HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Extra: Was bedeutet der Tod von Klaus-Michael Kühne für den HSV?

Montag, 24. August 2026 · 30 min

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Shownotes

Hamburg trauert um einen seiner erfolgreichsten und bekanntesten Unternehmer. Klaus-Michael Kühne ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Stadt verliert damit einen ihrer wichtigsten Mäzene (Kühne baut unter anderem für 340 Millionen Euro eine Oper im Hafen), der Hamburger SV verliert den zweitgrößten Anteilseigner - und den Mann, der bereit war, jeweils vier Millionen Euro im Jahr dafür zu zahlen, dass das Volksparkstadion Volksparkstadion heißt. Was wird jetzt aus diesem Deal, was aus den Anteilen der Kühne Holding an dem HSV? Und wie wird der Verein dem großen Fan gedenken, der sich die Unterstützung seines HSV rund 140 Millionen Euro hat kosten lassen? Darüber sprechen in dieser Folge Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider und Sportchef Alexander Laux.

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und dies ist eine Sonderfolge von 040 Hamburg streng vertraulich. Ausgerechnet heute ist der Kollege Matthias Siegner, wir haben es in der vergangenen Woche angekündigt, in einen Kurzurlaub gefahren, in ein Kloster, wo man ihn auch nicht erreichen kann, wo er nicht sprechen kann im Moment.

Und das ist bedauerlich deswegen, weil er wahrscheinlich derjenige Journalist in Deutschland ist, der Klaus Michael Kühne, einen der erfolgreichsten, einen der bekanntesten, auch einen der wohlhabendsten Unternehmer in Deutschland am besten kennt. Und Klaus-Michael Kühne ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren gestorben.

Wir haben heute Morgen schon darüber berichtet. Ihm ist diese Sonderfolge gewidmet und wir wollen sie unter einen besonderen Fokus stellen. Wir wollen natürlich ein bisschen über das Leben von Klaus-Michael Kühne sprechen, aber unter einem besonderen Fokus, denn es gibt in Hamburg ja zumindest eine Organisation, einen Verein.

Von dem man nicht ganz genau weiß, was bedeutet das jetzt eigentlich für diesen Verein, das ist der Hamburger Sportverein. Das war die große Leidenschaft von Klaus Michael Kühne. Er war ein großer Fan, er hat den Verein alles in allem in den vergangenen Jahren mit über 140 Millionen Euro unterstützt, wenn ich das richtig zusammengerechnet habe.

Und die Frage ist jetzt, was bedeutet der Tod des großen, des wohlhabenden Fans für den Hamburger Sportverein? Und da habe ich einen Mann, der sich mit dem Hamburger Sportverein seit vielen, vielen Jahrzehnten gut beschäftigt, viel beschäftigt hat und da einiges zu sagen kann. Alexander Lauchs, der Chef unserer Sportredaktion, der Sportredaktion des HSV, ist da.

Das HSV, das Hamburger Abendplatz, da geht es schon los. Daran arbeite ich noch, Lars. Alexander, gibt es schon Reaktionen jetzt vom HSV zum Tod von Kühne? Ja, der HSV hat natürlich sich entsprechend geäußert und Beileid ausgedrückt. Und es ist ja schon ein ziemlicher Einschnitt für alle, die den HSV begleitet haben.

So, sag ich mal, seit 2010, als er das erste Mal aufgetaucht ist. Und Klaus-Michael Kühne war ja immer irgendwie ein Thema, mal mehr, mal weniger. Darüber können wir ja gleich nochmal im Detail sprechen. Aber ja, es ist jetzt ein Einschnitt für den HSV, weil er ist untrennbar mit der jüngeren Geschichte des Klubs verbunden.

Wir sprechen gleich ganz genau drüber, müssen nochmal insgesamt auffächern, was Klaus-Michael Kühne für Hamburg alles getan hat, um dann auch zu sehen, welche Rolle dieses Engagement beim HSV spielt. Und ihm ist ja immer vorgeworfen worden, dass seine Firma, dass die nicht den Sitz in Hamburg hatte, sondern irgendwann mal schon lange her in die Schweiz den Hauptsitz verlegt hat.

Das hat allerdings nicht er gemacht, sondern das hat sein Vater gemacht. Kühn und Nagel ist dann in die Schweiz gegangen. Ich bin mir gar nicht sicher. Also ich glaube, wenn sein Vater es nicht getan hätte und er das Gefühl gehabt hätte, wenn ich das zurückdrehe, dann ist das nicht im Sinne meines Vaters. Ich weiß gar nicht, ob Klaus-Michael Kühne das gern getan hätte.

Denn er hat sozusagen, das schreibt auch Matthias Icken in seinem Nachruf, in den vergangenen Jahren mit Hamburg seinen Frieden gemacht und ist nach Hamburg zurückgekommen. Wir sagen noch mal kurz, was er alles getan hat. Also das begann eigentlich... Mit dem Engagement bei Hapag-Leut. Die größte Reederei 2008 ging Gefahr, die Stadt verlassen zu können.

Und dann ist Klaus-Michael Kühne eingesprungen, hat dann um sich herum einen Kreis von Interessenten gebaut, die gesagt haben, wir halten Hapag-Leut in dieser Stadt. Unter anderem die Stadt Hamburg ist eingesprungen, damals mit 1,1 Milliarde Euro. Also insgesamt hat die Stadt Hamburg mehr als eine Milliarde Euro in Hapag-Leut investiert und alle haben gesagt, um Gottes Willen wird das gut gehen.

Allein seitdem hat Hamburg fast drei Milliarden Euro Dividende von Hapag-Leut gekriegt. Also es war ein richtig gutes Geschäft für die Stadt und natürlich für den Investor Klaus-Michael Kühner. Klaus-Michael Kühne hat sich bei der Elbphilharmonie engagiert, hat da viel Geld gegeben. Er baut der Stadt für, glaube ich, 340 Millionen Euro eine neue Oper in der Hafencity.

Also er ist überall dabei, hat das Fontenay gebaut, eines der besten Hotels in der Zwischenzeit Deutschlands an der Außenalster. Er hat für sein Lebenswerk 2024 den Gründerpreis bekommen, sich darüber gefreut. Eigentlich, glaube ich, die einzige Auszeichnung, die Klaus Michael Kühne in Hamburg überhaupt bekommen hat. Und wahrscheinlich wäre er, wenn er in Hamburg geblieben wäre, Hamburger Ehrenbürger geworden.

Etwas, worüber er sich auch gefreut hätte, was aber nicht ging, weil die Firma halt in der Schweiz sitzt. Und dazu passt halt diese Begeisterung, diese Leidenschaft für den HSV. Er ist sein Leben lang HSV-Fan. Er hat, glaube ich, jedes Spiel gesehen, egal wo er war. Er hatte irgendein Abo. Genau, er hat das immer verfolgt, obwohl er mal erzählt hat, er war nie HSV-Mitglied.

Er war von Kindheitsbeinen an HSV-Fan. St. Pauli fand er auch ganz originell, aber das ging ihm nicht so ans Herz. Und ist aber eigentlich nie aufgetaucht und das hat sich dann eigentlich mit Raphael van der Vaart geändert. Erinnerst du dich noch daran? Ja, natürlich. Das war interessant, genau. Ich glaube, waren wir da zusammen?

Ich erinnere mich noch an mein erstes Treffen mit Klaus-Michael Kühne in Hamburg. In der Zentrale seiner Firma. Klaus-Michael Kühne war da, Raphael van der Vaart war da und Sylvie van der Vaart war da. Und die beiden wirkten so, als ob das sozusagen seine Kinder, das ist jetzt ein großes Wort oder was, was ich meine. Er hatte ein besonderes Verhältnis dazu.

Gab es hier wie Van der Vaart ein kleines Küsschen, schwärmte von Raphael Van der Vaart. War das auch der Grund, warum er dann anfing, sich zu überlegen, ich engagiere mich beim HSV? Also war das diese besondere persönliche Beziehung? Jein, genau. Also Van der Vaart war ja zweimal beim HSV und 2008 ging es darum, kann man Van der Vaart irgendwie halten.

Und dann hat der damalige Vorstandsboss Bernd Hoffmann die Idee gehabt, von Anstoß hoch drei, vielleicht erinnerst du dich noch, das war eigentlich drei größere Investoren zusammenzubringen, Geld zu investieren, um unter anderem Van der Vaart zu halten und weiter in den Sport investieren zu können, Die Geschichte war dann so, dass er am Ende als einziger übrig geblieben ist, im Gegensatz zu heute. Heute ist es ja durchaus ein bisschen verteilt mit der Sparda-Bank und mit der Hanse Merkur.

Das hat er sich eigentlich damals schon gewünscht. Also er wollte eigentlich immer, dass er nicht alleine dasteht. De facto war es aber so. Und Van der Vaart war natürlich auch der Liebling von seiner Frau, muss man sagen. Also die hat ja auch für ihn geschwärmt und die wollten sehr, sehr gerne, dass er nochmal in Hamburg spielt, was dann 2012 ja auch geklappt hat.

Und die Idee war damals natürlich, wir reden von einer Phase, wo der HSV noch an der ersten Bundesliga spielte. Er war noch nicht abgestiegen. Das war so, ich erinnere mich noch, als es bekannt gegeben wurde, im Volksparkstadion, glaube ich, bei einer Mitgliederversammlung. Der große Einstieg von Klaus Michael Kühne, von Karl Gernand bekannt gegeben, seiner rechten Hand.

Das wirkte dann so ein bisschen so wie bei Paris Saint-Germain, aber da ist jetzt ein großer Geldgeber und jetzt geht es mit dem HSV wieder nach oben. Und das war ja sein Ziel. Also die Vorstellung, dass Kühne etwas nicht gelingt, dass da, wo Kühne ist, es nicht automatisch nach oben geht, die war für ihn, glaube ich, gar nicht vorhanden. Ja, genau.

Den Fehler haben ja viele Menschen gemacht, nicht nur er, dass man glaubt, man könnte bestimmte Prozesse aus der Wirtschaft auf den Fußball übertragen. Aber genau so war es ja. Er hat sich vorgestellt, glaube ich, ich räume jetzt mal auf und repariere einige Dinge und dann läuft der Laden. Und so ging es ja dann auch weiter damals mit der Ausgliederung.

Das war ja auch ein riesengroßes Thema. Dann 2014 kam mit HSV Plus, als gesagt, so unter dem Slogan, Aufstellen für Europa. Jetzt wird investiert, jetzt werden die neuen Strukturen geschaffen und dann geht es aufwärts. Naja, und wenn man das jetzt ein bisschen runterbricht, eigentlich was aufstellen für die zweite Liga, ne?

Und das war auch so, das war das Interessante. Erzähl nochmal aus deiner Sicht, warum das eigentlich so war. Ja, es gab damals am Anfang so ein bisschen Jubel, aber so richtig gedankt haben es die Fans ihm eigentlich bis zu seinem Tod nicht. Also er war dann ja, glaube ich, das ist auch interessant, als großer HSV-Fan, als größter Anteilseigner, größter privater Anteilseigner, der größte Anteilseigner ist der HSV, der Verein, aber dann kommt er.

Er war, glaube ich, zuletzt vor elf Jahren im Stadion. Ja genau, 2015, da gibt es auch ein legendäres Foto mit ihm und seiner Frau, damals glaube ich im Pelzmantel. Und er wurde damals aber auch bepöbelt und hat dann auch im Interview damals, da war ich, ich habe auch mal ein Interview mit ihm gemacht danach, da hat er gesagt, ja, wenn ich bepöbelt werde und dann habe ich mir gesagt, warum soll ich mir das antun?

Und er war ja so ein bisschen auch für den HSV Fluch und Segen, muss man sagen. Er hat den HSV wirklich auch am Leben gehalten. Er hat sehr viel Geld, du hast es gesagt, sehr viel Geld auch gegeben. Den Stadionnamen zurückgekauft, dass es dann Volksparkstadion wieder heißen konnte. Und bis heute läuft das noch.

Aber er hat natürlich auch, du hast viel mehr mit Wirtschaftsleuten zu tun gehabt, als ich in deinem beruflichen Leben viele Kontakte. Und das ist halt ein Kommandant gewesen. Einer, der dann auch sagt, ja, aber wenn ich irgendwie, ich möchte auch mitgestalten. Und du hast es gesagt, sehr leidenschaftlich. Er hat sich da erlaubt, Fan zu sein und hat entsprechend emotional auch reagiert. Also legendär sind auch E-Mails, die er nachts um, keine Ahnung, um eins an die HSV-Verantwortlichen geschrieben hat und da gewisse Forderungen aufgestellt hat.

Ja, das muss man wissen, das hat ja Karl Gernhardt mal erzählt, insofern ist es kein Geheimnis, dass Klaus-Michael Kühne gern mal nachts 300, 400 E-Mails an seine leitenden Angestellten verschickt hat. Und da war natürlich auch der HSV dabei. Und was hinzu kam, dass er dann, wenn er auf den HSV angesprochen wurde, in einer Zeit, wo er noch viel mehr Interviews gab als in den letzten Jahren, dass er dann auch auf Fragen einfach geantwortet hat.

Und zwar nicht so wie Uli Hoeneß so ein bisschen. Also nicht vermittelt und diplomatisch, sondern dass ihm das alles nicht gefällt, dass ihm das keine Freude macht, bis hin, dass er zu einzelnen Spielern gesagt hat, das geht nicht. Oder das ewige Thema, dass er sich immer stark gemacht hat für Felix Magath.

Als Trainer, der aber dann nie gekommen ist. Ja, das hat er später dann reduziert. Am Anfang war er wirklich sehr direkt. Das war natürlich ein Fest für uns Medien. Dann hat er dann, ich weiß, als Heribert Bruchhagen im Amt war, dann hat er dann bei uns im Interview gesagt, ja, das ist ja aber nur eine Übergangslösung.

Und Beiersdorfer war sowieso überfordert mit dem Job. Also er hat da Diplomatie, glaube ich, da zu dem Zeitpunkt nicht so seine größte Stärke. Interessant ist aber ja trotzdem, dass er dabei geblieben ist. Hast du dafür eine Erklärung, weil es wurde ihm nicht gedankt, der HSV schrieb das heute auch, es war ein nicht profitorientiertes Investment, was ja für Kühne ungewöhnlich ist.

Küne ist es ja gewohnt, siehe Hapagloid, der steigt irgendwo ein und plötzlich sprudelt das Geld. Das gleiche sein Investment bei Lufthansa, wo er ja auch über die Jahre relativ viele Anteile gekauft hat. Das Ganze funktioniert auch. Also der hat in seinem Leben natürlich auch Rückschläge hingenommen, aber nicht so schwerwiegende.

Und ich weiß noch mal ein Gespräch beim HSV, was wir geführt haben, wo dann die Frage kam, wie viel Geld haben sie eigentlich investiert? Das liegt noch ein bisschen zurück. Und dann sagte er so, ja, so 20, 30 Millionen werden es schon sein. Und dann sagte einer seiner Mitarbeiter, naja, Herr Kühne, es sind wohl eher 80 Millionen. Da war ich so wie, wie? 80 Millionen, so viel?

Für einen Menschen, der ein Vermögen von über 40 Milliarden Euro hatte. Aber da sieht man halt, dass ihm das nicht unwichtig war, also dass ihm auch dieser Erfolg nicht unwichtig war. Warum ist er trotzdem drangeblieben? Ja, er ist einfach, er hat sich, glaube ich, das einfach geleistet. Diese Leidenschaft war ja da, das ist ja so, man ist dann enttäuscht und.

Wenn man Fan ist, das bist du einfach und das gibst du nicht auf. Und es haben sich auch viele Dinge verändert. Und dann hast du immer die Hoffnung gehabt, es wird jetzt besser. Also er hat dann auch wirklich geholfen, ja wirklich viele finanziell wichtige Dinge. Also ich muss es einmal ganz kurz aufschlüsseln. Einmal hat er die Anteile natürlich in der Spitze mehr als 20 Prozent gehabt. Er hat aber auch dafür gesorgt, dass die Stadionkredite abgelöst wurden, dass ein Schuldstandarlehen aufgelöst wurde in Höhe von 40 Millionen.

Und der HSV durch Luft hatte zum Atmen. Ich meine, du musst dir vorstellen, 2015, 2016, Eric Kuh war der heutige Vorstand, hat das mal erzählt. 2015, da gab es so ein Gespräch mit dem Bankenkonsortium und dann wurde der HSV rausgeschickt, weil die Banken gesagt haben, jetzt wollen wir mal unter uns reden, wollen mal entscheiden, was mit dem HSV passiert.

Also der HSV war da nicht mehr wirklich selbstbestimmt. Und auch Kühne hat dann eben dazu beigetragen, dass der HSV da wieder ein bisschen besser planen konnte. Und vor allem hat er eben, das ist schon erwähnt, ich muss es nochmal betonen, man muss sich das vorstellen, seit 2016, glaube ich, 15 oder 16, bezahlt er den Stadionamt für 4 Millionen im Jahr.

Und das läuft bis 2028, das ist geschenktes Geld. Und ich meine, es wäre sonst schwierig gewesen, den Stadionnamen nochmal zu vermarkten, weil es hieß ja schon AOL, Imtech, RASAN, Nordback und so weiter. Das war ja nicht mehr vermittelbar. Und es tat sich immer was, es wechseln die Personen und dann wird er, daran kann ich natürlich nur spekulieren, aber er hatte natürlich nicht unbedingt einen Willen.

Er hatte gar nicht, glaube ich, den Ansatz, hat er von Anfang an gesagt, das Geld wieder zurückzubekommen. Er hat gesagt, das ist Risikokapital. Aber er wollte eigentlich seit 2017, 2018 gesagt, vor dem Abstieg, ich meine drei, vier Jahren den HSV nochmal das Trophäe hochhalten sehen. Das war ein Antrieb für ihn.

Und deswegen ist er dabei geblieben, aber auch, weil der HSV eine Art gefunden hat, mit ihm umzugehen. Wer war der entscheidende? War das Erik Uwe, der tatsächlich dann so, weil es wurde dann ruhig, man hatte den Eindruck, das funktioniert jetzt. Das funktioniert hinter den Kulissen, es gab keinen Streit mehr, weil davor war ja der Streit, die kühne Befürworter im Aufsichtsrat und so weiter, und die kühne Gegner, das wurde alles ja auch auf einer Bühne ausgetragen und plötzlich so in den letzten drei, vier Jahren, erstens wurde das ruhiger und zweitens, wäre der HSV heute wirtschaftlich da, wo er ist, wenn es Kühne nicht gegeben hätte? Wahrscheinlich nicht.

Nee, zur Wahrheit gehört allerdings auch dazu, dass natürlich, deswegen habe ich vorhin Fluch und Segen gesagt. Klaus-Michael Kühne hat natürlich auch ein bisschen die Preise verdorben auf dem Transfermarkt und man wusste immer, ja, der HSV am Verhandlungstisch sitzt hinten noch Kühne und wenn er was will, dann wird er schon ein bisschen dazuschießen.

Und das hat dann dazu geführt, 2014, die Ausgliederung, frisches Geld und so weiter. 2017 hatten sie mehr als 100 Millionen Verbindlichkeiten. Da ging es dem HSV richtig, richtig schlecht und da ist eben viel Geld, nehmen wir das Beispiel Hertha BSC, da ist noch viel mehr Geld verbrannt worden. Also man hat das Geld damals leider nicht so richtig eingesetzt und natürlich ist es dann glaube ich so, mit Frank Wettstein fängt das dann damaliger Finanzvorstand auch an und aber auch mit Erik Huber.

Da hat, glaube ich, Klaus Michael Kühne gemerkt. Dass sich das dreht, dass sie versuchen, das Eigenkapital zu stärken, dass solider gewirtschaftet wird. Und mit der Folge ja am Ende auch, dass sie eigentlich keine Schulden mehr haben bilanziell. Und das hat er natürlich auch verfolgt und entsprechend gutiert.

Und offensichtlich hat dann Erik Huber eine Art gefunden, mit ihm zurechtzukommen, bis zuletzt. Jetzt ist natürlich die große Frage, die Kühne Holding ist nach wie vor der zweitgrößte Gesellschafter der HSV AG und KGAA. Also der größte ist mit 70 Prozent der Verein, das ist klar. Und danach kommt die Kühne Holding. Das wird auch erstmal so bleiben.

Wobei, und da müssen wir drüber sprechen, die hat ja schon angefangen, du hast es gesagt, er hat im vergangenen Jahr 7%, 7,5% an die Sparda-Bank verkauft. Ist jetzt noch, glaube ich, bei 14%. Verbesser mich immer, wenn ich Quatsch erzähle. Ich glaube, so 13% hätte er, glaube ich, noch, ja. Also die Idee ist ja schon, wird das weitergehen?

Wird man jetzt versuchen, wo Kühne nicht mehr lebt, komplett daraus zu gehen? Das ist so ein bisschen spekulativ. Ich glaube, dass klar ist, das wurde ja auch schon immer gesagt, dass die Anteile eben in die Stiftung übergehen und, in dem Stiftungsrat sitzt auch nach wie vor Karl Gernert, der frühere Aufsichtsratsvorsitzende.

Der da auch immer noch mitmescht. Und ich glaube, dass sich da zunächst mal nichts ändern wird. Es muss ja auch immer einen Käufer geben. Ob dann die Sparda-Bank oder Hansi Merkow sagen, komm, wir nehmen dir noch ein, bisschen was weg von den Anteilen. Darüber kann man wirklich nur spekulieren. Ich glaube, was aber, worauf sich der HSV einstellen muss, ist, dass sie ab 2018, 28 eben nicht mehr den Stadionnamen vermarktet haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stiftung dann sagt, wir, außer es ist testamentarisch verfügt. Deswegen ist es der Bereich Spekulation, dass er sagt, ich möchte, dass der HSV weiterhin auch in einem Stadion spielt, das Volksparkstadion heißt. Das müssen dann andere beantworten. Ich würde aber sagen, eher nein, was glaubst du?

Nein, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Also man muss ja sagen, er wird ja nicht testamentarisch festgelegt haben, auf Ewigkeit heißt dieses Stadion jetzt Volksparkstadion und die Stiftung bezahlt das Ganze. Man muss das erklären. Klaus-Michael Kühne und seine Frau haben keine Kinder. Das ist immer klar.

Wenn er stirbt, geht die Firma an die Stiftung. Und die Stiftung hat aber natürlich einen anderen Stiftungszweck als den Sport, nämlich insbesondere Kultur. Jetzt kommt noch der Klimaschutz dazu. Wie gesagt, kulturell ist die Stiftung auch in vielen Bereichen aktiv. Das heißt, ich würde es genauso sehen wie du, dass die Sache mit dem Volksparkstab, das Volksparkstab heißt, also dass man 4 Millionen Euro, hast du gesagt, im Jahr für Namensrechte kriegt, die aber nicht vergeben werden.

Das wird 2028 enden. Da kann man froh sein, dass es jetzt nochmal, ich glaube im vergangenen Jahr um drei Jahre verlängert worden ist. Und dann ist halt die Frage, verzichtet man auf diese vier Millionen oder macht man es dann wie alle anderen Vereine und sucht sich jemanden, der dieses Namensrecht übernimmt? Da ist natürlich jetzt gerade etwas passiert.

Worüber vielleicht keiner nachgedacht hat, gegenüber vom Volksparkstadion, ist ja die Barclays Arena. Barclays gibt es nicht mehr in Deutschland, die Firma. Deshalb hat ja die Sparda-Bank die Namensrechte an der Barclays Arena gekauft. Das heißt, die heißt ab nächstes Jahr Sparda-Bank Arena. Und so wie ich den Chef, den CEO der Sparda-Bank, Stefan Liesegang, einschätze, wenn der sozusagen geahnt hätte, dass sich da das andere tut, hätte der liebend gern als einer der Haupteigentümer, Hauptanteilseigner, auch das Volksparkschau an den Namen gegeben.

Ob sich die Sparda-Bank dann wird beides leisten können, ist die zweite Frage. Aber ich glaube schon, dass da kommt irgendwie so eine Lücke auf den HSV zu. Ja, ist zu befürchten. Und wenn es eine Lösung gibt, dann wirklich, glaube ich, nur einer, die... Also es wird nie passieren, dass der HSV in einem Playmobil-Stadion spielt, etc.

Warum bist du dir da so sicher? Ich glaube, dass das mit den Fans und denk dran, dass wir im Moment auch einen Präsidenten im e.V. haben, der sehr stark mit der Fanszene verwurzelt ist und... Und die achten, sie werden schon mit den Fangruppierungen sprechen und nichts gegen den komplett, sie dürfen sich auch nichts diktieren lassen, aber sie müssen schon genau aufpassen, was ist für die Fans vermittelbar, was passt zu unserer Identität.

Weil wenn du mal überlegst, wie der HSV damals dastand, noch so eben 2014, 2015, worüber wir gesprochen haben und, wie ruhig es da mittlerweile geworden ist, wie stabil die wirtschaftlich sind, aber wie sie auch klare Positionen vertreten, die Werte, für die sie stehen wollen und wie sie eben wirtschaften.

Und dazu gehört auch, sich eben nicht irgendeinen Namen aufdrücken zu lassen, sondern auch wirklich eben in einer Arena zu spielen, die zu ihnen passt. Deswegen kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, also es geht jetzt nicht um Ultras oder so, sondern wirklich passt zu unserem ganzen Portfolio etc..

Dass sie da irgendwelchen Unsinn machen. Kann ich mir nicht vorstellen. Glaube ich auch nicht. Die Frage ist sozusagen, das eine ist das Playmobil-Stadion, das andere ist, wenn man das Haspa-Stadion, oder wenn es irgendwas gibt, was mit Hamburg zu tun hat, vielleicht. Aber es ist natürlich schöner, dass man sich das leisten konnte, dank Klaus Michael Kühne, das Stadion, Volksparkstadion zu nennen.

Das ist das eine. Und das andere ist, Helmut, die Frage, die Stiftung, wie gesagt, die normalerweise mit Sport nicht zu tun hat, wird die nicht tatsächlich versuchen, diese restlichen Prozente zu verkaufen? Du sagst aber, gäbe es dafür gerade überhaupt einen Markt? Also ich glaube schon, dass, die Hans und Merkel und auch Sparda Bank vielleicht nochmal aufstocken würden.

Die Frage, wie viel oder dass noch ein weiterer Partner ins Spiel kommt, der vielleicht auch regional geprägt ist. Aber aktuell kannst du, das ist ja dann auch immer so ein bisschen eine Frage, wie schätzt man das Potenzial des HSV ein? Und immerhin haben sie jetzt ein Jahr Bundesliga geschafft und sind dabei, sich zu stabilisieren.

Wenn sie dann, man sagt heute so schön, in das nächste Cluster kommen können, also irgendwie dann, dass es nicht nur um den Abstiegs-, um den Klassenerhalt geht, sondern dass sie vielleicht mal so Richtung Mittelfeld schielen, dann ist das auch für einen Anteilseigner interessant. Und ich kann mir schon vorstellen, weil sie ja auch solide aufgestellt sind, dass es da Interesse gibt.

Allerdings glaube ich nicht, dass es so jetzt die erste Tagesordnungspunkt sein wird bei der kühnen Stiftung. So, jetzt wollen wir mal gucken, dass wir möglichst schnell die Anteile verkaufen. Ich glaube, so eilig haben sie es nicht. Wahrscheinlich nicht. Es muss sich dann ja auch rechnen, weil die Stiftung ja ist ja jetzt, also was man sagen muss, das Ganze geht weiter, aber eben ohne die Emotionen.

Von Klaus-Michael Kühne. Jetzt wird das sehr nüchtern alles betrachtet werden. Wenn wir auf diese Ära gucken, auf diese Ära Klaus-Michael Kühne, dann frage ich mich auch, wenn ich jetzt so sehe, was der HSV schreibt. Es ist freundlich, es ist höflich, es ist auch ein bisschen nüchtern. Also ich frage mich so ein bisschen, wird man eines Tages vielleicht gerade jetzt, wo es Klaus-Michael Kühne nicht mehr gibt, zu dem Punkt kommen und sagen, der HSV hat dem doch viel mehr zu verdanken, als man jetzt merkt.

Also empfindest du es wie ich, dass die Dankbarkeit des HSV und Hamburgs gegenüber Klaus-Michael Kühne aus verschiedenen Gründen nicht so war, wie sie hätte sein müssen, wie sie sein müsste? Mit Sicherheit ist er auch in manchen Punkten falsch verstanden worden. Zum Beispiel, dass man mit Sicherheit denkt, ob jetzt beim HSV oder bei anderen, Themen, dass er das alles alleine managen will und er aber manchmal auch in eine Rolle reingetrieben worden ist.

Und dann hat er eben auch nicht das Korrektiv gehabt, weil Menschen, die eine bestimmte Höhe erreicht haben, denen zu widersprechen, ist dann schwieriger. Das heißt, er ist auch ein bisschen auf sich alleine gestellt. Deswegen ist manches vielleicht nicht so gut verlaufen, wie es hätte verlaufen können oder wird nicht richtig wertgeschätzt.

Aber Fakt ist, du hast es ja eingangs alles erwähnt, er hat schon unfassbar viel auch in Hamburg bewegt. Und auch eben beim HSV und ich glaube auf jeden Fall, dass das in starker Erinnerung bleiben wird. Er wird aber nicht irgendwie, es gibt ja diesen Walk of Fame beim HSV, da passt er dann nicht hin, weil einfach kein, ich glaube er würde sich freuen, wenn der HSV irgendwas machen würde, um seine Erinnerung aufrecht zu erhalten.

Die Frage ist immer, ob der HSV, das wird, glaube ich, so ein gemischtes Blick auf dieses Kapitel. Also es ist nicht so gelaufen und zwar wahrscheinlich genau deshalb, weil da eben keiner war, der mit nüchternem Blick reingegangen ist, sondern weil da ein, Fan, einer der, hat er immer gesagt, er liebt diesen HSV und er leidet mit dem HSV, weil da ein Fan reingegangen ist und eben kein reiner irgendwie Manager.

Aber Lars, er ist eben auch, er ist ja nie so richtig nahbar gewesen. Also er war ja eben nicht, du hast es gesagt, im Stadion seit vielen Jahren, seit elf Jahren und er war jetzt kein Investor, klingt jetzt so ein bisschen auch immer negativ besetzt in Deutschland. Kein Mensch, der eben, ich möchte das bewegen, aber der dann auch in die Diskussion gegangen ist mit Fans, der dann sich irgendwie mal gestellt hat, das hat alles ja nicht stattgefunden und deswegen war es auch schwierig für die, HSV-Anhänger, da mit ihm warm zu werden.

Es ist glaube ich auch, wenn man Matthias Iken, wie gesagt, der ihn gut kennt, der leider heute nicht da ist, der auch immer sagt, ja, das war alles in allem dann auch ein eher zurückhaltender Mann. Also es war keiner, der sozusagen sich aus dem vielen Geld, was er gemacht hat, was gemacht hat, sondern dem ging es um viel Arbeit, um Leidenschaft, um was bewirken zu können.

Und dem war, glaube ich, das war kein so, so ein bisschen vergleiche ich den gerne mit Olaf Scholz, der auch ja irgendwie so immer so unnahbar wirkte, aber trotzdem ja ein Politiker war, der wusste, was er konnte. Der Volksparkstadion, letzter Satz nochmal dazu, hat nur bedingt damit zu tun, wie weit sind jetzt die Pläne eigentlich eines Neubaus? Hört ihr da was Neues?

Weil es heißt ja, das Stadion so lange hält es nicht mehr und man braucht ein neues Stadion, ein größeres Stadion. Das aktuelle Stadion wird ja erweitert. Aber hat das eine mit dem anderen jetzt irgendwas zu tun? Wahrscheinlich nicht. Nee, ich glaube nicht. Also das hatte ja Andy Grote auch gesagt, dass das jetzt auch das private Geldgeber da erstmal ins Spiel kommen müssen.

Hätte ja auch Kühne sein können übrigens, ne? Also genau. Ja, genau, das stimmt. Der scheidet jetzt aus. Aber auch nicht er alleine und ich glaube, dass das in dem Stadion kann man ja durchaus noch eine Weile spielen. Und also das ist ein Thema, ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass in zwei Jahren dann da jetzt schon die Studie fertig ist und sagt, man baut da jetzt was Neues.

Das war jetzt im Zuge der, ist ja auch eine sehr charmante Idee gewesen, zu sagen, wie lösen wir dieses Stadionproblem, aber ohne diese Lok Olympia ist das schon ganz schön weit zurückgeworfen worden. Wie wird der HSV Kühne gedenken? Wir nehmen diesen Podcast am Montag, dem 24. August um 14.30 Uhr auf. Also in ungefähr dreieinhalb Stunden spielt der HSV das erste Pflichtspiel der Saison in Werl, Vokal, erste Runde.

Wahrscheinlich jetzt zu schnell da mit Trauerflor aufzulaufen oder hast du schon gehört, ist da was geplant? Habe ich jetzt so schnell nicht gehört. Der Kollege Stefan Walter ist jetzt gerade auch im Zug auf dem Weg nach Verl. Und mein Gefühl sagt mir, vielleicht machen sie das. Ich würde es machen an der Stelle des Vereins.

Aber ich habe jetzt aktuell, dafür war jetzt die Zeit zu knapp, noch keine Informationen. Und spätestens dann beim ersten Heimspiel, das ist ja noch ein bisschen hin, glaube ich, in zwei Wochen knapp. Da gibt es dann vielleicht eine Gedenkminute, eine Erinnerung. Das muss es aber auch geben, oder? Siehst du auch so, das wäre jetzt unredlich, das nicht zu tun?

Ja, würde ich auf jeden Fall machen. Wie gesagt, der ist ein Mann, der auf jeden Fall den HSV sehr geprägt hat in der jüngeren Vergangenheit. Und wir haben es gesagt, er wollte ja alles andere als den HSV kaputt machen, sondern er wollte ihn wieder stark machen, hat versucht zu helfen. Einiges, wie gesagt, ist gelungen, manches ist nicht so aufgegangen, aber dennoch, so sollte man ihn in Verbindung halten, glaube ich, wirklich als großen, großen HSV-Fan.

Lieber Alexander, vielen Dank, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Die aktuelle Folge, die normale Folge, nicht die aktuelle, die normale Folge von 040 Hamburg streng vertraulich am Freitag mit einem Schwerpunkt auf den Blog-Prozess. Bis dahin. Tschüss. Tschüss.

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