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Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Saft-Scam & Die Sanitäterin am Giftschrank | Winter Spezial

Dienstag, 6. Januar 2026 · 54 min

MP3

Shownotes

Wir gehen in eine neue Runde unserer allseits beliebten Kategorie: Fälle, die es nicht geschafft haben! In Folge 1 dieser Winteredition begibt sich Flo in die USA und widmet sich einem großen Saft-Scam, Lilly bleibt in Deutschland und erzählt die Geschichte einer enttäuschenden Rettungssanitäterin.

Den "Preview Podcast" unseres Gasts Leo Becker findet ihr hier: open.spotify.com/show/6HEo89VDW7895PYvc0WBz8

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"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert von Storyhouse Productions.

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Eine Saftmaschine, die ein riesengroßer Scam ist. Und eine Rettungssanitäterin, die ihre Kollegen vergiftet. Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza, Lili Temme und Fällen, die es nicht geschafft haben. Happy New Year! Herzlich willkommen in 2026. Das habt ihr bestimmt schon jetzt überall gehört, aber noch nicht von uns. Richtig, denn auch wir möchten euch im neuen Jahr begrüßen.

Wir hoffen, ihr hattet schöne Weihnachtstage, wenn ihr denn gefeiert habt und sagen in alter Howard Carpendale-Manier, hello again. Ich würde dich jetzt gerne fragen, Lilly, wie hast du Silvester verbracht? Aber wir sind natürlich super transparent und sagen, wir nehmen die Folge noch in 2025. Hey, wieso verrätst du das? Aber es ist absolut richtig.

Wir haben uns gedacht, wir arbeiten jetzt mal ein bisschen vor, damit wir zwischendurch auch mal ein bisschen durchatmen können und haben uns für die ersten beiden Wochen des neuen Jahres gedacht, dass wir unsere beliebte Rubrik Fälle, die es nicht geschafft haben, zurückholen. Die hatten wir im Sommer ja schon mal da draußen in der Welt und die kamen sehr gut an und wir haben mal wieder Sachen dabei, die nicht ganz für eine Folge reichen, aber die trotzdem einen Platz in diesem Podcast finden sollen.

Denn nur weil sie vielleicht nicht so komplex sind, dass sie eine ganze Folge ausfüllen könnten, heißt das noch lange nicht, dass sie schlecht sind. Und nicht unterhaltsam, lustig, interessant. Also es gibt ja dann immer Ebenen, die uns trotzdem interessieren. Und ich habe schon wieder gemerkt, wir machen diese Fälle, die es nicht geschafft haben, teilweise noch mehr Spaß als die Fälle, die es geschafft haben.

Also ich habe wirklich eine Liste mittlerweile, auf die ich mich freue, dass ich sie abarbeiten kann. Und den Fall, den ich heute dabei habe, Lilly, um jetzt hier nicht lange drum rumzureden, der wabert schon ein bisschen länger bei mir durch den Äther. Und zwar war das ein Vorschlag von meinem Freund Leo.

Und als ich mir jetzt dachte, den würde ich gerne mal besprechen, war direkt der nächste Gedanke, warum kommt Leo nicht einfach dazu? Weil der Mann hat mir das Ganze ja eingebrockt und er hat selber einen fantastischen Podcast, und zwar Preview, in dem er mit seinem Freund und Kollegen Iman jede Woche über Tech-News spricht.

Und da wir hier im weitesten Sinne eigentlich bei einer Tech-News sind, dachte ich mir, Leo, du kommst einfach mit dazu. Und hier ist er. Hallo Leo. Hallo Flo, hallo Lili. Ich freue mich sehr. Ich freue mich, hier dabei zu sein. Hallo Leo, wir freuen uns auch. Ja, schön, dass das klappt. Nachdem wir gerade, sorry, das muss ich kurz sagen, nachdem wir gerade festgestellt haben oder nachdem Leo und ich beide dachten, dass wir uns noch nie gesehen hätten und dann Flo gesagt hat, ihr wart zusammen auf meiner Hochzeit, ihr seid zusammen auf Fotos.

Unangenehm. Er spricht für die Hochzeit, also es war eine gute Party. Du bist ja gerade unterwegs in Thailand, deswegen, falls ihr euch denkt, wo kommt der Ton her, das bitten wir uns zu entschuldigen. Leo wird das Ganze durch Expertise heute aufwiegen. Ich hoffe. Du kannst ja einmal ganz kurz umreißen, was ihr bei Preview macht, weil ich höre regelmäßig, also jede Woche, ich bin großer Fan, einfach weil es auch für Leute, die jetzt vielleicht nicht super tief in Tech-News drin sind, man so einen guten Überblick bekommt, was eigentlich so abgeht in der Welt und dazu Einschätzung von euch, die man manchmal teilt, nicht immer, aber das ist ja das Schöne.

Was war eure Idee mit Preview? Ja, also Iman und ich, mein Kumpel und Kollege, wir arbeiten eigentlich seit zehn Jahren so in der Digitalwirtschaft und wir haben eigentlich sehr stark beide die Überzeugung, Technologie verändert eigentlich immer mehr unsere Welt. Das ist eigentlich einer der großen Treiber, jetzt auch gerade so mit künstlicher Intelligenz.

Jeder hört davon, keine Ahnung, sind wir in der Blase, sind wir nicht in der Blase. Aber manchmal werden die Themen so ein bisschen gefühlt in der deutschen Öffentlichkeit unterrepräsentiert und deswegen haben wir uns gedacht, okay, wir nehmen uns jede Woche die wichtigsten Nachrichten raus. Die sind leider sehr, sehr häufig amerikanisch, weil die ganzen großen Tech-Firmen amerikanisch sind.

Und dann brechen wir es so ein bisschen runter und sagen, okay, was bedeutet das eigentlich? Und auch ein Stück weit, was bedeutet das für uns in Deutschland? Was bedeutet das für uns in Europa perspektivisch in der Zukunft? Kann ich sehr empfehlen. Macht jede Woche sehr viel Spaß. Und ich kann auch empfehlen, mit einer Freundin und Kollegin einen Podcast zu machen.

Das funktioniert ja auch meistens gut. Ah, vielen herzlichen Dank. Ich wünschte, ich könnte es zurück sagen. Gut, damit würde ich sagen, ich schreibe mir den Fall ein. Und zwar geht es um Juicero. Dieser Name ist schon fantastisch und Leo, du weißt ja natürlich so ein bisschen, worum es geht, aber ich würde sowohl für unsere Zuhörenden als auch für Lilly einmal so ein bisschen einführen, worum es hier geht bei Juicero.

Um Juicero zu verstehen, muss man vor allem den Gründer Doug Evans verstehen. Das ist ein Unternehmer, der Anfang der 2000er Jahre, also 2002 in New York, die Kette Organic Avenue gegründet hat. Das war im Grunde ja eine Art Fastfood-Laden für kaltgepresste Säfte und veganes Essen. Und dachte ich mir, da war er seinerzeit schon auch ein Stück weit voraus.

Doug Evans ist wirklich ein Verfechter von Rohkost. Das ist in New York Anfang der 2000er wirklich so ein Wellness-Guru, den die Leute halt abfeiern, weil der diese Kette gegründet hat. Allerdings wird er dann so Anfang der 10er Jahre aus dieser Kette und aus dieser CEO-Position rausgedrängt. Hintergründe habe ich jetzt nicht weiter recherchiert, sind aber relativ unwichtig, weil er dann anschließend an dieses Projekt, an Organic Avenue, sein nächstes großes Projekt startet, und zwar Chucero.

Und wichtig war eben, dass er jetzt hier bei diesem Projekt wirklich die volle Kontrolle hat, von Design bis Investments, alles übernimmt. Und die Vision, die er hatte, war eine Art Keurig oder Nespresso für Saft zu entwickeln. Ich sag mal so, die Idee ist vielleicht gar nicht so dumm am Anfang, weil erstens hat ja dieses Nespresso-Konzept wirklich mega funktioniert am Anfang der Zehnerjahre, Ende der Nullerjahre.

Ich hab nochmal geschaut, George Clooney war dann ab 2006 das Gesicht von Nespresso und da ging es ja wirklich ab. Dann hat ja gefühlt jeder so diese kleine dämliche Maschine irgendwo rumstehen. Was beim Saft dazukommt ist, dass das Anfang der Zehnerjahre auch ein ziemliches Hype-Produkt ist. Also zu der Zeit gab es die teilweise auch bei Starbucks. 2011 hatte Starbucks auch frisch gepresste Säfte im Angebot und da kamen so verschiedene Sachen zusammen.

Seid ihr so Fan von so Smoothies und Säften? Also ich würde mir keine Saftpresse kaufen zu Hause, aber wenn ich unterwegs bin, auf jeden Fall. Ich finde auch so ein frisch gepresster Karottensaft zum Beispiel, ist was ganz was Feines, liebe ich ja. Frisch gepressten Ohrsaft liebe ich auch und ich finde schon, also auch auf so einen Kater, da kommt so ein frisch gepresster Kaltersaft schon ganz gut, aber ich weiß auch, dass manche, Obstsorten vor allen Dingen, wie zum Beispiel Äpfel, wenn du die mit anderen Sorten mischst, dass Enzyme, die im Apfel enthalten sind, die die guten Stoffe aus den anderen Sorten hemmen.

Also man sollte nicht jedes Obst miteinander mischen und pürieren. Wellnessguru Lilly Temme gründet auch bald eine eigene Kette in Berlin. Ja, ich habe aber noch eine Frage zu der Idee, dass das wie eine Espresso-Maschine sein soll. Auf die Gefahr hin, dass das jetzt eine total dumme Frage ist, aber hat er auch mit Kapseln gearbeitet?

Ja, da kommen wir gleich dazu, Lilly. Ach so, okay. Du bist wie oft, du bist wie Doug Evans, du bist deiner Zeit voraus. So Säfte, so singuläre Säfte, würde ich sagen, bin ich auch Fan, wo ich echt so ein bisschen aus bin, so Smoothies. Die sind mir meist zu viel, die ballern ein bisschen zu arg. Aber für Leute, die Säfte mögen, ist natürlich das größte Problem beim Saftmachen, dass man erstmal alles besorgen muss, dann muss man alles klein schnippeln, man muss irgendwie einen Mixer anwerfen oder einen Entsafter, dann muss man den sauber machen und damit arbeitet Doug Evans, dass eigentlich so einen Saft zu produzieren für zu Hause relativ viel Arbeit ist.

Die haben auch eine Werbung produziert, die ist so stressig, dass sie mich fast überzeugt hat, dass das wirklich eine geile Idee ist. Die Werbung werde ich auch dann bei Instagram. Oh, das haben wir doch gar nicht gesagt. Wir werden natürlich alle Fotos und Videos auch wie immer bei Instagram hochladen.

Ihr merkt, die Folge ist ein bisschen wilder als sonst. Aber das lieben wir ja auch an diesen kleinen eingeschobenen Spezialfolgen. Also, es gibt alle Bilder und alle Videos dann natürlich auch bei Instagram zu sehen. Und Lilly, du hast natürlich jetzt schon gefragt, wie funktioniert das Ganze? Bei Juicero kauft man sich diese Presse, diese Maschine, die dann ans Internet angeschlossen werden muss.

Damit die Maschine die Beutel überprüfen kann. Weil, und das ist schon das erste Besondere an dieser Maschine, man kann eben nur Beutel von Chucero einhängen. Da gibt es einen QR-Code, der wird gescannt. Dann schaut die Maschine, ist der Beutel noch frisch? Ist das ein Chucero-Beutel? Und dann wird der Beutel ausgepresst bzw.

Das Gemüse und Obst, was in dem Beutel ist. Ich habe natürlich auch ein Bild davon mit. Dann habt ihr mal ein erstes Gefühl, wie diese Maschine aussieht. Das Grüne ist der Beutel, nehme ich an. Genau. Ja, also vielleicht, das kann man vielleicht vorwegnehmen, der Gründer war ein großer Fan von Steve Jobs und was wir sehen, ist eine wirklich schön designte Maschine, finde ich.

Also es sieht wirklich gut aus, man hat irgendwie ein großes Gerät, man hängt diese Tasche, diesen Beutel da rein und der presst dann irgendwie diesen Saft da raus. Also es sieht super schick aus, es fühlt sich an wie Apple, sowas will man in der Küche stehen haben und ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die da später vielleicht auch Geld investiert haben, gesagt haben, hey, das ist schick, das sieht fast so aus, als würde man sagen Lifestyle, die Freunde und Freundinnen, wenn sie zu Hause sind und sehen das Ding auf dem Küchentisch.

Wow, sowas möchte ich auch im Haus haben. Und es sieht vor allen Dingen sehr sauber aus, also das, was man bei einer Saftpresse ja wirklich immer hat, ist, dass da super viel Gelumps vom Obst und Gemüse noch rumhängt und das ist ja das, was er auch versprochen hat, Also, dass man eben diesen Aufwand des Putzens nicht mehr hat.

Man hängt diesen Beutel da einfach vorne rein, macht diese Klappe zu und unten kommt ein gesunder Saft raus. Richtig. Und dann schmeißt man den Beutel weg und man muss nichts putzen. Richtig. Also super einfach, super clean. Diese MAC-Ästhetik, die ist auf jeden Fall da. Was ich aber noch nicht erkenne, wo wird hier was gemixt, gepresst?

Ja, ich zeige euch dann noch ein Bild, wie die Maschine von innen aussieht. Dann bekommt man da noch ein bisschen ein besseres Gefühl für. Aber diese Maschine kann einen Druck von vier Tonnen ausüben auf diese Beutel. Das ist genug Kraft, um zwei Teslas anzuheben. Also da steckt richtig Power drin. Und wo diese Kraft herkommt, das zeige ich euch gleich noch.

Das ist der Giussero, den Doug Evans entwickelt hat, um eben dieses Gemüse und Obst herauszupressen. Was übrigens in einer riesigen Halle in Los Angeles frisch geschnippelt und verpackt wird. Also da stehen in einer 10.000 Quadratmeter großen Halle zig Menschen und schnippeln den ganzen Tag Gemüse, damit es die richtige Größe hat, um dann ausgedrückt zu werden.

Und wenn wir jetzt die ganze Zeit schon über Doug Evans sprechen, dann würde ich sagen, dann schauen wir uns den doch auch nochmal an, damit ihr ein Gefühl bekommt, wer denn dieses Mastermind, der Steve Jobs hinter dem Giussero ist. Das ist er, der Kollege. Okay. Ist das ein Werbefoto? Das ist aus einem Artikel der New York Times.

Editorial, würde ich glaube ich sagen. Das hätte ich glaube, ja, okay. Das soll so ein bisschen artsy aussehen, weil, also das ist mega gemein vielleicht, dass ich das sage, aber der sieht nicht gesund aus. Uh, das würde ihm wehtun. Und ich finde, der sitzt da auch so völlig so fehlplatziert. Also ich finde, das macht nicht Werbung für sein Gerät, sondern es sieht eher so aus wie, hey, trinkt mehr...

Grüne Säfte, sonst seht ihr so aus wie ich. Du findest das Ganze ein bisschen angespannt. Ja, total. Also nach allem, was ich weiß, ist er auch kein entspannter Typ. Also er ist die Art von Veganer, der sehr gern allen Menschen erzählt, dass er vegan ist und wie schlecht alles andere ist. Und er muss im Büro wohl extrem kontrovers gewesen sein und nicht unbedingt der beliebteste CEO aller Zeiten, glaube ich.

Was hat es eigentlich, habe ich mich dann auch in dem Zusammenhang gefragt, mit dieser ganzen Gesundheits- und Longevity-Faszination im Silicon Valley auf sich? Weil darauf spielt das Ganze ja auch so ein bisschen ab. Wir kommen später noch dazu, was er heute macht, aber diese Faszination, unsterblich zu werden, indem man sich besonders gut ernährt oder Technologie nutzt.

Wie erklärst du dir das? Wo kommt das her? Ja, ich glaube, am Ende sind das natürlich viele Menschen, die einfach sehr, sehr gerne Dinge optimieren. Und die optimieren gerne Software und Hardware. Sie optimieren gerne wahrscheinlich ihr eigenes Denken und sie optimieren gerne ihren eigenen Körper. Und ich glaube, wenn man in einer Welt lebt, wo man ständig alles misst und KPIs für alles entwickelt, ich glaube, dann ist irgendwann natürlich der Schluss gekommen, okay, ich muss das auch für mich selbst, für mein persönliches Leben machen.

Weil irgendwann merkt wahrscheinlich selbst der Tech-Milliardär mit der höchsten Milliardenzahl auf der Forbes-Liste, naja, ich bin irgendwann sterblich, also muss ich so viel Geld wie möglich investieren, wie ich noch ein paar gute Jahre dranhängen kann. Ich kann es natürlich nachvollziehen auf eine gewisse Art und Weise.

Und langfristig könnte ich auch so ein bisschen dadurch, man sagt so ein bisschen die healthy wealthy, dass die sagen, okay, ich überlege mir die abstrusesten Wege, mich zu optimieren. Denn irgendwann kommt das dann bei uns normalos an und dann profitieren wir vielleicht in einer Art und Weise davon.

Aber ja, es wirkt häufig schon sehr, sehr abstrus und detached. Und besessen natürlich auch ein Stück weit. Also ich habe tatsächlich ein bisschen Angst vor dem Moment, wenn Leute wirklich herausfinden sollten, dass man. Unsterblich werden kann. Ich glaube, das wäre für die Menschheit im Allgemeinen nicht gut, wenn der Mensch unsterblich wird.

Aber du hast es schon angesprochen, optimieren, Sachen entwickeln, wirklich bis ins kleinste Pfeilen, das hat Doug Evans natürlich auch mit dem Giussero gemacht und insgesamt drei Jahre an der Entwicklung gesessen. Also es gibt unzählige Prototypen, da stecken am Ende 400 Teile in dieser Maschine, Scanner, Prozessoren, Chips, Antennen.

Also alles so Dinge, wo man sich fragt, braucht das eine Saftmaschine, aber in seiner Welt braucht das diese Maschine und so einen langwierigen Prozess, so eine komplizierte Entwicklung, die muss natürlich auch finanziert werden. Und jetzt kommen wir so langsam zu dem Teil, wo es spannend wird. Also bis hierhin war es hoffentlich auch spannend, aber jetzt fängt es an, diese Saftmaschine so langsam, ja, ein kleines Kartenhaus aufzubauen.

Er sammelt nämlich über sein Startup 120 Millionen Dollar Risikokapital ein. Könnt ihr das mal kurz einordnen, ist das viel für so ein Startup? Ich würde sagen, damals war es schon relativ viel Geld, heute hat sich alles durch dieses gesamte künstliche Intelligenzthema verschoben. Heute ist es immer noch viel Geld, definitiv, auch für ein Startup, aber damals schon nochmal eine andere Kategorie.

Also ich glaube, wir sprechen jetzt von vor etwas über zehn Jahren, war es schon nochmal deutlich mehr, als es heute der Fall wäre. Und ich finde auch sozusagen die Namen, die dann dahinter stecken, das ist nicht, dass er irgendwie jetzt so sein Onkel, der irgendwie ein paar Millionchen zu viel rumliegen hat, angepumpt hat, sondern da sind die Google Ventures dabei, da ist Kleiner Perkins, hat mir jetzt nicht direkt was gesagt, aber Andresen Horowitz ist auch so ein Name, der vielen was sagt, wenn man so ein bisschen in dieser Welt da unterwegs ist.

Und auch der Suppenhersteller Campbell Soup, also diese ikonischen Tomatensuppen, die man von Andy Warhol verkarten kennt. Genau, also da stecken schon wirklich Namen drin. Das Faszinierende ist, 2014, wo er das Geld eintreibt, da gibt es noch keinen einzigen funktionierenden Prototypen. Es gibt nur einen 3D-Druck der Maschine und damit zieht Tag jetzt durch die Welt und verkauft eigentlich diese Idee.

Es gibt auch in dem Artikel der New York Times so Sätze, wo man sich fragt, ist er mit denen zum Beispiel so ein Meeting gegangen? Er sagt so Sätze wie, nicht jeder Saft ist gleich. Wie misst man Lebenskraft? Wie misst man Xi? Er vergleicht kalkgepressten Biosaft mit Regenwasser, das durch die Erde und die Wurzeln und die Stängel der Pflanzen gefiltert wurde.

Man extrahiert die Wassermoleküle, das Chlorophyll, die Anthocyane, die Flavonoide und die Mikronährstoffe. Man erhält diese lebendige Nahrung. Es ist, als würde man den Nektar der Erde trinken. Wenn ihr das hört, rutscht euch da auch die ein oder andere Million raus? Nicht, wenn du es erzählst, aber wahrscheinlich, wenn Doug es erzählt, dann ist es um einiges charismatisch.

Also ich glaube, man unterschätzt das immer, man guckt jetzt von außen zehn Jahre später drauf und sagt, wie kann man denn so blöd gewesen sein? Aber diese Persönlichkeiten sind unglaublich charismatisch. Es gibt ja dieses Phänomen bei Steve Jobs, seinem großen Vorbild, dieses Reality-Distortion-Field.

Also, dass Steve Jobs es geschafft hat, in seiner nahen Umgebung, wenn er mit Menschen gesprochen hat, wirklich Realitäten umzukehren und Menschen von Dingen zu überzeugen, wo sie vor zwei Minuten noch gesagt hätten, auf gar keinen Fall. Und ich glaube, so ein Charakter muss es auch gewesen sein. Diese Geschichten resonieren dann wahrscheinlich mit den Menschen, das haben sie auf jeden Fall.

Und er kam halt aus einem Business, wo er sowas ja schon aufgebaut hat. Er war ja schon der Saftguru davor. Also er kam jetzt auch nicht aus dem Nichts. Und um nochmal auf den Punkt zurückzukommen, den du vorhin angesprochen hast, diese Leute einfach so gerne optimieren. Einer der Investoren, David Crane von Google Ventures, sagt, es ist das komplizierteste Business, das ich je mitgegründet habe.

Es ist Software, es ist Elektronik, es ist Produkt und Verpackung. Also ich habe auch das Gefühl, dass wir diesen. Risikokapitalgebern, immer so eine Portion FOMO mit drinsteckt und natürlich so das Ding, man darf das nächste Big Thing nicht verpassen. 100 Prozent. Also man muss sich ja vorstellen, wenn man so ein Investor ist, die jetzt bei Google Venture sind, die sagen, wir haben irgendwie zehn Wetten gleichzeitig und jede Wette muss so radikal sein, dass wenn die anderen neun scheitern, dass diese eine es schafft, für alle anderen zu bezahlen.

Ich sehe das jetzt im ersten Blick nicht bei Säften, wenn ich ehrlich bin. Also ich sehe nicht das große globale Problem. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte mir jemand wahrscheinlich vor Nespresso gesagt, wir verkaufen dir in Kapseln die 50 Cent, jeder Einzelne kostet, Kaffee und das Kilogramm kostet wahrscheinlich 100 Euro, so werde ich auch gesagt, kann nicht klappen.

Also es ist ein bisschen einfach, zehn Jahre später die Geschichte zu erzählen. Sie ist trotzdem lustig. Und ich finde übrigens, das ist mein Gedanke gerade gewesen, es ist ja nicht allein dieses Optimieren, es ist eigentlich doch eine sehr convenient Lösung, sich was Gesundes zuzuführen für alle. Also es ist ja nicht nur dieses total Dogmatische, finde ich, sondern es ist eigentlich sehr low-key so, hey, wir können alle einen gesunden Saft pro Tag trinken.

Die Mühe, die man sich eigentlich vielleicht nicht macht, weil man eben nicht diesen komplizierten Entsafter zu Hause hat und eine Karotte auspressen kann. Ja, voll. Und mit Gesundheit kriegt man natürlich auch viele. Ja, total. Gesundheit, einfache Umsetzung. Ich kann schon verstehen, dass da viele aufgesprungen sind, weil eben auch dieses Modell, Leo, wie du gerade angesprochen hast, man verkauft nicht nur eine Hardware oder man verkauft nicht nur ein Produkt, sondern man verkauft beides, was zusammengehört und zusammen genutzt werden muss.

Das ist damals als Geschäftsmodell ja noch relativ neu, würde ich sagen. Heute würde ich sagen, es ist eigentlich der Standard. Man kommt nicht mehr drumherum, irgendeine Hardware zu kaufen, ohne irgendwie noch ein Abo abzuschließen. Aber damals ist das natürlich dann in der Kombination auch für diese Risikokapitalgeber, klingt nach einer fantastischen Idee.

Und es läuft gut. Es gibt auch schon erste Ketten. Es gibt diese Bäckereikette Le Pant Cotitian. Ich weiß nicht, ob ihr die kennt. Die sagt Giussero zu, dass sie diese Maschine in ihre Filialen packen. Also da ist auf jeden Fall Musik drin. Im März 2016 kommt dann die erste Giussero-Generation auf den Markt.

Und ihr dürft ja gerne einmal raten, wie viel die Maschine kostet. Ich weiß es leider, deswegen Lili. Okay, du meinst es schon, da muss Lili raten. Also eine Maschine exklusive der Beutel. Richtig, also erstmal nur dieses Mac-artige Ding für zu Hause. Ich sag um die 500 Dollar. Damit wäre der Prügeljut bezahlt.

699 Dollar kostet der Trucero. Für Cafés und Unternehmen, die dieses Gerät bei sich haben wollen, ist der Preis sogar nochmal einen Ticken höher. Das wären dann 1200 Dollar. Und dafür hat man noch keine Beutel. Die kosten im Einzelnen nochmal zwischen 5 und 8 Dollar für gut 200 Milliliter Saft. Da habe ich mich so ein bisschen immer gefragt, ich weiß nicht, wie es dir geht Flo, bei 8 Dollar vor 10 Jahren hätte ich auch einfach auf der Straße mehr einkaufen können.

Also bei Nespresso kann ich ja noch das Argument machen und sagen, der Kaffee kostet 3 Euro im Laden und ich koste 50 Cent zu Hause. Bei dem Ding denkst du ja wirklich, wow. Vor allem 200 Milliliter, wenn dann wirklich ein Liter rauskommt und du kannst die ganze Familie davon versorgen. Aber das ist ein Glas.

Und acht Dollar, da hättest du im Jahr 2016 fast zehn Leute anstellen können, die dir das Obst und Gemüse eingekauft hätten. Übertrieben gesagt, aber acht Dollar im Jahr 2016 für einen Saft ist schon, boah, der muss ja schon unnormal schmecken. Ja, jetzt nehme ich auch das zurück, was ich eben gesagt habe, dass man für eine breite Masse gesunde Säfte auf den Markt bringt.

Weil das kann sich ja wirklich fast niemand leisten. Nein, man kann sagen, der einzige Vorteil ist, dass es diese Maschinen und Beutel zu Beginn nur in drei Bundesstaaten gibt. Das heißt, es können nicht so viele Menschen drauf reinfallen auf diesen Scan. Das liegt daran, dass diese Beutel nicht besonders lange halten.

Also die halten maximal acht Tage und wenn man die jetzt irgendwie ins ganze Land verschickt, dann sind die ja schon halbschlecht, wenn die ankommen. Das heißt, nur drei Bundesstaaten können zuschlagen. Aber nicht nur die potenziellen Kunden sind ein bisschen überrascht und enttäuscht, ob des Preises, sondern auch die Investoren.

Denn die Maschine sieht jetzt auch komplett anders aus als der Prototyp. Und generell bei diesem Preispunkt ist relativ schnell klar, dass 120 Millionen Investment nicht so schnell zurückkommen werden. Das heißt, die Investoren, die greifen jetzt durch und schmeißen Doug Evans raus. Wieso waren denn die Investoren alle so überrascht? Wie läuft so ein Prozess?

Muss man da nicht zwischendurch mal ein kleines Meeting machen und sagen, hey Leute, das ist der Ist-Zustand, so wird sie aussehen und so viel wird sie kosten? Die Frage gebe ich mal weiter. Genau, im besten Fall schon. Also normalerweise so ein Prozess, du würdest ja, es ist fast so ein bisschen wie bei vielleicht Hülle der Löwen vereinfacht, aber du hast meistens so eine Pitch-Präsentation, wo du sagst, okay, das ist die Firma, das ist das Produkt und dann so ein bisschen, das ist die Roadmap.

So sehen vielleicht die nächsten zwölf Monate aus, 24 Monate aus und dann sagt man eigentlich, man hat bestimmte Meilensteine und hofft dann, diese KPIs zu erreichen. Und normalerweise bei so Startups würdest du sagen, dann kommt die nächste Finanzierung, das geht dann immer nach dem Alphabet, also es heißt dann Series A, B, C, D und so weiter.

Und ja, normalerweise, und ich gehe auch davon aus, dass das jeder Fall war, man hat sich irgendwie geeinigt auf, okay, das möchten wir erreichen und dann, wie Flo gerade gesagt hat, haben sie gemerkt, das haben wir nicht erreicht. Und dann kann so ein Venture Capital Investor, so ein Risikokapitalgeber eben durchgreifen und sagen, naja, vielleicht habe ich die Mehrheit der Anteile, ich schmeiße den CEO raus und möchte jemanden anders haben.

Mein Gefühl bei der ganzen Sache ist noch, dass so 120 Millionen viel Geld ist für die einzelnen Beteiligten, wenn man da so 10, 15 Millionen reingeworfen hat, vielleicht nicht ganz oben auf der To-Do-Liste stand. Dass das ein Projekt ist, wo man investiert hat, aber jetzt irgendwie nicht komplett in jedem Prozess immer involviert war, das vielleicht so ein bisschen hat laufen lassen? Ja, kann ich mir vorstellen.

Ich glaube, ich bin jetzt selber kein Investor, deswegen kann ich es nicht 100% sagen, aber ich glaube, man ist relativ schnell an dem Punkt, wo man sagt, ich fokussiere mich nur auf die Gewinner. Es ist ein Geschäft, wo man sagt, die Gewinner müssen so groß wie möglich werden und wenn die Verlierer, die gehen auf Null oder wenn sie mir vielleicht 20 Cent auf den investierten Euro zurückgeben, das ist egal, das macht keinen Unterschied.

Es ist so ein reines, ich setze auf die Gewinner und unterstütze die, so viel es geht. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass wahrscheinlich so ein Google Ventures relativ schnell gesagt hat, okay, Duck ist doch komplett Banane, ist ein Saftladen. Ich fokussiere mich auf die anderen Firmen. Ich habe euch ja noch versprochen, wie diese Maschine von innen aussieht, fällt mir gerade auf.

Dann würde ich sagen, bevor wir jetzt zum neuen CEO kommen, schauen wir uns die nochmal an, dass sie versteht, wie diese 200 Milliliter Saft aus der Maschine gepresst werden. Sieht aus wie so ein, also aus dem Profil sieht es aus wie so ein Bestellterminal bei Maccas oder so. Das stimmt. Also im Vergleich zu seinem großen Vorbild Apple, muss ich sagen, ein iPhone sieht von innen schon noch eleganter aus, als was wir hier gerade sehen. Also das wirkt schon auch sehr prototypenhaft, wenn ich mir das in der Mitte anschaue.

Da sind auch so große Brecher drin, so dieses weiße Teil, was aussieht wie ein Lüfter. Dann dieser rosa Knopf in der Mitte. Button. Sieht aus wie ein Button, auf den man nicht drücken soll. Ja, das sieht aus wie so ein Button bei so einer Quizshow. Ich kann mir vorstellen, dass das das Teil ist, was den Druck erzeugt, weil das so mittig ist und auch so aussieht, als könnte es rein und raus fahren.

Aber man kann, glaube ich, zusammenfassen, diese Maschine soll einen Saft erzeugen. Es ist einfach völlig überproduziert, dieses Tool hier. Mit all diesen Problemen, die jetzt da sind, muss ich nicht mehr Dark rumschlagen, sondern er wird wieder ersetzt, wie schon bei Organic Avenue, diesmal durch Jeff Dunn. Der war vorher bei Coca-Cola-Manager und auch schon als Investor an Bord.

Seine erste Amtshandlung jetzt im Herbst 2016 ist, den Preis von 700 auf 400 Dollar zu senken. Aber ein Problem kann Jeff Dunn jetzt auch nicht lösen. Und zwar, dass Giussero eine große Lüge lebt. Und die kommt im April 2017 raus. Jetzt bin ich aber gespannt. Was da genau passiert, möchte ich euch jetzt zeigen. weil es gibt ein Video von Bloomberg.

Die haben den Gisero mal genauer unter die Lupe genommen und haben etwas festgestellt. Oh nee. Nicht dein Ernst. Doch, doch. Also Lilly, was siehst du? Ich sehe Menschenhände, die Beutel selber auspressen und die damit belegen, dass man diese ganze Maschine mit den 400 Teilen gar nicht bräuchte. Richtig.

Richtig. Also die haben Saft in Beuteln verkauft und dazu eine Maschine, die zwei Tonnen Druck ausüben kann. Also scheinbar. Vier, Lilly. Vier, Entschuldigung. Entschuldigung. Also, Bloomberg deckt im Grunde auf. Man braucht diese Maschine nicht. Man kann diese Masse, die da drin ist, mit den Händen ausdrücken.

Also es ist nicht reiner Saft drin, sondern es ist einfach sehr, sehr klein gemixtes Obst und Gemüse. Es gibt auch Videos, die die Beutel dann aufschneiden und zeigen, das ist im Grunde einfach wie so ein Karottenbrei dieser Giussero, der war im Grunde nutzlos weil man kriegt dieselbe Menge Saft mit den Händen einfach rausgedrückt, Und was der Bloomberg-Artikel auch noch offenlegt ist, dass viele der Investoren das auch schon wussten seit Anfang an, dass dieser Gisero im Grunde nicht nötig war.

Aber die wirklich guten Investoren und CEOs, die wären ja nicht da, wo sie sind, wenn sie nicht in einer Niederlage auch einen Erfolg sehen würden. Das heißt, nachdem dieser Bloomberg-Artikel veröffentlicht wird, melden sich Investoren und dann auch Jeff Dunn zu Wort. Und einer der Investoren spricht davon, dass Gisero ja vor allem eine Plattform einer neuen Art des Lebensmittelfassendes sei, wo es darum geht, frisches Obst und Gemüse nach Hause zu schicken.

Und man muss einfach noch herausfinden, wo hier gerade der Sweet Spot ist in dem Businessmodell. Leigh, du verdrehst schon die Augen. Ja, aber ich finde es trotzdem auch erstaunlich, dass man solche Worte finden kann in so einer Situation. Ich glaube, da ist die Branche, diesen Künstler darin genau das zu tun.

Also das ist Weltklasse. Ich glaube, Flo, ich weiß nicht, ob du es noch erwähnen wolltest, aber es gibt auch ein Weltklasse-Statement von dieser Firma, die einem gesagt hat, okay, Bloomberg deckt das jetzt auf und merkt eigentlich, wir brauchen diese Maschine nicht. Und dann sagt diese Firma aber in so einer Pressemitteilung, naja, aber es wäre vielleicht doch gut, dass die Menschen die Maschine kaufen, weil wenn du diesen QR-Code scannst, dann kannst du gucken, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum noch eingehalten wurde oder nicht. Das war so, okay, dann zahle ich gerne dafür 600 Dollar.

Richtig, das ist, glaube ich, in dem Statement von Jeff Dunn, das ist ein langer Artikel, den er da veröffentlicht und genau, da wird das beschrieben, dass diese Maschine ja untersuchen kann, ob der Beutel noch frisch ist, wo man sich denkt, der hat wahrscheinlich noch nie die drei Buchstaben MHD gehört.

Aber ja, er hat auch noch andere Argumente und zwar ist Giussero ja nicht nur irgendwie eine Maschine, die Saft auspresst, sondern es ist viel mehr. Es ist die Möglichkeit für einen gestressten Vater, sich etwas Gutes zu tun, während er die Kinder für die Schule fertig macht oder für Berufstätige in ihre App eine Erinnerung zu bekommen, ihren Saft zu trinken, bevor er schlecht wird.

Also es ist viel mehr als nur diese Maschine. Und er betont noch einmal, dass eben, wie gesagt, in diesen Beuteln jetzt nicht reiner Saft steckt, sondern schon kleingeschnittenes Obst und Gemüse. Und er bietet allen Kunden von Gisero an, innerhalb von 30 Tagen ihre Maschine zurückzuschicken und diese voll erstattet zu bekommen.

Also das ist so ein bisschen der Versuch, die Wogen zu glätten. Aber das hilft alles nichts, denn nach diesem Bloomberg-Artikel und nach diesem Video Hier wird Gisero im Internet zum Spott und wird einmal durchs Internet getrieben. Auch weil es an diesem Punkt so ein bisschen als ein Symbol gilt für diese wilden Auswüchse im Silicon Valley.

Du hast es schon angesprochen, was ist eigentlich das Problem hier, was man versucht zu lösen? Sondern es wirkt an diesem Punkt eigentlich nur für ein Produkt für eine reiche Elite, die sich eben jeden Tag einen Saft für 8 Dollar leisten kann. Und ja, das führt dazu, dass am 1. September 2017 bekannt gegeben wird, dass Gisero den Betrieb einstellt und die Firma damit.

Geschichte ist. Und das Geld ist dann auch einfach weg und niemand muss das zurückzahlen. Wer da was wie zurückbekommen hat, ist unklar, aber ich gehe davon aus, dass der Großteil da weg war. Genau, das ist der Deal. Es ist nicht wie ein Bankenkredit, wenn du zur Sparkasse gehst und sagst, du musst das Geld immer zurückzahlen, sondern du kaufst eigentlich Anteile, Aktien sozusagen und wenn die auf Null gehen, dann sind sie eben nichts wert und das passiert dann in dem Fall.

Und Doug Evans, wenn nicht Doug Evans, wenn er nach Giseiro nicht wieder eine Business-Idee hätte. Also der Mann hat natürlich nicht aufgegeben, sondern der hat direkt eine neue Idee gehabt. 2018 erzählt er von seiner neuesten Obsession und zwar Raw Water. Das ist unaufbereitetes Quellwasser, was er sich von einem Freund am Rand einer Waldstraße in große Glasflaschen füllen lässt.

Das ist für ihn lebendes Wasser. Das enthält so viel Wasserstoff und Sauerstoff. Das ist einfach was ganz Besonderes. Ich kann euch beruhigen, daraus baut er zum Glück kein Business. Das behält er nur für sich. Das ist ein ganz persönliches Glück. Heute hat er ein Unternehmen für Sprossen. Also für so diese kleinen Sprossen, die manchmal so auf dem Salat drauf sind.

Wo ich sagen muss, das klingt doch ganz solide. Also das ist ein Produkt, das schmeckt lecker, das mögen die Leute, das ist gesund. Das ist sein heutiges Business. Und das war die Geschichte von Chisero. Ein Fall, der es nicht geschafft hat, weil die Erklärung und die ganze Auflösung für mich dann doch ein Ticken zu schnell kam und ein bisschen zu kurz war.

Aber ich fand es fantastisch, dass wir diesen Fall hier besprechen konnten. Mit dir, Leo. Ja, danke. Das war nicht nur dein Fall, sondern es war auch deine Expertise, die uns hier weitergebracht hat. Also vielen, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Spannende Einblicke und die Geschichte ist ja wirklich komplett Gugugaga.

Eine mega teure Maschine auf den Markt zu bringen, die Brei auspresst, den man auch mit deinen eigenen Händen auspressen könnte. Kann man sich erst mal trauen. So eine Idee. Wahnsinn. Ich glaube, das Spannende bei diesem Duck ist, wenn der heute nochmal was Neues starten würde, die Investoren würden ihm sofort wieder Geld geben, weil die sagen, dieses Charisma und diese Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die ist so wichtig in diesem Business, dass die sagen, okay, wenn der was Neues macht, der wird wieder Leute anziehen, Talent anziehen, Geld anziehen, da möchte ich dabei sein.

Und die Analogie, die ich immer so ein bisschen habe, ist dieser Adam Neumann von WeWork. WeWork, diese Coworking Spaces. 40 Milliarden Euro wert und dann eigentlich in Luft aufgegangen und der wird heute wieder von den besten Investoren der Welt quotiert und gesagt, hey, wir wollen dir Geld geben für dein nächstes Ding.

Ich glaube, das könnte Duck auch machen, aber er soll vielleicht bei seinen Sprossen und beim Wasser bleiben. Duck, bleib bei deinen Sprossen. Oder wie der, ich weiß nicht, ist der Brian McFarlane, der das Fyre Festival gestartet hat? Der ist jetzt auch wieder unterwegs und sammelt wieder Geld ein für sein nächstes Projekt. Also ja, es hört nie auf.

Man sollte vielleicht nur für sich selber, nur so ein bisschen auf dem Schirm haben, wer wo wie unterwegs ist und wo Geld eintreibt. Und wie macht man das am besten? Indem man jede Woche Preview hört. Also wenn ihr noch mehr von Leo hören wollt. Und Foodcrimes. Da bekommt man auch schlaue Tipps für sein Leben.

Ja, ja, eh. Aber da seid ihr ja schon. Und ihr geht auch nicht wieder weg. Hasen, ihr bleibt hier. Also wer mehr von Leo hören möchte, hört gerne mal bei Preview rein. Vielen, vielen Dank, Leo. Vielen Dank. Jawohl. Danke, ciao. Ich würde sagen, jetzt kommen wir zu Lillys Fall, der es nicht geschafft hat, auf den ich sehr gespannt bin.

Wir kommen von einem Skandal und einem Scam zu einer ja, ich würde mal sagen etwas tragischeren Geschichte, denn wie ich im Intro bereits sagte, geht es heute um eine Notfallsanitäterin, die ihre Kollegen vergiftet. Als der Notfallsanitäter Konrad G. am 4. Oktober 2023 bei einem Einsatz ist, spielen sich dramatische Szenen ab.

Während er sich um einen Patienten kümmert, bekommt er Muskelzuckungen, hat Sehstörungen und Lähmungserscheinungen. Am Ende muss der Notarzt kommen. Danach ist er ein halbes Jahr krankgeschrieben. Doch was erst wie ein tragischer Einzelfall auf der Rettungswache in Veyhingen an der Enz, etwa 24 Kilometer nordwestlich von Stuttgart, wirkt, kommt bald immer häufiger vor.

Ein weiterer Kollege muss den Dienst abbrechen, dann erkrankt noch jemand und noch jemand und noch jemand. Die seltsamen Vorkommnisse führen dazu, dass sich die Polizei einschaltet. Und die hat schnell jemanden unter Verdacht. Eine Kollegin der Männer Die 23-jährige Ronja E. Wird im Januar 2025 festgenommen Wegen mehrfach versuchten Mordes Wenige Monate später beginnt am Landgericht Heilbronn der Prozess Er soll elf Verhandlungstage dauern Das Urteil wird für den 29.

Oktober 2025 erwartet Doch dazu wird es nicht kommen. Ja, das ist so meine kleine Einleitung, die ich mir jetzt trotzdem nicht nehmen lassen wollte, weil der Fall, das kann ich direkt sagen, reicht nicht für eine ganze Folge, weil er einfach relativ schnell erzählt ist, aber ich fand ihn trotzdem spannend, weil er eine Wendung nimmt, die wir so noch nie hatten hier. Okay.

Dass es nicht zu einem Urteil kommt, nämlich, ich werde am Ende sagen, warum nicht. Ich will auch noch dazu sagen, dass ich die Namen, die heute vorkommen, alle geändert habe. Und wir sind aber in, was, Feihingen an der Enz? Wir sind in Bade-Würdeberg heute. Ja, und das Ganze spielt sich in einem Krankenhaus ab?

Nein, das spielt sich beim Rettungsdienst ab. Beim Rettungsdienst, ja, okay. Wir sind beim Rettungsdienst, bei dem ich weiß, wie es abläuft. Denn meine liebe Schwester, liebe Grüße an dieser Stelle, die hat sehr lange beim Rettungsdienst gearbeitet, bevor sie angefangen hat zu studieren. Und hat mir immer in den Ohren gelegen damit, dass ich doch mal mitkommen soll und so eine Art Tagespraktikum machen soll.

Und ich fand das auch total spannend und vor allen Dingen liebe ich es dann manchmal zu gucken, was meine Freunde oder halt in dem Fall meine Schwester eigentlich so beruflich machen, weil man hat ja häufig überhaupt gar keine Vorstellung vom Arbeitsalltag. Und das war einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Ich möchte nicht, also ich übertreibe nicht, wenn ich das sage.

An dem Tag sind so viele schlimme Dinge passiert. Meine Schwester meinte auch, so viel passiert eigentlich nicht an einem normalen Dienst. Ich habe so viel Leid mitbekommen und gesehen und ich habe wirklich auch, ich habe krasse Berührungsängste. Mit fremden Personen. Und ich habe vorher schon den höchsten Respekt für die Arbeit im Rettungsdienst gehabt. Danach hatte ich es aber noch mehr.

Was die für krasse Arbeit leisten, auch körperlich, das ist so anstrengend. Du kannst nicht einfach sagen, geht gerade nicht. Nee, das geht nicht. Wir sagen ja oft so ein bisschen, halb im Spaß, wenn bei uns irgendwas schief geht. Das ist halt nur ein Podcast, nur eine Fernsehsendung. Mein Gott, da stirbt schon niemand.

Das ist halt ein Job, da kann das Ganze halt Konsequenzen haben und diesen sowohl körperlichen als auch psychischen Stress durchgehend auszuhalten, das ist dem gebührt größter Respekt. Ja, absolut. Also an der Stelle großen Respekt und vielen Dank an alle Leute, die im Rettungsdienst da draußen arbeiten.

Es ist jetzt ein bisschen schwer, diesen Bogen wieder zu spannen zu unserem heutigen Fall, nachdem wir darüber geredet haben, was für tolle Arbeit die Leute im Rettungsdienst leisten, handelt die heutige Geschichte eben auch von einer Person, die…. Das Umfeld des Rettungsdienstes ausnutzt. Und wir springen jetzt in den Gerichtssaal in den Oktober 2025 und eine junge Frau wird hereingeführt in Handschellen.

Sie hat den Blick gesenkt und sie hält einen Aktenordner vor ihr Gesicht, weil sie nicht erkannt werden möchte. Von dieser Szene habe ich ein Foto. Okay. Man erkennt sie natürlich nicht viel. Nee, man erkennt nicht viel. Die Frau hat Handschellen an, sitzt vor einem Laptop, der mit überraschend vielen Stickern zugeklebt ist für ein Gericht.

Ja. Das ist wirklich ein bisschen unseriös, das Ganze. Habe ich auch gedacht. Und sie ist wahrscheinlich mittelalt. Ich würde sie mal so auf vielleicht plus minus 40 schätzen. Sie wirkt jetzt nicht super alt. Oh, nee, da liegst du ganz falsch. Oh, wirklich? Wie alt ist sie denn? Jahrgang 2000. Oh, also viel, viel jünger. Okay, gut, dann ist sie sehr viel jünger.

Ich glaube, ich brauche noch ein bisschen einen Rahmen. Also wer ist sie, wo sind wir, was wird ihr vorgeworfen? Ihr Name ist Ronja, sie ist klein und als sie ein paar Worte spricht, ist ihre Stimme leise, fast mädchenhaft und nichts an ihr wirkt auf den ersten Blick bedrohlich und nichts deutet darauf hin, dass sie hier sitzt, weil es um versuchten Mord geht, mehrfachen versuchten Mord.

Sie ist zu dem Zeitpunkt 23 Jahre alt. Nach der Schule macht sie ein FSJ, dann macht sie eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin, also zu einem Beruf, in dem es darum geht, Leben zu retten, Ruhe zu bewahren und Verantwortung zu übernehmen, wenn andere Menschen in Ausnahmesituationen sind. Und doch steht sie jetzt vor Gericht, weil die Staatsanwaltschaft überzeugt ist, dass sie ihre Kollegen vergiftet hat, mehrfach mit einem Medikament, das sie ausgerechnet aus dem Rettungsdienst kennt.

Ronja beginnt ihre Ausbildung zur Notfallsanitäterin am 1. Oktober 2021 beim Deutschen Roten Kreuz. Im März 2023 wird sie auf die Rettungswache in Veyhingen an der Enz versetzt. Dort arbeitet sie mit erfahrenen Kollegen zusammen, fährt Einsätze, lernt und beobachtet, zumindest offiziell. Inoffiziell und intern häufen sich die Probleme, weil ihre Ausbilder sie jetzt immer mehr kritisieren. Also die sind der Meinung, dass ihr Ausbildungsstand mangelhaft sei.

Sie lassen sie nicht vorne im Auto mitfahren, sondern sie muss immer als dritte Person bei Einsätzen mit dabei sein, was eigentlich in dem Ausbildungsjahr, in dem sie ist, nicht mehr so sein sollte. Sie darf eigentlich nichts selbstständig machen und irgendwann fällt ein Satz, der für Ronja offenbar schwer wiegt.

Sie sagen ihr, sie müsse sich mehr zusammenreißen. Die Anklage sagt später, dass diese Kritik und diese ständigen Ermahnungen und die Abwertung, die sie dadurch empfindet, in ihr ziemlich große Wut auslösen und sie deswegen einen Plan schmiedet. Das ist alles rekonstruiert, was ich jetzt sage und Mutmaßungen, aber es wird gemutmaßt, dass sie ab April 2023 damit anfängt, Medikamente aus dem Bestand der Rettungswache zu stehlen, unter anderem Atropin.

Atropin ist ein Notfallmedikament, was eingesetzt wird, wenn das Herz zu langsam schlägt. In der richtigen Dosis kann es Leben retten, in der falschen Dosis ist es hochgefährlich. Es kann Herzrasen auslösen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Und ich habe nochmal ein bisschen recherchiert. Es gibt unterschiedliche Anwendungsbereiche für Atropin.

In der Notfallmedizin habe ich diese Anwendungsbereiche gerade genannt. Es wird eben bei verlangsamtem Herzschlag benutzt. Dann gilt es aber auch als Gegengift in der Toxikologie. Und zwar wird Atropin als Gegengift bei Vergiftungen mit Insektiziden, zum Beispiel E605, verwendet. Über das wir ja hier auch schon mal häufiger gesprochen haben.

Und auch bei einigen Pilzvergiftungen wird es angewendet. Das weiß Ronja alles, weil sie das in ihrer Ausbildung gelernt hat. Und am 4. Oktober 2023 passiert zum ersten Mal etwas, das alles ins Rollen bringt. Ein Kollege von Ronja, Konrad, trinkt aus seiner persönlichen Trinkflasche. Was er nicht weiß, in dieser Flasche befindet sich Atropin.

In einer Dosis von der Ronja, so sagt es die Staatsanwaltschaft, weiß, dass sie lebensgefährlich sein kann. Der Mann fährt zu seinem Einsatz, doch während er arbeitet, beginnt sich sein Zustand zu verschlechtern. Wissen wir, ist das ihr Vorgesetzter? Ist das einfach ein Kollege? Genau, das ist einer der Kollegen, der ist um die 40 und ist einer, dem sie zuarbeitet. Okay.

Ein Ersthelfer, der an diesem Tag ebenfalls vor Ort ist, schildert später vor Gericht, wie der Sanitäter schon beim Aussteigen aus dem Rettungswagen komisch wirkt. Er sei apathisch gewesen, kaum ansprechbar, habe für Waschen gesprochen, immer wieder setzt er die Trinkflasche an den Mund, trinkt aber nicht.

Der Ersthelfer denkt zunächst an Unterzuckerung, dann an einen Schlaganfall, doch nichts passt so richtig zusammen. Der Mann ist kalkweiß, zittert, kann sich kaum artikulieren. Ein EKG zeigt eine extrem hohe Herzfrequenz. Schließlich muss der Notarzt kommen. Und er kann sich nicht mehr um den Patienten kümmern, wegen dem er eigentlich gekommen ist.

Das ist auch ein bisschen ironisch, dass dann der Notarzt kommt für ihn. Ja, ja. Oh Mann, ey. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert und bleibt dort auch mehrere Tage und wird daraufhin monatelang krankgeschrieben. Insgesamt fällt ein halbes Jahr aus. Er überlebt das Ganze aber. Und der Staatsanwalt sagt später, dass das Überleben von ihm vom Zufall abhängt.

Doch, dann wird es ein bisschen ruhiger auf der Wache. Der Kollege fällt natürlich aus. Aber ein paar Monate später, im März 2024, passiert wieder etwas. Ein weiterer Kollege trinkt Wasser aus einem Glas auf der Rettungswache. Das Wasser schmeckt auffällig nach Reinigungsmitteln. Also so komisch, dass er aufhört zu trinken.

Doch es ist bereits zu spät. Er bekommt starke Bauchkrämpfe, ihm ist übel, er muss sich übergeben. Im Krankenhaus gehen die Ärzte von einer Vergiftung aus. Seine Lebensgefährtin und seine Mutter finden diesen Vorfall aber so komisch, dass sie den Vorfall zur Anzeige bringen. Sie beide sagen später auch als Zeuginnen aus, die kennen Ronja nämlich auch von der Wache und sagen, dass diese Frau auf sie komisch wirkte und vor allen Dingen wissen sie von Erzählungen ihres Mannes bzw.

Sohnes, dass immer wenn man Ronja gegenüber Kritik geäußert hat, sie heftig darauf reagiert hat. Am 15. März 2024 wird ein weiterer Kollege krank. Wieder zeigen sich typische Symptome einer Atropinvergiftung. Er fährt nach Hause, nachdem er sich schlecht fühlt, meldet sich krank, fällt auch mehrere Tage aus und kann sich bis heute kaum an diese Tage erinnern.

Am 13. April, also jetzt passiert das alles immer häufiger, trifft es erneut den ersten Kollegen, von dem ich erzählt habe. Der ist jetzt seit einem halben Jahr krankgeschrieben gewesen, kehrt zurück zum Dienst und kaum hat er angefangen wieder zu arbeiten, geht es ihm wieder schlecht. Und am 16. April, also nur drei Tage später, trifft es einen weiteren Sanitäter.

Er leidet unter starkem Herzrasen, Halluzinationen, muss seinen Einsatz abbrechen. Seine Kollegen bringen ihn ins Krankenhaus. Dort landet er auf der Intensivstation und er schwebt in Lebensgefahr. Das ist jetzt der sechste, siebte Fall, oder? Das ist jetzt der fünfte. Der Fünfte, das ist ja auch, ich meine, ich weiß ja nicht, wie groß das Team da war, was da gearbeitet hat und sich die Schichten aufgeteilt hat, aber das ist ja auch für diese Rettungsstation ein Horror, dass da nach und nach die ganzen Leute wegfallen, also die können ja dann ihre Wagen wahrscheinlich gar nicht mehr besetzen.

Also es ist nicht so, dass jetzt gar kein Personal mehr da ist, aber du hast auf jeden Fall recht mit der Beobachtung, dass die Ausfälle von den Kollegen für heftige Probleme sorgen auf der Wache. Und ich finde auch die Vorstellung, dass jemand... Gerade auf dem Einsatz fährt und gerade aber vergiftet wurde, auch nochmal auf einer anderen Ebene schlimm, weil die Person ja dann auch nicht nur für sich eine Gefahr darstellt in dem Moment oder nicht nur selber in Gefahr ist, sondern ja auch für vielleicht den Straßenverkehr im Einsatz nicht wirklich arbeiten kann.

Das zieht größere Kreise. Und nachdem jetzt innerhalb von ein, zwei Monaten im Jahr 2024 aufgefallen ist, dass viele dieser Kollegen diese komischen Symptome haben und es ihnen schlecht geht, kommt die Wache auch auf den Gedanken, dass das irgendwas Systematisches sein muss. Und die melden sich bei der Polizei und die Kriminalpolizei fängt auch relativ schnell an zu ermitteln.

Sie untersuchen unter anderem die Medikamentenbestände, sie prüfen Dienstpläne, schauen, ob es da irgendwelche Überschneidungen gibt, sie sprechen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Verdacht richtet sich sehr schnell auf Ronja. Sie wird deswegen zunächst suspendiert und später fristlos gekündigt und am 30. Januar 2025 wird sie festgenommen.

Der Vorwurf, gefährliche Körperverletzung und versuchter Mord in mehreren Fällen. Sie kommt in U-Haft und im August 2025 beginnt der Prozess vor dem Landgericht Heilbronn. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, in insgesamt fünf Fällen Getränke von Kollegen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versetzt zu haben.

In mindestens einem Fall bestand akute Lebensgefahr. Ronja äußert sich vor Gericht nicht und sie schweigt. Am 8. Oktober legt sie aber teilweise ein Geständnis ab. Sie gibt zu, Atropin in Trinkflaschen gemischt zu haben. Eine Tötungsabsicht bestreitet sie aber. Sie sagt, sie habe nur gewollt, dass sich ein Ausbilder mal richtig schlecht fühlt.

Töten beteuert sie, sei mit ihrem christlichen Glauben nicht vereinbar. Schlecht fühlen schon. Okay, sie gibt das zu. Das ist ja jetzt, die Lage ist ja relativ eindeutig. Ich bin gespannt, wo jetzt der Twist herkommt, von dem du gesprochen hast, weil bis hierhin... Sehe ich den gerade noch nicht. Dazu werde ich gleich kommen.

Es ist jetzt vor Gericht so, dass die Verteidigung davon spricht, dass sie hohen psychischen Belastungen bei der Arbeit ausgesetzt war und sehr viel Angst und Druck verspürt hat. Und wirklich einfach nur mal schauen wollte, was mit Atropien im Körper so passiert. Also dass sie niemanden töten wollte, sondern dass sie die Kollegen, dass sie den wirklich eher nur so eins auswischen wollte.

Doch die Staatsanwaltschaft bleibt bei der Einschätzung, dass Ronja das Leben ihrer Kollegen bewusst gefährdet hat, heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen, Und dann soll es zur Urteilsverkündung kommen, doch mitten im Verfahren und kurz vor der Urteilsverkündung passiert etwas Einer der Schiffen stirbt, Und ich wusste vorher nicht, was das dann für den Prozess bedeutet.

Das bedeutet, dass der Prozess geplatzt ist und komplett von vorn beginnen muss. Denn die Kammer ist nach dem Tod des Schöffen nicht mehr ordnungsgemäß besetzt und dann muss erstmal jemand Neues gefunden werden und laut Gesetz dürfen zwischen einzelnen Verhandlungstagen bestimmte Fristen nicht überschritten werden und das Gericht muss durchgängig in ordnungsgemäßer Besetzung tagen und da das jetzt nicht mehr möglich ist, platzt der Prozess und ein Termin für den neuen Auftakt steht bis heute noch nicht fest.

Es ist nur klar, dass alles von vorne beginnen muss und es zunächst kein Urteil gibt. Das ist ja verrückt. Und sie sitzt weiterhin in U-Haft? Ja, sie sitzt weiterhin in U-Haft. Seit Januar 2025. Und also jetzt fast ein Jahr. Das ist ja verrückt. Und dann geht alles wieder von vorne los und dann ist ihr Geständnis ja auch erstmal wieder passé, weil es ist ja ein neuer Prozess.

Ja, und ich, also sowas wird, denke ich, immer mal wieder passieren, aber zumindest ich habe davon noch nichts gehört. Ich habe auch von dem Fall noch nichts gehört. Ich habe von dem Fall noch nichts gehört. Ich habe von dem Stoff noch nichts gehört. Aber das Motiv, dass jemand eins auswischen wollen, das gibt es ja immer mal wieder.

Also das war ja auch mit dem Pausenbrot in der Fabrik so, dass der da einfach so ein bisschen ein Zeichen setzen wollte, was natürlich in einer persönlichen, subjektiven Situation manchmal irgendwie so Sinn ergibt. Ich will ja hier niemandem irgendwie wehtun und ich will jemandem irgendwie eins auswischen.

Aber natürlich ist das objektiv betrachtet absolut falsch, weil erstens, Man sollte jetzt nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Auge um Auge, Zahn um Zahn, das sehe ich nicht so. Gleichzeitig ist es natürlich bei solchen Stoffen auch noch diese Grenze zwischen, wo ich versuche mal so ein bisschen was auszuwischen und das geht richtig schief, ist so dünn.

So, so dünn. Ja, und ich meine, sie hat das ja mehrfach gemacht. Sie hat den einen Kollegen im Jahr 2023 vergiftet, dann war der ein halbes Jahr weg. Und als der wiederkam, hat sie nicht nur ihn nochmal vergiftet, sondern hatte vorher auch noch andere vergiftet. Also es hat ja nachher fünf Kollegen getroffen und über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

Und wenn man einmal ausprobieren hätte wollen, wie Atropin wirkt. Dann reicht ja dieser eine Fall, um zu sehen, okay, offensichtlich kann der Mann ein halbes Jahr lang nicht arbeiten. Das stimmt. Dann muss man, ist nicht nochmal, also ich finde den Grund auch wirklich sehr dünn. Es gibt einfach zu dem Fall jetzt noch nicht so super viele Informationen, deswegen reicht es nicht für eine Folge, der Prozess ist nicht beendet, ich konnte in keine Gerichtsunterlagen oder so reinschauen.

Trotzdem wollte ich den einmal vorstellen, weil es, wie du gerade schon selber gesagt hast, um ein Gift geht, über das wir noch nicht gesprochen hatten. Und dann diese Situation aufgetreten ist, dass ein Schöffel gestorben ist und deswegen der Prozess nicht fortgeführt werden kann. Auch nochmal fand ich ganz spannend war. Ich werde das weiterhin beobachten und schauen, wie sich dieser Prozess entwickelt.

Und irgendwann dann zu gegebener Zeit vielleicht nochmal darauf zurückkommen und euch dahingehend updaten. Aber das ist der Fall von der Rettungssanitäterin, die mehrere ihrer Kollegen vergiftet hat. Ja, sehr spannend und sehr dramatisch, die komplett an mir vorbeigegangen ist. Vielen, vielen Dank. Das waren zwei Fälle, die es nicht geschafft haben, um es denn doch geschafft zu haben.

Das war unsere erste Spezialfolge in diesem Winter. Eine machen wir noch. Nächste Woche haben wir noch mal zwei Fälle, die es nicht geschafft haben. Und dann geht es ganz normal weiter mit dem üblichen Programm. Ich freue mich auf nächste Woche, Lilly. Ich hoffe, du kommst gut rein. Ich hoffe, du rutschst gut rein.

Gehabt dich wohl. Dankeschön. Dann hören wir uns nächste Woche wieder. Jawohl. Tschüss. Tschüss!

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