Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Der Kopf im Topf

Dienstag, 20. Januar 2026 · 48 min

MP3

Shownotes

In Aberdeen, gut drei Stunden nördlich von Sydney, lebt John Price. Der 45-Jährige arbeitet in einer der lokalen Minen und hat zwei Kinder aus erster Ehe. Er trinkt und raucht viel, ist aber stets einer der ersten bei der Arbeit und ein geschätzter Kollege. Mitte der 90er lernt John Katherine Knight kennen. Ihre Beziehung ist intensiv und leidenschaftlich, aber auch gewalttätig und instabil – bis es in der Nacht vom 29.2. auf den 1.3.2000 zu einer grausamen Tat kommt.

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"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert von Storyhouse Productions.

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo, bevor es heute losgeht, möchte ich euch einmal darauf hinweisen, dass die heutige Folge explizite Beschreibungen von extremer Gewalt und Kannibalismus enthält. Wenn ihr euch damit nicht wohlfühlt, überspringt die Folge besser. In der Nacht vom 29. Februar auf den 1. März 2000 wird John Price aus dem Schlaf gerissen. Denn er hat Schmerzen.

Jemand sticht auf ihn ein. Und dieser jemand ist kein Unbekannter. Ganz im Gegenteil, er kennt die Person sehr gut. Das Tragische ist, dass das hier gerade passiert, hat er kommen sehen. John weiß, wenn er überleben will, muss er sich jetzt irgendwie in Sicherheit bringen. Also rennt er aus seinem Schlafzimmer.

Links raus in den Flur und in Richtung Haustür. Er muss nur noch einmal links um die Ecke das Fliegengitter vor der Haustür öffnen und dann hätte er es geschafft. Im Flur macht er das Licht an und erreicht das Fliegengitter. Er muss es nur noch aufstoßen, damit er draußen ist und um Hilfe rufen kann.

Doch dazu wird es nicht kommen. Als die Polizei am nächsten Morgen in Johns Haus eintrifft, traut sie ihren Augen kaum. Nothing could prepare you for what you were about to see. Whatever had done this was obviously a monster and we had to do something, we had to somehow finish it. Die Beamten Scott Matthews und Graham Furlonger können nicht fassen, was sie in Johns Prices Haus vorfinden.

Ihre Blicke wandern zum Esstisch und in die Küche. Dort liegt die Antwort. Und sie ist so grausam, dass man sie kaum in Worte fassen kann. Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lilly Temme. Hallo und herzlich willkommen zur ersten richtigen Folge Food Crimes im neuen Jahr. Die letzten zwei Wochen hatten wir ja wieder Spezialfolgen mit Fällen, die es nicht geschafft haben und dann doch irgendwie geschafft haben.

Jetzt geht es aber wieder wie gewohnt weiter mit unserem kleinen, feinen Podcast hier. Ich habe das Gefühl, das Durchatmen und die leichteren Fälle sind vorbei. Ja, ich habe wirklich heute einen Fall dabei, der sehr hart ist, wenn nicht sogar einer der härtesten, die wir je besprochen haben. Ich muss dazu sagen, ich habe ein paar Nachrichten bekommen, so über die letzten Wochen und Monate verteilt.

In denen stand, dass die Leute sich schon auch mal wieder so ein paar härtere Fälle wünschen. Und ich habe den schon ein bisschen länger auf meiner Liste und habe mir jetzt gedacht, ich mache das jetzt. War das ein Wunschfall? Nee, ich glaube, das war keiner. Zumindest habe ich da keinen Namen zu notiert auf meiner Ideenliste.

Falls doch und die Person hört gerade zu, tut es mir leid. Dann habe ich das versäumt, aber ich glaube, dass es kein Wunschfall war. Und wenn ihr euch damit nicht wohl fühlt, dann überspringt die Folge besser, weil es hier und da heute wirklich auch ein bisschen expliziter wird. Na gut, dann würde ich sagen, schneiden wir uns an und sparen uns, glaube ich, heute mal das fröhliche Rumgeplänkel.

Und bis jetzt weiß ich ja auch noch nicht so viel. Ich weiß ja, ihr habt wahrscheinlich schon den folgenden Titel gelesen, ich weiß noch gar nichts. Du hast noch nicht gesagt, wo das Ganze spielt, oder? Habe ich noch nicht gesagt. Von den Namen ist es entweder England oder Australien, ist gerade mein Gefühl.

Ah, spannend, dass du das tippst. Ich werde gleich auflösen, wo wir uns befinden. Bevor es losgeht, möchte ich natürlich wie immer darauf hinweisen, dass wir Fotos begleitend zur Folge bei Instagram veröffentlichen, unter was schmeckt dahinter. Und heute gibt es mal wieder ein paar mehr Fotos. Okay. Also es lohnt sich, da reinzuschauen.

Und wenn ihr so lieb sein würdet und diesen Podcast mit fünf Sternen bewerten würdet und ihm folgt auf der Plattform, auf der ihr gerade hört, dann wäre uns das auch eine große Freude. Aberdeen in New South Wales liegt gut drei Stunden nordöstlich von Sydney. Bingo. Bingo, ja. Früher geben hier der Bergbau und die großen Schlachthöfe den Ton an.

Heute im Jahr 2000 ist es deutlich stiller geworden. Die Schlachthöfe mitten in der Stadt, die über 100 Jahre in Betrieb waren, sind dicht. Und das fühlt man. Die Straßen wirken an manchen Ecken leer, die Stadt ein bisschen verlassen. Rund 1700 Menschen leben hier. Der alte Schlachthof rostet so vor sich hin, ab und zu schiebt sich ein Kohlezug durch den Ort.

Es gibt zwei Pubs, einen am oberen, einen am unteren Ende der Hauptstraße. Und wie in vielen Gegenden, die ihren wirtschaftlichen Höhepunkt hinter sich haben, kämpft auch Aberdeen mit sozialen und finanziellen Problemen. Von Aberdeen und diesem verwitterten Schlachthof habe ich ein Foto dabei. Du kannst ja gerne mal beschreiben, was diese beiden Fotos für einen Eindruck auf dich machen.

Also die Stadt selber ist wirklich völlig unspektakulär. Die Stadt könnte irgendwo auch in South Carolina liegen. Es ist eine lange Straße mit ein paar grünen Bäumen und Häusern, die aber teils verlassen aussehen oder teils so, als hätten sie nur noch zwei Tage die Woche geöffnet. und der Schlachthof ist wirklich, Der ist zu, also da passiert gar nichts mehr. Da passiert gar nichts mehr.

Mindestens schon 10, 15 Jahre am Rosten. Links liegt so Müll einfach rum. Aber eine ziemlich beeindruckende, weite Landschaft. Schon ganz schön dort. Also landschaftlich schon ganz schön. Ja, und dieser Ort besteht aber eigentlich wirklich nur aus einer Straße mit Häusern links und rechts. Und seitdem die Industrie, die da einmal war, abgewandert ist oder geschlossen wurde, liegt alles brach.

Es gibt auch eine alte Butterfabrik, die da einfach nur so vor sich hin modert. Und ich finde, ein Schlachthof ist ja an sich schon mal kein besonders einladender Ort und so ein stillgelegter. So sieht auch heute kein Schlachthof mehr aus. Also das ist schon auch ein sehr, das ist ein Vintage-Modell, dieser Schlachthof, muss man sagen.

Sowas würde man heute nicht mehr bauen. Ansonsten, ja, diese Dimension auch in Australien, die gehen bei mir immer ganz schwer rein. Also sowohl was Straßenstreckenentfernung angeht, aber auch, ich meine, das sehen wir jetzt hier nicht, aber so diese riesigen Farmen, wo Rinder und andere Tiere gezüchtet werden, das ist ja in Australien komplett absurd, die Dimension.

Aber ich denke mal, darum wird es heute nicht gehen. Nee, darum wird es heute nicht gehen, aber ich wollte dir die Fotos natürlich zeigen, damit du einen Eindruck davon bekommst. Das heißt, in welcher Region sich die heutige Geschichte abspielt. Ja. Und vor allen Dingen, weil John Price, um den es im Intro schon ging, hier in Aberdeen wohnt.

Der 45-Jährige arbeitet hier auch in einer der lokalen Minen und hat zwei Kinder. Von der Mutter der Kinder lebt er seit 1988 getrennt. Zu seinen Kindern hat er aber ein gutes Verhältnis und sie sind häufig bei ihm. Nach der Arbeit trifft man ihn häufig in einem der beiden Pubs im Ort. John trinkt und raucht viel, aber er arbeitet hart und steht trotz durch Zechternächte früh auf und ist meist der Erste am Arbeitsplatz.

Seine Kollegen schätzen ihn dafür sehr und können sich immer auf ihn verlassen. Von John gibt es selbstverständlich auch ein Foto. Mein erster Impuls war, der sieht aus wie mein alter Keyboard-Lehrer. Er hat lockige Haare, also so einen lockigen Fukuhila. Ein Mullet. Ja, ein Mullet, aber halt so einen echten.

Nicht so einen Berlin-Neukölln-Mullet, sondern so einen echten, wie man den in den 80ern getragen hat. Er hat zumindest auf dem Bild eine sehr gesunde Hautfarbe, beziehungsweise so eine Hautfarbe, die weiße Menschen bekommen, wenn sie in sehr sonnigen Teilen der Erde leben. Also es ledert leicht. Ansonsten, ja, ein wohlgenährter Mann, mit dem man, glaube ich, in dem örtlichen Pub sehr gut das ein oder andere Bier trinken kann.

Und ich glaube, mit dem kann man auch gut Pool spielen. Also Billiard. Da weiß ich gar nicht, ob das eines seiner Hobbys war, aber dass er sich viel in den Pubs rumgetrieben hat, ist auf jeden Fall ein Fakt. Ja, er ist ein sehr geselliger, offener Typ. Ja. Ein paar Jahre nach der Trennung von seiner Frau lernt er 1995 Catherine Knight kennen.

John ist geschieden und auch Catherine hat mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich. Die beiden passen gut zusammen. Sie gehen beide gerne aus, trinken, rauchen, haben Spaß und sind gesellig und genießen ihre Zweisamkeit. Und natürlich habe ich auch von den beiden ein Foto. Ich verspreche auch, die Fotodichte nimmt im Zuge dieser Folge ab.

Aber jetzt am Anfang habe ich ein paar mehr dabei, damit man die Umstände gut kennenlernt. Ja, und man möchte das ja verorten und es hilft ja auch, so ein Gesicht zu den Personen zu haben. Hammer. Was ein geiles Bild. Die Klamotten sind bei Humana in der Vintage-Abteilung auch mittlerweile zwischen 70 und 100 Euro wert.

Catherine trägt eine C&A-Cap. Also eine, wie heißt dieses Tier nochmal, nicht Snoopy, dieses Küken? Ja. Ist das ein Vogel? Ja. Ja, bei Cartoons bin ich wirklich. Tweety? Tweety? Tweety? Also dieses gelbe Cartoon-Küken. Schaut gerne mal bei Instagram vorbei, um zu wissen, worüber wir sprechen. Und ja, John selber steht mit einem Bier in der Hand da, lehnt sich aber weg.

Aber es scheint irgendwie schon eine gelöste, gute Stimmung zu sein, weil Catherine sieht entspannt aus, raucht eine Zigarette. John hat, glaube ich, das ist nicht das erste Bier, was er trinkt an dem Abend, aber sieht nach Partystimmung aus. Ich finde, das sieht aus wie auf einem Richtfest oder so, weil im Hintergrund ist eine Wand zu erkennen, die noch nicht verputzt wurde.

Ja, der sieht auch aus, als hätte er einen harten Arbeitstag hinter sich. Naja, er arbeitet auch viel und hart. Aber das sind die beiden. Zu dem Zeitpunkt sind sie Anfang bzw. Mitte 40, also sie ist ein bisschen älter als er. Er ist Anfang 40 und sie ist Mitte 40. Für die heutige Geschichte müssen wir jetzt aber ein bisschen in der Zeit springen.

Also wir befinden uns aktuell Mitte der 90er und jetzt springen wir ins Jahr 2000, um genauer zu sein, zum 1. März 2000. Auf dem Polizeirevier in Muswellbrook, der nächstgelegenen Polizeistation von Aberdeen, klingelt am Morgen das Telefon. Ein Mann meldet sich und gibt an, dass sein Angestellter John Price nicht zur Arbeit gekommen sei. Und dass das komisch sei.

Jemand vom Kollegium sei auch schon bei ihm vorbeigefahren und sein Pick-up stehe in der Einfahrt, aber es habe niemand aufgemacht. Der Mann am anderen Ende der Leitung bittet den Polizisten, bei John vorbeizufahren. Die beiden Beamten, Scott Matthews und Graham Furlonger, machen sich auf den Weg nach Aberdeen, um nachzusehen.

John ist ihnen bekannt, man kennt sich hier in der Gegend einfach, wahrscheinlich hat er am Vorabend zu viel getrunken und verschlafen, denken sie sich. Eine andere Erklärung haben die beiden nicht, denn eigentlich ist John fleißig und zuverlässig. Dass er nicht bei der Arbeit auftaucht und auch nicht anruft, um sich abzumelden, ist ungewöhnlich.

Nach etwa 15 Minuten kommen sie am Haus von John an. Und auch von seinem Haus gibt es ein Foto. Okay, unspektakulär, ein Flachhaus, also so ein Bungalow-Stil, ohne Keller, ohne zweiter Etage würde ich denken. Komplett roter Backstein, eine Veranda mit zwei Büschen davor und einer Treppe, die hoch ins Haus geht.

Ja, ist jetzt nicht mein Stil, aber ist auf jeden Fall auch ein relativ großes Haus, so wie es aussieht. Das Haus hat drei Schlafzimmer, zwei Bäder, ein Wohnzimmer, eine große Küche, einen Waschraum. Also es ist kein kleines Haus, aber John hat ja auch Kinder, die viel Zeit bei ihm verbringen. Und er hat einen ganz gut bezahlten Job. Und ich musste bei dem Haus komischerweise direkt an Sims denken, weil so die ersten Häuser aussahen, die ich so bei Sims gebaut habe, als ich so viele Bauskills hatte.

Ich habe nie Sims gespielt, da kann ich leider nicht ankündigen. Ich hab das mal probiert. Ich fand das so langweilig. Ach, ist voll interessant. Ich fand das gar nicht langweilig. Ich könnte auch stundenlang anderen Leuten beim Sims-Spielen zugucken. Ja, nee. Da baue ich lieber an meinem eigenen Leben. Ja, ja. Ja, ja. Richtig.

Aber es soll heute natürlich nicht um Sims gehen, sondern um John. Da wohnt er also in diesem Backstein-Haus. Und die beiden Polizisten stehen jetzt am Morgen des 1. März 2000 vor eben jenem Haus und tatsächlich, sein Pick-up steht vor der Tür. Als niemand auf das Klopfen an der Tür reagiert, bemerken sie Blut am Türrahmen.

Links neben der Eingangstür sind die Fenster vom Wohnzimmer. Sie versuchen, drinnen irgendwas zu erkennen und sehen etwas, das wie ein zusammengeknüllter Vorhang herabhängt. Sie klopfen nochmal, jetzt fester und rufen Johns Namen. Doch niemand reagiert. Also beschließen sie, ins Haus einzudringen. Sie laufen am Haus entlang Richtung Hintereingang und entdecken ein Stück Fleisch auf dem Boden, wahrscheinlich etwas, das dem Hund gehört, und brechen die Hintertür auf.

Die beiden Männer betreten das Haus von John Price. Und ab da beginnt für die beiden Beamten ein absoluter Albtraum. Als die beiden Beamten das Haus betreten, sehen sie vor sich etwas, das sie für einen Vorhang halten. Das, was da zwischen Küche und Wohnzimmer hängt, blockiert den Zugang zum Wohnzimmer, also stoßen sie es beiseite, um sich Zugang zu verschaffen.

Kurze Zeit später haben sie ein merkwürdiges Gefühl am Arm, etwas Kaltes An der Hand, die den Vorhang weggeschoben hat, ist Blut Erst glauben sie, sie hätten sich beim Eindringen ins Haus verletzt, doch dann realisieren sie, was da vor ihnen hängt Die abgezogene Haut eines Menschen. Eine komplette Haut, aufgehangen an einem Fleischerhaken.

Dahinter liegt ein Torso am Boden, ohne Kopf und ohne Genitalien, ein männlicher Körper. Der eine Arm des Körpers ist um eine leere Softdrinkflasche drapiert und die Beine sind übereinander geschlagen. Überall ist Blut, in jedem Raum Blutspuren am Boden und Wänden. Sie ziehen ihre Dienstwaffe. Was um alles in der Welt ist hier passiert?

Das alles wirkt auf die beiden wie aus einem Horrorfilm. Und dann fällt der Blick auf etwas anderes. Mitten im Blutbad stehen ganz alltägliche Dinge. Auf dem Tisch warten angerichtete Teller mit Gemüse und Fleisch. Auf dem Herd steht ein großer Topf. Die Beamten versuchen, ruhig zu bleiben und sich zu konzentrieren. Aber sie haben Angst.

Nur jetzt gibt es kein Zurück mehr. Denn die große Frage steht im Raum. Ist der Täter noch hier? Ich habe selber beim Erzählen dieser Geschichte die ganze Zeit so kalte Schauer, die mir den Rücken runterlaufen. Sie gehen den Flur entlang und plötzlich hören sie etwas. Aus einem Schlafzimmer ist Schnarchen zu hören. Also lebt jemand.

Sie betreten das Schlafzimmer. Eine Frau liegt auf dem Bett. Die Polizisten versuchen sie zu wecken. Sie wirkt benommen, kaum ansprechbar. Schließlich tragen sie sie nach draußen auf den Rasen. Der Verdacht? Schlaftabletten. Offensichtliche Verletzungen gibt es erstmal keine. Das ist gut. Trotzdem rufen sie den Rettungsdienst und durchsuchen das Haus nach weiteren Menschen.

Doch sie finden keine weitere Person. Langsam aber sicher schleicht sich bei den beiden das Gefühl ein, dass die körperlichen Überreste, die sie im Haus gefunden haben, zu John Price gehören. Aber wer um alles in der Welt kann so etwas Schreckliches anrichten? Und wo sind die restlichen Teile von Johns Körper?

Hast du Gedanken? Ich habe Gedanken bzw. eine Frage. Ist die Frau, die noch in der Wohnung war, ist das Catherine? Das wissen die Beamten zu dem Zeitpunkt noch nicht. Da die ja kaum ansprechbar ist, haben sie den Rettungsdienst gerufen und der holt sie jetzt erstmal ab und bringt sie ins Krankenhaus und derweil haben die beiden natürlich Verstärkung gerufen und ForensikerInnen kommen und es heißt jetzt erstmal einen Überblick über diesen Tatort verschaffen und versuchen zu verstehen, was da passiert ist.

Das ist aber gar nicht so leicht, weil wirklich überall sehr viel Blut liegt. An Lichtschaltern klebt Blut, an Wänden klebt Blut, auf dem Fliegengitter an der Tür und auf dem Boden, überall ist Blut. Und wenn du möchtest, kann ich dir ein Foto vom blutüberströmten Flur zeigen, aber…. Müssen wir auch nicht machen. Boah, muss nicht.

Also ich glaube, man kann sich das vorstellen. Weil wir würden es ja, glaube ich, auch nicht auf Instagram stellen. Das ist, glaube ich, da haben wir ja mal gesagt, das sind so Bilder, die man, glaube ich, jetzt nicht zeigen muss. Und wenn man das unbedingt sehen möchte, wird man das bestimmt irgendwo finden.

Man findet das jetzt nicht direkt, aber wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und das unbedingt sehen möchte, wird man das finden. Aber man kann sich auch einfach nur vorstellen, wie ein Flur, der wirklich voller Blut ist, aussieht. Ich muss an der Stelle, ich will gar nicht zu weit von der Geschichte wegführen, es fällt mir gerade eine Freundin von mir, die bei der Kriminalpolizei ist, die hat mir letztens erzählt, dass es da mittlerweile die Möglichkeit gibt, über so VR-Brillen den Tatort nochmal anzuschauen.

Also in so einem Fall dann auch natürlich, wenn liegen keine Leichen mehr, aber sozusagen Blut und die Markierung und so weiter, die gibt es dann alle noch, dass man dann im Nachhinein nochmal durch den Tatort gehen kann oder auch vor Gericht, dass dann zum Beispiel Schöffen auch nochmal diesen Tatort sich ansehen können, was ich krass finde, dass es das A überhaupt gibt und so möglich ist und so gemacht wird.

Und das wird für Ermittlungen genutzt? Genau für Ermittlungen und das, weil natürlich ein großes Problem ist, dass wenn du jetzt am Tatort bist, jetzt in so einem Fall auch, du siehst das, du machst Fotos, du markierst dir Sachen. Aber dann wird der Tatort aufgeräumt und so kannst du später nochmal in den Tatort gehen und nochmal sozusagen die Situation versuchen dir vorzustellen und vielleicht auch nochmal Details sehen, die dir im ersten Fall nicht aufgefallen sind, die du vielleicht nicht fotografiert hast. Dafür wird das genutzt.

Macht total Sinn, ja. Aber wie gesagt, so Flur kann ich mir vorstellen, ja. Es dauert nicht lang, da machen die ermittelnden Personen eine fürchterliche Entdeckung. Und zwar in der Küche. Denn im Kochtopf in der Küche, der noch auf dem Herd steht, liegt ein menschlicher Kopf. Okay, bitte. Zusammen mit Gemüse sollte der wohl gegart werden.

Und das Auffällige ist, der Topfinhalt ist noch warm. Aber das war es noch nicht. Auf dem Esstisch hatten die beiden ja belegte Teller mit Fleisch und Gemüse gesehen. Das wurde offensichtlich im Ofen zubereitet. Auf dem Tisch stehen außerdem noch zwei handgeschriebene Namensschilder mit Notizen Später findet man heraus, dass die Namen seiner Kinder auf den Schildern stehen, Es wirkt wie eine Botschaft So als ob der Täter die Mahlzeiten für die beiden Kinder bereitgestellt hätte.

Und ihr könnt es euch jetzt wahrscheinlich denken, der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei dem Fleisch um Menschenfleisch handelt. Um Fleisch von John Price. Was die ermittelnden Personen zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, sie werden monatelang kein Fleisch mehr essen. Und sie werden wegen der traumatischen Erlebnisse vom 1. März 2000 für eine Weile berufsunfähig sein.

Der Anfangsverdacht der beiden Ermittler bestätigt sich dann auch, bei der Leiche handelt es sich wirklich um John Price. Doch erstmal heißt es jetzt, die Person finden, die das getan hat. Wir hören einen der Ermittler. Das ist auch die Sequenz, die wir im Intro schon mal gehört haben. Nothing could prepare you for what you were about to see, Whatever had done this was obviously a monster And we had to do something, we had to somehow finish it Also nichts konnte einen darauf vorbereiten, wer mir das gemacht hat, war ein Monster. Ja.

Und dass sie jetzt was unternehmen mussten, weil sie das Ganze beenden wollten, beziehungsweise aufklären wollten. Ja. Und ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das wirklich maximal verstörend ist, aber man stellt im weiteren Verlauf fest, heißt, dass der Täter den Großteil des Gesäßmuskels abgetrennt und im Ofen zubereitet hat.

Die Portionen sind dann auf den Tellern, auf dem Esstisch sowie im Garten gelandet und ich habe ja zu Beginn gesagt, dass die Ermittler, als sie zum ersten Mal am Haus ankommen, ein Stück Fleisch im Garten finden, das sie für ein Stück Fleisch für den Hund gehalten haben und auch da kommt jetzt raus, das ist ein Stück von John.

Beweise werden gesichert, Hand- und Fingerabdrücke genommen, Fußabdrücke, Blutspuren, Messer und ein Schleifstein werden eingesammelt und untersucht. Währenddessen liegt die Frau, die die Ermittler im Haus gefunden haben, im Krankenhaus. Erst fünf Tage später kann sie vernommen werden, denn sie ist tagelang zu schwach, weil sie Beruhigungsmittel im Blut hat.

Aber erst mal muss die Identität der Frau geklärt werden. Es ist Catherine Knight, die Partnerin von John. Sie wird verhört. Doch das Verhör bringt keine klaren Erkenntnisse. Denn die 49-Jährige sagt aus, dass sie sich an nichts erinnern würde. Aufgrund von Beruhigungstabletten leide sie an Amnesie. Sie könne sich weder an den Abend des 29.

Februars noch an die Nacht auf den 1. März erinnern. Aber sie ist natürlich nicht die einzige Person aus Johns Umfeld, die verhört wird. Familienmitglieder, Freundinnen, Arbeitskolleginnen, NachbarInnen, die Polizei spricht mit allen. Und schnell gerät eine gewisse Person ins Visier der ermittelnden Personen.

Denn bei Gesprächen mit dem Umfeld von Catherine und John kommt heraus, zwischen den beiden gibt es schon seit längerer Zeit Probleme. Und nicht nur irgendwelche Beziehungskomplikationen, sondern massive Probleme. Catherine kommt am 24. Oktober 1955 in Tenterfield südwestlich von Brisbane zur Welt. Sie ist die ältere von zwei Zwillingsmädchen und hat noch viele weitere Geschwister, die teilweise mit ihr aufwachsen und teilweise woanders.

Zu Hause erlebt sie früh extreme Gewalt. Ihr Vater Ken ist ein gewalttätiger Alkoholiker. Berichte sagen, er vergewaltigt ihre Mutter Barbara bis zu zehnmal am Tag. In der Schule gilt Catherine als rau und hart. Sie gerät oft in Prügeleien mit anderen Kindern und einmal sogar mit einer Lehrkraft. Mit 15 geht sie von der Schule. Kurz darauf startet sie mit ihrem Traumjob.

Und zwar im Schlachthof in Aberdeen. Dort arbeitet sie sich schnell ein und gilt als sehr versierte Fleischverarbeiterin. Catherine hat im Jahr 2004 Kinder von drei Männern und lernt John Mitte der 90er Jahre kennen. Ein paar Jahre nach der Geburt ihres jüngsten Kindes. Sie sind zwei Jahre zusammen, da trennen sie sich voneinander, kommen aber wieder zusammen.

Aber sie streiten immer häufiger. Mal sind sie getrennt, mal zusammen, so genau weiß das keiner mehr in ihrem Umfeld. Irgendwie können sie nicht miteinander, aber vor allen Dingen können sie nicht ohne einander. Die Beziehung ist instabil und alles andere als friedlich. Du hast deinen Finger gehoben. Ich habe den Finger gehoben. Die beiden haben keine Kinder zusammen. Also die haben beide nur eigene Kinder.

Catherine hat vier und John hat zwei, waren das? Ja, genau. Also bringen beide Kinder mit in die Beziehung. Die wohnen aber nicht mit da, die sind immer mal nur zu Besuch. Also Catherine wohnt mit ihren Kindern in ihrer eigenen Wohnung und das Haus ist ja Johns Haus. Okay, die wohnen da nicht zusammen.

Die Beziehung der beiden ist instabil und alles andere als friedlich. Es gibt Gewalt von ihr und auch von ihm. Catherine begeht mehrere boshafte und gewalttätige Handlungen gegen John. Aus Rache filmt sie zum Beispiel eines Tages Gegenstände, die er angeblich bei der Arbeit gestohlen hatte und schickt das Video seinem Chef.

Obwohl es sich um abgelaufene Erste-Hilfe-Sets handelt, die er vom Firmenmüllplatz geholt hatte, wird John daraufhin nach 17 Jahren entlassen. Ja. Sie ihn gemeldet hat. Ja. Also sie wollte sich an John rächen. Ich weiß nicht genau, für was, aber ihre Reaktion war, dieses Video aufzunehmen und das an seinen Chef zu schicken und der hat ihn daraufhin gefeuert.

Ich schaue mir auch gerade noch mal das Bild an von den beiden, was du mir vorhin geschickt hast, weil das auf einmal ganz anders wirkt, wie er sich weglehnt von ihr der Blick von ihm ist mehr so, komm, nimm die Kamera runter, sehe ich da jetzt eigentlich in dem Blick. Und nicht eigentlich eine irgendwie entspannte Party, sondern eher so, ich will eigentlich gerade nicht mit ihr abgelichtet werden, aber das ist, das sind wir ja dort, wo wir schon so oft waren, was man in so Bilder reininterpretieren kann, aber es ist, ja, es hat sich gerade sehr verändert, das Bild für mich.

Ja, kann ich absolut nachvollziehen. Am Anfang, wenn man nichts über die Person weiß, kann man alles in dem Bild sehen und sobald man so ein paar Informationen hat, meint man ja häufig in den Augen, gewisse Dinge erkennen zu können und ist dann natürlich nicht mehr so unvoreingenommen wie vorher. Ja.

Also das mit dem Melden bei der Arbeit ist eine Sache, die sie macht. Eine andere Sache ist die, dass sie ihn mit einem Messer an der linken Brust verletzt. Die Narbe ist auch nach seinem Tod und dem Häuten sogar noch zu sehen. Und vielleicht ist das kein Zufall, genau dieser Bereich bleibt als einziger unversehrt. Boah, das ist so makaber alles.

Ja, aber auch er ist gewalttätig und schlägt sie Im Freundes- und Bekanntenkreis ist man schon länger der Meinung, dass die beiden sich überhaupt nicht gut tun und sich trennen sollten Aber sie bleiben zusammen, Auch wenn John seinem Umfeld immer wieder erzählt, dass er um seine Sicherheit bangt und um sein Leben fürchtet, Am 27. Februar 2000, dem Sonntag vor seinem Tod, kommt es mal wieder zum Streit.

Was feststeht, John schlägt sie. Die Blutergüsse, die sie von den Schlägen bekommt, lässt Catherine bei einem Arzt und der Polizei dokumentieren. Was ebenfalls feststeht, John verlässt das Haus und sucht Schutz bei seinem Nachbarn. Er sagt ihm, Catherine habe nach einem Metzgermesser gegriffen und ihm gedroht.

Catherine bestreitet gegenüber den Beamten jedoch, an dem Tag ein Messer benutzt zu haben, um John zu bedrohen. Die genauen Umstände dieses Streits bleiben also unklar. Zwischen Sonntag, dem 27. Februar 2000 und dem Todestag gibt es keine weitere dokumentierte Auseinandersetzung. Was es gibt, Catherine zeigt ihre Blutergüsse vielen Menschen, nicht nur der Polizei und ihrem Arzt, sondern auch ihre Zwillingsschwester, ihren Töchtern, ihrer Schwägerin und einer Freundin.

Also die war bei der Polizei und die hatten, also es gab Wissen darüber, dass die beiden gewalttätige Auseinandersetzungen hatten. Ja, das hat sie gemeldet an diesem Tag. Wir wissen nicht, ob die Polizei mal zu Hause bei den beiden war oder bei John oder bei ihr. Doch, das weiß man. Also bezüglich dieses Falls der blauen Flecke, die sie gemeldet hat, war die Polizei nicht bei John.

John wiederum war auch häufiger bei der Polizei, hat dann aber nie die weiteren Schritte unternommen, die es gebraucht hätte, um sowas wie eine einstweilige Verfügung oder so zu bewirken. Die beiden hatten, wenn ich das so sagen kann, eine sehr, sehr, sehr toxische Beziehung zueinander. Und ... Sind trotzdem immer wieder zusammengekommen. Trotz all dem, was sie sich angetan haben.

Die Verhöre mit Catherine dauern an. Sie bestreitet, irgendwas mit dem Mord an John zu tun zu haben. Sie habe ihn nicht getötet, sie habe viel zu viel Angst vor ihm gehabt, sagt sie. Die ermittelnden Personen haben aber den Eindruck, dass Catherine in den Tagen vor Johns Tod sehr darauf bedacht war, zu beweisen, dass sie in einer gewaltvollen Beziehung lebt.

Sie werden das Gefühl nicht los, dass sie sich als Opfer darstellen will, denn sie berichtet nicht nur von Johns Gewaltausbrüchen, sondern auch von ihren gewalttätigen Ex-Partnern, Seit Jahrzehnten habe sie häusliche Gewalt erlebt Sie nehmen ihre Schilderungen ernst und überprüfen ihr Gewalt-Opfer-Narrativ Und sie sprechen mit all ihren Ex-Partnern und stellen fest, Catherine ist nicht die konstante Opferperson, sondern immer wieder Täterin, Seit 1974, 1986 und 1990 hat sie drei zentrale Partnerschaften, die alle ähnliche Muster zeigen.

Männer mit Stichwunden, einer mit eingeschlagenem Kopf durch eine Pfanne, Männer, die sich vor ihr fürchten. Aber auch Todesfälle? Nein. Okay. Schon früh zeigt sich extreme Gewalt in ihren Beziehungen. Dave Kellett, ihren ersten Ehemann, versucht sie in der Hochzeitsnacht zu wirken, weil er ihr zu schwach beim Sex ist.

Später flieht er aus der Beziehung. In einer Eskalation legt sie ihr Kind auf die Bahngleise, wo Kohlezüge fahren, als Reaktion auf Kelletts Flucht. Sie landet in einer Psychiatrie. Kellett kehrt vorübergehend zurück, doch es hält nicht. 1986 lernt sie David Saunders kennen, einen Bergarbeiter. Anfangs sind sie sehr verliebt, nach einem Jahr kippt es. In ihrem Kopf betrügt er sie.

Sie bekommt zu wenig Aufmerksamkeit, dann schneidet sie seinem Welpen mit acht Wochen die Kehle durch. Tötet ihn aus Wut. Saunders flieht und versteckt sich, inszeniert sogar eine falsche Spur. Später ist sie mit John Chillingworth zusammen, betrügt ihn allerdings mit John Price und trennt sich. Aus ihrer Vorgeschichte wird also klar, Catherine neigt in Beziehungen immer wieder zu Gewalt, Rachsucht, Bosheit, Besitzanspruch und Grausamkeit und bemüht sich gleichzeitig, sich als unschuldiges Opfer zu präsentieren.

Dabei ist tatsächlich oft sie die Aggressorin. Ihre Arbeit im Schlachthof in Aberdeen prägt sie. Seit 1971 arbeitet sie dort, steigt von der allgemeinen Arbeiterin in den Innereienraum und dann zur Zelligerin auf. Über mehr als ein Jahrzehnt ist das ihr Handwerk, bevor sie sich aus gesundheitlichen Gründen in den Frühruhestand begeben muss.

Sie hat eine Obsession mit dem Tod und eine Faszination für Messer. Manche Schlachtermesser hat sie sich übers Bett gehangen. In ihrer Wohnung finden die Ermittler außerdem eine Sammlung gewalttätiger, bizarrer Filme auf VHS und ausgestopfte Tiere. Die Atmosphäre in ihrer Wohnung ist düster und bedrückend.

Und dann belasten sie Familienangehörige schwer und berichten von Warnzeichen. Catherine habe davon gesprochen, John zu töten und davonzukommen, weil man sie für verrückt halten werde. Mit all diesen Erkenntnissen konfrontieren die Beamten Catherine. Und dann, plötzlich, gesteht sie den Mord an John Price.

Aber sie macht deutlich, dass sie das nur getan habe, um sich selbst zu schützen. Also ja, es ist wirklich eine ganz dunkle, düstere, beklemmende Welt, in die wir hier absteigen. Und nochmal, ich habe dieses Bild immer noch offen hier. Das so gerade zusammen zu bekommen, das ist so schwer, wie über dieser, also auf dem Bild, ich kann es nur noch mal sagen, so wie ganz lebensfrohen, offenen Frau, wie diese Wohnung dann aussehen muss, in der sie wahrscheinlich zu der Zeit dann auch gewohnt hat.

Das geht ganz schwer, das irgendwie zusammenzubekommen. Ja, es fehlen einem so ein bisschen die Worte. Ja, ich glaube, die Geschichte spricht für sich selber. Ich glaube ja, da gibt es jetzt von uns vielleicht gar nicht so viel hinzuzufügen, Außer vielleicht eben das Gefühl, dass ihr auch habt, so ein bisschen in Worte zu fassen, dass man sich denkt, ist einfach super beklemmend und ist.

Eine Welt, die ja, komplett verborgen zu sein schien. Beziehungsweise dann auch wieder nicht, wenn die Familienmitglieder ja gesehen haben, was da passiert und was da abging. Ich bin mal gespannt. Kommst du jetzt noch zu dem Tag selber? Okay, bin ich mal gespannt, wie das Ganze weitergeht. Ich werde jetzt auf den Tathergang eingehen, um die Grausamkeit dieses Verbrechens nochmal zu verdeutlichen.

Es wird hier und da wirklich hart, das will ich jetzt nochmal betonen. Also falls euch damit nicht wohl ist, überspringt das jetzt besser. Catherine kommt in der Nacht vom 29. Februar 2000 ins Haus von John Also sie hat einen Schlüssel zu dem Haus Der schläft aber schon Also schaut sie ein bisschen fern Duscht und zieht sich neu gekaufte Dessous an, Dann weckt sie ihn und die beiden haben Sex. Daraufhin schläft John wieder ein.

Später in der Nacht wird er wach, weil jemand auf ihn einsticht. Es ist Catherine, die insgesamt mindestens 37 Mal auf ihren Partner einsticht. Im Bett, im Flur, bei seinem Versuch zu fliehen. Die Stichverletzungen treffen lebenswichtige Organe. Sie treffen die Aorta, beide Lungen, die Leber, den Magen, den Dickdarm, die Bauchspeicheldrüse und die linke Niere.

Der Blutverlust ist enorm. Das Verletzungsmuster reicht vom Oberkörper bis zu den Gesäßpartien und tiefer. Die Stiche sind mit großer Kraft gesetzt, mit einem langen Messer. Ein passendes Metzgermesser findet die Polizei neben dem toten Körper. Ein benutzter Schleifstein liegt offen in der Küche nahe Spüle und Herd.

Die Blutspuren erzählen den Ablauf. Der erste Angriff passiert im Hauptschlafzimmer, während John im Bett liegt. Die ersten Stiche treffen seine Vorderseite. Dann steht er auf, versucht zu fliehen. Er rennt den Flur entlang Richtung Ausgang, Catherine verfolgt ihn und sticht mehrfach in den Rücken. Im Flur versucht er das Licht anzumachen, er ist vorn und hinten blutgetränkt und bekommt wohl weitere Stiche in die Vorderseite.

Dann erreicht er endlich die Haustür, öffnet sie, außen am Knauf sind Blutspuren. Er schafft es kurz ins Freie, bleibt aber nicht lang draußen. Wahrscheinlich wird er zurück ins Haus gezogen und stürzt im Flur nahe der offenen Tür zum Wohnzimmer, wo die Polizei später seinen Körper findet. Dass er eine Zeit lang im Flur liegt, zeigt die große Blutlache.

Und nachdem er eine Weile tot ist, zieht Catherine den Körper aus dem Flur ins Wohnzimmer. und beginnt dann, ihn zu häuten und zu zerstückeln. Sie arbeitet so sauber, dass man seine Haut nach der Obduktion wieder aufnähen kann, um den Tathergang besser rekonstruieren zu können. Boah, ist das hart. Ihre Fähigkeiten hat sie sich bei ihrer Arbeit im Schlachthof angeeignet.

Die Haut hängt sie an den Fleischerhaken und Teile des Körpers, kocht und serviert sie. Das hatte ich ja bereits erzählt. Aber sie serviert das als Show, also sie serviert das ja niemand. Sie isst das selber? Nein, sie hat es nicht selber gegessen. Sie hat den beiden Kindern, die an dem Tag nach der Schule zu ihm kommen sollten, auf den Tisch gestellt und auf den Namensschildern kleine Notizen hinterlassen.

Und natürlich, wenn die Kinder nach Hause gekommen wären und dieses Blutbad und Massaker vorgefunden hätten, hätten die natürlich niemals gegessen, was auf dem Tisch steht. Aber diese Symbolik von ihr. Das ist so, ja, das ist so makaber, das ist, ja. Es gibt eine Übersicht über Johns Wohnung mit der Raumaufteilung und den Fundorten von einzelnen Teilen und das würde ich dir auch einmal kurz zeigen, damit man das besser verstehen kann.

Und dann kann ich auch noch mal dazu sagen, was wann war. Also vorne, bei der Nummer 3, sieht man den Haupteingang, wo die Polizisten auch hingekommen sind und geklopft haben. Und da haben die Blutspuren gefunden und haben dann links davon durch die Wohnzimmerfenster in das Haus geluschert und bei der 6 hing das, was sie für einen Vorhang gehalten haben.

Und dann sind sie links ums Haus rum und hinten durch den Hintereingang, wo die Waschküche ist, reingekommen, in die Küche rein und dann ins Wohnzimmer rein und, haben die einzelnen Stellen gefunden und dann sieht man noch das Schlafzimmer bei der Nummer 1, in dem John lag und wie er dann versucht hat, durch den Flur nach draußen zu gelangen.

Alles in allem, die Umstände dieser Tötung sind extrem und sie übersteigen sogar die Erfahrung erfahrener Fachleute inklusive mehrerer PsychiaterInnen, die hinzugezogen werden. Mhm. Catherine plädiert trotzdem zunächst auf nicht schuldig. Äußerlich unscheinbar sitzt sie regungslos im Gerichtssaal. Trotz ihres Geständnisses im Verhör bleibt sie bei nicht schuldig, vollzieht dann aber einen U-Turn und will auf schuldig plädieren.

Ohne Begründung. Vielleicht hast du dich gefragt, ob psychiatrische Gutachten gemacht wurden. Und die Antwort ist ja. Ja, ich habe es mich ehrlich gesagt nicht gefragt, weil ich bin davon gerade ein bisschen ausgegangen. Ja. Ja. Das wird natürlich gemacht. Das ist ja auch das, worauf sie so ein bisschen angespielt hat in ihren Ankündigungen.

Und mehrere PsychiaterInnen kommen zu dem Ergebnis, dass sie nicht geisteskrank ist. Sie ist zurechnungsfähig. Ihr wird allerdings eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, jedoch keine psychische Krankheit, die für mildernde Umstände oder so sorgen könnte. Die PsychiaterInnen sagen, dass wenn Catherine nicht bekommt, was sie will oder sich etwas einbildet, dass sie Vergeltung ausübt und das in dem Fall eben zu dieser wirklich entsetzlichen Tat geführt hat.

Catherine Knight wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sie ist die erste Frau in Australien, die ohne Bewährung sofort inhaftiert wurde. Das Haus von John Price stand letztes Jahr im Sommer zum Verkauf für deutlich weniger als vergleichbare Häuser in der Gegend, was mit den Vorfällen zu tun haben könnte.

Das war die Geschichte von John Price und Catherine Knight der Frau, die ihren Partner getötet und Teile seines Körpers gekocht hat um sie seinen Kindern zum Essen servieren zu können. Hui, hui, hui, was eine Geschichte, was eine Geschichte. Ja, ich bin ohne Worte, weil das wirklich einfach eine ganz, ganz schlimme, traurige Geschichte ist.

Und ich denke mir gerade so, man kann nur hoffen, dass auch seine Kinder da irgendwie nicht so viel gesehen haben. Und irgendwie nicht groß mit Bildern des Tatortes etc. In Berührung gekommen sind, weil das... Das muss so traumatisch sein, also noch zusätzlich zu diesem ganzen Fall. Deswegen, das ist glaube ich gerade mein einziger Gedanke noch dazu.

Ansonsten ist es ein wirklich ganz harter Fall, ganz schlimmer Fall, von dem ich, wenn ihr auch noch nichts gehört habt, tatsächlich. Ich wollte noch zu den Kindern ergänzen, dass die natürlich Zeugen vor Gericht waren. Ich habe auch sämtliche Gerichtsakten gelesen und die Zitate der Kinder gelesen, die einfach Aussagen zu, wann ist ihr Vater mit der Frau zusammengekommen und welches Verhältnis hatten sie zu ihr und sie hatten ein Gutes, also sie haben sich gut mit ihr verstanden.

Ich weiß nicht wie viel die gesehen haben aber sie waren auf jeden Fall alt genug um zu verstehen was da passiert ist und allein diese Vorstellung ist so grausam dass ich mir gar nicht vorstellen kann wie man damit umgehen soll ehrlich gesagt ja. Also ich kann sagen dass ich in Zukunft auch wieder weniger harte Fälle besprechen werde und euch erzählen werde.

Trotzdem hat er hier Platz gefunden. Ja, nächste Woche wird es schon ein bisschen, leichter. Bisschen weniger hart. Okay, das sind doch gute Aussichten. Das weiß ich schon. Heute lohnt sich dieser harte Cut vielleicht nochmal umso mehr oder heute ist er angebracht, um euch wieder ein bisschen mehr in die Realität reinzuholen.

Wenn Flo uns hoffentlich seinen persönlichen Foodcrime mitteilt. Ich glaube auch, der könnte hier etwas Reinigendes bringen. Ich war über die Weihnachtstage in Bayern. Und ich habe wieder festgestellt, dass jede Brezel, die nördlich von München verkauft wird, nicht wert ist, auch nur 80 Cent zu kosten.

Also ich finde, wenn man mal wieder von der süßen Frucht der echten bayerischen Brezen gegessen hat, dann möchte man nichts anderes mehr. Und dann ist mir auch wieder aufgefallen, so Brezeln sind ja auch so ein beliebtes Ding, was es so bei Sportveranstaltungen gibt, so im Theater überall, wo es so kleine Snacks, raucht, werden Brezeln verkauft und die sind immer scheiße die sind immer trocken, weil die irgendwann am Vormittag aufgebacken wurden und dann bis abends irgendwo rumliegen und sowieso so trockene Brezel ohne irgendwas die muss einfach, die muss noch leicht warm sein, dann ist sie geil, ansonsten ist das wirklich ein absolutes Verbrechen an der Backkunst der Brezel und wie gesagt, ich stehe dazu,

alle Brezeln nördlich von München gehören verboten. Das ist meine Meinung und das ist mein Foodcrime für diese Woche. Rede, Flo. In Bayern wird doch auch auf die Brezen, wie man dann da sagt, auch eher so Salzschnee drauf gemacht und nicht diese fetten grobkörnigen Salzstücke, die es hier in hiesigen Gebieten gibt, oder?

Also ich habe auch welche mit normalen Salzstücken gegessen, aber ja. Oh, ich hatte so eine fluffige, so eine weiße. Oh, lecker. Ja, so eine richtig gute Brezel ist schon wirklich was richtig Feines. Dazu muss ich dann aber auch sagen, ich habe ganz andere Ansprüche an Brezeln außerhalb von Bayern. Also ich kaufe mir schon häufiger mal im Stadion oder auf irgendwelchen Veranstaltungen eine Brezel hier und habe gar nicht die Erwartung, dass die super lecker wird.

Nee, ist auch nie geil, das stimmt. Ja, aber es ist ja auch nicht mal so, dass man sich dann denkt, so das war okay, sondern es ist immer unbefriedigend, finde ich. Ja, aber manchmal bin ich räudig. Manchmal bin ich, manchmal kaufe ich mir so eine mit Käse überbackte Brezel am Bahnhof. Davon fangen wir jetzt gar nicht an. Ja.

Heutiger Foodcrime-Bretzel nördlich von München. Ja. Obwohl im Stuttgarter Raum gibt es doch auch hervorragende Brezel, oder nicht? Nein, ich möchte das, in Nürnberg bestimmt auch, aber ich musste ja jetzt irgendwo eine Grenze ziehen und für mich ist die Grenze am Münchner Flughafen. Alles klar. So, aufhörens. Na gut.

Schreibt uns doch gerne mal, wie ihr das seht. Und ansonsten hören und sehen wir uns nächste Woche wieder. Darauf freue ich mich sehr. Schön, dass ihr auch dieses Jahr wieder dabei seid, wenn es heißt Foodcrimes, was schmeckt dahinter. Und was mich auch noch interessieren würde, das könnt ihr auch gerne mal schreiben, ist, ob ihr irgendwelche Neujahrsvorsätze habt.

Vielleicht können Flo und ich uns da ein bisschen inspirieren lassen, weil wir haben eher keine, würde ich sagen. Nö, ich bleibe genauso fantastisch, wie ich schon bin. Hammer. Gut, mit diesen Worten sage ich Tschüss und liebe Grüße.

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