
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Koks-Pizza & Teigtascherl-Mafia | Sommer Spezial
Dienstag, 15. Juli 2025 · 34 min
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Shownotes
In unserem Sommerpausen-Special blicken wir auf Fälle, die zu spannend sind, um sie nicht zu erzählen, die es aber aus verschiedenen Gründen nicht in eine ganze Folge geschafft haben. Flo fragt sich in seinem Fall, was eigentlich aus der ominösen Kokspizza Nr. 40 aus Düsseldorf geworden ist. Und Lilly blickt nach Wien, wo versteckt von der Öffentlichkeit eine absurde Menge chinesischer Teigtaschen hergestellt wurde.
Schreibt uns gerne in die Kommentare, was ihr denkt zu der Folge. Uns hat sie sehr viel Spaß gemacht!
Alle Fotos und noch mehr Infos zum aktuellen Fall findet ihr auf Instagram unter @wasschmecktdahinter.
"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert von Storyhouse Productions.
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Ein Untergrundnetzwerk in Wien, das illegal Teigtaschen herstellt. Und einmal die 40 bitte. Pizzeria verkauft Koks. Das ist Foodprimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme, Florian Rietzer und Fällen, die es nicht geschafft haben. Ah, ich freue mich so auf diese Folge. Ich mich auch. Ihr habt es euch wahrscheinlich schon gedacht, dass das hier eine sogenannte Spezialfolge ist. Denn sie klingt nicht so wie unsere bisherigen Folgen.
Flo, was haben wir vor? Ja, wir haben heute was Besonderes vor. Wir haben uns ein kleines Spezial überlegt, indem wir die Fälle durchsprechen, die es nicht geschafft haben aus unterschiedlichen Gründen, die wir heute natürlich hier erforschen werden. Weil es gibt einfach Fälle, die wir selber finden, die ihr uns geschickt habt, in die wir irgendwie reinrecherchieren und dann irgendwie merken, ich glaube so für eine ganze Folge reicht es nicht.
Und ich bin auch ein bisschen gespannt, was so deine Kriterien sind, weil wir haben natürlich grob eine Idee, wo wir hinwollen mit jeder Folge. Oder wir haben ja so Sachen, über die wir mal gesprochen haben, die uns wichtig sind. Aber es gibt ja dann doch immer wieder so individuelle Sachen, wo wir beide merken, das könnte möglicherweise nicht klappen.
Um das vielleicht nochmal kurz zu sagen, also Flo und ich sprechen uns ja überhaupt gar nicht ab vorher, weil die andere Person den Fall nicht kennen soll. Wir sagen immer…, Vielleicht, wo er spielt oder geben einen kleinen Hinweis, damit wir nicht den Fehler machen, dass wir vielleicht am gleichen Fall arbeiten und tagelang recherchieren und schreiben.
Weil das ist wirklich immer meine große Angst, dass wir irgendwann in der Aufnahme sitzen, Flo. Und der andere so ist so, das ist jetzt nicht dein Ernst. An dem Fall sitze ich auch. Jedenfalls. Mehr wissen wir aber immer nicht. Und deshalb wissen wir auch nicht, was bei dem anderen dazu führt, dass eine Recherche vielleicht irgendwann mal ins Nichts läuft.
Oder man auf halber Strecke sagt, den Fall lasse ich jetzt doch liegen. Deswegen bin ich auch sehr gespannt, Flo. Warum es deine Fälle nicht geschafft haben? Genau, es ist ein bisschen ein Blick hinter die Kulissen von Food Crimes. Und trotzdem werdet ihr zwei interessante Fälle hören. Und uns könnt ihr gerne mal schreiben, wie euch diese Folge gefallen hat.
Denn ich könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft noch den einen oder anderen Fall gibt, der es nicht geschafft hat, hier eine ganze Folge zu bekommen. Ja, und wir haben uns gedacht, das ist für so eine mini kleine Sommerpause, die ja eigentlich keine Sommerpause ist, weil es gibt ja weiterhin Material von uns.
Aber so ein kleiner, ein kleines Amüsgöl. Oder ein sogenanntes Easter Egg, ein sommerliches Easter Egg. Richtig, richtig. Aber komm, lass uns nicht lange drum herum reden. Lass uns anfangen. Möchtest du anfangen oder soll ich anfangen? Fang du an. Ich lehne mich zurück. Okay. Und vielleicht noch kurz vorab, was heute auch ein bisschen anders ist.
Wir erzählen uns die Geschichten heute eher so ein bisschen nonchalant. Also ohne, dass wir uns die Geschichten jetzt groß vorgeschrieben haben, wie wir das sonst machen. Ich finde gut, dass du das nochmal sagst, Flo, weil auch das war nicht abgesprochen. Ach so, du hast sie ausgeschrieben? Nee, nee, nee, ich hab's nicht ausgeschrieben, aber ich hab mir so gedacht, hoffentlich schreibt Flo das nicht aus.
Hoffentlich macht Flo das jetzt nicht so, wie sonst auch immer in unseren Folgen, dass er so einen krassen szenischen Einstieg hat und das ist nämlich vielleicht schon der erste Punkt, an dem es manchmal scheitert. Richtig, weil ihr werdet es gleich beim ersten Fall merken, warum es nicht für eine ganze Folge gereicht hat, weil die Informationen sind manchmal ...
Einfach ein bisschen dünn oder nicht ausreichend oder sind zwar interessant, aber reichen nicht, dass wir daraus eine ganze Geschichte schreiben können, die ja oft bei mir zumindest so zehn bis elf Seiten lang ist. Aber egal. Lilly, du erinnerst dich vielleicht noch an die Headline Einmal die 40 bitte, Pizzeria verkauft Koks.
Das war im Oktober 2024 ein Riesenthema, ging durch alle Medien. Und diese ganze Vorgeschichte zu dieser Headline, Ja, zu dieser Pizzeria mit der ominösen Nummer 40, die ist sogar länger und noch absurder, als man sich das eigentlich irgendwie gedacht hat damals, weil diese ganze Geschichte brodelte schon seit dem März 2024.
Da hat die Polizei in Düsseldorf den Betreiber der Pizzeria nämlich schon einmal festgenommen. Ich komme später gleich dazu, warum, hat den Haftbefehl dann zwei Tage später aber außer Vollzug gesetzt. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn ich jetzt irgendwie Dreck am Stecken hätte und festgenommen werde und die Polizei mir näher kommt, dann will ich vielleicht ein bisschen vorsichtiger werden.
Dieser Betreiber hat sich aber gedacht, warum, ich bin ja wieder auf freiem Fuß, ich mache einfach weiter. Und hat dann zwei Tage später diese Pizzeria wieder eröffnet. Ja, aber die Polizei hatte da natürlich jetzt einen Blick drauf und hat dann festgestellt, dass er diese Pizzeria im August verkaufen wollte und hat im Zuge dessen dann wieder zugeschlagen und hat ihn wieder festgenommen, hat den Laden zugemacht, weil er sich auch in seiner Heimat Kroatien absetzen wollte und das war Ende August.
Das heißt, Ende August war eigentlich das alles schon abgeschlossen, aber der Fall wurde erst im Oktober öffentlich. So, warum hat dieser Fall jetzt nicht geschafft? Weil eigentlich ist das ja schon mal ein ganz guter Anfang für eine Geschichte bei uns. Es ging danach eigentlich alles relativ schnell, sowohl die Verurteilung, aber auch wie dieser ganze Fall aufgelöst wurde, weil es war am Ende dann doch etwas unspektakulärer, als es vielleicht im Vorhinein klang.
Und das war auch alles so ein bisschen dilettantisch. Also es wurde kein Pizzaofen voller Kokspackungen gefunden? Nein, nein, es war alles relativ dilettantisch. Also zuerst einmal, was man ja im Zuge dieser ganzen Berichterstattung damals im Oktober dachte, war, dass er so kleine Kokstütchen oder was weiß ich in die Pizza eingebacken hat oder da draufgelegt hat.
Das war alles nicht der Fall, sondern du hast das … So hast du dir das jetzt vorgestellt? Ja. Du nicht? Nee. Okay, wie hast du es dir denn vorgestellt? Ich stelle es mir auch gerade eher so als Lieferdienst vor, hat man vielleicht einen Pizza-Karton bekommen und in dem Karton war dann ein Tütchen oder eine Kapsel. Nee, das war schon alles vor Ort.
Das war alles vor Ort, aber das war eher so ein Codewort-Karton. Das die Leute wahrscheinlich auch nicht gesagt haben, obwohl, und das fand ich ganz lustig, ich habe dann so angefangen, so Google-Bewertungen und Yelp-Bewertungen, was es da nicht alles noch so gibt im Internet, zu lesen. Und da haben schon auch, bevor das alles öffentlich wurde, Leute offen ins Internet geschrieben, ja, die Nummer 40, die ist schon gut.
Also es war scheinbar schon ein Ding, was, wenn man wusste, wo man das herbekommt, hat man das bekommen. Und das war nämlich genau eigentlich der Fall. Also er hat dort Kokain verkauft im Hinterzimmer, aber vor allem an Freunde und Bekannte, in Anführungszeichen. Also wenn man in Düsseldorf eh schon drogenaffin war, dann wusste man das vielleicht, aber das war jetzt kein halboffenes Geheimnis.
Flo, weißt du, was ich mir gerade vorstelle? Dass du da essen gehst und aus Versehen sagst, die Nummer 40 bitte, und dann alles so total aus dem Ruder läuft. Exakt, so war es halt nicht. Also dann wirst du so mit ins Hinterzimmer genommen und auf einmal findest du dich wieder an so einem Schreibtisch, wo dir jemand so, so was einfach nur so über die Tischplatte reicht und du denkst so, hm, wo bin ich hier gelandet?
Pizza Bestellung gone wrong, also so war es nicht. Nee, so war es überhaupt nicht und das kam halt schnell heraus. Jetzt habe ich gesagt, der wurde im, ja Ende August wurde er festgenommen und der Prozess begann im Januar 2025. Also es ist alles noch relativ frisch, vor dem Landgericht Düsseldorf. Vorgeworfen wurde dem Betreiber dann gewerbsmäßiger Drogenhandel.
Was ein bisschen selbsterklärend ist. Auch ein Fall, warum es nicht für eine ganze Folge gereicht hat, der war relativ geständig. Also der hat von Anfang an zugegeben, ja stimmt alles, habe ich so gemacht, ich habe für 40 Euro Kokain verkauft, da ein kleines Päckchen. In dem Prozess wird jetzt aber auch klar, wie die Polizei aufmerksam geworden ist auf diesen ganzen Handel in der Pizzeria.
Eigentlich kam das Ordnungsamt nur vorbei, weil sie mal schauen wollten, wie so die Arbeitsbedingungen in dem Laden sind, weil sie Hinweise auf Schwarzarbeit und mögliche Verstöße gegen den Jugendschutz bekommen haben. Und als die Kontrolleure dann in dem Laden waren, wurden die so ein bisschen stutzig, weil sie gemerkt haben, dass die Mitarbeiter in dem Laden nervös wurden.
Und dann haben sie sich den Laden ein bisschen angeschaut, sind auch mal in das Hinterzimmer gegangen und haben gesehen, wie einer der Mitarbeiter noch schnell einfach so ein Spültuch übers Regal geworfen hat. Ich sag mal so, da schaut man natürlich drunter, was da ist. Und dann haben die das Kokain gefunden. Und das war im März, also als der zum ersten Mal festgenommen wurde.
Kurz bevor der festgenommen wurde, ist die Polizei dann in die Wohnung von dem Besitzer eingebrochen, der, das meine ich mit dilettantisch, noch schnell versucht hat, in so einer Tüte einfach die Drogen aus der Wohnung zu werfen. Wo landet das, wenn man Drogen aus der Wohnung wirft? Im Hinterhof. So, und das heißt, die Polizei hat dann im Hinterhof einfach so eine Tüte mit 1,6 Kilogramm Kokain gefunden, 200 Gramm Cannabis und 264.000 Euro in Bar. Vielen Dank.
Die hat der auch aus dem Fenster geworfen? Ja, exakt. Das war alles in der Tüte drin. Das wurde natürlich sichergestellt. Was war das für eine große Tüte? Ja, da muss ich gerade an unseren Heinigenfall denken. So wie viel sind 264.000 in Bar in Schein? Weiß ich nicht, wie groß die Tüte war. Gibt es leider kein Bild davon.
Auch das, ehrlich gesagt, ist aber schon wieder so ein kleiner Fakt, der eigentlich den Fall zu einem Erzählenswerten macht. Ich weiß, es sind so viele kleine Informationen, aber es reicht halt nicht für eine Stunde Material. Einer der absurdesten Momente dann auch vor Gericht war, als das Gericht oder die Staatsanwaltschaft dem Betreiber vorgeworfen hat, dass er ja auch angeblich ein Kilogramm Kokain gekauft hat für 36.000 Euro.
Und der Anwalt von dem Betreiber meinte dann so, nee, ist falsch, es waren nur 200 Gramm und der Kauf ist deswegen gescheitert, weil der Preis so war und die Qualität mies. Ja, muss man ehrlich sein. Und auch der Verkauf oder der angebliche Verkauf der Pizzeria kam dann nochmal zur Sprache. Der Hintergrund war nämlich, dass der Betreiber Schulden bei seinem Dealer hatte und ihm die Pizzeria für 75.000 Euro verkaufen wollte, sozusagen als Wiedergutmachung.
Im Zuge dieses Verkaufs ist die Polizei dann natürlich wieder auf ihn aufmerksam geworden. Sie haben ihn die ganze Zeit schon beobachtet, aber haben ihn dann festgenommen, bevor er sich absetzen konnte. Diese Kontrolle im März und der Fund der Drogen und des ganzen Geldes, das hat nicht gereicht, um den festzuhalten?
Wahrscheinlich ist er auf Kaution freigekommen. Anders kann ich mir das nicht erklären, weil das ist ja schon substanziell. Also anderthalb Kilo Kokain und 200 Gramm Cannabis. Warum er wieder freigelassen wurde, konnte ich leider keine Informationen dazu finden. Auch wieder ein Grund, warum es der Fall nicht geschafft hat.
Wahrscheinlich gab es einfach keine ausreichenden Beweise dafür, sondern nur Indizien. Möglicherweise, ja. Letztendlich wurde er am 31. Januar 2025 zu vier Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde in dem Prozess angerechnet, dass er natürlich geständig war von Anfang an, dass er die Polizei noch darauf hingewiesen hat, dass im Keller der Pizzeria zehn Gramm Kokain liegen, die sie noch einsammeln können.
Zehn Gramm? Ja. Und dass er die 264.000 Euro, die die Polizei sichergestellt hat in diesem Brotel, dass er die nicht wiederhaben wollte. Das wurde ihm auch hoch angerechnet. Ein edler Mann. Ja, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, das muss man glaube ich dazu sagen. Ja, das sind die Hintergründe zum Fall der ominösen Pizza Nummer 40 aus Düsseldorf.
Case closed. Vielen Dank. Vielen Dank, Case closed. Aber trotzdem gab es noch neue Informationen für mich und vielleicht auch für alle, die zuhören, weil diese Schlagzeile ist ja damals schon viral gegangen. Danach hat man aber irgendwie nie wieder was davon gehört. Deswegen waren da schon nochmal ein paar Sachen dabei, die mich jetzt unterhalten und auch interessiert haben.
Jetzt bin ich gespannt auf deine Geschichte Ja, ich mache weiter mit meinem ersten Fall, der es nicht geschafft hat. Der erste Fall, den ich mitgebracht habe, der spielt in Wien Ja Ich habe ihn natürlich ausgewählt, weil du, Florian, da lange gelebt hast und ich würde mir wünschen, dass du jetzt vielleicht in dieses Gespräch ein bisschen Wiener Schmäh mit reinbringst, denn du kannst ja sehr gut Dialekte nachmachen Sicherlich, Sicherlich, ne ich kann das Gar nicht.
Also, wir sind im Jahr 2019 und um genau zu sein, ist es Ende Juli 2019 und wer schon mal in Wien war, Ende Juli weiß, dass es sehr, sehr, sehr warm werden kann. Schrecklich warm. Wenn nicht sogar sehr heiß. Das Jahr 2019 war auch das heißeste Jahr, das Wien seit Beginn der Messgeschichte und zu dem Zeitpunkt waren es schon 245 Jahre Messgeschichte zu verzeichnen hat.
Es ist also ein heißer Sommer in der österreichischen Hauptstadt. Ihr merkt, ich versuche trotzdem ein bisschen Gefühl, ein bisschen ein Vibe zu erzeugen. Und genau hier in dieser heißen Stadt passiert Ende Juli 2019 etwas, das nicht nur großes mediales Interesse weckt, sondern auch für zahlreiche Diskussionen um Schwarzarbeit, Lebensmittelsicherheit und Migration sorgt.
Ende 2019 bekommt die österreichische Polizei nämlich einen anonymen Hinweis. Sie sollen eine Wohnung kontrollieren. Und so fahren sie also in eine Privatwohnung im Bezirk Favoriten. Ich habe gelernt, dass es einen Stadtteil gibt, der Favoriten heißt und finde das ganz interessant. Ganz bezaubernd. Warst du da schon mal, Flo? Ja, ja, so bezaubernd ist der Stadtteil leider nicht.
Das ist noch einer der letzten echten Arbeiterbezirke in Wien, könnte man glaube ich sagen. Also wenn man nördlich vom Hauptbahnhof in Richtung Stadt geht, wird es schnell schön. Wenn man südlich in Richtung Favoriten geht, wird es rough. Aber da gibt es ein sehr schönes Bad. Ich könnte noch lange weitererzählen, aber wir wollen ja in der Geschichte weiterkommen. Ich merke schon, aber das passt dann ehrlich gesagt zu dem, was sie in dem Stadtteil Favoriten vorfinden werden.
Sie fahren in diese Privatwohnung und klopfen da an der Tür und treffen dort auf sechs Chinesen, die ihnen den Zutritt erst nicht so recht gewähren wollen, warum die Polizei natürlich ein bisschen hellhöriger wird und mit denen diskutiert und schließlich werden sie doch reingelassen. Und in der Wohnung findet die Polizei dann gefrorene Teigtaschen, die wir auch unter dem Namen Dimsum oder Giosi, ich hoffe, ich habe es jetzt richtig ausgesprochen, kennen.
Das ist jetzt erstmal vielleicht nichts Ungewöhnliches, aber was ungewöhnlich ist, sind die Mengen an Teigtaschen, die sie vorfinden. Und es wäre nicht Foodcrimes, wenn ich dich jetzt nicht für ein kleines Schätzspiel ansprechen würde, Flo. Rate mal, wie viele Teigtaschen sie da vorfinden. Also so kleine Teigtaschen. Ja, genau. Also so gefüllte Dimsums.
Ich stelle mir das gerade so vor, dass in dieser Wohnung, keine Ahnung, 10, 20 Kühltruhen stehen, weißt du, so Industrie-Eiskühltruhen, dass das im Grunde die Wohnung ist. So stelle ich mir das vor und da würde eine ganze Menge reinpassen also ich sag mal eine Hausnummer, halbe Million okay, das ist ein bisschen zu viel haha.
Aber vielleicht kommen wir der halbe Million noch ein bisschen näher, je weiter wir die Geschichte hören. Die Polizei sieht also, dass da sehr viele Teigtaschen sind und fragen natürlich die Menschen, die sie da antreffen, aus welchem Grund denn da so viele Teigtaschen rumliegen. Und die sagen ihnen dann, dass das einfach für den Eigenbedarf bestimmt ist.
Und das ist laut Polizei angesichts der Mengen absolut unglaubwürdig. Denn in der Wohnung sind, wie du vermutet hast, Flo, mehrere Kühl- und Gefrierschränke und die sind bis oben hin mit Teigtaschen und Zutaten für Teigtaschen gefüllt. Und die Teigtaschen, die sie in dieser Wohnung finden, sind mehrere tausend.
Und die Polizei ist sich daraufhin sicher, für den Eigenbedarf sind die sicher nicht bestimmt. Das erste, was sie dann machen, ist die Dokumente der anwesenden Personen. Erstmal probieren, richtig. Richtig. Nachdem sie die dann probiert haben, checken sie natürlich erstmal die Dokumente der anwesenden Personen und durchsuchen die Wohnung weiter und finden dann zwei Frauen, die sich im Kleiderschrank im Nebenzimmer verstecken. Ich bin ernst.
Das ist natürlich alles höchst sass, würde man heutzutage sagen. Und sie finden auch heraus, dass die beiden Frauen, die sich da verstecken, nicht legal in Österreich sind. Und außerdem finden sie noch 48 Schachteln Zigaretten, sodass jetzt nicht nur die Finanzpolizei, sondern auch die Zollfahndung eingeschaltet wird.
Die sechs Chinesen werden daraufhin erstmal festgenommen. Der Vorwurf lautet, ein nicht gemeldeter Gewerbebetrieb und die Vernachlässigung von Hygienevorschriften. Das ist erstmal passiert da Ende Juli 2019 und das, was sich die Polizei natürlich fragt, ist, gibt es noch mehr dieser Wohnungen und wer hat diese tausenden Teigtaschen in Auftrag gegeben?
Also wer ist Abnehmer, wer braucht so viele Teigtaschen? Das nehmen sie dann zum Anlass, noch mehr Wohnungen zu durchsuchen. Dafür brauchen sie mehrere Wochen und Monate, bekommen aber auch einige Hinweise aus der Bevölkerung. Und ja, was soll ich sagen? Sie werden fündig. In diversen Wohnungen in Wien finden die Ermittlerinnen damals 15 illegale Produktionsstätten. Nein.
Außerdem finden sie zwei Vertriebsstätten. Wow. Und diese Wohnungen, die sie da finden, die sind überfüllt mit Teigtaschen, Müllsäcken und allen möglichen Zutaten. Und in einer Wohnung, und jetzt kommen wir vielleicht deiner Schätzung ein bisschen nah, beziehungsweise sehr nah, in einer Wohnung finden sie 1,5 Tonnen Teigtaschen. What?
1,5 Tonnen. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen. Lecker. Lecker, lecker, lecker. Also welchen Markt haben die damit bespielt? Damit kannst du doch wahrscheinlich ganz Österreich beliefern, oder? Dazu kommen wir gleich. Ganz kurz, bevor du in der Geschichte weitergehst, ich musste gerade daran denken, dass es eine Sache in der Wiener Gastronomielandschaft gab, wahrscheinlich immer noch gibt, was ich wirklich von Tag 1 an so sketchy fand.
Und zwar, dass jegliches Sushi, das in Wien verkauft wird, immer und überall 50% Rabatt hat. Egal, wo du hingehst, jeder Laden hat immer 50% Rabatt auf Sushi, weil wahrscheinlich irgendein Laden irgendwann mal angefangen hat, 50% anzubieten auf völlig überhöhte Preise. Damals hat dann irgendwie so Gurkenmaki irgendwie 5 Euro gekostet, normal, und mit 50% Rabatt dann 2,50.
Und das hat sich so über die Stadt verbreitet, dass jegliches Sushi immer 50% Rabatt hat. Schreibt uns gerne mal, ob das Floß subjektive Wahrnehmung ist oder ob ihr das bestätigen könnt. Ich finde, das klingt nach einem Hot Take. Also ich meine, ich bin vor acht Jahren aus Wien weggezogen. Das heißt, die Stadt hat sich natürlich wahnsinnig verändert seitdem.
Vor allem, weil ich weg bin. Aber ja, zurück zu deinen Dumplings. Also diese Ermittler sind in der Wohnung, in der sie 1,5 Tonnen Teigtaschen finden und leider finden sie nicht nur Teigtaschen, sondern auch katastrophale hygienische Zustände und Schwarzarbeit. Überquellende aschenbecher müll dreckige sanitäre anlagen die menschen die hier leben und arbeiten tun das unter prekären bedingungen und insgesamt stellt die polizei damals vier tonnen zutaten und fertige produkte sicher und entsorgt sie besser ist wiener müllbetriebe haben sich sicherlich auch bedankt vier tonnen teigtaschen, Also was sind das für Mengen? Ja. Absurd.
Absurdes Tarn, sage ich dazu. Ich habe dir natürlich Fotos von den Produktionsstätten mitgebracht. Sehr gut. Ich frage mich auch, wie die Wohnungen aussehen, weil Wohnungen in Wien sind ja eigentlich immer schön. Also ich war teilweise in Wohnungen in Wien, wo Studierende gelebt haben. Ich auch. Wirklich wie Gott in Frankreich. Ja. Ja, das ist die Wohnung nicht.
Nee. Ui. Ja, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Also da ist eine Holzplatte, die ist auf so Bauböcke gepackt worden und das ist wahrscheinlich so die Hauptarbeitsfläche. Ja, der Kühlschrank, der sieht fast noch verhältnismäßig sauber aus und verhältnismäßig organisiert, aber dann gibt es noch ein Bild von einer Art Frittierstation und Fritteuse. Das ist dann ekelhaft.
Das ist einfach nur noch ekelhaft. Wow. Ich weiß gerade wirklich nicht, was ich sagen soll, weil das ist so vernachlässigt, dass selbst wenn man eine illegale Operation da durchführt. Eine illegale Operation? Wo sind wir denn jetzt beim FBI? Ist das Reudissimo. Ja, es sieht nicht appetitlich aus, ne? Ne.
Also wenn ihr am Anfang der Geschichte vielleicht noch Lust auf dem Sums hattet, dann habt ihr bis jetzt nicht mehr nach den Fotos. Ja, also das ist das, was die Polizei vorfindet. Und ich habe ja eben schon mal gesagt, dass die große Frage die ganze Zeit ist, wo sind diese Produkte hingegangen? Also irgendwo müssen sie ja hingehen.
Und der Verdacht liegt dann schnell nah. Sie müssen an Restaurants und Supermärkte gehen. Denn das sind ja große Abnehmer von dem Sums und Teigtaschen. Ich frage mich auch gerade noch, warum es die Geschichte nicht geschafft hat. Weil bis hierhin ist das ja ein fantastischer Fall. Ja, ich sage am Ende, warum der Fall es nicht geschafft hat.
Ich möchte jetzt erst mal noch mal sagen, dass die Polizei 535 asiatische Lokale und Supermärkte damals kontrolliert und eben schaut, ob das die Abnehmer dieser ganzen Teigtaschen war. Du kannst dir ja vorstellen, dass das damals in den Medien auf jeden Fall krass rumgeht, weil das eine komplett absurde Geschichte irgendwie ist Und auch ein bisschen eklig und so viele, also 4,5 Tonnen.
Wahrscheinlich hat sich ganz Wien gefragt, ob sie diese Teigtaschen auch schon gegessen haben. Plötzlich tauchen also immer mehr illegale Produktionsstätten auf und jedes Mal gibt es neue Schlagzeilen. Kein Wunder, dass das Thema richtig schnell viel Aufmerksamkeit bekommt. Es ist von einer Mafia die Rede, von Menschenhandel, die Geschichte von einem chinesischen Untergrundnetzwerk geht rum.
Aber… Es steckt wie immer Do & Co. dahin. Oh nein, auf gar keinen Fall. Do & Co. ist ein fantastisches Unternehmen. Mach meine Spannungskurve hier nicht kaputt. Aber vor allen Dingen ist es eine Geschichte, die im sogenannten Sommerloch die Runde macht. Als Sommerloch bezeichnet man eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem durch die Sommerpause von politischen Institutionen und Sport liegen bedingt ist.
In dieser Zeit fehlt es Tageszeitungen und Massenmedien an Inhalten und deshalb schmeißen sich im Sommer 2019 wirklich alle auf diesen Teigtascha-Skandal, der auch als Dimm-Sum-Krise oder Teigtascha-Mafia genannt wird. Dass das auch die Teigtascha-Mafia ist. Ja, es klingt alles auch mal ein bisschen niedlich, wenn man es so im österreichischen Sprech sagt, Teigtascha-Mafia, da denkt man… So schlimm ist sie nicht.
Aber genau das ist auch der Grund, warum die Story keine ganze Food-Crimes-Folge werden konnte, denn am Ende des Tages war es alles viel Lärm um nichts. Also es gibt zwar sehr viele Artikel darüber, aber am Ende steht in allen irgendwie das Gleiche. Und ich habe jetzt bewusst am Anfang die Geschichte auch so ein bisschen so aufgeblasen, dass man denkt, wow, aber alles, was ich gesagt habe, ist alles, was man weiß. Also mehr...
Viel mehr war es dann auch nicht. Es wurde niemand verurteilt? Doch, schon. Also das werde ich jetzt noch ein bisschen aufklären. Aber das ist doch schon viel. Ja, aber es gibt keine Persönlichkeiten. Es gibt keine Namen. Es gibt keine ermittelnde Person, die da irgendwie maßgeblich daran beteiligt war, über die man sprechen könnte.
Es gibt vor allen Dingen keinen Täter oder keine Täterin. Und das ist vielleicht für alle, die zuhören, wenn ihr jetzt mal darüber nachdenkt, wie wir Geschichten erzählen und vielleicht auch oder wahrscheinlich alle anderen True-Crime-Podcasts auch, man bleibt ja schon immer sehr nah an einer Figur dran.
Und in diesem Fall gibt es diese Figur einfach nicht und deswegen kann man da irgendwie nicht so richtig gut was drüber erzählen. Die Geschichte ist also erstmal so viel Lärm um nichts. Also ich war am Ende dieser ganzen Recherche und Leserei so ein bisschen enttäuscht irgendwie auf eine Art, Weil ich mir so dachte, okay, das war es jetzt.
Und vor allen Dingen kann man nicht von einer Mafia sprechen. Also es wurde auch fälschlich irgendwie, wurden die chinesischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Wiens unter Generalverdacht gestellt. Teilweise mussten sich auch Gastronomen und Gastronomen einfach so blöde Sachen anhören. Und die Wahrheit war am Ende des Tages einfach folgende. Also ja, es waren illegal beschäftigte Menschen, die diese Teigtaschen hergestellt haben.
Und die Betriebe waren auch nicht. Teigtaschao. entschuldigen Sie bitte. Ja, ist eh okay. Die Betriebe waren auch nicht angemeldet, also haben demnach auch keine Steuern bezahlt und die Umstände der Produktion verstießen gegen die in Europa üblichen Lebensmittelsicherheitsstandards. Aber vielmehr, War es dann am Ende nicht. Und die Geschichte ist dann irgendwie doch ein bisschen harmloser, als sie am Anfang klang.
Die Behörden waren trotzdem sehr streng und haben sehr bürokratisch gegen die Teigtaschalproduzenten gearbeitet und sind gegen die vorgegangen. Obwohl viele Leute auch in der Bevölkerung das Ganze irgendwie nicht so schlimm fanden und auch relativ harmlos fanden. Und das hat dann auch für Spott gesorgt. Es gibt die Tagespresse, das ist eine Satirezeitung, und die hat zwei Headlines verfasst zu dem Fall, die ich dir nicht vorenthalten möchte.
Die erste war, 79.000 Kalorien an einem Tag. Teigtaschei-Kontrolleur ins AKH eingeliefert. Das war die erste. Und zweite, akute Nachschubprobleme. Teigtaschalldealer steigen auf Kärntner Karsnudeln um. Ja, es zeigt so, da war dann irgendwie auch ein bisschen, wie soll man sagen? Lärm um nichts, beziehungsweise scheint es ja am Ende jetzt nicht dazu gekommen zu sein, dass dadurch eine große Gesundheitskrise oder dass Leute irgendwie daran schwer erkrankt sind oder im schlimmsten Fall sogar gestorben.
Sondern es ist eklig auf jeden Fall, wenn man die Bilder sieht, das ist absolut eklig und wenn wir das essen würden, was aus dieser Küche kommt, dann würde es vielleicht zu kurz aufstoßen, aber ja, wahrscheinlich ist es mehr ein Steuervergehen, es ist mehr ein Arbeitsrechtsvergehen, es ist mehr ein, natürlich ist es auch ein Gesundheitsvergehen, in dem Sinne, dass da auf absolut keine Vorschriften geachtet wurde, aber damit ist der Fall dann wahrscheinlich abgeschlossen.
Ja, es hat schon zu Anzeigen geführt, also wegen Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, Sozialbetrug, Steuerhinterziehung und mangelnde Hygiene. Und die betroffenen Restaurants mussten tatsächlich auch Strafe zahlen, aber die beschlagnahmten Teigtaschen waren grundsätzlich erstmal genießbar und es gab keinerlei Berichte über irgendwelche Gesundheitsschäden und deshalb kam es damals auch nicht zu irgendwelchen Gerichtsverfahren.
Und dieser Menschenhandelverdacht, der die ganze Zeit auch im Raum stand, der bestätigte sich auch nicht. Also die Fallzahlen blieben relativ gering. Es gab keine Hinweise auf ein organisiertes kriminelles Netzwerk. Ja, ja. Das waren einfach günstig zu erwerbende Teigtaschen am Ende des Tages, die natürlich unter...
Von kritikwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Und das, was bleibt, ist, dass durch die Größe dieses Netzwerks und auch die riesige Menge an Teigtaschen, die da offensichtlich produziert wurden, bewusst wurde, wie viele Migrantinnen und Migranten unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Und plötzlich rückte die chinesische Community in Wien viel mehr ins öffentliche Bewusstsein. Vorher hat da irgendwie nicht so richtig jemand hingeschaut.
Also das war so ein bisschen das, was am Ende übrig geblieben ist. Vom Teigtasche-Skandal. Ja, spannender Fall und ist natürlich für mich als Herzwiener, so würde ich mich bezeichnen, ja, ein toller Fall. Lilly, das waren zwei fantastische Fälle, die es zu Recht nicht geschafft haben, aber auch gehört werden sollten.
Da fällt mir der bekannte Satz aus der Medienbranche ein, da war schon viel Schönes dabei, aber das machen wir gleich nochmal bei Dreharbeiten, wenn man eigentlich sagen will, Bonny, das war richtig scheiße, das musst du bitte noch mal machen. Das war super genau, aber ein letztes Mal noch. Aber das ist eigentlich ganz clever, weil die Psychologie dahinter ist, glaube ich. Klar.
Dass wenn man denkt, dass es eh jetzt schon super war, dann lässt man so ein bisschen los, wird ein bisschen lockerer und dann wird es wirklich meistens besser, weil man sich nicht mehr so verkrampft oder irgendwie wirklich zu 100 Prozent versucht, das alles richtig zu machen. Deswegen, Lilly, die Folge war schon schön, war schon viel Schönes dabei.
Ich würde sagen, einmal noch. Sehr gut. Weil wir haben natürlich noch mehr Fälle, die es nicht geschafft haben. Schreibt gerne mal in die Kommentare, wie ihr die Folge fandet, ob ihr das Format, nennen wir es so, ob ihr das mögt. Dann machen wir nämlich einfach noch eine Folge mit Fällen, die es nicht geschafft haben.
Weil ich habe noch einen Fall, der hat wirklich fast gar nichts mit Essen zu tun. Der ist aber so absurd. Das ist eine ganz fantastische Verkaufe, Flo, die du hier an den Tag legst. Nein, aber das ist ja bei uns schon so, dass wir, wir wollen ja einen Foodbezug irgendwie haben und manchmal gibt es Fälle, da kommt irgendwo ein bisschen Essen drin vor, aber so ein Ticken zu wenig, dass es dann wirklich unter dem Label Foodcrimes laufen kann.
Ach so, das ist dann das Ausschlusskriterium für dich. Das war für mich ein Ausschlusskriterium, ja. Bei mir, ich kann ja auch schon mal einen Blick in die Zukunft werfen, bei mir wird es mal wieder darum gehen, für was man Unternehmen so alles verklagen kann. Uh, die Geschichten liebe ich ja. Sehr gut, dann kannst du dich auf was freuen.
Ich hoffe, wir hören uns dann in einer Woche wieder. Cremt euch schön ein, immer SPF 50, oben, unten, hinten, innen, außen, richtig. Und die Öhrchen. Und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Ganz recht. Bis nächste Woche. Tschüss. Du kannst es wie einfach sonst immer in Österreich machen, wenn irgendein Polizist besetzt werden soll und du kannst einfach Nikolaus Ovcharek anfragen.
Ich habe wirklich drauf gewartet, Flo, dass du Nikolaus Ovcharek hier ansprichst in dieser Folge, weil ich ja weiß. Ja, das ist so eine Hassliebe. Ich glaube, mittlerweile ist es mehr Hass. Du hast mir schon so oft von diesem Mann erzählt, dass er immer nur die gleichen Rollen spielt und ich bin nach wie vor großer Fan, weil ich mir denke, wenn jemand was so gut kann, dann bleib halt dabei.
Ja, aber ich glaube, ich habe dir die Geschichte auch schon mal erzählt, wo mein Herz für ihn so ein bisschen zerbrochen ist. Am Booktheater, ne? Ja, und zwar hat er ein Stück gespielt mit August Diehl. Das war so ein Kammerspiel. Es ist sozusagen Ovtjarek, August Diehl und eine Schauspielerin, die eine sehr kleine Nebenrolle hatte.
Und im ersten Teil ist es nur Ovtjarek und dann immer mal wieder seine Frau und er spielt halt so einen versoffenen Polizisten, wie immer, der irgendwie Probleme mit sich und der Welt hat. und man denkt sich so, ach, der Ovtjarek, das ist ein guter Schauspieler. Er spielt eine ähnliche Rolle, aber das macht er gut. Und dann Pause.
Und nach der Pause bestand das Stück nur noch aus Ovtjarek und August Diel. Und August Diel hat ja einen Ermittler gespielt, der sozusagen diesen Polizisten verhört hat. Und der hat den so an die Wand gespielt. Du hast so gemerkt, da ist nicht, da war keine Tiefe dahinter, da war nichts. Und ich dachte mir so, ja, irgendwie mit der einen Rolle erreicht er mich nicht mehr so richtig und irgendwie habe ich ihn auch nie so richtig in anderen Rollen gesehen.
Sie hörten Kulturkritiker Florian Reza. Jetzt sind wir hier komplett abgebogen. Er hat mich nicht erreicht. Sind vielleicht auch Kritiken zu unserem Podcast. Er spielt immer die gleiche Rolle. Aber er erreicht mich nicht mehr. Wenn es euch so geht, dann schreibt uns das doch gerne mal so. Dann werde ich vielleicht noch mal eine zweite Rolle entwickeln.
Die Geschichte brodelte dort schon ein bisschen länger. Ach Flo, bei mir hat es gerade geklingelt. Jetzt bist du wieder eine halbe Stunde weg. Es wäre nicht Foodcrime, wenn es bei mir nicht klingeln würde. Moment.