
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
Transfers, Trainer, Vieira: Hamanns HSV-Prognosen
Mittwoch, 26. August 2026 · 31 min
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Shownotes
Diemar Hamann ist bekannt dafür, dass er nicht lange um den heißen Brei herumredet. Vom Sky-Experten bekommt man das, was man sich von ihm verspricht: Klartext. Der 52-Jährige räumt daher auch direkt mit einem Gerücht auf, als ihn das Abendblatt am Mittwoch mit der Frage konfrontiert, ob er tatsächlich HSV-Fan sei. "Das ist kein Gerücht. Ich bin HSV-Fan, seit er in Athen 1983 den Europapokal der Landesmeister gewann", sagt Hamann in der aktuellen Folge des Podcasts "HSV, wir müssen reden". Hamann erzählt auch, dass er 2006 beinahe zum HSV gewechselt wäre, er sich aber für Manchester City entschied.
Seinen Lieblingsclub verfolgt Hamann noch heute aufmerksam. Kurz vor dem Saisonstart der Bundesliga formuliert der Experte seine Prognosen für die Hamburger. „Ich bin mir sicher, dass der HSV komfortabel die Klasse halten und sich zwischen Platz elf und 14 einpendeln wird“, prognostiziert Hamann, den die Kaderplanung im Zusammenspiel mit dem Trainer optimistisch stimmt. Merlin Polzin halte er für einen interessanten Trainer. „Polzin hat gezeigt, dass Beste aus einer Mannschaft und den einzelnen Spielern herausholen zu können. Deswegen bin ich sehr hoffnungsvoll.“
Hamann hofft, dass der HSV noch den Transfer von Fabio Vieira finalisieren kann. Der Portugiese soll die Kirsche auf der Sahne der Kaderplanung des HSV werden. Hohe Erwartungen hat Hamann auch an Neuzugang Patson Daka. "Den habe ich schon in Salzburg und in England beobachtet. Von ihm erwarte ich einiges“, sagt der Wahl-Münchner. Was Hamann über die neue Sportvorständin Kathleen Krüger, Youngster Louis Lemke und das Duell gegen den BVB sagt, hören Sie in der aktuellen Podcastfolge.
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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Ist der HSV bereit für die neue Saison? Nach dem gelungenen Pokalauftakt beim 3-0-Inferl steht für den Klub zum Bundesligastart direkt eines der schwersten Auswärtsspiele beim BVB an. Mit There Mofi wurde nun allerdings der neue Torjäger verpflichtet, der beim BVB sein Debüt geben soll.
Und die Frage ist, ob die Mannschaft die Abgänge von Fabio Vera, Luka Wuskowitsch und Ransford Königsdörfer kompensieren kann. Das alles wollen wir natürlich nicht alleine besprechen in unserer heutigen Folge von HSV, wir müssen reden, sondern wir haben auch einen hochkarätigen Gast eingeladen. Mein Name ist Stefan Walter und ich begrüße zunächst einmal meinen Kollegen Henrik Jakobs, der schon wieder ein Jahr älter geworden ist. Moin Henrik.
Moin Stefan, ja, das geht uns allen leider so. Verrückt, aber man sieht es dir gar nicht so an. So, jetzt wollen wir aber wirklich unseren namhaften Gast begrüßen. Herzlich willkommen, Didi Hamann. Ja, hallo und natürlich nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Ja, vielen Dank, was für eine Ehre. Ja, auch von meiner Seite erstmal herzlich willkommen.
Didi, du bist ja gerüchteweise auch durchaus mit dem HSV emotional verbunden. Diese Geschichte ist schon seit einigen Jahren immer mal wieder so im Gespräch. Jetzt kannst du hier bei uns im HSV-Podcast aufklangern. Was hat es mit dir und dem HSV auf sich? Ja, also das sind keine Gerüchte, das ist so. Ich bin tatsächlich seit der HSV 83 den Landesmeister geholtert in Athen gegen Juventus.
HSV-Fan war in München bei den Bayern auch immer nur im Stadion, wenn der HSV zu Gast war. Hab dann, ja, Ende der 80er mal so einen Pepita-Hut, den der Klaus Schlappner immer aufhatte einen HSV-Hut geschenkt bekommen bei dem Spiel, wo sie 4-3 gewonnen haben. Den ich lange in meinem Kinderzimmer hatte. Und ja, der HSV verfolgt mich seitdem.
Ja, dann ist natürlich auch die Frage, wenn er dich verfolgt, wie informierst du dich denn jetzt so im Alltag über den HSV? Du bist ja als Experte auf quasi allen Kanälen und mit allen Vereinen irgendwie unterwegs, musst dich über sehr, sehr viele Clubs informieren. Wie machst du das mit dem HSV? Ja, ähnlich. Also wir haben ja viele Leute, bei jedem Verein mit Sky haben wir ja Leute vor Ort.
Und ja, da bekommt man natürlich einiges mit. ist es natürlich nicht die Information in der Fülle, in der es bei den Bayern oder bei Dortmund der Fall ist oder möglicherweise bei Leipzig. Aber natürlich bekomme ich mit, was los ist. Es ist ja ein Sportvorstand gekommen aus München, die Kathleen Krüger, die neu im Amt ist. Deswegen wird das natürlich sehr intensiv verfolgt, was da jetzt passiert hat mit Merlin Polzin, einem sehr interessanten Trainer.
Und ja, da habe ich einige Leute, über die ich da meine Informationen bekomme. Über Kathleen Krüger sprechen wir heute natürlich auch noch. Jeder kennt dich ja von den Sky-Sonn-Nachmittag-Übertragungen. Du sitzt ja in der Regel 15.30 Uhr dann auch auf dem Sofa und gibst deinen Analysen preis. Wenn der HSV parallel spielt, kannst du dich ja gar nicht nur auf den HSV fokussieren.
Wenn du aber gleichzeitig mit dem HSV ein bisschen sympathisierst, wie machst du das? Wann schaust du auch mal ein Live-Spiel dir an? Also ich schaue natürlich viel. Bin im Studium am Samstag, verfolge natürlich da immer vier oder fünf Spiele gleichzeitig. Dann das Topspiel versuche ich natürlich soweit es geht weil wir es senden ja dann noch bis 19 Uhr zu schauen und dann natürlich die Freitag- oder Sonntagsspiele wo der HSV natürlich dann auch einige Male, im Einsatz ist ich war im Stadion bin ich selten, war einmal, weil der Lothar ja verletzungsbedingt ausgefallen ist war ich beim Derby am Millentor, letzte Saison und würde aber natürlich gerne mal wieder im Volkspark ein Spiel sehen, vielleicht schaffe ich es dieses Jahr,
Ja, das sollte doch auf jeden Fall möglich sein. Das Spielermillern-Tor war jetzt nicht gerade das ganz große Fußballfest da im Januar. Wie war das eigentlich bei dir als Spieler? Du hast ja, glaube ich, im neuen Volksparkstadion dann nie gespielt, ne? Nee, nee, richtig. Also ich. War kurz mal davor, als ich aus Liverpool wegging, da hatte der HSV tatsächlich Interesse.
Da war der Didi Beiersdorf und der Michael Schröder waren da in Manchester vor Ort und ich habe das kurzzeitig überlegt, habe mich dann für Manchester City entschieden. Im Nachhinein hätte ich mich vielleicht anders entscheiden sollen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich in England bleiben will und deswegen habe ich richtigerweise, ich war schon dort natürlich, aber nie gespielt.
Hast du mal so richtig, als du mal eine ruhige Minute hattest, darüber nachgedacht, ach Mensch, wäre ich doch lieber zum HSV gegangen? Absolut, absolut. Weil wie gesagt, mein Herzenverein ist er immer noch. Und ja, da muss man natürlich eine Entscheidung treffen mit Herz, mit Kopf, mit Bauch. Aber wie gesagt, ich habe mich in England sehr wohl gefühlt und auch mit der Art und Weise, wie das Fußball gespielt wird.
Und deswegen habe ich mich damals für Manchester City entschieden. Es war bevor das große Geld kam, das kam dann ein, zwei Jahre später. Aber natürlich habe ich öfter mal darüber nachgedacht, was gewesen wäre denn. Die Frage ist natürlich auch, so ein Dietmar Hamann. Heute, wenn man sieht, was da so für Summen mittlerweile unterwegs sind, insbesondere dann natürlich auch in England.
Damals Liverpool hat ja 12 Millionen für dich bezahlt. Was würdest du sagen, was wärst du heute wert? Also davon mache ich mich frei. Also das ist das Geschäft, das ist Angebot und Nachfrage. Es ist natürlich heute sehr viel mehr Geld im Umlauf, als es vor 20 oder 25 Jahren der Fall war. Deswegen ist es müßig, darüber zu spekulieren, was der oder der gekostet hätte, mit solchen Sachen beschäftige ich mich weniger.
Was man natürlich auch nicht vergessen darf, dass wir damals noch ein Privatleben hatten. Das heißt, wir konnten mal rausgehen, das haben wir auch das eine oder andere Mal gemacht. Das ist ja für die Jungs heute mit den Telefonen, mit den Kameras, mit Social Media, ist es ja fast nicht mehr möglich. Und da darf man nicht vergessen, dass die natürlich einen sehr, sehr großen Teil ihrer Privatsphäre aufgeben mit der Unterschrift beim HSV, bei Bayern, bei Frankfurt, wo auch immer.
Und das darf man auch bei der ganzen Diskussion, glaube ich, nicht vergessen. Also wer die 94er WM-Doku gesehen hat, ich weiß gar nicht, ob es ARD oder ZDF war eins von beiden, der sieht natürlich auch, dass Didi Hammann ganz gerne mal ab und zu mal ein bisschen ausgegangen ist. Also die Zeit hast du dann wahrscheinlich auch genossen im Vergleich zu heute.
Ja, das war später. Also 94 war ich noch nicht dabei. Ich habe erst, 97 angefangen, war dann 98 bei der WM dabei. Aber ja, es war halt damals so. Also dieses Beieinandersitzen und am Samstagabend mit drei, vier, fünf Jungs wegzuholen und vielleicht auch mal ein bisschen länger wegzugehen mit Frauen und Freundinnen.
Das war Usus, das war normal und das ist natürlich heute kaum mehr möglich. Welche Doku war das dann, mit der ich das gerade verwechselt habe? War das dann die Bayern-Doku? Kann sein, kann sein. Es gibt auch eine über Liverpool 2005. Ach, die was? Da sind ja einige gelaufen. Die vom Champions-Siegfinale gegen AC Mailand. Jetzt macht es Klick. Genau.
Du hast es ja gerade schon erzählt. Du bist HSV-Fan geworden, 83. Also im größten Moment der HSV-Geschichte dann auch. Danach gab es noch ein paar ganz gute Jahre, aber auch nicht mehr so. Das war so ein langer, ja schon kann man sagen, Niedergang des HSV bis in sieben Jahre Zweite Liga dann. Ja, auch in der Zeit, wo du selbst gespielt hast, war der HSV jetzt im alten Volksparkstadion in den 90ern nicht mehr die ganz große Nummer.
Jetzt ist er wieder da in der Bundesliga und hat auch eine gute erste Saison gespielt. Wie hast du das jetzt so selbst verfolgt? Wie wichtig ist das auch für die Bundesliga, dass der HSV jetzt auch wieder zurückkehrt und sich jetzt auch hoffentlich dann etabliert? Naja, ich freue mich natürlich, dass sie da sind, weil der HSV natürlich ein riesiger Verein ist.
Das Stadion ist jede Woche voll, das war auch in der zweiten Liga so. Ich tue mich da immer schwer zu sagen, gut, dass dieser sind und die Schalker, weil jeder, der es schafft, wie auch jetzt Paderborn, Elversberg, Heidenheim in der Vergangenheit, die haben es natürlich verdient. Und das ist natürlich für den Traditionsverein das eine oder andere Mal vielleicht etwas schwerer, weil die Erwartungen natürlich größer sind und dass sie mehr zu verlieren haben als die Kleinen.
Aber natürlich freue ich mich, dass der HSV wieder da ist und das in der ersten Saison für einen Aufsteiger sehr ordentlich gemacht hat. Nach sehr, sehr holprigem Start, davon nicht vergessen. Vor einer Woche konnte ich dir schon mal über ein Sky-Format die Frage nach Trainer Merlin Polzin stellen, ob du denn mit ihm und einem auslaufenden Vertrag in die Saison gehen würdest oder den jetzt möglichst zeitnah verlängern würdest.
Du hast dann eigentlich wie gewohnt meinungsstark auch klar skizziert, dass du jetzt nicht vorschnell ihm einen neuen Vertrag vor die Nase setzen würdest, sondern erst mal abwarten würdest. Denn es kann ja sein, dass bis Weihnachten ist alles ein bisschen düsterer in Hamburg wieder aussieht und man dann einen zusätzlichen Trainer auf der Payroll hat. So in etwa waren deine Aussage.
Was muss denn aber passieren, damit du mit Merlin Polzin den Vertrag verlängern würdest? Also ich gehe davon aus, dass der Vertrag jetzt in den nächsten Wochen, Monaten irgendwann verlängert wird. Weil viele große Trainer oder Trainer mit großem Namen versucht, den HSV aus der 2. Liga rauszuholen. Geschafft hat es der, von dem es keiner erwartet hat. Und ich glaube auch, dass er da sehr entspannt ist und du musst da auch pragmatisch vorgehen.
Und es ist ja so, dass, glaube ich, auch diese Entlassungen, ob das jetzt auch bei Schalke war, beim HSV, dass das den Verein natürlich schon, irgendwo aufgehalten hat in den letzten Jahren, weil sie teilweise zwei oder drei, Trainer mit Coaching-Staff auf der Payroll hatten und die bezahlen mussten.
Und das kostet ja alles Geld, das geht dann irgendwo ab. Und deswegen sehe ich im Moment, ich sehe keinen Grund, warum man den Vertrag nicht verlängern sollte. Nur ist, glaube ich, da keine Eile geboten. Man muss jetzt schauen, wie man die Saison startet. Und wenn das so weitergeht, wie ich das erwarte, so wie es letztes Jahr war unter Polizien, weil die Mannschaft hatte Zug, Wie gesagt, nachdem die Neuzugänge noch kamen, nach dem heutigen Start, haben sie wirklich eine tolle Saison gespielt für den Aufsteiger.
Und deswegen würde ich das ganz entspannt sehen, erstmal den Saisonstart abwarten. Und vielleicht kannst du dann Impuls setzen, wenn es vielleicht nicht sehr gut läuft, am Anfang in den ersten fünf, sechs Spielen, dass du sagst, wir stärken jetzt den Trainer, wir verlängern den Vertrag, was jeder sieht.
Das ist unser Trainer die nächsten zwei, drei Jahre. Katlin Krüger muss dann ja auch diese Frage und dieses Thema beantworten, sie ist jetzt noch nicht so lange da, kennst du sie eigentlich so aus deiner Münchner Zeit noch gut, beziehungsweise aus der Münchner Zeit nicht, aber so aus, deinen Kontakten zum FC Bayern kannst du ihre Arbeit schon so bewerten, was glaubst du, wie wird sie in dieser Frage vorgehen, weil sie hat natürlich beim FC Bayern schon sehr, sehr viel mitgenommen über die Jahre, Ja, ja, absolut. Sie hat natürlich einen großen Erfahrungsschatz und hat natürlich da auch von den Besten gelernt in München.
Und das macht ja auch Sinn, dass sie erst mal hingeht und sie ist jetzt zwei, drei Monate im Amt, dass sie sich erst mal ein Bild macht, wie das alles abläuft. Und ich glaube, sie hat jetzt. Keine Intention, da jetzt alles über den Haufen zu werfen. Und es gibt ja keinen Grund, wenn was gut funktioniert, das zu ändern.
Aber dass sie sich die Zeit nimmt, sich jetzt erst mal alles anzuschauen, wie der Trainer mit der Mannschaft spricht, sich in der Öffentlichkeit gibt. Das ist natürlich anders, wenn du vor Ort bist in der führenden Position. Und deswegen wird sie sich das erstmal anschauen und dann, wird sie eine Entscheidung treffen mit dem Vorstand. In München hatte ich wenig Kontakt mit ihr. Ich habe einmal vor Jahren, da war sie noch die Assistentin von Christian Nährlinger, da habe ich mal einen Trainingsplatz besorgt in London.
Da haben sie, glaube ich, gegen Arsenal oder Chelsea in der Champions League gespielt. Das war der einzige Kontakt, den ich über die Jahre mit ihr hatte. Aber sie wird sehr hoch geschätzt im Verein. Man hat ja versucht, sie dann auch zu halten. Aber das Angebot, den HSV zu führen, das war natürlich dann zu verlockt. Das verstehe ich.
Du bist natürlich gerade auch beim FC Bayern noch sehr, sehr gut vernetzt. Was hast du denn da so mitbekommen? Weil du gerade ja schon so vorsichtig angedeutet hast, man hat versucht, sie zu halten. Es gibt natürlich auch die Aussage von Uli Hoeneß, der dann auch zu ihr gesagt hat, na gut, wenn du mal die Chance bekommst, Vorständin zu werden, du musst das machen bei so einem großen Klub.
Also was ist so deine Informationslage? Wie haben die Bayern reagiert, als es dann hieß, Katlin Krüger soll zum HSV wechseln? Ja, also erstmal waren sie natürlich, ja, traurig ist wahrscheinlich das falsche Wort, aber du willst natürlich die guten Leute nicht verlieren. Und wie gesagt, sie war sehr hoch geschätzt.
Es wurde ja schon spekuliert. Max Eberl war ja letztes Jahr im März oder im Frühjahr letzten Jahres war er ja schwer unter Druck. Und dann gab es schon Stimmen aus München, die gesagt haben, ja, das wird möglicherweise die erste Sportvorständin in der Bundesliga. Und ein viel größeres Lob kann man ja kaum bekommen, wenn die Bayern sich Gedanken machen oder überlegen, sich in so eine Position zu heben, und deswegen hat man es probiert, aber ich glaube, die Bayern wussten dann relativ schnell, wenn du so eine Stelle angeboten bekommst beim Verein wie beim HSV, dann hat natürlich jeder Verständnis gehabt, dass sie das machen will.
Jetzt ist sie natürlich auch eine richtige Bayerin, so wie du ja auch. Du bist als Bayer-HSV-Fan geworden. Sie ist jetzt in den Norden gewechselt, nach Hamburg zum HSV. Ist das schon eine Umstellung, vielleicht auch aus deiner Lebenserfahrung, die du dich mit dem HSV und mit Hamburg vielleicht auch beschäftigt hast, wenn man so lange in Bayern in der Heimat war, dann den Sprung in so eine andere Kultur zu machen?
Ja, aber die Sprache ist ja dieselbe, auch wenn die Bayern natürlich vielleicht einen etwas anderen Dialekt sprechen. Aber sie kennt die Bundesliga, was glaube ich unheimlich wichtig ist und sie kommt ja in eine sehr schöne Stadt und wie gesagt, wenn du im Fußball tätig bist, dann geht es da nicht um schöner Wohnen, wobei natürlich sagen muss, dass Hamburg eine der schönsten Städte glaube ich ist mit München, aber dann musst du dich frei machen davon, das heißt du musst ja mal von Zuhause raus.
Man sagt ja oft, der Prophet zählt nichts im eigenen Land. Es war bei ihr etwas anders. Und das ermöglicht ihr vielleicht auch die Chance, dass sie irgendwann zurückkommt. Das ist alles Zukunftsmusik, weil das ist Tagesgeschäft. Man weiß nicht, was beim HSV jetzt passiert. Das kann in beide Richtungen laufen.
Aber ich glaube, das ist auch für sie gut, dass sie mal rauskommt aus dieser Komfortzone. Und wie gesagt, wenn die Bayern sie so hoch schätzen, und ich kenne wenige Leute, die schlecht über sie sprechen, dann glaube ich, dass die Hamburger da einen sehr guten Fang gemacht haben. Und glaube ich und hoffe ich, sehr viel Freude mit ihr anwenden.
Das Organigramm in Hamburg ist ja etwas anders aufgestellt. Also auch wenn sie Sportvorständin auf dem Papier stehen hat, ist sie nicht federführend für die Kaderplan zum Beispiel verantwortlich, sondern eher für die strategische Ausrichtung. Das operative Geschäft bei den Transfers erledigt weiter an Sportdirektor Klaus Koster.
Damit wollen wir ein bisschen abbiegen und deine Meinung natürlich hören auch zu den Transferaktivitäten des HSV. Wir haben eingangs schon mal so die größten Abgänge. Bobby Glatzel ist vielleicht auch da noch zu nennen in dem Zusammenhang aber die größten Abgänge in Form von Königsdorfer, Vera und Wuskovic genannt.
Gerade Luka Wuskovic war natürlich der absolute Unterschiedsspieler für den HSV in der vergangenen Saison. Wird jetzt ersetzt durch Sebastian Borneau. Du kennst ihn noch aus seiner Bundesliga-Zeit in Wolfsburg und Köln. Traust du ihm diese Rolle zu, dieses Schwergewicht Luka Wuskovic zu ersetzen? Man darf die Spieler natürlich nicht vergleichen, also den Fehler dürfen wir nicht machen, weil was Voskowitsch gezeigt hat in 18 Jahren, das war herausragend.
Er hat nicht nur tolle Leistungen gebracht, er war Anführer, hat andere besser gemacht, hat Fehler andere ausgebügelt und hat darüber hinaus natürlich einige sehr wichtige Tore gemacht. Nur Bornau ging für viel Geld nach England, kommt jetzt zurück. Ich glaube, dass er das absolut kann. Dann haben sie mit Capaldo für mich einen herausragenden Spieler, der mir oft etwas untergeht, weil er, glaube ich, einer dieser Eckpfeiler beim HSV ist.
Und dann darf man natürlich nicht vergessen, dass sie mit Lokonga und Rindberg. Zwei Mittelspieler haben, zwei Abräumer haben vor ihnen, die andere besser machen. Und die, glaube ich, Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte dieses Pärchen nicht haben. Lokonga hat immer wieder diese Verletzungsprobleme gehabt.
Das heißt, ich möchte sagen, dass es einfach ist, hinter den beiden zu spielen. Aber das hilft schon, wenn du zwei Spieler vor dir hast, die Zweikämpfe gewinnen, die Bälle erobern und die Gefahren antizipieren. Und deswegen glaube ich, dass Borna das kann, das wird er auch machen. Er ist im besten Alltag jetzt.
Und wie gesagt, sie haben ja noch einige neben ihm, die schon gezeigt haben, dass sie in der Bundesliga gute Leistungen bringen können. Der HSV will ja auch noch ein, zwei Spieler verpflichten, also einen rechten Schienenspieler auf jeden Fall und im Optimalfall dann auch noch Fabio Vieira. Mal gucken, was auf der linken Seite noch passiert. Stichwort Miro Muhalm, ob der dann noch bleibt oder nicht.
Insgesamt sind es jetzt aktuell sieben Neuzugänge, also schon viele. Mit Kofi Amuakko, Albert Grünberg, der ja letztes Jahr schon da war. Dann vielleicht ein paar unbekanntere Spieler mit Martin Adeline, Patson Dacca, Bilal Nadir und jetzt zuletzt Tere Mofi. Also alles Spieler, ganz spannende Profile, die auch schon mal viel Geld wert waren, jetzt dann so eher aus einer Delle kommen.
Sind das so Namen, die du vielleicht als Experte schon mal irgendwie gehört hast oder kannst du die überhaupt schon so einschätzen? Ja, den einen oder anderen natürlich. Der, der mir am besten bekannt ist, ist der Daka, der in Salzburg schon gezeigt hat, dass er einen Riecher hat und auch in England seine Tore gemacht hat. Also von dem erwarte ich mir einiges.
Und bei den anderen muss man einfach mal abwarten und das ist ja, glaube ich, immer auch die Chance. Es wurde ja auch nicht wenig Geld für diese Spieler bezahlt. Dass Spieler, die es schon gezeigt haben, dass sie es können, dass du die wieder auf den Weg bringst, dass sie es machen. Und bei Veyra war es ähnlich, der kam hierher und hat mal gesagt, okay, da schafft es bei Arsenal nicht, was natürlich ein sehr, sehr guter Verein, eine sehr gute Mannschaft hat.
Aber dass du denen die Chance gibst, wieder dahin zu kommen, wo sie vielleicht schon mal waren. Und deswegen muss man mal abwarten. Viele dieser Spieler kenne ich nicht. Werden mich natürlich jetzt bis Wochenende noch über den einen oder anderen informieren. Aber Polzin hat es ja gezeigt, dass er das Beste aus der Mannschaft, aus den Spielern herausbringt.
Und deswegen bin ich da sehr hoffnungsvoll und optimistisch, dass das funktionieren wird. Vira, hast du jetzt gerade ja schon angesprochen. Da war es aus meiner Sicht auch wirklich eine gute Leistung von Merlin Polzin. Ihn gerade nach der Hinrunde auch besser zu integrieren in die Mannschaft und ihn dann auch zum Schlüsselspieler zu machen. Also die besten Spiele hat der HSV eigentlich gemacht mit Vieira als klaren Spielmacher auf der Zehn und dann einer Doppelspitze.
Jetzt ist es so, dass der HSV weiterhin alles gibt, um den Spielmacher fest noch zu verpflichten von Arsenal. Noch liegen beide Vereine in ihren Ablösevorstellungen aber auseinander. Der HSV will nicht mehr als 10 Millionen Euro bezahlen. Wie würdest du denn an die Sache rangehen, wenn du jetzt verantwortlich am Volkspark wärst? Würdest du finanziell all in gehen und da nochmal ein, zwei Millionen drauflegen, damit Arsenal endlich ja sagt?
Also wenn es um ein, zwei Millionen geht, dann wäre ich wahrscheinlich schon dazu hingerissen, das zu machen. Die Frage ist, wenn sie dann bei 15 oder 18 anfangen, da muss man schauen, dann wird das ein Pokerspiel. Ich glaube, was ein großer Trumpf ist, dass, glaube ich, der Spieler selber gerne in Hamburg bleiben würde.
Und da kann man nur hoffen, das ist dann ein Pokerspiel, da muss man schauen, was es für andere Optionen gibt. Weil ich mir vorstellen könnte, dass der ein oder andere Verein noch interessiert ist an ihn. Aber natürlich hoffe ich, dass das klappt. Aber wenn es letztendlich um ein oder zwei Millionen geht, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass sie es stemmen werden und machen werden und auch machen können.
Wird auf jeden Fall noch eine sehr spannende letzte Woche auf den Transfermarkt im Volkspark. Grundsätzlich, du hast es gesagt, ein gutes Gerüst ist ja auch vorhanden mit so der Achse, dann auch Kapaldo und Samy Lekonga, Remberg vielleicht so als Herzstück. Jetzt sind ein, zwei Talente noch dabei, die jetzt den Durchbruch oder was heißt den Durchbruch, zumindest mal den Übergang schaffen mit Luis Lemke und Shafik Nandja, die jetzt im Pokal von Anfang an gespielt haben.
Und der HSV will da ja auch mit Merlin Polzin und Loic Faveh diesen Hamburger Weg gehen. Das haben zwar auch schon viele in der Vergangenheit gesagt, aber so richtig gemacht haben es dann die wenigsten. Wie siehst du das so mit jungen Talenten beim HSV? Ist das etwas, worauf der Klub auf jeden Fall setzen sollte? Oder ist das grundsätzlich einfach auch natürlich ein schwieriger Standort für so junge Spieler, wenn man mit 16 dann natürlich auch früh gehypt wird?
Ja, also bei Lemke wäre es mal vorsichtig. Mit 16 muss dem Jungen schon Zeit geben. Also ich glaube, das hilft keinem, wenn man den dann in irgendwelche Sphären hebt, was die Erwartungen und den Druck dann hebt. Also man muss den Druck von den Jungs nehmen, die sollen sich entwickeln. Und da ist es natürlich wichtig, dass du erfahrene Spiele um sie herum hast, dass sie auch wachsen können.
Weil natürlich für einen jungen Spieler, ich habe dasselbe München erfahren, machst du natürlich den einen oder anderen Fehler mehr. Und da ist es wichtig, dass einer neben dir steht, ein Helmer, ein Materos. Ein Scholl, wie sie auch immer heißen, die dann sagen, Junge, alles gut, wir kriegen das schon.
Und da hat natürlich Borna eine große Rolle zu spielen, da hat ein Kapaldone eine große Rolle zu spielen, auch ein Rennberg, auch wenn er noch relativ jung ist, aus dem Tor unter Riga. Also das sind die Spieler, die diese Spieler dann führen müssen. Und das muss der Weg sein, weil wir sehen das ja in der Bundesliga.
Es tun sich selbst die großen Vereine schwer. Das Leverkusen ist offen und selbst die tun sich schwer, wenn die Spieler eine gute Saison spielen, die Spieler zu halten. Das heißt, der Weg muss sein, dass du junge Spieler da immer wieder hochziehst, dass du ein, zwei jedes Jahr mitnimmst, wie sie sich dann entwickeln.
Das sieht man dann oft erst, wenn sie spielen. Und dann gibt es ja die Beispiele wie Pavlovich, der in der zweiten Mannschaft war, Tuchel zieht den hoch, jetzt ist er Nationalspieler und ist mehr oder weniger gesetzt im Bayern-Mittelfeld. Das heißt, du siehst immer erst, wie gut die sind, wenn sie dann mal spielen.
Und das muss der Weg sein, weil mit den explodierenden Ablösesäonen ist es einfach nicht möglich, dass du jedes Jahr fünf, sechs gestandene Spieler holst. Deswegen hoffe ich, dass sie den Weg fortsetzen. Dafür brauchst du natürlich gute Spieler. Du kannst sie nicht spielen lassen, nur weil sie jung sind.
Aber sie scheinen ja ein, zwei, drei sehr, sehr gute im Moment zu haben. Ja, das hat sich tatsächlich wie ein roter Faden durch die Vorbereitung gezogen, dass Polzin immer wieder auch junge Spieler integriert in die Mannschaft. Shafik Nanja ist da sicherlich auch zu nennen als sehr spannendes Abwehrtalent.
Bei Lemke ist es aber so, auch wenn der Verein sich bemüht, ihn zu beschützen und den Druck von ihm zu nehmen, er soll zum Beispiel noch keine Interviews geben, auch nach seinem Tor jetzt im Pokal, sollte er nicht mit dem rechten Inhaber Sky zum Beispiel sprechen. Nikolai Remberg zehrt ihn immer mal wieder mit dem Kraftraum, macht extra Läufe mit ihm. Also man guckt da schon, dass man sich um ihn kümmert und trotzdem wird er jetzt ins kalte Wasser geschmissen, weil Miro Moham nun mal verletzt ist. Er wird sehr, sehr wahrscheinlich in der Startelf stehen in Dortmund.
Traust du ihm das denn zu, vor dieser besonderen Kulisse beim BVB zu bestehen? Ja, also zutrauen tue ich es ihm, aber das ist natürlich schon nochmal was anderes, ob du in Werr spielst oder ob du dann in Dortmund vor 80.000 spielst. Nur, ich sage immer, wenn sie gut genug sind, sind sie alt genug. Und Prozien sieht den seit Monaten, jeden Tag im Training und der hat schon, ein Gefühl dafür, wann er so einen Spieler bringen kann.
Und wie gesagt, dann ist es wichtig, dass du Spieler um dich herum hast, die dir dann auch das Vertrauen geben oder dich wieder hochziehen, wenn du mal einen Fehler machst, was ja passieren kann oder passieren wird. Deswegen traue ich es ihm zu. Aber du hast ja das Beispiel mit Stange beim HSV, der auch gehypt wurde, wo jeder gesagt hat, das ist vielleicht derjenige, der als nächster da den Sturm führt bei uns.
Und der hat sich auch schwer getan, wurde dann verliehen. Das heißt, man muss vorsichtig sein. Auf der anderen Seite, wie gesagt, wenn er jetzt in der Mannschaft ist und der spielt ja, weil er es verdient hat, dann habe ich natürlich da volles Vertrauen in ihn. Aber wichtig wird sein, dass er Unterstützung bekommt.
Die bekommt er auf jeden Fall. Vor einer Saison oder im letzten Sommer war es ja so, der HSV kam aus sieben Jahren Zweite Liga, hatte einen riesen Umbruch hinter sich, hat seine Spielphilosophie verändert, den Kader komplett auf links gedreht, hatte dann ein bisschen Schwierigkeiten am Anfang, hat dann aber, wie du auch schon sagst, eine gute Saison gespielt.
Am Ende jetzt auch nicht mehr die letzten zwei Spieltage zittern müssen. Wie siehst du es dieses Jahr? Ja, also es sind jetzt auch wieder viele Spieler dazugekommen, einige Abgänge und trotzdem so die Grundphilosophie ist ja da. Der Trainer ist noch der gleiche. Wie siehst du die Saison für den HSV? Glaubst du, es wird noch entspannter als im letzten Jahr?
Ja, vielleicht ein bisschen entspannter. Du hast natürlich in Anführungszeichen den Vorteil, dass du erstmal drei Aufsteiger hast, seit, glaube ich, das ist einmal passiert in den letzten 15 Jahren, dass der Zweitliges gewinnt. Das hat es ja lange nicht gegeben. Ich glaube, Union waren die Letzten. Und du hast natürlich zwei, in Anführungszeichen, kleine mit Paderborn und Elmersberg, für die es unheimlich schwer werden wird.
Dann sind die Schalker dabei, von denen jeder spricht. Man scheint zu vergessen, dass sie auch Aufsteiger sind, weil sie werden als Bundesligist hingestellt, der sie aber erst seit diesem Sommer wieder sind. Und da musst du jetzt schauen, dass du gut in die Saison startest. Sie haben ja wie gesagt, die zwei spielen, glaube ich, Dortmund-Leipzig auswärts und Mainz-Köln zu Hause.
Du musst ja schauen, dass du mit vier, vielleicht sogar fünf Punkten in die Saison startest, dass es gut losgeht. Weil man hat ja letztes Jahr gesehen, wenn du da unten drinstehst, Wenn du dann mal vier, fünf, sechs Punkte aufholen musst auf die anderen Mannschaften, das wird dann schwer, dann musst du, das erhöht den Druck.
Und deswegen wird es wichtig sein, dass sie gut in die Saison starten. Aber ich bin guter Dinge, dass sie relativ etwas komfortabler als letzte Saison, die Klasse halten und am Schluss zwischen 11 und 14 einkommen werden. Union Berlin und Bremen sicherlich auch zu nennen zu den Abstiegskandidaten. Du hast ja selbst vor einer Woche gesagt, dass du dir im Werder sogar Sorgen machst, weil da eben noch vieles nicht so richtig rund läuft.
Über Bremen wollen wir im HSV-Podcast natürlich nicht sprechen. Deswegen ganz schnell wieder zurück zum HSV, die gleich mit einem echten Kracher beim BVB starten. Vor fünf Monaten hätte Polzins Mannschaft dort allerdings fast überraschen können. Man hat es schon 2-0 geführt zur Pause, es ging eigentlich alles auf, aber dann hat man irgendwie vergessen, für offensive Entlastung zu sorgen in der zweiten Halbzeit und hat das Spiel noch verspielt.
2-3 ging es am Ende aus aus Hamburger Sicht. Was glaubst du diesmal? Gibt es eine Überraschung für den HSV? Ich glaube, dass es schwer wird. Auf der anderen Seite, ich glaube, dass die Dortmunder sich gut verstärkt haben. Wir wollen mit dem HSV-Podcast auch nicht zu tief reingehen. Aber ich glaube, in der Kreativabteilung, wo sie wirklich Defizite hatten das letzte Jahr, da haben sie jetzt mit den zwei Griechen und mit Fehrmann spielerisch starke Spieler geholt.
Die beiden Griechen haben gegen die Bayern schon gezeigt, dass sie wahnsinnig gute Fußballer sind und aus nichts Chancen kriegen können. Auf der anderen Seite ist es, glaube ich, ein guter Zeitpunkt, Weil die Bundesliga ist eine sehr physische Liga, sehr körperbetont. Und das ist natürlich mit wenig anderen Ligen zu vergleichen.
Ich glaube, da gibt es nur noch die Premier League, die physischer und körperbetonter gespielt oder betrieben wird. Und deswegen brauchen die möglicherweise ein paar Spiele oder ein paar Wochen, bis sie reinkommen. Und deswegen glaube ich, dass das ein guter Zeitpunkt ist, die Dortmunder so früh zu spielen.
Es ist was drin. Ich glaube, es wird unheimlich schwer, weil die Dortmunder, glaube ich, dieses Jahr, Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, letzte Saison. Ich glaube, dass sie dieses Jahr noch besser sind. Und wenn sie was holen, die Hamburger, dann wäre das mit Sicherheit ein Bonuspunkt. Ja, also Niko Kovac hat ja mit dem BVB eine sehr stabile Saison gespielt, Vizemeister geworden. Trotzdem, in Dortmund wird ein Trainer natürlich auch immer sehr mit hohen Ansprüchen gemessen.
Wie bewertest du so die Arbeit von Niko Kovac, der ja auch eine Hamburger Vergangenheit hat? Ja, also der hat herausragende Arbeit geleistet letzte Saison. Sie hatten in der Offensive Probleme, haben nicht immer den schönsten Fußball gespielt. Aber ich sage immer, es gibt keinen schönen oder nicht schönen Fußball.
Es gibt nur erfolgreichen und nicht erfolgreichen. Und das hat er gemacht. Und die Diskussion um das fehlende, schöne Spiel, die gab es ja nur, weil die Bayern einfach zu gut waren. Die Dorfmann haben letztes Jahr, glaube ich, 73 Punkte gemacht. Da ist man in der Vergangenheit wahrscheinlich auch schon mal Meister geworden.
Und wenn die Bayern halt über 80 holen, letztes Jahr waren es, glaube ich, 89, dann ist es halt für keine Mannschaft möglich, denen Paroli zu bieten. Und sie haben ja, glaube ich, bis fünf, sechs, sieben Spiele vor Schluss, haben sie ja, glaube ich, nur ein oder zwei Spiele verloren. Und hinten raus ist dann der Abstand größer geworden. Aber was sie letztes Jahr geleistet haben, war herausragend.
Und diese Diskussion, wie gesagt, um diesen fehlenden schönen Fußball, gab es ja nur, weil die Bayern einfach keine Spiele verloren haben, bis auf das Augsburg-Spiel, was glaube ich, das eine Spiel verloren haben. Und deswegen macht der Nico eine hervorragende Arbeit. Und jetzt haben sie natürlich mit diesen Kreativspielern, jetzt erwarten die Leute natürlich, dass die Leute auch mal von den Sitzen gerissen werden. Aber ich glaube, das wird auch passieren diese Saison.
Also Dortmund sicherlich eine sehr spannende Mannschaft auch in dieser Saison. Didi, wir sind genau in dem abgesprochenen Zeitslot geblieben und haben sogar noch Zeit für eine Abschlussfrage. Wie geht es aus, das Spiel am Sonnabend? BVB gegen den HSV. Weil wir beim HSV-Podcast sind, sage ich 2-2. Ich dachte gerade, jetzt kommt ein 2-0.
Ja, das nehmen wir natürlich auch. Aber wie gesagt, so ein Punkt wäre, glaube ich, vollwert. Und man darf ja nicht vergessen, Sie haben es ja letztes Jahr in der zweiten Hälfte gezeigt, du kannst natürlich in Dortmund auch mal unter die Räder kommen. Weil da ist natürlich eine gewisse Euphorie da. Die Spieler, die sich heute haben, gerade Karetz. Also da freut sich jeder.
Und das ist ein Spieler, den sie, glaube ich, so auch schon längere Zeit nicht mehr hatten. Und wie gesagt, da muss man immer vorsichtig sein. Du hast einen jungen Spieler, möglicherweise einen 16-Jährigen, der da die linke Seite bearbeitet. Deswegen Vorsicht und ein Punkt wäre, glaube ich, Gold wert.
Darüber würden sich auf jeden Fall alle HSV-Fans freuen. Und wir freuen uns auf jeden Fall auch auf das Spiel. Und es hat uns sehr, sehr gefreut, dass du heute dir Zeit genommen hast. Wir hatten dich lange auf der Liste, jetzt hat es endlich mal geklappt. Du als HSV-Fan bei uns im HSV-Podcast war uns eine große Ehre. Vielen Dank dafür.
Ja, gerne. Danke für die Einladung. Vielen Dank auch von meiner Seite. Und wir hören uns wieder in der Woche nach dem Dortmund-Spiel. Und in Hamburg sagt man Tschüss. Und bei uns heißt das Auf Wiederhören.