
#264 Norwegen auf dem Hjørundfjord erleben - Einschlafen mit Nale
Mittwoch, 29. April 2026 · 28 min
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Shownotes
Heute erwartet dich ein ganz besonderer Ausflug an einen Ort, von dem manche sagen, dass er der schönste in ganz Norwegen ist. An der Westküste des Landes, liegt ein sehr ursprünglicher Fjord mit dem Namen Hjørundfjord. Lass uns die archaische Ruhe des Nordens genießen und wer weiß, vielleicht sehen wir sogar einen legendären Steintroll.
Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten.
Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön!
Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören!
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Host: Nale und Balto
Text: Anja Lehmann
Musik: Milan Lukas Fey
Produktion & Schnitt: Martin Petermann
Eine Produktion der Julep Studios
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios. Psst. Hey du, schläfst du schon? Nein? Das ist gut, denn es erwartet dich eine neue Einschlafgeschichte der Julep Studios. Ich bin Nale und ich freue mich sehr, Dich wieder begrüßen zu dürfen. Heute erwartet Dich ein ganz besonderer Ausflug an einen Ort, an dem manche sagen, dass er der schönste in ganz Norwegen ist.
An der Westküste des Landes liegt ein sehr ursprünglicher Fjord mit dem Namen Jöründfurt. Er ist ein eher weniger bekannter Seitenarm des Storfjord, der von der Sunnmür umgeben ist. Die steilen, oft schneebedeckten Berge ragen aus dem tiefblauen Wasserempor. Der Legende nach könnten einige der Steinriesen tatsächlich erstarrte Trolle sein, die stumm auf die vorüberziehenden Schiffe hinuntersehen.
Wir werden den heutigen Tag nutzen, um diese urige Gegend auszukundschaften, Wenn es auch einen Ort gibt, an. Den Du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das Du erleben magst, dann schau gern mal auf www.steadyhq.com.gze vorbei. Dort kannst Du nämlich mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und die Reisen vor allem ganz ohne Werbung genießen.
Apropos, bevor es jetzt gleich endlich losgeht, müssen wir jedoch einmal Werbung spielen. Unsere Autorinnen und wir stecken viel Liebe und Zeit in eure Geschichten zum Einschlafen. Und das kostet natürlich auch Geld. Und um diesen Podcast weiterführen zu können, brauchen wir diesen Werbeslot, um einige der Kosten wieder einzuspielen.
Wir hoffen, ihr habt dafür Verständnis. Danach geht es aber ohne Werbung und in einem durch bis zum Ende. Jetzt lass den Alltag hinter dir, lehne dich entspannt zurück und sinke in deine gemütliche Schlafstätte. Wenn du möchtest, kuschle dich in eine Decke ein, schließe deine Augen und fühle, wie alles leichter wird.
Atme tief ein und atme. Während bei dir daheim wahrscheinlich gerade die Frühlingssonne gegen die letzten kühlen Nächte ankämpft, ist es hier frisch. Du trägst sogar Mütze und Handschuhe zu deiner warmen Winterkleidung. In der Luft hängt noch ein leichter Geruch nach Schnee. Möglicherweise hast du schon keine Lust mehr auf den Winter, aber dieser Tag verspricht etwas Besonderes zu werden.
Dein Morgen beginnt in Ålesund, einer Hafenstadt an der Westküste Norwegens. Du bläst in deine Hände, um sie zu wärmen. Gemeinsam mit einigen anderen Menschen wartest du auf ein Schiff, das euch heute in den Jöründfjord bringen soll. Du hast dich für ein traditionelles Schiff entschieden und bist überrascht, als ein Fährschiff auf den Hafen zusteuert.
Bis auf die Möwen, die kreischend ihre Kreise ziehen, in der Hoffnung, noch ein Frühstück abzubekommen, ist alles ruhig. Langsam fährt die Fähre in den Hafen ein, doch du stellst mit Erleichterung fest, dass dies nicht das Wasserfahrzeug ist, das dich in den Jördünfjord bringen wird. Nach einiger Zeit legt ein umgebauter Fischerkahn am Pier an.
Es ist kein modernes Ausflugsboot, sondern strahlt etwas Älteres, Ruhigeres aus. Sein dunkles Holz ist blank poliert vom Wetter und von den vielen Reisen. Seile knarren leise, als sich der Kahn sanft gegen die Kaimauer schmiegt. Die Crew begrüßt Dich sehr freundlich. Du fühlst Dich sofort wohl. Ein paar andere Passagiere steigen bereits ein und sprechen gedämpft, als wüssten sie.
Vertraut. Ein leichter Geruch nach Teer und Salz steigt dir in die Nase. Du suchst dir einen Platz nahe der Reling. Von hier aus kannst du alles sehen. Das Wasser, die Berge in der Ferne und den Himmel, der langsam heller wird. Ein leises Signal ertönt, dann setzt sich das Schiff in Bewegung. Langsam löst es sich vom Hafen von Olesund.
Vor dir öffnet sich die Weite. Du genießt den kalten, klaren Wind in deinem Gesicht und die Sonne, die langsam durch die Wolken bricht. Noch hält sie sich bedeckt, aber die Vorhersagen versprechen mehr von ihrer wunderbaren Pracht. Eine kleine Stärkung möchtest du dir nicht entgehen lassen. Und so genießt du ein Heißgetränk und eine Waffel.
Für einen Moment schließt du die Augen. Du spürst, wie das Schiff sanft über das Wasser gleitet. Du hörst die leisen Gespräche der Mitreisenden und bist völlig zufrieden. Zuerst verhüllen die tiefen Wolken noch die Umgebung, doch dann, nach und nach, beginnen die Berge zu wachsen. Die Einfahrt in den Jöründfjord fühlt sich an, als würdest du in eine andere Welt gleiten.
Die Gipfel ragen steil empor, scharf und doch weich im Licht des Vormittags. Wasserfälle ziehen sich wie silberne Fäden an den Felsen hinab und das Wasser unter dem Schiff wird dunkler und tiefer. Das Schiff fährt ruhig. Du lehnst dich leicht gegen die Reling, spürst die sanfte Bewegung unter dir. Alte Bauernhäuser ziehen vorbei.
Teils vereinzelt, teils wie ein winziges Dorf an der Küste gelegen. Du weißt nicht, wie viel Zeit vergeht. Es scheint auch keine tragende Rolle zu spielen. Irgendwann gelangt eine kleine Bucht in Sichtweite. Das Schiff verlangsamt sich. Dreht leicht ein, bis es schließlich anlegt. Vor dir liegt ein schmaler Streifen Land und dahinter alte Holzhäuser.
Sie wirken, als hätten sie schon immer hier gestanden. Die Wände sind grau vom Wetter, die Dächer tragen Gras, Moos und kleine Blumen. Einige Fenster sind geöffnet. Vorhänge bewegen sich leicht im Wind. Dahinter steigen die Hänge steil an, grün und durchzogen von schmalen Pfaden. Du gehst von Bord. Der Boden ist weich, ein wenig feucht. Er riecht nach Erde und Gras.
Es ist still hier. Nicht leer, sondern ruhig, als würde jeder Ton sich bewusst entscheiden, ob er gehört werden will. Ein schmaler Pfad führt dich zu einem alten Bauernhof. Die Gebäude stehen nah beieinander, als wollten sie sich gegenseitig vor Wind und Wetter schützen. Eine Tür steht offen und aus dem Inneren dringt ein wohlriechender Duft nach Essen.
Die freundliche Besitzerin bittet dich hinein. Drinnen ist es gemütlich und warm. Wände, Tisch, Stühle, alles ist aus Holz. Die Flammen im Ofen knacken leise, obwohl draußen kein Frost ist. Auf dem Tisch stehen einfache Speisen. Frisches Brot, Butter, ein Fisch, der noch am Morgen gefangen wurde, dazu eine warme Suppe.
Man bietet dir eine Mahlzeit an und du nimmst dankend an. Ganz bewusst kostest du die Speisen. Sie schmecken herrlich und ehrlich, nach Wind, nach Zeit und nach dem Meer. Während du isst, spürst du, wie sich etwas in dir verlangsamt. Deine Gedanken werden weiter, dein Atem tiefer. Als würde dein Inneres beginnen, sich an den Rhythmus dieses Fjords anzupassen.
Du bedankst dich bei deiner Gastgeberin und bestaunst nochmal die gemütlichen Alkoven, die heute noch hier als Betten dienen. Dann gehst du wieder hinaus. Die Luft ist jetzt heller, wärmer. Der Nebel hat sich vollständig zurückgezogen und gibt den Blick auf die umliegenden Berge frei. Du gehst ein Stück den Hang hinauf, dorthin, wo du das Wasser besser sehen kannst.
Das Schiff schaukelt sanft in den Wellen. Ganz bewusst nimmst du das Rauschen des Windes wahr. In ihm meinst du für einen Moment ein tiefes Grollen zu hören So alt wie die Zeit selbst, Du lächelst und erinnerst dich an die Legenden von den Trollen Hier ist alles vorstellbar, Langsam versammeln sich alle wieder an Bord und kurz darauf setzt sich das Schiff erneut in Bewegung.
Die Bucht bleibt zurück, die Häuser werden kleiner, bis sie schließlich nur noch Teil der Landschaft sind. Der Nachmittag vergeht sanft, das Licht wird weicher, goldener, die Schatten der Berge werden länger, ziehen sich über das Wasser wie ruhige Gedanken. Du sitzt wieder an der Reling, vielleicht mit deiner warmen Decke um die Schultern.
Du lauscht dem leisen Murmeln der anderen, versunken in deine eigenen Gedanken. Langsam färbt sich der Himmel dunkler. Erst verwandelt sich die Welt um dich in ein sattes Blau, dann in ein tiefes, ruhiges Violett. Die ersten Sterne erscheinen. Das Schiff fährt weiter. Plötzlich verändert sich der Himmel.
Zuerst nur einen Hauch, ein kaum sichtbarer Schleier aus Licht erscheint und wird langsam stärker, Wie ein grünlich fließendes Band zieht er sich über das Firmament Der Himmel wirkt auf einmal lebendig, Du hältst den Atem an, denn über dir flimmern die Nordlichter, Sie tanzen lautlos, wie ein Traum, der sich entschieden hat, sichtbar zu werden Wellen aus Licht ziehen sich von einem Horizont zum anderen Verändern ihre Form, verschwinden und tauchen wieder auf, Für einen Moment vergisst du alles andere.
Der Mond steht mittlerweile hell und voll am Himmel. Die Berge gleiten wie stumme Wächter an euch vorbei. Während die Nordlichter noch über ihnen tanzen, wirken sie plötzlich noch größer, noch älter. Du denkst an den Troll, der dort irgendwo im Stein hausen könnte. Vielleicht ist er ja gerade wach und beobachtet das Schiff und die Passagiere, die so verzaubert in den Himmel starren.
Für dich fühlt es sich so an, als ob das Licht nicht nur ein Naturphänomen ist, sondern eine Geschichte, die der Fjord erzählt. Von alten längst vergessenen wesen von der zeit die anders fließt von einer welt die immer noch da ist wenn man nur leise genug wird um sie zu spüren du lehnst dich zurück lauscht noch einmal der allumfassenden stille der magie des moments.
Das Schiff wiegt Dich sanft, die Nordlichter ziehen weiter und Deine Gedanken sind ganz im Jetzt. Aber hör nochmal. Da ist wieder dieses tiefe Grollen, wie ein leiser Abschiedsgruß. Du erlaubst Dir die Augen zu schließen, nochmal tief einzuatmen. Während das Schiff dich zurück nach Ohlesund trägt, singst du tiefer in diese Ruhe hinein.
Du bist gerade sehr zufrieden und weißt, dass du geborgen und getragen bist. Alles ist gut alles ist ruhig und irgendwo tief im stein der berge wacht etwas alt und freundlich, über den fjord und vielleicht auch ein kleines bisschen über dich, Mit diesem Gedanken träumst Du Dich in Dein Bett zurück, kuschelst Dich tief in Deine Decke und freust Dich schon auf ein neues Abenteuer.
Ich hoffe, unser Ausflug in den Hörjöntfjord hat dir gefallen. Träume gerne noch ein bisschen weiter von der Mythologie Norwegens, den Nordlichtern und den mächtigen Bergen. Wenn du magst, nehme ich dich auch gerne das nächste Mal wieder mit auf eine unvergessliche Reise. Wohin es dann wohl geht? Lass dich überraschen.
Nun aber schlaf erst mal schön. Ich wünsche dir eine gute Nacht. Bis zum nächsten Mal. Deine Nale.