FTHpodcast· Folge 135

Als Leiter gut kommunizieren - typische Fehler und praktische Tipps | Dr. Andreas Kreuter | FTHpodcast

Freitag, 22. Mai 2026 · 25 min

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Shownotes

Gute Kommunikation entscheidet oft darüber, ob Leitung Vertrauen schafft oder Verunsicherung auslöst. Gerade in Gemeinden, Teams und christlichen Werken prägen Worte, Gespräche und auch unausgesprochene Dinge die Kultur stärker, als vielen bewusst ist.

In dieser Folge des FTHpodcasts spricht Dr. Artur Reiswich mit Dr. Andreas Kreuter darüber, welche Kommunikationsfehler Leiter häufig machen, wie gute Kommunikation gelingen kann und warum Zuhören dabei eine zentrale Rolle spielt. Außerdem geht es um den Umgang mit Konflikten, schwierigen Entscheidungen und biblische Impulse für Leitungskommunikation.

🎙️ Viel Freude und Gewinn beim Zuhören!

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Liebe Zuhörer, Leitung hat mit vielen Dingen zu tun. Mit Verantwortung Entscheidungen Vision Geistlicher Reife und auch Charakter. Aber ein Bereich wird dabei ganz oft unterschätzt Obwohl er ganz entscheidend dafür ist ob leitung gelingt oder scheitert nämlich der bereich Kommunikation. In dieser Episode gehen wir der Frage nach wie gute kommunikation aussieht was die typischen Fehler sind, die Leiter beim Kommunizieren machen und wie uns eine Person der Bibel hier ganz wertvolle Impulse für gute Kommunikation gibt.

Darüber spreche ich mit Dr. Andreas Kräuter – er ist Leiter für Hochschulentwicklung an der FDH in Gießen und ehemaliger CEO mit Verantwortung für über viertausend Mitarbeiter und weiß daher aus eigener Praxis, wie wichtig eine gute Kommunifikation ist. Mein Name ist Arthur Reiswig, Sie hören FDR Podcasts und ich wünsche Ihnen viel Gewinn beim Zuhören!

So, ich begrüße Ihnen ganz herzlich hier bei mir im Studio Herr Kräuter. Herzlich willkommen! Ja vielen Dank für die Einladung. Herr Kröter warum liegt Ihnen das Thema gute Kommunikation so auf dem Herzen? Ich habe in vielen Jahren in verschiedenen führungsverantwortlichen Positionen gemerkt wie wichtig Kommunikations ist und leider habe ich auch viele Beispiele schlechter oder fehlender KommunikATION erlebt.

Können Sie uns dann ein bisschen mit hineinnehmen, vielleicht auch an konkreten Beispielen aus Ihrer eigenen Erfahrung? Ja also ein Beispiel aus meiner Unternehmenspraxis. Wir mussten als Leitungsteam mal in einem Bereich sehr viele Dinge verändern. dieser Bereich kam ein sehr schweres Fahrwasser. der Umsatz ging zurück die Gewinne sind eingebrochen es hatte wirklich sehr es gab sehr viele Herausforderungen und wir haben dann viele Veränderungen auf den Weg gebracht und es gab überhaupt keinen Feedback von der Leitung.

Und als dann ein großes Meeting-Anstand, um den Bereich sich anzuschauen. Da wurde sehr viel Kritik und Unzufriedenheit von der Leitung geäußert über das was wir da gemacht haben. Wir haben auf einmal gemerkt dass da ganz andere Erwartungen im Raum standen die aber nicht kommuniziert wurden. Damals haben wir viele unnötige Dinge gemacht.

auch nach diesem Meeting war unsere Motivation völlig im Keller. oder vielleicht auch noch ein anderes Beispiel aus dem Gemeindealltag. Ich habe gerade vor ein paar Tagen mit einem Bekannten gesprochen und in dessen Gemeinde ging es um die Nachfolge im ältesten Kreis, das lief völlig daneben. Die Ältesten hatten sich zwar sehr intensiv damit beschäftigt einen guten Kandidaten zu finden und haben dann auch einen gefunden und der Gemeinde vorgestellt aber es gab riesigen Widerstand und Unmut in dieser Gemeinde Und zwar nicht weil der Mann nicht geeignet war, sondern weil die Kommunikation eine Katastrophe war.

Niemand war eingebunden. Die Leute wurden wo vollendete Tatsachen gestellt und einige wichtige Leute in der Gemeinde fühlten sich komplett übergangen. Das waren jetzt zwei Beispiele aus dem direkten Leben. Aus zwei verschiedenen Bereichen. lassen Sie uns versuchen da auf die Ursachen zu schauen. was würden sie sagen?

Was fällt Leitern Ihrer Erfahrung nach einer Kommunikations besonders schwer? und vor allem warum ist das so? Ich glaube es gibt viele Gründe, warum Kommunikation leitern schwerfällt. Der Wichtigste für mich ist das Leiter die Wichtigkeit von Kommunikationsunterschätzen. Sie sind sich einfach nicht bewusst dass Kommunikion ein ganz zentraler und entscheidender Teil ihrer Führungsverantwortung ist.

Bei den Schwaben da heißt es so schön nix gesagt ist genug gelobt. Ich kann's nicht auf schwäbisch aber erinnert dich passt das? Und da geht es natürlich um das Loben, also darum ein positives Feedback zu geben wenn was gut gelaufen ist. Aber ich glaube dass kann man auch übertragen auf Kommunikation.

leider neigen dazu wirklich anzunehmen, dass die Mitarbeiter schon wissen was los ist, was sie tun sollen und was die Erwartungen sind. aber das ist tatsächlich oft nicht der Fall. Also das wäre mal so. ein ganz wichtiger Grund, dass diese Wichtigkeit nicht bewusst ist. Ein anderer Grund ist das, glaube ich manche Leiter sich scheuen zu kommunizieren.

Weil Kommunikation oft eben auch beinhaltet nicht nur das Gute anzusprechen sondern auch Kritik und Schwierigkeiten die unangenehmen Wahrheiten auszusprechen Und davor scheuen sich dann auch viele Leiter. Lassen Sie uns bevor wir uns anschauen wie man gut kommuniziert und es besser macht noch die Wirkung von schlechter oder nicht gelungener Kommunikation anschauen.

Wozu führt das, was Sie gerade beschrieben haben? Was sind die Folgen, wenn Leiter schlecht gar nicht oder unklar kommunizieren?". Ja da gibt es eine ganze Reihe von Folgen für fehlende oder ungute Kommunikations. Das erste ist, wenn keine Kommunikion da ist dann gibt es ein Vakuum also einen Vakum. Ich weiß, wahrscheinlich kann man sich noch an den Physikunterricht erinnern.

Wenn ein Vakuum da ist, dann erzeugt das einen unglaublichen Druck. Das heißt es saugt etwas anderes an und Vakum in der Kommunikation saugte Gerüchte an Spekulationen. Und das führt zu... einfach zu Unsicherheiten. Und da wird alles möglich. sich ausgedacht, wenn in einem Unternehmen Kostenmaßnahmen so irgendwelche Budgets werden gekürzt und wenn nicht klar ist warum und wie dann unterhalten sich die Leute mehr und mehr und dann stehen schon Massenentlassungen auf dem Programm.

Und interessanterweise ist es ja auch so, dass die Arbeit solche Spekulationen Gerüchte wieder einzufangen und die Feuer zu löschen, die dann da brennen viel aufwinderiger sind als wenn man frühzeitig gut kommuniziert hätte. Also dieses Vakuum, diese Gerüchtet – das ist eine Folge! Eine zweite Folge von unguter oder fehlender Kommunikation ist schlicht und ergreifend Effizienzverlust Den Beispiel, was ich am Anfang geschildert habe.

aufgrund dieser unklaren Ziele und Erwartungen haben wir einfach am Ziel vorbeigearbeitet. Das war ineffizient. Wir sind ... haben Dinge auf den Weg gebracht die wir hinterher wieder zurückdrehen mussten Und auch im Auch dem Beispiel des Gemeindealltags. Obwohl es eigentlich eine gute Lösung war für diese Nachfolge, hat sich nicht durchgesetzt oder beziehungsweise satt.

sehr viel Unmut und Unzufriedenheit darüber gegeben weil sie schlecht kommuniziert waren. also Gerüchte, Vakuum fehlende Effizienz Und der dritte Punkt Der mir auch wichtig ist dass das sehr schnell zur Resignation und zu Frustration bei den Mitarbeitern führt. Wenn Mitarbeiter nicht wissen, wo die Reise hingeht, warum sie etwas machen was die Erwartungen sind dann macht sich sehr schnell Resignation und Frustration breit.

Ich kann mich erinnern vor vielen Jahren war ich mal Teilnehmer in so einem Team-Building Event Und eine der Aufgaben die wir da hatten bei so einer Übung im Freien war, dass alle Teammitglieder die Augen verbunden bekommen haben und nur einer der dann der Leiter war. Der musste das gesamte Team nur durch Kommunikation durch einen Hindernis-Pakur bringen und er musste gleichzeitig noch Aufgaben lösen um zu wissen wo er in einem Hindernispakur das Team hinführen sollte.

Das war eine sehr frustrierende Erfahrung. Ich war also bei den Leuten mit dem verbundenen Augen und wir wussten oft nicht wo wir waren, wo wir hin sollten. Wir wussten nicht welche Hindernisse auf dem Weg waren. da lagen ein Baumstamm. das sind wir dann dagegen gestoßen und haben uns weh getan. Wir hörten manchmal minutenlang nichts von dem Kerl vom Leiter weil er gerade mit seinen Aufgaben beschäftigt Und standen rum, wurden teilweise richtig wütend und haben uns geärgert.

Das war eine wirklich sehr eindrückliche Lektion für mich wie sich Mitarbeiter im Unternehmen fühlen wenn sie nicht wissen wo es hingeht, wenn nicht gut kommuniziert wird. Vielleicht mein letzter Punkt noch, wozu führt das? Was die Steigerung von Resignation und Frustration ist, dass irgendwann die Leute auch gehen.

Dass sie entweder innerlich kündigen oder sogar echt kündig sind. Wenn Sie die Bindung verlieren an die Firma, an die Organisation, an den Gemeinden dann wird die Bindungen niedriger und irgendwann gehen Sie. Statistiken zeigen immer und immer wieder und das ist wirklich bestätigt Nicht in erster Linie eine Firma oder eine Organisation verlassen, sondern in den meisten Fällen verlassen Sie Ihre Vorgesetzten.

Vielen Dank! Nachdem wir jetzt auf die Schattenseiten geschaut haben will ich das gerne mal umdrehen. was passiert? Auf der anderen Seite wenn Leiter gut kommunizieren, was bewirkt gute Kommunikation? egal ob das jetzt bezogen auf ein Team oder auch auf die Gemeinde ist? Ja am Grunde sind es ja dann fast die spiegelbildlichen Effekte zu den Folgen negativer Kommunikations.

also Gute Kommunikation gibt den Mitarbeiter dem Team einfach Vertrauen und Sicherheit. Wissen, wo sie stehen, wenn Sie Feedback bekommen, dann führt das zum Vertrauen in die Leitung, zum Vertrauen in die Führung und senkt auch den Stresslevel. Unsicherheit bedeutet eigentlich immer Stress. Und das zweite ist dann auch mehr Effizienz.

Klarheit schafft auch Fokus, die Leute wissen wofür sie arbeiten was von ihnen erwartet wird und in welche Richtung es gehen soll. Unnötige Diskussionen werden reduziert und das fördert eben Zielgerichtetheit, Fehler werden reduzieren, Effizience wird erhöht und das gilt sowohl im Unternehmenskontext als auch im christlichen Gemeindekontext.

Gibt es hier für Sie ein biblisches Beispiel einer Person, die zeigt wie gute Kommunikation gelingen und aussehen kann? Für mich ist da ein riesiges Vorbild in der Bibel der Nehemia im alten Testament. Der lebte im sechsten Jahrhundert vor Christus und das war die Zeit als ein Großteil des Volkes noch im barbelonischen Exil war.

Und Gott hatte es dem Nehemiah aufs Herz gelegt, dass die zerstörte Stadtmauer in Jerusalem wieder aufgebaut werden soll. Denn ohne so eine Stadtmau war die stattschutzlose Räuber und Blünderer ging ein- und aus – eigentlich wollte da gar keiner wohnen! Und der Nehmiah waren großartiger Leiter und Kommunikators gelangen wirklich gegen riesige Widerstände die Mauer um die gesamte Stadt Jerusalem mit Tausenden von freiwilligen Helfern in Sag-und-Schreibe, zwei und fünfzig Tagen wieder aufzubauen.

Und das kann man alles nachlesen in dem Propheten-Nemia im alten Testament. Die Kernfrage der heutigen Sendung ist natürlich die Wie geht denn jetzt eigentlich gute Kommunikation? Also was würden Sie sagen wie macht man gute Kommunifikation? Welche Tipps welche Erfahrungen können sich hier unseren Hörern mit auf den Weg geben?

Ja mein mein erster Rat wäre bewusst zu kommunizieren. Also Kommunikation ist Leitungsverantwortung, das hat ich schon angesprochen. Aber Kommunikations passiert nicht von alleine. KommunikATION muss man planen, einplanen und sowohl die persönliche Kommunikion mit Einzelnen also Feedbackgespräche Mitarbeiter Gespräche als auch die Kommunikacion an das Team oder die gesamte Organisation oder die Gemeinde.

Und wenn man das nicht einplant dann bin ich sicher, es geht im Alltag unter. Und auch mit einem Mal zu kommunizieren ist das nicht getan. Kommunikation muss permanent sein. wir müssen das wiederholen was wir sagen die Botschaften wiederholend. Ich habe ja auch meiner Frau bei der Hochzeit versprochen dass ich sie liebe aber Ich sage ihr das auch immer wieder einmal, denn es wäre nicht gut zu sagen ich habe dir das doch einmal vor mittlerweile über dreißig Jahren gesagt.

Ja also das ist wichtig bewusst zu kommunizieren. in meiner Verantwortung im Unternehmen waren natürlich Mitarbeiter Gespräche regelmäßig auf der Agenda, aber auch sogenannte Town Hall Meetings. Das heißt, wo gesamte Organisationen alle Mitarbeiter zusammen waren um sie über die Situation der Firma zu informieren, Herausforderung was ansteht.

dann gibt es natürlich digitale Möglichkeiten Videos oder. ich habe damals auch immer wieder sogenannte CEO Talks gemacht, wo ich online verfügbar war. Eine Stunde in einer Region alle Mitarbeiter waren eingeladen es gab zehn Minuten ein Input über die Situation und Herausforderungen und dann fünfzehn Minuten freies Fragen.

also das wäre mein erster Tipp. bewusst kommunizieren ist wirklich ein Plan. vielen Dank welche Tipps würden sie oder welchen zweiten tipp würden Sie uns geben vor allem was das Thema Visionen und Ziele angeht, die eine Leitung ja immer wieder auch vor Augen haben sollte und auch kommunizieren sollte.

Viele Leiter verlieren sich in der Kommunikation in den Details. In Anweisung was die Mitarbeiter zu tun haben. das kann auch mal nötig sein aber viel wichtiger und effektiver ist es eine Vision ein Ziel zu vermitteln. dem bekannten Autor Antoine de Saint-Extécuterie wird das berühmte Zitat zugeschrieben Wenn du ein Schiff bauen willst, dann dräumle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen.

Sondern leere sie die Sehnsucht nach dem Weiten endlosen Meer.". Darum geht es. Es ist auch viel effektiver als im Detail alles vorschreiben zu wollen was übrigens leider heute gar nicht mehr wissen und kennen weil die Mitarbeiter oft mehr Detailwissen haben als die Leitungsmitarbeiter. Ja, auch hier nochmal zurück zu Nehemiah.

Das Beispiel von Nehmiah. Als Nehmier dem Volk da seinen Plan für den Bau der Mauer mitteilt, lesen wir da im zweiten Kapitel vom Propheten Nehmyah das ja über das Ohnglück der verödeten Stadt spricht – über die Zerstörung. und er löst Betroffenheit aus und er weckt den Wunsch diese Mauer wiederzubauen und die Erniedrigungen für das Volk zu beenden.".

Und er erzählt von Gottes Führung, wie Gottes guter Hand über ihm gewesen ist. Aber wir merken hier, dass er wirklich diese Vision dieses Ziel kommuniziert und nicht welcher Stein jetzt wohin gesetzt werden muss. Also es dann im Verlauf des Baus der Mauer auch ganz viel Widerstand von den Feinden Israels gibt.

Da erinnert er das Volk in Kapitel V. Wofür sie die ganzen Mühen auf sich nehmen? Er sagt nämlich, denkt an den Herrn den großen und furchtbaren. Und kämpft für eure Brüder, eure Söhne, eure Töchter, eure Frauen und eure Häuser.". Also das ist für gute Kommunikation ein wichtiger Tipp, Visionen, Ziele, wofür wir es eigentlich machen zu kommunizieren.

Ein Punkt der für viele Leiter sicher einer der herausforderndsten ist, ist der Umgang mit Konflikten. Wie kommuniziert man gut in Konfliktsituationen? Ganz wichtiger Punkt, hier tun sich viele leider wie gesagt schwer. Zum einen weil es natürlich unangenehm ist Probleme anzusprechen oder auch ja weil man manchmal als Leiter nicht so gerne die Kunst der Mitarbeiter verlieren will aber leider sind halt nicht immer everybody's darling.

das gehört einfach zur Leitungsverantwortung dazu Probleme, Schwierigkeiten anzusprechen und zwar konkret. Nicht in dem Stil von man könnte vielleicht hier und da das ein oder andere besser machen sondern hey wir sind zwei Wochen hinterm Zeitplan oder unsere Kosten sind zehn Prozent zu hoch oder uns fehlen zwanzig Prozent am Umsatz.

also sehr konkret und dann konkret was können wir tun um unsere Ziele noch zu erreichen. Haben Sie auch hier vielleicht ein biblisches Vorbild, das uns hilft wie man mit Konflikten gut umgehen und in ihnen kommunizieren kann? Ja wieder zum Propheten Nehemiah. ich komme da immer wieder drauf zurück weil der mich einfach so begeistert und weil ich den so faszinierend finde.

im fünften Kapitel vom Prophete Nehmiah passiert das ganz Spannendes! Der Nehmia merkt dass die Arbeiten nicht gut vorangehen, dass ihm die Leute weglaufen. Er schaut sich das an und er merkt, dass es ganz viele Konflikte und Unzufriedenheit im Volk gab. Und zwar hatten die Israeliten ihre eigenen Brüder und Schwestern als Leib-Eigene geknichtet, muss man fast sagen.

Sie hatten nämlich untereinander Geld geliehen mit wahrscheinlich Wucherzinsen und dann am Ende sich das Hab' und Gut der eigene Brüdern und Schwestern angeeignet. Denn Himia, jetzt kommen wir wieder zum Thema Kommunikation. Der spricht das ganz offen an dieses Unrecht was da schief läuft und er fordert Korrektur und Gerechtigkeit.

Das ist wirklich ein Beispiel für gute Kommunikations-, für gute Leitenschaft. Übrigens ist es auch bemerkenswert dass er nämlich feststellt, dass er selber da auch nicht ganz unschuldig war und dass er sich selbst darunter stellt und das auch in Ordnung bringt. Nehme predigt nicht Wasser und trinkt Wein Sondern er.

in dem Kapitel wird sogar gesagt, dass er freiwillig auf seine Privilegien als Stadthalter verzichtete. Also näher mir das echten bemerkenswerter Leiter und auch ein exzellenter Kommunikator. Also bewusst kommunizieren, Visionen vermitteln, Konflikte ansprechen und lösen. Und dann der nächste Tipp von mir wäre auch Rückschläge- und Schwierigkeiten offen kommuniziert.

Wir haben oft die Tendenz schlechte Nachrichten zu verschweigen, den Mitarbeitern das nicht zuzumuten. Vielleicht hat man auch Angst vor negativen Reaktionen aber aus meiner Erfahrung das Gegenteil ist der Fall. also die Leute wissen meistens sowieso sehr schnell wenn was schiefläuft oder wenn es Rückschläge gibt und wenn wir da nicht kommunizieren dann macht dass die Sache in der Regel viel schlimmer als sie ist.

Also schlechte Nachhinein zu verschweigen, das erzeugt Unsicherheit und Lähmung und Spekulation. Mitarbeiter wollen ernst genommen werden – wenn sie mit reingenommen wären in die Schwierigkeiten, dann steigt auch die Bereitschaft sich damit zu identifizieren und gemeinsam die Probleme zu lösen. Das ist meine Erfahrung aus vielen Jahren in Führungsverantwortung, dass die offene Kommunikation von Rückschlägen immer sehr, sehr positiv gesehen wurde.

Können Sie uns hier vielleicht ein praktisches Beispiel aus Ihrer eigenen Erfahrung mit hineinnehmen? Ich kann mich erinnern an einen Fall. da war ein Geschäftsbereich in den USA in meinem Verantwortungsbereich. der hat von einem auf dem anderen Tag den größten Kunden verloren der ja über dreißig Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte und das waren hoher zweistelliger Millionenbetrag.

Und ich bin am nächsten Tag in die USA geflogen, hab das Team zusammengerufen und offen über die Situation informiert. Und auch nicht verschwiegen, dass wir auf schwierige Zeiten zugehen. Und hab dem Team aber auch das Vertrauen ausgesprochen. Ich kann mich noch erinnern ... Der Slogan damals war The Empire Strikes Back!

Also als Empireschläge zurück. Star Wars ist das, glaube ich. Wir haben damals nicht Schuldige gesucht sondern Aufbruchstermine erzeugt mit der offenen Kommunikation und das Team hat es dann tatsächlich geschafft innerhalb eines Jahres die Lücke mit neuen Kunden zu füllen. Und auch hier nochmal zum Nähemir.

Auch der musste einige Rückschläge verkraften. da gab's den Widerstand mächtiger Männer aus der Umgebung, da gab es Intrigen, da gabs militärische Bedrohungen. Aber nehmen wir das folgt mit Reingenommen. Hat zum Beispiel als die militärische Bedrohung da war, hat er appelliert in die gegenseitige Hilfeleistung und sagt hey wenn die auf der einen Seite angreifen dann kommt ihr von der anderen Seite zur Hilfe.

sehr sehr spannend zu lesen. Okay jetzt waren mal ein bisschen wieder auf der negativen Seite bei Rückschlägen oder Schwierigkeiten. möchte noch einen letzten Punkt bei Tipps weitergeben und zwar auch Erfolge zu würdigen und zu feiern positive Rückmeldung zu geben. Der Nehämier hat das auch gemacht, als die Mauer halb fertig war.

Ende Kapitel drei. Das motiviert das Volk und wir lesen da wortwörtlich dass ganze Volk war mit ganzem Herzen an der Arbeit. Und als die Maurer dann endlich fertig war es Kapitel acht und zwölf im Nehmierbuch haben sie riesiges Fest gefeiert. also wie gesagt nur weil das Zitat am Anfang nichts gesagt genug.

gelobt ist keine gute Kommunikation kein gutes Rezept. Ganz vielen Dank, ich würde mit Ihnen gerne noch einen weiteren Aspekt betrachten an dem man jetzt wenn man über das Thema Kommunikation oder gute Kommunikations nicht direkt denkt nämlich das Zuhören. welche Rolle spielt eigentlich das zuhören für eine gute Leitungskommunikation?

Ja ein wichtiger Punkt. gutes zu hören ist für jede Kommunikion wichtig also sowohl im zwischenmenschlichen Bereich Aber natürlich auch in der Kommunikation als Leiter an das Team. Ich muss die Sorgen, die Nöte und Herausforderungen meines Gegenübers oder auch der gesamten Organisation des Teams der Mitarbeiter verstehen.

Sonst wird Kommunikations sehr schnell eine Einbahnstraße und ist mehr Kommandieren als Kommunizieren.". Ja nochmal zurück zu dem Nehemiah! Interessanterweise macht sich Nehemir als er zum ersten Mal aus Babylon nach Jerusalem kommt, erst einmal ein eigenes Bild von der Lage. Er schaut sich tatsächlich drei Tage lang oder besser drei Nächte zusammen mit einigen wenigen Vertrauenspersonen den Zustand der Stadt und der Mauer an.

Er hört erstmal einfach nur zu bevor er kommuniziert. das finden wir in dem zweiten Kapitel Ferser ilf bis sechzehn. und warum hat er das bei Nacht gemacht? Er wollte erst einmal in einem kleinen Kreis ohne große Öffentlichkeit die Lage sondieren. Und das ist übrigens auch ein wichtiger Rat für Kommunikation von Leitern, sich zunächst mal auch im kleinen Krei von vertrauten Leuten abzustimmen und zu besprechen bevor man alles an die große Glocke hängt und im großen Kreis kommuniziert.

Herr Krauter, vielen Dank für die vielen hilfreichen Gedanken und Impulse bis hierhin! Letzte Frage – wenn Sie eine zentrale Botschaft zum Thema Kommunikation an Leiter weitergeben müssten? Welche wäre das? Ja ... Kommunikations funktioniert nicht von allein oder nebenbei. Als Leiter musst du dir immer wieder bewusst machen, Kommunikion ist ein wichtiger Teil deiner Führungsverantwortung.

Du musst Kommunikation einplanen und vor allem nicht nur einplan, sondern umsetzen. Kommunizieren, kommunizieren. Sowohl im eins zu eins, im kleinen Kreis als auch für das gesamte Team!

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