
Spannend, Altersheime in der Schweiz, auch wieder eine komplette Wildcard. Und, Ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnte mir auch gut vorstellen, dass sie das schon alleine geplant hat. Also dass dieser Guru da nicht viel zu tun mit hatte, wenn sie da im Grunde die rechte Hand geheime Anführerin, die war, die eigentlich in Kohl zu nach vorne getrieben hat, dass sie das da geplant hat auf eigene Faust.
Kann ich mir auch vorstellen tatsächlich, der Guru war auch nicht die ganze Zeit anwesend, das muss man vielleicht auch noch dazu sagen. Der war ja auch viel auf Reisen und weiß ich nicht, wo Leute bekehren und durch seine Anwesenheit Leute irgendwie berühren. Und ja, also sie war die Anführerin auf jeden Fall und zeitweise auch in der kompletten Kommune die Anführerin, wenn sie alleine da war.
Und die Leute, die davon wussten, waren offensichtlich wirklich nur ein kleiner Teil. und viele haben sich danach auch deshalb von dem Kult distanziert, weil sie sowas nicht unterstützen wollten. Es ist wie so oft, es hat in diesem Kult sehr viel Überhand genommen. Also diese anfängliche Idee von einem besseren, freieren Leben, die sich erstmal wahrscheinlich für viele schön anhört, die hat sich schnell so ein bisschen verflüchtigt.
Sachen wurden oder Menschen wurden instrumentalisiert. Einige wenige haben da ihre Dinge durchgesetzt Und ein wesentlich wichtiger Aspekt ist auch noch, ich habe das heute alles rausgelassen, es gibt aber sehr viele Dokus über diesen Kult, die man sich angucken kann. Die bekannteste ist wahrscheinlich eine Netflix-Doku-Reihe, die heißt Wild Wild Country.
Da wird das Ausmaß des Kults noch viel deutlicher. Es ging heute nur um diesen Foodcrime. Es gab aber tatsächlich auch noch andere Straftaten innerhalb dieses Kults. Ich habe Artikel gelesen von ehemaligen Mitgliedern, die von massenhaften Vergewaltigungen sprechen. Die waren teilweise unter 16 und hatten schon mit über 50 Männern Geschlechtsverkehr, weil sie mussten.
Also da liegt einiges im Argen bei diesem Kult. Auch die ARD hat eine Doku über den Kult gemacht und was davon heutzutage noch übrig ist. Wer sich dafür interessiert, kann sich das gerne anschauen. Ich habe heute einfach den Fokus auf den Foodcrime gelegt, aber es ist sehr viel, was auch noch erzählt werden kann.
Ja, also diese Doku, diese Netflix-Doku, die wurde mir auch schon oft angezeigt. Das habe ich mit dieser Geschichte auch so grob zusammengebracht, aber ich habe die auch noch nicht gesehen. Vielleicht gebe ich mir das jetzt mal, wie wir Kids sagen. Also wirklich, wir hatten jetzt zwei kultige Wochen hinter uns und ich finde Kults ja schon irgendwie generell faszinierend, weil man sich wirklich immer fragt, wie kann das denn sein?
Wie kann das denn sein? Aber ja, wenn man da drin ist und nichts passiert über Nacht, sondern es entwickelt sich über Wochen, Monate, oft Jahre und man rutscht immer weiter rein und eins kommt zum anderen und Dinge werden normalisiert und dann ist man da drin, ohne eigentlich vielleicht zu realisieren, dass man da drin ist und tut Sachen, die man als normaler Mensch vielleicht nicht machen würde, ohne das jetzt zu entschuldigen.
Bloß ist das, wie ich mir immer versuche, einen Sinn daraus zu machen, weil das ist ja wirklich das... Ist einfach ein völlig falsches Verhalten. Verstehen kann man es nicht. Ja, verstehen kann man es nicht. Ich habe auch gedacht, so tut das der Note, diese ganzen Leute zu vergiften, weil ihr in den Stadtrat wollt, beziehungsweise in die County regieren.
Ganz ehrlich, Yoga und Kapitalismus, damit kann man, glaube ich, in Oregon auch so Wahlen gewinnen. Kann man auch so Wahlen gewinnen, meinst du? Ja, ob das von Anfang an der Plan war, das ist natürlich zu besprechen, beziehungsweise weiß man das nicht. Ich kann mir vorstellen, dass die von ihrer Ursprungsidee, da einfach frei zu leben, relativ schnell von der Realität eingeholt wurden und halt festgestellt haben, sie können da nur leben, wenn sie eben auch weiter oben in der Politik irgendwie was zu sagen haben und dann zu merken, okay, aber wie können wir gewählt werden und so und dann war das einfach eine Lawine, die da ins Rollen geraten ist.
Und dafür haben viele Menschen sehr viel in Kauf genommen und sind nicht buchstäblich, weil es sind nicht über Leichen gegangen. Es sind tatsächlich an diesen Salmonellenvergiftungen zum Glück niemand gestorben. Das sollte vielleicht auch nochmal erwähnt werden. Ja, das war die Geschichte um die flächendeckende Lebensmittelvergiftung in The Dales im Bundesstaat Oregon, durchgeführt von Mitgliedern der Rajneesh-Bewegung, einem Kult, über den es mehrere Dokus gibt, die ich genannt habe, verlinke ich euch in der Infobox, um zurückzukehren ins Hier und Jetzt, in eine Welt, in der es zumindest bei Flo und mir keine Kults gibt. Möchte ich dich fragen, Florian?
Was ist denn dein heutiger Foodcrime? Ja, da würde ich mal einhaken. Vielleicht gibt es doch einen Kult. Und vielleicht hat das sogar was mit dem Foodcrime der Woche zu tun, den ich hier präsentieren möchte. Und zwar ist das eine Einsendung. Wir haben ja vor ein paar Wochen gefragt, was so eure Foodcrimes sind.
Und wir haben sehr viele schöne Sachen bekommen, überall auf allen Plattformen. Und wir haben ja gesagt, wir werten das noch mal aus irgendwann. Aber eine Sache fand ich so absurd, dass ich mir dachte, das muss ich eigentlich mal in dieser Kategorie vortragen. Und zwar hat mir ein anderer Flo, ein fantastischer Name, aus Paderborn geschrieben.
Der meinte... Paderborn. Paderborn. Dass es da in Paderborn auf Festen die Tradition des Jubelhennes gibt. Ich weiß nicht, ob du davon schon mal was gehört hast. Und zwar ist das einfach... Er hat auch ein Bild mitgeschickt. Ich glaube, das können wir nicht zeigen. Aber das ist von seinem Neffen. Und da werden einfach Kinder in so historische Gewänder gepackt und die laufen dann über diesen Markt und animieren die Leute zum Bier trinken, damit der Absatz angekurbelt wird und.
Er selber sagt, dass er das wirklich grenzwertig findet und es ganz schlimm findet, dass so Kinder da benutzt werden, um diese Tradition und diesen Lokalpatriotismus da weiter am Leben zu halten. Ist aber eigentlich, also wenn man da mal so ein bisschen drüber nachdenkt, ganz, ganz absurd und schlimm ist, dass einfach Kinder, also sein Neffe meinte, er ist neun.
Dieser neunjährige Junge läuft dann über diesen Markt und animiert Leute zum Bier trinken. Also vielleicht ist das auch nicht so weit von einem Kult entfernt. Ja, das stimmt wohl. Es passt sehr gut zur heutigen Folge. Wie darf ich mir das denn vorstellen? Also wie animiert denn ein neunjähriges Kind alte Leute zum Bier trinken?
Hoch die Tassen! oder bringen die dann so Kränze rum oder wie läuft das, wie kann ich mir das vorstellen und kriegen die da irgendwas für, die Kinder, werden die dann so ins goldene Buch der Stadt Paderborn eingetragen oder? Er schreibt nur, es ist in Paderborn mehrfach im Jahr das sogenannte Libori, also eine Art religiöses oder halbreligiöses Stadtfest gibt.
Wo natürlich schon sehr viel gesoffen wird und es viel teures Kirmesessen gibt, was eh auch nochmal ein Foodcrime an sich ist, Also so Langosch, die in Wochen altem Fett ausgebadet werden, etc. pp. Aber dort gibt es, wie gesagt, es gibt diese Kinder, die man Jubelhennis nennt und die einen zum Alkoholtrinken auffordern.
Wie genau das aussieht, habe ich jetzt nicht weiter reingelesen, weil ich mir dachte, es ist am Ende sozusagen, ob die Kinder hoch die Tassen schreien oder sagen, wer der Herr, wollen sie vielleicht noch eine Mass verklappen? Ist einfach an sich so dermaßen absurd, dass ich mir dachte, das ist ein...
Spannender Foodcrime, der uns hier wieder zurück nach Deutschland bringt. Meine erste Assoziation mit Jubel, Hennes, war natürlich der Geißbock vom FC Köln. Ja. Der heißt ja auch Hennes. Der animiert ja auch so ein bisschen zum Saufen. Ja, wir gehen jetzt aber irgendwie dann doch in eine ganz andere Richtung.
Ja, spannend. Vielen Dank für diese Einsendung, Flo. Und vielen Dank an Flo, dass du diese Einsendung mit uns geteilt hast. Spannender Foodcrime, auf jeden Fall ein Foodcrime, würde ich sagen. Das Gericht urteilt, es ist ein Crime. Okay. Wir hören und sehen und sprechen uns nächste Woche wieder, wenn Florian einen neuen Foodcrime mitbringt, auf den ich mich sehr freue.
Ja. Verzeiht uns, falls wir an der einen oder anderen Stelle heute ein bisschen... Durch den sogenannten Wind waren. Richtig. Man wird ja nur einmal 30 und man feiert auch nur einmal den 30. Von einer guten Freundin. und dann sitzt man hier und ist etwas schwach auf der Brust. Vielleicht auch das nicht reinschneiden, Alex. Ach, warum denn nicht? Lass drin, Alex.
Wir haben lange keine Outtakes mehr gehabt. Das ist so ein halber Outtake. Okay. Sehr gut. Ich sage tschüss. Tschüss. Bis nächste Woche.