
#266 Die hängenden Häuser von Cuenca - Einschlafen mit Nale
Mittwoch, 13. Mai 2026 · 29 min
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Shownotes
Heute werden wir eine ganz besondere Stadt besuchen, eine Stadt, deren Wahrzeichen in den Felsen gemauerte, hängende Häuser sind, die ihren Ursprung aber als strategischen Stützpunkt der Mauren im 8. Jahrhundert hat. Cuenca. Heute ist Cuenca ein Weltkulturerbe der UNESCO und du darfst diesen magischen Ort gleich selbst erleben.
Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten.
Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön!
Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören!
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Host: Nale und Balto
Text: Anja Lehmann
Musik: Milan Lukas Fey
Produktion & Schnitt: Martin Petermann
Eine Produktion der Julep Studios
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios, Hey du, schläfst du schon? Nein? Das ist gut, denn es erwartet dich eine neue Einschlafgeschichte der Julep Studios. Ich bin Nale und ich freue mich sehr, Dich wieder begrüßen zu dürfen. Heute werden wir eine ganz besondere Stadt besuchen.
Eine Stadt, deren Wahrzeichen in den Felsen gebaute, scheinbar schwebende Häuser. Sind und die auf eine Geschichte zurückblickt, die im 8. Jahrhundert als strategischer Stützpunkt der Mauren begann. Cuenca, Heute ist Coenca ein Weltkulturerbe der UNESCO und du darfst diesen magischen Ort gleich selbst erleben.
Wenn es einen Ort gibt, an den du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das du erleben magst, dann schau gern mal auf www.steadyhq.com vorbei. Dort kannst du nämlich mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und die Reisen ganz ohne Werbung genießen. Apropos, bevor es jetzt gleich endlich losgeht, müssen wir jedoch einmal Werbung spielen.
Unsere Autorinnen und wir stecken viel Liebe und Zeit in eure Geschichten zum Einschlafen. Das kostet natürlich auch Geld. Und um diesen Podcast weiterführen zu können, brauchen wir diesen Werbeslot, um einige der Kosten wieder einzuspielen. Wir hoffen, ihr habt dafür Verständnis. Danach geht es aber ohne Werbung und in einem Durch- Cuenca liegt in Spanien, genauer gesagt in der Region Kastilien, was von dem spanischen Wort Castillos, also Burgen, kommt.
Bereits hier zeichnet sich schon die Geschichte der Gegend ab, zu der auch Cuenca gehört. Sanfte, trockene Hügel, tiefe Flusstäler, weite Hochebenen, heiße Sommer und kalte Winter prägen Land und Leute, Von Spaniens Hauptstadt Madrid sind es etwa zwei Stunden Autofahrt. Die Stadt erhebt sich auf einem Felsplateau zwischen zwei tiefen Schluchten, Eine davon mit senkrecht abfallenden Wänden, Das Platzangebot war seit jeher spärlich Deshalb wuchsen die Häuser im Laufe der Jahrhunderte zu einem Gesamtkunstwerk zusammen Mit immer neuen Erkern, Balkonen, Treppen, An- und Aufbauten bis zu elf Stockwerke hoch, beziehungsweise tief, denn an einigen Stellen wurde über die Hangkante hinweg gebaut.
Dazu aber gleich noch mehr. Jetzt mach es dir aber erstmal gemütlich und genieße das Zuhören. Lass Deinen Alltag hinter Dir, lehn Dich entspannt zurück und sinke in Deine gemütliche Schlafstätte. Wenn Du möchtest, kuschle Dich in eine Decke ein, schließ Deine Augen und fühle, wie alles leichter wird.
Atme tief ein und aus und wieder ein und wieder aus. Dein Puls schlägt ruhig und gleichmäßig. Deine Gesichtszüge sind weich. Stell dir vor, du entfernst dich langsam von deinem Bett. Lasse ruhig deine Augen dabei geschlossen. Spüre nur, wie die Luft und der Wind sich etwas ändern. Es kommt dir vielleicht so vor, als ob du in die Vergangenheit reist.
Dorthin, wo es weniger Lärm gibt, wo sich steinerne Häuser in den Sternenhimmel heben, wo die Sonne langsam den Boden küsst und die Bettwäsche nach Sommer riecht, nach aufgeheizten Steinen, die eine lange Geschichte gespeichert haben und ein bisschen nach wilden Kräutern. In der Ferne halt das Echo einer Kirchenglocke.
Während du noch mit geschlossenen Augen lauschst, verliert es sich in der Ferne. Für einen Moment liegst du ganz still. Atme es die klare Luft, die durch ein leicht geöffnetes Fenster strömt. Deine Bettdecke ist noch angenehm warm von Deinem Körper. Dann erwachst Du langsam, erkennst die dicken Mauern, die Dich umgeben.
Du bist an einem Ort, der bereits viele Leben gesehen hat. In einem der schönsten Hotels von Cuenca, dem Parador de Cuenca, das in einem ehemaligen Dominikanerkloster angesiedelt ist. Früher war das Kloster ein Ort der Stille, des Gebets und irgendwie ist davon auch noch etwas geblieben. Die Mauern strahlen eine gewisse Geborgenheit aus.
Du setzt dich auf. Heute möchtest du Cuenca erkunden. Doch zuerst wagst du nur einen Blick aus dem Fenster. Die scharf eingeschnittene Kluft aus steilen Felswänden leuchtet im Morgenlicht in einem warmen, mit Ockerfarben gemischten Grau. Tief unten, fast ruhig und unscheinbar, fließt ein schmaler Fluss.
Der Ueka, Langsam lässt Du Deinen Blick in Richtung der Stadt schweifen und hältst erneut inne. Denn vor Dir siehst Du die hängenden Häuser von Cuenca, die Casas Colgadas. Wie die letzten Überlebenden einer längst vergessenen Ära klammern sie sich an den Rand der Felsen. Ihre Holzbalkone ragen hinaus über den Abgrund, als hätten sie beschlossen, zwischen zwei Seiten neutral zu bleiben.
Weder ganz Land, noch ganz Luft. Diese Landschaft, die hier über die Jahrhunderte entstanden ist, ist kein Zufall. Vor Millionen von Jahren haben sich zwei Flüsse tief in das Kalkstein gegraben. Langsam, unaufhaltsam, über unvorstellbare Zeiträume hinweg. Wasser hat das Land geteilt, geformt, aufgerissen.
Was übrig blieb, ist dieser schmale Felsrücken, auf dem die Altstadt von Cuenca steht. Wie eine natürliche Brücke zwischen zwei Schluchten. Und genau dort begann alles. Du verlässt dein Zimmer, gehst durch die kühlen Gänge des Klosters. Die dicken Steine und deine weichen, leisen Schritte geben dir das Gefühl, dass hier die Zeit nicht vergeht, sondern sich sammelt.
Draußen ist es noch früh. Die Stadt erwacht auf eine angenehm sanfte Weise. Ein paar Türen öffnen sich, jemand fegt den Boden. Irgendwo klappert Geschirr. Du gehst langsam los, folgst einfach deinem Bauchgefühl. Der Weg bringt dich zu einer Brücke. Ihr Anblick zieht dich in seinen Bann. Stolz spannt sich die aus dem Jahr 1902 auf mittelalterlichen Pfeilern gebaute Puente de San Pablo über die Schlucht Hoss del Huica.
Von hier aus kannst du die wilde Landschaft überblicken. Huenca ist eine Station der 380 Kilometer langen Wollroute, die von Alicante nach Burgos führt. Früher war das ein Handelsweg für Wolle. Wenn du in die Ferne schaust, kannst du dir vielleicht vorstellen, wie auf mühsamen Wegen das wertvolle Gut über die Hügel transportiert worden ist.
Heute ist Cuenca ein Teil des Jakobswegs, inklusive Unterkünften und Stempeln. Viel häufiger als auf Pilgernde trifft man allerdings auf Schafe, die zufrieden, die spärlich bewachsenen Hügel abgrasen. Du wendest dich wieder der Stadt zu. Immerhin willst du noch viel mehr von ihr entdecken. Langsam steigt auch die Sonne höher und es wird warm.
Mit dem Blick auf die hängenden Häuser gerichtet, näherst du dich der Stadt. Früher waren es mehr. Einst war sogar die gesamte Schluchtkante bebaut. Haus an Haus, direkt am Abgrund. Vielleicht fragst du dich gerade, weshalb die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Behausungen in die Tiefe gebaut haben. Die Antwort ist simpel. Es gab keinen anderen Platz.
Die Stadt wurde auch nicht zufällig hier errichtet. Als die Mauren im 8. Jahrhundert diesen Ort erreichten, erkannten sie sofort seinen Wert. Die Landschaft bot eine natürliche Verteidigung. Steile Schluchten auf beiden Seiten machten Kuenka schwer zugänglich und gleichzeitig leicht zu schützen. Doch genau das wurde später zum Problem. Die Stadt konnte nicht wachsen.
Also begann man, nach unten zu bauen. Häuser wurden direkt an die Felskanten gesetzt, teilweise in die Felsen gemeißelt, teilweise darüber hinaus verlängert. Balkone, die nicht nur Aussicht boten, sondern auch Raum schufen. Endlich erreichst du die Altstadt. Die Gassen sind schmal, gepflastert, leicht uneben.
Sie folgen keiner klaren Ordnung, eher der Logik des Felsens. Jeder Weg scheint sich anzupassen, zu piegen, auszuweichen. Schließlich kommst du zu der Kathedrale von Cuenca. Sie besticht mit einer gewaltigen neogotischen Fassade. Doch als du durch die riesigen Fenster in den blauen Himmel blickst, bist du doch etwas verblüfft.
Denn ein großes Kirchenschiff fehlt ebenso wie ein Kirchenturm. Innen findest du trotzdem einen der wunderbarsten sakralen Orte Spanien. Die modernen Bleiglasfenster übergießen die gotischen Strebepfeiler, die Böden und die Besucher förmlich mit farbigem Licht. Überhaupt sind Farben das große Thema Kuentas.
Als du aus der Kathedrale auf die Plaza Mayor trittst, bleibst du erneut stehen. Wie schön die Hausfassaden in den warmen Rot-, Orange- und Gelbtönen wirken. Sie erinnern dich an den Färbe- und Gewürzstoff Safran, der bis heute eine der Spezialitäten der Region ist. Nur die Tage, in denen hier Teppiche gewebt und gefärbt worden sind, gehören der Vergangenheit an.
Irgendwann riss ein gieriger König dieses lukrative Gewerbe an sich und die Stadt verarmte. Wenn du einen Geheimtipp haben willst, dann vielleicht diesen. Ein Paar der Teppichreste kannst du noch im Kirchenmuseum bestaunen – ebenso wie einen echten El Greco. Noch imposanter ist aber wahrscheinlich das Museum für abstrakte Kunst, das direkt in einem der wenigen verbliebenen hängenden Häuser angesiedelt ist.
Nach diesen vielen Eindrücken merkst du, dass du langsam etwas Hunger bekommst. Du wählst ein kleines spanisches Restaurant für deine Pause aus. Es wirkt nicht protzig, sondern eher anheimelnd mit seinen wenigen Tischen im Schatten. Für die Region typisch bestellst du Tapas. Eine nette Kellnerin bringt dir kurz darauf das Essen.
Das sieht lecker aus. Du bekommst frisches Brot, außen knusprig, innen weich. Schwarze Oliven, die leicht salzig sind. Dünn geschnittener Schinken, der fast auf der Zunge zerfällt. Dazu werden dir gebratene Paprika gereicht. Sie sind warm, schmecken süß, mit einem Hauch von Rauch. In einer anderen Schale isst würziger Käse und kleine gebratene Kartoffeln mit einem würzigen Dip.
Du isst langsam. Hier hat es niemand eilig. Wie gut es tut, sich einfach nur auf das Essen zu konzentrieren und es in vollen Zügen zu genießen. Am Nachmittag verlässt du die Stadt ein Stück. Cuenca ist ein Teil einer größeren Landschaft. Sanfte Berge, offene Ebenen, Wege, die sich durch das Land. Du erinnerst dich erneut, dass ein Abschnitt des Jakobswegs hier entlang führt.
Du gehst ein Stück weiter. Die Luft ist warm und trocken. Sie riecht nach Kräutern, Staub und Sonne auf Stein. Immer noch kannst du die Stadt erkennen. Sie wirkt klein, fast zerbrechlich, und doch steht sie seit Jahrhunderten genau dort. Als die Sonne tiefer sinkt, kehrst du zurück. Die Stadt verändert sich. Das Licht wird weicher, wärmer.
Die Schatten werden länger, die Farben tiefer. Du gehst noch einmal zur Brücke. Die hängenden Häuser liegen jetzt im goldenen Licht. Ihre Balkone werfen lange Schatten in die Schlucht. Der Fels leuchtet, während der Himmel sich langsam orange verfärbt. Nach einiger Zeit geht die Farbe in ein dunkles Rot über, dann in ein magisches Violett, bevor die ersten Sterne sich zeigen.
Um dich ist es ganz still, nur die Grillenzirpen. Zufrieden lehnst du dich an das Geländer. Ein sanfter Wind fährt durch dein Haar, streift deine Haut. Es kommt ihr fast so vor, als ob die Stadt mit ihren hängenden Häusern nicht mehr auf dem Felsen steht, sondern darüber schwebt. Es läge ein schützender Zauber über der Umgebung.
Die Nacht ist bereits angebrochen, als du das Kloster erreichst. Die Gänge sind still, dein Zimmer kühl. Doch die Decke ist einladend warm, als du dich darunter legst. Draußen rauscht der Wind durch die Schlucht, so leise, dass er fast wie ein Atem klingt. Irgendwo, ganz entfernt, schlägt eine Glocke.
Du schließt die Augen. Heute wirst du gut schlafen, in dieser wunderbaren Stadt, die die Jahrhunderte so still und unscheinbar überdauert hat. Ich hoffe, unser Ausflug zu den hängenden Häusern hat dir gefallen. Träume gern noch ein bisschen weiter von der Schönheit Kastiliens, von den Farben und der Landschaft.
Wenn du magst, nehme ich dich auch nächstes Mal wieder mit auf eine unvergessliche Reise. Wohin es dann wohl geht? Lass dich überraschen, Nun aber Schlaf erstmal schön Ich wünsche dir.